(Da Sdeumm Seiue uicen danch auber Feiertags. Bezugsprets M. 1.80 oierteijährlich, bei der Post für Bestellgeld 42 Pfg. mehr. Wöchentl. Gratisbeilage:„Ihlustrierter Familienfreund" u. tägl. Unterhaltungsdiatt. Anzeigenpreis: Die siebengespaltene Petitzeiloder deren Raum 10 Plg., Anzeigen von auswärts 15 Pig., Reklamezeile 40 Pfg. Jeder Radatt gilt als Kassarabakt u. erlischt bei Konkursen, Zwangsvergleichen. gerichtl. Klagen u. Rabschtund esnacht.-Setinseteltostne Amtuches Kreisbial Westhofener Zeitung Langscheder Zeitung Schwerter Volksblau Verbunden mit: für den kreis börde Holzwickeder Zeitung Aplerbecker Zeitung Schwerter Volkszeitung Schwerter Tageblatt O Schwerter Anzeiger Grlies und älteltes Cagesorgan des Kreiles o General-Anzeiger für den Kreis Börde am Haupt-Annoncenblaft aus brig, und ichelpelzelichen Derorb. nungen für den Kreis Hörde erlangen gemaß Bekanntmachung dei Königlichen Regierung durch Verbifentlichung io dei„Schwerter Zeitung" rechtsverbindliche Kraft.— Die „Schwerter Zeitung“ gewährt idren Adonnen= ten fü: jeden mit Tod endenden Unsall ge300 Mk. Unfall. Druck u. Verlag o. Carl Braus. Schwerte=RudFernsp. 62. Telegr.=Adr. Braus Schwerte=Ruh#### Nr. 299. Dienstag, den 22. Dezember 1914. 46. Jahrgang Die englische Ententepolitik. Der deutsche Reichskanzler von Bethmann Hollweg hat in der Reichstagsrede vom 2. Dezember mit aller Schärfe hervorgehoben, daß letzten Endes der Weltkrieg schon vor zehn Jahren von Englande mit seiner im Kerne aggressiven Ententepolitik eingeleitet wurde. Diese Ententepolitik war eine neue Form zur Verwirklichung des alten englischen Grundsatzes, sich gegen die jeweils stärkste Macht des europäischen Kontinents zu wenden sund ihre freie Entwickelung niederzuhalten, damit die englische Seeherrschaft um so freier schalten und walten könne. Während früher England nicht aktiv an den Händeln des Festlandes teilzunehmen pflegte und möglichst die Rolle des interessierten Zuschauers spielte, fing es mit dem fortschreitenden Bau der deutschen Flotte an, zwar nicht Bündnisse, aber doch bestimmte Verpflichtungen einzugehen, die gegen Deutschland gerichtet waxen und für den Fall, daß schwere diplomarische Eikschüchterungen und Niederlagen nicht gelingen sollten, eine aktive Teilnahme Englands am Kriege vorbereiteten. Im Grunde war diese Ententepolitik ein unehrliches Geschäft, unehrlich namentlich gegenüber dem englischen Volke selber. Denn vor dem Parlamente leugneten die englischen Staatsmänner die geheim getroffenen militärischen Abreden ab und spiegelten dem Lande eine völlige Entschließungsfreiheit bei kriegerischen Verwicke. lungen vor, die in Wirklichkeit nicht mehr vorhanden war. Als Sir Edward Grey Anfangs August nicht mehr cus und ein wußte, half er sich vor dem getäuschten Parlament mit der Berufung auf die Ehre Englands, die verlange, die Ententegenossen Frankreich und Rußland nicht im Stiche zu lassen. Bis jetzt haben nur wenige kluge Laite in England erkannt oder wenigstens öffentlich erklärt, daß das englische Volk durch eine unfähige unehrliche Staatskunst in den Krieg getrieben wurde. Zu diesen Leuten gehört der Arbeiterführer J. Ramsey Macdonald. Dieser hat öffentlich erklärt: „Wir wissen aus praktischer Erfahrung, daß die schlimmste Art der Bündnisse die„Entente“ ist. Ein Bündnis ist etwas Bestimmtes. Jeder ist sich seiner Verantwortung beurßt. Eine„Entente“ aber täuscht das Volk. Als Mr. Asquith und Sir Edward Grey dem Unterhause immer wieder versicherten, daß wir durch unsere„Entente“ keine Verpflichtungen hätten, da sagten sie, was in Worten wahr, aber in der Tatsache unwahr war. Deswegen ziehen dumme und mnehrliche Staatsmänner die„Entente“ dem Bündnis vor. Es ermöglicht ihnen, feste Tatsachen durch einen Schleier sentimentaler Unbestimmtheit anzusehen. Hätten wir ein bestimmtes Bündnis mit Rußland und Frankreich gehabt, so wäre der Unterschied der, daß wir wie alle andern gewußt hätten, wie weit wir suns einzulassen hätten, und dann wäre vielleicht der Krieg abwendbar gewesen. Italien konnte sich freihalten, weil sein Bündnis nur gewisse Verpflichtungen verlangte. Wir dagegen waren hin. eingezogen, weil wir uns durch unsere„Entente“ verpflichtet hatten und uns infolgedessen einer undesinierbaren Verwirrung gegenüber befanden.“ Wenn die Grey und Asquith trotzdem noch am Ruder sind, so verdanken sie das gewiß nicht einem allgemeinen Vertrauen in ihre Einsicht, Ehrlichkeit und Tatkraft. Ihnen hölft der alte Erfahrungssatz, daß man beim Passieren einer gefährlichen Furt die Pferde nicht wechseln soll, ferner die treibende Kraft des Handelsneides und die Hoffnung auf die zermalmende Kraft der russischen Dampfwalze. Schwere Beriasie der wib. Großes Hauplquartier 21. Dezbr. vormittags. Französische Angriffe bei Nieuport wurden auch gestern abgewiesen. Zwischen Richebourg 1'Avoue und dem Kanal d'Arie a La Bassee griffen unsere Truppen die Stellungen der Engländer und Inder an. Die feindlichen Schützengräben wurden gestürmt, der Feind aus seinen Stellungen unter schneren Verlustea geworfen. Wir erbeuteten 1 Geschütz, 5 Maschinengewehre und 2 Minenwerfer und nahmen 270 Engländer und Inder, darunter 10 Offiziere, gefangen. Der bei Notre Dame de Loretto am 18. Dezember an den Gegner verlorene Schützengraben ist zurückerobert. In der Gegend Souain=Massiges(nordöstlich Chalons) griffen die Franzosen gestern heftig an und drangen an einer Stelle bis in unsere Vorgraben vor; ihre Angriffe brachen jedoch sämtlich in unserem Feuer zusammen. 4 Offiziere, 310 Mann ließen die Franzosen in unserer Hand. Eine große Zahl Gefallener liegt vor unserer Stellung. In den Argonnen nahmen wir eine wichtige Waldhöhe bei Le Four de Paris, eroberten 3 Maschinengewehre, 1 Revolverkanone und machten 275 Franzosen zu Gefangenen. Die mit großer Heftigkeit geführten Angriffe der Franzosen nordwestlich Verdun scheiterten gänzlich. Die große Regsamkeit der Franzosen vor unserer ganzen Front ist erklärlich durch solgenden bei einem gefallenen französischen Offizier gefundenen Heeresbefehl des Generals Joffre: Armeebefehl vom 17. Dezember 1914: Seit 3 Monaten sind die heftigen und ungezählten Angriffe nicht imstande gewesen, uns zu durchbrechen. Ueberall haben wir ihnen siegreich widerstanden. Der Augenblick ist gekommen, um die Schwäche auszunutzen, die sie uns bieten, nachdem wir uns verstärkt haben an Menschen und Material. Die Stunde der Angriffe hat geschlagen. Nachdem wir die deutschen Kräfte in Schach gehalten haben, handelt es sich darum, sie zu brechen und unser Land endgiltig von den Eindringlingen zu befreien. Soldaten! Mehr als jemals rechnet Frankreich auf euren Mut, eute Energie und euren Willen, um jeden Preis zu siegen. Ihr habt schon gesiegt an der Marne, an der Vser, in Lothringen und in den Vogesen. Ihr werdet zu siegen verstehen bis zum schließlichen Triumph. Joffre. In Ofl= und Westpreußen ist die Lage unverändert. In Polen Fortschreiten der Angriffe gegen die Stellungen, in denen der Feind Front gemacht hat. Oberste Heeresleitung. Proklamation des Khediven an die Aegypter. tu Frankfurt(Main), 21. Dez. Wie der„Frkft. Ztg.“ aus Konstantinopel gemeldet wird, hat der Khedive Abbas Hilmi, der rechtmäßige Landesherr Aegyptens, in einer Proklamation an seine Untertanen, die Aegypter und Sudanesen, die er als seine lieben Kinder anredet, verkündet: „Eine fremde Macht hält seit 30 Jahren euer teures und viel geliebtes Land besetzt. Die tungeduldig erwartete Stunde der Befreiung ist endlich angebrochen. Dank der Hilfe der göttlichen Vorsehung verkünden wir, Khedive von Aegypten und des Sudans, schon jetzt die Gewährung einer Verfassung, die alle politischen Rechte der Nation festlegt. Ferner die Aufhekung aller Gesetze, die die Freiheit einschränken, die Wiedereinführung der Garantien für die Unabhängigkeit des Rechtszustandes und die Amnestie für alle politischen Verbrechen und Vergehen". Der Aufruf schließt:„Die Gelegenheit ist günstig, nutzen wir sie aus, ihre Losung soll die Befreiung Aegyptens sein und die Achtung der Person und des Eigentums Fremder. Unser Feind ist nur die englische Besatzungsarmee und alle, die ihr Hilfe und Beistand leisten. Möge sich unser aller auf Recht und Gerechtigkeit gegründeter Wunsch verwirklichen.“ Zranzbsische Errittelung gegen England Die hartnäckig auftauchenden Gerüchte von der Mißstimmung zwischen Frankreich und England werden jetzt von neuem bestätigt durch einen sen. sationellen Artikel, der in der„Gazette de Lausanne“ veröffentlicht wird. Der Pariser Korrespondent dieses Blatt sagt, es sei lediglich möglich, in einem neutralen Blatte die Wahrheit zu sagen, denn die Pariser Presse sei geknebelt, aber allerorten verrate das französische Volk seine steigende Erbitterung gegen England. Englands Heer ent. spricht in keiner Weise der englischen Politik. Die bisher von England geleistete Hilfe ist nichtssagend. Englands Phlegma ist jetzt ganz unangebracht, wo Belgien zerschmettert am Boden liegt und wo ein großer Teil von Frankreich okkupiert ist. Falls das französische Volt die Geduld verliert, dann kann die Regierung nichts mehr machen, dann wird das Volk sie zwingen, einen Sonder. frieden mit Deutschland zu schließen. Aevolution in Kußrand. wtb. Paris, 21. Dezbr.„Humanité“ meldet aus Moskau: Das Kriegsgericht in Perm verurteilte 22 Arbeiter zum Tode, die während eines Streiks Unruhen verursachten, wobei Wohnhäuser eingeäschert und ein Ingenieur, ein Polizeibeamter und zehn Fabrikbeamte getötet wurden. 22 andere wurden zu Zwangsarbeit bis zu zehn Jahren verurteilt. Das„V. T.“ meldet aus Rom: Wie aus Bukarest gemeldet wird, wurden in Petersburg 39 Sozialistenführer verhaftet. Die Gärung im Reiche greift immer weiter um sich. Ein revolutionäres Komitee habe Millionen aufrührerischer Mani. feste im Volke und in der Armee verteilt. Keine japänische Hilse! Mailand, 22. Sept. Der„Corriere della Sera“ erklärt auf Grund von an bester auswärtiger Stelle eingezogenen Erkundigungen mitteilen zu können, daß man in Tokio zwar durch die Ein. ladung Frankreichs geschmeichelt sei, aber weder die Absicht noch den Wunsch hege, Truppen nach Europa zu senden. Joffre gegen die Japaner. Gens, 21. Dez. Im Pariser„Petit Journal“ beklagt der frühere Minister Pichon die in französischen leitenden Kreisen einer Militärkonvention mit Japan bereiteten Hindernisse. Pichons Klage richtet sich, wie aus dautlichen Anspiegelungen hervorgeht, gegen den Generalissimus Joffre, welchem die fremdländischen Heereselemente schon jetzt schwer zu schaffen machen. Von einer etwaigen japanischen Intervention befürchtet Joffre eine noch bedenklichere Einschränkung der französischen Führerschaft. Die Verteidigung Aegyptens Die englischen Behörden veröffentlichen einen Aufruf an die Bevölkerung mit der Aufforderung, sich nicht zu beunruhigen; etwaiges Kanonenfeuer längs des Kanals sei zum Zweck von Schießübungen angeordnet worden. Die Ausrufung des Prinzen Kemal zum Sultan sei vom Kommandanten Maxwell wegen der noch nicht beendeten Tuuppenverschiebungen noch um einige Tage verzögert worden. Die Hauptmacht der Engländer von 30 000 Mann sei in Kairo zusammengezogen worden, und zwar nicht aus Furcht vor Aufstandsversuchen der Bevölkerung, deren Fruchtlosigkeit die Engeborenen einsehen müßten, sondern weil Kairo den besten strategischen Mittelrunkt darstelle. Von hier könnten die Truppen mittels der Eisenbahn schleu= nnigst sowohl an die libysche Grenze als an den Suezkanal befördert werden. Auch die kleineren Orte Aegyptens erhielten Infanterie., Kavallerieund Artilleriebesatzungen. Die australischen Truppen bei Kairo hätten ihr Lager in der Wüste in der Nähe der Pyramiden aufgeschlagen, während die Offiziere und der Generalstab ein Hotel am Wüstenrand auf 2 Jahre requuiriert hätten. Die Immobilen des Khediven, bestehend aus mehreren zehntausend Hektar reichsten Kulturlandes und zahlreichen prachtvollen Palästen, wurden beschlagnahmt, und die Auszahlungen auf seine jährliche Zivilliste von 7 Millionen Franken eingestellt. (Das ist die Hauptsache dabei. Die Red.) Der Korrespondent der„Stampa“ bestätigt den erfolgten Durchstich des Dammes des Suezkanals bei El Tine und die dadurch verursachte Ueberschwemmung, durch die Port Said und die Kanaleinfahrt vor einer etwaigen Beschießung durch die Türken gesichert werden. —— Neutralitätsverletzung Amerikas? In einem öffentlichen Vortrage zu Neuyork wurde darauf hingewiesen, daß die Regierung der Vereinigten Staaten den Transport indischer Truppen mittels der Canada=Pacific=Bahn durch den amerikanischen Bundesstaat Maine über das Gebiet der Vereinigten Staaten geduldet habe. Sa ungehauerlich diese Behauptung auch klingt, ist sie doch nicht unwahrscheinlich.“ Es ist bekannt, daß in Halifax indische Truppen eingeschifft worden sind. Um dorthin zu gelanzen, mußten sie die CanadaPacific=Bahn benutzen und eine Strecke von 200 Kilometer durch das Gebiet der Vereinigten Staa. Verdringen der Deutschen im Argonnerwalde. tu Amsterdam, 22. Dezhr. Die französische Gesandtschaft im Haag teilt mit: In den Argonnen und bei St. Hubert ist es dem Feinde durch einen kräftigen Angriff gelungen, etwas über die Mags. ten zurücklegen. Diese Behauptung ist von ver= höhen vorzudringen. schiedenen amerikanischen Zeitungen übernommen und in Washington bis jetzt nicht widerlegt. Die nordamerikanische Regierung wird laut„Leipz. N. N.“ nicht umhin können, eine amtliche Erklär. ung darüber abzugeben. Der Neutralitätsbruch wäre, sollte sich die Meldung bewahrheiten, so schwer, daß ernste Verwickelungen daraus entstehen müßten. Der Krieg gegen Frankreich. Sinkende Manneszucht bei den Franzosen? Zürich, 21. Dez. Oberstleutnant von Müller schreibt in Schweizer Blättern u. a.: Es liegen verschiedene Anzeichen dafür vor, daß die wieder holten ergebnislosen Aggriffe eher entmutigend als anfeuernd auf die französischen Truppen wirken. Dafür spreche die verhältnismäßig große, sich ständig vermehrende Zahl von Leuten, die sich freiwillig gefangen nehmen lassen. Es sind nicht Ueberläufer im eigentlichen Sinne. Die Leute bleiben beim Rückzug einsach liegen und geben sich gefangen. Vom Maasabschnitt bei St. Mihiel wird übereinstimmend gemeldet, daß sich französische Reservisten zahlreich gefangen geben, nachdem ihnen bekannt ist, daß es nichts mit den von den Vorgesetzten sund der Presse vorgemalten Schreck. gespenstern ist, wonach die Deutschen angeblich alle Gefangenen erschießen. D ie unüberwindlichen Stellungen der Deutschen an der Küste. Amsterdam, 21. Dez. Aus Sluis wird der „Tijd“ gemeldet: Die Zahl der Soldaten, die die Küste von Ostende bis zur holländischen Grenze besetzen, wird auf 20000 geschätzt. Ueberall in den Dünen sind Batterien aufgestellt und dahinter liegen lange Reihen Laufgräben, die wieder durch Batterien, welche ungefähr einen Kilometer ent. fernt stehen, geschützt werden. Die Deutschen haben die Küste so kräftig verstärkt, weil sie nicht nur einem Bombardement begegnen, sondern eine möglicherweise versuchte Landung englischer Truppen verhindern wollen. Die Kämpfe am Vserkanal. Kopenhagen, 21. Dez. Berichten aus Pa. rig ist zu entnehmen, daß die allgemeine deutsche Offensive am Vserkanal wieder eingesetzt hat. Die deutsche Schlachtfront ist an verschiedenen Punkten in der Richtung gegen Nieuport vorwärts geschritten. Deutsche Erfolge am Vserkanal. Berlin, 22. Dezbr. Der Korrespondent der „Tijd“ in Sluis meldet: An der Vser setzten die Verbündeten ihren Aufmarsch fort. Unter den deutschen Truppen in Westflandern herrscht große Betriebsamkeit. Viele Flugzeuge der Verbündeten schweben deshalb den ganzen Tag von der Bser bis zur holländischen Grenze über den deutschen Stellungen und geben sogar des Nachts Signale. Am Samstag nahmen bei Thielt die Deutschen eine englische Patrouille gefangen. Der zähe deutsche Widerstand. Berlin, 22. Dez. Aus Westflandern wird nach dem„Berl. Lokalanz.“ nach Rotterdam gemeldet, daß die Deutschen in dem Walde von Houthulst zwischen Merckem und Staden dem Vorrücken der Verbündeten sich hartnäckig widersetzen. Englische Patrouillen konnten sich in Staden nur vorübergehend behaupten. Zeppelinfurcht in Paris. Köln, 21. Dez. Die„Köln. Ztg.“ meldet aus Kopenhagen:„Berlinske Tidende" erfährt aus Paris, die Musterung der Wehrpflichtigen des Jahrganges 1916 fange am 4. Januar an. Kriegsminister Millerand sei von seinem Besuch an der Front zurückgekehrt. Man befürchte in Paris nächtliche Zeppelinangriffe, weshalb in den letz. ten Nächten in bedeutender Stärke französische Flieger fortwährend über der Stadt hin und her geflogen wären. Die Verbündeten bereiten sich auf Rückschläge vor, Gens, 22. Dez. Die Verbündeten fühlen sich in ihren Stellungen bei Nieuport ebenso unsicher, wie bei Ypern. Damit erklärt sich, daß das Publitum auf die Möglichkeit des Zurückweichens der ranzosen und Engländer vorbereitet wird. Dies wird in dem amtlichen französischen Tagesbericht dadurch angedeutet, daß eine Verstärkung der Stellungen der Deutschen und ihrer gesamten Organiation gelungen ist. Die Militärpresse beschwört die Heeresleitung, sich durch die deutschen Fortschritte im Argonnerwalde nicht entmutigen zu lassen. Der Krieg gegen England. Wie man in England Rekruten wirbt. Die Engländer, entwiceln, französischen Zeitungsberichten zufolge, die wunderbarste Erfindungsgabe, um junge Leute zum Militärdienst zu bewegen. So kann man in der Grafschaft Kent die folgendermaßen abgefaßten Anschläge lesen: Im Frühling Exkursion nach Berlin, Hotelkosten und Keise srei. Cute Jagd und vorzügliches Schieß gelände. Sportsleute von 18 bis 33 Jahren können sich melden. Die Zahl der Teilnehmer wird auf eine Million beschränkt.— Kennzeichnend für den moralischen Stand des englischen Heeres ist die Stellung der Frauen der angeworbenen Soldaten unter Polizeiaufsicht, da zahlreiche Fälle von Trunkenheit dieser Frauen zu dieser Maßnahme gedrängt haben. Da sich unter den von der eng. lischen Werbetrommel verführten Soldaten auch gute der besseren Gesellschaftskreise befinden, z. B. wurden einige 30 Schüsse abgegeben, die die Deutschen nicht beantworteten. Das Spiel der Schein. werser war von hier aus deutlich sichtbar. Gestern gegen Mittag ist ein englisches Geschwader in Schlachtordnung bei Zeebrügge, aber außerhalb des Bereiches der deutschen Kanonen vorgefahren. Zur Seeschlacht bei den Falklandsinseln. wtb. Berlin, 22. Dezbr.(Nichtamtlich.) Aus Buenos-Aires eingetroffenen Meltiungen zufolge ollen nach zuverlässig erscheinenden Berichten der „Prensa“ folgende englische Schiffe an der Schlacht vom 6. Dezember teilgenommen haben:„Invicible",„Inflexible",„Canopus",„Carnarvon“, „Cornwall,„Nent",„Glagow“ und„Bristol“. Nach weiteren Berichten aus derselben Quelle soll eine größere Anzahl Offiziere und Mannschaften der„Eneisenau“ gerettet worden sein. Die letzten Kämpfe in Kamerun. wtb. London, 21. Dez. Das Pressebureau veröffentlicht einen Bericht über die letzten Kämpfe in Kamerun, in dem es heißt: Die Engländer rücken an der nördlichen Bahnlinie vor. Am 5. Dezember fand ein scharfes Gefecht bei Lun statt, eine Ortschaft, die 20 Meilen nördlich von Majuka liegt. Die Engländer verloren an Toten einen Leutnant und 3 Eingeborene. Am 10. Dezember war die ganze nördliche Bahnlinie im Besitz der Engländer. Die Eingeborenenstadt Ware ergab sich. 5 Lokomotiven und eine große Zahl von Eisenbahnwagen fielen den Engländern in die Hände. Am 9. Dezember wurde ein englischer Leutnant schwer verwundet. An der Ostbahn wurde bei Edea am 26. November eine französische Kundschafterabteilung angegriffen. Sie verlor 2 Offiziere und 29 Eingeborene tot, ein Unteroffizier erlag seinen Verletzungen, 15 Eingeborene wurden verwundet. An der nigerischen Grenze fand ein kleines Scharmützel statt, in dem ein englischer Offizier tödlich verwundet wurde. Es gelang den Dautschen nicht, über die Grenze vorzudringen. In Nordkamerun stießen englische Truppen auf eine deutsche Streifabteilung bei Geia, nördlich von Marna. Auf englischer Seite fielen 1 Leut. nant und 1 europäischer Kriegsfreiwilliger. jeder Buckelige, Lahme und sonstwie Verkrüppelte. Wer die Flinte und den Säbel nicht führen kann, soll den Spaten rühren; aber es soll auch nicht der Schwächste unter den kaum den Kinderschihen entwachsenen Schwächlingen des jüngsten Jahrganges zu Hause bleiben. Die vollständige Kopflosigkeit der russischen Heeresleitung, erhellt am besten aus dem amtlichen Bericht über die Lage, worin es heißt: Auf dem linken Weichselufer ist fast auf der ganzen Front an die Stelle der Angriffe, welche der Feind mehrere Tage hin. durch unternommen und die wir alle zurückgewiesen hatten, eine beinahe vollständige Ruhe eingetreten. Im Zusammenhang mit der Bewegung eines Teiles unserer Tnuppen in der Richtung auf dise Bzura und mit Rücksicht auf die immer noch andauernde Verstärkung der Isterreichisch=undarischen Karpathentruppen mußten wir bestimmte Armeen entsprechend umstellen. Es folgen dann noch einige Schwindeleien über die Lage in Galizien. Neugierig darf man fragen, wie lange denn die Rusen noch„Armeen umzustellen“ haben werden. Zwiespalt am Zarenhof? Wie„Giornale d' Italia“ hört, sind die leitenden Kreise in Petersburg sehr verstimmt über die mangelnde Offensive der Franzosen, auch würden Frankreichs Verhandlungen mit Japan über eine militärische Hilfe dieses Staates nicht gebilligt. Am Zarenhose sollen gewisse friedensfreundliche Tendenzen Platz greifen, denen besonders die Zarin sowie Graf Witte nahestehen, während der Großfürst Nikolaus den Krieg bis zum endgültigen Sieg über Deutschland fortführen will. Zeppelin über Warschau. London, 21. Dez.„Zentral News“ melden aus Warschau, die Stadt sei am 9. Dezember von einem Zeppelin bombardiert worden. 18 Bomben seien in die Stadt geworfen, 2 Häuser zerstört, 90 Personen getötet und 50 verwundet worden. Tags darauf seien von deutschen Fleugzeugen sechs Bomben auf Warschau geworfen worden. Das Gerücht, die Staatsbank solle aus Warschau verlegt werden, wird von der Bankdirektion in Peterslurg demenDer hein Der Krieg gegen Rußland. Bankbeamte, Gelehrte, Künstler und Kaufleute, so kann man sich denken, wie die Anordnung, wonach ihre Frauen und Töchter unter polizeiliche Aufsicht gestellt werden, von den im Felde stehenden Männern ausgenommen worden ist. Konsul Ahlers freigesprochen. Der Londoner Appellationsgerichtshof erklärte das Todesurteil gegen den früheren deutschen Konsul Ahlers für nichtig. Dieser war, wie erinnerlich, zur Verantwortung gezogen worden, weil er deutschen Reservisten Geld zur Heimfahrt gegeben hatte. Die Verurteilung erfolgte, obwohl der Konsul betonte, daß dies noch vor erfolgter Kriegserklärung geschehen sei. Der Appellations. gerichtshof scheint dieses Moment in Erwägung gezogen und dementsprechend seine Entscheidung getroffen zu haben. Nieuer Flottenangriff auf die belgische Küste. tu Amsterdam, 22. Dez. Das„Allgemeen Handelsblad“ meldet aus Sluys: Montagmorgen 2.40 Minuten wurden Zeebrügge und Heyst von englischen Schiffen aufs neue beschossen. Im ganzen Das Vorrücken der Verbündeten in Russisch=Polen. Berlin, 21. Dez. Der Kriegsberichterstatter des „Berl. Tagebl.“ im k. und k. Kriegspressequartier, Leonhard Adelt, meldet: Das Vorrücken der verbündeten Armeen in Russisch=Polen vollzieht sich bewundernswert exakt. Die österreichischen Ar. meen legten bis 50 Kilometer an einem Tage zu. rück, angesichts der russischen Wege=Verhältnisse eine stcunenswerte Leistung. Die Lage in den Karpathen. wtb. Wien, 22. Dezbr. In den Karpathen machten unsere Angriffe im oberen Flußgebiet der Latorcza gute Fortschritte. Nordöstlich des Lupkower Passes an der Front nördlich Krosno=Tucho wird heftig weiter gekämpft. Die Lage in Südpolen hat sich nicht geändert. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes: von Höfer, Feldmarschallleutnant. Reservistenmangel in Rußland. Trotz seines gewaltigen Materials an ausgebildeten Leuten stehen Rußland infolge seiner ungehauren Verluste keine Reserven mehr zur Verfügung, so daß es sich Petersburger Meldungen zufolge genötigt sieht, demnächst das Rekrutenjahr 1915 einzuberufen. Wenn das in Rußland geschieht, so darf man sich nicht wundern, daß von dem jetzt in Frankreich zur Ausheluung gelangenden jüng. sten Jahrgang, mit Ausnahme der auf beiden Augen Erblindeten, jeder Mann genommen wird, tiert. Großfürst Nikolajewitsch an die Intendanturbeamten. Köln, 22. Dez. Die„Köln. Ztg.“ meldet aus Stockholm: Aus Rußland schreibt ein Mitarbeiter der„Schwedischen Zeitung": Bei Anfang des Krieges ließ Großfürst Nikolajewitsch die ersten Beamten der Intendantur zu sich rufen. Sie fanden sich zur bestimmten Stunde in vollkommenem Paradeanzug, reich mit Orden geschmückt, bei ihm ein, sehr geschmeichelt über die hohe Ehre, die ihnen widerfahren war. In einem Halbkreis standen sie eine gute Stunde mit versagenden Beinen wartend da. Vom Scheitel bis zur Sohle musterte er mit vurchbringenven Blicken ven einen nuch dem andern. Die Situation wurde unausstehlich drückend. Schließlich hörte man folgende Worte des Großfürsten hart und scharf durch den Saal: „Wer stiehlt, wird gehängt.“ Wer Brofgetreide versüttert, versündigt sich am Vaterlande und macht sich strafbar. Geheimnis von Thar. Roman von F. Kuntschner. „Sie waren jaso glücklich und ich wollte durch meinen Jammer keinen Schatten auf Ihren sonnigen Weg werfen. Dann kannte ich auch das Leben so wenig, hatte keine Ahnung, wie hart und tapfer man um sein Stückchen Brot ringen muß. Ich war immer ein schwaches Weib, feige dem Unglück gegenüber, und nach dem Tode meines armen, guten Josefs kam noch etwas Schreckliches: ich hatte meinen Glauben an einen gütigen und barniherzigen Gott verloren, konnte nicht mehr, wie andere Unglückliche, meinen Trost und Halt im froumten, gläubigen Aufblick zum Himmel finden.“ Sie hielt inne und legte einen Moment die Hand über die feucht gewordenen Augen. Vielleicht auch,“ sprach sie dann mit ihrer müde klingenden Stimme weiter,„sandte mir dieser Gott, an den ich nicht mehr glauben konnte, all meinen Jammer, mein Elend als gerechte Strafe für meine einstige Unzufriedenheit mit einem Lose, uin das mich taufend andere Frauen beneidet hätten!“ Weiter erzählte Hedwig, wie sie ihr kleines Büblein nicht ein einziges Mal hatte sehen und Herz drücken, noch ihm den ersten Mutterkuß geben können, da sie, wohl größtenteils infolge all ihrer ungeheuren seelischen Erregungen, in eine schwere Krankheit verfallen war und ihr Leben nur der aufmerksamen, ja liebevollen Pflege der Frau Meinert verdanken hatte. Dann kam sie auf Mrs. Freeman zu sprechen, mit der sie schweren Herzent Wiet verlassen und dann tausendmal bitter bereut hatte, sich so schnell zu dem Engagement entschlose sen zu haben. Ist es Ihnen also in Rio de Joneiro nicht gut ergangen, liebe Freundin?" fragte Frau Ilona. „Elend, elend— obwohl mir nichts fehlte, was Be ein reiches Haus seinen Untergebenen bieten kann; aber— o. ich schäme mich, es zu sagen— es dauerte nicht lange und Mr. Freeman— Sie werden mich ja verstehen! Nun denn, Mrs. Freeman glaubte sich durch mich betrogen und machte mir eine schreckliche Szeue, an deren Schluß sie mir kündigte. Als Mr. Freeman für mich eintreten wollte, verschlimmerte er die Situation nur noch mehr, denn seine Gemahlin, toll vor Eifersucht— sie war, beiläufig gesagt, um gut zehn Jahre älter als er und überdies unschön— wollte nichts mehr von mir wissen und so verließ ich denn, nach kaum einjährigem Aufenthalt, ihr Haus, mit dem Bewußtsein, daß, wenn sich nicht bald neues fand, meine Ersparnisse bald aufgezehrt sein würden.“ Nach einer Pause schilderte Hedwig, wie sie, nachdem sie lange nichts Passendes gefunden, endlich als eine Art Bonne bei wilden Kindern, deren Mutter unvernünftig in ihre Knaben verliebt war und ihnen alles angehen ließ, untergekommen und trotz allem beinahe drei Jahre dort geblieben, dann jedoch, infolge eines unglücklichen Sturzes über eine Treppe erkrankt, einfach an die Luft gesetzt worden war. In dem von Klosterschwestern geleiteten Krankenhaus, wo sie Pflege gefunden, ging es ihr in den vier Jahren ihres Aufenthaltes in Rio de Janeiro wohl am besten. Als sie dann, nachdem sie ihre Gesundheit wiedererlangt, ihre Barschaft überzählte, fand sie, daß diese hinreichte, um nach Oesterreich — in ihre geliebte Heimat— zurückkehren zu kön„Und warum wandten Sie sich nicht an uns, FrauHedwig? Wie gerne hätten wir Sie aufgenommen!“ meinte Herr Gregor warmen Tones. „O, Sie sind beide so gütig, ich danke Ihnen, aber ich wagte es nicht. Dazu war ich seelisch so verstört, so verzagt von all dem Leid, das über mich gekommen, meine Gesundheit überdies eine so schwankende geworden, daß mir der Tod als Erlöser von allem Erdenleid nur willkommen gewesen wäre.“ „Wie viel müssen Sie gelitten haben, Frau?“ „O, unendlich viel— und so allein, so ganz allein unter Millionen von Menschen! Doch bitte, mich zu Ende zu hören!" In Oesterreich angekommen, fand ich balb eine Stellung bei einer alten Dame, wo ich es endlich einmal gut getroffen hatte und auch Albert Durand, meinen zweiten Gatten, einen schon älteren Herrn in Amt und Würden, kennen, achten und schätzen lerute. Obwohl ich ihn nicht so liebte wie einst meinen armen Josef, so wurde die Ehe doch eine unendlich harmonische, ja glückliche, bis der Tod sie— und dies auf eine schreckliche Art— löste. „Was ist denn geschehen?“ fragte Frau Ilona, die jetzt schmerzlich Weinende sanft umschlingend. „Mein Gatte manipulierte in meiner und der damals neunjährigen Albertine Gegenwart mit seinen Gewehren. Ich wollte mich eben mit dem Kind aus dem Gemach entfernen, als plötzlich hinter uns beiden eine Detonation erfolgte, die mich erschrocken umschauen ließ. Ein grauenhafter Anblick bot sich mir dar: mit durchschossener Brust, mit dem Tode ringend, sah ich meinen Gatten auf dem Teppich liegen und hatte nur noch so viel Besinnung und Kraft, die wie erstarrt dastehende Kleine aus dem Zimmer zu führen und um Hilfe zu schreien, dann wurde es Nacht vormeinen Augen. „Entsetzlich!“ stammelte Frau Ilona erbleichend, „Mich hat es dann oft gewundert, daß ich auch diesen neuen furchtbaren Schlag, ohne zu sterben oder doch aufs neuekrank zu werden, ertragenkonnte. Vielleicht war es die Mutterliebe, was mich stark machte. Es ist unmöglich, in Worte zu fassen, was ich in jenen Trauertagen gelitten; aber angesichts meines arnen Kindes, dessen einzige Stützerch nun geworden, mußle ich mich energisch aufraffen. Ein großer Trost für mich wurde die Anwesenheit des einzigen Bruders meines unglücklichen Gatten, Engen Durands, der viel auf Reisen und nur selten zu uns gekommen war. Er war es auch, der alles nach einem Todesfall Notwendige regelte und mir auch den Vorschlag machte, mit meinem kleinen Mädchen in sein Haus nach Wien zu kommen. Ich jedoch sehnte mich nur nach ländlicher Stille— wir lebten ja seit Jahren in einer Provinzialstadt — und so mietete ich jene kleine Villa in G—stein an der Südbahn. Seit Wochen jedoch sind wir bei meinem Schwager, der, alt und leidend, unsere Nähe gewünscht hatte. Jetzt fühlt er sich, Gott sei Dank, wieder besser. „Also werden Sie Wien dann wieder verlassen! Wie schade! Ich hätte mich ehrlich gefreut, Sie oft bei uns zu sehen. „Wirklich, Frau Ilona? Nun, Eugen wünscht, daß wir für jetzt noch und auch über den Winter bei ihm bleiben und ich bleibe jetzt auch gerue. Er steht allein im Leben und ist es müde, stets nur von bezahlten Leuten gepflegt zu werden. Nun wissen Sie, meine teuren Freunde, ich darf Sie ja wohl so nennen, meine ganze tranrige Lebensgeschichte. Gott, zu dem ich durch mein Kind läugst den Weg zurückgefunden, hat mir harte und schwere Prüfungen auferlegt, aber mir auch in meiner Albertine ein letztes, reiches Glück geschenkt. Armes Kind, auch auf ihr junges Leben fiel schon ein dunkler Schatten— der schreckliche Tod ihres Vaters, dessen Augenzeuge sie gewesen, hat sie früh ernst und sinnend gemacht. „Die Zeit wird auch an Albertine ihre Heilkraft bewähren. „Es gibt Dinge, die man nie vergessen kann, liebe Freundin. „Das ist wahr. Aber nun können Sie doch nach all den Stürmen, frei von Sorgen, einem ruhigen Alter entgegengehen. 217 16 Die Erfolge der 2 Konstantinopel, 22. Generalstabes über die lauten nach wie vor gü Flotte bisher noch nicht türkischen Transportschif Meer nach einer türkisa unweit Batum täglich obwohl sie nur von ein türkischer Krauzer beglei sische Kavallocieregiment auftauchten, sind in ein fast völlig aufgerieben zu Gefangenen gemach Pascha hat selbst die übernommen. Ihm zur Bronsart v. Schellendor im Kaukasus verfüge Kampfmittel: Panzei chwere Mörserbatterien auch haben sie in Anbet falles große Mengen sandt bekommen. Die kei lebenden Angehörig nur sehr wenig beschrän Numäniens Festigkeit. Rom, 21. Dez. Italienische Blätter wissen aus bester Quelle zu berichten, daß Rumänien eine neuerliche Aufforderung des griechischen Ministerpräsidenten Venizelos zur Bildung eines Valkan. blocks, in dem Rumänien eine starke Rückendeckung gegen Bulgarien bieten sollte, auf das bestimm. teste abgelehnt habe. Aus Stadt Winte: Am 22. Dezember, der Kriegswinter nach fang. Das Weihnachts Fuße, eine kurze Frist Jahre. Unsere Soldate Osten mit den Vorbote bereits Bekanntschaft ge ihm abgefunden. Prai uns zu, im Winter ern bündeter. Diese Hoff Wochen schon unser Fe eine trügerische genani durch die surchtbare N den eigenen glänzend beutsche Volk hat gezu zeit bezeugt, auch seine Tagen. Mit dem Winters kanntlich den größten ginnt jetzt den Aufstie ührt. Das sind gerau mal das Schellenkling das sonst die Ohrene vo unsere Kanonen spr Lanzmusik entbehren, en Himmelsgestirn b# Sieges, die seit dem Niedergang gehabt ho ichen deutschen KKrieg eit ist des Helden Le as Tannenscheit.“ H aß sie jedem Feind WPeihnachten keine A werdeng sie auch für Pflicht stehen. Im wir sind durch den Hi Emz Verkaufe v ff. Gehackte Portion Goeck 11 PE. Bekanntmack Brot vom 2 Buchhan SCHWERTE Tape von 10 P Gold-Ta von 20 P inden schönsten Mustern. Man verlange Musterbuch Nr. Gebrüder Lüneb Mitt Direktor: F Höheres t f. Elektro- u. Sonderabteilu Technikeru. — u. Masch I# Lehrrabr # Ilteste — Der heilige Krieg. Die Erfolge der Türken im Kaukasus. Konstantinopel, 22. Dez. Die Nachricht des Generalstabes über die Operationen im Kaukasus lauten nach wie vor günstig. Es ist der russischen Flotte bisher noch nicht gelungen, die zahlreichen türkischen Transportschiffe, die über das Schwarze Meer nach einer türkischen verschanzten Stellung unweit Batum täglich abgehen, zu beunruhigen, obwohl sie nur von einer kleinen Anzahl leichter türkischer Krauzer begleitet werden. Mehrere russische Kavallscieregimenter, die östlich des Wansees auftauchten, sind in einen Hinterhalt gelockt und fast völlig aufgerieben worden. Der Rest wurde zu Gefangenen gemacht. Kriegsminister Enver Pascha hat selbst die Operationen im Kaukasus übernommen. Ihm zur Seite steht Generalmajor Bronsart v. Schellendorf. Die türkischen Truppen im Kaukalus verfügen über alle modernsten Kampfmittel: Panzerzüge, Panzerautomobile, chwere Mörserbatterien und Flugzeuggeschwader; auch haben sie in Anbetracht des reichlichen Schneefalles große Mengen Schlittenmaterial nachgesandt bekommen. Die Freiheiten der in der Tür. #ikei lebenden Angehörigen seindlicher Staaten sind nur sehr wenig beschränkt worden. Aus Stadt und Umgebung. Winters Anfang. Am 22. Dezember, nachmittags 6 Uhr, nimmt der Kriegswinter nach dem Kalender seinen Anfang. Das Weihnachtsfest folgt ihm auf dem Fuße, eine kurze Frist trennt uns noch vom neuen Jahre. Unsere Soldaten haben im Westen wie im Osten mit den Vorboten des unwirtlichen Gesellen bereits Bekanntschaft gemacht und sich siegreich mit ihm abgefunden. Prahlerisch riefen die Russen uns zu, im Winter erwachse ihnen ein neuer Verbündeter. Diese Hoffnung hat vor mehreren Wochen schon unser Feldmarschall von Hindenburg eine trügerische genannt, und er hat sein Wort durch die surchtbare Niederlage der Russen, durch den eigenen glänzenden Sieg bekräftigt. Das beutsche Volk hat gejubelt und seine Entschlossenheit bezeugt, auch seinerseits auszuharren in allen Tagen. Mit dem Winters Anfang hat die Sonne bekanntlich den größten Tiefstand erreicht und beginnt jetzt den Aufstieg, der uns zum Frühling ührt. Das sing geraume Wochen, in denen dies. mal das Schellenklingen des Krinzen Karneval, das sonst die Ohren ergötzte, fehlen. wird. Aber vo unsere Kanonen sprechen, können wir die leichte Lanzmusik entbehren, und mit dem emporsteigenden Himmelsgestirn begleitet uns die Sonne des Sieges, die seit dem Kriegsausbruch nie einen Niedergang gehabt hat. In einem mittelalterichen deutschen„Kriegsspruch heißt es:„Winterseit ist des Helden Leid, sein bester Fraund wird daas Tannenscheit.“ Heute zeigen unsere Soldaten, aß sie jedem Feind gewachsen sind, und da zu WPeihnachten keine Waffearuhe eintreten wird, werden, sie auch für diese Tage im Dienst der Pflicht stehen. Im Sommer begann der Krieg, wir sind durch den Herbst zum Winter gekommen. Das scheint uns eine lange Zeit, und sie ist doch so kurz bei dem Glanz mnserer Siege. 1871 kämpften wir im Schnee, der Winter brachte den allgemeinen Waffenstillstand, bis der Friede zu Frankfurt am Main am 10. Mai den Krieg beendete. Heute besteht nur die Ueberzeugung:„Wir halten aus bis zum vollen Siege.“ **(Allgemeiner Bußtag.) Eine Sonderausgabe des„Kirchlichen Anzeigers“ der Erzdiözese Köln veröffentlicht ein Hirtenschreiben des Erzbischofs an die Bischöfe des Deutschen Reiches, wonach am 10. Jan. ein allgem. kath. Bußtag stattfinden soll. Die Feldgeistlichen wurden durch den Armeebischof von der Feier benachrichtigt und aufgefordert, die Mannschaften soweit wie möglich zur Mitfeier anzuhalten. **(Beförderung.) Der Postbeamte H. Thiem vom Holzenerweg, der als Unterofsizier auf dem östlichen Kriegsschauplatz kämpft, und der erst vor einiger Zeit mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet worden war, ist jetzt zum Feldwebel befördert worden. Wir gratulieren bestens! **(Die Hinterbliebenen von verschollenen Kriegsteilnehmern) können ebenso wie die von gefallenen oder an sonstiger Dienstbeschädigung gestorbenen Kriegsteilnehmern sowohl Versorgungsge. bührnisse, wie Kriegselterngeld erhalten, sofern ihnen die allgemeine Versorgung zustehen würde. Wesentlich ist hierbei, daß die Bezüge schon vor der Todeserklärung gewährt werden können, wenn das Ableben des Verschollenen mit hoher Wahrscheinlichkeit anzunehmen ist. Die Todeserklärung verschollener Kriegsteilnehmer erfolgt auf Antrag der Interessenten drei Jahre nach Fiedensschluß, oder wenn ein Frieden nicht geschlossen ist, drei Jahre nach dem Schluß des Jahres, in welchem der Krieg beendigt worden ist. Die Zahlung der Bezüge geschieht rur auf Antrag. Der Antrag auf Bewilligung der Versorgungsgebührnisse und des Kriegselterngeldes ist an die Ortspolizeibehörde zu richten. **(Gold gab ich für Eisen.) Allen denjenigen, welche Ringe und sonstige Schmucksachen auf dem Altare des Vaterlandes geopfert haben, zur Nachricht, daß die eisernen Ringe erst nach den Weihachtstagen zur Verteilung gebracht werden können. Die Ringe werden jedem persönlich durch Boten zugestellt. **(Die Schule im Dienste der Verwundeten. Fürsorge.) Mit großem Fleiße haben unsere Kinder in diesen Tagen wieder in ihrer Weise für die lieben Soldaten gesorgt, galt es doch in besonderem Maße Scharpie zu beschaffen. Da mußte Mutter unbedingt. Leinen zusammensuchen und nun wurde jede Stunde benutzt, um möglichst viel Scharpie zu erhalten. Noch jetzt hört man oft alte Freuen erzählen, wie sie auch 1870 in der Schule Scharpie hätten zupfen müssen. Auch unsere Juwird sich später mit Stolz und Freude erinnern, wie sie in dieser großen Zeit beim Gesange deutscher Vaterlandslieder mit dazu beigetragen hat, für die verwundeten tapferen Soldaten zu sorgen. arbeitenden Damen zum besten für unsere Krieger, erfreute sich eine guten Besuches. Der Saal war bis auf den letzten Platz gefüllt. Mit einer Ansprache des Herra Pastor Wischnath nahm die Feier ihren Anfang. Aus dem reichhaltigen Programm seien nur einige Punkte erwähnt. Die Aufführungen„Das rote Krauz“ und„Das Heldenmädchen von Lemberg“, sanden allgemeinen Beifall. Nach dem gemeinschaftlichen Lied„Stille Nacht, heilige Nacht“ nahm die Feier gegen 9 Uhr ihr Ende. Der„klingende“ Erfolg derselben war ein überaus guter, stellte sich doch der Ueberschuz aus über 300 Mk. ** Westhosen, 21. Dez.(Erloschen.) Die Maul= und Klauenseuche, welche unter dem Rind. viehbestande des Landwirts Fritz Kersebohm an der Hochstraße ausgebrochen war, ist erloschen. * Mörs, 21. Dezbr.(Mordversuch eines Vierzehnjährigen.) In Abwesenheit seines Dienstherrn, des Landwirts Schneider im benachbarten Asterlagen, versuchte der 14 Jahre alte Pferdejunge Theodor Hamann die 44 Jahre alte Ehefrau des Landwirts zu ermorden. Er lockte die Frau unter dem Vorwande, ihm bei der Einstallung behilflich zi sein, auf den dunklen Hof und überfiel sie hinter dem Stallgebäude. Mit einem feststehenden Messer brachte er ihr 14 Stiche bei, von denen einige so gefährlich waren, daß die Frau kaum mit dem Leben davonkommen dürfte. Schließlich gelang es der Unglücklichen, sich zu befreien. Der freche Bursche holte nach der Tat Nachbarn herbei und bezichtigte eine fremde Person des Ueberfalles. Dabei verwickelte er sich jedoch in Widersprüche, so daß die Polizei ihn festnahm. Er gab schließlich die Tat zu, erklärte aber, keine Ursache zu dem Mord zu haben. Hamann hatte morgens seinen Dienstherrn gefragt, ob er lange c##swärts zu tun habe und ob er noch vor Abend zu86c Wetterbericht der deutschen Seewarte. 23.—Nebel, feuchtkalt, rauh, bedeckt. 24.—Wenig verändert, Niederschläge. 25.—Trübe, Niederschläge, windig, Frost. 26.—Feucht, trübe, lebhafte Winde, kalt. ** Sommerberg, 22. Dezbr.(Die Weihnachtsfeier) im Saale des Herrn Eisenberg, veranstaltet von den in der Schule zu Sommerberg Verantwortlich für die Redaktion Friedr. Kraas, Druck u. Verlag von Carl Braus, beide in Schwerte Bekanntmachung betreffend Regelung des Absatzes von Erzeugnissen der Kartoffeltrocknerei. Vom 5. November 1914. Der Bundesrat hat auf Grund des§ 3 des Gesetzes über die Ermächtigung des Bundesrats zu wirtschaftlichen Maßnahmen usw. vom 4. August 1914(Reichs=Gesetzblatt S. 327) folgende Verord. nung erlassen: § 1. Wer Erzeugnisse der landwirtschaftlichen oder gewerblichen Kartoffeltrocknerei herstellt oder durch andere herstellen, läßt(Trockner), darf die Erzaugnisse bis zum 30. September 1915 nur durch die Trockenkartoffel=Verwertungs=Gesellschaft mit beschränkter Haftung zu Berlin absetzen. Jeder Trockner ist berechtigt, der Trockenkartoffel=Verwertungs=Gesellschaft m. b. H. unter den Bedingungen des Gesellschaftsvertrages beizutreten. S 2. Hinsichtlich der Verwertung der zur Verfügung gestellten Erzagnisse durch die Gesellschaft unterliegt der Trockner, der von dem Rechte, Gesellschafter zu werden, keinen Gobrauch gemacht hat, denselben Bedingungen wie die Gesellschafter, mit der Maßgabe, daß über Rechtsstreitigkeiten zwischen ihm und der Gesellschaft die ordentlichen Gerichte entscheiden. § 3. Erzeugnisse der Kartoffeltrocknerei im Sinne dieser Verordnung sind: a) Kartoffel=Trockenschnitzel und=Krümel, b) Kartoffel=Flocken, c) Kartoffel-Walzmehl. Streitigkeiten darüber, ob ein Erzeugnis der Kartoffeltrocknerei zu den unter a bis c ausgeführten Gegenständen gehört, entscheidet der Reichshander. § 4. Die Trockenkartosfel=Verwertungs=Gesellschaft untersteht der Aufsicht des Reichskanzlers. Sie darf den Betrieb nur mit Erlaubnis des Reichakanzlers beginnen; der Reichkanzler kann die Erlaubnis von der Erfüllung bestimmter im Gesellschaftsvertrage, festzulegender Voraussetzungen abhängig achen. § 5. Wer der Vorschrift des§ 1 zuwider Erzeugnisse der Kartoffeltrocknerei in andere Weise als durch die Trockenkartoffel=Verwertungs=Gesellschaft m. h. H. absetzt, wird mit Geldstrafe bis zu dreitausend Mark bestraft. § 6. Fabrikanten von Kartoffelstärke sind auf Verlangen des Reichskanzlers verpflichtet, einen von ihm zu bestimmenden Anteil ihrer Erzeugnisse zum Zwecke der Brotbereitung durch die Trockenkartoffel=Verwertungs=Gesellschaft abzusetzen; die Bedingungen werden vom Reichskanzler festgesetzt. § 7. Diese Verordnung tritt mit dem Tage der Verkündigung in Kraft. Berlin, den 5. November 1914. Der Stellvertreter des Reichskanzlers: Delbrück. Berlin W. 9, den 27. Oktober 1914. Im Einvernehmen mit dem Herrn Reichskanzler heben wir das Verbot der Einfuhr von Schweinemagen, die in gepökeltem Zustande als Därme zur Untersuchung gestellt werden(Nr. 4 des Runderlasses vom 24. Juni. 1909, L. M. Bl. S. 254), für die Dauer der durch die Bekanntmachung vom 4. August d. J.(R. G. Bl. S. 350) zugelassenen Einfuhrerleichterungen für Fleisch hierdurch auf, Schweinemagen dürfen demnach bis auf weiteres, vorbehaltlich etwaiger Beanstandungen bei der bestimmungsmäßigen Untersuchung, wieder zur Einfuhr zugelassen werden. Der Minister für Landwirtschaft, Domänen und Forsten. Im Auftrage: Dr. Schroeter. Der Finanzminister. Im Auftrage: Wolffram. Der Minister des Innern. In Vertretung; Dr. Drews. Empfehle für die Feiertage von fetten jungen Verkaufe vor wie nach zu billigen Preisen. ff. Gehacktes, Schinkenwurst, Rauchfleisch, Portion in und außer dem Hause. Goeckes Roßschlachterei nur Mährstraße 5 nur. 7864 Pur Backer! Bekanntmachung über den Verkehr mit Brot vom 28. Oktober 1914 auf starkem Karton vorrätig in der Buchhandlung CARL /BRAUS SCHWERTE(RUHR), Gr. Marktstrasse 3—5 Aufruf! Fapeten. Naturell-Tapeten von 10 Pf. an Gold-Tapeten von 20 Pf. an inden schönsten u. neuesten Mustern. Man verlange kostenfrei Musterbuch Nr. 276. Gebrüder Ziegler, Lüneburg. Freundliche 7858 Mit Rücksicht auf den herannahenden Winter sind für unsere Truppen im Felde wärmende Kleidungsstücke (Wollsachen: notwendig. Wenn auch bereits viel geschehen ist, so sind doch noch weitere Mittel erforderlich. Zu diesem Zwecke soll nunmehr eine Sammlung von Kleidungsstücken auch(gebrauchten) von Wollstoffen(ge brauchten Strümpfen, gestrickten Sachen) und von sonstigen Wollsachen erfolgen, um sie zu Kunstwolle verarbeiten zu lassen. Der Erlös soll dem Roten Kreuz zufließen. Eine Sammelstelle ist in dem Feuer wehrgerätehaus an der Kuhstraße eingerichtet. Die Schulwärterinn Frau Eisleben in der Bismarckschule wird solche Wollsachen entgegennehmen. Unsere Daitbürger bitten wir im Interesse der guten Sache alles herauszuholen, was unbenutzt und entbehrlich in Kisten, in Schränken, in Ecken und auf Böden lagert und baldigst an die obengenannte Sammelstelle abzuliefern. 7806 Schwerke, den 15. Dezember 1914. Namens des Ausschusses des Zweigvereins vom Roten Kreuz: Rohrmann, Bürgermeister. Heute Dienstag von 4 Uhr nachmittags on verkaufe das Fleisch von 2 Schweinen das Pfund zu 80 Pfg. Steinweg Holzen, Köttershof. 7859 Der Jacho. echnikum Mittweid Direktor: Professor Holst. Höheres techn. Institut f. Elektro- u. Maschinentechnik. Sonderabteilungen f. Ingenieure, Techniker u. Werkmeister. Elektr. u. Masch.-Laboratorien. Lehrfabrik- Werkstätten. Alteste u. besuchteste Austelt. Programmete. engäckest. 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Besser ist Dr. Oetker's Gustio.)I 93 Ohne Preiserhöhung in allen Geschäften zu haben. Billig. Preis 15, 30, 60 Pfg. Nahrhaft. Wohlschmeckend. mit Zigarren, Iigaretten und Tabahen in großer Auswahl und jeder Preislage s=Präsenlk zu Mk. 1 50, 1.75, 2.00, 2.50, 3.00 u. höher empfiehlt Fritz Schöttler jr. gegenüber dem Postaml.:::2::::::: Die auf den wegen Geschänsaulgabe Total-Ausverkauf meines reichhaltigen Lagers besserer u. billigerer Uhren, Juwelen, Gold-, Silber- u. Alfenidewaren mit 20 bis 50 Prosent Rabatt. Aeltere Gegenstände gebe ich zu jedem annehmbaren Preise ab. Wieur. Seube Uhrmacher und Juwelier Geschäftsgründung 1882. Fernruf 1304. Kuckelke 36, Burgwall-Ecke. 7785 Daselbst Ladenlokal zu vermieten. Von heute bis Weihnachten geben wir auf unsere hochfeine Margarine und unsern hochfeinen gemahlenen Kaffee-Ersatz Ferner empfehlen wir Nüsse, Spekulatius, Kakes, Pfeffe nüsse, Chokolade sowie alle anderen Artikel. A- Peisfers Spezialgeschäft 7803 G. m. b. H. M. 6. v. Sängerbund, Schwerte Dirigent Musikdirektor Haselhoff. Am 2. Weihnachtstage nachmittags 4 Uhr Im„Freischütz“ Wenltang deits-Konbert für den Kriegsliebesdienst. Mitwirkende: Frl. Elfriede Ansorge(Sopran) Frl. Ella Winkelströter(Alt) Frl. Marta Hellwig(Flügel) Eintritt im Vorverkauf 50 Pfg., an der Kasse 60 Pig. Vorverkaufskarten sind zu haben bei den Herren: Ludwig Strack. Heinr. Winkelmann, Emil Reinert; im Vereinslokal, sowie bei den Mitgliedern Flügel aus Pianoforte-Magazin Schulze zur Wiesch& Co. Dortmund. 7862 Exemplare Schwerter Zeitung 1 Schwerte. Quittung. 80 Bestellg Obige. bezahlt Mark..r.. Pig. sind heute richtig ssssesss Dell essssesssen 191 Pland-Versteigerungen nicht verkauften Sachen, wie Anzüge, Ueberzieher, Joppen, Hosen, Röcke. Jacken, Taillen, Mäntel etc. etc. Heute morgen 10 Uhr nahm Gott unsere liebe, treue Schwester, Schwägerin und Tante Julie Herbers nach langem, schwerem Leiden im 55. Lebensjahre zu sich in die Ewigkeit. 7856 Die trauernden Hinterbliebenen. Schwerte, Gelsenkirchen, den 21. Dezember 1914. Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 23. Dezember, nachmittags 3 Uhr vom Sterbehause, Gr. Marktstr. 8, aus statt. Persk-schiachen er 1 Favorit Schnittmuster 11! Fonort Madenalbdum 10 Favorit Handarbtsalb. 60, Alleinverkauf für Schwerte Kaufbaus Otte Marz 13an ONlenWrahe 20. 20 0-Rabatu Drs Wernndchren — auf echte Straussfedern— garnierte Damen- u. Kinderhüte. A. Kaufhold Ww „„ Heltestes und grösstes Geschänt dieser Branche am Platze. Frauen meider Rattam Ober- u. Unterbetten— Deccen Pfühle, Kissen V####hiw Taschenuhren, RegulateurChren- uhren, Freischwinger Fahrräder, Nähmaschinen Musikinslrumente, phologr. Apparale Konversations-Lenikons u. sonst. Bücher eic. können täglich in unseren Geschäftsräumen zu sehr billigen Preisen gekauft werden. Die Sachen sind teils gebraucht, teils neu Pfandleih-Anstalt R. Lien& Comd. 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Denn im„Daily Mirror“ veröffentlicht jetzt ein englischer Arzt eine eingehende Betrachtung über die Männerkleidung und über die Tracht der Frauen. Und schweren Herzens muß der medizinische Fachmann zu dem Ergebnis kommen, daß die einzig vernünftige, gesunde und hygienisch empfehlenswerte Körperbekleidung die Frauentracht ist. Die Männerkleidung scheint nach den Ausführungen des Arztes bedenklich nahe an einen systematischen Selbstmord zu streisen; denn ihrer ganzen Art und ihrem Zuschnitt nach ist sie nichts weiter als ein Schlupfmi kel und eine Gelegenheit zu höchst bedenklichen Ten atni chrankungen. Die Weste beispielsweise, die eigentli. au. m Winter getragen und beim Eintritt der wärmeren Jahresze# abgelegt werden sollte, ist unhygienisch und schädlich, weil sie die Brust und die Bronchien mit einer zu großen Menge von Tuch belastet und damit schwächt und verweichlicht. Die Beinkleider, die im Grunde nur zwei parallele Hülsen sind, sind vom hygienischen Standpunkt aus überhaupt nicht zu verteidigen; sie rusen bei ruhigem Sitzen starke Temperaturerhöhungen hervor, die sich beim Aufstehen dann plötzlich vermindern. Und derartige unvermittelte Temperaturschwankungen bergen tausenderlei Gefahren in sich. Noch eher wäre ein kurzes Beinkleid zu dulden. Der steife Kragen verringert die Freiheit des Atmens und zugleich die Ausdünstungen der Haut, und damit wird gerade einer der empfindlichsten Teile des Körpers gegen Kälte übermäßig verweichlicht: der Hals. Zudem behindert der steife Kragen den freien Blutkreislauf und trägt dabei zur Kahlheit und zur frühzeitigen Bildung von Glatzen bei. Und nicht besser wirkt der steife Hut, der jede Berührung des Schädels mit der Luft verhindert und zugleich die Blutgefäße einengt. Und dazu kommt dann noch die hygienisch unsinnige Form des männlichen Grußes, die darin besteht, daß man plötzlich den durch den steifen Hut überhitzten Schädel der Kälte aussetzt. Der Hygieniker, so scheint es, würde es beinahe lieber sehen, wenn die Männer Frauenkleidung anlegen würden. Es muß auch solche Käuze geben. K. Bumor. Schnelles Wachstum.„Schöne Kartoffeln heute, gnädige Frau,“ sagte der alte Bauer, der jede Woche Ware zu bringen pflegte. „So,“ erwiderte die Hausfrau,„aber vorige Woche haben Sie mir einen Korb voll gebracht, da lagen obenauf große, und unten waren sie alle ganz klein. Wie kommt denn das?“ „Ja, gnädige Frau,“ entgegnete der Alte,„die Kartoffeln wachsen jetzt so schnell, daß, bis ich den Korb' gefüllt habe, die letzten doppelt so groß sind wie die ersten.“ Schach. 1 B#.E 7. # Bearbeitet von E. Schallopp. Aufgabe Nr. 393. Von Dr. E. Palkoska in Prag. Im Problemturnier des„Magyar Sakkvilag“ ehrend erwähnt. Schwarz: 9 Steine. 1 ah d„ g h Weiß: 9 Steine. Weiß zieht an und setzt mit dem 3. Zuge matt. Weiß: Schwarz: 1. e2—64 67—65 2. Sgl—13 8b8—06 3. 42—44 e5Xd4 4. LfI-e4 L18—05 5. 02—c3 44—03 6. b2—54 Le5—d6 7. a2—34 a7—25 Richtig ist a7—a6 8. b4—55 Dd8—e7 9. 0—0 Sc6—08 Oder Sc6—e5 10. S/3Xe5 De7Xes 11. Dol—b3 Des —e7 12. e4—e5 und Schwarz steht unbequem. 10. S13—44 47—46 11. Sd4—15 De7—f6 Nach LcsXt5 12. e4X15 hätte der Sds keinen Zug. 15 16. Lcl—e3 17. 12—14 18. SctXes 19.—4—65 Lb6—05 57—b6 LcöXe3+ Ta8-c8 SeiXs5 ( ting 1## an gp—gp 77 83—13 770—10•1 ·98guS 4p— eXPPA ·•• D 1000 veX9S1 vomz#(zu g) 4—8eN s- 90—1PA ·7 U—sUS 1 40 90— 9oA's · 1000 ge—9B 00—1PM 7 FEcgE 70—992! Partie Nr. 396. Gespielt im Badener Gambitturnier am 14. April 1914. Schottisches Gambit. Weiß: K. Schlechter, Wien. Schwarz: G. Nyholm, Stockholm. 12. LciXds Sd8—e6 13. Ddl—c2 Sg8—e7 14. Sb1—02 Lc8—47 15. S42—04 Hier war schon 15. e4— e5 Df6Xe5 16. Sd2—c4 bzw. 15.... 46Xe5 16. S42— e4! möglich. Auch nach 46Xe5 20. Se3 —g4 ist die Dame verloren. 20. e5Xf6 S/5Xe3 21. Dc2—e2 Aufgegeben. (Anmerkungen von Schlechter in der„Wiener Sportzeitung“.) Eier! 5 Amtliches Kreisblatt für den Kreis börde 46. Jabrgang O Griles und ällelles Cagesorgen des Breilen. 0 ∆ Unterhaltungs=Beilage zu Nr. 299 Dienstag 22 Dezember 1914. Der nede Balkatrekter Roman von Reinhold Ortmann. (Schluß.) (Nachdruck verboten! ##iese für den Ausgang von Conchitas Prozeß bedeutsamen Geständnisse waren jedoch nicht die einzigen, die del Vasco machte. Er legte auch seine Beziehungen zu Georg Henninger und dem durch Selbstmord aus dem Leben geschiedenen Direktor Strahlendorf dar. Und als Don José nach mehr als zweistündigem Verweilen die Gefängniszelle verließ, war er im Besitze eines so gewaltigen Belastungsmaterials gegen den ehemaligen Prokuristen der La=Plata=Bank, daß es ihm nicht schwer fiel, noch an diesem Vormittag einen Haftbefehl gegen Henninger zu erwirken. Zur Ausführung kam derselbe freilich nicht mehr, denn man fand den Gesuchten weder in seiner bisherigen Wohnung noch an irgendeinem der anderen Orte, an denen man geglaubt hatte, ihn vermuten zu dürfen. Er hatte jedenfalls schon bei dem Empfang der von Rodewaldt erlassenen Verfügung erkannt, daß das Spiel für ihn verloren sei, und es vorgezogen, sich rechtzeitig aus dem Staube zu machen. Die übrigen Angaben del Vascos aber erwiesen sich sämtlich als richtig. Man fand an der bezeichneten Stelle die für Conchita so wichtigen Papiere und beschlagnahmte in der La=Plata=Bank die Wechsel, die nach seinem Geständnis unter Vorwissen Henningers von ihm gefälscht worden waren. Das ganze Gespinst von Lüge und Betrug lag mit all seinen viel verschlungenen Fäden offen zutage, und die es so klug gewoben hatten, sahen sich hart vor dem ersehnten Ziel um die Früchte ihrer Mühen betrogen. Als Rodewaldt aus dem langen Schlafzustande erwachte, in welchem Doktor José Vidal ihn nach jenem ersten bedrohlichen Anfall durch künstliche Mittel zu erhalten gewußt hatte, fand er auf der Decke seines Bettes einen offenen Brief— ein kleines fliederfarbiges Blatt, das nur mit wenigen Zeilen beschrieben war, aber in einer lieben, wohlbekannten Handschrift, deren Anblick ihn aufjubeln machte, wie unsicher und zitterig auch die einzelnen Züge sein mochten. Das Brieschen lautete: „Guten Morgen, mein Geliebter, und Glück auf zur Genesung! Noch kann ich nicht selbst zu Dir kommen, doch sei guten Mutes! Ich bin nicht tot, wie Du siehst, und ich bin meines wiedergeschenkten Lebens über alle Maßen froh, seitdem ich weiß, daß ich für Dich leben darf— nur noch für Dich allein! Auf Wiedersehen— auf glückseliges Wiedersehen! In Ewigkeit Deine Conchita.“ Doktor José Vidal, der hinter dem Kopfende des Lagers gestanden, so daß Werner ihn nicht hatte sehen können, trat jetzt hervor, um seinem jungen Freunde die Erläuterungen zu Conchitas Brief zu geben, deren er noch bedurfte. Schon als sie zu ihm in das Gefängnis gekommen war, hatte sie die Vorboten der schweren Krankheit gefühlt, welche die seelischen Erregungen der letzten Stunden über sie heraufbeschworen. Aber sie hatte sich aufrechterhalten, um ihr Rettungswerk zu vollbringen. Sie hatte mit den Wachen geschäkert, um den Weg für den Geliebten offen zu halten, und als sie ihn in Sicherheit wußte, noch Kraft genug gehabt, sich den zudringlichen Soldaten zu entziehen. Dann aber hatte sie sich nur noch mit äußerster Anstrengung weiterschleppen können, und die Glieder hatten ihr völlig den Dienst versagt, als sie sich plötzlich in einer von neuem Kampfgetümmel erfüllten Straße gesehen. Von einer Kugel an der Schulter gestreift, war sie zu Boden gesunken, und so hatte man sie bei Tagesanbruch gefunden. Jetzt aber war, wie Don José seinem Schützling versichern konnte, jede Gefahr für ihr Leben beseitigt. Wenige Tage später durfte Rodewaldt zum erstenmal Conchitas Krankenzimmer betreten. Bis an die Schwelle der offenen Tür hatte Doktor Vidal ihm das Geleit gegeben; dann aber winkte er der um die Patientin beschäftigten Pflegeschwester mit den Augen, zu ihm herauszukommen, und schloß, als sie seiner Aufforderung gefolgt war, hinter den beiden Glücklichen leise die Tür. „Diese Aufregung wird ihr nichts schaden— dafür will ich vor meinem ärztlichen Gewissen getrost die Verantwortung übernehmen,“ sagte er lächelnd zu der etwas besorgt dreinschauenden Schwester.„Und sie haben die Seligkeit dieses Augenblicks wahrlich teuer genug erkaufen müssen.“ Isabella del Vasco hielt an ihrem in einer Stunde tiefster Verzweiflung gefaßten Vorsatz auch in der Folge fest. Sie ließ sich nicht bewegen, das Kloster, in dem sie als Novize Aufnahme gefunden, wieder zu verlassen, auch als Manuel del Vasco und seine Gemahlin, durch die Gnade des Präsidenten nur mit einfacher Landesverweisung bestraft, alle Mittel der Ueberredung aufboten, sie in ihrem Entschlusse wankend zu machen. Sie weigerte sich sogar entschieden, ihre U— SS5 8331833 != 5 E 8 * 8 3 8 8 8 55 6 K 19 1= 5 92 5 5 E SDME SEES B S.FP2S G. E# EG** S e S5ys #—WbnEE B=BDERU e * S 6 53 9.2 # 5 5 = BEHCES o-Sa: S•SET FaösP S ü„* Ö GR Ri1 SS—WZTTETRT"• S S S5SSSESES“ E SSöbgggEE SbS * 5 E5 2 S 95 S 2 S a 5 8 ** 5 E*** * S 99 S#üFPTGG Suge „E 5SüEASETNZ B"P•ZSER 8 5 5 PEFEHER SGSBTLOTSER Mutter zu einer zweiten Unterredung zu empfangen, und das Ehepaar del Vasco mußte Argentinien verlassen, ohne das einzige Kind mit sich zu nehmen. Don Manuel verließ die Stätte seiner Freuden und Triumphe als ein Beitler— aber mit der Hoffnung, daß in absehbarer Zeit irgendeine neue politische Umwälzung ihm Gelegenheit zur Rückkehr geben und ihm eine vielleicht erfolgreichere Laufbahn erschließen würde. Georg Henninger blieb verschwunden. Rodewaldt aber harrte noch ein Jahr lang auf seinem Posten aus, um die Verhältnisse der Bank, deren durch die betrügerischen Manipulationen del Vascos herbeigeführte Verwirrung erst jetzt klar zutage trat, wieder völlig zu ordnen, und um zugleich die Veräußerung der großen Besitzungen seiner jungen Gattin zu bewirken. Daun aber duldete es Conchita nicht länger in der Heimat, unter deren Himmel sie so trübe und schmerzliche Tage hatte verleben müssen. Ihr Herz zog sie unwiderstehlich nach dem Lande, das ihrem geliebten Gatten das Leben gegeben, und an einem herrlichen Frühlingsmorgen, der ganz so lind und sonnig war, wie der, an welchem Rodewaldt als Passagier der„Italia" in den Hafen von Buenos Aires eingefahren war. gab Doktor José Vidal dem jungen Paare bis zur Außenreede das Geleit. Tränen glänzten in seinen Augen, als er den jungen deutschen Freund, den er wie einen Sohn lieben gelernt, zum letztenmal umarmte.„Ich brauche euch kein neues Glück mehr zu wünschen, ihr Lieben,“ sagte er.„Möge euch der Himmel nur erhalten, was ihr jetzt mit euch hinübernehmt in die alte Heimat!“ Das Zeichen mit der Schiffsglocke nötigte ihn, auf den kleinen Transportdampfer zurückzukehren; aber als er sich schon an Bord desselben befand, rief ihm Rodewaldt noch einmal zu:„Bringen Sie auch dem guten Sennor Cabildo meinen letzten Gruß!“. Und sagen Sie ihm, er möge sich auf dem Posten, den ich ihm gegeben, auch künftighin so wacker halten wie bisher.“ Dumpf dröhnend rollte der Donner eines Kanonenschusses über die weite Wasserfläche des silbernen Stromes dahin. Mit weithin vernehmlichem Kettengerassel stiegen die beiden Anker aus der Tiefe empor, ein leichtes Erzittern ging durch den gewaltigen Schiffsleib, und majestätisch glitt der Dampfer dem offenen Meere entgegen. Ende. Die Radioaktivität in der Medizin. Seitdem durch das Ehepaar Curie das erste Energie aussendende Element, das Radium, entdeckt und dargestellt worden ist, haben sich sofort die experimentellen Naturwissenschaften dieses eigenartigen Körpers bemächtigt, um seinen Einfluß auf die Lebensprozesse zu studieren. Auch die späterhin isolierten tiven Elemente, das Aktinium und das aus den Rückständen der Glühstrumpffabrikation dargestellte Thorium, wurden in den Kreis der Untersuchungen einbezogen, da gleiche oder ähnliche Wirkungen vermutet wurden. In der Tat ergab sich, daß die strahlende Energie der Elemente, die in unsichtbaren Strahlen besteht, es vermag, die Lebensvorgänge zu beeinflussen. Im allgemeinen wurde als Gesetz ermittelt, daß viel Strahlung zerstörend oder doch schädigend, wenig Strahlung aber wachstumfördernd wirkt. Zwischen den einzelnen Elementen untereinander bestehen jedoch Verschiedenheiten der Wirkungen, die bisher erst zum Teil klargestellt sind, die aber sicherlich mit dem physikalischen Verhalten der Stoffe zusammenhängen. Das Körpergewebe reagiert je nach seiner Beschaffenheit verschieden unter dem Einflusse der strahlenden Energie. Die Wirkung der Bestrahlung der gesunden Haut sieht ganz anders aus als die einer kranken, pathologisch veränderten Stelle. Bei gewissen Hauterkrankungen wie Warzen, Feuermälern und den schon zu den bösartigen Geschwülsten gehörigen, aber dennoch gewöhnlich günstig verlaufenden Hautkrebsen(Cancroiden) leistet die erkrankte Partie der strahlenden Energie einen größeren Widerstand, als die gesunde Haut es tut, kann also ihr länger ausgesetzt werden. Natürlich muß die normale Haut geschützt werden, und dies geschieht, wie bei Röntgenbestrahlungen, durch Bleiplatten oder besser durch Wismut=Blei=Pasten, die völlig die auf sie treffenden Strahlen verschlucken. Auf diese Weise sind, wie Prof. Anton Sticker=Berlin in der„Berliner Klinischen Wochenschrift“ berichtet, eine ganze Anzahl der obenerwähnten Hautveränderungen unblutig und schmerzlos dauernd geheilt worden. Der Kuriosität halber sei auch erwähnt, daß auf diese Weise ein Hühnerauge an der Fußsohle beseitigt werden konnte. Aber auch auf die bösartigen Neubildungen im Innern des Körpers, die das normale Gewebe durchsetzen und verdrängen, erstreckt sich die Wirksamkeit der radioaktiven Substanzen. Wenn auch hier noch nicht die Hoffnungen erfüllt worden sind, so sind sie doch auch nicht enttäuscht worden. Jedenfalls ist eine größere Anzahl von Krebsgeschwülsten, die zum Teil von den Chirurgen für nicht mehr operierbar erklärt worden waren, unter dem Einflusse der Radium= und Thoriumstrahlen geschwunden, und es bleibt nur abzuwarten, ob diese Heilung eine dauernde sein wird. Natürlich steigern sich die Aussichten auf Erfolg, je früher die bösartige Geschwulst erkannt ist. Die Auflösung und Verkleinerung der sonst so üppig und schnell wuchernden Tumoren ist auf eine eigentümliche Anziehungskraft(Affinität) zurückzuführen, welche die Geschwulstzellen auf die Strahlen ausüben, und insbesondere sind es in den Zellen die Teile, von denen die Vermehrung ausgeht, die Kerne, die von der Strahlung geschädigt werden. So unterbleibt ein weiteres Wachstum der Geschwulst, ja im Gegenteil, diese schmilzt sogar ein und umgibt sich mit einer dichten Bindegewebsnarbe, welche die Verschleppung der Geschwulstkeime in den Körper verhindert. Damit aber sind die Einflußsphären der Radioaktivität auf den Körper noch keineswegs erschöpft. Sie beschränken sich nicht nur auf anatomische Veränderungen an einzelnen Organen, sondern sie greifen auch in Stoffwechselprozesse ein. Allerdings ist es hier nicht die strahlende Energie direkt, sondern die gasförmige Emanation der Elemente, die Radium= und Thoriumemanation, die durch Einspritzungen oder durch Getränke dem Körper einverleibt wird, entfaltet hier eine Dauerwirkung. Derartige Erfolge sind in letzter Zeit häufig bei Gicht und Rheumatismus beobachtet worden. Auch bei Bluterkrankungen sind sie angewendet worden. Hier beruht ihre Wirksamkeit im Gegensatz zu dem früher Gesagten auf einer Reizwirkung, die die Blutbildungsstätten in der Milz und im Knochenmark zur Produktion normaler Blutkörper anregt. Daß wir mit der Fülle der Erfahrungen, die heute nach einer Arbeit weniger Jahre vorliegen, noch nicht an das Ende der Erkenntnis gelangt sind, sondern daß gewiß noch manche Offenbarungen uns bevorstehen, darüber kann kein Zweifel obwalten.„ 0. K. 2 Denkspruch. Es ist Geduld ein rauher Stauch, Voll Dornen aller Enden, Und wer ihm naht, der merkt es auch An Füßzen und an händen. Und dennoch lag' ich, laß die Müh' Dich nimmermehr verdrießen. Sei's auch mit Cränen spät und trüh Ihn treulich zu begießen. Urplötzlich wird er über Nacht Dein Mühen dir belohnen. Wenn über all den Dornen lacht Ein Stauß von Rosenkronen. W. Wackernagel Einsamkeit. Märchenphantasie von Berti Hermanns. (Schluß.)(Nachdr. verboten.) Von da an ging eine große Veränderung in Sonnenstrahl vor. Die Lieder voll Sinnlichkeit und Leidenschaft verstummten. Das ganze Erlebnis am See geriet in Vergessenheit. Aber Sonnenstrahl war innerlich gewachsen, reifer geworden durch all das. Er hatte sich selbst wiedergesunden. Und seine Einsamkeit hatte er wiedergesunden. Die war ihm nun lieber denn je. Aber sie war ihm auch das Heiligtum, in dem seine Seele anbetete. Alle die mannigfaltigen Stimmen erzählten ihm wieder und wieder von des Schöpfers Güte und Treue. Und die Lieder, die Sonnenstrahl den Menschen aus dem Walde mitbrachte, waren rein und ernst und feierlich. Aber den Beifall der Menge fanden sie nicht mehr. Es waren einige tiefe und feine Menschen, die Sonnenstrahl verstanden und liebten. Der grämte sich nicht darüber, daß die Massen sich von ihm abwandten. Er empfand es deutlich, daß die Liebe und Verehrung der wenigen wertvoller sei als der Jubel derer, die nur dem Schein leben. Einst lag Sonnenstrahl wieder im Walde, hatte Welt und Menschen vergessen und lauschte— lauschte. Da klangen Schritte. Er sprang auf, wandte sich um. Und— stand im nächsten Augenblick einem Mädchen gegenüber, die ihn nach dem Wege zur Stadt fragte. Er sah aber, daß sie schon weit gegangen und müde war. Da bat er sie, sich mit ihm ein wenig unter den Baum zu setzen. Und er begann ihr zu erzählen, wie alles um sie her eine Sprache hätte: die Bäume und Winde, Vögel und Blumen, der Bach und die Sonnenstrahlen. Und sie lauschte und verstand die Stimmen. Das war das erstemal, daß Sonnenstrahl einem Menschen sagen konnte, woher er seine Lieder und Geschichten habe. Da ergriff ihn die Liebe warm und fest und stark. Und eine tiefe, schöne Freude kam in sein Herz. Nun erst fühlte er so recht, daß es nie Liebe gewesen, was er für die verführerische Wassersee empfunden hatte. Die Menschen hielten das Mädchen, das mit ihm aus dem Walde kam, für seine Braut. Und sie war es ja auch. Hatten sie sich doch beide lieb gehabt vom ersten Sehen an, ohne daß sie es eingestanden. Und wußten es, eins vom anderen. Sie war ja auch wie für ihn gemacht: blond und blauäugig wie er selbst. — Von da an gingen sie immer zusammen in die Einsamkeit des Waldes. Durch Sonnenstrahls ernste Lieder klang ein Unterton von tiefem innerlichen Glück. Das war in dem Leben beider die schönste Zeit, da sie zusammen alles Schöne erlebten, alles Edle erstrebten. Und sie gelangten zusammen auf die Höhe des Lebens. Aber als sie am glücklichsten waren, wartete Sonnenstrahl eines Tages im Walde vergeblich auf seine Gefährtin. Am nächsten Morgen erfuhr er, daß sie krank geworden sei. Und kurze Zeit darauf erhielt er die Nachricht von ihrem Tode.— Er war nicht verzweifelt, er nahm sich auch nicht das Leben, wie manche erwarteten. Ganz still blieb er; aber in seinem Herzen war eine tiefe Wunde, die nur in der Einsamkeit heilen konnte: Einsamkeit, Laß in Gründen Still und weit.7—. Meine Seele Ruhe finden! Er hielt sich nur noch mehr an seinem Lieblingsplatz unter der alten Buche auf. Und in seinen Liedern lag weiche Sehnsucht.— Himmelssehnsucht.— Nach einiger Zeit raffte er sich auf. Sein alter frischer Mut kam ihm zurück. Und manchmal konnte er sogar fröhlich sein. Verdiente wieder den Namen Sonnenstrahl. Nur die Sehnsucht blieb. Aber das wußten allein die wenigen, die ihn verstanden.— Und seine Sehnsucht sollte erfüllt werden. Eines Tages im Herbst fanden ihn die Freunde schlafend unter der alten Buche. Die streute ihr buntes Laub über ihn, als wolle sie ihn zudecken. Und auf dem untersten Zweige saß ein Vöglein, das sang ihm ein Abschiedslied. Denn Sonnenstrahl schlief, um nicht wieder aufzuwachen. Sein Mund lächelte, als freue sich der tote Körper noch, daß die Seele nun nicht mehr die Einsamkeit zu suchen brauchte, um zu lieben und anzubeten. Seine Freunde aber trauerten um ihn; denn er war ein Dichter gewesen, einer der wenigen, die die Stimmen der Natur verstehen,— die Stimmen der Einsamkeit.— 2 P Die seltsamste Bibliothek der Welt hat man das Verlagsarchiv der großen Britischen und Ausländischen Bibelgesellschaft in London genannt. Diese Büchersammlung, die in einem stattlichen Gebäude untergebracht ist, umfaßt nur Bibeln und Teile der Bibel. Dennoch beträgt die Zahl der Bände nach einem Bericht in der Zeitschrift für Bücherfreunde 15000 in 500 verschiedenen Sprachen. An Ausgaben der englischen Bibel sind allein gegen 1500 vorhanden. Auch Kuriositäten gibt es in dieser eigenartigen Bibliothek, z. B. die sog.„sündige Bibel“, die aus dem Jahre 1631 stammt und ihren Namen von einem Druckfehler herleitet: im Text der zehn Gebote wird nämlich beim siebenten dadurch, daß das verneinende Wort ausgefallen ist, die Sünde geboten und nicht verboten. Eine Bibel, die niemand mehr zu lesen vermag, ist die aus dem Jahre 1661 stammende, von John Eliot besorgte Uebersetzung des Neuen Testaments für die Massachusetts-Indianer. Der Dialekt dieses ausgestorbenen Indianerstammes ist heute völlig unverständlich, und nur ein glücklicher Sprachkenner könnte den Schlüssel zu diesem Rätsel finden. Wohl kaum eine andere Bibliothek dürfte so viel Bücher in den verschiedenartigsten Sprachen aufweisen; die Mannigfaltigkeit der fremdsprachlichen Ausgaben ist außerordentlich. Tabellen, die in der Bibliothek hängen, geben Auskunft über die Verbreitung der Bibel der Gesellschaft in allen Weltteilen. Insgesamt hat die Gesellschaft bis jetzt etwa 250 Millionen Bibeln und Teile der Bibel verkauft. Im Jahre 1912 wurden nahezu