oo eduremn Zeimuer uicen dele außer Feiertags. Bezugspreis M. 1.80 oierteljährlich, dei der Post für Bestellgeld 42 Pfg. mehr. Wöchentl. Grakisbeilage:„Illustrierter Familiensreund“ u. tägl. Unterhaltungsdlatt. Anzeigenpreis: Die siedengespaltene Petikzeile oder deren Raum 10 Pfg., Anzeigen von auswärts 15 Pig., Reklamezeile 40 Pfg. Jede Radatt gilt als Kassaradalt u. erlischt dei Konkursen, Zwangsbergleichen, gerichtl. Klagen u. Rotsachhudd srncht.-Settiensstehltane Amtiiches Rreiscialt Westhofener Zeitung Langscheder Zeitung Verbunden mit: für den kreis börde Holzwickeder Zeitung Aplerbecker Zeitung Schwerter Volkszeitung Schwerter Volksblatt Schwerter Tageblatt S Schwerter Anzeiger Grstes und älteltes Cagesorgan des Kreiles o General-Anzeiger für den Kreis Börde o Haupt-Annoncenblatt Aus brig, und ioholpolizgtlichen Derrs. nungen für den Kreis Hörde erlangen gemäß Bekanntmachung dei Königlichen Regierung durch Veröffentlichung in dei„Schwerter Zettung", rechtsverbindliche Kraft.— Die „Schwerter Zeitung“ gewährt idren Abonnen. ten für jeden mit Tod endenden Unsall gebagungen.: 300 Mk. Unfall. Druch u. Verlag o. Corl Braus. Schwerte=Ruhr eorto tb.- Setim eite Raseshenterich Nr. 292. Montag, den 14. Dezember 1914. 46. Jahrgang Affh.,“ Frrnz in Polen Ueber 2 Milliarden Mark Gold in der Reichsbank. Dank der in diesen schweren Tagen überwältigend großartig zutage tretenden Vaterlandsliebe und dem durch die Presse so nachhaltig geförderten Interesse der gesamten Bevölkerung an der Entwickelung unserer wirtschaftlichen Kräfte hat der Goldbestand der Reichsbank laut ihrem Ausweise vom 7. Dezember zum erstenmal seit Bestehen der Reichsbank die zweite Milliarde überschritten. Damit wird dieser 7. Dezember zu einem der denkwürdigsten Tage des Wirtschaftslebens, doppelt denkwürdig im Hinblick auf die gewaltige Zeit, in die er fällt. Umsomehr soll das dautsche Volk an ihm nicht unberührt vorübergehen, sondern sich der Bedeutung dieses Ereignisses freuen und sich dessen Mahnung nicht verschließen. Was sagen uns diese 2 Milliarden Mark Gold? Sie sagen uns ein Zehnfaches. Zum ersten. Der Goldbestand der Reichsbank, der vor Jahresfrist noch nicht 1¼ Milliarden Mark betrug, hat heute schon eine Höhe erreicht, wie sie in sorglosen Tagesi niemals auch nur im entferntesten erzielt worden ist und erhofft werden konnte. Zum zweiten Unsere Reichsbank vermag dafür, daß ihr die Summe Goldes in die Hand gegeben ward, über 6 Milliarden Mark Reichsbanknoten auszugeben, in Höhe dieses Betrages unserem wirtschaftlichen Leben durch Ankauf von Wechseln finanzielle Hilfe zu leisten, auf solche Weise den größten Teil der deutschen Unternehmungen vor einschneidenden geld. lichen Schwierigkeiten zu bewahren und eine gewaltige Zahl von Arbeitnehmern vor dem Brotloswerden schützen. Zum dritten. Dank dieser finanziellen Wehr sind zum Ingrimm der feindlichen und zum Staunen der neutralen Mächte alle Voraussagungen, Dutschland werde schon nach kurzer Zeit wirtschaftlich zusam. menbrechen und sich den schmählichen Forderungen seiner Gegner fügen müssen, kläglich zunichte geworden. Zum vierten. In dem gegenwärtigen Ringen auf Tod und Leben, durch das England den deutschen Handel zerschlagen, die deutsche Industrie vernichten, die deutsche Bevölkenung dem Hungertode weihen will, ist der Sieg auf wirtschaftlichem Gebiete von der gleichen Wichtigkeit, wie der Sieg auf dem Schlacht. felde. Zum fünften. Wie ein jeder Tagesbericht unserer unübertrefflichen Heeresleitung ein Zeichen militärischer Macht und Stärke ist, so gibt jeder Wochenbericht unserer Reichsbank der Welt Kunde von Deutschlands finanzieller Macht und Kraft. Zum sechsten. Während jetzt die größte aller ausländischen Banken, die Bank von England, zur Aufrechterhaltung des heimischen Wirtschaftslebens Gold aus den Kolonien, aus den Vereinigten Staaten von Nordamerika, aus Frankreich, aus Rußland, kurz aus aller Herren Länder zusammenscharren mußte, hat das deutsche Volk aus eigener Kraft von Woche zu Woche den Goldschatz unserer Reichsbank fort und fort gesteigert. Zum siebenten. Als sich die Grenzen der deutschen Lande schlossen, öffneten sich die Herzen und mit ihnen die Geldbeutel der deutschen Bevölkerung. Die Vaterlandsliebe ward zum Schlüssel, der auch die sorgsamst verwahrten Truhen ausspringen ließ. Ein jeder, der sein Gold der Reichsbank zum Amwechseln brachte, trug nicht nur völlig gleichwertige Reichs. banknoten in der Brieftasche heim, sondern dazu Die Kämpfe um Lodz— Riesige Verlusse der Russen. Großes Hauptquartier, 12. Dezember. (Amtlich.) Die Räumung von Lodz durch die Russen geschah heimlich des Nachts, daher ohne Kampf und zunächst unbemerkt. Sie war aber nur das Ergebnis der vorhergehenden dreitägigen Kämpfe. In diesen hatten die Russen ganz ungeheure Verluste, besonders durch unsere schwere Artillerie. Die verlassenen russischen Schützengräben waren mit Toten buchstäblich angefüllt. Noch nie in den gesamten Kämpfen des Ostheeres, nicht ein. mal bei Tannenberg, sind unsere Truppen über so viele russische Leichen hinwegge. schritten, wie bei den Kämpfen um Lodz, Lowicz und überhaupt zwischen Pabiance und der Weichsel. Obgleich wir die Angreifer waren, blieben unsere Verluste hinter denen der Russen weit zurück. Wir haben insbesondere im Gegensatz zu ihnen unverhältnismäßig wenig Tote verloren. So fielen bei dem bekannten Durchbruch unseres 25. Reservekorps von diesem Heeresteile nur 120 Mann, gewiß eine auffallend niedrige Zahl. Für die Verhältnisse beim Feinde ist demgegenüber bezeichnend, daß allein auf einer Höhe südlich Lutomiersk (westlich Lodz) nicht weniger als 887 tote Russen gefallen und bestattet worden sind. Auch die russischen Gesamtverluste können wir, wie in den früheren Schlachten, so ziemlich zuverlässig schätzen. Sie betrugen in den bisherigen Kämpfen in Polen mit Einschluß der von uns erbeuteten 80000 Gefangenen, die inzwischen mit der Bahn nach Deutschland abbefördert worden sind, mindesteng 150000 Mann. Lodz fast unbeschädigt. Großes Hauptquartier, 12. Dezember. (Amtlich.) Die Stadt Lodz hat durch die jüngsten Kämpfe um ihren Besitz nicht sehr gelitten. Einige Vororte und Fabrikanlagen außerhalb des Stadtbezirkes haben Beschädigungen aufzuweisen, doch ist das Innere der Stadt fast völlig unversehrt. Das Grand=Hotel, in dem sich ein reger Verkehr abspielt, ist unbeschädigt. Die elektrische Straßen. bahn verkehrt ohne Störung wie in Friedenszeiten. Oberste Heeresleitung. Das deutsche Hauptquartier meldet: Großes Hauptquartier, 12. Dezbr. In Flandern griffen gestern die Franzosen in der Richtung östlich Langemark an. Sie wurden zurückgeworsen und verloren 200 Tote und 340 Gefangene. Unsere Artillerie beschoß den Bahnhof Apern zur Störung feindlicher Truppenbewegungen. Bei Arras wurden Fortschritte gemacht. In der Gegend Souain=Perthes griffen die Franzosen erneut ohne jeden Erfolg an. Im Argonnerwalde versuchten die Fran. zosen nach wochenlangem rein passiven Verhalten einige Vorstöße; sie wurden überall leicht abgewiesen. Dagegen nahmen die deutschen Truppen wiederum einen wichtigen französischen Stützpunkt durch Minensprengung. Der Gegner erlitt starke Verluste an Gefallenen und Verschütteten. Außerdem machten wir 200 Gefangene. Bei Apremont, südöstlich von St. Mihiel, wurden mehrere heftige Angriffe der Franzosen abgewiesen, ebenso bei dem Vogesenkamm in der Gegend westlich von Markirch. An der ostpreußischen Grenze warf unsere Kavallerie russische Kavallerie zurück; 350 Gefangene wurden gemacht. Südlich der Weichsel und in Nordpolen entwickeln sich unsere Operationen weiter. In Südpolen wurden russische Angriffe von österreichisch=ungarischen und unseren Truppen zurückgewisen. In Nordpolen 11000 Russen gefangen 43 Maschinengewehre erbeutet. wtb. Großes Hauptquartier, 13. Dez. Vormittags.(Amtlich.) Nachdem am 11. Dez. die französische Offensive bei Apremont(südöstlich von St. Mihiel) gescheitert war, griff der Feind gestern nachmittag in breiter Front über Tirey(halbwegs bei St. Mihiel=Pont=a=Mousson) an. Der Angriff endete für die Franzosen mit dem Verlust von 600 Gefangenen und einer großen Anzahl von Toten und Verwundeten. Unsere Verluste betru. gen dabei etwa 70 Verwundete. Im übrigen verlief der Tag auf dem westlichen Kriegsschauplatz im wesentlichen ruhig. In Nordpolen nahmen wir eine Anzahl seindlicher Stellungen. Dabei machten wir 11000 Gesangene und erbeuteten 43 Maschinen= gewehre. Aus Ostpreußen und Südpolen nichts Neues. Oberste Heeresleitung. Ein Seegefecht in der Ostsee? Berlin, 14. Dez. Von den östlichen Schären Stockholms trifft die Mitteilung ein, daß mehrere Personen einen heftigen, aber ziemlich kurzen Kanonendonner gehört haben, der auf eine Seeschlacht iegendwo in der Richtung der Rigaer Bucht oder Windau schließen läßt. So erzählt ein Geschäfts. mann der Insel Rammdö, daß er am Donnerstag vormittag zwischen 11 und 12 Uhr eine heftige Ka. nonade auf dem Meere aus südostlicher Richtung gehört habe, die er auf eine Entsernung von 106 bis 150 Kilometer geschätzt hat. Im ganzen hätte die Kanonade 8 bis 10 Minuten gedauert. Der Gewährsmann hat kein schwedisches Schiff in die. ser Richtung abfahren sehen. Hat wirklich ein Kampf stattgefunden, so muß der Ort wahrscheinlich irgendwo zwischen den ogtländischen Inseln Oesel und Bogskär gesucht werden. Vorläufig bedarf die Meldung aber noch der Bestätigung. auch noch das stolze Gefühl im Herzen:„Die goldene Wehr des Vaterlandes, sie ist auch mein Werk". Zum achten. Niemand sollte denken: Was kann Dein Goldstück helfen? Nur dadurch, daß Goldstück zu Goldstück kam, vermochte sich die Golddecke der Reichsbank machtvoll und immer machtvoller zu dehnen. 2 Milliarden Mark Gold in den Kellern der Reichsbank: Das einzelne Goldstück hat dies getan! Zum neunten. Jeder deutsche Mann, jede deutsche Frau sage sich:„Hätte ich eine Waffe, sei es ein Schwert, sei es ein Gewehr oder dergleichen und das Vaterland bedürfte dieser Waffe, vergütete mir obendrein noch den vollen Wert, ich aber würde die Waffe in Verblendung heimlich verstecken, sie also dem Vaterlande zu seinem Schutze verweigern, dann wäre ich nicht wert, ein Deutscher zu sein". Im wirtschaftlichen Kampfe ist Gold Schwert sund Schild zugleich, darnach handele ein jeder! Zum zehnten. „Ueber 2 Milliarden Mark in Gold!“ Eine gewaltige Summe und doch nur ein Teilbetrag der in Deutschland vorhandenen Goldmünzen. Mehr als 5 Milliarden Mark Gold sind zu deutschen Münzen ausgeprägt worden. Ungeheuer groß ist daher die Summe gemünzten Goldes, die in der Jetztzeit noch überflüssigerweise von Hand zu Hand läuft oder unnütz im Kasten ruht. Du, Leser, bist der Mann, mitzuhelfen, daß sich die deutsche wirtschaftliche Rüstung immer mächtiger gestalte. Welchem Stande Du auch angehören mögest, erkenne, daß es eine fürwahr heilige Pflicht ist, in dieser Zeit der Anspannung aller Kräfte das Gold zu sammeln, um es der Reichsbank zu bringen, wo allein es nutzbringend wirkt und dem Vaterlande dienstbar gemacht wird. Darum: Zur Reichsbank mit dem Golde! Man gebe dem Vaterlande, was des Vaterlandes ist! Die große Zeit duldet kein kleinlich denkendes Geschlecht! Sämtliche Postanstalten im Deutschen Reiche sinz verpflichtet, Goldmünzen in Papiergeld umzu. wechseln und an die Reichsbank abzuliefern. Bulgarien und der Welikrieg. wtb. Sofia, 12. Dez. Der König empfing heute eine parlamentarische Kommission, die ihm die Antwort der Sobranje auf die Thronrede überreichte. Bei dieser Gelegenheit hielt der König folgende Ansprache: „Es ist mir immer angenehm. Abgeordneten der Nationalversammlung zu begegnen und mit ihnen Gedanken über die Lage und die Verwaltung des Landes auszutauschen. Aber in diesem Jahre, in mitten der Ereignisse, die sich um uns abrollen, ist eine Berührung mit Vertretern des Volkes nicht ohne Bedeutung für den Staat. Ich wünsche von Ihnen, meine Herren, zu hören, welches heute die Sorgen des Volkes sind, und Sie an den Gedanken teilnehmen zu lassen, die meine Seele hegt, und an dem Glauben, den ich habe, daß der Staat dank der Festigkeit und Weisheit der Bulgaren unverletzt und unbedroht in seiner Zukunft aus den neuen Prüfungen hervorgehen wird. Fürwahr ich bin stolz darauf, den Tugenden der bulgarischen Nation Gerechtigkeit widerfahren zu lassen. Als sie im Jahre 1912 mit Einmütigkeit, Schwung und Tapferkeit, die bisher nicht übertroffen wurden, einen mächtigen Gegner zerbrach, da kannte die Welt ihre außerordentlichen militärischen Eigenschaften. Aber die Tugenden, die sie zeigte, als sie in der Not männlich die Schläge des Schicksals ertrug und sich einmütig daran machte, die vorgesteckten Ziele zu erreichen, hat ihr eine größere Achlung des Auslandes erworben als die Siege, und die Herzen aller dem Vaterland Ergebenen zu neuer Glut angefacht. Heute, wo die Welt in Flammen steht, wo die Feuersbrunst sich ausbreitet und sich uns nähert, heute, wo die Nachbarvölker in An ruhe sind und ihre Truppen kriegsbereit halten, hat unsere Nation sich ein Urteil über die Lage gebildet und ihre Haltung mit Kaltblütigkeit und Klugheit bestimmt. Die unleugbaren Beweise po litischer Weisheit und die Reise haben jetzt die Augen des Königs und des Volkes auf Sie gerich tet, auf die Ratschläge, die Sie geben und auf die Meinungen, die Sie zum Ausdruck bringen. Ich stelle Ihre Sorge für das vaterländische Wohl fest und Ihren Entschluß, alles zu opfern auf dem Al. tar der vaterländischen Interessen. Dies gibt mir Sicherheit und flößt mir Gewißheit ein, daß auch in Jukunft volle Uebereinstimmung zwischen Nation und Thron herrschen und daß wir aus ihrer Ueber. einstimmung die Kraft schöpfen werden, um die Zukunst Bulgariens zu sichern. Möge Gott über den Geschicken des Vaterlandes wachen und unsere gemeinsamen Bemühtungen mit Erfolg krönen.“ Kein Weihnachts=Waffenstitllstand? So tief es allgemein bedauert werden würde, so wahrscheinlich ist es doch, daß der vom Papste ausgegangenen Anregung einer allgemeinen Waffenruhe während des Weihnachtsfestes keine Folge gegeben werden wird. Rußland, das ja erst 13 Tage später als wir Weihnachten feiert, soll den Vorschlag bereits in aller Form abgelehnt haben. Es wird auch vom militärischen Standpunkt für ganz unmöglich erklärt, lange Zeit im Voraus für bestimmte Tage eine Waffenruhe zu vereinbaren. Wird nach einer Schlacht der geschlagene Feind verfolgt, so ist es nicht möglich, eine Ruhepause eintreten zu lassen. Auch im Feldzuge von 1870=71 haben derartige Abmachungen nicht stattgesunden. Die Schlacht an der Hallue im Norden von Frankreich wurde gerade am 23. und 24. Dezember ausgetragen. Am 25. Dezember wurde, woran die „Berl. Ztg.“ erinnert, die Verfolgung hinter dem weichenden Feinde in der Richtung auf Albert und St. Quentin ausgeführt. Auch am 26. wurde der Vormarsch in breiter Front fortgeführt. Vor Paris wurden die Vorposten gerade während der Weih nachtsfeiertage näher an den Mont Avron herangeschoben und der Batteriebau für die schweren Geschütze vollendet, so daß das Feuer aus sämtlichen Batterien am 27. Dezember früh eröffnet werden konnte. Eine neue Friedensaktion des Papstes. Rom, 13. Dez. In diplomatischen Kreisen verlautet, daß der Papst zu Weihnachten mit einer großen Friedensaktion hervortreten werde. Seine diplomatischen Vertreter an den Höfen der kriegführenden Mächte würden einen dringenden Friedensvorschlag überreichen. Der Papst wolle gleichzeitig einen Hirtenbrief an die kriegführenden Völker erlassen. Dei Klieg begen Anßland. Oesterreichische Erfolge. wtb. Wien, 12. Dez.(Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbar vom 12. Dezember mittags: Ungeachtet aller Schwierigkeiten des winterlichen Gebirgsgeländes setzen unsere Truppen ihre Vorrückung in den Karpathen unter fortwährenden siegreichen Gefechten, in denen gestern über 2000 Russen gefangen genommen wurden, unaufhaltsam fort. Die Pässe westlich des Lupkower Passes sind wieder in unserem Besitz. Im Raume ludlich Gorlicc, Grybow und Neusandeck begannen größere Kämpfe. Die Schlacht in Westgalizien, deren Front sich aus der Gegend östlich Tymbarrk bis in den Raum östlich Krakau hinzieht, dauert fort. Gestern brachen wieder mehrere Angriffe der Russen in unserem Artilleriefeuer zusammen. Die Lage in Polen hat sich nicht verändert. Die Besatzung von Przemysl brachte von dem letzten Ausfall 700 gefangene Russen und 18 erbeutete Maschinengewehre mit vieler Munition heim. Der stellvertretende Chef des Generalstabes: von Höser, Generalmajor. Wien, 13. Dez.(Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart vom 13. Dezember:: In der Schlacht in Westgalizien wurde der südliche Flügel der Russen gestern bei Limonowa geschlagen und zum Rückzug gezwungen. Die Verfolgung des Feindes ist eingeleitet. Alle Angriffe auf unsere übrige Schlachtfront brachen ebenso wie an den früheren Tagen zusammen. Unsere über die Karpathen vorgerückten Kräfte setzten wieder unter mehrfachen Kämpfen die Verfolgung energisch fort. Nachmittags wurde Neusandec genommen. Auch in Grybow, Gorlic und Zmigrod rückten unsere Truppen wieder ein. Das Zempliner Komitat ist vom Feinde vollkommen gesäubert. In den abseits von dem Schauplatz der großen Ereignisse gelegenen östlichen Waldkarpathen vermochte der Gegner südlich des Gebirgskammes nirgends wesentlich Raum zu gewinnen. Im allgemeinen halten unsere Truppen die Paßhöhen, in der Bukowina die Linie des Suczawatales. In Südpolen neurde nicht gekämpft. Nördlich Lowicz setzten unsere Verbündeten den Angriff auf die stark befestigten Stellungen der Russen erfolgreich fort. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes: von Höfer, Generalmajor. Der Rückzug der Russen aus Galizien. Wien, 13. Dez. Die Russen wurden nach über. einstimmenden Meldungen nordöstlich, östlich und südlich mindesteng 40 Kilometer weit über Krakau zurügkgeworfen. Wie Wiener Blätter vom 12. berichten, bringen die Kämpfe in den Karpathen den österr.=ungar. Truppen immer weitere Erfolge. Das Hausregiment des Zaren, das dort gekämpft hat, ist fast ganz vernichtet. Die Offiziere des Regiments bestanden aus jetzt erst ausgemusterten Kadetten. Die bisherigen russischen Verluste Genf, 13. Dezbr Das„Journal de Geneve“ veröffentlicht eine Pariser Meldung, wonach der „Temps" die bisherigen russischen Verluste auf 1600 600 Mann schätzt. Hiervon sollen 540 000 Tote, 400 000 Gefangene und die übrigen Verwundete oder Erkrankte sein. Der„Temps“ meint, Rußland werde kaum über genügende Reserven verfügen, um die Lücken, die diese gewaltigen Verluste in den Reihen der Truppen verursacht haben, ausfüllen zu können. ten werden. Der. Stand der Deutschen bei Arras und Umgebung ist sehr günstig. Feindliche Flieger über Freibung, Freiburg, 14. Dez. Gestern nachmittag zwischen ½53 bis 3 Uhr erschienen wieder mehrere feind. liche Flieger über Freiburg uund warfen einige Bomben ab. An einem Hause im inneren Stadtteil wurde großer Schaden angerichtet und eine auf dem Dache des Hauses stehende Dame verletzt. 2 Bomben fielen im„Columbi“ nieder, wo sich gerade zahlreiche Spaziergänger aufhielten. wurden zwei Damen durch Bombensplitter letzt. Der heilige Krieg. Vatum in Brand geschossen. wtb. Konstantinopel, 13. Dez.(Nicht. amtlich.) Vom türkischen Hauptquartier wird gemeldet, daß der große Kreuzer„Sultan Favus Selim“, der nach russischen Meldungen schwer beschädigt sein sollte, am 10. Dezember Batum in Brand geschossen hat. Die russischen Landbatterien haben ohne Erfolg das Feuer erwidert. Ein Dei Krieg gegen Frankreich. Günstige Lage in Nordfrankreich und Flandern. Genf, 12. Dezbr. Der in Flandern kommandierende General Foch konnte trotz umfassender Befestigungen der französischen Stellungen nicht verhindern, daß den Deutschen Dank dem Zusammenwirken von Genietruppen, Infanterie und Artillerie bei Ypern ein Durchbruchsversuch der Linie gelang. Die Franzosen wollen zwar einen kleinen Teil des Geländes wiedergewonnen haben, aber der Haupterfolg ist, daß die Deutschen jetzt alle Stellen geringeren Widerstandes am Vserkanal kennen und ihr ferneres Vorgehen danach einrich. Jcheimnis von Chalberg. türkischer Kreuzer bombardier: Sebastopol. Christiania, 14. Dezbr. Der„Intelligenz Sedlerne" wird aus London gemeldet: Vor Sebastopol hat der türkische Kreuzer„Midilli“ einen Feuerturm bombardiert und dabei erheblichen Schaden angerichtet. Er ist darauf verschwunden, ehe es möglich war, das Feuer des Kreuzers zu erwidern. Weitere Fortschritte der Türken im Kaukasus. Frankfurt(Main), 14. Dezbr. Die Operationen der türkischen Kaukasus=Armee schreiten, unterstützt von der türkischen Flotte, weiter günstig vorwärts. Die Abteilung der russischen Flotte, die im füdlichen Teile des Schwarzen Meeres zu operieren suchte, zog sich, wie schon wiederholt vorher, beim Erscheinen des Admiralschiffes„Sultan Selim“ fluchtartig gegen Sebastopol zurück. Mohammedanischer Aufstand im Kaukasus. wtb. Berlin, 14. Dez. Der„L.=A.“ meldet aus Konstantinopel: Wie unser Korrespondent authentisch erfährt, ist im Kaukasus ein großer mohammedanischer Aufstand ausgebrochen. Etwa 50 000 bewaffnete russische Mohammedaner sind zu den Türken übergetreten, um mit ihnen gegen die Russen zu kämpfen. Die Türken in Syrien. Kairo, 14. Dez. Hier eingetroffene Reisende aus Syrien berichten, daß dort 18000 Türken eingetroffen sind. Der Libanon sei von 150 000 Türken besetzt. Fez von den Franzosen geräumt. Mailand, 14. Dez. Italienische Blätter melden aus Spanien, daß die Franzosen Fez den Aufständischen überlassen haben. Die Wirkung des Heiligen Krieges in Indien. Dem Berliner„L.=A.“ wird aus Wien berichtet: Nach Meldungen, die aus Persien in Konstantinopel eintrafen, zeigt sich in ganz Indien bereits die Wirbung des Heiligen Krieges. Revolutionäre Aufrufe werden besonders in die Kasernen eingeschmuggelt. In Bombay kam es zu Soldatenunruhen, bei denen 80 Mann standrechtlich erschossen wurden. Bei der Abfahrt von Transportdampfern mit indischen Truppen nach Europa kam es zu Tumulten; das Militär ging gegen die aus Mohammedaner der besseren Stände bestehende Menge mit dem Bajonett vor. Die Attentate auf englische Beamte mehren sich. Auf die englischen Banken findet von seiten der englischen Einleger, die ihr Geld verlangen, ein Sturm statt. Der heilige Krieg. Konstantinopel, 12. Dez. Im Gebiete von Urmia haben außerordentlich heftige Kämpfe zwischen Russen und Kurdenstämmen stattgesunden. Mit Ausnahme der seither von Rußland bezahlten Stämme Timur=Agha und Simko haben sich alle Kurden gegen die Russen erhoben. Bei Tscharbach und Sinker haben die Kurden eine 3000 Mann starke russische Truppe geschlagen und auf Urmia zurückgeworfen. Als die Russen bei dem jetzt stark befestigten Urmia, unterstützt von 30 Nostorianern, einen neuen Vorstoß machten, erlitten sie bei Terkewar abermals eine Niederlage, wobei sie 3000 Mann und mehrere Offiziere an Toten und zahlreiche Verwundete verloren. Für den Mißerfolg rächten sich die Russen dadurch, daß sie in Urmia 12 Notabeln hängten. Die mohammedanischen Familien flüchteten in das türkische Konsulat in Armia. Die Kurdenstämme haben jetzt 8000 Reiter zusammengebracht, die vor Urmia stehen. Der bekannte Kurdenführer Hadschi Ilhan sammelt weitere 10000 Mann, um den Türken zu Hilfe zu kommen. Der Krieg gegen Laglund. 33 Romau von F. Kuntschner. „Wie soll ich das verstehen?“ In der ihr eigenen lebhaften Art sprach nun Frau Ilona zu dem ebenso aufmerksamen wie erstannten Gemahl von Evas tiefer Liebe zu dem jungen Thalberg und daß sie es, da dieser, wie sie überzeugt war, diese Liebe nicht erwidere, für das beste halte, Eva für längere Zeit von hier fortzubringen, ein Vorschlag, dem in Anbetracht der Sachlage auch Herr Gregor zustimmte. „Die arme Kleine!“ meinte er.„Also darum wollte sie nie etwas vom Heiraten hören und ich hätte ihr so gerue ein großes Glück gewünscht.“ „Das kann sie noch immer finden; sie ist jung und wird mit der Zeit vergessen lernen und, wenn sie die Hoffnungslosigkeit ihrer Liebe einsieht, auch den Verstand zu Worte kommen lassen. Freilich, wenn man jemanden wirklich liebt, dann—“ Frau Ilona machte eine Pause und umarmte den Gemahl:„Ich freilich“— fügte sie dann weichen Tones hinzu—„hätte, wenn ich nicht Dein Weib geworden wäre, mein Gregor, keinen andern mehr geliebt—“ „Und ich, Ilona, wie gerne denke ich an jene schöne Zeit zurück, da unste Herzen sich endlich fanden,“ entgegnete er, sie zärtlich an sich ziehend. „Und weißt Du noch, wie ich auf diese blonde, kleine Wienerin eifersüchtig gewesen bin?“ „Und ich erst auf den Laurenz!“ lachte er.„Es war aber auch schon nicht mehr schön, wie Du mit kokettiertest. Daß er nicht Feuer fing wundert mich heute noch. Die Armen!" sprach er dann ernst werdend, weiter.„Wer hätte geglaubt, daß wir sie, als wir unsre Hochzeitsreise antraten, nicht mehr wiedersehen würden? Sie waren noch jung, wer hätte da an Tod gedacht? Und sie hatten sich so lieb und. wenn auch vielleicht Mißhelligkeiten in ihrer Ehe vorkamen, war diese im ganzen doch eine glückliche.“ „Sie war eine so liebliche junge Frau, diese blonde Heddy, wie Laurenz sie stets nannte. Was mag nur über sie gekommen sein, daß sie so früh sterben mußte? Welch ein Glück, daß auch ihr iüngstes Kindlein starb!“ „Vielleicht vertrug sie das Klima im fremden Lande nicht, vielleicht auch zehrte der Schmerz um die verlorenen Lieben an ihrem Lebensmark und Sehnsucht nach der fernen Heimat. Doktor Riba wußte uns auch nichts Näheres zu sagen. „Arme junge Frau!“ wiederholte Ilona von Randolin.„Ich denke oft an sie.“ „Und Laurenz ist mir ein lieber Freund gewesen. Aber— kommen wir auf unsere eigene Angelegenheit zurück. Ich überlasse alles Deinem Ermessen, nir wird es schon recht sein. Arme kleine Eva!“ Acht Tage nach dieser Unterredung hatten die Randolins, nachdem sie noch in ihrem Palais eine Fete veranstaltet hatten, Wien verlassen, um in einem reizend gelegenen Ort Tirols Sommer= aufenthalt zu nehmen. Eva hatte Richard von Thalberg nicht mehr gesehen, da dieser, wie es hieß, mit seinem Freund Kurt Volkmar auf eine Woche nach Oberösterreich gereist war. 17. Kapitel. Auf Schloß Thalberg saß man eben beim Frühstück, als ein Diener dem Sohn des Hauses ein Telegramm überreichte, das nur die wenigen Worte enthielt:„Komme zu mir. Dein K. V.“ Während Richard las, flog ein Lächeln über seine ernsten Züge. „„Vou wem ist das, Richard? Darf man es wis„Gewiß, Papa,“ entgegnete der junge Mann freundlich und reichte dem Vater das Papier über den Tisch hinüber. Von Deinem Kurt, wie?“ „Von meinem Kurt, ja," lachte Richard. „Er braucht Dich natürlich wieder einmal, dieser— Kunstjünger, kam es jetzt beinahe schroff von den leise zuckenden Lippen der Freifrau.„Am besten wäre es, Du bliebst ganz bei ihm, denn seit Deiner Heimkehr bist Du mehr in Wien als hier bei uns. Mich wundert es eigentlich, daß Du ihn nicht als Reisebegleiter mitgenommen hast, dann wäret Ihr doch stets beisammen gewesen.“ „Ichhabeihm diesen Vorschlag gemacht, Mama,“ entgegnete Richard, der ihm gegenübersitzenden Mutter ruhig ins Antlitz schauend,„doch wurde er, zu meinem Bedauern, sehr entschieden zurückgewiesen.“ „Was ich kaum glaubhast finde.“ „Und warum Mama?“ Sie zuckte ungeduldig die Achseln und ihre Hand spielte nervös mit einem Goldlöffelchen. „Mein Gott! Solch armer Teufel sollte nicht mit beiden Händen zugreifen, wenn ihm solch gläuzender Antrag gestellt wird? Er hätte es schon seiner— künstlerischen Ausbildung willen tun sollen, denke ich.“ „Kurt hat nun einmal, obwohl er— wie Du zu sagen beliebtest, Mama— ein armer Teufel ist. auch seinen Stolz—“ „Pah! Bettelstolz!“ ##.„Mama, verzeihe! Er ist mein Freund, mein Reostel Fleund und, wie ich überzeugt bin, auch der einzige Mensch, der in mir nicht den Sohn millionenreicher Eltern, sondern den ihm zugetanen— Freund sieht. „Weil er ganz gut Deine schwache Seite kennt und deshalb—“ „Mama!“ „Nun?“ 1ch fmrchte ama“— dies wurde gemäßigter Stimme, in der jedoch ehrliche Entrüstung über die dem Freunde zugeBeurteilungs sprochen—„in Deiner Ein fehlgeschlagener englischer Plan. Im„Nautilus“ plaudert ein anscheinend Eingeweihter aus der Schule und verrät eine nicht zur Ausführung gelangten Plan Englands, die eutsche Flotte vor Kriegsausbruch zu überfallen und womöglich zu vernichten. Prinz Louis von Battenberg, der damalige Oberkommandierende der englischen Flotte, erließ in der Nacht vom 1. zum 2. August den Befehl an die bei Spethead versammelte englische Flotte, sofort in voller Stärke nach der Nordsee in See zu gehen und die in den norwegischen Gewässern befindliche deutsche Flotte unter Admiral von Ingenohl abzuschneiden und unter ungünstigen Verhältnissen zum Kampf zu zwingen. Nur die„unrühmliche Zaghaftigkeit“ des englischen Kabinetts verhinderte, wie der„Nautilus“ sich ausdrückt, diesen Plan. Die Verantwortlichkeit für diese Nachricht müssen wir der genannten Quelle überlassen. Zur Seeschlacht bei den Falklandsinseln. Basel, 13. Dezbr. Zu der Seeschlacht bei den Falklandsinseln schreiben die„Baseler Nachrichten“ uu. a.. Es ist kein englischer Erfolg, daß die deutchen Schiffe endlich im fünften Kriegsmonat der Uebermacht erlegen sind, sondern ein deutscher Erfolg, daß sie sich so über alles Erwarten lange halten konnten. Hätte der Krieg, wie alle Welt ansangs glaubte, nur ein Vierteljahr gedauert, so wären alle deutschen Auslandsschiffe siegreich und heil geblieben. Die schweigsame britische Admiralität. Haag, 12. Dez. Nach einer Reuter=Meldung herrschte gestern mittag im Kriegshafen von Dover große Aufregung, weil lebhaftes Geschützfeuer ertönte. Die englische Admiralität lehnt es ab, nähere Auskunft zu erteilen, ebenso wollte die Admiralität die vom Publikum verlangten Einzelheiten über die Vernichtung der vier deutschen Kreuzer zurückhalten. Privatdepeschen zufolge wächst die Befürchtung in England, daß auch die englische Flotte Schiffe in diesem Kampfe verloren hat. Zu dieser Befürchtung trägt sehr viel die heutige Meldung der„Westminister Gazette“ bei, die besagt, daß die Admiralität voraussichtlich bis zum Ende des Krieges die Namen der englischen Schiffe und die Zusammensetzung des Falk. landinselgeschwaders nicht veröffentlichen würde. junge Mann kam nicht weiter, denn eine Hand legte sich auf seinen Arm. „Beruhige Dich, mein Junge, Mama meint es nicht so böse und hat schließlich in einer Beziehung nicht so unrecht, denn auch ich habe den Eindruck," die tiefe Stimme des älteren Freiherrn zitterte leise —„daß Dich Dein Herz fast mehr zu diesem Kurt Volkmarhinzieht als zu— Deinen eigenen Eltern.“ Leichtes Rot stieg bei diesem Vorwurf in des jungen Mannes Antlitz, aber frei und offen richtete er die Augen auf den Vater. „Kurt ist mir lieb und wert, aber meine Liebe zu ihm ist doch eine ganz andere als die zu meinen Eltern. Wenn Du, Papa, jemals selbst einen Freund einen wahren, keinen Talmifreund, möchte ich sagen, gehabt hast, dann wirst Du auch den Sinn meiner Worte verstehen. Und jetzt bitte ich, mir zu verzeihen, wenn ich mich entferne.“ „Wir wollen Dich nicht abhalten, lieber Richard, denn da er telegraphisch um Dein Kommen ersucht, so wird es sich wohl um Ernstes handeln. Hoffentlich wird ihm kein Unglück zugestoßen sein.“ „Das wolle Gott verhüten!“ Als Richard zur Freifrau trat und sich verabschiedend ihre Hand küßte, ließ sie es wohl geschehen, ohne jedoch ein freundliches Wort, noch einen liebevollen Blick für den Sohn zu haben, der hierauf dem Bater herzlich die Hand bot. „Ich werde sobald als möglich zurückkommen, Papa.“ „Was uns sicherlich freuen wird.“ Während seiner dreistündigen Bahnfahrt war Richard sehr ernst gestimmt; eine bittere Empfindung überkam ihn, da er der kurzen Szene zwischen der Mutter und ihm sich erinnerte. Welch eine Gehässigkeit gegen den Freund, diesen so guten und treuen Menschen, den sie doch gar nicht geuug kannte, um sich über seinen Charakter ein gerechtes Di wib. London, termeldung.) D sandte an Churd dem Sieg bei den wortete: Daß das schen einen ent konnte, ist zum gr ermüdlichen Hilfe Die Deutschen sind ben. Ihre Rückke rig und gefährlich der englischen und für die unschätzbal Um It (8 werben England wie erfolglos. Bitten und Droh wunmehr auch zi Neuerdings mach taniens, nahe der Bewegung unter während die Senn ost=Zipfel Libyens italienische Blätte zupassen, ob nich Hand dabei imE Bruch mit der T an dem Kriege ge drängen.— Die müde, Italien ihr sichern und immer holen, daß der H Besitzungen Itali würde. In Rom Meldungen zufolg ten und feierlichen Zukunft Libyens daher auch auf wegen, deren sie les bedienen, erfo Serbisc G Wien, 13. Dez hat die serbische Berusung auf de sendung eines H beten. Die Athe genden Bedingun 1. Serbien er rechtmäßiger Anst steht; 2. Es gibt sei tigung der serbisc griechische Kommi 3. Serbien setz bandes durch, 1 einen eventuellen Die griechische nen, daß, im 8 den Bulgaren ül Waffengewalt ve(Die Richtigke weilen, nicht festst Chil Eben hat Jap denke, Kiautschou in aller Ruhe Kiautschou nach panische Regievur sichern lassen, daf pan und China meldet der Draht einen ausdrücklich die Vergewaltigr habe. Man kann ser Stimmungsär Hott! TOIS kannte, um sich über seiller. Ehnenttertin grreige. Urteil bilden zu können, hatte aus jedem ihrer und heute nicht zum ersten Mal— herausgeklungen..„ 217,16 Gegen senden Buchh Schwerte wirkt Dr. starkes Angenehm in übertroffene W Paket 20 Pfer Max Mehlhe Drogerie. Oet: PT Pe ist jedem 1 enthält 10 K der luf die englischen glischen Einleger, n statt. Gebiete von Ur. Kämpfe zwischen ttgefunden. Mit ßland bezahlten haben sich alle Bei Tscharbach eine 3000 Mann und auf Urmia ei dem jetzt stark 30 Nostorianern, tten sie bei Terwobei sie 3000 Toten und zahl. r den Mißerfolg aß sie in Urmia ohammedanischen sche Konsulat in jetzt 8000 Reimia stehen. Der Ilhan sammelt rken zu Hilfe zu England. zer Plan. anscheinend Einrrät einen nicht Englands, die h zu überfallen rinz Louis von mandierende der icht vom 1. zum spethead versamller Stärke nach die in den norttsche Flotte uneiden und unter upf zu zwingen. 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Churchill antwortete: Daß das britische Geschwader den Deutschen einen entscheidenden Schlag beibrinigen konnte, ist zum größten Teil der kräftigen und unermüdlichen Hilfe der japanischen Flotte zu danken. Die Deutschen sind gänzlich aus dem Osten vertrieben. Ihre Rückkehr dorthin dürfte äußerst schwierig und gefährlich sein. Churchill sprach im Namen der englischen und australischen Flotte seinen Dank für die unschätzbare Hilfe Japans aus. Um Italiens Bundesgenossenschaft werben England und Frankreich ebenso beharrlich wie erfolglos. Hatten sie sich bisher jedoch auf Bitten und Drohungen beschränkt, so scheinen sie wunmehr auch zur Intrigue gegriffen zu haben. Neuerdings machte sich im Hinterlande Tripolitaniens, nahe der tunesischen Grenze, eine drohende Bewegung unter den Eingeborenen bemerkbar, während die Senussi in der Kyrenaika, dem Nordost=Zipfel Libyens, Ruhe halten. Vorurteilsfreie italienische Blätter ermahnen die Regierung aufzupassen, ob nicht John Bull oder Frankreich die Hand dabei im Spiele haben, um Italien zum Bruch mit der Türkei und damit zur Beteiligung an dem Kriege gegen seine beiden Verbündeten zu drängen.— Die türkische Regierung wird nicht müde, Italien ihrer unbedingten Loyalität zu versichern und immer auss neue die Zusage zu wieder. holen, daß der Heilige Krieg auf die afrikanischen Besitzungen Italiens nicht ausgedehnt werden würde. In Rom vertraut man Konstantinopeler Meldungen zufolge diesen freiwilligen wiederholten und feierlichen Zusicherungen und ist wegen der Zukunft Libyens unbesorgt. Unsere Feinde werden daher auch auf den Hintertreppen und Schleichwegen, deren sie sich jetzt zur Erreichung ihres Zieles bedienen, erfolglos bleiben. Serdischer Hilferuf an Griechenland. Wien, 13. Dezbr. Nach Meldungen aus Sofia hat die serbische Regierung Griechenland unter Berusung auf den Bündnisvertrag um die Entsendung eines Hilfskorps von 100000 Mann gebeten. Die Athener Regierung sei nur unter folgenden Bedingungen dazu bereit: 1. Serbien erkennt an, daß Griechenland ein rechtmäßiger Anspruch auf die Stadt Monastir zu. steht; 2. Es gibt seine Zustimmung zu einer Berichtigung der serbisch=griechischen Grenze durch eine griechische Kommission; 3. Serbien setzt bei den Mächten des Dreiverbandes durch, daß letztere Griechenland gegen einen eventuellen. Angriff Bulgariens schützen. Die griechische Regierung gibt auch zu erkennen, daß, im Falle die Ententemächte Monastir den Bulgaren überlassen, Griechenland dies mit Waffengewalt verhindern werde. (Die Richtigkeit dieser Meldung läßt sich einstweilen, nicht feststellen.— D. Schriftl.) —.— China protestiert. Eben hat Japan erklärt, daß es garnicht daran denke, Kiautschou den Chinesen wiederzugeben, und in aller Ruhe die Verwaltung der Bahn von Kiautschou nach Tsingtau übernommen. Die japanische Regierung hat auch im Parlament versichern lassen, daß die Verhandlungen zwischen Japan und China befriedigend fortschreiten. Nun meldet der Draht, daß China jetzt zum dritten Mal einen ausdrücklichen und energischen Protest gegen die Vergewaltigung seiner Neutralität eingelegt habe. Man kann also aus der Verheimlichung die. ser Stimmungsänderung Chinas in der japanischen Erklärung mit Sicherheit schließen, daß es sich um sehr schwerwiegende Difserenzen zwischen den beiden Reichen im Osten handelt, deren Bekanntwerden den Japanern durchaus nicht erwünscht ist. Die einzelnen Regierungspräsidenten Chinas sind bereits von ihrer Regierung angewiesen worden, militärische Vorkehrungen zu treffen, bewajsnete Abteilungen sind schon auf dem Wege nach Schantung und die in China erscheinenden englischen Blätter berichten, daß 7000 Mann chinesischer Truppen in Lokon gegenüber Tsinanfu stehen und Besehl haben, sofort zu feuern, wenn die Japaner den Versuch machen sollten, den Hoangho zu überschreiten. Die chinesische Regierung ist energisch bemüht, ihre Neutralität Deutschland gegenüber zu wahren, sie hat die Freilassung deutscher Angestellter der Schantungbahn von den Japanern durchgesetzt und durch schwere Strafen den Vertrieb deutschfeindlicher Abbildungen durch japanische Händler verboten. Amerika und der Krieg. Die Lieferungen von Ulterseebooten seitens großer amerikanischer Firmen an die Mächte des Dreiverbandes, die seinerzeit durch die Inserate in englischen Blättern eine eigentümliche Beleuchtung erfuhren, werden nunmehr aufhören. Präsident Wilson hat den Erbauern dieses merkwürdigen Handelsartikels auseinandergesetzt, daß selbst die Lieferung nicht zusammengesetzter Schiffsteile mit der amerikanischen Neutralität unvereinbar sei. Auch der von Deutschland erhobene Protest gegen den Verkauf von Munition an unsere Gegner durch amerikanische Privatfirmen scheint Erfolg gehabt zu haben, denn im Senat ist jetzt eine Gesetzesvorlage eingebracht worden, die den Verkauf von Waffen und Munition an ein kriegführendes Land für ungesetzlich erklärt. In England herrscht deshalb große Verstimmung, weil es sich selbstverständlich nur eum Lieferungen zugunsten des Dreiverbandes handelte. #Aus Stadt und Umgebung. ** Schwerte, 14. Dezember 1914. **(Der silberne Sonntag) brachte in diesem Jahre nicht das Geschäft, wie wir es aus den früheren Jahren gewohnt sind. Besonders sehlte der Juzug von auswärts. Eine volle Ernte des Weihnachtsgeschäftes, wie wir sie sonst zu verzeichnen hatten, werden wir in diesem Jahre trotz unserer finanziell wie kriegerisch so günstigen Lage wohl nicht machen. Allerdings ist zu berücksichtigen, daß in der großen Paketwoche umfang. reiche Weihnachtseinkäufe für Liebesgaben gemacht worden sind, und die nächsten zwei Wochen werden noch einen günstigen Einfluß auf das Weihnachtsgeschäft ausüben, sodaß schließlich auch kein Grund vorliegt, allzu schwarz vom Weihnachtsgeschäft zu denken. Tue nur jedermann seine Pflicht und trage zur Belebung und Hebung des Geschäftsverkehrs bei, das ist eine gesunde Wirtschaftspolitik, mit der auch der Allgemeinheit ein großer Dienst geleistet wird. *e(Grüße aus dem Felde!) Schwerter Krieger senden der Redaktion der Schwerter Zeitung vom westlichen Kriegsschauplatz recht herzliche Grüße. Die„Pannekauken“ sind noch wohlauf und munter. Wir sitzen hinter lang ersehntem dautschen Bier und trinken auf das Wohl aller. Unteroffizier d. L. Wilh. Witte, Unteroffizier d. N. Fr. Twittmann, Unteroffizier d. L. Paul Cordes, Unteroffizier d. L. Paul Pferdekämper. **(Kriegsliebesdienst.) Das von den beiden hiesigen Sportvereinen Schwerter Sport=Klub 1906 und Verein für Bewegungsspiele am 6. Dezember veranstaltete Fußballspiel hat einen Reinertrag von Mk. 97.50 ergeben. Diese Summe wurde dem hiesigen Hilfsausschuß überwiesen. Bravo! *(Ortskrankenkasse.) Im Köster'schen Lokal wurde gestern nachmittag eine Ausschußsitzung der Allg. Ortskrankenkasse abgehalten. Zu Mitgliedern des Rechnungsausschusses wurden die Herren Scharfe, Burgemeister und Müller gewählt. Der Voranschlag für 1915 wurde auf 53235,64 Mark festgesetzt. Dann wurde nach längerer Aussprache beschlossen, den zur Fahne einberufenen Mitgliedern beim Ableben das ihnen zustehende Sterbegeld zu zahlen, wenn sie sich beim Ausscheiden aus dem Arbeitsverhältnis bei der Kasse freiwillig weiterversichern. Der wöchentliche Beitrag für solche Mitglieder wurde auf 18 Pfg. festgesetzt. Diesbezügl. Anträge sind bis zum 31. Dezember an die Kasse zu stellen. *e(Ev. Vollsbüro.) Die letzte diesmonatliche Sprechstunde des ev. Volksbüros findet am nächsten Mittwoch, den 16. Dezbr., morgens 11 bis 1 Uhr, im Lokale des Herrn Müller„Zum alten Rathause“ statt. Verbandssekretär Jakobi, Iserlohn, wird kostenlos Rat und Auskunft an jedermann in Stadt und Land erteilen. **(Staats=Eisenbahnverein.) Im Hotel„Zur Post“ fand gestern eine gut besuchte General=Versammlung des Staats=Eisenbahnvereins statt. Das Andenken von drei verstorbenen Mitgliedern wurte durch Erheben von den Sitzen geehrt. Aus den Verhandlungen dürfte von Interesse sei, daß der Verein von seinem Vermögen dem Roten Kreuz den Betrag von 300 Mk. überwiesen hat; 500 Mk. wurden für andere durch die Kriegslage bedingte Unterstützungszwecke bereit gestellt. **(Mit dem eisernen Kreuz ausgezeichnet) wurde der im 98. Infanterie=Regiment auf dem westlichen Kriegsschauplatz kämpfende Musketier Wilh. Gosebruch. Sohn des Bahnbeamten G. vom Nordwall hierselbst. Wir sprechen dem wackeren Vaterlandsverteidiger unsern besten Glückwunsch aus. **(Sanitätskolonne.) Auf die morgen(Dienstag) abend im Vereinslokal stattfindende HauptJahresversammlung seien die Mitglieder auuch an dieser Stelle noch aufmerksam gemacht. **(Der M.=G.=V.„Cäcilia") hielt gestern seine Generalversammlung im„Westf. Hof.“(Kordeck) ab. Vier neue Mitglieder konnten dem Verein wieder zugeführt werden. Der Vorstand wurde fast einstimmig wiedergewählt, desgleichen das alte Vereinslokal Kordeck. Die Familienangehörigen der im Felde stehenden Mitglieder sollen für die Zukunft aus Vereinsmitteln unterstützt werden und wurden die entsprechenden Maßnahmen des Vorstandes genehmigt. Nach Erledigung des geschäftlichen Teiles blieben die Sangesbrüder noch einige Zeit gemütlich beisammen. **(Die Bahnmeisterkarriere wieder offen.) Die bei dem Eisenbahnzentralamt geführte Bewerberliste für den Bahnmeisterdienst ist seit heute wie. der offen. Bewerber müssen das Maurer=, Zimmerer. oder Schlosserhandwerk gründlich erlernt haben und im Besitz des Reifezeugnisses einer staatlich anerkannten Baugewerkschule sein. Sie müssen die Prüfung mit mindestens„gut" bestanden haben. Bewerber mit dem Einjährig-FreiwilligenBerechtigungsschein haben den Vorzug. **(Neuer Verein.) Vor einigen Tagen wurde hier eine Ortsgruppe Schwerte des„Englischen Invasionsvereins", Sitz Hannover, gegründet. Vorsitzender der Ortsgruppe ist der Fabrikbesitzer Herr Hugo Möhling und Rendant der Bankvorsteher Herr Ernst Klein hier. Jedermann kann Mitglied werden. Anmeldungen nehmen die genannten Herren entgegen. Die in beliebiger Höhe zu bezeichnenden Beiträge werden zu Hilfs= und Liebesgaben für das Deutsche Heer, insbesondere für die etwa in England llandenden Truppen und die Marine verwandt und sind erst fällig, sobald amtlich bekannt gegeben ist, daß deutsche Truppen Englands Boden besetzt haben. *e(Krankheits=Statistik.) In der 48. Jahres. woche vom 22. bis 28. Novomber sind im Kreise Hörde(Stadt und Land) folgende Fälle von übertragbaren Krankheiten amtlich gemeldet worden: Erkrankungen an Diphtherie 4(2 Hörde, je 1 Schü“ ren, Holtbrügge), Kindbettsieber 1(Hörde), Körnerkrankheit 2(je 1 Hombruch, Wellinghofen), Scharlach 9, darunter 1 mit tödlichem Ausgang(6 Hörde, je 1 Aplerbeck, Schüren), Unterleibstyphus 1(Soldat in Hörde); Todesfälle durch Tuberkulose 1(Barop.) ** Garenseld, 14. Dez.(Ein Wohltätiskeits=Konzert) hatte gestern der Gesangverein„Niegedacht“ veranstaltet, welches sich eines sehr regen Besuches zu erfreuen hatte. Der Verein bot seinen Gästen recht genußreiche Stunden; sowohl die Chorlieder wie auch die EinzelDarbietungen wirden mit lebhaftem Beisall aufgenommen. Die ganze Veranstaltung nahm einen schönen, harmonischen Verlauf. Westfalen und Rheinland. * Hacheney, 12. Dez.(Leichenfund.) Donnerstag wurde hier in der von Rombergschen Waldung die Leiche einer männlichen Person erhängt aufgefunden. Sie wurde in die Leichenhalle nach Wellinghofen geschafft. Es scheint sich um einen Kaufmann aus Köln zu handeln. * Essen, 12. Dez.(Von einem Schutzmann erschossen). In der letzten Nacht wurde der Fuhrmann Kalinski von dem Schutzmann Steinbacher im Verlaufe eines Streites erschossen. Steinbacher, der von Kalinski und mehreren anderen Personen hart bedrängt wurde und zu seiner Feuerwaffe greifen mußte, wurde von einem der Beteiligten durch einen Schuß in den Oberkieser verwundet. Die Täter wurden noch in der Nacht verhaftet. * Köln, 12. Dez.(Ein Gefallener, der seinen Tod selbst dementiert.) Der Sohn eines hiesigen Bürgers kehrte mit verbundenem Kopfe zur Ausheilung nach hier in das elterliche Haus zurück, findet niemanden zu Hause und erfährt, daß alle in der nahegelegenen Kirche seien. Auch er begibt sich dahin und kommt noch zurecht, um zu hören, wie seine eigene Seelenmesse gelesen wird. Desto größer war nun die Freude, den Totgeglaubten lebendig vor sich zu sehen. Büchertisch. Alle unter dieser Rubrik besprochenen Bücher sind in der Carl Braus'schen Buchhandlung zu haben. Kosmos=Kalender 1915 M. 1.60. Stuttgart, Kos. mos, Gesellschaft der Naturfreunde(Franckh'sche Verlagsbuchhandlung.) Der große Erfolg, den der Kosmos=Kalender 1914 zu verzeichnen hatte, hatte bewiesen, daß die Herausgabe dieses Unternehmens wirklich einem Bedürfnis entsprochen hat. Der vorliegende Kalender von 1915 ist noch weit reicher ausgestattet, als der vom Vorjahre, so daß seine Benützung für jeden Naturfreund eine Quelle der Freude sein und ihm eine Fülle von wertvollen Anregungen bringen wird. Trowitzsch's Damenkalender für 1915 steht unter dem Kriegszeichen. Alles, was er bietet, ist erfüllt von dem Geiste dieser Zeit, der auch die Frauenwelt in überwältigender Weise ergriffen hat. So bringt der Kalender diesmal u. a. stimmungsvolle Kriegsgedichte, Gedenktafel, Winke für Liebesgaben, prächtige Porträts unseres Kaisers und der Sieger von Longwy, Metz und Neuschateau. Der kleine freundliche Jahresbegleiter, dessen geschmackvolle Ausstattung wir hervorheben, wird damit ein rechtes Damengeschenk für das Kriegsweihnachten. Er ist erschienen im Verlag Trowitzsch u. Soha, Berlin SW 48. Der Preis ist Mk. 1.50. Kriegswortschatz 1914. 1001 Antworten auf zeitgemäße Fragen. Kurze, sachgemäße Erklärung jetzt vielgebrauchter Ausdrücke, bedeutender Namen und wichtiger Ereignisse: militärisch, statistisch, geschichtlich, geographisch, biographisch usw., zusammengestellt von W. Michaelis. 64 Seiten. Preis 80 Pfg Verlag von Strecker u. Schröder in Stuttgart. Verantwortlich für die Redaktion Friede. Kraas, Druck u. Verlag von Carl Braus, beide in Schwerte Herven G. Kudben-Kleldung kaufen Sie sehr vorteilhatt in dem Spezialhaus# K#1-1, k#. Com. für Herren- und Knaben-Kleidung der Firma A.HIen Er Ostenhellweg 23(gegenüber I. Fischer) in Dortmund, Torsicher! wirkt Dr. Bufleb’s extra starkes Mottenpulver Angenehm im Geruch! Unübertroffene Wirkung! Grosses Paket 20 Pfennig. Nur bei: Max Mehlhose, Medizinal Drogerie, Oet: strasse. Weihnachtsbäume billig zu haben. 7208 Wirschaft A. Menhe. Der F" Ntias als „„„„ ist jedem im Felde Stehenden willkommen. Der Atlas enthält 10 Kriegskarten über sämtliche Kriegsschauplätze der Erde in elegantem Ganzleinenband. 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Drum geht sein Ruf an„Die von Schwerte“ (Zufrieden ist's mit kleinem Werte): Helft Kräfte spenden, Freud’ bereiten, Bei denen, die bald wiederum streiten. Zeigt weiter Opfersinn hinieden! Dafür schenk' ich euch Himmelsfrieden. Bringt eure Gaben bald heraus In das Katholische Krankenhaus! 7707 Pastor Feike Heilweise Augendlagnose, Homöopathle, Naturhellweise (keine körperliche Untersuchung) 3411 Dr. phll. Mayus, Hagen I. W., Elberfelderstrasse 27. Einziger beglaubigter Vortreter am Platse. Sprechzeit: Sonntag 10—1 Uhr. Dienstag. Mittwoch, Freitag und Samstag 10—1 Uhr und 2—5 Uhr. Außer den bereits mitgeteilten 4193 Mark und den vom Roten Kreuz in Schwerte durch Frau Reifenberg daselbst gespendeten Sachen sind an weiteren Liebesgaben für unsere braven Marine=Mannschaften eingegangen: 1 Einzel=Paket von Frl. Mieze Schulze=Holzwickede, Holzwickede, Unternehmer Garte, Holzwickede, Witwe Jaques, Holzwickede. Lokomotivführer Heinrich Knoche, „Holzwickede, Rentier Schulze=Holzwickede, Holzwickede, Apotheker Fritz Brodtmann, Holzwickede, Frl. A. Brodtmann, Holzwickede, 1 Kopsschützter und 1 Paar Pulswärmer von Frau Kanzlist Neumann, Hörde, 1 Paar Kniewärmer, 1 Kopfschützer, 1 Paar Ohrenbinder von Frau Kreisausschußsekretär Meschkat, Hörde, 7 Gesichtskappen, 6 Paar Strümpfe und 12 Leibbinden durch Frl. Overweg, Reichsmark, von verschiedenen Schülern in Hohensyburg. An weiteren Spenden zum bevorstehenden Weihnachtsfest gingen ein gesammelt durch den Vollziehungsbeamten Herrn Heimbeck 200 Mark. Von dem Buchdruckereibesitzer derrn May, Hörde, 100 Mark. Herr Groß=Admiral von Koester, Kiel, welcher um Bestimmung der Abnahmestelle gebeten wurde hat folgendes Schreiben an die Geschäftsstelle des deutschen FlottenVereins gerichtet: „Ihr gefälliges Schreiben vom 27. v. Mts. hat mich sehr erfreut; die in so hochherziger Weise gesammelten Sachen werden unseren braven Seeleuten gute Dienste tun. Die Sendung wollen sie adressieren, wie folgt: Abnahmestelle für Liebesgaben z. Hd. des Herrn Kontre=Admirals Meier Intendantur=Gebäude Wilhelmshafen, von Koester, Groß=Admiral.“ Während die Liebesgaben an diese Adresse abgesandt worden sind, werden die eingegangenen Barbeträge zur Beschaffung von Weihnachtsgaben an die Centralstelle für Angelegenheiten freiwilliger Gaben an die Kaiserliche Marine z. Hd. des Herrn Groß=Admirals von Koester, Kiel abgesandt. Weitere im Stadtbezirk Schwerte gesammelten Spenden in Höhe von 203 Mark sind der Sammelstelle daselbst für Weihnachtsspenden an die Familien einberufener Marine=Mannschaften in Schwerte (29) belassen. Allen hochherzigen Gebern sage ich Namens der Geschäftsstelle Hörde meinen verbindlichsten Dank. Jede weitere Zusendung von Liebesgaben für unsere Marine wird dankend entgegengenommen„Hörde Kreishaus Zimmer 16“. 7597 Der Stellvertreter des Vorsitzenden des deutschen Flotten=Vereins der Geschäftsstelle Hörde Dr. Burchard, Königlicher Landrat i. V. Beranntmachung. Es wird hiermit zur öffentlichen Kenntnis gebracht, daß für die Gemeinde Wichlinghofen: 1. der Landwirt und Brennereibesitzer Eugen Voerste zum Gemeindevorsteher, 2. der Landwirt Louis Schmidt zum 1. Gemeindevorsteherstelloertreter und 3. der Maschinenwärter Gustav Hunscher zum 2. Gemeindevorsteherstellvertreter für die 6 jährige Amtsdauer vom 9. Dezember 1914 bis dahin 1920 gewählt, durch den Herrn Landrat bestätig! und heute durch mich vereidet und in ihr Amt eingeführt worden sind. 7710 Wellinghosen, den 9. Dezember 1914. Der Amtmann: Hartung Samstag morgen 4 Uhr entschlief sanft im festen Glauben an ihren Erlöser meine liebe Frau, unsere gute, treusorgende Mutter, Grossmutter, meine liebe Tochter, Schwester, Schwägerin und Tante, die Eheirau Cart Wonenweder Lina geb. Schreiber im 51. Lebensjahre. Um stille Teilnahme bitten Die trauernden Hinterbliebenen. Holzen bei Schwerte, Dortmund, Klafeld, Geisweid und Paderborn, den 12. Dezember 1914. Die Beerdigung findet Dienstag nachmittag 3 Uhr vom Trauerbause, Rosenweg 32, aus statt. Sollte jemand keine besondere Anzeige erhalten, möge man diese als solche betrachten. 7711 4 für Weihnachten erbitte der Jetzigen Verkehrslagen wegen möglichst baldigst Ssohnaltalung Onnz Bitkes Schwerte(Ruhr) Gr. Marktstr. 3—5 Mehgere tüchtige S. a.1er sofort gesucht. 7578 Eisenindustrie zu Menden und Schwerle. Gewankter sserigen F zum sosortigen Eintritt von h'esigem Werke gesucht. Angebote unter K. 7586 an die Geschäftsst. d. Ztg. Goldwaren und Schmucksachen Moderne Colllers. 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Dezember 1914. 7709 Trauer-Brieie liefert schnell und sauber Buchdruckerei E. Braus A. Eick& Comp. Balkenstrasse 36—38 DORTMUND Balkenstrasse 36—38 beim Bezirks-Kommando. 4892 gesucht Gcher Buglerin riG Hagenerstr. 34 II. sucht tücht. solid. d Waschm. fert. beschla. u. Dreh. u. Schloss. i. f. dauernd Stell. Angeb u. Res. m. Gehaltsang. unt. K. 7718 a. d Geschä tssl. Futterwurzeln empfiehlt billigst 7715 L. Weinberg. Makulaturpapier empfiehlt billigst Fullerkarlosseln kleine, gesunde Ware gibt billigst ab solange Vorrat H. Müller 7713 Bahnhofstr. 27. Gestents ausschlag. Pickel, Mitesser, Flechten verschwinden meist sehr schnell, wenn man den Schaum von Zucker's Patent-Medizinal-Seife, in drei Stärken à 50 Pf. 1.00 Mk. u. 1.50 Mk abends eintrocknen läßt. Schaum erst morgens abwaschen und mit ZuckoohCreme(Tube 50 und 75 Pf. 2c.) nachstreichen. Großartige Wirkung, von Tausenden bestätigt. Zu haben bei C. Trog, Max Mehlhose, Drogerien. 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Ueber die Psychologie des Arbeiters, deren Erforschung erst in jüngster Zeit begennen worden ist, bietet reiches Material ein Werk von Dr. Adolf Levenstein, in dem die Resultate einer großen Umfrage niedergelegt sind. Von den 8000 Fragebogen, die Levenstein versandte, kamen 5040, also 63 Prozent, mit Antworten zurück. Auf Grund des hier gesammelten Materials gibt Dr. D. Meyer in einem Aufsatz der„Grenzboten“ Beiträge zu dem interessanten Problem, wie sich das seelische Verhältnis der Arbeiter zu ihrer berufsmäßigen Arbeit gestaltet. Auf die Frage, ob die Arbeit Freude mache, antwortet ein Bergarbeiter aus dem Ruhrrevier:„Meine Arbeit macht mir absolut kein Vergnügen, das ist auch wohl im Bergbau so gut wie ausgeschlossen. Wenigstens habe ich noch niemand kennen gelernt, der Vergnügen an der Grubenarbeit fände. Man verrichtet seine Arbeit rein mechanisch, unter einem Zwange stehend. Wenn man nicht Vagabund werden will, muß man arbeiten, und in anderen Berufen würde man auch nichts Besseres finden. Ich habe zuweilen Interesse für neue technische Errungenschaften im Bergbau, neue Abbaumethoden, neue Maschinen, auch für die manchmal eigenartigen Gebirgsformationen.“ Ein Forster Weber schreibt:„Meine Arbeit hat mir von der ersten Stunde ab noch kein Vergnügen bereitet. Interessant sind mir nur die Fälle, bei welchen mir der Mechanismus der Webstühle eine besonders harte Nuß zu knacken gbf: Ein Werkzeugschlosser aus Solingen dagegen meint: „Die Arbeit an sich macht mir sehr viel Freude. Ich glaube sogar, sie zur Erhaltung meines Gleichgewichts zu bedürfen. Es ist dies allerdings nicht der Fall, wenn ich anhaltend monotone Arbeit verrichten muß. Dann kann sich die Unlust bis zum Ekel steigern.“ Auf die Frage, ob er bei seiner Arbeit denke, antwortet ein schlesischer Bergmann:„Ich kann mir keinen Zustand vorstellen, bei dem man nicht denkt. Ich baue bei der Arbeit Luftschlösser, forme Länder und Welten und mache große und kleine Politik, philosophiere wie Diogenes. Kurzum: ich bin ein unruhiges Quecksilber, daß ich immer einen Knochen haben muß, an dem ich nagen kann.“ Ein anderer schreibt:„Ich denke, kann's leider nicht lassen, zumeist an mein Kind zu Hause oder über das zuletzt gelesene Buch. Einmal kostete mich das Denken in der Grube zwei Finger. Kann's trotzdem nicht lassen.“ Ein Berliner Dreher äußert sich:„Das Liebste ist mir, daß ich immer solche Arbeit habe, die mein ganzes Denken in Anspruch nimmt, denn ich bin vom vielen Grübeln so nervös, daß ich oft die Tränen nicht unterdrücken kann.“ Sehr resigniert klingt die Antwort eines Arbeiters auf die Frage, was für Wünsche er in bezug auf die Umgegestaltung der ökonomischen Lage habe.„Für mich persönlich hofse ich nichts, was erwähnenswert wäre; es hat eine Zeit gegeben, wo ich meinte, die Welt läge mir offen, da ich die Welt noch nicht kannte und meinte, so ein Sehnen nach Glück müsse das Glück auch bringen. Still ist's geworden im Herzen, und manches Mal da zuckt es noch, dieses rebellische Herz, und will sich gar nicht damit abfinden, daß es keinen Anteil am Glück soll haben. Vielleicht stelle ich die Ansprüche an das, was man Glück nennt, zu hoch. Wenn ich die Menschen um mich betrachte, alle haben fast, so wie ich, sich nach Glück gesehnt und meinen es zu haben und sind zufrieden, oh, ich möchte trotzdem nicht mit ihnen tauschen. Lieber wissen, daß das Glück ich nicht habe, als unwissend durchs Leben gehn.“ Interessant sind die Zusammenstellungen über die Lektüre der Arbeiter. Danach hatten 17,8 Prozent wissenschaftliche und sonstige wertvolle Lektüre gelesen, 35,5 Prozent sozialistische und gewerkschaftliche Literatur, 19 Prozent Schundliteratur; 13,7 Prozent erklärten, keine Bücher zu lesen, 13,1 Prozent beantwortéten die Frage überhaupt nicht. Rebus. Brunn# %5 — Bruck 9 A LE 8 8 8 (Auflösung folgt in nächster Nummer Sumur. Im Examen. Professor:„Also nehmen wir an, Sie werden zu einem Fall von Blinddarmentzündung gerufen; was fragen Sie dann zuerst?“ Kandidat:„Nach der Adresse des Patienten.“ K Amtliches Kreisblatt fü dn hris börde #n e S S 46. Jabrgang O Grites und istelles Cagesorgan des Kreßes O h####-Arnoncentis □ Der nette Fcktor. ie blutbespritzte Mauer mit den entsetzlichen Hausen davor aufgetürmter, im grn,„ Manschenloiher HSsse #nn Todeskampfe verreniter Menschenleider hatte Werner unverwischbar vor Augen inden, und neben diese haften Bilde erschien ihm hier draußen gestanden, und neben diesem grauenhaften Bilde erschien ihm hier draußen jetzt alles von einer Anmut und Heiterkeit, wie er sie sicherlich nie zuvor an den zumeist recht schmucklosen und nüchternen Bauwerken der argentinischen Hauptstadt wahrgenommen. Wenn er sich an die ihm erteilten Weisungen halten wollte, so bestand seine nächste Aufgabe darin, das Haus Vidals aufzusuchen, das ihm nach der schriftlichen Erklärung seines edlen Freundes eine sichere und gastliche Zufluchtsstätte bieten sollte. Er hatte die zwingendsten Gründe, von diesem Anerbieten Gebrauch zu machen; denn er war ohne alle Mittel, und so treffliche Dienste ihm seine Verkleidung auch bei dem Entweichen aus dem Gefängnis geleistet haben mochte, für eine Fortsetzung seiner Flucht hätte sie ihm doch eher hinderlich als nützlich sein müssen. An eine Rückkehr in seine Hotelwohnung aber, wo er sich mit Geld und Kleidung hätte versehen können, war wegen der damit verbundenen Gefahr nicht zu denken, wenigstens nicht, solange er sich in seinem jetzigen Aufzuge befand. Die Gegend in der unmittelbaren Nähe des Stadthauses war wie ausgestorben. Sie bildete den eigentlichen Mittelpunkt der von den Aufständischen eingeschlossenen inneren Stadt und war darum bisher vom Kampfe verschont geblieben. Wenige hundert Schritte weiter jedoch stieß Werner bereits auf die ersten Spuren dieses Kampfes, auf umgestürzte Karren, auf den Leichnam eines Pferdes, und an der Kreuzung zweier Hauptstraßen auf eine größere, halb zerstörte Barrikade. Einige Dutzend Soldaten lungerten um ein Feuer, das sie mitten in der Straße angezündet hatten, und da Werner nach einer Berührung mit ihnen wenig Verlangen trug, ging er wieder ein Stück zurück, um in eine der engeren Seitengassen einzubiegen. Schon nach wenig Minuten sah er sich in einer ihm völlig unbekannten Gegend, und ernstliche Besorgnisse, daß es ihm überhaupt nicht gelingen würde, sein Ziel zu erreichen, begannen sich in ihm zu regen. Da krachte in seiner unmittelbaren Nähe ein Schuß, ein zweiter folgte, und dann das Geknatter einer ganzen Salve. Ehe er sich noch mit voller Bestimmtheit darüber zu orientieren vermocht hatte, aus welcher Richtung das Kampfgetöse drang, brach mit lautem Geschrei aus der nachsten Seitenstraße ein offenbar in Roman von Reinhold Ortmann. (37. Fortsetzung.)(Nachdruck verboten.) wilder Flucht begriffener Menschenhaufe hervor. Es waren wohl mehr als fünfzig mit Säbeln und Gewehren bewaffnete Männer, aber es waren keine militärischen Uniformen unter ihnen zu erblicken, und Werner zweifelte darum nicht, daß es versprengte Insurgenten seien. Er sah sich nach einem Schlupfwinkel um, in dem er sich vor ihnen hätte verbergen können, aber die Türen der Häuser waren samt und sonders fest verschlossen, und da inzwischen auch der Mond über den Dächern emporgestiegen war, die Straße fast taghell mit seinem silbernen Licht überflutend, hatten ihn die Heranstürmenden gewahrt, bevor es ihm gelungen war, ein schützendes Versteck zu gewinnen. Der uniformrock des guten Sennor Cabildo wurde ihm jetzt zum Verhängnis, denn die Insurgenten, die ihn für einen ihker Feinde hielten, zeigten Lust, sich an dem wehrlosen Einzelnen für die Schlappe zu rächen, die sie soeben von den Regierungstruppen erlitten zu haben schienen. Werner vernahm die drohenden Rufe, die nur ihm gelten konnten, er sah das Aufblitzen von Schüssen und hörte deutlich das unheimliche Pfeifen von Gewehrkugeln, die dicht an seinem Haupte vorüberflogen. Sein Leben war in äußerster Gefahr, und es wäre Wahnwitz gewesen, an einen Widerstand zu denken. Hier gab es keine Rettung, wenn nicht in schneller Flucht. Darum, ob ihn dieselbe seinem Ziele näher brachte, oder ihn nur weiter von demselben entfernte, durfte er sich natürlich jetzt nicht kümmern. Er rannte in die erste beste Gasse hinein, die sich vor ihm öffnete, und dann aufs Geratewohl weiter und weiter, solange er noch das Schreien, Toben und Schießen hinter seinem Rücken vernahm. Das Glück schien auch diesmal mit ihm gewesen zu sein, denn der Lärm wurde schwächer, so daß er annehmen durfte, die Ausständischen hätten seine Spur verloren oder aus irgendwelchen anderen Gründen die Verfolgung aufgegeben. Beinahe atemlos vom raschen Laufe blieb er stehen und betrachtete seine Umgebung in der Hoffnung, aus irgendwelchen Anzeichen zu erkennen, wohin dieser neue, unvorhergesehene Zwischenfall ihn geführt hatte. Und er glaubte kaum seinen Augen trauen zu dürfen, als er warnahm, daß er sich in einer Seitenstraße der Calle San Martin befand, deren er sich der halb so genau erinnerte, weil in ihr die Wohnung es Prokuristen Henninger lag, den er in den ersten Wochen seines Aufenthalts wiederholt von Donna Marias Lectulia bis zu seinem Hause begleitet hatte. Zugleich — — 0 O E *** # * 5 * * *. 2 E 5 8 8 * 80 * 8 * S##e: 2.8.5 8* * 70 *. * * S 8 n S 9 5 5 3• 8 5 S• S 1 7.— S: * 8 9 88 * 8 # 2 * 5 22 8 ** 35 5 * 3•5 8 5 S S * 5 * a 9 * S 15 S 6 3 5 6 0 2 H*" S 2# 8— * S S TSg S# S 8 ö 2 1* S 9.—2 95 8 8 5 E5 S• 588 9 28 5 S gEs B 9 *∆* PiS S 9 8 8 5 5 5 E 8 S ORET 8 950 # S0 E S 3 E 9 * 3 — L 3• 5 S i5" 58 # Sn 5* B∆ B m 1. — E 8 15 ** 5 S *"* 8 2 5 SSSEE S 55 25 *FO•EERER &a OSe, SEg 5 aFS„GSS SSE ######Sgg.S S S Sg5 SSELE *#sehet S6 E235 mit dieser Erkenntnis fuhr ihm ein neuer Gedanke durch den Sinn. Die große Lebensgefahr, der er soeben nur wie durch ein Wunder entronnen war, hatte ihm ja deutlich gezeigt, wie bedenklich es sei, die Stadtgegend, in der Doktor Vidals Haus lag, zu betreten. Sein deutscher Landsmann aber hatte ohne Zweisel in ungleich höherem Maße als jener Fremde die Pflicht, ihm Schutz und Beistand zu gewähren; er durfte sich nicht weigern, ihn bei sich aufzunehmen. „Das Schicksal muß es doch besser mit mir im Sinne haben, als ich es noch vor wenig Stunden vermuten konnte," dachte er, als er zwei Fenster des ersten Stockwerks, das der Prokurist bewohnte, hell erleuchtet sah. Die Haustür zwar war verschlossen, aber er brauchte nur ein paarmal in die Hände zu klatschen, um Henningers Aufmerksamkeit zu erregen. Der Schatten einer menschlichen Gestalt zeigte sich oben, und gleich darauf wurde ein Fensterflügel geöffnet. „Wer ist da?“ rief die Stimme des Prokuristen hinunter. Die Frage war in spanischer Sprache gestellt; Rodewaldt aber, der sich noch im Schutze eines Mauervorsprungs hielt, antwortete auf deutsch, indem er seinen Namen nannte und hinzufügte:„Sie müssen mir für diese Nacht Gastfreundschaft gewähren, und ich bitte Sie dringend, lassen Sie mich auf der Stelle ein!“ Die Entfernung war zu groß, als daß er hätte wahrnehmen können, ob sich auf Henningers Antlitz eine besondere Gemütsbewegung offenbarte. Einigermaßen seltsam war es immerhin, daß Sekunden verstrichen, ehe die Erwiderung kam:„Ich werde selbstverständlich sogleich herabkommen. Aber sind Sie es denn wirklich?" Werner trat in das helle Mondlicht hinaus und nahm die Uniformmütze ab.„Ich habe mich vielleicht ein wenig verändert, seitdem wir uns zum letzten Male gesehen, aber ich hoffe, Sie zweifeln trotzdem nicht länger an meiner Identität.“ „Nur einen Augenblick Geduld!“ tönte es herunter. „Ich werde Ihnen selbst öffnen.“ In der Tat verging nur eine sehr kurze Zeit, bis der Schlüssel knirschte und die Haustür sich auftat. Henninger, der noch vollständig angekleidet war, hob die mitgebrachte Kerze empor, so daß ihr Licht voll auf das Antlitz des Einlaßheischenden fiel, und ohne daß sich dabei in seinem eigenen Gesicht irgendwelche Bewegung verraten hätte, sagte er:„Haben Sie diese Veränderung vorgenommen, um sich unkenntlich zu machen, so ist Ihnen Ihre Absicht allerdings vortrefflich gelungen. Ich gestehe, daß ich bis zu diesem Moment noch immer an die Möglichkeit glaubte, irgendein Spaßvogel wolle sich über mich lustig machen. Aber treten Sie gefälligst näher und seien Sie mir willkommen. Ich stehe Ihnen natürlich sowohl mit meiner bescheidenen Behausung wie mit allem, was ich sonst besitze, zur Verfügung.“ Wie das gesprochen war, klang es vielleicht nicht besonders herzlich, aber es war doch auch nichts von Unlust und innerem Widerstreben darin zu spüren. Als sie oben in dem behaglich eingerichteten Wohnzimmer standen, das der Bankdirektor heute zum erstenmal betrat, war denn auch ein warmes Dankeswort das erste, was über Werners Lippen kam. „Ohne den glücklichen Zufall, der mich ganz unvermutet in die Nähe Ihrer Wohnung brachte, wäre vielleicht doch alles für mich verloren gewesen,“ sagte er. „Und an der Größe der Gefahr, der Sie nun ja, Gott sei Dank, entronnen sind, mögen Sie ermessen, was Ihre Freunde— vorausgesetzt, daß Sie mir gestatten, mich unter dieselben zu zahlen— seit diesem unglückseligen Morgen um Ihretwillen an Angst und Aufregung ausgestanden. Es waren in der Tat entsetzliche Stunden.“ Für jemand, der durch das unverhoffte Erscheinen eines verloren Geglaubten plötzlich aus einem Zustande entsetzlicher Angst und Aufregung befreit wird, war das Benehmen des Prokuristen beim Anblick Werners eigentlich merkwürdig gefaßt und gleichmütig gewesen. Aber der Bankdirektor kannte ja die unerschütterliche Ruhe seines Mitarbeiters und war außerdem nicht in der Stimmung, auf den augenfälligen Gegensatz zwischen Henningers Worten und seinem Benehmen viel Gewicht zu legen. „Sie wußten also, wie es um mich stand?“ fragte er.„Meine Botschaft aus dem Gefängnisse hat Sie erreicht?“ „Freilich, und wenn es mein eigenes Leben oder das meines Bruders gewesen wäre, das auf dem Spiele stand, so hätte ich wahrlich nicht mehr zu seiner Rettung tun können. Haben Sie davon denn gar nichts erfahren?" „Nicht das mindeste.“ „Wir wußten, daß Ihre Verurteilung erfolgen würde, aber wir hatten große Hoffnungen auf die Möglichkeit einer Begnadigung gesetzt. Sennor del Vasco——“ A Die bloße Nennung dieses Namens reichte hin, Werner in heiß aufflammendem Zorn emporfahren zu lassen.„Sprechen Sie mir nicht von ihm!“ rief er. „Wenn ich dem Himmel für meine Befreiung danke, so ist es vor allem, weil mir damit die ersehnte Möglichkeit gewährt wird, mit diesem Schurken und seiner würdigen Sippschaft Abrechnung zu halten. Auch Ihnen hat er ja allem Anscheine nach eine Komödie vorgespielt, da Sie noch jetzt an seine Redlichkeit zu glauben scheinen. Nun aber ist das Spiel zu Ende, und Manuel del Vasco hat die Partie endgültig verloren.“ „In der Tat— Sie setzen mich in Erstaunen! Verdanken Sie denn nicht del Vasco oder seiner Gemahlin Ihre Befreiung?“ „Meinen Untergang hätte ich ihnen zu danken gehabt, wenn sich alles nach ihren Wünschen erfüllt hätte. Aber ich bin wirklich nicht imstande, mein lieber Henninger, Ihnen das jetzt ausführlich zu erzählen. Merke ich doch jetzt erst, wie arg die Erlebnisse dieses Tages mich mitgenommen haben. Ich bin zum Tode erschöpft.“ Die lähmende Müdigkeit war ganz plötzlich über ihn gekommen, aber sie war nun auch unwiderstehlich. Er sträubte sich nicht dagegen, daß Henninger ihm sein eigenes Bett zur Verfügung stellte, und er ließ sich nicht einmal Zeit genug, sich zu entkleiden. Nur den Rock des Gefängniswärters streifte er ab, um sich dann mit einem Atemzuge der Erleichterung in die Kissen sinken zu lassen und noch vor Ablauf der nächsten Minuten tief und fest zu entschlummern. Er sah den haßerfüllten, wutfunkelnden Blick nicht mehr, mit dem Henninger ihn betrachtete, und er hörte es auch nicht, wie jener nach einer Weile behutsam die Wohnung verließ. 21. Kapitel. Mit jenem raschen, durch keine Dämmerung vermittelten Uebergang, wie sich in tropischen Ländern der Wechsel zwischen Nacht und Morgen zu vollziehen pflegt, hatte sich eben die Finsternis in blendende Tageshelle verwandelt, als Rodewaldt durch mehrfaches, rasch wiederholtes starkes Pochen aus seinem tiefen Schlummer geweckt wurde. Er brauchte einige Zeit, um sich völlig zu ermuntern und sich in seiner fremden Umgebung zurecht zu finden. (Fortsetzung folgt.) Höhlenmalereien im Sudan. In der Wüste Sahel im Sudan, zwischen Kayes und Timbuktu, hat der Archäologe Franz de Zeltner kürzlich zahlreiche mit Malereien geschmückte Höhlen entdeckt, die an ähnliche Denkmäler in der Sahara, in Südafrika und sogar an die Höhlenmalereien von Frankreich und Spanien gemahnen. Die Grotten, die sich hauptsächlich im oberen Tal des Senegal finden, zeigen Zeichnungen von Menschen und Pferden, daneben sehr rätselhafte Zeichen, alles mit rotem Ocker ausgemalt. Die menschlichen Darstellungen sind in sehr primitiver Form gehalten; die Wiedergabe der Hände erinnert an die der Grotte von Gargas, die ganze Linienführung an die Malereien von Niaux und Altamira. Ueber Alter und Bedeutung all dieser Darstellungen weiß man nichts; die Eingeborenen halten sie für sehr alt. 80 Auf diplomatischem Wege. Humoreske von Gerd Harmstorff. (Schluß.)(Nachdr. verboten.) „Man sagt mir allerdings nach, daß ich nicht gerade auf den Kopf gefallen sei. Und wenn ich mich Ihrer Diskretion versichert halten dürfte——“ „Oh, ich verspreche Ihnen, daß ich verschwiegen sein werde wie ein Friedhof. Eine Stellung mit hundertundzwanzig Mark im Monat setzt man doch nicht leichtfertig aufs Spiel.“ „Zulage natürlich nicht ausgeschlossen. Und Plauen ist eine wunderhübsche Stadt. Sie sollten gleich morgen kündigen, Fräulein Ursu——“ „Bitte— Schultze!“ „Pardon— Fräulein Schultze! Also im strengsten Vertrauen: mein alter Herr wünscht die Verbindung mit Ihrem Hause sozusagen zu einer unauflöslichen zu machen, damit wir unseres besten Abnehmers ein für allemal sicher sind. Herr Rotermundt hat eine heiratsfähige Tochter, nicht wahr?“ J9: „Die Sie doch wenigstens dem Aussehen nach kennen werden?“ „Gewiß! Ich sehe sie sehr oft.“ „Na, wie gesagt— die soll ich mir ansehen, und wenn sie wirklich ein so hübsches, liebenswürdiges Mädchen ist, wie uns erzählt wurde——“ Diesmal war es Fräulein Ursula Schultze, die ihn lebhaft unterbrach: „Hübsch?— Liebenswürdig?— Um des Himmels willen, wer hat Ihnen dies Märchen aufgebunden? Ich will ja der Tochter meines Chess gewiß nichts Uebles nachsagen; aber ich weiß, daß Sie entsetzt sein werden, wenn Sie sie sehen.“ Herr Fritz Hellwald machte ein verblüfftes Gesicht. „Wahrhaftig? Ist es so schlimm? Hat sie denn einen körperlichen Fehler?“ „Einen? Ach, du lieber Himmel! Ich würde in Verlegenheit kommen, wenn ich sie alle aufzählen sollte. Wenn ich ein Mann wäre, ich nähme sie nicht für eine Million. Aber da Sie ja, wie es scheint, viel weniger ein junges Mädchen als eine Mitgift und eine wertvolle Geschäftsverbindung heiraten wollen Der Besucher fuhr auf. „Oh, da möchte ich denn doch sehr bitten. Es tut mir aufrichtig leid, daß Sie eine so schlechte Meinung von mir gewonnen haben. Und um Ihnen zu beweisen, wie vollständig Sie mich verkennen, erkläre ich hiermit feierlich, daß ich nach Ihren Mitteilungen überhaupt gar keinen Versuch machen werde, Fräulein Rotermundt kennen zu lernen.“ „Das ist ein sehr übereiltes Versprechen. Vielleicht würde sie Ihnen doch gefallen. Der Geschmack ist ja verschieden.“ „Nein, sie würde mir nicht gefallen— unter keinen Umständen würde sie mir gefallen. Wissen Sie, wie sie aussehen müßte, wenn ich mich in sie verlieben sollte?“ „Nun?— Wie denn?“ „Wie Ihre Zwillingsschwester müßte sie aussehen — nein, auch das nicht. Sie müßte aussehen wie Sie selbst, nicht um eine Linie anders.“ „Oh, Herr Hellwald! Ist das Ihre Diplomatie? Denken Sie denn gar nicht an Ihr Geschäftsinteresse?“ „Ach, zum Henker mit dem Geschäft! Schließlich werden wir auch ohne die Verbindung mit Bernhard Rotermundt nicht zugrunde gehen. Nur mit dem schikanösen Menschen möchte ich noch ein paar Worte reden, der seit einem Vierteljahr die Korrespondenz mit uns geführt hat. Ich habe einen wahren Haß auf den Kerl— und da es doch hoffentlich sicher ist, daß Sie zu uns nach Plauen kommen, dürfen Sie mir getrost sagen——“ Er mußte sich unterbrechen, denn in diesem Augenblick öffnete sich die Tür eines Nebenraumes, und ein freundlich blickender alter Herr trat in das Kontor. Er machte ein verwundertes Gesicht, als er des fremden jungen Mannes ansichtig wurde; das Schreibmaschinenfräulein Ursula Schultze aber sprang zu Fritz Hellwalds grenzenloser Verwunderung auf und eilte dem alten Herrn entgegen. „Schütze mich vor diesem schrecklichen Mann, Papa,“ rief sie lachend.„Ich fürchte, er will mich umbringen; denn er hat mir soeben erklärt, daß er einen grimmigen Haß gegen den Menschen hegt, der seit einem Vierteljahr die Korrespondenz mit der Firma Hellwald in Plauen geführt hat. Es ist nämlich Herr Fritz Hellwald, der jüngere Teilhaber der Firma.“ Verzweifelt irrten die Blicke des unglücklichen jungen Mannes umher, wie wenn sie nach dem nächsten Ausgang suchten, durch den er hätte entfliehen können. Sicherlich wäre er ganz damit einverstanden gewesen, wenn im nächsten Moment die Decke zusammengebrochen wäre und ihn unter sich begraben hätte. Um nichts in der Welt hätte er auch nur ein Sterbenswörtchen über die Lippen bringen können. Fräulein Lizzy Rotermundt aber war nicht boshaft genug, sich lange an seiner Qual zu weiden. Noch ehe ihr Vater zum vollen Verständnis der Situation gelangt war und das erste Wort für den Besucher gefunden hatte, wandte sie sich mit schelmischem Augenzwinkern zu dem Bestürzten zurück und sagte: „Im übrigen, liebster Papa, habe ich mich mit Herrn Hellwald schon über alle Differenzpunkte verständigt. Er hat mir versichert, daß die Lieferungen fortau tadellos ausfallen werden, und ich habe ihm dagegen in deinem Namen zugesagt, daß das Kriegsbeil begraben sei. Du wirst mich doch nicht Lügen strafen— nicht wahr?“ Der alte Herr trat auf Fritz Hellwald zu und reichte ihm die Hand. „Da mein Töchterchen Prokura hat, muß ich ihren Abschlüssen wohl zustimmen. Seien Sie mir willkommen, Herr Hellwald, und machen Sie mir das Vergnügen, heute abend mein Gast zu bleiben. Ich freue mich, daß Sie gekommen sind, denn eine offene Aus