#o Stumm Seiuer uicen uand auder Feiertags. Bezugspreis M. 1.80 vierteljährlich, bei der Post für Bestellgeid 42 Plo. mehr. Wöchentl. Gratisdelage:„Iüustrierten Gamillenfreund“ u. tägl. Unterdaltungsblatt. Anzeigenpreis: Die Bedengespaltene Pettzeiloder deren Raum 10 Plg., Anzeigen von auswärt 13 Pig, Reklamezelle 40 Pfg. Jeder Rabau glt els Kasambau u. erischl dei Konkursen, Zwangsoergleichen, gerichtl.s Rabschush unach.- Setusetaure!)! Amtliches Kreisblatt, Westhofener Zeitung Langscheder Zeitung Schwerter Volksblatt Verbunden mit: für den kreis börde Holzwickeder Zeitung Aplerbecker Zeitung Dwerter Dolkszeitung Schwerker Tageblatt O Schwerter Anzeiger Grstes und älteltes Cagesorgan des Kreiles o General-Anzeiger für den Kreis Börde o Haupt-Annoncenblaft ulg dute und ichoimnbgüichn derrn gungen sor den Aretis Hörde eroagen genaz Bekanatmachung der Köatgliches Regienung durch Verössenlichung ie der„Schwerter Juag rawordidich, Aust.— Da „Schwerter Zeitung“ gewöhrt idren Adonaesten für jeden mit Tod endenden Unsas gedingungen: 300 Mk. Unfall. dncau Vertage. Con Broaua Schounz= NadFemnsp 62. Telepu. Adr. Braus Schwerte=Rotze Nr. 15. Dienstag, den 19. Januar 1915. 47. Jahrgang. Des Katsers Bunn an die Glblonien. ". ff 1 erwortet Dann Menschenleben müssen ja wtb Berlin, 19. Jan. Beim Staatssekretär des Reichskolonialamtes Dr. Solf ist folgendes Telegramm aus dem Großen Hauptuartier eingetroffen: Großes Hauptquartier: Ihre Meldung von dem schönen Siege bei Tanga hat mich hoch erfreut. Ich spreche Ihnen zu dieser Ruhmestat unserer Schutztruppe meinen herzlichsten Glück. wunsch aus. Uebermitteln Sie meine Anerken. nung an die braven Männer, die fern von der Heimat eine vierfache Ueberlegenheit entschei. dend geschlagen haben zur Ehre des deutschen Namens. Das Vaterland ist stolz auf diese Söhne. Wilhelm R. Die Kämpfe dei Ponl=a=Mbusson. Opfer. Opfer, unermeßliche Opfer an Gut und Blut fordert der Krieg, von unserem deutschen Volke, der Krieg, den wir zu führen haben gegen eine so vielfache Uebermacht, gegen eine Welt von Feinden, die sich gegen uns erhob, ein Krieg. gegen den die Kriege der Vergangenheit unseres Vaterlandes wenig sagen und bedeuten. Aber Sein oder Nichtsein, das war für uns die Frage. Und so sprang das deutsche Volk auf von der Memel bis zur Mosel, von der Nord. und Ostsee bis zum Bodensee. Ein Millionenheer zog zum Osten, ein anderes zum Westen, das deutsche Vaterland zu schützen mit keiserner Faust. Riesengeschütze fingen an zu donnern, Maschinengewehre mähten in den Staub, aber unsere tapferen Brüder draußen im Felde hielten stand; denn sie wußten: es geht ums Ganze. Sieg oder Tod war die Losung, daher ist es kein Wunder, wenn die Opfer riesengroß wur. den an Zahl und Bedeutung. Unabsehbar ist der Zug des Todes, der durchs deutsche Land geht, größer vielleicht als in mittelalterlicher Zeit die Pest, oder zurzeit des dreißigjährigen Krieges. Doch wir im deutschen Volk brauchen uns darüber keine Gewissensbisse zu machen, wir stehen Krein da vor Gott und der Welt. Uns ist der Krieg aufgezwungen worden, wir haben ihn nicht verschuldet, das dürsen wir mit gutem Gewissen sagen. Wir Deutsche führen einen Verteidigungskrieg. Wir wollten und wollen nicht erobern, aber den Platz an der Sonne soll man uns gönnen, den Platz, den wir beanspruchen können und den wir verdienen. Dem gilt unser Kämpfen, unser Krieg. führen. Freiheit und Ehre gilt es zu schützen, nachdem man uns so schmählich überfallen hat. Dreiundvierzig volle Jahre hatte das deutsche Volk in Europa Frieden, und wir hätten ihn gern noch länger gehabt, den Frieden. Nachdem es aber ohne unsere Schuld zum Kriege gekommen ist, wollen # wir nicht sauer dreinsehen, sondern ihn hinnehmen A als ein Stück Weltgeschichte, die der ewige Gott selber schreibt. Daher wollen wir auch nicht klagen, daß der Krieg blutige Opfer kostet, schwere und unersetzliche. Je größer der Einsatz ist, um so größer der Gewinn, und Großes, wie Deutschlands Ehre und Freiheit, kann nur durch große Opfer. errungen werden. Allen denen aber, die draußen vor dem Feinde stehen, wollen wir zurufen: Auf Wiedersehen! Das ist kein leeres Wort. Es liegt darin das Gottvertrauen, der feste Glaube, an den treuen Vater im Himmel, in dessen Hut sie stehen, mit dessen Hilfe sie Sieg um Sieg errungen haben und naue entscheidende Erfolge erringen werden. Es liegt darin die treue Liebe, die nimmer aufhört, die auch durch weite Entfernungen und lange Tren. nung nicht erschüttert werden kann. Es liegt darin die fröhliche Hoffnung, die auch über das Grab Linaus das Wiedersehen in einer anderen Welt Großes Hauptquartier, 18. Januar. Westlicher Kriegsschauplatz. In der Gegend von Nienport nur Artillerie. kämpfe. Feindliche Angriffsbewegungen sind in den letzten Tagen nicht wahrgenommen. An der Küste wurden an mehreren Stellen englische Minen angeschwemmt. Bei La Boiselle, nordöstlich Albert, warfen unsere Truppen im Bajonettangriff Franzosen, die sich im Kirchhose und dem Gehöft westlich davon wieder festgesetzt hatten, heraus und machten drei Offiziere und 100 Mann zu Gesangenen. Im Argonner Wald wurden mehrere französische Gräben erobert und die französische Besatz. ung fast ausgerieben. Ein Angriff der Franzosen auf unsere Stellung nordwestlich Pont=a=Mousson führte auf dieser Höhe, zwei Kilometer südlich von Vilcey bis in unsere Stellung. Der Kampf dauert noch an. In den Vogesen und im Ober=Elsaß herrscht starkes Schneetreiben, das die Gefechtstätigkeit behinderte. Oestlicher Kriegsschauplatz. In Ostpreußen ist die Lage unverändert. Im nördlichen Polen versuchten die Russen über den Wkra bei Nadzanow vorzustoßen, wurden aber zurückgewiesen. In Polen westlich der Weichser hat sich nichts wesentliches ereignet. Oberste Heeresleitung. Der Rückzug der wtb Wien, 19. Jan.(Nichtamtlich.) Amtlich wirh verlautbart vom 18. Januar: Nördlich der Weichsel keine wesentlichen Ereignisse. Auf den Höhen östlich Zakliczyn zwang unsere Artillerie durch konzentrisches Feuer die Russen zum Verlassen einiger vorderster Schützenlinien. Die rückwärtige Bewegung übertrug sich beim Feinde auch auf an. dere Teile der Front, so daß schließlich in einer Ausdehnung von 6 Kilometern der Gegner seine vorderste Stellung räumte, in unserem wirkungs. vollsten Artillerie= und Maschinengewehrfeuer in Unordnung auf die nächste Höhenlinie zurückging, hierbei zahlreiche Gewehre und viele Munition in der früheren Stellung zurücklassend. An der übrigen Front in Westgalizien nur Geschützkampf. In den Karpathen nur unbedeutende Patrouillen. gefechte. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes: von Höfer, Feldmarschall=Leutnant. erwartet. Denn Menschenleben müssen ja geopfert werden für das Vaterland. Wir wollen unsere Opfer gemeinsam darbringen und es ganz in Gotteshand stellen, wie er die Lose verteilt, und welche Opfer er annimmt, und welche er uns zurückgibt; und diejenigen unter uns Zurückgebliebenen, die ihr Liebstes, ihr Alles dem Vaterland haben opfern müssen, mögen einen Trost darin finden. Daß ewig unvergessen sei, Wofür sie sind gestorben: Sie haben dautschen Boden frei Für immer uns erworben. Immer aber und bis zur letzten Stunde dieses Krieges soll es heißen: Fürs deutsche Vaterland! Das erschöpfte Bukarest, 18. Jan. Die heute eingetroffene Nummer des offiziösen russischen Blattes„Ruskoje Slowo“ befaßt sich in einem längeren Artikel mit den finanziellen Schwierigkeiten Rußlands und sordert das verbündete England auf, unverzüglich zu Hilfe zu eilen; denn wenn dies nicht binnen wenigen Wochen geschehe, so wäre Rußland gezwungen, mit Deutschland und Oesterreich=Ungarn einen Separatfrieden zu schließen. Zu Beginn des Krieges hätten sich Rußland, Frankreich, England, Belgien und Serbien verpflichtet, einen Separatfrieden nicht abzuschließen, aber diese Verpflichtung ziehe auch jene andere nach sich, die Kosten gemeinsam zu tragen, während jetzt bei der Türkei Deutschland und Oesterreich zu Hilfe gekommen seien.„Unter solchen Umstän. den sind alle unsere Hilfskräfte erschöpft.“ Das Schicksal Warschaus. Wie die Krakauer Blätter aus Warschau erfahren, beginnt die dortige Bevölkerung bereits einzusehen, daß das Schicksal der Stadt von dem Ausgange der Frontalschlacht, die nunmehr fast vor ihren Toren tobt, abhängen werde. Tag und Nacht arbeiten Pionierabteilungen im Bereiche der War. schemer Forts, die widerstandsfähiger gemacht werden. Die Stadt beherbergt jetzt viele Tausende unterstands= und beschäftigungsloser Personen, darunter Kaufleute, Gewerbetreibende, Kapitalisten und Gutsbesitzer, die aus der Umgebung sund aus den benachbarten Ortschaften geflüchtet sind. Für diese Flüchtlinge wurden 19 Asyle, 13 Volks. küchen, die täglich 40000 Portionen verteilen, und mehrere Teehallen eingerichtet. Der Preis der Kohle erreichte eine ganz ungewöhnliche Höhe. Der Kohlentransport, der im Monat September abging, ist in Warschau bis jetzt noch nicht eingetroffen. Dagegen sind in der Stadt Fischkonserven und Obst in Hülle und Fülle vorhanden. Die Bom. benwürfe der deutschen Flieger haben bedeutenden Schaden angerichtet. Da der Postverkehr mit den umliegenden Ortschaften unterbrochen ist, haben mehrere Privatunternehmer in Warschau eine eigene Postverbindung für das Publikum organisiert, wodurch die Zusendung von Briefen und Paketen einigermaßen ermöglicht wird. Eine Abordnung des Bürgerkomitees mit dem Fürsten Czetwertynski, Ritter v. Karpinski und Grabski an der Spitze hat sich nach Petersburg begeben, um die Gewährung von Unterstützungen aus Staatsmitteln für das arg heimgesuchte Gebiet RussischPolens zu erbitten. Die Deputation überreichte der russischen Regierung eine auf die Lage RussischPolens und auf die bevorstehende Hilfsaktion bezügliche Denkschrift, in der die Gouvernements Kalisch, Petrikau, Kielce, Radom, Suwalki, Plock, Chelm, Warschau und Lomza, die durch die Kriegsereignisse am meisten gelitten haben, als not. leidend bezeichnet werden. Attentat auf Schwedens Neutralität. Genf, 18. Jan.„Herald“ meldet aus Stock. holm: Die Gesandten des Dreiverbandes fordern von Schweden die Aufhebung des Verbots der Durchfuhr von Kriegsmaterial nach Rußland. Diese Forderung kann von weittragender Bedeutung sein und wir brauchen in dieser Beziehung nur an die Thronrede des Königs von Schweden zu erinnern, die ziemlich deutlich auf die völkerrechtswidrigen Handlungen der Verbündeten zum Schaden der Neutralen verweist, und betont, daß für die Aufrechterhaltung der Neutralität Schwedens die erhöhte Wehrbereitschaft aufrechterhalten werde. Der König sprach die Hoffnung aus, daß die Neutralität Schwedens aufrecht erhalten werden könne. Wenn die Verbündeten nun ein Aufgeben der Neutralität zu ihren Gunsten von Schweden verlangen, so wird das durch die Monarchenzusammenkunft der skandinavischen Reiche gestärkte Schweden auf solch eine entehrende Zumutung wohl schon die richtige Antwort zu geben wissen. Der Krieg gegen Frankreich. Paris bereitet sich auf den Empfang deutscher Flieger vor. Ein Zeppelin über Paris. Haag, 18. Jan. Ein schnellfahrendes Flugzeug soll vorgestern mittag über Paris, so wird englischen Blättern aus Paris gemeldet, in erheblicher Höhe nur kurze Zeit zwischen Wolkenbänken gesehen worden sein. Offenbar handelte es sich um ein Zeppelinluftschiff. Mehrere Flieger stiegen sofort auf, konnten jedoch das anscheinend eine Erkundigungsfahrt machende Luftschiff nicht mehr entdecken. Die durch das deutsche Flugzeuggeschwader in Dünkirchen und anderen Küstenstädten angerichte. ten Schäden veranlaßten, einem Neutertelegramm aus Parig zufolge, die Pariser Militärbehörde zu Vorsichtsmaßregeln, die von der Regierung noch genehmigt werden müssen. Danach wird die Straßenbeleuchtung völlig aufgehoben. Alle Geschäfte müssen die Beleuchtung der Schaufenster durch Gardinen abschließen, die Fenster der Privat. wohnungen sind zu verhängen. Sämtliche industriellen Unternehmungen innerhalb der Pariser Bannmeile müssen ihre Lichter dämpfen. Ueber die Verteidigung von Paris sagte der Militärgouvernaur General Gallieni dem Vertreter eines holländischen Blattes: Die Verteidigung von Paris ist nur möglich, indem eine Feldschlacht geliefert wird. Ich meinte ansangs, fuhr Gallieni fort, nördlich von Paris diese Schlacht liefern zu müssen, da die Armee Kluck, welche die größte Bedrohung von Paris bildete, sich aus dieser Richtung näherte. Aber dieses Heer bog nach Südosten ab und gab dadurch Gelegenheit zu einem Seitenangriff. Ob Kluck, wenn er von Norden Paris angegriffen hätte, isoliert worden wäre, weiß ich nicht, aber er rechnete nicht mit der Möglichkeit eines Angriffsheeres aus Paris. Dazu hatte er gewissermaßen ein Recht, denn ich mußte dieses Heer noch schaffen. Ich mußte schnell handeln und hab's auch getan. Ich habe die Ueberreste des Heeres Mauncury, die Besatzung von Paris und Verstärkungen, die mir aus dem Süden gesandt, vereinigen können. Das ist alles. General Gallieni meinte weiter, Flugzeuge seien nur zur Aufklärung nützlich; als Waffen hätten sie keinen besonderen Wert. Die Zeppeline könnten noch kommen, aber Paris sei gerüstet, sie zu empfangen. Eine Gefahr bestände für Paris fast nicht mehr; aber wer könne es bestimmt sagen. Wenn so der berufene Beschützer der französischen Hauptstadt zu einem ausländischen Zeitungsvertreter spricht, kann man sich vorstellen, wie groß die Angst in Paris in Wirklichkeit ist. Die allgemeine Kriegslage. zu Berlin, 19. Jan. Ueber die Kriegslage im Westen schreibt ein militärischer Mitarbeiter: Die Vertreibung der Franzosen von dem nörd. lichen Aisneufer bedeutet einen großen Erfolg der deutschen Waffen. Die Bedeutung liegt hauptsächlich darin, daß die Franzosen durch die Besetzung der der Stadt Soissons auf dem nördlichen Aisnelufer vorgelagerten Höhenstellungen sich einen befestigten Brückenkopf geschaffen hatten, aus dem sie jederzeit überraschend mit starken Kräften gegen die deutschen Stellungen hervorbrechen konnten. Dies wurde namentlich dadurch erreicht, daß zahlreiche Eisenbahnlinien aus den verschiedenen Richtungen bei Soissons zusammenliefen. Die Franzosen haben nunmehr diesen Brückenkopf vollkommen verloren. Wollen sie an dieser Stelle ihre Angriffe erneuern, so müssen sie zunächst unter dem Feuer der Deutschen aus den auf den Höhen aufgestellten Geschützen die Aisne überschreiten, wozu sie schwerlich Lust verspüren werden. Neben dem großen taktischen Erfolg kommt noch ein hoher moralischer Eindruck hinzu, da Soissons sehr nahe an der Landeshauptstadt Paris gelegen ist. Gerade aus diesem Grunde wollten die Franzosen durch ihre Angriffe die Deutschen an dieser Stelle weiter nach Norden zurückdrängen. Diese Versuche sind nicht nur gänzlich gescheitert, sondern die Deutschen haben sich auch der Landeshauptstadt noch um einige Kilometer genähert. Die Franzosen haben bei diesen Kämpfen außerordentlich große Verluste erlitten, durch die ihre Widerstandskraft erheblich gelitten haben muß. Da in den letzten Tagen die Deutschen gleichfalls auch noch in der Gegend von Arras und in den Argonnen einige Erfolge erzielt haben und an den anderen Stellen alle feindlichen Angriffe erfolgreich abgewiesen haben, muß auch auf dem westlichen Kriegsschauplatz die Lage für die deutschen Truppen als durchaus günstig bezeichnet werden. Der Kampf in den Schieferbrüchen bei Crouy. London, 19. Jan.„Daily Chronicle“ berichtet aus Paris: Aus Soissons eingetroffene Flüchtlinge geben eine anschauliche Schilderung über den Kampf in den Schieserbrüchen von Crcuy. Der Kampf dauerte danach sieben Tage an und nahm nach einem anfänglichen Erfolg der Franzosen im Tal von Chicres einen unglücklichen Verlauf. Die Franzosen wurden unter einem Granatenhagel begraben. Darauf kamen die Deutschen in einer Stärke von schätzungsweise 50000 Mann von der Hochebene von Vregny und zwangen die Franzosen zum Rückzug. Eine Abteilung französischer Infanterie, die eine ganze Nacht unter Waffen stand, erhielt am 14. Januar bei Tagesanbruch den Befehl, über den Fluß zurückzugehen. Viele waren seit zwei Tagen ohne Nahrung. Die Mannschaften trieften von dem durch die Granaten aufgewühlten Schmutz. Eine Batterie blieb nördlich der Aisne, um den Rückzug zu decken, und fuhr zu feuern fort, bis von ihr nur noch wenige Leute übrig waren. Schließlich wurden die Kanonen nach dem Rande des Plateaus gezogen und schnell durch den Morast herabgeführt. Ein französischer Flieger herabgeschossen. Köln, 19. Jan. Die„Köln. Ztg.“ meldet von der französischen Grenze: Der Berichterstatter des „Matin“, der der Schlacht von Soissons beiwohnte, teilt mit, daß die Deutschen einen französischen Flieger herabschossen, der aus deutsche Munitionskolonnen Bomben geworfen. Der Flieger wurde verwundet und an seinem Flugzeug der Benzinbehälter durchschossen. Schwere Artilleriekämpfe in Belgisch=Flandern. tu Rotterdam, 18. Jan. Auf der ganzen Nordseeküste von Nieuport bis Zeebrügge ist trotz des hohen Seeganges und heftigen Schneetreibens ein schwerer Artilleriekampf im Gange. Einzelheiten sind bis jetzt noch nicht eingetroffen. Ein belgischer General verurteilt. Die heimlichen Umtriebe, welche noch immer in Belgien von einzelnen Personen trotz aller Warn. ungen der deutschen Behörden ausgeübt werden, haben unsere Militärverwaltung in Belgien genötigt, über zwei belgische Offiziere schwere Strafen zu verhängen. Der fast 80jährige belgische General Fieve, welcher als Zivilperson in dem von uns besetzten Gebiet lebt, hatte heimlich ein Büro geleitet, welches sich mit der Beförderung wehrfähiger Belgier über die Grenze befaßte, uum ihnen so die Möglichkeit zu geben, in die belgische Armee einzutreten. Der General wurde zum Tode verurteilt, das Urteil jedoch vom Lütticher Feld. gericht in lebenslängliche Haft umgewandelt. Der begnadigte General ist eine in Belgien bekannte militärische Persönlichkeit und war zu Lebzeiten König Leopolds von Belgien dessen einflußreichster Günstling. Ebenfalls zum Tode verurteilt, aber später zu lebenslänglicher Haft begnadigt wurde der belgische Leutnant Gille, der beim Ausspionieren der von den Deutschen ausgeführten neuen Lütticher Festungsbauten ertappt wurde. — Der Krieg gegen England. Die englische Besorgnis vor einem deutschen Einfall. London, 18. Jan.„Daily Mail“ veröffentlicht eine Anweisung für die Zivilbevölkerung für den Fall einer deutschen Landung, die jetzt in jedem Kirchspiel in Norfolk angeschlagen wird. Alle Pserde, Maultiere, Esel, Automobile, Wagen, Karren oder andere Gefährte, Geschirre usw. müssen sofort nach einem bestimmten Platz gebracht werden, sobald die Behörde den Notstand in dem betreffenden Bezirke proklamiert. Wenn sie nicht mehr gebracht werden können, müssen sie vernichtet oder unbrauchbar gemacht werden. Vieh, das sich in der Nähe des Feindes befindet, muß zusammengetrieben und nach einem bestimmten Ort gebracht werden, wo Schutz vorhanden ist. Im Notfalle muß es getötet werden. Unausgedroschenes Getreide braucht nicht ohne besonderen Befehl vernichtet zu werden. Der Befehl zur Zerstörung des Eigentums wird, sofern es die Umstände erfordern, schriftlich gegeben. Wer dem Befehl, sein Eigentum zu zerstören oder unbrauchbar zu machen, nicht nachkommt, verliert Anspruch auf Entschädigung. Ohne behördlichen Befehl soll niemand Brücken, Eisenbahnmaterial, elektrische Licht= und Kraftstationen, Telegraphenanlagen, Wasserwerke, der Belagerer hält sich an der Grenze des Feuer. Schlausen oder Kais zu zerstören versuchen. Die bereichs. Die Versuche, die Einschließung zu ver## Zivilbevölkerung soll, wenn sie keine anderen Be. engen, scheitern stets an dem heitigen Widerstand fehle erhält, ruhig zu Hause bleiben. der Besatzung, die die Gegner ohne Unterlaß be. Neue Burenbewegung. unruhigt und täglich Gefangene= macht. Ein Ver. tu Amsterdam, 19. Jan. Am 13. Januar ist in such, schwere Batterien im Vorfeld aufzustellen Bloemfontein die Nachricht eingetroffen, daß neue wurde durch einen von wohlgezieltem Artillerie, starke Buren=Abteilungen bei Maseking und in feuer unterstützten Ausfall vereitelt und die zu Westgriqualand festgestellt sind und sich Prätoria! Wiedergewinnung des Postens heranstürmenden stähern.[ Bataillone niedergeschlagen. Nach Angabe gefan. gener russicher Ossiziere betragen die russischen##### Der Krieg gegen Rußland. Zur Kriegslage im Osten. Zürich, 18. Jan. Der militärische Mitarbeiter des„Corriere della Sera“, Generalmajor Gatti, setzt auseinander, daß im Osten während des Winters keine großen Ereignisse zu erwarten seien. Den Russen werde es nicht mgölich sein, die Karpathen im Winter zu überschreiten. Wie die Oesterreicher würden sie darauf bedacht sein, sich auf das Frühjahr vorzubereiten. Die geplante österreichisch=ungarische Offensive gegen Serbien findet Gatti aus politischen Gründen vorteilhaft, doch wird sie kaum während des Winters eine Entscheidung herbeiführen. Dies beweise jedenfalls, daß Deutschland und Oesterreich=Ungarn noch immer über starke Reserven verfügen. Ungeheure russische Verluste. tu Budapest, 19. Jan. Der„Pester Lloyd“ veröffentlicht eine Darstellung über die Kriegslage durch seinen militärischen Mitarbeiter, in der es heißt: Die Verluste der Russen gegenüber der öster. reichisch=ungarisch=deutschen Front zwischen Gorlice und Inowlodz werden mit 40—50 000 Toten angegeben. Die Russen vor einem allgemeinen Rückzug in Galizien. Paris, 18. Jan. Peinliches Aufsehen erregt hier eine Depesche des„Neuyork Herald“ aus Petersburg, die in verdeckten Worten einen Rückzug der Russen auf der ganzen Front ankündigt. Das Telegramm erklärt, das schlechte Wetter habe die Russen an dem weiteren Vorwärtsdringen gehindert. Einige unbedeutende Scharmützel haben, heißt es weiter, zwischen Pinczow und Gorlice in Westgalizien stattgefunden. Eine leichte Rückzugsbewegung stehe in Aussicht, falls es nicht gelingen sollte, Przemysl in den nächsten Tagen zu Fall zu bringen. In den Karpathen ist die Bewegung bereits eingetreten und die Russen haben sich nach festeren Stellungen zurückgezogen. Der unaufhörliche Regen hat die Wirksamkeit des russisischen Artilleriefeuers aufgehoben, und der russische Generalstab hat es für vorteilhafter gehalten, seine Truppen in geschützte Stellungen zu bringen, wo sie eine abwartende Haltung einnehmen können. Das obere Dunajectal ist, wie bekannt, von den Russen bereits geräumt worden, doch haben sie sich auch zur Aufgabe der Uszokhöhen gezwungen, sowie aller Punkte, die sie bisher im Distrikt Ung besaßen. Die Stellungen, die die Russen jetzt einnehmen, trotzen jedem feindlichen Angriff. Die Loslösung vom Gegner erfolgte ohne besondere Schwierigkeiten, da die Zustände der Landstraßen eine Offensivbewegung der Oesterreicher unmöglich machen. Die Stellung der Russen ist durchaus nicht ungünstig, da sie sich dem Verpflegungszentrum genähert haben. Die russischen Mißerfolge vor Przemysl. Wie die Wiener„Neue Freie Presse“ berichtet, treffen aus Przemysl täglich drahtlose Meldungen ein. Danach haben die Russen einen Teil der Belagerungstruppen nach dem Dunajec und den Karpathen abziehen müssen. Die Beschießung wird im allgemeinen träge durchgeführt. Die Artillerie Verluste bei dieser zweiten Einschliefung bereits ungefähr 25000 Mann an Totes, Verwundeten und besonders Kranken. Vor der Entscheidung in Polen. Wien, 18. Jan. Russische Kommuniques er. wähnen heftige Artilleriegefechte längs der Froni am ganzen linken Weichselufer und andauernde hartnäckige Vorstöße der Deutschen in der Bzura. gegend. Nordöstlich von Rawa sind erbitterte Kämpfe im Gange, die auch des Nachts andauern# Bei Ploczk unternahmen die Deutschen unausge. setzte stürmische Angriffe. Auf der Weichsel bei der## Insel Janitschew sind russische Schiffe in Aktion getreten, konnten jedoch infolge des seindlichen Artilleriefeuers ihre Erfolge nicht ausnutzen. Im allgemeinen weist das Kriegsbild seit Tagen an allen Fronten einen Stillstand auf. Wie die Kriegs. berichterstatter russischer Blätter betonen, ist die entscheidende Phase des jetzigen Kriegsabschnitts offenbar in Vorbereitung. Den Schauplatz wird der Raum um Warschau bilden. Gemeldet wird, daß Tomaszow unter dem Bombardement furcht. bar gelitten habe. Ein Vorort von Stierniwiee sei vollständig zerstört, Skierniwice selbst arg be. schädigt. Nachrichten über die Lage in Warschau## werden in den russischen Blättern fast durchweg unterdrückt. Eine neue Schlacht in Aussicht! wib Basel, 19. Januar.(Richtamtlich.) Laut# „Nationalztg.“ schreibt der milikärische Mitarbeiter## der„Nowoje Wremja": Die bekanntgewordenen Truppenverschiebungen hinter der deutschen Front beweisen alles andere als einen Rückzug des Fein. des. Wir müssen vielmehr eine neue Schlacht auf der ganzen Linie erwarten, vielleicht in einem unerwarteten Moment. Schwere Verluste der Russen durch Frost. Budapest, 18. Jan. Der Berichterstatter des „Az Est“ meldet aus Ungwa: Die russischen Truppen, die im Ungtale operieren, werden durch die große Kälte dezimiert. Die russischen InfanterieRegimenter Nr. 261 und 262, die auf den Berg. höhen lagern, verloren die Hälfte ihrer Mannschaf. ten. Unsere Soldaten begraben in der Umgebung von Csontos Hunderte erfrorener Feinde. In Veszterre konnte der Feind seit neun Tagen keinen Schritt vorwärts tun; infolge unserer günstigen Stellungen haben die Russen große Verluste. Die Arbeiter=Unruhen in Rußland. Stockhelm, 19. Jan. In Petersburg und Moskau dauern die Arbeiter-Unruhen mit unverminderter Heftigkeit fort. Es befinden sich in Pe. tersburg über 30.000, in Moskau über 28,000 Ar. beiter im Ausstande. Die Kämpfe im Kaukasus. Peters burg, 19. Januar. Die„Nowoje Wremja“ meldet über die Kämpfe: Die Schlachi bei Karaurgan hält seit dem 10. Januar ununterbrochen an und es liegt bis jetzt noch kein Anzeichen dafür vor, daß ein Ausgang nahe bevor. steht. Im Gegenteil scheinen die Kämpfe noch an Heftigkeit und Ausdehnung zuzunehmen, da die Das Geheimnis von Thalberg. Roman von F. Kuntschner. 62 „Das wollte Gott verhüten! Nein, ihre Jugendkraft wird siegen. Verzage nicht, Mutter! Und jetzt möchte ich nur von ferne einen Blick auf die Arme werfen.“ Durch die Türspalte konnte er gerade auf Albertine, die mit tiefgerötetem Antlitz, halbgeöffneten Augen und Unverständliches murmelnd, ruhelos auf dem Lager sich hin und her warf, hinsehen und trat, tieferschüttert durch diesen traurigen Anblick, wieder zurück. „Sie wird sterben— mein Gott, alles kommt wber stih“ u e ter i hh Richard antwortete nicht. Auch iym wurde plotz= lich bange ums Herz. „Ich muß jetzt zum Vater, denn er ist mit nach Wien gekommen, um in der Nähe zu sein. Lebe wohl, Mutter! Iu wenigen Stunden komme ich wieder.“ „Noch eins flößt mir Angst ein, Richard,“ sagte Frau Hedwig, als Richard schon an der Tür stand. „Und das wäre, Mutter?“ „Was die Welt dazu sagen wird, wenn—“ „Die Welt? Das macht mir die geringste Sorge. Vor allem soll Albertine genesen. Heute noch werden die betreffenden die Mitteilung von Albertines schwerer Erkrankung erhalten. Damit ist der erste Schritt gemacht; alles Weitere wird sich dann wie von selbst finden. Mein Vater und ich werden, sobald meine Schwester auf dem Wege der Genesung ist, Thalberg verlassen. Weine nicht! Wo immer ich auch sein werde, sollst Du und die Schwester in meiner Nähe sein. Küsse mich noch, meine MutRichard fuhr rasch ins Hotel zurück, wo der Freiherr ein Zimmer genommen, um diesem Bericht zu erstatten. „De bist Du endlich Also, wie geht es Alberbeste elsche ese lchal ie cher bilche lesend, der Vater. SSchlecht!“ „Schlecht! Und ist— keine Hoffnung, sie am Leben zu erhalten? Wenn das Mädchen stirbt, dann werde ich keine ruhige Stunde mehr haben.“ „Mein armer Vater, fasse Dich! Auch dieser Sturm wird sich noch legen. Jetzt soll Jakob mir helfen, damit die Absagetelegramme schleunigst besorgt werden. Dann fahre ich nochmals zu Albertine.“ Der Freiherr nickte nur stumm zu allem, dann nahm er, die Stirn in die Hand stützend, am Fenster Platz. Wohl war sein Geist gedrückt und sein Herz schwer; aber ein Blick auf Richard, der alles so tapfer und mutig trug, genügte, um auch ihm Mut einzuflößen und ohne Zagen in die Zukunft zu schauen. Jetzt freilich verdrängte die Sorge um Albertine jeden andern Gedanken aus seinem Geist. Bange Wochen waren vergangen, bis endlich Richard dem Vater die frohe Botschaft, daß Albertine außer aller Gefahr war, überbringen konnte. „Dem Himmel sei Dank!“ rief mit solcher Innigkeit, wie wohl noch nie im Leben, der Freiherr aus.„Wenn Du wüßtest, welche Last Du mir mit dieser Freudenbotschaft von der Seele nimmst!" „Das glaube ich Dir gerne, Vater!" „Und hast Duschon mit ihr gesprochen, Richard?“ „Nein, und dies wird wohl auch noch nicht so schnell geschehen, denn sie ist, wie begreiflich, noch ungemein schwach und der Arzt, der in mir natürlich ihren Verlobten sieht, hält ein Wiedersehen zwischen uns noch nicht für ratsam. Auch ich stimme ihm bei, obwohl ich mich sehne, meine Schwester zu begrüßen. Wenn sie mehr zu Kräften kommt, was, wie ich hoffe, bald der Fall sein dürfte, wird man mit ihr Wien verlassen.“ Eine Pause trat ein. Der Freiherr ging im Gemache auf und ab und schien in ernste Gedanken versunken, indessen Richards Augen ihm mit traueigen Blicken folgten. Kotert bonter icht lele, wie bltald. Sofort wandte sich der Freiherr um. „Was wünschest Du, lieber Richard?“ „Auch wir werden Wien verlassen,“ lautete Richards ernste Entgegnung. Herr von Thalberg senkte stumm das erblassende Antlitz. „Wir werden uns nur so lange noch auf Thalberg aufhalten, bis wir alles zur— Reise Nötige geordnet haben,“ sprach der junge Mann mit leiser, doch fester Stimme weiter,„und um von unseren intimsten Freunden, deren wir ja nicht viele haben, Abschied zu nehmen.“ „Und— Deine Heirat? Was wirst Du darüber sagen?“ „Das wird sich im Sande verlaufen. Nach einem halben Jahre wird man kaum mehr daran denken.“ „Aber die Randdlins, Richard?“ „Auch die dürfen keine Ahnung von dem eigentlichen Sachverhalt haben. Niemand, Vater, soll darum wissen,“ kam es sehr energisch von Richard zurlck. „Es sei denn! Alles soll geschehen; wie Du es anordnest, und wir können Wien sofort verlassen.“ „Gut: So werde ich noch heute bei meiner Mutter vorsprechen und dann von meiner lieben, guten Freundin, von Eva, Abschied nehmen.“ Am nächsten Morgen schon verließen Vater und Sohn Wien, das sie, wie sie meinten, wohl so bald nicht wiedersehen würden. Der für die Abreise bestimmte Termin rückte immer näher; im Hausflur unten standen bereits die gepackten Koffer und die alte Gertrud, die die Wahrheit ahnte, ging mit vor Weinen ganz verschwollenen Augen herum, denn auch sie mußte, wenn die neue Herrschaft hier einziehen würde, das so liebgewordene Thalberg verlassen, ohne zu wissen, wo sie eine neue Heimat finden würde. Dem andern Dienstpersonal sollte erst nach Abreise der Herren gekündigt werden. Der Freiherr ging oft und oft wie verloren durch die vornehmen Räume, die Zeuge seines einstigen Glückes, seines gestohleuen Glanzes waren. Seltsam jedoch war es, daß er fast nie mehr von der heimgegangenen Freifrau sprach und auch äußerst selten, und zwar stets ohne Begleitung des Sohnes, deren letzte Ruhestätte aufsuchte. Daß er die Frau, die er doch so abgöttisch geliebt, nicht vergessen hatte, davon war Richard fest überzeugt, es mußte also einen andern Grund geben für sein scheinbares Außerachtlassen der Pietät gegen die Verstorbene. „Nur mehr drei Tage und—“ des Freiherrn Stimme brach und schmerzvoll aufseufzend ließ er sich in einen Sessel nieder. „Mut, mein Vater, nur Mut!“ sprach Richard ihm zu.„Dein Sohn wird auch in der schweren Stunde an Deiner Seite stehen, die allerdings wohl eine der bittersten sein wird.“ „Du meinst, wenn ich— Rustan gegenübertreten muß?“ „Ja, Vater! Aber auch sie wird vorübergehenund, wenn dieses Schwerste hinter Dir liegen wird, wirst Du aufatmen, denn alles andere ist zu ertragen.“ „Komm, Richard, begleite mich noch einmal— zum letzten Mal— zur Ruhestätte meiner armen Lydia," bat der Freiherr den Sohn am Vorabend ihrer Abreise.„Glaube mir, so schmerzlich ich auch ihren Heimgang beklage, so erfüllt mich dieser heute doch mit Trost! Ihr Herz wäre gebrochen, wenn sie den Mann, den sie so geliebt—“ „Still, mein Vater! Quäle Dich nicht unnütz! Du willft ja gutmachen, mehr kannst Du nicht tun.“ Eine Zeitlang verweilten beide an Frau Lydias reich mit Blumen geschmückter Schlummerstätte im stillen, innigen Gebet. „Wer wird ihr in Zukunft Blumen bringen?“ „Melitta von Rustan; ich will sie darum bitten und ich bin überzeugt, daß sie es recht gerne tun wird," entgegnete Richard.„Gräme Dich nicht, mein arier Vater!“ Langsam und jeder mit seinen eigenen ernsten Gedanken beschäftigt, kehrten die Herren durch den Srrlichen Part zum Schloß zurück. 217,16 der Grenze des Feuer, ie Einschließung zu ver. dem heitigen Widerstand gner ohne Unterlaß bengene= macht. Ein Ver, m Vorfeld aufzustellen. wohlgezieltem Artillerie. vereitelt und die zu lostens heranstürmender## 1. Nach Angabe gesan.## betragen die russischen n Einschliefung bereits in Toten, Verwundeten dung in Polen. ssische Kommuniques er. zefechte längs der Froni elufer und andauernde Deutschen in der Bzura. Rawa sind erbitterte### ich des Nachts andauern. die Deutschen undusge. Auf der Weichsel bei der ssische Schiffe in Aktion infolge des seindlichen lge nicht ausnutzen. Im riegsbild seit Tagen an and auf. Wie die Kriegs. Blätter betonen, ist die jetzigen Kriegsabschnitts Den Schauplatz wird bilden. Gemeldet wird, m Bombardement furcht. Vorort von Skierniwice skierniwice selbst arg be. r die Lage in Warschau Blättern fast durchweg icht in Aussicht! r.(Nichtamtlich.) Leut r milikärische Mitarbeiter Die bekanntgewordenen iter der deutschen Front einen Rückzug des Fein. hr eine neue Schlacht auf n, vielleicht in einem unr Russen durch Frost. Der Berichterstatter des gwa: Die russischen Truprieren, werden durch die Die russischen Infanterie262, die cuf den Berg. e Hälfte ihrer Mannschaf. graben in der Umgebung erfrorener Feinde. In id seit neun Tagen keinen infolge unserer günstigen issen große Verluste. euhen in Rußland. In Petersburg und Moser=Unruhen mit unverEs befinden sich in Pe. Moskau über 28000 Ar. am jedoch war es, daß mgegangenen Freifrau m, und zwar stets ohne m letzte Ruhestätte aufer doch so abgöttisch e, davon war Richard o einen andern Grund ußerachtlassen der Pieind—“ des Freiherrn voll aufseufzend ließ er Mut!“ sprach Richard auch in der schweren sen, die allerdings wohl Rustan gegenübertrewird vorübergehenund, : Dir liegen wird, wirst ndere ist zu ertragen.“ ite mich noch einmal— thestätte meiner armen i Sohn am Vorabend so schmerzlich ich auch erfüllt mich dieser heute väre gebrochen, wenn liebt—“ äle Dich nicht unnütz! hr kannst Du nicht tun.“ en beide an Frau Lyschmückter Schlummersebet. mft Blumen bringen?“ ich will sie darum bitten ß sie es recht gerne tun „Gräme Dich nicht, mein seinen eigenen ernsten en die Herren durch den iß zurück. 217,16 im Kaukasus. Januar. Die„Nowoje ie Kämpfe: Die Schlachi dem 10. Januar ununterbis jetzt noch kein An. ein Ausgang nahe bevor. einen die Kämpfe noch an ung zuzunehmen, da die Turken sortwährend Verstärkungen erhalten. Die Stärke der türkischen Truppen dürfte sich jetzt auf etwa 150 000 Mann belaufen. Die Türken kämpfen sehr mutig und unter ziemlich günstigen Bedingungen, da der Schneefall aufgehört hat und die Temperatur gestiegen ist. Außerdem haben sie sich ihrer Verpflegungsbafis genähert und leiden weder an Lebensmittel= noch an Munitionsmangel. Der Ausgang der Kämpfe ist daher durchaus unsicher. Niederlage der Russen in Persien. wtb Konstantinopel, 19. Januar. Das Hauptquartier teilt mit: Unsere kaukasischen Trup. pen verteidigen hartnäckig ihre Stellungen gegen die Russen, die mit überlegenen Kräften angreisen. Ein feindlicher Versuch, den Flügel eines unserer Korps zu umfassen, ist gescheitert. Nach einem Gesecht zwischen unserer und der russischen Kavallerie (westlich von Choi) floh der Feind unter Zurück. lassung von Toten und Verwundeten. Niederlage der Engländer in Ostafrika. Die„gelbe“ Gefahr. wtb Petersburg, 18. Jan. Nach einer Meldung der„Nowoje Wremja“ hat Graf Okuma in der Zeitung„Kokunin“ folgendes erklärt: Japan habe größere Aufgaben, als über das Schicksal der unbedeutenden deutschen Kolonien zu verfügen. Seine Aufgabe bestehe darin, Europa die Augen über die wahre Bedeutung Japans zu öffnen. Der Stille Ozean liege schon im Bereich des japanischen Einflusses. Die Japaner könnten jetzt das Prestige ihres Reiches zu einem hohen Aufschwung bringen. Ein unbewaffneter Friede sei kein wahrer Friede, da die Diplomatie ohne militärische Unterstützung machtlos sei. Die Verstärkung der japanischen Armee und Flotte sei notwendig. Der Graf schließt seinen Artikel mit der Erklärung, daß, falls es der Regierung nicht gelingen werde, sich in den Wahlen die Mehrheit zu sichern, das Kabinett seinen Abschied nehmen werde. Die Japaner wollen nicht. Petersburg, 18. Januar. Die„Rußkoje Slovo“ bringt aus Tokio einen großen Auszug aus japanischen Blättern, die alle den Hilferuf Pichons ablehnen, teils höflich, teils schroff. Das Blatt „Asahi“ bemerkt besonders scharf: Wer andere zum Siege brauchen will, hat schon verloren. —— Gebete für den Frieden. wtb Rom, 18. Januar.„Osservatore Romano“ meldet: Der Papst hat durch einen Erlaß besondere Gebete für den Frieden angeordnet, die an bestimmten Tagen verrichtet werden sollen. Ferner sollen auf Aunsch des Papstes in allen Kathedralen und Kirchen Europas am 7. Februar, in anderen Erdteilen am 31. März besondere Gottesdienste abgehalten werden.„Osservatore Romano“ veröffentlicht den Wortlaut des Erlasses und der Gebete. Aus Stadt und Umgebung. *e Schwerte, 19. Januar 1915. **(Wie Kaisers Geburtstag gefeiert werden soll.) Amtlich wird mitgeteilt: Nach allerhöchster Willensäußerung soll die Kaisersgeburtstagsfeier bei dem Ernste der Zeit in diesem Jahre wesentliche Einschränkungen erfahren. Oeffentliche Feste, die den Charakter von Vergnügungen haben, wie Festessen, Theatervorstellungen, Tanzbelustigungen, sollen durchweg unterbleiben. Dagegen soll überall Mvuni F. Mafsstab ReR KGTrhe # an 86 73 R 8 e ce * 2 a. G wtb Berlin, 17. Jan.(Nichtamtlich.) Ueber die Schlacht bei Tanga, dieser größten bisher auuf dem Boden unserer Kolonien erfolgten Waffentat, liegen jetzt amtliche Meldungen des Gouverneurs von Deutschostafrika vor. Danach war der Erfolg weit bedeutender, als die englischen Berichte zu. geben. Die Kämpfe fanden am 3., 4. und 5. November statt. Am 2. November erschienen die Engländer mit zwei Kriegsschiffen und zwölf Transportschiffen vor Tanga und forderten die bedingungslose Uebergabe, die aber vom Gauverneur Dr. Schnee abgelehnt wurde. Darauf dampften die Schiffe ab, erschienen aber am dritten Tage vor Tanga und landeten vor Ras Kasone ein europäisches und vier indische Regimenter, darunter auch Kavallerie, acht Maschinengewehre und neun Geschütze. Auch Marinetruppen wurden aus. geschifft. Die schweren Schiffsgeschütze des Kreuzers„Fax“ unterstützten den Angriff des Feindes von der See aus. Das feindliche Landungskorps wurde in erbitterten dreitägigen Kämpfen mit schweren Verlusten auf der seindlichen Seite zurückgeschlagen. Am 4. November währten die Kämpfe urunterbrochen 15½ Stunden. Abends fand ein K- 4 24. M — entscheidendes Gefecht gegen die gesamte feindliche Streitmacht statt, trotz heftiger Beschießung der Stadt durch feindliche Schiffsgeschütze. Das Feuer unserer Geschütze setzte einen englischen Transportdampfer in Brand. Auch der englische Kreuzer „Fax“ erhielt schwere Treffer. Am 6. November zogen die englischen Schiffe nach Norden ab. Das Landungskorps hatte eine Stärke von ungefähr 8000 Mann, während die Unserigen 2000 zählten. Die Verluste der Engländer betnugen über 3000 Mann an Toten, Verwundeten und Gefangenen. Unsere Verluste waren gering. Ziffernmäßige Angaben stehen noch aus. Nach flüchtiger Zählung wurden erbautet: 8 Maschinengewehre, 300 000 Patronen, 30 Feldtelephonapparate, über 1000 wollene Decken und viele Gewehre und Ausrüstungsgegenstände, sowie große Mengen Proviant. Die Stimmung unserer siegreichen Truppen(Schutzund Polizeitruppen und Kriegsfreiwillige aus dem Schutzgebiet) war ausgezeichnet. Auch die Askaris bewiesen aufopfernde Hingabe und Heldenmut. Die volle Tragweite der englischen Niederlage ist von hier aus noch nicht annähernd zu übersehen. Lehrer Köhnen wurden zu Ehrenmitgliedern#### nannt. Das 25jährige Bestehen des Vereins, verbunden mit Fahnenweihe, soll, wenn möglich, durch eine kleine Feier mit dem Frühjahrsdelegierten. tag, welcher hier stattfindet, begangen werden. (Ein Einbruchsdiebstahl) wurde in vergangener Nacht bei dem Produktenhändler Kreikebaum in der Wilhelmstraße ausgeführt. Die Diebe drangen nach Zertrümmerung einer Fensterscheibe in den Laden und hießen Käse, sowie Tabak, Zigarren und Zigaretten mitgehen. Aus Aerger varüber, daß ihnen die vom Besitzer beim Ladenschluß mit in die Wohnräume genommene Ladenkasse entgangen war, streuten sie Kartosseln und andere Waren in größerer Menge im Laden umher. **(Arbeitsvermittlung für Kriegsinvalide.) Die Frage der Arbeitsvermittlung für Kriegsinva. lide hat den Vorstand des Verbandes deutscher Arbeitsnachweise in einer kürzlich in Berlin stattgehabten Sitzung beschäftigt. Der Verband hat an sämtl. angeschlossenen deutschen Arbeitsnachweisverbände ein Rundschreiben erlassen, in dem auf die hohe Bedeutung der Arbeitsvermittlung für Kriegsinvalide hingewiesen und die regste Beteiligung als eine selbstverständliche Pflicht der Arbeitsnachweis=Organisation bezeichnet wird. Eine Sitzung des Ausschusses des Verbandes deutscher Arbeitsnachweise ist in Aussicht genommen, sobald die Organisationsfrage, die bekanntlich jüngst erörtert wurde, gelöst ist. **(Die neuen Zwanzigmarkscheine) der ReichsDarlehnskasse sind seit einigen Tagen in Umlauf gesetzt; die Scheine haben ein recht gefälliges Aussehen. *(Evangel. Arbeiterverein.) In der vorgestrigen Monatsversammlung des Arbeiter- und BürgerVereins wurden nach erfolgter Beitragszahlung die Herren Kuhfuß und Nöthe zu Rechnungsprüfern gewählt. Als Tag der Jahresgeneralversammlung, welche mit einem patriotischen Familienabend verbunden sein wird, weirde der 21. Februar bestimmt. *(Erangelisches Volksbüro.) Am morgigen Mittwoch vormittag von 11 bis 1 Uhr wird im „Alten Rathcus“(Müller) eine Sprechstunde des evangel. Volksbüros abgehalten. **(Auszeichnungen an Hebammen.) Im Jahre 1914 wurden von der Kaiserin an Hebammen nach vierzigjähriger Tätigkeit in ihrem Berufe goldene Broschen verliehen: in der Rheinprovinz 35, in der Provinz Schlesien 24, in der Provinz Brandenburg 17, darunter 2 Berlin, in der Provinz Hannover 17, in der Provinz Hessen=Nassau 16. in der Provinz Westfalen 15, in der Provinz Sachsen 13, in den Reichslanden Elsaß=Lothringen 11, in der Provinz Pommern 9, in der Provinz Westpreußen 8, in der Provinz Schleswig=Holstein 6, in der Provinz Ostpreußen 4, in der Provinz Posen 3, zusammen 178. da, wo schon bisher eine kirchliche Feier am 27. Januar auch an Wochentagen— in diesem Jahre Mittwoch— üblich war, diese auch jetzt stattfinden und darüber hinaus allgemein die Veranstaltung kirchlicher Feiern für alle Konfessionen empfohlen werden. Außerdem soll in allen Schulen in herkömmlicher Weise ein Festakt stattfinden. Es darf wohl angenommen werden, daß die Beteiligung namentlich bei den kirchlichen Feiern in diesem Jahre eine besonders starke sein wird. *(Mit dem Eisernen Kreuz) ausgezeichnet wurden Leutnant d. R. Jacobs=Holzen und Feldw.=Leutn. W. Balster von hier. Beide befin. den sich auf dem westlichen Kriegsschauplatz. Wir gratulieren bestens! *e(Eine weitere Pfund=Paket=Woche.) Feldpostbriefe nach dem Feldheer im Gewicht über 250 bis 500 Gramm werden für die Zeit vom 1. bis einschließlich 7 Februar von neuem zugelassen. Die Gebühr beträgt 20 Pfg. *(Kath. Arbeiterverein.) Am Sonntag hielt der kath. Arbeiter=Verein im Vereinslokal seine erste diesjährige Generalversammlung ab. HHerr Pfarrer Schnurbus gedachte zunächst der 4 Mitglieder, die den Heldentod fürs Vaterland gestorben sind. Die Einnahme des Vereins betrug im vorigen Jahre 1539,80 Mk., die Ausgabe 1363,65 Mk. Der gesamte Vorstand wurde wiedergewählt. Zum Vereinslokal wurde wieder das Lokal des Herrn Kordeck bestimmt. Herr Kaplan Röseler und Herr Geisecke, 18. Jan.(Schulvorstand.) In der letzten Sitzung des Schulvorstandes des Gesamtschulverbandes Geisecke=Lichtendorf wurde folgendes verhandelt und beschlossen: Der Haushaltsanschlag für das Jahr 1915 wurde durchberaten und in Einnahme und Ausgabe auf 16.180 Mark festgesetzt. Die in der Schulverbandskasse vorhandenen Vorschüsse bezw. die erforderlichen Auslagen, u. a. für Anlage der Kreiswasserleitung, sollen auf die Gemeinden Geisecke und Lichtendorf verteilt und umgelgt werden. Mit dem Verkauf der bei den Schulen Geisecke, Eichholz und im heiligen Eeist entbehrlich gewordenen Pumpen wurde Herr Amtsbaumeister Dickehage beauftragt. Verantwortlich für die Redaktion Friedr. Kraas, Druck u. Verlag von Carl Braus, beide in Schwerte. Anordnung, beireffend Verboi des vorzeitigen Schlachtens von Sauen. Auf Grund des§ 1 der Bekanntmachung des Stellvertreters des Reichskanzlers, betreffend das Schlachten von Schweinen und Kälbern, vom 19. Dezember 1914 (R. G. Bl. S. 536) wird folgendes bestimmt: § 1. Das Schlachten von sichtbar trächtigen Sauen ist verboten. S 2. Verbot findet keine Anwendung auf Schlachtungen, die geschehen, weil zu befürchten ist, daß das Tier an einer Erkrankung verenden werde oder weil es infolge eines Unglücksfalles sofort getötet werden muß. Solche Schlachtungen sind jedoch der für den Schlachtungsort zuständigen Ortspolizeibehörde spätestens innerhalb dreier Tage nach dem Schlachten anzuzeigen. Ferner findet das Verbot keine Anwendung auf das aus dem Auslande eingeführte Schlachtvieh. § 3. Zuwiderhandlungen gegen diese Anordnung werden gemäß§ 2 der eingangs erwähnten Bekanntmachung mit Geldstrafe bis zu 150 Mark oder mit Haft bestraft. § 4. Diese Anordnung tritt mit dem Tage ihrer Veröffentlichung im Deutschen Reichs= und Preußischen Staatsanzeiger in Kraft. Die Anordnung, betreffend Verbot des vorzeitigen Schlachtens von Sauen, vom 6. Oktober 1914 wird aufgehoben. Berlin, den 23. Dezember 1914. 313 Der Minister für Landwirtschaft„Domänen und Forsten. I. V. Küster. nummaUndamamnn in den neuesten Fassons in grosser Auswahl vorrätig. Vorzüglicher Sitz. 642 Cute Stoffqualitäten selbst in den billigeren Preislagen. Otto Marx, „Schwerte, Ostenstr. 20 5 Werkstatt oder kleine Fabrik mit Kraft= oder, wo Kraftanschluß erhältlich, zu mieten oder zu kaufen gesucht. Angebote unter A. 350 an die Geschäftsst. d. Zig. erbeten. Bekanntmachung. Die enklastete Amtskassenrechnung für das Jahr 1913 liegt vom 25. d Mts. an 14 Tage lang im Geschäftszimmer des Unterzeichneten, Zimmer Nr. 3, für die Amtseingesessenen offen. Wellinghofen, den 18. Januar 1915. 348 Der Amtmann: Harlung. E.. med. Sczalot Spezialarzt für OhrenKasen= und Halsleiden. Hagen i Nordstraße 19. Sprechzeit 10—12, 3—5 sonntags sags. Zwangsverkauf. Am Miltwoch, d. 20. Januar er., vormittags 10 Uhr, werde ich im Pfandlokale Wirtschaft Müller hierselbst: 1 Waschmaschine und 60 Kisten Zigarren gegen bar versteigern. Der Verhauf findet bestimmt statt. Morgenroih 3•4 Gerichtsvollzieher. Für uusere krieger! Unterzeuge wie: Hemden, jacken, Hosen, Socken, Lungenschüt zer Handschuhe, 6378 Taschentücher empfiehlt in grosser Auswahl zu billigen Preisen. Kauthaus Ollo Miark Ostenstrasse 20. 2 große 342 Zimmer sofort od. zum 1. April zu verm. Daselbst Ofen u. kl. Herd spottbillig zu verkaufen. Hörderstraße 72. S Wöhrungen von je S Zimmern mit Gasbeleuchtung vom 1. Febraar ab zu vermieten. Anfragen beim Amtsgericht, Zimmer 2. 339 von 3, 4, 5 u. 6 Zimmern zu vermieten. 287 Luck, Baugeschäft, Königstraße. Eine schöne 259 nur vormit 820 Instiut Boltz PrRE-, AbNur. Umsenau 0 Thüc. Prosn frei 9 Orig. franz. Sreter etin pro Flasche aus d. Haus 1.10 Mh., im Aus. chank per Glas 20 Pfg. Franz. Cognae, Reines Weindestillat, pro 8l. 10.— und 8 Mh. empfiehlt Carl Kallk, Gasthof zu Selle. Teleson 251. Mutter= 8 veratungesteue Millwoch, den 20. Jan nachm. 3 Uhr im alten Rathaus, Brückstraße. 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Die Fabrikanten und Händler haven binnen drei Tagen nach Veröffentlichung dieser Bekanntmachung dem unterzeichneten stellvertretenden Generalkommando eine Nachweisung nach untenstehendem Muster einzureichen. soweit es sich um einen Bestand von mindestens 50 Stück Decken handelt. Die Bestände verbleiben vorläufig zur alleinigen Verfügung der Heeresverwallung in den Lagerräumen. Ueber Freigabe einzelner Stücke oder eines Teiles der angegebenen Mengen wird im Einzelfalle auf Antrag vom Kriegsministerium Entscheidung getroffen. Etwaige Anträge aus Freigabe sind direkt an das Kriegsministerium zu richten. Im weiteren behält sich die Heeresverwaltung den Ankauf oder die demnächstige Wiederfreigabe der nachgewiesenen Bestände vor. Der kommandierende General. Frhr. von Gayl. 317 General der Infanterie. Nachweisung der Deckenbestände der Firma— in ., d e n..— J a n u a r 1 9 1 5. (Unterschrift:) Bekanntmachung betrifft die Angehörigen feindlicher Staaten. Auf Grund des Gesetzes über den Belagerungszustand vom 4. Juni 1851 wird aus Gründen der öffentlichen Sicherheit folgendes angeordnet: 1. Alle Angehörigen feindlicher Staaten(Belgien, England, Frankreich, Japan, Montenegro, Rußland und Serbien), welche sich noch nicht bei der Polizeibehörde ihres Aufenthaltsortes gemeldet haben, müssen das binnen 24 Stunden nachholen. 2. Sie dürfen ohne Genehmigung der Polizeibehörde die Grenze des Gemeindebezirks ihres Aufenthaltsortes auch nicht vorübergehend verlassen. 3. Der Wechsel des Aufenthaltsortes ist nur mit Genehmigung des stellvertretenden Generalkommandos gestattet. Zur Genehmigung des Wechsels innerhalb des Korpsbezirks sind die Regierungspräsidenten ev. nach Benehmen untereinander ermächtigt. 4. Ist das geschehen, so hat der Ausländer den neuen aufenthaltsort vor der Abreise der Polizeibehörde anzuzeigen. Er darf die Reise nicht antreten, bevor ihm diese Behörde einen Erlaubnisschein zur Reise ausgestellt hat. 5. Die Reise ist ohne Unterbrechung und auf dem kürzesten Wege auszuführen Nach der Ankunft hat sofortige Meldung bei der Pol zei zu erfolgen. 6. Zuwiderhandlungen gegen diese Verordnung werden nach§ 9b des Gesetzes vom 4. Juni 1851 mit Gefängnis bestraft. Münster, den 23. Dezember 1914. Der kommandierende General. Frhr. von Gayl. 337 Trauer Ariele liefert schnell und sauber Buchdruckerei G. Braus Heute nacht um 12 Uhr starb nach kurzem schwerem Leiden mein innigstgeliebter Mann, mein lieber treusorgender Vater, unser guter Bruder, Schwiegervater, Grossvater, Schwager und Onkel, der Kreiswegewärter Wiln. Theves im Alter von 62 Jahren 10 Monaten. Um stille Teilnahme bitten Die trauernden Hinterbliebenen. Wandhofen und Marl, den 17. Januar 1915. Die Beerdigung findet Donnerstag, nachm. 2½ Uhr vom Trauerhause, Hagenerstrasse 23VI, aus statt.— Trauerfeier 2½ Uhr ebendaselbst.— Sollte jemand aus Versehen keine Nachricht erhalten, so diene diese als solche. 341 Den Heldentod für Kaiser und Reich starb mein lieber Pflegesohn, unser treuer Enkel, Bruder, Schwager, Onkel, Neffe und Vetter Pins-desulg Hofsbesitzer zu Holzen bei Schwerte, Unteroffizier im Regiment Jäger zu Pferde Nr. 2(Langensalza) am 8. Nov. 1914 auf einem Patrouillenritt in Russland im Alter von 21 Jahren. Tiefendorf und Brunebeck b. Annen, Wambel und Derne, d. 18. Januar 1915. si8 Die trauernden Hinterbliebenen. Sussralk per Pid. 1.60. CarrFreg. Für Bachereich Bekanntmachung über die Bereitung von Backware (in Plakatform) vorrätig in der Buchhandlung Carl Braus Schwerte(Ruhr), Gr. Marktstrasse 3—5 (1 Pfundpackung) Xvorrätigßin der) Buchhandlung CARLBRAUS SCHWERTE(RUHR), Gr. Marktstrasse 3—5 Krieger-Verein Schwerte a. d. Ruhr. Zur Teilnahme an der Beerdigung des verstorbenen Kameraden Wilh. Brieke treten die Vereinsmitglieder am Mittwoch, den 20. Januar d. Js., nachm. 2.50 Uhr im Vereinslokale„Im Reiche des Wassers“(Jockenhöfer) an. Abmarsch punkt 3.10. Orden, Ehren- und Vereinsabzeichen sind anzulegen. Um zahlreiche Beteiligung wird höflichst gebeten. Schwerte, 19. Jan. 1915. 347 Der Vorstand. Banrsaguug. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme beim Hinscheiden unserer lieben Mutter und für die trostreichen Worte des Herrn Pastor Klinker unsern herzlichen Dank. Familie Wilb. Brieke. Komm mänden- Anzuge Tund alle Bekanntmachung. Die festgestellten Rechnungen der Gemeinden des dieseitigen Amtes sowie die Amtskassen=Rechnung für das Rechnungsjahr 1913 liegen vom 20. d. Mts. an 14 Tage lang zur Einsichtnahme der Amtseingesessenen auf dem hiesigen Amtsbüro, Zimmer Ne. 1, offen. Westhofen, den 18. Januar 1915. 852 Der Amtmann: v. Daniels. empfehle 5647 in grosser Auswahl Damenblusen Kostümröcke Paletots nsterröcke Schürzen Handschuhe KauthausChomark Schwerte, Ostenstr. 20. liefere ich genau so billig und prompt nach Maß, als die in den Konfektionshäusern fertig gekaufte Ware und bitte mich bei Bedart geneigtest unterstützen zu wollen. Hochachtungsvoll Wilh. Ortmann Schneidermeister es1 Mährstr. Nr. 15. Mesallbetten Aaialogsa! Holzrahmenmatr., Kinderdetten Eisenmödelfabrik, Suhl i. Th. Favorit Modenalbum 6019 Favorit Handarbtsalb 60./ A einverkauf für Schwerte Favorit Jugendalbum 60 ! Favorit Schnittmuster 1223 Kaufbaus Otto Marz Okmnstraße 20, oe ungsogusong 8— 90— 9 90 8 S. 3 8 Und sie von seinem Halse nehmend, legte er sie mit der Uhr auf den Teller der Baronin. „Eine Uhr!“ rief sie.„O wie hübsch sie ist! Ich habe noch nie eine so kleine wie die da gesehen. Georg seine ist wohl zweimal so groß.“ „Dafür ist sie wenigstens dauerhaft und geht gut, bemerkte Georg, die Stirne runzelnd,„und obendrein ist sie bezahlt. Das ist, scheint es, wieder eine neue Torheit von dir, Lorenz. Diese Uhr wird dich ein ganzes Jahr um deine Einkünfte bringen, und womit willst du dann deine Kleidung bestreiten? Ich bin nicht in der Lage, in diesem Jahre deine Leibrente zu erhöhen, du weißt es.“ „Beruhige dich, Brüderchen, meine Uhr ist bezahlt oder wird es wenigstens bald sein! Ich habe, um meine Rechnung zu begleichen, den Einkauf mit dem Erträgnis meiner Jagd gemacht.“ „So wirst du alle unsere Hirsche und Hasen morden.“ en „Nein, Bruderherz, davon soll nicht ein einziger sein Leben in meinem Interesse lassen müssen. Nur mit Raubvögeln darf ich meine Uhr bezahlen.“ „Dann töte sie alle, wenn du kannst, und du dir das Genick nicht brichst! Das ist aber eine sonderbare Handelschaft, und wenn nicht du es wärest, der mir das sagt, dann würde ich es gar nicht glauben.“ „Nichts ist wahrer als das, Bruder. Schon von morgen an eröffne ich den Feldzug gegen die Adler.“ „Um so besser,“ sagte die Baronin Adelheid;„erst gestern haben sie ein weißes Zicklein geraubt, das erst einen Tag alt und so hübsch war, daß meine Töchterchen darum geweint haben. Die Adler kannst du dir also alle holen, ich gönne sie dir von Herzen... Aber wie schön ist doch diese Uhr!“ Nach dem Essen versammelte die Baronin ihre Leute, um sie das Gebet verrichten zu lassen, und dann trennte das Zeichen zum Schlafengehen die Gesellschaft. 4. Im Fluge. Lorenz konnte fast gar nicht schlafen. Ununterbrochen phantasierte er davon, daß er flog und die Adler bis in die Region der Wolken verfolgte. Kaum stahl sich der erste Strahl der aufgehenden Sonne in sein Zimmer, als er sich auch schon erhob, in seinen Jagdanzug schlüpfte, seine Ledergamaschen anlegte, den mit Eisen beschlagenen Bergstock, der ihm die Felsen erklettern half, an sich nahm und sich mit dem besten Bogen und den schärfsten Pfeilen, die er besaß, bewaffnete. Geräuschlos stieg er in die Speisekammer hinab, versah sich mit einigen Vorräten, und ohne jemand zu wecken, gelangte er durch eine Ausfalltür, zu der er einen Schlüssel hatte, ins Freie. Sein Lieblingshund, der im Hundestall eingeschlossen war, witterte sein Vorübergehen und winselte, die Nase an der Tür; aber Lorenz gebot ihm Ruhe und versprach ihm, ihn mitzunehmen, wenn er nicht auf Gefieder, sondern auf Pelz Jagd machen würde. Bald hatte er den Tannenwald erreicht, dessen dunkle Tiefen die goldigen Pfeile der Sonne zu durchdringen begannen, er schritt hindurch, gelangte endlich auf die Heiden, von da auf die kahlen Felsen, wo er sich in einer von den Gesteinsmassen gebildeten Höhle versteckte und den Vorüberzug der Adler, die, wie er wußte, in der Nähe ihren Horst hatten, erwartete. Bald erklang Flügelrauschen durch die klare Luft, und rasch strich ein Adler vorbei. Lorenz schoß, aber sein Pfeil verfehlte das Ziel, und der Adler setzte höhnischstolz seinen kühnen Flug fort. Lorenz verlor den Mut nicht, sondern beschloß, geduldig zu warten, bis er wiederkommen würde. Und so wartete er stundenlang, ohne daß er verdrießlich wurde. Als seine Augen, übermannt von der Anstrengung, unablässig den Himmelsraum zu erforschen, sich wieder zu Boden richteten, gewahrte er auf einer Berglehne das stolz auf seinem Felsensockel thronende Schloß Drachenberg. Auf diese Entfernung erschien die Feste nicht größer als eine Hand, und es gehörte das Auge eines Jägers dazu, um noch die Fenster unterscheiden zu können. Lorenz aber würde sie mit Leichtigkeit alle gezählt haben; doch war sein Blick nur auf das eine gerichtet: auf dasjenige des westlichen Turmes, wo auf einem steinernen Balkon, der hundert Fuß hoch über dem Schloßgraben lag, allabendlich zur festgesetzten Stunde ein junges Mädchen, Hilda von Nauenburg mit Namen, die Angebetete seines Herzens, einige selige Stunden zu verträumen pflegte, dabei die Ellbogen auf die Brüstung gestützt, den Blick in die Ferne gerichtet. (Fortsetzung folgt.) Denkspruch. Ein reiner und edler Egoismus ist erforderlich, um heiter und gesund zu bleiben. Wer nicht sich selbst zu Lieb' und Dank arbeitei, liebt und ledi, der ist übel daran. Von Lau:: Zuckerglasur wird Vincent. folgendermaßen hergestellt: ½ Pfund ganz feiner Zucker wird mit einem Eiweiß und einem Teelöffel voll Zitronensaft ¼ Stunde gerührt. Ist die Glasur zu dick, so muß noch etwas Eiweiß nachgegeben werden. Sie muß glänzend weiß aussehen und dickflüssig sein. Mit dieser Glasur wird die Torte bestrichen und dann noch ein paar Minuten zum Abtrocknen in den abgekühlten Ofen gestellt: Makronentorte. ¾ Pfund süße und ¼ Pfund bittere Mandeln werden geschält und gewiegt. Sie werden dann in eine tiefe Schüssel getan, mit 30 Gramm in ganz kleine Würfel geschnittenem Zitronat mit ebensoviel Pomeranzenschale, einem Teelöffel Zitronensaft, einer Messerspitze gestoßenem Zimt und einem Teelöffel voll feingehackter Zitronenschale gewürzt und mit dem festen Schnee von 6 Eiern gut vermischt. Die Masse wird dann in ein mit Oblaten belegtes Tortenblech gefüllt, reichlich mit seinem Zucker bestreut und im abgekühlten Ofen sehr langsam zu schöner Farbe gebacken. Man kann diese Torte auch, ehe sie in den Ofen kommt, mit eingemachten Früchten verzieren. A Humor „Summa cum laude“. Der Professor für Medizin beim Examen:„Was tun Sie, Herr Kandidat, wenn eine Person, die gesund ist und sich einbildet, krank zu sein, Sie rufen läßt?" Der Kandidat:„Ich gebe ihr etwas, wonach ihr übel wird, und verordne dann ein Gegenmittel.“ Der Professor:„Versäumen Sie keinen Augenblick länger, hängen Sie sofort Ihr Aerzteschild aus!“ Wu: 9161 * S 8 89: * 9%8288 0 9 S 9. 8 — 9. C # 5 er 46. Jabrgang O Grites und älteltes Cagesorgan des Kreiles. O haupt-Hinnoncenblatt Unterhaltungs=Beilage zu Nr. 15. Dienstag, 19 Januar 1915. SS55E5 5 SZEL5 2 S E. Sg. ** 2 5 * e 8 8 * 2 S*"* 8 * 5 * — * 85 .— 9.= E— 8 9 2 3 * 8 — über die Festfreude wie eine dunkle Wolke über die Sonne. Nun war Tilde weit von ihnen entfernt und hinterließ eine Lücke im Familienkreise, die ebenso schmerzlich empfunden wurde, wie jene, die durch Tilgung der gräflichen Schulden in Kleinschmidts Kasse entstanden war. Tröstlich berührte es Frau Kleinschmidt wenigstens, daß sie nun, da sie ein Nasenrümpfen der Gerods nicht mehr zu fürchten hatte, etwas freundlichere Beziehungen zu ihrem Bruder unterhalten konnte. Dieser setzte seine Streifzüge durch die Millionenstadt und ihre Umgebung mit Aennchen fort, und abends ließ er sein herzliches Lachen in der Wohnstube der Kleinschmidts erschallen. Es gelang ihm aber selten, auf dem griesgrämigen Gesicht des Hausherrn ein Lächeln hervorzurufen, dem selbst sein Titel bei weitem nicht die moralische Befriedigung gewährte, die er sich davon versprochen hatte. Seine Erwartung, daß er als Kommerzienrat mächtig an Ansehen bei der bürgerlichen Gesellschaft gewinnen würde, erfuhr eine arge Enttäuschung, denn im Magistrat, dem er als Stadtrat angehörte, wie im Skatklub, dem er sich angeschlossen hatte, waren die Mängel seiner Bildung bald offenbar geworden. Seine Ernennung zum Kommerzienrat imponierte daher den Bekannten so wenig wie der Zylinderhut auf dem Kopfe eines Schornsteinfegers den Gassenjungen. Ja, es geschah nicht selten, daß ihm von der Bank der Spötter her boshafte Witze an den Kopf flogen. Als in Mecklenburg ein neuer Großherzog zur Regierung gelangte und dieser eine Amnestie erließ, rief ein leicht angesäuselter Skatbruder:„Jetzt steht ja zu hoffen, daß unser lieber Kleinschmidt gleichfalls in diese Amnestie eingeschlossen und ihm der Kommerzienrat wieder in Gnaden erlassen wird.“ Das auf diese Bemerkung folgende Gelächter verjagte den Kommerzienrat aus dem Skatklub. Im Gegensatz zu ihrem Vater fand Aennchen von Tag zu Tag mehr Gefallen an dem Amerikaner, dessen offenes, treuherziges Wesen ihr gleich gefallen hatte, und dessen Humor ihr zeitweise über den Liebeskummer forthalf. Sie gewann bald so viel Achtung vor seiner Lebensklugheit, daß sie bei einer Wanderung durch die blühenden Gärten von Sanssonci ihm ihr bekümmertes Herz öffnete und ihn fragte, ob er es für töricht oder verwerflich halte, wenn sie einem jungen Manne die Treue bewahre, der brav, intelligent und tüchtig in seinem Berufe sei, der aber von den Eltern mißachtet werde, weil er einer armen Familie angehöre und weder eine hohe Stellung noch Vermögen besitze. „Weil, darung, das kann unmöglich der Grund sein, weshalb deine Eltern sich gegen deinen Liebsten sperren; denn sie haben doch an sich selber erfahren, daß strebsame junge Menschen sich heraufarbeiten können.“ „Doch, lieber Onkel, das ist der einzige Grund. Fritz Rönne aber ist ein so begabter Photograph und liebenswürdiger Mensch, daß ich sicher bin, wir beide werden uns ein Plätzchen an der Sonne erkämpfen.“ Lachend bemerkte der Onkel:„Der Kampf wird euch wohl nich schwer fallen, denn als Tochter des reichen Kommerzienrats ist dich eine anständige— wie sagt man gleich—“ „Ah, du meinst Mitgift, Onkelchen? Freilich, daraus wird nichts; denn in einem Zank mit meiner Schwester hab' ich erklärt, daß ich nur einen Mann heiraten werde, der mich so nimmt, wie ich gehe und stehe— ohne Geld und Gut.“ Der Onkel stieß einen Pfiff aus und ließ sich die Gründe dieses Entschlusses geben. Hieran schloß seine Nichte einen ausführlichen Bericht über die Entstehung ihrer Liebe und die Bitte, er möge doch bei der Mutter ein gutes Wort für den Geliebten einlegen.“ „Oh you soolish girl, wie soll ich das machen; ich kenne ihn ja gar nicht.“ „Du sollst ihn morgen kennen lernen; du wirst dich bei ihm photographieren lassen, Onkelchen.“ Dassel lachte so heftig, daß die auf einer Blutbuche flötenden Drosseln erschreckt aufflogen, dann patschte er der vor Eifer erglühten Nichte auf die roten Backen und erwiderte:„Au, thats a funny idea! Ich altes Wallroß soll mir photographieren lassen als Liebesbote? Wenn ich das Mary erzählen tue, wird sie platzen vor Lachen.“„ 65665 „Aber Onkelchen: Sie fuyr ihm nebroseno mit der weichen Hand übers bärtige Gesicht.„Ich muß doch ein Andenken von dir haben, und was kann es für ein besseres, mir lieberes geben, als dein Gesicht. Ja, wahrhaftig, ich muß ein Bild von dir erhalten, du sollst auch eins von mir haben.“ Nun schmunzelte der Alte, gab ihr mit dem Ellenbogen einen Stoß und rief:„O du verdammte Schmeichelkatze!— Well, dann muß ich mir wohl abknipsen lassen.“ „Ich gebe dir ein Brieschen mit, bemerkte Aennchen eifrig,„damit Fritz und kein anderer die Aufnahmen macht——“ „Und mir um den Bart geht— smartes Mädel, ich durchschaue deine Tricks! Aber be sure, ich bin Menschenkenner und finde bald aus, ob ein so feines Mädel wie meine Nichte nich.„ meinte fie johe hiese Nun lachte Aennchen und meinte, sie sehe vieser Prüfung ihres Geliebten mit Seelenruhe entgegen. Ihre Zuversicht trog sie nicht. Als der Onkel aus dem Atelier zurückkam, reichte er Aennchen die Hand und sagte:„Ich gratuliere dich, dein Fritz ist a fine sellow, dem würde ich ohne Bedenken meine eigene Tochter zur Frau geben, wenn er sie haben wollte.“ dieser Rönne verdient oder Dassels ehrlicher Natur widerstrebte es, auf Umwegen dem Schwager beizukommen.: In allen schwierigen Lebenslagen galt für ihn die Regel: Man soll den Stier sofort bei den Hörnern packen. Dazu bot sich ihm schon am Abend nach dem Atelierbesuch die Gelegenheit. Er hatte gemeinsam mit den Kleinschmidts das Abendbrot verzehrt, dann verschwand Aennchen, um— wie sie sagte— noch eine Sonate einzuüben, und nun war für den ehrlichen Heiratsmakler die Bahn frei. Dem abgehenden Mädchen nachblickend, sagte er, sobald sich die Tür hinter ihr geschlossen:„Das arme Ding hat Liebeskummer. ell, whats the reason— ich wollte sagen— was ist der Grund von eurer Abneigung gegen den jungen Mann, den sie liebt?“ Kleinschmidt räusperte sich heftig und antwortete dann barsch:„Ein sehr einfacher: Meine Tochter kann nicht die Schwiegertochter von Portiersleuten werden.“..... Barkiar(an9 „Aber sie winl doch nicht den Porner, sonvern——“ „Einen Photographen heiraten— auch das paßt uns nicht“.... K.zmarhe ist so Mt „Aber warum nicht: Sein Gewerbe ist so gut wie deines, lieber Schwager.“ „Mag sein, aber ihr Amerikaner versteht nicht unsere deutschen Verhältnisse. Durch eine Heirat mit dem Photographen sagte sich Aennchen von ihrer Schwester los; denn es ist ganz ausgeschlossen, daß der Rittmeister Graf Gerod mit einem Schwager verkehren kann, der Photograph ist.“ „Warum kann er nicht? Er verkehrt doch mit dich und nimmt— wie ich höre— sogar eine Unterstützung von dich an?“ Kleinschmidts Gesicht rötete sich in bedenklicher Weise, und er rief in ärgerlichem Tone:„Herrgott, das ist doch ein ganz anderer Fall. Als Kommerzienrat und Stadtrat, als Inhaber einer hochgeachteten Firma nehme ich doch eine Stellung in der Welt ein.“ „Well, aber dieser Fritz Rönne ist noch jung und kann es noch weit bringen.(Forts. folgt.) M h„uuiee S 5 9 857 2 2 S 215 9 8 *** ****— S S 9•• G• U— Rr Die Haustreppe als Bibliothek. Wie bei einem modernen Baukünstler Raumnot zur Tugend werden kann, zeigt den Fachgenossen und den Bücherfreunden der seltsame Einfall eines klugen Architekten. Er hatte ein Privathaus zu bauen, alle Räume waren genau vorher bestimmt, aller Komfort wurde vorgesehen, nur eines erwies sich als unmöglich: die Anlage eines besonderen Bibliothekraumes. Den Gedanken, Bücherschränke aufzustellen, wies der Besitzer von sich, und so entstand aus Not eine wunderliche Idee. Der Architekt kam auf den Gedanken, die Haustreppe zur Bibliothek zu machen. Die Treppenstufen wurden ausgehöhlt, und siehe da, es ging prächtig und sieht entzückend aus, jede Stufe wird zu einem Bücherbord, in dem die Bücher vor unerwünschter Berührung mit dem Fußzeug der Passanten durch ein ornamental sehr hübsch wirkendes feines Kupfergitter geschützt sind. Auf diese Art kann der Besitzer täglich mehrmals, wenn immer er nur ein und aus geht, einen liebevollen Blick auf seine wohlverwahrten gedruckten Freunde werfen, über die er zur Tagesordnung buchstäblich „schreitet". Und noch einen großen Vorzug entwickelte diese Bibliothek in der Haustreppe: sie gibt dem Besitzer einen bequemen Vorwand, alle Bitten um das Leihen von Büchern mit gutem Grunde abzulehnen. Denn er kann mit gutem Gewissen sagen:„Lieber Freund, es geht wirklich nicht, Sie werden es einsehen: ich kann doch kein Loch in meine Treppe machen...“ 8 Auf Adlerflügeln. Sagenhafte Erzählung aus Alt=Nürnberg von O. Landsmann. (Nachdruck verbeten.) 3. Im Schlosse zu Ittenbach. Noch am selbigen Tage war Lorenz, nachdem er vor der Einnahme seines Mittagsmahles gewürselt und eine kleine Summe gewonnen hatte, in die Lage gekommen, seine Zechschuld zu bezahlen. Entschlossen, die wenigen Gulden, die ihm noch übriggeblieben waren, nicht mehr daranzusetzen, gab er Befehl, sein Pferd zu satteln, und ohne auf die Einwendungen seiner Freunde zu hören, die ihn dazu überreden wollten, einem Hahnenkampf beizuwohnen, woran sich ein Tanz auf dem Festplatze schließen sollte, ritt er davon, im gemächlichen dröhnenden Zugbrücken hinter sich hatte. Blum, wie es hieß, witterte, daß es heimwärts ging, und sauste wie der Wind durch die fruchtbare Ebene, auf der die hastenden Fluten der Pegnitz die treibende Kraft zahlreicher Mühlen sind. Erst als das Land aufwärts führte, der Weg steinig wurde und ihn zahlreiche von den Bergen herabkommende Wasserläufe durchfurchten, war Blum gezwungen, ein langsameres Tempo einzuschlagen. Von da an ließ Lorenz die Zügel hängen, und, hinsichtlich der ihm begegnenden Hindernisse und deren Ueberwindung ganz auf die Klugheit seines Pferdes vertrauend, gab er sich während seines Rittes der Betrachtung der ausgedehnten Landschaft hin. Die bebauten Felder wurden seltener zu beiden Seiten der Straße, das Heidekraut und Gestrüpp häufiger und die weit voneinander entfernten Strohhütten boten einen weniger freundlichen Anblick als die der Nürnberger Ebene. Aber die frische Bergluft, der würzige Duft der Tannenwälder und der sich mehr und mehr erweiternde Gesichtskreis entzückten den jungen Jäger, dessen scharfes Auge über den Gipfeln, deren unterste Abhänge er erklomm, und über den Wasserfällen, die sich wie silberne Bänder an den düsteren Felswänden herabzogen, im Himmelsblau bewegliche und sich im Kreise drehende schwarze Punkte entdeckte. Es waren Adler, die hoch da droben schwebten, entweder sich sonnend oder auf die Beute lauernd in unermüdlichem Fluge. Wie Lorenz es bedauerte, nicht auf diesen Gipfeln zu sein, den Bogen in der Hand. Morgen aber, hoffte er, sich droben zu befinden. Nach einem vierstündigen Ritt erreichte er endlich das Schloß zu Ittenbach, das auf einem schroffen Felsen lag, der sich wie ein einen See überragendes Vorgebirge in ein weidenreiches Tal vorschob. Ohne die Rinderherden, welche den Stolz seines Bruders, des Barons Georg von Ittenbach, bildeten, eines Blickes zu würdigen, ritt Lorenz zum Schlosse hinan, führte sein Roß selbst in den Stall, wo er solange verweilte, bis er sich überzeugt hatte, daß es sorgsam gepflegt wurde, und dann begab er sich in den großen Saal, in welchem die Baronin Adelheid von Ittenbach gerade damit beschäftigt war, ihren Kindern das Abendessen zu geben. Sie hatte vollauf zu tun, wie auch ihre Dienerin, um die lärmende und eigensinnige Schar, von welcher der Aelteste kaum zehn Jahre zählte, zufriedenzustellen. Es waren acht Kinder, vier Knaben und vier Mädchen, alle blond, frisch und gesund, wunderlieblich und doch ganz und gar unausstehlich. Beim Anblick ihres Onkels brachen sie in Jubelrufe aus, stürzten auf ihre Stühle zu, Teller und Becher über den Haufen stoßend, während der kleinste von allen, der, weil er an seinem großen Armstuhl festgebunden war, der allgemeinen Bewegung nicht folgen konnte, heftig zu schreien begann. „Hast du mir etwas mitgebracht vom Nürnberger Markt? Gib her, gib her, mir zuerst! Nein, mir!“ Lorenz gebot ihnen mit ernster Stimme, sich niederzu setzen und ruhig zu verhalten, da er ihnen, sagte er, sonst nichts geben würde. Als dann die kleine Schar sich neuerdings um die Teller gereiht hatte, holte er aus seinen Taschen ebensoviele Lebkuchen=Männchen und bemalte hölzerne Spielzeuge heraus, als es Kinder waren, und verteilte alles unter sie, bei dem kleinsten Mädchen beginnend, zuerst unter dessen Schwestern und dann unter die Knaben. Die Dienerinnen beschenkte er mit je einem Seidenband, seine Schwägerin aber mit einer kleinen Elfenbeinkapsel, und obwohl diese Geschenke nur einen geringen Wert hatten, so lösten sie doch einen wahren Freudentaumel aus. Eine Stunde später, als sie ihre Lebkuchen=Männchen verzehrt hatten, schliefen die Kinder bereits; die Mädchen ihre Puppen in den Armen, die Knaben an Seite ihrer schon zerbrochenen Spielzeuge, und da Baron Georg inzwischen heimgekehrt war, konnte man nun endlich in aller Gemütsruhe das Abendbrot einnehmen. „Ich erwartete dich heute noch nicht zurück, Lenz.“ sprach die Baronin,„der Jahrmarkt ist noch nicht aus. Hat es dir etwa heuer nicht gefallen dort?“ „Es ist dort schön wie sonst auch, Adelheid, aber als ich meine Einkäufe besorgt, war ich mit meinen Geldmitteln zu Ende, und um nun nicht der Versuchung des Schuldenmachens zu verfallen, habe ich es für das beste gefunden, nach Hause zu kehren.“ „Das ist ein Wunder! Du beginnst vernünftig zu werden, Lorenz. Ich beglückwünsche dich dazu. Aber woher hast du die hübsche Kette da? Die habe ich noch „Schau' sie dir einmal an! Ist sie nicht sehr schön2“ 111