— * F. Go Shmrtmn Zehuner eichen delch außer Feiertags. Bezugspreis M. 1.80 oterteljährlich, bei der Post für Bestellgeld 42 Pig. mehr. Wöchentl. Grakisbeilage:„Jhustrierter Familienfreund" u. tägl. Unterhaltungsdlatt. Anzeigenpreis: Die siebengespaltene Petitzeile oder deren Raum 10 Pfg., Anzeigen von auswärts 15 Pig., Reklamezeile 40 Pfg. Jeder Rabatt gilt als Kassarabakt u. erlischt bei Konkursen, Zwangsvergleichen, gerichtl. Klagen u. 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In den regierenden Kreisen Italiens genießt Fürst Bülow, der während des Krieges den erkrank. ten deutschen Botschafter in Rom vertritt, ein hohes Maß von Vertrauen und Ansehen. Seine Sendung in dieser ernsten Zeit wird daher von den italienischen Staatsmännern lebhaft begrüßt. Sie sind im voraus sicher, daß niemand für die nötigen Besprechungen so geschickt und fähig ist, wie eben Fürst Bülow, sie wissen es zu schätzen, daß der dautsche Kaiser seinen früheren langjährigen Reichskanzler nach Rom entsendet. Der Fürst findet daher in den leitenden Kreisen der italienischen Hauptstadt die denkbar freundlichste Aufnahme. Daß die italienische Regierung es gegenwärtig nicht leicht hat und auf die Kreuz. und Querwünsche der Parteien Rücksicht nehmen muß, hat die jüngste große Rede des Ministerpräsidenten Salandra erneut bewiesen. Es darf auch nicht verschwiegen werden, daß in der Deputiertenkammer zu Rom der Ruf„Es lebe Triest!“ während der jetzigen Verhandlungen zum ersten Male ungerügt erhoben werden durfte, und daß recht viele italienische Blätter auf Grund der englischen und französischen Lügenmeldungen Deutschland die Schuld an dem Ausbruch des Krieges beimessen, die Tage des Dreibundes als gezählt bezeichnen und eine Beteiligung Italiens an dem Kriege gegen Deutschland fordern. Dem Fürsten Bülow erwachsen aus diesen Unterströmungen schwierige Aufgaben. Er wird aber durch sein Auftreten und durch seine ganze Persönlichkeit imstande sein, den schwersten Stein des Anstoßes aus dem Wege zu räumen, d. h. den deutschfeindlichen Ausstreuungen der Vertreter Englands und Frankreichs in Rom den Boden zu entziehen. Er wird dank seiner Vergangenheit anich bei den italienischen Staatsmännern Verständnis finden, wenn er ihnen darlegt, daß Italiens Stellung als Großmacht und die Wahrung der Mittelmeerinteressen des apcnninischen Königreichs im Dreibunde gewahrt, durch die Mächte der Tripleentente bedroht sind. Fürst Bülow wird auch überzeugend nachweisen können, daß alle anderen berechtigten Interessen Italiens in den beiden anderen Dreibundstaaten ihre uneigennützigsten und entschiedensten Vertreter finden. Wenn irgend etwas, so wird es der staatsmännischen Kunst des Fürsten Bülow in Rom gelingen, der dortigen Regierung die Aufrechterhaltung ihrer proklamierten bewaffneten Neutralität zu ermöglichen. Wie Fürst Bülow in Rom mit Vertrauen empfangen wird, so geleiten ihn auf der Fahrt dorthin die herzlichsten Wünsche des deutschen Volkes. —— Frankreichs und Englands Verluste. Der Korrespondent des„Corriere della Sera“ in Nordfrankreich berechnet, daß bisher das französische Heer mindestens fünfzig Prozent an Toten, Verwundeten, Vermißten und Gefangenen habe. Dies gelte übrigens nur für die Linie und die jün. geren Reserven. Wo die Territorialtruppen allein sich schlagen mußten, seien ihre Kontingente völlig ausgerieben worden. Aus Ventimiglia wird berichtet, daß in den Kasernen an der Riviera von Nizza bis Mentone insgesamt über 3000 erkrankte Farbige aus dem Senegal untergebracht sind, die das rauhe Klima Nordfrankreichs nicht aushalten können. Die bisherigen Verluste der britischen Armee gibt der militärische Korrespondent der„Times“ auf 84000 Mann an, was ungefähr der ursprünglichen Stärke des britischen Heeres entspräche, als es ins Feld rückte. Die Verluste in der Schlacht bei Ypern und Armentieres betrugen etwa 50.000 Mann, wovon etwa 5500 auf das indische Korps Riesige Verluste der Kussen! Großes Hauptquartier, 7. Dez. Vom westlichen Kriegsschauplatz und dem östder masurischen Seenplatte liegen keine besonderen Nachrichten vor. In Nordpolen haben wir in langem Ringen um Lodz durch das Zurückwerfen der nördlich, west. lich und südwestlich dieser Stadt stehenden starken russischen Kräfte einen durchgreisenden Erfolg errungen. Lodz ist in unserem Besitz. Die Ergebnisse der Schlacht lassen sich bei der Ausdehnung des Kampffeldes noch nicht übersehen. Die russischen Verluste sind zweisellos sehr groß. Die Versuche der Russen, aus Süd. polen ihren bedrängten Armeen im Norden zu Hilfe zu eilen, wurden durch das Eingreifen österreichisch=ungarischer und deutscher Kräfte bei Piotrkow vereitelt. Oberste Heeresleitung. errungen. Lodz ist in unserem Besitz. Der osterreichese richt. In Westaalizien sind gleichfalls größere wtb. Wien, 8. Dez.(Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart vom 7. Dezember mittags: Das Ringen um die Entscheidung auf dem russischen Kriegsschauplatz dauert an. Oesterreichisch=ungarische und deutsche Truppen wiesen im Angriff im Raume südwestlich Piotrkow die über Nowo Radomsk nordwärts vorstrebenden russischen Kräfte zurück, indes deutsche Truppen den Feind zum Weichen zwangen. Das in Tokio erscheinende offiziöse Blatt„HochiShimbun" teilt mit: In Europa laufen Gerüchte um, daß japanische Truppen nach dem dortigen Kriegsschauplatz entsandt werden sollen. Zu einer solchen Expedition liege vor der Hand weder ein Grund noch eine direkte Aufforderung vor. Eine Truppenentsendung käme nur in Frage, wenn die Streitkräfte der Verbündeten, denen der Gegner an Zahl unterlegen wären. Die Streitkräfte Frank. In Westgaliglen sind gleichfalls größere Kämpfe im Gange. Ihr Ergebnis steht noch aus. In die. sem Raume nahmen unsere deutschen Truppen gestern weitere 1500 Russen gefangen. In den Karpathen wird weiter gekämpft. An manchen Stellen hat der Feind starke Kräfte wieder hinter den Gebirgskamm zurückgenommen. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes: von Höfer, Generalmajor. für die Verdanbeien. reichs und Englands aber sind den deutschen an Zahl gleich, Rußland ist Deutschland und Oesterreich sogar stark überlegen. Eine japanische Hilfe ist demnach zurzeit nicht erforderlich. Wenn der unwahrscheinliche Fall einträte, daß die Verbündeten eine Niederlage erleiden sollten, dann würde es Japan für seine Ehrenpflicht halten, Hilfstruppen nach Europa zu entsenden. Das iehle Wie ausgepreßt Frankreich heute schon ist, geht aus dem Umstande hervor, daß es den Jahrgang 1915 bereits für den 13. Dezember dieses Jahres und den Jahrgang 1916 für Februar, also ein volles Jahr vor der berechtigten Einberufung, zu den Fahnen ruft. Frankreich sucht den peinlichen Ein. druck dieser durch Not gebotenen Maßnahme mit der Bemerkung abzuschwächen, daß die jungen Rekruten keineswegs gleich zur Front abgeschickt werden, sondern nur für jeden denkbaren Fall bereit gehalten werden sollten. Das läßt sich schwer vereinigen mit der anderen Pariser Erklärung, wonach die ungeheuren Kriegsoperationen in Polen einen ähnlichen Charakter wie die in Frankreich annähmen, sodaß große Entscheidungen in absehbarer Zeit nicht zu erwarten wären. Man hebt also die jugendlichsten Leute ein Jahr vor ihrer Dienstpflicht aus, obwohl zu besonderen Kraftanstrengungen vorläufig kein Anlaß vorliegt. Das ist ein Erschöpfungszeugnis, wie man es bündiger nicht verlangen kann. — Keine ärztliche Untersuchung der französischen Rekruten. Köln, 7. Dez. Die„Köln. Ztg.“ meldet aus Zürich: Aus Paris wird gemeldet, daß die Rekrutierung für 1915=16 ohne ärztliche Untersuchung pesmgen wnche. entfielen. Ueber den bereits eingetretenen Offiziersmangel bei den Engländern schreibt ein englischer Brigadegeneral: Die Offiziersfrage bereitet mir Schwierigkeiten, aber so geht's der ganzen Ar. mee, denn wir hatten schwere Verluste an Offizieren und es ist unmöglich, in ein paar Monaten gute Offiziere auszubilden. Allmählich dämmert bei so ungeahnten Verlusten in England doch die Erkenntnis auf, daß man sich in Deutschlands Wehrkraft ganz ungeheuer getäuscht hat. Der Korrespondent der„Times“ fährt in seinem Artikel fort:„Wir müssen zigeben, daß die deutschen Truppen trotz schrecklicher Verluste noch zahlreicher sind als wir und daß sie starke Stellungen einnehmen. Sie besitzen ein surchtbare Artillerie, die zerstreut aufgestellt und wohl verborgen ist. Ihr schweres Geschütz hat noch die Oberhand und begräbt ständig unsere Leute, indem ganze Abschnitte der Laufgräben zerstört werden. Ihre Scharfschützen sind kühn und hartnäckig. Die Mörser in ihren Gräben und die Granaten verursachen uns beständige Verluste, und obwohl ihre Aufklärung in der Luft nachläßt, erscheinen doch noch Tauben und Albatroß=Flugzeuge über uns und beobachten, was wir tun. Die englischen Offiziere und Unteroffiziere sind in schrecklichem Maße geschwächt. Wir haben fast die ganze reguläre Reserve und den besten Teil der Spezialreserve vieler Korps an die Front gebracht. Wenn die Depots nicht länger imstande sind, einen guten und regelmäßigen Ersatz zu schicken, würde die Armee an der Front gern einen Teil der neuen Armeen als Ersatz begrüßen. Wir brauchen jeden Mann, den wir finden können, und werden bald erwägen müssen, wie wir die neuen Aushebungen am besten an der Front verwenden können, ob als Armeen, Divisionen und Brigaden in Einheiten oder zur Auffüllung.“ —— Wie lange kann der Krieg noch dauern? „Wie lange kann wohl der Krieg noch dauern?“ Das ist, wie man Pariser Blättern entnehmen kann, die Frage, die man sich täglich in Frankreich stellt. Selbst die angesehensten Militärkritiker sind der Ansicht, daß man keine Prognosen mehr stellen dürfte da dieser Festungskrieg sich ebensogut einige Monate, wie auch noch ein ganzes Jahr hinziehen könne. Wenn man allerdings in Betracht zieht, wie schwierig und langsam man auf einigen Punkten der Front vorwärts komme, so wird wohl — so sagt man weiter— ein Jahr nicht ausreichen, um den Eindringling über die Grenze zurückzuwerfen. Indessen sei auch mit der Möglichkeit gün. stiger Umstände zu rechnen, die eine viel schnellere Lösung zulassen. Nachrichten, die heute eingelaufen sind, melden, daß die Deutschen grße Kräfte südlich Ostende konzentrieren und in Voraussetzung einer entscheidenden Schlacht, die sich möglicherweise über die ganze Front erstreckt, große Verstärkungen erhielten. In der ganzen Gegend von Ypern hätten jetzt die Engländer das allgemeine Kommando. —— Die Absetzung Rennenkampfs vom Posten des Befehlshabers der russischen Njemenarmee steht auf gleicher Höhe wie der Rücktritt des Prinzen Louis von Battenberg von der Stellung des ersten Seelords der englischen Admiralität. Beide Männer erlagen dem in ihrem Vaterlande herrschenden Deutschenhaß. Wie der Battenberger trotz seiner deutschen Herkunft mit Haut und Haaren Engländer geworden war, so war Pauk v. Rennekampf längst ein waschechter den. Seine Familie war schon im 18. Jahrhundert mit dem Uebergang der einst dem dautschen Ritterorden gehörigen Ostseeprovinzen an Rußland russifiziert worden. Aber er trug noch den deutschen Namen und hatte sich nie als Dautschenhasser aufgespielt. Das genügte dem Moskowitertum, um einen seiner fähigsten Generale für die in Polen erlittenen Niederlagen als Sündenbock in die Wüste zu schicken. General Renenkampf war der einzige höhere russische Offizier, der ohne ernstere Schlappe aus dem japanischen Kriege heimkehrte und der, zum Gouverneur von Wilna und damit zum Befehlshaber von vier Armeekorps ernannt, den Aufstand der Transbaikal=Kosaken niederwarf. Uns kann es recht sein, wenn Rußland seine besten Heerführer fortjagt, wir haben mit den um so leichteres Spiel. Feldmarschall Hindenburs wiegt zehnmal mehr als die ganze russische ceneralität zusammengenommen mit ihrem Oberbefehlshaber, dem Großfürsten Nikolaus Nikolajewitsch an der Spitze. 12 Ein neutrales Arteil über deutsche Kriegführung. Der in Paris lebende spanische Schriftsteller Bonafoux wendet sich mit entschiedenen Ausdrücken gegen die bekannten Greuelgeschichten, die über die deutsche Kriegführung verbreitet werden. Mitteilung der Madrider Zeitung„El Debate“ schrieb er der französischen Lügenpresse folgende Sätze im Stammbuch:„6. M.eg. 144 „Immer noch will die französische Presse nicht zugeben, daß die deutsche Armee gegen die ZioilA 0 bevöllerung jene Greuel, die man ihr andichlete, nicht begangen hat. Und doch hat Emond Claris nach den sorgfältigsten Untersuchungen, die er in Laons, St. Quentin, Verdun und Soissons angestellt hatte, erklären müssen, daß die deutsche Armeeleitung überall den Zivilautoritäten die bestimmtesten Versicherungen für den Schutz der Zivilbevölkerung abgab, solange diese gegen die Trup. pen keine feindlichen Angriffe unternehme. Sogar das Blatt„L'Opinion“ hat über die deutschen Offiziere folgendes Urteil abgegeben: Man würde sich sehr täuschen, wenn man sich die deutschen Offiziere als wilde und anmaßende Menschen vorstellen wollte, ihr ganzes Auftreten ist vielmehr tadellos und sie besitzen die höchsten militärischen Tugenden: nämlich die Nuhe, die Selbstlosigkeit und das Pflichtgefühl“. Der Krieg gegen Frankreich. Frankreich scheint endlich hinter Englands Selbstsucht zu kommen. Daß die gegenwärtige militärische Lage Frank. reichs keineswegs allen Wünschen entspricht, geht aus einem Leitartikel des„Echo de Paris“ hervor, worin ausgeführt wird, immer mehr sucht England die Meinung bei uns zu befestigen, daß das Hinziehen des Krieges für Dautschland verderblich sei. Zweisellos ist diese Auffassung richtig, jedoch vorteilhaft hauptsächlich für England, während die jetzige Situation es für Frankreich höchst wünschenswert macht, den Gegner bald aus dem Land zu vertreiben, da militärische wie wirtschaftliche Gründe hierfür maßgebend sind. Dem Charakter des französischen Soldaten kann es auf die Dauer nicht entsprechen, einen Positionskrieg von übertriebener Länge zu führen. Sollte der Positionskampf währand des ganzen Winters anhalten, so wird ein größerer Ausfall unserer Effektive durch Tuberkulose und sonstige Krankheiten unvermeid. lich. In wirtschaftlicher Beziehung ist es bedeutungsvoll, daß Deutschland zurzeit die Erzgnuben des Brieybeckens besitzt, was gerade nicht die Förderung unserer Fabrikation an Kriegsbedarf bedeutet. Auch ist ein Teil der nordfranzösischen Textilindustrie durch dautsche Besetzung an der Lieferung des Heeresbedarfs verhindert. Baldigste Offensive der Verbündeten erscheine somit eine militärische wie wirtschaftliche Notwendigkeit. Zur Räumung Vermelles schreibt ein militärischer Sachverständiger: Seit längerer Zeit beschießt die deutsche Artillerie weit über unser Vorrücken über La Bassee hinaus die französischen Stellungen östlich Bethune. Die französische Artillerie antwortet, und so entstand ein heftiges Artillerieduell, in welchem offen. bar der Ort Vermelles, den wir besetzt hatten, stark beschossen wurde. Die Zwecklosigkeit des weiteren Verharrens in Vermelles bewog unsere Führung, den Ort tungehindert vom Feinde zu räumen. An und für sich ist diese Episode eine unbedeutende und die Heeresverwaltung gibt sie wohl auch nur bekannt, weil sie unwahren Gerüchten und Veröffentlichungen von seiten der Feinde vorbeugen will. Aus den französischen Stellungen östlich Belfort versuchte der Gegner schon wiederholt offensiv in der Richtung Pfirt=Altkirch=Dammerkirch vorzugehen. Bis jetzt sind aber alle seine Angriffe erfolglos geblieben, obwohl er sie mit erheblichen Kräften unternommen hat. Wir wissen, daß die Festung Belfort und das Vorgelände außerordentlich stark besetzt sind und daß ausgewählte Truppen unter einem tüchtigen Führer sich der Wichtigkeit bewußt sind, die Straßen, welche über diese Festung nach Frankreich hineinführen, zu decken. Bis jetzt sind die deutschen Truppen im Oberelsaß noch nicht zu einem ernsten Angriff übergegangen. Vorläusig muß es uns genügen, wenn wir imstande sind, den Einbuuch der Franzosen in der Richtung MülhausenFreiburg zu verhindern. Ostende in Flammen. Rotterdam, 8. Dez.„Daily Chroniele“ meldet aus Dünkirchen, daß Ostende, das sich in den Händen der Deutschen befinde, in Brand stehe. Der Kampf bei Ypern. Amsterdam, 7. Dez. Der„Telegraaf“ meldet aus Sluis: Der Kanonendonner, der am Donnerstag hier deutlich hörbar war, kam aus südwestlicher Richtung von dem Artillerietmell in einem Dorfe in der Umgebung von Sonnebeck, das ungefähr 8 Kilometer nordöstlich von Yperst liegt. Dort hatlen die Verbündeten unlängst einige Höhen genommen. Nach einer lebhaften Kanonade versuchte di#e deutsche Infanterie das Terrain wieder zu gewinten. Die Kämpfe spielten sich in dem waldreichen Gebiet auf der Eisenbahnlinie Rousselaere=Ypern ab, Jetzt ist es wieder still. Das Wetter ist viel besser. In Flandern hat es leicht gefroren. Kassierung des Urteils gegen die deutschen Sanitäter. Rom, 8. Dez. Aus Vordeaux wird gemeldet: Auf Veranlassung des amerikanischen Botschafters ließ die französische Regierung die Akten des Prozesses gegen die deutschen Aerzte und Sanitäter nach Bordeaux kommen. Sie scheint das Urteil kassieren zu wollen. Deutsche Zivilverwaltungen in Frankreich. Braunschweig, 7. Dez. Wie die Braunschweigische Landeszeitung erfährt, sind in sämtlichen besetzten französischen Departements vom 1. Dezember ab deutsche Zivilverwaltungen eingerichtet worden. Der Krieg gegen England. Die deutsche Flotte als Trumpf. wtb. London, 7. Dez.(Nichtamtlich.) Der Flottenkorrespondent der„Morning Post“ bespricht einen vom„Cornhill Magazine“ veröffentlichten Artikel des Großadmirals Sir Edward Seymour, in dem es zum Schluß heißt, solange die deutsche Flotte existiere, bilde sie einen Trumpf für Deutschland, wenn Friedensverhandlungen auf der Tagesordnung ständen. Der Korrespondent der„Morning Post“ bemerkt dazu: Daß Deutschland eine solche Waffe für die Verhandlungen besitzen sollte, ist im höchsten Maße unerwünscht. Alle Mittel müßten gegen diese Möglichkeit angewandt werden, aber unter den obwaltenden Umständen ist es klar, daß die Wahl bei Deutschland liegt. Die britische Flotte kann die deutsche nicht zwingen, herauszukommen, aber sie kann sie zwingen, drinnen zu bleiben, wenn solcher Kurg erwünscht erscheint. Einstweilen kann die Strategie auf keiner Seite ein entscheidendes Ereignis herbeiführen, die gegenwärtige Lage kann unbestimmte Zeit dauern, bis neue Methoden entdeckt und in die Praxis umgesetzt sind. Gegenwärtig verhalten sich beide Parteien desensiv. Es sind vortreffliche Gründe, weshalb die britische Flotte defensiv bleibt, aber daraus folgt nicht, daß die Defensive richtig ist, sie war in der Vergangenheit niemals richtig. Man fühlt aus diesen Zeilen den Aerger her. aus, daß die englischen Prahlhänse mit der Behaup. tung, Deutschlands Flotte werde am Tage der Kriegserklärung vernichtet sein, eine arge Enttäuschung erlebt haben. Nicht minder scheint auch den anderen Mundhelden, die wie Churchill die deutsche Flotte„aus ihrem Loche auszugraben“ gedachten, bereits die Luft ausgegangen zu sein. Daß Englands meerbeherrschende Flotte heute schon ihr Heil in der Desensive sucht, ist ein Zusammenbruch aller biolang in England gehegten Hoffnungen. Diese Wendung verdanken wir schon den von Deutschlands Seehelden errungenen Erfolgen. Im übrigen mögen die englischen Kritiker beruhigt sein: die deutsche Flotte wird der Abrechnung mit der englischen, wenn der Tag gekommen ist, nicht aus dem Wege gehen. Späte Einsicht. Amsterdam, 7. Dez.„Times“ geben zu, daß die Absicht des Dreiverbandes, Deutschland auszuhungern, kaum durchführbar sein werde. Kein Volk sei so bescheiden und wirtschaftlich wie das deutsche. Infolge der reichlichen Kartoffelkulturen, die die größten der Welt seien, habe es die Möglichkeit, allerlei Nahrungsmittel herzustellen. Das englische Eingeständnis. Londoner Blätter melden laut„B. T.“, daß in den deutschen Stellungen in Ostende und Zeebrügge Marine-Ingenieure damit beschäftigt seien, deutsche Unterseeboote zusammenzustellen. Fortwährend kämen von Brügge und Antwerpen neue Vorräte von maritimen Waffen und Schiffsteilen.„Ziemlich viel Unterseeboote“, die sich ab und zu aus ihrem Versteck im Kieler Kanal herauswagen, patrouillierten noch immer andauernd im Kanal. Der Ausdnick„ziemlich viel Unterseeboote“, spiegelt deutlich die furchtbare Angst der Engländer vor diesen deutschen Draufgängern. Die Gärung in Irland. wtb. London, 7. Dez. Wie die„Times“ aus Dublin melden, wurde eine Reihe dortiger Zeitun. gen mit Stellung vor das Kriegsgericht und Konfiskationsandrohung verwarnt, wenn sie Artikel brächten, die Unzufriedenheit hervorriefen und die Rekrutierung behinderten. Alle Waffen und Munition in Irland, auch die für den Sport, werden konfisziert. wtb. London, 7. Dez.„Daily Telegraph“ meldet aus Dublin: Die Polizei unter militärischer Begleitung besetzte die Druckerei der Zeitung„Irish Worker“, konfiszierte die vorhandenen Exemplare und montierte die Druckmaschinen ab. Die Zeitung„Sinnfein“ stellte vorläufig ihr Erscheinen ein. Vergebliche Jagd auf„U 21“. Mailand, 7. Dez. Der„Corriere della Sera“ meldet aus Bordeaux: In einem Kommunique des Marineministeriums über Schiffsoperationen wird hervorgehoben, daß die Jagd auf das deutsche Unterseeboot„U 21“ im Kanal erfolglos blieb. Es brachte am 13. November den englischen Kreuzer „Malachite" zum Sinken. Zwei Torpedoboots. flottillen wurden zur Verfolgung des Unterseebootes ausgeschickt, das sie am 25. entdeckten und das auf einen der Verfolger drei Torpedos schleuderte. Am 26. November erschien„U 21“ beim Kap Antifer nördlich von Le Havre, wo es den englischen Dampfer„Primo“ zum Sinken brachte. Am 29. November erschien„U 21“ wieder in der Nähe vom Kap Antiser, schleuderte wieder einen Torpedo cuf ein Torpedoboot und verschwand in der Nichtung nach Norden. nach dem Kriegeschauplatz in Russisch=Polen geleitet werden. Die Besetzung von Lodz. Stockholm, 8. Nev. Das Petersburger Nachrich= richtenbureau übermittelt folgende Schilderung von Lodz: Viele Häuser in den vornehmsten Stadtteilen sinz zerstört. Der obere Teil des großen Savoy=Hotels fiel im Schrappnellfeuer zusammen. Ein Granate verursachte die Explosion des Gasbehälters, wodurch die Stadt in Dunkel gehalten wurde. Es herrscht Mangel an Lebensmitteln, besonders an Milch. Zucker gibt es nicht mehr, als Ersatz nimmt man Honig. Der Preis für Brot und Fleisch ist um das Dreifache gestiegen. Hindenburgs Plan. Kopenhagen, 8. Dez. Ueber London wird aus Petersburg gemeldet: Nach den deutschen Operationen sei es klar, dag es die Absicht Hindenburgs sei, die Angriffe der Russen in besestigten Feldstellungen zu erwarten und die Kämpfe so lange wie möglich hinzuziehen. Kohlenmangel in Rußland. Bukarest, 7. Dez. Von den beiden Gebieten, die Rußland mit Kohlen versorgen, ist das eine Czenstochau=Lodz, das sogenannte Dombrowo, von den Deutschen besetzt, das andere, das Duezgebiet, hat in letzter Zeit sehr wenig Ausbeute geliefert. Da der Winter sehr streng ist, macht sich schon jetzt äuußerster Kohlenmangel fühlbar. Der General= gouverneur von Odessa hat sich veranlaßt gesehen, Höchstpreise für Kohlen festzusetzen. Der heilige Krieg. Der Girieg gegen Außland. Rußlands letzte Reserven. Ueber Rußlands letzte Reserven meldet, laut „Vossischer Zeitung", das„Wiener Fremdenblatt": Die russischen Truppen, die in offiziellen Berichten als größere seindliche Kolonnen bezeichnet werden, bestehen größtenteils aus Asiaten, Mongolen, Kalmücken, Tartaren und Tschungusen. Auch dieses deutet darauf hin, daß Rußland seine letzten Reserven herangezogen hat. Bei Przemyst lockert sich die russische Angriffslinie, da die dortigen Truppen Kssct Der türkische Vormarsch. wtb. Konstantinopel, 7. Dez.(Nichtamtl.) Das Große Hauptquartier teilt mit: In der Gegend von Adjara haben für uns erfolgreiche Kämpfe stattgefunden. Wir haben den Russen, welche DumDum=Geschosse gegen uns benutzten, eine Kanone und eine Menge von Bomben, Wafsen und Munition abgenommen. Russische Angriffe östlich des Wansee waren ohne Erfolg. Hingegen haben unsere von Revander vorrückenden Truppen Sautchblagh 70 Kilometer jenseits unserer Grenze, besetzt, einen wichtigen Stützpunkt der Russen in der Provinz Aserbeidschan. Französische Niederlage in Marokko. Zuverlässige Nachrichten aus Marokto bestätigen die schwere Niederlage der Franzosen bei Kenifra und südlich von Mekines. Die Verluste der Franzosen betragen 30 Offiziere und 800 Mann. Ferner erbeuteten die Berber 8 Geschütze. Nachricht rief in ganz Marokko große Bewegung hervor, besonders machte die Eroberung der Geschütze Eindruck. Die Franzosen bringen jetzt alte, aus Marokko herausgenommene Truppen wieder über Marseille zurück. Die Vertei igung von Smyrna. Athen, 8. Dez. Vor Smyrna sind unter der Leitungg von 15 deutschen Genieoffizieren 4 neue Forts entstanden, die bereits vollständig ar. miert sind. Drei Divisionen sind dort zusammen. gezogen, um einen etwaigen Landungsversuch der Engländer zu verhindern. neuer Balkankrieg? Bulgarisch=griechische Grenzzwischenfälle. wtb. Athen, 7. Dez. Die„Agence Athenes“ meldet: Bulgarische Soldaten griffen gestern ohne Grund den Grenzposten 115 an. Sie wurden jedoch zurückgeschlagen. Ein griechischer Soldat wurde verwundet. Das Geheimnisre. F R K.. lich, Roman von F. Kuntschner. 28 „Also, meine liebe kleine Eva,“ sagte er freunduch,„seien Sie mir nicht allzu böse, daß ich heute kein lustigerer Gesellschafter gewesen bin! Sie müssen halt ein bißchen Nachsicht mit mir haben. Vielleicht wird es auch besser, wenn ich mich daheim wieder mehr eingewöhnt habe.“ „Aber gewiß werden Sie sich eingewöhnen; es kann ja auch gar nicht anders sein, denn daheim ist es doch am schönsten, mag es einem anderswo noch so gut gefallen haben,“ entgegnete sie mit warmiem Tone und einen Moment herzlich seine ihr gebotene Hand drückend.„Doch jetzt müssen Sie zur Gesellschaft zurück, nicht wahr?“ Leider!.... H 4u „Ich bleibe noch ein wenig hier, dennich glaube kaum, daß man mich vermissen wird.“ „Also, leben Sie wohl, liebe, gute Eva! Vielleicht bin ich ein andermal weniger misanthropisch gestimmt.“ „Das will ich hoffen und wünschen, um willen, Richard.“ Traurig lächelnd blickte sie ihm nach und, als er, an einer Wegbiegung angekommen, sich noch einmal grüßend nach ihr zurückwandte, hob sie die Hand mit dem Fächer zum Gegengruß, dann aber ließ sie ihren Träuen freien Lauf: diese Unterredung halte ihr aufs klarste bewiesen, daß sie in seinem Herzen wirklich nur die Stelle einer lieben Freundin, einer Vertrauten, nicht aber die einer Geliebten einnahm und wohl auch nie einnehmen würde. Nachdem sie endlich ihre Tränen getrocknet und sorgfältig deren Spuren von ihren Wangen entferut hatte, blieb sie, um vollends Ruhe und Fassung zurückzugewinnen, noch eine geraume Weile auf der Bank sitzen, bis sie Lachen und Scherzworte in ihrer Nähe vernahm; langsam, wie von einer angenehmen Promenade kommend, gesellte sie sich zu den Nahenden, denen übrigens ihre längere Abwesenheit kaum aufgefallen zu sein schien.. Im weiteren Verlaufe des Festabends vor sich ihr dann keine Gelegenheit mehr, nochmals mit Richard zu sprechen, und vielleicht war es beiden nur um so lieber—— 14. Kapitel. Acht Tage waren seit dem Festabend verflossen, als Leon vonThalberg zu ganzungewohnter Stunde in den Salon seiner Gemahlin kam, um ihr einen eben empfangenen Brief, der ihn augenscheinlich sehr erfreute, vorzulesen. „Von wem ist denn das Schreiben, Leon?" fragte Frau Lydia, dem Gemahl die Stirn zum Kusse bietend. „Vom Grafen von Waldow.“ „Ah, und was wünscht er von Dir? Vielleicht — Geld?“ meinte sie lachend, da ihr— und wohl vielen andern— die ewigen Geldkalamitäten des Grafen, der in seiner Jugend etwas flott gelebt haben sollte, bekannt waren. „Nein, Lydia, in diesem Briefe sprechen Seine Erlaucht nicht von Geldangelegenheiten, sondern—“ „Sondern?“ „Kommst Du nicht darauf, meine Teure? Nein? Nun denn kurz und gut, in dürren Worten, obwohl er selbst die schon gedrechselten Phrasen gebrauchte: Herr Graf von Waldow will seine Tochter unserm Richard zur Frau geben.“ „Aber das ist doch ein wenig stark,“ rief Frau Lydia indigniert aus.„Glaube es schon, daß ihm solch ein Schwiegersohn passen würde. Was sagst denn Du dazu, Leon?“ „Meine Liebe, Du darfst nicht böse sein, wenn ich Deine— Entrüstung nicht teile, sondern sogar dieser Verbindung das Wort reden möchte; Graf Waldow ist eine höchst einflußreiche und am Wiener Hof bestakkreditierte Persönlichkeit, deren Gunst man sich nicht verscherzen sollte.“ „Aber, mein Gott,“ rief Frau Lydia sichtlich unangenehm berührt,„haben wir es denn nötig, uns um die Gunst irgendeiner einflußreichen Persönlichkeit zu bewerben? Gestattet uns unser Vermögen nicht, völlig frei und unabhängig zu leben?“ „Allerdings, meine Liebe, aber vergiß nicht: wir haben einen Sohn, dessen glänzend als möglich gestalten wollten!" „Und ist seine Zukunft nicht schon dadurch, daß er einst der alleinige Erbe der Thalbergschen Güter sein wird, die denkbar glänzendste? Was bliebe da noch für ihn zu wünschen?" „Du sprichst wie eine Frau,“ meinte Leon von Thalberg halb ärgerlich, halb belustigt,„und ermissest nicht die Vorteile einer mit der Tochter aus erlauchtem Geschlechte eingegangenen Verbindung.“ Frau Lydia zuckte die Achseln und machte eine kurz ablehnende Handbewegung. „Was willst Du mit Deiner Pautomime andeuten?" lachte Herr von Thalberg. „Daß Du Dir lieber nicht einbilden solltest, in Hella von Waldow unsre zukünftige Schwiegertochter zu sehen.“ „O, das würde mir leid tun! Aber, wie meinst Du das? Hat am Ende Richard, ohne uns etwas davon zu sagen, bereits eine Wahl getroffen, von der Du durch Zufall erfahren hast? Oder hat ersich Dir gegenüber im ähnlichen Sinne geäußert?" „Wo denkst Du hin! Ich," betonte die Freifrau mit harter Stimme,„wäre die letzte, der er einen Blick in sein Inneres gestattete.“ Und da Thalberg, dessen Miene sich verfinstert hatte, keine Antwort gab, sprach sie in sichtlicher Erregung weiter, indem sie auf ihre damalige Bemerkung, daß die lange Abwesenheit Richards ungünstigen Einfluß auf sein Verhältnis zu den Eltern haben würde, zurückkam. „Oft schon habe ich mich in den letzten Tagen gefragt," fügte sie mit von Tränen erstickter Stimme hinzu.„auf wessen Seite eigentlich die Schuld liegt, daß Richard so wenig Liebe für uns ibrig hat? Oder ist er überhaupt keiner innigeren Zuneigung zu jemandem fähig? Aber doch muß das der Fall sein, denn diesem Kurt Volkmar bringt er viel Sympathie entgegen und auch für Gertrud hat er eine ausgesprochene Vorliebe. O mein Gott,"— dies klang fast wie ein Verzweiflungsschrei—„fast wäre es mir lieber, er ginge neuerdings auf Reisen.“ „Lydia!“ stieß Herr von Thalberg erschrocken hervor. Sie antwortete jedoch nicht, sondern sank, konvulsivisch aufschluchzend, in den nächsten Sessel, während ihr Gemahl, in dessen Gesicht es merkwürdig zuckte und arbeitete, ratlos vor ihr stand. „Wenn ich zurückdenke," begann die Freifrau, nachdem sie sich einigermaßen gefaßt, aufs neue, „mit welcher Freude wir damals sein Erscheinen, begrüßt hatten, wie wir ihn so sorgsam behüteten und beschützten— damals hing er auch noch inniger an uns; erst nach und nach, je größer und älter er wurde, entfremdete er sich uns. Und heute? Frau Lydia seufzte schmerzlich auf und blickte zu dem Gemahl hinüber, der jetzt von ihr abgewandt am Fenster stand und so beharrlich in den Park hinabschaute, als müsse er die Bäume da drunten zählen. „Dann ist noch etwas, was mich oft recht seltsam berührt, seine Unähnlichkeit mit Dir, auch in seiner äußeren Erscheinung. Wenn er neben Dir steht, so möchte man beinahe daran zweifeln—“ sie verstummte jäh, denn Herr von Thalberg hatte sich brüsk herumgewandt und näherte sich ungestüm seiner Gemahlin. Dabei sprach aus seinem geröteten Gesicht eine seltsame Angst und in seinen Augen flackerte ein düsteres Licht. 217,16 wtb. Sofie, 7. Dez Newrokop telegraphiert, Grenzwachtposten unver bulgarischen Posten bei gatsch eröffneten. Da gefähr 10 Stunden. D Feuer nicht. Die Negi garischen Gesandten in tigen Schritte beim gri nehmen, um gegen die Angriff zu protestieren. Bulgarien Sofia, 8. Dez. in Mazedonien hat z dergemetzelt und die von Nisch in die Luft zwischen Bulgarien un ständig zerstört. Amerika Immer lauter werd ten Nordamerikas di stehendes Eingreifen Bundessenator von I wis, hat im Weißen bündig lautende Erk Vereinigten Staaten dentenwahl einen Kri Union würde zweifell raten, und Japan müs Lande helfen. Alles Lösung der amerikani glaube, daß die Uni Japan große Interess und das würde den# schon im Anzuge sei. gungsarbeiten, die n nicht verschwendet, es sich auf einen feindli, zubereiten, und man spät sei. Aus Stadt **(Die 17. Hau kammer) für die Pre tag, den 18. Dezem! Münster statt. Auf neben geschäftlichen Vorlagen von allgei den Zeitraum 1915Ausschüsse und die achten und Anträge wirtschaftskammer Rechnungswesen. kammer für 1915 si 1077 700 Mark vor **(Mit der Pf seit einigen Tagen Da der Marktplatz einen Bürgersteig Bordsteine zu de weitere Vorarbeit Straßenbahnverwal über den Markt f einer neuen Weich Verwendung von zur Fertigstellung wird noch manche Boden zu entferne der Packlage, sowiGebrauchtes, Fahrrad zu kat 7605 Im Hause wird zum 1 J3 besteh aus 62 Erker, Badezi und Bleiche fr# +4 Der he handlung straße 3—5 versum beig wtb. Sofia, 7. Dez. Der Kommandant von Newrokop telegraphiert, daß gestern früh Grenzwachtposten unvermutet das Feuer auf bulgarischen Posten bei St. Konstantin und Stergatsch eröffneten. Das Gewehrseuer dauerte ungefähr 10 Stunden. Die Bulgaren erwiderten das Feuer nicht. Die Negierung beauftragte den bul garischen Gesandten in Athen, unverzüglich die nötigen Schritte beim griechischen Kabinett zu unternehmen, um gegen diesen absolut ungerechtfertigten Angriff zu protestieren. Bulgarien und Serbien. Sofia, 8. Dez. Die bulgarische Bevölkerung in Mazedonien hat zwei serbische Bataillone nie. dergemetzelt und die Eisenbahnbrücke in der Nähe von Nisch in die Luft gesprengt; die Verbindung zwischen Bulgarien und Serbien ist hierdurch vollständig zerstört. —— Amerika gegen Japan. Immer lauter werden in den Vereinigten Staaten Nordamerikas die Stimmen, die ein bevorstehendes Eingreifen der Union ankünden. Der Bundessenator von Illinois, James Hamilton Lewis, hat im Weißen Hause in Washington eine bündig lautende Erklärung abgegeben, die den Vereinigten Staaten noch vor der nächsten Präsidentenwahl einen Krieg mit Japan ankündigt. Die Union würde zweifellos mit Mexiko zusammengeraten, und Japan müsse im eigenen Interesse diesem Lande helfen. Alles Gerede über eine friedliche Lösung der amerikanischen Frage sei Unsinn. Er glaube, daß die Union nun bald in Mexiko, wo Japan große Interessen habe, einmarschieren müsse, und das würde den Krieg mit Japan bedeuten, der schon im Anzuge sei. Die Millionen für Befestigungsarbeiten, die man bewilligen müsse, wären nicht verschwendet, es sei jetzt dringend an der Zeit, sich auf einen feindlichen Angriff der Japaner vorzubereiten, und man dürfe nicht warten, bis es zu spät sei. —— Aus Stadt und Umgebung. * Schwerte, 8. Dezember 1914. **(Die 17. Hauptsitzung der Landwirtschaftsrammer) für die Provinz Westfalen findet am Freitag, den 18. Dezember d. J., im Landeshause zu Münster statt. Auf der Tagesordnung finden sich neben geschäftlichen Angelegenheiten u. a. folgende Vorlagen von allgemeiner Bedeutung: Wahlen für den Zeitraum 1915-16.— Die Verhandlungen der Ausschüsse und die im Jahre 1914 erstatteten Gutachten und Anträge.— Die Tätigkeit der Landwirtschaftskammer währeng der Kriegszeit. Rechnungswesen. Der Etat der Landwirtschaftskammer für 1915 sieht in Einnahme und Ausgabe 1077700 Mark vor. **(Mit der Pflasterung des Marktplatzes) ist seit einigen Tagen der Anfang gemacht worden. Da der Marktplatz an seinen beiden Längsseiten einen Bürgersteig erhält, so mußten zunächst die Bordsteine zu demselben verlegt werden. Als weitere Vorarbeit für die Pfasterung hat sich die Straßenbahnverwaltung veranlaßt gesehen, das über den Markt führende Gleis unter Einbauung einer neuen Weiche der künftigen Höhenlage unter Verwendung von Kleinpflaster anzupassen. zur Fertigstellung der Pflasterung des Marktes wird noch manche Woche vergehen, zumal sehr viel Boden zu entfernen ist und dann die Herstellung der Packlage, sowie das Einwalzen derselben viel Zeit in Anspruch nimmt. Die Bürgersteige wer den in derselben Weise gepflastert, wie in dem zwischen Hörder- und Hohenzollernstraße gelegenen Teil der Goethestraße. Wenn die Pflasterung beendet sein wird, so ist dadurch nicht allein ein jahre. langer Wunsch der Anwohner erfüllt, sondern der Platz, seine nähere Umgebung und damit die Altstadt haben dadurch wesentlich gewonnen. e*(Eisenindustrie zu Menden u. Schwerte.) Die vorgestern in Köln abgehaltene Generalversammlung, in der 16 Aktionäre 2327000 Mk. Aktienkapital vertraten, genehmigte eitstimmig den Jahresabschluß, wonach eine Dividende nicht zur Verteilung gelangt. *e(Königl. Preuß. Klassen=Lotterie.) Sicherem Vernehmen nach wird im Februar 1915 die Lotterie wieder fortgesetzt, und findet die Ziehung der 2. Klasse 231. Lotterie am 12. und 13. Februar statt. Die Lose müssen bis zum 8. Februar, abends 6 Uhr, eingelöst sein. Die bis jetzt schon eingelösten Lose der 2. Klasse, sowie alle Vorauszahlungen behalten ihre Gültigkeit. Nähere Bekanntmachungen folgen Anfang Januar. *(Das Eiserne Kreuz.) Ein Sohn unserer Stadt, der Gefreite Fritz Dieckmann vom Königs=Fuisaren=Regiment in Bonn, hat sich bei den Kämpfen in Frankreich das Eiserne Kreuz erworben. Wir gratulieren! *(Den Heldentod) fürs Vaterland erlitt der Kriegsfreiwillige Paul Ettling, Sohn des Walzmeisters Ettling von hier, der auf dem westlichen Kriegsschauplatz kämpfte. Im Begriff, seinem im Schützengraben schwer verwundeten Kompagnieführer Hilfe zu leisten, richtete er sich etwas zu weit auf, was ein ca. 100 Meter gegenüberliegender Engländer bemerkt hatte; ein Kopfschuß führte den sosortigen Tod herbei. Wir verlieren, so schreibt sein Feldwebel den Eltern des jungen Vaterlandsverteidigers, einen unserer tüchtigsten jungen Soldaten, dem es leider nicht lange vergönnt war, für sein Vaterlang zu kämpfein; die Kompagnie wird ihm stets ein ehrendes Andenken bewahren.„.44 **(Grüße aus dem Felde!) Die mir seil einiger Zeit übersandte„Schwerter Zeitung“ habe ich im Verein mit meinen Kameraden mit größtem Interesse studiert. Kanonier Albin Schwalbe.— Sende Ihnen von hier die herzlichsten Grüße. Zu gleicher Zeit möchte ich Ihnen für die Zusendung Ihrer werten Zeitung meinen besten Dank abstatten. Bekomme dieselbe sehr regelmäßig, immer 4 Tage später, wie sie ausgegeben ist. Freue mich immer riesig, näheres aus meiner engeren Heimat zu erfahren. Fr. Hohenschwert. Westsalen und Rheinland. * H a g e n, 7. D e z.( T o t g e f a h r e n.) G e s t e r n nachmittag wurde das dreijährige Söhnchen Paul Schmidt von einem Wagen der Elektrischen übersahren und war sofort tot. Das unglückliche Kind spielte auf dem Gleise in der Brinkstraße, als der Wagen ankam. Eine Frau suchte das Kind noch auf die Seite zu ziehen, was ihr leider nicht gelang. Der Kleine wurde furchtbar zugerichtet. Um seine Leiche zu bergen, mußte der Wagen gehoben werden. Man legte die Leiche sofort in einen Sarg. Ob den Wagenführer Schuld trifft, steht noch nicht fest. Ein zweites Kind entging mit knaps per Not der Gefahr. * Dortmund, 7. Dezbr.(Straßenbahn= unglück.) Von einem Straßenbahnwagen der Linie Dorstfeld=Körne überfahren und sofort getötet wurde am Sonntag nachmittag auf dem Ostenhellweg ein junger Soldat vom Infanterie=Regiment Nr. 13. Es handelt sich um den Ersatzrekruten Lindner aus Hörde, der von seinem Regiment von Tanten aus nach Hörde beurlaubt war und am Ostenhellweg versuchte, auf einen in voller Fahrt befindlichen Straßenbahnwagen zu springen, was mißglückte. Die Räder gingen dem Unglücklichen über den Leib, wodurch er fürchterlich verletzt nurde und bald seinen Geist aufgab. * L u d w i g s h a f e n, 7. D e z b r.( F a m i l i e n drama.) Der Milchhändler Repp vergiftete seine beiden Kinder, einen zehnjährigen Knaben und ein achtjähriges Mädchen, und dann sich selbst durch Oeffnen des Gashahnes. Ein hinterlassener Brief führt als Grund der Tat an, daß die Familie ständig vom Unglück verfolgt sei. ** Lichtendorf, 7. Dezbr.(Das Eiserne Kreuz.) Einem Sohne unserer Gemeinde, dem Bankvorsteher Herrn Fritz Wortmann, der als Offizier=Stellvertreter auf dem östlichen Kriegsschauplatz für Deutschlands Ehre kämpft, ist für bewiesene Tapferkeit vor dem Feinde das Eiserne Krauz verliehen worden. Wir sprechen dem wackeren Krieger, der in den letzten Gefechten leicht verwundet wurde, unsern herzlichsten Glückwunsch aus! *e Hennen, 8. Dez.(Auf dem Felde der Ehre) gefallen ist als zweiter aus unserer Gemeinde Herr Friseur Karl Gerling, welcher als Wehrmann im Reserve-Infanterie=Regiment Nr. 99 auf dem östlichen Kriegsschauplatze kämpfte. Ehre seinem Anddenken! ** Hennen, 7. Dez.(Hilsbereitschaft.) Für die kollegiale Kriegshilfe des Deutschen Lehrervereins überwies dem Schatzmeister desselben der hiesige Lehrerverein 45 Mk. Liebknecht opponiert nur im Reichstag. Berlin, 7. Dez. Von einem Offizier, de: bis vor kurzem in Lüttich war, wird der„Deutscher Tageszeitung“ folgendes geschrieben: Am 9. Sept. weilte der Abgeordnete Dr. Liebknecht in Lüttich und hielt sich am Abend dieses Tages vor dem Lokale an Phare auf, wo auch viele Offiziere der Carnison waren. In später Abendstunde wurde der Fall von Maubeuge bekannt. Man brachte ein Hoch auf Seine Majestät aus und sang anknüpfend die Nationalhymne und„Deutschland, Deutschland über alles“. Liebknecht stand nicht nur mit auf, sondern stimmte in das Hoch sowohl wie auch in den Gesang mit ein. Er hat also den Mut einer Opposition muir dann, wenn er als Abgeordneter nichts zu fürchten hat.— Das Blatt bemerkt dazu: Wir würden vielleicht von dieser Mitteilung nicht Kenntais genommen haben, wenn uns nicht von verschiedenen anderen Seiten dieselbe Schilderung zugegangen wäre. Unter diesen Umständen glaubten wir uns ihrer Wiedergabe nicht entziehen zu sollen. Eine Zusatzbemerkung ist überflüssig. Ein weiblicher Rekrut. Ein Mädchen in Männerkleidung wurde unter den in Konitz in Westpreußen neu eingetretenen Rekruten bei den dorthin verlegten Rekrutendepots entdeckt. Der„Mann“ war— die 19 Jahre alte Klara Bahlo aus Insterburg. Mit anderen estpreußischen Flüchtlingen hatte sie sich nach Danzig=Langfuhr gewandt, fand aber keine ihr zusagende Stellung. Von der Mildtätigkeit ihrer Mitmenschen zu leben, widerstrebte ihr. Kurz entschlossen, ließ sie sich die Haare abschneiden, verschaffte sich Männerkleidung und schloß sich einem Trupp eingezogener, nach Konitz überwiesener Mannschaften an. Mit diesen wurde sie dort eingekleidet, bezog mit Bürgerquartier, machte die militärischen Uebungen und Märsche mit, ohne daß man in dem hübschen, zarten Nekruten ein Mädchen vermitete. Endlich gelang es ihr nicht mehr, der ärztlichen Untersuchung zu entgehen, so daß sie sich netgedrungen dem Depotführer offenbaren mußte. Alle Bitten, bei der Truppe bleiben zu dürfen, schlugen fehl. Man steckte sie schleunigst in weibliche Kleider und schaffte sie nach Danzig zurück, wo sie gegenwärtig als Krankenpflegerin ihre Ausbildung erhält. ——* Büchertisch. Alle unter dieser Rubrik besprochenen Bücher sind in der Carl Braus'schen Buchhandlung zu haben. Der Krieg, ein Aufruf zur Innerlichkeit, von Dr. Eberhard Arnold. Preis brosch. 1,20, geb. 1,80 Mark. Evangelische Buchhandlung von P. Ott, bobg. Inhalt: 1. Teil: Das inwendige Leben— Das Herz— Seele und Geist— Das Gewissen und sein Zeugnis— Das Gewissen und seine Gesundung.— 2. Teil: Innere Erfahrungen— Das innere Leben und der Geist Jesu Christi— Innerer Friede— Das innere Licht— Das in uns lebendige Wort. — Wir fühlen es alle, daß jener bekannte Gelehrte recht hat, der diesen Krieg etwas in der Weltgeschichte durchaus Unerhörtes nannte.... Der Krieg ist eine Katastrophe. Wie er an Ausdehnung und Erbitterung alle Kriege der Vergangenheit übertrifft, so müssen auch seine Wirkungen die aller anderen Kriege übersteigen. Hat jemals ein Krieg unserm Volk innere Vertiefung und wahre Erhebung gebracht, so muß es dieser Krieg sein, der den Deutschen cufruft, in den Wurzeln der Innerlichkeit Halt zu finden, den er in dem langen, verweichlichenden Frieden zu verlieren schien. Schreibers Anleitung zum Vorzeichnen für Eltern und Lehrer. Von Th. Göhl. 8 Hefte mit je 15 Vorlagen, Anleitung usw. Jedes Heft Mk. —.80. Verlag von J. F. Schreiber, Eßlingen und München. Nadelbaum und=Wald. Laubbaum und=Wald. Menschen. Bauten. Handwerkszeug usw. Verkehrsmittel usw. Geogr. Charakterbilder. Die Hefte bieten keine Vorlagen zum gelegent. lichen Abzeichnen. Sie wollen dem Zeichner eine Anschauung davon geben, wie man es andrehen muß, um zu ausdrucksvollen typischen Darstellungen zu kommen und verlangen eine gründliche Vertiesung. Das Ergebnis solcher Arbeit aber scheint unsern Erfahrungen in Lehrkursen, denen diese Anleitungen zugrunde lagen, nach— das zu sein: 1. Mut und List zu bekommen zum Vorzeichnen; 2. Geschicktmachen der Hand hierzu; 3. Kräftigen des Auffassungsvermögens, insbesondere Schärfung des Blickes für das Charakteristische an den Dingen; 4. Steigerung der Ausdrucksfähigkeit. Verantwortlich für die Redaktion Friedr. Kraas, Druck u. Verlag von Carl Braus, beide in Schwerte. 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Den Heldentod für das Vaterland starb auf dem Felde der Ehre bei Corbeny(Frankreich) am 12. Oktober unser lieber Freund u. Schwimmgenosse, der Kriegsfreiwillige Pranz- Gossillahnl vom Inf.-Reg. 172 4. Comp. Wir verlieren in ihm einen tüchtigen Kameraden und werden sein Andenken stets in Ehren halten. 7598 Schwimmverein Schweite. K 8 Als feinster Ersatz für Naturbutter empfehle meine Süssrahmmargarine der Berg.-Märkischen Margarinewerke (echt deutsche Firma). Essu 90 Fig. Cebd JOrig. Cart in hervorragend schöner Qualität empfiehlt zu Orizinaspreisen. L. Weinberg. " Die auf den Krund-Vorstelgerungen für Heihnachten erbitte der Jetzigen Verkehrslagen wegen möglichst baldigst nicht verkauften Sachen, wie Anzüge, Ueberzieher, Joppen, Hosen, Röcke acken, Talllen, Mäntel etc. etc. Dsollnahdlung Ormb-Sinhss Schwerte(Ruht) Tauen Meider Betten Ehien Gr. Marktstr. 3—5.1(Fahrräder, Nähmaschinen Ober- u. 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Poheiieikheiseh Pfund 39 Pig. 7cos nur soweit Vorrat reicht. L. Weinberg. Viehseuchenpolizeiliche Anordnung. Zum Schutze gegen die Maul= und Klauenseuche wird auf Grund des§ 18 ff. des Viehseuchengesetzes vom 26. Juni 1909 Reichsgesetz Blatt Seite 519 folgendes vorläufig bestimmt: Das Wegbringen von Klauenvieh aus dem Bezirke der Gemeinde Wichlinghofen— und das Durchtreiben von solchem Vieh sowie das Fahren mit angespannten fremden Wiederkäuern — ist verboten. Diese vorläufige Anordnung tritt sosort außer Wirksamkeit, wenn der beamtete Tierarzt feststellt, daß Maul= und Klauenseuche nicht vorliegt und daß auch der Verdacht dieser Seuche nicht begründet ist 7579 Wellinghofen, den 5. Dezember 1914. Die Polizeiverwaltung: Hartung. Amtmann. *) Das Durchtreiben von Klauenvieh usw. kann verboten werden; wenn das nicht geschehen soll, sind die Worte„und“ bis„Wiederkäuern“ zu durchstreichen. Musikinstrumente, phologr. Apparate Konversallons-Leklhons u. sonst. Bücher Oic. können täglich in unseren Geschäftsräumen zu sehr billigen Preisen gekauft werden. Die Sachen sind teils gebraucht, teils neu. Pfandleih-Anstalt K. Eron& Comp. Balkenstr. 38 Dortmund Hicolaistr. 5. beim Bezirkskommando. 6494 Dortmund, den 7. Dezember 1914. Zu dem heutigen Schlachtviehmarkt waren aufgetrieben 744 Stück Großoieh, 215 Kölber, 49 Schafe. 8305 Schweine. Bez. f. 100 Pfd Ochsen in der Herstellung und Umarbeitung von Kleidungsstücken und Wäsche aller Art aus alten Sachen für Männer, Frauen und Kinder werden Frauen und Mädchen, welche Angehörige im Felde haben, gern und unentgeltlich an einigen Nachmittagen und Abenden der Woche erteilt. Anmeldungen und Näheres bei Frau Braus, Mittelstraße, sowie in der Cail Braus'schen Buchhandlung, Große Marktstraße 3—5. Getragene, noch brauchbare Kleidungsstücke, wie auch Sachen aller Art für Bedürftige unserer Stadt werden ebendaselbst dankbar entgegen genommen. 7602 Bullen: Färsen u. Kühe: junge und gut 46—49 79- 84 38—42 72—79 33—35 69—72 49—53 87—94 43—48 83—91 37—42 74—84 30—33 69—74 26—29 62—68 55—55 88—92 500 gr. und 250 gr. versandfertig mit 7610 von 90 Pfg. an empfichlt Max Meiltnese Drogerie. 1. Rinder. a) vollfleischige, ausgemästete höchsten Schlachtwertes, die noch nicht gezogen haben(ungejocht) b) vollfleischige, ausgemästete, im Aller von 4—7 Jahren c) junge, fleischige, nicht ausgemästete und ältere ausgemästete... d) mäßig genährte junge, gut genährte ältere a) vollfleischige, ausgewachs. höchstea Schlachtwertes b) vollfleischige, jüngere c) mäßig genährte 11 genährte ältere a) vollfleischige, ausgemästete Färsen höchsten Schlachtwertes. b) vollfleischige ausgemästete Kühe höchsten Schlachtwertes bis zu 7 Jahren c)ältere, ausgemästete Kühe und wenig gut entwickelte jüngere Kühe und Färsen d) mäßig genährte Kühe u. Farsen e) gering genährte Kühe u. Färsen Gering genährtes Jungvieh(Fresser) 2. Kälber a) Doppelender, feinste Mast.. b) seinste Mastkälber c) mittlere Mast= und deste Saugkälber 48—53 78—87 d) geringe Mast= und gute Saugkälber—— e) geringe Saugkälber—— 3. Schafe Stallmast= a) Mastlämmer und jüngere Mastschafe: hammel.—— b) ältere Masthammel, geringere Mastlämmer und gut genährte junge Schafe—— c) mäßig genährte Hammel und Schafe(Merzschafe)—— Weide= a) Mastlämmer.......—— mastschafe: b) geringe Lämmer und Schafe—— 4. Schweine. a) Fettschweine, über 150 kg. 8 Jentner Lebendgewicht—— b) vollfleischige Schweine von 120—150 kg(240—309 Pfd.) Lebendgewicht c) vollfleischige Schweine von 100—120 kg(200—240 Pfd.) Lebendgewicht„Apen d) vollfleischige Schweine von 80—100 kg(160—200 Pfd.) Lebendgewicht„en e) vollfleischige Schweine unter 80 kg(160 Pfd.) Lebendgewicht 46—52 59—66 Squen 45—52 53—66 52—56 66—70 52—56 65—70 49-53 62—67 Favorit Modenaldum 60 Z, Pavori Jugendaldum 60 J Favoril Handarbtsalb. 60., 1! Favorit Schnitlmuster! 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Und es war ihr, als töne ihr, da sie ihr Flehen geendet, eine liebliche, tröstende Stimme entgegen, und hoffenden Herzens wandte sie sich danach wieder heimdarauf geschah es, daß Ugoagr Eiere sie,; auf eine weide Zin Huürcg das Käsckicht, und der Jäger en Oohrgoz niche vo...„Haßt Sie nur. tun haben mochte; denn solches stand unter Belbogs Schutz.„Ei,“ rief Udo,„rätst du mir plötzlich, ich soll von einem Wild, das ich begehre? Ist das nach rechter Jägerart, die du doch sonst so rühmst? — Folge du dem Wolfe, ich will die weiße Hindin erjagen, und müßt' ich ihr länger als ein Jahr nuchfolgen!“ Und er drang nach in das Dickicht. Gero aber blieb wirklich zurück, denn er fürchtete die Macht des cten 9eicteo,(Ehluß Denkspruchz. Was der Mensch auch gewinne, er muß es teuer bezahlen, Wär' es auch nur mit der Furcht, ob er's nicht wieder verliert. 5. Hedbel. Das Männerideal der Suffragette. Wie soll ein Mann beschaffen sein, um Gnade vor den Augen einer Suffragette zu finden? In einer amerikanschen Zeischrift beantwortet eine der epgpgzskazeischen Führerinnen der Suffragetten diese Frage. beth Aldrich hat nicht nur eine große Organisation ge schaffen, durch die die Kinder von Arbeiterfrauen tggsüher behütet und gepflegt werden, sie zählt auch zu den hübschesten und reizendsten Damen unter den amerikanischen Fraurn rechtlerinnen, die bekanntlich von dem wüsten Treiben der englischen Suffragetten nichts wissen wollen. Das Ideal vom Manne freilich, das Miß Aldrich aufstellt, wird nicht jeder leicht und vielleicht auch nicht gern erfüllen. Sie schildert uns den Mann der Zukunft, den Mann von 1940: und dieser ideale Mann ist natürlich ein seinfühligeres, zärtlicheres und phantasievol###es Wesen als der Mann von heute. Aber er wird nicht nur gut, je dezu seelensgut sein, er wird auch praktisch, und er wird auch schön sein.„Ich sehe den Mann von 1940, so führt Miß Aldrich aus,„stets nur in weißen Kleidern. Kein Mann wird dann mehr dunkle Anzüge tragen; denn er weiß, daß dunkle Kleidung unhygienisch und unkleidsam ist. Sie ist unhygienisch, weil sie Flecke nicht zeigt, und weil jemand sauber aussehen kann, ohne es zu sein. Um der Sauberkeit willen wird der Mann von 1940 auch das Haar ganz kurz geschoren tragen und nur glatt kusiert gehen, wird die unkleidsamen langen Beinkleider durch eine gefälligere Tracht ersetzen, wird auch den Ehrgeiz zur Schönheit haben und in der Anmut, nicht in der Muskelkraft, sein Ideal suchen. Und wie sein Wesen sanft und zart ist, so verzichtet er auch auf die Fleischkost und ernährt sich nur von Obst, Nüssen und Gemüsen.“ Und den Frauen gegenüber?„Er wird von einer Ritterlichkeit sein, die vom Egoismus frei ist und aus Achtung hervorgeht, er wird nicht mehr schlechte Witze über Schwiegermütter und alte Jungfern machen, und vor allem: er wird der Frau das Privilegium einräumen, alt zu werden. Er wird nicht mehr durch seine törichte Neigung, bei der Frau nur die Frische der Jugend zu lieben, uns dazu zwingen, zu lügen, und wir es nicht mehr nötig haben, unser Alter zu Aber der Mann von 1940 wird zugleich auch eine vergessene Kunst wiedererwecken: die Kunst des Liebesbriefes. Er wird nicht mehr telegraphieren und telephonieren, sondern er wird Liebesbriefe schreiben. Und er wird mehr daheim sein, da er nicht geiz hegen wird, großes Vermögen auszuhäufen; statt desse wird er mehr darauf sinnen, wie er der Menscheit nützt, Kurz, der Mann der Zukunft wird weiblicher.., die Frau aber männlicher: und so wird das der Geschlechter kommen.„Der Mann der Zukunft wird gerecht sein wie Lincoln, gut wie Emmerson, weise wie Marc Aurel, freimütig wie Brieux, zart wie Maeterlinck und phantasievoll wie William Blake. Möge er bald kommen!“ Immerhin bleiben ihm noch gut 25 Jahre Frist... 23 Von Laura Uinent. Quarkkäulchen. 250 Gramm gekochte kalte Kartoffeln werden gerieben, 375 Gramm Quark(weißer Käse) wird durch ein Haarsieb gestrichen und mit den Kartoffeln vermengt. Dazu kommen noch 2 Eier, 90 Gramm Mehl, 60 Gramm Zucker und 100 Gramm Korinthen. Wenn alles gut durcheinandergemischt ist, formt man mit den mehlbestäubten Händen flache, runde Klöße und bäckt sie in Butter auf beiden Seiten schön braun. Noch heiß werden sie mit Zucker und Zimt bestreut und sogleich zu Tisch gegeben.— Prinzeßkartoffeln. 2 Pfund Kartoffeln weroen weichgekocht, geschält und in Scheiben geschnitten. Nun streicht man eine Form gut mit Butter, gibt eine Lage Kartoffeln hinein, darauf eine Lage geriebenen Schweizerkäse, wieder Kartoffeln und so weiter abwechselnd, bis die Form gefüllt ist. Dann verrührt man 3 Eier mit 3/4 Liter Milch, gibt etwas Salz dazu und gießt dies über die Kartoffeln. Obenauf kommt geriebene Semmel und Butterflöckchen. Nun stellt man das Gericht in den Ofen und läßt es eine Stunde lang backen, bis es eine schöne Farbe angenommen hat. 9 Zu viel des Guten. Ter alte Herzog von Cambridge, der frühere Generalinspekteur der britischen Armee, hatte im Gegensatz zu den meisten seiner Landsleute eine große Vorliebe, für Schweinefleisch, und ganz besonders für Koteletces. er sich auf einer Inspektionsreise befand, so glaubten die betreffenden Kommandeure den Herzog günstig stimmen zu können, wenn sie ihm beim Frühstück Schweinekotelettes Aber selbst der größte Liebhaber dieses Gerichtes dürfte dessen überdrüssig werden, wenn es ihm so geht wie dem Herzog, der einmal während einer Dienstreise drei Wochen lang tagtäglich Schweinekotelettes vorgesetzt erhielt. Schließlich blieb ihm nichts anderes übrig, als durch seinen Adjutanten den Herren bedeuten zu lassen, daß man auch vom Allerbesten schließlich zu viel bekommen könne. 1 — 8 83—91 □ I I 1 gomicht* Gig: 2# gewicht“s S 22 * 05 S 8 93.3 2, Schlacht= 9 S S—* gewicht SSs. 8 S„ 53 — 6 A eir.W! Amtliches Kreisblatt SI für den Kreis G, 46. Jabrgang O Griles und Skeltes Cagesorgan des Krelles. 0 0 Unterhaltungs=Beilage zu Nr. 287. Dienstag, 8 Dezember### Der neue Bamkatrente.. jeder eine höfliche Verbeugung und ein 3/ Wink gegen den Offizier. Dann scharten # sich die Soldaten mit ihren geladenen e A###i W chren. geladenen Gewehren aufs neue um Wernei, und nach einem letzten verachtungsvollen Blick auf das Kriegsgericht wandte er ((“ sich, um straff und aufrecht in seine Zelle, die Zelle der zum Tode Verurteilten, zurückzutehren..8 Kapitel. 18. Napulel. Von dem Wunsche erfüllt, die kurze Frist, die man ihm zum Ordnen seiner Angelegenheiten bewilligt, nach Möglichkeit zu nützen, hatte Werngr,prz, ggfcähligen Schließer, der ihn mit einer Miene steundlichen Bedauerns empfing, um die rasche Besorgung von einigem Schreibgerat gebeten, und wenige Minuten später schon hatte der Sennor Cabildo ihm das Verlangte gebracht. Das Papier war freilich von der denkbar schlechtesten Beschaffenheit, die Tinte fast eingetrocknet und die offenbar seit nicht mehr benutzte Feder so verrostet, daß sie ihren Beruf kaum noch zu erfüllen vermochte. Aber der gute Mann hatte auf Werners Beschwerde mit zweifelloser Aufrichtigkeit versichert, besseres Material sei nicht zu Langsam und mühselig genug kamen unter solchen Umständen die beiden Briefe zustande, mit deren Abfassung er seine irdischen Angelegenheiten so geordnet zu haben glaubte, wie sein Gewissen es ihm gebot. Der eine von ihnen war an seine Eltern gerichtet und enthielt nichts als einige liebevolle und herziache Abschiedsworte, denen er einen gewissen tröstlichen Charakter durch die Versicherung zu geben versucht hatte, er ohne Todesangst und bittere Seelenqual seinem letzten Stündlein entgegensehe. Das zweite, ungleich längere Schreiben war für Doktor José Vidal bestimmt. Er glaubte Conchitas Angelegenheiten jetzt, da er selbst sich aller menschlichen Voraussicht nach ihrer nicht mehr annehmen konnte, in keine besseren Hände legen zu können als in die des edlen und menschenfreundlichen Arztes. Er teilte ihm alles mit, was er von ihr selbst und vorhin von dem Gefängniswärter über den gegen sie begangenen Schurkenstreich erfahren, und er beschwor den Arzt mit den eindringlichsten Worten, die er in dieser feierlichen Stunde fand, das schutzlose junge Mädchen nicht zu verlassen. Noch war er mit dem Briefe nicht ganz zu Ende gekommen, als wieder der Schlüssel knirschte. Er Roman von Reinhold Ortmann. ng 4 (Nachbrau-Vercoten.) faltete das eng beschriebene Blatt hastig zusammen und schob es in die Brusttasche. Die nächste Sekunde schon belehrte ihn, wie wenig überflüssig diese Vorsicht ge wesen war. Denn zu seiner gewaltigen Ueberraschung mußte er erkennen, daß die vornehm gekleidete, hochgewachsene Dame, der Sennor Cabildo mit tiefer Verbeugung höflich den Vortritt ließ, und die jetzt mit rascher Handbewegung den ihr Antlitz verhüllende dichten Schleier lüftete, keine andere als Donna Maria del Basco war. Die Tür fiel hinter ihr zu uno treischeno schob sich der Riegel vor. Sie hatte sich mit ihm einschließen lassen, wie es nach der Erzählung des Gesungn wärters vor einigen Tagen ihr Gatte mit dem bedauernswerten Pedro Alvarez getan, und blitzschnell, noch ehe auch nur ein einziges Wort zwischen ihnen gewechselt worden war, fühlte sich Werner von der Gewißheit durchzuckt, daß es nur in einer ganz ähnlichen Absicht geschehen sein könne. Aber er hatte keinen Grund, der stolzen Sennora ihr Vorhaben zu erleichtern, und ohne ihr etwas von den Empfindungen zu verraten, die ihr Anblick hervorgerufen, überließ er es ihr, die Unterhaltung zu eröffnen. Donna Maria war scharfblickend genug, in diesem unter solchen Umständen allerdings befremdlichen Schweigen einen Ausdruck feindseliger Gesinnung zu erkennen, und sie mochte es darum für das beste halten, ohne viele diplomatische Umwege auf ihr Ziel loszugehen. „Es muß Sie in Verwunderung setzen, Sennor, mich hier zu sehen,“ sagte sie, ohne den Stuhl, von dem er sich erhoben und den er ihr mit stummer Einladung dargeboten hatte, anzunehmen.„Auch ich hätte nimmermehr erwartet, daß wir einander an solchem Orte gegenüberstehen könnten. Aber ich hoffe, mein Erscheinen ist Ihnen nicht unwillkommen.“ „Sie müssen verzeihen, Sennora, wenn ich darauf erst antworte, nachdem ich seine Veranlassung fahren habe, erwiderte er kühl.„Nach dem, was zwischen Ihrem Herrn Gemahl und mir gestern vorgefallen, kann ich ja unmöglich annehmen, daß es lediglich freundschaftliche Teilnahme an meinem Schicksal gewesen ist, die Sie hierherführt. „Ich könnte Ihnen darauf antworten, daß Sie unsere Großmut unterschätzen, und daß die Kunde von dem, was Ihnen widerfahren, uns die leidigung habe vergessen lassen. Aber ich will hier keine theatralische Szene mit Ihnen aufführen. Nein, wir haben diese Beleidigung noch nicht vergessen, und wenn Sie den Wunsch hegen, daß es geschieht, so wird GETHELE d S SSSSSSSS E „SEEESTGBEE S SAESSSMBRG ## PgSg. Sestygssa: SS S GSSEE S S ESSS S u S S UTSL ** 9 S 5 TSES 5 2 85 5 * S c S 3i S 5„SPUSE * S STRE eggurS E•SUSGTSSZE g BoS # 5 S 5 1 — 9 5* Fuonas.n • oGPOEOSSSOS O CÖR:UASAGASTS # * S S—USyEEPBSPSgR 8 BSEESSERSEE S SuS Sluse S•SGBEURSLOESE S r HSSDESESE MEDS BEgEIEEG: S T GEMETNESUSN SEESSSEE es an Ihnen sein, sie auszulöschen, ehe wir Ihnen die Hand zur Versöhnung bieten. „Und auf welche Weise, Sennora, könnte das Ihrer Meinung nach geschehen?“ „Muß ich Ihnen das wirklich erst sagen? Sie haben unser Haus beschimpft, indem Sie sich unter nichtigem Vorwande weigerten, eine Ehrenpflicht zu erfüllen, die Sie gegen meine Tochter eingegangen waren. Nur indem Sie die unbegreifliche Weigerung zurücknehmen, vermögen Sie die Schmach zu tilgen, die Sie meinem Kinde angetan.“ „Ist Sennorita Isabella mit dem Vorschlage einverstanden, den Sie mir da zu machen belieben?" „Das arme betörte Wesen weiß bis zu diesem Augenblick noch nichts von Ihrem unwürdigen Verhalten. Mein Gatte und ich hatten bisher nicht den Mut, die Illusionen zu zerstören, in denen sie so glücklich ist. Wenn Sie sich jetzt auf die Gebote der Ehre besinnen, wird sie niemals erfahren, eine wie grausame Enttäuschung Sie ihr zugedacht hatten.“ „Aber glauben Sie nicht, Sennora, daß eine Erklärung, wie sie Sie da von mir zu erwarten scheinen, unter den gegenwärtigen Verhältnissen ein sehr zweifelhaftes Geschenk für Ihre Tochter bedeuten würde? Vielleicht wird die Nachricht von meinem Tode sie weniger betrüben, und sie wird den Verlust leichter verschmerzen, wenn sie zugleich erfährt, daß mein Verschwinden aus der Reihe der Lebenden für sie überhaupt keinen Verlust mehr bedeutete. Oder sollten Sie“— und er konnte nicht verhindern, daß seine Stimme dabei eine etwas ironische Färbung annahm—, „sollten Sie vielleicht noch nicht wissen, daß ich vor einer Stunde durch ein Kriegsgericht zum Tode verurteilt worden bin?“ „Ich hätte mich wohl kaum entschlossen, Sie an diesem Orte aufzusuchen, wenn ich es nicht wüßte. Und Sie sind klug genug, sich zu sagen, daß ich diesen ungewöhnlichen Schritt gewiß nicht getan haben würde, wenn ich nicht zugleich über die Möglichkeit verfügte, Sie zu retten.“ „Wenn ich Sie recht verstehe, Sennora, werden Sie indessen von dieser Möglichkeit nur unter gewissen Voraussetzungen Gebrauch machen. Es ist eine Art von Tauschhandel, den Sie mit mir abzuschließen wünschen— mein Leben auf der einen und ein Heiratsversprechen auf der anderen Seite—, nicht wahr?“ „Wenn es Ihnen gefällt, die Sachlage so anzusehen, meinetwegen! Sie müssen begreifen, daß für mich und meinen Gatten keine Veranlassung vorhanden wäre, uns für jemand zu verwenden, der die genossene Gastfreundschaft und das ihm geschenkte Vertrauen nicht besser zu erwidern wußte als damit, daß er das Glück unseres einzigen Kindes zerstörte.“ „Nach allem, was ich in der letzten Zeit erfahren, würde ich das in der Tat ganz begreiflich finden. Ich bin heute nicht mehr naiv genug, zu erwarten, daß ein Portenno Geschenke ohne entsprechende Gegenleistung machen könnte. Aber sind Sie Ihrer Sache auch ganz gewiß, Sennora? Ich glaube zu wissen, daß hochstehende und einflußreiche Personen sich ohne jeden Erfolg um meine Freilassung bemüht haben. Sollte die Verwendung Ihres Gatten da in der Tat ein besseres Ergebnis haben— zumal jetzt, nachdem ich in aller Form verurteilt worden bin?“ Donna Maria fand diesen Zweifel offenbar ganz natürlich und nahm ihn auch wohl für einen Beweis seiner Geneigtheit, auf ihren Vorschlag einzugehen. Um ihre Stimme bis zu leisestem Flüstern dämpfen zu können, trat sie einen Schritt näher auf ihn zu und erwiderte rasch:„Es handelt sich gar nicht um meinen Gatten und um das, was er vermag. Der Umstand, daß ich statt seiner hierhergekommen bin, muß Ihnen ja schon zeigen, daß ich diese Angelegenheit selbst in die Hand genommen habe. Und eine Frau vermag vieles, was auch die höchstgestellten und einflußreichsten Männer nicht mehr zustande bringen würden. Es gibt für Sie nur noch eine einzige Möglichkeit der Rettung. Der kommandierende General, auf den während der Dauer des Belagerungszustandes alle Machtbefugnisse des Präsidenten übergegangen sind, kann das Urteil des Kriegsgerichtes bestätigen oder er kann Ihnen die Freiheit wiedergeben, indem er es einfach aufhebt. Und ich habe bereits mit ihm gesprochen. Allein von dem Verlauf unserer Unterhaltung wird es abhängen, ob er von seinem Begnadigungsrecht Gebrauch macht oder nicht.“ „Mit anderen Worten: Der Herr General hat dieses Recht auf Sie übertragen?“ „Nennen Sie es immerhin so! Es kommt jetzt wahrlich nicht darauf an, der Situation einen Namen zu geben, sondern einzig darauf, sie zu nützen. Und die Zeit ist kostbar. Solange der Präsident mit den erwarteten Truppen noch nicht da ist, um die von den Insurgenten eingeschlossenen Stadtteile zu entsetzen, kann uns hier jede Viertelstunde die unangenehmsten Ueberraschungen bringen. Lassen Sie uns zu einem Ergebnis kommen, damit nicht alle meine Bemühungen am Ende doch vergeblich gewesen sind.“ „Ich bin erstaunt, Sennora, zu sehen, welchen Unbequemlichkeiten und vielleicht sogar Gefahren Sie sich aussetzen, um mich für Ihre Tochter zu retten. Und ich kann die Vermutung nicht unterdrücken, daß Sie sich da hinsichtlich der Vorteile, die Ihnen aus solcher Verbindung erwachsen könnten, irgendwie im Irrtum befinden müssen. Ich besitze weder ein großes Vermögen noch eine außergewöhnlich glänzende gesellschaftliche Stellung. Soviel ich gesehen, bewerben sich ungleich bedeutendere und begehrenswertere Kavaliere um Sennorita Isabellas Gunst." „Vielleicht halten wir es in der Tat für eine bedauerliche Verirrung, daß Isabella ihr Herz gerade an Sie verlieren mußte, und fügen uns in das Unabänderliche nur um des Seelenfriedens unseres betörten Kindes willen. Ihre Aufgabe wird es sein, sich das Vermögen und die gesellschaftliche Stellung zu erringen, die Sie Ihrer Gattin schuldig sind. Und Sie werden mir Ihr Ehrenwort verpfänden, daß Sie sich dabei in allen Stücken nach meinen und meines Gatten Ratschlägen richten werden.“ „Ah, der Vertrag, den Sennora mit mir abzuschließen wünschen, enthält also mehr als einen Artikel?“ „Nur diese beiden. Und es ist lächerlich genug, daß man genötigt ist, Ihnen den Weg zu Ihrem Glücke erst zu zeigen. Jeder andere an Ihrer Stelle würde ihn auch ohne solchen Hinweis gefunden haben. Man hat Sie auf einen Posten gestellt, wo Ihnen täglich und stündlich Gelegenheit gegeben ist, große Summen zu verdienen. Nur ein Dummkopf und ein ausgemachter Narr lassen solche Gelegenheit ungenützt. Das Leben ist ein Kampf, und jeder hat das gute Recht, sich in diesem Kampfe der Waffen zu bedienen, die ihm die Verhältnisse darbieten. Für die dumme Ehrlichkeit, die Sie zeitlebens einen armen Teufel bleiben läßt, würde Ihnen dereinst niemand Dank wissen. Haben Sie es aber einmal zu Reichtum gebracht, so wird alle Welt demütig vor ihnen auf den Knien liegen, und keinem wird es in den Sinn kommen, Sie zu fragen, auf welche Weise Sie ihn erworben." „Eine vortreffliche Moral, Sennora, schade nur, daß sie für mich ein wenig zu spät kommt! Denn da ich nicht gesonnen bin, auf die erste Bedingung Ihres Tauschvertrages einzugehen, dürfte es mir ja leider an Gelegenheit fehlen, jene ausgezeichneten Lehren zu nützen.“ (Fortsetzung folgt.) Deshalb. Polier:„Hören Sie mal, Sie könnten sich auch'n bißchen mehr anstrengen.“ Maurer:„Immer mit die Ruhe... Rom is ooch nich an eenem Tage erbaut worden.“ Polier:„Kann sein. Aber bei dem Bau war ich auch nich Polier!“ * Eine Ersparnis.„Die arme Berta, nun hat sie eben vor acht Tagen ihren Onkel verloren..., und jetzt stirbt ihr die Tante!“„Na, schließlich ist das gar nicht so dumm— da braucht sie doch nur einmal für die beiden zu trauern.“, * Der pietätvolle Gatte. Mrs. Youngwedd (stolz):„Dies, liebes Männchen, ist mein erster Kuchen.“ Er:„Oh, denkst du nicht, mein Kind, es wäre besser, wir würden ihn uns lieber als Andenken aufheben und nicht essen?“ Die Sage vom Wehl- und Zscherregrund. Von F. Gebhardt. (Nachdruck vervoren.) Wer von dem lieblichen Elbstädtchen Wehlen aus die Wanderung beginnt in die Felsenwildnis des Elbsandsteingebirges, auch unter dem Namen„Die sächsische Schweiz“ bekannt, den führt der Weg zuerst durch den„Wehlgrund" nach dem„Zscherregrund“ und dann zur Bastei, dem ersten der berühmten Punkte der Gegend. Der Wehlgrund ist ein gar liebliches Waldtal zwischen hohen Felsenmauern, von einem klaren Wasser durchronnen, und es ist ein herzerfreuendes Wandern durch sein von goldenen Sonnenlichtern durchblitztes Dimmergrün. An einer Stelle aber, wo ein einzelner großer Steinblock an den Pfad herantritt, teilt sich das Tal in zwei engere, von hohen Felsen eingefaßte, dunklere und wildere Schluchten. Links geht es in den „Uttewalder“ Grund, rechts ist der düstere„Zscherregrund“. Hier zeigt noch heute die ganze Umgebung einen bei trübem Wetter schauerlicheren Charakter. alten Zeiten, ehe die Menschen gangbare Pfade in die Schluchten gebahnt, war die Gegend noch viel wilder und finsterer. Die Namen, die sie bis heute sich bewahrte, deuten dies schon an.„Zscherre“= d. h.„schwarzer“ Grund,„Wehl“= oder„lichter“ Grund.— Aber daß die Felseutäler diese Namen erhielten, hat doch noch eine andere Ursache. In jenen Urzeittagen, als noch Geisterwesen von allerlei Art den Erdkreis bevöllerten, hatten liebliche Elfen, freundliche Feen und neckische Wassernixlein sich den heiteren Wehlgrund als Wohnung ersehen und trieben hier ihr Wesen. Aber ihrem lichten Reiche benachbart, nur durch eine hochragende, gewaltige Felswand geschieden, hausten im finsteren, wildzerrissenen Geklüft allerlei tückische, lichtscheue Wesen, Gnomen, und Teufel. Weshalb man noch heute dort die„Teufelsküche“, die„Tcufelsschlüchte", das„Hexenhaus“ und allerlei ähnliche Stellen finden kann, die sie sich einst zur Wohnung erwählten. Diese bösen Geister aber standen im Dienste Zschernebogs, des finsteren, bösen Gottes, während die gütigen Belbog, dem lichten Himmelsherrn, Gehorsam leisteten.— Die Menschen, die in der Stromniederung oder auf dem Nacken der Uferhöhen wohnten, wußten das gar wohl.... Und je nachdem sie zu Werken der Liebe oder zum Gelingen ihrer Alltagsarbeiten die Hilfe Belbogs erflehten, oder ob sie Haß, Neid und Nachgier zu schlimmem Wollen und Tun trieb,— so kamen sie an den Eingang des Wehlgrundes oder des Zscherregrundes, und brachten den Geistern ihre Wünsche vor, ihre Opfergaben dar. Und je nach Befehl des Gottes geschah ihnen nach ihrem Willen. Nun ist aber, solange die Welt steht und in ihr ein Unterschied zwischen Gut und Böse, auch ein heißer, nimmer rastender Streit zwischen dem Guten und dem Bösen. Jedes begehrt die Ueberhand zu gewinnen und die Herrschaft an sich zu reißen, und die Seelen der einzelnen Menschen sind der Preis, um den der alte Streit immer am heißesten wütete. Und es ist kein Mensch, über den zuzeiten nicht wechselnd das Gute oder das Böse Gewalt hätte. Einer, dessen Seele allzu leicht von jedem Einfluß sich lenken ließ, war Ritter Udo, der in jenen alten Tagen, von denen ich erzähle, in der Gegend eine Burg und einen großen Besitz hatte. Er war aber, obwohl er ein lieblich Weib und zarte Kindlein sein eigen nannte, selten daheim. Denn mit Leidenschaft trieb er das Weidwerk, und der große und herrliche Wald, welcher die Gipfel der Berge bedeckte, war sein liebster Aufenthalt. Allerlei Wild hauste in„Udos Walde“, wie er hieß, vom zahmen Reh an bis zum Bär und Wolf, also daß das Jagen darin alleweil Gelegenheit gab, Mut und Kraft zu erproben oder doch Kurzweil zu gewähren. Hatte Udo einmal die Spur eines Jagdtieres erspäht, so gab es für ihn kein Halten mehr. Er scheuchte es auf, verfolgte das Flüchtige in seinem Laufe durch Dick und Dünn, über Stock und Stein, durch Schluchten und Gründe. Ja, er schonte der Ackerfelder mit ihrer grünenden oder reisenden Saat nicht und zerstampfte mit den Hufen seines Rosses achtlos, was den armen Bauern den Lohn für schwere Arbeit bedeutete.— Da seine Seele so ganz im Banne der einen Leidenschaft lag, hatten die bösen Mächte schon halb Gewalt über ihn, und zur Tag= und Nachtgleiche, da alle die schlimmen Geister des Zscherregrundes ihre Zusammenkunft hatten auf dem runden, von Felsen umschlossenen Platz, den der Wanderer von heute das„Naturtheater“ nennt, hielten sie Rat, wie sie es anfangen wollten, Udo völlig in ihre Krallen zu bekommen. Sie wählten einen aus ihrer Mitte, der in der Gestalt eines Jägers sich zu Udo drängen sollte, sein Vertrauen zu erschleichen und Macht über ihn zu gewinnen. Dieser Teufel nahm denn mit Hilfe der Zauberkunst eine schlanke, feine Gestalt und ein freundliches Wesen an und bot am folgenden Morgen unter dem Namen Gero dem Ritter seine Dienste. Und bald hatte er es mit höllischer Arglist so weit gebracht, daß keiner unter den Knappen und Jägern dem Udo so lieb wurde, wie der Gero mit den schwarzen, funkelnden Augen und dem spitzen Barte. Und immer mehr und eifriger hing Udo seiner Jagdleidenschaft an, und wenn er gerade nicht jagte, so trank und würfelte er, lag in fremden Burgen oder Gasthäusern, oder lud auch sein eigen Haus sich voller Gäste, aber voll solcher, die es so ähnlich trieben wie er.— Das belümmerte seine Gattin sehr. Und da sie ein sanftes, frommes Weib war, machte sie sich eines Nachts auf bis an den Wehlgrund, nahm vom feinsten Linnen, das sie selbst gesponnen, mit als Opfergabe für die holden Frauen des Grundes und brachte, indem sie alle guten Geister des Ortes anrief und ihre Gabe auf dem Rasen niederlegte, ihr Anliegen vor, daß sie helfen