Amtliches Kreisblatt für den Kreis börde Die Sdurm Zeiuer aidan dalch außer Felertags. Bezugspreis M. 1.80 oierteljährlich, bei der Post für Bestellgeld 42 Pig. mehr. Wöchentl. Gratisbeilage:„Illustrierter Familienfreund" u. tägl. Unterhaltungsblatt. Anzeigenpreis: Die siebengespaltene Petttzeile oder deren Raum 10 Pfg., Anzeigen von auswärts 15 Pfg., Reklamezeile 40 Pfg. Jeder Rabatt gilt als Kassarabalt u. erlischt bei Konkursen, Zwangsvergleichen, gerichtl. Klagen u. Aichtsattsuch esnchl.-Setltinecheltaune. Westhofener Zeitung Langscheder Zeitung Schwerter Volksblatt Holzwickeder Zeitung Aplerbecker Zeitung Schwerter Volkszeitung Verbunden mit: Schwerter Tageblatt O Schwerter Anzeiger Grstes und älteltes Cagesorgan des Kreiles o General-Anzeiger für den Kreis Börde am Haupt-Annoncenblaft Aüg dune und ichalentgüchen Nennd. nungen für den Kreis Horde erlangen gemaß Bekanntmachung dei Königlichen Regierung durch Verössentlichung in dei„Schwerter Zeitung" rechtsverbindliche Kraft.— Die „Schwerter Zeitung“ gewährt ihren Adonnen= ten für jeden mit Tod endenden Unsall ge300 Mk. Unfall. Druck u. Verlag o. Carl Braus. Schwerte=Ruhr 62. Telegr.=Adr. Braus Schwerte=Ruhr## Nr. 275. Dienstag, den 24. November 1914. 46. Jahrgang. Fortschritte in den Argonnen! anderen wirz den Franzosen entrissen. werden eine Anzahl Gefangene gemacht. Großes Hauptquartier, 23. Novbr. Die Kämpfe bei Nieuport und Opern dauern fort. Ein kleines englisches Geschwader, das sich zweimal der Küste näherte, wurde durch unsere Artillerie vertrieben. Das Feuer der englischen Marinegeschütze blieb erfolglos. Im Argonner Walde gewannen wir Schritt für Schritt an Boden. Ein Schützengraben nach dem anderen, ein Stützpunkt nach dem „Wir Wörken Frieben“. Amsterdam, 24. Nov. Eine Kundgebung für eine Beendigung des Krieges hat vorgesterv nach Meldungen aus Paris auf dem Platze vor dem Finanzministerium stattgefunden. Die Volksmenge, unter der sich viele Frauen befanden, stieß Die kritische Lage an der Vsel. Amsterdam, 24. November. Die militärische Lage an der Pser wirh von den Fachleuten der holländischen Presse übereinstimmend als kritisch für die Verbündeten angesehen. Die Lage müsse sich in Kürze zugunsten der Deutschen wenden. Die Franzosen und Engländer seien nun erschöpft, dezimiert. Ein Angriff der Deutschen mit frischer Kraft würde die Niederlage der verbündeten Armeen herbeiführen. 10 TU. Rotterdam, 23. Nov. sigen Presse über London berichtet wird, wurde in der Kap=Kolonie das Verbot von Einfuhr von Zeitungen aus England erlassen. Privatbriefen holländischer Handelshäuser zufolge, die mit holländischen Dampfern hier angekommen sind, stehen fast 100 000 Buren unter dem Oberbefehl Dewets. Sowohl Kapstadt wie Johannesburg sind in Ver20000 Buren im Ausstl... Wie der hieRein benisches Anterserdodi im Runal gesannen. Täglich Eine gewaltsame Erkundung gegen unsere Stellungen östlich der Mosel wurde durch unsere Gegenangriffe verhindert. In Ostpreußen ist die Lage unverändert. In Polen schiebt das Auftreten neuer russischer Kräfte die Entscheidung noch hinaus. In der Gegend östlich Tschenstochau u. nordöstlich Krakau werden die Angriffe der verbündeten Truppen fortgesetzt. Ruse aus:„Wir wollen den Frieden!“ Ein hoher Beamter ermahnte vom Balkon des Ministeriums aug zur Ruhe. Als die Menge eine Versammlung abhalten wollte, wurde sie von der Polizei auseinandergetrieben. ba. Mailand, 24. Nov. Gestern abend 11 Uhr wurde in Paris folgender amtliche Bericht herausgegeben: Im Laufe des heutigen Tages wurde Ppern heftig beschossen, wobei der Marktplatz und das Rathaus zerstört wurden. Heftige Artilleriekämpfe fanden ferner in der Umgegend von Soissons und Voilly statt. Auf den übrigen Teilen der Front nichts Neues, teidigungszustand versetzt und mit schwerem Geschütz armiert, da der Anmarsch der Burenkolonnen erwartet wird. Im Oranjestaat wurde in den meisten größeren Ortschaften die Unabhängigkeit bereits proklamiert. Lokale Burenbehörden sind überall eingesetzt. Pretoria wird von den meisten Burenfamilien verlassen. Weg mit Mies= und Flaumacherei. Im Vertrauen auf seine gerechte Sache und im Bewußtsein unüberwindlicher Stärke hat das deutsche Volk den ihm aufgezwungenen Krieg aufgenommen. Es zeigt sich der Größe der Schicksals. probe durchaus gewachsen und zweifelt nicht einen Augenblick, daß es sich zum Siege durchkämpft. Im Strome der Kriegsbegeisterung und des Siegeswillens hat sich die Stimme auch nicht eines einzigen Schwarzsehers vernehmen lassen. Nicht einer stand polternd oder gar ablehnend abseits. Wie weggeblasen war die häßliche Gewohnheit des Nör' gelns und Krittelns, der noch bis in die letzten Monate der Friedenszeit gefröhnt worden ist. Aber inzwischen ist es uns in diesem großen Kriege so gut gegangen, fast über Erwarten, daß das mancher, bei dem die schlechte Sucht zum Bese serwissen, zum Mäkeln und Quengeln gar zu tief im Blute sitzt, nicht recht vertragen kann, und zwar deshalb nicht, weil er sich ja mit seinem früheren Absprechen und Tadeln ins Unrecht setzt, wenn er nun angesichts des für uns so herrlichen Kriegsverlaufes gar nichts mehr auszusetzen hätte und somit einsehen müßte, daß er zuvor mit seiner Schwarzmalerei gesündigt hat. Da bemüht er sich denn krampfhaft, etwas herauszuklauben, was ihm scheinbar die Berechtigung schafft, seiner unaus. rottbaren Unart kleinlichen Krittelns, nachzugehen, selbst wenn er dabei seine bessere Ueberzeugung zum Schweigen verurteilen muß. Wie auch die amtlichen Kriegsberichte lauten mögen, immer fahndet er nach einer Handhabe, um das Geschäft des Mies. und Flaumachens betreiben zu können. Werden etliche Tage hindurch nicht glänzende Erfolge gemeldet, so wird das als vollgültiges Zeugnis eines Rückschrittes angesehen. Ist einmal nichts neues zu berichten, so wird die Stirne in bedenkliche Falten gezogen und geschlossen, daß es etwas zu verschweigen gibt. Werden aus wohlerwogenen taktischen Erwägungen Stellungsveränderungen vorgenommen, so soll das gleich einer Niederlage ähnlich sehen. Unbedeutende Unfälle, geringfügige Mißerfolge, vorübergehende Rückschläge, die auch in dem unvergleichlich siegreichen Kriegsjahre 1870 nicht ganz ausblieben, werden aufgebauscht. Dabei fehlt naturgemäß den Krittlern und Nörglern völlig jede tatsächliche Grundlage, die Vorgänge auf den Kriegsschauplätzen auf ihre Tragweite nüchtern abwägend zu beurteilen. Statt dessen schenken leichtgläubig und leichtsinnig die Mies= und Flaumacher den abenteuerlichsten Gerüchten Glauben und schmücken sie aus, mit der Miene von„Eingeweihten", unter Berufung auf beste Quellen und unbedingt zuverlässige Gewährsmänner. Zur Zahl der Mies= und Flaumacher, die offenbar dem Wahne huldigen, als sei der schwere Waffengang unserer Heere nicht viel mehr als ein Spaziergang nach Brüssel und Paris, nach Petersburg und London, gehören auch jene schwachmütigen Tröpfe, die unzeitgemäß Verständigungsgelüste. Mäßigungs=, Bescheidenheits. und Friedensbedürfnisse zur Schau tragen, während die uns aufgedrungene harte Kriegsnotwendigkeit die Hauptaufgabe zu erfüllen erheischt, in unbougsamer Zähig. keit unter äußerster Kraftentfaltung durchzuhalten, bis wir unsern Feinden die Friedensbedingungen aufzwingen können, die uns gerechte Genugtuung und volle Sühne gewähren. Hinweg drum mit jeglicher Art Mies= und Flaumacherei! Das ist ein Gebot der Stunde. Das Mies. und Flaumachen hat nicht das mindeste Recht. Wir bedürsen der unerschütterlichen und unverzagten, ungebrochenen und ungeteilten Einbb. Berlin, 24. Nov. Vor etwa 8 Tagen brachten englische und französische Zeitungen die auch in einen Teil der neutralen Presse übergegangene Nachricht, daß im englischen Kanal zwei— nach anderer Lesart drei— deutsche Unterseeboote vernichtet worden seien, davon eins durch einen französischen Torpedobootszerstörer, der mit einer leichmütigkeit des Kampfes und Siegeswillens. Ungebrochen und ungeteilt vornehmlich auch in dem Willen, einen großen, herrlichen Frieden zu erzielen. Wir wollen so siegen, daß auch wirklich das Ziel, das uns der gegen uns vom Zaune gebrochene Weltkrieg gesteckt hat, vollständig erreicht wird: Die Sicherstelbung unseres Rechtes auf Dasein, auf fortan ungehemmte Entwictelung, auf eine große weltpolitische und weltwirtschaftliche Zukunft. Das ten Beschädigung am Bug in Dünkirchen eingelaufen sei. Wie die Berl. Morgenpost von zuständiger Stelle erfährt, fehlt kein deutsches Unterseeboot. Sollte daher ein Unterseeboot gesunken sein, so könne es sich nur um ein englisches oder französisches handeln. deutsche Volk hat sein gerechtes Schwert in dem starken Glauben gezogen, daß es nicht untergehen, nicht seiner tückischen Feinde Verlogenheit und Verräterei verfallen kann. Sobald dieser Glaube Gewißheit wurde, nach den ersten Ersolgen, hat sich zu ihm aus klarer Besonnenheit und gesundem Machtbewußtsein die rücksichtslose Entschlossenheit gesellt, ganze Arbeit zu tun und so lange zu kämpfen, bis sich ein Friedenswerk bereiten läßt, so groß, so ohnegleichen wie der Weltkrieg, den das Deutsche Reich führen muß. Darum aber nochmals: Weg mit allem Mies= und Flaumachen, das keine andere Wirkung haben kann, als uns den großen Siegespreis zu verkümmern. Zum Angriff auf die Zeppelin=Werft. Ueber den Fliegerangriff auf die Zeppelinwerft werden weiter folgende Einzelheiten gemeldet: Der Apparat des herabgeholten Fliegers mit dem 80 PS. Enom=Motor ist intakt geblieben. Er trug die Bezeichnung„Auro“ an dem Vorderteil des Rumpfes und die Nummer 874 am Schwanzsteuer. Auf der Unterseite der Tragflächen hatte der Apparat große rote Ringe. Der Lenker, ein englischer Marineoffizier, versuchte noch bei der Landung durch Abgabe eines Revolverschusses, seiner Gesangennahme Widerstand zu leisten, wurde aber von der Landsturm=Abteilung, die die Wache hat. te, festgenommen. Er mußte von seinem Sitz mit Gewalt herabgeworfen werden. In einem nebenan. gelegenen Kaffeehaus wurde der Flieger, der aus einer Kopfwunde blutete, dann verbunden und in das Krankenhaus gebracht. Ueber die Persönlichkeit des Gefangenen erfährt man, daß er Briggs heißt, aus Bristol stammt und den Rang eines Oberleutnants der Marine bekleidet. Seine Verwundung ist vermutlich nicht lebensgefährlich. Die Flieger sind zweifellos in Belsort aufgestiegen und haben den Weg das Rheintal entlang genommen. —— Türkische Siegeszuversicht. WTB. Konstantinopel, 23. Novbr. Trotz der patriotischen Erregung der Massen durch den gen Krieg herrscht allgemein musterhafte Ordnung und Achtung vor Leben und Sicherheit des Privateigentums der Europäer, auch der Angehörigen feindlicher Staaten. Die strengsten Maßnahmen sind gegen Versuche zu Ausschreitungen getroffen und überall sind Unruhen verhütet worden. Mohammed Fahny, der Präsident des jungägyptischen Komitees in Gent, gab bei einer Unterredung im Palast des Khediven im Beisein Farid Beis und anderer Notabeln die Erklärung ab, daß alle glücklich in dem Gedanken seien, das Vaterland bald vom englischen Joch befreit zu sehen. Er sei überzeugt, daß die türkische Armee einen glänzenden Einzug in Kairo halten und dort einen jubelnden Empfang finden werde. Die ägyptische Nation werde ihre Pflicht tun und sich im rechten Augenblick erheben, um gemeinsam mit der türkischen Armee die Engländer zu vernichten. England verdiene eine Züchtigung. Es gäbe sich heuchlerisch als Schützer des Rechts aus und habe selbst das frühere Versprechen der Räumung Aegyptens gebrochen. Alle Aegypter ohne Parteiunterschied seien einig, wie das Zusammensein im Palast des Khediven zeige. Die türkische Armee werde als Befreier nach Aegypten marschieren. Die Jungägypter hätten die formelle Zusicherung, daß der Zweck des Einmarsches lediglich die Befreiung Aegyptens vom englischen Joche, die Herstellung des Statusquo und die Aufrechterhaltung der Souveränität des Sultans und der ägyptischen Rechte laut der kaiserlichen Firmanen sei. Der enttäuschse Großfürst. Budapest, 23. Nov. Die hiesige Zeitung„Ujsag" veröffentlicht eine Erklärung des Großfürsten Nikolai Nikolajewitsch, die in einem russischen Blatte erschienen war und auf Umwegen hierher kam. Der Oberbefehlshaber der russischen Armee erklärt:„Ich pflege mich der Presse gegenüber sonst nicht zu äußern. Diesmal jedoch freue ich mich über die Gelegenheit, um die auf den Antlitzen russischer Untertanen sitzenden Fragezeichen zu beantworten. Ganz Rußland hat in dem Glauben gelebt, die russische Armee werde binnen einigen Wochen sowohl in Berlin als auch in Wien sein. Ich leugne nicht, daß auch ich und mein ganzer Generalstab solche Gedanken gehegt haben, nur lag der Zeitpunkt des Einzugstages in den beiden feindlichen Hauptstädten nach unserer Schätzung etwas weiter. Wir haben die österreichisch= ungarische Armee muterschätzt und zu sehr auf die verschiedenen Nationalitäten der Monarchie und die Gegensätze in Oesterreich=Ungarn vertrant. Diese Hoffnungen sind zerflattert. Die ungarischen Soldaten bereiten uns die nämliche Ueberraschung, wie seinerzeit die Japaner. Wir glaubten fest daran, daß die Monarchie unter Franz Josef keinen Krieg führen werde, da ihre Politik immer eine friedliche war. Niemand ahnte ihre militärische Stärke. Mit Deutschland haben wir gerechnet, uns jedoch in den Kräften seines Verbündeten getäuscht.(Der Hauptkriegshetzer Nikolai wird noch manche grimmigen Enttäuschungen erleben. Die Schriftl.) mit Beschlag belegt wurde, sowie der Kohlendampfer„Exford“ mit deutscher Prisenbesatzung an Bord noch in Freiheit befinde. Die Landungs. abteilung bestand aus 44 Offizieren und Mannschaften und vier Maschinengewehren. 1 44 ∆ AOC General von Meckensen, der Sieger von Kutno M Der Krieg gegen England. Die englischen Rekrutierungsversuche begegnen auch in der amerikanischen Presse lebhaftem Mißtrauen, und selbst die englandfroundlichen Blätter können ihre Geringschätzung über das erbärmliche Resultat nicht verbergen. Sie weisen auf die Zeit des amerikanischen Bürgerkrieges hin, in dem Amerika ungefähr eine gleiche Einwohnerzahl gehabt habe wie jetzt England Damals stellte Amerika 3700000 Mann ins Feld, 2700000 im Norden und 1 Million der Süden. Als der Ruf nach Freiwilligen erscholl, meldeten sich im Norden allein sofort 1300000 Mann und bald darauf stellte sich noch einmal die gleiche Anzahl seinem Vaterlande zur Verfügung. England sollte sich schämen, in der Zeit seines Lebenskampfes so wenig Begeisterung bei seinen Bürgern vorzufinden. Wenn die Engländer sich nicht ebenso zahlreich meldeten, wie seinerzeit die Amerikaner, dann verdiene es nicht nur seine Anabhängigkeit. sondern würde der Verachtung der ganzen Welt anheimfallen. Diese scharfe Kritik aus amerikanischem Munde wird den Engländern sehr unbequem sein. Englands Angst vor dem Islam ist so groß, daß das perfide Albion selbst seinen russischen Bundesgenossen preisgibt, um in Aegypten und Indien beschwichtigend zu wirken. Ueber Aegypten wurde bekanntlich das Kriegsrecht verhängt. Der Militärgouverneur von Kairo, General Maxwell, erließ nun soeben eine Proklamation, in der er den Aegyptern auseinandersetzt, England hätte niemals daran gedacht, dem auch von sihm so unendlich hoch verehrten türkischen Sultan den Krieg zu erklären, wenn es nach dem Vorgange Rußlands dazu nicht vertraglich verpflichtet gewesen wäre. Die Aegypter waren einsichtsvoll genug, die Heuchelei der Maxwellschen Kundgebung zu durchschauen und sind gegen England nun erst recht argwöhnisch. Ertappte Minenleger. Haag, 23. Novbr. Anhaltend behaupten englische und französische Kundgebungen, Deutschland lege Minen in den Küstengewässern neutraler Staaten. Diese Behauptung ist nunmehr durch das neutrale Holland glänzend widerlegt. Wie dem„Vaterland“ geschrieben wird, sinz jetzt durch die Stürme Der Krieg gegen Frankreich. der britischen und sranzösischen Regierung gegen die Verletzung der schweizerischen Noutralität nachdrüclichst Verwahrung einzulegen und Gemgtuung zu verlangen. Der Krieg gegen Rußland. über 100 Minen angetrieben, keine einzige war eine deutsche, nahezu alle konnten mit Sicherheit als englische erkannt werden. Auch bei West. apelle explodierte eine Mine, die den Tod holländischer Offiziere und Mannschaften verursachte. Die Mine war gleicher Art wie die englischen. Gegen die Allgemeine Wehrpflicht in England. München, 23. Novbr. Aus London wird der „Münchener Post“ über Holland gemeldet; Angeichts der Bewegung der Militaristen, die allgemeine Wehrpflicht einzuführen, ist unter den inglischen Sozialisten eine Bewegung im Gange, um den passiven und aktiven Widerstand zu organis sieren, falls die Regierung geneigt sein sollte, jetzt oder später vor der militaristischen Aktion zu kapitulieren. Der Labour, das Organ der Arbeiterpartei, hat sich nun an die Spitze dieser Bewegung jestellt. Der Redakteur des Blattes richtete in der letzten Nummer einen Aufruf an alle Männer zwischen 18 und 38 Jahren, die unter allen Umständen und ohne Rücksicht auf irgend welche angedrohten Strafen entschlossen seien, die Teilnahme am Kriege als Mitkämpfer zu verweigern, ihm Namen und Adresse zuzuschicken. Auf diese Weise werde die Widerstandsbewegung im Stande sein, ihre eigene Kraft richtig einzuschätzen und die notwendigen Vorbereitungen zu treffen. Englischer Neutralitätsbruch. Das„Berl. Tagebl.“ berichtet: Aus mehrfachen Berichten geht hervor, daß die englischen Flieger, die den Angriff auf die Zeppelinwerft ausführten, beite Strecken des schweizerischen Gebietes überflogen haben müssen. So wird aus Genf gemeldet, aß man in Basel zwei Flieger in großer Höhe ber der Stadt sichtete, die in der Richtung nach dem Rhein und Schwarzwald flogen.— Aus Romannshorn wird berichtet, daß man dort eine hefige, vom deutschen Ufer des Bodensees kommende Kanonade vernahm.— Nach einer anderen Meldung aus Zürich sollen von der schweizerischen Grenze aus zwei Flugzeuge beobachtet worden sein, die wieder dem Sundgau zuflogen. Das Landungskorps der„Emden“ noch in Freiheit. London, 24. Nov. Die„Morning Post“ berichtet aus Kalkutto: Die Hasenbehörde von Rangung erläßt eine Warnung, daß sich der dreimastige Schooner„Ayesha", der von der Landungsmannschaft des Krouzers„Emden“ auf der Kokosinsel eine Wafsenruhe im Westen. Rotterdam, 24. Nor. Die Meldungen von einer angeblichen stillschweigend vereinbarten Waffenruhe in Belgien und Nordfrankreich werden nicht bestätigt. Vielmehr hört man in Zeeland, wie dem„N. Nott. Cour.“ aus Costburg gemeldet wird, seit Sonnabend wieder schweren Kanonendonner, der vorgestern und gestern besonders heftig 9067 Deutscher Erfolg bei Ppern bevorstehen d. Genf, 24. Nov. Nach italienischen Mel. dungen soll ein Erfolg der deutschen Armeen bei Ppern bevorstehen, das für die Verbündeten unhaltbar geworden ist. Vorbereitungen für den Winterfeldzug. Kopenhagen, 24. Nov.„Berlingske Tidende“ meldet aus Paris: An der Front in Westflandern, wo, abgesehen von der Gegend südlich Ypern, ein vorläuufiger Stillstand in den Operationen eingetreten ist, treffen sowohl die Verbündeten, wie auch die Deutschen Vorbereitungen für den Winter. Zum Schutze gegen Kälte und Schnee werden hin. ter den Laufgräben lange Reihen von Baracken errichtet. Die französische Regierung in Bordeaux. Mailand, 24. Nov. Das französische Parlament ist für Mitte Dezember nach Paris einberusen; die Regierung bleibt jedoch in Bordeaux, um Paris nicht von neuem zum Ziel des deutschen Angriffes zu machen. Niederlage der Franzosen in Marokko. Madrid, 24. Nov.(Nichtamtlich). Nach glaubwürdigen Zeitungsnachrichten haben französische Truppen bei Kanifra am 13. 11. eine schwere Schlappe erlitten. Es sollen wenigstens 23 Offi. ziere und 600 Mann gefallen sein. Die Marokkaner eroberten zwei Batterien. Deutsche Militärärzte wegen angeblicher Plünderung verurteilt. Rom, 24. Nov. Eine unerhörte Nachricht kommt aus Paris: Hiernach sollen neun deutsche Militärärzte uund Krankenwärter unter der Anklage des Diebstahls vor ein Kriegsgericht gestellt worden sein. Es wurden ihnen jedoch mildernde Umstände zugebilligt, da nicht bewiesen sei, daß sie an den Plünderungen teilnahmen, jedoch hätten sie weDer österreichische Kriegsbericht. wtb. Wien, 24. Nov. Amtlich wird gemeldet. vom 23. mittags: In Russisch=Polen ist noch keine Entscheidung gefallen. Die Verbündeten setzten ihre Angriffe rstlich Czenstochau und nordöstlich Krakau fort. Bei der Eroberung der Ortschaft Pilica machten unsere Truppen gestern 2400 Gefangene. Das Feuer unserer schweren Artillerie ist von mächtiger Wirkung. Die über den unteren Duntje vorgegangenen russischen Kräfte konnten nicht durchdringen. Die Kriegslage brachte es mit sich, daß wir einzelne Karpathenpässe dem Feinde vorübergehend überließen. Am 20. November drängte ein Ausfall aus Przemysl die Einschlieffungstruppen vor der West= und Südfront der Festung weit zurück. Der Gegner hält sich nunmehr außer Geschützertrag. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes: v. Höfer, Generalmajor. Die deutschen Siege in Polen sind in Frankreich streng geheim gehalten worden. Wie dem„Lokalanz.“ über Holland aus Calais gemeldet wird, ließ, entgegen der Gepflogenheit, die von deutscher Seite kommenden amtlichen Meldungen zu veröffentlichen und ihren Inhalt zu glossieren, die Pressezensur die Nachricht des großen Hauptquartiers über den Sieg bei Kutno nicht durch, sondern verwies auf das Petersburger Bulletin vom Rückzug der Deutschen auf die Linie Gumbinnen=Angerburg und den voraussichtlichen Sieg der Russen in der noch unentschiedenen Schlacht. Englische Zeitungen, die im nordfranzösischen Kampsgebiet regelmäßig verbreitet werden, gelangen seit drei Tagen nicht mehr an ihren Bestimmungsort; holländische Blätter werden beschlagnahmt. Gleichwohl gelangte die italienischen Quellen entlehnte Hiobsmeldung zur Kenntnis der Bevölkerung und rief eine solche Bestürzung hervor, daß die führenden Zeitungen Nordfrankreichs die angebliche Niederlage der Russen als Schwindel bezeichneten und eine Havasmeldung brachten, die den Fall von Krakau und den fluchtartigen Rückzug der deutschen Hauptmacht verkündet. sentlich von den Plünderungen profitiert. Der Militärarzt Dr. Schulz erhielt ein halbes Jahr Gesängnis, die Militärärzte Davidsohn, Milach, Horney, Branbach und Just und die Krankenwärter Neitzel und Wolfram erhielten je ein Jahr, der Arzt Ahren zwei Jahre. Letzterer soll nach der Gefangennahme die Menge mit einem Revolver bedroht haben. Ein Protest der Schweiz. Die Schweizerische Depeschen=Agentur meldet: Der Presse ist folgende Erklärung zugegangen: Am Sonntag überflogen einige englische, vielleicht auch französische Flugzeuge, von Frankreich herkommend, schweizerisches Gebiet und griffen darauf in Friedrichshafen die Zeppelin=Werft an. Angesichts der offenkundigen Verletzang der schweizerischen Neutralität beauftragte der Bundesrat den schweizerischen Gesandten in London und Bordeaux, bei Eine Stimme aus Rumänien. Auf einer Durchreise in Budapest hat der Vizepräsident der rumänischen Kammer, Titus Fru. moseanu, zu einem Mitarbeiter des Blattes„Esti Ujsag“ folgendes geäußert: „Es ist meine Ueberzeugung, daß die hermmliche Freunoschaft zwischen Rumänien und der österreich=ungarischen Monarchie auch in Zukunft unverändert bestehen wird, da es sich ja um gemeinsame Interessen handelt. In dieser Hinsicht besteht zwischen den Führern der rumänischen Parteien keine wesentliche Meinungsverschiedenheit. Rumänien läßt sich ausschließlich von seinen eigenen politischen und wirtschaftlichen Interessen leiten. Keiner“ lei Pression, komme sie, von welcher Seite immer, kann da zur Geltung kommen.“ Bulgarien vor der Entscheidung. Konstantinopel, 23. Novbr. Die Blätter„Tanin“ und„Turan“ beschäftigen sich mit den jüngsten Vorgängen in der bulgarischen Sobranje. Sie sind der Ansicht, daß für Bulgarien der Augenblick gekommen sei, sich zu entscheiden, und drücken die Geheimnis von Thalberg. Gemahle. Zürnen Sie mir nur nicht,“ bat sie mit Roman von F. Kuntschner. 14 Als Ilona so sprach, leuchteten ihre dunklen Augen in einem schönen. reinen Licht und um den roten Mund lag ein weicher Zug. Hedwig vermeinte, sie noch nie so schön gesehen zu haben wie jetzt; doch glich diese Schönheit nicht jener stolzen, oft herausfordernd wirkenden von einst. „So lieben Sie Ihren Verlobten sehr, Baronesse?“ fragte Hedwig, die feine Hand Ilonas umschließend, mit bewegter Stimme. *„Und wie! Jetzt erst wird mein Leben Wert und Inhalt haben und ich kann heute nicht begreisen, daß ich so lange Jahre Gefallen an den meist schalen Frenden der Welt— nämlich unserer Welt — finden konnte. Ich hatte auch nie an die Macht der Liebe glauben wollen und jene ausgelacht, die darauf schworen. Aber, als ich Gregor kennenlernte, ging allmählich eine Wandlung in meinem Innern vor, obwohl ich zuerst nicht daran glauben mochte, daß die von mir verspottete Liebe mich umwandelte. Ach, Frau Hedwig,“— sierückte ein wenig näher an diese herau,„wissen Sie, daß ich einmal sehr eifersüchtig auf Sie gewesen bin?“ Wie? Eisersüchtig auf mich?“ lachte Hedwig. Ach, weil Herr von Randolinso lieb und freundlich mit mir gewesen ist? Nun, er hatte ganz einfach Erbarnnn mit mir, als er mein ungeschicktes, eindisches und scheues Wesen sah. Sie werden sich ja an mein verunglücktes, erstes Debüt noch erinnern, Baronesse? Aber auch ich war auf Sie eiferIlona wurde jetzt ernst und drückte Hedwigs Hand. „Sie müssen mie verzeihen, Frau Hedwig, denn ich war an jenem Abend und auch später oft recht schlecht! Um mich ein wenig zu rächen und um Sie zu ärgern, kokettierte ich etwas stark mit Ihrem weicher Stimme. „Nein, nein, ich zürnte Ihnen schon lange nicht mehr, denn ich erkannte ja, wie es um Sie stand. Schon damals, da wir uns auf dem Friedhofe trafen.. Am Abend wurde die Verlovung oer beiden glücklichen Menschen im engsten Freundeskreise in ebenso würdiger wie heiterer Weise gefeiert und erst spät trennte man sich. Die Vermählung sollte Anfang Juli stattfinden und die Hochzeitsreise nach Schweden und Norwegen gehen, da ja der Juli die für den Norden beste Reisezeit war. Die Wintermonate wollte Randolin mit seiner jungen Gemahlin teils in Wien, teils in Paris zubringen und dann erst wieder nach seinem Czernowitzer Palais zurückkehren. Ilona zeigte sich mit allem einverstanden, wenn sie nur mit Gregor vereint war. Wie im Fluge verging auch die Zeit und, ehe man sich es versah, kam der als Tranungstag bestimmte 10. Juli herau. Ilona, ganz in schneeigen Atlas gehüllt und umwogt von dem duftigen kostbaren Spitzenschleier, auf dem dunklen Haar die blübende Myrtenkrone, war eine so wunderbar schöne Braut, wie man sie nicht tagtäglich zu sehen bekommt und alle beneideten Gregor von Randolin um das Glück, der Gemahl einer Frau zu werden, die nicht allein schön und vornehm, sondern— wie man dentlich erkennen konnte— mit leidenschaftlicher Liebe ihm zugetan war. Hedwig, heute auffallend bleich und ernst aussehend, verfolgte mit großer Aufmerksamkeit den Verlauf der heiligen Handlung und lauschte den feierlichen Worten des ehrwürdigen Priesters. Im Geist durchtebte sie neuerdings jene Stunde, wo auch sie als glückselige Braut an der Seite des geliebten Mannes an den Stufen des Altars stand, um in Gegenwart Gottes den Treueschwur abzulegen. Diesen Schwur hatte sie niemals— nicht einmal in Gedanken— gebrochen; wohl aber— wie sie sich mit Erröten eingestehen mußte— dem Mann in jüngster Zeit durch ihr mürrisches, unfreundliches und unliebenswürdiges Wesen viel schlimme Stunden bereitet und ihm sein Heim verleidet. Bitter bereute sie ihre unschöne Handlungsweise und nahm sich vor, in Zukunft so sanft und geduldig zu sein, wie sie es ehedem gewesen. Einer impulsiven, warmen Regung gehorchend, schmiegte sie sich an Josefs Seite und blickte, seinen Namen zärtlich flüsternd, liebevoll zu ihm auf, der, vielleicht ihre Gedanken erratend oder diese aus ihren innigen Blicken herauslesend, ihr zunickte und verstohlen die auf seinem Arm ruhende Hand an die Lippen führte. „Nicht wahr, Frau Heddy, wir werden in Zukuntf treue und feste Freundschaft halten?" fragte die Neuvermählte herzlichen Toues, als jene nach Schluß der feierlichen Zeremonie glückwünschend an sie herantrat. Hedwig antwortete mit einem Kuß und Händedruck. Um acht Uhr abends nahmen die Neuvermählten von ihren Freunden herzlichen Abschied, um die Hochzeitsreise anzutreten. Frau von Hoyer umarmte und küßte— nun non schwerer Sorge erlöst— mter Träuen der Rührung ihr scheidendes einziges Kind. „Dem Himmel sei Dank, nun bist Du geborgen für Zeit Deines Lebens! Wohl werde ich Dich schmerzlich vermissen, doch Dein Glück kommt in erster Linie— Gott schütze Dich und Deinen Gatten!“ Nach der Abreise des neuvermählten Paares war es im Hause Laurenz wieder ziemlich still und einsam geworden. Laurenz vermißte die Gesellschaft Gregors viel stärker, als er es sich selbst gedatt haben mochte. Hatte er doch die letzten Mote nahezu täglich aufs intimste mit ihm verkehrt und Gesellschaften und Vergnügen mit ihm beuichzt. Dadurch hatte er auch nie Zeit und Gelegenheit gefunden, sich den anderen Beamten des Eta„„„**„ blissemnents anzufreunden, und jegtoas Versänmte nachzuholen, wäre wohl auch nicht gut gegangen. So mußte er denn seine Abende, diese ewig langen Abende, daheim zubringen. So lieb er auch Hedwig hatte und so sehr sie sich auch bemühte, ihm die Stunden daheim zu verkürzen, so konnte dach dies dem jetzt an so reiche Abwechslung gewöhnten Mann nicht über eine gewisse innere Oede hinweghelfen und nach und nach fing er wieder an, die Abende außer Haus zuzubringen. Hedwigs bemächtigte sich deshalb auch wieder die alte Verzagtheit auch sehnte sie sich, besonders in ihrem jetzigen Zustande, nach Aussprache und Anteilnahme und wünschte sich oft Ilona, die sie liebgewonnen hatte, lebhaft herbei. Die Neuvermählten schienen in ihrem jungen Glück der alten Freunde etwas vergessen zu haben, denn nur äußerst selten kam aus dem hohen Norden eine Nachricht in die Heimat. Oft kamen Stunden, wo Hedwig Ilona beneiden wollte, doch dann schämte sie sich dieser unedlen Regung: würde ihr denn nicht in wenig Monaten selbst ein reiches und unendlich süßes Glück zuteil werden? Eines Tages brachte Laurenz die Nachricht von Frau von Hoyers bevorstehender Uebersiedlung nach Banjaluka nach Hause. „Wie, sie bleibt nicht in Czernowitz? Kann sie sich denn von Ilona trennen?“ fragte Hedwig erstauzt, „Sie zieht zu ihrem seit einem Monat verwitzieht zu ihrem seit einem Monat vern weten Bruder, der dort reich begütert ist. Sie wird in seinem Hause Herrin sein, indessen sie bei Randolin doch immer eine gewisse abhängige Stellung einnähme. Das lockt sie nun, die lange Jahre in Armut gelebt hat. Warum sich ihr Bruder niemals um sie und Ilona angenommen hatte, fragst Du? Seine Frau brachte den Reichtung ins Haus und schwang auch deshalb das Zepter, Du begreifst also* 217.16 Erwartung aus, d chen Opposition ge binetts Nadoslawo Ein Kabinettsweck Freunde Bulgarien machen. Die Regi„Alliance Israelite zu schließen, sonder behandeln, weil sie sicht standen. Der Krie Die serbi friel Mailand, 24 berichtet aus dem reitet sich ein groß rälen der serbischen der hervorragenden garischen Truppen, erkennt und inso Hilfe werde ernstli handlungen mit O werde Rumänien al allein für die Vorb gen in Betracht kon Not und E Budapest, 23. N aus Sofia zugehen! recht großes Elend. Bestürzung über di maßen abzuschwäche die Nussen hätten men. Nach Mitteil sind 480 französische Schiffsgeschützen aus und haben sich von Vom serb wtb. Wien, 23. N platz wird amtlich haben die Kolubar leistete der Gegner Stellungen noch A rückung wurde durc den und überschwei durch meterhohen S aufgehalten. Ei (größere Patrouille gen wieder 2440 G während der Kämp Gefangenen beträgt Der heilige Petersburg, 24. bestätigt das Ueber wegung auf Kabul. Unru Auf der Insel Besitz ist, 1878 von genommen und jet ist, sind Anruhen a Behörden den mohe boten und den Sch selmanischen Geistlit der Heilige Krieg: richterliche Instanz terdrückung des Auf hörden die von Cy gegangenen Kriegs Ursachen des Aufs zu denken geben, für die Treue der! ben erkennen werde verbindet alle Bek mit einander. Die Russe Deut wtb. Konstan Höhepunkt der Pan Von h gent Erwartung aus, daß die von der russenfreundlichen Opposition gesorderte Umwandlung des Kabinetts Nadoslawow nicht Tatsache werden wird. Ein Kabinettswechsel würde auf die wahren Freunde Bulgariens nur den schlechtesten Eindruck machen. Die Regierung beschloß, die Schulen der „Alliance Israelite Universelle“ in der Türkei nicht zu schließen, sondern als Schulen lokaler Art zu behandeln, wein sie seit jeher unter türkischer Aufsicht standen. —— Der Krieg gegen Serbien. Die serbische Heeresleitung friedensbedürftig. Mailand, 24. Nov.„Corriere della Sera“ berichtet aus dem serbischen Hauptquartier: Es bereitet sich ein großer Umschwung unter den Generälen der serbischen Heeresleitung vor. Angesichts der hervorragenden Tüchtigkeit der österreichisch=un. garischen Truppen, die der Gegner rückhaltlos anerkennt und infolge Ausbleibeng der russischen Hilfe werde ernstlich die Frage von Friedensverhandlungen mit Oesterreich=Ungarn erörtert. Es werde Numänien als Balkanvormacht genannt, die allein für die Vorbereitung der Friedensbedingun. gen in Betracht komme. Not und Erbitterung in Serbien. Budapest, 23. Nov. Nach einer dem„Az Est“ aus Sofia zugehenden Meldung herrscht in Nisch recht großes Elend. Am die tiefe Erbitterung und Bestürzung über die letzten Niederlagen einigermaßen abzuschwächen, wird das Gerücht verbreitet, die Nussen hätten Budapest und Wien eingenommen. Nach Mitteilungen aus der gleichen Quelle sind 480 französische Artilleristen mit sechs schweren Schiffsgeschützen aus Saloniki in Nisch eingetroffen und haben sich von dort nach Kragujewac begeben. Vom serbischen Kriegsschauplatz. wtb. Wien, 23. Nov. Vom südlichen Kriegsschauplatz wird amtlich gemeldet: Starke eigene Kräfte haben die Kolubara bereits überschritten, doch leistete der Gegner in mehreren gut befestigten Stellungen noch Widerstand. Die eigene Vorrückung wurde durch den aufgeweichten Boden und überschwemmte Wasserläufe, im Gebirge durch meterhohen Schnee zwar verzögert aber nicht aufgehalten. Eigene Nachrichtendetachements (größere Patrouillen) machten in den letzten Tagen wieder 2440 Gefangene. Die Gesamtzahl der während der Kämpfe seit dem 6. d. M. gemachten Gefangenen beträgt hiermit 13000. Der fürhische Krieg. Der heilige Krieg in Afghanistan. Petersburg, 24. Nov. Die Zeitung„Slawo“ bestätigt das Uebergreifen der islamitischen Bewegung auf Kabul. Unruhen auf Cypern. Auf der Insel Cypern, die seit 1570 türkischer Besitz ist, 1878 von den Engländern in Verwaltung genommen und jetzt von ihnen annektiert worden ist, sind Anruhen ausgebrochen, weil die englischen Behörden den mohammedanischen Gottesdienst verboten und den Scheich-ül-Islam, den höchsten muselmanischen Geistlichen, durch dessen Fetwa soeben der Heilige Krieg verkündet wurde, nicht mehr als richterliche Instanz anerkennen wollen. Zur Unterdrückung des Aufstandes riesen die englischen Behörden die von Cypern nach den Dardanellen abgegangenen Kriegsschiffe nach der Insel zurück. Die Ursachen des Aufstandes werden den Engländern zu denken geben, die darin einen neuen Beweis für die Treue der Mohammedaner zu ihrem Glauben erkennen werden. Das religiöse Moment aber verbindet alle Bekenner des Islams aufs stärkste mit einander. Die Russen suchen den Schutz Deutschlands nach. wtb. Konstantinopel, 23. Novbr. Den Höhepunkt der Panik, den das Vordringen des türkischen Heeres in Aserbeidschan verursachte, bildet das Gesuch des russischen Generalkonsuls in Täbris an das deutsche Konsulat um Schutz und Ueberlassung der deutschen Fahne. Jopan in der Klemme. Nachdem es den raublustigen Japanern gebungen ist, unser Tsingtau den treuen deutschen Wächtern fortzunehmen, sieht es zu seinem Schrecken, daß das warme Nest, in welches es sich ohne Anstrengungen zu setzen gedachte, garnicht so behaglich ist. Die Chinesen verlangen ganz energisch, daß die japanische Negierung ihr bei Kriegsbeginn gegebenes Versprechen, Tsingten und die Schantung=Bahn an China wieder abzutreten und das von japanischen Truppen besetzte chinesische Gebiet zu räumen, nun endlich erfülle. Zur Beilegung dieser Differenzen wird jetzt in Peling eine Konferenz stattfinden, an der die ersten chinesischen und japanischen Würdenträger teilnehmen sollen. Aus Stadt und Umgebung. ** Schwerte, 24. November 1914. *e(Für das Rote Kreuz). Die erste Liste der in der Provinz Westfalen bisher für Zwecke des Roten Kreuzes gespendeten Geldbeträge weist die stattliche Summe von 288 335,62 Mk. auf. Weitere Spenden werden bei der Landesbank in Münster und bei dem Zweigverein vom Roten Kreuz für den Landkreis Hörde im Kreishause zu Hörde entgegen genommen. *r(Postalisches). Nach einer Mitteilung des Reichspostamtes sind von jetzt ab nach Großbritannien Postanweisungen für Kriegsgefangene oder von solchen zugelassen. Die Postanweisungen sind auf der Vorderseite des für den Auslandsverkehr bestimmten Vordruckes mit der Adresse des Königlich Niederländischen Postamtes in s'Gravenhage zu versehen, während die Adresse des Empfängers der Geldsendung auf der Rückseite des Abschnittes genau anzugeben ist. An der Stelle, die sonst für die Freimarken zu dienen hat, ist die Bemerkung „Kriegsgefangenensendung Taxfrei“ anzubringenIn s’Gravenhage werden die deutsch-niederländischen Anweisungen in niederländisch=englische um. geschrieben. In der Richtung aus Großbritannien nach Deutschland sind Postanweisungen der Kriegsgefangenen noch nicht zugelassen. **(Dankbare Soldaten). Aus Helgoland ging uns heute folgende Feldpostkarte zu: Der Redaktion der„Schwerter Zeitung“ für die regelmäßige Zusendung der Zeitung meinen besten Dank. Reservist Pentinghaus. *e(Beschlagnahme von Kartoffeln). Der Regierungspräsident in Wiesbaden hat durch einen Erlaß die Landräte ersucht, bei denjenigen Landwirten, die Kartoffeln zurückhalten, diese zu beschlagnahmen. **(Kirchliche Wahlen). Im Kordeckschen Lokale wurden gestern die Neuwahlen zum Kirchenvorstand der kath. Gemeinde getätigt. Gewählt wurden die Herren Fr. Kayser, Aug. Meyknecht, Wilh. Kett, H. Mertens. Die Beteiligung an der Wahl war nicht besonders rege. Heute nachmittag findet in der Zeit von 5 bis 8 Uhr die Wahl der Gemeindevertreter statt. *(Kriegsliebesgabe). Das Personal der Firma C. Böhmer hat für unsere braven Truppen im Felde eine größere Anzahl Kopfschützer, Leibbinden, Pulswärmer usw. angefertigt und der hiesigen Sammelstelle zur Verfügung gestellt. Zur Nachahmung empfohlen! *e(Haus. und Grundbesitzer=Verein.) Die Mitglieder des Vereins seien auch an dieser Stelle auf die heute abend im Gasthof„Zur Helle“ statt. findende Generalversammlung aufmerksam gemacht. Bei der Wichtigkeit der zur Beratung stehenden Gegenstände ist das Erscheinen der Mitglieder dringend erforderlich. **(Legt die Hunde fest!) Trotz der im Interesse der Bekämpfung der Maul= und Klauenseuche von der Polizei angeordneten Festlegung der Hunde laufen noch zahlreiche Hunde frei in den Straßen der Stadt herum. Durch das Herumstreifen der Hunde wird der Weiterentwickelung der Seuche erfolgreich Vorschub geleistet und werden die Hun1 debesitzer nochmals zur genauen Beachtung der diesbezüglichen polizeilichen Vorschriften ausgefordert. **(Liebesgabe.) Der hiesige Bienenzuchtverein stiftete für die verwundeten Krieger der beiden hiesigen Krankenhäuser je 28 Gläser Honig. *(Im Silberkranz.) Am gestrigen Tage konnten die Eheleute Kaspar Kathol und Frau, Karoline geb. Spiegel, das Fest der silbernen Hochzeit feiern. Wir sprechen dem Jubelpaare, welches auch schon ein Vierteljahrhundert zu den Avonnenten der„Schwerter Zeitung" zählt, unsere besten Glückwünsche aus. * Lichtendorf, 24. Noobr.(Für unsere Krieger.) Der Turnerbund„Germania“ hat für die im Felde stehenden Soldaten unserer Gemeinde den Betrag von 72,90 Mk. gestiftet. Schweres Eisenbahn=Anglück. 5 Personen getötet. Stendal, 23. Nov. Das Königl. Eisen. bahn=Betriebsamt teilt amtlich folgendeg mit: Heute nacht ist der D=Zug Berlin—Köln im Bahnhof Schönhauserdamm auf den im Ueberholungs. gleise stehenden Güterzug 5130 aufgefahren. Fünf Personen sinz getötet, 13 verletzt, darunter zwei sehr schwer. Der Schaden ist erheblich. Der Sanitätshund. Im Weizenfeld, in Korn und Mohn Liegt ein Soldat, unaufgefunden, Zwei Tage schon, zwei Nächte schon, Mit schweren Wunden, unverbunden. Um zu verhüten solche Qual, Von der ein Kriegerheld berichtet, Hat man schon eine ganze Zahl Der klügsten Hunde abgerichtet. Sie streifen auf des Schlachtfelds Grund Hinein bis in die fennsten Ecken, Um die Vermißten, näckt und wund, Zur rechten Zeit noch zu entdecken. Ist ausgestattet erst das Heer Mit Kriegessanitätswacht=Hunden, Dann stirbt im Feld kein Braver mehr, „Durstüberfüllt",„unaufgefunden". Eingesandt. Wie war hören, wird am 5. Dezember ds. Is., abends 8 Uhr von Seiten des Flottenvereins ein hochinteressanter Vortrags=Abend im Bergmannschen Saale in Hörde veranstaltet werden. Es ist dem Flottenverein gelungen, den Hof-Rezitator W. Neander=Bad Pyrmont für den Vortrag über „Deutschlands Feinde und Siege zur See“ zu gewinnen. In dem Vortrage werden— unterstützt durch 80 farbige Lichtbilder— die neuesten Ereignisse zur See vorgeführt. Insbesondere werden die feindlichen Kriegsflotten von Frankreich, Rußland, Japan und England eingehend dargestellt werden. Als Extrazugabe sollen noch 30 Bilder von Kriegsschauplätzen vorgeführt werden. Die Vorträge des Herrn Neander sind überall von ganz außerordentlichen Erfolgen begleitet gewesen und geeignet, für die vaterländischen Ziele des Flottenvereins Begeisterung zu erwecken. Mitglieder des Flottenvereins und deren Angehörigen haben freien Zutritt, legitimiert durch ihre Mitgliedskarte. Nichtmitglieder zahlen 30 Pfg. Eintrittsgeld. 1 Es kann allen der Besuch des Flotten=Abends nur angelegentlichst empfohlen werden. Verantwortlich für die Redaktian Friedr, Krags, Druck u. Verlag von Carl Braus, beide in Schwerte, Amisblattbehanntmachung. Die Hufbeschlagprüfungen vor der staatlichen Prüsungskommission für den Regierungsbezirk Arnsberg finden regelmäßig im ersten Monat eines jeden Vierteljahres statt. Die weiteren Angaben über die Zeit, den Ort und die Schmiede werden den Prüflingen durch Ladung bekannt gegeben. Für die Prüsung gelten die im RegierungsAmtsblatt Stück 41 von 1904 unter Nr. 1327 veröffentlichten Vorschriften für Hufbeschlag. Den hiesigen Regierungs= und Veterinärrat Blome, welcher als mein Kommissar an den Prüfungen teilnimmt, habe ich zum Vorötzenden der aus 3 Mitgliedern bestehenden Prüsungskommission ernannt. Der Meldung zur Prüfung, welche an den genannten Vorsitzenden zu richten ist, hat der Prüfling folgende Nachweise beizufügen: 1. Die amtliche Bescheinigung, daß er das 19. Lebensjahr vollendet hat(Geburtsschein), 2. die amtliche Bescheinigung, daß er mindestens die letzten 3 Monate vor der Meldung im Bezirke der Prüfungskommission sich aufgehalten hat, 3. die Versicherung, daß er innerhalb der letzten 6 Monate einer Hufbeschlagprüfung nicht erfolglos sich unterzogen hat, 4. die Bescheinigung über die erlangte technische Ausbildung. Der Vorsitzende entscheidet über die Zulassung zur Prüfung und ruft die Prüflinge zur Prüfung. Im Falle der Zulastung hat der Prüfling 10 M. Prüfungsgebühr porto= und bestellgeldgebührenfrei an die Königliche Regierungs=Hauptkasse in Arnsberg mit dem Vermerk„Gebühr für Hufbeschlagprüfung“ einzureichen. Von der erfolgten Einzahlung der Gebühr setzt der Prüfling den Vorsitzenden durch Einsendung des Posteinlieferungsscheines, mit seiner Namensunterschrift versehen, in Kenntnis. Die Prüfungsgebühr ist verfallen, wenn der Prüfling ohne genügende Entschuldigung im Termine nicht erscheint oder die Prüfung nicht besteht. Bei nachgewiesener Bedürftigkeit kann die Gebühr ganz oder teilweise erlassen werden. Zur Prüfung hat der Prüfling ein Rinnmesser und einen Unterhauer mitzubringen. Das übrige Handwerkszeug, die Schmiedeeinrichtungen und die nötigen Pferde werden von der Kommission zur Verfügung gestellt. In besonderen Fällen kann die Kommission auf Antrag eines oder mehrerer Prüslinge auch außerhalb der regelmäßigen Vierteljahrstermine und Ergänzungstermine eine Prüfung abhalten. Die Kosten solcher Prüfungen sind von denen, welche sie beantragt haben, zu gleichen Teilen zu tragen. II. Ich mache ferner darauf aufmerksam, daß, abgesehen von den Schmiedeinnungen in Gelsenkirchen, Bochum und Witten, in den unter tierärzt= licher Leitung stehenden Fufbeschlaglehranstalten zu Herdecke a. d. Ruhr: Lehrschmiede von Duhme, zu Dortmund: Lehrschmiede von Wagener, und zu Nieder=Marsberg: Lehrschmiede von Köhler, alljährlich mehrere, bis 3(drei) Monate dauernde theorethisch=praktische Kurse über Hufbeschlag stattfinden. Die Kurse schließen mit einer Prüfung alb, welche gleich wie die staatliche Prüfung von einer aus drei Mitgliedern bestehenden Kommission unter dem Vorsitze des Regierungs. und Veterinärrats Blome zu Arsnberg abgelegt und durch deren Bestehen ebenfalls die Berechtigung(Zeugnis) zur selbständigen Ausübung des Hufbeschlaggewer“ bes erworben wird. Meldungen sind an die betreffenden Anstalten zu richten. Der Besuch der Anstalten ist sehr zu empfehlen. Arnsberg, den 6. November 1914. Der Regierungspräsident. I. V. Pfeffer. deutsche Hausfrau wird noch das engl. Mondamin verwenden, zumal Dr. Oetker’s Gustin ein deutsches Fabrikat u besser ist. „Gustin“ ist überall zu haben. „** * Von heute bis zum 28. November sind 5 Pfd.-Feldpakete zulässig. In Unterzeugen, Palswärmern, Handschuhen, Schals, Socken, gestrickten Jacken, Lungenschülzern, Kniewärmern, Kopfschützern, Leibbinden grösste Auswahl!# billigste Preise! Verpackung gratis nebst prempter Besergung. 7317 Sos. Kustel, Geiwerte Fernruf 287 Schlachthof. Danksagung. Für die herzliche Teilnahme an dem Verlust unserer lieben Mutter und für die. Trostworte des Herrn Pastor Ohlig unsern herzlichsten Dank. Zu den billigsten Tagespreisen empfehle: Mittwoch, den 25. d. Mis vormitlags 9 Uhr, wird au der Freibank das Fleisch einer Kuh verkauft. 730 Schlachtho'verwaltung. Statt besonderer Anzeige. Am Totensonntag, nachmittags 6 sanft unsere liebe Mutter und Grossm Schwägerin und Tante Unterzeuge wie: Hemden, jacken, Hosen, Socken, Lungenschützer, Handschuhe, 6378 Taschentücher empfiehlt in grosser Auswahl zu billigen Preisen Amalie geb. Neuhaus im Alter von 76 Jahren. Um stille Teilnahme bitten Die trauernden Hinterbliebenen. Westhofen, Gelsenkirchen, Elberfeld, Godesberg, Hörde, Erwitte, den 23. November 1914. der 2. Röteilung! Wem das Wohl und die Zukunft Westhofen's am Herzen liegt, der wähle den Ostenstrasse 20. Nähmaschinen u. 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M., vermittags 8 Uhr für alle 6 Johrgänge der Landsturmpflichtigen aus dem Stadtbezirke Hohenlimbura und aus dem Amisbezirke Leimathe. 4 Sämtliche Gest lungspflichtigen müssen 1 Stunde zudo., und in Iserlohn und Menden um 7½ Uhr, in Hohenlimburg um 7 Uhr vormittags anwesend sein..„ Nach§ 103, Absatz 4 der Weyrordnung siao zur Gestellung im Landsturm=Musterungstermin verpflichtet alle unausgebildeten Landsturmpflichtigen der Jahresklassen 1889 bis 1894. Etwaige von den Ersatzbehörden erhaltene Entscheidungen oder etwaige Militärpapiere sind mitzubringen, ebenso die Unabkömmlichkeitsbescheinigungen. Fehlende oder unpünktlich erschienene Landsturmpflichtige werden ermittelt unter Anwendung der gesetzlichen Zwangsmittel nachträglich gemustert und nach den Militärstrafgesetzen und der Disziplinar=Strafordnung bestraft werden. Iserlohn, den 21. November 1914. Der Zivilvorsitzende der Ersatzkommission des Landkreises Iserlohn. 6.7277 jettschweine, über 150 kg. 8 Zentner Lebendgewicht Schweine von b) vollleischtg:„4 208 gusd) 120—150 Kg(240-300 Pr., g.#6 64.—70 Lebendgewicht 9.—.0 0—7 c) vollfleischige Schweine von 100—120 kg(200-240 P/o.) 0—66 6270 Lebendgewicht...... 49—— 0.—70 d) vollfleischige Schweine von 80—100 kg(160—200 Psd.)„„ 68 Lebendgewicht 43-04 50• 00 e) vollfleischige Schweine unter 80 kg(160 Pfd.) Lebendgewicht 42 52 55—61 Sauen 42 52 55—61 in den neuesten Fassons in grosser Auswahl vorrätig. Vorzüglicher Sitz. Gute Stoffqualitäten selbst in den billigeren Preislagen. Aelterer Nauk, Geheimer Regierungsrat. arbeiter Als feinster Ersatz für Naturbutter empfehle meine Süssrahmmargarine der Berg-Märkischen Margarinewerke (echt deutsche Firma) Balkenstr. 38 Dortmund Micolaistr.5 Esbu 30 Fig. Conn 39 Pig. Cart Frog. vormals 724 Schwerker Brolfabrik. von 3 Zimmern nebst Keller, Stall und Gartenland per 1. 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Wie schön ist doch das Leben, Wie frisch und froh und frei, Wenn man sich hat ergeben Der lust'gen Wanderei! Wir ziehn dahin mit Singen Wohl durch den grünen Wald, Mit hellem, frohem Klingen Das Echo wiederhallt. Wie schön, vom Berg hinunter Ins blühnde Tal zu sehn, Das Bächlein rieselt munter, Die linden Lüfte wehn. Die Silberwolken eilen Am blauen Himmel hin, Wer möchte da noch weilen. In dumpfer Stube drin? Rein, laßt uns gehn und wandert. In Gottes weite Welt, Von einem Ort zum andern, Wohin es uns gefällt! Die versunkene Stadt. Nicht von Vineta, der blühenden Handelsstadt auf der Insel Wollin, will ich heute erzählen; denn die Sage kennt ihr gewiß alle. Ich will euch heute von dem sogenannten„bretonischen Sodom“ berichten. Wenn die Wasser des Ozeans hell und durchsichtig an die Küste der Bretagne schlagen, dann kann man oft den bretonischen Fischer an der Bucht von Douarnenez ins Meer hinunterstarren sehen, wo er die Trümmer einer herrlichen, versunkenen Stadt zu sehen glaubt. Wahrscheinlich sind es, wie bei Vineta, Felsenriffe, die bei besonders klarem Wasser sichtbar sind. Aber der Bewohner jener Küste glaubt ganz sicher die untergegangene Stadt zu erblicken, nach der er mit einer Art furchtsamer Bewunderung hinschaut. Und wenn ihr ihn fragt, dann wird er den Arm ausstrecken und euch sagen: *„Seht ihr denn nicht die zerstörten Mauern, die eingestürzten Türme der einst so herrlichen Stadt, die vom Erdboden weggewischt worden ist? An der Stelle, wo jetzt das Meer an die Küste schlägt, da stand einst eine große, schöne Stadt, aber sie war sündhaft wie Sodom, und darum hat der Herr sie vernichtet. Die Stadt hieß Is, und sie war so schön, daß Paris seinen Namen von ihr genommen hat. Par Is, d. h. nach Is. Is wurde nicht wie Sodom durch Feuer und Schwefel vernichtet, sondern Gott ließ die Wogen des Meeres über sie dahingehen, und ihre lasterhaften Einwohner liegen unter ihren Trümmern auf dem tiefsten Grund der See. Nur bei ganz besonders schönem Wetter und ruhiger See kann man die Ueberreste sehen!“ So erzählt der bretonische Fischer, und wenn ihr ihn weiter fragt, wie das Unglück geschehen ist, da fährt er fort:„Tamals herrschte über die Stadt ein guter König namens Grallon, der hatte Schleusen bauen lassen, damit das Meer die tiefgelegene Stadt nicht überschwemme. Den goldenen Schlüssel zum Schleusentor trug er stets an einer goldenen Kette um den Hals. In einer Nacht nun wurden große Festlichkeiten gefeiert, bei denen die Tochter des Königs, die böse Ahes, unaufhörlich mit einem schwarzen Ritter tanzte, dessen Augen leuchteten wie glühende Kohlen. Es war Satanas, der König der Finsternis. Ahes wollte ihm gern ein Andenken geben und stahl heimlich den goldenen Schlüssel vom Hals ihres schlafenden Vaters. Sie schenkte ihn dann dem schönen Ritter, der öffnete die Schleusen, und rasend ergoß sich das Meer in die Stadt, bis sie versank.“ Das ist die bretonische Sage von der schönen Stadt Is, die um ihrer Sünden willen ins Meer versenkt wurde. 13 Die Stiche am Rock. „Zur rechten Zeit ein Stich, Erspart neun sicherlich!“ So sagt das Sprichwort. Oft erspart der eine Stich aber noch viel mehr. Habt ihr je einmal darüber nachgedacht, liebe Kinder, wieviel Stiche an euren Röcken und Kleidern sind? Wohl. kaum. Aber es wird euch doch interessieren, was ein Schneider herausgerechnet hat. Bei der Anfertigung eines Knabenrockes legte er eine kleine Tafel neben sich, und sobald er 100 Stiche mit der Hand gemacht hatte, machte er ein Zeichen auf die Tafel. An der Maschine merkte er sich, wieviel Stiche ein einmaliges Treten des Pedals hervorbrachte, und machte bei jedem zehnten Tritt ebensalls ein Zeichen auf die Tafel. So fand er heraus, daß er zur völligen Fertigstellung des Rockes etwas über 9000 Stiche mit der Hand und 23900 mit der Maschine gemacht hatte. Hättet ihr das gedacht? Aufgabe. Wolf— Art An Stelle der Striche sollen Silben Tat— Scheit gesetzt werden, die zugleich die EndTreib— Bahn silben der ersten und die AnfangssilbenMiß— Kunst der letzten Wörter bilden. Die AnfangsMann— Weh buchstaben der gefundenen Silben erVier— Stein geben einen großen deutschen Dichter. Die Auflösung folgt in der nächsten„Kinderlaube“. Aunstösungen der Rätsel aus der vorigen„Kinderlaube“: Scharade. Armut. 85 1 * S9.5— ** 8 S 8 898 9 □ — EA e ecer ur r RTKhrie Amtliches Kreisblatt 88 45 A GFreTr. für den Kreis borde S um 46. Jabrgang O Grites und Aüelles Cagesorgan des Kreies. O he##-#iononeen## S Unterdaltungs=Beilage zu Nr. 275 Dienstag 24 November##### Der nette Roman von Reinhold Ortmann. (22. Fortsetzung.) er ganze Prozeß," fuhr Conchita fort,„ist auf eine geheime Abmachung zwischen meinem Vormunde Manuel del Vasco und dem Rechtsanwalt der Gegenpartei, dem Deputierten Juan Martinez, aufgebaut. Mein Oheim besitzt in Wahrheit M“ die Dokumente, von denen er behauptet, daß sie unauffindbar seien. Aber er hält sie verborgen, um einen Sieg der Gegenpartei möglich zu machen. Denn für den Fall, daß die Hälfte jener Ländereien in Tucuman den Klägern zugesprochen würde, ist ihm eine hohe Belohnung verheißen.“ „Diesen Brief haben Sie Ihrem Vormunde natürlich gezeigt?“ „Oh, ich wäre sehr töricht gewesen, wenn ich es getan hätte. Gerade weil ich überzeugt war, daß er nichts als die volle Wahrheit enthielt, hütete ich mich wohl, meinem Oheim etwas zu verraten. Ich bemühte mich nur, soweit ich es unauffällig tun konnte, den Absender des Schreibens zu ermitteln. Das ist mir nun zwar leider nicht gelungen, wohl aber wurde ich von Monat zu Monat sicherer, daß er mich nicht belogen.“„ „Und aus welchen Anzeichen gewannen Sie diese Sicherheit, Sennorita? Sie müssen verzeihen, wenn ich mich noch immer nicht entschließen kann, einer so ungeheuerlichen Anschuldigung gegen einen Menschen, den alle Welt für einen Ehrenmann hält, Glauben zu schenken. „Ich weiß nicht, wofür die Welt ihn hält. Aber ich weiß, daß er sich seit langem in arg zerrütteten Vermögensverhältnissen befindet. Er ist ein leidenschaftlicher Spieler, und die Verschwendungssucht meiner Tante mag auch dazu beigetragen haben, ihn zu ruinieren. Daß man aber in der Familie del Vasco vor keinem Mittel zurückschreckt, wenn es gilt, irgendein wünschenswertes Ziel zu erreichen, habe ich während des Verkehrs mit meinen Verwandten hinlänglich erfahren, wie ängstlich man auch bemüht sein mochte, die Geheimnisse des Hauses vor mir zu verbergen. Seitdem ich gesehen habe, wie schändlich man diesen unglücklichen Strahlendorf behandelt, und wie man ihn in den Tod getrieben hat—, seitdem halte ich nicht nur meinen Oheim, sondern auch seine Gattin und seine Tochter jedes Verbrechens fähig. Werner vermochte nicht länger an sich zu halten. „Verzeihen Sie, Sennorita, wenn ich Sie unterbreche! Es war nicht meine Absicht, Ihnen jetzt davon zu reden; nun aber, da Sie selbst den Namen meines Vorgängers nennen, an Sie zu richten. (Nachdruck verboten.) drängt es mich doch, eine Frage a. Eir gE Die Warnung, die Sie mir am Tage meiner Ankunft zukommen ließen, sollte also wirklich auf die Familie del Vasco Bezug haben, und der Mann, der, wie Sie schrieben, seine Verblendung so teuer habe bezahlen müssen, war der Direktor Conchita war sichtlich betroffen.„Eine Warnung? — Ja, sind Sie denn auch ganz sicher, daß sie von mir gekommen ist!.„„„ „Die Handschrift Ihres heungen Blieses hat es mir veroten: „Ah, ich war toricht, nicht daran zu venten. Aber gleichviel— ich brauche mich meiner Handlungsweise nicht zu schämen. Ja, ich war es, die Ihnen jenes Billett schrieb, und ich war es auch, die es Ihnen zusteckte. Mein Herz war voll so namenloser Empörung über das, was ich mit eigenen Augen hatte ansehen müssen, daß ich mir heilig gelobt hatte, eine Wiederholung dieses Verbrechens nicht zu dulden. Daß meine Warnung überflüssig sein würde, konnte ich damals ja noch nicht voraussehen.“ B.rchra Und worin bestand das Verorechen, das man gegen Strahlendorf begangen? Auf welche Weise sollen Ihre Verwandten ihn in den Tod getrieben haben? Und aus weichem Grunde?“..weigen! M.— „Oh. lassen Sie mich darüber schweigen: Man kann einen Toten nicht wieder erwecken. Mögen sich die, welche an ihm gesündigt, mit ihrem eigenen Gewissen deswegen abfinden.“ Werner aber gab sich mit dieser Weigerung nicht zufrieden. Und so lebhaft drang er in Conchita, daß ihr zuletzt eine Ahnung zu kommen schien, weshalb er Der ernste Ausdruck ihres Gesichts wurde plötzlich noch düsterer, und es hatte einen seltsam harten Klang, da sie sagte:„Sie bestehen darauf— wohl, mögen Sie es denn hören! Zu einer Zeit, da ich noch beinahe täglich auf kürzere oder längere Zeit in meines Oheims Hause verweilte, war ich eines Abends ohne mein Zutun zur Mitwisserin eines für meine Augen und Ohren gewiß am allerwenigsten bestimmten Geheimnisses geworden. Wie ich es immer zu tun pflegte, wenn andere Gäste erschienen, hatte ich mich auch an jenem Abend in das bergende Dunkel des Patio zurückgezogen. Isabella aber mochte der Meinung sein, daß ich mich bereits entfernt habe; denn als sie am Arm des deutschen Sennors aus dem Innern des Hauses in den Hof hinaustrat, benahm sie sich so, als hielte * E SSSSSSSSSS O SSESEN GGE #. Sp SpE S SSSSSEL GSEEESSBERG # S. 5 S 8 0 G5SSGSE LAGGESE .* aas atoSUFAUnLE S S SUEE * 6 . GSEMTSBESSSS BgE S E-SSS girus-ogug • S••. E 5• sie jede Möglichkeit des Belauschtwerdens für ausgeschlossen. So wurde ich zu einer unfreiwilligen Zeugin der zärtlichen Szene, die sich da unmittelbar vor mir am Springbrunnen abspielte und deren ausführliche Schilderung Sie mir, wie ich hoffe, erlassen.“ Aber er durfte ihr nichts erlassen. Jetzt, nachdem er so viel gehört hatte, mußte er alles erfahren, wenn er auch sah, daß es ihrem mädchenhaften Empfinden widerstrebte, seinem Verlangen Folge zu leisten, und daß die Worte nur widerwillig von ihren Lippen kamen. Mit Mühe und wahrscheinlich nur unvollkommen verbarg er selbst seine von Sekunde zu Sekunde wachsende Erregung, als er nun bestätigt hörte, was er bei ihrer ersten Andeutung geahnt. Glaubte er doch, in einen schwindelerregenden Abgrund zu blicken, während er ihr zuhörte. Seine gestrige Unterhaltung mit Isabella del Vasco, dieses von ihr herbeigeführte Gespräch, das mit einer so überraschenden und verhängnisvollen Wendung geendet, war nur eine getreue Wiederholung dessen gewesen, was sich an der nämlichen Stelle schon einmal zugetragen, nur mit dem kleinen Unterschiede, daß statt seiner damals sein unglücklicher Vorgänger die schöne Tochter Don Manuels in seinen Armen gehalten. Auch ihm hatte sie von ihrer heißen Sehnsucht gesprochen, aus den unwürdigen Verhältnissen befreit zu werden, deren Schmach sie nicht länger ertragen könne—, vielleicht waren es sogar die nämlichen Worte gewesen, mit denen sie gestern auch ihn betört hatte, nachdem sie schon einmal ihre Wirksamkeit erprobt. „Die erste Empfindung, die sich bei der Erkenntnis von so viel Lüge und Verworfenheit in Werner geregt, war begreiflicherweise die eines heftigen Zornes gewesen; aber sie hatte, noch ehe Conchita geendet, bereits ganz anderen Gefühlen, den Gefühlen namenloser Erleichterung und jubelnder Freude Platz gemacht. Wenn es sich so verhielt, war er ja aller Verpflichtungen ledig, und keine Rücksicht mehr hinderte ihn, die Schlinge zu zerreißen, mit der man ihn hinterlistig zu fesseln versucht hatte. Es war ihm zumute, als wäre plötzlich eine Bergeslast von seiner Brust genommen worden. Er atmete freier, und der dumpfe Druck, den er so lange noch immer in den Schläfen gespürt hatte, war mit einem Male wie verschwunden..,.....1. I. Kankst, innehielt „Und weiter?“ drangte er, als Conchita innehielt. „Was geschah dann weiter?“ „Ich mußte natürlich glauben, daß die beiden sich für alle Ewigkeit angehörten. Bauten sie doch allerlei Zukunftspläne, wie nur Verlobte es tun können. Und spielte Isabella ihre abscheuliche Rolle doch so gut, daß selbst mir, die ich sie zur Genüge kannte, kein Zweifel an ihrer Aufrichtigkeit kam. Es wunderte mich auch nicht, daß die beiden während der folgenden Zeit ihre Liebe zunächst noch als ein Geheimnis zu bewahren schienen. Sie mochten ja triftige Gründe dafür haben, und ich sah aus hundert kleinen Anzeichen, wie sie uns Frauen nicht so leicht entgehen, daß sie nach wie vor in stillem Einverständnis miteinander waren. Dann aber kam ein Tag, den ich niemals vergessen werde, weil er meine Abneigung gegen Isabella und ihre Mutter bis zu Haß und Verachtung steigerte. Ich war aus irgendeinem Grunde früher als sonst in das Haus meines Oheims gekommen, und als ich durch das Musikzimmer ging, sah ich draußen im Patio Strahlendorf mit totenbleichem, verstörtem Gesicht auf und nieder rennen. Ich zweifelte nicht, daß irgend etwas Schlimmes geschehen sein müsse, und erwartete, meine Base in Tränen oder doch in großer Aufregung zu finden. Aber ich traf sie zu meiner Ueberraschung mit ihrer Mutter am Fenster I eines Zimmers im ersten Stock, von wo aus sie den “ d e u t s c h e n S e n n o r b e o b a c h t e t e n u n d a l l e r l e i s p ö t t i s c h e B e merkungen über sein Benehmen untereinander tauschten. Sie nahmen meinen Eintritt nicht sogleich wahr, und so vermochte ich einige Aeußerungen Isabellas aufzufangen, die mir offenbarten, daß sie ebenso grausam und herzlos sei wie ihre Mutter, ja, vielleicht noch schlechter. Sie sprach von der Komödie, die sie dem Vater zuliebe mit dem deutschen Dummkopf so lange habe spielen müssen, als von einer faden und widerwärtigen Posse, die schon längst aufgehört hätte, sie zu amüsieren. Und sie sagte noch manches andere, das ich nicht wiederholen mag. Da, als sie eben eine besonders häßliche Bemerkung über den armen jungen Mann gemacht hatte, konnte ich mich nicht länger beherrschen und verriet durch eine ungestüme Bewegung meine Anwesenheit. Isabella erschrak, und wenn ich bis dahin nichts von ihren Gesinnungen gegen mich gewußt hätte, der Blick, den sie mir in jenem Moment zuwarf, würde mich darüber belehrt haben, daß es ihr nur an einer Möglichkeit, nicht aber an dem guten Willen fehlte, mich umzubringen. Am nächsten Tage hörte ich, daß man den Sennor in seinem Zimmer erschossen gefunden habe. Glauben Sie nun, daß ich berechtigt bin, zu sagen, die Familie del Vasco hätte ihn in den Tod getrieben?" „Ich darf wohl nicht länger daran zweifeln. Was aber brachte Sie auf die Vermutung, daß man auch mir ein ähnliches Schicksal zugedacht hatte? War denn in Don Manuels Hause schon vor meiner Ankunft von mir gesprochen worden?“ 6—(alte 1— „Ja. Nicht so zwar, daß ich es horen soulle, und daß ich von einem bestimmten Plane in bezug auf Sie Kenntnis erhalten hätte. Aber ich hielt jetzt Augen und Ohren viel aufmerksamer offen als früher. Die inzwischen gewonnene Erkenntnis, daß ich das Opfer eines nichtswürdigen Betruges werden sollte, und die Gewißheit, mich unter Menschen zu bewegen, denen jede Schändlichkeit zuzutrauen sei, hatten meinen anfänglichen Ab,cheu vor dem Horchen und Spionieren besiegt. Aus einzelnen Worten, die ich hie und da erhaschte, lernte ich ziemlich sichere Schlüsse auf die Absichten meiner Verwandten ziehen, und ich verstand mich bald ein wenig auch auf ihre Blicke und ihr Mienenspiel, wenn sie sich untereinander verständigten.“ „Und weil Sie mich für bedroht hielten, warnten Sie mich, obwohl ich Ihnen ein Fremder war? Fürwahr, Sennorita, ich weiß nicht, wie ich Ihnen daft „Gerade weil Sie mir ein Fremder waren, und weil ich damals für jeden anderen dasselbe getan hätte wie für Sie, bedarf es keines Dankes, Sennor! Und ich verdiene ihn um so weniger, als ich ja nachher schlecht genug war, Sie Ihrem Schicksal zu überlassen. An dem Abend, da Sie Ihren ersten Besuch in del Vascos Hause machten, sah ich, daß Sie meine Warnung entweder nicht verstanden oder daß Sie ihr kein Gewicht beigelegt hatten. Ich glaubte wahrzunehmen, daß Sie dem bestrickenden Zauber von Isabellas Schönheit vom ersten Augenblick an ebenso rettungslos verfallen seien wie jener andere. Und ich fühlte mich nicht berufen, Sie gegen Ihren Willen diesem Zauber „Da aber ein Zufall uns an diesem nämlichen Abend Gelegenheit gab, unbelauscht miteinander zu sprechen, warum offenbarten Sie mir nicht sogleich, was Sie mir heute gesagt haben?“..guer kräzmniau 6. Er sah, wie sie unter ihrer brauniichen Haut errötete, und er mußte ein paar Sekunden lang auf ihre Antwort warten.., 6u3c Eicht t 7 „Oh, ich kannte Sie doch wohr noch nicht genugend, um das zu wagen,“ sagte sie endlich,„und dann— dann war ich Ihnen auch um Ihrer vermeintlichen Torheit willen ein wenig böse.“ (Fortsetzung folgt.) e# # 8 Denkspruch. Die wahre Gleichheit besteht nicht darin, daß alle gleiche Röcke tragen, sondern, daß jeder einen Rock hat, dei ihm paßi Multatult. * Er erklärt sich. Eine Geschichte nach dem Leben von Adolf Thiele. (Schluß.)(Nachdr. verboten.) In den nächsten Tagen setzten die Sommerfrischler ihren zwanglosen Verkehr untereinander fort, man nahm den Kaffee zusammen ein, unternahm Spaziergänge und Ausflüge, und im Hause war ein fortwährendes Gehen und Kommen, das allerdings Diebstähle begünstigen nurte.. glam geiaßt Shm aefi. Herr Lutsche hatte einen Plan gefaßt. Ihm gefiel dieser Feldmann nicht, unter diesem schönen Aeußeren, diesen eleganten Formen mußte etwas verborgen sein. Und dann kam er aus Berlin, überall sprach er von Berlin! Dies machte ihn noch verdächtiger. Wenn der sorgfältige Beobachter dem jungen Mann im Hause begegnete, so tat er riesig unschuldig, indem er sich plötzlich umwandte und anderswohin blickte. Eines bekam der Späher heraus: Feldmann war in Frau Wollmann verliebt, und sie schien die Huldigungen des schönen und weltgewandten Mannes gern entgegen zu nehmen. In der Tat hatte Feldmann für nichts weiter Augen, als für die niedliche Witwe, deren zurückhaltendes, fast schüchternes Wesen ihr einen besonderen „Er wird sich nun bald erklärenr“ Dies war die algeneine Aoisecht. Bald aber wurde die Aufmertsamreit von diesem Herzensbündnis abgelenkt: schon wieder war im Pensionshause etwas gestohlen worden. Allgemeine Aufregung, alles besprach laut und leise den Fall. Herr Lutsche war in voller Tätigkeit, er beobachtete mit scharfem Blick, besonders aber nahm er Feldmann aufs Korn, dieser gewandte Berliner erweckte in ihm vollen Verdacht., ,: Wamghn nicht dunch Grünh Zwar wurde sein argwohn nicht durch Grunde unterstützt, doch hinderte dies den eifrigen Mann nicht, einmal Frau Wollmann zu warnen. Doch als er in seinem Gespräch mit der jungen Witwe die Wahrheit einfließen ließ, man dürfe doch nicht so leicht fremden Menschen trauen, zumal den Großstädtern, erwiderte die weltunerfahrene, hübsche Frau:„Aber man soll doch auch nicht zu mißtrauisch sein,“ und sie lächelte ihn mit kindlicher Miene an. Gleich darauf rannte der freiwillige Detektiv beiI nahe an Feldmann, der flotten Schrittes daherkam, an. Wußte er doch, daß Frau Wollmann ihn hier erwartete! Lutsche drückte sich beiseite, grüßte höflich und tat sehr harmlos. Feldmann bemerkte ihn kaum, er stürmte auf den Gegenstand seiner Neigung zu. Und so schloß sich denn das Herzensbündnis fester „Er erkärt sich nächstensr“ sagte Klara Helmers Freundin. „Er erklärt sich sicher!“ stimmte Klara traurig zu. „Er erklärt sich heute noch!“ sagte auch Frau Helmer, als die Gesellschaft eine Partie unternehmen wollte. Und man hatte sich nicht getäuscht, Feldmann erklärte sich heute noch.„(— g Saden. ! Als er mit Frau Wollmann auf einem Promenuvenwege dahin schritt, blieb er stehen und sagte: „Es muß schon höchste Zeit sein. Leider habe ich die Feder meiner Uhr heute früh zerbrochen, bitte, I gnädige Frau, welche Zeit ist ] Die junge Witwe zog eine mit Türkisen besetzte Uhr ; a u s d e m G ü r t e l. In diesem Moment faßte Feldmann mit festem Griff ihre Hand, sah sich die Uhr genau an und sagte: „Frau Wollmann, ich verhafte Sie wegen DieoOhne Aufsehen führte er die Wankende ins Ortsgefängnis, und der Ausflug fand ohne das„liebende Paar“ statt. Als man beim Picknick lagerte, trat Werther hinzu, der allein aus der Stadt nachgekommen war. Zufällig traf er zuerst auf Lutsche. „Wissen Sie es schon mit der Verhaftung wegen der Diebstahle in der Pension?“ „Nein! Bitte erzählen Sie!“ „Nun, der Feldmann—“. „Ha,“ unterbrach Lutsche triumphierend,„sagte ich's doch immer, der Feldmann—“.„ Und damit eilte er in den Kreis der Tafelrunde und verkündete, Feldmann sei wegen Diebstahls ver„Aber nein, das ist ja gar nicht wahr!“ rief da Werther,„Feldmann ist— Polizeikommissar und hat — Frau Wollmann verhaftet!" Ein allgemeines„Ah“ ertönte, alles forschte mit größtem Eifer nach Einzelheiten. „Sie hat alle Diebstähle in der Pension ausgeführt,“ erzählte der Herr.„Die gestohlenen Gegenstände sind bereits gefunden, auch meine Uhr. Unser Wirt Winkelmann war der einzige, der über Feldmann die Wahrheit wußte. Dieser war der Wollmann scharf auf der Spur, doch griff er erst zu, als er eine anderswo von ihr entwendete Damenuhr in ihrem Besitz sah. „Nein, dieser Feldmann,“ rief einer aus,„der schien sich doch gar nicht um die Diebstähle zu kümmern, er hatte doch nur Augen für Frau Wollmann „Na natürlich,“ fiel Werther ein,„das war ja sein Amt. Auf der Promenade, nahe der Polizei, hat „Nun, was habe ich gesagts“ rief jetzt Frau Helmer.„Sagte ich doch, er würde sich— heute noch erklären!“ Enldeckungen und Erfindungen. Ein neues Fossilienlager in Kauada. Die von dem Naturhistorischen Museum in Neuyork ansgerüstete Expedition, die die neuentdeckten, großen Fossilienlager am roten Daimflusse in der kanadischen Provinz Alberta durchforschen sollte, hat ihre erste Kampagne mit ungewöhnlich reichen Ergebnissen abgeschlossen, und es zeigt sich immer deutlicher, daß jenes Fossilienlager am Daimflusse an Umfang und Bedeutung sogar die berühmten Fossilienlager von Wyoming übertrifft. Die von W. Brown geleitete erste Expedition hat mehr als zwei Eisenbahnwagenladungen fossiler Tierreste gesammelt. Zu den wertvollsten Stücken wird man ein vollständiges Skelett des Saurolophus rechnen, dieses Riesen unter den Dinosauriern; das Skelett hat eine Länge von etwa 10 Metern und ist noch besonders wertvoll durch den Umstand, daß in der Mitte des Tierkörpers die Haut noch erhalten ist. Auch ein Schädel des gehörnten Dinosauriers, des Monoclonius, und ein fast vollständiges Skelett des vogelartigen Ornithomimus wurden gefunden. Einer der wichtigsten der Funde aber bleibt das gewaltige Steißbein des Ankylosaurus, mit dessen Hilfe es möglich sein wird, das Skelett dieses riesigen vorweltlichen Tieres zu rekonstruieren. Eine Reihe von Knochenteilen scheint Tieren angehört zu haben, die bisher der Forschung noch vollkommen unbekannt geblieben waren. Eine zweite amerikanische Expedition soll demnächst die Durchforschung dieser neuen bedeutungsvollen Fossilienfelder fortführen.