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Amtliches Kreisblatt Westhotener Zeitung Langscheder Zeitung ∆ 85 Schwerter Volksblatt Verbunden mit tür den Kreis wörcle Holzwickeder Zeitung Aplerbecker Zeitung Schwerter Volkszeitung Schwerter Tageblatt d Schwerter Anzeiger Grites und älteltes Cagesorgan des Kreises c General-Anzeiger für den Kreis Hörde o Haupt-Annoncenblatt Aüg darter und ichalgnltgüchen Nonod. nungen für den Kreis Hörde erlangen gemäß Bekanntmachung der Königlichen Regierung durch Veröffentlichung in der„Schwerter Zeitung" rechtsverbindliche Kraft.— Die „Schwerter Zeitung“ gewährt ihren Abonnen. ten fur jeden mit Tod endenden Unfall gediagungen: 300 Mk. Unfall. Druck u. Verlag o. Carl Braus. Schwerte=Ruhr Fernsp. 62. Telegr.=Adr. Braus Schwerle. Kuhr# uhr Nuber Nr. 238 Samstag, den 10 Oktober 1914. 46 D. Jahrgang Das falsche Spiel Greys im englischen Blaubuch. Die englische Regierung hatte einige Wochen nach Ausbruch des Krieges der Veröffentlichung des deutschen Weißbuchs ein Blaubuch folgen lassen Dieses wurde auch ins Holländische übersetzt und in Holland in Massen verbreitet. Nach vorliegenden Berichten ist der Erfolg davon nicht so gewesen, wie ihn Sir Edward Grey wünschte. Intelligente Holländer fanden, daß die Politik E lands nach Ausweis der in dem Blaubuch verösfentlichten Schriftstücke in den kritischen Julitagen nischts weniger als klar und unzweidentig gewesen ist, und daß insbesondere der Schutz der belgischen Neutralität nicht den wahren Grund für die Teilnahme Englands am Kriege gebildet hat. Noch am 31. Juli erklärte Grey dem französischen Botschafter Cambon in London, daß die belgische Neutraltät für das Verhalten Englands ein wichtiger, aber nicht unbedingt entscheidender Fak. tor sein werde. In Wahrheit war England zur Teilnahme am Kriege entschlossen, bevor das deutsche Ultimatum an Belgien gestellt war und der deutsche Einmarsch erfolgte(in der Nacht vom 3 zum 4. August), und bevor auch nur über die Absicht, im Notfall in Belgien einzurücken, irgend etwas bekannt war. Der Beweis liegt in dem im Blaubuch wiedergegebenen Beschluß des englischen Kabinetts, dem französischen Botschafter zu eröffnen,„daß, wenn die deutsche Flotte in den Kanal einfahre, um Operationen gegen die Küsten oder die Schiffahrt Frankreichs zu unternehmen; die britische Flotte jeden in ihrer Macht liegenden Schutz gewähren werde.“ Damit war bereits die Teilnahme Englands an einem Kriege gegen Deutschland erklärt. Das Blaubuch hat endlich auch die von Grey wiederholt im Unterhause abgeleugnete oder verschleierte Verpflichtung Englands, Frankreich militärische Hilfe zu leisten, vor aller Welt aufgedeckt. Sie ist enthalten in einem in Briefform abgefaß. ten Vertrage vom 22. November 1912, in dem England verspricht, in Friedenszeiten von Zeit zu Zeit Besprechungen mit den französischen Flottenund Armec=Generalstäben abzuhalten und in kritischen Lagen sofort mit Frankreich in einen politisch=militärischen Meinungsaustausch zu treten. Hier steckt des Pudels Kern, und das englische Blaubuch gibt für jeden kritischen Leser ein deutliches Bild, wie sich der ehrenwerte Grey gedreht und gewunden hat, um die so lange verheimlichte Verpflichtung Englands solange als möglich mit seinen auf ein Agreement mit Deutschland angelegten öffentlichen Erklärungen in Einklang zu halten, und wie der Schleicher auf einmal grob gegen Deutschland wurde, als ihm die Verletzung der belgischen Neutralität den Vorwand gab, die Rolle des Beschützers der kleinen Staaten zu spielen und die freundliche Friedensmaske abzunehmen. Wir wünschen, daß es auch außerhalb Hollands immer mehr kluge Leute geben möge, die das falsche Spiel durchschauen. Belgtens Wiversiand gebrochen! Großes Hauptquartier, 9. Oktober, abends. W. T. B. Heute vormittag sinz mehrere Forts der inneren Befestigungslinie von Antwerpen gefallen. Die Stadt befindet sich seit heute nachmittag in deutschem Besitz. Der Kommandant und die Besatzung hallen den Festungsbereich verlassen, Nur einzelne Forts sind noch vom Zei: nicht danitbesetzt. Der Besitz von Antwerpen ist beeinträchtigt. Großes Hauptquartier, 10. Okt., mit tags. Die gesamte Festung Antwerpen einschließ. lich sämtlicher Forts ist in unseren Besitz. Ein Jubelruf wird durch alle deutschen Lande gehen. Antwerpen ist in unseren Händen! Eins der wichtigsten Bollwerke der Welt ist in kaum zwöl; Tagen dem Feinde entrissen worden. Und hinter den belgischen Verteidigern stand England, man kann wohl sagen mit erhobener Hetzpeitsche. Als General von Beseler die letzte Frist zur Uebergabe stellte, hätte die belgische Armeeleitung die Wirkung unserer Belagerungsartillerie längst erkennen müssen. Man hielt unser Kraftreservoir für erschöpft und zählte selbstgefällig nur die bunte Musterkarte der eigenen Hilfsvölker aus allen Weltteilen, und endlich irrte man sich in der Persönlichkeit des Mannes, der auf dem gefährdeten Posten des deutschen rechten Flügels gestellt ist. Von der Bannmeile der französischen Hauptstadt bis auf Noyon an der Oise ging er rechtzeitig zurück und ließ sich von da an keinen Schritt des eroberten Bodens entreißen, wußte aber weit ausholenden Umgehungsversuchen der Verbündeten zu begegnen. Generaloberst von Kluck hat es nicht zum Entsatz von Antwerpen kommen. lassen und auf ihn konnte der Sieger von Antwerpen bauen. Antwerpens Fall reißt das englisch=französische Heer mit in seinen Strudel. Nirgend sperren jetzt stärkere Werke unsere Ziele, als sie hier bezwungen sind. Dem Feinde aber wird es klar geworden sein, daß es ein gefährliches Beginnen war, ein friedliebendes, aber wehrhaftes Volk, wie unseres eines ist, in der Existenz zu bedrohen. Mit stolzer Erwartung sah Deutschland dem Fall Antwerpens entgegen, mit doppelter Freude notiert es den Gewinn, nachdem bekannt geworden war, daß nicht so sehr Belgien als England seinen Stolz darfin setzte, die Feste zu halten. Es wußte warum! Antwerpen ist für uns in diesem Augenblick nicht nur eine weit aufgesperrte Tür nach Frankreich, sondern auch für alle Zeiten ein Fenster nach England. Und haben wir die offene Tür benutzt, dann weiß England, was ihm aus diesem und anderen Fenern des Festlandes droht. Die Bedeutung des Falles von Antwerpen für die Nord=West=Schlacht. Rotterdam, 8. Okt. In der Aftenpost schreibt der militärische Mitarbeiter über die Lage im Westen: Es sieht hoffnungslos für Belgien aus. Das ganze Land ist von den Deutschen besetzt. Sechs der starken Forts von Antwerpen sind in Schutt geschossen und der Rest der belgischen Armee ist umzingelt Wenn Antwerpen sich nun übergibt. und das deutsche Belagerungsheer zur Verwendung für andere Stellungen frei wird, so wird diese Armee, falls sie in Nordfrankreich verwandt wird, für die Entscheidung hier entscheidend sein. Die Deutschen verfügen vor Antwerpen über wohl 200000 Mann. Wenn diese Armee auf einen Punkt der langen Schlachtlinie zwischen Metz und Arras, sei es auf dem Flügel südlich von Verdun, oder im Zentrum bei Reims oder auf dem rechten Flügel zwischen Noyon und Arras eingesetzt werden, so wird es vermutlich zu einer Entscheidung kommen müssen. Man muß ebenfalls daran denken, daß außer der gesamten Heeresstärke auch eine große Menge von deutscher schwerer Artillerie frei werden wird, sobald Antwerpen kapituliert. Dann ist wohl die Reihe an die französischen Maasbefestigungen gekommen. Es liegt nahe, zu bemerken, daß die Bundesgenossen dort ebenfalls jetzt verstärkt sind durch die Ankunft indischer Truppen. Aber es können vorläufig nicht so viele angekommen sein, daß sie vorläufig irgend welchen großen Einfluß auf die Ereignisse erhalten könnten. Ueberhaupt beginnt das Heer der Bundesgenossen in Frankreich sich aus verschiedenen Truppen, verschieden sowohl durch Nationalität, durch Temperament wie selbst durch Ausbildung, zusammenzusetzen. Das Heer Joffres besteht jetzt aus Franzosen, Engländern, Arabern, Negern und Indern, bald kommen wohl auch noch Kanadier hinzu. nächst zu Taten schreitet. Wenn auch die militärische Hilfe, die es den Verbündeten bringen soll, natürlich nur gering ins Gewicht fallen würde, und somit den Fortgang unserer Operationen nicht aufzuhalten vermöchte, so zeigt dieser englische Hilferuf an Portugal doch wieder einmal, wie wenig zuversichtlich man die Lage in den Reihen der englisch=französischen Bundesgenossen beurteilt. Der portugiesische Generalkonsul in Frankfurt am Main, Baer, hat sein Amt niedergelegt. Kriegserklärung Portugals an Deutschland? Cöln, 9. Okt. Nach einem römischen Telegramm verlautet in Rom, daß die Kriegserklärung Portugals an Deutschland unmittelbar bevorsteht. Im Gegensatz dazu steht folgende Meldung, die heute morgen einlief: Wien, 10. Okt. Auf diplomatische Anfrage über die portugiesisch=englischen Verhandlungen erklärte, wie die„Reichspost“ von diplomatischer Seite erfährt, die Lissaboner Regierung, daß sie nicht daran denke, die Neutralität Portugals aufzugeben und daß England sie nicht ersucht habe, von der Neutralität abzugehen. Die portugiesische Regierung hat einen Kredit von acht Millionen zu Rüstungszwecken angefordert. Ein englischer Racheakt! echschmuggeln zu können um es da * Zur Haltung Portugals. Berlin, 9. Okt. Ueber die Haltung Portugals schreibt der„Berliner Lokal=Anzeiger“: In den letzten Tagen ist von der Möglichkeit die Rede gewesen, Portugal werde sich in die Reihe unserer Gegner stellen, nachdem von England alle Anstrengungen gemacht worden seien, die Portugiesen zu einer deutsch=seindlichen Stellungnahme zu veranlassen. In der Tat scheint es der britischen Prlitik mit Hille von allerlei Versprechungen gelungen zu sein, Portugal gegen uns aufzuhetzen, und es ist daher nicht ausgeschlossen, daß die Republik demRotterdam, 9. Okt. 32 deutsche Handelsschiffe, darunter der große Lloyddampfer„Gneisenau“, und viele andere große Seedampfer, sowie 20 Rheinschifse, wurden heute im Hasen von Antwerpen auf Betreiben der Engländer in die Luft gesprengt, weil die Niederlande dem Verlangen, dieselben zur Ueberfahrt von Flüchtlin. gen(der Garnison?) nach England durchzulassen, nicht stattgeben wollten. König Albert wollte gestern vor der Beschießung der Stadt dieselbe übergeben, er wurde aber von seiten der Engländer daran gehindert. Berlin, 10. Okt. Zur Vernichtung der deutschen Handelsschiffe im Hafen von Antwerpen schreibt die„Post“: Offenbar hat man gehofft, inmitten des allgemeinen Tohuwabohus Militär mit durchschmaßgern zu konnen, um es dann entweder in London oder Ostende wieder an Land zu setzen. Hier hat nun Holland einen Riegel vorgeschoben. Es war sich seiner Neutralitätspflicht voll bewußt und hat die Durchlassung von Militär verweigert. Engländer und Belgier aber haben dann aus Nache die zahlreichen deutschen Dampfer, die als „vorwiegendes“, Kapergut im Hafen von Antwerpen untergebracht waren, in die Luft gespengt. Ob dabei Menschenleben umgekommen sind, davon wird nichts berichtet. Die ganze Aktion erscheint in erster Linie von dem Gefühl der Nache diktiert: Man wünschte bei dieser Gelegenheit den Deutschen einen empfindlichen Materialschaden zuzujügen. In Wirklichkeit haben die Belgier, die wir wohl in erster Linie für die Tat verantwortlich zu machen haben, eine große Dummheit begangen, denn wir werden sie natürlich zwingen, den angerichteten Schaden auf Heller und Pfennig zu ersetzen. Der Verlust bekrifft also nicht so sehr uns, als vielmehr die Belgier im Verein mit den Engländern. Der Krieg gegen Rußland. Die Russen vor Lyck. In dem Bulletin aus dem Großen Hauptquartier von Donnerstag hieß es:„Im Osten erreichte eine von Lomska anmarschierende Kolonne Lyck.“ Nachdem der ganze russische Angriff bei Suwalkt abgewiesen ist, dürfte dieses Vorgehen der LomskaLyck=Kolonne überhaupt ergebnislos verlaufen. Ob dahinter noch andere Truppen gefolgt sind, die sich nach anderen Punkten gewandt haben, läßt sich noch nicht absehen. Die deutsche Heeresleitung hat sicherlich sofort nach der ersten Meldung des Vorgehens der Russen auf Lyck die zur Abwehr nötigen Gegenmaßregeln getrofsen. In kurzer Zeit werden genügend Kräfte vorhanden sein, um sie anzugreifen und zurückzuschlagen. Es wird den russischen Kolonnen hoffentlich bald von allen Seiten entgegengetreten werden, sodaß nur geringe Teile wieder den Bereich der schützenden Narew=Linie erreichen werden. Solche Unternehmungen abseits der großen Entscheidungskämpfe können wohl materiellen Schaden und Nachteil bringen, sind aber für den Verlauf der ganzen Operationen ohne jede Bedeutung. Die Entscheidung des Krieges fällt nicht in Ostpreußen, sondern an der Somme und Aisne und in Südpolen und Galizien, und da alle von dort kommenden Nachrichten außerordentlich günstig lauten, so dürfte solch kleine ungünstige Meldung, wie die vom Eindringen der feindlichen Kolonne auf deutsches Gebiet keinen weiteren Eindruck machen. Flucht der Russen aus Galizien und Ungarn. Wien, 9. Olt. WTB. Unser Vorrücken zwang die Russen in den vergeblichen Anstrengungen gegen Przsemysl, die in der Nacht zum 8. Okt. ihren Höhepunkt erreichten und den Stürmenden ungeheure Verluste kosteten, nachzulassen. Gestern wurde das Artillerie=Feuer schwächer und der Angreifer begann Teile seiner Kräfte zurückzuziehen. Bei Lancut stellte sich unseren vorrückenden Kolonnen ein starker Feind zum Kampfe, der noch andauert. Aus Noszwadow sind die Russen bereits vertrieben. Auch in den Karpathen steht es gut. Der Rückzug der Russen in dem Marmaros=Komitat artet in Flucht aus. PE — Eine ausgellügelte Spionage haben die Nussen zu ihrem Einbruch in den Karpathen benutzt. Krakauer Blätterberichten der„KreuzItg.“ zufolge, daß im Frühjahr sich ein französches Konsortium mit dem Grasen Monjeau an der Spitze gebildet hatte, um an der galizisch=ungarischen Grenze ein Naphthaterrain anzukaufen, dessen Preis auf 20 Millionen Mark festgesetzt war. Die Franzosen zahlten 2 Millionen als Anzahlung, eine Million wurde als Provision verausgabt, der Rest der Kaufsumme sollte im Juli bezahlt werden. Inzwischen nahmen französische Ingenieure das gesamte Gebiet kartographisch auf. Die Franzosen dachten natürlich gar nicht an den Kauf des Terrains, sondern hatten das ganze Unternehmen nur zu Spionagezwecken gegründet, um den Russen den jetzt ausgeführten Einbruch über die Karpathen zu ermöglichen! Die Operationen bei Suwalki. WTB Berlin, 9. Okt.(Nicht amtlich.) Der „Nordd. Allgem. Ztg.“ zufolge gibt der Vertreter des„Nicuve Notterdamschen Courant“, sei Blatte einen Bericht über die ostpreußischen Schlachtfelder, in dem es heißt: Im südlichen Oftpreußen ist die Bevölkerung wieder beruhigt und heimgekehrt, sofern Wohnungen noch bestehen Städte von Bedeutung wie Ortelsburg sind zu 70 Prozent niedergebrannt. Entsetzliche Schandtaten sind von den Russen ohne jeden Grund verübt worden. Neue russische Streitkräfte werden auf der ganzen Linie von deutschen Truppen gehalten. Südwestlich Wirballen wurde ein russischer Sturmangriff mit entsetzlichen Verlusten zu rückgewiesen. Leichen junger russischer Soldaten liegen haufenweise auf den Schlachtfeldern. Auf 200 Meter wurden die anstürmenden Russen durch deutsches Maschinengewehrfeuer niedergemäht. Die„tapferen“ russischen Offiziere. Eine alte Dame, die Mutter eines nahe bei Gerdauen wohnenden Gutsbesitzers, die auf dem Gute ihres Sohnes, der im Felde steht, die Russen. zeit mitgemacht hat, erzählt, daß sich die im Gute einquartierten zwölf russischen Offiziere während der Beschießung vor Gerdauen im Keller versteckt hatten, um alsdann beim Vorrücken der Deutschen schleunigst zu Pferde zu steigen und zu entfliehen. Diese Art„Tapserkeit" russischer Offiziere ist nichts Neues. Bekanntlich ließen sich diese Tapferen im japanischen Krieg hinter der Front tiefe Löcher graben, in denen sie sich während der Schlacht aufhielten. Der Zar im russischen Hauptquar= denkampfe teilnehmen; sie ließen sich vom Segelschiff eines neutralen Staates, das nach Norwegen fuhr, als einsache Matrosen anwerben und gelangten so glücklich in einen norwegischen Hasen! Hier holten die braven Schutztruppler wieder ihre Uniform aus ihren Koffern und gelangten vor einigen Tagen wohlbehalten nach Berlin. P4 Die Japaner an der Arbeit. London, 10. Okt. Nach einer Meldung aus Peking besetzten die Japaner am 7. Okt. Tsinangsu, den Endpunkt der Schantungbahn, und beschlagnahmten das dortige Material. Eins der gefürchteten österreichischen Motor-Geschütze. tier. Stockholm, 9. Okt. Aus Paris wird gemeldet: Nach einer Privat=Meldung ist der Zar in dem russischen Hauptquartier in Brest=Litowsk in dem Gouvernement Grodno angelangt. Fün von Amweiben! Ueber die Kämpfe der letzten Tage liegen noch folgende Meldungen vor: Aufruf des belgischen Militärkommandanten. London, 9. Okt.„Daily Chronicle“ meldet aus Antwerpen, daß dort die äußersten Anstrengungen gemacht werden, das Heer zu verstärken, Der Militärkommandant hat einen Aufruf erlassen, in dem es heißt: Es ist durchaus notwendig, unser Heer zu verstärken. Ich wende mich im Namen des Vaterlandes an alle jungen Männer zwischen 18 und 20 Jahren: Euer Land braucht Eure Hilfe. Folg. meiner Aufforderung und laßt das Land nicht der Gnade des Eroberers ausgeliefert werden. Einzelheiten vom Kampf. Köln, 9. Okt. Die„Köln. Ztg.“ meldet von der holländischen Grenze unterm 8. Oktober: Der „Amsterdamer Telegraph“ berichtet über die militärischen Vorgänge in der Antwerpener Stellung. Die schweren englischen Geschütze haben das Feuer der Angreifer fortgesetzt erwidert, die englischen Kanoniere blieben wie festgenagelt auf ihrem Posten. Die deutschen Truppen setzen anscheinend alles ein, um in der kürzesten Zeit Antwerpen zu Fall zu bringen. Die Oberleitung der Verteidigung ist mit Zustimmung des Königs Albert den Verbündeten anvertraut worden. Amsterdam, 9. Okt. Die Deutschen haben Ache nahe der holländischen Grenze besetzt. Da auch Turnhout in den Händen der Deutschen ist, so scheint die Säuberung der Nordost=Ecke Belgiens vollendet zu sein. Die Belgier haben mehremals die von den deutschen Pionieren über die Nethe geschlagene Brücke gesprengt. Allein mit wahrer Todesverachtung schlugen die deutschen Pioniere abermals starke Uebergänge über den Fluß Die Engländer hatten ihre schweren Geschütze in der zweiten Verteidigungslinie aufgestellt. Diese Linie ist außerdem verstärkt durch zahlreiche französische Kreusotbatte. rien. Diese Verteidigungsmittel haben auch manches Regiment der Angriffskolonnen stark mitgenommen, was auf die deutsche Heeresleitung wenig Eindruck zu machen schien, wenn nur das Ziel erreicht würde. Wie verlautet, haben die Deutschen annähernd 300 000 Mann für den Angriff auf Antwerpen bestimmt. London, 9 Okt. Nach Berichten Londoner Blätter konzentrierte sich der Kampf an der Schelde um die Brücke bei Schonaerde, in welchem Ort eine deutsche Infanteriekolonne am Montag um Mitternacht eindrang. Es wurden verschiedene Versuche gemacht, über die Brücke zu stürmen, um gleichzeitig auf einer Pontonbrücke den Uebergang über die Rupel bei Waelhem zu erzwingen. Nach der Beschießung von Contich und der nach Antwerpen führenden Wege, wobei viele Bewohner auf der Flucht umkamen, griffen die Deutschen an der Nethe zwischen Kier und Duffel an. Die Belgier mußten sich zurückziehen, und die Deutschen konnten Dienstag morgen nördlich der Nethe Fuß fassen. Zwei Zeppeline über Antwerpen. WTB. Kopenhagen, 10. Okt.(Nicht amtlich.) „Berlinske Tidende“ meldet aus London: Nach Meldungen aus Antwerpen wurden hervorragende Teile der Stadt von zwei Zeppelinen bombardiert. Die Belgier haben schwer gelitten. Haag, 9. Okt Der„B. Z.“ wird von hier gedrahtet: Ein Bericht des„Daily Chronicle“ vom Mittwoch versichert noch, in Antwerpen sei man davon überzeugt, daß die Deutschen außer Stande sein würden, die Stadt einzunehmen. Auch die Androhung des Bombardements würde nicht ernst genommen, sondern nur als ein Versuch betrachtet, die Stadt zur Uebergabe zu veranlassen. Das Feuer der belgischen Mitrailleusen erschwert die Eroberung der Stadt, doch haben die Belgier durch deutsche Geschütze schwer gelitten. Das Gelände um Waelhem an der Südfront wurde unter Wasser gesetzt. Die Deutschen stellten Maschinengewehre auf hohe Gebäude und bestrichen von dort aus die Gefechtslinie an der Nethe. Als die Belgier dies sahen, sprengten sie die hohen Gebäude in die Luft. Besonders heftig wurde das Dorf Lunth zwischen der Nethe und in der inneren Fortslinie beschossen, bis es ganz in Flammen stand. Die Belgier setzten alles daran, um die Verbindung mit Gent nach Süden aufrecht zu erhalten. Der Abmarsch der belgischen Be satzung wird verhindert! Slezaete, 10. Okt. Die deutschen Truppen haben bei Dendermonde eine Notbrücke über die Schelde geschlagen und marschieren jetzt in der Richtung auf St. Nikolas. Dadurch soll der Besatzung von Antwerpen der Weg nach Ostende verlegt werden. Um den deutschen Anmarsch nach St. Nikolas zu verhindern, haben die Belgier die Brücken bei Lanaiken und Ham in die Luft gesprengt. Amsterdam, 10. Okt. Der Fall Antwerpens, der hier gestern abend bekannt wurde, hat tiefen Eindruck gemacht und großes Mitgefühl hervorgerufen. Auf den Straßen standen die Menschen in dichten Gruppen zusammen und besprachen das Ersten Tagen des Krieges spurlos. Alle Nachforschungen, die das Mutterhaus und die deutsche Heeresverwaltung anstellten, waren erfolglos. Nun ist die Nachricht eingetroffen, daß die Schwestern von Frankreich aus über Spanien und Italien nach der Schweiz abgeschoben worden sind und sich auf der Heimreise nach Münster befinden. Ein Freikonzert im Schützengraben. Unsere Truppen befanden sich laut„Berl. Börsenkourier“ starker feindlicher Artillerie bei G. gegenüber, als die Musikkapelle eines Berliner Garde=Regiments Befehl erhält, in gedeckter Stellung vorzugehen und aufzuspielen. Rings herum donnerten die Granaten in die deutschen Schützengräben, da lätzt der Obermusikmeister seine Leute in die vordersten Gräben lausen, die Instrumente werden ausgepackt und in das wüste Krachen hinein klingt das Lied: O, wie wohl ist mir am Abend! Als dann nach einiger Zeit der Mond hervorkam und gespensterhaft das Schlachtfeld mit seinen platzenden Granaten beschien, spielte die Kapelle: Guter Mond, Du gehst so stille...! Da versuchten die Franzosen einen Angriff auf die Schützengräben, prompt empfing sie die Musik mit dem klassischen Schlager: Puppchen, Du bist mein Augenstern! Die Unserigen schossen glänzend und in allen Schützengräben gab's schallendes Gelächter. Als dann die Rothosen anfingen zu fliehen, schallte ihnen donnernd der feurige Radetzki=Marsch nach, und als endlich am Morgen im Osten die Sonne blutigrot hervorstieg, begrüßten sie die Musiker mit dem zuversichtlichen Choral: Wie schön leuchtet der Morgenstern! von eignis. Der Zustrom von Tausenden lingen hält immer noch an. Der dilieg hesen Frannteich Neuer französischer Schlachtbericht. WTB. Paris, 9. Okt.(Nicht amtlich.) Das amtliche Kommunique, das um 3 Uhr nachmittags erschien, meldet: Die allgemeine Lage ist nicht verändert. Auf unserem linken Flügel operierten beide Kavallerien noch immer nördlich von Lille und La Bassee. Die Schlacht zieht sich hin auf einer Linie, die von Lens, Arras, Bray fur Somme, Chaulneß, Noye und Lassiny begrenzt ist. Vom Zentrum bei der Oise und Meuse werden nur einzelne Operationen gemeldet. Auf dem rechten Flügel bei Woevre fand ein Artilleriekampf auf der ganzen Front statt. Die Lage in Lothringen, den Vogesen und im Elsaß ist unverändert. Französische Stimmen über Klucks Vorgehen. Berlin, 10. Okt. Dem„Berliner Lokalanz.“ wird aus Genf gedrahtet: Französische Beurteiler der durch die Ausdehnung der Operationen bis zur Mceresküste neugeschaffenen Lage betonen: Kluck führte diese Bewegung herbei in der Absicht,“ den geschwächten französischen linken Flügel vor ungeahnte und gefährliche Ausgaben zu stellen. Die vom französischen Generalstab unumwunden zugestandene Stoßkraft der Deutschen zwischen Somme und Oise und in der Gegend von Noye, wo der Durchbruch der Deutschen immer noch droht, ist unverringert Das Nathaus von Arras sei deutscherseits bombardiert worden. Frankreichs Achtung vor dem Roten Kreuz! Gleich am ersten Mobilmachungstage hatte laut „Leipz. N. N.“, einer übernommenen Verpflichtung entsprechend, das Mutterhaus der Clemensschwestern in Münster 20 Schweftern für die Verwun detenpflege im Felde zur Verfügung gestellt. Die Schwestern wurden zu den Schlachtfeldern Belgiens geschickt, verschwanden aber gleich in den erDer Rrieh hegen Gerdien. Serbien am Ranze der Verzweiflung. Wien, 10. Okt. Die„Reichspost“ meldet: Auf dem Wege über Bulgarien aus Neuserbien eingetroffene Reisende bestätigen, daß in Serblen schreckliche Zustände herrschen. Die bisherigen Verluste der Serben betrügen 75000 Mann an Toten und Verwundeten. Für letztere sei die ärztliche Hilfe durchaus unzureichend. Das Publikum, das durch die offiziellen serbischen Siegesmeldungen eine Zeit lang beruhigt war, habe jetzt erfahren, daß alle diese serbischen Siege tatsächlich nie existierten, wodurch eine verzweifelte Stimmung hervorgerufen wurde. Vom König, der schwer krank sei, höre man nichts. Die Prinzen Alexander und Georg hätten viel zu geringe Autorität, um das über ihrem Hause und ihrem Lande schwebende Unheil durch einen entsprechenden Einfluß auf die Bevölkerung abzuwehren.— Aus Sosia wird gemeldet, daß dort eingelaufene Nachrichten fortgesetzt über heftige Kämpfe in Serbisch=Mazedonien, sowie in Griechisch=Mazedonien berichten. — Der Krieg gegen England. Englischer Schmutz! Die englischen Zeitungen leisten sich Verdächtigungen unseres tapferen Heeres, die zu niederträchtig sind, als daß ihnen entgegengetreten werden kann. Sie sollen hier nur zum Studium des englischen Charakters festgenagelt werden. Es heißt da: Zweifellos läßt der zierlich durchbrochene Turm der Antwerpener Kathedrale und die schöne St. Jakob=Kirche den Hunnen das Wasser im Munde zusammenlausen. Sie werden sofort Petroleum in das herrliche Plantin=Museum pumpen. Jedes deutsche Regiment in Belgien ist jetzt im Besitze einer Maschine, um Petroleum in die Gebäude zu spritzen; jedes Regiment enthält eine Bande berufsmäßiger Brandstifter, die auf der Berliner Universität angelernt worden sind. Dazu hat jede deutsche Heersäule eine mobile Abteilung berufsmäßiger Kinematographenschauspieler bei sich, die bei Gelegenheit Zivilisten mimen müssen, die auf das Militär schießen. Der Auswurf der Krieger von heute wird aber glücklicherweise nicht näher an Antwerpen herankommen, als es jetzt der Fall ist.— Kompletter Wahnsinn! Wie sich deutsche Schutztruppler ihrem Kaiser stellten! Ein unvergängliches Denkmal deutscher Treue: Ein Hauptmann der Schutztruppe befand sich mit 14 Schutztrupplern und Kolonialbeamten an Bord eines Woermanndampfers auf der Fahrt von merun nach Deutschland, als die Kunde vom Kriegsausbruch das Schiff auf hoher See erreichte. Sofort lenlte der Kapitän den Dampfer in einen Hafen von Südamerika. Aber die braven deutschen Truppen wollten durchaus an dem deutschen HelDer feindliche Flieger über Dusseloor Düsseldorf, 9. Okt Ueber das Erscheinen des feindlichen Flieges meldet die„Rh.=Westf. Ztg.“ noch folgendes: Der englische Flieger ist bereits von weither gesehen und beschossen worden, zuerst von der Geschoßfabrik Derendorf vom Bahnhof aus. Die Besatzung der Hammer Rheinbrücke begann etwas spät mit Schrapnellfeuer, die Ballonwache war auf dem Posten und empfing den Flieger gleichfalls mit Gewehrfeuer. In der Nähe der neuen Halle ließ er sich plötzlich fallen, so daß die wenigen Zuschauer in der Nähe und die vielen, die aus der Stadt das aufregende Schauspiel verfolgten, glaubten, er sei getroffen. Offenbar beabsichtigte der Flieger aber nur auf diese Weise sich den Schrapnells zu entziehen und größere Wurfsicherheit zu erlangen. Mit einem sehr glücklichen Wurf traf er die neue Halle etwa in der Mitte des Daches, dem Wurf folgte eine riesige Stichflamme und eine schwere, etwa 10 Minuten lange Rauchentwicklung. Aeußerlich war an der Halle nichts weiter zu sehen, als ein großes Loch. Wie gesagt, handelte es sich um die neue Ballonhalle, die als bombensicher gebaut war. Nur durch Verrat kann der Engländer gewußt haben, daß seit drei Tagen dieser Zeppelin in dieser Halle und nicht mehr in der alten lag. Der Zeppelin ist nach glaubwürdiger Aussage nicht mit Gas gefüllt gewesen, sonst stände die Halle nicht mehr Außerdem sind unsere in der Halle befindlichen Bomben nicht explodiert, es läßt sich auch daraus schließen, daß der Schaden nicht allzu schlimm sein kann. —— Aus Stadt und Umgebung. * Schwerte, den 10. Oktober. **(Antwerpen ist gefallen!) Das war die freudige Siegesbotschaft, die lange und sehnsüchtig erwartete, die wir gestern abend gegen 9½ Uhr durch Extrablatt verbreiten konnten, und die in der ganzen Bürgerschaft großen Jubel auslöste, der sich noch erhöhte, als hoch vom Turm der Glocken eherner Mund die Siegesbotschaft hinaus in die Lande trug. Wenige Minuten nach Bekanntwerden der frohen Kunde bewegte sich vom Marktplatz aus die Bürgerschaft im Festzuge unter dem Gesange patriotischer Lieder zum Kriegerdenkmal, wo Herr Bürgermeister Rohrmann in einer begeisternden Ansprache auf die Bedeutung dieses Sieges hinwies und dann die großen Taten unserer wackeren Truppen feierte, die sich wie eine„Meereswoge“ hoffentlich auch bald nach England hinüberwälzen würde. Dem Dank gegen die Armee, ihre Führer und den obersten Kriegsherrn wurde durch ein jubelnd aufgenommenes Hoch Ausdruck verliehen, worauf die Klänge der Kaiserhymne über den weiten Platz schallten. Mittlerweile war die Kapelle des Pfadfinderkorps anmarschiert und mit klingendem Spiel bewegte sich der große Zug zum Marktplatz. Hier war es Herr Pastor Wischnath, der in packenden Worten die Herzen der Anwesenden zur Freude und zum Dank stimmte. Der weihevolle Choral„Nun danket alle Gott“, dessen erste Strophe gesungen wurde, gab der allgemeinen Stimmung beredten Ausdruck. Mit Musik und Gesang ging es dann weiter durch die Straßen, durch die noch bis in die späten Stunden eine frohbewegte Menschenmenge wogte. *(Das Ergebnis der Zeichnungen auf die Kriegsanleihe) läßt sich jetzt übersehen, es geht daraus hervor, daß alle Schichten der Bevölkerung gleichmäßig an der Aufbringung beteiligt sind. Die Gesamtzeichnung von 4 460 701 400 Mark besteht aus 1177235 Einzolzeichnungen. Hiervon entfallen auf Einzelbeträge von 100 bis 2000 Mk. 926 059 Zeichnungen mit einer Summe von 733 776 400 Mk. und auf Einzelbeträge von 2100 bis 20000 Mark 233342 Zeichnungen mit einer Summe von 1336 738 200 Mark. Der Rest besteht aus Zeichnungen von über 20000 Mark. Die baren Einzahlungen haben bis jetzt den Betrag von 2420 Millionen Mart erreicht, das sind 636 Millionen Mark mehr, als bis zum 5. Oktober fällig waren. Es ist dies die größte Zahlung, die jemals von einem Volk in so kurzer Zeit geleistet worden ist. *(Frachtermäßigung.) Für die Dauer des Krieges ist für Frachtstückgüter, die mit direkten Frachtbriefen nach dänischen und italienischen fen zur Ausfuhr über See nach außerdeutschen Ländern ausgegeben werden, eine Frachtermäßigung in Kraft gesetzt worden. Für Stückgüter zur Ausfuhr über die niederländischen Häfen steht eine gleiche Frachtermäßigung bevor. Nähere Auskunft erteilen die Güterabfertigungen. **(Achtet auf die Eisenbahnen.) Infolge neuerer Versuche, Eisenbahnbrücken durch von fahrenden Zügen aus geworfene Bomben zu zerstören, sordert die Eisenbahnverwaltung durch farbige Anschläge die Reisenden wiederum auf, mit zum Nr. 238. Beilage. Schweint=Heilng. Samstag, 10. Oktober 1914. Amtliches Nie sblatt. Konig Albert als Kriegsheyer. Von einer Stelle, die auf Grund ihrer amtlichen und persönlichen Beziehungen als wohlunterrichtet angesehen werden darf, gehen der„Frlf. Ztg.“ Mitteilungen zu, die das Verhalten des Königs der Belgier vor dem Kriege und in dessen Verlauf in einem ganz neuen Lichte erscheinen lassen. Während man bisher angenommen hat, König Albert sei von seiner Negierung und den in Belgien maßgebenden Politikern auf den gefährlichen Weg gedrängt worden, den er eingeschlagen hat, sind Kreise, die mit den Verhältnissen des belgischen Hofes gut vertraut sind, anderer Ansicht. Die Mitteilung des Blattes lautet folgendermaßen: König Albert wurde von Paris aus für die Pläne Frankreichs und Englands gewonnen. Sein Verreter bei diesen Verhandlungen war der General Jungblout, der zwar deutscher Abstammung ist, aber ein großer Deutschenhasser ist. Von englischer Seite trat später Lord Curzon, früher Vizekönig von Indien, hinzu, auf dessen Besitzungen sich zurzeit die belgischen Königskinder befinden. Sowohl in Paris als auch in London halte König Albert zu verstehen gegeben, daß er die politischen Ansichten seines Onkels Leopold hinsichtlich der Haltung Belgiens gegenüber Frankreich und England nicht teile, daß er sich seine eigene Kolonial. politik zurechtgelegt habe. Hier setzten die eng. lisch=französischen Versprechungen ein. Der König der Belgier hatte nicht geringe Mühe, sein Ministerium zu den neuen Ansichten zu bringen. Dies gelang ihm erst im letzten Frühjahr, als mit Frankreich und England eine Art Militärkonvention abgeschlossen wurde. König Albert versuchte, als Agent der Tripleentente einen Bund der neutralen Europastaaten zu gründen, um den Dreibund oder vielmehr Deutschland und Oesterreich= Ungarn vollständig zu isolieren. Holland wurde merkwürdigerweise zuerst mißtrauisch, und dieser Unstand ließ den ganzen Plan scheitern Als Ende Juli dieses Jahres sich die Lage sehr verschärft hatte, schreckte das belgische Ministerium ror der großen Verantwortung zurück. Hinter dem Rückon seines Ministeriums sandte daher König Albert die bereits mit Lord Curzon vereinbarte Depesche an den König von England mit der Vitte, die Neutralität Belgiens zu schützen. Die Königin war von Anfang an in die Pläne des Königs eingeweiht. Sie hat bisher nicht ein Wort des Tadels für die schrecklichen Mißhandlungen gefunden, denen insbesondere hilflose deutsche Mädchen in Brüssel ausgesetzt waren. Dagegen hat es die Königin über sich gebracht, dem Minister Vandervelde einen eigenhändig geschriebenen Brief auf die Reise nach Amerika mitzugeben, und, um auf den Präsidenten Wilson den nötigen Eindruck zu machen, sind in diesem Briefe die Barbareien, die die Deutschen in Belgien begangen haben sollen, eindringlich geschildert. —— Jean Jaurés über den Krieg mit Deutschland. Oberingenieur Kristen veröffentlicht in der Reichspost folgende nach einem Gespräch mit Jauros in Paris am 14. Juli sofort aufgezeichneten Aeußerungen des ermordeten Politikers. Meine feste Ueberzeugung ist, daß Frankreich bei einem Kriege mit Deutschland früher als seine Freunde zusammenbrechen wird. 43 Jahre lang hat es sich zwar auf die nahende Stunde der Abrechnung mit Deutschland vorbereitet; aber seine klarsten Köpse wissen, daß alle Anstrengungen vergebens sein werden. Der Erfolg in unserer Zeit gehört der organisierten Masse. Diese aber haben Deutschland und Oesterreich=Ungarn, und darum möchte ich das Ringen Frankreichs nach Macht als tragisch bezeichnen. Es ahnt ja die Niederlage schon vor dem Kampfe! 1870 vor dem Kriege hatte Frankreich eine entwickelte Industrie, einen festgegründeten Wohlstand, eine geschlossene Kultur und eine Deutschland noch annähernd ebenbürtige Menschenzahl. Stück für Stück ist davon ver loren gegangen. Oesterreich=Ungarn wurde anderthalbmal, Deutschland fast doppelt so dicht bevölkert. In Deutschlands Städten allein wohnen mehr Menschen als in ganz Frankreich. Die deutsche Industrie und damit Deutschlands Außenhandel ward doppelt so groß. Frankreich baute eine achtunggebietende Flotte, Deutschland aber eine weit überlegene. Frankreich suchte den gefürchteten Nachbar an Zahl der Soldaten zu übertref fen, Deutschland führte die zweijährige Dienstzeit ein und sicherte sich ohne Anstrengung eine Uebermacht an ausgebilldeten Kämpfern. Frankreich stellte schließlich den letzten Mann ins Feld. Deutschland erhöhte spielend sein Jahreskontingent. Frankreich gab sein Geld an Rußland hin und fügte sich den Wünschen Englands. Deutschland schloß den furchtbaren Bund mit Oesterreich fester. Nun bauten wir Festungen und glaubten den Deutschen an Bewaffnung überlegen zu sein. Da wiesen Sachverständige nach, daß die FestungsEürtel teilweise veraltet, die Geschütze unpraktisch wären. Man hoffte auf wirtschaftliche Schwierigkeiten in Deutschland, bis sich zeigte, daß die eigenen Finanzen im Argen lagen. So entstand jede neue Hoffnung auf dem Grabe einer alten. Sie werden sehen, wenn es zu einem Zusammenstoße kommt— es wird ein Unglück sein. Ich bin erschüttert, wenn ich an die Möglichkeit denke. Und naht des Feindes Uebermacht, Sie bricht sich doch nicht Bahn; Sie stürmt den rechten Flügel an, Wie hitzig sie auch kam, Fest kämpft der Deutsche, Mann für Mann, Und wird nicht flügellahm! Aus jedem Flintenlaufe hallt's, Aus jedem Feldgeschütze schallt's: Des Vaterlandes beste Wehr Ist ein modernes Heer! Und auch im Osten dringt man durch, Schnell nahm der Russ' Reißaus; Hört er den Namen Hindenburg, Dann packt ihn Schreck und Graus! Der„Marschall Vorwärts“ unsrer Zeit, Erwarb sich Dank und Nuhm, Er hat die Ostmark schnell befreit Von dem Barbarentum! Er bläut es ein dem Russenpack, Kalmük, Kirgisen und Kosack: Des Vaterlandes beste Wehr Ist ein modernes Heer! Und sind durch Festen, start und groß, Die Wege uns versperrt, In Schutt zu sinken, ist ihr Los, Nach höllischem Konzert; Erdbebengleich erdröhnt der Grund, Daß es dem Stärksten graust, Wenn aus der Brummer Riesenschlund Der Eisenhager saust. Man siehts in diesem Kriege ein: Nicht Fort und Festung tut's allein, Des Vaterlandes beste Wehr Ist ein modernes Heer! A. J. liecht so! Ein reizendes Stimmungsbild über die Einwechslung von Gold in Papiergeld gibt die„NordLeutsche Allgemeine Zeitung“ in solgenden Zeilen: „Es war in einer pommerschen Kleinstadt, und Sonntagnachmittag. Wir standen am Schalter, um uns die eben verteilten Posteingänge abzuholen. Da nur eine Stunde Schalterdienst ist, war der Andrang und das Gedränge natürlich groß. Plötzlich hieß es von hinten:„Platz machlem, der Mann will für Goldgeld Papiergeld eintauschen!“ Unwillkürlich lockerte sich der Knäuel und, sich Platz machend, drängte sich ein Arbeiter vor. Mit etwas Umständlichkeit, die verriet, daß der Mann nicht oft mit Geld zu hantieren hatte, zählte er aus einem einfachen Leinwandbeutel 200 Mark in Zehnmarkstücken, darunter auch einige Kaiser Friedrichstücke, auf und erhielt dafür Zehn= u. Zwanzigmarkscheine. Wo hatte der Manin das Geld her? Es waren sauer ersparte und durch Jahre hindurch in Gold eingewechselte Arbeitsgroschen, die, wie es in den meisten Familien dieser Art Grpflogenheit ist, einon sofort verfügbaren Bestand für außerordent. liche Vorfälle bilden. Jeder sollte es diesem Halden der Arbeit gleichtun! Es lilegt noch viel Goldund überhaupt Hartgeld ungenutzt da, das jetzt tatsächllich verwendungsreif isst.“ Die beste Als Deutschland noch im Frieden lag, Nichts ahnend von Gefahr, Weil man zur Konferenz im Haag Noch zuversichtlich war, Da gings oft heiß im Reichstag her, In großer Redeschlacht, Und schließlich ist die Militär. Vorlage durchgebracht. Man hat zur rechten Zeit erkannt, Was not tut unserm Vaterland. Der beste Schutz, die beste Wehr, Ist ein modernes Heer! Wie mancher Zweifler hat sich doch Bekehrt seit Jahresfrist, Erkennend, daß die Vorsicht noch Der Weisheit Mutter ist! Wir sahn mit Stolz in schwerer Stund Das Riesenheer erstehn, Es wuchsen aus der Erde Grund Uns förmlich die Armeen. Nun sieht man, wo die Steuer blieb, Nun fallen wuchtig Schuß und Hieb. Des Vaterlandes beste Wehr Ist ein modernes Heer! Es wogt die wilde Varusschlacht Auf Frankreichs weitem Plan, Das Urteil über Deutschland in den neutralen Staaten hat trotz der Lügen unserer Feinde und trotz ihrer Beherrschung des überseeischen Nachrichtendienstes eine erfreuliche Wand. lung erfahren, an der wir nicht achtlos vorübergehen wollen Die Klärung, die nach Beendigung des Krieges mit Sicherheit eintreten wird, kann unter Umständen den Schaden nur schwer wieder gut machen, den eine falsche Beurteilung der Lage anzurichten vermag. Deshalb ist es für uns eine Genugtuung, daß in allen neutralen Staaten Europas sich die Erkenntnis Bahn bricht und zu immer bestimmterem Ausdruck gelangt, daß die Deutschen im Kriege nicht Barbaren sind, als die sie von unseren Feinden verschrien werden. Die Schweizer begeistern sich geradezu für den Kampf der Deutschen, denen ihre ganze Teilnahme gilt. Aus Norwegen, Schweden und Dänemark dringen täglich freundlichere Stimmen zu uns herüber, Rumänien, Bulgarien und die Türkei lassen es an Bekundungen wohlwollender Neutralität uns gegenüber nicht fehlen. In Italien, dessen Regierung stets ein korrektes Verhalten an den Tag legte, wendet sich die Volksstimmung, die zeitweise recht lau und zurückhaltend war, immer wärmer Deutschland zu Diese Wandlung ist kein Zufall, die Gunst geht mit den stärkeren Bataillonen. Haben wir erste entscheidende Erfolge davongetragen, so nimmt mancher der Neutralen wohl noch während des Krieges offen für uns Partei; nach dem Kriege aber wird das unüberwindliche Deutschland viele Freunde zählen, und diese Freundschaft wird sich auf der dauerhaften Grundlage ehrlicher Wertschätzung aufbauen. Höchstpreise für Getreide. Ueber die Frage, ob und wieweit Höchstpreise für Getreide einzuführen seien, wird sich, wie wir erfahren, der Bundesrat an einem der nächsten Tage schlüssig machen. Wie diese Angelegenheit, die zu den schwierigsten wirtschaftspolitischen Fragen gehört, die sich denken lassen, geregelt werden wird, läßt sich einstweilen noch nicht sagen. Die Meinungen darüber gehen sehr auseinander. Es handelt sich, wie wir mitteilen können, darum, ob nur für Roggen oder auch für Weizen Höchstpreise festzusetzen seien. Ferner darum, ob, wenn für Roggen ein Höchstpreis festgesetzt wird, auch für einige Futtermittel, für Gerste und Kleie, Höchstpreise bestimmt werden sollen. Es gilt in diesem Falle zu verhüten, daß die Gerste teurer wird als der Roggen und daß alsdann statt der Gerste Rosgen verfuttert wird. Weiter ist zu erwägen, ot auch für Roggenmehl ein Höchstpreis festzusetzen sei Endlich handelt es sich darum, ob die Staffel tarife auf der Eisenbahn beibehalten werden sollen oder nicht. Wie wir hören, will man es ermöglichen, das ungeachtet etwaiger Höchstpreise auch ferner ein Handel in Getreide stattfindet. Zu diesem Zweck wird auch erwogen, ob die Höchstpreise nur in den Verbrauchsgegenden und nicht in den Getreide-Erzeugungsgegenden einzuführen seien. Ueber jede dieser Einzelheiten sind die Ansichten verschieden. Deutsche Hausfrauen! Kauft von jetzt ab nur deutsches Gustin statt des bisher vielfach verwendeten Fabrikates Mondamin. Dies sei die Antwort auf die treulose Kriegserklärung seitens Englands und auf die sonstigen Maßnahmen dieses Staates, die bestimmt sind, deutsches Ansehen, deutschen Handel und deutsche Arbeit zu schädigen. Dr.: Oetker's Gustin ist besser und obendrein billiger als das englische Mondanin. Verantwortlich für die Redaktion Friedr. Kraad, Druck u. Verlag von Carl Braus, beide in Schwerte Herztos. 12 Roman von Louise Cammerer. „Gut, so will ich Dir auch fernerhin beistehen und Gott gebe seinen Segen. Für einige Tage sollst Du mein Gast sein, sodann mögest Du einem neuen erfreulichen Ziele entgegengehen!" Das gute Einvernehmen war wieder hergeMathilde kam vom Bahnhof zurück, wohin sie ihrem Bruder das Geleite gegeben. Frohen Mutes und mit dem festen Versprechen, es mit dem Studium ernst zu nehmen, war der junge Fabulant abgereist und die frohe, hoffnungsvolle Jugend hatte auch in Mathildens beängstigendes Herz eine gewisse Beruhigung gebracht. Es war gegen die Mittagszeit zu, als sie die Eingangstür zum ersten Stockwerk öffnete, wo das gemeinschaftlich benutzte Wohnzimmer lag. Ueberrascht verhielt sie den Schritt und blieb mit verhaltenem Atem eine Weile regungslos stehen, denn der Anblick, der sich ihrem Auge darbot, war von so ergötzlicher Wirkung, daß es sie Mühe kostete, nicht in ein lautes Gelächter auszubrechen. Vor der Tür des Wohnzimmers in halbknieender Stellung durch das Schlüsselloch schauend, kauerte Anton, der vertraute Intimus Wiltens. Das Rascheln von Mathildens Kleid vernehmend, sprang er wie elektrisiert in die Höhe und schaute mit geradezu verblüffend dummem Ausdruck in Mathildens spöttisch lächelndes Angesicht. „Eine recht nette Beschäftigung, die Sie da so nebenbei betreiben, Anton,“ konnte sie sich zu bemerken nicht enthalten,„Sie beziehen jedenfalls noch eine Extragratifikation für derlei Dienste? Es geht doch nichts über das Spionieren, allerdings sind dazu nur Persönlichkeiten geeignet, die über kein Ehrgefühl verfügen. Sie sollten sich als Privatdetektiv engagieren lassen, Anton!“ ##. Der Bedienstete war innerlich wütend, auf frischer Tat erwischt worden zu sein, allein die Sanden imponierte ihm durch ihre ruhige, abgemessene, kühle Art, darum wagte er es nicht, brutal zu wer„Ichwollte mich nur vergewissern, ob man mit dem Tafeldecken noch immer nicht aufangen kann, gnädiges Fräulein, meinte er verlegen.„Die Person hält den Herrn über Gebühr auf. Es sich um irgend einen Hausverkauf von der Fabrikzeile. Das Hungerpack kann nicht bezahlen und bittet und bettelt um Nachsicht, aber Häuser kaufen und groß tun will es doch! Na, die hat den Herrn heute in ganz besonders guter Stimmung angetroffen, heute hat er scharf geladen. Die kann was hören!" Er lachte leise, frech auf und machte eine nicht mißzuverstehende Bewegung des Trinkens. Ein tiefes Erbarmen erfüllte Mathildens Herz und wie angewurzelt haftete ihr Fuß am Boden. Daß Wilten wirklich seinen schlimmen Tag hatte, hörte man ganz deutlich aus dem lauten, polternden Ton, in dem er mit der Frau sprach und der bis heraus auf den Korridor erschallte. „Was gehen mich Ihre Angelegenheiten an, Frau? Ich habe mit der Sache nichts zu tun, will ein für allemal unbelästigt bleiben! Die Verkaufsgeschäfte der Fabrikzeile besorgt mein Hausverwalter Lehner. Er ist befugt, alle Ausstände beizutreiben, hat Vollmacht dazu und an diesen müssen Sie sich halten; und falls Sie ihm Schwierigkeiten in den Weg legen wollten, wird er schon Mittel finden, Sie zum Zahlen zu zwingen!“ Die Antwort der Frau bestand in einem unterdrückten Aufschluchzen, dem sie einige schüchterne Worte nachfügte. Sie belügen mich, Frau, in ganz ordinärer Weise belügen Sie mich!“ schrie Wilten brutal zurück.„Ich habe Sie noch nie gesehen, geschweige Geld von Ihnen in Empfang genommen, befasse mich gar nicht damit! Jede Zahlung wird gebucht und auittiert und ein Irrtum unsererseits ist völlig ausgeschlossen! Wo haben Sie die Quittung, die ich Ihnen während Lehners Krankheit persönlich ausgestellt haben soll? Legen Sie mir diese vor, dann ist alles in Ordnung mit uns!“ Abermals wagte die Frau in zurückgehaltenem Tone eine Einwendung zu machen. Verlegt. verloren, bah, das könnte ein jeder sagen, das glauben Sie selbst nicht! Eine Quittung, die sich um tausend Mark handelt, verlegt und verliert man nicht so leicht, die bewahrt man sorgfältig auf. Ich lasse mir keinen Dunst vormachen, ich nicht!“ wiederholte er heiser auflachend. Suchen Sie Ihr Recht, ich suche das meine, und wenn Sie Ihren Zahlungsverpflichtungen nicht baldigst nachkommen, werden Sie einfach exmittiert, verstanden?“ Gott der Herr möge Sie nicht einst droben exmittieren!“ rief die Frau außer sich.——„Doch ich werde die Quittung wiederfinden,— dann— dann—“ Sind Sie in Ihrem Rechte,“ sagte er hochmütig;„und nun ist meine Geduld und Zeit um!“ Die Tür öffnete sich und die Frau wankte in einem körperlich und seelisch verzweifelten Zustande auf den Korridor hinaus. Anton duckte sich lächelnd Lautlosen Schrittes folgte Mathilde der Bedrängten auf den Vorflur hinaus. Kommen Sie mit auf mein Zimmer, vielleicht kann ich Ihnen irgendwie nützlich sein, Ihnen mit einem Rat beistehen, liebe Frau,“ sagte sie in gütigem Ton zu der noch immer trostlos Dreinschauenden, und ohne erst lange auf eine Antwort warten, zog sie diese mit sich in ihre eigene, in einem höheren Stockwerk gelegene Wohnung, füllte dort ein Glas voll stärkenden Weines und nötigte der Frau liebevoll einen kleinen Imbiß auf. Ihre herzgewinnende Art tat der Aermisten wohl und allmählich löste sich ihre Beängstigung in einem Tränenstrom. „So, das tut gut und bringt Erleichterung, sagte Mathildefriedlich zusprechend,„und nun vertrauen Sie mir Ihre Sorgen an. glauben Sie nicht, daß müßige Neugierde, nein, lediglich die Anteilnahme an Ihrem Geschicke mich bewegt, Ihr Vertrauen zu erbitten, und unn sagen Sie mir vor allem Ihren Namen, damit ich weiß, wie ich Sie nennen kann!" „O, ich danke Ihnen, danke Ihnen, Braun ist mein Name," und rasch bückte sie sich, um Mathildes Hand zu küssen. „Lassen Sie das!" Mathilde sagte es etwas unwillig,„kann ich Ihnen helfen, geschieht es gern, ohne jede demütigende Absicht für Sie. Wenn Sie in Ihrem Rechte waren, weshalb traten Sie dann Herrn Wilten nicht entschieden entgegen?“ Der Tränenquell versiegte, die Augen der Frau „Weil mir jeder Beweis fehlt, ich zu jener Zeit, als ich Herrn Wilten in meiner Wohnung das Geld aushändigte, ein sterbendes Kind hatte, Tage und Nächte in Angst und Sorge verbrachte und klaren Denkens gar nicht fähig war, ja mich nicht einmal genau entsinnen kann, ob ich die Quittung an mich nahm. Wie konnte ich auch denken, daß ein Mann wie Herr Wilten sich je eine Unredlichkeit zuschulden kommen lassen könnte.“ „Möglicherweise erinnert er sich auch nicht daran und man müßte seinem Gedächtnis etwas zu Hilfe kommen,“ suchte Mathilde zu begütigen. Er ist ein gar vielbeschäftigter Mann, dem ein Einzelfall leicht aus dem Gedächtnis entschwinden kann.“ Frau Braun lächelte bitter. Mathilde war bleich geworden.„Sie sollen in diesen Tagen von mir hören, hoffentlich liegt es in meiner Macht, Ihnen die benötigte Summe auf eine zu bestimmende Zeit gegen mäßige Zinsen vorzustrecken, wenn anders Herr Wilten nicht zur Einsicht käme.“ 202.16 Bekanntmachung betreffend Zahlungsverpflichtungen und Zahlungserleichterungen während des Krieges. In weiten Kreisen der Bevölkerung ist immer noch die Ansicht verbreitet, der Ausbruch des Krieges befreie von eingegangenen rechtlichen Verbindlichkeiten. Dem ist nicht so. Bestehende Verträte aller Art werden grundsätzlich durch den Krieg nicht aufgehoben, wie insbesondere die Verpflichtung zur Zahlung der Miete, der Hypothekenzinsen, der Steuern usw. in gleicher Weise fortbesteht und auch ein vorzeitiges Kündigungsrecht des Prinzipals gegenüber dem Angestellten grundsätzlich durch den Kriegsausbruch nicht gegeben ist. Ein allgemeines Moratorium ist nicht erlassen. Es ist die Pflicht und Schuldigkeit eines jeden, in einer Zeit, in der von den Meisten so große Opfer verlangt werden, seinen Verbindlichkeiten, soweit er irgend kann, unbedingt nachzukommen und zu seinem Teil einer weiteren Schädigung unseres Wirtschaftslebens vorzubeugen. Die säumigen Schuldner, die wohl in der Lage wären, zu zahlen, sich ihren: rechtlichen Verpflichtungen aber böswillig entziehen wollen, werden auf Antrag des Gläubigers gerichtlich zur Zahlung verurteilt und haben sich die dadurch entstehenden Nachteile selbst zuzuschreiben. Nur in den Fällen, in denen die Erfüllung des Vertrages infolge des Krieges eine absolute Unmöglichkeit geworden ist, eine völlige Geschäftseinstellung durch Krieg herbeigeführt ist, kann eine Aufhebung bestrhender Verträge, eine vorzeitige Kündigung rechtlich in Frage kommen. Um die Beteiligten aber vor unliebsamen Enttäuschungen zu bewahren und gerade in jetziger Zeit besonders„##bliche, zwecklose Rechtsstreitkgkeiten zu vermeiden, wird dringend empfohlen, sich auch in solchen Fällen friedlich mit der Gegenpartei auseinanderzusetzen. Soweit indessen jemand burch den Frieg i unverschuldete Notlage geraten und., tatsächlich zurzeit außer Stande ist, seinen Verpflichtungen in vollem Umfange nachzukommen, ist es die vaterländische Pflicht des Gläubigers, diesen Notstand zu berücksichtigen und freiwillige Stundung zu gewähren. Der Hinweis auf diese Pflicht mag allen Betroffenen eine ernste Mahnung sein, damit es nicht erst des Eingreifens der Gerichte auf Grund der nachstehenden, zum Schutze der wirtschaftlich Schwachen während des Krieges erlassenen besonderen Bestimmungen bedarf: 1. Gegen alle zur Fahne Einberusenen ist, soweit sie nicht durch einen Prozeßbevollmächtigten vertreten sind, die Durchführung eines Zivilprozesses unzulässig. Das Verfahren wird für die Dauer des Krieges unterbrochen. Ebenso sind Zwangsvollstreckungen und Konkurse auf Antrag eines Gläubigers gegen solche Personen, von einzelnen Ausnahmen abgesehen, ausgeschlossen.(Gesetz, betr. den Schutz der infolge des Krieges an Wahrnehmung ihrer Rechte behinderten Personen vom 4. August 1914, R.=G.=Bl. S. 328). 2. Die zurückgebliebenen in eine Notlage geratenen Personen sind durch folgende Anordnungen des Bundesrats geschützt: a) das Gericht kann dem Schuldner, der sich in wirtschaftlicher Notlage befindet, nach seinem Ermessen auf Antrag für die vor dem 31. Juli d. J. entstandenen Schulden eine Zahlungsfrist von drei Monaten gewähren, so daß also Zwangsvollstreckungen zur Beitreibung der Schuld innerhalb dieser Frist nicht vorgenommen werden dürfen. Der Antrag braucht nicht erst im Prozesse, söndern kann bereits vorher bei Gericht gestellt werden. Selbstverständlich bleibt es dem Schuldner unbenommen, vorher zu zahlen, sobald sich seine Lage gebessert hat.(Bekanntmachung über die gerichtliche Bewilligung von Zahlungsfristen vom 7. August 1914, R.=G.=Bl. S. 359), b) da indessen vielfach durch Gesetz oder Vertrag an die nicht pünktliche Zahlung noch anderweite, für den Schuldner in der jetzigen Zeit drückende Folgen sind, so ist dem Gericht weiter die Befugnis erteilt worden, den Eintritt dieser nachteiligen Rechtsfolgen im Interesse des Schuldners, der dieses Schutzes bedarf und ihn verdient, aususchließen. Beispielsweise ist der Mieter, der mit 2 Mietzinsraten im Rückstande bleibt, zur Räumung der Wohnung verpflichtet. Eine solche Rechtsfolge kann das Gericht auf Antrag ausschließen und die Räumungsklage des Vermieters trotz des rückständigen Mietzinses abweisen oder falls der Vermieter bereits ein Urteil erwirkt hat, noch nachträglich auf Antrag des Mieters entsprechend entscheiden.(Bekanntmachung über die Folge der nicht rechtzeitigen Zahlung einer Geldforderung vom 18. August 1914 N.=G.=Bl. S. 377), c) um den reellen Geschäftsmann, der durch den Kriegsausbruch vorübergehend in Zahlungsschwierigkeiten geraten ist, vor der Vernichtung seiner wirtschaftlichen Existenz zu bewahren, kann das Gericht auf seinen Antrag eine Geschältsaufsicht anordnen. Für deren Dauer ist die Eröffnung des Konkursverfahrens über das Vermögen des Schuldners unzulässig Oeffentliche Bekanntmachungen über die Anordnungen der Aussicht finden nicht statt.(Bekanntmachung. betreffend die Anordnung einer Geschäftsaussicht zur Abwendung des Konkursverfahrens vom 8. August 1914, R.=G.=Bl. S. 363), d) die Fristen für die Vornahme einer Handlung(Protest usw.), deren es zur Ausübung oder Erhaltung des Wechselrechts oder Regreßrechts aus einem Scheck bedarf, sind kis auf weiteres um 30 Tage verlängert worden, soweit sie nicht am 31. Juli 1914 abgelaufen waren. Den Wechselgläubigern ist es dadurch möglich, ihren Schuldnern ohne Beeinträchtigung ihres Wechselrechts. 30 Tage Zahlungsausstand zu geben(Bekanntmachung, Getr. Verlängerung der Fristen des Wechsel= und Scheckrechts vom 6. August 1914, R.=G.=Bl. S. 357, und Bekanntmachung, betr. die Verlängerung der Fristen für Wechsel= und scheckrechtliche Handlungen vom 7. August 1914, R.=G.=Bl. S. 361), e) Forderungen aus dem Auslande, die vor dem 31. Juli d. I entstanden sind, dürfen vor dem 31. Oktober überhaupt wicht vor inländischen Gerichten geltend gemacht werden.(Bekanntmachung über die Geltendmachung von Ansprüchen von Personen, die im Auslande ihren Wohnsitz haben, vom 7. August 1914, R.=G.=Bl. S. 360), 1) ebenso ist die Fälligkeit aller Wechsel, die im Auslande ausgestellt worden uund im Inlande zahlbar sind, um 3 Monate hinausgeschoben, falls die Wechsel nicht schon am 31. Juli d. Is. verfallen waren.(Bekanntmachung über die Fälligkeit im Auslande ausgestellter Wechsel vom 10. August 1914, R.=G.=Bl. S. 368). Durch verständnisvolle Befolgung vorstehender Grundsätze werden die unvermeidlichen Härten der jetzigen wirtschaftlichen Lage im Interesse des Einzelnen wie der Allgemeinheit erheblich gemildert werden können. Arnsberg, den 24. September 1914. Der Regierungs=Präsident. gez.: v. Bake. Kein anderer Waschzusstz erlorderlich, da hierdurch die Wirkung beeinträchtigt und der Gebrauch verteuert wird. Der grosse Erfolg! Das beste selbsttätige Waschmittel für Weiss- und Wollwäsche! HENKEI,& Co., DUSSELDORF. Huch Fabrikanten der allbeliebten Henkel’s Bleich-Soda. ranse iscenl. 1 Kistchen 25 Cigarren als *5er fertig gepackt 1.75. Carl Trog. Seutsche-Mälkel! 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Ztg.“: Wenn man hört, daß die Entsernung zwischen Paris und Verdun über zweihundert Kilometer beträgt und daß auf diesem weiten Raum jetzt zwei Millionenheere gegeneinander fechten und eine fast ununterbrochene Schlachtfront ausmachen, muß man sich unwillkütlich fragen: wie ist es überhaupt noch möglich, solche Heere auf so weiten Räumen zu leiten, und welchen Einfluß kann denn ein Feldherr da noch ausüben? Aus alter Zeit macht man sich vom Schlachtenlenker leicht noch die Vorstellung, wie er am Abend vor der Schlacht die seindlichen Stellungen erkundet, um danach seinen Plan zu entwersen, wie er am Schlachttage selbst vom Feldherrnhügel aus die Bewagungen der eigenen und feindlichen Truppen beobachtet, seine Adjutanten mit genauen Besehlen zu den einzelnen Trälen entsendet, seine Reserven in unmittelbarer Nähe; die er dann selbst auf den entscheidenden Punkt hinführt und selbst zum Angri ansetzt, nachdem er mit zündenden Worten ihren Geist und Mut entflammt hat. Der moderne Feldherr und Schbachtenlent':: ist leine ganz andere Persönlichkeit. Weit ab von der vordersten Gesechtslinie hinter der Mitte der Front, an einem Punkte, wo gute Verbindungen zusammenlaufen, befindet er sich, möglichst in einem bedeckten Raume. Auf langen Tischen sind die Karten und Pläne ausgebreitet, auf denen mit bunten Fähnchen die Stellungen der Truppen bezeichnet sind und die nach den eingehenden Meldungen berichtet werden. Von diesem Aufenthaltsorte aus laufen zahlreiche Fernsprechleitungen, die den obersten Feldherrn mit seimen Armee führern, abgezweigten Teilen usw. verbinden. Mit der weit entsendeten Kavallerie steht er durch Funkentelegraphie in Verbindung. Da werden Flieger mit wichtigen Befehlen und Aufträgen entsendet, um sich selbst von dem Stande der Ereignisse zu überzeugen, oder um die entsernten Führer über die Gesamtlage zu unterrichten. Da kommt ein Luftschiff, das die Stellungen des Feindes erkundet hat und das dahinter befindliche GeAnse, o5 fleue Verstärtungen im Anmar'ch oder Truppom#erschiebungen hinter der vorderen Linie stattge unden haben. Der Drachenballon steigt in die Höhe. Optische Signalstationen werden errichtet. So werden alle modernen Mittel des Nachrichten: und Verkehrswesens benutzt, um den obersten Führer mit den einzelnen Teilen seines Hoeres und den Unterführern in Verbindung zu setzen, um rechtzeitig die Meldungen zu erhalten und Bezehle ausgeben zu können. Aber trotz alledem ist der unmittelbare Einfluß des Feldherrn auf die einzelnen Tollle gegen früher ein viel geringerer geworden. Die Selbstständigkeit der Unterführer ist bedeutend gewachsen. Und darin liegt die große Bedeutung, die die Armeeführer jetzt besitzen. Sie erhallten nur noch allgemeine Anweisungen, keine bestimmten Befehle mehr. Ihnen wird ein Auftrag gegeben, ein Ziel gesetzt, das sie erreichm sollen. Wie sie dies ausführen, bleibt ihnen überlassen. Das moderne Millionenheer kann nicht mehr mit einem Feldherrn auskommen, der alles selbst anordnet und leitet, sonbern es braucht davon eine ganze Menge, und darin liegt die Schmierigkeit der neuzeitlichen Schlachtenleirung. Die Auggabe des obersten Führers ist es dann, die Tätigkeit der einzelnen Führer in Uebereinstimmung zu bringen und danach die Aufgaben der einzelnen Armcen zu bestimmen. Er allein kann die Gesamtlage überschauen. Mit der Zunahme der Entfernung ist aber die Schnelligkeit der Truppenbewegungen nicht gewachsen; die Infantrie marschiert jetzt nicht schneller als früher; alle Plänze müssen also viel früher und weiter voraussehend gesaßt werdem, um überhaupt noch wirksam zu werden. Aenderungen im letzten Augenblick erscheinen ausgeschlossen. Dies bedingt wiederum eine gute Aufklärung, wie sie jetzt durch die Luftschifse und Flugzeuge erleichtert wird. Ueberall hat ja die Technik Mittel nd Wege gegiben, um die aus den Millionenheeren und den vonl ihnen eingenommenen großen Räumen entstehenden Schwierigkeiten zu beseitigen. 2 üchertisch. Alle unter dieser Rubrik besprochenen Bücher sind in der Carl Braus'schen Buchhandlung zu haben Neue Christoterpe. Ein Jahrbuch, begründet von Rudolf Kögel, Emil Frommel und Wilhelm Baur. Herausgegeben von Professor Adolf Bartels und Professor D. Julius Kögel. 36. Jahr. gang. 1915. Mit 12 Abbildungen, Richard Mühlmann Verlagsbuchhandlung(Max Grosse), Halle (Saale). Preis elegant gebunden Mark 4.00. Wer die„Neue Christoterpe“ Jahr für Jahr verfolgt, begreift, daß sie sich in unserer hastigen Zeit immer noch einen großen Stamm treuer Leser bewahrt hat. Sie ist so inhaltreich und vornehm wie kaum ein zweites deutsches Jahrbuch. Was ist das für eine durch und durch feine Erzählung„Das portugiesische Sonett“ von Marie Burmester(Wolterstorff), womit der neue Jahrgang für 1915 beginnt. Mit welch sicherer Anschauungskraft vermag August Bomhard seine„Jesusgeschichten für das deutsche Volk“ in die deutsche Umwelt des ausgehenden Mittelalters hinein zu versetzen. Besonders reich ist der Jahrgang an guten Gedichten: Gustav Schüler, K. E. Knodt, W. Delius, W. Müller=Rüdersdorf. Stephanie von Goßlar und einige weniger bekante Namen kommen meist in mehreren Stücken zur Geltung. Feld gezogenen Zeichner werden die Ereignisse festhalten, bekannte Schriftsteller ihre Eindrücke und Erlebnisse schildern. Jußer selchen Einzelberichten wird vor allem Joseph von Lauf, der übrigens auch ein bewährter Kenner des Waffenhandwerks ist, die Leser in fortlaufender, zusammenfassender Darstellung die Ereignisse dieses größten Kampfes der Weltgeschichte miterleben lassen. Ueberaus reich ist der bildliche Schmuck der Nummer, sowohl der zwüchen den Text eingestreuten größeren und kleineren als auch der ganzseitigen zum Teil farbigen Abbildungen. Wir empfehlen unseren verehrlichen Lesern, sich die erste Nummer kommen zu sassen, die von jeder Buchhandlung oder vom Verlag direkt kostenlos zu erhalten ist. Ueber Land und Meer. Diese Zeitschrift(Herausgeber Dr. Rudolf Presber, Deutsche VerlagsAnstalt in Stuttgart), die mit zu einer der ältesten in Deutschland gehört, ist in ihren 57. Jahrgang eingetreten. Die Richtlinien des neuen Jahrgangs heißen Krieg— Krieg über Land und Meer. In noch erhöhtem Maße, als es bisher geschehen konnte, ist Sorge getragen, daß die Leser in Wort und Bild diesen Weltkrieg von allen Schauplätzen aus, in allen Phasen seiner Entwicklung kennen lernen werden. Unsere ersten, zum Teil mit ins Wappenkalender, Kunstkalender, welcher Künstler, Heraldiker, Maler usw. könnte ihn entbehren den bekannten Münchener Kalender für 1915(36 Seiten stark, Größe 16/32 Zentimeter, Büttenpapier, in reichem Farbendruck ausgeführt. Regensburg, Verlagsanstalt vorm. G I. Manz. Preis 1 Mk., inkl. 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Oktober 1914. Stellvertr. Generalkommando VII. A. Makulaturpapier empfiehlt billigst Carl Braus, Schwerte(Nuhr) in der jetzigen Zeit, wo jede Dame nach Möglichkeit zu sparen sucht, ganz i außergewöhnlich billig gestellt. Es entspricht dieses insbesonders unserem Wunsche, vor allen den Angehörigen unserer Soldaten möglichst vorteilhaft zu ihrer Herbst= und Winterkleidung zu verhelfen. ## Maß Anfertigung: 5 Herren- Anzüge Damen-JackenKleider 8 Röcke u. Mänte) Anfertigung auf eigener Werkstätte. Ernst Müller Schwerte, Ostenstr. 18. Um unseren Arbeitern und Arbeiterinnen den gewohnten Verdienst zu verschaffen, übernehmen wir Maßarbeiten zum Selbstkostenpreis. Besonders billig sind einfache Jackenkleider, Mäntel und Kleider, sowie Aenderungen jeder Art. Kertens OOler!.., vorm. Basse& Budelmann Hagen i. Westf. Rathaus=Passage. Erstes und größtes Spezialgeschäft. Bitte! Die freundliche Erhörung die meine Bitte vor Kurzem gefunden hat, ermutigt mich zu neuer Bitte. Es handelt sich wieder um eine aus Ostpreußen geflohene Familie, Mutter mit drei kleinen Kindern. Der Vater ist im Kriege, die Mutter hat mit den Kindern am 15. August das Haus verlassen müssen. Nichts ist gerettet. 14 Tage haben sie auf dem Wagen ihres Gutsheiren gefahren, im Freien übernachlet. 5 Wochen haben sie mit anderen Flüchtlingen in Westpreußen in einem Stalle gewohnt. Nun ists kalt geworden und man hat ihnen gesagt, es möge jeder sehen. bei Verwandten unterzukommen. Gestern ist die Frau mit ihren Kindern bei Verwandten hier angekommen. Es fehlt alles. Eine Wohnung wird ihr gemietet. Wir habens so gut und haben von den Schrecken des Krieges nchts gemerkt. Laßt uns das Loos der armen Ostpreußen helfen mildern! Es ist gewiß noch überflüssiger Hausrat da. Ich bitte um alles, was eine Frau mit drei Kindern— Jungens von 8, 7, R Jahren— an Hausrat, Möbeln, Oefen, Betten, Kleidern und Lebensmitteln nötig hal. Ich bitte wieder, die vorhandenen und zur Verfügung stehenden Gegenstände auf einen Zettel zu schreiben und denselden bei mir abzugeben. Es soll dann die Abholung der Gegenstände veranloßzt werden.., 4— Gent Allen lieben Gebern hierdurch schon yerzlichen Bann. uh ud wuser Batudseise b Nuigen und Fiesige Posten### s Sachsen erwarben wir ausserordentlich preisuent Piseige Postelr Ven Aeld enichernguen teh. n u bease eaie eicte geene, esaureegne, Lintnen. **„„„ 1.50 Feldpose-Brief-Packunsen aller Art. 5 Reinwollene Kepfsenuizer * Brust- und Rückenwärmer 2 50, 2 25, 1.10 Wollene Lelbbinden Feldpost„Brief-Packungeg sachen, Toletteartikelo, Hisenträfer. Anerkannt gediegenes Hortiment in Btrickwollen!s Pusslappen-Aarschsicher Brhlschun, Bei Adressen-Aufgabe worden Sendungen an unsere Truppen promp: ausgeführtl ie Se Jae Briefpostsendungen in Wollsachen bis 500 Gramm zugelassen.## Bis 11. 10. 1914 sind versuchsweise Brierpostschaungen in weonsachen dis see biama. I. Gestrickte Herren- Westen sowie graue Walk-Jacken. Wasserdichte seidene Kriegs-Westen. 6452 Gels-Claliack zum Schutze der Stadt Schwerle gegen Ve. un stattung Auf Grund des§ 11 der Städle-Ordnung für die Provinz Westsalen vom 19. März 1856 und des Cesetzes gegen die Verunstaltung von O.tschaften und landschaftlich hervorragenden Gegenden vom 15. Juli 19•7 wird nach Anhörung von Sachverständigen mit Zustimmung der Stadtverordneten=Versammlung auf Grund des Beschlusses vom 11. August.914 nachstehen§ s. Die daupolzeliche Gerehmigung zur Ausfsührung haulicher Aenderungen an nachstehenden Bauwerken von geschichtlicher oder künstlerischer Bedeutung und zur Ausführung von Bauten und baulichen Aenderungen in der Umgegend der Bauwerke ist zu versagen, wenn ihre Eigenart oder der Eindruck, den sie hervorrufen, durch die Bauausführung beeintlächtigt werden würde: Reformierte Kirche, altes Rathaus, große egangelische Kirche, katholische Kirche. Postgebäude und neues Rathaus. § 2. Die Anbringung von Reklameschildern. Schaukäslen, Aufschriften und Abbildungen bedarf der Genehmigung der Polizei=Behörde. Die Genehmigung ist unter den gleichen Voraussetzungen zu versagen, unter denen nach§! setzes vom 15. Juli 1907 und nach§ 1 dieser Satzungen die Genehmigung zu Bauausführungen zu versagen ist. § 3. Die baupolizeiliche Genehmigung für Bauten an der Hohenzollernstraße der Goethestraße zwischen Hörder= und Hohenzollernstraße, der Poststraße zwischen Goethestraße und Senningsweg und der Luisenstraße zwischen Hörderstraße und Senningsweg ist ferner zu versagen, wenn dort Gebäude errichtet werden sollen. die der Forderung der künstlerischen Gestaltung vornehmer Bauten im Landhaus(Villen) Charakter nicht genügen. Es dürfen höchstens 2 Wohnhäuser aneinandergebaut, bei den einzeln stehenden Häusern aber Brandgiedel nicht errichtet werden. Die Gebäude dürfen außer dem Kellergeschoß nicht mehr als 2 Stockwerke und ein ausgebautes Dachgeschoß haben. Bei den Echhäusern können Ausnahmer, opgebosern, wesigen. Nebengebäude dürfen nur 1 Stockwerk hoch sein ung. Pn#.“ in ihrer äußeren Gestaltung zum Hauptgeböude in Einklang § 4. Soweit es zur Beuriellung der unter die Vorschriten der§ 1—3 fallenden Bauausführungen erforderlich ist, müssen dem Baugesuche bezw. Genehmigungsgesuche Photographien und die Fassaden darstellende Zeichnungen im Zusammenhang mit den beiderseits anschließenden Bauten beigetügt werden. die sowohl den alten wie den neuen Jusland ersichtlich machen und genauen Ausschluß über Material und Fardenwahl geben. § 5. Die Entscheidung grlolgt nach Anhörung der städtichen Baukommission. In allen Fällen, in denen es die Polizei=Behörde verlangt, ist der Magiurat zu hören, der dann noch andere Sachverständige(Provinzial=Konservakor. Mitglieder der benachbarten Architektenvereine) heranziehen kann. § 6. Dieses Orts=Stalut trilt mit dem Tage seiner Veröffentlichung in Kraft. Schwerte, den 1. September 1914. Der Magistrak: (L. S.) gez. Rohrmann, Emmerich. Spezial-Putz-Abtelung I1 Gerstenmehl . 4 L. Weinberg. befindet sich ab 20. September im tlabptge Rusingstrasse 30a. Schutze vonl Brü indem bestimmte werden. *(Aus der Pfarrhause liegt die diesjährige A Einwendungen gen sind beim Presby (Besitzwechse (Grün) an der Bernhard Mühlen! Der Kauspreis be (Verzichtleif Orden.) Der ObWestfalen, P hal die ihm verlie Orden, und zwar orden 2. Klasse mi kreuz des belgische verkauft. Den Er Hälfte der Natio der im Kriege ge den Krieg geschäd *(Wohltätigl V.„Cäcilia“ u zes ein Konzert vember am„Frei bereitungen dazu *e(Gegen u wiederholter drin milien Rücksicht: Felde ist, bei M mer wieder Räu Etappenkommande Maßnahme ergris Pastor Felke Heilweise Als meinellvornehmste Pflicht werde ich es betrachten auch im neuen Hause allen Wünschen, meiner geehrten Kundschaft gerecht zu werden. Augendlagnose, Homöopathle, Naturhellweise (keine körperliche Untersuchung) 3411 Dr. phll. Mayus, Hagen I. W, Elberfelderstrasse 27. Einziger beglaubigter Vertreter am Platze. Sprechzeit: Sonntag 10—1 Uhr. Dienstag, Mittwoch, Freitag und Samstag 10—1 Uhr und 2—5 Uhr. Jos. Küster, Schwerte „Reichter“, Programm für den 10. und 11. Oktober Modenhaus 10 Spezialabteilungen. Damen-Konfektion u. Putz-Separat-Abteilung Eingang: Haselackstrasse. 6021 e aie ie eitcen, Allg Deutsch. Vers Verein in Stuttgart schliesst auch jetzt noch mit Rekruten, Kriegsfreiwilligen und ErsatzReseilvisten Lebensversicherungen ab mit Einschluss der Kriegsgefahr. Nähere Auskunst erleilt O. Schmidt 9401 Hohenzollernstr. 5. üe eien der eie zollernstn. 5, ist eine von 3 Zimmern in der II. Elage per sofort oder später zu vermieten. O. Per sofort oder später eine Grage zu vermicten. 6424 Hagenerür. 18. Geudicher Genehmigt. Arnsberg, den 15. Sept. 1914. Namens des Bezirks-Ausschusses, Ableilung 1 Der Vorsitzende. I. V. gez. Schwerin. Bierfahrer 2 und 3 ZinnerWohnung B. A. I. C. 1I 56/14 zu sofort gesucht Brauerei Willekind 6363 Westhosen 5 Vorstehendes Ortsstatut wird hiermit zur öffentlichen Kenntnis gebracht. Knochen von 3 Zimmern sofort oder später zu vermielen. 6444 Näheres Moltkestr. 12. Schwerle, den 5. Okolber 1914. 6389 Der Magistrat: Rohrmann. Beleanstmechene sucht Stellung am liebsten auf dem Lande. 6448 Zu erfragen in der Geschäftsstelle dieser mit Stallung und Gartenland zu vermieten. 6317 Kriegssonderausgabe Nr. 3. 1. Revolution in Moskau. 2. Gefangene Franzos. beim Barackenbau. 3. Polnische Jungschützen ziehen ins Feld. 4. Eintreffen der Verwundeten in Wien. 5. Begleitmannschaft eines russisch. Gefangenkransportes. 6. Nachrichten aus der Heimak. Siegesfreude unserer Soldaten. 7. Im Biwak unserer Arlillerie. 8. Die Russen zerstörten das Stellwerk bei Rastenburg. 9. Ostpreußische Flüchllingeim Rotauarlier. # 10. Ortelsburg nach Verkreibung der Rüssen. Der Zuger=See. 6443 Das Lufltorpedo. 3 Akte. Der Kundschafter. 2 Akte. Am Tore des Jenseiks. Sein Ersatzmann. Unler Kindern. Besuch von außerhalb. Näheres Schüßzenstr. 2. D * 0 Aschan an S hnmnen und abgeschlossene Elagen von 4 und 3 Zimmein nebst Mansarde, Babezimmer. Vorratskammer, Gartenland sofort und zum 1. April 1915 zu vermieten. 6329 Wilh. Luck, Baugeschät, Königst. 59. Wegen Verlegung der Stadtkasse in die Räume des niuen Rathauses, Hörderstraße ist die Kasse am 12. und 13. d. Mis. für das Publikum geschlossen. Schwerte, den 8. Oktober 1914. 6458 Der Magistrat: Kohrmann. Habe noch ea. 2—3 JZeuteer 9%.u Nagchote ich: ucher dur en Zontrr Kartoffeln überbehalten und verkaufe dasselde Sonnabend, den 10 Okl. nachmittags von 4 Uhr ab zu Mark 0,60-— 0, 65. W. Bornemann 6453 Holzen 35. Garbe= u. LandwebrSach eune. (im ganzen o##er geteil:) zum einkellern erbittet 6457 Ev.I Kai#k#nheus, Schwerte.] e Die Flammenzsichen rauchen. Roman aus der Zeit der Freiheitskriege von Paul Grabein. Preis Nk. 4 50. Vor. ätig in der Bachlasdlung Casl Braus Schwerte(Ruhr), Gr. Marktstr. 3—5. Bremen, Rotenburgerstr 1 Spezialbehandlung von Hautkrankheiten. 6446 Lupus äuss. Krebs Fressüicchte, Hadttuberkulose, Fistemn. Hautgeschwülsten, ehne Operation, ohne Bo strabig. nach eige n. lang jühr erprobt Meth de. Ausfuhrliches Prospekt frei. Mohnungen mieten gie s4mg 9—4 ein gnmtetm de samas ducg an Inserat in der Schwert, Jeitung. Sonntag, den 11. Oklober, nachmitlags 5 Uhr,— nach der Beerdigung des verstorbenen Kriegsteilnehmers Wiedemann — findet im Bereinslokale die dismonatliche Generalversammlung stalt. Tagesordnung: 1. Jahlung der Beiträge. 2. Aufnahme neuer Mitglieder 5. Besprechung über die Unterstützung der hilfsbedürfsigen Fomiten der im Gelde stehenden Kameraden. 4. Verschiedenes. Es wird bei der Beerdigung sowohl wie bei der Generalversammlung vollz intiges Erscheinen erwarlet. 6445 Der Vorsland. Wohnhaus in ganzen oder geteilt per 1. Januar zu vermieten, ev. zu verkausen. Näheres„. 6186 Hagenerstr. 13. ff. Limburger Käse r 40 8 ff. Stangenkäse 428 ff. Holländer Käse, 65 8 ff. Schweizer Käse 120 8 L. Weinberg. eeuoppreg. 4 oder 5 Räume m. Jub. ev. m. Garlen por 1. Jandar 191: zu vermielen.„ 6155 O. Meyer Westhofen, Hellweostr. 1. Schwerte Druchstraße 12. Programm Samstag, den 10. Oklober Ansang 7 Uhr Sonnlag, 11. 1„„ 3 Uhr. Im Hause, Beuchnraße ist zumk 1. Novemnber eine Soeben eingekroffen! MansardenWohnung Die Plüucht der Rassen. von 3 bis 4 Zimmern zu vermielen. Außerdem gelangk ein Rleßen=Weltstadl=Programm 6155 zur Aufführung. C. Wilkes Bahnhosstraße Kommandobefehl ordnung betreffen 31. Juli 1914 un Dirschau die Kün milien, deren Er Zuwiderhandlung einem Jahre bestr **(Ein tapf Sohne unserer S Haver, ist das Bekanntlich wur Augustkämpfen in findet sich zurzeit wackeren Krieger herzlichsten Glück: **(Jugendwe Hotel Ostermann ausschusses für I einer Jugendwel jeden über 16 Jo Stadt ist es nun, melden. Auf de Den He #aut französ # Bruder, Sch Musket Metzer Infs blühenden Dieses Holzen, S Aue 4 durch Vermitt sendung kann aber auch di Falle stellt sich monatlich au des Auftrages uns erfolgt Ainterzeichzn ein Exempla Basche Ort und Da rr s Feid-: rten len! geführt! ssen. 0= weise turhellweise* ung) 3411 felderstrasse 27. m Platze. Mittwoch, Freitag 2—5 Uhr. Schutze vonl Brücken und Tunnels beizutragen, indem bestimmte Maßregeln hierzu angekündigt werden. *(Aus der reformierten Gemeinde.) Im Pfarrhause liegt gegenwärtig die Wählerliste für die diesjährige Umwahl der Repräsentanten aus. Einwendungen gegen die Richtigkeit dieser Liste sind beim Presbyterium anzubringen. **(Besitzwechsel.) Das Restaurant„Zur Börse“. (Grün) an der Moltkestraße ist an einen Herrn Bernhard Mühlenhoff aus Essen verkaust worden. Der Kauspreis beträgt 86000 Mark. **(Verzichtleistung auf russische und belgische Orden.) Der Oberpräsident der Provinz Westfalen, Prinz von Natibor und Corvey, hal die ihm verliehenen russischen und belgischen Orden, und zwar den russischen St. Stanislausorden 2. Klasse mit Sternen und das Kommandeurkreuz des belgischen Leopoldordens, abgelegt und verkauft. Den Erlös hat der Oberpräsident je zur Hälfte der Nationalstiftung für die Hinterbliebenen der im Kriege gefallenen und zugunsten der durch den Krieg geschädigten Ostpreußen gespendet. **(Wohltätigkeits=Konzert.) Auch der M.=G.= V.„Cäcilia“ wird für Zwecke des Roten Kreuzes ein Konzert veranstalten, welches Ende November am„Freischütz“ stattsinden soll. Die Vorbereitungen dazu sind bereits in vollem Gange. *e(Gegen unsoziale Hausbesitzer), die trotz wiederholter dringender Mahnung, auf solche Familien Rücksicht zu nehmen, deren Ernäherer im Felde ist, bei Mietszahlungsunfähigkeit noch immer wieder Räumungsklagen anftrengen, hat das Etappenkommando in Dirschau eine gründliche Maßnahme ergriffen. Ein geradezu vorbildlicher Kommandobefehl läutet:„Auf Grund seratenteil der Vorliegenden Numiner sei an dieser Stelle noch aufmerksam gemacht. auch ster* I. Ottober u# Nr. 3.# Serachenbern hen ins Feld. en in Wien. russisch. Geansportes. tat. SiegesSoldaten.# erie. 1s Stellwerk### Kastenburg. Notquartier na der Russen. de. 6443 dschafter. 2 Akte. 1 Ersatzmann. von außerhalb. der Verordnung betreffend Erklärung des Krieges vom 31. Juli 1914 untersage ich hiermit für die Stadt Dirschau die Kündigung von Wohnungen an Familien, deren Ernährer sich im Felde befinden. Zuwiderhandlungen werden mit Gefängnis bis zu einem Jahre bestraft.“ **(Ein tapferer Krieger.) Einem weiteren Sohne unserer Stadt, dem Feldwebel=Leutnant H. Haver, ist das eiserne Kreuz verliehen worden. Bekanntlich wurde Herr Haver in den ersten Augustkämpfen im Elsaß schwer verwundet und befindet sich zurzeit in der Heimat. Wir sprechen dem wackeren Krieger und der ganzen Familie unsern herzlichsten Glückwunsch aus! **(Jugendwehr.) In einer gestern abend im Hotel Ostermann abgehaltenen Sitzung des Ortsausschusses für Imgendpflege wurde die Gründung einer Jugendwehr beschlossen Ehrenpflicht eines jeden über 16 Jahre alten jungen Mannes unserec Stadt ist es nun, sich zum Eintritt in die Wehr zu melden. Auf den diesbezüglichen Aufruf im *e Westhosen, 9. Oktober.(Nationalstiftung.) Für die Nationalstiftung für die Hinterbliedenen der im Kriege Gefallenen gingen bei einer Sammlung in der hiesigen Bürgerschaft bis. her 102 Mark ein. Brovok *e Holzen, 10. Okt.(Das Wohltätigkeits=Konzert), welches der Gesangverein „Harmonie“ vor einiger Zeit am„Freischütz“ veranstaltete, hat einen Ueberschuß von ca. 100 Mk. ergeben. Dieser Betrag ist dem Hülfsausschuß der Gemeinde Holzen mit der Bestimmung übergeben, die Hälfte zum Ankauf von Liebesgaben für die im Felde stehenden Söhne der Gemeinde Holzen zu verwenden. * Köln, 9. Okt.(Eine Doppel=Hinrich= tung) fand heute morgen im Hose des hiesigen Gefängnisses statt. Die Delinquenten waren der 20jährige Arbeiter Tetzlaff, der am 6. Mai zzum Tode verurteilt worden war wegen der Ermordung der 73jährigen Witwe Wiesdorf, und der Raubmörder Faßbender aus Düsseldorf; die eingelegte Revision des Tetzlaff wurde verworfen und ein Enadengesuch abgelehnt. —— Die Aufopferung unserer Offiziere hat sich auch in diesem Kriege bewiesen; beim flüchtigen Durchlesen der Verlustlisten fällt sofort die unverhältnismäßige Beteiligung des Offizierkorps auf. Da bekanntlich bei der mobilen Truppe immer auf 50 Mann ein Offizier entfällt, müßte sich eigentlich das gleiche Verhältnis auch bei den Verlusten ergeben. Hier aber fällt laut„Kreuz.= Ztg.“ schon ein Offizier bei 20 Mann, ja selbst bei 10 Mann. So hat das Franz=Garde-Grenadier= regiment einen Verlust von nicht ganz 250 Mann; es müßte also einen Verlust von 5 Offizieren haben, in Wirklichkeit aber sind 25 Offiziere gefallen. Dieses ungleiche Verhältnis findet sich bei allen Regimentern, und neben der an und für sich gefährlichen Stellung der Offiziere an der Spitze ihrer Mannschaften findet sich die Ursache in der alten Tradition unseres Offizierskorps, den Tod auf dem Schlachtfeld als eine Auszeichnung zu betrachten. Der Dienst im Unterseeboot. Das geheimnisvolle Wirken unserer Unterseeboote ist, wie der Korrespondenz Heer und Politik geschrieben wird, durch einen ungewöhnlichen Dienst, innerhalb des Unterseebootes bedingt. Niemand macht sich eine Vorstellung von der Arbeitslast und der Gefahr, denen die Unterseebootsansschaften täglich sich selbst mit freudiger Begeisterung aussetzen. Der Mechanismus eines Unterseobootes ist so vielgestaltig und tausendfältig, daß die strengste Aufmerksamkeit bei jedem Handgreifen erforderlich ist. Schon in Friedenszeiten ist der Dienst im Unterseeboote schwer. Um wieviel schwerer erst im Kriege! Alle Mannschaften befinden sich auf ihren Gefechtsstationen Die Maschinen arbeiten unausgesetzt. Die Motore dröhnen und alle anderen Maschinen sind in steter Bewegung. Seit längerer Zeit schon befindet sich das Unterseeboot auf großer Fahrt. Die Mannschaften sind von der Außenwelt abgeschlossen, weder Licht noch Luft noch Wasser dringt zu ihnen. Jeder steht an seiner Stelle. Die Maschinenmannschaften beobachten mit scharfem Auge den Gang der Motore, welche die Verwendbarkeit des Unterseebootes gewährleisten. Die Sicherheitsmaßnahmen, die auf jedem Unterseeboot vorhanden sind, sind bereit gestellt, ebenso sinz alle Rettungsrorrichtungen vorhanden. Der Kommandeur des Unterseebootes steht da, nicht einen Augenblick das gesamte Getriebe außer acht lassend. Er ist umgeben von einer Menge von Signalen, Werkzeugen, Instrumenten, Handgriffen usw. Auf ein Kommando beginnt das Unterseeboot zu tauchenEs befindet sich auf der Jagd nach dem Feinde. Der Kommandant des Unterseebootes hat die Möglichkeit, durch das sogenannte„Auge des Unterseebootes“ alles zu verfolgen und zu beobachten, was auf der Obersläche des Wassers vor sich geht. Plötzlich naht sich der Feind. Er hat noch nicht das geheimnisvolle Werkzeug entdecht, das ihm den Untergang bringen soll Die Deutschen sind ja nach einer Mitteilung der englischen Presse die Meister im Kampf der Unterseeboote und der Luftschiffe. Nun befindet sich der Koloß des feindlichen Schiffes in einer solchen Entfernung von dem Unterseeboot, daß ein Torpedo große Treffaussichten hat. Jetzt ist der große Augenblick für das Unterseeboot gekommen. Es kann beweisen, daß es seinen großen Zweck ersüllen kann, für den es in die Flotte eingestellt ist. Das Auge des erfahrenen Fachmannes mißt noch einmal die Entfernungen. In ihren Rohren befinden sich die stählernen Torpedos, die als Geschosse für die fremden Kriegsschiffe bestimmt sind. Alle Mann sind in innerer Aufregung, die durch die strengste äußere Ruhe und gesicherten Handhabung aller Grifft verdeckt wird. Nun saust das Geschoß auf das Ziel los. Das Unterseeboot schwankt einen Augenblick durch die ungeheure Wucht des Schusses, bald abet ist es beruhigt. Das Schiff ist getroffen. Mit furchtbarem Getöse versinkt das feindliche Kriegsschiff in die Fluten. Das Unterseeboot hat seine hauptsächlichste Arbeit geleistet. Aber immer weiter sind die Mannschaften am Werk, um sich aufs neue auf den Gegner zu stürzen. Gerichtssaal. Schössengericht Schwerte. Die gestrige Sitzung wurde von dem Herrn Amtsrichter Dellmann geleitet; es kamen in derselben u a. folgende Strafsachen zur Verhandlung: Mit einem Verweise kam der Schüler P. davon, der unter Anklage stand, an einem Hause eine Fensterscheibe entzwei geworsen zu haben.— Der Schachtmeister Theodor W. aus Geisecke hatte längere Zeit hindurch Fahrradteile und Fahrräder verkauft, ohne diesen Handel zur Gewerbesteuer angemeldet zu haben. Dieserhalb wurde W. am 6. Juli in eine gerichtliche Geldstrafe von 10 Mk. genommen. Hiergegen legte er Berufung ein und hatte auch damit insofern Erfolg, als die Strafe wegen Verjährung niedergeschlagen wurde.— Gegen 6 Paragraphen des Strafgesetzbuches(Beleidigung. Körperverletzung, Hausfriedensbruch etc.) hatte sich der Arbeiter B vergangen. Er wurde zu einer Gelustrasse von 100 Mk. verurteilt.— Unter der Anklage, drei Ruhebänke beschädigt zu haben, standen die Lehrhauer Jos. Sch. und Wilhelm T. unter Anklage. Da die Angeklagten noch nicht vorbestraft waren, ließ es das Gericht mit einer Geldstrafe von je 50 Mk. bewenden. Dann hatte sich die Ehefrau Fabrikarbeiter Emil W. nebst ihrem 16jährigen Sohne Heinrich wegen Unterschlagung zu verantworten. Die Sache wurde zwecks Ladung weiterer Zeugen vertogt.— Im Verlauf eines vorhergegangenen geringlügigen Streites mißhandelte der Fabrikarbeiter Emil Fr. die Fabrikarbeiterin Else Dunemann. Der Angeklagte kam mit einer Gelbstrafe von 5 Mark davon. Gottesdienste. Evang, ref. Gemeinde. Sonnlag 9½ Uhr: Pastor Terberger. Versammlung der Konsirmierten. Evang. luth. Gemeinde. Sonntag 9 Uhr: Vorbereitung. Sonntag 9½ Uhr: Pastor Nell. Feier des hl. Abendmahls. 11 Uhr: Kindergottesdienst. 5 Uhr: Pastor Ohlig. Gemeinde Westhofen. Sonntag 10 Uhr: Gottesdienst. Pastor Ohlig. Katholische Pfarrkirche, Schwerte. Sonntag, den 11. Oktober. 6,15 Uhr: Stille hl Messe. 7,30 Uhr: Frühmesse mit Predigt; gemeinschaftl. hl. Kommunion des Marien=Vereins und der Mütter. 8.45 Uhr: Schulmesse mit Predigt. 10 Uhr: Hochrmt mit Predigt. Nachm. 2,30 Uhr: Rosenkranzandacht. Was Du uns warst, Warst Du dem Vaterland; Ein guter Sohn, Ein braver Held. Den Heldentod fürs Vater’and starb am 10. Sept. aut französischem Boden unser lieber guter Sohn, Bruder, Schwager, Onkel, Neffe und Enkel, der Musketier WILHELM SPIES Metzer Infanterie-Regiment No. 98 3. Komp., im blühenden Lebensjahre von 21 Jahren. Dieses zeigt tiefbetrübt an Familie Wilhelm Spies. Holzen, den 9. Oktober 1914. 6447 Alle Angehörigen des Heeres können die schwerter durch Vermittelung der Feldpost beziehen. Die Nachsendung kann beim Postamt beantragt werden, sie kann aber auch durch uns direkt erfolgen. Im letzteren Falle stellt sich der Bezugspreis nebst Zustellungsgebühr monatlich auf 1 Mk., welcher Betrag bei Erteilung des Auftrages zu zahlen ist. Die Versendung durch uns erfolgt täglich in den Mittagsstunden. Bestellschein. Unterzeichnete... bestellt pro Monat für: Auf Anordnung der Koniglich preußischen Ministerien des Krieges, des Kultus und des Innern sollen die im Alter von 16 bis 20 Jahren stehenden jungen Leute, die also noch nicht gestellungspflichtig sind, in den einzelnen Orten, während der gegenwärtigen Kriegszeit zu einer Jungwehr zusammengeschlossen werden. Dazu können auch die bei der Musterung einstweilig zurückgestellten tungen Leute binzureten....(5, Im Geinzsst a g.#. Zweck der Jungwehr ist Vorvereitung sut ven Feriegsvienst, sowen sie ohne Die Teilnahme ist eine freiwillige. Doch darf erwartet wirden, daß sie unter den heutigen ernsten Verhältnissen allgemein als eine Ehrenpflicht angesehen bei dieser Beteiligung keine Unterschiede der Partei, des Glaubens Wir fordern alle diejenigen jungen Männer, die hier in Betracht kommen, auf, sich am Sonntag, den 11. Okrober 1914, vormittags 11—1 Uhr, im Militärbüro im alten Rathause, Brückstraße Nr. 14, zur Eintragung in die Liste anzumelden. Schwerte, den 10. Oktober 1914. # Millionen ste gegen Der Bürgermeister: Kohrmann. Vitburger! seater Zrückstraße 12. ang 7 Uhr " 3 U h r. 11 kussen. sladt=Programm Batterie Kolonne ein Exemplar der Schwerter Zeitung. Untetschrift: Ort und Datum: Schon sind Millionen deutscher Krieger, durchdrungen von der lieberzeugung, daß wir siegen müssen, wenn wir nicht untergehen wollen, dem Rufe des Kaisers zu den Fahnen gefokgt, um Blut und Leben einzusetzen für des Vaterlands Ehre und Das deutsche Volk kämpft gegenwärlig um seine Eristenz, denn unsere zahlreichen Gegner aus fast allen Weltteilen haben sich in der Absicht geeinigt, das Deutsche Reich, deutsche Industrie und deutschen Handel zu zertrümmern. Wir sind somit gezwungen, Vorsorge zu treffen, däß die Zähl unserer Kämpfer weitgehendst erhöht und ein Ersatz für die im Felde entstenden Lücken herangebildet wird. Wir können daher hoffen, daß die staatliche Anregung zur Bildung von Jungwehren von allen Seiten kräftig im ganzen Lande unterstützt werden wird, und richten auch in unserem Orte diesen Ruf an alle Klassen der Bevölkerung. Vor allem ergeht unser Ruf aber an die jungen Männer aller Stände, die ihm mit Jubek folgen und gern bereit sein werden, auf der Wacht zu stehen zum Schutze des seimatlichen Bodens.„. Juhenden Zunatech= mit Frigl, Um die militärische Ausbildung der gier zu grunernren Jungwehr mn Ersbig durchführen zu können, ist die Mitwirkung der Bürgerschaft unumgänglich notwendig. Männer, welche als Lehrer und Führer im Ehrenamt(unentgeltlich) sich beteiligen wollen, insbesondere frühere Offiziere, Unteroffiziere und mit der Waffe ausgebildete Mannschaften werden gebeien, dies dem Unterzeichneten bis zum 12. d. Mts. schriftlich oder mündlich mitzuteiten. Schwerke, ven 10. Oktober 1914. 6468. Der Bürgermeister: Kohrmann. bezeichnen als vortreffliches Hustenmittel F. Heiserkeit, Verschleimung, Katarrh. schmerzenden Hals, Keuchhusten, sowie #als Vorbeugung gegen Erkältongen, daher hochFwillkommen jedem Krieger! H 100 not. begl. Jeugnisse 100 von Aerzten und Privaten verbürgen den sicheren Erfolg. Appetit . anregende, feinAschmeckende Bonbons. # Paket 21 Pf., Dose 50 Pf. Kriegspachung 15 Pfg. kein Porto. Iu haben in Apotheken sowie bei: Franz Gesinger .... in Schwerte Ernst Klein 6 Jehv, Apgitehe zur Hohensyburg i. Dennosen: With. Liesenhofs in Eiole.( 438 änöichen, Pusteln usw. SpezialUrzt Dr. W.“ à Sik. 50 Pfg. 5% ig und 1.50 Mk 35%ig, stärkste Form). Dazu Zuckooh Creme(à 50 und 75 Pfg. Bei&a Trog, Max Mehlhose, Drogerien. 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