Die„Schmumnm Zeitung: erschein üglch. auber Feiertags. Bezugspreis M. 1.80otertekjährlch, bel der Post shr Beslelgeld 42 Pfo. mehr. Wöchenl. Gratsbellage:„Iüustrierten Familensreund“ u. t4gl. Ualerhaltungsdlatt. Anzeigenpreis: Die siebengespaltene Petitzeiloder deren Raum 10 Pig., Anzeigen von auswärs 15 Plg., Reklamezelle 40 Pfg. Jeder Rabatt gilt als Kassambal u. erlischi bei Konzursen, Zwangsoergleichen. gerichl. Klagen u. Miahbrachugd gernacgt. Jahzungpoigue. Amtliches Kreisblatt Westhofener Zeitung Langscheder Zeitung Schwerter Volksblatt Verbunden mit: für den kreis börde Holzwickeder Zeitung Aplerbecker Zeitung Schwerter Volkszeitung Schwerter Tageblatt, O Schwerter Anzeiger Grltes und älteltes Cagesorgan des Kreiles o General-Anzeiger für den Kreis Börde a Haupt-Annoncenblaft aus brig, und iohelpollzgelichen Dernrd. gungen soe den Areis Hörde enangen genes Bedanntmachung der Königlichen Regierung durc Verösenlichung in der„Scwerter Jettung“ zrchtsoerdindliche Krost.— Die „Schwerter Zeitung“ gewöhrt idren Adonnenten for jeden mit Tod endenden Unsoll ge300 Mk. Unfall. Druchu Verlage. Cor Provs Schwert=RudFerso 62. Telegr. Adt. Braus Schwerte=RuhzeNr. 281. Dienstag, den 1. Dezember 1914. 46. Jahrgang. Der neue S Altatden=Vilerng Deutschlands finanzielle Kriegsrüstung Berlin, 1. Dez. Die Fraktionen des Reichs. tages waren gestern abend zusammengetreten, um zu der neuen 5.Milliarden=Forderung für Kriegszwecke, über die der Reichstag morgen beschliezen soll, Stellung zu nehmen. Soweit der„Berl. Lok.= Anz.“ unterrichtet ist, darf mit der einmütigen Bewilligung dieser Forderung gerechnet werden. Heute tritt die Kommission zusammen, in der die internationale Lage eingehend erörtert wird. Großes Von der Westfront ist nichts zu melden. An der ostpreußischen Grenze miß. glückte ein Ueberfallsversuch stärkerer russischer Kräfte auf deutsche Befestigungen östlich Darkehmen unter schweren Verlusten. Der Rest der Angreifer, einige Offiziere und 600 Mann wurden von uns gefangen. 5100 Russen gefangen! Hauptquartier, 30. Novbr. Oberste Heeresleitung. Der Kaiser in Ostpreußen! Zur Verlegung des kaiserlichen Hauptquartiers. Berlin, 30. Nov. Ueber die Verlegung des kaiserlichen Hauptquartiers nach dem Osten schreibt der militärische Mitarbeiter der„B. 3.“ unter anderem: Wenn irgend etwas überhaupt noch im Stande wäre, unsere Truppen zu neuen heldenmütigen Taten anuuspornen und zu begeistern, so ist es das Bewußtsein, daß der allerhöchste Kriegs. herr selbst erschienen ist, um Augenzeuge der siegreichen Kämpfe zu sein, mit denen die russische Uebermacht auf den Gesilden Westpolens niedergerungen wird. Zugleich ist aber die Anwesenheit des Kaisers ein sichtbares Zeichen dafür, daß die Lage der Verbündeten außerordentlich günstig sein muß. Und wenn irgend wo noch Zweifel bestanden haben sollten über den Ausgang der Kämpfe auf dem östlichen Kriegsschauplatz, so werden diese durch die Reise des Kaisers sicher beseitigt sein. Denn die Ratgeber des Kaisers hätten gewiß den oberSchwere französische Schlappe in Marohko. Madrid, 30. Nov. Nach Meldungen aus Marokko haben die Truppen des Obersten Laverdure, die bereits am 13. November eine schwere Niederlage erlitten haben, am 24. November auf dem Wege nach Fez eine noch schwerere Schlappe erlitten. Oberst Laverdure beabsichtigte mit 3000 Mann dem General Henry, der in Fez eingeschlos. sen ist, zur Hilfe zu eilen. Unterwegs wurde er aber in einem Paß von überlegenen seindlichen Die Sozialdemokraten und der neue Kriegskredit. Berlin, 1. Dez. Die sozialdemokratische Reichstagsfraktion beschloß nach eingehender Beratung dem geforderten Kredit zuzustimmen und ihren Beschluß mit einer motivierenden Erklärung zu begründen. Nördlich der Weichsel führten die gestern mitgeteilten Gegenangriffe zu nennenswerten Erfolgen; 18 Geschütze und mehr als 4500 Mann waren unsere Beute. Aus Süd=Polen ist nichts besonderes zu melden. sten Kriegsherrn von dieser Reise abgeraten, wenn nicht ein Erfolg der deutschen Waffen in Aussicht stände. Es wird auch in Deutschland selbst die Nachricht über die Ankunft des Kaisers in Westpolen mit lebhafter Freude ausgenommen werden als ein neues Pfand für die günstige Entscheidung, die jetzt heranzureifen scheint. Der Kaiser in Ostpreußen. Insterburg, 1. Dez. Gestern nachmittag lief der kaiserliche Sonderzug in den Bahnhof Insterburg ein. Nach kurzer Begrüßung setzte der Kaiser im Kraftwagen die Fahrt an die Front der in Ostpreußen kämpfenden Truppen fort, die in der vergangenen Nacht mehrere russische Angriffe erfolgreich abgewiesen hatten und die Ueberraschung durch ihren obersten Kriegsherrn mit Jubel begrüßten. Um 7 Uhr setzte der Kaiser die Weiterreise von Insterburg fort. Kräften angegriffen und umzingelt. Nachdem bereits 148 europäische Soldaten und 7 Offiziere gefallen und eine große Anzahl verwundet waren, gelang es ihm nach Norden durchzubrechen. Er mußte aber alle Geschütze und alle Wagen in den Händen der Feinde lassen. Der Generalgouverneur von Marokto hat dringend die Absendung von Verstärkungen in Frankreich gefordert. deutsche Reichstag tritt am Mittwoch nachmittag 4 Uhr zur dritten Plenarsitzung der neuen Session zusammen, die am 4. August vom Kaiser mit der denkwürdigen Thronrede eröffnet worden war. An demselben Tage neurden in zwei aufeinander folgenden Sitzungen alle Regierungsvorlagen, vornehmlich auch die über eine Kriegsanleihe von fünf Milliarden Mark einstimmig und debattelos angenommen, nachdem nur der Abg. Haase(Soz.) ein paar Worte über den Standpunkt seiner Partei gegenüber dem Krieg im allgemeinen gesprochen hatte. Am 23. Oktober bewilligte der preußische Landtag die anderthalb Milliarden=Vorlage. vorher und nachher waren auch von anderen einzelstaatlichen Landtagen Kriegstagungen abgehalten worden, in denen mit gleicher einmütiger Begeisterung die Vorlagen der Landesregierungen angenommen wur. den. Die bevorstehende Reichstagssession wird sich würdig den voraufgegangenen Kriegstagungen anschließen. Ihre Tagesordnung ist bekannt, sie enthält vornehmlich die Regierungsvorlage, durch die der Reichskanzler ermächtigt wird, zur Bestreitung einmaliger außerordentlicher Ausgaben abermals die Summe von fünf Milliarden im Wege des Kredits flüssig zu machen und nach Bedarf Schatz= anweisungen bis zur Höhe von 400 Millionen Mark auszugeben. 200 Millionen des neu zu bewilligenden Kredits sind zur Gewährung von Wochenbeihilfen während des Krieges sowie zur Unterstützung von Gemeinden auf dem Gebiet der Kriegswohlfahrtspflege, insbesondere der Erwerbs. losenfürsorge und der außerordentlichen Unterstützung der Familien von Kriegsteilnehmern vorgesehen. Der Reichskanzler sowie der Staatssekretär des Auswärtigen Amts v. Jagow haben sich bereits in der vorigen Woche zur Teilnahme an den Reichstagsverhandlungen vom Großen Hauptquartier zu kurzem Aufenthalt nach Berlin begeben. Man erwartet daher, daß der Kanzler Gelegenheit nehmen wird, in großen Zügen das Bild der gegenwärtigen Kriegs= und politischen Lage zu zeichnen. Schon in der Sitzung vom 4. August hatte Herr v. Bethmann Hollweg die wichtigen Ausschlüsse über die Verletzung der belgischen Neutralität gegeben und dazu bemerkt, Not kenne kein Gebot. Heute wissen wir, daß die belgische Neutralität von uns nicht gebrochen werden konnte, da Belgien garnicht neutral war, sondern sich schon durch Vertrag vom Jahre 1906 zur Teilnahme an dem Kriege gegen Deutschland verpflichtet hatte. Der Reichskanzler wird sicherlich auf diesen Punkt zurückkommen. Da auch im englischen Parlament von den Ministern Mitteilungen über die Lage gemacht wurden, so dürsen wir solche auch von dem ersten leitenden Staatsmann des Reiches vor der deutschen VolksVertretung erwarten. Wir sind darüber hinaus noch gewiß, daß der deutsche Reichskanzler, im Unterschiede zu den Ministern des feindlichen Auslands, nicht Worte machen wird, um seine Gedanken zu verbergen, sondern uns die volle Wahrheit sagen wird, die wir hören können, da sie für uns gut und herrlich ist. —— der trische Der bekannte irische Nationalist Sir Roger Casement, der neulich im Berliner Auswärtigen Amt empfangen wurde, wo ihm beruhigende Erklärungen über das Verhalten eines siegreichen Deutschlands zu Irland gegeben wurden, tritt jetzt mit einem Aufruf an die Iren an die Oeffentlichkeit. Er lautet nach der Berliner amerikanischen Zeitung „Continental Times“: „Als Irländer, der mit der irischen Freiwilligenbewegung seit ihrer Begründung verbunden ist, halte ich es für meine Pflicht, dagegen zu protestieren, daß Irländer in die britische Armee eintreten sollen, um den asiatischen und europäischen Mächten in dem Kriege gegen ein Volk beizustehen, welches Irland niemals etwas zuleide getan hat.— Irland hat keinen Streit mit dem deutschen Volke und ist in keiner Weise von ihm gekränkt worden.— Den Iren sind von den Engländern mehr Uebel absichtlich zugefügt worden, als eine Nation zivie lisierter Menschen sie jemals zu erleiden hatte.— Heute, da kein Ueberschuß an Volkskraft mehr zur Erfüllung der daheim harrenden wichtigen Aufgaben vorhanden ist, da Irkands fruchtbare Auen planmäßig dazu reduziert werden, Vieh anstatt Menschen zu züchten, wird der Rest unseres Volkes aufgefordert, sein Leben auf fremden Schlachtfeldern dahinzugeben, nur, damit große und übermäßig reiche Staatseinheiten durch Zerstörung von eines Konkurrenten Handel und Gewerbe noch größer und reicher werden sollen. Wenn irländisches Blut das„Siegel sein soll, welches ganz Irland als eine Nation voll Freiheit und Gleichheit zusammenbringen soll“, möge dann dieses Blut in Irland selbst fließen, denn nur dort kann es rechtmäßig zur Erlangung seiner Freiheit vergossen werden. Nicht Deutschland war es, welches die nationale Freiheit des irländischen Volkes zerstörte. Wenn jetzt zu kämpfen unsere Pflicht ist, laßt uns auf jenem Grunde und Boden fechten, wo so viele Geschlechter getöteter Irländer in Ehre und Ruhm gebettet liegen. Mögen unsere Gräber unter jenem vaterländischen Rasen sein, aus dem allein die irländische Nationalität zu neuem Leben ersprießen kann. Irland wird seiner Geschichte, ebenso wie jeder Erwägung von Ehre, Glauben und Selbsterhaltung untreu sein, wenn es jetzt auf den Ruf der britischen Regierung hört, seine tapferen Söhne und treuen Herzen zu entsenden, um in einer Sache zu kämpfen, die keinen Funken von Ritterlichkeit und keinen Widerschein von moralischer Größe in sich birgt. Wenn dieses wirklich ein Krieg für die„kleinen Nationen“ ist, wie seine Urheber ihn nennen, möge er dann für eine kleine Nation daheim beginnen“. Fürst Bülow. Kopenhagen, 30. Nov. Der bekannte russische Publizist und Romanschriftsteller Alexander Amfiteatrow, der seit Jahren als Emigrant im Auslande lebt und gegenwärtig römischer Berichterstat. ter des Moskauer Blattes„Rußkoje Slowo“ ist, drahtet seinem Blatte, daß die Wiederkehr Bülows als Botschafter nach Rom als sicher gilt. Das Erscheinen dieses Staatsmannes von großem Kaliber auf der politischen Bühne Roms ist bezeichnend für die Bedeutung Italiens im gegenwärtigen Augenblick. Die Ernennung Bülows, sagt er, ist ein Schuß aus einer diplomatischen 42=Zentimeter=Kanone. Sein Einfluß in Rom, wo er in sreundschaftlichen und verwandtschaftlichen Beziehungen zur Aristokratie steht, und wo er wie zu Hause ist, ist sehr groß und wird stets größer werden. Italienischer Protest gegen Frankreich und England. Berlin, 30. Nov. Ueber einen italienischen Protest gegen England und Frankreich wird der Deutschen Tageszeitung berichtet, daß eine stark besuchte Versammbung Genuesischer Kaufleute, Industrieller und Reeder gegen die Legende protestiert, daß Genua das Kontrebandezentrum sei. Es wurde betont, daß die italienische Regierung den italienischen Handels= und Schiffsverkehr gegen Uebergriffe gewisser Kriegführender energisch verteidigen müsse. Wenn England den Geldwert beschlagnahmter Rohstoffe bezahlte, erkenne es sein Unrecht an. Das behebe aber nicht den der italienischen Volkswirtschaft erwachsenen Schaden. England hal Angst vor einem saichlouren benischen Angliss. London, 30. Nov.(Sondertelegramm der Telegraphen=Union.) Die angesehensten Fachleute der großen englischen Presse sind einig in der Ansicht, daß ein furchtbarer Angriff der Deutschen gegen die Stellung der Verbündeten bei Calais unmittelbar bevorsteht. Die Militärkritiker schließen, das aus den umfassendsten Vorbereitungen, die die Deutschen in den letzten Tagen dort getrossen haben.„Times“ und„Evening News“ veröffentlichen hierzu folgende Informationen: Täglich kommen riesige Militärzüge aus allen Städten Belgiens mit ungeheuren Truppenmassen in den vordersten Reihen der Schützengräben an. 60 Militärzüge haben Gent, 28 Brügge, 30 Mons, 40 Maubeuge und 50 Brüssel verlassen, alle in der Rich. tung nach der Front. Starke Truppenmassen sind in Dixmuiden, Ppern und Ostende angelangt, darunter große Mengen Kavallerie aus Braunschweig. Die Deutschen haben das Bombardement von Ramscapelle begonnen. Ein deutscher Flieger versuchte schon wiederholt, das englische Hauptquar. tier in Poperinghe zu zerstören. Diese Absicht gelang ihm nicht, jedoch töteten seine Bomben eine große Anzahl Personen.— 200 neue Geschütze von 32,5 Kaliber sind ebensalls nach der Nordfront gebracht worden, außerdem 50 gepanzerte Automobile, alle geleitet von Krupp'schen Ingenieuren. In Zeebrügge sind eine Reihe neuartig konstruierter Unterseeboote aus Kiel eingetroffen, außerdem eine Anzahl sehr schneller, gepanzerter und mit Schnellfeuerkanonen versehener Motorboote.— Die Presse begleitet diese Darlegungen mit äußerst gedrückten Kommentaren. Es ist sehr bezeichnend, daß kein Blatt sich zu der Annahme ausschwingt, die Verbündeten könnten dieser Gegenossensive begegnen. Ihre ganze Hoffnung besteht darin, daß, wie die „Times“ sagen, die Verbündeten stark genug sein werden, um auch noch diesen furchtbaren Ansturm der deutschen Kräfte aufzuhalten.„Können wir nur dieses eine Mal noch standhalten, so wird wohl der Winter auf absehbare Zeit ein Ziel setzen. Inzwischen müssen wir dann immer mehr und mehr neue Männer ins Feld schicken, denn davon allein hängt schließlich der Enderfolg ab". Der Krieg gegen Fro Der Festungskampf. WTB. Bern, 30. Nov. Der„Berner Bund“ schreibt zur Kriegslage: Es ist schon nicht mehr Stellungskampf, was sich im Westen herausgebildet hat, sondern bereits Festungskampf, und zwar ein Krieg um Festungen, die schwerer einnehmbar sind als bastionierte Städte mit Panzerforts usw., wo schweres Geschütz gegen begrenzte, der Sprengwirkung unterliegender kurzer Ziele einzusetzen ist. Eins steht fest, gelingt an einer Stelle von entscheidender Bedeutung ein breit vorgetragener Durchbruch, so bricht voraussichtlich die ganze Front zusammen. Auch die Möglichkeit eines Generalangriffs, besser eines Generalsturms besteht noch. So betrachtet, gewännen die scheinbar zusammenhanglosen deutschen Frontangriffe eine Bedeutung. Es wäre ein Verlegen des Angriffs von Ort zu Ort, um gleichmäßig heranzukommen, und dann zu einer bestimmten Zeit alles zum Generalsturm anzusetzen, also zu einer Wiederholung des Düppeler Sturmes in gewaltigstem Ausmaße. Wäre ein solches Unternehmen nicht beinahe phantastisch in seinen Ansprüchen an seine Leitung, als ein taktisches Kombinationsziel? Man könnte dies wirklich für die stille Absicht der deutschen Heeresleitung halten. Der Kampf um die Küste. wtb. Ansterdam, 30. Nov. Das„Handelsblatt“ meldet aus London vom 29. d. M.: Die Times läßt sich aus Boulogne berichten: Es scheint, daß die Deutschen ihren nächsten Angriff in der Umgebung von Arras unternehmen wollen. Sie sollen dort 700000 Mann zusammengezogen haben und wollen offenbar einen neuen starken Versuch machen, auf der Linie Arras=Lille die Küste zu erreichen. Größere Gefechte an der elsässischen Grenze. Berlin, 30. Nov. Der„Züricher Tagesanzeiger“ meldet aus dem elsässischen Grenzgebiet: In den letzten Tagen haben wieder größere Gefechte in der Gegend Thann=Sennheim=Gewenheim stattgefunden. Die Franzosen versuchten sich eine tiefer gelegene Zufuhrstraße von Belfort her zu sichern, da die Vogesenpässe durch Schneesall unpassierbar werden. Der französische Vorstoß ist an allen Stellen zurückgeschlogen worden. Das Ringen um Belfort hat sich bis nach Süden scharf bis an die äußersten Fortwerke vorgeschoben. Ein Protest der deutschen Regierung. Die Gewakturteile an deutschen Aerzten und Krankenpflegern in Frankreich, die durch die inzwischen von neuem erfolgte Verurteilung weiterer Sanitätspersonen, darunter 9 Diakonissen, nicht nur in Deutschland, sondern auch im neutralen Ausland grenzenlose rbitterung hervorgerufen haben, haben, wie nicht anders zu erwarten war, das Einschreiten der deeutschen Regierung zur Folge gehabt, die durch Vendes ameritanischen Botschafters die den Umständen nach angezeigten Schritte getan hat. sollten diese diplomatischen Schritte keinen Erfolg haben, so wird man auf deutscher Seite nicht zögern, harte Gegenmaßregeln zu ergreisen. Schwere Kämpfe um Arras. Rotterdam, 1. Dez. Den„Daily News“ wird gemeldet: Obwohl schon seit drei Monaten einzelne deutsche Granaten nach Arras fielen, waren die meisten Einwohner in der Stadt geblieben. Am Sonntag abend aber strömten Hunderte von Flücht. tingen aus Arras auf der Straße nach Doullens. Seit Donnerstag greifen die Deutschen Arras mit großer Kraft an. Auf einem kleinen Stückchen Boden vor Arras ist wütend gekämpft worden. Zuerst bemächtigten sich die Deutschen, danach die Franzosen des Geländes. In der Hauptsache war es ein blutiges Gefecht von Mann gegen Mann zwischen den Laufgräben, die nur 50 Meter von einander entfernt waren. Den ganzen Donnerstag war es ein Bajonettkampf. Am Sonnabend begann der Kampf um die Laufgräben. Deutsche Regimenter warfen sich auf die französischen Stellungen. Auf beiden Seiten waren die Verluste chwer; beide Parteien harrten aber aus und die Franzosen behaupteten ihre Stellungen. Indessen hatten die Deutschen Arras beschossen, das in einen Trümmerhausen verwandelt wurde. Freitag nacht flüchteten die Reste der Bevölkerung in höchster Tüchte erwirnung aus der Stadt. Ein Armeebesehl König Alberts. London, 1. Dez.„Daily Telegr.“ bringt einen Armeebesehl König Alberts, in dem es heißt: Er betrachte jeden Offizier, der vom Rückzug spreche, als einen Verräter. Jeder Offizier, der nicht für seine Leute sorge, solle abgesetzt werden. Der Krieg gegen England. Ein abgeschlagener Landungsversuch englischer Schiffe. Die letzten Berichte aus dem großen Hauptquartier haben wiederholt die englischen Geschwader erwähnt, die an der von uns besetzten Küste Flan. derns aufgetaucht waren und mit ihren Schiffsgeschützen in die Landkämpfe einzugreifen versucht hatten. Diese Seemanöver hatten den Zweck, unsere Batterien von der Küste zu verjagen, um so eine Landung neuer Truppen unternehmen zu können. Eines Nachts hatten unsere wachsamen Beobachtungsposten wieder weit draußen auf dem Meere fünf große Schifse, begleitet von mehreren Torpedobooten, mit abgeblendeten Lichtern nahen sehen. Sofort wurden vom Oberkommando telephonisch Meßtischblätter erbeten, ein wenig später kam ein Automobil herangesaust, welches die Karten brachte, und die Nohre der Steilfeuergeschütze, die eben noch zu Boden gerichtet waren, fingen ihre Beschießung an. Nach dem Entfernungsschätzer mußten die Schiffe etwa sechseinhalb Kilometer entfernt sein. Sie hatten sich unter dem Schutze des starken Nebels der Küste bedeutend genähert, fortwährend Wendungsmanöver ausführend, und eröffneten nun ein unaufhörliches Breitseitenfeuer. Aber die deutschen Batterien sandten zzielgenau ihre schweren Geschosse in das Geschwader, und hastige Bewegungen der feindlichen Schiffe zeigten an, daß die Schüsse saßen. Am Abend, nachdem das Geschwader den ganzen Tag vergeblich versucht hatte, die Trup, penlandungen vorzunehmen, fuhr es wieder nach der englischen Küste zurück. Neue Opfer der englischen Minen. Stockholm, 30. Novbr. Die„Handels. und Seefahrtszeitung“ in Gotenburg berichtet, daß der schwedische Dampfer„Atle“ an der englischen Küste bei Smiths Knoll durch eine Mine zum Sinken gebracht worden ist. Der Kapitän hatte sich vor der Abfahrt an verschiedenen Stellen nach dem Wege erkundigt, der die größte Sicherheit gegen Minen. gefahr böte; aber weder auf dem Zollamt in London, noch bei dem Lotsenwesen, noch in der Admiralität wagte man, ein genaues Fahrwasser aufzuweisen. Der Dampfer verließ dann London, ankerte in der Themsemündung und fuhr an Lowestoft vorüber nach Smiths Knoll, wo eine Mine am hellen lichten Tage den Dampfer sprengte. Der Kapitän bestreitet entschieden, daß es eine schwimmende Mine gewesen sei. wtb. Grimsby, 30. Nov.(Reutermeldung). Schleppnetzfischer brachten den Kapitän und die Bemannung des Londoner Dampfers„Karthum", der, wie bereits gemeldet, am 26. November in der Nordsee auf eine Mine gelaufen war, hierher. Englische Organisation des Franktireurwesenz im Falle deutscher Invasion. London, 30. Nov. In der Sitzung des Oberhauses vom 26. November führte der Lord=Kanzler bei Beantwortung einer Anfrage über die Stellung von Zivilpersonen gegenüber den Kriegführenden im Falle einer Invasion aus, es sei nicht wünschenswert, diese Angelegenheit vorzeitig in die Oeffentlichkeit zu bringen. Es bestehe jedenfalls as Prinzip, daß die Militärbehörden im gegebenen Falle die Sache in die Hand nehmen würden. Gemäß der Haager Konvention würden die Irregulären von Offizieren befehligt werden, die von den Militärbehörden ernannt worden sind. Die Mitkämpfer würden mit einem deutlich sichtbaren Abzeichen versehen werden. Die Kriegführung in den amerikanischen Gewässern. wtb. Washington, 30. Nov.(Reutermeldung.) Die Regierungen von Argentinien, Chile, Peru und Uruguay ersuchten die Vereinigten Staaten sich ihnen anzuschließen, um gemeinsam die kriegführenden Mächte aufzufordern, ihre Kriegsschiffe aus den amerikanischen Territorial=Gewässern zurückzuziehen. Brasilien beabsichtigt den gleichen Schritt. Durch diese Maßnahme soll der Handel aller amerikanischen Länder geschützt und die Möglichkeit von Reibungen zwischen den Kriegführenden und den amerikanischen Staaten vermindert werden. Es verlautet, England(von dem wohl die ganze Idee ausgeht, weil es die deutschen Kreuzer fürchtet. D. Schriftl.) sei bereit, alle in den Häfen Mittel= und Südamerikas zum Kohlen liegenden. Schiffe zurückzunufen, wenn die Vereinigten Staaten sich der Aktion anschließen und die übrigen kriegführenden Staaten bereit sind, dasselbe zu tun. Einige Länder würden vorziehen, die neutrale Zone auf 100 bis 200 Meilen von der Küste auszudehnen. 300 Briten in Brüssel verhaftet. Brüssel, 30. Nov. Nach einer Melung der „Echange Telegraph Company“ haben die deutschen Behörden 300 britische Untertanen, die sich immer noch in Breüssel befinden, festgenommen. Nur ein Gerücht. London, 30. Nov.(Indirekt.) Der„Evening Standard“ meldet: Großes Interesse erregt die Mitteilung der französischen, von Clemenceau redigierten Zeitung, daß der Donner der jananischen Kanonen sich bald mit dem der 75=MillimeterGeschütze vermischen würde. Es ist nicht das erste Mal, daß das Gerücht austaucht, nach dem Fall von Tsingtau würden japanische Truppen nach Frankreich transportiert werden. Der Sekretär der japanischen Botschaft in London hat nun einen unserer Vertreter informiert, daß der Transport japanischer Tuppen nach Europa eben nur ein„Gerücht" sei. rnm Isigshong haben. Wasichfordere, sagte Ihuen mein Iuserat. Geheimnts von Thalberg. Ich gebe Ihnen zwei Tage Zeit zur Ueberlegung.“ Sue ese g.I„Gnädige Frau, ich habe mich bereitsentschlosRoman von F. Kuntschner. 21 „Da haben Sie recht," lachte Mrs. Freemau kurz und spöttisch auf;„nur wenn unsere Hände Gold ausstreuen, werden wir verehrt, geliebt und bewundert, wenn wir auch nicht— doch lassen wir das, kommen wir lieber zur Sache! Also, was war Ihr Gatte?“ „Buchhalter, zuletzt in Czernowitz.“ „Also keine Pension?“ „Nein!“ „Auch kein Vermögen, keine Hoffnung auf eine Srbschoft“,(con daß iah Leine Whennarsteh „Ich sagte schon, daß ich keine Verwandten— „Ah— richtig! Nun, ich gestehe Ihnen, Sie mir sympathisch sind, denn Sie sind nicht wie die anderen, die sich mir bisher vorgestellt haben; auch bürgt mir der Umstand, daß Sie in so jungen Jahren schon des Lebens Härten haben empfinden müssen, für die Züverlässigkeit Ihres Charakters. Wären Sie demnach geneigt, mit mir zu kommen? Ich bin eine Deutsche, heiratete jedoch einen Südamerikaner und lebe seit Jahren in Rio de Jateiro—“ „In— Rio de Janeiro—“ wiederholte, in jähem Erschrecken erblassend, die junge Frau. „Ach, Sie haben Angst, so weit fort zu gehen?“ fragte mit leichtem, spöttischen Lächeln Mrs. Freeman.„Doch, das ist Unsinn! Wenn man in der Heimat heimatlos geworden ist, ist es dann nicht gleich, wohin man geht?“ „Gnädige Frau wollen mir verzeihen,“ stotterte Hedwig,„aber, im ersten Moment—“ „Gut, ich kann Sie verstehen. Nun denn, ich zahle sehr gut, verlange jedoch, daß Sie sich ganz an meine Person attachieren. Schlecht sollen Sie es, wenn Sie sich in die Launen einer oft recht schwer Leidenden hineinfinden können. bei mir nicht Erige crin, 1 habe mich bereitsentschlossen—“ „Mit mir zu gehen„„ 966 „Ja, wenn gnädige Frau glauben, baß ich konveniere—“... 1a5 S. k k. einmir „Gewiß! Es freut mich, vaß Sie ooch einwilligen,“ erklärte Mrs. Freeian jetzt mit einer die arme Hedwig angenehm berührenden Wärme. „Wann kann ich Sie erwarten, Frau Laurenz?“ „Morgen abend, wenn es angenehm ist.“ „Und vielleicht haben Sie noch Kleinigkeiten zu ordnen? Wollen Sie dies a konto nehmen!" „Gnädige Frau,“ rief Hedwig beim Anblicke mehrerer großer Kronennoten beinahe erschrocken aus.„Das ist zu viel.“ Wieder das kurze, rauhe Auflachen, begleitet von einer verächtlichen Handbewegung. „Pah, die paar Kronen! Also, kommen Sie, Frau Laurenz! Wir werden noch einige Wochen hier bleiben, da ich in Professor N.'s Behandlung stehe, dann geht es zurück in meine zweite Heiwor....! zHangtg sia Hedwig stand auf und verveugre sich vor der Dame, die ihr mit den Worten:„Auf Wiedersehen!" leicht, doch nicht unfreundlich zunickte. Wieim Traumeschritt Hedwig die Treppe hinab; noch konnte sie es nicht glauben, daß ihr Geschick sich wandeln sollte. „Nun, Fräulein, hat man Sie angenommen?“ fragte, als sie im Vestibül angelangt, die gutmütig klingende Stimme des behäbigen Portiers.„Ein bißerl weit is es halt,“ setzte er, da die junge Frau bejahte, ebenso gutmütig hinzu. Hedwig hatte Mühe, die neuerdings aufsteigenden Tränen vor den neugierigen Augen des Mandeshalb den Hut tiefer auszukommen, auf der heitere, sonntäglich geputzte Menschen dahinzogen. Ach, wie schön war doch Wien, wie sonnig und heiter die Bilder, die sich ihr zeigten. Und dieses schöne Wien sollte sie nun bald, wohl für immer, verlassen. Obzwar sie eigentlich meistens auf dem Lande gelebt hatte, war sie doch oft genug, auch mit dem Gatten, hierhergekommen und hatte die Stadt lieben gelernt. Wenn sie sich in Czernowitz, wo doch Josef noch an ihrer Seite geweilt, so unglücklich gefühlt hatte, wie mochte es dann mit ihr in einem fremden Weltteile werden, von wo es nicht so schuell eine Rückkehr gab? Bei dieser Vorstellung erfaßte sie ungeheure Angst und einen Moment trat die heftige Versuchung an sie heran, zurückzugehen und der Dame zu sagen— Da rannte jemand etwas unsauft an sie an und brachte sie zur Wirklichkeit zurück. Welch eine große Torheit wollte sie begehen! Mußte sie nicht froh sein, nun loszukommen von den quälenden kleinlichen und gerade deshalb den Geist niederdrückenden Sorgen des grauen Alltagsdaseins? Hastig eilte sie ihrem Heim zu, schlüpfte, ohne von Frau Dell bemerkt zu werden, in ihr armseliges, winziges, nur notdürftig von einem Sonneustrahl erhelltes Kämmerlein und warf sich hier, plötzlich wild aufschluchzend, vot dem Bett auf die Knie. Einige Minuten vergingen so, dann fühlte sie, wie eine Hand leicht ihre Schulder berührte, und !“ hörte eine sanfte Stimme ihren Namen rufen. „Also hatten Sie wieder kein Glück?“ fragte Frau Dell teilnehmend. Die heißen Tränen trocknend, erhob sich Hedwig mühsam und berichtete dann der aufmerksam lauschenden alten Frau von ihrem Engagement. Als sie ihr künftiges Domizil nannte, schlug diese erschrocken die Hände zusam— Der Krieg gegen Rußland. Die Entscheidung fällt im Osten! Zürich, 1. Dez. Der Berner„Bund“ schreibt: Die Entscheidung verschiebt sich immer mehr nach dem linken deutschen Flügel Hindenburgs, dessen Stoß weiter nach Süden vorgedrungen sei, als selbst die deutschen Meldungen erkennen ließen. Die Entscheidung der Schlacht hängt von Kräften ab, die Hindenburg entweder noch in der Hand hat oder für deren Nachschub rechtzeitig gesorgt ist. Die Russen wollen Ostpreußen nicht mehr angreisen. Paris, 30. Nov. Aus einer Warschauer Depesche des„Journals“ scheint hervorzugehen, daß die Russen den Gedanken eines nochmaligen Angriffes auf Ostpreußen aufgegeben haben. Die Schwierigkeiten, die sich den russischen Führern in Ostpreuzen entgegenstellen, werden als unüberwindlich geschildert. Das Blatt schreibt: Die Deutschen haben Ostpreußen, ein Land, das nur aus Seen, Sümpfen und Wäldern besteht, in eine ungeheure Wasserfläche verwandelt, wie man dergleichen noch nie gesehen hat. Alle Mittel jeder nur erdenklichen Wissenschaft sind verwendet worden. Die kleinste Landzunge innerhalb der Seen gleicht einem Forts. Alle nicht überschwemmten Landstraßen sind, unterminiert. Würde wirklich einmal ein Stück freies Gelände zu einer Infanterie=Entwicklung die Möglichkeit geben, so befinden sich auf dieser Fläche nicht nur mehrere Reihen tödlichen Stacheldrahtes, sondern dahinter noch eine Mauer von tausend elektrisch geladenen Stahlstäbchen in Bleistiftdicke, die, zu mehreren Reihen vereinigt, einfach eine unüberwindliche Stahlmauer darstellen. Die Deutschen haben vorausgesehen, wie ungeheure Verluste diese Art von Befestigungen dem Feinde ufügen kann und haben davon in Ostpreußen einen, man möchte sagen, verschwenderischen Gebrauch gemacht, indem sie außerdem noch eine Reihe ganz neuer Erfindungen ihrer Ingenieure zu Hilfe nahmen. Ein erfreuliches Zeichen. Posen, 30. Nov. Als eine erfrauliche Wirkung der deutschen Erfolge in Russisch=Polen darf es angesehen werden, daß nach einer Mitteilung der „Posener Neuesten Nachrichten“ laut Verfügung des Oberbefehlshabers„Ost“, die Wehrpflichtigen der Jahresklassen 1895=97, die am 11. d. M. nach Niederschlesien in Sicherheit gebracht wurden, wieder in ihre Heimat zurückkehren dürfen, soweit sie nördlich der Warthe wohnen. Auf Wunsch können die Wehrpflichtigen sosort einzeln reisen, wenn sie cs nicht vorziehen, sich einem Sammeltransport anzuschließen. Es ist zu hoffen, daß in wenigen Tagen die Erlaubnis zur Rückkehr auch auf die übrigen Wehrpflichtigen südlich der Warthe und östlich der Bahnlinie Posen-Breslau ausgedehnt werden kann. Man traut den russischen Siegesmeldungen nicht mehr. Rom, 30. Nov. Das russische Generalstabskommunique, das selbst die russischen Siege dementiert, die von der hiesigen Dreiverbandspresse und ihren Strategen schon als entscheidend betrachtet wurden, erregt hier das größte Erstaunen, da es auf eine Ende meinte aber doch, daß es so ziemlich am der Welt liegen müsse. „Aber, Kinderl," lenkte sie dann nach einem Blick in Hedwigs schneeweißes, zuckendes Antlitz ein, „gar so verzagt sollten Sie darum nicht sein;'s wird auch dort gute Menschen geben und Er, der über uns wacht, wird Sie auch in dem fremden Land beschützen. Sie müssen nur treu zu ihm halten!“ Die junge Frau senkte den Kopf und ihre Hände schlossen sich krampfhast ineinander. „Sie können nicht mehr beten, sagen Sie imfuhr die Alte fort:„Sie werden aber den ues zu verbergen; sie zog beshalb den Hul tieser men. Die gute Alte hatte zwar keine Idee, wie weit in die Stirn und trachtete, auf die Ringstraße hin= dieses Rio de Janeiro von Wien entfert sein mochte, mer," fuhr die Alte fort:„Sie werden ab Weg zu ihm schon wiederfinden und nach seiner Hand greifen. Wenn alle uns verlassen, Er bleibt uns treu.“ 7 Die Lippen Hedwigs zuckten und ein schwerer Seufzer entstieg ihrer Brust. „Wenn Sie in mein Inneres schauen könnten, wie trostlos sieht es da aus,"flüsterte sie und brach dann in laute Klage aus:„Ich fürchte mich, o, ich fürchte mich! Ich kann nicht fort— so, so weit!" Eine Weile schaute Frau Dell ernst in der jungen Frau schmerzentstelltes Antlitz, worauf sie aufs neue begann, ihr ernst und liebevoll, wie eine Mutter zu ihrem Kinde sprechen würde, zuzureden, und je länger sie sprach, um so aufmerksamer lauschte Hedwig ihren Worten und endlich trat doch ein leiser Hoffnungsschimmer in ihre Augen. „So meinen Sie, daß ich es nicht rückgängig machen soll?“ fragte sie mit zitternder Stimme. „Nein; reisen Sie, Kind, aber reisen Sie mit Gott!“ kamn es feierlich von der alten Frau zurück. „Vielleicht wartet dort ein neues Glück auf Sie.“ „Ich danke Ihnen, liebe, gute Frau Dell, Ihre Worte machen mir ein wenig Mut.“ Als Hedwig dann am nächsten Tag Abschied nahm von der guten, sie herzlich küssenden Alten, drückte sie ihr im letzten Moment ein Kuvert in die Hand und eilte rasch die Stiege hinab. 217,16 Niederlage der Russen vorzubereiten scheint. Das Erstaunen ist um so größer, da die vom russischen Generalstab dementierten Nachrichten durchaus nicht privater Natur waren, sondern zum Teil als offiziell bezeichnet und von der hiesigen russischen Botschaft ausgingen. Die Glaubwürdigkeit der russischen Meldungen ist hadurch auss schwerste erschüttert. Der heinge Rieg. Die Auferstehung der Türkei. Berlin, 30. Nov. Ein hoher türkischer Würdenträger, der sich augenblicklich in Berlin aufhält, hat sich in einer Unterredung mit einem Vertreter der Vossischen Zeitung u. a. folgendermaßen ausgesprochen: Was die Ausbreitung des Krieges betrifft, so ist es von äußerster Wichtigkeit, daß der Krieg von dem Sultan=Kalisen als ein heiliger Krieg erklärt wurde. Wäre es bei einem wesentlich politischen Krieg geblieben, so hätte man nicht mit der Teilnahme aller mohammedanischen Völker rechnen können. Die Sympathien der Aegypter z. B. sind durchaus auf seiten der Türken und wahrscheinlich wird ein gelungener Vorstoß gegen den Suezkanal neue Kräfte in Bewegung setzen. Der Krieg Deutschlands gegen seine vielen Feinde hat für die Türkei die Bedeutung einer eigenen Wiederauferstehung. Auch Oesterreich=Ungarn kämpft ja jetzt für dieselben Interessen und steht zur Türkei. Besonders angenehm füllt es auf, mit welcher Liebenswürdigkeit die Türken von allen Schichten der deutschen Bevölkerung behandelt werden. Somalireiter gegen Aegypten. Konstantinopel, 30. Nov. Nachdem die Muselmanen im Somalilande Kunde erhalten haben, daß an der Grenze von Aegypten Muselmanen mit Engländern im Kampfe stehen, ziehen mehrere Tausend Somalireiter gegen Aegypten. Die türkisch=persische Brüderschaft. Konstantinopel, 30. Nov. Das persische Fest des Muharrem wurde gestern unter größerer Beteiligung gefeiert, als in den vergangenen Jahren. Es kam zu Kundgebungen für die türkisch=persische Brüderschaft und den gemeinsamen Dschihad. Einigkeit in der Tripolisfrage zwischen Türkei und Italien. Rom, 30. Nov. Der Kolonialminister hat beschlossen, die Besatzungen aus Fezan(Tripolitanien) zurückzuziehen und die Militär= und Zivilgewalt den Oberhäuptern der Fezanstämme zu übertragen. Der Grund für diese Verfügung liegt in den Schwierigkeiten, diese sernen Besatzungen angesichts der durch den Heiligen Krieg hervorgerufenen islamischen Bewegung im Innern des Landes regelrecht zu verproviantieren. Demgegenüber ist es von besonderem Interesse, zu wissen, daß der türkische Botschafter gerade heute Gelegenheit gesunden hat, maßgebenden Ortes zu erklären, daß die Befürchtung, der Heilige Krieg könne auch auf Tripolitanien seine Rückwirkung ausüben, vollständig ungerechtfertigt ist, da der Sultan=Kalis im Gegenteil seinen ganzen Einfluß aufbieten wird, der Senussibewegung in der Cyrenaika zu steuern. Marokko in Flammen. Laut einer Konstantinopeler Depesche der „Neuen Freien Presse“ erließ die französische Regierung in Tunis und Tanger ein Manisest in arabischer Sprache, Frankreich hege keine seindlichen Absichten gegen den Islam. Der marokkanische Scheich Abdul Memalit erließ ein Gegenmanifest, worin als Ziel der französischen Orientpolitit die Vernichtung der mohammedanischen Staaten bezeichnet wird. Memalit verkündet, er habe nach der Erklärung des Heiligen Krieges die Fahne der marokkanischen Unabhängigkeit erhoben. — Der Rlieg gegen Seivirn. Vorbereitungen König Peters zur Flucht? Semlin, 1. Dez. Hier angekommene Flüchtlinge aus Serbien sagen aus, daß König Peter sich über seine Lage vollständig im Klaren ist und weiß, daß sein Schicksal unabwendbar ist. Er hofft so wenig noch auf eine für ihn günstige Wendung, daß er bereits mit der Vorbereitung zu seiner Abreise beschäftigt ist. Zunächst sorgte er dafür, daß sein beträchtliches Vermögen in Sicherheit gebracht wurde. Er beabsichtigt, wie Athener Blätter melden, sich zunächst nach Athen zu begeben, um dann entweder englisches oder französisches Gebiet auszusuchen. Verluste in Serbien. wtb. Wien, 30. Nov.(Nichtamtlich.) Vom süd. lichen Kriegsschauplatz wird amtlich gemeldet vom 30. November: Auf dem südlichen Kriegsschauplatz dauern die Kämpfe an. Gestern wurde das hartnäckig verteidigte Suvobor, der Sattelpunkt der Straße Valjewo=Cocak, nach heftigem Kampfe gestürmt. Das Bataillon Nr. 70 zeichnete sich hierbei besonders aus. Auch das Regiment Nr. 16 und das Landwehrregiment Nr. 23 haben sich in den letzten Tagen neuerdings hervorgetan. Gestern wurden insgesamt 1254 Mann gefangen genommen und 14 Maschinengewehre erbeutet. In Uzice wurden viele Wassen und Munition vorgefunden. Was geschieht mit den Resten des serbischen Heeres? Köln, 30. Nov. Die„Köln. Ztg.“ meldet aus Sofia: Die serbische Regierung soll beabsichtigen, das serbische Heer nach Mazedonien zurückzuziehen. Es soll später auf griechisches Gebiet übertreten, in der Nichtung auf Saloniki zunächst den bulgarischen Einmarsch erschweren und dann, wenn möglich, gemeinsam mit den Griechen vorgehen. Jedenfalls soll eine Entwaffnung durch Oesterreich=Ungarn vermieden werden. Die von Petersburg stammen“ den Gerüchte über die Sendung des Fürsten Trubetzkoi werden bestätigt. — Aus Stadt und Umgebung. ** Schwerte, 1. Dezember 1914. **(Kartosselversand.) Um der Bevölkerung die Versorgung mit Kartoffeln zu erleichtern, hat der Minister der öffentlichen Arbeiten angeordnet, daß für Kartoffeln, die als Stückgut aufgegeben werden, die Fracht nur für das halbe Gewicht zu erheben ist. Die Maßnahme wirh in den nächsten Tagen zur Einführung gelangen. Sie ermöglicht auch den Verbrauchern kleiner Mengen, ihre Käufe unmittelbar beim Landwirte zu tätigen und geringe Mengen zu Frachten zu beziehen, die keine starke Belastung des Konsums darstellen. In gleicher Weise ist bereits Anordnung getroffen worden, daß der Bedarf an gedeckten Wagen sowie an offenen Wagen mit Decke für Kartoffelsendungen vorzugsweise berücksichtigt wird. *(Zur Wiederbelebung des Geschäftslebens in ländlichen Bezirken.) In Münster berieten Vertreter der Landwirtschaftskammer, der Bauernvereine, des Bundes der Landwirte und der ländlichen Genossenschaften mit Vertretern des Reichsdeutschen Mittelstandsverbandes über gemeinsame Schritte der gegenseitigen Unterstützung in dieser schweren Zeit. Es wurde beschlossen, in örtlichen Versammlungen die Lage der Landwirtschaft, des Handwerks und kaufmännischen Mittelstandes und der Industrie zu erörtern und über gemeinsame Schritte zur Hebung des Wirtschaftslebens zu beraten **(Das Eiserne Kreuz) ist dem Gefreiten Hornisten Karl Holtis aus der Friedrichstraße verliehen worden. Gleichzeitig wurde der tapfere Soldat zum Unteroffizier befördert. Wir gratulieren bestens! **(Jubilar der Arbeit.) Vor einigen Tagen konnte der Arbeiter H. Holsiepe aus Westhofen auf eine 25jährige Tätigkeit auf dem Nickelwerk zurückblicken. Die Verwaltung ließ dem treuen Arbeiter das übliche Geschenk überreichen und auch seine Mitarbeiter erfreuten ihn durch einige kleine Angebinde. Wir sprechen ihm gleichsalls unseren besten Glückwunsch aus! **(Zur Nachahmung empfohlen!) Herr Neuber übermittelte den hiesigen Sammelstellen als Kriegsliebesgabe des Geheimen Skat=Klub(Hotel Kaiserhof) den Betrag von 100 Mark, und zwar 20 Mark für die Nationalstiftung, 20 für die Pflege verwundeter Marinemannschaften, je 10 Mark für die Verwundeten in den beiden hiesigen Krankenhäusern, 10 Mark dem Roten Kreuz und 30 Mark zur Beschaffung von Weihnachtsgaben an die im Felde stehenden Krieger. **(Mit dem Abbruch) des seitens der Stadt angekauften Lebenbergschen Hauses an der Brückstraße ist gestern begonnen und wird nun dieser „Stein des Anstoßes“ bald verschwinden, was im Intcresse des Verkehrs der ohnehin engen und abschüssigen Straße sehr zu begrüßen ist. ** Holzwickede, 30. Nov.(Tödlich verunglückt.) Gestern morgen entgleiste auf einer Drehscheibe des Bahnhofes eine Lokomotive. Dabei fand der. die Drehscheibe bedienende Maschinenputzen Friedrich Kayser den Tod, indem er abstürzte und mit dem Kopfe auf das Pflaster der Drehscheibengrube schlug. Vermutlich ist Kayser zur Seite gesprungen, um den Lokomotivführer auf die Entgleisung aufmerksam zu machen, und ist hierbei in die Grube gefallen. Das Kriegsministerium liefert billiges Strickgarn. Durch den großen Bedarf an Wolle sind auch die Preise für Strickgarne gestiegen. Weil hierdurch alle diejenigen, welche unsere tapseren Truppen mit wollenen Strümpsen und ähnlichen Liebesgaben beschenken wollen, empfindlich belastet werden, hat das Kriegsministerium im Ausland beschlagnahmte gute Wolle zu grauem Strickgarn verarbeiten lassen und dieses dem Zentralkomitee der Deutschen Vereine vom Roten Kreuz, Berlin, Am Karlsbald 23, zum Beschlagnahme. und Herstellungspreis überwiesen. Das Zentralkomitee wird von Ende November ab diese Wolle in kleinen Mengen, und zwar nur an solche Personen abgebenbei denen unter Ausschluß jedes geschäftlichen Nutzens die Verarbeitung für Liebesgaben gesichert erscheint. Die Zugehörigkeit zur Organisation des Roten Kreuzes und die Abliefenung der hergestellten wollenen Gegenstände an das Rote Kreuz für dessen Liebesgabentransporte ist nicht erforderlich. Vorläufig handelt es sich nur um Strumpfwolle. Gesuche um Ueberlassung sind aus. schließlich an das Zentralkomitee zu richten. An das Kriegsministerium gerichtete Gesuche müssen unbeantwortet bleiben. Sammelbestellungen für den Landkreis Hörde werden bei der Kreisstelle vom Roten Kreuz im Kreishause zu Hörde entgegengenommen. Verantwortlich für die Redaktion Friedr. Kraas, Druck u. Verlag von Carl Braus, beide in Schwerte. als das englische Mondamin ist Dr. Oetker's Gustin zur Bereitung von Puddings, Milch-u.Fruchtflammeries Ueberall zu haben. Bekanntmachung betreffend Landsturm=Musterung im Landkreise Hörde. Das Musterungsgeschäft der dem unausgebildeten Landsturm angehörenden Mannschaften der Jahrgänge(Geburtsjahr) 1889, 189c. 1891, 1892, 1893 und 94 findet wie folgt statt: 1. Am 11. Dezemder 1914 in der Wirtschaft Wiedelitz in Annen, 9 Uhr vormittags für die Landsturmpflichtigen des Amtes Annen. 2. Am 12. Dezember 1914 in der Wirtschaft Jockenhöfer in Schwerke, 8.45 Uhr vormittags für die Landsturmpflichtigen der Stadt Schwerte und des Amtes Westhofen. 3. Am 14. Dezember 1914 in der Wirtschaft Schulte zu Aplerbeck, 8.45 Uhr vormiltags für die Landsturmpflichtigen des Amtes Aplerbeck. 4. Am 15. Dezember 1914 in der Wirtschaft Bergmann in Hörde, 8.45 Uhr vormittags für die Lansturmpflichtigen der Aemter Barop, Kirchhörde und Wellinghofen. Es haben sich hierzu unter Vorlage des erhaltenen Landsturmscheines sauber gewaschen und in reinlicher Kleidung die sämtlichen Mannschaften der obengenannten Geburtsjahrgänge zu stellen. Die zur Gestellung verpflichteten Personen haben sich 1 Stunde vor den bezeichneten Terminen pünktlich einzufinden. Befreit von der persönlichen Gestellung im Musterungstermine sind diejenigen landsturmpflichtigen festangestellten Beamten und ständigen Arbeiter der Eisenbahn. der Post und der Telegraphie, über die ihre Behörden Unabkömmlichkeitsbeschei nigungen ausgestellt haben Alle Mannschaften, die sich bereits zur Landsturmrolle anmeldet haben, erhalten eine besondere schriftliche Vorladung, aus der Tag und Stunde der Gestellung ersichtlich ist. Wer sich ohne gesetzlichen Entschuldigungsgrund nicht stellt, gleichviel ob er eine schriftliche Einladung erhalten hat oder nicht, wird nach den Kriegsgesetzen bestraft. Diejenigen unausgebildeten und noch nicht ausgehobenen Landsturmpflichtigen, die sich noch nicht zur Landsturmrolle angemeldet haben sollten, haben sich umgehend unter Vorlage der Militärpapiere bei den Ortsbehörden zu melden. Unterlassung der Meldung wird ebenfalls streng bestraft. Ebenso hat derjenige strenge Strafe zu gewärtigen, welcher im Musterungslokal im betrunkenen Zustande erscheint oder Ruhestörung verursacht. Zurückstellungen wegen häuslicher oder gewerblicher Verhältnisse erfolgen nur in besonders dringenden Fällen. Begründete Antrage sind. soweit es noch nicht geschehen ist, sofort mündlich oder schriftlich bei den Ortsbehörden anzubringen. Die Verhandlung über die Reklamation findet am 15. Dez d. Is. vormittags 12 Uhr in Hörde in der Wirtschaft Bergmann statt. Die Beteiligten werden aufgefordert, zu diesem Termine zu erscheinen und die Zurückstellungsgesuche, wenn nötig, persönlich unter Vorlegung von Nachweisen weiter zu begründen. Hörde, den 26. November 1914. 7450 Der Landrat. I. V. ges. Burchard, Regierungs=Assessor. Freundlich Erhalte Freitag eine große Sendung großer und kleiner G und empfehle solche äußerst billig. August Schulie 7444 Westhofen. Orig. franz Rotwein garantiert rein, pro Flasche and.: Haus 1,10 Mk., im Auschank per Glas 30 Pfg. Franz. Cognac, Keines Weindestillat, pro Fl. 10.— und 8 Mk. empfiehlt P Tluß sskursssrn in Leinenpapier vorrätig in der Buchhabalung CAke Bukes SCHWERTE(RUHR), Gr. Marktstrasse 3—5 Arn Gelie. Totsicher! wirkt Dr. Bufleb’s extra starkes agr Mottenpulver Angenehm im Geruch! Unübertroffene Wirkung! Grosses Paket 20 Pfennig. Nur bei: Max Mehlhose, MedizinalDrogerie. Oet strasse invon Fimmer in besserem Hause an Herrn oder Dame zu vermieten. Näheres Frau Wwe. Hoffmeister 7446 Ostenstraße 11. Ege von 2—4 Zimmern sofort zu vermieten. 74·2 Poststraße 2. Junges Brautpaar sucht zum 1. Dezember 2 5.5 HimmerWolnung Offerten mit Preisangabe unt K. 7443 an d. Gesch. d. Itg. Aeltere 7448 Frau ooer Mädchen nicht unter 30 Jahren u. nicht über 45 Jahren bei zwei äliere Leute sofort gesucht. Märkischestr. 24 1 Treppe hoch rechts. Weihnachten in Mitten hinein in das Kriegsgetümmel, das die ganze Erde erfüllt, soll auch in diesem Jahr durch das Kind von Bethlehem Freude kommen. Allen Kämpfenden. Sorgenden und Trauernden will es einen Frieden bringen, den weder Leid noch Tod zeistören kann. Ein Abglanz dieser unvergänglichen Güter sollen die Weihnachtsgaben sein, auf die kleine und große Kinder hoffen. An Weihnachtsgästen aller Art fehlt es in Bethel nicht. Zu den 3000 Fallsüchtigen, Gemütskranken und Heimatlosen sind verwundete deutsche Krieger gekommen, von denen schon mehr als 2500 hier aufgenommen sind. Wer hilft uns, diesen Männern und Jünglingen, die für uns ihr Blut vergossen haben, und den andern Kranken in Bethel eine Weihnachtsfreude bereiten? Alles nehmen wir dankbar an, ob man uns Kleidungsstücke schenken will, oder Zigarren, Bilder, Bücher für die Großen, Spielsachen für die Kleinen oder Geld, um das zu kaufen, was Kleine und Große am meisten erfreut Je eher es geschieht, um so besser können wir alles unter unsere 30 Lazarette und 50 andere Anstaltshäuser verteilen. Mit herzlichem Weihnachtsgruß an alte und neue Freugbe von Bitel. 717 Lethel bei Bielefeld, im November 1914. F. v. Bodelschwingh, Pastor. Hafer Häcksel Torfstreu GrobeWeizenkleie Melasse empfiehlt zu den bill. Tagespreisen I. Welnberg 2 in den neuesten Fassons in grosser Auswahl vorrätig. Vorzüglicher Sitz. Gute Stoffqualitäten selbst in den billigeren. Preislagen. Otto Mark, Schwerte, Ostenstr. 20 lonmmmmn Mittwoch, den 2. d. Mts. vormittags 9 Uhr wird auf der Fleisch einer Kub verkauft. 7445 Die Schlachthofverwaltung. Verkaufe Mittwoch morgen das Fleisch eines senen Schweiner das Pfund zu 80 Pfg. Feitz Höster 7455. Mollkestraße 19. Insutunt Bolz UImenau 1 Thür. Prosp. frei. Tort#and. Dortmund, den 30. November 1914. Zu dem heutigen Schlochtviehmarkt waren aufgetrieben 532 Stück Großvieh, 308 Kälber, 26 Schafe, 2831 Schweine. Bez. f. 100 Pfd. s 6.5 3 85 48—53 85—94 40—43 75—83 33—37 66- 74 Ochsen Bullen: Färsen u. Kühe: 1. Rinder. a) vollfleischige, ausgemästete höchsten Schlachtwertes, die noch nicht gezogen haben(ungejocht) b) vollfleischige, ausgemästete, im Alter von 4—7 Jahren c) junge, fleischige, nicht ausgemästete und ältere ausgemästete... d) mäßig genährte junge, gut genährte ältere a) vollfleischige, ausgewachs. höchsten Schlachtwertes d) vollfleischige, jüngere c) mäßig genährte junge und gut genährte ältere a) vollfleischige, ausgemästete Färsen höchsten Schlachtwertes. b) vollfleischige ausgemästete Kühe höchsten Schlachtwertes dis zu 7 Jahren..... c)ältere, ausgemästete Kuhe und wenig gut entwickelte jüngere Kühe und Färsen.... d) mäßig genährte Kühe u. Farsen e) gering genährte Kühe u. Färsen Gering genährtes Jungvieh(Fresser) 2. Külber a) Doppelender, feinste Mast.. d) seinste Mastkälber c) mittlere Mast= und deste Saugkälber d) geringe Mast= und gute Saugkälber e) geringe Saugkälber 3. Schafe a) Mastlämmer und jüngere Masthammel b) ältere Masthammel, geringere Mastlämmer und gut genahrte junge Schafe c) mäßig genährte Hammel und Schafe(Merzschafe) a) Mastlämmer b) geringe Lämmer und Schafe 4. Schweine. Fettschweine, über 150 kg. 3 Jentner Lebendgewicht b) vollfleischige Sch 120—150 kg Lebendgewicht c) vollfleischige 100—120 kg Lebendgewicht d) vollfleischige 80—100 kg Lebendgewicht e) vollfleischige 42—46 72—80 34—37 65—69 29—31 60—64 47—51 84—92 43—47 83—90 37—42 74—84 30—33 69—74 26—29 62—68 55—58 88—92 48—53 78—87 Stallmastschafe: Weidemastschafe: a) Thweine (240—300 Schweine (200—240 Schweine (160—200 von Pfd.) von von Pfd.) 80 kg Sauen Schweine unter (160 Pfd.) Lebendgewicht 52—56 66—70 51—56 64—70 47—54 60—68 47 52 60—66 47 52 59—65 Krauer Prtele lieiert schnell und sauber Buchdrucherei E. Braus Porto u. Listen.je 30 Pf. Mesallbesten Kaieloa srei Holzrahmenmatr., Kinderdetten Subl i. Sesrenter Lehugn Sehr günstig Keine Verlegung. Original-Lose 3 Mk. 1 Original-Lose 50 Pig, 11 Lose 30 Tlk. 17389 11 Lose 5 Flk. Berliner Geldlose 3 M. such unt Nachnahme Glückskollekte August Rolel, Münster I. W. Gott dem Allmächtigen hat es in seinem unerforschlichen Ratschlusse gefallen, heute morgen 11 Uhr 20 Minuten, unsern einzig innigstgeliebten Sohn, Bruder, Schwager, Neffen, Onkel und Bräutigam Musketier Hans Stiekerbruek nach kurzem, schwerem Krankenlager im Lazarett zu Paderborn, gestärkt durch den andächtigen Empfang der hl. Sterbesakramente der röm.-kath. Kirche, im blühenden Alter von nahezu 25 Jahren zu sich in die Ewigkeit zu nehmen. Wir bitten um ein Gebet für den lieben Entschlafenen. Die trauernden Hinterbliebenen. Familie Joh. Stickelbruck Als Braut Helene Schmidt. Schwerte, den 29. November 1914. 7458 Die Beerdigung Andet Mitvoch, den 2. Dezender, nacha 3 Uhr vom katb. Krankenhause zu Schwerte aus statt, Pagfgierjiche 86e amt findet Donnerstag, 7½ Uhr in der biesigen Piarrkirche statt. Mannschafts Weste Kriegsartikel für den Winter! Wasserdichte Millär-Westen mit u. ohne Wollfutter(als Doppelbrief versendbar) bester Schutz im Felde. von Mk. 5.50 bis Mk. 15.00. “ H a n d s c h u h e a u s S t o f f u n d L e d e r, m i t W o l l- u n d P e l z f u t t e r. Pulswärmer aus Leder mit Woll- und Pelzfutter. = Warme Unterzeuge, Strümpfe.= Mützen In feldgrau auch für Knaben und Jungwehren. Feldpostpackung gratis! 7447 Robert Lippmann, Schuerle. ar. NSmgn Als feinster Ersatz für Bekanntmachung betreffend Anmeldung zur Rekrutierungsslammrolle. Alle im Amie Westhofen sich aufhallenden Militärpflichtigen des Deutschen Reiches welche im Jahre 1895, senigen, welche zwar früher geboren. aber über ihr Miliäroerhältnis noch keine entgültige Entscheidung erhalten haben, werden hierdurch auf Grund des§ 25 der Deutschen Wehrordnung aufgefordert, sich in der Zeit vom 1. bis 15 Dezember 1914 zur Rekrutierungs=Stammrolle auf dem hiesigen Amtsbüro —. Zimmer Nr. 2.— zu melden. Die Militärpflichtigen des Jahrganas 1895, welche nicht im hiesigen Amtsbezirk geboren sind, müssen den Gedurtsschein — ausgestell vom Standesant— vorlegen.„u., 2.— Für elwa abwesende muß die Anmeldung seitens der Ellern, Vormünder. Lehr=, Bord= oder Fabrikherrn geschehen. Wer die vorgeschriebene Meldung zur Stammrolle unterläßt, wird mit einer Geldstrafe bis zu 30 Mark oder mit Haft bis zu 3 Tagen bestraft. Westhofen, den 28. November 1914. 7426 Der Amlmann: v. Daniels. Für Trauer empfehle 5647 in grosser Auswahl Damenblusen Kostümröcke Paletots nterröcke Schürzen Handschuhe aseunguen Schwerte, Ostenstr. 20. Kavort Modenabdum 60,3) Pavort Iugendalbun 80 3 . Favorit Handarbtsalb. 60, JS I! Favorit Schnittmuster Alleinverkauf für Schwerte Kaufbaus Otto Mark 1999 Bekanntmachung. Mutter= 8 beratungsstelle Mitwoch, den 2. Dez. nachm. 3 Uhr, Schule Rosen, Schulstr. In Gemäßheit des§ 27 der Städte=Ordnung für die Provinz Westfalen machen wir hiermit bekannt, daß bei der am 26. und 27. November d. I. stattgefundenen Wahl: I. von der 1. Abteilung: für die Wahlperiode 1915/20 1. Kaufmann Ernst Homel 2. Chemiker Alfred Karlstein II. von der 2. Abteilung: für die Wahlperiode 1915/2) i. Hotelbesitzer Heinrich Duisberg 2. Bäckermeister Heinrich Cordes III von der 3 Abteilung: für die Wahlperiode 1915/40 1. Schlossermeister Wilhelm Odstfeld 2. Dr. med. Friedrich Mesler als Stadtoerordnete gewählt sind. Gegen die Gültigkeit der Wahlen kann von jedem stimmfähigen Bürger innerhalb 2 Wochen nach der Bekanntmahung des Wahlergebnisses bei dem unlerzeichneten Magistrat Einspruch erhoben werden. Schwerle, den 27. November 1914. 7408 Der Magistrat: Kohrmann. Für unsere Krieger! Unterzeuge wie: Hemden, jacken, Hosen, Socken, Lungenschützer, Handschuhe, 6378 Taschentücher empfiehlt in grosser Auswahl zu billigen Preisen. Kaulhaus Ollo Mark Ostenstrasse 20. Zur Beerdigung des Musketiers treten die Mitglieder am Mittwoch, den 2. d. Mts, nachmittags 2½ Uhr in ihren Vereinslokalen an. Abmarsch vom Hotel Ostermann punkt 2 Uhr 50 Minuten. Orden, Ehren= und Vereinsabzeichen anlegen. Um zahlreiche Beleiligung wird höflichst gebeten. 7456 Die Vorstände der Miliär. Vereine. Für die Beweise herzlicher Teilnahme sowie für die vielen Kranzspenden bei dem Hinscheiden unseres einzigen lieben Sohnes und Bruders sprechen wir hiermit allen unsern herzlichsten Dank aus Familie Frz. Gessinger. empfehle meine Süssrahmmargarine der Berg.-Märkischen Margarinewerke (echt deutsche Firma). Esbu 90 Pig. Cebu 95 Pig. Carl Trog. Poheliotkheisen Pfund 39 Pig. 7459 nur soweit Vorrat reicht. L. Weinberg. MSach Die beste und billigste Bezugsggelle für Schneiderinnen ist das Kaufhaus Otto Marx = Hamburger Engros-Lager= Schwerte, Ostenstr. 20. — Fernsprecher 233.— 5873 ParocbialLebrerkonferenz Schwerte— Westhosen. Miltwoch, 2. Dezbr. nachm. 4 Uhr bei Quadbeck Vortrag:(7131 Ueber Kriegeliseratur. Rascschch. Am Mittwoch, den 2. Dezember ec., vermittags 10 Uhr werde ich im Pfandlokale beim Wirt Müller hierselbst 2 Sopha, 2 Tische und 1 Küchenschrank gegen bar versteigern. Morgenroth, 7441 Gerichtsvollzieber. Halte stets Kohlen an Lager und liefere solche zu billigen Tagespreisen frei Haus Carl Steinberg 7425 Nordwall 13. e e Jeder muss es einsehen, dass Welhnachts-Einkäufe bei mir die APEEPPche Niten, erössten Vortelle beten, Bei Einkäufen von je 3 Mark gewähre ich 35 Pf. Rabatt oder gebe Zugaben in gleichem. Wert, die meine Kunden aus meinen Warenbeständen frei wählen können. Dies gilt für sämtliche Manufakturwaren, auch Betten. Wilhelm SCHWERTE, Hüsingstrasse 3. er 8 c redigiert von Lotte Sonntag. Lebe rein! Lebe rein, mein Kind, dies schöne Leben, Rein von allem Fehl und bösem Wissen, Wie die Lilie lebt in stiller Unschuld, Wie die Taube in des Haines Wipfeln; Daß du, wenn der Vater niederblicket, Seist sein liebstes Augenmerk auf Erden, Wie des Wandrers Auge unwillkürlich An den schönen Abendstern sich heftet; Daß du, wenn die Sonne dich einst löset, Eine reine Perl' ihr mögest zeigen, Daß dein Denken sei wie Duft der Rosen, Daß dein Leben sei wie Licht der Sonne! Leopold Scheser. 2 Der Tau. We klegt so farbenlos und grau Im Dämmerschein auf Feld und Au Der vielgepriesne Maientau! Ei, blödes Menschenangesicht, Die Himmelsperlen glänzen nicht, Eh' sie bestrahlt das Himmelslicht. Adolf Schults. Der kleine Taucher. Am Hafenkai in Neapel stand ein kleiner, schwarzhaariger Junge und schaute den Booten zu, die eine Touristengesellschaft nach dem Dampfer zurückbrachte, der in der Bucht lag. Der Knabe war so in das lebensvolle Schauspiel versenkt, daß er erschrocken zusammenfuhr, als ein paar andere Jungen in das Boot sprangen, an das er sich lehnte, und mit raschen Ruderschlägen vom Land abfuhren. Ihnen folgte ein zweites Boot mit einem hübschen Mädchen, das eine Gitarre unterm Arm trug. Und noch andere Boote mit Sängern, Musikanten und Händlern folgten diesen beiden ersten. Da kam Beppo der Gedanke, ob er sich nicht auch ein paar Lire von den lustigen englischen Reisenden erbetteln könne. Er dachte dabei an seine kleine Schwester, die krank zu Hause lag, und dies beschleunigte seinen Entschluß. Er konnte zwar weder singen noch spielen, auch hatte er nichts zu verkaufen; aber schwimmen konnte er, wie kaum einer, und tauchen konnte er doch sicher ebensogut wie sein Freund, der schwerfällige Tito. Dort stand der ja, und schnell eilte Beppo zu ihm Bald standen die beiden halbnackten Jungen in einem Boot und ruderten auf den Tampfer zu. Die Passagiete lachten und freuten sich über die kleine Flottille, die den Dampfer umkreiste, und es dauerte nicht lange, da warf jemand eine Lira herunter. Wie der Blitz war Beppos Gefährte über Bord, tauchte und erschien nach wenigen Sekunden wieder an der Oberfläche, die Münze zwischen den weißen Zähnen.„Bravo, bravo!“, rief man ihm zu, und ein zweites Geldstück fiel dicht vor Beppo ins Wasser. Da warf der Knabe die Arme hoch und sprang nach. Aber er hatte nicht soviel Glück wie sein Kamerad; sein Kopf schlug gegen einen harten Gegenstand, und dann wußte er nichts mehr. Man fischte ihn heraus, und es zeigte sich, daß die Verletzung nicht gefährlich war, wenn sie ihm auch heftige Schmerzen verursachte. Die ertrug er aber gern; denn ein Herr, der den Vorgang mit angesehen hatte, erkundigte sich nach den Verhältnissen des Jungen und wurde zum Wohltäter der Familie. Die kleine Schwester erholte sich bald unter guter Pflege, Beppo aber erhielt, durch Vermittlung seines Gönners eine Stellung in der großen Fabrik auf dem Hügel. Der Tag, an dem er sie antrat, war der stolzeste seines Lebens. Bänderspiel. Zu diesem Spiel braucht man eine Anzahl verschiedenfarbiger Bänder. Jeder Spieler bekommt ein Band, das er an einem Ende festhält. Die Spieler setzen sich nun in einem Kreis hin, und in dessen Mitte setzt sich einer, der die losen Enden sämtlicher Bänder in die Hand nimmt. Er erzählt nun eine Geschichte, in der möglichst oft die Wörter„loslassen" und„ziehen" vorkommen. So oft der Spielleiter„loslassen"(losgelassen, losließ, losläßt usw.) sagt, müssen die Mitspielenden ihre Bänder anziehen, sagt er aber„ziehen"(zieht, zog, gezogen usw.), so müssen sie loslassen. Das klingt sehr einfach, aber ihr werdet finden, daß das gar nicht so leicht ist, wie es scheint, und daß es sehr viel Spaß verursacht. Jeder, der das Kommando falsch ausführt, muß ein Pfand geben Buchstabenrätsel. Mein erster ist in Bremen, doch war er nie in Wien, Zwei war niemals in Kolberg, doch immer in Stettin, Drei ist in Essen immer, in Barmen nie zu finden, Der vierte ist in Hamburg, doch ist er nicht in Linden, Der fünfte wohnt in Halle, doch kommt er nie nach Leiden, Der sechste weilt in Dresden, doch Leipzig muß er meiden, Sieben hält sich in München auf, Stuttgart ist nicht sein Fall, Der achte lebt in Köln am Rhein, doch nicht in SchwäbischHall: Das Ganze ist im Deutschen Reich ein großer Mann gewesen, In späten Zeiten wird man noch von seinen Taten lesen. Die Auflösung folgt in der nächsten„Kinderlaube". Anstösungen der Rätsel aus der vorigen„Kinderlaube“: Aufgabe. Wolf— Gang— Art Tat— Ort— Scheit Treib— Eis— Bahn Miß— Ton— Kunst Mann— Heim— Weh Vier— Eck— Stein Goethe. Rschic — Amtliches Der Nuc Balkatrckter Roman von Reinhold Ortmann. (28. Fortsetzung.) a näherte sich ihm einer seiner Mitgefangenen, ein zerlumpter Mestize, und sagte mit ehrerbietiger Höflichkeit: „Sie wünschen Wasser zu haben, Sennor, nicht wahr? Natürlich— denn sein als wir. Aber bemühen Sie sich (etwa vier Mark) für den Kreis kein Tropfen davon zu haben. Ich weiß es; denn ich bin schon mehr als einmal im Untersuchungsgefängnis gewesen. Einmal ließen diese Unmenschen mich drei ganze Tage dürsten. Wenn Sie ihnen kein Geld zeigen können, ist all Ihr Rufen umsonst.“ Werner schalt sich töricht, daß er nicht schon früher auf diesen bei den örtlichen Verhältnissen so nahe liegenden Einfall gekommen war. Er entnahm seiner Börse ein Goldstück und hielt es empor, indem er der zunächst befindlichen Gruppe von Kartenspielern zurief, ob einer von ihnen Lust habe, es sich zu verdienen. Schon nach Verlauf einiger Sekunden standen nicht weniger als drei der zerlumpten Kerle unter dem Fenster. Er reichte einem von ihnen das Geldstück, indem er ihn ersuchte, eine genügende Menge von Trinkwasser dafür herbeizuschafsen, und es würde ihn unter anderen Umständen gewiß erheitert haben, zu sehen, eine wie seltsame Wirkung der Anblick des gelben Metalls auf das Benehmen der eben noch so brutalen Burschen übte. Sie zeigten sich überaus höflich, und während der eine sich eilig entfernte, um den Wunsch des Gefangenen zu erfüllen, versicherten ihm die beiden anderen, daß sie gern erbötig wären, ihm Pulque oder Fleisch zu besorgen, wenn er imstande sei, es zu bezahlen. „Ich danke euch,“ sagte Werner,„ich bin nicht hungrig, aber ich könnte wohl einem von euch Gelegenheit geben, zehn von diesen Goldstücken zu verdienen, wenn er einen kleinen und leicht auszuführenden Auftrag für mich übernähme.“ Die Augen der beiden Soldaten glitzerten vor heißem Verlangen nach dem Gewinn der für ihre Verhältnisse so gewaltigen Summe, und minutenlang schrien sie in dem Bestreben, bei der Bewerbung einander auszustechen, unter den heftigsten Gestikulationen so lebhaft auf Werner ein, daß es diesem ebenso unmöglich war, sie zu verstehen, als sich ihnen verständlich zu machen. Wahrscheinlich würde der edle Wettstreit die Erfüllung seiner Hoffnungen ganz vereitelt haben, wenn nicht glücklicherweise einer der beiden Rivalen von einem Korporal abgerufen worden wäre. (Nachdruck verboten.) Schimpfend und murrend leistete der Mann dem Befehl Folge, nachdem er zum vierten oder fünften Male wiederholt worden war, und Werner konnte dem Zurückgebliebenen nun in aller Ruhe mitteilen, um was es sich handle. „Sie sollen eine offene Karte in die Calle San Martin zu einem Herrn bringen, dessen Namen ich Ihnen ausschreiben werde. Ich verspreche Ihnen, Sie dort ohne weiteres fünf Goldstücke bekommen werden, und wenn Sie hierher zurückkehren, solange ich noch am Leben bin, werden Sie von mir fünf weitere erhalten.“ „Beweisen Sie mir erst, Sennor, daß Sie das Geld wirklich haben,“ sagte der Soldat, ein Mischling von schmutzigbrauner Gesichtsfarbe.„Wer so viel verspricht, macht sich immer verdächtig, gar nichts zu haben.“ Werner wies ihm seine Börse, in der sich noch etwa ein Dutzend der wertvollen Goldmünzen befand, und in der Tat erklärte der Mann nun sofort, er werde seinen Korporal um die Erlaubnis zur Uebernahme des Auftrags bitten. Aber er fügte mit einem bedeutsamen Augenzwinkern hinzu, es werde gut sein, wenn er auch dem Vorgesetzten eine kleine Belohnung in Aussicht stellen dürfe, da er ihn sonst schwerlich fortlassen würde. Werner zögerte natürlich nicht, ihm die gewünschte Ermächtigung zu erteilen, und drängte ihn, keine Zeit zu verlieren. Der Mann entfernte sich, um schon nach Verlauf von kaum zwei Minuten in Begleitung seines Korporals. eines Mulatten, zurückzukehren. Dieser zeigte sich bereits von allem unterrichtet und war auch über die zu fordernde Entschädigung schon mit sich ins reine gekommen. Ohne Zögern verlangte er eine Belohnung von fünf Goldstücken für die Beurlaubung seines Untergebenen, und die Bereitwilligkeit, mit der ihm diese Sunme von dem jungen Deutschen zugestanden wurde, weckte in seinem Herzen augenscheinlich ein lebhaftes Bedauern, nicht mehr gefordert zu haben; denn er wandte sich plötzlich an den Soldaten mit der Erklärung, daß er auch von dem Botenlohn die Hälfte erhalten müsse. Dazu aber zeigte sich der andere keineswegs ohne weiteres bereit, und es entwickelte sich zwischen ihm und seinem Vorgesetzten alsbald ein hitziges Wortgefecht, das nahe daran schien, in Tätlichkeiten überzugehen, als der Soldat sich plötzlich entsinnen mochte, daß ihm bei solcher Zeitvergeudung möglicherweise der ganze Verdienst entging. Er gab mit verdrießlicher Miene nach, und nachdem Werner dem Korporal seine Hgea BsSs-ES 0 . E 9 88 S SE * 6 — 2. 9 2 □ Er * S E Sp 5 E S** sS#s-g eroggs HHS — SnM5g-Gun SEE. 8 — □ 8 s gOE 8 5* # SE S SSHLEESG * 8 8 S E 5 S— •— 9 18 P E EGEREE 0 S1 *—.0* n S* 47 2.** E GTE 9 E, 8 FE * G FS#4 Sei-B 0 B U □ " u UUN S 2 2 " B 6.— E H K fünf Goldstücke ausgehändigt hatte, war die Angelegenheit endlich so weit geordnet, daß der Abfertigung des Boten nichts mehr im Wege stand. Freilich kamen dem Mulatten noch im letzten Augenblick allerlei dienstliche Bedenken. Er erklärte, daß er die Karte nur dann befördern lassen würde, wenn sie in spanischer Sprache geschrieben sei, und wenn sich außerdem unter seinen Leuten jemand finde, der imstande sei, ihm den Inhalt der Mitteilung vorIn seiner hilflosen Lage mußte sich Werner auch dieser Bedingung fügen. Er versah eine seiner Visitenkarten auf der Vorderseite mit Henningers Adresse und begnügte sich, auf die Rückseite in spanischer Sprache zu schreiben: „Ich befinde mich im Untersuchungsgefängnis, wohin ich infolge einer Verkettung unglücklicher Umstände als vermeintlicher Insurgent gebracht wurde, und schwebe in höchster Gefahr, ohne Prozeß und Urteil erschossen zu werden. Intervenieren Sie sofort! Es ist keine Minute zu verlieren.“ Der Korporal nahm die Karte in Empfang, betrachtete sie wie einen höchst bedenklichen Gegenstand mißtrauisch von allen Seiten und machte sich dann auf den Weg, um unter den auf dem Hofe herumlungernden Soldaten eines des Lesens kundigen Gelehrten zu suchen. Glücklicherweise gelang ihm dieses schwierige Unternehmen schneller, als es zu erwarten gewesen war. Werner sah von seinem Fenster aus, wie der Mulatte aufmerksam der offenbar recht mühselig vonstatten gehenden Vorladung lauschte, und er hatte Mühe, einen Ausruf des Zornes zu unterdrücken, als ihm das wiederholte mißbilligende Kopfschütteln des Mannes verriet, daß sich da irgendwelche neuen Schwierigkeiten ergeben hatten. „Ich bin nicht gesonnen, Sennor, mich hintergehen zu lassen,“ erklärte der Korporal, nachdem er wieder an das Fenster getreten war.„Diese Karte ist gegen die Abrede! Sie haben die Hauptsache vergessen. Hier steh: nichts von den fünf Goldstücken, die der Ueberbringer erhalten soll, und nichts davon, daß die Hälfte der Summe mir zukommt. Wenn Sie nicht eine solche Bemerkung darauf schreiben, werde ich niemals meine Einwilligung zur Beförderung der Karte geben.“ Werner erwiderte nichts; denn er fühlte, daß er mit seiner Selbstbeherrschung beinahe zu Ende war. Stumm streckte er die Hand durch das Gitter, um sich die Karte zurückgeben zu lassen, und nachdem er den von dem Mulatten gewünschten Zusatz gemacht, hatte er endlich die zweifelhafte Genugtuung, zu sehen, wie sich einige Minuten später der Mestize durch das Tor des Gefängnishofes entfernte. Auf seine Mitgefangenen, die dem Gang der Verhandlungen natürlich mit gespannter Aufmerksamkeit gefolgt waren, hatte der Reichtum ihres Unglücksgefährten offenbar großen Eindruck gemacht. Sie betrachteten ihn mit sehr respektvollen Blicken; in den Erfolg seiner Bemühungen aber schienen sie kein großes Vertrauen zu setzen. Denn statt ihn um seine Protektion anzugehen, wie es doch in solchem Falle das Nächstliegende gewesen wäre, baten sie ihn nur, ihnen ein wenig Branntwein und etwas zu essen zu kaufen, da sie sehr hungrig seien, und da— wie der Sprecher mit einem gewissen Galgenhumor hinzufügte— der Offizier mit seiner Munition möglicherweise noch eine gute Weile auf sich warten lasse. Obwohl die bisherigen Erfahrungen ihn zu der Erkenntnis geführt hatten, daß er mit seinem Geldvorrat möglichst haushälterisch umgehen müsse, war Werner doch nicht hartherzig genug, den armen Burschen ihre Bitte abzuschlagen, und er mußte nicht weniger als zwei weitere Goldstücke opfern, damit jeder seiner Schicksalsgenossen einen kleinen Kuchen von der Art, wie sie in Buenos Aires an den Straßenecken feilgehalten werden, und eine geringe Quantität Pulque erhielt. Man hätte für die gespendete Summe bequem die hundertfache Menge dieser Genußmittel kaufen können, aber Werner wußte jetzt bereits zur Genüge, welcher besondere Preistarif hier im Untersuchungsgefängnis Geltung hatte. Mit Erstaunen und tiefem Mitleid sah er, eine wie ungemessene Freude seine geringfügige Spende bei den Gefangenen hervorrief. „Armseliges Gesindel!“ grinste der unter dem Fenster stehende Mulatte.„Aber vielleicht befehlen Sennor für sich selbst eine Flasche Wein und ein Stück Braten? Es ist alles zu haben, wenn es auch freilich einige Mühe verursachen wird.“ Werner schüttelte ablehnend den Kopf. Er war der Erpressungen müde und fühlte überdies nicht das geringste Bedürfnis leiblicher Erquickung. „Wenn Sie mir einen Dienst erweisen wollen, Korporal,“ sagte er,„so schaffen Sie diesen Verwundeten hier vom Fenster fort und lassen ihn durch einen Gnadenschuß von seinen Qualen erlösen.“ Der Mulatte zuckte mit den Achseln.„Was wollen Sie, Sennor? Der Mensch hat es sich selbst zuzuschreiben, wenn es mit ihm länger dauert, als ihm lieb sein kann. Weshalb beging er die Dummheit, sich zu widersetzen? Ich habe keinen Befehl, ihn zu töten, und er stirbt auch, ohne daß wir noch eine Kugel an ihn verschwenden. Aber wenn sein Gewinsel Ihnen lästig ist, will ich ihn da drüben zu den anderen werfen lassen.“ Wirklich erteilte er einen dahingehenden Befehl, und ein paar Soldaten, die sich nur ungern in ihrem Kartenspiel hatten stören lassen, führten ihn rasch aus. Werner lehnte sich an das Fenster, so daß er den schrecklichen Winkel mit den übereinander geworfenen Menschenleibern nicht zu sehen brauchte, und harrte, in trübe Gedanken verloren, der kommenden Dinge. 16. Kapitel. Eine halbe Stunde, die sich dem Wartenden zu einer Ewigkeit ausgedehnt hatte, war verstrichen, ohne daß sich das Bild auf dem Gefängnishofe irgendwie verändert hätte. Da ertönte mit scharfem Klange die Glocke am Eingangstor, die jedesmal gezogen werden mußte, wenn jemand von draußen Einlaß begehrte. Wie ein elektrischer Schlag durchzuckte es Werner. Das konnte ja kein anderer sein, als Henninger; denn in der langen Zeit hätte man den kurzen Weg bis zur Calle San Martin und nach dem Gefängnis zurück bequem dreimal machen können. Mit verhaltenem Atem starrte er unverwandt nach der Tür hinüber; aber eine furchtbare Enttäuschung war es, die ihm zuteill wurde. Die da eintraten, kamen gewitz nicht, um iyn zu befreien. Er erkannte den betrunkenen Offizier, der vorhin die Exekution befehligt, und dem sich inzwischen noch ein anderer, nicht minder elegant und theatralisch aufgeputzter Kamerad angeschlossen hatte. Hinter ihnen aber wurden zwei barfüßige, zerlumpte Soldaten sichtbar, die schweißtriefend einen großen Kasten schleppten. Auch wenn Werner noch im Zweifel darüber gewesen wäre, was diese Kiste enthielt, würden ihn schon die ersten, weithin vernehmlichen Worte des uniformierten Henkers mit nur zu grausamer Deutlichkeit davon unterrichtet haben... Breans „Heraus mit den schuftigen Revolunonaren!“ schrie der Offizier,„wir haben Patronen genug, um sie vom Kopf bis zu den Füßen mit Kugeln zu spicken.“ Langsam und verdrossen stellten sich die Soldaten der blutbespritzten Mauer gegenüber auf. Die Gefangenen, die sich's inzwischen nach Möglichkeit auf dem gepflasterten Fußboden ihrer Zelle bequem gemacht hatten, richteten sich schweigend auf; die Tür wurde geöffnet, und derselbe Korporal, mit dem Werner vorhin unterhandelt hatte, erschien auf der Schwelle. (Fortsetzung folgt.) Wie die Monarchen ihr Geld in Amerika anlegen. Mit schönem Stolze erzählt die New Yorker„Sun“ ihren wohlwollenden Lesern, daß den europäischen Monarchen die Bankinstitute der alten Welt nicht sicher genug erschienen, um ihnen all ihr Hab und Gut anzuvertrauen. Und was sollte da den Fürsten Europas auch anderes übrigbleiben, als ihr Geld in Amerika zu deponieren. Seit einigen Jahren werden die Summen, die europäische Herrscher bei großen amerikanischen Banken hinterlegen, immer größer; und vor allem, die New Yorker„Sun“ weiß das: die Könige fühlen sich am wohlsten, wenn sie ihr Geld in amerikanischen Industrieaktien und Eisenbahnpapieren anlegen. Der Zar z. B. ist Aktionär einer ganzen Reihe amerikanischer Bahngesellschaften, rund 25 Millionen hat er schon in amerikanischen Aktien angelegt, aber dafür bezieht er auch weit über 2 Millionen Mark Zinsen aus den Vereinigten Staaten. Georg V. hat über 20 Millionen in amerikanischen Industriepapieren angelegt, während der Deutsche Kaiser etwa 12 Millionen in Eisenbahnaktien Nordamerikas besitzt. Er soll sein Kapital mit 5 Prozent verzinst erhalten. Die preußischen Prinzen aber— die„Sun“ weiß es ganz genau— bevorzugen kanadische Eisenbahnwerte und besitzen für mehr als 4 Millionen Mark Aktien. Natürlich haben auch die Könige von Italien, Griechenland, Dänemark und Belgien Amerika zu ihrem Tressort erwählt, und auch Alfons XIII. fehlt nicht unter den amerikanischen Aktionären. Die Kaiserin Eugenie dagegen hat nur bei einer New Yorker Bank ein Guthaben von 40000„, während der Kaiser von Oesterreich und der Papst dem gelobten Land der Dollars noch skeptisch gegenüberstehen. Mesalliance. Hottner=Grefe. (Fortsetzung.)(Nachdruck verd Das Ballfest war wirklich mit großen Mitteln arxangiert. Robert Herdang, welcher einst, in den Zeiten des ziemlich klippenreichen Gymnasialstudiums von Anton Baumer, dessen Hauslehrer gewesen, war gleichfalls gebeten worden und er, sowie Henny Clusius sahen erstaunt auf die etwas zu pompöse Pracht ringsum. Sie kamen aus so einfachen, äußeren Verhältnissen. So war es kaum zu wundern, daß sie sich fast bedrückt fühlten durch die vielen Lohndiener, durch die riesigen Blumenarrangements und die ungezählten Schätze des Büfetts, welche sie kaum dem Namen nach kannten. Henny hielt verlegen ein enormes Bouquet— ein Geschenk Baumers— in den Händen. Es paßte so gar nicht zu ihrer lieblich feinen Erscheinung in dem weißen Mullkleid. Auf einem der Divans saß die alte Frau Baumer und sah vergnügt in das Getriebe. Sie dachte bei solchen Gelegenheiten hie und da zurück an die sehr bescheidenen Verhältnisse von einst. Ihr Mann war ein Arbeiter gewesen, einer von denen, die das ganze Jahr gegen jede bestehende Ordnung ankämpfen und schließlich bei der Schnapsflasche Trost und Hilfe für meist unverstandenes Menschenelend suchen. Den durch eine Erbschaft plötzlich hereinbrechenden Reichtum hatte er nicht ertragen. Er starb bald darauf in einer IrrenFrau Baumer hatte es besser verstanden, das Geld zu genießen. Sie liebte schwerseidene Kleider, viel Schmuck und ein gutes Essen. Da sie nicht ohne Ehrgeiz. war, suchte sie ihre beiden Kinder Gusti und Anton in bessere Kreise zu bringen. Das ging am besten durch Heirat. Na, und so hatte sie ja auch gegen Henny Clusius nichts einzuwenden, obwohl sie selbst rein gar nichts an dem Mädchen fand. „Gusti,“ sagte Frau Baumer zu ihrer Tochter, die eben vorbeikam—„Gusti— was hat Henny bloß wieder für ein Kleid? Ist das nicht— nicht Mull?“ Sie sprach das Wort fast widerstrebend. Frau Gusti Clusius lachte. Ihr etwas derbes Gesicht zeigte viel Aehnlichkeit mit dem der Mutter. „Na und ob! Frischgewaschener, selbstgebügelter Mull ist's! Wir kennen das Gewand nachgerade schon, Mama.“ „Aber warum hast du ihr nichts geschenkt?“ fragte die alte Frau ärgerlich—„mir ist das höchst fatal, daß sie so elend aussieht. Na ja! Ich sag' es ja, immer: Mit dem gelehrten Kram kommt nichts heraus! Nicht einmal ein anständiges Kleid verdient man sich damit! Wie gesagt: Du hattest ihr was schenken sollen“— Gusti schnippte mit den Fingern. „Ich hab's nur einmal probiert! In der Familie grassiert der Bettelstolz!“ Henny stand nicht weit entfernt; sie hörte nicht alles, aber manches Wort kam doch deutlich zu ihr herüber. Als jetzt der junge Baumer an sie mit einer Frage herantrat, schüttelte sie mit einer sehr stolzen Bewegung den Kopf. „Was?“ rief er—„Sie haben den Kotillon vergeben?“. „Sie hatten mich nicht darum ersucht,“ sagte sie abwehrend. 6 55— „Mama“— er war ganz rattos—„denie vir! Ich vergaß leider— ja— und nun hat Fräulein Henny den Kotillon an Doktor Herdang versagt! Verteuseltes Pechk“ Er sah sehr besturzt aus. „Na, wenn's weiter nichts ist,“ meinte die Mama gemächlich—„der Herdang— der war doch einmal dein Hauslehrer. Dem sagst du es halt, dann tritt er natürlich zurück.“— „Nein,“ Henny war dunkelrot im Gesicht—„nein, das geht absolut nicht! So etwas kann man nicht tun.“ Ihre Augen blitzten förmlich kriegerisch. „Warum kann man es nicht tun?“ fragte Frau Gusti impertinent.„Daß ein Baumer den Vorzug hat vor einem simplen Professor ist selbstredend; ein Unterschied besteht überalt.“..„. I, Fenutz empört „Da hast du völlig recht, jagle Die anderen sahen sich erstaunt an. Hatten sie sie schon wieder beleidigt? Und sie hatten doch gar nichts gesagt!.„ Fritzi von Heger nahm Henny mit sich. „Aber Kind,“ flüsterte sie—„was fällt vir ein? füge dich! Das ist nun einmal hier so der Ton! Wir, die wir arme Teufel sind, müssen uns das gefallen lassen! Schlucken, Kind! Ruhig schlucken! Und hast du einmal das Szepter in der Hand, dann zahlst du es ihnen doppelt heim!“.. Henny sah verstört in das scharfe Gesicht der Schwester, deren ältlicher Gatte eben herankam. Er war kränklich, vollkommen verbraucht, eine Menschenruine. Das Fest ermüdete ihn. Aber Fritzi wollte bleiben. Schrill lachend tanzte sie davon, (Schluß folgt.) Denkspruch. Erkolg darf nicht der Mabltab lein für die Güte einer Cat. Sbatelpeate.