(#e Simem Seiurr eicen ueld außer Feiertags. Bezugspreis M. I. Ahrlich, bei der Post für Bestellgeld 42 Pig. mehr. Wöchentl. Grakisbeilage:„Illustrierter Familiensreund“ v. tägl. Unterdaltungsblatt. Anzeigenpreis: Die siedengespaltene Petikzeiloder deren Raum 10 Pfg., Anzeigen von auswärts 15 Pig., Reklamezeile 40 Pfo. Jeder Radatt gilt als Kassaradakt u. erlischt bei Konkursen. Zwangsvergleichen, gerichtl. Klagen u. Reotbsachund ernatt.-Settneteltune Amtliches Rreisbicl Westhofener Zeitung Langscheder Zeitung Schwerter Volksblatt Verbunden mit: für den kreis börde Holzwickeder Zeitung Aplerbecker Zeitung Schwerter Volkszeitung Schwerter Tageblatt d Schwerter Anzeiger Grites und älteltes Cagesorgan des Krelles o General-Anzeiger für den Kreis börde am Haupt-Annoncenblatt aus brig und ichetpolzgelichen Derrh. nungen für den Kreis Hörde erlangen gemäß Bekanntmachung der Königlichen Regierung durch Verössentlichung in der„Schwerter Zeitung" rechtsverdindliche Kraft.— Die „Schwerker Zeitung“ gewährt ihren Adoanen. ten für jeden mit Tod endenden Unsall ge300 Mk. Unfall. Druch u. Verlags. Cor Brou. Schpert= Nudz Fernsp. 62. Telegr.=Adr. Braus Schwerte=Ruh# Nr. 9. Dienstag, den 12. Januar 1915. 47. Jahrgang. ** Berlin, 11. Januar. Ein großes deutsches Flugzeuggeschwader von 16 Flugzeugen erschien Sonntag vormittag, wie der„Deutschen Kriegsztg.“ aus Kopenhagen gemeldet wird, in der Nähe der Themsemündung, wahrscheinlich um einen Angriff u Lenden zu unternehmen. Das Wetter vor judlich fanden nur Artillerielämpfe stat. vellommen unsichtig, es herrschte dichter Rebel.) g; franzsischer Angeisf bei 9. B5 Mißerfolge der Franzosen! Oeftliche Orispsscheen. Großes Hauptquartier, 11. Januar. Westlicher Kriegsschauplatz. In der Gegend Nieuport=Ypern und Das Luftgeschwader flog darauf die englische Südküste entlang bis nach Dover, wo es einige Bom. 2 ben abwarf. Darauf flog es in der Richtung auf Dünkirchen weiter. Zehn Flugzeuge erschienen über dieser Stadt und warfen viele Bomben auf die militärisch wichtigen Teile der Stadt. Im ganzen wurden 40 bis 50 Bomben abgeworfen, die ganz enormen Schaden anrichteten; eine Anzahl Personen wurden getötet und verwundet. Die deutschen Flieger blieben von englischen Flugzeugen unbehelligt. Nachdem sie noch eine halbe Stunde die Stadt Dünkirchen umkreist hatten, kehrten sie sämtlich unbeschädigt nach ihren Aufstiegorten zurück. Die„Köln. Ztg.“ meldet von der holländischen Grenze: Nach einem Bericht des„Allgemenen Han. delsblad“ teilt die Londoner„Daily Chroniele" mit, daß Samstag abend Calais von einem Zeppelin und drei Flugzeugen besucht wurde, die in großer Höhe über die Stadt dahinflogen. Sie bewesten sch in der Bichtung auf Dover gu. Man brachte dort die Ballonabwehrkanonen in Stellung, aber die deutschen Flugzeuge entkamen. Der Zeppelin war aus dem Innern Belgiens gekom. men auf dem Wege über Dünkirchen.— Nach der „Times“ sind gestern 16 deutsche Flugzeuge über dem Kanal gewesen; sie haben augenscheinlich das Ziel gehabt, nach Dover hinüberzufliegen, aber das schlechte Wetter habe sie gezwungen, über Dünkirchen zurückzukehren. Die kommende Landtagssession. Um über die Form der Erledigung des diesjährigen Haushaltsplans für Preußen schlüssig zu werden, hatten der Minister des Innern und der Finanzminister am Freitag alle Fraktionen zu einer Besprechung eingeladen. In dieser murde nach dem„Vorwärts“ zunächst allseitig ein Vorschlag verworfen, der dahin ging, überhaupt keinen neuen Etat aufzustellen, sondern dem Landtage lediglich einen Gesetzentwurf zu unterbreiten, der die Genehmigung des laufenden Etats unter Berücksichtigung der sich aus einer Anlage ergebenden Aenderungen ausspricht. Es wird dem Landtage, also wie alljährlich und wie es die Verfassung vorsieht, ein Etatsentwurf zugehen, der wenigstens nach Möglichkeit den augenblicklichen Verhältnissen Rechnung trägt, wenngleich aus leicht ersichtlichen Gründen ein solcher Etat wesentlich auf Schätzungen beruhen dürfte. Keine Uebereinstimmung wurde dagegen über den Wunsch der Mehrheit der Franktionen erzielt, aus den Etatsberatungen alles auszuschalten, was Gegenstand einer größeren volitischen Erörterung sein und den Meinungsstreit nach außen hervorrufen könnte. Im Gegensatz zu den übrigen Fraktionen erklärten die Polen und Sozialdemokraten, daß sie es mit ihrer Pflicht als Volksvertreter nicht vereinbaren könnten, zu den Positionen, die direkt als Kampfpositionen gegen ihre Parteien aufzufassen sind, einfach zu schweigen. Zu einer Verständigung kam es nicht, die Fraktionsvertretet werden ihren Freunden Bericht erstatten und dann deren Beschlüsse abwarten. Den Ein feanzosischer ungriss dei wa Boiselle, nordwestlich Albert, scheiterte gänzlich. Nördlich Soissons griffen die Franzosen, die sich nur in einem kleinen Stück unserer vordersten Gräben festgesetzt hatten, erneut an, erzielten bisher aber keine Erfolge. Die Kämpfe dauern noch an. In der Nähe von Souper fanden in den letz. ten Tagen keine Kämpfe statt. Oestlich Perthes nahmen unsere Truppen das ihnen entrissene Grabenstück zurück. Der Feind hatte schwere Verluste. In den Argonnen schreiten unsere Angriffe weiter fort. Im Ober=Elsaß herrscht im allgemeinen Ruhe. Oeslicher Kriegsschauplatz. Die Lage in Ostpreußen und Nordpolen ist unverändert. Bei der ungünstigen Witterung kamen unsere Angriffe in Polen westlich der Weich. sel nur langsam vorwärts. Oberste Heeresleitung. Die gescheiterte französische Offensive. tu Basel, 12. Jan. Französische Verwundete erzählen, daß man in französischen Heereskreisen sich sehr viel von der französischen Offensive im Oberelsaß versprochen habe. Man habe gehofft, längstens bis zu Neujahr wieder in Mülhausen einrücken zu können. Zum mindesten glaubte man, mit dieser Offensive die deutsche Front in Flandern zu schwächen. Französische Offiziere erklärten, es wäre einfach den deutschen Truppen gar nicht beizukommen gewesen. Jede Lücke der deutschen Verteidigungslinie sei rasch wieder ausgefüllt worden. Es wäre gerade, als wenn die Deutschen Truppen aus dem Boden stampfen können. Anderer. seitg hätten die Franzosen bei Beginn der Offensive alle ihre verfügbaren Kräfte angesetzt. Der österreichische Bericht. wtb Wien, 12. Jan. Amtlich wird verlautbart vom 11. Januar, mittags:: Die Situation ist unverändert. In Russisch=Polen an der unteren Nida gestern hartnäckige Kämpfe. Hier gingen die Russen zum Angriff über und suchten an mehreren Stellen mit bedeutenden Kräften die Flußniederungen zu passieren. Sie wurden jedoch unter starken Verlusten überall abgewiesen. Während dieser Infanterie=Angriffe in den benachbarten Gebieten heftiger Geschützkampf, der mehrere Stun. den hindurch anhielt. An den übrigen Fronten hat sich nichts wesentliches ereignet. Da neuerdings festgestellt wurde, daß sich Angehörige der russischen Armee österreichisch=ungarischer Uniformen bedienen, um Patrouillen und kleinere Abteilungen zu überfallen, wirz nunmehr betont, daß Offiziere und Mannschaften des Fein. des wegen dieser Art Mißbrauch der Gesetze und Gebräuche im Landkriege nicht als Kriegführende behandelt werden. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes: von Höfer, Feldmarschall=Leutnant. Sozialdemokraten, die in der Budgetkommission nicht vertreten sind, will man dadurch entgegenkommen, daß man die Kommission um sieben Mitglieder verstärkt und einen Sitz den Sozialdemokraten einräumt. In der Budgetkommission sollen alle Wün. sche vorgebracht und auch die Erklärungen der Regierung entgegengenommen werden. Nur im Plenum sollen sich die Redner Beschränkungen auferlegen. Die Sozialdemokraten werden in nächster Zeit eine Fraktionssitzung abhalten und zu den angeregten Fragen Stellung nehmen. — Bukarester Vertrag. Sofia, 11. Jan. Die bulgarische Regierung übermittelte ihre Ansprüche auf Beseitigung des Bukarester Vertrages. Die Tragweite dieser Handlung der bulgarischen Regierung läßt sich im ersten Moment noch nicht übersehen; man wird weitere Nachrichten abwarten müssen. Daß sie aber jedenfalls nicht ohne Einfluß auf den Gang der Ergeignisse, namentlich auf dem Balkan, sein wird, beweist die Nachricht, daß der rumänische Gesandte in Athen von seiner Regierung abberufen werden soll. Der Grund hierfür soll nach Meldungen aus Sofia eine Aeußerung sein, die der Gesandte bei Ueberreichung seines Beglaubigungsschreibens gemacht und in welcher er erklärt habe, Rumänien werde nie in eine Revision des Bukarester Vertrages einwilligen. Damit habe der Gesandte seine Kompetenzen überschritten. Das in der Abberufung hervortretende Entgegenkommen Rumäniens gegen Bulgarien berührt hier allgemein sehr sympathisch. Steg der Türten dei Särhnämisch. tu Petersburg, 12. Jan. Der„Köln. Ztg.“ zufolge beschreibt der„Nußkoje Slowo“ in einem Sondertelegramm die Kämpfe bei Sarykamisch. Als die Nachricht bei den leitenden Stellen eingetroffen, daß Sarykamisch von den Türken bedroht sei, marschierten in Eilmärschen mehrere russische Kolonnen, um der bedrängten Garnison zu Hilfe zu kommen. Der Marsch der Truppen war furcht. bar, da er bei dichtem Schneegestöber stattfand. Die Türken näherten sich in dichten Kolonnen der Stadt und er gelang ihnen, trotz des entsetzlichen Maschinengewehrfeuers, infolge ihrer überlegenen Kräfte, die Russen aus ihren Stellungen zu vertreiben. Der Kampf war jedoch äußerst erbittert und russischerseitg wurde jeder Zoll Gelände hart. näckig verteidigt. Die Türken waren in ihrem Fanatismus von tollkühner Todesverachtung und schossen stehend gegen die Russen, ohne auf das Kommando ihrer Offiziere, sich hinzulegen, zu achten. Infolgedessen sind ihre Verluste bedeutend stärker als die der Nussen. Ein mit dem Bajonett ausgeführter russischer Gegenangriff hatte bereits zu einem Erfolge geführt, als neue türkische Trup. pen, von deutschen Offizieren geleitet, die Gegenoffensive der Russen aufnahmen und sie zum Stehen brachten. Schließlich mußten sich die russischen Truppen, da auch türkische Artillerie erschienen war, von Sarykamisch nordwärts zurückziehen. Die Tehien Alemzage des kaffischen Wiversiander. „ art unr uch ins Rom, 12. Jan. Der„Köln. Ztg.“ zufolge sin. det in der Presse ein langer Bericht des Neapeler „Mattino“, aus dem österreichisch=ungarischen Hauptquartier Beachtung, der unter dem Titel „Die letzten Atemzüge des russischen Widerstandes" den Verlauf der Operationen im Osten darstellt und zu dem Ergebnis kommt, das russische Heer sei einer Ossensive nicht mehr fähig. Eine Niederlage sei unvermeidlich. Rußland sei zum Frieden ent. schlossen und mache darum nur noch eine verzweifelte Anstrengung, Galizien als Pfand für den Friedensschluß zu behaupten. Auch bringt aus Bukarest Meldungen über die trübe Lage der Russen, die vergebeng auch Rumänien noch in den Krieg hineinzuziehen suchten und sich schon darauf vorbereiteten, sich hinter sel zu sammeln. England hat sich vor Amerika geducht indem es nicht nur die amerikanische Baumwollaus uhr, auch nach Deutschland, freigab, sondern indem es auch den Ankauf des der Hamburg= Amerika=Linie gehörigen Dampfers„Dicia“, der beim Ausbruch des Krieges sich in einem amerikanischen Hafen in Sicherheit brachte, durch den Amerikaner Breitung anerkannte. Das deutsche Handelsschiff, das später natürlich wieder zurückgekauft werden kann, ist also bis auf weiteres in der Lage, im Interesse des genannten Amerikaners Dienst zu tun und, wie früher, auch Baumwolle nach Deutschland zu bringen, ohne von den feindlichen Schiffen angehalten zu werden, da Frankreich so schwere Verlettngen des Handelsrechts der Neutralen, wie England sie ausübte, bisher nicht begangen hat und voraussichtlich auch in Zukunft sich nicht wird zuschulden kommen lassen. Bleibt die Unionsregierung weiter fest, so wird sich England, das es mit Amerika nicht verderben darf, noch zu weiteren Zugeständnissen bequemen und auch die grundsätzliche Freigabe der amerikanischen Getreide= und Petroleum=Ausfuhr bewilligen, zumal sich soeben auch Norwegen gegen die englische Seeräuberpolitik kräftig zur Wehr gesetzt hat. Frankreichs Mißtrauen gegen Japan und England gelangt in verschiedenen Blättern zu unverhülltem Ausdruck. Diese Blätter meinen, Japans Hilfe würde mit der Abtretung Indochinas zu teuer erkauft. Auch bringe Frankreich für den Krieg Opfer genug, so daß es nicht seine, sondern Englands Sache sei, Japan für eine militärische Unterstützung zu entschädigen. Ein Eingreifen Japans in die europäischen Angelegenheiten habe jedoch, ganz abgesehen von der Entschädigungsfrage, noch Bedenkliches. Amerika und die englischen Kolonien erkannten bisher die Gleichberechtigung der gelben Rasse nicht an und verweigerten den Ja panern die Erlaubnis zur Einwanderung in ihre Gebiete. Nach der Teilnahme japanischer Truppen an den Kämpfen in Europa müßte aber England tund seine Kolonien den Japanern Gleichberechtigung zuerkennen und die Einwanderung gestatten. Man ersieht aus diesen Ergüssen, wie stark die Herzlichkeit des herzlichen Einvernehmens zwischen Frankreich und England heute schon abgekühlt ist, und es wird noch weit anders kommen. —— Der nilen Das Zeppelinfieber grassiert immer noch in London. Man hat sich tat. sächlich ganz ernsthaft auf alles vorbereitet, eine herrliche Illustration, wenn man den großen Mund und den kleinen Mut der John Bulls miteinander vergleicht. Jetzt findet man in Londoner Zei. tungen folgende Inserate: Kellerwohnung, minde. stens aus sieben Zimmern bestehend, sofort gesucht usw. Vor Angst möchten die Herrschaften am liebsten in die Erde kriechen. Auf den bei London gelegenen Flugplätzen sind Tag und Nacht Flugwachen aufgestellt. Eine direkte Telephonverbindung ist von hier nach dem Kriegsministerium gelegt worden. Die ganze englische Luftflotte ist ständig in Alarmbereitschaft, um sich sofort auf die Jeppeline zu stürzen, welche von Stunde zu Stunde erwartet werden. Ja, England hat jetzt auch eine Erfindung geleistet; ein ganz kleiner Flugapparat besonderer Konstruktion soll erbaut worden sein, der imstande ist, die doppelte Geschwindigkeit zu erreichen, als die jetzigen schnellsten Fluggeuge. Vorn trägt dieses Wunderding eine regelrechte Schnellfeuerkanone. Schade um das Geld! Reuterschwindel. tu Amsterdam, 11. Jan. Nach den letzten amtlichen Depeschen aus Lissabon, die Reuter von London aus verbreitete, sollen die deutschen Streitkräfte, die vor einigen Tagen in Portugiesisch=Angola einfielen, die Grenze an einem Punkte über schritten haben, an dem nur eine schwache Streitkraft Portugiesen—. 650 Weiße und eine Eingeborenentruppe mit zwei Geschützen— stand. Die deutschen Truppen zählten ungefähr 2500 weiße Kavallerie. Die Deutschen, so heißt es weiter, hät ten den Versuch gemacht, die Eingeborenen zur Revolte aufzustacheln. Trotz der Ungleichkeit de Streitkräfte wollen die Portugiesen die Deutschen in einen Kampf verwickelt haben, cus dem sie sich jedoch zurückzogen, um Verstärkungen abzuwarten die von andern Teilen der Provinz unterwegs waren. Die Portugiesen verloren zwei Offizier und vier weitere werden vermißt. Die portugies schen Streitkräfte von anderen Teilen der Provin seien bereits in der Nähe der Grenze angelangt und würden, sobald sie sich vereinigt haben, gegen die Deutschen marschieren.— Nach den Erklänungen der zuständigen Stellen des Auswärtigen Am' tes und des Kolonialamts sind alle Nachrichten von der südafrikanischen Grenze mit größter Vorsicht aufzunehmen. Neuer englisch=russischer Schritt bei Persien? tu Genf, 12. Jan.„Newyork Herald“ meldet, daß ein neuer Schritt Rußlands und Englands bei der persischen Regierung bevorsteht, nachdem die letzten Verluche des englischen Gesandten in Teheran, Persien auf die Seite des Dreiverbandes zu bringen, nicht großen Erfolg gehabt haben. England bedarf der japanischen Hilfe nicht. tu Rom, 12. Jan. Wie aus London gemeldet wird, erklärte Premierminister Asquith gegenüber Vertretern der Presse, jede Erörterung, der Berufung japanischer Truppen nach Europa sei vollständig unnütz. England bedürfe der japanischen Hilfe nicht und werde sie nicht nachsuchen.— Der in Neapel eingetroffene Dampfer„Crontes" teilt mit, daß in Australien die Kriegsbegeisterung anhalte. Binnen kurzem seien weitere 100000 Mann zum Abgang von Auftralien nach Europa fertig. Deutsche Gefangene als englischer Küstenschutz. Berlin, 12. Jan. Nach einer in Dresden eingetroffenen Meldung sind deutsche Kriegsgefangene auf einem Schiff der Cunardlinie vor dem gerade in der Einfahrt in die Themse gelegenen Ort Southend-on=Sea untergebracht worden. Auch die deutschen Gefangenen sollen also als englischer Küstenschutz gegen deutsche Schisse dienen. Neue deutsche Angriffe bei Opern. Nach einer Meidung des Daily Expreß beginnen die Deutschen im Südwesten von Ppern ihren neuen Angriff, für welchen Zweck sie frische Trup. pen herbeigeführt haben. Die Artillerie bombardiert ununterbrochen die Schützengräben der Verbündeten und starke Infanterie=Abteilungen der Teutschen rücken vor, bis zu den Knöcheln in Schlamm watend. Die Wege sind von der Artillerie ausgewühlt und die Parks sind in ausgedehnte Sümpfe verwandelt worden. Während der letzten Tage haben die deutschen Truppen im Freien kampieren müssen, da jeden Augenblick der Befehl zu einem neuen Angriff erwartet wurde. — Der Krieg gegen Eine 214 We.,nung von 3 Zimmern ist am 1. April zu vermieten. Mühlenstraße 22. Eine abgeschlossene 3 Zimmer=Woynung 8. Etage 2 Zimmer=Wohnung Mansarde zum 1. Februar zu vermieten. 209 Teichstraße 5. Anf möglichst sofort eine Einberufung der russischen Jahresklasse 1915. Mailand, 12. Jan. Die russische Jahres, klasse 1915, die etwa 585000 Mann umfaßt, wird nächstens einberufen. Feindliche Flieger über Gumbinnen. tu Gumbinnen, 12. Jan. Dieser Tage erschienen vier Flieger über Gumbinnen, das gegen 20 Kiloleter von der russischen Front entfernt liegt. Ein glieger warf über der Stadt drei Bomben ab, die jedoch keinen Schaden anrichteten. Ein anderer Flieger kam nicht zum Abwerfen, da er beschossen wurde. Kampfpause in Russisch=Polen. tu Berlin, 11. Jan. Der Kriegsberichterstatter des„Berl. Tageblatts", Leonhardt Adelt, meldet seinem Blatte aus dem k. u. k. Kriegspressequartier vom 10. Januar: An der ganzen Front der verbündeten Truppen ist infolge des schlechten Wet. ters ein Operationsstillstand eingetreten. Sogar n Nordpolen mußten die Deutschen ihre Vorrückung einstellen. Die Stellungen sind in den letzten agen sehr stark ausgebaut worden, so daß Fronalangriffe ohne längere Artillerievorbereitung iel zu verlustreich sein würden. Die Kämpfe der letzten Tage haben zu einer Ausgleichung der vielch gebrochenen Front geführt, an der sich nun die segner zum Teil sehr nahe gegenüber liegen. Die Operationspause bekommt den Truppen sehr gut. Seit 5 Monaten ist es die erste Erholungspause, in der auch Waffen und Kriegsmaterial ausgebessert verden können. Unter Kälte haben die Truppen nicht viel zu leiden, wohl aber unter Nässe, gegen die man sich durch Anlegen von Ableitungsröhren u schützen sucht. Die Stimmung, wie die Gesundheit der Truppen sind vorzüglich. Aus den Karpathen. Budapest, 11. Januar. An hiesiger amtlicher Stelle sind, wie der„Pester Lloyd“ meldet, heute günstige Nachrichten über die militärische Lage in den Karpathen eingelaufen. Im Komitat Ung uind die Russen, nachdem wir ihnen schon bei NagyBeresna stärkere Kräfte gegenübergestellt hatten, nahe an die Grenze zurückgewichen. Auf ihrem Rückzuge versuchten die Russen, die Eisenbahn bei Csontos zu vernichten; doch ist der Versuch zum geringsten Teil gelungen. Die in der Richtung auf Mezö=Latorcz und Zbora vorgerückten russischen Truppen haben sich bereits über den Karpathenkamm zurückgezogen und stehen nunmehr auf galizischem Boden. In der Bukowina sind von den Russen nur Kräfte von geringerer Qualität neben dem Landsturmaufgebot(Reichswehr) aufgetreten. Der Umstand, daß der Landespräsident Graf von Meran sich in Dornawatra befindet, wird als Zeichen dafür gedeutet, daß die militärische Lage auch in der Bukowina günstig ist. Der heinge Inticg. Die Begeisterung für den Heiligen Krieg. Die Stimmung in der islamitischen Welt wird durch eine Meldung gekennzeichnet, wonach der persische Kurde Omar Khan, der bisher auf russischer Seite kämpfte, mit seinen 250 Mann zu den Türken übergegangen ist. An der ägyptischen Grenze haben sich indische Reiter, die in der Mitrailleusen-Abteilung dienten, den Türken angeschlossen. Sie erzählten, daß viele ihrer Kameraden nur auf die Gelegenheit warteten, ihnen zu folgen. Aus Bagdad wird gemeldet, daß dort die Stämme von Nedschef und Kerbela mit 3000 Kriegern der Dellmstämme eingetroffen sind, um mit den Türken nach Bassora zu ziehen. Keine Beschießung der Dardanellenforts. tu Konstantinopel, 2. Jan. Gegenüber den Gerüchten, daß ein englisch=französisches Geschwader neuerdings die Dardanellen beschossen habe, wobei zwei Forts zum Schweigen gebracht seien, wird amtlich erklärt, daß daran kein wahres Wort sei. Es wurde seitens der englisch=französischen Flotte bisher überhaupt nur eine einzige Beschießung vor etwa 2 Wochen versucht, die aber nicht den geringsten Schaden anrichtete. Der Aufstand in Marokko. Der Madrider„Imparzial“ schreibt über die Lage in Marolko: Bei Casablanca und Rabat sind starke französische Streitkräfte aus den Transporten des Mutterlandes zusammengezogen. Nach diesen beiden Konzentrationspunkten des bevorstehenden französischen Angriffs sind auch sämtliche in Marokko stationierte Truppen zurückgenommen worden. Außer Casablanca und Rabat ist jetzt ganz Marokko von französischen Truppen entblößt. Auch in Algier hat durch die Verkündigung des Heiligen Krieges der Aufstang überraschend schnell um sich gegriffen. Algier ist ebenfalls von Truppen entblößt, nur die wenigen Hauptorte der Kolonie haben zurzeit geringe Besatzungen, zumeist Fremden. legionäre. Aus Stadt und Umgebung. ** Schwerte, 12. Januar 1915. **(Provinzial=Lebensversicherungsanstalt.) Nachdem der 55. Westfälische Provinziallandtag in seiner Sitzung vom 14. März 1914 die Errichtung einer Provinzial=Lebens=Versicherungsanstalt von Westfalen beschlossen, und diese auf Grund Allerhöchster Ermächtigung durch Ministerialerlaß vom 29. August 1914 die erforderliche Genehmigung gefunden hat, wird die Provinzialanstalt am 1. Jan. 1915 ihren Geschäftsbetrieb aufnehmen. Die Leitung liegt in den Händen des Landesdirektors Krönig; die Geschäftsräume besinden sich im Dienstgebäude der Landesbank in Münster, Friedrichstraße 1. Die bisher in Westfalen durch die Ceschäftsstelle Münster des Verbandes öffentlicher Lebensversicherungsanstalten in Deutschland abgeschlossenen Versicherungsverträge gehen mit dem 1. Januar 1915 auf die Provinzialanstalt über. *e(Als Zwang zur Sparsamkeit) ist die neue bundesratliche Backverordnung anzuschen, nachdem alle Ermahnungen an die Bevölkerung, mit dem Mehl haushälterisch umzugehen, wenig oder gar keine Beachtung gefunden haben. Am Weihnachtsfest hat ein ungeheurer Kuchenverbrauch stattgefunden. Die leitenden Stellen sind der Ansicht, daß das nicht so weiter gehen kann. Wenn die Bevölkerung aus eigenem Antrieb nicht sparsam zu sein vermag, so muß sie dazu gezwungen werden, das ist der Zweck der neuesten Verordnung, der laut„Tägl. Rundsch.“ noch strengere Bestimmungen folgen werden, wenn die erwartete Wirkung aus. bleibt. **(Polizeistunde.) Das stellvertretende Generalkommando zu Münster hat angeordnet, daß sich auch die geschlossenen Gesellschaften an die für die Wirtschaften gebotene Polizeiverordnung zu halten haben. **(Meldepflicht der reklamierten Arbeiter.) Das allgemeine Kriegsdepartement teilt mit, daß alle Arbeiter, welche vom Militärdienst zurückgestellt oder wegen Arbeiten für die Militärverwaltung von der Truppe beurlaubt worden sind, die Pflicht haben, sich bei dem zuständigen Bezirkskom. mando bezw. die noch nicht gemusterten unausgebildeten Landsturmpflichtigen bei den zuständigen Ersatzkommissionen zu melden, sobald sie die Arbeitsstelle verlassen, von welcher sie reklamier) wurden. Ferner haben diese Firmen dem zustän. digen Bezirkskommando bezw. der Ersatzkommission# die Namen der oben bezeschneten reklamierten Ar. beiter, welche die Arbeit niederlegen, sofort mittu. teilen. (Für Landwirte.) Die hiesige Beschälstation (Wirtschaft Potthofj) wird am 6. Februar wieder mit 3 Hengsten aus dem Königl. Gestüt Warendorf besetzt werden. **(Preußisch=Süddeutsche Lotterie.) Nachden die Aussichten auf einen glücklichen Verlauf des großen Krieges immer bestimmter werden, hat die Kgl. Lotterie-Direktion verfügt, daß die 2. Ziehung der 5. Preußischen Süddeutschen Lotterie am 12.„ und 13. Februar d. J. stattfinden soll. Die Er. neuerung der Lose hat bis zum 8. Februar zu ge. schehen. ** Rheinen, 12. Jan.(Im Goldkranze.) Am heutigen Tage können die Eheleute Leibzüchter Diedrich Hering und Frau, Karoline geb. Leckinghaus, das schöne Fest der goldenen Hochzeit feiern. Wir sprechen dem Jubelpaare, welches sich noch großer körperlicher Rüstigkeit und geistiger Frische erfreut, unsern herzlichsten Glückwunsch cus. Möge ihm noch ein recht langer friedlicher Lebensabend beschieden sein. 8 Ueber 4 Millionen deuischer Reserven. Auf Information von maßgebender Seite kann das„Hamburger Fremdenblatt“ feststellen, daß bei der Musterung des unausgeblideten Landsturms allein im Bezirke des 9. Armeekorps die ärztliche Untersuchung rund 200000 dienstfähige Männer festgestellt hat. Selbst wenn nicht alle 23 Korpsbezirke das gleiche Ergebnis liefern sollten, so ist doch mit einer Gesamtzahl von mindestens 4 Millionen zu rechnen, die den Eindruck der Neutralen und auch unserer Feinde von der Unerschöpflichkeit der deutschen Neserven vollauf rechtfertigt. — Westfalen und Rheinland. l. Etagenwohnung von 4 Zimmern zum 1. April zu perm. Kann auch geteilt werden. H. Shecred ann ame 26 Mutter. veratungsstelle Ailiwoch, den 13. Jan nachm 3 Uhr Schule Rosen, Schulstr Miltwoch, den 13. d. Mis., vormiklags 9 Uhr. wird auf der Freibank das Fleisch einer Die Schlachthofverwaltung. Parochial=s Lehrertaserenz Schwerte=Westhofen. Mittwoch, 13 Januar nachmittags 4 Uhr, bei Quadbeck: Vortrag: Meier's Sana Bremen, Rotenburgerstr. 1 Fressflechte, Hauttuberkulose, Fisteln. Hautgeschwülsten, ohne Opcration, ohne Bestrahlg. nach eigen. langjähr. erprobt Methode. Ausführliches Prospekt frei. Bekanntmachung. Nachdem der 55. Westfälische Provinziallandtag in seiner Sitzung vom 14. März d. Is. die Errichtung einer Provinzial=Lebensversicherungsanstalt von Westfalen beschlossen, und diese auf Grund Allerhöchster Ermächtigung durch Ministerialerlaß vom 29. August 1914 die erforderliche Genehmigung gefunden hat. wird die Provinzialanstalt am 1. Januar 1915 ihren Geschäftsbetrieb aufnehmen. Die Leitung der Anstalt liegt in den Händen des Landesbankdirektors Krönig; die Geschäftsräume befinden sich im Dienstgebäude der Landesbank ia Münster. Friedrichstraße 1. Die bisher in Westfalen durch die Geschäftsstelle Münster des Verbandes öffentlicher Lebensversicherungsanstalten in Deutschland abgeschlossenen Versicherungsverträge gehen mit dem 1 Januar 1915 auf die Provinzialanstalt über. Münster i. W., den 31. Dezember 1914. Der Landeshauplmann. Favorit Modenalbum 60 Favorit Jugendalbum 60 J Favorit Handarbtsalb. 60. I! Favorik Schnittmuster!! * Witten, 11. Jan.(Verhängnisvolle Gasexplosion.) Gestern morgen kurz nach 6 Uhr wurden die Bürger im Zentrum durch eine sehr starke Detonation aus dem Schlafe geweckt. Wie sich herausstellte, hatte im Geschäftshause Heilenstraße 3, das der Frau Witwe Metzger Schüren gehört, eine Gasexplosion stattgefunden. Die von der Polizeiwache alarmierte Freiwillige Feuer. wehr erschien sofort am Tatorte. Der Grund der Explosion ist wohl darin zu suchen, daß in der Küche der Schürenschen Wohnung am Abend vorher aus Anachtsamkeit ein Gashahn offen geblieben ist. Frau Schüren hat am Frühmorgen das in einem Zimmer neben der Küche schlafende Dienstmädchen wecken wollen uund dabei wahrscheinlich das angesammelte Gas in der Küche durch Entzünden eines Streichholzes zur Explosion gebracht. Letztere war so heftig, daß die Verbindungswand zwischen Küche und Schlafzimmer herausgerissen ist. Die Witwe Schüren, eine blühende junge Frau, wurde mit schweren Brandwunden bedeckt ohnmächtig aufgefunden und sofort ins Diakonissen=Krankenhaus gebracht. Der Unglücksfall ruft allgemeine Teilnahme hervor, hat doch Frau Schüren erst vor kurzer Zeit ihren Mann verloren und steht mit ihren Kinderchen ganz allein. Von Glück kann das Dienstmädchen noch sagen; es wäre von der einstürzenden Wand getrofsen worden, wenn nicht sein Bett an der gegenüberstehenden Wand gestanden hätte. * Langendreer, 11. Jan.(In geistiger Umnachtung) warf die Frau eines Bergmanns ihre beiden Kinder aus dem dritten Stockwerk auuf die Straße und sprang selbst nach. Alle drei erlitten lebensgefährliche Verletzungen, denen das eine Kind erlegen ist. Briefkasten. K. in W. Es muß eine Kündigungsfrist von 6 Wochen eingehalten werden. Verantwortlich für die Redaktion Friedr. Kraas, Druck u. Verlag von Carl Braus, beide in Schwerte. Alleinverkauf für Schwerte Kaufbaus Otte Marz Aßenttrabe 20 Makulaturpapier— ennfiehlt Bülett Gar! Nr. 9. Beilage. Schwerter=O.......3“ Amtliches Kreisblatt. In ein deutsches Haus gehört in dieser Zeit kein Ruchen. Di Kliegsbebant in Engnschen Bbethaufe Häfen gestattet, daß irgendeine an Bord befindliche Person(Fahrgast, Offizier oder Angehöriger der Mannschaft), einerlei ob Brite oder Ausländer, sich an Bord begibt, oder das Schiff verläßt, ohne daß der sogenannte Ausländeroffizier des Hafens seine Erlaubnis erteilt hat. Das gleiche gilt für den Schiffsführer, der in anderer Weise gegen die Bestimmungen der britischen Regierung und Admiralität über Landung in britischen Häsen, über Anlaufen verbotener Häfen usw. verstößt. verläuft keineswegs nach dem Wunsche der Regierung, der die vielen Anfragen, die von den verschiedensten Seiten an sie gerichtet werden, mehr als lästig sind. Das gilt insbesondere von den die Rekrutierung betreffenden Anfragen der Lords, die sich immer neugieriger gebärden, je unbestimmter und allgemeiner die Auskünfte des Kriegs. ministers Lord Kitchener werden. Und dabei waren die Herren von einer rührenden Bescheidenheit in ihren Ansprüchen an die Leistungsfähigkeit der englischen Streitkräfte. Die englische Flotte wurde über den grünen Klee gelobt, obwohl sie doch jedem Zusammenstoß mit ebenbürtigen Streit“ kräften der deutschen Marine bisher mit nicht über bietender Gewandtheit ausgewichen ist. Den Höhepunkt der Hauchelei erklomm die Erklärung, daß Deutschland mit der Beschießung von Hartlepool und Scarboraugh an der Ostküste Englands einen Völkerrechtsbruch begangen habe, der sich rächen würde, da der englische Minister mit der Versicherung, daß die Strandbatterien der beiden Städte den Angriff abgewehrt hätten, selbst zugab, daß die angegriffenen Orte militärische Stützpunkte waren. Doch das alles sind schließlich Nebendinge gegenüber der großen Hauptsache, daß Lord Kitchener keinerlei Zahlenangaben über das Rekrutierungsgeschäft zu machen wagte. Hätte er nur einigermaßen Gutes vermelden können, so hätte er mit vollen Backen gesprochen. Aus seiner vorsichtigen Zurückhaltung darf mit Sicherheit der Schluß gezogen werden, daß England mit der Verheißung einer Millionenarmee seinen Verbündeten Frankreich schändlich angelogen hat. Die Abrechnung der beiden Freunde wird sich zu seiner Zeit über alle Maßen gemütlich gestalten. —— England in Erwartung eines deutschen Einfaltes. England ergreift weitere Maßregeln zum Schutze seiner Bürger im Falle eines Einfalles durch die Deutschen. Der Bürgermeister von Magate erklärte bei der Bekanntmachung der allgemeinen Verhaltungsmaßregeln, daß im Falle von Gefahr an verschiedenen Stellen der Stadt Böllerschüsse gelöst werden sollten. Wer dann nicht sofort die Stadt verläßt, sollte sich in die Keller retten. Ein illustrierter Plan zeigt denen, die die Stadt verlassen wollen, die Wege und Eisenbahnlinien an. Warme Kleider und Speisen für mindestens zwei Tage müßten mitgenommen werden. Keineswegs dürfe eine Zivilperson sich mit Waffen oder überhaupt dem Feinde widersetzen. Waffen sollten jetzt und zwar sofort auf den Polizeirevieren hinterlegt werden. Vorsichtsmaßnahmen in britischen Häfen. Die„Köln. Ztg.“ meldet aus Kiel: Nordische Schiffskapitäne teilten in neutralen Blättern mit, daß jeder Schiffsführer mit Geldstrafe bis zu 2000 Mark(100 Pfd.) oder mit Gefängnisstrafe bis zu 6 Monaten belegt wird, wenn er in britischen #Frievenswunsche der Nemiten. Die„Neue Freie Presse“ meldet aus Amsterdam Die Königin Wilhelmine, die Großherzogin von Luxemburg und der Schweizer Bundespräsident bemühen sich, unter der Führung Wilsons eine Friedensvermittlung aller neutralen Staatshäupter anzuregen. Wir verzeichnen diese Meldung des Wiener Blattes unter allem Vorbehalt. Natürlich ist unter den Neutralen der Wunsch nach Wiederkehr des Friedens sicher recht lebhaft. Aber daß dieser Wunsch schon so greifbare Form angenommen haben sollte, erscheint nach der gegenwärtigen Sachlage unwahrscheinlich. Es ist nicht anzunehmen, daß das Staatsoberhaupt einer Großmacht wie die Vereinigten Staaten mit einem Vorschlag hervortritt, über dessen Aufnahme bei den beteiligten Parteien er sich nicht vergewissert hat. Wir mutmaßen also, daß auch die obige Meldung nur wieder eine Neuauflage eines seit Kriegsbeginn unermüdlich umgehenden und schon öfters abgestrittenen Gerüchtes darstellt. —— Ilalienische Absage an Sasonow. Das„Eiornale d'Italia“ antwortet dem Minister Sasonow, der in einem Interview Italien zur Teilnahme am Kriege auf seiten des Dreiverbandes aufgefordert hat. Das Blatt sagt, es liege für Italien noch keinerlei triftiger Grund vor, aus seiner Neutralität herauszutreten. Auch seien keine italienischen Interessen direkt oder indirekt verletzt worden, was die Italiener selbst am besten beurteilen könnten. Wenn Sasonow ferner auf die Notwendigkeit einer kriegerischen Revanche Italiens gegenüber Oesterreich hinweise, so müsse ein Land wie Italien, das den Ruhm seiner Freiheits. und Einheitskriege hinter sich habe, es ablehnen, rein der Nevanche wegen zu streiten. Keine große Nation handle lediglich unter dem Puls der„Repanche", wie denn heute Rußland der Verbündete Japans sei. Sasonow müsse also schon dem Italiener das Recht zugestehen, seine serneren Entscheidungen lediglich nach seinen eigenen Interessen zu treffen. Eiserne Kreuz als Lebensretter. Bei einem der letzten Bajonettkämpfe in Westflandern drang ein junger Gefreiter, der für seine Tapferkeit in früheren Gefechten bereits das Eiserne Kreuz zweiter Klasse erhalten hatte, mit einem wahren Löwenmut auf die Gegner los. Plötzlich fühlte er auf der Brust einen heftigen Schlag, der ihn zu Boden riß. Eine Kugel hatte gerade auf das Eiserne Kreuz geschlagen, war dadurch von der Richtung abgeglitten und hatte ihm nur einen leichten Streifschuß beigebracht. Der junge Krieger riß das für ihn so wertvolle Ehren. zeichen vom Band und steckte es in die Hosentasche. Dann machte er den Sturm weiter mit. Da traf ihn eine zweite Kugel in den Oberschenkel und streckte ihn nieder. Als man den Gefreiten nach dem Gefecht auf dem Verbandsplatze untersuchte, ergab sich folgendes: Die zweite Kugel war eben. falls auf das Eiserne Kreuz in der Hosentasche geschlagen, hatte sich mit demselben zu einem sonderbaren Klumpen verschmolzen und den Oberschenkel nur gequetscht. Zum zweiten Mal war ihm das Ehrenzeichen zum Lebensretter geworden. Der Gefreite, der sich das mit der feindlichen Kugel verschmolzene Kreuz zum Andenken aufbewahren wollte, erhielt einen Ersatz in Gestalt eines Eiser. nen Kreuzes erster Klasse. *Ganz Albanten im Aufftände. Das Giornale d' Italia bringt, wie ein Reutertelegramm berichtet, Meldungen, wonach sich die Aufstandsbewegung in Albanien ausbreitet und bereits ganz Mittelalbanien von ihr ergriffen ist. In San Giovanni di Medua hätten die Moham medaner trotz des Waffenstillstandes die Feind seligkeiten aufgenommen, wodurch für Montenegro wichtige Zufuhren sehr erschwert würden. Die italienische Regierung entsandte ein Kriegsschiff nach San Giovanni. Die gesamte italienische Kolonie ist aus Albanien geflüchtet. Die Kosten einer Seeschlacht läßt folgende aus England stammende Berechnung ahnen. Im spanisch=amerikanischen Kriege, 1898, feuerte der Panzerkrauzer„Brooklyn“ in 5 Minuten nicht weniger als 618 Granaten auf das spanische Schlachtschiff„Biscaya" und brachte es dadurch zum Sinken. Der kurze Geschützkampf kostete den Vereinigten Staaten schon 173540 Mk. Moderne Großkampfschiffe aber verschlingen noch ganz andere Summen. So kommt schon das Geschoß eines 30,5 Zentimeter=Geschützes auf etwa 1600 Mark zu stehen, und dabei feuert jedes in der Minute zweimal! Linienschiffe erster Klasse führen zehn dieser Ungetüme, deren Preis je eine Million Mark übersteigt. Ein Linienschiff zweiter Klasse aber, etwa der bei Sheerneß aufgeflogene„Bulwark", das wir unserer Annahme zugrunde legen, hat nur 4 solcher Geschütze. In 5 Minuten können diese Geschütze dem Feinde Werte von 64000 Mk. entgegenschleudern. Die zwölf 15,2 Ztm.=Geschütze aber würden bei anhaltendem Feuer einen Geschoßhagel entladen, der mit 137760 Mk. zu bewerten ist, während die 18 Zwölfpfünder mehr als 1000 Granaten in 5 Minuten verfeuern, die rund 648 000 Mark kosten. Dazu kommen noch die beiden Schnellfeuerkanonen und Maschinengewehre, sowie die Kosten der Torpedos, für die der„Bulwark“ vier Lanzierrohre hatte, so daß, wenn alle Kampfmittel gleichzeitig in Tätigkeit treten, was aber schon die verschiedene Reichweite ausschließt, die Kosten einer Seeschlacht von nur 5 Minuten Dauer für dieses eine Schiff mit 300000 Mk. nicht zu hoch gegriffen sind. Kommen aber noch Schiffsverluste dazu, so vernichtet die Seeschlacht Millionen=Werte. Dienstag, 12. Januar 10 schweren Titel„Durch Not und Tod“ im Dopp verlag Tempsky-Wien und Freytag=Leipzig ei## Serie höchst packender Schilderungen aus dem genwärtigen Weltkriege. Bis jetzt sind zwei Bän des vornehm ausgestatteten Werkes zur Ausga gelangt. Die in Form und Inhalt gleich bedeu same Veröffentlichung darf des Interesses weitest Kreise des gebildeten deutschen Lesepublikums sich sein, um so mehr, als der bescheidene Preis Mk. 1.2 per Band oder 25 Pfg. per Lieferung in keinen# Verhältnisse zu dem inneren Werte des Werk steht. Die Hefte 14—16 der so rasch beliebt geword nen Kriegszeitschrift„Der Völkerkrieg"(Verla von Julius Hoffmann in Stuttgart) behanden einen besonders interessanten Abschnitt des große Krieges: die Entwicklung der jetzigen westliche Schlachtfront, beginnend mit den Schlachten an Marne und endigend mit der Ausdehnung Kampflinie bis zur Nordsee nach der Einnahn von Antwerpen. Kein Teil der bisherigen Opera tionen ist so reich an ungelösten Fragen wie diesen nirgends läßt sich der innere und äußere Zusammenhang der Ereignisse schwieriger verfolgen, an hier. Soweit sich aus dem bis jetzt vorhandene Material ein geschlossenes Bild gewinnen läßt, in dies im„Völkerkrieg“ überraschend gut gelungen# Den beigegebenen Bildern und Karten mer# man an, daß diese Hefte mit besonderer Sorgfa ausgestattet sind; sie bilden wirklich ein zur volle Erfassung des Textes unentbehrliches, gediegene# Anschauungsmittel. Vorzüglich gelungen ist beson ders das ganzseitige Bildnis des Generals vo Beseler. Stadttheater Dortmund. Mittwoch, 13. Januar, abends 8—10¾ Uhr:„D Rabensteinerin“, Schauspiel in 4 Aufzügen vo Ernst von Wildenbruch. Donnerstag, 14. Januar, abends 7½—10 Uh „Der Feldprediger“. Freitag, 15. Januar, abends 7½—10¾ Uhr „Klaus von Bismarck“, Tragödie in 5 Aufzüge von Walter Flex. Sonnabend, 16. Januar, nachmittags 3½—61 Uhr:„Prinz Friedrich von Homburg“, Scha spiel in 5 Akten von Heinrich von Kleist. Abends 7½—10¼ Uhr:„Der Freischütz“, mantische Oper in 4 Aufzügen von Karl Marz von Weber. Verantwortlich für die Redaktion Friedr. Krag Druck u. Verlag von Carl Braus, beide in Schwert Alle unter dieser Rubrik besprochenen Bücher sind in der Karl Braus'schen Buchhandlung zu haben. Aus der Feder Oberstleutnant Frobenius, des berühmten Verfassers von„Des Deutschen Reiches Schicksalsstunde“, erscheint jetzt unter dem inhaltAls Weihnachtsprämie für die Leser unseres## Blattes bringen wir einen PIES enthaltend 10 Kriegskarten über sämtliche Kriegsschauplätze der Erde. Die Karten sind erstklassige Stiche in 6farbiger Ausführung und sind so sinnreich gefalzt, dass jede gewünschte Kriegskarte bequem entfaltet werden kann, während der ganze Atlas in elegantem Gansleinenband bequem in der Tasche zu tragen ist. Infolge Herstellung einer grossen Auflage ist es uns möglich diesen Kriegsatlas zum ausserordentlich niedrigen Preise von N. 1.50 unsern Lesern anzubieten. Geheimnis von Thallikg. Roman von F. Kuntschner. 55 Frau Hedwig verjüngte sich förmlich im Anblick des Glückes ihrer Tochter und hing mit der Zärtlichkeit einer Mutter an Richard, der diese auch dankbar anerkannte und nicht minder warm erwiderte. Er nannte Frau Durand längst„Du" und„Mama“ und es kam nicht selten vor, daß, während seine Braut mit Onkel Eugen eine Spazierfahrt machte, die beiden sich so vertraulich miteinander unterhielten, daß ihnen die Zeit wie im Fluge verging und sie ganz erstaunt waren, wenn die anderen wieder zu ihnen ins Zimmer traten. „Nur noch drei Tage, Albertine, und wir werden dann für immer vereint sein, sagte Richard heute beim Fortgehen. Tieferglühend schmiegte sich Albertine an seine Brust. „Mein Gott, mir will bange werden," flüsterte sie ihm mit leiser Stimme zu;„ich fürchte, daß ich mein Glück nicht verdiene—“ „Schon wieder," verwies er ihr diese Worte mit liebevollem Ernst.„Sprich nicht so, wenn Du mir nicht wehe tun willst!“ „Und wirst Du— noch einmal kommen, RiGarin, „Wenn nicht morgen, dann übermorgen sicher.“ Als er das Haus verlassen hatte, blickte Albertine ihm so lange nach, als sie seiner Gestalt ansichtig blieb. „Mein Gott, wie ich ihn liebe!“ flüsterte sie, vom Fenster zurücktretend.——— „Da habe ich mit der Frühpost einen merktvürdigen Brief erhalten.“ Mit diesen Worten und besagtem Brief in Händen trat der Schloßherr in Richards Zimmer, der eben mit dem Ordnen seiner Bücher behufs Uebersiedlung in die neuen Räume beschäftigt war. „Von „Wieso merkwürdig, Papa?“ lachte er. wein ist denn der Brief?“ „Von einer Frau Therese Meinert—“ „Therese Meinert? Kennst Du diese Frau nicht, Papa? Was will sie von Dir? Vielleicht stand sie einmal in Mamas Diensten. Darf ich lesen?“ „Aber selbstverständlich; habe doch keine Geheimnisse vor Dir."„ Der junge Mann nahm nicht ohne Neugierde den Brief entgegen, dessen nur kurzen und mit offenbar zitternder Hand niedergeschriebenen Inhalt er mit raschem Blick überflog. „Wirklich merkwürdig! Diese Frau Meinert fleht Dich an, sie sofort nach Erhalt dieser Zeilen zu besuchen, ohne auch nur die leiseste Andeutung über den Zweck dieses Besuches zu machen. Was wirst Du tun, Papa?“, 4 „Hm, vielleicht ist sie, wie Du meinlest, einmal im Hause bedienstet gewesen, vielleicht krank oder sonst in Not geraten und wendet sich jetzt an mich um Hilfe.“„ „Das ware aber doch lein genugender Grund, Dich nach Wien zu zitieren. Das hätte sie ja ganz gut schreiben können.“ „Also, weißt Du, da ich ohnehin nach Wien muß— ich möchte noch etwas für Albertines Boudoir besorgen— will ich den Abstecher— wo wohnt diese Frau? ah, richtig, im sechsten Bezirk — also nach der M... gasse, machen. Man kann nicht wissen, vielleicht tut man ein gutes Werk. Ich werde also mit dem Neun=Uhr=Zug fahren, um abends wieder zurück zu sein. Kannst mich mit dem Wagen abholen, wenn Du willst.“ „Aber natürlich, Papa.“„6 „Wenn ich in die Nähe einer gewissen kleinen Dame komme, soll ich ihr vielleicht einen Gruß von dem jungen Herrn übermitteln?“ „Schaden könnte es durchaus nicht, Papa,“ gab Richard heiter zurück. Um nenn Uhr fuhr, wie bestimmt, der Freiherr von Thalberg in heiterster Stimmung nach Wien, während Richard, dessen Gedanken den Vater begleiteten, seine unterbrochene Tätigkeit wieder auf„Mein Gott, Papa, bist Du in Wien erkrankt, weil Du entsetzlich bleich und leidend aussiehst? rief Richard beim Anblicke des allerdings ganz verstört aussehenden Freiherrn aus, der indes zunächst keine Antwort gab und den vor ihm stehenden Sohn mit fast irrem Blicke anstarrte. Richard bemächtigte sich eine seltsame Angst; er bot dem Vater den Arm, führte ihn schnell zum wartenden Wagen, half ihm beim Einsteigen und nahm dann selbst Platz. „Willst Du mir nicht endlich sagen, mein lieber Vater, was Dir in Wien widerfahren ist?" bat er, die Rechte des Freiherrn fassend, mit sanfter Stimme. Oder, o mein Gott, ist meiner Braut ein Unglück zugestoßen? Ich beschwöre Dich, sprich, denn Dein Schweigen, Dein verändertes Aussehen ängstigt mich mehr, als ich sagen kann. Oder sollte Dein Besuch bei dieser Frau Meinert—“ betroffen hielt Richard inne, als er fühlte, wie der Gefragte einen dumpfen Schrei ausstoßend, seine Hand aus der seinigen riß. 8 „Um Gottes willen, Vater!" „Sei barmherzig, quäle mich nicht! Gönne mir eine kurze Zeit— um mich zu fassen! Dann— dann—“ Dann, Papa““.,# 6gr(ämgrisie„ Wieder stöhnte der Freihers schmerzlich auf, lehnte sich in die Ecke zurück und bedeckte das entstellte Antlitz mit beiden Händen. „Gut denn, Papa, ich will Dich nicht weiter quälen, sondern warten, bist Du so weit zur Ruhe gekommen sein wirst, um mich über den Grund Deiner Aufregung aufzuklären.“ „Ich danke Dir dafür, Richard. Aber eines sollst Du mir jetzt noch versprechen, daß Du mich nicht, was immer ich Dir auch sagen werde, verlassen wirst," bat der Freiherr mit so viel Trauer und Schmerz in Stimme und Blick, daß jener, aufs tiefste davon bewegt, dem Vater beruhigend die Hand drückte und sein schon einmal gegebenes Versprechen, niemals und unter keinen Umständen von ihm sich zutrennen, in sehr bestimmter Weise wiederholte. Dies schien dem Freiherrn nun doch einigermaßen die Fassung zurückzugeben, der, wie von einer drückenden Last befreit, aufatmete und den Händedruck erwiderte. Daß Richard nichts von jener Ruhe empfand, die er, um den Vater nicht noch mehr aufzuregen, zur Schau trug, läßt sich denken. Unablässig zermarterte er seinen Kopf mit der Frage, um was es sich handeln könne, ohne eine Antwort zu finden, und so ergab er sich denn ins Warten. Als man sich dem Schloß näherte, wandte sich der Freiherr an Richard, mit dem Ersuchen, ihn in einer halben Stunde zu erwarten. „Soll ich nicht lieber zu Dir kommen, Papa?“ „Nein, ich komme lieber zu Dir, Richard. „Gut! Ich werde Dich also in der von Dir bestimmten Zeit erwarten,“ entgegnete jener mit freundlichem Ernst, half dann dem Freiherrn beim Verlassen des Wagens, bot ihm den Arm und geleitete ihn bis an die zu dessen Gemächern führende Tür, wo sich beide mit einem nochmaligen Händedruck trennten. Dem armen Richard erschien die halbe Stunde des Wartens auf den Vater wie eine Ewigkeit und von einer von Minute zu Minute sich steigernden Unruhe getrieben, durchwanderte er sein Zimmer, als er endlich im Vorsaale seiner Tür sich nähernde, langsame Schritte vernahm. Von der Ahnung erfaßt, daß in der nächsten Stunde eine Entscheidung über seine Zukunft fallen müsse, fühlte sich der starkgeistige Mann nun doch fast übermannt von einem Gefühl momentaner Schwäche;er wurde: bleich, vor seinen sonst so klaren Augen lag es wie ein feiner, grauer Schleier und der Boden unter seinen Füßen schien zu wanken. 217.10 4 Traden meider Betten Die auf den Pland-Vorotelgerungen nicht verkauften Sachen, wie Anzüge, Ueberzieher, Joppen, Hosen, Röcke. Jacken, Talllen, Mäntel etc. etc. Ober- u. Unterbetten— Pfühle, Kissen Vhram Taschenuhren, Regulateuruhren, Freischwinger Paurräder, Nanmaschinen Musikinslrumente, phologr. Apparate Konversalions-Lenikons u. sonst. Bücher eic. können täglich in unseren Geschäftsräumen zu sehr billigen Preisen gekauft werden. Die Sachen sind teils gebraucht, teils neu Pfandleih-Anstalt M Lien& Comp. Balkenstr. 38 Dortmund Hihclalstr. 5. beim Bezirkskommando. 6494 500000000000003305 Vlieber Leser, das kause jetzt, jetzt sogleich. 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Um wen oder was handelt es sich also?" entgegnete Richard, dem Freiherrn gegenüber Platz nehmend, der sichtlich nach Fassung rang und einen scheuen Blick in Richards tiefernstes, blasses Antlitz warf. „Deine Heirat mit Albertine Durand ist unmöglich geworden,“ stieß er endlich kurz, fast rauh, hervor. „Und aus welchem Grunde?“ Als Herr von Thalberg, ohne zu antworten, mit starren Augen vor sich hinschaute, wiederholte Richard mit jetzt scharfer Stimme seine Frage. „Schenke mir Gehör," begann der Freiherr, sich langsam dem Sohn zuwendend,„denn ich muß Dir eine schwere Beichte ablegen. Ob Du dann Dein Versprechen, mich niemals zu verlassen, halten und mir auch Absolution erteilen wirst, wage ich mir selbst nicht zu beantworten. Auf jeden Fall appelliere ich an Deine— Großmut; wenn meine Tat auch eine verbrecherische gewesen ist, so kann ich doch einen Entschuldigungsgrund dafür anführen, denn was ich einst getan, tat ich aus übergroßer Liebe zu meiner angebeteten Frau, um ihr ein Leben fürstlichen Glanzes, des Ueberflusses bieten zu können und—“ ein dumpfer Aufschrei unterbrach die Worte des Freiherrn und, als er aufGeite Bettell kaufen? So gehen Sie nur in ein reelles Geschäft zu dem Sie Vertrauen haben. Sie erhalten in dem Bettengeschäft von Otto Wilkes nur garantiert doppelt gereinigte, staubtreie Bettfedern und Daunen zu den bekannt billigsten Preisen. garantiert federdicht Barchend— und farbecht.— Otto Wilkes Bahnhofstr. 19. Schwerte, Bahnhofstr. 19. Petroleum ####muss gespart, werden Zux Prurbeiene ee amnpschle. Gialags Nachlichte und ver. Oel. s. CarliTrog.!“ O empfiehlt in allen Verkaufsstellen Westfälische Backwerke vorm. Schwerker Brotfabrik. 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Ich— bin— nicht— Dein Sohn?" stieß der junge Mann, über den es jetzt wie ein plötzliches Verständnis kam, mit rauher Stinnne hervor.„Un Dir Thalberg zu erhalten, hast Du— Du—“ Von ungeheurer Erregung übermannt, vermochte Richard nicht weiter zu sprechen; leise aufstöhnend, verbarg er das schmerzentstellte Antlitz mit den Händen. Herr von Thalberg lehnte bleich wie ein Sterbender in seinem Fauteuil, unfähig auch nur eines Wortes und die Augen angsterfüllt auf den Sohn gerichtet, wie in der Erwartung, daß dessen nächste Worte ein vernichtendes Urteil sein müßten. „O— nun verstehe ich alles! Die arme Frau! Sie war keine gute Schauspielerin und besonders lag ihr die Rolle nicht, die Du ihr vorgeschrieben hattest!“ Mit diesen Worten erhob sich Richard und trat aus Feuster. Zuerst starrte der Freiherr den Sprechen den verständnislos an; dann aber, als er begriff, stieg eine dunkle Blutwelle in sein eben noch so farbloses Gesicht. Mit wenigen Schritten stand er neben dem jungen Manne, dessen Arm erkrampfhaft umfaßte und kaum verständlich klangen die mühsam hervorgestoßenen Worte:„Du schandest mit diesen Worten die arme, unglückliche Frau dort drüben. Sie wußte nichts von— meinem— Du warst ihr Sohn — sie—“ Ein bitteres Auflachen unterbrach den Freiwers. „Nein, ich war niemals ihr Sohn! Wenn sie es auch nicht wußte, so fühlte sie es tief in ihrem Herzen, das nichts für denjenigen empfand, den man au Stelle ihres eigenen Sohnes gesetzt hatte; o, ich sehe nun ganz klar: der wirkliche Erbe kam tot zur Welt oder starb bald nach seiner Geburt, denn auf andere Weise hätte eine Kindesunterschiebung doch unmöglich stattfinden können!“ „Unser Knabe wurde am 13. Januar um fünf Uhr morgens geboren, starb jedoch schon in zwei Stunden und—“ „So kam ich an dessen Stelle.“ fiel Richard mit solcher Ruhe ein, daß der Freiherr ihn ganz verblüfft anschaute und rein mechanisch mit einem leisem„Ja“ antwortete. „Und wer waren oder sind meine wahren Eltern? Natürlich arme Leute, die froh waren, um elende paar hundert Kronen sich meiner entledigen zu können,“ sagte Richard, jetzt mit so tiefer Trauer und ehrlichem Schmerz in Stimme und Blick, daß es den Freiherru tief erschütterte und er, seinem Impulse folgend, beide Arme öffnete. „Richard, wirst Du Dich nun von mir wenden, mich— verdammen?“ „Es ist nicht au mir, Dich, der Du mir immer Vater gewesen bist, und den ich auch als solchen stets geehrt und geliebt habe, zu richten; das mußt Du mit Deinem Gewissen und mit einem andern ausmachen.“ „So hast Du mich auch heute noch ein wenig lieb? Kannst Du mir verzeihen?“ „Ja, Vater,“ ein freudiger Schimmer erhellte bei dieser Anrede des Freiherrn Antlitz—„aber Du mußt nun gutmachen, was Du einem andern Böses zugefügt hast.“ „Du— meinst—“ stammelte Herr von Thalberg, einen Schritt zurückweichend. „Ja, Vater, Du mußt zurückgeben, was nicht Dein ist," beharrtte Richard. „Dann wartet meiner nicht nur Armut, sondern auch Schmach und Schande! Nein, nein, das kann ich nicht tun!“ stöhnte Herr von Thalberg dumpf auf. „Und alle diese langen Jahre her schlug Dir niemals reuevoll das Herz, regte sich niemals das Gewissen in Dir, flüsterte Dir auch niemals eine Stimme in Deinem Innern zu, daß Du schweres Unrecht getan Konnte der Aublick des Dich umgebenden fürstlichen Reichtumes Dir jemals wahre Freude, echten Genuß bieten? Und der Anblick des jetzt schwer leidenden Herrn von Rustan ließ Dich auch ungerührt? Dann Deine arme Frau!“ „Sie wenigstens war glücklich!“ „Nein, mein Vater, Du irrst, sie war es nicht; wenigstens nicht in dem Maße, wie sie es hätte ein können.“ „Und um ihretwillen allein habe ich es getan,“ murmelte Herr von Thalberg mit zitternder Stimme, die Augen mit der Hand bedeckend. „Vater, sei ehrlich! Wirklich nur um ihretwillen allein?“ fragte Richard, dem vor ihm stehenden blassen Manne tieferust und forschend in die verstörten Züge blickend. „In erster Linie— ja; ich schwöre es Dir—“ „In erster Linie! Nun, ich will es Dir glauben," flüsterte Richard und wiederholte nach einer Weile die Frage nach seinen Eltern. „Du sollst alles der Reihenfolge nach wissen, Richard, und vielleicht wirst Du dann ein wenig milder über mich und meine Handlungsweise urteilen.“ „Nur noch eine Frage, Vater: Was hat alles dies mit meiner Heirat zu tun?“ Bei dieser Frage überflog ein Zucken das Antlitz des Freiherrn. „Du wirst alles erfahren, mein— Sohn! Komm nur an meine Seite und höre mich an!“ Herr von Thalberg sprach nun von seiner abgöttischen Liebe zu seiner schönen Gemahlin, von dem Glück, das er in der Vereinigung mit ihr gefunden, von ihrer und seiner Sehnsucht nach einem Kind, nach einem Knaben, dessen Erscheinen beider Glück noch erhöhen würde. Als aber endlich die ernste Stunde herankam und Lydia wirklich einen Knaben gebar, zeigte sich das arme Geschöpfchen so schwach, daß sein zartes Leben bereits nach zwei Stunden erlosch, indessen seine Mutter in Lebensgefahr schwebte.“ 317,16 2 00 —** m S 5 S 12 PSSESDTEN“ 3 • S 59. gWEDS P STBBSanE 9 S S 92 5 9 S SSS5SS „Krieg! Krieg mit Rußland und Frankreich!" Und dann die tosende Welle:„Zu den Waffen! Auf, eilt euch!“ Sie werden alle zu den Waffen gerufen vom Obersten Kriegsherrn— dort muß der Mann fort von Weib und Kind— dort der Sohn von den Eltern— oft zwei und drei Söhne— dort der Vater, dessen Brust schon Kriegsehrenzeichen von früher her schmücken— da der Bräutigam aus den Armen der Braut— Und wie ein Blitz durchzuckte es Annemarie: Erwin— er muß ja mit ins Feld—— Wie entgeistert stand sie im Erker und sah in sein heftig gerötetes Gesicht, in seine großen braunen Augen, in denen ein seltsamer Glanz aufblitzte— der Soldat erwachte in ihm. Mit gewaltigen Schlägen protestierte ihr krankes Herz gegen den Gedanken, den Geliebten hergeben zu sollen— jetzt, wo sie sich ihres jungen Glückes erfreuen wollte. Schon zwei Stunden später traf des Gerichtsassessors Einberufungsorder ein. Es war der Sonnabend, der letzte Tag der Woche, und am Montag mußte Erwin Hollmann zu seinem Regiment einrücken. Wie im Traum saß auch der alte Konrektor in seinem hohen Ledersessel mit gefalteten Händen. Krieg! Krieg— wieder mit dem nichtswürdigen Erbfeind, dem Franzosen, und seinen Kumpanen, Rußland und England! Ach— könnte er mit! Aber sie werden ihn ja nicht mehr nehmen—— ein heiliger Zorn erfaßte den Aiten. 64. m5 Scme. Der Junge— ja, der mußte mir: Schmerzte ihn auch das Vaterherz— sein Junge mußte dem Rufe des Kaisers folgen zur Sicherheit und zur Ehre des deutschen Vaterlandes. Annemarie bezwang sich nach dem ersten kurzen Au'schrei. Nur des Liebsten Hand hielt sie fest und sah flehenden Blickes in sein blühendes, geliebtes Antlitz. „Annemarie— mein Lieb— morgen soll uns Pastor Döllinger zusammengeben! Ich will ein Recht haben, dich mein Weib zu nennen, und— muß es schon sein, froheren Mutes hinausziehen, in Treue und Liebe dich und das Vaterland zu verteidigen!“ „So soll es sein! Recht, mein Junge!— Und ich will sie dir treulich schützen, in Not und Gefahr, deine Annemarie!" Die Braut sprach kein Wort— sie schmiegte sich nur fester an den Liebsten. Uebervoll war die alte Domkirche am nächsten Morgen. Aller Knie wollten sich vor dem allmächtigen Gott beugen— mit heißen Bitten den Sieg erflehen für unser tapferes, deutsches Heer—— und glockenrein erschallte Annemarie Frühlings wundervolle Stimme vom Chor zur Ehre des Höchsten. (Schluß folgt.) Delt und Zeit. Die Bienenstichkur. Ein eigenartiges Mittel, das sich auch gegen die schwersten Fälle von Rheumatismus und Gicht bewährt, hat der Marburger Arzt Dr. Terc gefunden: er verwendet den Bienenstich zu Heilzwecken. Diese Methode, die nunmehr auch in der Gelehrtenwelt als wertvolle Waffe im Kampf gegen eine der schwersten und hartnäckigsten Krankheiten anerkannt ist, wird von Dr. Alfred Keiter in der„Umschau“ gewürdigt. Der Rheumatismuskranke reagiert auf den Bienenstich ganz anders als der Gesunde. Während bei dem normalen Menschen die gestochene Stelle anschwillt und rot ist, zeigt sich bei dem kranken an der Stichstelle höchstens eine leichte Rötung; auch die wirkungen, die das Bienengift beim Gesunden hinterläßt, wie Schüttelfrost, Fieber, Kopfschmerzen, Schwindel usw., treten bei dem Kranken nicht auf. Vielmehr fühlt er schon nach den ersten Stichen eine wohltuende Erleichterung seiner Beschwerden, und Vergiftungserscheinungen treten erst im Verlaufe der Kur nach einer großen Anzahl von Stichen auf. Ist so der Bienenstich zur Erkennung einer rheumatischen Krankheit schon von großem diagnostischen Wert, so sind die Heilerfolge noch viel bedeutsamer und direkt überraschend. Kranke, bei denen keine andere Kur mehr heisen wollte, sind durch Bienenstiche geheilt worden. Bei schweren und alten Fällen muß das Mittel allerdings„in starker Dosierung“ angewendet werden. Manche Patienten erhielten Monate hindurch bis zu 150 Bienenstiche täglich und im ganzen 1000—15 000 bis zur Heilung. Bei leichteren Erkrankungen genügen„schon“ 1000—2000 Stiche. Die Patienten ziehen gewöhnlich den Stich von der Biene einer künstlichen Einspritzung von Bienengift vor und empfinden die Verletzung viel weniger schmerzhaft als die Gesunden. 92 Rochbuch. Ven Laura Cincent. Brottorte. ¼ Pfund Schwarzbrot wird in Scheiben geschnitten, im Ofen geröstet und dann durch die Maschine getrieben. ½ Pfund Zucker wird mit 12 Eigelb und ½ Pfund mit der Schale geriebenen Mandeln ½ Stunde gerührt. Das vorher in Rotwein eingeweichte Brot kommt jetzt dazu, ebenso 60 Gramm in seine Würfel geschnittene Pomeranzenschale und ebensoviel Zitronat, ein Teelöffel voll Zimt, ebensoviel geriebene Muskatuuß, 5 feingestoßene Gewürznelken und der steife Schnee der Eier. Die Masse kommt in eine mit Butter und Reibbrot bestrichene Form und wird bei gelindem Feuer eine gute Stunde gebacken. Die fertige Torte wird nach einigem Abkühlen mit Zuckerglasur bestrichen. ½ Pfund Butter wird schaumig Mandelkuchen. gerührt, mit ¼ Pfund Zucker, ¼ Psund ganz fein geschnittener Mandeln und etwas Zimt vermischt. Nun rührt man noch zwei Eier darunter, gibt die Masse auf ein gut mit Butter bestrichenes Blech und bestreut sie mit einer Mischung von ¼ Pfund Zucker und ebensoviel ganz fein geschnittener Mandeln, sowie etwas Zimmt. Der Kuchen wird im nicht zu heißen Ofen gebacken und muß ganz warm zerschnitten werden, weil er sonst bricht. S2 Dumor. Ueberführt.„Diese Bauern sind doch ebensolche Schurken, wie unsere Milchmänner in der Stadt,“ sagte die schöne Sommerfrischlerin entrüstet.„Ja, aber wieso denn?"„Denken Sie sich, heute morgen habe ich mit eigenen Augen gesehen, wie der Bauer den Kühen Wasser gab, gerade bevor er sie melkte.“ W 0 S.g : 5n * — Amtliches Kreisblatt für den Kreis börde re 46. Jahrgang O Grites und älteltes Cagesorgan des Kreiles. 6 Haupt-Annoncenblatt„ Unterhaltungs=Beilage zu Nr. 9. Dienstag, 12 Januar 1915. Roman raf Artur rieb sich und Lu#milla fuhr mit einem Schelmenlächeln fort:„O, mein bester Zug kommt nach! Nachdem ich Tildes volles Vertrauen gewonnen, lud ich sie, da wir gleichze tig das Pensionat verließen— % zum Besuch auf Schloß Kallene ein. Dies hatte— wie ich vorausgesehen— zur Folge, daß sie— nach brieflicher Verständigung mit ihren Eltern— die Einladung freudig anzunehmen versprach, falls ich meine Heimfahrt in Berlin unterbrechen und mindestens vierzehn Tage Gast ihres Vaterhauses sein wolle. So erwünscht mir dieser Gegenvorschlag kam, so erhob ich doch Bedenken, ob Papa mir die Einwilligung dazu geben würde, und als ich endlich vorgab, diese errungen zu haben, erreichte ich es, daß Tilde mich tief gerührt umarmte und in meinem Besuch ein Gnadengeschenk sah. Vor drei Tagen stieg ich im Hause der Kleinschmidts ab und wurde zwar nicht mit gleichem Jubel wie die Töchter, wohl aber mit dem etwas täppischen Ausdruck der Verehrung und Freude empfangen.“ „Wie, du suchtest erst nach drettägigen Aufenthalt in Berlin deinen Bruder auf?" „Diese drei Tage hab' ich in deinem Interesse verwendet, cher sieel Erst galt es, mich genau zu orientieren. Jetzt aber kann ich sagen: Deine Chancen sind überaus günstig. Tildes Vater ist ein plumper, aver anscheinend schlauer und sehr tüchtiger Maurermeister, der sich zum Inhaber einer angesehenen Baufirma emporgearbeitet hat, und der jetzt nach Auszeichnung strebt. Als Hausbesitzer ist es iym gelungen, zum Stadtrat gewählt zu werden, aber dies befriedigt seinen Ehrgeiz noch keineswegs. Als ich ihm bei passender Gelegenheit zu verstehen gab, daß es unserm Onkel Wilhelm in seiner Stellung als Minister ein leichtes sein würde, ihm den Titel Kommerzienrat zu verschaffen, erkannte ich an der Rötung seines Gesichts und dem Aufleuchten seiner Augen, daß dies ein Köder sei, nach dem er begierig schnappen werde. Frau Kleinschmidt besitzt etwas mehr Schliff als ihr Gatte, scheint aber seine ehrgeizigen Wünsche zu teilen und wird sich zuverlässig durch deine Werbung um Tildes. Hand beglückt fühlen.. Scmie „Na, einen Grafen und Rittmeister zum Schwiegersohn zu erhalten— das ist ein Aufschwung!“ Artur warf sich lachend in die Brust und stellte die Frage:„Wann soll ich antreten?“ „Falls du dienstfrei bist, sofort. Man wird dich von Rudalf Elcho. (14. Fortsetzung.)(Nachdruck verboten.) vergnügt die Hände, bitten, zum Diner zu bleiben und an einem Ausfluge nach Wannsee teilzunehmen. „Willkommne Gelegenheit, die erste Attacke zu wagen. Da heute Snntag ist, stehe ich ganz deiner Verügung, Schwesterchen. Schockschwerebrett, wenn dein Plan gelingt, dann soll mein Haus dein Haus sein, und sobald du einer Mitgist bedarfst, wirst du erfahren, daß ich eine osjene Hmnd habe.“ Der Graf umarmte und küßte Ludmiila, worauf diese ihn ermahnte, sich„in Wichs zu wersen“ und ihr zu folzen...„„„ 61 Der Graf trauerte Bizeis Toreroted, riet bann den Burschen herbei, um mit dessen Hilfe seine beste Uniform anzulegen, und sch#itelte, als dies geschehen, sein welliges Haar mit ebemoviel Unparteilihleit, wie er seinen Schnurrbart mit Sorgfalt aufwärts drehte. ils er sich schließlich in voller Ausrüstung vom Spiegel *- und vei: ante diese ab= und seiner Schwester zuwandte, konnte auf seine Frage:„Ist dein Bruder nicht ei patenter Kerl?“ mit aller Aufrichtigkeit antworten:„Du tann, wie dem großen Alexander, niemand widerstehen.“ Und wie vordem der größte— Eroberer der antiken Welt, so erklärte sich auch der eroberungslustige Artur mit diesem Oraselspruch zufrieden. 9. Kapitel. Das erste Zusammensein des Grafen von Gerod mit den Kleinschmidts entsprach völlig den Erwartungen seiner Schwester. Der Kavallerieofsizier besaß trotz seiner moralischen Verwilderung jene Bonhomie, die sich gern mit Leichtsinn paart. Ihm waren geschme dige, höfliche Umgangsformen wohl geläufig, und er wandte sie stets Personen gegenüber mit Erfolg an, deren Gunst er gewinnen wollte. Das palastartige Haus der Kleinschmidts und die Prunkräume, in denen er mit völlig aufrichtiger Freundlichkeit empfangen wurde, muteten ihn so verheißungsvoll an, wie das von einem ausgezeichneten Koch gelieferte Mahl, zu dem einige seine Weinsorten angeboten wurden. Er fühlte sich eher belustigt als bedrückt durch eine Reihe von Verstößen gegen die Regel der guten Lebensart, deren sich die Eltern Tildes schuldig machten. Im Gefühl weltmännischer Ueberlegenheit gewann er eine soiche Sicherheit in der Führung des Tischgesprächs, daß der Hausherr und seine Gattin bald jede Besangenheit schwinden fühlten und den liebenswürdigen Humor ihres Gastes bewunderten. Bald war die Unterhaltung im besten Gange, und nachdem der verlende Sekt dem Stadtrat Kleinschmidt die Zunge gelöst hatte und der Graf listig das Gespräch auf dessen prächtiges Haus ucuu sbighmusch M„u M Denkspruch. Das höchste Glück hat keine Lieder, Der Liebe Lust ist stin und mild, Ein Kuß, ein Blicken hin und wieder— Und alle Sehnsucht ist ges-illt. E. Geibel. 12 Treu bis zum letzten Hauch. Erzählung aus der Gegenwart von Marie Antoinette. (Nachdruck verboten.) „Mein Lieb, mein blondes Lieb, Hörst du die Glocken läuten? Das ist nicht Hochzeit— weh! Das soll den Tod bedeuten. Fahr wohl, mein blondes Lieb!“ Purpur und Gold hing an dem jungen Grün und den dunklen Tannen; die Pappeln hoben sich scharf ab gegen den tiefvioletten Himmel, und ein voller Regenbogen stand über dem kleinen Häuschen. Ranken von weißen und roten Rosen umklammern die niedere Pforte, die gastlich weit offen steht, und aus den nahen Gartenbeeten hauchen Portulak, Salbei und Lavendel ihren würzigen Dust. Da sitzt Annemarie Frühling, die junge, blonde Lehrerin des Städtchens, das im grünen Thüringen liegt, auf der weißgestrichenen Bank, summt zwischen den vollen, roten Lippen die süßen Melodien Walters von der Vogelweide vom„Tandaradei“ und näht an einem blütenweißen Gewande. Sie will es am nächsten Kirchtage tragen, dies weiße Kleid, wo sie im Vormittagsgottesdienst ein Solo auf dem Kirchenchore zu singen hat. Ihre Stimme ist weich und schön, und der Wohllaut reicht bis in die hohen Register. Und sie singt gern, die junge, blonde Lehrerin, zu eigener Freude und zu Ehr' und Preis des himmlischen Allvaters. Und noch andere, frohe Gedanken bewegen Annemaries Herz: Morgen kommt Erwin Hollmann, des alten Konrektors Ferdinand Hollmann Einzigster, ihr Spielkamerad und Jugendfreund, aus der Kaiserstadt an der Spree, um seine Ferien in seinem Heimatstädtchen und beim alten Vater zu verbringen, wie in jedem Jahre. Es war dem alten, in bescheidenen Verhältnissen lebenden Witwer, dem Konrektor HHollmann, nicht leicht geworden, seinen Jungen weiterstudieren zu lassen, als die treue Lebensgefährtin ihm nach jahrelangem Schmerzenslager so plötzlich genommen wurde. Nur mit unsäglichen Opfern, unter größter Sparsamkeit hatte er es erreicht. Groß, hübsch und stark war sein Junge geworden, er hatte etwas Tüchtiges gelernt und es bis zum Gerichtsassessor gebracht. Um den alten Vater endlich zu entlasten, und weil sich an einem Gerichtshof in absehbarer Zeit keine feste Anstellung zeigte, hatte er eine gutbezahlte Stellung in einer„Gesellschaft für Markenschutz" angenommen, und Oberleutnant in einem flotten Husarenregiment war er auch. Das Herz ging dem Alten auf, wenn er an seinen Jungen dachte. Ein weiches Lächeln zog über Annemarie Frühlings blasses Gesicht; behutsam zog sie den Faden durch den weißen Spitzenstoff—— Sie wußte es ja, seit Jahren schon: das Herz dieses großen, lieben, so rechtschaffenen Jungen gehörte ihr, und mit allen Fasern ihres jungen Lebens hing sie an ihm, ihrem Erwin. Und wenn er morgen kam, wollte er sein ihr insgeheim gegebenes Wort einlösen, sie vom Amtsrichter Stillfried, der ihr Vormund war— denn Annemarie war seit ihrem fünfzehnten Jahre verwaist—, zur Gattin verlangen und sie dem Vater zuführen. Wie ihr das Herz schlug bei dem Gedanken! Es war nicht ganz taktfest, dies Herz: ein kleiner Klappenfehler;„aber man konnte mit ihm achtzig Jahre und älter werden, falls man sich vor jeder ernsten seelischen Aufregung hütete"— so meinte der Onkel Medizinalrat in Jena. Nun waren die breiten, seinen Spitzeneinsätze, die noch von der Mutter selig stammten, festgenäht. Annemarie erhob sich und trug das zarte Gewand ins Haus, um es in eine Pappschachtel zu legen. Da knisterte und schrillte der Kies im Vorgarten, und eine leise, übermütige Stimme rief: „Annemarie— mein Mädel! Wo steckst du?“ Patsch— flog der Karton mit der weißen Robe zur Erde, und die junge Lehrerin mußte sich mit beiden Händen am Bettpfosten festhalten. Ihr schwindelte— sie atmete schwer. Gleich darauf war der Jugendfreund bei ihr, nahm sie in seine Arme, herzte und küßte sie und bat:„Verzeih mir— ich hätte dich nicht erschrecken sollen, mein. Lieb——“ Schon aber hatte sie sich gefaßt und flog mit einem Jubelruf an seine Brust. Und dann saßen sie eng aneinandergeschmiegt in dem kleinen, jungfräulichen Zimmer mit den blütenweißen Mullgardinen und sprachen von ihrem Glück, von der nächsten, rosigen Zukunft.—— Und durch die niedere, noch immer geöfsnete Haustür sahen sie den buntfarbigen Regenbogen langsam im Schleier der Himmelsbläue verblassen. Drei ganze Tage des Glückes waren ihnen vergönnt. Papa Konrektor, dem die Liebe seines Einzigsten zu der lieblichen Annemarie Frühling kein Geheimnis geblieben, hatte mit Freude„ja“ gesagt, der amtsrichterliche Vormund gern seine Einwilligung gegeben, und die überselige Braut ließ im goldenen Sonnenlichte den kleinen, vierten Finger mit dem breiten Verlobungsringe glänzen. Nein— sie wollten keinen langen Brautstand, die beiden! Gleich nach den Ferien wollte er ein trautes Nestchen, nahe seiner Arbeitsstätte, seinem Lieb bereiten— bescheiden und zierlich, voll Poesie, wie es ihrem ganzen Wesen entsprach. Und im Spätherbst, da holte er sich seinen alten Herrn in die Großstadt— er ließ den geliebten Vater nicht mehr allein. Wenigstens den Winter mußte er in der Großstadt bei ihnen verbringen, wenn ihn auch der Frühling in seine grünen Berge und seinen selbstgepflegten Garten mit den Weinreben und den hunderterlei Sorten duftender Prachtrosen ziehen würde. Sie waren unbändig glücklich und einig in allem. Nach einem langen Spaziergang unter den schattigen Eichen und Buchen des Parkes kehrten sie heim zum Vater. Annemarie wollte sich auf die neuen Pflichten der Hausfrau vorbereiten und das Abendessen zurechtmachen. Verschiedene Kleinigkeiten kaufte sie dazu ein. Doch— was war es nur, das unruhig die Stadt durchschwirrte? Eine Aufregung— ein Hasten— ein Summen von Soldatenliedern— vielleicht hätten sie in ihrem Glücksgefühl und Einsamkeitsdrang nicht einmal recht hingehört—— Aber da kam Papa Konrektor von seinem Freunde, dem Apotheker Schlichting, er hatte ein Zeitungsblatt in der Hand, das er bereits in Eile gelesen. Da stand es klipp und klar: 4 8 TTT brachten wir unseren Kunden in unserem diesjährigen gewaltigen Saison-Ausverkauf,“ indem wir, trotz der allgemeinen großen Preissteigerungen in fast allen Artikeln, enorm große Warenmengen zu den von uns bekannt billigen Preisen auslegten. Ein Beweis, daß das Publikum die von uns gebofenen Vorteile klar erkennt, ist der kaum zu bewältigende Andrang am ersten Tage unseres Saison-Ausverkaufs. Unser Grundsatz ist, unserer werten Kundschaff die enormen Vorteile, welche wir uns durch frühere ganz besonders günstige Abschlüsse und Einkäufe gesichert hatten, voll und ganz zu Gute kommen zu lassen. 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Zuwiderhandlungen werden gemäß§ 9 des Gesetzes über den Belagerungszustand vom 4. Juni 1851 mit Gefängnis bis zu einem Jahr bestraft, falls die Gesetze keine höhere Freiheitsstrafe bestimmen. 204 Münster, den 28 Dezember 1914. Der kommandierende General: gez. Frhr. v. Gayl. ch 2 ete# L##enSrang Henzel, Otto Marx, Schwerte, Ostenstr. 208 un und mA Orig. franz. Vordeaux= Notwein garantier rein, pro Flasche aus d. Haus 1.10 Mk.,„im Auschank per Glas 20 Pfg. Franz. Cognac, Keines Weindestillat, pro 8l. 10.— und 8 Mk. empfiehll Carl Raffin, O- Pele hon 361“. Für Feldpost Gaben: Kaffee Tee Kakao Milch in Tuben Tabletten —— Gegen Durchfall— Eichelkakao Schokolade, Keks in Päckehen Zwangsverkauf. Am Millwoch, d. 13. Januar cr., vormitlags 10 Uhr. werde ich im Piandlokale Wirtschaft Müller hierselbst: 2 Kommoden, 3 Sophas, 2 Tische mit Decken, 1 Veriikow und eine Waschmaschine gegen bar versteigern. 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