De Stamm Zeuuet uicen denc außer Feiertags. Bezugspreis M. 1.80 oierteljähritch, dei der Post für Bestellgeld 42 Pfo. mehr. Wöchenll. Grakisbeilage:„Ikustrierter Famillensreund“ u. tägl. Unterhaltungsblatt. Anzeigenpreis: Die stedengespaltene Petikzeile oder deren Raum 10 Pfg., Anzeigen von auswärts 15 Pig., Rehlamezeile 40 Pfg. Jeder Radatt gilt als Kassaradakt u. ertlscht bei Konkursen. Zwangsbergleichen, gerichtl. Klagen u. Robrathund ernaht.- Settenssteltene Amriches Kreissiall Westhofener Zeitung Langscheder Zeitung Schwerter Volksblatt Verbunden mit: für den kreis börde Holzwickeder Zeitung Aplerbecker Zeitung Schwerter Volkszeitung Schwerter Tageblatt d Schwerter Anzeiger Grites und älteltes Cagesorgan des Kreiles c General-Anzeiger für den Kreis Börde o Haupt- Annoncenblatt Aua duter und ichelentgüchen Deurd. nungen für den Kreis Hörde erlangen gemäß Bekanntmachung der Königlichen Regierung durch Verössentlichung in dei„Schwerter Zettung" rechtsverdindliche Kroft.— Die „Schwerter Zeitung“ gewährt ihren Aboanen. len für jeden mit Tod endenden Unsoll gebiagungen: 300 Mk. Unfall. Druck u. Verlag o. Carl Braus. Schwerte=RuhSorto t. Stim eibte Sassbenstcch Nr. 273 Samstag, den 21. November 1914. 46. Jahrgang. set der Schlacht in Enfsisch Prien! Russischer Rückzug in Polen! ten sich die Russen einer unbesetzten Feldbefestigung hat dadurch eine ungefähre Kenntnis der ganzen Wasserverhältnisse. Er lenkte die Aufmerksamkeit Großes Hauptquartier, 20. November. In Westflandern und Nordfrankreich keine Veränderungen. Der aufgeweichte und hartgefrorene Boden und Schneesturm bereiten unseren Bewegungen Schwierigkeiten. Ein französischer Angriff auf Com. bres, südöstlich Verdun, wurde abgewiesen. An der Grenze in Ostpreußen ist die Lage unverändert. Wien, 20. Novbr. Amtlich wird verlautbar vom 29. mittags: Auch gestern hatten die Verbündeten in Russisch=Polen überall Erfolge. Die Entscheidung ist noch nicht gefallen. Die Zahl der gefangenen Russen nimmt zu. Vor Premyst erlitt Oestlich der Seenplatte bemächtig. dung gefallen. Schwere Verlaste der Aassen vor Przenhst. der Feind bei einem sofort Die Erschutletung Fraltnreicht! Mailand, 20. Nov.(Nicht amtlich.) Der Militärkritiker Angelos Gati meint im„Corriere de la Sera", daß Frankreich heute nur noch Defensivkraft besitze und das französische Heer sehr erschüttert sei. Die gesamte französische Kampsesweise habe den Vorteil, daß die französischen Offiziersverluste nicht so groß seien, wie die dautschen. Sehr beträchtlich seien Neuer Rampf auf der Einie Hpern Ta Basser! und der darin stehenden alten unbeweglichen Geschütze. Die über Mlawa und Lipno zurückgegangenen Teile des Feindes setzten ihren Rück. zug fort. Südlich Plock schritt unser Angrisf vor. In den Kämpfen um Lodz u. südlich Tschenstochau ist noch keine Entscheiabgeschlagenen Versuch, starke Sicherungstruppen näher an die Südfront der Festung heranzubringen, schwere Verluste. Der stellvertretende Chef des Generalstabes: von Höfer, Generalmajor. aber die Verluste der Franzosen durch Krankheiten. Die Kavallerie und Artillerie litten sehr unter der Sterblichkeit der Pferde. Um die Truppenlücken auszufüllen, habe man Männer im Alter von über 47 Jahren zum Eintritt aufgefordert. Auch England, so meint der betreffende Militärkritiber, habe gegenüber der lebenden Kraft der Deutschen nur Defensivkraft. Totenfest. Dieses Jahr hat das deutsche Volk ein ganz besonders trauriges Totenfest. Durch das ganze Land ertönt für diesmal ganz besonders erschütternd die Totenklage. Es fielen viele Tausende blühender Menschen auf weitem Schlachtfeld wie Garben hinter dem Schnitter. Und die Trauer drang ein in die Hütte, drang ein in den Palast. Die Augen von tausend und abertausend zerfließen in Tränen bei Tag und bei Nacht. Am Totenfest wird der Schmerz von neuem wirksam. Der Vater, der Bru. der, der Mann, der Sohn, sie zogen hinaus mit frohem Mut im Herzen, mit der Hoffnung auf glückliche Heimkehr im Auge. Nun liegen sie in sremder Erde, nicht einmal in der teuern Heimatserde. Wenn wir wenigstens am Totensonntag einen Kranz aufs Grab legen könnten! Das geht leider nicht, wir wissen nicht einmal, wo der Teure ruht. Nun kehrt er nie wieder zurück in die Familie, die Lücke bleibt für immer bestehen. So ertönt die Totenklage in Dorf und Stadt, und es ist uns so, als ob die deutschen Gaue, die Berge und Täler mit einstimmten: Wie sind die Helden so zahlreich gefallen! Warum mußten in die fremde Erde die blühenden Söhne des Vaterlandes? Doch wir dürfen nicht verzweifeln. Wir handeln damit nicht im Sinne der Entschlafenen. Das Vaterland braucht auch noch unsere Kraft. Wir müssen die Tränen trocknen. Wir können es, denn wir sind Christenmenschen. Draußen im Feindesland haben treue Kameraden ein schlichtes Kreuz über dem Massengrab errichtet, in dem auch unser teurer Toter liegt. Und dieses Kreuz predigt uns: Durchs Sterben geht er zur Herrlichkeit, kurchs Sterben geht es zum fruchtbringenden Leben. Jesus hat durch seinen unschuldigen Kreuzestod die besten, alleredelsten u. allerhöchsten Früchte schaffen wollen, Menschenseelen zu ihrem vollen Glück und reinen Frieden bringen wollen. Aehnliches gilt von unsern gefallenen Helden. Ihr Tod wird das deutsche Volk wieder dahin führen, daß es in Glück und sicherem Frieden leben kann. Wir danken es ihnen für alle Zeit, daß sie zu sterben und zu siegen wußten für des Vaterlandes Ehre und Größe. Ihr Gedächtnis soll in unserer Mitte unvergessen bleiben! Wir danken es Euch, Ihr tretternden Väter und Mütter, Brüder und Schwestern, Frauen und Bräute, daß Ihr für uns Euer Teuerstes dahingegeben habt. Ihr werdet den Schmerz innerlich überwinden. Eure, unsere gefallenen Helden haben viel gewirkt tuurch ihr tatenfrohes und arbeitsreiches Leben, sie haben noch vies mehr wirken dürfen durch ihr Sterben fürs Vaterland. Auf Widersehen, Ihr Lieben, droben in der ewigen Heimat! —— Sperrung des Kriegshafens von Libau Berlin, 20. Novbr. Die Sperrung des russischen Kriegshafens Libau wird in der„Deutschen Tageszeitung“ vom Grafen Reventlow wie folgt bewertet: Das ist von Wichtigkeit und Bedeutung, weil der Hafen von Libau der einzige russische Kriegshafen der Ostsee ist, welcher im Winter eisfrei bleibt. Von kleineren russischen Häfen würde das etwas nördlich liegende Windau in Betracht kommen. Der Libauer Hafen ist ein künstlicher Hafen, durch umfangreiche Längs= u. Quermolen hergestellt. Innerhalb des so geschaffenen Kriegshafens liegt ein kleiner Handelshafen eingeschlossen. Die vier Molen, welche den Kriegshasen bilden, enthalten drei Einfahrten bezw. Ausfahrten. Diese sind von unseren Ostseestreitkräften durch versenkte Schiffe gesperrt worden, wohlverstanden, nachdem deutsche Torpedobooke festgestellt hatten, daß sich im Kriegshafen keine feindlichen Fahrzeuge befanden. Der Hasen von Libau ist mithin von jetzt an für russische Kriegsfahrzeuge unzuKopenhagen, 20. Novbr. Der Londoner „Daily Chroniele berichtet, daß ein neuer gewaltiger Kampf auf der Linie Ypern—La Bassee begon. nen habe, an dem wieder englische Truppen teilnehmen. Der neue Kampf, berichtet das Blatt, begann schon in der Nacht vom Dienstag zum Mittwoch. Im Schutze der Dunkelheit und des schlechten Wetters warfen die Deutschen bei starkem Sturm große Truppenmassen gegen die Laufgräben vor. Ebenso wie bei früheren Nachtangriffen näherten sich die Deutschen triechend. Aber im Gegen. gänglich geworden und die russische Flotte besitzt keinen eisfreien Hafen und damit für den Winter keine Operationsbasis mehr, sobald die übrigen Häfen zugefroren sind, was bald eintritt. Ueberdies ist die Sperrung von Libau von besonderer Bedeutung im Hinblick auf die Möglichkeit, daß englische Unterseeboote aus der Nordsee durch den Sund in die Ostsee kämen. Diese würden nun in Libau keinen Stützpunkt mehr sinden. Mit der Möglichkeit des Erscheinens englischer Untersegboote in der' Ostsee muß aber natürlich nach wie vor gerechnet werden. Bulgarien und Griechenland vor der Entscheidung. Frankfurt, a. M., 29. Novbr. Der Konstantinopeler Vertreter der„Frks. Ztg.“ berichtet seinem Blatte: In Bulgarien werden Stimmen laut, die statt der Politir des Abwartens lieber einem Eintreten Bulgariens in den Kampf das Wort reden. Fraglich in dabei, ob Griechenland, das ein Bündnig mit Serbien unterhält, diesem Staate zu Hilfe eilen wird. satz zu früher ging das Vorrücken nicht in geschlossenen, sondern in aufgelösten Linien vor sich. Als die Deutschen dicht an die Laufgräben herangekommen waren, wurden sie unter Maschinen. gewehrfeuer genommen. Es entwickelte sich darauf ein Kamp Mann gegen Mann, wobei die Deutschen weichen mußten. Gegen Mitternacht war der Angriff zurückgeschlagen. Die Deutschen erlitten bedeutende Verluste. Am Mittwoch früh nahmen jedoch die Deutschen wieder die Offensive auf. Auf Grund zuverlässiger Informationen kann man versichern, daß das Athener Kabinett ein Eingreifen Griechenlands in den Weltkrieg als ein Unglück für Griechenland auffaßt. Venizelos und mit ihm die wichtigsten Persönlichkeiten des Landes vertreten die Ansicht, daß nach den offenkundi. gen Niederlagen der Tripleentente das Einhalten der Neutralität das einzige Mittet darstellt, um den Bestand Griechenlands als eines selbständigen Staates zu retten. Nur falls Griechenland einem unmittelbaren Angriff ausgesetzt würde, werde es gezwungen, sofort die Neutrtlität aufzugeben und zu den Waffen zu greisen. —— Der Held der Deichdurchbrechung. Es wurde gemeldet, daß der Plan zur Unterwassersetzung des Vsergebiets aus einem alten Aktenstück herausgeholt ist, welches man schon Ende des 18. Jahrhunderts ausgearbeitet hat. Jetzt aber taucht eine neue Lesart auf. Es hat angeblich ein Wächter an der Schleuse in Nieuport den Leopoldsorden bekommen. Dieser Wächter hatte den Wasserstand des Kanals zu regeln und man der Esenbahrdanm ale Deich benutze und den Kanaldeich auf verschiedenen Stellen durchbräche, man einen Teil des Landes, wo die Schanzen und die Artilleriestellung der Dautschen seien, unter Wasser setzen könne. Sein Plan wurde angenommen. Der Durchgang unter der Eisenbahn wurde abgedämmt und dann das Feuer der schweren Artillerie auf einige Punkte des Kanaldeiches gerichtet, bis hier ein großes Loch entstand, so daß das Wasser sich über das Land ergoß. Uns scheint die neue Lesart auch noch nicht beglaubigt zu sein. Der Krieg gegen Frankreich. Ueber unsere Erfolge im Westen erfährt man aus französischen Meldungen, die über Genf eintrafen, bemerkenswerte Einzelheiten. Es heißt da: Der am linken Maasufer kommandierende französische General hatte um 3 Uhr nachmittags die Meldung erhalten, der deutsche Angriff gegen den französisch gebliebenen Teil des bei St Mihiel gelegenen Dorfes Chauvoncourt scheine nachzulassen, als eine surchtbare Explosion, eine Folge der unter den Laufgräben gelegten Minen, die ganze französische Stellung zerstörte. Die Zahl der Opser ist sehr bedeutend. Die Deutschen besetzten mit Hurra auch die Chauvoncourt benachbarten Punkte. Die Gegenstöße der Engländer und Franzosen werden seltener. wie Major a. D. Moraht im„B. T.“ ausführt. Allgemein melden Londoner Berichterstatter von der sich steigernden Kraft des deutschen Angriffs. Vielleicht darf man darin die Erkenntnis erblicken, daß der Widerstand der Verbündeten hier und da schwach geworden ist, wenngleich unsere seit dem 18. Oktober in Westflandern eingeleiteten und fortgeführten gewaltigen Kämpfe die Entscheidung bisher noch nicht haben erzwingen können. In ihrer durch die Natur und durch starke Werke befestig. ten Feldstellung sind die Gegner noch immer in der Lage, auch den bewundernswertesten Angriffen schier unerschöpflicher deutscher Kräfte zu widerstehen. Die Entscheidung wird jedoch nach dem Eingangs Gesagten nicht mehr lange auf sich warten lassen. Vorstoß nach Calais. London, 20. Nov.(Nicht amtlich.)„Evening News“ meldet aus Rotterdam: Von Dienstag bis Mittwoch war der Eisenbahnverkehr in Belgien eingestellt. Dies ist ein Zeichen, daß ein neuer Angriff in Flandern und ein Vorstoß nach Calais mit verdoppelten Kräften bevorsteht. Wo fällt die Entscheidung? Amsterdam, 20. Novbr. Die holländischen Zeitungen melden, daß die in den letzten Tagen vorgenommenen deutschen Truppenverschiebungen möglicherweise die Entscheidung auf einem anderen Teil des Schlachtfeldes als bei Ypern herbeiführen werden. Die französischen Verstärkungen von Ypern hätten zu einer großen Schwächung an anderen Punkten der Frontlinie der Franzosen geführt. Die Aufsassung der Lage in Paris. Einer Kopenhagener Depesche der„Köln. Ztg.“ zufolge berichtet„National Tidende“ über die fassung der Lage in Paris: Die Deutschen hätten neue Vorstöße südlich auf die Front Ypern—Armen. tières gerichtet. Sie setzten in Nordflandern, sowie längs der Küste ihre Arbeit an den Befestigungs. werken fort. Die ganze Küstenstrecke von Ostende bis Knocke sei mit Artillerie und Verschanzungen versehen. Frische Truppen hätten sich in Brügge, Thielt und östlich von Thourout konzentriert. Clemencean schreibt in seinem Blatte: Der Drei verband sei gegenüber einem Feinde, der sich den Vorteil größtmöglicher Vorbereitungen gesichert habe, in der Lage, daß er den deutschen Kriegshandlungen bezüglich der Vorbereitungen beträcht. lich nachhinle. Wir haben für einen großen Fehler von früher büßen müssen, obschon es uns seit Jahren nicht an Warnungen sehlte. Große Not in Nordfrankreich. Amsterdam, 21. Novbr. Die Not der Bevölkerung Nordfrankreichs ist außerordentlich groß. Die deutschen Truppen verteilen häufig Teile ihrer Nationen an die hungernde Bevölkerung. Bei Einbruch des Winters wird eine Hungersnot befürchtet. Die Regierung von Verdeaux ist der Bitte, von den im Süden lagernden großen Vorräten etwas zur Linderung der Not nach dem Norden zu schicken, bisher nicht nachgekommen. Ex wird eine starke Abwanderung der Bevölkerung nach dem Süden erwartet. Die Kämpfe in Flandern. Köln, 20. Novbr. Von den Kämpfen in Flandern meldet der Spezialberichterstatter der„Köln. Volksztg.“: Gefangene erzählen, bei den Verbündeten sei es zum System geworden, auf die vorgeschobenen eigenen Truppen zu schießen, wenn sie sich zurückziehen müßten. Die in den Schützengräben liegenden Engländer schössen in solchem Falle auf die französischen und belgischen Bundesgenossen. Nur nach Beendigung des Kampfes abends wagten sich die Engländer auf das Schlachtfeld, ium die verwundeten feindlichen Offiziere erbarmungslos abzuschlachten und zu berauben. Dem Gewährsmann der„Köln. Ztg.“ wurde dies von einem jetzt in Gent liegenden verwundeten preußischen Offizier ausdrücklich bestätigt. Der Offizier lag 20 Stunden schwer verletzt auf dem Schlachtfelde und beobachtete, wie ein Engländer die Schlachtfelder absuchte und sich an den Leichen seiner Kameraden zu schaffen machte. Der Aufstand in Marokko. Kopenhagen, 20. Novbr.„Politiken“ meldet aus Madrid: Die Vorstädte von Tanger sind in Händen der aufständischen Muselmanen. Von Marseille sind Truppen nach Marokko zurückbeordert. Rusbesserung der Eisenbahnbrücke in Angriff genommen. Die serbischen Geschütze versuchten diese Arbeit zu stören, aber vergebens. Einige Monitore, die bei der in der Nähe des serbischen Ufers liegenden Zigeunerinsel Ausstellung genommen hatten, unterstützten unser Artilleriefeuer. Die serbische Artillerie, welche auf dem 206 Meter hohen Bergrücken Benova, 5 Kilometer südwestlich von Belgrad aufgestellt ist, erwiderte das Fauer. Das Artillerieduell dauert fort. Das Ergebnis ist befriedigend. Andere Truppenteile ziehen von Obrencvac die Save entlang nach Belgrad. Auch an einem anderen Punkt der Save, 8 Kilometer von Semlin, bei Surcin, überschritten unsere Truppen auf einer Pontonbrücke den Fluß. Der Klien heven Rußlane. Albert— König von Jerusalem. Frankfurt a. M., 20. Novbr. Aus Paris wird der„Frankf. Ztg.“ aus indirektem Wege berichtet: Der konservative Abgeordnete Denys Cochin schlägt vor, daß die Verbündeten nach der Zerstörung des türkischen Reiches König Albert zum König von Jerusalem machen sollen. Frankreich als Protektor von Syrien und England als Herr von Aegypten könnten sich auf keine glücklichere Wahl einigen.(Nach der Zerstörung des türkischen Reiches! Bis dahin hat es gute Wege. D. Red.) Der Krieg gegen Serbien. König Peter will den Frieden. Budapest, 20. Nov. König Peter wünscht nach Angaben serbischer Offiziere, die in Obranowitsch gefangen wurden, den Frieden und hat sich bereits vor Wochen gegen den Ministerpräsidenten Pasitsch gewandt, der Serbien um Rußlands teressen willen gefährde. Die Ansicht des Königs gehe dahin, auch unter demütigenden Bedingun. gen Frieden zu schließen, um nicht das Schicksal Belgiens zu teilen. Diese Ansicht habe den Unwillen der Kriegspartei hervorgerufen, und aus Furcht vor einer Beeinflussung der Skupschtina in dieser Richtung wurde der König in einem Kloster bei Wranja interniert. Ein Teil der KabinettsMitglieder steht auf dem Standpunkt des Königs, und der Arbeitsminister ist wegen Differenzen mit Pasitsch bereits aus dem Kabinett ausgetreten. Serbien sehnt sich nach Frieden. Mailand, 20. Nov. Der Mißerfolg des serbischen Angriffes auf Bosnien hat nach einer Meldung des„Matino“ in der öffentlichen Meinung Serbiens eine große Niedergeschlagenheit hervorgerufen. Man verzeichnet die großen Verluste mit Trauer, und der ganze Grimm richtet sich gegen Pasitsch, in dem man den Urheber des weichenden Soldatenglücks erblickt. In politischen Kreisen wünscht man, daß ein neutraler Staat die Einlei. tung von Friedensverhandlungen mit Oesterreich= Ungarn vermittle. Gerbien kann nicht mehr weiter kämpfen. Wien, 21. Novbr. Von bulgarischer authen. tischer Seite erfährt die„Reichspost“, daß die serbische Regierung erklärt habe, daß Serbien infolge völligen wirtschaftlichen Zusammenbruchs unmög. lich weiter kämpfen könne, doch wolle die geschlagene serbische Armee versuchen, sich noch einmal bei Trapezunt zu stellen. Die serdische Regierung unternahm in Athen nochmals dringende Schritte um Hilfe. König Peter sei geistesumnachtet. WTB. Wien, 21. Novbr. Vom südlichen Kriegsschauplatz wird amtlich gemeldet: Partielle Kämpfe auf der ganzen Front. Kämpfe auf die befestigte Stellung von Lazarevac machen günstice Fortschritte. Gestern wurden sieben Offiziere und 660 Mann gefangen. Angünstige Wittenung, auf den Höhen 1 Meter Schnoe, die Niederungen über. schwemmt. Die Beschießung Belgrads. Der„Pester Lloyd“ meldet: Seit Sonntag dauert die Beschießung der Belgrader Festungswerke an. Unter dem Schutze des Artilleriefeuers wurde die Die Kriegslage im Osten. Rotterdam, 20. Novbr. Der„Nieuve Rotterdamsche Courant“ sagt in einer Besprechung des Kriegszustandes im Osten: Die russischen Berichte melden einen weit größeren Verlust an Terrain, als die Deutschen in ihren letzten Siegesberichten angegeben haben. Ferner besagt ein russischer Bericht, daß die strategische Lage der Deutschen bei weitem vorteilhaster ist, als diese in ihren eigenen Berichten über die Erfolge vom Sonnabend u. Sonntag angegeben haben. Wir können also annehmen, daß die letzten russischen Berichte das Resultat des Kampfes enthielten. Dieser Kampf ist also zugunsten der Deutschen ausgefallen, was von den beiderseitigen Berichten nicht definitiv angegeben worden war. Die Beschießung von Libau. Rotterdam, 21. Novbr.„Daily Mail“ berichtet über das Bombardement von Libau, daß der Hafen und die Stadt über 4 Stunden von deutschen Kreuzern und Torpedobooten beschossen wurden. 15 Personen wurden getötet, 40 verletzt. Russische Truppentransporte. Stockholm, 21. Novbr. Russische Zeitungen melden, daß der Verkehr auf den finnischen Bahnen durch Truppentransporte unterbrochen sei. Diese Maßnahme stellt sich als eine Folge der Libauer Flottenaktion heraus. Eine berühmte Russenfahne. Berlin, 20. Novbr. Unter den Russenfahnen, deren sich die Deutschen in der Schlacht bei Tannenberg bemächtigen konnten, befindet sich eine mit der deutschen Inschrift:„In treuer Kameradschaft. Sie ist vor mehr als 100 Jahren vom preußischen General York von Wartenberg dem Negiment des russischen Generals Diebisch geschenkt worden, mit dem York in der Mühle von Tauroggen die berühmte Konvention schloß. Das Merkwürdigste ist, daß diese Jahne jetzt bei Tannenberg von einem preußischen Jägerbataillon erobert wurde, das den Namen York führt. Deutsche Flieger über Kronstadt, Nach einer durch Privattelegramm übermittelten Meldung der„Frkf. Ztg.“ aus Petersburg ist dieser Tage ein deutsches Flugzeug über Kronstadt erschienen. Der Festungskommandant hatte eine Prämie von 10000 Rubel für den Abschuß dieses Flugzeuges ausgesetzt. Flucht russischer Schlachtschisfe. WTB. Konstantinopel, 21. November. Amtlicher Bericht des Hauptquartiers: Eine russische Flotte von zwei Linienschiffen u. fünf Kreuzern hat sich gefolgt von unserer Flotte, nach Sebastopol geflüchtet. Eine Flottille von Torpedo. booten ist in einen russischen Hafen geflohen. Eine italienische Anerkennung, Das Mailänder Blatt„Corriere della Sera“ verzeichnet mit fetter Schrift die siegreiche deutsche Offensive längs der Weichsel, deren großer Erfolg am besten an der Zahl der Gefangenen und erbeuteten Geschütze zu messen sei. Im übrigen wird jetzt auch von der italienischen Militärkritik bestätigt, daß die deutsche Gegenoffensive rechts und links der Weichsel den russischen Aufmarsch stört u. vernichtet. Der Buren=Afstand. Vereinigung Dewets und Beyers. Rotterdam, 21. Novbr. Wie verlautet, haben die unter Dewet und Beyer bisher getrennt kämpfenden Burenabteilungen östlich Bleomfontein ihre Vereinigung vollzogen. Die Angaben über die Stärke der aufständischen Buren widersprechen einander. Man schätzt sie auf etwa 15000 Mann. Stadt und Umgebung. *e Schwerte, den 21. November 1914. **(Der Stand der Herbstsaaten) war zu Anfang November, wenn 2 gut und 3 mittel bedeutet, für Winterweizen 2,5 wie im Vorjahr, für Winterroggen 2,6 gegen 2,5 im November des vorigen Jahres. Die Saaten sind fast durchweg aufgegangen ur. haben sich der günstigen Wetterlage entsprechend gut entwickelt. *e(Wechsel in der Linienkommandantur.) Linienkommandant Major Breitenbach in Elberfeld ist durch kaiserliche Kabinettsordte zur Verfügung des Feldeisenbahnkommandanten nach Montmedy versetzt worden. Zu seinem Nachfolger wurde der Kommandeur des Infanterie=Regiments Freiherr von Sparr(3. Westfälisches) Nr. 16 Oberst Beber, Ritter des Eisernen Kreuzes, zurzeit im Felde, ernannt. *(Für 30 Millionen Mark Zehupsund=Pakete!) Rund 2 Millionen Zehnpfund=Pakete wurden nach einer Mitteilung des preußischen Kriegsministeriums in der Zeit vom 19. bis 26. Oktober— der ersten Paketsendungsmöglichkeit— für die Truppen im Felde angenommen. Durch Befragen der Absender ist festgestellt worden, daß jedes Paket im Durchschnitt einen Wert von 15 Mark hatte. Es sind demnach für 30 Millionen Mark Waren an unsere Lieben im Felde abgegangen, zu deren Beförderung nach den Kriegsschauplätzen annähernd 500 Eisenbahnwagen erforderlich waren. *e(Freud und Leid) sind sehr oft dicht vereint, so auch in der gegenwärtigen schweren Zeit. Gestern wurde die Familie Hüttenbeamter Hermann Jackenkroll durch den plötzlichen Tod des Vaters in liefe Trauer versetzt und heute morgen meldet der als Gefr. bei den Jägern in Belgien kämpfende Sohn Alex, daß er mit dem eisernen Kreuz dekoriert worden sei. Wie wird dem tapferen jungen Krieger zu Mute sein, wenn er die Todesnachricht aus der Heimat erhält? Mars regiert die Stunde! *(Kreisverbandssitzung.) Die infolge des Krieges bis jetzt nicht abgehaltene HerbstvorstandsSitzung des Kreisverbandes evang. Arbeiter= und Männervereine der Synode Iserlohn findet, wie man uns mitteilt, am Sonntag, den 13. Dezember, nachmittags 4 Uhr im evangelischen Vereinshause Iserlohn statt. Die Tagung wird durch eine Ansprache des Verbandsvorsitzenden, Herrn Pfarrer Natrop eröffnet. Das zur Beratung stehende Thema:„Die Vereinsarbeit in der heutigen Zeit“ wird Verbandssekretär Jacobi behandeln. Eine Besprechung wichtiger Verbands. und Vereinsangelegenheiten wird die gewiß anregende Versammlung beschließen. Neben den gewählten Vertretern haben auch die übrigen Mitglieder der angeschlossenen Vereine Zutritt zu der Tagung. **(Schmuck der Kriegsgräber.) Zum Totensonntag läßt die Eärtnerei von Witwe Fr. Henter die Kriegsgräber auf dem evangelischen Friedhof kostenlos schmücken. **(Täglich eine Kriegszigarre.) Die Heeresleitung hat, laut„Voss. Ztg.“, angeordnet, daß fort' an jedem Soldaten täglich eine Zigarre und zwei Zigaretten verabfolgt werden. **(Maul= und Klauenseuche.) Infolge der ausgebrochnen Maul= und Klauensaiche ist der Stadtbezirk Schwerte südlich der Eisenbahn unter Sperre gestellt. Im Interesse unserer Mitbürger bringen wir auszugsweise die zu beachtenden Bestimmungen der viehseuchenpolizeilichen Anordnung des Landratsamts Hörde vom 21. v. M. nochmals zur Kenntnis: Das Durchtreiben von Klauenvieh durch den Sperrbezirk ist rerboten, ebenso das Durchjahren mit Klauenviehgespannen. Klauenvieh, welches zum Schlachthof oder zur Eisenbahn überführt werden soll, muß durch den Sperrbezirk gefahren werden. Sämtliches Klauenpieh unterliegt der Stallsperre. Die Abhaltung von Klauenviehmärkten im Sperrbezirk ist verboten. Milch darf nur nach ausreichender Erhitzung abgegeben werden. Im Sperrgebiet sind sämtliche Hunde festzuhalten oder an der Leine zu führen. Während der Ausübung der Jagd dürfen Jagd. hunde ohne Leine gehen. Schlächtern, Viehkastrierern, Händlern u. anderen Personen, die gewerbsmäßig in Ställen verkehren, ist das Betreten aller Ställe und sonstiger Standorte von Klauenvieh im Sperrbezirk verboten. Zuwiderhandlungen gegen die Bestimmungen der Anordnung werden auf gnund der§§ 74 bis 77 des Reichsviehseuchengesetzes bestraft. *e(Personalnotizen.) An Stelle des nach Oelde im Regierungsbezirk Münster versetzten Gerichtsassessors Dr. Ebmeyer ist Herr Gerichtsassessor Wichtmann, bisher am Amtsgericht in Förde an der Lenne, an das hiesige Amtsgericht versetzt worden. Gleichfalls nach hier versetzt ist Herr Gerichtssekretär Hengstenberg, Sohn des Gastwirts H. in Ergste, bisher am Amtsgericht in Hörde tätig, und zwar für die zur Fahne einberufenen Gerichtssekretäte Hammerschmidt und Twittmann. *e(Auf dem Felde der Ehre geblieben) sind wiederum drei wackere Söhne unserer Stadt. Der im zweiten Jahre im 172. Infanterieregiment in Neubreisach aktiv dienende 23jährige Musketier Wilhelm Birkenhauer, Sohn des Straßenbahnorb. B. vom Westhellweg, erlitt auf dem westlichen Kriegsschauplatz durch einen Halsschriß eine sehr schwere Verwundung, an deren Folgen er nach wenigen Tagen im Feldlazarett verstarb. Auch in Frankreich erlitt der Sohn des Schmiedemeisters Weber von der Hellpothstraße, der als Lehrer an der Fortbildungsschule in Dortmund tätig war und erst vor einigen Wochen wegen seiner Tapferkeit mit dem Eisernen Kreuz ausgezeich. net und zum Vizefeldwebel befördert wurde, den Heldentod. Endlich fand der 26jährige Matrose der Reserve Wilholm Buse, Sohn der Witwe B. von der Kampstraße, mit dem kürzlich im Jadebusen bei Wilhelmohaven infolge Auflaufens auf eine Mine untergegangenen Kreuzer„York“ den Tod für das Vaterland. Ehre dem Andenken dieser tapferen Helden! **(Das eiserne Kreuz) erhielt für Topferkeit in den Kämpfen bei Warschau der Gefreite Paul Schulte vom 5. Garde-Grenzdier=Regiment. Schulle, welcher z. Zt. zur Erholung im Lazarett Lübben bei Berlin weilt, ist der jüngste der im Felde stehenden 5 Söhne des Bäckermeisters Wilh. Schulte von hier. (Auf schreckliche Weise) kam das 2½ Jahre alte Söhnchen der Eheleute Torwesten, Regenbogenstraße, zu Tode. In einem unbewachten Augenblick zog das Kind einen mit kochendem Wasser gesüllten Topf vom Ofen und erlitt so schwere Verletzungen, daß es gestern im kath. Krankenhause gestorben ist. **(Liebestätigkeit der Schwerter Schuljugend.) Die Schüler der hiesigen evangelischen Marktschule brachten auf Anregung ihrer Lehrer von Hause alte Strickwollg— abgelegte Kinderstrümpfe, Strumpfenden, alte wollene Unterzeuge usw.— in größeren Mengen mit zur Schule. Durch Verkauf Nr. 278. an eine Firma in Oberhessen wurde dafür schöne Summe von 64,56 Mark, die dem städtischen Hilfsauschuß überwiesen wurde, erzielt. Diese Art der Liebestätigkeit durch Schüler empfiehlt sich auch durch andere Schulen zur Nachahmung, da wohl in jedem Hause alte, abgelegte Wollsachen, die scheinbar keinen Wert mehr haben, sich vorfinden. *Geisecke, 20. Nov.(Gemeinderatswahl.) Bei der Neuwahl zur Gemeindevertretung wurden gewählt von der ersten Abteilung Brennereibesitzer Bernhard Druffel; von der zweiten Abteilung Landwirt Heinrich Mätte sen. und von der dritten Abteilung Rangierführer Albert Lange auf die Dauer von sechs Jahren. ** Geisecke, 21. Noobr.(Unfall.) Im hiesigen Bahnhof wurde ein Bahnarbeiter von einer Wagentür so unglücklich an den Kopf getroffen, daß er eine schwere Schädelverletzung erlitt. Der Verunglückte wurde von Mitgliedern der Sanitätskolonne in das evangl. Krankenhaus nach Schwerte gebracht. *e Lichtendorf, 21. Noobr.(Das eiserne Kreuz) ist dem Gesreiten Brauckmann wegen seiner vor dem Feinde bewiesenen Tapferkeit verliehen worden. Wir gratulieren! e* Lichtendorf, 21. Noobr.(Liebesgaben.) Bereits am 17. d. M. konnte eine größere Sendung Liebesgaben an die im Felde stehenden Söhne unserer Gemeinde abgesandt werden. Durch eine erneute Sammlung soll nun eine weitere Sendung an unsere wackeren Vaterlandsverteidiger ermöglicht werden. Diese zweite Sendung soll am 27. d. M. abgehen. Bei dem bekannten Wohltätigkeitssinn der Bürgerschaft darf wohl erwartet werden, daß auch diesmal die Spenden wieder reichlich fließen werden und machen wir auf den diesbezüglichen Aufruf in heutiger Nummer auch an dieser Stelle noch aufmerksam. ** Bürenbruch, 21. Novbr.(Das eiserne Kreuz) ist dem Jäger im 11. Jäger=Batail= lon Wilh. Hache von hier verliehen worden. Wir sprechen dem tapferen Krieger, der bei dieser Gelegenheit gleichzeitig zum Oberjäger befördert wurde, unsern besten Glückwunsch aus! Briefkasten. Alter Abonnent. Wie oft sollen wir denn sagen, daß Zuschriften ohne Namensnennung dem Papierkorb anvertraut werden. Gottesdienste. Evang, ref. Gemeinde. Sonntag 9 Uhr: Vorbereitung zum hl. Abendmahl. 9½ Uhr: Pastor Terberger. Evang. luth. Gemeinde. Sonntag 9 Uhr: Beichte. 9½ Uhr: Paster Ohlig (hl. Abendmahl) 11 Uhr: Kindergottesdienst. 5 Uhr: Pastor Wischnath. Gemeinde Westhofen. Sonntag 10 Uhr: Pastor Klinker. 11¼ Uhr: Kindergottesdienst. Katholische Pfarrkirche, Schwerte. Sonntag, 22. November. 6¼ Uhr: Stille hl. Messe. Kaplan Röseler. 7¾ Uhr: Frühmesse mit Predigt. Gem. hl. Kommus nion der Jungsrauen, der schulpflichtigen Kommunikanten, des Cäcilienvereins und des Gesellenvereins. 8¾ Uhr: Schulmesse mit Predigt. Pfarrer Schnurkuus. 10 Uhr: Hochamt mit Predigt. Nachm. 2½ Uhr: Christenlehre. Lichtendorf=Sölderholz. 7½ Uhr: Frühmesse mit Predigt. Gem. hl. Kommunion der Jungfrauen und der schulpflichtigen Kommunikanten. 10 Uhr: Hochamt mit Preeigt. 2 Uhr: Christenlehre. Stadttheater Dortmund. Sonntag, 22. November 1914, nachmittags 3 bis 6¼ Uhr:„Kabale und Liebe,“ ein bürgerliches Trauerspiel von Friedrich von Schiller. Abends 7½ bis 11 Uhr:„Tannhäuser und der Sängerkrieg auf der Wartburg.“ Handlung in 3 Aufzügen von Richard Wagner. Montag, 23. November 1914, abends 7 bis 10 Uhr: „Die fünf Frankfurter". Lustspieg in 3 Akten von Carl Rößler. Verantwortlich für die Redaktion Friedr. Kraas, Druck u. Verlag von Carl Braus, beide in Schwerte. Eine reizende Neuheil, welche die Kinder spielend Geschicklichkeit erlangen läßzt und gleichzeitig Anregung verschafft, erhält auf Wunsch jeder Leser dieser Zeilen kostenfrei von Nestle's Kindermeh'=Gesellschaft. Berlin W. 7. Es ist dies eine Ausschneidepuppe mit drei verschiedenen, allerliebsten Gewändern, womit die Kinder sehr gern und lange spielen Auf Wunsch wird auch eine Pobedose des berühmten Kindermehls ums nst beigesügt. 7250 Hindenbu Der Berliner en Freien Presse, führlich über sein sten von Hindenb. Schilderung des besonders des Ge Oberstleutnants S# rungen Hindenbur haltung an der A nach seinen Erfah mit der österreich Die Oesterreicher nete Soldaten. mutig und tapfer. ter und setzen in Kämpfe die beste Oesterreicher und raden. Der Verk der verbündeten genehmsten Form mentlich in regen dem Führer der lung haben. Uel im Wesentlichen Soldaten und hal scheidet schließlich Disziplin ist etw österreichisch=ungar Heeren ist sie da russischen Heere n Gehorsam. Die Kriege mit Japas festigungen. Sie ben. Nun wirdd ben, wenn die Er Vorteile, die uns Russen bringt. 2 kriechen können, u Vor der russischen garnicht. Die Ur den Russen; sie i Tannenberg ware Man sah, daß sie ist nicht entscheid noch weniger als nicht niederwalzer mürbe. Alle Anz bald fertig sind. ginnt es ihnen zu die Offiziere erm Land leidet Not. erlich, doch es ist man keinen Krieg Kriegführung ist, Wirklichkeit, denn zu Ende. Man n russischen Truppen mehr weiter könn gegenwärtig vor Deutschland und Nerven haben un sie haben und we siegen. Vom Da Ein Die Das Gel R. Hedwig ka versenkt, in de immer nur di habe es ja gl erwarten wür Im Haus noch immer Mann, der si kleinen Julie denn früher Vorwande, Schmerzes u werden, die machte keinet ja es schien lein sei. Stunden beit in den nähen, nun ster; an schöt ziemlich entl in nächster A zerfallene St ihrem armen den Töchterd Hause mit si Als sie e mal durch di ein Schatten deren Klang halblaut ihr von Hoyer r lette wahrho „Darf ich renz?“ frag zunge Frau Nr. 278. Beilage. Schwetter Heitung Samstag, 21. November 1914 A Amtliches Kreisblatt. Hindenburg über die Russen. Der Berliner Korrespondent der Wiener Neuen Freien Presse, Paul Goldmann, berichtet ausführlich über seinen Besuch bei dem Generalober= sten von Hindenburg und gibt eine charakteristische Schilderung des Armeeführers und seines Stabes, besonders des Generals von Ludendorff und des Oberstleutnants Hoffmann. Er gibt m. a. Aeußerungen Hindenburgs bei einer zwanglosen Unterhaltung an der Abendtafel wieder. Auf die Frage nach seinen Erfahrungen bei dem Zusammenwirken mit der österreichischen Armee sagte Hindenburg: Die Oesterreicher und die Ungarn sind ausgezeichnete Soldaten. Mannschaften und Offiziere sind mutig und tapfer. Wir kämpfen Schulter an Schulter und setzen in den Fortgang dieser gemeinsamen Kämpfe die besten Hoffnungen. Wir schätzen die Oesterreicher und Ungarn als vortreffliche Kameraden. Der Verkehr zwischen den Oberkommandos der verbündeten Armeen vollzieht sich in den angenehmsten Formen. Gegenwärtig stehen wir namentlich in regen Beziehungen mit General Dankl, dem Führer der ersten Armee, mit der wir Fühlung haben. Ueber die Russen sagte Hindenburg im Wesentlichen folgendes: Die Russen sind gute Soldaten und halten Disziplin. Die Disziplin entscheidet schließlich den Feldzug. Aber die russische Disziplin ist etwas anders als die deutsche und österreichisch=ungarische Disziplin. In unseren Heeren ist sie das Resultat der Geistesmoral, im russischen Heere mehr ein stummer und stumpfer Gehorsam. Die Russen lernten viel seit ihrem Kriege mit Japan. Ihre Stärke sind die Feldbefestigungen. Sie verstehen glänzend, sich einzugraben. Nun wird das Eingraben bald ein Ende haben, wenn die Erde hart friert. Das ist einer der Vorteile, die uns der Winterfeldzug gegen die Russen bringt. Wenn sie nicht mehr in die Erde kriechen können, wird es den Russen schlecht gehen. Vor der russischen Uebermacht fürchten wir uns garnicht. Die Uebermacht gehört nun einmal zu den Russen; sie ist ihre hauptsächlichste Wafe. Bei Tannenberg waren sie uns dreifach überlegen. Man sah, daß sie ihnen nutzte. Auch die Ueberzahl ist nicht entscheidend; im gegenwärtigen Stadium noch weniger als bisher. Die Russen werden uns nicht niederwalzen, im Gegenteil, die Russen sind mürbe. Alle Anzeichen deuten darauf hin, daß sie bald fertig sind. An Waffen und Munition beginnt es ihnen zu fehlen. Auch hungern sie. Selbst die Offiziere ermangeln der Nahrung. Auch das Land leidet Not. Lodz hungert. Das ist bedauerlich, doch es ist gut so. Mit Sentimentalität kann man keinen Krieg führen. Je unbarmherziger die Kriegführung ist, um so barmherziger ist sie in Wirklichkeit, denn um so eher bringt sie den Krieg zu Ende. Man merkt es auch an der Art, wie die russischen Truppen sich schlagen, daß sie bald nicht mehr weiter können. Der Krieg mit Rußland ist gegenwärtig vor allem eine Nervenfrage. Wenn Deutschland und Oesterreich=Ungarn die stärkeren Nerven haben und durchhalten— und sie werden sie haben und werden durchhalten— so werden sie siegen. Hindenburg. Vom großen Völkerstreiten Da draußen, heiß und schwer, Strahlt nun durch alle Zeiten Ein Name hoch und hehr. Wohl über Land und Meere, Die ganze Welt hindurch, Klingt heut zu Deutschlands Ehre: „Der„Name Hindenburg. Den Kriegsruf ließ erschallen Der list'ge Dreiverband, Um jäh zu überfallen Der Deutschen Vaterland. Und als mobil geworden Engländer und Franzos', Ließ man die Russenhorden Auf uns im Osten los. Da rief Alldeutschlands Kaiser: Heran mit Hindenburg! Der greift gewiß als weiser Stratege tüchtig durch. Da lacht der alte Degen: So reicht mir Rock und Schwert, Potz Rheuma, meinetwegen, Die Ruh ist mir nichts wert. Ich will dazwischen schlagen, Wenn mir es gut erscheint! So ging mit kühnem Wagen Der Alte auf den Feind. Nicht hat den wackren Recken Gestört die Uebermacht, Er wird des Feindes Schrecken Und Deutschlands treue Wacht. Schon zweimal ist geschlagen Die russische Armee, Drauf los ging's ohne Zagen, Daß ihr die Lust vergeh. Dort im Masurenlande Trieb er sie in den Sumpf. Und nun am Weichselstrande Zum zweiten Mal Triumph! Die Jubelglocken klangen Frohlockend durch das Land. Vieltausend Mann gesangen, Ein großer Sieg erstand! Erbeutet viel Geschütze, Besagt das Extra-Blatt. Was sind dem Feind sie nütze, Wenn Hindenburg sie hat. Vom großen Völkerstreiten Da draußen, heiß und schwer, Strahlt nun durch alle Zeiten Ein Name hoch und hehr! Treu steht auf seinem Posten Der Alte und schlägt drein. Es steht die Wacht im Osten Fest, wie die Wacht am Rhein! A. I. Der Biief des Kosaken. Den folgenden Brief eines Kosaken, der in Döberitz gefangen sitzt, veröffentlicht die„Kreuzztg.“, der wir die Gewährleistung seiner Echtheit überlassen müssen: „Maruschka, Braut geliebtes! Is sich großes Glück, das ich so gutt kann deitsch, sonst ich nicht dirfte schreiben an dir, weil ich bin in deitsches Gefangenlager und weil deitsches Lufsicht nur laßt abgehen Briefe, was sind geschrieben in tadellos deitsch. Geh' zu Pope mit das Brief. Pope soll übersetzen in russisch, damit du verstehst denn du leider ja nicht kannst deitsch weil du bist ja blödes einfältig Russenmagd Maruschka Braut geliebtes. Srr komisch is in deitschland soll dir Pope übersetzen zuerst sind wir geritten hoch zu Roß durch Dörfer deitsches kam durch Städte deitsches war srr komisch jeder Deitsche hat eine Drehorgel was sich aber, nicht zum drehen is. Drehorgel ist schwarz angestrichen mit weizes Gebiss und wenn deitsches sich will Musik, dreht sich nitt sondern haut mit die Hände auf das Gebiss von das Drehorgel. Srr komisch in Deitschland wenn deitsches hat sich hunger ssreß sich nicht mit das Hand sondern immer in das rechte Hand kleines Säbel in linke großes Beißzange, wenn deitsches sauft giest erst hin und her weil es zu dumm zu saufen aus Flasche. Wenn russissches Mann nimmt Abschied von Weib Mann prügelt Weib und Kinder seinige so zartfühlende is sich russisch Mann. Wenn deitsches Mann Abschied nimmt beißt er ir in Mund, deitsches Weib is grausam. Werd ich auch versuchen nächstes Mal wenn Abschied nehme von dir Maruschka Braut geliebtes vorzeitig wonig Auszigt hier zu nehmen Abschied von dir. Sitze ich hier in Hauptstadt von Deitschland heißt sich Döberitz kannst sagen Pope soll sich haben geirrt, Hauptstad is sich Aberglaube heißt sich nis Berlin, Hauptstad heiß sich Döbberitz. Hat mir gefangen französisch Kamerad selbst gesagt. Döbberitz sich Hauptstadt von Deitschland und Deitschland is Hauptstad von Preisen. Pope soll sich weiter sagen, damit wenn General wider zieht gegen Preise soll nicht marschieren auf Berlin, sondern Döbberitz. Lebe wohl Maruschka Braut geliebtes. Gib da gute Cäsar, das brave Hundevieh 25 Schläge mit das große Stock, damit Hundevieh mich nicht ormist. Auch du sei innig gegrüs von dein treies Ivan Kosak gefangenes. Fressen is sich gut. Walle. Belohnte Kaltblütigkeit. In der Front auf dem westlichen Kriegsschauplatze hatte sich der Gefreite Bildhauer Flormann aus Höxter wiederholt vor dem Feinde ausgezeichnet und hatte dafür das Eiserne Kreuz erhalten. Als er neulich wieder im feindlichen SchrapnellFeuer lag, ohne daß das Feuer erwidert werden konnte, fing er mit aller Seelenruhe an, mit Hilfe seines Taschenmessers in einen Stein das Bildnis des Kaisers zu modellieren. Das Bild war so künstlerisch ausgeführt, daß es ein Offizier an sich nahm und dem Kaiser überreichte. Der Kaiser, dem die Ruhe des Soldaten=Bildhauers inmitten der platzenden Granaten sichtlich erfreute, ließ der Mutter des Künstlers aus dem Felde sein eigenes Bildnis zusenden mit folgender eigenhändig geschriebener Widmung: Zum Danke für sein im Feuer des Feindes von mir gefertigtes Porträt— ein Zeichen seiner Unerschrockenheit und kaltblütigen Tapferkeit— Charleville, 27. Oktober 14. Wilhelm J. R.— Wie auch seine Vorgesetzten und Kameraden dieses ehrenvolle Geschenk zu würdigen wissen, geht aus einem Anschreiben des Regiments=Chefs hervor, welcher der Mutter riet, dies Bild seines großen Wertes halber erst einrahmen und unter Glas setzen zu lassen, bevor es den Bekannten und Verwandten gezeigt würde. — Handgranaten. In den jüngsten Ballkankriegen wurden die Elitemannschaften hoch gefeiert, die mit Todesverachtung gegen feindliche Befestigungen vordrangen und den Feind mittels Handgranaten aus seinen Verschanzungen heraustrieben. Unsere Leute tun es im jetzigen Kriege nicht anders, nur machen sie aus der mutvollen Anwendung der Handgranaten kein Aufhebens. Man erfährt davon nur gelegentlich etwas, so jetzt zum ersten Male aus den Mitteilungen über die Aisne=Kämpfe durch den Kriegsberichterstatter des„B. T.“. Es heißt da: Von seiner Batterie, die südlich von Nouvrey, also fasst genau im Zentrum, unserer großen Schlachtlinie von Reims bis Verdun steht, schleicht ein Vizewachtmeister nachts mit dreien seiner Leute u. vier Pionieren den feindlichen Schützengräben zu, auf dem Bauch durch Lehm und Kalk und Wald. Die acht Mann kommen, obwohl einmal angerufen, durch die Vorberge der Argonnen an die Schützengräben heran. Zwei Stunden lagern sie im Dunkel vor ihnen, so nahe, daß sie die Gespräche der Franzosen hören können. Dann, in einem günstigen Augenblick, schleuderten sie die mitgebrachten Handgranaten in die Schützengräben, Blitz und Donner erfüllt die Nacht, das Wehgeschrei der Verwundeten zeigt die Wirkung des Streiches, und hinter den flüchtenden Angreifern donnert zu spät zweimal eine Salve der Ueberfallenen hinterdrein. Alle acht sind unversehrt entkommen und erhielten alsbald das Eiserne Kreuz. Die sechsmal gesoltene Henne. An der bosnischen Grenze hatte ein Soldat nach vieler Mühe endlich eine schöne fette Henne aufgetrieben. Mit großer Freude machten sich die Leute bei der nächsten Rast daran, das Tier zu kochen. Eln tiefes Loch wurde gegraben, unten Feuuer angemacht, und die Grube mit Laub verdeckt. So kochte die Henne fröhlich ihrer Bestimmung entgegen. Da gab es plötzlich Alarm! Um die Henne nicht zu verlieren, steckte sie ein Soldat in seinen Tornister. Der Dampf stieg in lieblichen Schwaden daraus hervor und dem Soldaten brannte der Rücken von der Hitze. Mit der damrfenden Henne im Tornister machte er das Gefecht mit, und bei der nächsten Rast wurde weiter. gekocht. Wieder unterbrach der Weitermarsch das leckere Kochen, und noch sechs Mal wurde das Kochen der Henne unterbrochen. Als endlich Ruhe eingetreten war uund die Henne nun zum siebenten Mal endgültig zu Ende gekocht werden konnte, soll sie nicht ganz weich gewesen sein und die Soldaten fragten sich im Scherz, ob sie vielleicht statt der Henne eine Hose oder etwas ähnliches aus dem Tornister gezogen hätten. Aber geschmeckt hat sie doch. Büchertisch. Alle unter dieser Rubrik besprochenen Bücher sind in der Carl Braus'schen Buchhandlung zu haben. Eine prächtige Karte des Türkisch=russischen Kriegsschauplatzes ist die von der Kartogr. Anstalt G. Freytag u. Berndt, Ges. m. b. H., Wien 7, Schottenfeldgasse 62, zum Preise von Mk. 0,85, mit Porto Mk. 0,95 herausgegeben, von Gr. Freytag bearbeitete. Im Maßstabe 1:3 Millionen gehalten, zeigt das außerordentlich viele Namen ausweisende 65:100 Zentimeter große Blatt in schöner vielfarbiger Ausführung das Schwarze und das Kaspische Meer mit den dazwischen liegenden kaukasischen Grenzgebieten ganz, reicht nördlich bis Kischinew und über das Asowsche Meer sowie Rostow a. Don und Astrachan hinauf, süttlich bis Beinut, Damasku, Bagdad, so daß noch die Insel Cypern ganz erscheint. Im Westen ist Bulgarien(ganz) und Rumänien fast vollständig dargestellt, ebenso das ganze Agäische Meer mit der griechischen Küste. Verantwortlich für die Redaktion Friedr. Kraas, Druck u. Verlag von Carl Braus, beide in Schwerte Das Geheimnis von Chalberg. Roman von F. Kuntschner. 12 Hedwig kauerte indes, in stummen Schmerz versenkt, in der dunkelsten Ecke des Gemaches und immer nur dieselben Worte:„O mein Gott, ich habe es ja gleich gesagt, daß uns hier das Unglück erwarten würde.“ 8. Kapitel. Im Hause des Laurenz'schen Paares herrschte noch immer Trauer und besonders war es der Mann, der sich am schwersten in den Verlust der kleinen Julie hineinzufinden vermochte. Oefter noch denn früher brachte er unter dem gewiß plausiblen Vorwande, in fremden Räumen leichter seines Schmerzes um den verlorenen Liebling Herr zu werden, die Abende auswärts zu und Hedwig machte keinen Versuch, ihn ans Haus zu fesseln, ja es schien sogar, als ob sie jetzt am liebsten allein sei. Stundenlang saß sie, ein Buch, oder eine Arbeit in den Händen, ohne jedoch zu lesen oder zu nähen, nun still vor sich hin träumend, am Fenster; an schönen Tagen aber wanderte sie auf den ziemlich entlegenen Friedhos hinaus, setzte sich dort in nächster Nähe des kleines Grabes auf eine halbzerfallene Steinbank und hielt Zwiesprache mit ihrem armen, kleinen, unter Blumen schlummernden Töchterchen, das allen Sonnenschein aus dem Hause mit sich genommen hatte. Als sie eines Tages Anfang März wieder einmal durch die Friedhofspforte schreiten wollte, fiel ein Schatten über ihren Weg, eine Stimme, bei deren Klang sie unwillkürlich zusammenschrak, rief halblaut ihren Namen und aufblickend sah sie Ilona von Hoyer vor sich, die ihre schicke Frühjahrstoilette wahrhaft entzückend kleidete. „Darf ich mich Ihnen anschließen, Frau Laurenz?“ fragte die Baronesse sreundlich und die zunge Frau mußte, wenn sie nicht direkt unhöflich erscheinen wollte, natürlich Ilonas Begleitung, so unangenehm diese ihr auch war, annehmen. „Ach, man hat seine Stimmungen, Frau Hedwig,“ sprach diese, da Hedwig durch eine Bemerkung ihrer Verwunderung, die junge Dame an diesem Orte zu sehen, Ausdruck gab, weiter,„gewisse weltmüde Anwandlungen. Kommen Sie, bitte. Ich möchte wirklich einmal einen Gang durch den Friedhof machen. Natürlich gehen wir zuerst zu Ihrem kleinen Mädchen.“ Hedwig schüttelte nur stumm den Kopf. Welch eine Maronette von dieser Welt= und Modedame, die man sich eigentlich nur auf dem glatten Parkett vornehmer Salons denken konnte, Friedhofspromenaden zu machen. „Wie glücklich sie sind, diese stillen Schläfer da unten!“ sagte die Baronesse, plötzlich stehen bleibend und mit der feinbehandschuhten Rechten nach all den Hügeln weisend.„Sie haben überwunden, was das Leben an Mühsalen und Aengsten den Menschen auferlegt.“ „Und glauben Sie, daß sie nun wirklich auch die ersehnte Ruhe und den begehrten Frieden genießen?“ fragte Hedwig mit jäh erwachtem Interesse.„Und glauben Sie auch an ein Wiederfinden dort droben?“ Baronesse Ilonas dunkle, große Augen nahmen einen sinnenden, an Schwermut grenzenden Ausdruck an, der ihre pikanten Züge seltsam veränderte. „Meine selige Großmama, eine geborene Gräfin Emerenczy, in deren Hause ich lange Zeit gelebt, ist eine fromme Frau gewesen. Verstehen Sie mich, Frau Hedwig, von jener echten Frömmigkeit, die tief im Herzen sitzt und sich nicht in leerem Formenkram äußert. Bei ihr war es nicht so wie bei vielen, die die Religion wie ein Handwerk betreiben und sie machte auch nicht viel schöne Worte darüber, aber man war überzeugt, daß sie tiefgläubig war. In der Seele dieser seltenen Frau lag eine nähere Berührung kam, lichten Schein auszustrahlen schien. Wenn ich stets bei ihr hätte bleiben können — dann——“ Baronesse Ilona schwieg und pflückte, sich bückend, eine Blume vom Wegesrand. „Die Dame starb?“ fragte Hedwig, die sich seltsam bewegt fühlte, mit leiser Stimme. „Ja, sie starb— viel zu früh für alle, die sie geliebt. Warum sterben oft die besten, edelsten Menschen so früh? Ich kam dann wieder in mein Elternhaus zurück und“— ihre Stimme wurde jetzt hart und spöttisch—„nicht lange dauerte es, so wurde der in meine junge Seele gestreute Same erstickt durch jäh emporschießendes Unkraut, da keine Hand da war, die es ausgerissen hätte.“ „Und so wurden Sie allmählich—“ „Die spöttische, gleichgültige Weltdame, die freilich ab und zu noch immer sentimentale Regungen hat und an die im Hause der Großmutter verlebten Jahre wie an ein entschwundenes Eden zurückdenkt.“ „Und— Ihre Mama?“ „Meine Mutter?" Ilona zuckte die Achseln. „Mein Gott, sie ist ja auch nicht böse oder frivol, aber wissen Sie, Frau Hedwig, das Leben hat sie vollständig umgewandelt. Ihr Herzenswunsch ist jetzt nur der, einen reichen Schwiegersohn zu finden.“ Sie lachte grell und hart auf, dann aber fuhr sie, mit dem Rücken sich an einen hohen Grabstein lehnend, sich hastig mit dem feinen Taschentuch über die Augen. „Und Sie selbst, Baronesse?“ fragte Hedwig, voll Mitleid die Hand der jungen Dame ergreisend. „Ich? Mein Gott, man wird mich nicht lange fragen, ob ich will oder nicht. In unseren Kreisen kommt das Herz selten auf seine Rechnung. Aber ich werde nicht daran sterben.“ kristallhelle Klarheit, die auf jeden, der, mit ühr inI,„Rein, nur, was in meinen Augen weitschlimmer ist, als dies, vielleicht zeitlebens elend werden.“ „Elend!“ „Ja, wenn eine Frau— wie Sie— auch Herz hat.“ „Kommen Sie,“ lachte Ilona aufs neue hell auf,„ich glaube, die Luft hat ihren schlimmen Einfluß auf unsere Nerven: wir sind auf dem besten Wege, sentimental und schwärmerisch zu werden wie zwei eben dem Pensionat entronnene Backfische. Doch, ich bin Ihnen, Frau Hedwig, noch die Antwort auf Ihre ersten Fragen schuldig, die ich aber nicht so kurzweg mit einem einfachen Ja oder Nein beantworten kann. Aufrichtig gesagt, habe ich über diese Punkte noch nie nachgedacht; wer spricht denn, mitten im vollen Leben, in der Jngend stehend vom Tod, denkt an ein Jenseits oder glaubt daran? Wenn man einen der stillen Schläfer da unten befragen könnte? Ob sie Antwort zu geben wüßten? Ein geistreicher Mensch sagte einmal„Entweder wissen die Toten alles oder nichts!“ Diese wenigen Worte regen zum Denken an. Doch, nun ist es genug des Philosophierens, wir kämen doch nie zu einem Ende. Schließen wir die stillen Toten ein, lassen wir sie weiter schlummern und träumen und kehren zurück ins frische, voll pulsterende Leben. Damit zog Baronesse Ilona mit kraftvoller Hand das schwere Friedhofstor ins Schloß. „Also, Frau Hedwig, es hat mich sehr gefreut, mit Ihnen eine Stunde verplaudert zu haben," sagte sie, der jungen Frau freimütig die Hand bietend.„Wollen Sie uns nicht einmal besuchen? Vielleicht zerstreut es Sie ein wenig? Stören, meineu Sie, Frau Hedwig? Ach, gewitz nicht, wir leben eigentlich sehr still, Mama und ich.“ Hedwig, die sich im geheimen nach etwas mehr Leben sehnte, sagte schüchtern zu. Ilona aber ging langsam, auf eine zufällige Begegnung mit Ranvoolin hoffend, heimwärts. 90 K 95 3 5 53 WS i e Stickereien, Gardinen, Waschseide sowie alle zarten Stolle, die keine rauhe Behandlungs heim Waschen vertragen, werden vollkommen rein, blendend weiss und. wie neu durch Persil das selbsttätige Waschmittel wäscht von selbst, ohne Reiben und Bürsten, daber grösste Schonung des Gewebes. Bester Ersatz für Rasenbleiche. Uabersl erhllich, niemels lose, nur in Original-Pakeren. LI;„ HENKEL& Co., DUSSELDORF, Auch Fabrikanten der allbelicbten Ttelin el's Bleich-Soda. I Se Sache Site mne Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, am Preitag morgen 10½ Uhr unser innigstgeliebtes Söhnchen Käffenen nach kurzer, schwerer Krankheit im Alter von 8½ Monaten zu sich in die Ewigkeit zu nehmen. Famille Fr. Ulenbrauck. Ergste, den 20. November 1914. Die Beerdigung findet Mon’ag, den 23. Nov.. nachm. 3 Uhr vom Sterbehause aus statt. 7271 Angemeine Veiskranninnasse Weschofen. Am 28. November 1914, abends 8½ Uhr findet im Lokale des Herrn L. Weiberg hierselbst Ausschußsihung statt, wozu die Ausschußmitglieder eingeladen werden. Tagesordnung 1. Wahl der Rechnungsprüfer für die Rechnung des laufenden Jahres. 2. Festsetzung des Voranschlags für 1915. Westhofen, den 20. November 1914. 7261 Der Vorstandsvorsitzende. 6 Programm für Samstag, 21. Rovember. 2 Neueste Kriegssonderausgabe. # 1. Lazarellslolkille auf der Fahrk von Berlin nach# der oberen Oder.„ 2. Gesanzene Franzosen und Engländer im Senne# lager bei Padervorn. □ 3. Schottische Hochländer. die wegen ihrer kurzen Röcke von unseren Soldaten„Ballektratten“ genannt werden. 4. Eine von den Russen gesprengte Eisenbahnbrücke bei Czenstochau. 5. Flüchtlinge unter dem Schutze unserer Truppen. 1 6. Protzensammelstelle hinter der Feuerlinie. # 7. V o n u n s e r e n P i o n i e r e n h e r g e s t e l l t e s c h w i m m e n d e## Brücke über die überschwemmten Gebiete Belgiens. 8. Feuernde Feldbatterien. 7294 9 D u. Sue tiche Büie. „Das Geheimnis von Coaiseroo“. ∆ Spannendes Detektivdrama. 2 Akte. „Dem Abgrunde entgegen“. " Spannendes Gesellschaftsdrama in 3 Akten. Dupin wird ein Opser! Ein Abenteuer in der seines Heldenmutes. II Eisenbahn. Ao burz#schtine Galider Romanze aus Wild=West. ## der nurzsichtige Pollvor. Spannendes Drama Heirat im Expreßzug. dem wilden Westen. aus Gostentsausschlag. Pickel, Mitesser, Flechten verschwinden meist sehr schnell. wenn man den Schaum von Zucker’s Patent- Medizinal-Seife, à St 50 Pf.(15%ig) u. 1.50 M (5% ig. stärkste Form) abends eintrocknen läßt. Schaum erst morgens abwaschen und mit Zuckooh- Creme(à 50 und 75 Pf. 2c) nachstreichen. Großartige Wirkung, von Tausenden bestätigt. Zu haten di C. Trog, Max Nchlhose, Drogerien. Dianose Flügel u-- Sesem Ho. Prasse Bestsmesee: direkt an Privote Poths Junius Hagen foich Gedio Statt besonderer Anzeige. Gestern abend ½12 Uhr ist unser innigstgeliebter, guter, treusorgender Vater, Schwiegervater und Grossvater Herr PrieurrMademamrgen. Schufte Khoinen Ehrenamtmann a. D. nach einem tatenreichen Leben im Alter von 76 Jahren seiner vor 4 Wochen ihm vorangegangenen Gefährtin in die obere Heimat gefolgt. Dortmund, den 20. November 1914. Die trauernden Hinterbliebenen. Die Beerdigung findet am Montag, den 23. November morgens, 2i,# vom Trauerhause, Dresdenerstrasse 6, aus nach dem Südwestirleduere, die Hausandacht ½ Stunde vorher statt.— Es wird im Sinne des Verstorbenen gebeten, von Kranzspenden Abstand zu nehmen.—(7260) Piaeliral. Gestern starb unerwartet infolge Herzlähmung unser langjähriger, bewährter Beamter, Herr Magazin-Verwalter Hormahn-Cuchohuren Wir verlieren in demselben einen treuen Mitarbeiter und lieben Kollegen, dem wir ein ehrendes Andenken bewahren werden. Schwerte, den 21. November 1914. Die Direktion und die Beamten der Eisenindustrie zu Menden und Schwerte. 7268 Infolge frühzeitigen Einkaufes kann ich zu alten Preisen für unsere Krieger abgeben. 6845 Normal-Hemden Nomal-Hosen Zwirn Unterhosen (ohne Naht gewebt) für Kavalleristen Hautjacken Biber-Hemden gestrickte Westen Kopfwärmer. Erhet Malter Ostenstrasse 18. Um unseren tapferen Kriegern zu Weihnachten eine kleine Freude bereiten zu können, werden die Bewohner der Gemeinde Lichtendorf gebeten, Liebesgaben jeglicher Art bis zum 27 d. Mts. zu spenden. Gegebenenfalls werden die Gaben abgeholt. Sammelstelle ist bei dem Gemeindevorsteher Hohenschwerk errichtet. 7265 Gebbndiles Viehseuchenpolizeiliche Anoronung. Zum Schutze gegen die Maul= und Klauenseuche wird auf Grund des§ 18 ff. des Viehseuchengesetzes vom:6 Juni 1909 Reichsgesetzblatt Seite 519 mit Ermächtigung des Herrn Regierungs=Präsidenten folgendes bestimmt. Nachdem nach Amtstierärztlicher Festellung die Maul= und Klauenseuche unter den Rindviehbeständen der Landwirte Schulte zu Eichlinghofen, sowie Ostermann und Wortmann gent. Heimsoth zu Gr. Barop abgeheilt und eine Neuerkrankung nicht vorgekommen, die Desinfektion vorschriftmäßig ausgeführt und durch den Kreistierarzt abgenommen ist, gilt die Seuche auf den erwähnten Gehöften als eiloschen Die in meinen viehseuchenpolizeilichen Anordnungen vom 21. Oktober und 22. Oktober d I. angeordneten Schutzmaßregeln hebe ich daher hiermit auf. 7263 Hörde, den 19. Nooember 1914. Der Königisbe Landrat. J. V. Dr. Burchard. Damen-Kostüme Röcke " Palerots werden auf eigener Werkstatt in feinster Ausführung angefertigt. Grosse Auswahl modernster Kostüm-Stoffe. 6869 Erhet-Malter Schwerte, Ostenstr 18. wieder vorrätig. 7232 E. Homel. Meiallbeiten Natalogstei Holzrahmenmatr., Kinderdetten Eisenmödelsabrik. Suhl i. Th. Bekanntmachung An der Güterabfertigung des Bahnhofes hierselbst wird stadtseitig ein Wuggon Woltmann=Kartoffeln zum Preise von 3 40 Mk. für den Zintner verkauft. Die Abgabe erfolgt heute in der Zeit von 10 Uhr vormittags bis 4 Uhr nachmittags. Behälter sind mitzubringen. Schwerte, den 21. November 1914. 7260 Der Magistrat. Allerer Tager arbeiter auch findet Stellung bei Wesisar. Bamwerne vormals 7245 Schwerker Broifabrik. Mealsle boli. i. cne Umenav 1 Thür. Prosp. frei Statt besonderer Anzeige. Dem Herrn über Leben und Tod hat es gefallen, gestern mittag 12½ Uhr meinen geliebten guten Mann, unsern treusorgenden Vater, den Hüttenbeamten im Alter von fast 56 Jahren plötzlich und ganz unerwartet infolge Herzschlags zu sich in die Ewigkeit zu nehmen. Mit der Bitte um stille Teilnahme zeigen dies allen Freunden und Bekannten an Frau Auguste Jackenkroll geb. Tillmanns und 4 Söhne darunter 2 im Felde. Schwerte, den 21. November 1914. Die Beerdigung fiodet am Montag, den 23. d. Mts., nachm. 8 Uhr vom Sterbehause, Ruhrstr. 4, aus statt. Trauerfeier im Hause um 2½ Uhr. Es wird gebeten, von Beileidsbesuchen Abstand zu nehmen. 7259 Krieger=Verein Schwerke(Ruhr). Zur Teilnahme an der Beerdigung des KameraHerm. Jackenkroll treten die Vereinsmitglieder am Montag, den 23 Noo d. J., nachm. 2½ Uhr im Vereinslokale „Im Reiche des Wassers“ (I ckenhöfer) an. Abmarsch punkt 2¾ Uhr. Orden. Ehren= u. Vereinsabzeichen sind anzulegen Um zahlreiche Beteiligung wird höfl. gebeten Schwerte, 21. Noo. 1914. 7258 Der Vorstand. Gott dem Allmächligen hat es gefallen, Donnerstag morgen ½9 Uhr unser liebes Söhnchen, Brüderchen, Enkelchen u. Neffe Hubert 72 6 plötzlich und unerwartet im zarten Alter von 3 Jahren 4 Monaten zu sich zu nehmen. Dieses zeigen an in tiefer Trauer 7 Familie Carl Torwesien. * Schwerte, 19. Nov. 1914. = 1. Die Beerdigung findet Sonntag. nachm. 3 Uhr 3 vom Trauerhause, Regen* bogenstr. Nr. 1, aus stalt. Schneestern, Wolle zum Stricken und Häkeln für Jacken, Sweater und Mützen in vielen Farben vorrätig im Haulhaus Ollo Mark Schwerte, Ostenstr. 20. 2 und 3 Zimmer= mit Stallung und Gartenland zu vermieten. 6317 Näheres Schützenstr. 2. 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Es gibt keine Aehren, und die Hülsen sind so zart, baß man sie mit dem Korn zusammen verzehren kann. Dieser Mais ist leichter verdaulich, schmeckt besser und kostet weniger als jedes andere Getreide und eignet sich trefflich dazu, in unterirdischen Korngruben aufbewahrt zu werden. Das Wundergetreide hat in Amerika das höchste Aufsehen hervorgerufen und soll beitragen, die große Frage der Zukunft, die ja eine Magenfrage sein wird, zu lösen. C. K. Denkspruch. Nichts läßt sich für die Coten hier mehr tun: Ihr Cagewerk ist um, sie dürsen ruhn. Doch schläst dir unter einem Hügel nah Ein Herz, durch das dir Liebes nur geschah, Und das, um dich besorgt bei Cag und Nacht. Allein an dich, an dich allein gedacht, Dagegen du den Dank ihm oft entzoglt Und es um seine Zättlichkeit betroglt: Dann geh hinaus und wut dich aut sein Grab Und bine leinem Staub die Schuld noch ab! Martin Greit. Schach. ###s, B PA K 6.43 ##e Bearbeitet von E. Schallopp. Aufgabe Nr. 389. Von D. J. Densmore in Brooklyn. Im Problemturnier des„Brooklyn Chess Club“ preisgekrönt. Schwarz: 5 Steine. Weiß: 6 Steine. Weiß zieht an und setzt mit dem 3. Zuge matt. 420—#0 S 92—93 g—1001 3 22—83*•••• 49 5—1901•s(00) N—#29x13 49—138 22 93—JüM Kr3X)r-— sod's(-D 22—88 fe-II. 7 93—92 fePartie Nr. 392. Aus dem St. Petersburger Großmeisterturnier 1914. Damenbauernspiel. Weiß: Dr. E. Lasker, Berlin. Schwarz: Dr. S. Tarrasch, Nürnberg. (Anmerkungen von J. Mieses in der„Schlesischen Zeitung".) Weiß: Schwarz: 1. 42—44 47—45 2. Sgl—13 c7—05 3. c2—c4 e7—66 4. C4X05 e6X05 5. g2—g3 Von Schlechter eingeführt, von Rubinstein bevorzugt. 5.. Sb8—c6 6. Lf1—82 S28—f6 7. 0—0 L18—e7 8. d4Xc5 LeiXc5 Tarrasch ist für das von ihm hier gewählte Verteidigungssystem in analytischen Abhandlungen wiederholt energisch eingetreten und glaubte damit die ganze Schlechter=Variante zu widerlegen. 9. S51—02 Sonst spielte man hier immer 9. Sb1—c3, worauf der schwarze Damenbauer mit Angriffauf den Springer vorrücken kann. Die Laskersche Neuerung ist höchst beachtenswert. Mir scheint es, als ob damit Tarraschs Ansicht glatt widerlegt wird. 9. 45—44 10 S42—b3 Lc5—b6 11. Ddl—d3 Lcs—e6 12. Tf1—01 Leéxb3 Zu diesem Abtausch ist Schwarz gezwungen, weil sonst der d=Bauer verloren geht. Das eben ist der wunde Punkt in dieser Variante. Nach dem Abtausch wird der schwarze Damenflügel schwach. 13. Dd3Xb3 Dd8—e7 14. Lcl—42 0—0 15. a2—a4 Der richtige richtigen Moment! 15. 816—e4 16. Ld2—el Ta8-08 17. a4—25 Lb6—c5 18. a5—6 b7Xa6 Das führt zu direktem Nachteil. Verhältnismäßig am besten war noch 57—b6; aber„schön ist anders". 19. Tal—c1 Ausnutzung der offenen c=Linie! 19. T48—c8 20. S13—h41 Der entscheidende Zug. Es droht Figurenverlust durch 21. Lg2Xe4. 20...... Lc5—b6 21. Sh4—15 De7-eö: 22. Lg2Xe4 DeöXe4 23. S15—46 DeéXe2 24. Sd6Xc8 T/8Xc8 25. Db3—d5 De2—eß 26. Dd5—13 h7—h6 27. Lel—d2 Sc6—e5 28. TclXc8f Deßxc8 29. D13—e4 Se5—07 30. Tdl—cI De8-f8 31. Ld2Xh6 In dieser für Schwarz überaus ungünstigen Position wurde die Partie abgebrochen. 31.... Sd7—c5 Falls g7Xh6, so 32. Det —847. 32. De4—g4 f7—15 33. Dg4—66 D18—17 34. Dg6XfIH Kg8Xf7 Das Endspiel ist für Schwarz hoffnungslos. Der arme Chopin. Es war in einem Dilettantenkonzert, und das Klavier erbebte unter den Händen eines Jünglings, dessen Lockenwust entschieden größer war als seine musikalische Begabung. Ein sehr bescheiden aussehender Herr in einer der hinteren Reihen wandte sich an seinen Nachbar und fragte leise:„Verzeihen Sie, mein Herr, ist das nicht etwas von Chopin, das letzte Stück?“ „Allerdings,“ versetzte der Gefragte,„wenn es von jemand anders gespielt wird.“ # PAAA Preiffe. für den kreis porde 46. Jabrgang·O Grites und ältelles Cagesorgan des Kreiles O haupt-Annoncenoeen O Unterhaitungs-Beilage zu Nr. 273 Somsteg 21 Noven bei Der nede Dankatrenten, Roman von Zeinhold Ortmann. (20. Fortsetzung.) (Nachdruck verboten.) W Geheimnisses estatten Sie mir, Ihnen als der erste meine Glückwünsche darzubringen, Herr Direktor,“ sagte Henninger mit einer Höflichkeit, die jeden Verdacht eines beabsichtigten Spottes ausschließen mußte. „Ich hoffe, daß Sie mir nicht zürnen, weil ein Zufall mich zum Mitwisser Ihres machte, und Sie dürfen natürlich versichert sein, daß es als ein solches bei mir wohl aufgehoben sein wird, solange nicht Sie selbst mich von der Pflicht der Verschwiegenheit entbinden. Aber meine Freude Al über Ihren beneidenswerten Erfolg ist eine so große A und aufrichtige, daß Sie es mir nicht versagen dürfen, dieses Glas auf Sennorita Isabellas Wohl und auf das Ihrige zu leeren.“ Niemals war Werners Zuneigung für seinen deutschen Landsmann geringer gewesen als in diesem Augenblick. Das alte, fast instinktive Mißtrauen gegen den Prokuristen, das er in der letzten Zeit mit aller Energie zu bekämpfen und zu unterdrücken versucht hatte, war mit verstärkter Gewalt von neuem in ihm erwacht, und es kostete ihn Ueberwindung, dem Manne eine so freundliche Miene zu zeigen, wie sein verbindlicher Glückwunsch sie erheischte. Mit einigen kurzen Dankesworten tat er ihm Bescheid, um dann in raschem Entschluß hinzuzufügen: „Ich bitte Sie um Ihre Verschwiegenheit, Herr Henninger, bis ich mit Sennor del Vasco und seiner Gemahlin gesprochen habe.“ Der Prokurist verbeugte sich zustimmend.„Ich verstehe vollkommen, und ich hoffe, Sie geben sich hinsichtlich der Einwilligung des Sennor del Vasco keinen Besorgnissen hin. Unsere verehrten Gastfreunde werden sich glücklich schätzen, Sie als Sohn zu begrüßen.“ „Wir werden sehen,“ sagte Werner kühl, indem er sich zugleich erhob und, um eine Fortsetzung des Gespräches abzuschneiden, sich zum Verlassen des Rauchzimmers anschickte. Henninger mußte den Wink verstanden haben; denn er zog sich mit einer Verbeugung zurück. Werner aber wurde auf halbem Wege von einem der Herren aufgehalten, der in bezug auf eine Börsenangelegenheit seinen Rat einzuholen wünschte, und ehe er sich's versah, befand er sich inmitten einer der lebhaft politisierenden Gruppen. Die Dinge, von denen die Rede war, interessierten ihn jetzt nicht mehr als vorhin, aber er beteiligte sich nichtsdestoweniger an der Unterhaltung, weil ihm in diesem Augenblick jede Möglichkeit, seinen Gedanken eine andere Richtung zu geben, willkommen war. Eine Stunde verflog, ohne daß er Isabella wieder gesehen hätte. Dann begann zu seiner Erleichterung der Aufbruch der Gäste, die sich nach Landessitte verhältnismäßig frühzeitig verabschiedeten. Diesmal war er darauf bedacht, sich nicht unter den letzten zu befinden, die der Dame des Hauses mit artigem Dank für die genossene Gastfreundschaft die Hand küßten. Donna Maria, mit der er während des ganzen Abends kaum ein halbes Dutzend Worte gewechselt hatte, und die sich dadurch wohl hätte gekränkt fühlen können, lächelte ihm überaus huldvoll zu, als er in vergeblich bekämpfter Verwirrung vor sie hintrat. „Sie haben ein schlechtes Gewissen, Sennor,“ sagte sie scherzend,„ich lese es in Ihren Augen. Bereiten Sie sich darauf vor, mir morgen eine große Beichte abzulegen!“ Er stammelte etwas Unzusammenhängendes und beeilte sich, einem anderen Platz zu machen. Gleich darauf fühlte er seine Hand mit innigem Druck ergriffen und hörte Isabellas Stimme, die ihm zärtlich zuraunte: „Laß mich morgen nicht zu lange warten, Geliebter! Denke daran, daß ich die Minuten zählen werde bis zu deinem Kommen. Und nun— gute Nacht!— Träume süß von mir und von unserer Liebe!" Er wußte kaum, was er ihr erwidert hatte; er wußte nur, daß er den innigen Druck der kleinen, weichen Hand zurückgegeben und ihr irgendeine neue Lüge gesagt. Wie ein Missetäter, den Furcht und Reue von dem Orte seiner Verfehlung hinwegtreiben, wollte er sich davonstehlen. Aber er konnte nicht verhindern, daß ihn draußen im Vorzimmer auch Manuel del Vasco noch für einige Sekunden zurückhielt. „Ei ei, Don Werner,“ sagte der liebenswürdige Hausherr in scherzhaft drohendem Tone.„Ein Vöglein, das draußen im Patio gesessen, hat mir gar wunderliche Geschichten ins Ohr geflüstert. Wenn es nicht gelogen hat, müßte ich Ihnen gewaltig böse sein. Aber ich verstehe mich schlecht darauf, und ich fürchte, daß mir schließlich doch nichts anderes übrigbleiben wird, als Ihnen zu verzeihen.“ Er wußte also offenbar bereits alles, und es war kein Zweifel, daß er es nur von Isabells erfahren haben konnte. Unschlüssig suchte Werner nach Worten für die Erklärung, die er unter solchen Um##nden für sofort geboten hielt; aber Don Manuel kam im zuvor: „Nicht jetzt, nicht jetzt! Wir werden morge# in aller Gemächlichkeit darüber reden, nicht wahr?"* Andere kamen hinzu; ein etwas angehesterter Deputierter schob seinen Arm unter den des jungen Deut E * 0 □ S 3• G„g Ö E S 6 8 6," 0 — W• 1.„* Milnmmmnantiiiiin — □ — □ 0 □ an ∆ 5 850 g7 935 (GE. schen und zog ihn ahnungslos mit sich fort. Wie ein Träumender legte Werner an der Seite des eifrig schwatzenden Portenno den Weg zu seinem Hotel zurück. Er hörte nicht, was jener sprach; die letzten, zärtlich sehnsüchtigen Worte Isabellas klangen ihm noch immer im Ohre nach, und dazwischen glaubte er eine andere jugendfrische Stimme zu vernehmen, die ihm mahnend zurief:„Auch Rosenketten können eine unzerreißbare Fessel sein. Kein redlicher Mann kann zwei feindlichen Parteien gleichzeitig dienen.“ 12. Kapitel. Gegen Morgen erst hatte Rodewaldt den stundenlang vergeblich ersehnten Schlummer gefunden, einen unruhigen Schlummer mit wirren Träumen, die keineswegs süß und wonnig gewesen waren, obgleich Isabella del Vasco in jedem von ihnen eine bedeutjame Rolle gespielt hatte. Früher als sonst erwachte er mit benommeskem Kopf und schweren Gliedern. Eine dumpfe Müdigkeit wollte ihn an das Lager fesseln, aber er schüttelte sie energisch ab, um sich, wie er hoffte, durch einen Svaziergang in der frischen Morgenluft von den üblen Nachwirkungen der ruhelosen Nacht zu befreien. Seine Poilette war rasch beendet, und er klingelte nach dem Kellner, der ihm das Frühstück zu bringen pflegte. Der junge Mensch erschien sofort, aber die Platte mit dem Kaffee und dem frischen Gebäck war nicht das einzige, was er brachte. „Schon vor einer halben Stunde ist dieser Brief für Sie abgegeben worden, Sennor,“ sagte er mit jenem vielsagenden, vertraulich dreisten Lacheln, das Hotelbedienstete anzunehmen pflegen, wenn sie sich zu halben Mitwissern einer zarten Angelegenheit gemacht glauben.„Eine niedliche kleine Chola(farbige Kammerzoje) hat ihn gebracht.“ Mit rascher Bewegung streckte Werner seine Hand nach dem Briefchen aus, das sein Interesse um so mehr erregen mußte, als es, wie er sofort erkannt hatte, von der nämlichen Form und Farbe war wie das Billett, das ihm am Tage seiner Ankunft bei der Rückkehr von dem ersten Spaziergange durch Buenos Aires zugesteckt worden war. Auch die Handschrift der Adresse zeigte dieselben feinen, doch charaktervollen Züge, die ihn damals verhindert hatten, die unverständliche Warnung wie den ersten besten wertlosen Papiersetzen zu zerreißen. Er war gespannt, den Inhalt dieser zweiten Zuschrift kennen zu lernen, aber er konnte sich nicht entschließen, den Verschluß des Umschlages zu lösen, solange der neugierig zaudernde Kellner im Zimmer war. Erst als sich der teilnehmende Jüngling mißvergnügten Antlitzes zurückgezogen hatte, entfaltete Werner das Blatt, und ein Ausruf der Ueberraschung kam von seinen Lippen, als er einen Blick auf die Unterschrift geworsen hatte. Denn der Gedanke, daß jene unbekannte Warnerin und seine in Don Manuels Patio gewonnene geheimnisvolle Freundin Conchita dieselbe Person sein könnten, war ihm bisher niemals gekommen. Und doch durfte er nicht daran zweifeln; denn das Briefchen, das so überzeugend die Handschrift des ersten Billetts aufwies, lautete: „Sennor! Schneller, als ich es vermutet oder gefürchtet, ist der Tag gekommen, an dem ich der Hilfe eines aufrichten Freundes bedarf. Erwarten Sie mich heute vormittag um neun Uhr auf dem Cimenterio de la Recoleta an dem Grabmal des Präsidenten Rivadavia, wo witkuns kürzlich nach unserem gemeinsamen Spaziergange Kennten. Es ist Wichtiges, was ich Ihnen mitzuteilen habe— wichtig freilich vor allem für mich, aber ein wenig vielleicht auch für Sie. Wenn Sie indes Urhindert sind, zu kommen, oder wenn Ihre GeI sinnung sich geändert hat, so bedarf es keiner besonderen Nachricht. Sie warten. zu sein—, ich war würden. Aber ich fortzugehen; denn besser gewesen. Sie als daß Sie durch gar in eine Ich werde eine Stunde lang auf Conchita.“ Werner überzeugte sich zu seiner Beruhigung durch einen Blick auf die Uhr, daß es noch früh genug sei, die für die Zusammenkunft angegebene Zeit pünktlich innezuhalten, und er zögerte nicht, sich sofort auf den Weg zu machen. Es fehlten fünf Minuten an neun Uhr, als er den Friedhof erreichte; schon von weitem aber gewahrte er. die dunkle, weibliche Gestalt neben der dein Eingange gegenüberliegenden Grabkapelle. Conchita war also noch früher zur Stelle gewesen als er— gewiß ein Beweis dafür, wieviel ihr an dieser Zusammenkunft gelegen war. Sie ging ihm denn auch um einige Schritte entgegen und bot ihm die Hand.„Ich danke Ihnen, daß Sie gekommen sind, Sennor— ich danke Ihnen von ganzem Herzen.“ „Dazu haben Sie nicht die geringste Veranlassung, Sennorita! War es denn nicht so zwischen uns verabredet? Und haben Sie an meinem Erscheinen gezweifelt?" „Nein— um ganz aufrichtig fest überzeugt, daß Sie kommen selbst war nahe daran, wieder am Ende wäre es immer noch hätten mich hier nicht gefunden, mich in Ungelegenheiten oder vielleicht ernste Gefahr gebracht werden.“ „Nun, dem Himmel sei Dank, daß Sie diesen höchst überflüssigen Bedenklichkeiten nicht nachgegeben haben. Sie haben mir einmal verheißen, mich zu Ihrem Ritter zu wählen, und ich nehme es darum als mein gutes Recht in Anspruch, Ihnen zu dienen. Welchen Wert aber hätte ein Dienst, der nicht mit Unbequemlichkeiten oder Gefahren verknüpft wäre!“ Er hatte versucht, einen heiteren Ton anzuschlagen, aber Conchita war heute offenbar nicht geneigt, in ihn einzustimmen. „Lassen Sie uns etwas tiefer in den Friedhof hineingehen,“ sagte sie ernst;„denn hier würden wir den neugierigen Blicken aller Besucher ausgesetzt sein.“ Sie schritten zwischen den zahllosen, eng beieinander stehenden Mausoleen, die dem Cimenterio de la Recoleta fast das Aussehen einer Miniaturstadt mit schmalen, winkligen Straßen verleihen, dahin, bis Conchita an einem ganz versteckt liegenden Plätzchen Halt machte. „Hier wird uns kaum jemand belauschen. Aber ehe Sie erfahren, wer ich bin, und was ich von Ihnen erbitte, lassen Sie mich Ihnen noch einmal sagen, daß meine gute Meinung von Ihnen sich auch nicht im mindesten verringern wird, wenn Sie sich aus irgendeinem Grunde weigern, mir in meinem Kampf gegen Personen beizustehen, die Ihnen vielleicht wert und teuer sind. Es gewährt mir schon eine Erleichterung, mich endlich einmal rückhaltlos auszusprechen—, und daß ich es vor Ihnen unbedenklich tun darf, dessen bin ich gewiß.“ Sie hatte sich auf den Stufen eines Grabdenkmals niedergelassen, und Werner war neben ihr stehen geblieben. Er hielt es nicht für erforderlich, ihre letzten Worte durch eine erneute Versicherung zu beantworten, und sie hatte derartiges wohl auch nicht erwartet; denn sie fuhr sogleich fort:„Haben Sie in Sennor Manuel del Vascos Hause jemals von Ruiz Ortegas gehört, dem Gatten seiner Schwester?“ Werner verneinte. (Fortsetzung folgt.) N ctut Sbighuusch M u M 60 — 0 0 — □ S S7.6.1— 5o S. 8 E ** 8 8 S.• S E B 0 HE E B6 8 555 S• 8 S en " □•• S: 8 6 R aE S.5 5 S. 99 S 2 e K 5 e %555 n d G* SSxs S 5gP#Fe S•3-S•tE S88SBSBSE S. 5 8 2 i In welchem Alter möchtest du sterben? Diese Frage hat der„Daily Mirror“ zartfühlend seinen Lesern vorgelegt und eine Fülle von Antworten erhalten, die erkennen lassen, wie verschieden die Jugend, das reife Mannesalter und das Greisenalter dem Gedanken des Todes gegenüberstehen. Es zeigt sich, daß die jungen Leute fast nie ein hohes Alter zu erhalten wünschen; vor ihnen liegt noch das Leben, das ihrer Unerfahrenheit fast endles erscheint. Und darum wird es weniger hoch geachtet, während die Greise und die älteren Männer, die aus Erfahrung wissen, wie kurz das Leben ist, den Abschluß ihres Daseins soweit als möglich hinausgesetzt sehen möchten. Ja, das Alter liebt das Leben und ist Jankbarer als die Jugend. So schreibt ein 90jähriger Bäuer:„Das Leben ist schön, und ich hoffe, es noch wenigstens 10 Jahre lang genießen zu dürfen. Ich brauche in der Woche meine 10 Schilling; das genügt mir, diese Summe hoffe ich bis zu meinem 100. Jahre zu haben.“ Eine 64= jährige Blinde schreibt, daß sie das Leben vergöttere und hoffe, 100 Jahre alt zu werden, während sich ein 50jähriger Blinder bescheidener-mit 80 Lebensjahren begnügen will. Ein 22 jähriger Cesandtschaftsattaché dagegen möchte nicht älter als 50 Jahre werden, und ein 20jähriger Student will gern mit 30 Jahren sterben. Ein 30jähriger Ingenieur betrachtet 50 Jahre als die ihm erwünschte Lebensgrenze, und darin stimmt er mit einer Suffragette überein. Dagegen möchte ein Londoner Arzt, der im 35. Lebensjahre steht, immerhin ganz gern 80 Jahre alt werden, aber nicht älter; denn dann würde er nur der Gesellschaft und dem Staat eine Last sein. Ein 30jähriger Advokat dagegen will mit 75 Jahren sterben,„denn nach diesem Alter“, so meint er,„müssen alle Freuden schwinden, sogar die Freude des Essens, des Trinkens und des Rauchens.“ Milch, Fleisch, Brot— neue künftüiche Nährungsmittel. Nachdruck vervoten.) Die Wunder der modernen Chemie haben der Kulturwelt schon so manche großen Ueberraschungen geschaffen, aber das Höchste, was diese Zauberer unserer Tage leisten könnten, wäre doch die Lösung der sozialen Frage, herbeigeführt durch billige künstliche Nahrungsmittel, die einen vollen Ersatz für Brot bieten. Daß man auf dem Wege zu diesem großen Ziel ist, zeigen die neuesten Erfindungen dieser Art, Dr. A. de Neuville in einem Aufsatz der„Revue" vor führt. Da ist zunächst die Milch aus Soja. Wenn es auch unmöglich ist, ein künstliches Nahrungsmittel herzustellen, das die gleichen Nährkräfte enthält wie die Naturmilch, so ist es doch geglückt, in der Sojabohne führt worden. Die Früchte werden mehanisch zerstoßen, dann chemisch zerrieber und##u##ch einen Zusatz von Wasser in eine mischantige Sutstunz verwandelt, die viel weniger kostet als die Kuhmilch und trefflich ihre Stelle vertritt. Die Ersparuisse sind beträchtlich. Eine Kuh verlangt 40 Ar Weide; sie setzt nur 53% in wirkliche Nahrung und etwa 5% in Milch um. Der Ertrag eines Feldes von 8 Ar Soja ergibt die gleiche Menge künstlicher Milch. Die Kosten sind viel geringer, da die teuren Stallungen, die Möglichkeit von Krankheit und Tod bei den Tieren fortfallen. Die Bercitung der Sojamilch verlangt nur eine billige Vorrichtung, deren Kosten sehr viel geringer sind als die eines Kuhstalles. Das sehr feine Sojamehl wird mit einem Zusatz von Wasser in eine sehr starke, kreisförmige Bewegung versetzt, dann unter eine hohe Temperatur gebracht, wobei es seinen besonderen Geschmack und Geruch verliert und statt dessen Geschmack und Farbe der Milch annimmt. Diese künstliche Milch hat auch den Vorteil, daß sie auf die reinlichste Weise zubereitet wird, daß sie völlig bazillenfrei gemacht werden kann, während die Kühe ja nicht immer gesund sind. Die Sojckbohne wächst in China, Japan und Indien seit uralten Zeiten in Menge. Die Japaner bereiten daraus eine Kraftsuppe, der sie Reis zusetzen; das ist aber eine ölige und im europäischen Magen höchst unverdauliche Nahrung. In der Form von Milch hat die Bohne keine von diesen unangenehmen Eigenschaften; sie ist leicht verdaulich und schmackhaft und läßt sich ganz wie Milch verwenden. Nicht weniger bedeutsam ist die Erfindung des künstlichen Fleisches, das ein belgischer Chemiker Effront# aus einem vegetabilischen Nährstoff herstellt. An die Stelle von Hammel=, Kalb=, Rinder= und Schweinefleisch setzt er das Malz, das in den Brauereien als Restprodukt zurückbleibt. Diese Malztreber werden gewaschen und gepreßt; man badet sie in Schwefelsäure und fügt eine bestimmte Dosis Kalk zu. Diese Mischung wird filtriert, das Wasser zum Verdunsten gebracht, und nach einigen weiteren Prozeduren, die der Erfinder geheimhält, hat man eine Substanz, die im Geschmack dem Fleisch ähnlich ist und bei viel größerer Billigkeit dieselben Vorteile gewährt. Das Malz enthält Eiweißstoffe, ähnlich wie das Fleisch, und so hat dies künstliche Präparat, dem Effront den Namen Viandine gegeben hat, dieselben Wirkungen für den Menschen. Ja, nach den Versuchen belgischer Aerzte ist der Nährwert sogar dem des Rindfleisches überlegen. Ein Arbeiter, der sich mit einer täglichen Ration von 200 g Fleisch begnügen mußte und dabei unterernährt war, nahm an Gewicht zu und fühlte sich kräftiger, als man ihm dieselbe Menge Viandine gab. Versuche mit Ratten lassen auf einen dreisach so großen Nährwert des Präparates schließen. Sechs dieser Nagetiere, die mit 10 g Fleisch und einer kleinen Handvoll Korn ernährt wurden, starben nach einer Woche vor Hunger, während sechs andere, die täglich die gleiche Menge Korn und 5 g unser bisheriges! Viandine weniger empfingen, nach acht Tagen kräftig und sehr lebendig waren. Uebrigens ist Effront nicht die der einzige, der künstliches Fleisch hergestellt hat, sondern vor= I der berühmte Chemiker der Berliner Universität, Prof. Emil Fischer hat aus Steinkohlenteer und anderen SubAsiens; ihre Früchte besitzen einen hohen Gehalt an Stickstoff und an Fett. Die Bohnen dieser Pflanze ergeben nun ein chemisches Produkt, das dieselbe Nährtraft hat wie die Naturmilch. Die Erfindung ist fast zu gleicher Zeit in Deutschland und Frankreich eingestanzen ein Präparat gewonnen, das alle chemischen Eigenschaften des Rindfleisches besitzt. Neben künstliche Milch und künstliches Fleisch tritt als dritter Wohltäter der Menschheit das in Amerika gewonnene„Wundergetreide“. Ein Professor der Universität Chikago, Dr. Warner B. Gernert, hat ein Mittel gefunden, um die Erträgnisse des Mais, der den Hauptgetreidereichtum Amerikas bildet, gewaltig zu steigern. Es gelang ihm, eine Maisart zu finden, deren Kernmasse eine viel größere Menge stickstoffhaltiger Substanzen aufweist als jede andere Art und eine ausgezeichnete Nahrung in jeder Beziehung für Menschen Dortmund. Westenhellweg 102— 106. Miines Wir hatten Gelegenheit, einen Posten## jacken-Kleider von ersten Fabrikanten s sehr preiswert zu erwerben und bringen# S 5 dieselben zusammen mit einem Teil unse# „ # res Lagerbestandes zu staunend billigen Serien-Preisen zum Verkauf. Es handelt# s sich durchweg um gediegene QualitäS ten in guter Verarbeitung. Simmmmmmmmmmmmmm Beachten Sie unsere Schaufenster-Auslagen. 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Militär-Unterwälche M Normalhemden 1.75 2.25 2.75 bis 3.50 Normalhosen„„„„„„ 1.75 2.25 2.75 bis 3.50 Normaljacken 2.00 2.50 3.00 3.75 unsheneniniainunmnmnungnunigumngun aus bestem impr. Schilfleinen und Zeltstoff, teil mit reinwollenem Futter 6.- 8.- 12. aus Oeltuch u. leicht. Gummistoffen 7.50 9.- 12. aus bester Schirmseide 8.- 12.- 16. Leder-Westen mit Hermel M aus Sämischleder.. 24.- 26.- 33. aus prima Glanzleder mit reiner Wolle gefüttert Futterjacken, Futterhosen, in ganz vorzüglicher Qualität. Mark 3.95 Von dieser Qualität hatte ich der MilitärVerwaltung 50000 Stück zu liefern. Ueberziehhose aus feldgr. Unterziehhose aus Oeltu imprägnierten Stoffen Sämischleder-Hose Glanzleder-Hose Rohseidene Hemden, Rohseidene Hosen bester Schutz gegen Ungeziefer. Hemden: 10.75 12.— 16.— 19.— Hosen: 91.— 14.— 77.— Militär Socken 75 Pf. 95 Pf. 1.25 1.50 1.75 1.95 Militär-Hosenträger 75 Pf. 95 1f. 1.25 1.50 1.75 2.25 Militär-Handichuhe M gestrickt, aus reiner Wolle 0.95 1.25 1.50 1.75 2.25 Lederhandschuhe mit Kamelhaarfutter. 6.— 8.— 9.75 Lederhandschuhe mit Pelzfutter 5.50 7.50 9.50 11.— aus feldgrauem Oeltuch... 16.- 19. aus feldgrauen Gummistoffen„ 26.- 30. aus sog. Schlangenhaut... 28.- 36. Schlafsäcke aus bestem impr. Zeitstoff mit Luftkissen....... Mlk. 12 mit warmen Futter„ 18 mit grosser Kopfhaube 25 mit Aermel in feldgr. und dunkelbraunen Farben. in wollgemischten u. reinwollenen Qualitäten 4.50 6.- 8.Blevles Fabrikat, garantiert reine Wolle Püe Au 8.75 10. 12. 15. Solide dunkle Ueberzieher Elegante Joppen-Anzüg aus schwarzgrauen und schwarzen Kammgarn-Melton- ur Stoffen, meist einreihige Formen, verdeckt geknöpft, mit Seidenlutter Loden-Joppen in ein- und zweiréihiger Form, mit un besten strapazierfähigen Qualitäten, in ur 3.- 4.50 6. Moderne Herbst-Ulster in weiter, zwoireihiger Form, in vornehm gemusterten Stoffen, braune, graue, blaue und grüne Farbtöne Herren-Hosen in vieltausendlacher Auswahl, von feinsten Gesellschaftsbeinkleid, in sowohl in Stoffqualität wie auch in a e e kurze einreihige Formen, sehr kleidsam für jüngere Herren, aus modernen Stoffen, in lebhaften Farben Loden- und Gummi-Mäntel Für Jünglinge und Knaben unterhalte ich ein Lager von ca 30000 Stück Kleidung. Diese! Riesen-Auswahl wird von keine: Seite auch nur annähennd erreicht. aus besten imjrrügnierten Loden und wasserdichten Gummistoffen?