Da Siumm Zeiuer nicen dalch außer Feiertags. Bezugspreis M. 1.80 oierteljährlich, bei der Post für Bestellgeld 42 Pfg. mehr. Wöchentl. Grakisbeilage:„Iklustrierter Familienfreund" u. tägl. Unterdaltungsdlatt. Anzeigenpreis: Die siebengespaltene Petikzeile oder deren Raum 10 Pfg., Anzeigen von auswärts 15 Pfg., Reklamezeile 40 Pfg. Jeder Rabatt gilt als Kassarabakt u. erlischt bei Konkursen. Zwangsvergleichen, gerichtl. Klagen u. Nabsachund grncht.-Setinesteltene Amtliches Kreisblatt Westhofener Zeitung Langscheder Zeitung Verbunden mit: Schwerter Volksblatt„„„ C“tor Ui Schwerter Cageblatt S Schweltel Anzeiger Grstes und ältestes Cagesorgan des Kreiles o General-Anzeiger für den Kreis Hörde o Haupt-Annoncenblaft Aug dute: und dohalemtgrüchen Deurnd. nungen für den Kreis Hörde erlangen gemöt Bekanntmachung der Königlichen Regierung durch Veröffentlichung ia der„Schwerter Zettung" rechtsverbindliche Kraft.— Die „Schwerter Zeitung“ gewährt ihren Adonnenten für jeden mit Tod endenden Unfall geBagungen“: 300 Mk. Unfall. Druck u. Verlag o. Cor! Braus. Schwerte=Ruhr Fernsp. 62. Telegr.=Adr. Braus Schwerte=Ruh# Nr. 16. Mittwoch, den 20. Januar 1915. 47. Jahrgang. „„ Ein holländischer Großkaufmann, der in Le Havre eine Zweigniederlassung seines Kolonial= warengeschäftes besitzt, teilte gestern in einem Gespräch dem Korrespondenten des„Berl. Lokalanz.“ folgendes mit: Die Zustände in Nordfrankreich sind die denkbar traurigsten. Ein blühendes, betriebs. reiches Gebiet ist völlig zugrunde gerichtet. Man hört wohl, daß etwas geschehen soll, um der Industrie, die völlig lahmliegt, aufzuhelfen, aber das ist lauter Phrasendrescherei. Ich hege ein tiefes Mitgefühl für das schrecklich leidende Nordfrankreich, das nach Ansicht eines überwiegenden Teiles der französischen Bevölkerung ein Opfer Englands ist, gerade so wie Belgien. Ich bin der Ueberzeugung, daß Frankreich kaum mehr drei Monate den Krieg, wie er jetzt geführt wird, aushalten kann, weder physisch noch moralisch. In Le Havre hört man nichts anderes als von Frieden sprechen. Die Engländer sind dermaßen unbeliebt, daß von der Polizei die Aufforderung erteilt wurde, die Tommys korrekt zu behandeln. Ich war Zeuge einer Kundgebung gegen den Krieg und die Regienung, als Verwundete in die Stadt gebracht wurden. Die Minister führen in Zusammenkünften mit den Deputierten der nordfranzösischen Wahlkreise eine ganz andere Sprache als auf der Tribüne. Besonders die beiden Sozialisten versprechen, daß bald ein ehrenvoller Friede mit Deutschland zustandekommen werde. — Ein kritischer Tag erster Ordnung. Die russische Garde ist von der westpolnischen Front nach St. Petersburg zurückgezogen worden; angeblich, um sich hinter der Feuerlinie zu„erholen". Jetzt steht fest, daß die Newaresidenz ihr Ziel war und daß diese überraschende„Dislozierung“ mitten in den folgenschwersten Entscheidungskämpfen allem anderen als Erholungszwecken dient. Denn auch sämtliche Kosakenregimenter sollen den eigentlichen Kriegsschauplatz verlassen haben, um auf die großen Städte im Innern des Reiches und auf die Industriezentren verteilt zu werden. Eine Bestätigung dieser letzteren Nachricht liegt bisher nicht vor. Aber starke Wahrscheinlichkeiten sprechen dafür. Die Regierung des Zaren zittert vor dem 22. Januar, dem historischen Tage der sozialrevo. lutionären Entwickelung Rußlands, der vor zehn Jahren das fürchterliche Blutbad unter der Arbeiterschaft Petersburgs herbeiführen sah. Am 22. Januar zog der Priester Gapon mit einer vieltausendköpfigen Menge vor den Winterpalast, nachdem er Tags zuvor dem Kaiser jenes Schreiben übersandt hatte:„Wir wollen dir unsere Not darlegen. Wenn du, wankelmütig, nicht vor dem Volke erscheinst, dann zerreißest du das moralische Band zwischen dir und dem Volke!" Die Streikenden erschienen unbewaffnet, um ihre Bittschrift zu überreichen, derzufolge sie„lieber sterben, als unter solchen Gesetzen(d. h. ohne VolksvertretungsVersassung) weiter leben“ wollten. Die Regierung schickte ihnen Militär entgegen und in kürze. ster Frist wälzten sich vor dem Winterpalast, am Narwa= nud Putilowtor Tuinderte in ihrem Blute. Nach späterer amtlicher Ermittelung, welche aber sicherlich hinter der Wahrheit noch erheblich zurück. blieb, wurden 96 Personen getötet und 333 verwundet. Die Regierung erließ am 23. Januar ein Manifest, wonach sie die„Agitation revolutionäter Kreise“ insbesondere den„frechen Fordenungen politischen Charakters“ mit Waffengewalt habe ent. gegentreten müssen. Schwere Verküste der Kussenl. geadeanowo, Riezum un Großes Hauptquartier, 19. Januar. Westlicher Kriegsschauplatz. Auf der ganzen Front fanden, abgesehen von unbedeutenden Scharmützeln, nur Artilleriekämpfe statt. Oestlicher Kriegsschauplatz. Die Witterung ist sehr ungünstig. Aus Ostpreußen nichts neues. Bei muvzunvwoy, Ziezum und Sierpo wurden die Russen unter schweren Verlusten zurück. geschlagen. Mehrere hundert russische Gesangene blieben in unserer Hand. Westlich der Weichsel und östlich der Pilica ist die Lage im allgemeinen unverändert. Oberste Heeresleitung. Der österreichische Bericht. (R'cht mtlich Antlich gund. ein russischer Vorstoß unter wtb Wien, 20. Jan.(Nichtamrlich.) Amtlich wird verlautbart vom 19. Januar, mittags: In Polen und Westgalizien Artilleriekämpfe. In den Karpathen hat sich nichts ereignet. Aus einigen Gegenden wird neuerlich ein starker Schneefall gemeldet. Bei Jakobeny in der südlichen Bukowina wurde ein russischer Borstog unter schwersten Verlusten des Gegners zurückgeschlagen. Am südlichen Kriegsschauplatz ist die Situation unverändert. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes: von Höfer, Feldmarschall=Leutnant. Zrankreiche Geronon. Wie holländische Bankierkreise aus den Vereinigten Staaten erfahren, hat die französische Regierung im Dezember vergeblich versucht, ihre neuen Bestellungen auf Kriegsmaterial dadurch zu bezahlen, daß sie den amerikanischen Werken anbot, dafür 6prozentige in einem Jahre ablösbare Schatzbonds direkt zu übernehmen. Die amerikanischen Werke lehnten ab, da bei den amerikanischen Banken und Industrienntertehntungen schon eine große Zahl französischer Regierungswechsel im Umlauf ist, deren Betrag auf 20 Millionen Dollar geschätzt wird. Augenscheinlich wegen der Weigerung der amerikanischen Werke hat sich die französische Regierung entschließen müssen, 250 Millionen Franken Schatzbonds zur öffentlichen Zeichnung auf dem Londoner Markt aufzulegen. Diese Emission übte aber, wie schon bekannt, wenig Anziehungskraft aus. n Banken und Industrieunternehmung Wo liegen Rumäniens Interessen? * effiziöse Vittorul“ schreibt in demselben Sinn. Rom, 20. Januar. In dem Bukarester Blatt „Szara“ warnt ein Mitglied der Regierung Numänien, sich in den Dienst der russischen Interessen zu stellen. Es wäre Wahnsinn, die günstige Lage Rumäniens leichtsinnig aufs Spiel zu setzen. Der esstgirse„Viltbrat schreidi in vemserben Sinn. Er erklärt, je mehr der europänische Krieg fortschreite, desto klarer zeige sich, wo Rumäniens Interessen lägen. Die Rumänen dürften nur ihren eigenen Interessen dienen. Die weiteren Vorgänge sind bekannt: Die Ermordung des Großfürsten Sergius und anderer Gewalthaber, die Verbreitung des Aufruhrs über das ganze Reich, bis sogar die kaiserliche Flotte im Schwarzen Meer meuterte und unter Anführung des„Knjäs Potemkin“ Odessa bombardierte. Aber es ist nicht so sehr die bloße Erinnenung an diese Schreckenszeit unter dem Zeichen des zehnjährigen „Jubiläums“, welche die Petersburger Regierung so schwere und berechtigte Befürchtungen hegen läßt, sondern die außerordentliche Aehnlichkeit mit der heutigen kritischen Lage Rußlands; eine Aehnlichkeit so weitgehender Art, daß auch eine Regierung mit besserem Gewissen der Wiederkehr des 22. Januar nicht ohne Besorgnis entgegensehen würde. Am 22. Januar 1904 hatte Port Arthur kapituliert und General Stössel an den Zaren das Telegramm gerichtet, das mit den bezeichnenden Worten begann:„Großer Kaiser, verzeihe uns!“ Von diesem Augenblick an gaben in Rußland auch diejenigen den Elauben an den Sieg auf, die ihn bis dahin trotz allem noch festgehalten hatten, und keine drei Wochen nach dem Fall Port Arthurs ersolgte in Petersburg der erste, entscheidende Zusammenstoß zwischen Revolution und autokratischer Staatsgewalt. Die inneren Beziehungen und Zusammenhänge zwischen der unglücklichen Kriegsswendung und der Entfesselung der Revolution lie. gen klar zutage. Die Petersburger Arbeiter, vor allem die der Putilowwerke haben seither den 22. Januar regelmäßig durch Streikunnhen und planmäßig herbeigeführte Krawalle„gefeiert". Die zehnjährige Wiederkehr des Tages mag bei ihnen die Neigung zu einer Veranstaltung„großen Stiles“ ohnehin wachrufen. Der stärkste Anreiz aber für sie und ein wahres Verhängnis für das schuldbeladene Regiment der Nomanows liegt in dem Umstande, daß die auswärtige Verwickelung an diesem 22. Januar zu einer Gehorsamsaufkündigung an Staat und Gesellschaft mindestens in dem Maße einzuladen scheint, wie der 22. Januar vor zehn Jahren. Die Adresse an den Zaren, welche die Moskauer Semstwomitglieder und Stadthäupter am 6. Juni 1904 beschlossen, liest sich so, als sei sie heute verfaßt:„Majestät! Rußland ist durch die verbrecherischen Fehler und die lässigkeit Ihrer Ratgeber in einen unheilvollen Krieg getrieben. Unserer Armee ist es nicht gelungen, den Feind zu besiegen.... und drohender als die Gefahren von außen beginnt der Bürge krieg.“ Oder schwebt die Gefahr furchtbarer innerer Krisen heute nicht wie ein rächendes Schwert über der Dynastie und Regierung des wortbrüchi. gen Kaisers Nikolaus? Besteht nicht aller Anlaß zu der Annahme, daß man diesen wahnwitzigen Krieg überhaupt nur anzettelte, weil man die Katastrophe im Innern anders nicht mehr vermeiden zu können meinte, und daß Herr Nikolai Nikolajewitsch durch den auswärtigen Sieg der Autokratie neues Leben und genügende Stärke zurückzugewinnen hoffte, um nachher jenes„kraftvolle“ Szepter führen zu können, das ihm als Joeai, als einziger Weg zur Rettung Rußlands und der Nomanows vorschwebt? Wir haben immer neue Anzeichen wachsender innerer Unruhe bei unserem östlichen Nachbarn während des Krieges bemerkt, die Verhaftung der Dumamitglieder und Sozialistenführer zu hellen Haufen dautete nichts Gutes an; die Hauptsachen mag uns der Zensor unterschlagen haben und die Zurückziehung des Gardekorps nach der Zarenresidenz ist schließlich der schlagendste Beweis, mit welch schlechtem Gewissen Nikolaus II. und seine Ratgeber den 22. Januar erwarten. Ein kritischer Tag erster Ordnung heht an. Vielleicht ist Rußland noch stark genug, vielleicht———. —— Ein Kampf in den Lüften. Kopenhagen, 20. Jan. Ueber den deutsch=französischen Luftkampf, bei dem Hauptmann von Falkenhayn, der Neffe unseres Generalstabschef, den Heldentod fand, berichtet das Reutersche Bureau: Ein französischer Flieger erkundete in der Nähe von Amiens die deutschen Stellungen. Nachdem der ihn begleitende Beobachter, ein junger Fliegerleutnant seine Aufgabe erfüllt hatte, wurde der Rückzug angetreten. Ungefähr 20 Kilometer von Lillé entfernt sichteten die Franzosen eine deutsche Taube, die sich auf einem Erkundungsflug über den französischen Linien befand. Sogleich wurde die Jagd aufgenommen, die eine volle Stunde dauerte. Bei Amiens gelang es endlich den Franzosen, bis auf 15 Meter Entfernung an die Taube heranzukommen. Nun nahm die deutsche Maschine den Kampf an. Wohl in der Absicht, den Feind zu rammen, wendete der dauitsche Flieger seinen Apparat und schoß in gerader Linie auf den Franzosen zu. Eine scharfe Wendung rettete ihn vor der unverweidlichen Katastrophe. Der französische Beobachter feuerte nun vier wohlgezielte Schüsse ab. Die erste Kugel traf den deutschen Beobachter Hauptmann von Falkenhayn ins Herz, die zweite zerschmetterte den Oberarm des Piloten, die dritte vernrindete ihn am Halse und die vierte drang in den Kühler des Motors. Trotz seiner schweren Verletzungen behielt der Führer seine volle Geistesgegenwart und es gelang ihm, seine Maschine unversehrt zur Erde zu bringen und so den Körper des Toten zu bergen. Die Landung der beiden Apparate erfolgte mitten in den französischen Neihen, von denen aus der Luftkampf mit größter Spannung beobachtet worden war. Und nun ereignete sich eine Szene, die auf den Beschauer eine unvergeßliche Wirkung ausübte: Langsam entstieg der Pilot seinem Apparat, näherte sich dem französischen Beobachter und diesem die unverletzte Hand reichend, sagte er in tadellosem Französisch: Wenn der Kampf auch zu unsern Ungunsten ausgeschlagen ist, mein Herr, so bin ich doch stolz darau;, mit einem würdigen Gegner gefochten zu haben. Schwedische Gegenmaßregeln. Der Dreiverband hat bekanntlich von der schwedischen Regierung die Auhebung des Verbots für den Durchfuhrverkehr von Kriegsmaterial nach Rußland verlangt. Als Antwort darauf veröffentlicht„Stockholms Dagblad“ einen Artikel, daß die Eisenbahn über Norbotten Schweden ähnliche Möglichkeiten gegen England gebe, wie es England gegen Schweden und gegen die übrigen nautralen Mächte zur See ausgeübt habe.„Dagen“ erklärt; England, darf nicht vergessen werden, daß unser Glück, dem Krieg bisher entgangen zu sein, durch Englands Vorgehen bisher beinahe wettgemacht worden ist. Die Stunde aber ist vielleicht nicht mehr fern, wo unser naurtales Schweden, das sieht, wie England mit schwedischen Schiffen verfährt, es sich überlegen könnte, ob derartiges geduldig noch weiter zu tragen ist. Eine Maßregel, die die schwedische Regierung auf Grund des Völkerrechts noch treffen könnte, wäre eine Ausdehnung des Verbots auf die Durchsuhr gewisser anderer Waren die nicht den Charakter von Konterbande haber — Mit anderen Worten, zu Lande ebenso rabiat vorzugehen, wie England es zur See tut. — Der Krieg gegen Frankreich. Die uneinnehmbare deutsche Mauer. tu Paris, 20. Jan. Der General Onersiels warnt im„Echo de Paris“ nochmals vor unnützen Angrissen auf die deutschen Stellungen, die er eine vneinnehmbare Mauer nennt. Angriffe seien er möglich, wenn alle Hindernisse, z. B. die Draht. verhaue, beseitigt seien, die deutsche Artillerie nie dergerungen und die ganze Infanterie in der Stellungen, die angegriffen werden sollen, kampf unfähig gemacht seien. Stürme auf eine todes speiende Mauer koste nur schwere Menschenverluste und erzielen keine Ergebnisse. Das Blutbad bei Soissons. Rotterdam, 19. Jan. Ueber den deutschen Sie, bei Soissons finden sich Berichte in holländische Blättern, in denen aus Paris geschrieben win Die Franzosen nurden durch die Zerstörung de Brücke bei Missy von der Hauptmacht abgeschnit ten. Ihre Leichen bedeckten das User des Flusser wie von einer Sichel niedergemäht. Die Lazarett mannschaften erzählten, daß die Ambulanzen sick in der Hitze des Kampfes vom Schlachtfelde zurück ziehen mußten, weil in dem dichten Pulverdamp Fahnen und Abzeichen des Roten Kreuzes nich mehr zu erkennen waren. In Calais machte de Erfolg der Deutschen so starken Eindruck, weil er in der Nähe von Paris errungen wurde. Vor einem Regiment am nördlichen Ufer blieb nur de vierte Teil seines Bestandes unverletzt. Soissons von den Einwohnern geräumt. wtb Lyon, 20. Januar.„Nouvelliste“ meldet aus Paris: Flüchtlinge aus Soissong erklären daß sich nur noch 159 bis 200 Einwohner in Sois. song befinden. Die Verproviantierung sei nahezu unmöglich, da weder Bäcker noch Fleischer in Soissons seien. Deutsche Erfolge bei Armentieres. Amsterdam, 20. Jan. Reuter meldet aus London: Ein Augenzeuge im englischen Hauptquartier berichtet unterm 16.: Am 12. mußten wir einen Beobachtungsposten bei Zunichy räumen, da er unter dem deutschen Artillerie=Mörser=Feuer unhaltbar geworden war. Die Deutschen haben diesen Posten besetzt und sich im Eisenbahn=Dreieck verschanzt. Am 13. hat die Artillerie die wichtige Brücke bei Frelinghien, stromaufwärts von Armantieres, ver nichtet. Auch dieser Augenzage widerspricht den Berichten eines irgendwie anders gearteten Kampf fes bei La Bassee. Am 15. hielt heftiger Kanonen. donner auf der ganzen Front an. Das Wasser ist etwas gefallen. So vorsichtig wie möglich. London, 20. Januar.„Manchester Guardin“ schreibt: Aus der Schlacht bei Soissons geht hervor, daß die deutsche Kriegsmacht in Frankreich durch die Truppensendungen nach Rußland nicht wesentlich geschwächt ist. Kitchener hat in seiner letzten Rede richtig gesagt, daß die Dautschen dort offenbar genug Truppen gelassen haben, um das Gelände zu behaupten. Das Blatt fährt fort, er sei unbekannt, wann die Verbündeten ihre Verstärkungen erhalten würden, und es sei unsicher, ob die Deutschen die schwächeren, jetzt in der Ausbildung begriffenen Truppen zum östlichen Kriegs. schauplatz schicken würden. Die Deutschen würden wahrscheinlich wieder versuchen, die Linie der Verbündeten in Frankreich zu durchbrechen. Augenblialich sei die Jahreszeit ungünstig, aber man dürste erwarten, daß sie die erste beste Gelegenheit dazu benutzen würden. Daher scheine es für die Verbündeten zweckmäßig, so vorsichtig wie möglich zu operieren, bis sie die volle Stärke erreicht hät. ten. General Joffre sei der richtige Mann für die gegenwärtige Lage. Die Stellung der Deutschen bei Reims. tu Paris, 20. Jan. Der„Temps“ meldet aus Reims, daß nach einer Zuschrift eines Bewohners der Stadt, die Deutschen, Dank ihren heftigen Angriffen, die sie immer und immer wieder auf die Stadt machen, trotz der anfänglichen französischen Erfolge genau wieder soweit vorgerückt sind, wie sie vor 4 Monaten waren. Das entvölkerte Ppern. zu Amsterdam, 19. Jan. Der„Telegraaf“ meldet aus Sluis, daß in Ypern ungefähr 4000 Bewohner der ursprünglichen Bevölkerungszahl von 19000 noch aushalten. Nach und nach sind viele Flüchtlinge, die bereits Hab und Gut aufgegeben hatten, zurückgekehrt. Auch in Peroyse, Rams. kapelle und Nieuport sind eine große Anzahl von Flüchtlingen zurückgekehrt, die trotz der heftigen Beschießung von beiden Seiten aushalten. Ruhe in den Vogesen. Basel, 19. Jan. Wie die Blätter melden, herrscht seit vier Tagen wieder völlige Ruhe im Vogesengebiet. Bei den letzten Kämpfen sollen die Franzosen, wie die schweizerischen Blätter melden, über 20 000 Tote und Verwundete gehabt haben, ohne daß sie damit einen größeren Geländegewinn erzielt hätten. Die Kämpfe in Flandern. wtb. London, 19. Jan. Der Berichterstatter der „Times“, in Nordfrankreich erfährt über die Schlappe der Inder am 21. Dezember bei Eivenay: Die indischen Truppen, griffen die deutschen Schützengräben an und besetzten sie im Sturm. ie Schutzengräben waren jedoch unterminiert und rden von den Feinden in die Luft gesprengt. e Inder erlitten ganz entsetzliche Verluste. Der ind, der bedeutende Verstärkungen erhielt, un. rnahm einen wütenden Gegenangrif und überüllete die indischen Truppen mit einem verichtenden Feuer. Die Stellung war unhaltbar d der Nünzug wurde befohlen. Eine Abteilung nder wurde vollständig umzingelt und mußte sich rgeben. Zwei Tage später griff eine kombinierte #nglische und französische Abteilung von neuem die Stellung an. Teile der Schützengräben wurden vieder erobert und behauptet, an einem Punkt einund derselbe Schützengraben gleichzeitig von Freund ud Feind besetzt. Eine 4 Fuß breite, 9 Fuß hohe ohmwand trennt beide Abteilungen. Die Zuände in dieser Gegend sind unglaublich. Kot und asser haben jede Bewegung unmöglich gemacht. Wachsende Schwierigkeiten der Franzosen in Marokko. tu Paris, 19. Jan. Nach Meldungen aus Tan. er ist die Situation bei Marakesch sehr ernst. Die tächtigen Stämme der Riata und der Branes haen zu verschiedenen Malen eine französische KoInne unter. Oberstleutnant Derigois angegriffen nd ihnen schwere Verluste beigebracht, ohne daß s möglich war, sie zum Kampfe zu zwingen. Der berbefehl der kriegerischen Operationen in Maoklo ist wieder General Henry übertragen worden. Die Mißstände im französischen Sanitätsdienst. Aus dem Bericht, den der bekannte Chirurg oyen den Mitgliedern des französischen Parlaients übersandt hat, um die schweren Mängel des ranzösischen Sanitätsdienstes nachzuweisen, wird m„Eclair“ ein Teil veröfsentlicht. Die„Euerre Jociale“ bezeichnet Doyens Bericht als wichtige Inthüllung. Dieses Blatt führt eine Stelle aus re Denkschrift an, wonach die große Sterblichkeit nter den französischen Verwundeten in den ersten triegsmonaten auf einen Irrtum zurückzuführen ei, der sich in einem Rundschreiben an die franösischen Aerzte vom August befunden habe. interlassene rechtzeitige Reinigen der Wunden abe viele Todesfälle verursacht. Der Krieg gegen England. Immer schlechtere Rekrutierungserfolge in England. Wie die„Times“ aus Ottowa erfahren, ist die ür Mitte Januar angekündigte Verschiffung von 0 000 Mann kanadischer Truppen auf Ende Feruar verschoben worden. Gründe für die Hinausschiebung des Truppentransportz werden nicht genannt. Es ist aber wohl anzunehmen, daß die an. gekündigte Anzahl Mannschaften noch nicht vor. handen ist. Die„Morningpost“ klagt über die geringe Anahl der neu angeworbenen Mannschaften. An einzelnen Tagen meldeten sich weniger als 200 leute zum Heeresdienst, währenz die täglichen erluste des englischen Heeres 500 bis 600 Mann betrügen. — Der Krieg gegen Rußland. Ein neuer russischer Vorstoß auf Ostpreußen? Der„Frankf. Ztg.“ zufolge meldet der„Daily elegraph“ aus Petersburg: Die Russen beginnen dichtige Operationen gegen Ostpreußen, wobei russche Heere auf einer Front von 150 Kilometer vorrücken. Das beweise, daß der Generalstab über das Schicksal Warschaus beruhigt sei. Wie weit der russische Generalstab über das Schicksal Warschaus beruhigt ist, wissen wir nicht: das aber wissen wir, daß Dautschland noch viel beruhigter über das Schicksal Ostpreußens ist. Ob die Russen jetzt vielleicht zum Zwecke der„Ablenkung“, etwas gegen unsere Grenze versuchen wollon, kann dabei ganz dahin gestellt bleiben, in jedem Falle sind haute die Grenzen unserer schönen deutschen Gaue so bewehrt, daß die Russen sich nur blutige Köpfe holen würden, wenn sie dagegen anrennen wollten. Und übrigens: Was hat Hindenburg gestern in seinem großen Bericht über die Kämpfe im Osten geschrieben:„Ostpreußen, Westpreußen, Posen und Schlesien werden für absehbare Zeit keinen russischen Einfall mehr zu befürchten haben.“ Hindenburgs Wort genügt uns. Die Wucht der deutschen Angriffe. Kopenhagen, 18. Jan. Der Berichterstatter der „Times“ berichtet aus Warschau: Während der vergangenen Woche haben die Deutschen erhöhte Angriffslust an den Tag gelegt. Die Offensive ihrer Truppen in Polen konzentriert sich auf ein schma. les Gebiet, das ungefähr zehn Meilen breit und ungefähr 30 Meilen westlich von Warschem gelegen ist. Diese Zone läuft auf dem rechten User der Nawka von Mohely, etwa zwei Meilen südlich von Bolimow bis Kucha, das halbwegs zwischen Sochaczew und Bolimow liegt. Hier haben die Deutschen starke Kräfte und zahlreiche Geschütze zusam. mengezogen. Die Gräben des Feindes zur Rechten laufen parallel mit der Nawka, in vielen Fällen durchschneiden die Schützengräben der Deutschen den einen Teil des Dorfes, während die russischen durch die andere Hälfte des Ortes gehen. Hier ist auch der Wald von Bolimow, gegen den sich die größten Anstrengungen der Deutschen richten. Ein verwun“ deter russischer Offizier erzählte mir, daß bei Boli. mow in einer Nacht dreizehn aufeinanderfolgende Angriffe zurüllgewiesen wurden. Der Offizier sprach seine Bewunderung über den Mut und die Ausdauer der deutschen Truppen aus. Die Siegeszuversicht deutscher Gesangener. Berlin, 19. Jan. Der„Lokalanzeiger“ meldet aus dem Haag: Wie die„Times“ melden, hatte ihr Warschauer Korrespondent mit deutschen Kriegsgefangenen ein Gespräch, in dem sich die Siegeszuversicht der deutschen Gefangenen bekundete. Sie antworteten fast gleichzeitig auf die Frage, ob die deutsche Armee immer noch darauf rechne, Warschau zu erobern,„zweifellos“. Erfreuliches aus Przemysl. tu Budapest, 20. Jan.„Pesti Naplo“ teilt mit, daß er von einem uungarischen Fliegeroffizier, der am 10. Januar wieder nach Przemysl flog, folgendes er ahren habe: Die Russen haben Teile ihrer Einschließungsarmee zurückgezogen. Ihre Unternehmungslust gegen die Festung is sehr abgeflaut. Dagegen erringen die Belagerten bei ihren Aussällen stets große Erfolge; sie beunruhigen und schwächen den Gegner ohne Unterlaß. So unternahmen sie einen Ausfall auf Drynow, brachten den Russen nicht nur eine schwere Niederlage bei, sondern nahmen ihnen auch 1200 Gefangene ab, die sie in die Festung ablieferten. Außerdem erbeuteten sie die Ausrüstung einer ganzen Kompagnie Pioniere. Die Stimmung in Przemysl ist irzüglich. Die traurige Lage des russischen Bauernstandes. Budapest, 20. Jan. Das offiziöse Organ des russischen Handelsministeriums, die„Handels- und Industrie=Zeitung", beklagt die traurige Lage des russischen Bauernstandes und behauptet, daß im größten Teile des Gouvernements des mittleren Wolga=Gebietes weder Brotgetreide für die Menschen, noch Futter für das Vieh genügend vorhanden sei. Ebensolche Not herrscht in dem frucht. baren Schwarze Erde=Gebiet Rußlands, wo die Bauern ihr gesamtes Vieh zu Spottpreisen losschlagen. Infolgedessen sieht man auch einen großen Mangel an Saatgetreide und an Düngemitteln für das Frühjahr voraus. Gegen die Judenverfolgungen in Rußland. wtb Paris, 19. Jan. Die Zeitung„Humanitee“ veröffentlicht einen Aufruf der sozialistischen Organisation des jüdischen Proletariats Rußlands, „Der Bund“, an die zivilisierte Welt, nach dem seit Ausbruch de Krieges die Judenverfolgung in unerhörter Art in Rußland eingesetzt habe. Der Aufruf berichtet von Judenverfolgungen in der Armcezone und Pogromen in Polen, sogar in Lodz, sowie von Ausweisungen, und betont, daß die Juden vunter dem geringsten Vorwande vor ein Kriegsgericht gestellt werden, um zum Tode oder zu Zwangsarbeit verurteilt zu werden. Mangels anderer Beweise diene stets die Behauptung, daß die Juden die Deutschen unterstützen. Der Aufruf schließt mit der Aufforderung, die zivilisierte Welt möchte den Zarismus daran erinnern, daß selbst in Kriegszeiten das Gewissen der zivilisierten Menschheit Worte finden werde, diese schmachvollen Handlungen zu verurteilen.„Humanitee“, fügt hinzu, der Bericht sei das schlagendste Dementi für die Meldungen einer gewissen Presse, daß den Ju. den politische Gleichheit vom Zaren versprochen worden sei und daß sich die innere Politik Rußlands seit Beginn des Krieges geändert habe. *— Die Er e bebi! Nom, 20. Jan. Gestern wurden wieder eine Neihe von Erdstößen in Calabrien wahrgenom. men. Der Bevölkerung bemächtigte sich eine große Panik. Es ist nur wenig Materialschaden angerichtet; Verluste an Menschenleben waren nicht zu beklagen. * Aus Stadt und Umgebung. Die Liebestätigkeit in Schwerte. Der Krieg dauert nun schon fast 6 Monate. Groß sind die Pflichten der Daheimgebliebenen, groß sind die Leistungen auf dem Gebiet der Kriegsliebestätigkeit. Auch die Stadt Schwerte hat nicht zurückgestanden. Das Rote Kreuz in Verbindung mit dem Vaterländischen Frauenverein vom Roten Kreuz, mit den kirchlichen Vereinen und insbesondere dem Frauenverband hat außerordentliches geleistet. Den Vereinen ist es möglich gewesen, ihre segensreiche Tätigkeit, wie in Friedenszeiten, fortzusetzen. Dazu haben sie aber auch die zahlreichen neuen Ausgaben, welche der Krieg gebracht, trefflich erfüllt. Das Rote Kreuz in Schwerte hat an Liebes. gaben(Wollsachen, Hemden, Unterzeug, Tabak, Zigarren, Pfeisen, Schokolade usw.) für die im Felde stehenden Truppen und für die in den hie. sigen Vereinslazaretten befindlichen verwundeten und erkrankten Krieger, für die Verpflegung der Truppen am Bahnhofe, für die beiden hiesigen Vereinslazarette, sowie zur Unterstützung der hiesigen Angehörigen der zur Fahne Einberufenen, bis jetzt im ganzen den Barbetrag von 11 621,69 Mark aufgewendet. Dieser Betrag erscheint jedoch gering im Vergleich zu dem Wert der von der hiesigen Bürgerschaft aufgebrachten und vom Roten Kreuz wieder verwendeten Gaben an Kleidung, Verpflegung usw. Es mögen mur erwähnt sein, die Liebesgaben für die Truppen im Felde, für die Bahnhofswachen und die hiesigen Verwundeten in den Lazaretten, z. B. Unterzeug, Wollsachen, Hemden, Bettücher, Handtücher, Operationsgegenstände, Tabak, Zigarren, Nahrungsmittel usw., ebenso die Zuwendungen in Naturalien für die Verpflegung der durchziehenden Truppen am hiesigen Bahnhofe. Der hier bestehende Ausschuß des Zweigvereins vom Roten Kreuz— eine 28gliedrige Kommission — verfügt über die eingegangenen Gaben selbst. ständig, das gesammelte Geld bleibt in Schwerte und wird in Schwerte auch wieder verausgabt, es kommt also, nur den Schwerter Eingesessenen zugute. Die Aufgaben des hiesigen Roten Kreuzes sind zudem derartig große und vielseitige, daß nicht nur die Provinzial=, sondern auch die Kreisstelle vom Roten Kreuz dem hiesigen Ausschuß zur ordnungsmäßigen Durch ührung seiner wichtigen Aufgaben erhebliche Beihilfen in dankenswerter Weise bewilligt haben. Der hier seit Beginn des Krieges best####ende Hilfsausschuß, welcher kurch seine Unterstützungstätigkeit sich außerordentlich verdient gemacht hat, wird sich voraussichtlich mit dem Noten Kreuz verschmelzen. Auf diese Weise wird es möglich, das Kriegsunterstützungswesen einheitlicher zu gestalten. *(Telegrammverkehr mit den Truppen im Felde.) Feldheer und Heimat sind durch einen Erlaß des Reichspostamtes von diesem Mittwoch an noch inniger als bisher„verbunden“ worden: Der Privattelegrammverkehr zwischen Feldheer und Heimat ist versuchsweise eingeführt worden. Um der bekannten Schreibkrankheit so mancher Unverständiger gleich von vornherein einen Riegel vorzuschieben, wird in den verschiedensten stellvertretenden Generalkommandos eine Prüfungsstelle errichtet werden, welche die überflüssigen und weniger wichtigen Telegramme zurückweisen soll. Die Dringlichkeit ist in jedem einzelnen Fall zu begründen. Bevorzugt werden Telegramme über das Befinden von Schwerverwundeten. **(Provinziallandtag.) Nach dem„Reichsanzeiger“ ist der Provinziallandtag der Provinz Westfalen zum 9. Mai nach Münster berufen. (Fürsorge für Kriegsverletzte.) Die Einrichtung einer organisierten Fürsorge für Kriegsverletzte, die nun vor kurzem für den westfälischen Teil des Bezirkes des 7. Armeekorps ins Leben getreten ist, hat erfreulicherweise in weiten Kreisen der Bevölkerung großen Anklang gefunden. Nachdem erst vor einigen Tagen der Ausschuß zur Durchführung der Fürsorge seine erste Sitzung ab. gehalten hat, sind schon von verschiedenen Seiten dem Unternehmen Mittel zugeflossen. So hat u. a. der Preußische Lokomotivführerverband durch Vermitlelung des Landtagsabgeordneten Dr. Schmedding zu Münster in hochherziger Weise eine Summe von 10000 Mk. gestiftet. Ein Großindustrieller der Provinz, der ungenannt bleiben will, hat zur Erinnerung an seinen vor dem Feinde zefallenen Sohn eine namhafte Kapitalstiftung für die Zwecke dieser Fürsorge in Aussicht gestellt. Diese Beispiele werden nicht ohne Nachfolge bleiben. (Aus der kath. Gemeinde.) In der gestrigen Sitzung des. kath. Kirchenvorstandes wurden die nau gewählten Mitglieder Friedrich Kayser, Heinr. Mertens, August Meyknecht durch den Vorsitzenden in ihr Amt eingeführt und vereidigt. Zum stellvertretenden Vorsitzenden wurde Herr Heinrich Mertens einstimmig wiedergewählt. Zu Mitgliedern der Finanzkommission wurden gewählt die Herren Mertens und Vogt, zu Mitgliedern der Bankommission die Herren Kayser, Kett und Meyknecht, ins Krankenhaus=Kuratorium die Herren Kayser, Kett und Meyknecht, außerdem die Herren Kaushold und Ludwig Kamm. Zur Beaussichtigung der Arbeiten an den kirchlichen Gebäuden wurde Herr Kett, zur Beaufsichtigung der Kirchhofsarbeiten Herr Bozetti gewählt. Mitglieder der Friedhofskommission sind die Herren Begemann, Bozetti und Kayser. Die Kirchenrechnung pro 1913/14 und die Krankenhausrechnung pro 1912 wurde genehmigt. Zum Kirchenrendanten wurde Herr Stadtkassenrendant Hoppmann gewählt. So. dann wurde die Errichtung eines neuen Wirtschaftsgebäudes, sowie die Beschafsung eines Desinfektionsapparates für das Krankenhaus beschlossen. Für den Borromäusverein wurde ein jähr. licher Zuschuß bewilligt. *(Der Verband der Staatseisenbahnvereine) hat unter seinen Mitgliedern eine Kriegssammlung veranstaltet, die bis zum 31. Dezember den Betrag von 450000 Mark ergeben hat. **(Zur Reichswollwoche.) Es werden gesam. melt: Getragene Kleidungsstücke, Herren=, Frauenund Kinderkleidung, wollene und haumwollene; alte Decken, Türbehänge(Portieren), Flügeldecken, weiche Teppiche, Plüschreste, alte Sofabezüge, Tuchmuster, Flicken, Woll. und Baumwollreste. Zweck der Sammlung: Anfertigung von Decken, Unterjacken, Ueberziehwesten, Beinkleidern für unsere im Felde stehenden Truppen.— Haussrauen! Sammelt aus Schränken und Truhen, was ihr an Entbehrlichem findet, schnürt es zu Bündeln, packt es in Sälle und haltet es bereit! Die Sammler kommen. **(Tödlich rerunglückt.) Der auf der Jehe „Schürbank und Charlottenburg“ bei Aplerdeck beschäftige Bergarbeiter Fritz König, Sohn des Fa Nr. 16. Beilage. Schwettet=Honlung. Mittwoch, 20. Januar 1915 Amtliches Kreisblatt. Wer Brotgeireide verfüttert, versündigt sich am Vaterlande und macht sich strafbar. Deutschlands Finanzlage. Der Goldbestand der Reichsbank hat sich um 17,9 Millionen Mark erhöht. Turch die gleichzeitige Erhöhung des Silberbestandes und der Reichskassenscheine ist zu folgern, daß der Verkehr mit den kleinen Amlaufmitteln befriedigt. Der Mangel an Nickelmünzen ist zum Teil behoben worden, da die Reichsbank in der Provinz, auf die Sammelstellen in Berlin und bei den Gasanstalten auf baldige Auslieferung der angesammelten 10 Pfennigstücke gewirkt hat. Von den Darlehnskassenscheinen wurden 129 Millionen den Darlehnskassen zurückgegeben. Im Verkehr befinden sich 461 Millionen Darlehnskassenscheine und bei der Reichsbank 406 Millionen. Dies ist aber ein sehr geringfügiger Betrag im Vergleich zu dem Gold. vorrat und die feindliche Presse kann aus dieser Gegenüberstellung ersehen, wie töricht die Behauptung ist, der Notenumlauf sei hauptsächlich durch die Geldzettel gedeckt. Die von den Darlehnskassen ausgeliehnen Beträge verminderten sich um 129 Millionen, wovon 124 Millionen auf die Kriegsanleihedarlehen entfallen. Im Rückgang der Anlage spiegelt sich die Verminderung des Wechselbestandes bezw. die Einschränkung der Kreditansprüche wider. Dies würde noch stärker zum Ausdruck gekommen sein, wenn nicht Uebertragung bisher langfristiger Schatzanweisungen auf das Wechselkonto stattgefunden hätten, weswegen der Effektenbestand zurückgegangen ist. Die reine Gold. deckung der Noten beträgt 46,4 Prozent gegen 44,2 Prozent in der Vorwoche, die Deckung durch den Barvorrat 56,4 gegen 56,5 und die Deckung sämtlicher täglicher Verbindlichkeiten durch Gold 34,2 Prozent. Sie also ist höher als die vorgeschriebene Mindestdechung der Noten allein. Belgiens letztes Aufgevol. Der Londoner„Daily Telegraph“ meldet aus Havre, daß die belgische Regierung alle Unverheirateten bis zum 30. Lebensjahre aufgerufen hat. Wer der Aufforderung nicht binnen drei Tagen Folge leistet und nicht vor dem belgischen Konsul erscheint, wird als Dienstverweigerer betrachtet. Diejenigen, die nicht gewillt sind, Waffendienste zu tun, sollen andere Arbeiten verrichten. Von belgischen Soldaten wird an in Rosendaal weilende Angehörige berichtet, daß der Minister Vandervelde kürzlich an verschiedene Truppenteile Ansprachen richtete, in denen er nach Meldungen, die der„Lokalanz.“ wiedergibt, folgendes erklärte: „Wir denken nicht daran, Frankreich und England auf ihrem Eroberungszug nach Deutschland zu folgen und das Nachbarreich niederzukämpfen, wie es in der Absicht unserer Verbündeten liegt. Für uns Belgier gibt es nur ein einziges Ziel: Brüssel und Lüttich wiederzuerhalten. Sobald das geschehen ist, können wir die Waffen niederlegen und das Ende des Kampfes abwarten. Unser Belgien wollen wir wiederhaben, das ist das Ziel unserer Anstrengungen. Vandervelde empfahl den Soldaten, sich jeder draufgängerischen Handlungsweise zu enthalten und sich strengster Pflichterfüllung zu befleißigen. Ein belgischer Unteroffizier schreibt: „Unsere neuen Soldaten sehen nicht sehr vertrauen“ erweckend aus. Es gibt darunter viele Schwächg ler # S Eine russische Kriegslist. Bei einem ihrer öfteren Einfälle in Ostpreußen wendeten die Russen eine derartige Kriegslist vergeblich an, um unsere Truppen zu täuschen. Auf ein Floß stellten sie, wie unsere Abteilung zeigt, vorn zwei Wagenräder mit einem daraufliegenden Balken hin, um eine Kanone vorzutäuschen und linge, Kurzsichtige und sogar Bucklige. Einige erzählten, daß sie von der französischen Militärbe. hörde eingezogen wurden.“ Herr Vandervelde ist auf einmal recht bescheiden geworden. Vielleicht weil ihm langsam die Erkenntnis aufdämmert, daß der„Erobenungszug nach Deutschland“ auf ewig ein unerreichbares Ziel bleiben wird. —— Beclische Erönung in Fraukreich. Pariser Blätter besprechen mit Bewundenung die hervorragende Organisation der Deutschen in dem von ihnen besetzten Gebiet. Danach wird dort jeder Person täglich 1 Pfund Mehl ausgeliefert. Alle Mühlen sind im Gange. Der frühere Mangel an Brot, Salz, Zucker, Kaffee, Zündhölzer und Ta. bak hat aufgehört. Die Verhältnisse haben sich bedeutend gebessert. Ueberall sind deutsche Wegweiser angebracht. Der Ausschank von Alkohol ist verboten. Der Betrieb in den Schulen wird über. all fortgesetzt. Die Dautschen versuchen die Bevölkerung in jeder Weise zufriedenzustellen und für die Vorstellung zu gewinnen, daß ein ackerbautreibendes Frankreich und ein industrielles Deutschland natürliche Verbündete gegen den Friedensstörer England seien. Die bewaffnete Neutralität Italiens und Rumäniens. Frankfurt a. M., 20. Jan. Zu der Meldung aus Sofia über rumäniche Kriegsbestellungen in Amerika bemerkt der Berliner Korrespondent der „Frankf. Ztg.“: Politische Folgerungen aus die. ser Meldung zu ziehen, wäre falsch, wenigstens wenn sie in dem Sinn gezogen würden, den neuerlich mit besonderem Eifer die Organe unserer Gegner der Haltung Rumäniens und auch Italiens bei jeder Gelegenheit unterschieben. Man braucht gar nicht zu untersuchen, welche Schlüsse die Bestellung von Kriegsmaterial in Amerika auf die Kriegsbereitschaft zuläßt. Die Hauptsache, ist, man weiß, daß Rumänien und das gilt auch von ItaS Das Geheimnis von Chalberg. Roman von F. Kuntschner. 63 Auf einem freien Platze blieb Herr von Thalberg stehen und seine Augen, in deren Tiefen ein seltsames Licht leuchtete, umfaßten langsam das sich ihm bietende Bild; fürwahr ein schönes, herrliches Bild: der einem Forste gleichende, wundervolle Parkmit seinen prächtigen Blumenanlagen, schneeigen und kunstvollen Grotten, das Schloß mit seiner stolzen Fassade, den trotzig in die Luft ragenden, massigen Ecktürmen, dort drüben die mit dunklen Wäldern bestandenen Berge und über dem Ganzen ausgebreitet stille, feierliche Ruhe. Undjetzt flammten im Westen rotgoldene Strahlenbündel Das Antlitz des Freiherrn wurde immer bleicher und, die zur Faust geballten Hände auf die schweratmende Brust pressend, wandte er sich beinahe brüsk herum. „Laß uns gehen, Richard!" stieß er mit rauher, gebrochener Stimme hervor.„Ichhabe— Abschied genommen von Thalberg— für immer.“ Und mit langsamen, aber festen Schritten ging er, ohne Richards Arm zu nehmen, über den freien Platz dem Schlosse zu. Als die beiden Herren die große Halle betraten, kam ihnen der alte Jakob in sichtlicher Aufregung entgegen. „Gott sei Dank, gnädiger Herr, daß Sie dasind; ich habe Sie im ganzen Park gesucht—“ „Was gibt es denn?“ fragte Richard, von banger Ahnung erfaßt, als er in Jakobs Händen ein Papier sah;„gewiß eine schlimme Nachricht von Frau Durand, meinte er, zum Vater gewandt. „Schau nur schuell, Richard, gehen wir da hinein! Nicht wahr, Deiner armen Schwester ist et dahinter stellten sie 14 angekleidete Strohpuppen. Dieses Floß ließen sie in der Dämmerung die Memel bei Ragnit hinuntertreiben und hofften durch darauf abgegebene Schüsse die Stellung unserer Truppen zu erraten. Die Hoffnung war aber vergebens. lien jetzt eine bewaffnete Neutralität beobachten, die diese Länder zu militärischen Vorbereitungen zwingt. Ob und wann diese bewaffnete Neutralität in eine Aktion übergehen wird, ist heute noch nicht entschieden, wie es von Anfang des Krieges an unentschieden war. Da neuerdings wieder einmal mit besonderem Eifer verbreitet wird, daß diese neutralen Staaten sich über die Richtung ihrer künftigen Aktion jetzt schon schlüssig seien, so mag wieder einmal betont werden, daß das nach manchen Anzeichen nicht der Fall ist. was zugestoßen und—“ er kam nicht weiter, ein lauter Ausruf des Sohnes unterbrach seine Frage. In der nächsten Sekunde stand er neben Richard, der, bleich, nach Fassung ringend, am Tische lehnte. „Um Himmels willen, sprich! Nicht wahr, Deine Schwester ist aufs neue krank geworden, vielleicht jäh gestorben?" stammelte der Freiherr ganz entsetzt über Richards Aussehen. „Lies selbst!“ Mit vor Erregung zitternder Hand nahm Herr von Thalberg das Telegramm entgegen, hatte aber kaum einen Blick darauf geworfen, als auch er, gleich Richard, fassungslos dastand.„Vater gestern abend plötzlich an Herzschlag gestorben. Melitta von Rustan. Das war der ganze Inhalt der kurzen und doch so folgenschweren Drahtnachricht. „Vater, mein armer, lieber Vater,— wer hätte an eine solche Lösung zu denken gewagt?" Damit legte Richard den Arm um den Tieferschütterten, der an diese Wendung gar nicht glauben zu können schien, 11 Mu# Noch in derseiben Stunde reitte Richalb der Mutter den Tod des Herrn von Rustan mit und bat zugleich um sofortige Nachricht über Albertines Befinden. „Siehst Du, mein teurer Richard,“ lautete Frau Hedwigs Entgegnung,„nun hat der liebe Gott doch eingegriffen und alles zum Guten gewandt. Albertine ist noch immer recht schwach, doch entschieden auf dem Wege der Rekonvaleszenz. In drei Tagen reisen wir, Onkel Eugen kommt natürlich auch mit, nach Arco, um Albertine der vollständigen Genesung entgegenzuführen.“ Obwohl Frau Hedwig nichts davon erwähnte, so las Richard dennoch zwischen ihren Zeilen die Sehnsucht nach einem Wiedersehen mit dem Sohne veraus...... v.: Wemnerbung 8ae Srei Auf eine diesbezugliche Bemeltung des Frelherrn, meinte Richard, daß es vielleicht noch nicht an der Zeit wäre, mit Albertine zusammenzutrefFreiwillige Sanitatskolonne vom Roten Kreuz Schwerte. Aus dem vom Vorsitzenden erstatteten Jahres. bericht pro 1914 dürften folgende Angaben von Interesse sein: Die Kolonne zählte zu Beginn des Berichts jahres 29 Mitglieder. Im Laufe des Jahres sind 4 Mitglieder verzogen bezw. ausgeschieden. Es erfolgten 14 Neuaufnahmen, somit zählte die Kolonne am Schlusse des Jahres 39 Mitglieder. Außerdem zählt die Kolonne noch 29 passive Mitglieder. 9 Mitglieder wurden zur Fahne einbe rufen. Sämtliche militärfreien Mitglieder haben sich dem Zentralverein vom Roten Kreuz zur Verwendung im Etappen. bezw. Heimatgebiet zur Verfügung gestellt. Die ärztliche Leitung liegt in den Händen des Herrn Dr. Mester. Da derselbe als Militärarzt einberufen ist, hat Herr Dr. Uffelmann die Vertretung übernommen. Dem Vorstand gehören fer“ ner an die Herren: Josef Hömberg, 1. Vorsitzender und Schriftführer, Wilhelm Overbeck, 2. Vorsitzen. der, Johann Geisel, Kolonnenführer, Paul Koch, stellvertr. Kolonnenführer, Fritz Lategahn, Kassierer und Gerätewart, Fritz Klinkmann, stellvertr. Schriftführer. Im Laufe des Vereinsjahres leistete die Kolonne bei 214 Unfällen jeglicher Art die erste Hilfe, 83 Krankentransporte wurden ausgeführt. Bei 2 Vereinsfestlichkeiten wurde eine Wache von 6 Mitgliedern gestellt. W sen, und daß er geduldig warten wolle, bis diese ihr seelischesGleichgewicht wiedergefunden, was ihr in anderer, neuer Umgebung unschwer gelingen dürfte. „Du hast recht, Richard. Aber, willst Du nicht an Melitta schreiben, daß ihr Thalberg zu jeder Stunde offen steht?“ „Gewiß! Es soll sofort geschehen. Daß Vater und Sohn, welch ersterer durch den jähen Tod des Herrn von Rustau nun wirklich vollberechtigter Herr hier geworden, die geplant gewesene Reise unter so geanderten Verhaltnissen nicht unternahmen, ist selbstverständlich. Wenige Tage später sagte sich Melitta von Rustan auf Thalberg an und Richard holte sie, ihr ein herzlichesWillkommen bietend, selbst vom Bahnhofe ab.———-————————— „Nun, liebe Melitta, wie gefällt es Ihnen auf Thalberg? Nicht wahr, diese Gegend ist schön und still?“ fragte Richard Melitta einige Tage nach deren Ankunft. „Gewiß, hier ist es schön und friedlich,“ entgegnete sie, mit freundlichem Lächeln zu ihm aufblickend,„und diese Stille tut mir so wohl.“ „So bleiben Sie bei uns, Melitta!— Wenigstens die schöne Jahreszeit,“ setzte er hinzu, da sie ablehnend den Kopf mit den dunklen Flechten schüttelte. Sie meinen es gut, mein lieber Richard. Aber im Winter werde ich—“ sie sprach nicht zu Ende und blickte traumverloren in die Ferne. „Verzeihen Sie, Melitta, es ist nicht Neugierde, sondern ehrliche Teilnahme, wenn ich Sie bitte, mir zu sagen, wie Sie sich Ihre Zukunft gestalten wollen. Sie stehen ja ganz allein im Leben, haben außer uns keine Verwandten, darf ich Ihnen also nicht raten?“ „Ich habe über meine Zukunft längst beschlossen und mein Leben liegt klar vor mir. Ich werde mich in ein Kloster zurückziehen.“ „Wie, Melitta? Hinter Klostermauern wollen Da ein großer Teil der Mitglieder zu Begin der Mobilmachung zur Fahne einberufen wur mußte darauf Bedacht genommen ewerden, die Lücken zu ergänzen. Ein Aufruf zur Meldung als Hilfskrankenträger hatte zur Folge, daß sich 24 Her## ren zur Verfügung stellten. Diese wurden in einen besonderen Kursus ausgebildet. Schon in der ersten Tagen der Mobilmachung wurde auf den hiesigen Bahnhof eine ständige Sanitätswache fün Tag- und Nachtdienst eingerichtet. Derselbe ist ein freiwilliger, nur 3 Mitglieder erhalten für Lohnausfall eine geringe Entschädigung. Die Hilfe der Sanitätswache wurde bisher in 378 Fällen in Anspruch genommen und zwar han delt es sich um Anlegen bezw. Erneuerung von Verbänden bei durchkommenden Verwundeten und Umladung derselben. Außerdem wurden 244 verwundete Soldaten in die hiesigen als Vereinslazarette eingerichteten Krankenhäuser bezw. in ihre Wohnung transportiert. 9 Mitglieder mußten Verwundete bezw. Verwundetenzüge begleiten. Seitens der Stadt wurden der Kolonne Mittel bewilligt für die Anschaffung eines Verbandsschrankes, von Federhaken für die Einrichtung eines Möbelwagens zum Transport Verwundeter, vo 5 Tragbahren, Verbandsstoffen usw. Durch Vermittelung des Zweigvereins vom Roten Kreuz des Landkreises Hörde erhielt die Kolonne gegen eine geringe Vergütung 3 Litewken, 10 Hosen, 30 Armbinden und 10 Brotbeutel. Aus eigenen Mitteln beschaffte die Kolonne 14 Hosen, 10 Leibriemen und 30 Halsbinden. Außer den gen. Beihlifen und der jährlichen städtischen Beihilfe von 50 Mark flossen der lonne verschiedene Spenden zu und sind solche des Zweigvereins des Landkreises Hörde, des Tun vereins Schwerte, des Vereins der Hundefreunde, der Eisenindustrie, des Eisenbahnzugpersonals der Station Schwerte und mehrerer Bürger zu erwähnen. Allen Spendern sei auch an dieser Stelles herzlich gedankt. Die ordentlichen Einnahmen betrugen 471,35 Mk., die Ausgaben 542,55 Mk. Aus dem Berichte ist zu ersehen, daß das Vereinsjahr 1914 ein Jahr der Arbeit gewesen ist. Doch ist diese Arbeit nur ein winzig kleiner Teil dessen, was jene für das Vaterland schaffen, die im Felde stehen. Aber diesen Arbeitsteil wollen wir gern und freudig erfüllen und wir werden alles einsetzen, um dem Vaterland zu helfen. Stadttheater Dortmund. Donnerstag, 21. Januar, abends 7½—11¼ Uhr: „Lohengrin", romantische Oper in 3 Auszügen von Richard Wagner. Freitag, 22. Januar, abends 7½—10 Uhr:„Zopf und Schwert", Lustspiel in 5 Aufzügen von Karl Gutzkow. Sonnabend, 23. Januar, abends 8—10¼ Uhr: „Der Postillon von Lonjumeau“, komische Oper in 3 Aufzügen von Adolf Karl Adam. Sonntag, 24. Januar. nachmittags 3½—6¼ Uhr: Flachsmann als Erzieher“. Komödie in 3 Aufzügen von Otto Ernst.— Abends 8—10½ Uhr: „Der Zigeunerbaron“, Operette in 3 Aufzügen von Johann Strauß. Wetterbericht der deutschen Seewarte. 21.—Bedeckt, meist trocken, milder. 22.—Milde, bedeckt, trübe, Nebel. 23.—Nebel, trübe, milde, Nachtfrost. Verantwortlich für die Redaktion Friedr. Kraas, Druck u. Verlag von Carl Braus, beide in Schwerte. Sie sich vergraben? Ist denn die Welt nicht schöner?“ „Für den, dem sie noch Freuden bietet, der noch auf Glück zu hoffen hat, ja. „Und für Sie soll die Welt keine Freuden, kein Glück mehr haben?“ „Nein!“ entgegnete sie mit an ihr ungewohnter Heftigkeit.„Ueberdies gibt es für mich Erinnerungen, die mich, solange ich in dieser Welt leben werde, stets verfolgen würden.“ „Und die auch mit Ihnen ins Kloster gehen werden.“ „Nein, an der Klosterpforte werden sie Halt machen. Zwei Monate später trat Baronesse Melitta von Rustan in den Orden der„Dienerinnen des allerheiligsten Herzens Jesu“ ein, um hinter stillen Klostermauern jenen Frieden zu finden, den die Welt nicht geben kann.——— Nach Melittas Abreise ging auf Schloß Thalberg alles den gewohnten Gang. Der Freiherr und sein Sohn führten, teils der Trauer wegen, andernteils weil ersterer durch die vorhergehenden traurigen und schmerzlichen Vorkommnisse innerlich stark sich gewandelt und allen Geschmack an dem doch im Grund nichtigen Treiben der eleganten Welt jäh verloren hatte, ein sehr zurückgezogenes, doch darum durchaus nicht eintöniges Leben. Er machte, stets von Richard, an dem er mit größter Liebe hing, begleitet, lange Fußtouren oder auch Wagenpartien in die Umgebungen der im Sommerschmuck prangenden Landschaft oder er saß, bei ungünstigem Wetter, Zeitungen lesend, in der Bibliothek, während Richard seine Manuskripte vornahm, an denen er mit Feuereifer nachholte, was er in letzter Zeit versäumt hatte. Manchmal geschah es aber, daß er plötzlich Feder und Papier zurücklegte und mit Wehmut und brüderlicher Liebe derjenigen gedachte, die er vor Monaten zum letzten Male als seine Braut umarmt und geküßt und seither noch nicht wiedergesehen hatte Schöne volle Körperformen, wundervolle, feste Büste, blühendes, gesundes Aussehen durch unser Orient. Kraftpulver„Hüsterla“, ges. gesch., preisgekrönt m. gold. Medaillen und Ehrendiplomen In 6—8 Wochen sind Zunahmen bis 30 Pfd erzleit. Bestes Kraftnahrmittel für Rekonvalescenten, Kranke. Schwache, Greise und Kinder. Garantiert unschädlich. Streng reell. Kein Schwindel, Unzählige Dankschreiben.— Wir lassen einige aus der grossen Zahl folgen: Es schreibt uns der Königl. Kreisarzt Dr. V. K. B.rlin. u. a.: Eine durch viele Geburten übermässig mitgenommene junge Frau erholte sich, nachdem sie sich an das Pulver gewöhnt hatte, zusehends. Ihr Gesundheitsaustand lässt jetzt nichts zu wünschen übrig. Das Kraftpulver ist ein nach Wunsch wirkendes Uebernährmittel.— M. D. Frankfurt a. M., schreibt u. a.: Noch 6 Cart. Kraftpulver senden, in den letzten Wochen 17 Pfd. zugenommen, O. H. Dässeldorf, schreibt u. a.: Ihr Kraftpulver hat verblüffende Ertolge bei mir gezelrigt. Jedermann, der mich jetzt sicht, ist erstaunt über mein hervorrag endes Ausschen und der stetig zunehmenden Körperfülle, bin Ihnen Ausserst dankbar.— Carton mit Gebrauchsanweisung 2 M., 8 Carton 5 M. Postanw. oder Nachn.-Porto extra. D. Franz Steiner& Co., G. m. b. H, Berlin 345 Bulowstrasse 84 7392 Beranntmachung. Auf Grund des§ 139e Ziffer 2 der Reichsgewerbeordnung wird hiermit bestimmt: An folgenden Tagen dürfen im Amtsbezirk Westhofen im Jahre 1915 die Verkaufsstellen bis 10 Uhr abends offen gehalten werden: An den letzten 6 Werktagen vor Ostern(27. 29. 30 und 31 März 1. und 3 April, an den letzten 6 Samstagen zwischen Ostern und Pfingsten(17. und 24. Spril 1. 8. 15. und 22. Mai) am 20. und 21. Mai; an den letzten Werktagen vor Weihnachten(18. 20. 21. 22. 23. und 24. Dezember), an den beiden Kirmestagen 8. April und 11. Oktober und am 31. Dezember. Westhofen, den 18. Januar 1915. 353 Der Amtmann: v. Daniels. Dortmund, den 18. Januar 1915. Zu dem heutigen Schlachtvtehmarkt waren aufgetrieden 599 Stück Großvieh. 428 Kölber, 7 Schafe, 3104 Schweine. Bez. f. 100 Pft 1. Rinder. Ochsen a)vollfleischige, ausgemästete höchsten Schlachtwertes, die noch nicht gezogen haben(ungejoch!) 51—54 91—93 b) vollfleischige, ausgemästete, im Alter von 4—7 Jahren c) junge, fleischige, nicht ausgemästete und ältere ausgemästele... d) mäßig genährte junge, gut genährte äliere Bullen: a) vollfleischige, ausgewachs. höch. sten Schlachtwertes b)vollfleischige, jüngere c) mäßig genährte junge und gut genährte ältere....... Färsen u. a) vollfleischige, ausgemustete FärKühe: sen höchsten Schlachtwertes.. L)vollfleischige ausgemastete Kühe höchsten Schlachtwertes bis zu 7 Jahren c)ältere, ausgemästete Kühe und wenig gut entwickelte jüngere Kühe und Färsen 4 d) mäßig genahrte Kühe u. Färsen 32—26 72—.81 e) gering genährte Kühe u. Färsen 25—19 60—70 Gering genährtes Jungvieh(Fresser) 2. Külber a) Doppelender, feinste Mast.. b) feinste Mastkälber c) mittlere Mast= und deste Saughälber dgeringe Mast= und gute Saugkälber 42—48 70 e)geringe Saugkälder 3. Schafe zJuger, Mp Mf. Stallmast- a) Mastlämmer und julgere Austschafe: hammel. b) ältere Masthammel, geringere Mastlämmer und gut genährte junge Schale c) mäßig genährte Hammel und Schafe(Merzschafe) Weide= a) Mastlämmer mastschafe: b) geringe Lämmer und Schafe 4 Schweine. a) Feltschweine, über 150 kg. 8 Jentner Lebendgewicht b) vollfleischige Schweine von 120—150 kg(240—300 Pfd.) Lebendgewicht 64—67 80—84 c) vollfleischige Schweine von 100—120 kg(200—240 Pjd.) Lebendgewicht 64—07 80—84 d) vollfleischige Schweine von 80—100 kg(160—200 Psd.) Lebendgewicht 62—65 78- 82 e) vollfleischige Schweine unter 80 kg(160 Psd.) Ledendgewicht 58—62 73—78 ) Sauen 60—94 74—80 Auftaf an die benisihen Innnrauen. In der Zeit vom 18. bis 24. Januar 1915 soll, unler wärmster Billigung Ihrer Majestät der Kaiserin, in ganz Deutschland eine Der Zweck dieser Reichswollwoche besteht darin, für unsere im Felde stehenden Truppen die in den deutschen Familien noch vorhandenen überflüssigen warmen Sachen und getragenen Kleidungsstücke(Herren= und Frauenkleidung, auch Unterkleidung) zu sammeln Es sollen nicht nur wollene, sondern auch baumwollene Sachen sowie Tuche eingesammelt werden, um daraus namentlich Ueberziehwesten, Unterjacken, Beinkleider, vor allem aber Decken anzufertigen. Gerade an Decken besteht für die Truppen ein außerordentlicher Bedarf, da sie den Aufenthalt in den Schützengräben sehr erleichtern und erträglich machen. Mit großem Erfolg sind dereits von sach verständiger Seite aus alten Kleidern aller Art Decken in der Größe von 1.50: 2 m hergestellt worden. die einen hervorragenden Ersatz für fabrikmäßig erzeugte wollene Decken bilden und deren Herstellungskosten nur ein Viertel einer fabrikmäßig hergestellten wollenen Decke betragen Zu dieser Aufgabe bedürfen die unterzeichneten Stellen der tätigen Mitarbeit aller deutscher Frauen. Die Organisation dieses Sammelwerkes wird sich in den Gauen des Vaterlandes verschiedenartig gestalten— je nach den Eigentümlichkeiten und den besonderen Lebensverhältnissen ihrer Bewohner.. 441641g C. gin„,„.. Aber Euch allen wird rechtzeitig die mntteilung über die Einzelheiten zugehen. Zunächst richtet Euch scon darauf ein, in Euren Schränken nachzusehen, was Ihr entbehren könnt. um es denen zu widmen, die mit ihrer Brust und ihrem Blut uns Alle beschützen. Gebt, soviel Ihr irgendwie entbehren könnt! Nur diejenigen Familien, in denen ansteckende Krankheiten herrschen, bitten wir, sich im Interesse der Allgemeinheit an dem Liedeswerk auf diese Weise nicht zu beleiligen. Aiso nochmals, deutsche Hausfrauen, frisch ans Werk! Sammelt aus Schränken und Truhen, was Ihr an Entbehrlichen findet! Schnürt es zu Bündeln, packt es in Säcke und haltet es zur Abholung bereit, wenn alle unsere Helfer in der Reichswollwoche vom 18. bis 24. Januar 1915 an Eure Türen klopfen! Berlin. den 1. Januar 1915. Kriegsausschuß für warme Unterkleidung E. V. Fürst zu Salm=Horstmar. Beranntmachung Feldposlbriefe nach dem Feldheer im Gewicht über 250 g bis 500 g werden füe die Zeit dom 1. bis einschließlich 7. Februar von neuem zugelassen. Die Gebühr belrägt 20 Pfg. Die Sendungen müssen dauerhaft verpackt sein. Nur sehr slarbe Pappkasten, festes Packpopier oder dauerhafte Leinwand sind zu verwenden. Für die Wahl des Verpackungsslofses ist die Natur d's Inhalts maßgebend; zerbrechliche Gegenstände sind nach Umhüllung mit Pap er oder Leinwand ausschließlich in starke Schachleln oder Kasten zu verpacken. Die Pächchen, auch die mit Klammerverschluß versedenen, müssen allgemein mit dauerhaftem Bindsaden sest umschnürt werden. be Sendungen von größerer Ausdehnung in mehrfacher Kreuzung. Die Au schriflen sind auf die Sendungen niederzuschreiben oder unbedingt haltbar auf ihnen zu befestigen und müssen deutlich und richtig sein. Außer kleine: Bebleidungs= und Gebrauchsgegenständen sind auch Lebens= und Genußmillel zulässig, aber nur soweit, als sie sich zur Beförderung mit der Feldpost eignen. Ausgeschlossen sind leicht verderbliche Woren, wie z. B. frisches Obst. frische Wurst; serner seuergofährliche Gegenstände, wie Patronen, Streichhölzer und Taschenfeuerzeu#e mit Benzintüllung. Päckchen mit Früssigkeiten sind nur zugelassen, wenn die Flüssigkeiten in einem starken, sicher verschlossenen Behälter enthalten und dieser in einem durchlochten Holzblock oder in eine Hülle aus starker Pappe fest verpackt ist und sämtliche Zwischentäume mit Baumwolle, Sägespänen oder einem schwammigen Stoffe so angesüllt sind, daß beim Schadhaftwerden des Behällers die Flüssigkeit aufgesaugt wird. Sendungen. die den vorstehenden Bedingungen nicht entsprechen, werden von den Postanstalten unweigerlich zurückgewiesen. Berlin W 66, den 11. Januar 1915. Der Staatssekretär des Reichs=Postamts. 264 Kraetke. Bekanntmachung Die an der Hohenzollernstraße gegenüber dem neuen Ralhaus liegenden städtischen Grundslücke sollen stück weise auf Widerruf an hiesige bedürftige Einwohner zur Nutzung unentgeltlich überlassen werden. Es werden in erster Linie Angehörige, deren Ernährer zur Fahne einberufen sind. berücksichtigt Entsprechende Anträge sind bis Donnerstag, 28. d. Mts. dem unterzeichneten Magistrat einzureichen oder können innerhalb der angegebenen Fric auf dem Stadtbauamte (Neues Rathaus, I. Stock, Zimmer Nr 25) mündlich gestellt werden. 363 Schwerte, den 18. Januar 1915. Der Magistrat: Rohrmann. Vorstehender Aufruf wird hierdurch zur öffentlichen Kenntnis gebracht. Eine Sammelstelle ist im Feuerwehrgerätehaus eingerichtet. Ferner werden vom kommenden Mittwoch, den 20. d. Mts ab, an mehreren Tagen, Sammler mit Wagen in der Stadt umherfahren, um die bereitgestellten Kleidungsstücke und dergl. in Emosang zu nehmen... Die Sammler sind mit einem von mir ausgestellten Ausweise versehen. 315 Schwerte, den 16. Januar 1915. Der Bürgermeister: Rohrmann. SUSsra Büffer Der Fie. I.8C. SafT +PO2. Wer mit der geringen Hapiialanlage von nur 50 Pig. seiner Hausbibliothek eine wertvelle Pundgrube unterhaltesmer und frisch erzählter Oeschichten sewie nützlicher Anweisungen für die Hausfrau zuführen will, der tue, wae Seit langen Jahres bei vielen Hunderttausenden Iöbliche Oewötznung ist und kaufe Payne’s Illustrierten Familien-Kalender. Der Jahrgang 1915 ist soeben erschienen! Zu beziehen durch KXEET Die gesteigerten Ansprüchean die#### Reinigung der Bettfüllungen haben mich veranlasst 5659 Bettfedern und„ Daunell nach einem neuen vollkommeneren Verfahren reinigen zu lassen. Alle Qualitäten, auch die billigsten sind jetzt ohne jeden Geruch und durchweg staubfrei. Ich empfehle: Bettfedern zu 1,25, 1,75, 2,25 b. 3,00 Mk. Habdaunen zu 3,00 bis 4.50. Mk. Daunen zu 4,00 bis 6,50 Mk. 0110 MARA · Ostenstrasse 8n. Buchhandlung Carl Braus Schwerte-Ruhr Gr. Marktstr. 3—5. 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Zeit gleicht einem schnellen, stolzen Schiff, gleicht dem Adler auf dem Felsenriff, gierig niederstößt auf seine Beute, gleicht dem Pfeil, der von der Sehne flog, gleicht dem Strome, der zu Tale zog, gleicht verklingendem Glockengeläute, gleicht dem Sonnenstrahl am Wintertag, gleicht dem anstürmenden Wellenschlag, gleicht der Seifenblase, schnell zerronnen, ist ein Schatten, ist ein kurzer Traum, ist vorüber schon, du denkst es kaum. lende rasch drum, was du hast begonnen! Etwas von der Banane. 5 60 SSöSESRE Sase S ere 8 31 3.95% ROEORaN S 8 Die bei uns jetzt allgemein beliebte Banane ist sehr wohischmellend. Sie wächst in den Tropen und ist dort das Hauptnahrungsmittel von Millionen von Menschen. Sie ist viel ertragreicher als Weizen und Kartoffeln, ist 133mal fruchtbarer als der Weizen und 44mal fruchtbarer als die Kartofsel; das heißt, ein Feld, das 33 Pfund Weizen oder 99 Pfund Kartoffeln trägt, würde 4000 Pfund Bananen bringen, ohne auch nur entfernt soviel Arbeit zu erfordern. Dabei kann man die Banane in der mannigfachsten Weise verwenden. Roh ist sie ein erquickendes und aromatisches Obst. Auch kann man sie geschält mit etwas Zucker in Butter braten, was sehr gut schmeckt. In den Tropen werden die zarten, jungen Triebe als Gemüse zubereitet, ebenso die Frucht, solange sie noch grün und unreif ist. Auch das schwammige, nahrhafte Mark des zerstoßenen und gekochten Stengels gibt ein gutes Gericht. Aus dem gepreßten und gegorenen Saft wird ein Getränk bereitet, das unserem Apfelwein sehr ähnlich ist. Auch in Europa könnte die Banane durch größere Einfuhr weitere Verbreitung gewinnen, denn sie könnte in der Volisernährung zukünftig eine sehr bedeutende Rolle spielen. Sio müßte ebenso wie Roggen und Weizen getrocknet und dann in Mühlen gemahlen werden; denn schon heute ißt man an manchen Orten ein Brot, das aus Bananenmehl gebacken ist, und auch Bananenmus ist sehr schmackhaft. Aber auch noch andere Teile der Bananenpflanze sind verwendbar. Aus der Faser der Frucht macht man Seile, Schuhriemen und Taue, auch in der Weberei wird sie sich wohl verwenden lassen, ebenso wie in der Papierfabrikation. Das in dem Bananensaft enthaltene Tannin und das Wachs, das aus den Blättern tropft, findet sicher auch bald Verwendung. Mietzekätzchen. Mietzekätzchen, sag' mir an, Wo bist du gewesen, kleiner Mann? war in Berlin im Kaiserschloß, Den Kaiser sah ich dort hoch zu Roß. Mietzekätzchen, sag' mir an, Was hast du in Berlin getan? Was ich getan? Ich sag' dir's genau, Eine Maus erschreckte ich mit Miau. Vogelflug übers Meer. Man wundert sich oft, wie kleinere Vögel, wie z. B. der Zaunkönig, das Meer überfliegen, wenn man auch in einzelnen Fällen gesehen hat, daß sie sich unterwegs auf Fischerbooten niederlassen. Und doch ist es ganz bekannt, daß u. a. Wein= und Wacholderdrosseln ihre Niststätten in Skandinavien verlassen, um sich an den Küsten von Großbritannien an Hagebutten, Mehlbeeren und Ebereschenbeeren sattzufressen, die es dort in so reichem Maße gibt. Auch die Mistel verschmähen sie nicht. In ihrem Gefolge kommen dann der Zwergfalke, der Neuntöter, der Zaunkönig, die Ohreule und noch andere, darunter auch die Schnepfe, die aber oft durch den Flug über die Nordsee so erschöpft ist, daß sie sich mit der Hand greifen läßt. Mehrfach hat man beobachtet, daß größere Vögel kleinere auf den Rücken nehmen, die es sich zwischen den weichen Federn bequem machen und so, ohne sich anzustrengen, die Ueberseereise machen. Kürzlich hat man an der englischen Ostküste aus allernächster Nähe gesehen, wie ein Zaunkönig vom Rücken einer Eule herabflog, die eben von Norwegen eingetroffen war. Silben=Rätsel. A, a, a, bra, del, do, du, e, e, ham, i, li, li, lou, mi, na, no, not, rasp, ren, sack, si, ta, tem, tier, va, vo. Aus obigen 27 Silben sind 9 Wörter zu bilden, deren Anfangs= und Endbuchstaben, von oben nach unten gelesen, die Namen zweier großer Schiffe ergeben. Die Wörter bedeuten: 1. Nordischer Gott. 2. Biblische Person. 3. Kurort in der Schweiz. 4. Weiblicher Vorname. 5. Säugetier. 6. Nordamerikanischer Staat. 6. Unangenehmer ustand. 8. Südsee=Insel. 9. Musikinstrument. Rütsel. Leicht erratet ihr mich sicherlich: Abschiedsgrüße sendet man durch mich, Und dem Wandrer zeig’ die Wege ich; In der Schule bin ich sehr bekannt, Doch wer mich zu oft hält in der Hand, Kann durch mich verlieren Geld und Land. Die Auflösung folgt in der nächsten„Kinderlaube“ 8— S 9S E SOSDES *„ O: es*S 8RC ••S # F en* 5 3 S S 658 S S S SSE 2 SrIss 558900.— S## ozeS. *=„„„* 10* *„ S 5— 8S0 SSSESEF □ 5" es 40"—* 7 W? # 5 Amtliches Kreisblatt für den kreis börde rgginen 46. Jahrgang O Grites und älleltes Cagesorgan des Kreiles. O Haupt-Annoncenblatt Unterhaltungs=Beilage zu Nr. 16. Mittwoch 20 Januar 1915. Wähtes Giach! 2 von Roman ag sein,“ antwortete Kleinschmidt,„aber K#c darauf können wir nicht warten. Uebri(, gens ist es unsere Elternpflicht, Aennchen vor einem dummen Streich zu bewahren; sie wird eine glänzende Partie machen, sobald wir ihr diese Schrulle aus dem Kopfe getrieben haben. Ich bitte dich dringend, lieber Schwager, sie nicht in ihrer Torheit zu bestärken. Sie soll uns einen Schwiegersohn zuführen, auf den wir stolz sein können, nicht aber einen armen Schlucker, der auf unser Geld spekuliert.“ Der Amerikaner durchwühlte seinen struppigen Bart und sagte dann mit mühsam verhaltener Erregung:„Well, I declare, ihr seid auf dem Holzweg und geht ganz verteufelt in die Irre. Anny hat gar keine Schrullen in ihrem klaren Kopf. Sie liebt diesen Rönne und wird keinen anderen Mann heiraten, thit's sure and certain. Und ihr tut auch dem Photographen unrecht, der will nicht euer Geld, sondern nur das Mädel.“ Je 9781 Thmiht „Papperlapapp,“ unterbrach ihn Kleinschmidt grob, „bitte, reden wir von was anderem! Wir kennen unser Kind besser als du und wissen genau, was wir in diesem Falle zu tun haben.“ Trine war mit peinlichen Gefühlen dem Gespräch gefolgt, jetzt glaubte sie ihres Mannes Härte etwas mildern zu müssen und bemerkte gegen den Bruder gewendet:„Es spricht für dein gutes Herz, lieber Karl, daß du dich Aennchens annimmst, aber Christ hat recht: Im Alter von 17 Jahren besitzt ein Mädchen noch nicht Verstand und Erfahrung genug, um Menschen und Verhältnisse richtig beurteilen zu können. Außerdem führte Aennchens Heirat mit diesem Rönne nicht nur einen unheilbaren Bruch zwischen den beiden Schwestern, sondern auch eine Störung unseres häuslichen Verkehrs herbei; denn unser Schwiegersohn, der Graf, würde unser Haus nicht besuchen, wenn er befürchten müßte, mit dem Photographen oder gar dessen Eltern und Geschwistern zusammenzutreffen." Der Amerikaner stierte eine Weile nachdenklich auf den Boden, dann erhob er sich:„Es tut mich leid um die arme Anny,“ sagte er bewegt.„Sie wird vielen Kummer tragen müssen; hoffentlich ist sie stark genug dafür.— Eines nur will ich dich, liebe Schwester, noch sagen, bevor ich abreise: Du fürchtest deine Tochter, die Gräfin, und deinen Schwiegersohn, den Grafen, zu verlieren, wenn Anny keine glänzende Partie macht. Well, ich verstehe mir nicht auf Prophezeiungen, aber sehr gut auf die Menschen, und ich glaube: Ihr habt die Rudolf (21. Fortsetzung.) beiden Ellbo. (Nachdruck verboten.) schon verloren. Ja, mir scheint, daß, wenn Aennchen— wie ihr es wünscht— einen Grafen oder Prinzen heiratet, ihr beide Kinder verliert.“ Nun lachte Kleinschmidt so laut auf, als wolle er den lachlustigen Amerikaner verhöhnen. Dieser blickte ihn ernst an und sagte:„Well, ich wünsche dich, lieber Schwager, ganz aufrichtig, daß du nach Jahr und Tag meine Vorhersage noch wirst verlachen können. Fare well, liebe Schwester— wir sehen uns schwerlich wieder! Morgen reise ich ab.“— Er streckte ihr die Hände mit traurigem, teilnahmsvollem Blick entgegen. Trine wurde es schwer ums Herz. Sie umhalste den grauköpfigen Bruder, tauschte einen Kuß mit ihm aus und sagte mit halberstickter Stimme: „Leb' wohl, Karl! Mög' es dir gut gehen!" Jetzt trat Aennchen ins Zimmer, blickte den Onkel an, und als dieser traurig den Kopf schüttelte und ihr zum Abschied die Hand bot, schrie sie auf und sank an seine breite Brust. „Poor darling,“ sagte der Alte leise,„I can't heip you now. Aber wenn du bist in Not, dann laß mir's wissen. Leb' wohl!“ Er küßte die Schluchzende auf den Scheitel, legte sie sanft in die Arme ihrer Mutter und verließ rasch das Haus. 14. Kapitel. Nach der Abreise Karl Dassels trat eine seltsame Stille in der Kleinschmidtschen Behausung ein. Es schien fast, als wäre mit seinem harmlosen, schallenden Lachen der letzte Rest von Lebensfreude entschwunden. Selbst der Hausherr, der sich oft über des Amerikaners geräuschvolles Wesen geärgert hatte, vermißte es jetzt. Mit Aennchen aber vollzog sich langsam eine die Eltern beunruhigende Wandlung. Sie lachte nicht mehr. Still und in sich gekehrt lebte sie dahin und schien an nichts anderem Gefallen zu finden als an der Musik. Stundenlang saß sie vor dem Flügel, spielte Etüden oder sang mit leiser Stimme schwermütige Lieder. Das Rot auf ihren Wangen verblaßte, und das freudige Aufleuchten und Erstrahlen ihrer tiefblauen Augen wurde nicht mehr gesehen. Frau Kleinschmidt bemerkte diese traurige Veränderung ihres Lieblings mit rechter Bekümmernis und machte ihren Mann darauf aufmerksam. Dieser war geschäftlich sehr in Anspruch genommen und glaubte, da während der Sommermonate Hitze und Staub den Großstadtbewohnern sehr zusetzten, seine Tochter leide körperlich darunter. Als er sich daher Anfang Septem S 8 S8fTS " 10 R— B 0 5 2 kinn SOSS 55 S SU ber vierzehn Tage von den Geschäften freimachen konnte, schlug er Trine eine Erholungsreise nach Brüssel vor. Tilde hatte von dort wiederholt über ihren Haushalt, ihre Toiletten und die Ehrungen geschrieben, die ihr an der Seite ihres Gatten zuteil geworden seien. Ja, als sie gar bei Hofe vorgestellt und vom König der Belgier durch eine liebenswürdige Ansprache ausgezeichnet wurde, meldete sie dies Ereignis in Form einer Siegesdepesche. Obgleich sie nur über die Vorzüge ihrer hohen gesellschaftlichen Stellung, niemals aber über die ihres Gatten berichtete, so hielten sich die Eltern doch überzeugt, daß sie namenlos glücklich sei, und wollten an ihrem Glück teilnehmen. Sie hofsten auch, Aennchen durch die Ehe ihrer Schwester den Beweis liefern zu können, daß nur die Verbindung mit einem Manne von Rang und Stand ein junges Weib beseligen könne. Diese Hoffnung aber scheiterte kläglich. Aennchen fügte sich willig, aber ohne einen Schimmer von freudiger Erwartung, dem Reiseplan des Vaters. Auf der Fahrt betrachtete sie den Rhein mit ebenso geringem Interesse wie den Kölner Dom oder die vorübergleitenden Landschaftsbilder. Auf dem Bahnhof in Brüssel wurden die Reisenden von der jungen räfin anscheinend freudig empfangen und im wappengeschmückten Wagen einem palastartigen Gebäude im Quartier Leopold zugeführt. Die Kleinschmidts betrachteten auf der kurzen Fahrt wenig die imposanten und pittoresk wirkenden Bauten der belgischen Metropole, ihre Aufmerksamkeit richtete sich auf die elegant gekleidete Tochter. Sie konnten sich nicht verhehlen, daß ihr Gesicht noch blasser war als das Aennchens, und daß die nervöse Hast, mit welcher sie sprach, nicht auf ein von Befriedigung und Glück gesättigtes Gemüt schließen lasse. Die Eltern schoben diese beunruhigenden Merkmale teils einem hoffnungsreichen Zustande der jungen Frau, teils der Verlegenheit zu, die dieser die Nichtanwesenheit ihres Gatten bereitete. Tilde entschuldigte den Grafen, der durch eine Verabredung gezwungen gewesen sei, ein Mitglied der Gesandtschaft nach Ostende zu begleiten. Schon sich in diesem Seebad und für die er bereits Zimmer seit drei Tagen befinde er erwarte seine Angehörigen, im Hotel bestellt habe. Da weder die geschichtlich denkwürdigen Monumentalbauten und Plätze Brüssels noch seine Kunstschätze eine besondere Anziehungskraft auf die Kleinschmidts übten, so begnügten sie sich mit einem Rasttage im gräflichen Hause, dessen weite Räume nur für gesellschaftliche Zwecke hergerichtet zu sein schienen. Es war darin so wenig Behagen zu finden, daß Frau Kleinschmidt die Frage stellte:„Wo wohnt ihr jungen Eheleute denn?" Ueber Tildes blasses Gesicht huschte ein flüchtiges Erröten, und sie erwiderte mit erzwungenem Lächeln: „Ja, liebe Mama, wir waren bisher gesellschaftlich so sehr in Anspruch genommen, daß wir noch nicht recht dazu kamen, uns am häuslichen Herd niederzulassen. Das soll im Herbst geschehen, da wollen wir uns einige Räume warm auspolstern. Ihr ahnt ja nicht, zu wie vielen Gesellschaften wir bisher eingeladen waren, und wie viele wir veranstalten mußten! Artur gehört jetzt zur Diplomatie, und in keinem anderen Berufskreise werden— wie mir scheint— so viele Feste gefeiert wie in diesem. Man hat uns hier sehr liebenswürdig ausgenommen.“ „Na, das freut mich, freut mich wahrhaftig!"— Kleinschmidt schüttelte seiner Tochter hestig die Hände und bemerkte, gegen Aennchen gewendet:„So glücklich könntest du auch werden, wenn du Vernunft annehmen wolltest.“ Aennchen biß sich auf die Lippen und schwieg; sie besaß Feinfühligkeit genug, um zu erkennen, daß ihre Schwester durchaus nicht glücklich war, und daß diese all ihr diplomatisches Geschick aufwandte, um die Eltern über ihre wahren Gefühle wegzutäuschen. In dieser Annahme wurde sie noch durch den Aufenthalt in Ostende bestärkt. Graf Artur empfing seine Schwiegereltern mit der Höflichkeit eines Mannes, der sich gezwungen sieht, gute Miene zum bösen Spiele zu machen. Er hatte Vorbereitungen getroffen, um durch den satalen Besuch nicht allzusehr belästigt und beschämt zu werden. Das grandiose Strandhotel, in dem er wohnte, beherbergte sast ausschließlich englische und sranzösische Gäste, und da seine Schwiegereltern nur deutsch sprachen, so ließ es sich leicht verheimlichen, daß sie nicht zu jener Gesellschaft gehörten, die ihm als die gute erschien. Im übrigen legte er sich wenig Zwang auf, plauderte und scherzte an der Table d’hote mit den ihm befreundeten Kavalieren und Damen, nahm an zahlreichen Veranstaltungen teil und verbrachte manchen Abend am grünen Tisch. Tilde mußte ihren Scharssinn aufbieten, um den Eltern das zügellose Leben ihres Gatten zu verdecken und ihnen Zerstreuungen zu bieten. Diese Aufgabe wäre ihr mit jedem Tage schwerer geworden, hätte Aennchen nicht sehr bald die bewundernden Blicke zweier Freunde des Grafen auf sich gezogen. Der eine, Lord Roewood, gehörte zu jenen Mitgliedern der Gentry, deren Leben fast ganz im Sport aufgeht. Er unterhielt einen kostspieligen Rennstall, eine mit verschwenderischer Pracht ausgestattete Jacht und bewohnte eine Villa, in deren Räumen sehr oft glänzende Feste gefeiert wurden. Der rotblonde Lord war kein hübscher Mann; sein mit Sommersprossen besprenkeltes Gesicht, seine magere, sehnige Gestalt empfahlen ihn durchaus nicht den Frauen, aber die Drolerie, mit der er französisch„parlierte“, und die offene Hand, mit der er seine Revenuen ausstreute, verschafften ihm Erfolge in jenen Gesellschaftskreisen, in denen man sich amüsiert. Kaum hatte ihn der Graf seiner jugendfrischen Schwägerin als den ritterlichsten und lustigsten aller englischen Lords vorgestellt, so beschloß rieser, die schöne Berlinerin im Sturm zu erobern. Er glaubte dies mit ähnlichen Mitteln bewerkstelligen zu können, die ihn bei Damen der Demimonde stets zum Ziel geführt hatten: Er sandte ihr und ihrer Schwester die herrlichsten Blumen, lud sie und ihre Familie zu Fahrten auf seine Jacht wie zu Festen in seine Villa und zeichnete sie in auffallender Weise aus. Als es ihm trotzdem nicht gelang, Aennchens Gunst zu gewinnen, bot er ihr in einem drolligen Mischmasch von englischen, französischen und deutschen Worten Herz und Hand an. Obgleich seine Werbung durch den Grafen Gerod mit Warme unterstützt wurde, durch die ruhige Erklärung ab, vorzugte Stellung einer Lady Roewood verzichten, weil sie des Lords Liebe nicht erwidern könne. Als sich der enttäuschte Freier entfernt hatte, bemerkte der Graf verschmitzt lächeind: „Ich verstehe deine stolze Ablehnung, liebe Schwägerin, denn Fürstin von Arlsburg zu werden, ist verführerischer.“ „Du irrst, Schwager, mich verführt auch die Fürstenkrone nicht.“ „Was denn?“ „Meine Neigung.“ Spöttisch lachend bemerkte der Graf:„Nun. vielleicht gelingt es dem Fürsten, die des Fräuleins Kleinschmidt zu erwecken.“ Der Fürst, der reiche Güter in Belgien und Westsalen besaß, war Witwer. Auch ihn fesselte Aennchens anmutige Schönheit, und seine Neigung erfuhr noch eine gewaltige Steigerung durch ihr vornehmes Verhalten den aufdringlichen Bewerbungen des Lords gegenüber. (Fortsetzung folgt.) wies ihn Aennchen sie müsse auf die bePe M„ue Denkspruch. Auf grünen Bergen wird geboren der Gott, der uns den Himmel bringt. Dovalis. Auf Adlerflügeln. Sagenhafte Erzählung aus Alt=Nürnberg von O. Landsmann. (Fortsetzung.)(Nachdruck verboten.) Um die gleiche Stunde des Tages, wo er Würfel spielte, Hahnen= oder Bärenkämpfen zusah, in Gesellschaft zu Abend aß oder sich dem Jagdvergnügen hingab, beobachtete auch Lorenz den Sonnenuntergang und den Abendstern und erneute innerlich den Schwur, niemals eine andere als die schöne Hilda zu lieben. Ob dieses reizende Geschöpf es mit dem Stelldichein mit den Gestirnen ebenso ungenau nahm, wie ihr junger Ritter, wissen wir nicht; sicherlich aber hatte sie nicht so viele gute Gründe wie er, um nicht daran zu denken. Ehrendame der alten Fürstin von Drachenberg, der strengsten und häuslichsten der Frauen, hatte Hilda seit länger als einem Jahre die Umfriedung des Schlosses nicht überschritten. Der Fürst von Drachenberg, der Sohn der Fürstin=Witwe, war oft abwesend, und wenn er sich im Schlosse aufhielt, führte er auch keine Kurzweil herbei. Er war dem Trübsinn verfallen, seit er seine dritte Frau verloren hatte und gleichzeitig den Erben seines Namens, das einzige Kind, neiches ihm aus seinen drei Ehebündnissen geblieben war. Der Herzog von Bayern wollte den Fürsten von Drachenberg zu einer vierten Ehe bewegen, aber es waren törichte Gerüchte über ihn im Umlauf. Es hieß, daß er seine drei Frauen getötet habe, und deshalb gab es im ganzen Fraukenlande und darüber hinaus kein Edelfräulein, das von einer Heirat mit ihm etwas wissen wollte, obschon er im Ruse großer Tapferkeit und Treue stand. Was Hilda anbetrifft, so war sie eine Waise und vermögenslos, man hatte sie bei ihrem Austritt aus dem Kloster einer alten Dame anvertraut, deren Schloß den Zusammenkunftsort des Adels der ganzen Umgebung bildete. Dieser vorsichtigen Edelfrau aber war es nicht entgangen, daß Hilda sich zu belustigen liebt: und während der Tanzunterhaltungen viel mit dem jungen Ritter von Ittenbach geplaudert hatte, dem kein Grund und Boden gehörte und das Zeuguis ausgestellt wurde, daß er ein Mensch sei, der am liebsten mit dem Kopfe durch die Wand rennen möchte. Sie hatte deshalb nicht gesäumt, Fräulein von Nauenburg bei der verehrungswürdigen Fürstin von Drachenberg unterzubringen. Da lernie Fräulein Hilda die mannigfachsten Stickereiarbeiten, lernte sich geradehalten, lernie Schweigen, Bücklinge machen und Geduld fassen solange, bis sie ihren Adel so gründlich bewiesen hatte, um als Stiftsdame in das Prager Ordenskapitel eintreten zu können. sie wohl jetzt tut?“ fragte sich Lorenz.„Ach, wenn ich Adlerschwingen hätte, wie wollte ich hinfliegen zu diesem Balkon, um ihr zu sagen:„Teure Hilda, gehe nicht ins Kloster. Jeglichen Augenblick kann, wie ich hoffe, der Krieg ausbrechen. Ich werde mich rächen, werde Wunder der Tapferkeit vollbringen; der Herzog von Bayern wird mir in den Gegenden, die ich crobert haben werde, Gebiete nach Wahl überlassen. Ich werde mich ihm zu Füßen werfen, um ihn zu bitten:„Durchlauchtigster Herr, ich verlange mir hierfür nur eine ganz kleine Graf= oder Markgrafschaft; aber geben Sie mir Hilda von Nauenburgs weiße Hand und geruhen Durchlaucht, meinen Ehekontrakt zu unterzeichnen.“ Es ging gegen Mittag, als Lorenz in der Luft den Adler wieder bemerkte, der mit Beute beladen zurückkehrte. Der Hase, den er in seinen Fängen hielt, hemmte die Leichtigkeit seines Fluges. Lorenz zielie, pfeifend schoß der Pseil fort, und der Adler, mitten ins Herz getroffen, seine gemordete Beute loslassend, überschlug sich und fiel zweihundert Schritte vom Jäger entfernt auf einen mit Heidekraut bedeckten Bergabhang nieder. Triumphierend stieg Lorenz hinab, und es war ihm eine unsägliche Freude, konstatieren zu können, daß der erlegte Raubvogel eine außergewöhnliche Größe hatte. Er schnitt ihm die Flügel ab und, das übrige den Raben überlassend, kehrte er nach Ittenbach zurück, wo er seine Vorbereitungen traf, um sich schon am nächsten Tage wieder nach Nürnberg zu begeben. 5. Meister Hirkan. Um sowenig als möglich die Aufmerksamkeit der Nachbarn des Uhrmachers zu erwecken, ließ Lorenz sein Pferd im Gasthof zurück, und die Flügel sorgfältig unter seinem Mantel verbergend, begab er sich auf den Marktplatz. Es war der letzte Tag des Jahrmarktes, und Meister Hirkan, von zahlreichen Kunden umdrängt, schien brillante Geschäfte zu machen. Dennoch bebte er vor Freude, als er die Stimme des jungen Ritters hörte und dessen entzücktes Gesicht mit seinen hochgeröteten Wangen über den dicht aneinander gepreßten Köpfen der Kunden erscheinen sah. Lorenz gab ihm ein Zeichen des Verständnisses. „Heut abend, Herr Ritier,“ rief ihm Hirkan möglichst heimlich zu.„Bevor es Nacht wird, kann ich da nicht weg. Bitte, kommen Sie zum Abendtisch zu mir in die Wohnung!“ „Cinverstanden!“ erwiderte Lorenz.„Aber mein Bündel?" „Bitte, geben Sie es her!“ Und die Hand ausstreckend, empfing er über die Schultern zweier guter Bürger hinweg ein von grauer Leinwand umgebenes und gut verschnürtes Bündel, das ihm Lorenz überreichte. Hirkan barg es mit großer Sorgsalt in seiner Schublade und erregte dadurch die Neugier einer Klatschbase, welche sofort fragte, was Schönes darinnen sei. „Eine Hirschhaut, die ich gerben lassen werde, um damit meine Wand= und Taschenuhren zu putzen,“ sagte Und er fuhr fort, seine Uhren und goldenen und silbernen Keiten anzupreisen. Während dieser Zeit vergnügte sich Lorenz damit, die Budenreihen zu durchwandern. Dabei bemerkte er den Haushofmeister der Fürstin von Drachenberg, welcher farbige Stoffe einkaufte, und sich ihm nähernd, suchte er ein Gespräch mit ihm anzuknüpfen. „Die Fürstin legt demnach ihre Trauer ab?“ fragte er, ihn grüßend. „Ja, Herr von Ittenbach,“ antwortete der Haushofmeister, seinen Hut ziehend. Der Himmel gebe, daß dies für lange Zeit geschehe!“ „Ist der Fürst schon wieder zurückgekommen vom Hof?“ „Er wird täglich erwartet.“ Und zu dem Kaufmann gewendet, fuhr er fort: „Schicken Sie dies alles schnell in den Gasthof „Zur goldenen Sonne". Ich habe noch viele Einkäufe zu besorgen. Wenn Sie wollen, können Sie die Rechnung gleich begleichen lassen.“ Dann ging er, und Lorenz sah ihn noch Spitzen, Seiden= und Goldborten und eine Menge anderer Gegenstände einkaufen, deren Verzeichnis er in der Hand hielt. (Fortsetzung folgt.) brikarbeiters Heinrich K. von der Schwerterheide, kam unter das Gestein und wurde dadurch zu Tode gequetscht. Er stand im Alter von 36 Jahren. **(Ein Petroleumwagen) von auswärts geriet gestern nachmittag unterhalb des„Freischütz“ infolge der Glätte der Straße ins Schlenkern und stürzte derart um, daß er quer über dem Straßenbahngeleise lag. Erst mit Hilfe von Winden und Fleschenzug konnte er nach mehrstündiger Arbeit wieder hoch gebracht werden. Von seinem heutzu. tage besonders begehrten Inhalt wurde erfreulicherweise nichts verschüttet; der Straßenbahnverlehr wurde durch Umsteigen aufrecht erhalten. ** Geisecke, 19. Jan.(Einen bedauer. lichen Unfall) erlitt die 64jährige Witwe Rutenborn. Dieselbe stürzte eine Kellertreppe hinunter und zog sich hierbei einen Bruch des rechten Oberarmes und erhebliche Quetschungen der Hüfte und Oberschenkel zu. ** Hohensyburg, 19. Jan.(Den Heldentod fürs Vaterland) starb auf französischem Schlachtfelde der Musketier Wilhelm Engelhard vom Westfälischen Infanterie=Regiment Nr. 53. Ehre seinem Andenken!. ** Rheinen, 19. Jan.(Eisernes Kreuz.) Der Bau=Ingenieur Leutnant d. R. Wilhelm Klipp, Sohn des Landwirts Joh. Kl. von hier, wurde mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet. Kl., dem wir zu seiner Auszeichnung bestens gratulieren, kämpft auf dem westlichen Kriegsschauplatz. r. Ergste, 20. Jan.(Freispruch.) In der gestrigen Schwurgerichtsverhandlung zu Hagen hatte sich der Bahnhofsaufseher H. Schr. wegen Amtsunterschlagung und versuchten Betruges zu verantworten. Der Angeklagte ist 1890 in Schwerte als Bahnarbeiter eingetreten und hat es durch Fleiß, Gewandtheit und gute Fühnung zum Bahn. hofsaufseher in Ergste gebracht. Als solcher sollte er 5 Mk. Wagenstandsgebühr unterschlagen haben; er suchte die Sache dahin aufzuklären, daß er den Betrag zur Kasse nicht vereinnahmt habe, weil er die Summe, die reklamiert werden würde, doch wieder zurückgeben müsse, was auch tatsächlich schehen ist, angeblich allerdings erst nach erstatte. ter Anzeige. Ferner sollte der Angeklagte drei Ladegbührbeträge zusammen ca. 51 Mark, sodann 4,20 Fahrkartenerlös und endlich 1,65 Mk. unter. schlagen haben. Auch diese Fälle sucht Sch. harm. los aufzuklären, indem er sie nur als dienstliche Nachlässigkeit dorstellt. Die Geschworenen vernten sämtliche Schuldfragen und der Angeklagte warde freigesprochen. Holzwickede, 19. Jan.(Todschlag.) In vergangener Nacht entstand unter den Knechten des Landwirts Ludw. Bürger nach einem vorhergehenden Trinkgelage ein Streit. Einer der Beteiligten urrde derartig mit Stockschlägen zugerichtel, daß der Tod eintrat. Der Tote wurde heute morgen aufgefunden. Die Leiche wurde ins Spritzenhaus gebracht. — Westsalen und Rheinland. * Arnsberg, 19. Jan.(Von den Toten auferstanden.) Gegen Ende Oktober 1914 erhielten die Angehörigen des Soldaten Fritz Vennhaus in Arnsberg vom Regiment die Nachricht, daß dieser am 18. Oktober bei Ypern gefallen sei. Uhr mnd Geldbörse des angeblichen Toten waren beigefügt. Jeder Zweifel an der Richtigekit der Nachricht erschien ausgeschlossen. Und nun kam auf einmal vor wenigen Tagen von dem Totgeglaubten eine eigenhändig geschriebene Postkarte an, abgestempelt am 9. Januar 1915 in Laar in Baden. Auf der Karte stand, daß Fritz Vennhaus sich in Laar im Lazarett befindet. Ihm gehe es recht gut; seine Verwundung, die er vor Ypern erhalten habe, sei fast geheilt. Er hoffe, bald wieder an den Feind und möglichst nach Ypern wieder zu kommen. * Duisburg, 18. Jan.(Mord und Selbstmord.) Der Invalide Koch lockte eine Frau in seine Wohnung, aus der bald drei Schüsse sielen. Als man hinzueilte, lag die Frau, ins Herz getroffen, tot am Boden. Koch selbst hat sich eine schwere Schußverletzung in der Schläfengegend beigebracht. * Remscheid, 19. Jan.(Humor im Lazarett.) Aus dem Lazarett in Douai schreibt ein Nemscheider Soldat:„Ein köstliches Stück kann ich Euch erzählen von einem der hiesigen Wärter, einem französischen Artillerie-Unteroffizier. Zu dem sagten wir am zweiten Weihnachtsabend: „Gute Nacht, Platekop!“ Er hat nämlich schöne Glatze. Er wußte ja natürlich nicht, was es bedeutet und denkt nunders, welch' höfliche Anrede das Wort Platekopp sein muß und fühlte sich sehr geschmeichelt. Nun schenkte ihm am Sonntag. 3. Januar, unser Arzt einige Zigarren, und mit einer höflichen Verbeugung bedankt er sich:„Donte schön, Platekopp!“. Aber da gab es ein Gelächter, denn unser Arzt, ein ziemlich alter Herr, hat auch zufällig eine wunderbare Glatze.“ * Düsseldorf, 19. Jan.(Ein schweret Un. glücksfall) ereignete sich in der Nachbargemeinde Großenbaum. Ein Arbeiter stürzte vom Gestell eines Trockenlaggers in das Getriebe der Maschine und wurde bis zur Unkenntlichkeit verstümmelt. Zu unserer Rüstung gegenüber den Feinden zu den wichtigsten Vorbedingungen unseres Sieges gehört das Vorhandensein der zur Volksernährung nötigen Brotmengen. Der Konsument ist in dieser schweren Zeit nur zui leicht geneigt, wenn er von der Ernährungsfrage im Kriege hört, an Preise zu denken, zu denen er die Nahrungsmittel erhält, an den Gewinn, den möglicherweise einzelne Kreise aus höheren Preisen ziehen und dergleichen. Wenn aber der Krieg lange dauert, wenn das Ziel des „Durchhaltens“ erreicht werden soll, dann kann es sein, daß Zeiten kommen, in denen das deutsche Volk nicht mehr fragen wird: zu welchen Preisen bekommen wir das Brot, sondern: bekommen wir es überhaupt in denjenigen Mengen, an deren Verbrauch wir gewöhnt sind?„Es gilt, schon jetzt Vorsorge zu treffen für unvorhergesehene Fälle. Es gilt gerüstet zu sein; es heißt sparen. Viele meinen, was der einzelne an Brot spare, habe keine Bedeutung, wenn es nicht gleichzeitig alle täten; damit es schließlich alle tun, müssen aber einzelne anfangen. Tausende von Goldstücken sind durch die raterländische Gesinnung einzelner in die Reichsbank geflossen und haben unsere finanzielle Kriegsbereitschaft erhöht. Gerade das Beispiel des Einzelnen ist nötig; niemand halte sich für zu gering, um durch sein Beispiel weiter zu wirken. Wir müssen mit unserem Brote sparen und gerade an den Einzelnen richtet das Vaterland, richten diejenigel Volkswirte, die einen Einblick in unsere Ernährungsfrage während des Krieges gewonnen häben, den Mahnruf: spart, wo und wie Ihr könnt, am Brote. Betrachtet das Brot als Volksgut, betrachtet es als unsere Waffen, als unsere Wider. standskraft. Wer sich heute einschränkt, wird gerüstet sein für Zeiten etwaiger Knappheit und die Allgemeinheit wird ihm dadurch danken, daß sie ihm in schweren Zeiten zu dem Brote verhilft, das er für sie heute gespart hat. Wochenmarkt. Der heutige Wochenmarkt war gut beschickt. Es wirden bezahlt für Aepfel Pfund 15—25 Pfg., Apfelsinen Stück 4—10 Pfg., Zitronen 3 Stück 20 Pfg., Spinat Pfd. 20 Pfg., Rosenkohl Pfd. 20 Pfg., Blumenkohl Stück 25—35 Pfg., Rotkohl 20—30 Pf., Weißkohl 15—25 Pfg., Wirsing 25—30 Pfg., Feldlat Pfd. 25 Pfg., Wurzeln 3 Pfd. 20 Pfg., Steckrüben Stück 10 Pfg., Zwiebeln Pfd. 15 Pfg., Eier 7—9 Stück 1,— Mk., Lutter Pfd. 1,60 Mk., Rind. fleisch Psd. 90 P'g., Schweinefleisch Pfd. 90—100 Pfennige. Schweinemarkt. Der heutige Schweinemarkt war mit ca. 80 Tieren beschickt. Es wurden bezahlt für 6 WochenTerkel 10—15 Mk., 8—10 Wochen=Ferkel 20—25 Mk. Aeltere Tiere wurden je nach Qualität bezahlt. Der Handel war recht lebhaft. Verantwortlich für die Redaktion Friedr. Kraas, Druck u. Verlag von Carl Braus, beide in Schwerte. Zu früh schlug diese bittre Stunde, Die dich aus unserer Mitte nahm. Doch tröstend tönts aus unsrem Munde Was Gott tut, das ist wohlgetan! Den Heldentod für das Vaterland starb am 11 Januar 1915 in Fankreich mein innigstgeliebter Mann, unser guter treusorgender Vater, Sohn. Bruder, Schwager, Onkel und Neffe, der Wehrmann Auf Russlands Boden schwer und müde, Sank hin Dein Haupt zur letzten Ruh, Fürs Vaterland gabs Du Dein Leben, Schlaf wohl. Du wackerer Streiter Du. Warst noch so jung, starbst viel zu früh, Wer Dich gekannt, vergisst Dich nie, Wir seh’n Dich nicht mehr und fühlen Dich doch, Erleben Dich jede Stunde In unseren Herzen brennt still und tief Unheilhar die Todeswunde. Am 1. Januar 1915 starb auf Russlands Boden den Heldentod für das Vaterland, nachdem er erst am I Frankteich verwundet wurde und am 10. Bei den Kämpfen in Flandern erlitt am 22. Dezember v. Is. den Heldentod für Kaiser und Reich unser Buchhalter, der Ersatz-Reservist 22. im Res.-Inf.-Reg. 202, 6. Kompagnie im blühenden Alter von 36 Jahren. Dieses zeigen tiefbetrübt an Die Trauernden Hinterbliebenen. 360 Lichtendorf bei Schwerte, den 19 Januar 1915. August in Frenkreich verw Dezember nach Russland kam unser unvergesslicher Sohn,„# mein lieber Mann, unser lieber Schwiegersohn, Bruder,4 Schwager und Onkel, der 8 Reservist Heinrien-Khferim 10. Kompagnie, Reserve-Infanterie-Regiment Nr. 83. Familie Bernh. Knlerim nebst Kinder Frau Heinrich Knlerim geb. Breckler Familte Emil Knierim Familie Joh Greb z. Zt. im Felde Famille Heior Born Famille Heinr. Hagemana z. Zt. im Felde Famille Heior. Priaz z. Zt im Lazarett in Görlitz Bernhard Knlerim z. Zt. im Lazarett, Cöln Familie Joh. Breckler Familie Adolf Kluge. Schwerte, Stahlheim, Hörde, Cöln, Görlitz, Königsberg, Brandenburg, den 20. Januar 1915. 3. Komp., Reserve-Infant.-Reg. Nr. 216. Wir verlieren in dem Verstorbenen einen treuen, gewissenhaften Mitarbeiter, dessen Andenken wir stets in Ehren halten werden. Westhofen(Westf.), d. 19. Januar 1915. M ). Lobmann, m. b. H. 867 Am 28. Oktober starb in Frankreich den Heldentod für das Vaterland unser lieber Kollege Wir werden ihm ein dauerndes Andenken bewahren. 359 Die Graveure der Vereinigten Deutschen Nickelwerke, Schwerte. Für Bachereich Bekanntmachung über die Bereitung von Backware (in Plakatform) vorrätig in der Ruchhandlung Carl Braus Schwerte(Ruhr), Gr. Marktstrasse 3—5 Umena### Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, gestern nachmittag 1¾ Uhr unser heiß- und innigstgeliebtes Töchterchen und Schwesterchen Amanda nach kurzer, schwerer Krankheit im Alter von 1 Jahr und 9 Monaten wieder zu sich in den Himmel zu nehmen. Wandhofen und Gelsecke, den 18. Jan. 1915. In tiefer Trauer: Familie Wilh. Petersmann. Die Beerdigung findet Donnerstag nachm. 3 Uhr vom Sterbehause aus und um 4 Uhr auf dem eval. Friedhof statt sehen zahlreiche im Felde stehende Söhne unserer Heimat täglich der Feldpost entgegen, die ihnen das Blatt ihrer Heimat bringt. Ihnen und vielen anderen tapferen Kriegern bietet die „Schwerter Zeitung“ erwünschte Erholung und Stärkung in den Kampfespausen Man bestelle daher für seine Angehörigen im Kriege die„Schwerter Zeitung". Bei täglicher Zusendung im Feldpostbrief kostet die „Schwerker Jeitung“ monatlich Mk. 1.— Bestellungen werden jederzeit in unserer Geschäftsstelle(Große Marktstraße) entgegen genommen Einj., Fähnr Prim., Abitur. Totsicher! wirkt Dr. Bufleb’s extra starkes au Mottenbulver Angenehm im Geruch! Unübertroffene Wirkung! Grosses Paket 20 Pfennig. Nur bei: Max Mehlhose, Medizinal Drogerie Oet strasse. ontiehreir! gesäuert uns ungesäuert in allen Preislagen erhalten Sie bei Gohr. sowie auch in unseren Ver„ 2 2 7 Tieferschüttert erreichte uns die Nachricht, dass unser lieber Kollege, der Buchhalter Monn-Vortil Ersatz-Reservist, 3. Komp, Reserve-Infant.-Reg. Nr. 216, am 22. Dezember v. J. in Flandern den Heldentod für Kaiser und Reich gestorben ist. Durch sein stets freundliches Wesen war er uns ein lieber Freund und Mitarbeiter geworden, dessen frühes Hinscheiden wir aufrichtig bedauern. Wir werden seiner stets in Ehren gedenken. Westhofen(Westf.), d. 19. Januar 1915. Die Angestellten der Firma C. Rob. Lohmann, G. m. b. H. 358 kaufsstellen. Rerzegl. Braunschw. Baugewerkschule Holzminden. *33% Hochbau Vegggige Tiefbau Sommerunterricht 2. Aprll. Reifeprüfung. Winterunterricht 13. Oktoder. — Gieichberechtigt mit den Königl. Preuß. Baugewerkschulen.— Hr arfscreint S VOrHGT Aufsehen erregend billige Angebote! Ca. 600 Herren-Kragen in modernen Formen trühere Preise bis 80 Pig. 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HErA Iserlohn. Kriegsgeschichten und Kriegschroniken 1914. Pfg. Granatsplitter. Neueste Ill. Kriegsberichte à 10 Der Krieg III. Chronik des Krieges 1914... à 80 Der Völkerkrieg. Eine Chronik der Erein'sse vom 1./7. 1914 an......... à 30„ Der Weltkrieg 1914. Darstellung der neuesten Ereignisse in Wort und Bild..... à 10„ Der Weltkrieg. Eine chronologische Folge der Ereignisse von C. F. Werner à 25„ Deutsche Feldpostbriefe 4 10„ Die Kriegs-Zeitung 1914. Ill. Wochenausgabe vom Berliner Lokal-Anzeiger..... à 10" Die Welt in Waffen. III. Kriegschr. 1914 v. A. Armin à 20„ Feinde ringsum. Bilder aus dem Völkerkrieg 1914 von Horst Kohl.......... à 30„ Illustr. Gesch, des europ. Kriegs 1914 v. Aspern àp; 40„ Illustr. Geschichte des Weltkrieges..... à 25„ Illustr. Kriegschronik 1914 à 10„ Illustr. Weltkriegschronik der Lpz. Illustr. Zig. à 60" Kriegs-Echo. Illustr. Wochenschrift..... à 10" Kriegschronik des Daheim. Illustr...... à 60„ empfiehlt die Buchhandlung CARL BRAUS Schwerte(Ruhr.) Gr. 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