∆ Fr. #e Stumm Seihurr uicen dens auder Feiertags. Bezugsprets M. 1.80 vtertetzahrlich, dei der Post für Bestellgeis 42 Plo. mehr. Wöchentl. Grakisbeilage:„Ikustrierter Famillenfreund“ u. tägl. Unterhaltungsdiakt. Anzeigenpreis: Die sledengespaltene („Den daunn Naum 10 Po. Anustemn unme wärtz 15 Pfg., Reklamezelle 40 Pfg. Jeder Rabatt gilt als Kassaradat u. erlischt bei Konaursen, Zwangsoergleichen, gerichtl. Klogen u. Aichtbeachung d germachzt. Jatziungsedingung. Amtliches Kreisblatt Westhofener Zeitung Langscheder Zeitung Schwader Ioltecblat Verbunden mit: für den Kreis börde Holzwickeder Zeitung Aplerbecker Zeitung Schwerter Volkszeitung Schwerter Cageblatt S Schwerter Anzeiger Grltes und älteltes Cagesorgan des Krelles o General-Anzeiger für den Kreis Börde o Haupt-Annoncenblatt Aus Aute, end ichelpolgtlichen Darrt. gungen für den Kreis Hörde erlangen gemöß Betoantmochung der Rönigliches Regierung durch Veröstsentichung io der„Schwerier Zeitung“ rechtverdindsiche Kroft.— Die „Schwerter Zeitung“ gewährt ihren Adonnenten für jeden mit Tod endenden Unsol ge300 Mk. Unfall. Drach u. Verlage. Cor Boovz. Schournu.=RodFernio 62. Telegr. Adr. Braus Schworts=Ruha4 Nr. 1. Donnerstag, den 14. Januar 1915. 47. Jahrgang. „ 0* erestishe kandihr Suuen Berlin, 14. Jan. Das„V. T.“ meldet aus Rom: Es erschienen nach Pariser Meldungen gestern zwei deutsche Flugzeuge über Paris. Das eine war über Montdidier=Pontoise, das andere über Danmartin gekommen. Die Flugzeuge verschwanden, als mehrere französische Flugzeuge herbeieilten. Uebrigens haben die kühnen Unternehmungen der deutschen Flugzeuge an der Kanalküste in Paris ziemlich große Nervosität hervorgerufen. Französische Verleumdungen. Nach einem Pariser Telegramm hat der Ministerpräsident Viviani am 9. Januar im Ministerrat den Bericht einer„Untersuchungskommission über Verletzungen der Menschenrechte durch die Deutschen“ angekündigt, der in mehreren hunderttausenden Exemplaren gedruckt, übersetzt und den Neutralen zur Verfügung gestellt werden soll. Dieser Bericht bildet, soweit er bis jetzt aus französischen Veröffentlichungen bekannt ist, eine einzige Kette niedrigster, haltloser Verleumdungen, durch welche nur Haß erzeugt und das Volk gegen die deutsche Invasion aufgepeitscht werden soll. Soweit den Deutschen allgemein und ohne nähere Angabe von Zeit, Ort, dem Täter und dem Beweismaterial Mord, Plünderung, Brandstiftung, Vergewaltigung von Frauen vorgeworfen wird, soll offensichtlich nur der Eindruck erweckt werden, als ob die Deutschen auf ihrem Siegeszuge überall planmäßig derartige Greuel zu verüben pflegten. Demgegenüber steht fest, daß die deutsche Heeres. leitung mit allen Mitteln und mit durchgreifendem Erfolge die Erhaltung der Manneszucht und die strenge Beobachtung der Regeln des Kriegsrechts auf sämtlichen Kriegsschauplätzen durchzusetzen gewußt hat. Soweit man sich französischerseits bisher bequemt hat, Einzelfälle anzuführen, ist selbstverständlich von der deutschen Regierung sofort eine eingehende strenge Untersuchung veranlaßt worden, deren Ergebnis in vollem Vertrauen auf den deutschen Charakter mit Ruhe entgegengesehen werden kann. Zu einem dieser Fälle kann schon heute eine Widerlegung gegeben werden, dem Fall Luneville, in dem der deutschen Heeresleitung die grundlose Einäscherung von 70 Gebäuden zur Last gelegt wird. Hätte die französische Regierung es für gut befunden, eingehende und objektive Ermittelungen über den Grund des in Luneville abgehaltenen Strafgerichts zu erheben, so würde sie festgestellt haben, daß die einheimische Bevölkerung sich nicht gescheut hat, am 25. August 1914 nach Besetzung der Stadt durch die Dautschen das hopital militare, in dem zahlreiche wehrlose Verwundete lagen, plötzlich und heimtückisch um 5 Uhr nachmit. tags durch Feuer aus Fenster und Dachluken der in der Nachbarschaft gelegenen Häuser zu überfallen; dies Feuer dauerte anderthalb Stunden ununterbrochen an und wurde lediglich von Zivilpersonen unterhalten, da untformierte Franzosen zu dener Zeit nicht in Lunenile anmesend waren: auch am folgenden Tage wurden bayrische Truppen in gleicher Weise aus den Häusern von Zivilpersonen beschossen. Dieser Hergang ist bereits durch die eidlichen Vernehmungen zahlreicher Zeugen einwandfrei und objektiv festgelegt worden. Im übrigen sei der französischen Regierung hiermit vorgehalten, wie sich französische Truppen im eigenen Lande benommen haben. Sie sind es, nach gleubhaften Bekundungen ihrer eigenen Landsleute, die geplündret und geraubt haben, nicht aber die Deutschen, denen von der französischen Regierung grundlos dieser Vorwurf gemacht wird. Im Gegenteit haben in zahlreichen Fällen Deutsche Erfolge im Westen! 1700 Franzosen gefangen! 4 Geschütze u. mehrere Maschinengewehre erbeute!! derlage der Franzosen und einer SäuberGroßes Hauptquartier, 13. Januar. Westlicher Kriegsschauplatz. In der Gegend von Nieuport fand ein hestiger Artilleriekampf statt, der die Näumung der feindlichen Schützengräben bei Pallingsbrug(Vorort von Nieuport) zur Folge hatte. Die feindlichen Angrisse am Kanal bei La Bassee sind endgültig abgewiesen. Französische Angriffe bei Boiselle und auf die Höhen von Nouvron wurden zurückge. schlagen. Den gestrigen erfolglosen Angriffen auf die Höhen bei Crouy folgte ein deutscher Gegenangriff, der mit einer vollständigen Nieverlage der Frunzosen und einer Säuber: ung der Höhen nordöstlich und nördlich Couffys endete. Unsere Märker setzten sich in den Besitz von 2 französischen Stellungen, machten 1706 Gefangene und erbeuteten 4 Geschütze, sowie mehrere Maschinengewehre. Ein französischer Sappeurangriff in der Gegend südlich St. Mihiel ist erfolgreich abgewiesen worden. Unsere Truppen setzten sich in der Höhen nördlich Nomeny. In den Vogesen ist die Lage unverändert. Orstlicher Kriegsschouplatz. Die Lage im Osten änderte sich seit gestern nicht. Oberste Heeresleitung. Der österreichische Kriegsbericht. wtb. Wien, 14. Jan. Amtlich wird verlaut. bart vom 13. Januar: Die Vorstöße, die der Gegner an der unteren Nida immer wieder versucht, richten sich besonders gegen eine in unserer Wider. standslinie gelegene Ortschaft. Durch heftiges Artilleriefeuer, das an der ganzen Front anhält, unterstützt, versucht feindliche Insanterie nach vorn Raum zu gewinnen und in die Ortschaft einzu. dringen, was stets unter schweren Verlusten miß. lingt. Vor den eigenen Stellungen unserer Linie in Galizien und in den Karpathen herrscht größten. teils Ruhe. Nebel und Schneetreiben begünstigen kleinere Unternehmungen unserer Truppen, die verschiedenen Orts zu gelungenen Ueberfällen und sonstigen Plänkeleien führen. Auch am südlichen Kriegsschauplatz herrscht im allgemeinen Ruhe. Nur unbedeutende, Aufklärungszwecken dienende Grenzkontres. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes: von Höfer, Feldmarschall=Leutnant. Ernste Bedrohung Verduns. m. Ret zuzugestehen, deb da= lustemat Stadt und Umgebung von Soissons wurden, da die Ursachen des vorgestrigen Bombardements fort. dauerten, von deutschen schweren Geschützen neuerlich wirksam beschossen. Die gestrige nachdrückliche Ausnutzung der deutschen Erfolge bei Four de Paeis und westlich Boureuilles einerseits, bei Apremont andererseits, veranlaßte den Militärkritiker Der Aumtm des Ein wtb Wien, 13. Jan. Das„Wiener Fremden. blatt" bringt in seiner Abendausgabe folgende Mitteilung: Der Minister des Kaiserlichen und Königlichen Hause, und des Aeußeren, Sraf Berchthold, der Se. Majestät schon von längerer Zeit gebeten hatte, ihn in Gnaden seines Amtes zu entheben, hat diese Bitte nunmehr an allerhöchster Stelle erneuert. Der Kaiser hat die wichtigen persönlichen Gründe, welche den Minister des Aeußeren zu seinem Rücktritt bewogen haben, gewürdigt und allergnädigst geruht, seiner Bitte zu willfahren. Zum Nachfolger wird der ungarische Minister beim allerhöchsten Hoflager, Baron Stefan Burian zum Minister des Aeußeren ernannt. Nousset, zuzugestehen, daß das systematische deutsche Zusammenwirken im Argonnerwald und auf den Maashöhen Verdun neuerlich ernst bedroht. Die deutsche Flugzeugflottillen=Expedition, welche auf die Zerstörung militärisch wichtiger Anstalten in Dünkirchen und Umgebung abzielte, erreichte ihren Zweck vollkommen. einwandfreie französische Zeugen das Wohlverhalten, die Sittsamkeit und die strenge Manneszucht der Deutschen gerühmt. Auch der den deutschen Truppen grundlos entgegengeschleuderte Vorwurf des Mordes fällt auf den Verleumder mit erdrückendem Gewicht zurück. An dieser Stelle sei nur erwähnt, daß die Franzosen auf dem Schlachtfelde deutsche Verwundete in überaus zahlreichen Fällen bestialisch verstümmelt und hingeschlachtet haben. Vielfach ist schon jetzt einwandfrei durch eidliche Bekundungen nachgewiesen, daß Fälle vorgekommen sind, in welchen die französischen Soldaten hilflose deutsche Verwundete durch massenhafte Bajonettstiche in Leib Kopf und Augen, durch Kolbenschläge, Durchschneiden der Gurgel und andere Schandtaten grausam ums Leben gebracht haben. Einsperren von Verwundeten, Anbinden an Bäume und Pfähle, Erschießen Kampfunfähiger aus nächster Nähe, Ermordung hilfloser Sanitätsmannschaften aus dem Hinterhalt, Abschneiden der Geschlechtsteile, Aufschlitzen des Bauches, Ausstechen von Augen, Abschneiden von Ohren, Festspießen Verwundeter auf dem Erdboden, zahlreiche Beraubungen von Verwundeten u. Toten— alle diese Schandtaten sind nachgewiesen worden, wo französische Truppen gekämpft haben, und bilden ein beredtes Zeugnis dafür, auf welcher Seite die Schänder von Kultur und Sitte zu suchen sind. Aber auch außerhalb des Schlachtgetümmels haben nachgewiesenermaßen Organe der französischen Regierung in verschwiegenen Gefängnisräumen sich des Meuchelmordes und grausamer Mißhandlungen schuldig gemacht. Hierzu kommt jeder Gesittung hohnsprechende und alle völkerrechtlichen Vorschriften mißachtende Behandlung, die deutsches Sanitätspersonal in französischer Kriegsgefangenschaft an vielen Orten über sich ergehen lassen mußte, ferner die ebenfalls grausame und erniedrigende Behandlungen deutscher Kriegsgefangenen, sowie die Verwendung der gefährlich. sten und schlimmsten Dum=Dum=Geschosse auf fast allen Teilen der französischen Schlachtlinie. Alles das dürfte wohl reichlich genügen, um der französischen Regierung jede Berechtigung zu allgemeinen Beschuldigungen und Verdächtigungen der deutschen Kriegführung abzusprechen. Ueberzaugung wird zweifellos auch das gesamte Ausland sein, sobald für die deutsche Regierung die Zeit gekommen sein wird, das gesamte Anrlageund Beweismaterial der Oeffentlichkeit zu übergeben. Graf Berchihoid. Auszeichnung des Grasen Berchthold. wtb Wien, 14. Januar. Der Kaiser hat dem Grafen Berchthold die Brillanten zum Großkreuz des Stephanordens verliehen. Die morgige„Wiener Zeitung“ wird ein Handschreiben des Kaisers an den Grafen bringen. Berchtholds Rücktritt und die Oeffentlichkeit. wtb Wien, 14. Jan. Der Rücktritt des Grafen Berchthold überraschte die Oeffentlichkeit vollkom. men. Er beherrscht fast ausschließlich das Interesse der) politischen Kreise. Aus unterrichteten Kreisen verlautet hierzu, daß durchaus keine politischen, sondern ausschließlich persönliche Gründe für den Rücktritt des Grafen maßgebend waren und in der Richtung der Politik der Monarchie mit dem Ministerwechsel durchaus keine Aenderung zu erwarten sei. Ein glänzendes Zeugnis der deutschen Manneszucht. Aus Basel wird berichtet: Der Schweizer Oberst Müller, der vor kurzem Gelegenheit hatte, mehrere von den Dautschen besetzte französische Dörfer zu besichtigen, gibt von dem Verhältnig zwischen der einheimischen Bevölkerung und den Deutschen folgende Darstellung: Ueberall hätten die Leute auf seine Frage, wie sie mit den Deutschen auskämen, versichert, diese seien sehr höflich und der Verkehr mit ihnen gestalte sich sehr angenehm. In einem Hause, in dem 20 Deutsche einquartiert waren, habe er eine junge Frau nach dem Betragen der deutschen Soldaten gefragt. Diese habe lebhaft und nicht ohne Wärme geantwortet, sie seien sehr liebenswürdig und sehr lanständig. Sie habe geklagt, wie groß früher die Not des Dorfes war. Jetzt jedoch sei die Versorgung der Bewohner mit Lebensmitteln, wie überall, wo deutsche franz. Gebiet besetzt hätten, geordnet. Die Naturalien würden durch die Heeresverwaltung herbeigeschafft und an die Bevölkerung abgegeben. Die deutschen Soldaten teilten selbst ihr Brot mit der Bevölkerung. Auf seine Bemerkung, die Deutschen seien also anscheinend keine Barbaren, habe sie mit Leidenschaft geantwortet: Sicherlich nicht, aber der Krieg reizt die Leute auf, daß sie sich gegenseitig verleumden und Uebels voneinander reden. Der ditieg hegen Frannreich. Der Kaiser im Aegonner Wald. Berlin, 14. Jan. Aus einem Feldpestbriese gibt die„Nordd. Allg. Ztg.“ folgende Stelle wieder:... Der Kaiser war bei seinem letzten Besuch bei uns in prächtigster Stimmung. Von seiner schönen stolzen Rede wirst du inzwischen gehört haben. Er erzählte uns u. a. von einem Besuch an der Front im Argonner Walde. Dort wurde er in einen Unterstand geführt, wo ihm von einem Artillerieoffizier an einem richtigen Büfett ein Glas Wein angeboten wurde. Als er aus der Erdhöhle herauskroch, sah er sich zu seinem nicht geringen Erstaunen einer ganzen Kompagnie Franzosen gegenüber. Da trat ein Landsturm. unteroffizier vor und sagte:„Majestät, da sind man bloß die Gefangenen, die ich hergebracht habe, damit sie Ihnen auch mal sehen können.“ Das Bombardement von Reims. wtb Paris, 14. Jan. Das Bombardement von Reims wird mit großer Kraft fortgesetzt. Gestern sind 108 Granaten in die Stadt gefallen uund haben bedeutenden Schaden angerichtet. Der erste Kampf auf Schneeschuhen. Paris, 13. Jan.„Matin“ veröffentlicht eine interessante Depesche vom 5. Januar über die Kämpfe östlich von St. Dié zwischen französischen und deutschen Truppen im Paß Col du bon homme. Der Paß wurde durch eine kleine Anzahl von Deutschen mit Maschinengewehren verteidigt. Da die Straße jedoch in Windungen hinaufführte, war die(Tragweite des deutschen Maschinengewehres auf ca. 700 Meter beschränkt. Der Paß war vollständig in Schnee gehüllt. Die Franzosen griffen mit einigen Kompagnien Alpenjägern auf Schneeschuhen an und die Deutschen, die gleichfalls Jäger zu sein schienen, traten ihnen ebenfalls auf schuhen entgegen. Von einem kleinen Blockhaus, das die Deutschen nur mit 7 bis 8 Mann besetzt hatten, unterhielten sie ein außerordentlich scharfes Feuer auf die Franzosen und diese mußten die schließliche Erstürmung des kleinen deutschen Postens mit Verlust von einer großen Reihe von Toten und Verwundeten bezahlen. Schließlich gelang ses, die kleine deutsche Besatzung zu bewälFrankreich gibt noch immer keine Verlustisten heraus. Die Unterlassung dieser von den anderen krieg. führenden Ländern und ganz besonders von Dautschland geübten Offenheit hat natürlich ihre guten Gründe. Das beginnt das französische Volk mehr und mehr zu ahnen und fordert daher aufs dringendste die regelmäßige Veröffentlichung der Lisren deren ungeheurer Umfang freilich eine niederschmetternde Wirkung auf die Nation ausüben würde. —— Der Krieg gegen Rußland. 10000 Menschen durch Erdbeben gelöset worden! en Den größten Schaden hat das E Berbin, 14. Jan. Gestern vormittag gegen 8 Uhr wurde in verschiedenen Gegenden Italiens ein heftiges Erdbeben wahrgenommen, das schweren Schaden anrichtete und einer großen Anzahl von Personen das Leben kostete.— Ausführlich wird daüber der„Berliner Morgenpost“ aus Rom gemeldet: Heute früh 7 Uhr 55 Min. wurde in Rom und der weiteren Umgebung eine starke Erd. erschütterung wahrgenommen. Das Erdbeben dauerte 20 Sekunden. Zahlreiche Kunstdenkmäler und öffentliche Gebäude sind beschädigt worden. Das Erdbeben verursachte auch einigen Schaden im Vatikan. Der Papst besand sich gerade in der Bibliothek. Er kniete, als er die Erschütterung bemerkte, nieder u. betete einige Augenblicke. Dann gab er Weisung, die Schäden festzustellen. Es sind jedoch nur in der Kapelle der St. Peterskirche 150 Fensterscheiben gesprungen uund einige alte Risse haben sich wieder geöffnet. Aus zahlreichen Orten Mittelitaliens laufen Mitteilungen von Zerstörungen und Unglücksfällen ein. So stürzte in Avezzano der Bahnhof ein. In Monte Rotondo das zweistöckige Schulhaus, wobei ein Lehrer und ein Schüler getötet und mehrere andere Personen schwer verwundet wurden. In Veroli stürzten mehrere Häuser ein, wobei zwei Personen ums 9 Leden kamen. Den größten Thaten hal dus erdbeben in der Provinz Chieti angerichtet. So sind in der Hauptstadt dieser Provinz zahlreiche Häuser beschädigt. In Seramonadessa stürzten zahlreiche Häuser ein. Zwei Personen wurden getötet und mehrere verwundet. In Sora ist ein Teil der Häuser eingestürzt. Viele Personen befinden sich unter den Trümmern. Die Zahl der Opfer ist unbekannt. Auch aus den Provinzen Perugia und Teramo liegen Unglücksnachrichten vor. Aus der Provinz Aquila sind bisher 40 Todesfälle und mehrere Hundert Verletzungen gemeldet. In Anversa wurden zwei Tote und drei Verletzte gezählt, in einer anderen Ortschaft ungefähr 20 Tote(und eine unbestimmte Anzahl von Verletzten. Das Dorf Frattura ist fast vollständig zerstört worden. Viele Bewohner wurden getötet. Man glaubt, daß in dem Dorf Popole und in Pentim sich viele Opfer unter dem Trümmern befinden. Das Rettungswerk ist in Angriff genommen worden. Die Nachrichten aus Avezzano bei Aquila lauten immer schlimmer. Avezzano ist zerstört. Man fürchtet, daß die Zahl der Lebenden, von denen ein Teil verwundet ist, 1000 nicht überschreitet. Die Einwohnerzahl des Ortes beträgt 11 000. die Verbündeten, soweit sie die Herrschaft zur See behalten, so ruhig sein wie im tiefsten Frieden.“ Dieses der Bevölkerung verabreichte Beruhigungspulver ist zu sehr mit Bedingungen behaftet, als daß es einen durchschlagenden Erfolg haben könnte.„Falls das Wetter gut ist", und„soweit die Verbündeten die Herrschaft zur See behalten", das sind zwei Voraussetzungen, für welche die englische Regierung keine Garantie leisten kann. Uebrigens steigen außer den Weizenpreisen auch andere Preise, Fische sind je nach Qualität und Zahl um 100 bis 300 Prozent teurer als vor einigen Wochen. Auch Kohlen steigen täglich im Preis. Der heilige Krieg. Neue Nückwärtskonzentrierung der Russen. tu Wien, 13. Jan. Wie russische Blätter melden, hat der neue Offensivvorstoß der Deutschen der Pilica gegen Kilce die russische Heeres. leitung überrascht und eine Neugruppierung der russischen Hauptkräfte erforderlich gemacht. Eine nochmalige Rückwärtskonzentrierung der russischen Hauptkräfte werde im österreichischen Kriegspresse. quartiet nicht als ausgeschlossen angesehen. Rückwärtsbewegungen der Russen! Budapest, 13. Jan. Die hauptstädtischen Blätter melden mit Zensurgenehmigung, daß die österreichisch-ungarische Armee nördlich des Duklapasses täglich langsam, aber sicher Terrain gewinne. Die Russen haben bereits mehrere von ihnen bisher hartnäckig gehaltene Positionen geräumt, von mehreren Stellen wird bereits eine allgemeine Rückkonzentrierung der Russen berichtet. Russische Beängstigung. Kopenhagen, 14. Jan. Nachrichten aus Petersburg zufolge hat es ziemlich beunruhigend gewirkt, daß während der letzten Tage nur außerordentlich dürftige Mitteilungen des Generalstabes ausgegeben wurden, in denen überdies nur von den Kämpfen gegen die türkischen Truppen, nicht aber von den Vorgängen in Polen die Rede war. Es hatte sich das Gerücht verbreitet, daß große Dinge in Vorbereitung seien, und man erzählte daß ein bedeutender Schlag der russischen Truppen bevorsteho. Nun hat der neue Bericht, der über die Vorgänge in Polen wur einzelne kleine Gefechte mitteilt, die überdies für die russischen Waffen wenig erfolgreich zu sein scheinen, um so mehr enttäuscht. Auch von der Kaukasusarmee verlautet wenig Günstiges und es heißt nur, daß sie sich in schwere Kampfe in der Umgebung von Kara=Argan befindet. Ferner hat ziemlich deprimierend auf die„Allgemeinstimmung gewirkt, daß bekannt wurde, die Regierung habe mit Haussuchungen die Einberufungen in Kamtschatka begonnen. Waffen und Munitionsmangel bei den Russen. Ein Militärkritiker schreibt zur Beurteilung der Kampflage gegen die Russen, die russische Insanterie scheine an Munitionsmangel zu leiden. Die russischen Munitionstrains konnten infolge des schlechten Wetterg nicht rechtzeitig an die Front gelangen. Die Russen haben Ende Dezember etwa 106 000 mit Berdang=Gewehren bewaffnete Soldaten an die nord. und mittelpolnische Front gesandt, woraus zu ersehen ist, daß die russische Armee bereits unter starkem Mangel an modernen Infanteriegewehren leidet. Der Kries gegen England. Ungeheure eng. Offiziers. englische Verluste. tn Rom, 13. Jan. Die„Times= erwähnen die ungeheuren Verluste an englischen Offizieren in Flandern. Das Blatt hofft, daß die neuen Offi. ziere, die an die Front gehen, hinreichend ausgebildet sein werden, um sich selbst und die Truppen mehr zu schonen. Eine neue Offensive sei für die Engländer weit bedenklicher, als für die Deutschen. Die Kriegsgefangenen von Gibraltar. Die„Norddeutsche Allgem. Ztg.“ schreibt: Beim Auswärtigen Amt waren Klagen eingelaufen, daß es den deutschen Kriegsgefangenen in Gibraltar verboten sei, in deutscher Sprache zu korrespondieren. Die Angelegenheit ist durch Vermittlung einer neutralen Macht bei der britischen Regierung zur Sprache gebracht worden. Es ist darau die Antwort eingetroffen, daß den Kriegsgefangenen der Gebrauch der deutschen Sprache gestattet und daß ihnen nur anheim gegeben wurde, sich der englischen Sprache zu bedienen, wenn sie Verzögerungen vermeiden wollten. Auch könnten sie Briefe in deutscher Sprache empfangen, doch ist ihnen nur erlaubt, wöchentlich zweimal Briese abzusenden, die nicht mehr als zwei Seiten umfassen. Teuerung in England. Der Versuch Englands, Deutschland auszuhungern, scheint dazu führen zu sollen, daß England selbst mit ernsten Nahrungssorgen zu kämpfen hat. Die Weizeneinfuhr nach England ist, wie die enzlischen Blätter selbst zugeben, außerordentlich eingeschränkt, und die Weizenpreise infolgedessen in starkem Steigen begriffen. Wie Reuter berichtet, ist der Weizenpreis, der vor Jahresfrist ungefähr 30 Mark betrug, jetzt auf 46 Mark gestiegen. Die Regierung ist, bestrebt, der Beunruhigung, die infolge dieser Steigerung entsteht, dadurch entgegenzutreten, daß sie durch Reuter folgende Meldung verbreitet..... I, Wernskap u. „Offiziell wird berichtet, oaß in Penoschab, der sehr fruchtbaren nordwestlichen Provinz Indiens, eine sehr große Getreideernte erwartet wird. Das mit Getreide bebaute Gebiet beträgt rund 13 Millionen Hektar. Falls das Wetter gut ist, können Die Lage in Aegypten. Die„Köln. Ztg“ meldet aus Rom:„Giornale d'Italia“ gibt Aeußerungen einer angesehenen Persönlichkeit wieder, die seit zwanzig Jahren in Aegypten lebt und über die dortige Lage sehr bedenklich urteilt. Den Namen des Gewährsmannes nennt das Blatt nicht, weil er bei seiner Rückkehr an den Nil keine Unannehmlichkeiten haben wolle. Man darf daher der Zuverlässigkeit dieser Darstellung nicht unbedingt trauen, aber eine gewisse Beachtung verdient sie doch, weil das Blatt, das sie wiedergibt, zur Dreiverbandspresse Italiens gehört und daher eher zur Schönfärberei geneigt ist, wenn es sich um englische Interessen handelt. Trotz seiner Verehrung für England eröffnet das„Giornale d'Italia“, den Bericht mit den Sätzen: Augenblicklich ist die Lage in Aegypten völlig stationär. Das Volk weiß infolge der Zensur nichts von den Ereignissen, ist aber im Grunde nicht vuhig, sondern erwartet irgendeine Kundgebung der Türken, um sich wie ein Mann zu erheben. Das ägyptische Volk will sich um jeden Preis von der englischen Herrschaft befreien und erfährt trotz der Zensur einiges über die Bewegungen der Türken und des Exkhedive, der ebenso beliebt ist, wie der jetzt von den Engländern eingesetzte Sultan unbeliebt und gehaßt. Mitte März werde der Exkhedive mit einem großen Heer regulärer Truppen und allen Araber= und Beduinenstämmen der Umgebung am Suezkanal eintreffen, und dann könne man auf eine allgemeine Erhebung des Landes rechnen trotz der bisherigen Ergebenheitserklärungen der Notabeln vor dem neuen Sultan. Ein Dementi der russischen Siegesmeldungen. Aus Konstantinopel wird berichtet: Gegenüber den falschen Meldungen der russischen Presse über türkische Niederlagen veröffentlicht das Hauptquar“ tier eine Depesche des Befehlshabers der kaukasischen Armee vom 9. Januar über die militärischen Operationen der letzten zwei Wochen. Die Depesche berichtet: Auf der Hauptfront haben unsere Truppen dem Feinde die jenseits unserer Grenze gelegenen beherrschenden Stellungen entrissen. Die Operationen bei Olty=Ardagan wurden durch tiefen Schnee und heftigen Frost aufgehalten. Unsere in Asherbeidschan vorrückenden Abteilungen verfolgen trotz des schlechten Wetters den Feind, der sich zurückzieht, nachdem wir Rumi(Urmia) und Kotur besetzt haben. Die Russen behaupten, den Divisionskommandeur eines Armeekorps gesangen zu haben; diese Meldung wird für falsch erklärt. In Wirklichkeit hat eine russische Abteilung in einem russischen Dorf einen Zug Verwundeter angegriffen, unter denen sich ein schwerverletzter Brigadekommandeur befand. Dieser wurde gefangen genommen, die anderen getötet. In Irak versuchten zwei Bataillone englischer Infanterie mit zwei Gebirgsschnellfeuergeschützen das Lager unserer arabischen Parteigänger in der *. n F=sberg der Grund ließe sich da finden?“ fragte Herr 8 S Achasbe. Scheute etüiche eiche Roman von F. Kuntschner. 58 „Glaube mir, Richard, heute danke ich Gott, daß meine arme, teure Lydia dort drüben den ewigen Schlaf schläft; denn das Bewußtsein, in dem gelichten Galten einen—“. „Sprich das Wort nicht mehr aus, ich vitte Dich, Vater!" fiel Richard ernst mahnend ein.„Doch Deine Pflicht ist es, nun auch in anderer Weise zu „Mein Weg wird dann ein einsamer und dunkler sein,“ entgegnete Thalberg mit wehem Lächeln. „Du irrst; er wird weder ein einsamer noch dunkler sein, denn das Bewußtsein, recht zu tun, wird ihn erhellen und einsam wird er darum nicht sein, weil ich ihn mit Dir gehen werde, Vater.“ „Richard, mein Junge, wenn das Dein Ernst ist, dann“— tief ergriffen und seiner nicht mey. legte der Freiherr beide Arme um den jungen Mann—„dann wird es mir leichter, von hier zu scheiden; denn Du hast recht, meines Bleibens kaun hier nicht lange mehr sein. Aber, Richard, Deine— Mutter! Wirst Du nicht Sehnsucht nach ihrer steten Nähe haben?“ „Arme Frau! Sie soll und muß wissen, daß ich ihr Sohn bin— doch bleibe ich an Deiner Seite! Fürchte nichts, Vater! Wenn ich Dir auch, keine Reichtümer werde bieten können, so soll unse. Zusibler Grund für unsere Abreise— die in den Kreisen, aus denen wir scheiden, freilich ziemliches Aufsehen hervorrufen wird— nuuß eben gefunden wer„und— die rückhängig gemachte chard? Welch ein auch nur halbwegs einleuchten„Ichgestek, mum##ng gleiche falls nicht teicht zumute ist, aber es muß sich eben auch hier ein Ausweg finden, was meine Aufgabe sein soll. Du denkst an die„Welt", Papa? Die kennst Du ja ebensogut wie ich und weißt, daß man schnell vergessen wird, wenn man aufgehört hat, eine Rolle zu spielen. Lege überhaupt alles ruhig in meine Hände, Bater, und Du wirst sehen, daß der Name Thalberg rein und tadellos vor den Augen der Welt erhalten bleibt.“ Vor den Augen der Welt, ja, wie verholte der Freiherr bitteren Tones,„nicht aber in den meinen und mehr als andere beschämt mich Dein großherziaes Vorgehen, Dein Edelmut mir gegenüber.“ “ Dir gegenüber, dem ich ja doch verdanke, was ich heute bin! Meine Kindheit und erste zeit war eine heitere, sorglose und, wenn nicht die mir oft so beftemdlich scheinende Kälte der„Frei: frau gewesen wäre, hätte ich mich volllomnmen glücklich gefühlt. Du bist mir ja immer ein Vater im wahren Sinn des Wortes gewesen und darum empfinde ich es meinerseits als heilige Pflicht, den nun kommenden ernsten Zeiten treu an Deiner Seite zu stehen. Meine Mutter, die nach vielen Irtfahrten durch ihre zweite Ehe endlich in den Hafen der Ruhe und Zufriedenheit eingelaufen, ist auch materiell sehr günstig gestellt, so daß sie meines Beistandes nicht mehr bedarf, und dann hat sie ja „Mein armer, guter, edler Richard! Sage mir, *„Ich habe Albertine gleich liebgewonnen, als ich sie zum ersten Mal geseben habe,gHgsfherg mi, „Aber?“ wiederholte Herr von Thalbilg, mit Lebhaftigkeit des jungen Mannes Hand erfassend. „Aber ich glaube heute, daß das so ungewöhnlich herzliche und innige Gefühl, das mich sofort. zu ihr hinzog und das ich für jene Liebe hielt, die Mann und Weib zusammenführt, eben die unbewoishe Beschmütenliche gewoeten Ich gol. daß auch Albertine sich in das Unabänderliche fin „Und was soll zunächst geschehen, Richard?“ „Ich werde meine Mutter aufsuchen, ihr alles mitteilen und sie bitten, Albertine schonend vorzubereiten, daß sich der Verlobte in den Bruder umgewandelt hat; meine sanfte, geduldige Mutter ist zu dieser ernsten Mission wie geschaffen. Dann erst werden wir über das Weitere sprechen. Herr von Thalberg senkte den Kopf und jetzt legte es sich doch wieder zentnerschwer auf seine Brust; er verstand nur zu gut, was Richard unter dem Weiteren meinte: den wahren Heern auf Thalberg— Benno von Rustan— in seine ihm so lange vorenthaltenen Rechte einzusetzen. 28. Kapitel „Mein lieber Richard," so sehr mich Dein Be„So sehr überrascht er Dich auch, nicht wahr, Mamna? Doch vor allem— sind wir ungestört?“ „Gewiß," entgegnete Frau Hedwig ganz erstaunt. „Deine Braut ist heute bez den Randolins eingeladen und mein Schwagerschläft um diese Nachmit. 199= e lschend hing Vehemun.“ % a, Mamo, ndich bitte Dich, jede Störung Grabhügel gekniet, ihn mit Blumen geschmückt und bitterlich geweint habe, daß Gott mir auch dieses Richards klare Augen ruhten mit unsagbarer Zärtlichkeit auf den sanften Zügen der Frau, die Mutter zu nennen, er sich heiß sehnte. „Und hast Du dieses Kindleins noch oft Dich erinnert?“ fragte er weiter. „Oft und oft sehnte ich mich nach ihm, besonders als ich so verlassen und einsam dastand unter Menschen, deren Sprache und Sitten mir freind waren und die mich wie eine teuer bezahlte Ware behandelten. Wäre mein kleiner Gregor nicht gestorben, dann hätte ich meine Heimat nicht verlassen, sondern lieber Tag und Nacht gearbeitet, um sein und mein Leben zu fristen.“ 4,###. Sesisten „Arme Frau! Wie mußt Iu gelitien haben! Wenn aber nun jemand käme und Dir sagte, daß Dein Gregor nicht gestorben ist?“ „Niemand wird kommen, um mir das zu sagen,“ entgegnete sie, wehmütig lächelnd. Vielleicht doch!“„. 4um Ligf, Mast. Betroffen von dem Tone, in dem diese Worte gesagt wurden, schaute sie auf und in Richards mit innigem Ausdruck auf ihr ruhende Augen. „Richard, ich flehe Dich an— sprich! Du hast mir etwas mitzuteilen— vielleicht— vielleicht—“ den Lippen versagten den Dienst. etwas mitzuteilen— vielleich. eur Aauung, und ich bitz Dich, fede Sitbung ipre ztternan Eipein egt egze emn Wirnt. “ Von einer mötlichen Unruhe erfaßt, gab Frau)„Die Hedwia den Befehl, niemanden vorzulassen, oann Von eier ploglichen u.gg 4 T. Heowig den Bescht, unmanden Vorgrlanfte,-uns führte sie den jungen Freiherrn zum Diwan, wo sie an seiner Seite Platz nahmund wartete voll Spannung auf seine Mitteilung. „Zuerst eine Frage, liebe Mama," begann Richard,„warst Du von dem Tode Deines kleinen Ziese Frage verblüste die Fraudergestalt daß sie im ersten Moment tatsächlich sprachlos dasaß und Richard aus weitgeöffneten Augen anstarrte. „Aber, mein Gott, wie sollte ich nicht von seinem Tode überzeugt sein, da ich ja an dem kleinen telleicht von— Detnem— totgeglaubten Von— meinem Sohne! Wo ist er? Ich will zu ihm— ihn in die Arme schließen, ans Mutterberz drücken.s ug. Richard sank, seiner nicht mehr machtig, tangsam vor ihr in die Kuie und flüsterte, weit die Arme öffnend, mit halb erstickter Stimme:„Mutter, meine Mutter! Umarme Deinen Sohn!" 217,16 „Du— mein Sohn— der Sohn des Freiherrn von Thalberg— mein Sohn?“ stammelte Frau Hedwig.„Bin ich plötzlich wahnsinnig geworden oder träume ich? 0 mein Gott, erbarme Dich!“ schaft zur See en Frieden.“ eichte Beruhiingen behaftet, Erfolg haben und„soweit See behalten", pelche die engleisten kann. zenpreisen auuch Qualität und ürer als vor gen täglich im om:„Giornale gesehenen Pernzig Jahren in Lage sehr beGewährsmannes seiner Rückkehr en haben wolle. dieser Darsteline gewisse BeBlatt, das sie e Italiens geserei geneigt ist, n handelt. Trotz ffnet das„Giorit den Sätzen: ypten völlig staer Zensur nichts n Grunde nicht ine Kundgebung zu erheben. Das n Preis von der erfährt trotz der ngen der Türken liebt ist, wie der setzte Sultan unz werde der Exegulärer Truppen stämmen der Umund dann könne ung des Landes ebenheitserklärunSultan. jegesmeldungen. sichtet: Gegenüber ischen Presse über st das Hauptguar“ abers der kaukar die militärischen Wochen. Die Deront haben unsere ts unserer Grenze gen entrissen. Die ourden durch tiefen halten. Unsere in eitungen verfolgen Feind, der sich zuUrmia) und Kotur aupten, den Divikorps gefangen zu falsch erklärt. In lbteilung in einem wundeter angegrifrverletzter Brigadeburde gefangen gezataillone englischer schnellfeuergeschützen Parteigänger in der chmückt und uuch dieses unsagbarer Frau, die sch oft Dich n. besonders unter Menreind waren Vare behan#t gestorben, lassen, sonum sein und itten haben! r sagte, daß r das zu sand. diese Worte in Richards de Augen. sich! Du hast vielleicht—“ Dienst. totgeglaubten er? Ich will ans Mutternächtig, langweit die Arme Mutter, meine 217,16 des Freiherrn imielte Frau inig geworden arme Umgebung von Kurng zu überraschen. Sie sielen in einen Hinterhalt und verloren 125 Tote und Verwundete. Nach zweistündigem Kampf verfolgten die Araber den Feind und obgleich sie auf kurze Entferrung dem Feuer der Geschütze ausgesetzt waren, hatten sie nur 15 Verwundete. Die tüktische Vorhut in Täbris. tu Amsterdam, 14. Jon. daß die türkische Vorhut in Täbris eingerückt ist. Russischer Rückzug im Kankasus. Kopenhagen, 13. Jan. Die hiesigen Morgenzeitungen erhalten aus Petersburg die Drahtung, daß sich die russische Kaukasus=Armee auf Tiflis zu. odd Zächzug der Rassen in Persten. Konstantinopel, 13. Jan. Nach zuverlässigen Insormationen räumten die rusischen Fruppen, die schon vor eintger Zeit das Städig####n von Täbris verlassen hatten, jetzt auch dessen Umgebung und zogen sich mit ihren Besatzungsabteilungen nach Dschulfa zurück. Die Russen versammeln dort größere Streitkräfte, um den Uebergang über den Araxes zu verteidigen. Kurdistan für die Türkei. Der Petersburger„Nowoje Wremja“ wird aus Teheran telegraphiert: Die persische Stadt Senne Kurdistan und die umliegenden Gebiete sind von der Regierung abgefallen und haben den An. schluß an die Türkei proklamiert. Aus Stadt und Umgebung. ** Schwerte, 14. Januar 1915. (Regen und wieder Negen), das ist nun schon seit Wochen die Parole, und je länger er anhält, desto stärker wird er. Der sternenklare Himmek, der sich allabendlich zeigt, gibt zwgx inmer erneut Hoffnung auf einen günstigen Anischlag, doch tritt Tatsache niemals ein. Bis Mitternacht bereitet sich die Natur auf Frost vor. Dann aber fällt sie in ihr altes Leiden zurück, und peitscht ein ziemlich heftiger Sturm reiche Wasser. mengen aus den Wolken und verwandelt niedrige Wege in Seen und Sümpfe. Auch den Ländereien und Gärten ist der anhaltende Regen sehr zum Schaden. Wie viele fleißige Hände sah man schon in der ersten Dezemberhälfte mit den Vorbereitungen für die Frühjahrsbestellung beschäftigt. Alles regte sich tund nutzte das milde Wetter, über das der heurige Winter verfügt, aus, um der Erde frühzeitig Fett und Dünger zuzuführen, die das Wachstum der Garten- und Feldfrüchte befördern sollten. In diesem Jahre ist es ja besonders notwend'g und wünschenswert, Gemüse und dergl. frühzeitig auf den Markt zu bringen, die den Bedarf an Brotgetreide ersetzen sollen. Jetzt ist die Arbeit ins Stocken geraten, und es bedarf eines anhaltenden trockenen Wetters, damit das überflüssige Wasser aus dem Boden entsernt wird, so daß ein Weiterarbeiten möglich ist. Hoffentlich tritt bald die erwünschte Aufbesserung ein. Die Frühlingsboten scheinen den Winter schon als überstanden zu betrachten, denn gestern wurden schon Stare bemerkt, die ihre alte Wohnstätte wieder aufsuchten. Ob auch sie nicht enttäuscht wieder von dannen ziehen? **(Beförderung.) Herr Stadtverordneter Dipl.= Ingenieur Schluck von den Nickelwerken, der bisher als Offizier=Stellvertreter tätig war, ist zum Leutnant d. R. befördert worden. *e(Ein Feldzugskalender) der hinter jedem Tage Raum zur Eintragung kurzer Notizen bietet, wird von unseren Soldaten als gern willkommene Liebesgabe in Empsang genommen. Wiederholte Zuschriften aus dem Kreise unserer tapferen Krieger sprechen sich anerkennend über diesen Kalender aus, sie heben namentlich das handliche Format und den abwaschbaren dauerhaften Einband hervor. Man versendet diese Feldzugskalender, die in unserer Geschäftsstelle für Mk. 0,60 zu haben sind, am besten in einem Feldpostbrief für 10 Porto. *(Ueberschwemmungen im Sauerlande.) Die aus den sauerländischen Bergen kommenden Flüsse und Bäche, als Ruhr, Volme, Lenne usw. führen infolge des anhaltenden Regenwetters und der eingetretenen Schneeschmelze Hochwasser. In den Tälern sind infolgedessen die angrenzenden Wiesen und Felder überschwemmt. Besonders unangenehm macht sich das Hochwasser in dem teils engen Lennetal bemerkbar, hier tritt das Wasser zuweilen in die tiefliegenden Häuser. Durch die seit einigen Jahren neugebaute Eisenbahnbrücke am Zusammenfluß von Ruhr und Lenne bei Westhofen sind die Befürchtungen einer Verkehrsstockung bei größeren Ueberschwemmungen und Verschlammungen beseitigt worden. Auch Lippe und Emscher führen Hochwasser und überschwemmten teilweise die Wie. sen. Durch die Verlegung der Ahsemündung in die Lippe infolge des Kanalbaues Datteln=Lippstadt ist die Ueberschwemmungsgefahr im Stadtgebiet von Hamm beseitigt worden. **(Das Eiserne Kreuz.) Einem Enkel der im 93. Jahre stehenden Witwe Saatmann hierselbst, Dr. Ernst Saatmann, Ass.=Arzt beim Bat.= Stabe 3 des Bayr. Landw.=Inf.=Reg. Nr. 12, ist das Eiserne Kreuz verliehen worden. Frau Wwe. Saatmann, welche 4 Enkel im Felde hat, ist wohl die älteste Frau uunserer Stadt, die nach allen Stürmen und Kriegen des vorigen Jahrhunderts seit den Befreiungskriegen, den Weltenbrand jetzt noch miterlebt und täglich aus der„Schwerter Zeitung“ von den weltbewegenden Ereignissen unterrichtet sein und wissen will, wie es den„Jungens“ im Kriege geht. **(Jubilar der Arbeit.) Vorgestern konnte der in der hiesigen Eisenbahnwerkstatt beschäftigte Oberputzer Karl Heimann aus Villigst auf eine 25. jährige Tätigkeit im Dienste der Eisenbahnverwaltung zurückblicken. Von seinen Arbeitskollegen wurden dem Jubilar mancherlei Ehrungen zuteil; der Verein der Eisenbahn-Handwerker und=Arbeiter ließ durch eine Abordnung ein hübsches Diplom überreichen. Auch wir sprechen dem Jubilar unseren besten Glückwuunscht aus! ** Geisecke, 14. Januar.(Erloschen.) Die unter dem Rindviehbestande des Weidenaufsehers Friedrich Wolff ausgebrochene Maul- und Klauenseuche ist erloschen. ** Westhofen, 13. Jan.(Amtsversammlung.) In der gestrigen Sitzung der hiesigen Amtsversammlung wurde die Rechnung der Amtskasse für das Jahr 1913 vorgelegt und dem Rendanten Entlastung erteilt. Die Rechnung schließt ab in Einahme mit 54 095,27 Mark, in Ausgabe mit 57195,34 Mark, mithin Vorschuß von 3100,07 Mark, welcher Betrag auf das nächste Jahr vorgetragen wird. Die bei den einzelnen Abschnitten vorgekommenen Ueberschreitungen wurden nachträglich genehmigt. Der von der Rechnungs. Prüfungs=Kommission vorgeprüfte Amts=Haus. haltsanschlag für das Jahr 1915 wurde durchberaten und in Einnahme und Ausgabe auf 54 75# Mark festgesetzt. Alsdann gelangten die Zinseneaus der Kaiser-Wilhelm=Augusta=Stiftung unter 12 Personen mit je 10 Mark zur Verteilung. Fürh die in Not geratenen Ostpreußen wurde eine Beihilfe von 100 Mark bewilligt, ferner als Juschuß zur Auskunfts. und Fürsorgestelle für Lungenkranke in Hörde 50 Mark. Für die Pflege verwundeter Marine-Mannschaften bewilligte die Bestomutung dnen Bultbich von 10 Bl. Beerdigung des Generalleutnanis v. Harbou. tu Dortmund, 13. Jan. Gestern vormittag fand die Beerdigung des auf dem westlichen Kriegsschem. platz gefallenen ehemaligen Landwehrinspekteurs für Dortmund, Exzellenz Generalleutnant v. Harbou, statt. Der hohe Offizier hatte bekanntlich bei Loon schwere Verletzungen erlitten und war nach kurzem Krankenlager im Lazarett des Gardekorps gestorben. Er wurde zunächst cuf feindlichem Boden bestattet, doch erachteten es die Dortmander Kriegervereine mit Recht als eine Ehrensache, die Ueberreste des Verblichenen nach hier zu überführen. Es fand zunächst unter starkem Andrang eine Gedächtnisfeier in der Reinoldikirche statt. Hierauf setzte sich der gewaltige Trauerzug zum Südwestfriedhof in Bewegung. Die Spitze bildete der Kampfgenossenverein. Es folgten in ansehnlicher Stärke etwa weitere hundert Militärvereine aus Dortmund sund der näheren Umgebung. Unsere Stadt Schwerte war durch den KriegerVerein und Garde. u. Landw.=Verein vertreten Die Orden und Ehrenzeichen des Dahingeschiedenen wurden dem Sarge vorangetragen. Dem Leichenwagen folgten die Spitzen der städtischen und staatlichen Behörden, sowie die Mannschaften der beiden Bezirkskommandos und der Landwehrinspektion. Die Leiche Harbous ruhte in einem braungehaltenen. Metallsarge. Die Grabrede hielt Pastor Schnapp, worauf die Gewehrsektion dem gefallenen Helden die übliche Ehrensalve über das Grab feuerte. Verantwortlich für die Redaktion Friedr. Kraas, Druck u. Verlag von Carl Braus, beide in Schwerte. Nach Gottes unerforschlichem Ratschluss starb den Heldentod für das Vaterland am 21. Dezember in bei Malaucourt mein innigstgeliebter Mann. der gute Vater meineskleinen Töchterchens, mein lieber, treuer Sohn, unser unvei gesslicher Bruder, Schwiegersohn, Schwager und Onkel, der Keutmann Pritzriesefel Res.-Inf.-Reg. Nr. 11, 6. Komgagnie. im 32. Lebensjahre. Im Namen der Hinterbliebenen: Frau Elisabeth Fieseler, geb. Rath. Familie August Fieseler Familie Ludwig Rath. Hagen, Schwerte, Frankreich, den 11. Januar 1915. 242 Allzufrüh und fern von seinen Lieben starb am 10. Dezember den Heldentod für das Vaterland bei Lowicz(Russland) mein innigstgeliebter Mann, unser lieber, guter Sohn, Bruder, Schwager, Enkel und Meffe, der Kaufmann Karrtts. Unteroffizier der Landwehr im Inf.-Regt. 175, 8. Kompagnie im Alter von 30 jahren. In tiefer Trauer: Frau Rentrop geb. Steinhoff Familie Rentrop. Harzgerode, Schwerte, Dümpel, Pernze, den 14. Januar 1915. 244 Sehr schwer war schen der Trennungsschmerz, Jetzt aber bricht uns fast das Herz, Als Held starbst du, für uns zu früh, Vergessen können wir dich nie, Wir könn'n dir nichts mehr bieten, Mit nichts mehr dich erfreu'n, Nicht eine Hand voll Blüten Auf deinen Hügel streu'n. Nach langer Ungewißheit bekamen wir jetzt die traurige Nachricht, daß unser guter lieber Sohn und Bruder, mein lieber Bräutigam, der Tambour Gefreite Stto Gerlarts Infanterie-Regiment No. 158 ##am 28. Oktober bei Richebourg in Frankreich im #blühenden Alter von 24½ Jahren auf dem Felde der Ehre gefallen ist. In tiefer Trauer: Familie Carl Gerharts 24n Lina Schramm als Braut. Schwerte, Frankreich, den 14. Januar 1915. Den Heldentod im Feindesland: starb am 31. Oktober in Russland unser treuer Mitarbeiter, der.... 248 Wehrmann Kart Kräffer. Derselbe hat sich durch sein freundliches Wesen und ehrenhaften Charakter unser aller Herzen erworben und werden wir ihm ein dauerndes Andenken bewahren. Die Beanten und Arbeiter des Hickelwalwerks Walzwerk I. Um ohher vonkt, Pickel, Mitesser, Blüten verschwinden sehr schnell, wenn man abends den Schaum v. Zuckers Patent Medizinal-Seife, in drei Stärken. a 50 Pf., 1.00 Mk. und 1.50 Mk. eintrocknen läßt. Schaum erst morgens abwaschen und mit Zuckooh-Creme(à 50 u. 75 Pf. 2c.) nachstreichen. Großartige Wirkung von Tausenden bestätigt. Bei C. Trog und Max Mehlhose, Drogerten. An die Zahlung der In dem Konkurse über das Vermögen des Schuhwarenhändlers Gustav Franken zu Schwerte soll die Schluß erteilung erfolgen. Dazu sind 2546,25 M. verfügbar. Zu berücksichtigen sind Forderungen zum Betrage von 23246,12 Mark, darunter 7,62 Mark bevorrechtigte Forderungen. Das Schlußverzeignis liegt auf der Gerichtsschre berei deshiesigen Kgl. Amtsgerichts zur Einsicht aus. Ruhe sanft, denn treu und bieder War Dein Leben bis ins Grab. Ruhe sanft, wir sehn uns wieder, Spricht der Glaub’, den Gott uns gab. Den Heldentod für das Vaterland starb in Frankreich unser einziger, innigsegeliebter Sohn, Bruder, Schwager, Neffe und Vetter, der Musketier Karl Wallmann Infanterie-Regiment No. 161, 2. Kompagnie im blühenden Alter von 22 Jahren. Wir bitten, des lieben Verstorbenen im Gebete zu gedenken. In tiefer Trauer: Karl Wallmann und Frau 247" nebst Geschwister. Schwerke, den 13. Januar 1915. Für den Konkursverwalter Rechtsanwalt Dr. Strathmann: 245 Rirchensiehen. mer 925 * Hefert schnell und saube. Schwirle, 12. Jan. 1915 E. Praus Bekanntmachung. Ich weise darauf hin, daß die Versteuerung der Automaten und Musikwerke im Monat Januar 1915 zu erfolgen hat, und daß die Unterlassung der Versteuerung die gesetzlichen Strafen nach sich zieht. Hörde, den 9. Januar 1916.* 246 Der Königliche Landrat. I. V. Dr. Burchard. (1 Pfunapackung) vorrätig in der Buchhandlung CARE BRAUS SCHWERTE(RUHR), Gr. Marktstrasse 3—5 1 Arronar Aue VorAuur! Die Gelegenheit ist selten günstig! Ein so kollossal billiger Einkauf wie jetzt während meines Inventur-Ausverkaufes wird sich kaum noch bieten. Enorm billiger Jackenkleider-Verkaut in farbig, blau und schwarzen Stoffen Serie 1 onst bis 58.50....... jeizt 9.75 Serie II sonst bis 89.50....... jetzt 19.50 Serie III sonst bis 115.00....... jetzt 25.50 StrielV sonst bis 127.00....... jetzt 35.50 Enorm billiger Paletot-Verkaut neueste Facons und Farben Serie 1 sonst bis 15.50........ jetzt 0.75 Serie II sonst bis 18.50........ seizt 9.50 Serie III sonst bis 24.50........ jetzt 15.50 SerielV sonst bis 36.50........ Jeizt 19.50 Ein Posten seidene Blusen modernste Farben Serie I trüher 15.50......... setz 9.50 Serie II trüser 24.50......... setz 12.50 Serie III trüher 75.00......... Jetz 19.50 Enorm billiger Taillenkleider-Verkaut grosse Auswahl in Wolle, Voile und Seide Serie sonst bis 39.50....... jetzt 6.75 Serie II sonst bis 68.50....... jeizt 15.50 Serie III sonst bis 89.50....... jetzt 24.50 SerielV sonst bis 98.50....... 30 Samtkleider sonst bis 98.00 Jetzt 39.50 Jeizt 24.50 Enorm billiger Blusen- u. Röcke-Verkauf Serie 1 sonst bis 3.50........ Jetzt 1.75 Serie II sonst bis 7.50......... jetzt 3.50 Serie III sonst bis 12.50........ jetzt 4.50 SerielV sonst bis 15.50........ Jetzt 8.50 Ein Posten feinste Tüll u. Spitzen-Blusen Serie I irüher 19.50......... jetzt 7.50 Serie II Serie III früher 24.50.. jetzt früher 27.50 jetzt 9.75 15.50 Sämtliche Kindermäntel und Pelzwvaren fast für die Hälfte des früheren Preises. Mendelschl Brückstrasse 18 Dortmund Brückstrasse 18. Erstes und grösstes Spezial-Geschäft in Westfalen. Raitalog sel Holzrahmenmatr., Kinderdetten Eisenmöbelfabrik. Subl i. Th. 8=Zimmerohnung auf sofort oder 1. April an nur ruhige Familie zu vermielen. 248 Hörderstraße 10. 5 Zimmer= Wöhliung zum 1. April zu vermieten. Zu erfragen in der GeschäftsLele 9. 31g. 240 Zwungsverkauf. Am Freitag, den 15. JaTruar. vormittags 10½ Uhr, werde ich zu Hohensyburg, an Ort und Stelle Versammlung an der Richter'schen Wirtschaft daselbst 1 Sofa, 4 Sessel, 1 Ausziehtisch, 1 Spiegel mit Console, 2 Vertikow, 1 Schreibtisch usw. gegen bar versteigern. Schwerte, 14. Januar 1915. Morgenroth 249 Gerichtsvollzieher. Britmal Volbeuur= Koldem (Südfrankreich) Bezug in Original=Oxhoff-Fässern. Eigene füllung, daher billigste Preisberechnung, per Flasche 1.10, 1.30, 1.50 und 2.00 Mk. inkl. Flasche. Carl Raffin, Gasthof„Jur Helle" Telephon 251. Einige und geschickte Arbeiter finden sofort lohnende und dauernde Stellung. Angebole unter A. 250 an die Gesch. d. Ztg erbeien. beiale Technikum Bingen laaschinenbau, Elektretschnik Astemebilbau, Brückenbau Direktien: Prof. Kosp Dr. Ad. Meier's Sanatorium Bremen, Rotenburgerstr. 1 Spezialbehandlung von Hautkrankheiten. 6446 Lupus auss. Krebs Fressflechte, Hauttuberkulose, Fisteln. Hautgeschwülsten, ohne Operation, ohne Be strahlg. nach eigen. langjähr. erprobt. Methode. Ausführliches Prospekt frei. „Ichlit seits Jahren an ged: lichem Ausschlag mit furchtbarem Durch ein halbes Stück Zuckers Patent- Medizinal- Seife habeich das Uebel oöllig beseitigt. H. S. Poliz.=Serg.“. In drei Stärken à 50 Pfg, 1.00 Me. und 1.50 Mk. Dazu ZuckoohCreme(à 50 und 75 Pf. 2c., bei C. Trog, Max Mehlhose, Drogerien. Debuco! Wschholter Extrakt. Altbewert b HustenLungen- u. Magenleiden. Reinigt vortrefflich das Blut Als Hustenmittel bei Kindern un erreicht, 4 Flasche Mk 0.75 u. 1.50. Nur b. Max Mehlhose, Medizinal-Drogerie Ostenstr 3 Zangere un die geeignet sind, als Nieter beschäftigt zu werden, finden dauernde Beschäftigung. 234 Stahlwerke Brüninghaus Abt. Eisenwerr Westhofen. sofort gegen hohen Lohn gesucht. Es verden auch Arbeiten ausser dem Hause abgegeben.————— 25 E. U. Böhmer, Schubtaus Ker un uulb Technikumi! 2 Mittweida Direktor: Professor Holst.“ Höheres techn. Institut f. Elektro- u. Maschinentechnik. Sonderabtellungen f. Ingenieure, Techniker u. Werkmeister. Elekte. -1 u. Masch.-Laboratorien.— II tehrfabrik-Werkstätten.# #I Anteste u. bssachteste Asstalt. 191 I Smm2z., Programmete.— Smferi. Saun fent! „ Barfer per Pfd. 1.60. Cari-Fros. 98 Verwalung des Gas= und Wasserwerks Schwerte. B 228 Unter diesem Schutze kann der deutsche Kaufmann in Ruhe sein Geschäft betreiben. Wirksame Inserate sind für ihn eine wertvolle Unterstützung. Wenden Sie sich zwecks Ausarbeitung eines Kostenvoranschlags an die bekannte älteste deutsche Annoncen-Expedition Haasenstein& Vogler Akt.-Ges. Dortmund, Markt 2 Makulaturpapier empfiehlt billigst Carl Braus, Schwerte(Nuhr) Wer mit der geringen Kapilalanlage von nur 50 Pig. seiner Hausbibliothek eine wertvolle Fundgrube unterhaltsamer und frisch erzählter Oeschichten sowie nätzlicher Anweisungen für die Hausfrau zuführen will, der tue, was seit langen Jahren bei vielen Hunderttausenden löbliche Gewöhnung ist und kaufe Payne’s Illustrierten Familien-Kalender. Der Jahrgang 1915 ist soeben erschienen! Zu beziehen durch Buchhandlung Carl Braus Schwerte-Ruhr Gr. Marktstr. 8—5. In Silber und Gold erstelgert auf den Plandverkäufen werden zu den billigsten Preisen 4907 verkauft. DORTMUND Nicolalstr. 5 Balkenstr. 38 beim Besirke-Kommando Pfandleih-Anstalt A. Eick& Comp. % :* 0 reichen sollte. Sie verfiel schließlich auf den Einfall, ein Wettschießen zu veranstalten: wer von den beiden am häufigsten ins Schwarze treffe, der sollle sie zum Altar führen. Von einer anderen vielumworberen Dame der englischen Gesellschaft erzählten die Zeilungen, sie habe den Wettbewerb zwischen ihren vier Verehrern durch ein Billardturnier zum Austrag kommen lassen. Oefter ist das Schachbrett zum Kampfplatz gemacht worden, auf dem über das Schicksal einer Ehe entschieden wurde. Nicht weniger als drei solcher Fälle werden aus dem letzten Jahre berichtet. Bei diesen Ehepreiskonkurrenzen hat über den Vogel ein reicher Neapolitaner namens Tesino abgeschossen, der seinen Namen, sein Vermögen und seine stattliche Erscheinung derjenigen Dame anbot, die seinen verwöhnten Gaumen durch die am besten zubereiteten Makkaroni ergötzen würde. Die Antündigung erregte gewaltiges Aufsehen unter der ncapolitanischen Mädckenwelt, und 120 Bewerberinnen kämpften um den hohen Preis. Das Ergebnis war, daß nach wenigen Wochen die Siegerin von dem durch ihre Kochkunst entzückten Signor zum Altar geführt wurde; in seiner Freude über die schmackhaften Maktaroni machte er ihr ein Hochzeitsgeschenk von 20000 Lire. Die sonst nur mit Geld und Zahlen beschäftigten Gemüter der Börsianer von Wall Street wurden vor wenigen Monaten in eine ganz ungewohnte zärtliche Aufwallung versetzt durch das Erscheinen einer blauäugigen, blondhaarigen, reizenden Dame, die unlefangen in den Vureaus und Wechselstuben erschiei. Sie trug eine Tasche in der Hand und entnahm ihr eine Anzahl Billetts, auf denen zu lesen war:„Los für die vollständige musikalische Ausbildung von Miß Edwina. Wert 10 Dollar. Wenn diese Nummer gezogen wird, steht dem Gewinner die Hand der Dame zu.“ undett, als bloß Naturkunde, Die ingeniöse Dame wurde alle ihre Lose los und beGeschichte; schenkt ihnen noch kam so viel Geld, daß sie sich damit zu einer zweiten stunden oder Tage fröhlichen Patti hätte ausbilden konnen; welches aber der Ausgang der Lotterie war, darüber schweigt die Geschichte. Eine eigenartige Verschmelzung von Geschäft und Liebe leistete sich ein großes Teegeschäft, das für seine weiblichen Reisenden folgenden Pieis aussetzte:„Die junge Dame, die die besten Erfolge erringt und die meisten Kunden uns gewinnt innerhalb einer Arbeitszeit von sechs Monaten, erhält 10000 I und außerdem das Recht, den jungen Herrn unter den Angestellten der Firma, der ihr am besten gesällt, zu heiraten. Sollte der Betreffende sich weigern, so erhält sie als Entschädigung noch 2000 P extra, und der junge Mann wird sofort entlassen. Mehr als einmal hat man über das Schicksal einer Frau Münzen entscheiden lassen, die in die Luft geworfen wurden und bei denen auf Kopf oder Schrift gewettei war. Eine dramatische Szene dieser Art spielte sich zwis hen zwei Genueser Holzfällern ab, die beide rasend in eine niedliche, kleine Putzmacherin verliebt waren. Eine Wette, bei der die Münze entscheiden sollte, war der letzte Ausweg, und als das schicksalsvolle Geldstück dem einen Entsagung verlündete, da zog dieser, ein gewisser Nizza, einen Revolver, schoß sich durch den Kopf und fiel tot zu Füßen seines glücklichen Nebenbuhlers..„—hl. frischen, reinen Quell! Wie träumt sich's so wundervoll von dem, was dieses Wasser, an dem man dahin wandert, vorzeiten schon alles gesehen, was es noch sehen wird in Zukunftstagen! Welche Märchen kann man spinnen, welche Geschichten ersinnen!— Und wie billig ist solch eine Entdeckungsreise, mit wie einfachen Mitteln zu erreichen und durchzuführen! Derbes Schuhwerk, das auch ein wenig Nässe verträgt, wasserdichter Lodenrock, Ranzen oder Rucksack, eine einfache leichte Sportmütze, wenig Proviant, da am fließenden Wasser der Wandervogel ja immer„abkochen“ kann, etwas Fruchtsaft zur Vermischung mit dem von der Natur gebotenen Naß— das kann Männlein wie Weiblein bei sich tragen. Und wie wächst der Mut, die Unternehmungslust, die Ausdauer, wenn man langsam aber sicher sich dem erstrebten Ziele nähert; wie wächst selbst die Beharrlichkeit, wenn irgendein Hindernis sich unerwartet in den Weg stellt und ein scharfes Nachdenken zu seiner Ueberwindung oder Umgehung verlangt! Hei, was wäre ein Streben ohne Hindernisse, die genommen, überwunden werden müssen? Was wäre das Leben ohne Kampf? Je mehr Kampf, je mehr Kraft, je mehr Freude und Gewinn! Seht, der Bach hat es auch nicht überall leicht, muß auch über Stein und Geröll hinweg, durch Felsengen oder durch flache Stellen, die seinen Lauf verlangsamen. Aber er gelangt doch ans Ziel, wo er seinen Weg nicht aus eigener Kraft machen kann, da vereint er sich mit einem andern, gewinnt durch diesen an Kraft und Gewalt und bahnt sich so rüstig seinen Pfad. Und zuweilen läßt er sich auch herab, mit seiner Flut sich den Menschen dienstbar und nutzbringend zu erweisen— läßt sich geduldig einzwängen und abdämmen, ohne hinterher an seiner Schönheit und Kraft einzubüßen. Und so lehrt er die jungen Wanderer noch manches andere, Geologie, Geographie und mehr, als nur ein paar Eranten erks Wigr f.rhtacher. Naturgenusses! Sollte es nicht ein segenbringender Sport sein: das Quellenwandern? Florentine Gebhardt. 92 Denkspruch. Geh mit dir se dit sureng ins Gericht, Und wenn dir's nicht gelingt, von innen Die Ruh’, das Glück dir zu erringen— Von auben kommt das Glück dir nicht. Fr. Bodenstedt. Preiskonkurrenzen vom Heiratsmarkt. Unzählige Wege führen zum Altar, und nicht selten sind diese Wege vielverschlungen und sonderbar. So mancher will auch bei der Wahl für die große Ehelotterie eine romantische Entscheidung anrufen, und so wird denn ein Wettkampf veranstaltet, bei dem die Schöne oder auch der Mann den Preis darstellt. Von einigen neuen Preiskonkurrenzen dieser Art erzählt eine englische Wochenschrift. Bei den Cowboys ist es in letzter Zeit des öfteren vorgekommen, daß sie ein Wettrennen querfeldein zu Pferde unternahmen, bei dem der glückliche Sieger die von vielen begehrte Braut erranch. Eine reizende schottische Dame war vor kurzem in einen schweren Konflikt verwickelt, weil sie nicht wußte, welchem von beiden Bewerbern sie ihre Hand Dumor. Erklärliche Wildheit.„Ja,“ erklärt der alte Seefahrer,„als ich in Südamerika Schiffbruch erlitt, stieß ich auf einen Stamm wilder Frauen, die keine Zungen hatten.“„Um Gottes willen,“ ruft eine Zuhörerin,„wie konnten sie denn sprechen?"„Ja,“ erklärt der Seebär,„sie konnten ja nicht, und das war es ja gerade, was sie so wild machte.“ S S SSSP S E n für den kreis börde 46. Jahrgang O Grites und älteltes Cagesorgan des Kreiles. O Haupt-Annoncenblatt Unterhaltungs=Beilage zu Nr. 11. Donnerstag, 14 Januar 1915. aie(Gahres Glück? und Rang bürgen „Wollte Gott, du # 5 uch Trines Gesicht Freude, und als ihres Gatten Triumph= S) geschrei verstummte, sagte sie:„Ja, wahrhattig, das ist eine Glucksbotschaft!“ Sie blickte auf Aennchen, das, den Kopf über eine Stickerei gebeugt, am Fenster saß.„Na,“ rief sie dieser zu, „und du freust dich nicht über das große Gück deiner Schwester?" Langsam erhob sie den Kopf und blickte die Mutter an. Ihr Gesicht war bleich, und ihre Stimme klang matt, als sie antwortete:„Wer bürgt euch denn dafür, daß der Mann sie glücklich macht?“ „Ei zum Kuckuck, sein Name uns dafür!“ schrie der Vater. machtest eine ebenso glänzende Partie!“ Aennchen senkte den Kopf wieder über die Stickerei und sagte ganz leise:„Ich sehe die Welt in einem ganz anderen Licht wie Tilde; mag sie in der glänzenden Partie alles finden, was sie erhofst.“ Am Nachmittag dieses frohen Tages übergab ein Bote Frau Kleinschmidt in einem Umschlag großen Formats einen Karton, der ein farbiges Gruppenbild umrahmte. Die Empfängerin hatte sich vorgenommen, die bestellten Photographien zu bezahlen und unbesehen wegzuwerfen. Da der Bote aber keine Rechnung überreichte und sie nicht wußte, von wem die Sendung kam, so betrachtete sie das Bild, und es entschlüpste ihr in Aennchens Gegenwart der Ausruf:„Oh, wie schön!“ Zu spät entdeckte sie am Rande den Namen Fritz Rönnes. Dieser hatte die photographische Aufnahme von Frau Kleinschmidt und Aennchen nur als Unterlage für ein mit Farbenstiften ausgeführtes Doppelbildnis benutzt. Die Farben waren auf einen zarten Akkord gestimmt, die Frauenköpfe idealisch verschönt, aber frei von aller Süßlichkeit. Dem Gesicht der Mutter hatte er einen strengen, aber würdevollen Ausdruck gegeben. Die zu ihr aufblickenden Augen der Tochter waren lebendig, den schön geschnittenen Mund aber umspielte ein schmerzliches Lächeln. Frau Kleinschmidt glaubte niemals etwas Lieblicheres und Rührenderes gesehen zu haben als dieses Bild ihrer Tochter. Sie versenkte sich derart in dessen Schönheit, daß sie erschreckt auffuhr, als Aennchen ihren Arm um sie legte und mit sanfter, bittender Stimme zu ihr sagte: „Nicht wahr, Mutting, Fritz ist doch etwas mehr als ein Photographengehilfe?“ Trine verspürte eine Wallung heißer Mutterliebe, und ein warmes Aufleuchten ihrer Augen gab AennRoman von Rudolf Elcho. (16. Fortsetzung.) erstrahlte vor stolzer chen den Mut, sich an (Nachdruck verboten.) ihre Brust zu werfen und ihr ein Geständnis ihrer Liebe abäine tiefe unter heißen Tränen zulegen. Als sie geendet, fuhr ihr Trine über das Blondhaar, küßte sie auf die Stirne und sagte in sanftem, aber bestimmten Tone:„Ich begreife, daß ein Mädel im Alter von siebzehn Jahren für den hübschen und — wie ich gestehen muß— auch recht begabten Fritz Rönne schwarmen kann; ähnliches passiert Tausenden und ist auch mir passiert. Das sind Kinderkrankheiten, an die man später mit leiser Beschämung zurückdenkt. Aber Pflicht der Eltern ist es, ein junges, unerfahrenes Ding vor all dem Unheil zu bewahren, das aus einer solchen Liebelei entstehen kann.“ „O Mutter, Mutter,“ warf Aennchen beschwörend ein.„Du verkennst uns ganz und gar. Das Liebelei. Was mich mit Fritz verbindet, ist Herzensneigung, ist unzerstorbare „Natürlich, das glaubt jede,“ bemerkte Trine mitleidig lächelnd.„Solche überschwängliche Versicherungen sind immer das Kennzeichen der Backfischschwärmerei. Es wird dich ja viele Tränen und Seufzer kosten, um derüber wegzukommen, aber das muß trotzdem geschehen, denn an eine Verbindung mit dir und dem Sohne des Portiers ernsthaft zu denken, ist einfach lächerlich. Dir steht der Weg zu den vornehmsten Gesellschaftskreisen offen, und wir— deine Eltern, müssen darüber wachen, daß du dein Glück nicht verscherzest.“ Vergeblich warf sich Aennchen in ihre Arme und versicherte schluchzend, daß es ihr Lebensglück zertrümmern heiße, wenn man ihr den Geliebten raube; sie erschütterte den Glauben der Mutter nicht, daß das, was ihr Kind heilige Liebe nannte, eine Gefühlsduselei sei, die man um dessen eigener Wohlfahrt willen ersticken müsse wie glimmendes Wildfeuer. 10. Kapitel. Trine und Christ Kleinschmidt wurden für den Verdruß und die Sorgen, die ihnen Aennchens„Verirrung" bereitete, reichlich durch Tildes Verlobung entschädigt. Welch eine glänzende, großartige Zukunftsperspektive bot ihnen diese! Wie mußte die enge Verbindung mit der Aristokratenfamilie ihre eigene Bedeutung und soziale Stellung erheben! Die heimgekehrte Tochter gab einen überschwänglichen Bericht von Schloß Kallene und seinen vornehmen Bewohnern. Sie war von den Eltern und Geschwistern Arturs mit offenen Armen empfangen worden und hatte mit den Töchtern des Ministers und Bruders des Schloß # STHSEEASS 5 8 5.SS SS##prSE 5 SB5SSSBFAE * 2 ** 3„ 1 5 S 5 8 55 ** 5 S 9 8 . 8 ** 8 2 2 5 E G „„„* „.„*„ E **** 8 5 E. SSm e StUg 9 F SIS S# 2 5 5 * 3 ** SSESSERG S 55 — 0 * 5 9.— S 6 165 L E ∆ 0 e 9 :2 S#8 GgaE — 5 gFörsxgSbgöSSD" SSSSESEG S SSSGMZRSS S S 5— G a—* 551 S 8 8 58 ## K#se K 5 5e * 8 5 5• B 8 S 9 9 S 3 S 8 1„ " S 9„* * S 0 Eg B=B88: herrn, die Kallene auf einige Wochen besuchten, Freundschaft geschlossen; sie war zu Festen gefühlt worven, auf denen Töchter der benachbarten Großgrundbesitzer und Beamten den Grafen Artur begehrlich umschwärmten, und erlebte die köstliche Genugtuung, über alle Rivalinnen zu triumphieren. Papa Kleinschmidt war von den Schilderungen seiner Lieblingstochter so erbaut, daß er, trotz seiner zum Mißtrauen neigenden Natur, es unterließ, seine Fühler auszustrecken. Mochten die Gerods mit Glücksjütern gesegnet sein oder nicht, das kam für ihn, den Millionär, kaum in Frage. Die Grafenkrone, welche der Rittmeister seiner Tilde zubrachte, mochte immerhin rostig sein, er, Christ Kleinschmidt, besaß die Mittel, sie zu vergolden. Seine Kinder sollten glüalich werven: Am Tage nach Tildes Heimkehr besprach diese mit den Eltern in der nach dem Hof belegenen und sehr einfach möblierten„Wohnstube“ die zur Aussteuer erforderlichen Anschaffungen mit solchem Eifer und freudiger Hingebung, daß Aennchen unbemerkt das Zimmer verlassen und sich in die nach den Straßen belegene Prunkzimmer schleichen konnte. Hier gedachte sie dem Geliebten in einem längeren Schreiben ihr kummervolles Herz auszuschütten. Sie war überzeugt, daß niemand sie dabei überraschen werde, denn die Vorderräume hatten die Bestimmung, gleich= oder höhergestellten Besuchern zu imponieren. Da die Gelegenheit hierzu sich nur selten bot, so standen die teuren Möbel oft vierzehn Tage oder drei Wochen in kattunen Ueberzugen da, ohne daß sich ein Anlaß fand, sie von ihren Hüllen zu befreien. Seit Aennchens Rückkehr ins Vaterhaus war von diesen Prunkräumen nur das Musikzimmer für die Tochter geöffnet worden. Auch hier blieben die Möbel bis auf den Bechsteinflügel und den Notenschrank verhüllt, ja sogar die über den Erker und die Fenster niederwallenden Uebergardinen waren mit weißen Hüllen verdeckt, um den Sammet vor Staub und Motten zu schützen. An diesem Tage hatte Aennchen unter schweren Seufzern ihre traurigen Mitteilungen nahezu beendet, da vernahm sie plötzlich laute Stimmen im Vorzimmer. Hastig schob sie das Schreiben unter den Deckel der Klaviatur des Flügels und wollte entfliehen, allein sie erkannte zu ihrem Schrecken, daß sich schwere Männertritte der einzigen unverschlossenen Türe näherten. Unter dem verwirrenden Einfluß der Gewissensfurcht schlüpfte sie hinter einen der breiten Vorhänge, die den Erker abschlossen. Noch war dieser in Bewegung, da trat ihr Vater mit den Worten ein:„Nur hier herein, lieber Graf, hier sind wir ganz ungestört! Also sprechen Sie frei von der Lever!" Er schob dem Grafen Artur von Gerod einen der im Ueberzug steckenden Fauteuils hin und nahm ihm gegenüber auf dem Klavierstuhl Platz. Der Graf streifte die Handschuhe von seinen weißen Händen, drehte seine Schnurrbartspitzen aufwärts und erwiderte:„Daß ich gekommen bin, weil ich Sie, geehrter Herr Stadtrat, um die Hand Ihrer ältesten Tochter bitten wollte, haben Sie durch meinen Brief erfahren—.—.,„ m „Freilich, freilicht, Nun, ich, wie meine Frau, haben gegen Ihre Berlobung nichts einzuwenden. Da Tilde Sie liebt und Ihre Familie mit der Heirat einverstanden ist, so heißen wir Sie als Schwiegersohn wilkommen.“.,„.: Jam Wittmaist. Ex streckte mit biederer Miene dem Rittmeister die Rechte entgegen; der aber räusperte sich wiederholt und bemerkte dann:„Sehr wohl! Sehr erfreut! Indessen, bevor wir zu der erwünschten Verbindung schreiten können—— sind doch noch einige — hm, wie soll ich es gleich nennen—— Hindernisse materieller Art aus dem Wege zu räumen.“ Kleinschmidts Gesicht wurde ernst. Nach einer Weile hotte er tief Atem, kraute sich den Kopf und K „Was sind das für Hindernisse? Lassen Sie sagte:„ Der Graf überblickte die verhüllten Polstermöbel und die eckige Gestalt seines künftigen Schwiegerpapas, dann erwiderte er im Gefühl seiner Ueberlegenheit: „Wir Gerods sind eine offenherzige Rasse, und als Reiteroffizier halte ich nicht gern hinterm Berge, alst In meiner Familie hatte das Noblesse oblige von jeher mehr Geltung, als sich bei der reichen Zahl der Mitglieder mit unserm Einkommen vertrug, und so ergab sich denn naturgemäß ein Defizit. Ich will es nicht verhehlen, daß meine Bedürfnisse— ich gehörte eben zu einem flotten Offiziertorps— viel zu meines Vaters Verlegenheiten beitrugen, und so ist es am Ende Sohnespflicht, zur Erhaltung unseres Stammguts beizutragen. Da ich selbst als verschuldeter Rittmeister nicht in die Ehe treten kann, und da auch Ihre Tochter als Gräfin von Gerod höhere Ansprüche ans Leben zu stellen berechtigt ist, als eine Bürgersfrau, so muß ich leider, bevor wir unsere Verlobung öffentlich bekanntgeben, die scheußliche und mir selbst widerwärtige Frage stellen: Können Sie, lieber Herr Stadtrat, und sind Sie gewillt, mich und meinen Vater von den Schulden zu entlasten und einen Zuschuß zu gewähren, dessen Ihre Tochter und ich bedürfen, um standesgemäß zu leben?“ Kleinschmidts Gesicht war bleich geworden, und er kaute die Enden seines Schnurrbarts. Nach kurzem Besinnen bemerkte er:„Wieviel gehört dazu?“ Der Graf zog ein zusammengefaltetes Papier aus seiner Brusttasche und erwiderte:„Ich habe hier eine genaue Ausstellung gemacht und hoffe, daß Sie, um unseres Lebensglücks willen, Opfer bringen werden, die bei Ihrem reichen Besitz und Einkommen nicht allzu schwer ins Gewicht fallen können.“ Kleinschmidt vertiefte sich in das Dokument, das dem Anscheine nach von einem Rechtskundigen ausgefertigt war, und das zu einem rechtsgültigen Vertrage wurde, sobald er seinen Namen daruntersetzte. Die Zahlen erpreßten ihm den Ausruf„Donnerwetter!“ den Grafen aber berührte dies kaum, denn er entnahm seinem Etui eine Zigarette und bemerkte lächelnd: „Ja, ja, es hat sich ein wenig viel zusammengeläppert, aber was bedeutet das fur Sie— pah! Sie sehen, ich bin ein ehrlicher Kerl und liebe klare Verhältnisse,., D. 142765 m mit 8.4 „Herrgott ja— aber Sie uberschatzen mich voch, lieber Graf. Auch ich will ganz offen reden. Was Sie da zur Schuldentilgung fordern, ist etwa der fünfte Teil meines Vermögens, und der Zuschuß, den Sie beanspruchen, nahezu der vierte Teil meines durchschnittlichen Jahreseinkommens. Potz Blitz, das heißt das Glück meines Kindes zu teuer erkaufen.“ Graf Artur blies den Rauch seiner Zigarette in die Luft und bemerkte kühl:„Aber bester Herr Kleinschmidt, Sie besitzen doch nur zwei Kinder, und ich meine, in so wichtigen Lebensfragen darf ein Vater nicht knausern.“— Er wartete auf eine Antwort des bestürzten Vaters, als diese aber nicht erfolgte, fuhr er fort:„Bitte überlegen Sie mit Ihrer lieben und von mir sehr hochgeschätzten Gattin diese Forderungen, die ich schon um Ihrer Tochter willen zu stellen genötigt bin. Ich habe sattsam am eigenen Leibe erfahren, daß uns im Leben nichts mehr bedrückt und die Stimmung verdirbt, als Geldsorgen, darum darf ich Fräulein Mathilde nicht zu einer Ehe verleiten, in der sie unglücklich werden müßte, weil sie in jeder Notlage auf die Gnade der Eltern angewiesen wäre. Nein, bei Gott, ich liebe sie zu sehr, als daß ich sie, um elender Geldsorgen willen, Demütigungen aussetzen möchte. Meine Frau soll glücklich werden, und dazu gehört in erster Linie das Bewußtsein, unabhängig zu sein.“ (Fortsetzung folgt.) Der dankbare Neffe. Zu dem Minister Napoleons I., Savary, der sich vom kleinen Beamten zum Minister emporgearbeitet hatte, kam eines Tages der Vikar einer kleinen Gemeinde in der Provinz, der der Oheim des Ministers war und ihm vor Jahren oft geholfen hatte. Verlegen, fast zitternd redete ihn der Geistliche an:„Exzellenz, in meinem Kanton ist eine Pfarrstelle erledigt, ein plötzlicher Ehrgeiz hat mich ergriffen, und ich bin daher nach Paris gekommen, mich um diese zu bewerben.“—„Eine Pfarrstelle?“ fragte Savary.—„Wenn Ew. Exzellenz die Sache für unmöglich halten, muß ich allerdings darauf verzichten,“ entgegnete der Vikar schüchtern.—„Oheim,“ erwiderte der Minister freundlich,„das habe ich nicht gemeint; es bedarf aber einiger Ueberlegung. Zu welcher Diözese gehören Sie?“—„Zu Meaux.“—„Gut, kommen Sie heute bei mir zur Tafel, ich erwarte den Bischof!“—„Mit dem Bischof soll ich speisen?“ rief jener erschrocken.„Ich, ein armer Dorfgeistlicher,— ich fürchte, daß mir der Mut dazu fehlen wird!"—„Nun, mich dünkt, daß ein Oheim sehr wohl bei seinem Neffen speisen kann, und erwarte Sie daher um fünf Uhr.“ Der Vikar trat zur bestimmten Stunde schüchtern und verlegen in den Gesellschaftssaal des Ministers und sah sich vergebens nach dem hohen Prälaten um.„Monseigneur kommen nicht,“ sagte Savary nach einer Weile,„wir wollen uns daher ohne weiteres zu Tische begeben. Wollen Sie vorangehen, Onkel!“ Während der ganzen Mahlzeit verlor der arme Dorfgeistliche die Tür nicht aus den Augen, durch die der Bischof eintreten konnte. Endlich, beim Dessert, äußerte er, daß der Prälat wohl nicht mehr kommen dürfte.„Monseigneur ist schon da,“ erwiderte der Minister.—„Wo denn?“—„Hier im Saale.“—„Wie, ich sehe ihn ja nicht!“—„Sie sind es selber! Das Bistum war erledigt, wovon Sie, Oheim, nichts wußten. Nachdem Sie heute vormittag bei mir gewesen, bat ich den Kaiser, Ihnen dasselbe zu verleihen, was auch sofort bewilligt wurde.“ 82 Quellenwanderungen. (Eine neue Art des Wandersports für jung und alt.) (Nachdruck verboten.) „Wo kommst du her?— Wo gehst du hin?"— Drängt sich nicht gar oft unwillkürlich diese Frage auf unsere Lippen, wenn wir an schönen Frühlings= oder Sommertagen am Bachesrand im Waldesschatten sitzen oder lagern und in die spiegelklare, durchsichtige Flut zu unsern Füßen blicken? Oder wenn wir vom Gipfel einer Höhe niederschauen auf ein lustiges Tal, durch das ein Flüßchen sich in anmutigen Windungen schlängelt?— Von den großen Strömen, durch deren Wogen unser stolzes Schiff mit rauschendem Kiele dahingleitet, von denen wissen wir's wohl, wo sie ihren ersten Ursprung haben, welche Bäche ihnen ihre Wasser führten, als sie selber noch nicht mehr denn Bächlein waren; wissen es, daß und wo sie sich dem unendlichen Meere zugesellen werden. Wie mancher unter uns hat schon im Hochgebirge an solchen Stromquellen gestanden, mit einem geheimen Schauer von dem Wasser derselben getrunken und die Stunde als ein besonderes Erlebnis empfunden, da er einen flüchtigen Blick in den Ursprung eines mächtigen Segenspenders tun durfte. Vielleicht auch bewahrt er zum Andenken daran ein Kieselsteinchen, über das die Fluten des jugendlichen Stromes dahingerieselt sind.— Es ist wie mit den Großen unter den Menschen, denen, die für ungezählte Viele Vernichter oder Segenspender bedeuten. Deren ersten Ursprung und Werden kennt fast ein jeder oder glaubt sie zu kennen, denen nachzuforschen scheint Pflicht. Aber die Allernächsten, sie, die um uns und mit uns leben, von ihnen wissen wir selten, nur zu selten, wie sie geworden, welche Kräfte bei ihrem Werden tätig gewefen und sie so gestaltet und gebildet haben, wie wir sie nun sehen. Für das Ferne haben wir Teilnahme und Blick, das Nächste übersehen wir. Ist das recht gehandelt? Gewiß nicht! Es ist nicht einmal klug getan. Unsere Umwelt, die lebendige und die unbelebte, genau erkennen und kennen zu lernen, das sollte doch unsere erste Sorge sein! Und zu dieser Umwelt gehört— wenn wir von der äußeren sprechen— doch auch das Gewässer, das unseren Wohnort durchströmt oder ihm vorüberfließt und seine Bodenbeschaffenheit, seine Fruchtbarkeit, seine Landschaft gestaltet, und damit einen gewaltigen Einfluß auf unser alltägliches Leben ausübt. Sollte es da dem Naturfreund nicht reizvoll erscheinen, den Lauf dieses Heimatsgewässers, es sei nun ein Fluß oder nur ein Bächkein, nach Quelle wie nach Mündung nachzugehen? Welche Aufgaben, welche Aussichten, welche Genüsse eröffnen sich da dem Wanderlustigen! Quellaufwärts! Das bedeutet zuweilen ein mit mancherlei kleinen Wagnissen und Abenteuern verbundenes Unternehmen— eines, das so recht die Jugend lockt. Aber auch, wer nicht mehr durch dick und dünn drauflosmarschieren,=steigen oder=waten kann, wer gemächlicher dahinzuwandern liebt, kann der Quelle zugehen, er muß ja nicht unbedingt hart am Ufer bleiben, darf auch einmal die breite Straße benutzen, wenn er nur das Ziel stets im Auge behält! Daß er dann auf manches verzichten muß, was der Wagemutige genießt an landschaftlicher Schönheit, was er erforscht und kennen lernt in geographischer, geologischer, heimatsund kulturgeschichtlicher Hinsicht, ist freilich selbstverständlich.— Der echte, rechte Wanderer hat immer das bessere Teil voraus. Er braucht sich aber trotz seines Wanderns nicht zu überanstrengen oder abzuhetzen. Lädt eine besonders schöne Stelle zum längeren Verweilen ein, so mag er- sich getrost Rast gönnen, mag mit Kamera oder Zeichenstift die Landschaft an besonders bemerkenswerten Punkten festhalten; mag vom Gestein des Bachbettes hie und da ein Stück in seinen Rucksack sammeln, und, hat er etwa bei mehrtägiger Wanderung das vorläufige Tagesziel erreicht, so wird das Ergebnis und das Erlebnis der Forscherfahrt ins Tagebuch einnotiert. Denn eine Forschungsreise wird so eine Wanderung flutentlang allemal sein. Vielleicht kann der Wanderer auch von den unterwegs am Ufer gefundenen Pflanzen, von der daran lebenden Tierwelt Exemplare oder Bilder mitbringen.— Es muß nun nicht bloß, wie schon gesagt, quellentgegen, es kann auch stromnach gehen bei der Wanderung. Ist der Ursprung erforscht, so geht es an die Entdeckung der Mündung. Oder eine Gesellschaft junger Wanderer teilt sich in die Aufgaben, und während die einen Quellensucher sind, werden die anderen zu Stromläufern. Und nachher, nach der Heimkehr, werden die gewonnenen Erfahrungen ausgetauscht, die Erkenntnisse und neugewonnenen Kenntnisse gegenseitig einander mitgeteilt, aufgeschrieben— vielleicht gar veröffentlicht. Denn oft werden diese neuen Kenntnisse recht erhebliche sein, oft werden wirkliche Entdeckungen gemacht werden! — Aber wenn es in einzelnen Fällen auch nicht so wäre — wie wundervoll ist schon dies Wandern nach einem noch nicht bekannten Ziele, dies Forschen und Fragen nach dem Woher und Wohin! Und wie erquickend ist doch dem müden Wandergesellen der Trunk aus dem