(De Schunen Zeiune nichen date) auber Feiertags. Bezugspris M. 1.0 oiertel. jährlich, bei der Post für Bestellgeld 42 Pfo. mehr. Wöchentl. Gratsbeilage:„Ilustrierter Famillenfreund“ u. tägl. Unterhaltungsblatt. Anzeigenpreis: Die siebengespaltene Petitzeile oder deren Raum 10 Pfg., Anzeigen von auswärts 15 Pfg., Reklamezeile 40 Pfg. Jeder Rabat gil als Kassambal u. erisch bei Konkursen, Zwangsoergleichen, gerichtl. Klagen u. Mateacgungs gernagt Jahungsbedingung. Amtliches Kreisblatt Westhofener Zeitung Langscheder Zeitung Verbunden mit: für cen nclels we Holzwickeder Zeitung Aplerbecker Zeitung Schwerter Volkszeitung Schwerter Tageblatt O Schwerter Anzeiger Grites und älteltes Cagesorgan des Kreiles o General-Anzeiger für den Kreis börde am Haupt-Annoncenblatt All deter und Achelmnlgüchen Drun. gungen für den Areis Hörde erlaggen gemes Bekanntnachung der Königlichen Regierung durch Verössentlichung ie der„Schwerter Zetung“ nasurchnduche Aast. „Schwerter Zetung“ gewährt idrna Abonnen. ten für jeden mit Tod endenden Unsall ge300 Mk. Unfall. Dncau Veriage Gen Sonu Schonnr= Paiz. Sonio Lb.- Sdiens-Abe PrassShnne-cher e Nr. 960. Freitag, den 13. November 1914. 46. Jahrgang. Ein beurscher Untersee. im Frunat! „ 14d un unr ir tanf dch ber ddr 4. Wer rettet England? Erst kämpfte England für die kleinen Nationen, dann gegen den Militarismus und jetzt „Wer rettet die englische Nation in diesem Kriege?“. So fragt die„Morning Post“, und die Antwort lautet: Nichts anderes als der vielgeschmähte Militarismus. Was erst der Feind war, ist nun der Retter geworden, und von derselben Stelle aus, die zum Vorwand ihrer schlechten Sache die Befreiung der Welt vom Drucke des deutschen Militarismus nahm, erschallt jetzt der Ruf nach Einführung der allgemeinen Wehrpflicht in England. Dasselbe Londoner Blatt schreibt:„Die britische Nation beginnt erst jetzt zu erwachen, wie die Schläfer in einem brennenden Hause, und die Gefahren zu erkennen, denen sie ausgesetzt war und ist. Wir betonten schon einmal die Widersinnigkeit des Gedankens, daß dies ein Krieg gegen den Militarismus sei. Es ist im Gegenteil ein Krieg von einer Gruppe von Nationen gegen eine andere Gruppe. Wenn die preußische Militärkaste wirklich, wie es in vielen Kreisen hieß, die widerstrebende deutsche Nation in diesen Krieg getrieben hätte, würden wir die Anzeichen einer Spaltung oder Zersetzung bemerken. Aber tatsächlich mehren sich die Beweise, daß das deutsche Volk gerade so einig ist wie das britische. Wie könnten wir sonst die Tapferkeit und die Begeisterung der großen Armee der deutschen Kriegsfreiwilligen erklären?“ Auch liberale Blätter und Redner scheuen sich nicht, das, was ihnen bisher als Attentat auf die Freiheit des englischen Bürgers galt, als notgedrungenes Mittel gegen die unzulängliche Rekrutierung des Feldheeres zu fordern. Aber die Einsicht kommt zu spät. Armeen lassen sich nun einmal nicht aus dem Boden stampfen. Wo sind die Offiziere und Unteroffiziere, die in kurzer Frist die zwangsweise zum Heeresdienst einberufenen Kriegstauglichen ausbilden könnten? Der ganze Geist, der England bisher beherrscht hat, war unmilitärisch im höchsten Grade. Seit Jahrhunderten hat England seine Kriege durch andere Mächte führen lassen und fast aus jedem Kontinentalkrieg den größten Vorteil gezogen. Auch diesen Krieg dachten sich die Grey und Genossen so, daß Belgien, Frankreich und Rußland die Hauptarbeit zu Lande verrichten, und die maritime Uebermacht Englands genügen würde, um den verhaßten deutschen Handel zu vernichten. Es ist anders gekommen. Zum ersten Male bangt die meerbeherrschende Britannia um die Sicherheit ihres heimischen Bodens, während gleichzeitig wichtige Kolonialgebiete von äußeren Angriffen und innerem Aufruhr bedroht sind. Und schließlich wird auch kommen der Tag, da es den großen Verbündeten Englands, wie jetzt schon dem kleinen belgischen Volke klar wird, daß England der Schieber, aber nicht der Helfer war. Das Vserufer vom Feinde geräumt! *:.. 40 Mauambar] In der Gegend östlich von Avern drangen ur Großes Hauptquartier, 12. November. Der über Nieuport bis in den Vorort Lombartzyde vorgedrungene Feinz wurde von unseren Truppen über die Vser zurückgeworfen. Das östliche Yserufer bis zur See ist vom Feinde geräumt. Der Angriff über den Vser=Kanal südlich von Dixmniden schreitet fort. In der Gegend östlich von Opern drangen unsere Truppen weiter vorwärts. Im ganzen wurden mehr als 700 Franzosen gesangen, 5 Geschütze und 4 Maschinengewehre erbeutet. Feindliche Angriffe westlich des ArgonnerWaldes und im Walde selbst wurden abgewiesen. Im Osten warf unsere Kavallerie östlich von Kalisch die erneut vorgedrungene überlegene russische Kavallerie zurück. niden schreitet fort. russische Kavaller Paris in Angst und Schrecken! mi Nachricht Alm so überraschender kam die Kunde## Aus Genf wird gemeldet: Die Nachricht von der Eroberung Dixmuidens hat in Frankreich großen Einfluß ausgeübt, zumal die Oeffentlichkeit durch die Zeitungen nur noch auf Erfolge der Verbündeten vorbereitet war, und die Depeschen über den angeblichen Rückzug der Deutschen, die noch durch englische Meldungen bekräftigt wurden, als wahr hingenommen hatte. Im„Matin“ wurde die Kriegslage durch General Bonnal in den letzten Tagen nur noch unter der Ueberschrift:„Vers le Succés final“ beurteilt, und nach dem Beispiel des„Figaro" stießen auch andere Blätter ins Horn, um den Deutschen wieder einmal Halali zu blasen. Um so überraschender kam die Kunde von dem Ausgange der letzten Kämpfe. Soweit bereits Kommentare vorliegen, lassen sie erkennen, daß der Angriff der Deutschen auf die französische Stellung mit der größten Heftigkeit und einer Todesverachtung ausgeführt wurde, die ihresgleichen sucht. Das treffe auch bezüglich der jüngeren Truppen zu, und das Urteil der Franzosen, die behaupteten, daß diese letztgenannten Kämpfer versagten, scheint sich vollständig geändert zu haben. Man gibt zu erkennen, daß man es weiter mit einem zu fürchtenden Gegner zu tun habe, und sieht mit Angst den weiteren Vorgängen um Ppern entgegen. Räsche Bergeltung: London, 12. Novbr. Die englische Admira. lität meldet: Das englische Torpedo=Kanonenboot „Niger“ ist heute auf der Höhe von Dover von einem deutschen Unterseeboot zum Sinken gebracht. Alle Offiziere und 37 Mann der Besatzung wurden gerettet. Ueber den Untergang des Torpedokanonenbootes „Niger“ wird über Kopenhagen aus London weiter gemeldet: Der„Niger“ lag außerhalb Deal vor Anker. Der größte Teil der Besatzung war beim Mittagessen unter Deck. Plötzlich kamen von der Kommandobrücke Befehle: Schotten schließen! Einige Matrosen stürzten auf Deck und sahen den Schaum des Kielwassers eines Torpedos. In demselben Augenblick wurde der„Niger“ getroffen. Er sank binnen 20 Minuten. Die Boote wurden sofort frei gemacht. Viele Matrosen sprangen ins Wasser. Schleppdampfer und Torpedoboote retteten die Besatzung mit Ausnahme von zwei Mann. Der Sulian proklamiert den„helligen Krieg“! 49 Non. Eine Prokla, 1 dem Sultan sein, unbedingte Treue versiche Englands Hohn auf die Menschlichkeit. Von privater Seite wird der„Frankfurter Zeitung“ der Brief eines verwundeten in England liegenden deutschen Soldaten zur Verfügung gestellt, aus dem folgende Stellen hervorgehoben seien: „Wenn Ihr diesen Brief erhaltet, bin ich vielleicht schon tot, denn als Schwerkranker schreibe ich Euch. Neunzig Mann von uns sind durch die Franzosen gefangen genommen, die uns sehr anständig behandelten, und die Verwundeten sehr zart verbanden und uns überhaupt als Menschen angesehen haben. Durch die aller Menschlichkeit hohnsprechende Härte der Engländer wurden aber Konstantinopel, 13. Nov. Eine Prokla. mation des Sultans an das Heer verkündet den „heiligen Krieg“ für alle Muselmanen. Die Erhebung des Islams. Konstantinopel, 13. Nov. Hier ist man sehr zufrieden mit dem Eindruck, den das Vorgehen der Türkei bei allen mohammedanischen Völkern hervorgerufen hat. Rußland werde ebenso wie Englanz die ganze Macht des Islams zu fühlen bekommen. Der Emir von Nedsch in Mittelgrabien steut 15 vou Mann zur Verfügung und hat dem Sultan seine unbedingte Treue versichert. Die Stämme der Hedschas werden im Bedarfsfalle die Küste schützen. WTB Konstantinopel, 13. Nov. Dem Fetwas der Ulemmas von Nedschef wird große Bedeutung zugeschrieben, denn nach diesem Fetwas müssen alle Schiiten, also die Perser und alle übrigen Muselmanen in Asien an dem Kriege teilnehmen. Hier wirz eine Massenversammlung vorbereitet, an der Ottomanen, Perser und Armenier teilnehmen und auch ihre Sympathie für Oesterreich=ungarn und Deutschland bekunden werden. bien stellt 15 000 Mann zur Verfügung und hat reich=Ungarn und Deutschla Krieg zwischen China und Japan? Dan Nach eugerlässi= verlautbart. Japan diesem Anerbieten Kopenghagen, 13. Nov. Nach zuverlässigen Meldungen sind sowohl Rußland als auch England mit Japan in Verhandlungen getreten, die darauf abzielen, daß Japan die russischen und englischen Interessen in China wahren möge. Die beiden Mächte sollen wegen des Krieges in Europa nicht in der Lage sein, selbst eine Wahrung ihrer Interessen durchzuführen. Ob Japan diesen Auftrag übernehmen wird, steht noch nicht fest. Jedoch dürfte, wie in russischen diplomatischen Kreisen verlautbart, Japan diesem Anerbieten Folge leisten.— Wenn sich diese Mitteilung bewahrheitet — und woran muß man nach den bisherigen Erfahrungen bei den Dreiverbandmächten nicht alles glauben—, dann dürfte das unweigerlich den Krieg zwischen China und Japan bedeuten. Daß Rußland und England ihre Interessen in dem neutralen China selbst nicht mehr vertreten könnten, wäre das traurigste Zeugnis, das diese Mächte sich selbst ausstellen könnten. viele von uns so krank, daß schon viele gestarben sind. Die Engländer, denen wir dann überliefert wurden, haben uns auf die gemeinste Weise hehandelt. Dicht zusammengepfercht, standen Eisenbahnwaggon. Ein Kamerad, der sprach und gegen die Behandlung protestierte, wurde in Ketten gelegt und von„gäggengegut, Wir haben ihn nie wieder gesehen. Wistzegphinge Zeit der Ueberführung nach Lonoon=v.1# dem jetzigen Lager, haben wir 31 Stunden nichts zu essen oder zu trinken erhalten, obgleich wir oft da as ast..5 die aste, Gaste ein schmutziges Wasserfaß her, nur um zu trinken. Mancher hat sich da den Tod geholt. Obgleich in der Nähe des Gesangenenlagers eine große außer befindliche Fabrik bch betziähet, ie gene wir in Zelten während der kalten Nächte auf fa lem Stroh schlafen. Schon in der ersten starben einige Leute, jetzt aber mehren sich, die Sterbefälle von Tag zu Tag. In der letzten starben allein 46 Mann, die sämtlich an Lungenentzündung u. Unterleibskrankheiten zugrunde gegangen sind. Das Essen ist fast ein Hundefutter und höchst selten überhaupt gekocht und geradezu ungenießbarem Zustande. Die wachungsmannschaft ist aus den rohesten und gemeinsten Elementen zusammengesetzt und Kolbenstöße sowie Fußtritte sind an der Tagesgxdnung. Wir sind bereits so matt, daß wir uns Behandlung usw. gar nicht mehr aufregen. einer der Gesangenen nach erneuten Fußtritten die Geduld verlor und seinen Peiniger schlug, wurde er sofort abgeführt und erschossen, um als abschreckendes Beispiel zu dienen, wie es später in einer Bekanntmachung hieß. Wenn es einen Gott gibt, wird er es den Englä Zinsen heimzahlen. Dafür werden unsere Brüder schon forgen, wenn sie unsere Leihenzegheote gezea schreibe dieses, damit es in den deutschen Zeirungen veröffentlicht wird. Der lange Brief hat mir viel Mühe und Anstrengung gekostet und den meiner Kräfte erschöpft. Ihr wißt jetzt wenigstens, wie wir behandelt werden und was diejenigen erwartet, die das Unglück haben, in englische Gefangenschaft zu geraten. Tausendmal lieber dem Schlachtfelde fallen inmitten der Kameraden, als solch ein Schicsal!. —— Der neue Burenkrieg der unter Dewets umsichtiger und energischer Leitung bereits zu nennenswerten Erfolgen geführt hat, erinnert an die Freiheitskämpfe der Buren, die im Oktober 1899 begannen und am 31. Mai 1902 mit dem Frieden von Pretoria ihren Abschluß fanden. Im Jahre 1877 waren die Burenrepubliken von England zum ersten Male annektiert worden, konnten jedoch vier Jahre später ihr Unabhängigkeit wieder erkämpfen, der sie sech, geht; zehn Jahre lang erfreuten. Da begann En neue Ränke zu spinnen, um die beiden selbständigen Republiken in seine Gewalt zu bringen. Als am 9. Oktober 1899 die englische Regierung ein Ultimatum, ihre Rüstungen einzustellen, schroft abwies, fielen die verbündeten Buren des Transvaal und des Oranjefreistaates in Natal ein und errangen hintereinander Siege über die englischen Truppen bei Ladysmith, am Modderfluß und am Tugela, wo der englische General Buller in Gefangenschaft geriet. Im Jahre 1900 folgte eine zweite englische Niederlage am Tugela und der Burensieg bei Colesberg. Mit dem Erscheinen des englischen Generalissimus Roberts und dem Aufgebot außerordentlich starker englischer Streitkräfte errangen dann die Engländer kurz hinter einander einige bedeutsame PEN der Erfolge, vermochten jedoch die Unterwersung Buren nicht herbeizuführen. Diese begannen viel mehr einen sehr energischen Guerillakrieg mit sieg reichen Einfällen in die Kapkolonie und fügten den Engländern noch schweren Schaden zu, auch der englische General Methuen wurde gefangen genommen. Der zehnfachen Uebermacht mußten die Buren jedoch nach zweieinhalbjährigen heldenhaftem Widerstande erliegen und den ihre Unabhängigkeit aufhebenden Frieden von Pretoria annehmen. Dewets Meisterschaft, dem Feinde Fallen zu stellen, haben die Engländer dieser Tage bereits in einer empfindlichen Schlappe zu spüren bekommen. Unweit Warmbaths, wo auch 1900 heftige Gefechte stattfanden, überraschte der„schwarze Christian“ mit 2000 Mann eine ihm zahlenmäßig weit überlegene englische Truppenabteilung, in der sich auch viele Botha geneigte Buren befanden, und zersprengte sie so energisch, daß die von Cronje geführten Truppen nicht bloß schwere Verluste an Toten und Verwundeten erlitten, sondern auch ihren gesamten Troß einbüßten. Wie bitter die englische Niederlage gewesen sein muß, wenn selbst die Londoner Telegramme darüber so schmerzliche Eingeständnisse machen, kann man sich denken. De. Riieg hegen Flankreich. Der Rückzug der Feinde. Die holländischen Blätter berichten, daß die Deutschen trotz der Ueberschwemmungen westlich des Vserlanals eine Anzahl wasserfreie Straßen erzwungen haben, auf welchen große Truppenund Munitionstransporte begonnen haben. Die Räumung wichtiger Küstengebiete durch die Belgier schreite fort, die Gesamtlage des Kampfes im Nordwesten steht unmittelbar vor der Entscheidung; die letzten verzweiselten Widerstände der Belgier seien vor Ppern gescheitert. Die Blätter konstatieren weiter, daß die belgische Regierung in Havre seit acht Tagen ihre früheren täglichen Kriegsberichte vollständig eingestellt hat. Deutscher Vorstoß gegen Calais? Kopenhagen, 13. Nov.„Nationaltidende“ meldet aus Paris: Obwohl dichter Nebel über dem Schlachtfelde ruht, treffen die Deutschen doch umfassende Vorbereitungen zu einem neuen mächtigen Vorstoß, der nach französischer Ansicht gegen Calais gerichtet sein soll. Er soll durchgeführt werden, gleichgültig, was es koste und gelingt er nicht, so darf man annehmen, daß der Rückzug angetreten werden wird. Die Kämpfe gehen also im Nebel vor sich und Ueberraschungen werden möglich, wenn die Verbündeten sich nicht auf das äußerste anstrengen, über die Stellungen der Deutschen unterrichtet zu bleiben.— Im Laufe des Mittwoch fand eine Reihe von Angriffen bedeutender feindlicher Kräfte südlich von Ypern statt. Deutscher Flieger über Dünkirchen. Amsterdam, 13. Nov. Als Präsident Poincaree und Millerand in Dünkirchen weilten, besuchten sie auch das Militärhospital an der Küste. Kurz darauf erschien ein deutscher Flieger über der Stadt und warf einige Bomben ab, die großen Schaden anrichteten. Der Flieger wurde durch Maschinengewehrfeuer vertrieben. der Nähe von Cap Carranza aufgelausen, unwahr ist. Tatsächlich ist man von allen englischen Kriegsschissen, die an der Seeschlacht an der chilenischen Küste teilnahmen, ohne jegliche Nachricht. Die Retruten=Not in England. Zahl der jetzt täglich in Großbritannien angeworbenen Rekruten kann guten Informationen zufolge auf 600 angegeben werden. Das Hauptthema der Londoner Blätter ist und bleibt deshalb nach wie vor der Aufruf an die britischen wehrfähigen Männer freiwillig und sofort hervorzutreten und sich in die Armeelisten einschreiben zu lassen. Die Plakate des Kriegsministeriums Wir brauchen mehr Leute", üben keine Wirkung aus. Die Blätter geben jetzt selbst zu, im August einen schweren Fehler begangen zu haben, als sie die deutschen Truppen nicht als menschliche Wesen, sondern als einfaches Kanonenfutter hinstellten. Das wäre der Grund, weshalb die Leute jetzt keinen Mut fänden, zur Front zu gehen. Die Regierung versucht, eine Million Mann zusammen zu bringen, aber sie macht nicht den leisesten Appell an den inneren Menschen. Dazu kommt die große Geheimtuerei der Regierung in diesem Kriege. Allenthalben herrscht eifrige Tätigkeit für die Beschaffung der auf den Schlachtfeldern benötigten Gegenstände. Niemals habe sich ein Volk in einer begräbnisähnlicheren Umgebung besunden. Der „Spectator“ bezeichnet die Zahl der sich gegenwärtig meldenden Leute als mitleiderregend und sagt, das gegenwärtige Rekrutierungssystem sei zusammengebrochen. Die Taten der„Emden“ sind noch unvergessen und zwei Monate hindurch war sie der Schrecken des feindlichen Ueberseehandels in den östlichen Meeren. Im Indischen Ozean und in der Südsee wimmelte es von feindlichen Kriegsschiffen, die auf der Jagd hinter dem„bengalischen Löwen“ waren. Aber immer wieder entkam er den Verfolgern und legte durch seine Streiffahrten den ganzen feindlichen Handelsverkehr lahm. Auch der japanische Reisverkehr mit Europa und der russische Küstenverkehr war zeitweilig von ihm unterbunden. Ueber 28 große englische Handelsdampfer hat er zum Sinken gebracht, die unzähligen kleineren Schiffe aller Nationen, selbst japanische Reisschiffe waren darunter, garnicht zu rechnen. Die Wasserverdrängung der versenkten englischen Schiffe allein beträgt oberflächlichen Schätzungen nach etwa 95.000 Tonnen, der den Feinden zugefügte Schaden geht hoch in die Millionen. Auch bei der Beschießung großer befestigter Hafenplätze wirkte die„Emden“ mit, so schoß sie z. B. in Madras die Petroleumbehälter in die Luft. Die letzte Nachricht, die wir von ihr erhielten, gab Kunde von der Vernichtung des russischen Kreuzers„Schemtschug“ u. des französischen Torpedobootes„Mousquet“ auf der Reede Der Riieg heyen England. Alle 5 englischen Kreuzer verschollen. Rotterdam, 13. Nov. Der„Times“ wird aus Santiago telegraphiert: Es hat sich haraus. gestellt, daß die Meldung, die„Glasgow“ sei in von Pulo Pinang. Die„Emden“ hat vorbildlich ihre Aufgabe schen Volke unvergeßlich gelöst und bleiben. wird geradezu im deutDei dirien geden Siegreiche Kämpfe auch in Galizien. Budapest, 13. Nov. Eine Depesche des„Az Est“ aus Czernowitz berichtet: Die Kämpfe fanden gestern für uns einen siegreichen Abschluß. Wir haben viele russische Geschütze erbeutet und einige hundert Gefangene gemacht. In der Umge bung der Stadt sowie in den angrenzenden Teilen Ostgaliziens werden in absehbarer Zeit kaum noch Kämpfe stattfinden. Rußland udn Persien. Wien, 12. Novbr. Die österreichische Korre. spondenz„Rundschau“ meldet aus Konstantinopel Es erregt Erbitterung in Teheran, daß aus einer dort aufgesangenen Korrespondenz des russischen Geschäftsträgers mit der Petersburger Regierung hervorgeht, Rußlanz trage sich im Einvernehmen mit England mit dem Plan, einen Gewaltstreich gegen Persien auszuführen. Russische Kavallerie und Artillerie mit Maschinengewehren marschiere zur Verstärkung der russischen Garnison nach Kaswin. Der Besehl zum Vormarsch der russischen Truppen auf Teheran sei bereits ergangen, doch hätten die Truppen den Auftrag, nicht in Teheran einzuziehen, sondern in unmittelbarer Nähe der Stadt Halt zu machen und weitere Instruktionen abgziwarten. In russische Gefangenschaft geschleppt. WTB Konstantinopel, 12. Nov. Die deutsche Kolonie von Täbris, die sich auf dem Wege nach Teheran befand, wurde von russischen Streitkräften mit Frauen und Kindern in russische Gefangenschaft geschleppt. Versuche von deutscher Seite, die persische Regierung zur Befreiung der Gefangenen zu veranlassen, wurden aus Furcht der Perser vor den Russen vereitelt. Bei der persischen Regierung und dem amerikanischen Gesandten in Teheran wurde energischer Protest gegen diesen erneuten Bruch des Völkerrechts eingelegt. Der deutsche Konsul konnte mit seinem Archiv noch rechtzeitig gerettet werden. Die drohende Vergeltung gegen die Russen in Deutschland. Dresden, 12. Novbr. Durch Vermittlung des spanischen Botschafters in Berlin haben die in Dresden lebenden Russen den russischen Minister der auswärtigen Angelegenheiten, Sasonow, ersucht, er möge die erforderlichen Maßnahmen treffen, um das traurige Los der deutschen Gefangenen in Rußland zu erleichtern, damit die Vergeltungsmaßregeln gegen die Russen, die in Deutschland leben, abgewendet werden. In dem Gesuch wird die humane Behandlung der Russen in Dresden noch besonders hervorgehoben. Ist ein Winterfeldzug gegen Rußland möglich? Zu dieser Frage äußert sich Dr. Ballrod, ordentlicher Honorarprofessor an der Universität Berlin, in dem neuesten Hefte der„Preußischen Jahrbücher.“ Er kommt zu dem Schluß, daß ein Winterfeldzug nach Rußland unter Benutzung der reichen technischen Hilfsquellen Deutschlands keineswegs ein so riskantes Unternehmen sei, wie es von russischer Seite mit Vorliebe hingestellt werde. Gewinne erst wieder diese Ueberzeugung in Rußland überhand, so werde die russische Regierung nach den Niederlagen ihrer Feldarmee auch eher zum Friedensschluß geneigt sein, den sie dann unter billigeren Bedingungen bekommen könne, als wenn sie es zum äußersten kommen lasse: Freilich sei es sehr wohl möglich, ja wahrscheinlich, daß der nationale Stolz einen Friedensschluß von dem völligen Niederbrechen nicht zulassen werde. Es werde dann eben gekämpft werden bis zum bitteren Ende, und es werde gut sein, daß man sich in der nationale Stolz einen Friedensschluß vor dem Möglichkeiten eines russischen Winterfeldzuges beschäftige. Der fürkische Krieg. Die Operationen am Suez=Kanal. Mailand, 13. Nov. Wie hiesigen Blättern aus Kairo gemeldet wird, wird jenseits des Kanals von Suez gekämpft. In Kairo sollen vier Eisenbahnwagen voll Verwundeter angekommen sein. Die englischen Behörden erklären, es würde erzählt, daß am asiatischen Ufer des Kanals zwischen Ismaila und Suez eine Empörung der eingeborenen Truppen ausgebrochen ist, weil die Engländer die Brunnen in der Nähe der Wüste zerstören, um den türlischen Vormarsch zu erschweren. Die englischen Blätter sind angewiesen worden, zu schwei gen und sie tun es auch. Die Kämpfe im Kaukasus. Konstantinpel, 12. Nov. Nach Mitteilungen des Hauptquartiers gelang der türtischen Armee ihr Angriff, der gestern früh begann, vollkommen. Die Russen konnten sich in ihrer zweiten Linie kaum 1½ Tage halten. Die eingelaufene Nachricht besagt wörtlich: Der Feind wurde mit Gottes: Hilfe gezwungen, seine Stellungen zu räumen. Er weicht auf der ganzen Front zurück und wird von allen Seiten verfolgt. Ein englisches Kanonenboot von den Türken in den Grund gebohrt. WTB Konstantinopel, 12, Nov.„Terdjuman=i=Hakikat“ erfährt: Ein türkisches Motorboot hat bei Abadan in der Nähe der Mündung des Schatt el Arab ein englisches Kanonenboot beschädigt und dabei vier Mann von dessen Besatzung getötet. Ein anderes türkisches Motorboot, das vor dem Hause des Scheiks von Kuweit, Mubarek el Sabasch, auf Beobachtungsposten stand, hatte mit einem englischen Kanonenboot einen Kampf, in dem dieses ernstlich beschädigt wurde und später“ sank. Nach ergänzenden authentischen Nachrichten über die Einnahme des Forts El Arisch haben Angehörige der Eingeborenenstämme mit eigener Hand die englische Fahne entfernt und der von den siegreichen Truppen aufgepflanzten ottomanischen Fahne die Ehrenbezeugung geleistet, indem sie sich zu Boden warfen. Die Stämme gingen dann nach allen Richtungen auseinander und riefen: Möge Gott unserem Sultan den Sieg verleihen. Die Mobilisierung in Jerusalem. Das Pester jüdische Wochenblatt„Egyenlöseeg“. veröffentlicht in seiner jüngsten Nummer einen Brief aus Jaffa, in dem folgende Schilderung von der Mobilisierung der türkischen Truppen in Jerusalem entworsen wird: Als der Governeur von Jerusalem aus Konstantinopel die Mobilmachungsorder erhielt, sandte er sogleich berittene Herolde in die arabischen Dörfer zu den Scheichs. Die Herolde hielten in der einen Hand eine mit dem weißen Halbmond geschmückte blutrote Fahne, in der anderen Hand einen Krummsäbel. Das sollte andeuten, daß der Sultan alle treuen Muselmanen zum Kampfe aufgerufen hat. Und die Muselmanen leisteten diesem Ruf getreulich Folge. Der Erfolg der Mobi lisierung war ein ganz außerordentlicher. Dies war namentlich für uns eine Ueberraschung, die wir gewöhnt waren, daß man in diesen Gegenden Soldaten fängt etwa wie man ein Wild jagd. Diesmal war es ganz anders. Zu Zehntausenden strömten die Araber nach Jerusalem. Selbst dier wilden Beduinenstämme, die bisher weder Heeresdienst geleistet, noch Steuern bezahlt haben, erschienen auf ihren hohen Rossen. Die Szenen, die sich in diesen Tagen in den Straßen Jerusalems abspielten, werden uns unvergeßlich bleiben. Die Araber überfluteten die Stadt: Fellachen mit ihren Frauen und Kindern, Beduinen mit langen Lanzen, daneben auch Juden mit langen Bärten und Christen. Der große Platz, der von dem Davidsturm, dem Hotel Amdursky und der Burg Zion umgrenzt wird, wimmelte von Arabern. Es bildeten sich Zirkel, in deren Mitte Schwerttänze aufgeführt wurden. Die Frauen schlugen dazu den Takt mit Trommeln. Immer toller ward der Wirbel. Aus zehntausend Kehlen erscholl mit einem Male der Ruf: Allah junsur el Sultan(Gott; schütze den Sultan)! Schließlich erschien der Pascha und mahnte zur Ruhe. Man gehorchte ihm.! Das Geheimnis von Thalberg. Roman von F. Kuntschner. 6 Instinktiv fühlte die junge Frau, daß der Verkehr ihres Gatten mit diesem ihr häusliches Glück gefährde; denn mehr und mehr schien jener sich von ihr zu entfremden, ohne daß sie die Kraft und Energie hatte, dem vorzubeugen. Wohl war Josef noch immer zärtlich und liebevoll um sie und die kleine, zarte Julie besorgt, brachte ihr auch oft Geschenke mit. deren verhältnismäßige Kostbarkeit sie jedoch bestürzt machte, da sie wußte, aus welcher Quelle sie ihr— auf Umwegen— zuflossen, aber dennoch schien Josef nicht mehr der, der er sonst daheim gewesen; er hatte sich ersichtlich nach und nach geändert und zum Teil war— obwohl sie dies, wenn es ihr jemand gesagt hätte, mit Staunen und Entrüstung zurückgewiesen haben würde - die junge Frau selbst schuld daran. Durch ihre stete Unzufriedenheit, ihre ewigen Klagen und ihr mehr als stilles Wesen hatte sie dem im Grunde lebensfrohen und genußfreudigen Mann, der jetzt, da keine pekuniären Sorgen ihn quälten, ein wenig aufzuleben begann, allmählich das Zuhausesein verleidet. Wie hatte er sich, da auch die Mutter noch lebte, immer auf sein Heim gefreut. Nie hatte er sich nach anderen Freuden gesehnt als nach denen, die ihm die traute Häuslichkeit bot und immer hatte ihn ein heiter lachendes, zufriedenes, reizendes und bei aller Schlichtheit nicht ohne eine gewisse Koketterie gekleidetes Weibchen erwartet. Heute fand er daheim eine vergrämte und oft mürrisch aussehende, nachlässig angezogene und schlecht frisierte Frau vor und so unbewußt war sie sich ihres Fehlers, daß, als er einmal in liebevollen, schonenden Worten andeutete, wie oft die Frau daran schuld sei, wenn sich ein Mann in seinen eigenen vier Wänden nicht mehr heimisch fühle, sie ihn zuerst verständnislos, beinahe blöd anstarrte, um dann in Tränen— ihre einzigen Waffen im Kampfe mit allen ihr widrigen Dingen auszubrechen. „Natürlich— ich, ich vin schuld baran, stieß sie schluchzend, mit dem kläglichen Tone eines gescholtenen Kindes hervor,„aber warst nicht Du es, der— zuerst Unfrieden ins Haus brachte? Seit Du der intime Freund dieses Randolin geworden, ihre Stimme erstickte unter den stürzenden Tränen, Josef aber preßte die Lippen aufeinander, wie um Worte zurückzudrängen, die sie nur noch mehr verletzt hätten. Als er sie, die er ja doch noch immer gleich herzlich liebte, so fassungslos schluchzen sah, überwand Mitleid mit ihr allen Groll. Er nahm sie in die Arme, strich über ihr welliges Haar und tröstete sie freundlich, bis sie sich endlich beruhigte und zu weinen aufhörte. „Liebst Du denn Deinen Josef nicht?“ fragte er dann scherzend. Eine Sekunde lang stand ein häßliches Bild vor ihrem Geiste: sie sah den Gatten vor sich, wie er in jener Nacht heimgekommen war, das Gesicht vom Rausch entst ellt und in den Augen wilde Freude über den Geldgewinn. Sie hatte damals nicht nur Angst, sondern auch— Abscheu vor ihm empfunden und konnte die Erinnerung daran noch immer nicht ganz los werden, so oft er,— was mehrmals in der Woche geschah— bei Randolin den Abend zubrachte, zitterte sie vor seinem Heimkommen. Er wiederholte jetzt dringender seine Frage und als seine dunklen Augen zärtlich die ihren suchten, wich das häßliche Bild und sie sah in ihm wieder nur den Mann, der ihres jungen Herzens erste Liebe war. ein „Schau Kind, Du mußt vernunftig sen.. Wir könnten jetzt sorgenlos leben, nicht wahr? Und auch so glücklich sein, wie die früheren Jahre her. Dann riet er ihr auch, sich doch ein wenig an die Frauen der anderen Fabrikbeamten anzuschließen, da er einsehe, daß sie doch mitunter Langeweile empfinden müsse. Davon aber wollte sie nichts wissen; es wären meistens schon ältere Damen, da bliebe sie doch lieber allein, meinte sie. „Na, wenn Du nicht willst; dann darfst Du mir aber auch keine Schuld beimessen, wenn es Dir zu fade ist; daß ich— hm, ja— Abend für Abend daheim sitze, kannst Du schließlich nicht verlangen.“ „Na ja, also geh' nur zu Deinem geliebten Randolin! Was würdest Du aber tun, wenn er sich nicht an Dich angeschlossen hätte?“ Er gab keine Antwort, sondern ging, die Achseln zuckend, ins andere Zimmec, wo sie ihn dann mit Klein=Julchen lachen und schäkern hörte. Allein geblieben, stützte sie den Kopf in die Hände und, ohne daß sie es zuerst fühlte, rann wieder Träne um Träne über ihre Wangen. Wie leicht er alles nahm! Wie er lachte und tollte mit dem Kinde. Beinahe eifersüchtig wollte sie auf dieses werden. Es zog sie hinein zu den beiden, aber etwas wie trotz—, kindischer Trotz— bannte sie auf ihren einsamen Fensterplatz. Da kam Josef in Hut und Mantel zurück. „Leb'wohl, liebes Herz. Ich habe mit Randolin eine Verabredung, komme aber gegen zehn heim. Müde nickte sie und schaute apathisch zu ihm auf. Also wieder ein einsamer Abend für sie! „Du kleine Trauer weide," neckte er und gab ihr einen leichten Schlag auf die feuchte Wange,„Du wirst mir noch ganz blaß und mager werden und Deine schönen Augen werden den Glanz verlieren. Du mußt schön und fesch bleiben, sonst—“ Und lachend ging er hinaus. „Sonst— was denn sonst?“ wiederholte sie mit bitterem Lachen.„Also, wenn ich nicht mehr hübsch wäre, würde er mich wohl nicht mehr gern haben? Lieben denn die Männer, auch die besten unter ihnen, am Weibe vor allem nur die Schönheit, blanke Augen, schimmerndes, reiches Haar, eine reizvolle Gestalt? Gelten ihnen ein weiches Gemüt, Sanftmut, Hingebung weniger? Und zählt Josef auch zu diesen Männern?“ Plötzlich sprang sie auf, nahm die Lampe, von der sie fast wild den rotseidenen Schirm herunterriß und trat zum großen Pfeilerspiegel, wo sie ihr Aeußeres zu mustern begann und was ihr da aus dem Glas, grell vom Lampenlicht bestrahlt, entgegenschaute, ließ sie erröten. Wie sah sie nur aus. Das reiche kastanienbraune Haar so nachlässig aufgesteckt, daß links und rechts einzelne Strähnen heraushingen, als hätte der Sturm es zerzaust; das Hauskleid, nicht mehr tadellos rein und starkch iffonniert, kleidete sieschlecht und ließ die seinen Formen und anmutigen Linien ihrer Gestalt nicht zur Geltung kommen. Nichts Schlimmeres für eine Frau, ob jung, ob alt, als wenn sie anfängt, sich, zu vernachlässigen und der Gatte angewidert von solch einer Erscheinung, nach und nach dem Hause entfremdet wird. Hedwig fragte sich jetzt mit Angst, ob vielleicht wentiger Herr von Randolin als vielmehr sie selbst es war, die den einst so häuslichen Gatten seinem stillen Heim entfremdete. Und als sie so dachte, überlief sie ein Schauer, daß die Lampe in ihrer zitternden Hand schwankte, während über das Spiegelbild sich ein grauer Schleier zu legen schien. Ein seltsames Weh krampfte ihr das Herz, das ja noch immer mit gleicher Liebe an dem Gatten hing, zusammen.„ 217,16 Langsam ging sie zum Tische zurück, setzte die Lampe darauf und horchte dann ins Nebenzimmer, wo das Kind sanft schlummerte. Still war es im ganzen Hause, das sie allein bewohnten, still überhaupt, als wären auch in den Nachbarhäusern keine Menschen, und draußen lag der Schnee und der Wind heulte und pfiff um die Ecken des Gebäudes. Eine Weile stand Hedwig am Fenster und schaute hinaus auf die wie ausgestorben daliegende Gasse, auf die verschneiten Felder und Wiesen drüben. Leises Frösteln ging durch ihre Gestalt und diee alte Sehnsucht nach Licht, Wärme und Leben wurde in ihr wach, machte ihr Herz rascher schlagen und entzündete ein heißes Feuer in ihren Augen. Der Krieg Bericht des Tsingt WTB Berlin, 13. Vermittlung der japa king ist folgende vom den Kaiser erstattete Tsingtau, 9. Nov. aller Veretidigungsmi brechung in der Mitt Stadt vorher durch Bombardement vom schützen bis 28 Ztm. starker Beschießung Artilleristische Feuerkt brochen. Verluste nitiotz schwerstem anhal Wunder viel geringer Waldeck. Die ungehe 9 WTB. Berlin, tung des„Berliner! vom Reuterschen Bur Schilderung der uner zahllosen Todesopfer, tei, um Tsingtau ein kleinen Garnison no japanischen Genietru Teten, ehe es ihnen des Feindes in die L wiirden von dem Ku gewehren reihenweise Brustwehr erstürmen richt weist auf den Deutschen und besond im Mondschein nach forts hin. Die Käm japanischer Seite der Gefecht abzubrechen, Kampf in den Stra Aus Stadt (Das eiserne genen 13 Wochen sit 1. Klasse verliehen Truppenführern hab 3 Generalobersten, nants und 36 Gene jutant und ein Ge der Obersten und L che Auszeichnung zu bezw. 30, während Rittmeistern und wurde. Ferner zier Oberleutnants, 32 L leutnants und 19 F stellvertretern. Au webel, 1 Sergeant, maschinist und Hil Verwaltungschef u des Ordenszeichens. *(Einquartier die Auszahlung de 96e7 Es ist vielfa Wareninhalt, die r werden können, wei det, vermißt oder to gase an den Absend keiten zur beliebiger drücklichen Wunsch der Absender aber di schriftlich oder durch merk elwa folgender „Wenn unbestell zum Ausdruck bring die Postoerwaltung sprechen. Unbestellb nicht tragen, werder leitet werden. □ 7101 We Auf Grund d und im Interesse für meinen Korpsb liche Mitteilungen über die Grenze z1 Laut Anordnu in Münster vom 2 korps Angehörige Jagd untersagt. Schwerte, * anort Modene avorit Handar Büeknverhaut 1993 A russischti Buchhal SCHWERTE ingländer rstören, um Die engzu schweikitteilungen hen Armee vollkommen. eiten Linie ie Nachricht mit Gottes: räumen. Er o wird von oot von gebohrt. ov.„Terdhes Motorr Mündung nenboot bein Besatzung orboot, das it, Mubarek stand, hatte nen Kampf,“ und später“ Nachrichten haben Annit eigener der von den ttomanischen“ dem sie sich n dann nach efen: Möge n. em. Egyenlöseeg“. nmer einen ilderung von ppen in Jen aus Konrhielt, sandie arabischen elten in der albmond geren Hand eiten, daß der Kampfe aufleisteten dieg der Mobiicher. Dies raschung, die sen Gegenden Wild jagd. ehntausenden Selbst die beder Heerest haben, erSzenen, die Jerusalems bleiben. Die achen mit ihmit langen ingen Bärten von dem Daer Burg Zion ern. Es bilverttänze aufsen dazu den ard der WirIl mit einem sultan(Gott; hien der Pazehorchte ihm.! mpe, von herunterwo sie ihr hr da aus ahlt, entnur aus. lässig aufihnen hersaust; das starkch ifinen Fornicht zur für eine fängt, sich, idert von sei Hause vielleicht hr sie selbst ten seinem so dachte, in ihrer das Spieschien. Ein as ja noch nhing, zu217,16 setzte die enzimmer, var es im still übermsern keine e und der Gebäudes. ind schaute ende Gasse, en drüben. t und di.e eben wunde lagen und lugen. Der Krieg gegen Japan. Bericht des Tsingtaukommandanten an den Kaiser. WTB Berlin, 13. Nov.(Nicht amtlich.) Durch Vermittlung der japanischen Gesandtschaft in Peking ist folgende vom Gouverneur von Tsingtau an den Kaiser erstattete Meldung hierher gelangt: Tsingtau, 9. Nov. Festung nach Erschöpfung aller Veretidigungsmittel durch Sturm und Durchbrechung in der Mitte gefallen. Befestigung und Stadt vorher durch ununterbrochenes 9tägiges Bombardement vom Land mit schwersten Geschützen bis 28 Ztm. Steilfeuer, verbunden mit starker Beschießung von See schwer erschüttert. Artilleristische Feuerkraft zum Schluß völlig gebrochen. Verluste nicht genau übersehbar, aber trotz schwerstem anhaltenden Feuers wie durch ein Wunder viel geringer, als erwartet. gez. MeyerWaldeck. Die ungeheuren japanischen Verluste. WTB. Berlin, 12. Novbr. Die Kriegszeitung des„Berliner Lokalanzeigers“ schreibt: Eine vom Reuterschen Bureau aus Tokio verbreitete Schilderung der unerhörten Anstrengungen und der zahllosen Todesopfer, die die Japaner bringen mußtei, um Tsingtau einzunehmen, läßt den Ruhm der kleinen Garnison noch glänzender erscheinen. Die japanischen Genietruppen hatten Hunderte von Teten, ehe es ihnen gelang, das Pulvermagazin des Feindes in die Luft zu sprengen. Die Japaner wiirden von dem Kugelregen aus den Maschinen= gewehren reihenweise niedergemäht, bevor sie die Brustwehr erstürmen konnten. Der japanische Bericht weist auf den hartnäckigen Widerstand der Deutschen und besonders auf das nächtliche Gefecht im Mondschein nach der Erstürmung des Moltkeforts hin. Die Kämpfe waren so schwer, daß von japanischer Seite der Befehl gegeben wurde, das Gefecht abzubrechen, um den allzumörderischen Kampf in den Straßen zu verhindern. —— Aus Stadt und Umgebung. ** Schwerte, 13. November. *e(Das eiserne Kreuz.) Während der vergangenen 13 Wochen sind über 500 eiserne Kreuze 1. Klasse verliehen worden. Außer 31 fürstlichen Truppenführern haben es ein Generalfeldmarschall, 3 Generalobersten, 27 Generale, 31 Generalleutnants und 36 Generalmajore sowie ein Flügeladjutant und ein Generalarzt erhalten. Die Zahl der Obersten und Oberstleutnants, denen die gleiche Auszeichnung zuteil wurde, beläuft sich auf 45 bezw. 30, während 71 Majoren, 112 Hauptleuten, Rittmeistern und Kapitänleutnants es verliehen wurde. Ferner ziert das Kreuz die Brust von 25 Oberleutnants, 32 Leutnants sowie 3 Flieger=Oberleutnants und 19 Fliegerleutnants und 2 Offizierstellvertretern. Auch 5 Feldwebel, 2 Vizefeldwebel, 1 Sergeant, 5 Unteroffiziere, je ein Obermaschinist und Hilfsheizer, 15 Mannschaften, ein Verwaltungschef und ein Stabsarzt sind Ritter des Ordenszeichens. *(Einquartierungsgelder.) Der Termin für die Auszahlung der Einquartierungsgelder mit dem morgigen Tage ab. Es müssen daher die in Empsang zu nehmenden Gelder bis spätestens morgen mittag(Sonnabend) bei der hiesigen Stadtkasse abgehoben werden, worauf wir aufmerksam machen. *e(Gruß aus Feindesland.) Für die Zusenzung Ihrer Zeitung, sage ich Ihnen meinen besten Dank. Viele herzliche Grüße aus Feindesland sendet Ihnen Unterosfizier Fritz Marquis, 5. Res.Hus.=Regt. *(Mehr Würde.) Die„Norddeutsche Allgem. Zeitung“ schreibt: An dieser Stelle wurde schon darauf hingewiesen, daß es der deutschen Würde nicht entspricht, die im feindlichen Auslande verbreiteten Schmähungen des Deutschtums mit gleicher Münze zu erwidern. Die zuständigen Stellen bei uns sind im Interesse der Würde unseres Volkes bemüht, allem, was auf diesem Gebiet berechtigten Anstoß erregen könnte, entgegenzutreten. So beschäftigte sich ein Runderlaß des preußischen Ministers des Innern an die Regierungspräsidenten mit den Klagen über den Verkauf anstößiger Kriegspostkarten. Wenn auch diese Klagen zum Teil übertrieben waren, so seien die Polizeibehörden doch auf den Kartenhandel aufmerksam zu machen, damit sie gegen Auslage und Vertrieb unzulässiger Erzeugnisse vorgehen. **(Sprengungen.) Die Eisenindustrie läßt augenblicklich auf ihrem Werke an der Wandhofener Seite schwere Eisenblöcke durch Dynamit sprengen, was starke Detonationen verursacht. Da der Knall sehr laut und weit hörbar ist, machen wir besonders ängstliche Gemüter darauf aufmerksam. **(Kriegs=Vortrag.) Es wird noch einmal darauf hingewiesen, daß am Montag um 8 Uhr abends im Ostermannschen Saale ein Vortrag von Pastor Haun=Duisburg über„Ernste Worte in ernster Zeit" stattfindet. Herr Pastor Haun wird hier als vorzüglicher Redner geschätzt; wir hörten ihn in den populär=wissenschaftlichen Vorträgen meist über literarische Themen sprechen, z. B. über Björnson, Ibsen, Hebbel, Hauptmann und im vorigen Jahre über„Kunst als Kultur“, und jeder Hörer wird sich gerade der geistreichen, fesselnden Art des Redners erinnern und sich die Gelegenheit, ihn wieder zu hören, nicht entgegen lassen. Der Gesamtertrag des Vortrags wird, da Herr Pastor Haun auf jedes Honorar verzichtet, der Kasse des Hilfsausschusses überwiesen werden. Es wird freundlichst zum Besuch des Vortrags eingeladen. Für die Verwundeten beider Krankenhäuser ist der Vortrag frei. Karten zu 50 Pfg.(anstatt 1,25 Mk.) sind in den Buchhandlungen von Braus und Neumann, in der Zigarrenhandlung von Schöttler und an der Kasse zu haben. (Höchstpreise für Wollwaren.) In diesen Tagen finden, wie uns von privater Seite gemeldet wird, in Berlin Beratungen zwischen Regierungsvertretern und Sachverständigen über die Frage der Festsetzung von Höchstpreisen für Wolle statt. Es handelt sich dabei sowohl um Rohwolle wie Halbfabrikate und fertige Wolle. Die außerordentliche Preissteigerung, die in letzter Zeit sowohl für Strickwolle wie für Wolle zur Tuchweberei eingetreten ist, hat zu der geplanten Maßnahme Anlaß gegeben. *"(Der Schutz unserer Getreidevorräte.) Die „Nordd. Allg. Ztg.“ schreibt zu der Anregung, zur Verhinderung von Brandstiftung die Bewachung unserer Cetreidevorräte zu organisieren, der Minister des Innern habe schon Mitte Oktober in einem Runderlaß an die Regierungspräsidenten die entsprechenden Maßregeln in die Wege geleitet. Erlaß bezeichnet es als geboten, daß auch die größeren Kornspeicher, Müchlen, Getrelde= und Lebensmittellager besonders bewacht werden, um sie vor Brandstiftung durch Agenten des feindl. Auslandes zu schützen. Zu diesem Zwecke seien die Polizeibehörden schleunigst mit entsprechender Anweisung zu versehen; sollten sie für den Bewachungsdienst nicht ausreichen, so wird auf die Vermittelung der zuständigen Militärbehörden zur Einberufung und Stellung unausgebildeter Landsturmpflichtiger verwiesen. *e(Bekämpfung der Maul= und Klauenseuche.) General von Bissing erläßt folgende Bekanntmachung: Infolge der immer mehr um sich greifenden Maul= und Klauenseuche reichen die bisher zu ihrer Bekämpfung angeordneten Bestimmungen nicht aus. Sind dieselben schon im Frieden nicht imstande, die Seuche zu unterdrücken, so führen sie bei den jetzigen, durch den Kriegszustand geschaffenen besonderen Verhältnissen zu einer außerordent“ lich raschen Verbreitung der Seuche. Im Staatsinteresse ist daher die schleunige Anwendung schärferer Bestimmungen dringend erforderlich, und ich bestimme daher, daß im Bezirk des 7. Armeekorps die§§ 161 bis 164 der Ausführungsbestimmungen des Bundesrats zum Reichsviehseuchengesetz vom 26. Juni 1909 mit dem 11. November 1914 in Kraft treten. Lichtenderf, 12. Nov.(Unfall.) Beim Abtreiben einer Rinderherde aus den Ruhrweiden wurde der 16jährige Hugo Biermann von einem Rinde angefallen und zu Boden geworsen. B. erlitt außer anderen Verletzungen einen Beinbruch; er mußte in das evangelische Krankenhaus in Schwerte überführt werden, ** Holzen, 12. Nov.(In der letzten Gemeinderatssitzung), die in der Wirtschaft Schneider stattfand, wurden für Ostpreußen 100 Mark bewilligt. Ferner wurden Zuwendungen an die Familien eingesessener Kriegsteilnehmer beschlossen. Mit der Vertretung einer Lehrerstelle an der evangelischen Schule in den Rosen wurde Frau Lehrer Budde, früher Lehrerin, beauftragt. Zur Prüfung der Gemeindekassenrechnungen wählte man die Gemeindeverordneten Hohenschwert, Dichut und Plässer. ** Westhofen, 12. Nov.(Was ein Hälchen werden will!) Der 10jährige Schüler Karl D. erbrach den in der hiesigen Schule aufgestellten Kasten für Liebesgaben und entwendete daraus eine Menge Zigarétten, die er mit einem gleichaltrigen Lümmel verrauchte. Ferner entwendete derselbe dem Landwirt Karl Herlinghaus an der Hochstraße aus seiner Wohnung den Betrag von 24 Mark. Darauf unternahm er eine Vergnügungsreise, von der er bisher noch nicht zurückgelangt ist. Einen größeren Betrag hat er für Leckereien und Spielsachen verschwendet. Eine tüchtige Portion ungebrannter Asche wäre wohl die beste Strafe für den leichtsinnigen Bengel. ** Garenfeld, 12. Nov.(Gemeindewah len.) Bei der Gemeindeverordnetenwahl wurden gewählt: von der 3. Abteilung der Fabrikarbeiter Funke, von der 2. Abteilung der Landwirt Hermann Borgmann. Westsalen und Rheinland. * Dortmund, 12. Nov.(Fünf Arbeiter von einem Gerüst in die Tiefe gestürzt.) Gestern nacht brach an einer Eisenbahnunterführung im inneren Stadtteil ein Anstreichergerüst zusammen. Da die Arbeiten auch während der Nacht verrichtet werden, stürzten fünf Arbeiter mit in die Tiefe. Zwei von ihnen wurden sehr schwer verletzt, zwei kamen mit leichteren Verletzungen, der dritte mit dem Schrecken davon. * Düsseldorf, 12. Nov.(Explosion.) In einem Hause in der Bahnhofstraße ereignete sich eine heftige Explosion. Als Nachbarn herbeieilten, fanden sie den Bewohner des Zimmers mit schweren Brandwunden am Boden liegen. Er wurde dem evangelischen Krankenhause zugeführt, wo er hoffnungslos daniederliegt. Die Explosion entstand dadurch, daß der Bewohner ein Streichholz anzündete und das in dem Zimmer ausgeströmte Gas explodierte. Die Detonation war so heftig, daß in der Nachbarschaft sogar Gerüchte über Fliegerbomben auftauchten. * Köln, 12. Nov.(Ein Zauberlicht) wollte im benachbarten Frechen ein Arbeiter vorführen. Er nahm Petroleum in den Mund, blies es in die Luft und hielt ein brennendes Zündholz daran. Die Flamme schoß ihm in den Mund und als er das brennende Petroleum ausspie, traf eine Flamme seine am Tisch sitzende Frau, deren Zellu. loid=Haarkamm Feuer fing. Alsbald stand die Aermste in Flammen. Sie erlitt so schwere Brandwunden, daß sie an deren Folgen alsbald starb. 0 Die geisteskranke Kaiserin Elisabelh die Witwe des in Mexiko erschossenen Kaisers Maximilian, die seit Jahren das Schloß Bouchont in der Nähe von Brüssel bewohnt, ist von den Kriegswirren verschont geblieben. Die deutsche Heeresleitung hatte bei der Besetzung dieses Teiles von Belgien ausdrücklich den Befehl gegeben, das Schloß zu schonen. Man hatte über dem Schlosse die österreichische Fahne gehißt. So ist es der unglücklichen Kaiserin erspart geblieben, die Kriegswirren, die ihr einst den hohen Gemahl unter so tragischen Umständen geraubt hatten, noch in ihrem einsamen Lebensabend in nächster Nähe erleben zu müssen. Die Kaiserin befindet sich auf ihrem Schloß und hat keine Ahnung von dem Welttrieg, der um sie wütet. Wetterbericht der Deutschen Seewarte. 15. November: Veränderlich, kühler. 16. Nov.: Meist bedeckt, feuchtkalt, nachts Reif. 17. Nov.: Nebel, nahe Frost, feuchtkalt, rauh, Reif. 18. Nov.: Nebel, bedeckt, feuchtkalt, rauh, Reif. Verantwortlich für die Redaktion Friedr. Krags, Druck u. Verlag von Carl Braus, beide in Schwerte. Bekanntmachung. die von den Truppenteilen nicht ausgehändigt dese verm b, gibsender zurück zusenden, sondern den Truppender Absender aber durch einen auf der Sendung— seies bandschriftlich oder durch gedruckten Zeltel— anzubringenden Ver„Wenn unbeselber, dur Versgesgade wöinschke so werden zum Ausdruck bringt, daß er die preisgabe wünscht, so i#den die Postverwaltung und die Truppentetle viesem wunsche entsprechen. Unbestellbare Sedungen, die einen solchen Vermerk nicht lragen, werden nach wie vor an den Absender zurückgeie pese. Der Staalsekrelär des Reichs=Postamls. 2101 Krgetke. TT TE Ic eine Hellpothstr. 28 ist 3 Zimmer= Wohnung zu rermieten. I1 erfragen bei Heinrich Falke Bahnhafste. 38. 7119 Empfehle mich als Herren Kleidermacher. Selbstgekaufte Stoffe zum Anfertigen von Anzügen, Reparaturen sauber u. billigst. J. Jakobi Sedanstraße b. H. Seligmann. Billig! Bilig! Diese Woche Rindfleisch ohne Unterschied der Stücke nur 60 Pfg. 7113 Fritz Hering jun. —— nur Moltkestraße 5.— 7062 Besannkmnachung id im Interesse liche Mitellungen aus Holand anders als durch die Post Per sofort oder später eine 0 bien Der kommandierende General: abgescht. ger Frebere von Viling. Bekanntmachung.(zu vermieten. Laut Anordnung des stellvertretenden Generalkompanios] H. Duhme ir Res ehech Schwerte, den 11. November 1914. Die HalgoteVtermattung Sohrmann. Favortt Modenaldum 60 S., Favorit Jugendaldum 60 0 Favorit Handarbtsalb. 60. 1! Favorit Schnittmuster! Alletnverkauf für Schwerte.. 106 Kaufbaus Ott0 Mals Statt besonderer Anzeige. 13 Olenstrabe 20 Kreen vom Krankenweine Tischweine Aepfelwein empfiehlt 4890 Drogerte Max Mehlhose. Verhaute Samesag margen das Fleisch eines per Pfd. 80 Pfg. 7i17 Liethgasse Nr. 21. Schlüchthof. Samstag, den 14. d. Mis., vorm. 9 Uhr, wird auf der Freibank das Fleisch einer Kuh und eines Schafes verkautt. Ner168 Die Schlachtbolvermaltung., Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, heute nachmittag 3 Uhr meinen lieben Mann, unsern guten Vater, Schwieger- und Grossvater, Schwager und Onkel Rentner nach langem Leiden im fast vollendeten 77. Lebensjahre durch einen sanften Tod in ein besseres Jenseits abzurufen. Die trauernden Hinterbliebenen. Holzen b. Schwerte, den 12. November 1914. Die Beerdigung findet Sonntag, den 15. November 1914, 3¼ Uhr vom Sterbehause aus statt. N Mn Eine russisch-türkischen Kriegsschauplatz vorrätig in der Buchhändlung CARE BKAUS SCHWERTE(RUHR), Gr. Marktstrasse 3—5, Eiar Gache. echnikum Mittweida Direktor: Professor Holst. Höheres techn. Institut f. Elektro- u. Maschinentechnik. Sonderabteilungen f. Ingenieure, Techniker u. Werkmeister. Elektr. u. Masch.-Laborstorien. Lehrfabrik- Werkstätten. u. besuchteste Anstalt. Programmete. gn 4ck-4 Stöne 5 Zimmer= sofort oder später zu vermieten. Näheres 7091 Mollkestraße 12. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Verluste unseres lieben Verstorbenen sagen wir allen Freunden, Bekannten und Verwandten unsern herzlichsten Dank. 7107 Familie Wilh. Orimann. Ergste, den 12. November 1914. und Halle siets Leschenwusche auf Lager. 7109 W. Scherff, Mollkestraße 10. InsüU BOIE ERR. AOHr: Umenau 1. Thür. Prosp. frei. Canmm Zacher ernusen aich Schenud der Deau.) deren Vorliebe der Haustrauen und sind in den meisten Geschäften vorrätig. 3380 Wer 50 Prämienscheine an die Nährmittelfabrik Hansa in Bielefeld einsendet, erhält gratis und franko eine grosse Dose Keks als Prämie. 1 Mederne Siel „P Hotsto e Unzerbrechliche . gefüllt mit Eineren Gewicht 250 Gr. versandfertig von 90 Pfg. aufwärts, Max Meninose Fernruf 195. 7011 möhren und Steatusta empfiehlt billigst L. Weinberg. 7098 Puppenklinik Alle Reparaturen an Puppen schnell und billig. 6722 Sämtliche Ersatzteile wie: Köpfe, Arme, Beine, Bälge (ansetzen gratis). Puppenperücken auch von ausgekämmten Haaren. Ferner: Zöpse, Frisets, Perücken. Nur ungefärbtes Natur=Haar! Keine Fabrikware! Nur Selbstanfertigung! Anton Suttmann, Wilhelm= u. Bismarckstr.=Ecke Viehseuchen. Erloschen: Maul= und Klauenseuche unter dem Viehbestande des Landwirts Carl Vohwinkel zu Wellinghofen. 7123 Wellinghofen, den 12. November 1914. Die Polizei= Verwaltung. Brennspirktus wieder eingetroffen. 7114 Brückstr. 28. Carl Kuhl Fernruf 165. Die Arbeiten und Lieferungen zur Verbreiterung der Wegeunterführung in km 157,2 und 62 der Strecke Schwerle—Fröndenberg, etwa 2200 chm Erdaushub, 280 chm Stampfbeton 400 chm Bruchsteinmauerwerk und 150 chm Ziegelsteingewölbemauerwerk sollen ungeteilt vergeben werden. Die Verdingungsunterlagen liegen im hiesigen Geschäftsgebäude(Zimmer 4) zur Einsichtnahme aus. Angebotshefte können für 1,20 Mk. abgegeben oder gegen Einsendung des Betrages in bar, solange der Vorrat reicht. zugesandt werden. Die Oeffnung der Angebote findet am Mittwoch, den 25 d. Mis, vormittags 10½ Uhr statt. Zuschlagsfrist läuft ab am 31. 12. d. Is 7067 Hagen(Westf.), im Nov. 19 4. Königl. Eisenbahn=Betriebsamt 3. Für unsere Krieger! Unterzeuge wie: Hemden, jacken, Hosen, Socken, Lungenschützer, Handschuhe, 6378 Taschentücher empfiehlt in grosser Auswahl zu billigen Preisen. Kauthaus Oto Mark Ostenstrasse 20. Merklinghauser wie Reichsmärker Korubranntwein empfiehlt Tarl Kassin Gasthol Jur, Helle“. Bunge QuLqabbanabanaaabna A □ D1% □ Am Sonntag, den 15, November 1914, □ nachmittags 4 Uhr beginnend, findet im Freischütz ein□ Wonltaligkeils-Konzert's S statt, veranstaltet vom □ Männergesangverein„Cäcilla" Schwerte □ □(Dirigent Herr Musikdirektor Franz Hanemann d. J.) unter Mitwirkung von Frau Joh. Vollmer-EckermannKöln(Alt), Herr Pfarrer Schnurbus(Ansprache), Herr Konzertmeister Müller-Iserlohn(Violine), Deklamation.„ Der Ertrag des Konzerts ist ganz für □ Zwecke des Roten Kreuzes In Schwerte m b e s t i m m t, d. h. f ü r d i e v e r w u n d e t e n u n d e r □ m k r a n k t e n K r i e g e r i n d e r S t a d t S c h w e r t e, f e r- □ m n e r f ü r h l e s i g e A n g e h č r i g e d e r z u r F a h n e □ einberufenen oder im Felde gebliebenen Krie- □ □ ger, sowie auch für Liebesgaben für die Im □ m F e l d e s t e h e n d e n K r l e g e r. □ □ Eintrittskarten zu 50 Pfg. im Vorverkauf sind □ □ zu haben bei den Mitgliedern des Männergesang. □ □ vereins„Cäcilia“ Schwerte und den Ausschuss □ □ mitgliedern des Roten Kreuzes hierselbst. An der □ □ Kasse kosten die Eintrittskarten 60 Pfg. □ □ In Anbetracht des guten Zweckes bitten wir □ I die Bürgerschaft um zahlreichen Besuch. 6955 □ □ schwerte, den 4. November 1914. □ Hamens des Ausschusses D E des Zwelgvereins vom Roten Kreuz: 5 Rohrmann, Bürgermeister. □ O □ Guuanabaanananonnano Peierkeil 9 Schwere Woitermänlter u. für Fuhrleute und Kutscher. Hosen aus wellerlesten Stollen. Unsere Auswahl ist bedeutend! Unsere Preise sind bekanntlich die billigsten! Marine=Verein Schwerte. Sonntag. den 15. November, abends 7 Uhr im Vereinslokal: Monats=— Versammlung.„Ahlon“ a. Hohs Max Mehlhose Ke Hausbrandkoblen: Stückkohlen Nuß I, 1I und III Anihrazikoblen für Dauerbrenner Nuß II und iII Eierbrikells Braunkoblenbriheits 2) Tagesordnung wird daselbst bekannt gegeben. 7106 Der Vorstand. 20 x 40 und 20 K 60 mim billig zu verkaufen. Theodorstr. 26. 7110 Dunge. haben abzugeben Westfälische Backwerke vorm. Schweiter Brotfäbrik Holzen. 7111 Sonntag, den 15. November er., abends punkt 8 Uhr im Vereinslokal(C. Klempt) General= Versammlung. Tagesordnung: 1. Mitteilungen und Grüße der im Felde stehend. Kameraden. 2. Vereinsangelegenheiten. Zahlteich. Erscheinen erwartet 7115 Der Vorstand. liefert prompt ab Lager die Kohlenhandlung von Adolf Schmidt H. Fischer Nachf. Kleppingstr. 2. Teleson 316. Kaufe alte Wolke und zahle gute Preise. Frau Haas 7118 Holzen bei Schwerte. Sonntag, den 15. November 1914, anstalten der Krieger-Verein villigst und der Turnverein„Westlalla“ Villigst im Lokale des Herrn C. Peuckmann, Villigst eine Kriegs-Wohläligkeilsieier bestehend in patriot. Gesang und Theateraufführungen zum Besten unserer im Felde stehenden Krieger. Beginn der Feier für Kinder 3 Uhr nachm für Erwachsene 7 Uhr abends. Eintrittskarten für Erwachsene 50 Pfg. In Anbetracht des guten Zweckes bitten wir die Bewohner um zahlreichen Besuch. 7108 Der Krieger- Der Turnverein Verein Viligst Westfalia Viligst.) Nikolaistr. 5 Dortmund Balkenstr. 36—38 beim Bezirkskommando. 6599 Frischer Schellfisch eingetroffen. Adolf Kalsbach 7122 Brückstr. Als feinster Ersatz für aturbut empfehle meine Süssrahmmargarine der Berg.-Märkischen Margarinewerke (echt deutsche Firma). Esbu 90 Pig. Lebu 95 Pig. Carl Trog. Billig!## Billig! Heute wieder frische Sendung Bratschellsisch 3 Pfd. 53 Pf. Kablian Bratheringe Stck. 10 Pf. Eingelegte Heringe„ 10 Pf. Gaufhaus für Lebenziter, Brückstraße 23. 7124 Bei Eintritt der kälteren Jahreszeit wird darauf hingewiesen, daß sowohl Gas= als auch Wassermesser gegen Frosteinwirkung zu schützen sind. Es ist deshalb darauf zu achten, daß entsprechendes Schließen der Fenster und Türen die betreffenden Räume frestfrei bleiben. Am besten umgebe man den Messer mit einem Holzkasten und fülle die Zwischensäune mit Sägemihl aus, sodaß der Messer von allen Seiten mit einer 10 Zentimeter starken Schicht umgeben ist, jedoch muß das Ablesen jederzeit möglich sein. Die durch Frostschäden entsteher den, häufig nicht unbekrächtlichen Ausbesserungkosten fallen ausschließlich dem Benutzer des Gas= und Wassermessers zur Last. 7112 Schwerte, den 12. November 1914. Verwaltung des Gas= und Wasserwerks. liefert gut und billig C. W. Böhmer * 8 —. 20—— □ —*2—— □ S 888 # Satg 9. S 0 E 3 00 S 89 * S 9 95 8. TeSOagmgEng in“ a% F—-T ∆ 55 vnigs —— □. n S e3 Ri 60 u(9• " 7— * E 13 8 dasselbe und sah, wie der Unbekannte sich zu einem ebenfalls mit peinlicher Sorgjalt gekleideten jungen Manne, der ihn erwartet zu haben schien, setzte, nahm an einem Nebentische Platz und vertiefte sich mit scheinbar größtem Interesse in die Lektüre eines Blattes. Er vernahm zu seiner ihn völlig befriedigenden Genugtuung folgendes Gespräch, das in ziemlich ungeniertem Flüsterton geführt wurde: „Hast du etwas?“ fragte der Wartende. „Natürlich. Ich wußte es vorher, daß er auf den lachten.„Raffiniert=gaunerisch“ dünkte Harry Brandt dieses Lachen. —( S c h l u ß f o l g t.) Die wertvolle Kuh. Ein kleiner Bauer war schon längere Zeit krank, da erkrankte plötzlich nuch die einzige Kuh des Ehepaares, und nachdem der Tierarzt dagewesen, schickte die Frau die Magd nach der Stadt, um ein Rezept für den Bauer und eins für die Kuh machen zu lassen. Es stellte sich aber heraus, daß sie nicht genug Geld bei sich hatte, und als der Apotheker sie fragte, welche Medizin sie mitnehmen wolle, erklärte sie:„Gewwe Se mer nor des Zeug for die Kuh, Herr Abedeker, der Mann kann bis morje warde. Und wann er vielleicht in der Nacht sterbe solld, än annern Mann krieht die Fraa schon, awwer ob se so leicht à anner Kuh krieht, des waaß ich net.“ Partie Nr. 391. Turnierpartie, gespielt zu St. Petersburg im April 1914. Damenbauernspiel. Weiß: A. Rubinstein.— Schwarz: A. Aljechin (Nach der„Moskauer Deutschen Zeitung", Anmerkungen von Dr. O. S. Bernstein.) 6388 Jchach. * * H BE, ###F E, Bearbeitet von E. Schallopp. Aufgabe Nr. 388. Von Sam. Loyd(1). (Aus:„Sam. Loyd and bis Chess Problems.“) Schman:! Siebe. 2 =b" d**" h Weiß: 10 Steine. * Weiß zieht an und setzt mit dem 2. Zuge matt. I10•3-911. 4suXeuI, 3-zu 483—19I 3 L—8US z(12#on)#or##0#####p#00 70—08. us 3(Ju) 12 ·28(63 173·62-9s IX9I Weiß: Schwarz: 1. 42—44 Sg8—f6 2. c2—04 Richtig ist hier 2. Sgl— 13, und je nach den Umständen 3. Lcl—f4, 3. Lel —göoder 3.c2—c4 zu ziehen. 2.. e7—e6 Hier war eben 07—46 nebst Sb8—47 und e7—e5 angebracht, da bei diesem Entwicklungssystem der Zug 3. c2—c4 nicht nur nutzlos ist, sondern direkt schädlich: er schwächt den Punkt d4 und den c=Bauern. 3. Sbl—c3 L18—b4 4. e2—e3 Ich halte Da1—53 für angebracht, da der Doppelbauer auf cs in dieser Variante ein Nachteil ist für Weiß. 4.. 57—b6 5. LfI—43 Lc8—b7 6. 12—13 Dieser Zug in ähnlichen Stellungen hat Rubinstein schon manche Partie gekostet, aber er kann nicht von ihm lassen. Der Zug ist schlecht, da er es schwächt. 6. c7—c5 7. a2—23 Ein ganz schlechter Zug, der ein Tempo kostet, dem Läufer cl das natürliche Entwicklungsfeld as raubt und dazu noch den Punkt b3 schwächt.— So viele schlechte Züge können nicht ungestraft bleiben. 7. Lb4Xc3f 8. b2Xc3 47—05 8. 47—06, um den Doppelbauern für immer unauflösbar zu machen, kam sehr in Betracht. 9. Sl—e2 0—0 10. 0—0 Sb8—47 11. Se2—83 D68-c7! Ein guter Zug, der Weiß zwingt, auf a5 zu schlagen und dadurch die e=Reihe zu öffnen. Der e=Bauer wird nun schwach. 12. c4X05 e6Xd5 13. e3—e4 Gewagt, aber was soll man mit einem rückständigen schwachen Bauern auf einer offenenReihe anfangen. 13. c5Xd4 14. c3X04 De7-c3 15. Lcl—e3 d5Xe4 16. 13X64 L57—a6 Warum nicht einfach Sf6Xe4? 17. Tal—cl war nicht zu fürchten wegen Dc3xa3 18. Tcl-c7 Lb7 —a6!— Der Textzug sollte nur zum Remis führen. 17. Lo3Xa6 DcaXe3j 18. Kgl—h1 S/6Xe4 19. Sg3—15 Se4—121 20. TfIXf2 De3xf2 21. Ddl—64 g7—66 22. Tal—fI Df2—b2 23. S15—b6f Ganz unverständlich. Warum nicht einfach 23. Stöelf nebst 24. Dg4Xd7, was doch mindestens zum Remis führte.— Wieder eine der Halluzinationen, die in diesem Turnier vorkamen (vgl. Partien Lasker—Niem= zowitsch, Lasker—Bernstein, Bernstein— Niemzowitsch, Tarrasch—Capablanca und viele andere). Die Nervosität, durch die Einrichtung einer Siegergruppe bei kurzem Vorkampf, mag viel dazu beigetragen haben. 23. Kg8—g7 24. Sh6Xf7 Db2—b3 25. 44—45 S47—f6 26. Dg4—44 TI8Xf7 27. Laß—c4 Db3—a4 28. 82—g4 Ta8-c8 Weiß gab auf. Eine sonderbare Rubinstein= Partie. Rubinstein spielte sie in der Runde nach der Niederlage gegen Lasker. Ungefähr ebenso spielte Capablanca gegen Tarrasch am Tage, nachdem er gegen Lasker unterlag 92 Auflösung des Rebus aus voriger Nummer“ Lebe, wie du, wenn du stirbst, wünschen wirst, gelebt zu haben. Unterhaltungs=Beilage zu Nr. 267. Freitag. 13 November 1#### Der neue Bankatrenten. Roman von Reinhold Ortmann. (14. Fortsetzung.) (Nachdruck verboten.) nd Isabella del Vasco?“ fragte Conchita zögernd.„Darf ein Ritter die Dame verleugnen, deren Farbe er trägt?“ Die unerwartete Frage machte ihn betroffen. Er suchte aus dem Gesicht seiner Begleiterin zu lesen, was sie bedeuten (“ sollte. Aber Conchitas Köpfchen war tief und er vermochte nur die zarten Umrißlinien der bräunlichen Wange zu erspähen. „Die Sennorita del Vasco hat mir bisher kein Recht gegeben, mich ihren Ritter zu nennen,“ sagte er, „und es liegt auch nicht in meiner Absicht, mich um dieses Vorrecht zu bewerben.“ Jetzt erhob sie mit einer blitzschnellen Bewegung das Haupt, und ein eigentümlich freudiges Leuchten war in ihren dunklen Augen.„Ist das wahr? zeihen Sie— ich weiß wohl, daß Sie in einer solchen Angelegenheit nicht die Unwahrheit sprechen würden. Aber es scheint mir so unbegreiflich. Ich glaubte nicht, daß ein Mann, den Isabella gewinnen will, dem Zauber ihrer Persönlichkeit widerstehen könnte.“ „Vielleicht ist es in der Tat keine zu hohe Meinung, die Sie da von der Schönheit und Liebenswürdigkeit der Sennorita Isabella hegen. sicherlich nicht die Absicht, mich zu gewinnen. Ich bewundere sie, wie ihre ganze Umgebung sie bewundert, und ich kann nicht einsehen, inwiefern dadurch die Freiheit meiner Entschließungen und meiner Handlungen beeinträchtigt werden sollte. Sie sprachen vorhin von feindlichen Parteien, denen ich nicht gleichzeitig dienen könnte. Ist es denn die Familie del Vasco oder gar die Sennorita Isabella, der Sie feindlich gegenüberstehen?“ Conchita zauderte ein paar Sekunden lang unschlüssig mit der Erwiderung, dann aber sagte sie:„Erlassen Sie es mir, Ihnen darauf schon heute zu antworten. Sie kennen mich zu wenig, als daß ich nicht fürchten müßte, von Ihnen mißverstanden zu werden. Ich weiß wohl, daß es sehr undankbar und lieblos klingen würde, was ich Ihnen sagen könnte. Und es ist dazu jetzt auch weder die rechte Stunde noch der rechte Ort. Sie dürfen mich nicht weiter als bis zu der Plaza de Retiro begleiten. An dem Standbilde des Generals San Märtin, das dort schon vor uns aufragt, müssen wir uns trennen.“ „So wollen Sie mir wirklich wieder entschlüpfen? Ich soll noch immer nicht erfahren, wer Sie sind? Wissen Sie auch, Sennorita, daß dies Verstecken jetzt, wo ich mich Ihnen unumschränkt zur Verfügung gestellt habe, etwas sehr Kränkendes für mich hat?“ „Aber ich will mich ja gar nicht verstecken. Ich will nur, daß wir uns ein wenig naher kennen ternen, ehe Wie aber sollen wir es anfangen, einander teznen zu lernen, wenn ich weder Ihren Namen noch Ihlen Sie waren bis zu den Gartenanlagen gelangt die das riesige Erzstandbild des republikanischen, Genegele auf der Plaga de Retiro umgeben. Ein ve geschäfigen auf den masestätischen Strom mi guietine ggntzig aber Hafenleben tat sich vor ihnen auf. Ebachita deutete mit einer leichten Bewegung nach der entgegen„Sehen Sie den Turm dort über den Häusern? Das ist die Kirche Santa Catalina neben dem der Dominikanerinnen. Wenn Sie mich früh um acht Uhr vor der kleinen Pforte an der Westseite erwarten wollen, so können wir wieder eine Stunde miteinander spazierengehen. Ich also diesmal nicht Lebewohl, Sennor, sondern auf Damit war sie, ehe er auch nur gruß hatte zurückgeben können, behenden Schrittes enteilt, und das Strauchwerk der Anlagen entzog ihre Gestalt rasch seinen Blicken. An diesem Sage blieb Rodewaldt zum ersten Male der Tertulia seiner hoheitsvollen Gönnerin Maria del Vasco fern. Während er sonst die Stunde dieser Abendgesellschaften mit aufrichtiger Freude hatte kommen sehen, fühlte er heute ein unwiderstehliches Verlangen nach Einsamkeit, und das Vergnügen, die bedeutsamen Erlebnisse des Tages noch einmal an seinem Geiste vorüberziehen zu lassen, schien ihm um vieles lockender, als die Aussicht auf ein Plauderstündchen mit der Als er dann aber am nächsten Morgen vor seinem Schreibtisch saß, war er wieder ganz der ruhige, Kaufmann und gewissenhafte Beamte. Was Doktor Vidal ihm von den politischen Eintagsgrößen der argentinischen Republik gesagt, hatte ihm zu denken gegeben, um so mehr, als es nicht ganz übereinstimmte dem, was er bisher von Manuel del Vasco und auch von Henninger vernommen. Er machte sich Vorwürfe, daß er es versäumt hatte, sich über die einschlägigen Verhältnisse auch an anderer Stelle zu unterrichten. Denn die Gewinnung eines richtigen S ES 2 5 5SpESSS SSEE S 38555 8 Se#5 *—„„„„**** S T S 9 4 825 3 10 # Urteils war für ihn nicht ohne schwerwiegende praktische Bedeutung. Er hatte in dem Portefeuille der Bank eine Anzahl von Wechseln über zum Teil nicht unerhebliche Beträge vorgefunden, über deren Dasein er von Henninger Aufklärung verlangt hatte, weil eine bankmäßige Sicherheit für sie nicht vorhanden war. Denn als Aussteller und als Bezogene figurierten auf ihnen die Namen von Persönlichkeiten, die ein entsprechendes Guthaben bei der La=Plata=Bank nach Ausweis der Bücher nicht besaßen, und der Umstand, daß diese Papiere sämtlich auch die Unterschrift des Sennor Manuel del Vasco aufzuweisen hatten, war dem neuen Direktor nicht als ausreichend erschienen, den Mangel einer im kaufmännischen Sinne genügenden Deckung zu ersetzen. Henninger aber hatte ihn dahin aufgeklärt, daß von irgendeiner Gefahr für die Bank bei diesen Wechselgeschäften auch nicht entfernt die Rede sein könne. Sein Vorgänger habe die Annahme der Wechsel, die allerdings zum Teil schon wiederholt prolongiert worden seien, nicht verweigern dürfen, weil es sich dabei um Personen in hoher amtlicher Stellung oder von weitreichendem politischem Einfluß handele, um Leute, mit denen man es nicht verderben dürfe, wenn man das Institut nicht allerlei Schikanen und Widerwärtigkeiten aussetzen wolle. Die endliche Einlösung der Wechsel sei außer allem Zweifel, da die Aussteller und Akzeptanten Männer von tadellosem Ruf und unantastbarer Ehrenhaftigkeit seien. Diese Ansicht vertrat der Prokurist auch heute, als Nodewaldt ihm offen mitteilte, welche Charakter= schilderung Doktor José Vidal von den Zuständen und den öffentlichen Persönlichkeiten der Republik entworfen hatte. Henninger zuckte dazu nur in seiner gleichmütigen Art die Achseln und erklärte ironisch, er lönne trotz der ohne Zweifel sehr bedeutenden Autorität des Arztes nichts von dem zurücknehmen, was er früher gesagt habe. Da Rodewaldt sich noch nicht hinlänglich orientiert glaubte, um der bewährten Einsicht und Erfahrung des älteren Mitarbeiters gegenüber seine Zweifel mit Nachdruck aufrecht zu erhalten, ließ er das Thema fallen, aber er nahm sich zugleich im stillen vor, daß künftighin bei allen, auch den geringfügigsten geschäftlichen Manipulationen der Bank, lediglich nach denselben streng kaufmännischen Grundsätzen verfahren werden solle, die man in der deutschen Heimat als für jeden soliden Betrieb unerläßlich ansieht. An demselben Tage noch erging aus dem Kabinett des Direktors die Weisung, daß kein Wechsel mehr diskontiert werden dürfe, der ihm nicht zur Prüfung vorgelegt worden sei, und Henninger konnte, als er von dieser Maßregel Kenntnis erhielt, nicht darüber im Zweifel sein, daß sein Vorgesetzter hier zum ersten Male gesonnen war, seinen anders lautenden Ratschlägen gegenüber den eigenen Willen durchzusetzen. Wenn er sich dadurch verletzt fühlte, so wußte er dies doch jedenfalls gut zu verbergen; denn in seinem Benehmen gegen Rodewaldt änderte sich nichts, und er blieb derselbe bescheidene Untergebene, als der er dem Direktor bis dahin gegenübergetreten war. In Sennor Manuel del Vascos Hause dagegen machte man aus der Empfindung einer gewissen Gereiztheit über das gestrige unentschuldigte Ausbleiben des jungen Deutschen um so weniger ein Hehl. Don Manuel selbst war zwar von schier überfließender Herzlichkeit wie immer; seine stolze Gemahlin jedoch zeigte sich weniger herablassend, und Sennorita Isabella schmollte in aller Form. Sie behandelte Werner kühl und beinahe schnippisch, während sie sich in Liebenswürdigkeiten gegen die anderen anwesenden jungen Herren förmlich überbot. Dabei schien sie mehr als je darauf bedacht, alle Vorzüge ihres Geistes und alle Reize ihrer Persönlichkeit in das hellste Licht zu setzen. Auch heute blieb der Zauber dieser Schönheit nicht ganz ohne Wirkung auf Werner. Aber kaum je zuvor hatte er es gleichzeitig mit so überzeugender Gewißheit empfunden, daß es nicht Liebe sei, was sich beim Anblick dieses Meisterwerkes der Natur in ihm regte. Er fühlte sich wohl ein wenig verletzt durch die offenkundige Zurücksetzung, die sie ihm zuteil werden ließ, aber nur ein leises Bedauern, nicht Eifersucht war es, das ihn bewegte, während er ihr kokettes Gebaren im Verkehr mit den geputzten jungen Herren beobachtete, denen sie heute so auffällig den Vorzug gab. Früher als sonst brach er von der Tertulia auf, und schon auf dem Heimwege beschäftigten sich alle seine Gedanken wieder mit der geheimnisvollen jungen Unbekannten, die er am nächsten Morgen wiedersehen sollte.— Schon eine Viertelstunde vor der angegebenen Zeit war er an der Kirche Santa Catalina. Da er aber fürchtete, die junge Dame durch langes und auffälliges Verweilen vor dem Gotteshause zu kompromittieren, hielt er sich in einiger Entfernung, bis ihm das Anschlagen der Glocke verkündete, daß die Messe vorüber sei. Nun wandie er den Blick nicht mehr von der kleinen Seitenpforte, aus der sie ihrer Verheißung zufolge heraustreten mußte, und er fühlte sich dabei in einer seltsam freudigen Aufregung, deren Lebhaftigkeit ihn selbst ein wenig in Erstaunen setzte. Lächelnd erinnerte er sich der glücklichen Tage seiner ersten Primanerliebe, wo er mit ähnlichem Herzklopfen den Augenblick erwartet hatte, da die Angebetete an ihm vorübergehen würde, und er mahnte sich im stillen zu Kaltblütigkeit und Vorsicht; denn zu einem Liebesabenteuer sollte sich ihm diese neue Bekanntschaft wahrlich nicht gestalten. Wenn das arglose junge Wesen eines Beistandes bedurfte und sich entschloß, ihm zu vertrauen, so mußte er es ja als eine Ehrenpflicht ansehen, dies Vertrauen nicht zu täuschen und ihr nur ein Freund, nichts als ein aufrichtiger, uneigennütziger Freund zu sein. Nicht lange wurde seine Geduld auf die Probe gestellt; denn die zarte Gestalt im schwarzen Atlaskleide, die jetzt raschen Schrittes durch das Pförtchen trat, konnte nur die der Erwarteten sein. In einer Entfernung von wenigen Schritten folgte ihr eine zweite weibliche Person, anscheinend eine Dienerin, von ebenfalls noch jugendlichem Aussehen. Sie trug über dem linken Arm den kleinen Teppich, dessen sich die Damen in Argentinien zum Schutz gegen die Kälte und Unsauberkeit der Steinfliesen bedienen, wenn sie in den Kirchen, die keine Bänke oder sonstigen Sitze aufzuweisen haben, kniend ihre Gebete verrichten. Auch als Werner die Sennorita begrüßt hatte, und als sie Seite an Seite die um diese frühe Stunde noch fast menschenleere Calle Cordoba hinab dem Flusse zuschritten, folgte die Dienerin ihnen nach, allerdings in einem so weiten Abstande, daß sie von ihrer Unterhaltung unmöglich etwas vernehmen konnte. Aber selbst ein argwöhnischer Lauscher würde nichts Tadelnswertes oder Unschickliches darin aufgespürt haben. Rodewaldt war erstaunt, seine junge Bekannte so fröhlich und aufgeräumt zu finden, als hätte nie eine ernstliche Sorge ihr Herz bekümmert. Er hatte sich vorgenommen, sie heute um eine Offenbarung ihrer Bedrängnisse zu bitten, aber ihr Verhalten machte es ihm unmöglich, diesen Vorsatz zur Ausführung zu bringen. (Fortsetzung folgt.) 2 cuue sighmusch M u M S S 2 9 5 * S##SgrSE esn SESSE E S 2 2 8#n #Eg. **** #ir S u E„ sas = S SSEg 5 8.#SASSnBSSg" SBaBAEE =bgrAbbSET„EagEn S SSH##. nE. ng S Se.S „„ a.—" • S E 5-- TOETB„gg 6n S SEESOLGGSENG EDTEBS 5 S SS.SE2 Denkspruch. Uebers Nied. rttächtige Niemand sich beklage, Denn es ist das Mächtige, Was man auch lage. Ceetbe. Pfiffige Leute. Humoreske von Fritz Ganutzer. (Nachdruck verboren.) „Guten Abend, Fitzner!"...„Gute Nacht!“— „'n Nacht,'n Nacht, meine Herren! Wünsche gedeihliche Metamorphose vom Affen zum Kater!... Aehl... Bißchen spät geworden und Gott Bacchus eminent reichlich Opfer gebracht. Aehl...'n Nacht,'n Nacht!“ Die drei Nachtschwärmer trennten sich. Einer von ihnen— derjenige, welcher die geistreiche Wendung von der Metamorphose gebraucht hatte— entsernte sich vom Café Josty aus, vor dem die Verabschiedung stattgefunden, nach der Leipziger Straße zu, die beiden anderen bogen in die Potsdamer Straße ein. „Selbst Affe!“ brummte der eine von ihnen. Und der andere:„Ekelhafter Kerl!“ „Ja, du hast recht," bestätigte Lothar Feldern seinem Freunde Erich Bodenhusen,„ein ganz ekelhafter Kerl. Wir dürfen auf diese Bekanntschaft stolz sein. Immer „jeistreich“, stets mit den neuesten Witzen aus dem „Simplizissimus“ und den„Fliegenden“ vollgepfropft, die er mit dem stereotypen, blasierten Lächeln zum besten gibt. Wirklich ein individuell und hervorragend „jeistreich“ veranlagtes Exemplar der Gattung Mensch.“ Der andere lachte.„Und dazu seine Art, sich geckenhaft zu kleiden. Einfach Dandy. Er gäbe einen famosen, wandelnden Reklamezettel für ein Herren=Konsektionsgeschäft ab. Geradezu lächerlich aber wirkt seine Einist davon überzeugt, daß sich jedes weibauf den ersten Blick sterblich in ihn verbildung, er liche Wesen liebt.“ „Narr!“ knurrte Feldern. Und nach einer Weile sagte er plötzlich sehr lebhaft und amüsiert lachend: „Du, ich habe einen Gedanken.“ „Nun?“ „Meine Idee ist noch nicht ganz geburtsfähig. Laß mir bis morgen Zeit, dann schreibe ich dir. Ich muß jetzt links ab. Guten Abend, Bodenhusen!“ ** * An den Anschlagsäulen des Berliner Westens prahlte ein grellroter Zettel im großen Zeitungsformat. Auf ihm war folgende Aufforderung zu lesen: „Der junge Herr, mittelgroß, schlank, elegant, Mittelscheitel, hoher Umlegestehkragen, dunkelrot farbige Krawatte, welcher am letzten Sonntagnachmittag gegen fünf Uhr im Café Josty in dem dem Eingang entgegengesetzten Teil mit dem Rücken nach dem Garderobengang auf einem Ecksofa mit einem älteren, etwas rötlich blonden, glatt rasierten Herrn saß, und nach Kaffee oder Schokolade und zwei Stück Kuchen eine ihm aus silbernem Etui angebotene Zigarette rauchte, wird aus ihm gewiß verständlichen Gründen dringend gebeten, behufs einer Mitteilung seine Adresse unter„Amerikaner 2“, Postamt 7(Dorotheenstraße) gütigst einzusenden.“ Harry Brandt, der funge ehrgeizige Detektiv, las das nun schon zum dritten Male. Keiner der Vorübergehenden hätte das geringste Interesse für den roten Zettel an ihm bemerken können. Es schien, als ob er seine Aufmerksamkeit allein auf die Auslage eines Zeitungsverkäufers, der neben der Anschlagstule seinen Stand hatte, gerichtet habe. Und doch war er mit seinem ganzen scharfsinnigen, tüftelnden Denken bei dem auf dem grellroten Anschlag Gelesenen. „Ganz sicher lauert dahinter ein neuer Trick der internationalen Hochstaplerbande, der wir schon seit zwei Wochen das Handwerk legen möchten, aber infolge ihrer beispiellosen Gerissenheit nicht beikommen können,“ hatte er längst erwogen. Er grübelte, kombinierte, vermutete, lächelte zuletzt und nickte zufrieden vor sich hin. Endlich kaufte er eine Zeitung, trat dann dicht an die Säule heran und schien einen Theaterzettel zu lesen. In Wirklichkeit aber entzifferten seine scharfen Augen den Namen des Herstellers des roten Zettels... Schließlich ging er zufrieden weiter, machte sich auf dem Zeitungsblatte eine kurze Notiz und dachte triumphierend: „Wartet! Wenn ich mich in meinen Vermutungen nicht täusche, sitzt ihr bald hinter Schloß und Riegel, Nun Vorsicht und Geduld...“ Er hatte sich kaum entfernt, als ein junger Elegant vor der Säule stehen blieb, nachlässig mit seinem Stöckchen baumelte und seine Blicke, von einem leisen Gähnen begleitet, über die Anschläge wandern ließ. Plötzlich kam ein interessierter Zug in sein gelangweiltes Gesicht. Mit steigender Aufmerksamkeit las er die Aufforderung auf dem roten Zettel. „Ohne Zweifel,“ murmelte er endlich,„damit bin ich gemeint. Natürlich: gegen fünf Uhr.... Café ... Ecksofa. nach Schokolade... und zwei Stückchen Kuchen— Königstorte— Zigarette... Teixel eins! Natürlich, ich, ich!“ Artur Fitzner las noch einmal, leise die Lippen bewegend und sich selbstbewußt aufreckend:„Irjend weibliches Wesen rasend verliebt gemacht.“ Er überlegte. „Ah, die große, schlanke Brünette links vom Eingang mit dem schicken Felbelhut und dem Bolerojäckchen, die so unnachahmlich graziös=kokett ihre Melange trank und mich alle Augenblicke ansah. Stimmt! Schätzte gleich auf Vollblut=Amerikanerin. Und natürlich nicht geirrt. Einfach echt amerikanisch, auf diese Weise Rendezvous herbeiführen zu wollen.“ Er lächelte schon wieder blasiert, klemmte das Monokel ein und tänzelte weiter.„Selbstverständlich geben wir Adresse auf,“ dachte er.„Ist ja einfach nervenaufreizend, mal tödliche Langweile durch derartiges Intermezzo unterbrechen zu dürfen. Muß ich Bodenhusen erzählen. Unzweifelhaft Motiv zum Roman—— apropos... Bodenhusen! War der nicht an dem Nachmittag auch bei Josty? Natürlich, sagte ja noch: Fitzner, Sie haben schon wieder mal Eroberung gemacht!“— Eine halbe Stunde später war Artur Fitzners Adresse unter der erbetenen Chiffre schon auf dem Wege nach Postamt 7. Und der Absender verbrachte den Rest des Tages damit, unter seinen Krawatten und Handschuhen für das von ihm erwartete Rendezvous eine Auswahl zu treffen. „Ich muß ihr imponieren,“ dachte er. * Harry Brandts Geduld war auf eine harte Probe gestellt. Seit der Oeffnung des Postamtes 7 stand er schon in einer dunklen Ecke des Schalterraumes und beobachtete die Briesausgabe mit Argusaugen. Er lauschte auf jedes Wort, das aus dem Munde der Abholer kam, und vermutete in jedem neuen Ankömmling seinen Mann. Endlich, als es schon stark dämmerte, wurde seine Ausdauer belohnt. Ein elegant gekleideter Herr ging in ziemlicher Eile zur Briefausgabe und fragte den Beamten:„Ist etwas da unter„Amerikaner 2•?“ Der Detektiv jauchzte. Mit atemloser Spannung beobachtete er, wie dem Frager ein Brief ausgehändigt wurde, und folgte ihm unauffällig, als er das Postamt verließ. Der Abholer ging ein Stück die Straße hinunter und trat in ein Restaurant. Harry Brandt tat