mlief sanft nach der Sohn, Bruder, teir den Kleis wer tie Holzwickeder Zeitung Aplerbecker Zeitung Schwerter Volkszeitung terbliebenen. igsbach(Baden), Aüle duter und ichelentgüchen Nencd. nungen für den Kreis Hörde erlangen gemäß Behanntmachung dei Königlichen Regierung durch Verössentlichung in dei„Schwerter Zettung", rechtsverbindliche Kraft.— Die „Schwerter Zeitung“ gewährt ihren Adonnen= ten für jeden mit Tod endenden Unfall geHozingen“: 300 Mk. Unfall. Druck u. Verlag o. Carl Braus. Schwerte=Ruhe Fernsp. 62. Telegr.=Adr. Braus Schwerte=Ruh### itag nachmittag rückstrasse 24, Die Sdmuten Zeiug: zuchahat daich. außer Feiertags. Bezugspreis M. 1.80 vierteljährlich, bei der Post für Bestellgeld 42 Pig. mehr. Wöchenll. Gratisbeilage:„Illustrierter Familienfreund" u. tägl. Unterhaltungsblatt. Anzeigenpreis: Die siebengespaltene Petitzeile oder deren Raum 10 Pfg., Anzeigen von auswärts 15 Pfg., Reklamezeile 40 Pfg. Jeder Rabatt gill als Kassarabakt u. erlischt bei Konkursen. Zwangsvergleichen, gerichtl. Klagen u. Pocbschuncd senatt.-Sehinechellonne Verbunden mit Schwerter Tageblatt S Schwerter Anzeiger sorgan des Kreises o General-Anzeiger für den Kreis Hörde o Haupt-Annoncenblatt Montag, den 7. September 1914. 46. Jahrgang Angriff der russsichen Ueberlegenheit zum Stehen gekommen ist. Nur auf dem linken Flügel bei Lublin wird um besestigte russische Stellungen heftig weiter gekämpft. Heute versuchte ein russisches Automobil, die österreichisch=ungarische Vorpostenkette bei Lemberg zu durchbrechen. Von einer Reiterpatrouille angeschossen, mußte es, da der Benzinbehälter durchlöchert wurde, halten. Einer der Insassen, ein Oberstleutnant von einem PionierregiMaurruge dor dem Fall! Nur noch 40 Kilometer bis Paris. Warum Löwen zerstört wurde. Von belgischen Dominikanern, die, 38 an der Zahl, in Köln angekommen sind, werden die Vorgänge, die zur Jerstörung von Löwen geführt haben, der Kölnischen Volkszeitung wie folgt geschildert: Die belgische Regierung erließ(nach dem Einzug der deutschen Truppen) eine Bekanntmachung, die zur Ruhe aufsorderte und besonders vor dem Schießen warnte, da sonst schwere Strafen verhängt würden. Die Geistlichen wurden angewiesen, diese Kundmachung am Sonntag, den 23., zu verkündigen und dem Volke einzuschärsen. Von dem deutschen Militär waren Geiseln sestgenommen worden, die, da alles ruhig blieb, am 24. abends wieder freigelassen wurden. Am Dienstag, den 25., morgens wurde noch einmal in allen Kirchen zur Ruhe und Besonnenheit ermahnt. Am Nachmittag dieses Tages kamen um 4 Uhr neue deutsche Truppen an, die, wie auch die vorhergehenden, die mittlerweile Löwen wiedr verlassen hatten, in der Stadt einquartiert wurden. Bald darauf verbreitete sich in der Stadt das Gerücht, Engländer und Franzosen seien von zwei Seiten im Anzug. Man hörte um diese Zeit Kanonendonner und Gewehrfeuer. Alsbald wurden schon aus den Häusern vereinzelte Schüsse auf die Soldaten abgegeben, was zur Follge hatte, daß um 7 Uhr 30 Minuten abends die Soldaten unter die Wassen gerufen wurden. Da begannen die Bürger in größerer Zahl aus den Häusern auf die Deutschen zu schießen. Die Truppen antworteten mit Gewehr' ehrfeuer. Der Kampf dauerte die ur Beerdigung des orbenen Kameraden die Wehr am Mon7. d. Mts. nachm. kt 8¾ Uhr im Verlokal an. sollzähliges Erscheinen art! 5816 Der Vorstand. K geblieben sein, wenn nicht zu Beginn des Aufmarsches und des Vormarsches die Feldpostsendungen zu rückgehalten worden wären. Von den Heeresangehörigen und den Familien ist dies als schwere Last empfunden, die die Schuld der Feldpost beimessen werden. Im Interesse der Arbeitsfreudigkeit und der Pflichttreue der Beamten der Feldpost habe ich mich für verpflichtet gehalten, hierüber eine Aufklärung zu geben. General=Quartiermeister von Stein. Des Deutschen Vormarsch nach Paris. Aus dem Haag, 6. Sept. Die deutschen Truppen, die am Montag kampflos Amiens nahmen, sind unverzüglich nach Longeau und der großen Straße nach Paris weltergegangen(etwa 40 Kilometer von Großes Hauptquartiet. Berlin, 6. Sept. Wolfs=Bureau meldet: Se. Majestät der Kaiser wohnte gestern den Kämpfen um die Befestigung von Nancy bei. Bei Maubeuge sind zwei Forts und deren Zwischenbefestigungen gefallen. Das Artilleriefeuer konnte gegen die Stadt gerichtet werden; sie brennt an verschiedenen Stellen.— Aus französischen Papi ten, die in unsere Hände gefallen sind, geht hervor, daß der Feind durch das Vorgehen der Armeen der General=Obersten von Kluck und von Bülow an der Maas vollständig überrascht worden ist. Nach dem 17. August nahm er dort nur die Kavallerie an. Die Kavallerie unter Führung dis Generals von der Marwitz hat also die ArmeeBewegungen vorzüglich verschleiert. Trotzdem würden diese Bewegungen dem Feind nicht unbekannt leitweise e. Naturheilweise rsuchung) 3411 Elberfelderstrasse 27. ster am Platze. nstag. Mittwoch, Freitag r und 2—8 Uhr. imandos können sich und Krieg=freiwillige und Hörde Stadt II Toitmund, Zm5783 mber 1914. mando II Dorimund. Wien, 6. Sept.(Wolff=Meldung) Die„Südslawische Korrespondenz“ meldet aus Konstantinopel: Wie an unterrichteler Stelle verlautet, liegt im Hafen von Alexandrien ein schwer beschädigter englischer Kreuzer, der deutliche Spuren der Beschießung aufweist. Außerdem liegen dort ein zweiler englischer Kreuzer, ein Torpedojäger und 2 Torpedoboole, die sich nach Port Said geflüchtet hatten, im Dock in Reparalur. Schweden: In den englischen Häfen herrsche große Furcht vor der deutschen Flotte. In Hartlepool würden jeden Abend vor den Docks TorpedobootsNetze gespannt. Die Nervosität wegen der deutschen Minen an der britischen Küste sei unbeschreiblich. Außerhalb des Tynes seien an einem Tage fünf Fahrzeuge in die Luft geflogen, 3 englische und 2 fremde. Die Rekrutenanwerbung für die britische Armee gehe langsam vor sich. In einer Stadt von 70 000 Einwohnern hätten sich nur 100 Mann gemeldet, größtenteils Strolche und andere heruntergekommene Menschen. In England herrsche strenge Zensur. Das Volk erfahre den wirklichen Zustand auf Kriegsschauplatz nicht. Niederlagen der Engländer würden von den Zeitungen als Bagatellen hingenpfiehlt billigst inberg schiffung der Truppen, die von Archangelsk auf englischen Schiffen unter Begleitung eines englischen Geschwaders sich vollzogen habe, ist glatt von statten gegangen. Ein norwegischer Dampfer, der auf dem Wege nach Hartlepool war, wurde von englischen Kreuzern angehalten und nach deutschen Kriegsschiffen gefragt. Nach mehrfachen Mitteilungen soll die Zahl der russischen Truppen 60 bis 80000 Mann betragen. Die Truppen sollen von dem nördlichen Landungsplatz mit der Eisenbahn nach Devenport (nahe bei Plymouth) am Kanal transportiert worden sein, um von da aus nach Brest und Cherbourg im nördlichen Frankreich weiter befördert zu werdin. Alle diese Transporte vollzogen sich mit größscher Begleitung durch die Straßen geführt, damit sie an den Straßenecken die Bewohnerschaft in Französisch und Flämisch zur Ruhe mahnten. Das dauerte bis 4 Uhr nachts. Gleichwohl wurde während dieser Zeit aus den Häusern geschossen. Die Soldaten erwiderten das Feuer und die Brändse mehrten sich. Am Mittwoch mittag wurden die Geiseln von neuem durch die Straßen geführt und sie verkündeten in beiden Sprachen, daß sie selbst erschossen würden, wunn der Widerstand nicht eingestellt werde. Es nützte nichts; selbst während dieses Rundganges wurde das Feuern nicht eingestellt; man schoß sogar auf die Soldaten, die die Geiseln begleiteten, ebenso auf den Arzt. Die ganze Nacht auf Donnerstag setzten sich diese Schäntnichkeiten sort. Besonders auf dem Boulevard gingen nun immer mehr Häuser in Flammen auf. Am Donnerstag, den 27. August, ½9 Uhr vormittags, kommt ein deutscher Offizier in Begleitung einiger Soldaten in das Kloster und sordert einige Patres aus, überall zu verkünden, daß die Stadt nun bombardiert werden würde. Es wurde den Bewohnern geraten, alles stehen und lliegen zu lassen u. sich nach dem Bahnhof zu begeben. Kurz darauf begann das Bombardement der Stadt. Um 9 Uhr waren diee Patres am Bahnhof. Man hatte die Verwundeten, belzische und deutsche, die sie im Kloster, wo sich eine Station vom Roten Kreuz besand, verpflegt hatten, dorthin gebracht und in den Wartesaal gebettet. Die Patres bekamen dis Erlaubnis, um 2 Uhr abzufahren, und zwar einen Zug mit Gesangenen zu benutzen. Bis Lüttich brauchten Kopenhagen, 7. Sept. Wie das Blatt „Politiken“ meldet, sind in Stockholm Meldungen eing=laufen, denen zufolge 250 000 Russen in Archangelsk(nahe der Mündung der Dwina ins weiße Meer) eingeschifft wurden, um in England an Land gesetzt zu werden.— Der Korrespondent eines Blattes aus Mailand teilt aus Ystad in Schweden mit: Ein schwedischer Dampfer aus England ist heute hier eingetroffen. Der Kapitän will in der Lage sein, Einiges von den Vorgängen in England mitteilen zu können. Er erzählt, daß er während des Aufenthalts in Hartlepool von zuverlässiger Seite erfahren hätte, daß große Truppen=Transporte während der litzten Tage in Birkenhead, Liverpool und Aberdeen an Land gesetzt worden wären. Die AusDie französische Regierung in Bordeaux. Rom, 6. Sept. Der Einzug Poincaree's in Vordeaux nahm einen trüben Verlauf. Eine unge zählte Volksmenge hielt die zum Bahnhof führenden Straßen besetzt. Die Männer waren ernst und still, die Frauen hatten ein betrübtes Aussehen oder waren in Tränen aufgelöst. Die Ankunst Poincaree's wurde nur mit kurzem Trommelwirbel begrüßt, doch brach bei der Fahrt durch die Straßen die Menge in begeisterte Ruse: Vive la France aus. Der Präsident war so ergriffen, daß er weinte.— Mittlerweile erscheinen die Pariser Blätter in Vordeaux in Gestalt Reiner Flugblätter. Um den Mut der Bevölkerung zu heben, bekundete Poincaree gegenüber der Notabilität von Bordeaux sein volles Vertrauen in den schließlichen Sieg der sranzösischen Taktik. Frankreichs Armeen seien nicht geschlagen, sie seien noch alle intakt. Die Blätter verzeichnen eine pathetische Erklärung Asquith's, daß England den Krieg selbst 20 Jahre fortsetzen würde, bis die Ententemächte Deutschland vollständig niedergeworsen hätten. Die englische ∆ Gch die Lemberg unter allen Umständen hätte halten sollem, hätte sich der Gefahr der Einschließung ausgesetzt. Auch wollte man nicht, daß die Stadt durch unvermeidlich große Artilleriekämpfe um die vor ihr befindlichen Feldbeststigungen den schwersten Beschädigungen ausgesetzt würde. Daraus, daß gestern in jener Gegend nicht gekämpft wurde, und daß auch heute keine Meldungen über die Fortsetzung des russischen Angriffes vorliegen, möchte ich nur schließen, daß die Räumung nicht nur planmäßig erwogen wan, sondern daß sich Ereignisse vorbereiten, die vielleicht in kurzem die Lage vollständig ändern werden. Es läßt sich noch nicht feststellen, ob diese Unterbrechung der Schlacht nicht eine durch tagelange Anspannung aller Kräfte beiderseits erzwungene Kampspause ist, oder ob der wd. Berlin, 7. Sept. Die österreichisch=ungarische Botschaft veröffentlicht folgende ihr vom Ministerium des Aeußern in Wien zugesandte Depesche: Die russische Meldung von der Schlacht bei Lemberg und der siegreichen Einnahm: dieser Stadt ist erlogen. Die offene Stadt Lemberg wurde aus strategischen und humanitären Rücksichten ohne Kampf freiwillig geräumt. Warum Lemberg preisgegeben wurde. Der Kriegsberichterstatter der„Vossischen Zeitung" berichtet aus dem österreichisch=ungarischen Pressequartier: Die österreichisch=ungarisschen Truppen haben Lemherg geräumt. Die Räumung folgte aus militärischen Gründen, die derzeit gegenüber allen Bedenken und Rücksichten politischer Nar, tur die Entscheidung haben müssen. Eine Truppe, n 25 Mk. an. ollstreifendrucke Mk. an. n mit Garantie gen Preisen. Il. Zahlungen. (Ruhr), Bahnholstr. b s Schürmann. konnten. Die Behörden begünstigten den Auszug durch Einstellung zahlreicher Sonderzüge, die in unwahrscheinlicher Länge und unwahrscheinlich übersüllt abgehen. Automobile dürfen von morgen ab die Stadt nicht mehr verlassen. Nach der Abreise dar Regierung wurde vom Bahnhof Quai d'Orsy der in schweigend.m Dunkel lag. der Sonderzug für die Diplomaten abgelassen. An den Wagen befanden sich große Plakate der Mächte, für die sie bestimmt waren. Die Botschafter und Gesandton erschienen mit ihren Familien und der Dienerschaft. Fast die ganze Welt war vertreten. In einem Abteil sah man sogar eine chinesische Amme mit einem kleinen Sohne des himmlischen Reiches an der Brust. Bordeaux kann die Flüchtlinge nicht unterbringen. Aus Rom wird dem„Tageblatt“ gemeldet, daß Bordeaux von Fremden und Staatsbeamten überfüllt ist. In endlosen Jügen schafft man außer dem Material und der Beamtenschaft der Ministerien, die Metallreserven und Wertpapiere sämtlicher Pariser Banken, sowie die zahllosen Beamtensamilien nach dem sicheren Bordstaux. Natürlich ist es außerordentlich schwierig, diese zahllosen Ankömmlinge in Bordeaux unterzubringen. Die Flucht der Pariser Aristokratie. Rom, 6. Sept. Der Pariser Korrespondent der „Tribuna“ schildert in sehr anschaulicher Weise in einem Briese vom 1. September die Flucht des gesamten Faubourg, St. Germain und St. Honore nach Bordeaux, Toulouse usw. Die Pariser Aristokratie entsloh meist in Automobilen, die hoch bepackt mit Koffern nd Hausgeräten waren, aus der gejährlich werdenden Stadt nach dem Süden. Gleichzeitig strömten von Nordwesten zahlreiche Flüchtlinge aus dem Departements du Nord. Pas de Calais nach Paris. Sie wurden gespeist und untergebracht. Bald begann der Kampf um die Lebensmittel In wenigen Stunden waren alle Geschäfte leer, die solche verkauften. In den Restaurants stiegen die Preise um das Dreisache. Amerika wappnei sich gegen Japan. Berlin, 6. Septbr. Die Verein. Staaten von Nord=Amerika suchen sich für alle Fälle schon im voraus gegen etwaige mnliebsame Ueberraschungen durch Japan zu sichern. Nach einer Meldung von St. Franziskoer Blättern werden an der ganzen Westküste der Vereinigten Staaten die Küsten= und Landbefestigungen erweitert, verstärkt und mit neuen modernen Geschützen versehen. Auch die Offiziere und Mannschaften der Küstenartillerie sind einberufen worden. Sie haben ein Feldlager bezogen und mit den militärischen Uebungen begonnen. — Der Krieg gegen Serbien. Ein Bild aus Serbien. Sofia, 6. Sept. Aus Nisch wird gemeldet: In gewohnter Weise wurden gestern unter Trommelschlag von einem serbischen Offizier Siegesnachrichten der Bevölkerung kundgegeben. Eine große Wenschenmenge war versammelt, da der Offtzier verkündete, daß die serbischen Truppen neuerdings bedeutende Siege erfochten hätten. Plötzlich kam ein Verwundeten=Transport vorbei und es erscholl aus einem der Krankenwagen die Stimme eines Offiziers:„Er lügt!“ Die Menge warf sich auf den Offizier und riß ihn in Stücke. —— Der Krieg gegen England. Der Dreiverband. London, 7. Sept. W. T. B. Der Minister des Aeußern und die Botschafter Frankreichs und Rußlands unterzeichneten eine Erklärung, welche besagt: Die Unttrzeichneten, regelrecht autorisiert von ihren Regierungen, geben folgende Erklärung ab: Die Regierungen Großbritanniens, Frankreichs und Rußlands verpflichteten sich, wechsolseitig keinen Einzelfrieden im Laufe des Krieges zu schließen. Die drei Regierungen kamen überein, daß, falls es angebracht ssi, den Friedens=Wortlaut zu diskutieren, keine der verbündeten Mächte Friedensbedingungen festsetzen könne, ohne vorheriges Uebereinkommen jedes der beiden anderen Verbündeten. Von unserer Seemacht. London, 7. Sept. Das Presse=Bureau der Admiralität macht bekannt, daß ein deutsches Geschwader, bestehend aus 2 Kreuzern und 4 Torpedobooten 15 englische Fischerboote weggenommen habe. Die Mannschaft und die Ladung der Schiffe seien nach Wilhelmshaven gebracht. Englands Niedertracht. rankfurt a. M., 5. Sept. Die„Franks. Ztg.“ bringt eine unverbürgte Konstantinopeler Meldung aus Kairo, wonach am vorigen Montag der dortige englische Militärkommandant die bei dem Khediven beglaubigten deutschen und österreichisch=ungarischen diplomatischen Vertreter ausgefordert hat, binnen 24 Stunden Aegypten zu verlassen. Sämtliche postalischen und telegraphischen Verbindungen wurden den beiden diplomatischen Missionen abgeschnitten. Sie wandten sich an den derzeitigen Regenten, da der Khedive abwesend ist. Der Regent erklärte ihnen, daß der englische Kommandant ohne seine Zustimmung und seinen Willen vorgegangen sei. Hier liegt also ein neuerlicher Völkerrechtsbruch Englands vor, denn zu Beginn des Krieges hatte England, das sich völlig als Herr Aegyptens fühlte, die Neutralität Aegyptens proklamiert. 31 3# London, 5. September. Reuter meldet aus Kapstadt: 800 deutsche und österreichische Reservisten werden in Jahannisburg als Kriegsgefangene festgehellten und in besonderen Lagern untergebracht. Kriegsertlarung der Turkei an den Dreiverband bevorstehend. Genf, 6. Sept. Aus Italien gelangt die Mildung hierher, daß England die Kriegserklärung der Türkei an die Verbündeten(England, Frankreich u. Rußland) als bevorstehend betrachte. Die englischen Verluste. Frankfurt a. M.. 6. Sept. Dir:„Frankfurter Zeitung“ meldet aus Amsterdam: Die Engländer, die bisher offiziell behaupteten, daß ihre Verluste nur 4000 Mann betragen hätten, geben jetzt amtlich zu, daß sie 10000 Mann Verluste gehabt haben. Im Maschinengewehrfeuer. Englische Zeitungen schreiben: Am Mittwoch, den 26. August, erzählt ein englischer Infanterist, war es am schlimmsten; wir waren in einem der vordersten Laufgräben; wir lagen da, ohne uns bewegen zu können. Die deutschen Maschinengewehre schossen so dicht über unsere Köpfe, daß 'cht eine Hand in die Höhe heben konnten, wurden wir weggemäht. Beim Beginn dieses Gefechtes bestand unser Regiment noch aus 1300 Mann, nach ihm waren nur noch 300 Mann übrig. Es ist merkwürdig, schreibt der Manchester Guardian, wieviel Hochländer, die verwundet zurückkehren, an den Beinen verwundet sind; es scheint, daß die nackten Beine in den Gefechten das erste ist, was von den Hochländern sichtbar ist. Der Krieg gegen Frankreich. Das üppige Lagerleben der Franzosen. Die„Nationallzeitung" erhält aus Straßburg einen Bericht über die Schlachten in Lothringen. Es wird dort erzählt, daß aus der Beute, die in die Hände der Sieger gefallen, sehr lehrreiche Schlüsse zu ziehen seien. Das üppige Lagerleben der Franzosen fand dadurch seine Kennzeichnung, daß einige tausend Champagnerflaschen, großen Posten seinster Zigarren und ganze Ladungen auserlesener Weine von den franz. Offizieren zurückgelassen worden sind. Empörend sanden es die Deutschen, daß man inmitten dieses Leichtsinns nicht einmal Zeit gefunden hatte, die vor zwei bis drei Tagen gefallenen französischen Soldatzen zu beerdigen. Erst dise Deutschen übergaben die Leichen dem Grabe, als sie das Schlaccht#seld erobert hatten. Iswolski bringt sich in Sicherheit. Wien, 5. September. Der russische Botschafter Iswolski wartete, wie man erfahren hat, nicht die Verlegung der französischen Regierung nach Bordeaux ab, sondern verließ Paris und begab sich in einen neutralen Staat. Rouen geräumt. Aus Kopenhagen wird dem„Lokalanzeiger“ ein Tel gramm übermittelt, nach dem die Hauptmacht des französischen Heeres sich zwischen Dijon und Nevers(etwa 200 Kilometer südlich von Paris) konzentriert. Die Franzosen haben Nouen geräumt. Paris soll mit größter Hartnäckigkeit verteidigt werden. Wie die Franzosen kämpfen. München, 5. September. In Dudweiler liegt ein verwundeter Deutscher, der seinen Major vor einem Meuchelmord durch einen französischen zier rettete. Der Oifzier war bei zwei verwundeten gierung für abgesetzt zu erklären. Bisher sind aber diese Bestrebungen mit größter Brutalität unterdrückt worden. Jetzt wäre aber selbst auf die Polizei kein Verlaß mehr, denn auch diese beginne, sich aufzulehnen. Daraus erkläre sich auch die Absetzung des Seinepräsekten, der beschuldigt worden ist, gegen die Aufruhrbewegung nicht mit genügender Energie vorgegangen zu sein. Falsche Gerüchte. Von der Frau Prinzessin Eitel Friedrich von Preußen geht der„Potsdamer Zeitung" die Mitteilung zu, daß die über den Prinzen Eitel Friedrich von Preußen schwebenden Gerüchte, wonach der Prinz schwer verwundet ist und in Potsdam liegen soll, jeder Grundlage entbehren. Der Prinz ist im Felde und, soweit bis heute bekannt, gesund und wohlauf. Franzosen auf dem Schlachtfelde. Beim Heranwir nicht eine Hand in die Höhe heben konnten, um nicht verwundet zu werden. Solange wir lagen, konnten sie uns nichts Böses tun, aber als wir die Laufgräben verließen und uns zurückzogen, nahen der Deutschen hielt er die Hände hoch, dann gab er auf den ihn ansprechenden Major zwei Schüsse ab. Ein Kolbenschlag des Soldaten streckte den Franzosen nieder. Der Major überreichte seinem Lebensretter noch auf dem Schlachtfelde ein bedeutendes Geschenk. WB Straßburg, 5. September.(Nicht amtlich.) Ein katholischer Pfarrer aus den Vogesen, von dem der„Elsässer" besonders hervorhebt, daß er durchaus nicht im Verdacht stehe, für französisches Wesen keine Sympathie zu haben, hat dem genannten Blatte mitgeteilt, die Franzosen hätten schon vor unserer Mobilmachung auf den Vogesenkämmen Schanzarbeiten ausgeführt, und zwar da und dort auf deutschem Gebiet unter Anwendung von Betonarbeit. Wenn sein Bericht den Tatsachen entspricht, dann kann die Behauptung der Franzosen, sie hätten den Krieg nicht gewünscht, vielleicht auf bestimmte Massen, auf keinen Fall aber auf die leitenden Kreise Anwendung sinden. Drohender Volksaufstand in Paris. Berlin, 5. Sept. Ein Telegramm der„Nationalzeitung“ aus Genf berichtet von der drohenden Gefahr eines Volksaufstandes in Paris, der sich gegen die Regierung richtet. Es wäre schon mehrfach dafür agitiert worden, die jetzige ReDer Krieg gegen Belgien. Dender mon de genommen. Berlin, 7. September. Der„Berl. LokalAinzeiger“ meldet aus Rotterdam: Eine amtliche belgische Bekanntmachung besagt, daß Dendermonde (auf französisch Termonde) bombardiert und von den Deutschen genommen worden sei. Die Garnison zog sich vor der Uebermacht auf die Schelde zurück. Die Räumung der unbrauchbaren Festung habe auf die Verteidigung Antwerpens keinen direkten Einfluß. Ein Huldenprinz. Berlin, 5. September. Ein erstaunliches Reiterstücklein hat ein Sohn des Prinzenpaares Friedrich Leopold vollbracht. Er ist es gewesen, wir jetzt nachträglich bekannt wird, der als erster deutscher Ofsizier mit einer Patrouille von drei Mann in das noch nicht eroberte Lüttich hineinsprengte; in der Linken die Pistole, in der Rechten den blanken Säbel, so ritt die tapsere kleine Schar in die Festung. Und es gelang ihr auch, in gestrecktem Golopp eine sranzösische Offizierspatrouille von zwanzig Mann gesangen zu nehmen und in das deutsche Lager alls erste Siegesheute heimzubringen. Der Krieg gegen Japan. Die Gelben bleiben zu Hause. Berlin, 7. September Der„Berliner Lokalang.“ meldet: Der japanische Gesandte in Stockholm erklärte die Meldung, Japan wolle Truppen nach Eu' ropa senden, für durchaus salsch. Japan halbe nicht die Absicht, sein Heer einer anderen Regierung zur Versügung zu stellen, weder in Europa noch anderswo. 600 kriegsgefangene Japaner. Die an der holländischen Grenze abgesangenen Japaner, die sich kurz vor dem japanischen Ultimatum an Deutschland in aller Stilbe aus dom Staube gemacht hatten, werden in den deutschen Truppensagerplätzen als Kriegsgesangene bis zum Ende des Krieges mit Japan interniert. Es ist gelungen, an 600 Japaner sestzunehmen. Es handelt sich zum großen Teil um japanische Studenten, die an den norddeutschen Hochschulen immatrlkuliert waren. Als di: deutschen Grenzbehörden zur Festnahme der Japaner schritten, waren sie völlig überrascht, da sie glaubten, mit ihren vorsorglich vorbereiteten Angaben über das Reiseziel die deutschen Behörden irregeführt zu haben, und annahmen, daß diese an der schweizerischen Grenze auf der Lauer lagen. Ein Teil der Japaner, der kurz vor dem Verschwinden aus den Quartieren noch größere Schulden bei den Lieseranten gemacht hatte, wurde wegen Verdachts des beabsichtigten Betruges der Staatsanwaltschaft übergeben. Sämtliche im Besitz der Festgenommenen vorgesundenen Gelder wurden ausnahmslos beschlagnahmt. Da die Japaner ohne Einhaltung s Der Schagge. Roman von Erich Ebenstein. 30 Durch die gefrorenen Scheiben klangen leise die Geigentöne aus dem„Hl. Florian“ herüber in lustigen Tanzweisen. Und wie fest Hans auch di Augen schloß, immer wieder sah er Konstanze Herzog tanzen, unermüdlich aus einem Arm in den und lese, leise grisfein wilder Geselle nachsei; nem Herzen und nahm es in Besitz. Nein, es son.. keinen Frieden geben zwischen den Paur’schen und denen da drüben. Auch er konnte hassen. 14. Kapitel. Der Ameisöder war seit jenem Tage, an dem Sabine Herzog ihm das Buch, seines Groß gestohlen hatte, ein anderer Mensch. Er ging nur selten in den„Hl. Florian,“ war aber auch fast nie daheim. Sein Anwesen verkam immer mehr und ein Stück Vieh nach dem andern wurde ihm von den Gläubigern fortgeführt. Aber das kümmerte ihn wenig. Seine ganze Aufmerksamkeit gehörte Sabine, die er auf Schritt und Trittumlauerte und beobachtete. Dreimal war er bei ihr gewesen und hatte seinen Besuch zurungefordert. Jedesmal hatte sie ihn mit spöttischem Lachen abgewiesen. Endlich hatte er sich entschlossen, sie in Gams beim Bezirksrichter auf Diebstahl zu verklagen. Aber auch damit erreichte er nichts. Sabine erklärte die ganze Sache für einen Scherz. Das Buch sei wertloser Unsinn und sie habe es mit sich genommen, damit es dem Ameisöder nicht den Kopf verdrehe. Danach habe sie es verbramt und sei gern bereit, nun eine kleine Entschädigung dafür zu bezahlen. Der Bezirksrichter fand die ganze Klage lächerlich, gab Sabine recht, daß sie dem Aberglauben entgegengetreten sei und ermahnte den Ameisöder m streugem Ton, sich lieber um seine verlotterte Wirtschaft zu beklimnmern, als nach Schätzen zusuchen. Gleichzeitig verbot er ihm auf Sabines Ansuchen das Graben auf dem Franzosenstein, da dieser Herzog'scher Grund und Boden sei. Und als der Ameisöder sich noch immer nicht beruhigen wollte, wurde er mit zehn Gulden Entschädigung für das vernichtete Buch abgefertigt und nach Hause geschickt, wobei der Bezirksrichter ihm wiederholte, daß er ein ausgezeichnetes Geschäft gemacht habe, da das Buch jedenfalls kaum den zehnHaß und Galleim Herzen, schlich der Alte heim. sie wohl Ruhe haben. Wenn nur der Frühling erst In den langen Wintermonaten hatte sie unaufhörlich über die Notiz in dem alten Schatzbuch gegrübelt und nun endlich glaubte sie, die richtige Erklärung zu haben. Daß der Schatz im Schatten des Eibenbaumes vergraben lag, schien ihr zweifellos, ebenso daß die angegebenen Zahlen, welche offenbar Schritte bedeuten sollten, das Ausmaß des genauen Punktes ergaben, wo nachgegraben Sabine hatte im letzten Halbjahr viel gegraßen am Franzosenstein. Sie hatte den Schallen des Eibenbaums genau ausgemessen, im Morgenezul Abendschein, aber immer war der Spaten nuch einer kaum fußtiefen Erdschicht auf undurchdringlichen Felsengrund gestoßen. Erst im Laufe des Winters, wo sie ihre Grabungen einstellen mußte, war ihr plötzlich zweierlei klar geworden: erstens, daß der Eibenbaum seit 1809 umein Bedeutendes gewach: sondern die Nacht dazu wählte, wo er sein Gestellte fest, daß zur Vollmondzeit der Mond in gerader Linie gegenüber dem Franzosenstein aufging und der Schatten des Baumes alsdann schnurgerade gegen die alte Ruine fiel. Es gelang ihr weiter, in der Bibliothek einen alten Bauernkalender aus dem Jahre 1809 aufzustöbern, aus dem sie feststellen konnte, daß am Todestag Matthäus Herzog Vollmond gewesen war. Und am Tage zuvor hatte er den Schatz geborgen. Es war Ende April. In Bruckstadt sollte die Hochzeit Anschi von Theissens mit dem Baron Riva stattfinden. Eigentlich war die Vermählung ursprünglich für Februar bestimmt gewesen, da aber Riva den erbetenen Urlaub nicht früher bekam, mußte die Hochzeit verschoben werden. Natürlich waren die Verwandten aus den und Peter Herzog, Konstanze und Richard fuhren auch wirklich am 20. April nach Bruckstadt, von wo sie am 23. April in Begleitung Melanies zurückkehren sollten. Auch Sabine hätte fahren sollen, aber am Abend des 19. April sandte sie ihr Mädchen mit der Nachricht zu Konstanze, daß sie plötzlich au heftigem Rheumatismus erkrankt sei, sich kaum rühren könne und daher im Bett bleiben müsse. Sabine bewohnte allein mit einer Dienerin, welche alt und halbtaub war und lange Jahre in der Herzog'schen Familie diente, das erste Stockwerk des Schlosses. Zu ebener Erde wohnte ein ebenfallsaltes Ehepaar, welches Hausmeisterdienste versah, und die Köchin. Als Sabine um plötzlich erkrankte, erbot sich die Dienerin, deren Stube abseits von Sabines Gemächern lag, die Nacht über neben Sabines Schlafzimmer zu verbringen, um gleich zur Hand zu sein, falls die Herrin sie brauche. Aber Sabine lehnte sehr bestimmt ab. Sie wollte Ruhe, nichts weiter. Die letzte Nacht habe sie wevont Eil schon um ache ühr alle Lädenschlie. ßen und schickte sie dann mit dem strikten Befehl fort, sie absolnt nicht mehr zu stören. Kaum war Cilli gegangen, als Sabine aufstand und die Tür hinter sich abschloß. Dann kleidete sie sich an, holte aus einem Schrank eine Laterne, Schlüssel und einen Spaten, welche Dinge sie augenscheinlich schon früher vorbereitet hatte. Zuletzt setzte sie sich auf einen Stuhl, legte die Taschenuhr vor sich hin und wartete, In Winkel ging man zeitig zur Ruhe. Sabine hörte, wie um nenn Uhr der Hausmeister unten das Tor schloß und zweimal versperrte. Eine Weile drang aus den offenen Feustern unten noch leises Geplander, dann wurde es still und der Lichtschein erlosch. Auch in den nahen Arbeiterhäusern wurde es allgemach dunkel und nur drüben über der Winkel drang aus den Gewerken roter Feuerschein in die Nacht hinaus. Als es zehn Uhr schlug, erhob sich Sabine, zündete die Blendlaterne an, warf einen Mantel über, in dessen Taschen sie die Schlüssel steckte und einen zusammengerollten Sack und machte sich auf den Weg. Von ihrer Wohnung aus führte ein Gang in die Schloßkapelle. Diese besaß einen Ausgang nach der Waldseite hin, von wo man auf einem allerdings nicht sehr bequemen Pfad die Ruine erreichen konnte. Diesen Weg wählte Sabine. Der Mond war längst aufgegangen und beleuchtete das Tal hell. Sabine löschte darum, draußen angelangt, die Laterne aus und kletterte dann mit einer Gewandtheit, die man ihren Jahren kaum zugetraut hätte, den steil ansteigenden Berg empor. Nach einer halben Stunde hatte sie die Höhe des Franzosensteins erreicht und blieb aufatmend einen Augenblick stehen. Die Spitze des Franzosensteins, von welcher der Eibenbaum nur wenige Schritte entfernt war, schimmerte silbergrau und hell im Mondlicht und senkrecht darunter lag das schweigende Tal, in mäcchenhaft flimmernde Lichtwellen gehüllt.— 216.16 1. Bisher sind aber * Brutalität unterr selbst auf die Poauch diese beginne, re sich auch die Abbeschuldigt worden nicht mit genügenein. ichte. Eltel Friedrich von mer Zeitung" die den Prinzen Eitel webenden Gerüchte, rwundet ist und in rundlage entbehren. ), soweit bis heute nommen. der„Berl. Lokalm: Eine amtliche daß Dendermonde nbardiert und von sei. 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Ein 'z vor dem Verschwinden größere Schulden bei den wurde wegen Verdachts s der Staattsanwaltschaft Besitz der Festgenommeer wurden ausnahmslos sapaner ohme Einhaltung dem strikten Befehl u stören. m, als Sabine aufabschloß. Dann kleitem Schrank eine Laspaten, welche Dinge ser vorbereitet hatte. Stuhl, legte die Taartete. tig zur Ruhe. Sabine r H a u s m e i s t e r u n t e n versperrte. Eine Weile tern unten noch leises still und der Lichtschein Arbeiterhäusern wurde rdrüben über der Winnroter Feuerschein in erhob sich Sabine, zünarf einen Mantel über, hlüssel steckte und einen id machte sich auf den s führte ein Gang in die einen Ausgang nach man auf einem allerBfad die Ruine erreichen Sabine. Der Mond war leuchtete das Tal hell. ußen angelangt, die Lai mit einer Gewandtkanm zugetraut hätte, einpor. nde hatte sie die Höhe st und blieb aufatmend die Spitze des Franzosenibenbaum nur wenige mmerte silbergran und tkrecht darunter lag das enhaft flimmernde Licht216.16 einer Kündigungssrist ihre Logisgeber verlassen hahen, müssen sie jetzt die vollen Mietbeträge nochahsen. Der Krieg gegen Rußland. Ein hoher Preis. Kopenhagen, 5. September. Wie die 31= tung„Politiken“ meldet, hat gestern in Petogrod (Petersburg) ein sogenannter Flaggentag stattgfunden, bei dem 50 000 Rubel einkamen. Zar Nitolaus bestimmte diese Summe für den ersten russischen Soldaten, der in Berlin einziehe.(Auch als Gefangener? Ned.) —— Wie„Goeben“ u.„Breslau“ durch die„Wacht am Rhein“ entkamen. Noch immer ruht ein Schleler des Geheimnisses darüber, wie unsere beiden Kreuzer„Goeben“ und „Breslau“ nach dem Verlassen des Hassens von Messina den ihnen auslauernden senglischen Schiffen entkommen sind. Jetzt macht im„Stockholms Dagblad“ ein dieser Tage von Messing nach Schweden zurückgekehrter Schwede Mittellungen, die zeigen, welche List unsere Schiffe bei dieser Gelegenheit angewandt haben. Der Schwede erzählt: „Goeben“ und„Breslau“ hatten, wie bekannt, am 4. v. Mts. die Stadt Bone in Algier bombardiert, worauf sie den Kurs nach Osten einschlugen. Da sie von einem englischen Geschwader verfolgt wurden, liefen sie durch die Straße von Messina ein, wo sie von mehreren dort befindlichen deutschen Dampfern Kohlen nahmen. Das war am Morgen des 6. August. Beide Ausgangsstraßen von Messina wurden von englischen Kriegsschifsen scharf bewacht— im Norden auf der Höhe von Kap Faro lagen vier feindliche, Kreuzer und im Süden dicht vor der Stadt Reggion sperrten drei Schlachtschiffe die Straße.„Goeben" und„Breslau“ lagen bis zum Abend still im Hasen. Aber als die Dunkelheit hereinbrach, beschlossen sie, einen Versuch zu unternehmen, aus der Falle zu gelangen oder zum mindesten sich so teuer als möglich zu verkausen. Es galt, sich die Nacht zu Nutze zu machen, denn am Tage darauf hätten die beiden deutschen Schisfe abrüsten müssen. Die Deutschen hatten tatsächlich eine List ausfindig gemacht. In der Dunkelheit glitten die beiden Fahrzeuge aus dem Hasen, während die Musikkapellen auf den Schifsen die Wacht am Rhein spielten. Der Kurs wurde nordwärts durch die sehr schmale Fahrriane genommen, die wegen ihrer Schwierigkeiten für die Schiffahrt von allen Seeleuten gefürchtet ist. Die Klänge des deutschen Liedes tönten weit in die Nacht hinein und wurden auf den englischen Kreuzern gehört. Zur großen Verwunderung der Engländer kamen die Klänge immer näher. Auch die Schlachtschiffe im Süden vernahmen die Töne und pähten vorsichtig nach Norden, um den Deutschen den Rückzug abzuschneiden und möglicherweise den Kameraden zu Hilfe zu eilen. Auf einmal entfernte sich die Musik nach der westlichen Küste zu. Die Engländer begannen sofort, ihre Scheinwerser spielen zu lassen, um nach den beiden deutschen Kreuzern zu suchen— diese aber waren und blieben verschwunden. Die List der deutschen Seeleute war gelungen. Als dies antdeckt wurde, besanden sie sich bereits ein gutes Stück aus dem Schußbereich der englischen Geschütze. Lautlos wie die Schatten waren sie mit abgeblendeten Lichtern durch die südliche Fohrstraße gegangen, und zwar so dicht an den englischen Schlachtschissen vorüber, daß sie in der stillen Nacht das Geräusch der Maschinen von den englischen Schlachtschiffen vernehmen konnten. Wie war das möglich gewesen? Bald nach dem Verlassen des Hassens von Messina in nördlicher Richtung waren die Musikkorps der Kreuzer in eine Barkasse gestiegen und hatten, andauernd die Wacht am Rhein blassend, die Fahrt noch ein Stück nordwärts fortgesetzt. Nachdem sie sich davon überzeugt hatten, daß die Engländer auf die List hereingesallen waren und die beiden Kreuzer sich in Sicherheit besanden, gingen sie an einer anderen Stelle Siziliens wieder an Land.„Goeben“. und„Breslau“ aber hatten den Kurs geändert und den Weg nach Süden genommen durch eine vielen noch unbekannte gefahrvoll: Rinne, die sich bei dem letzten großen Erdbeben in der Straße von Messina gebildet hatte. Unbemerkt hatten sie die drei englischen Schifse passiert und darauf die Fahrt in die Nacht hinein angetreten. —— Ein Erkundungsflug bei Sedan. Der Vater eines Fliegeroffiziers stellt dem „Lüdecker General=Anzeiger“ folgenden Bries zur Verfügung: Lieher Vater! Als ich Dir den letzten Brief schrieb, ahnte ich noch nicht, daß ich in den letzten Tagen so viel erleben sollte und nur durch ein Wunder mit dem Leben davongekommen bin. Ich flog am 22. morgens bei webligem Wetter mit Leutnant J., einem vortrefflichen Flieger, nach Sedan und stellte den Vormarsch seindlicher Trupren nach Norden fest. In der Gegend von Bertrix kamen wir in schwere Regenwolken und mußten auf 1000 Meter heruntergehen. In diesem Augenblick hörten wir auch schon das Aufschlagen seindlicher Artilleriegeschosse gegen die Maschine, und es schien unter uns eine ganze französische Division in Bereitstellung. I. erhielt eine Kugel in den Leib. Der Motor blieb stehen, und die Maschine sank steil herunter mitten auf die seindlichen Truppen zu, die ein rasendes Feuer auf uns gaben. In 800 Meter Höhe bäumte sich die Maschine auf, ich drehte mich um und sah J. mit einem Schuß mitten durch die Stirn tot daliegen. Nun ergriff ich über die Lehnse des Sitzes das Steuer, und es gelang mir so, den braven Doppeldecker wieder in Gleitflug zu bringen. Der Wald jenseits der Franzosen war mein Ziel, die Minuten, in denen ich in 200 Meter Höhe über dem Feind dahinglitt, wurden zu Ewigkeiten. Ein Hagel von Geschossen sauste mir dauernd um die Ohren. Plötzlich fühlte ich einen heftigen Schlag gegen die Stirn, das Blut lief über beide Augen. Aber der Wille siegte. Ich blieb bei Bewußtsein und dachte nur daran, die Maschine über den Feind fort und glatt herunterzubringen. Da warf ein Windstoß die Maschine herum, und da mein toter Kamerad aus dem Seitensteuer lag, konnte ich nicht anders, als mitten im Feind zu landen. Dabei überschlug sich die Maschine, die an einen Zaun anrannte. Ich flog in hohem Bogen hinaus. Von allen Seiten liessen die Rothosen auf mich zu, immer noch schießend. Ich zog die Pistole und streckte noch drei zu Boden, dann fühlte ich ein Bajonett aus der Brust. Dann kam ein höherer Offizier und rief:„Laßt ihn leben, er ist ein tapferer Soldat!“ Ich wurde zum kommandterenden General des 17. französischen Armeekorps gebracht, der mich ausfragte, natürlich ohne Erfolg. Dann sagte er mir, ich würde als Gefangener nach Paris gebracht werden, wo schon vier Fliegeroffiziere wären. Da ich jedoch durch den starhen Blutverlust zu schwach war, blieb ich zunächst an Ort und Stelle. Zwei Aerzte zogen das Geschoß, dessen Wucht durch den Sturzhelm gebrochen war, aus meiner Stirn, die nicht durchgeschlagen war. Ich wurde verbunden und erhielt Notwein. Ueberhaupt benahmen sich die Osssiziere sehr nett und achtungsvoll zu mir. In meinem Kopf aber lebte nur ein Gedanke, aus der Gefangenschaft zu entfliehen. Der Donner der deutschen Geschütze kam immer näher, Gewehrfeuer klang dazwischen, und nach zwei Stunden platzten die ersten Granaten in unserer Nähe. Da eillten die Franzosen an ihre Pferde. Ich benutzte den unbewachten Augenblick und kroch unter einen Busch, dort blieb ich liegen, bis der französische Rückzug hinter mir war. Dann schbeppte ich mich nach Bertrix, wo ich im Hospital freundliche Aufnahme für die Nacht fand. Am nächsten Morgen brachte mich ein deutsches Auto zu meiner Abteilung zurück. Westsalen und Rheinland. * Kupferdreh, 5. September.(Tod auf den Schienen.) Am Donnerstag früh wurde im hiesigen Bahnhof in Ausübung seines gesahrvollen Beruses der Hommschuhleger Friedrich Spathmann von hier von einer herannahenden Wagenabteilung erfaßt und überfahren. Der Tod trat auf der Stelle ein. ∆ 95 BenedikXV. “ F a p s t u e n e d i k das neue Oberhaupt der kathol. Kirche. Unsere Gefallenen! Die Kriegswürsel rollen. Schlacht auf Schlacht wird geschlagen. Die Lüfte sind erfüllt von Schwerterklirren und Kanonendonner. Sie sind erfüllt mit banger Sorge. Von der Heimat eilen die Gedanken auf das Schlachtsild, vom Schlachtfeld in die Heimat. Dann kommen die Verlustlisten, eine nach der anderen. Mit angehaltenem Atem durchfliegt man. Dort atmet man auf, und das Auge glänzt vor Freude: Er lebt, er ist nicht darunter. Hier hält eine Mutter das Blatt in zitternder Hand. Da liest sie den Namen ihres Sohnes und dahinter das kurze Wörtchen„tot“. Das Schrecklichste, was sie befürchtete, es ist geschehen. Ihr Sohn, ihr Stolz ist dahin. Mütterlein, wissch die Tränen aus dem Auge, dein Stolz ist nicht dahin. Jetzt ist erst recht dein Sohn dein Stolz. Wer nannte bisher deinen Sohn. Nun wird er, der den Tod für das Vaterland stand, überall cuhmvoll genannt. Dein Sohn ist als Held gestorben, er hat das Schönste und Beste getan, was ein Mensch überhaupt tun kann, er hat sich selbst geopfert, sich geopsert für uns, für Hoimat und Herd, für das geliebte deutsche Vaterland. Ihr Mütter, ihr Witwen, ihr Waisen, trauert nicht über die gefallenen Helden. Das gesamte deutsche Volk dankt euch, daß ihr das große Opfer bringt, nicht widerwillig und mürrisch, sondern freudig und getrost. 6 4402 84 Nicht mur du allein, trauernde Mutter, witst deines Sohnes nicht vergessen, neben dir steht das ganze deutsche Volk. Das deutsche Volk hat immer seine gefallenen Helden geehrt. Unsere Vorfahren wußten, daß sie von dem blutigen Schlachtseld von den Walküren nach Walhall getragen wurden, wo sie den Ahnengeistern verkündigten die Heldentaten der Enkel. Wir Heutigen wissen es ebenalls, daß unsere gefallenen Söhne umgeben sind von Ahnengeistern und Himmelsglanz. Man erzählt sich von den spartanischen Frauen, daß sig ihre Söhne lieber tot aus dem Schild wiederkehren sahen als lebend ohne ihn. Unfere dautschen Frauen sind ebenso stolz und stark. Wir bewundern die Tapserkeit unserer Mütter, mit der sie die großen Opser bringen können. Wir vergessen die teuren Toten nicht und schmücken auch ihre Arne mit dem Eichenkranz„Wir vergessen aber auch die deutschen Mütter nicht. deutlich und genau selbst niederzuschreiben.(Die neuen Karten können auch von Privatunternehmungen hergestellt werden; sie dürsen in Form, Größe und Papierstärke nicht wesentlich von den durch die Post ausgegebenen Formularen abweichen.) *e(Seglei der Lüste.) In den gestrigen späteven Nachmittagsstunden passierte ein Doppeldecker in nord=westlicher Richtung unsere Stadt. Der Apparat flog in ziemlich bedeutender Höhe. *(Zur Beachtung.) Um zu vermeiden, daß Untersuchungen und Bestrafungen bei den zur Fahne eingezogenen Mannschaften vorkommen, wird vom Generalkommando darauf hingewiesen, daß es in Erwägung gezogen werden müsse, nicht nur im Industriegebiet, sondern überhaupt Maßregeln zu ergreisen, welche geeignet sind, den übermäßigen Genuß von berauschenden Getränken zu verhindern. Es würde schließlich dazu übergegangen werden müssen, diejenigen Wirtschaften zu schließen, in denen Fälle von Trunkenheit oder gar Gelagz sich wiederholen. Die Bevölkerung wirh darauf ausmerksam gemacht, daß sie an den Einberufenen ein Unrecht begeht, wenn sie ihnen, sei es am Einberufungsort, lin den Standorten oder während der Eisenbahnfahrt berauschende Getränke verabreichen. *e(Schwerverwundet.) Die Bevölkerung wird darauf ausmerksam gemacht, daß sie sich durch die Verlustlisten nächt gleich in Schrecken jagen lassen möge. Die Angabe„schwerverwundet" bedeutet keineswegs immer eine absolut lebensgejährliche Verwundung und der weitaus größte Teil der so Verwundeten wird wiederhergestellt. Die Verwundung gilt als schwere, wenn der Soldat daruurch voraussichtlich für längere Zeit dienstunfähig wird, z. B. bei einem Schuß ins Bein. Andererseits wird auch schon die geringste körperliche Beschädigung im Kampfe(z. B. unbedeutende Qustschung) unter leichtverwundet“ gebucht.„Vermißte“ pflegen end lich zu einem erhablichen Teile bei ihrer Truppe sich später wieder einzufinden. *e(Im Silberkranz.) Am heutigen Tage können die an der Bechestraße wohnenden Eheleute Jos. Richter und Frau, Maria geb. Humpert, das schöne Fest der silbernen Hochzeit feiern. Wir gratulieren bestens! **(Belohnungen für langjährige zufriedenstellende Dienste.) Im abgolausenen Vierteljahre haben im Eisenbahndirektionsbezirke Elberfeld Hilfsbeamt: und Arbeiter wie folgt Lohnzulagen für langjährige zufriedenstellende Dienstzeit erhalten: 6 Bedienstete für 40jährige Dienstzeit je 100 Mark; 7 Bedienstete für 35jährige Dienstzeit je 80 Mark; 10 Bedierstete für 30jährige Dienstzeit je 60 Mark; 18 Bedienstete für 25jährige Dienstzeit je 50 Mark, 10 Bedienstete für 20jährige Dienst“ zeit je 20 Mark. Im gleichen Zeitraum wurden 51 Beamten und Arbeitern für die Entdeckung betriebsgefährlicher Schäden an den Bahnanlagen und Betriebsmitteln Belohnungen bewilligt. *e(Festgenommen.) Wegen Trunkenheit und Verübung ruhestörenden Lärms mußten gestern nicht weniger als fünf Personen verhaftet werden. Ein tiestrauriges Zeichen der Zeit! * Köln, 2. September.(Zwei Personen durch Ueberfahren getötet.) Zwischen Kierberg und Brühl wurden ein Streckenwärter und ein Arbeiter, die auf dem Gleise beschäftigt waren, von einer Lokomotive erfaßt, überfahren und getötet. * Köln, 4. September.(Freiwillige Kraftzeugführerin.) Wie mitgeteilt wird, hat sich Frau Toni Werntgen, die Mutter des vor Jahresfrist an dem Hangelarer Flugplatz abgestürzten Fliegers Bruno Werntgen, der Armeeverwaltung für den Krieg als Kraftzeugführerin zur Versügung gestellt. Das Generalkommando hat Frau Werntgen für ihr Anerbieten gedankt und mitgeteilt, daß es zu gegebener Zeit davon Gebrauch machen werde. Das Ende des albanesischen Abenteuers. Rom, 6. Sept.(WBT.) Sami Bey Vrioni, der Hosmarschall des Fürsten zu Wied, tel graphierte der„Agencia Stesanie“ folgende Proklamation des Prinzen an das albanesische Volk: „Albanesen! Als eure Gesandten kamen, um mir die Krone Albaniens anzubieten, folgte ich mit Vertrauen dem Appell eines edlen, ritterlichen Volkes, das mich bat, ihm bei der Wiederg.lburt be# hilflich zu sein. Ich bin zu euch gekommen mit dem brennenden Wunsch, euch bei dieser patriotischen Aufgabe behülflich zu sein. Ihr habt gesehen, duß ich mich von Anfang an mit all meiner Kraft der Neorganisation des Landes gewidmet, mit dem Wunsche, euch eine gute Verwaltung und ein Recht für alle zu geben. Nun haben unglückliche En#ägnisse unser gemeinsames Werk verhindert. Einige von Leidenschaft verblendete Geister haben den Wert der Resorm nicht begriffen und der sich entwichelnden Regierung kein Vertrauen schenken wollen, und in Krieg, der in Europa ausgebrochen ist, gestaltete unsere Lage noch komplizierter. Ich dacht: alsso, um das Werk nicht unvollendet zu lassen, dem ich meine Kraft, mein Leben gewidmet habe, wird es nützlich sein, daß ich mich für einige Zeit nach dem Westen begeben. Aber wißt, daß ich sern wie nahe nur einen Gedanken haben werde: zu arbeiten für die Wohlfahrt unseres edlen, ritterlichen allbanesischen Volhes. Während meiner Abwesenheit wird die von Europa, das unser Vaterland geschafsen hat, eingrsetzte internationale Kontroll=Kommission die Regierung übernehmen.“ Büchertisch. Aus Stadt und Umgebung. ** Schwerte, dim 7. September. er(Feldpostkarten mit Antwort.) Von der Reschs. postverwaltung sind Feldpostkarten mit Antwort an das Feldheer eingeführt worden, die von den Postanstalten zu demselben Preise verkauft werden Die Einrichtung bezweckt, din Kriegsteilnehmern im Felde die Möglichkeit zu geben, aus Anfragen ihrer Angehörigen usw. zu antworten. Damit den Kriegsteilnehmern die Mühe des Adressenschrei bens abgenommen wird, hasben die Absender der Doppelkarten die Adresse auf dem Antwortteile ** Wandhofen, 6. Sept.(Beim Krieg= spielen) unter Schulkindern bewarfen sich dieselben gegenseitig mit Steinen. Hierbei wurde ein schon älterer Herr von einem schweren Steine am Kopfe in der Nähe des Auges getrossen und recht erheblich verletzt. ** Westhofen, 5. September.(Lichtanlage in der Kürche.) Um die Kriegsandachten auf eine Abendstunde verlegen zu können und auch für sonstige Abendgottesdienste eine gute Beleuchtung zu bekommen, wurde in der letzten Sitzung der größeren Gemeindevertretung beschlossen, eine provisorische elektrische Beleuchtung für unsere Kirche einzurichten. Dieselbe wird so eingerichtet werden. duaß sie immerhin, wenn es die Umstände erfordern, eine Reihe von Jahren gebraucht werden kann. Die Kosten der Anlage einschließlich der Leuchtkörper, die gestiftet worden sind, betragen 75 Mark. *e Hengsen, 6. Sept.(Großfeuer.) In den großen Scheunen und Stallungen des Gutsbesitzers Oberhofs in Hengfen entstand ein großes Feuer, welches die Gebäulichkiten und die reischen Erntevorräte zum teil zerstörte. Auch verschiedene landwirtschaftliche Maschinen sind ein Raub der Flam men geworden. Das Vieh ist gerettet. Alle unter dieser Rubrik besprochenen Bücher sind in der Carl Braus'schen Buchhandlung zu haben. Zwei vorzügliche neue Karten zur Information über die Ereignisse des europäischen Krieges legt uns die Kartogr. Anstalt G. Freytag& Berndt, G. m. b. H., Wien 7, Schottenfeldgasse 62, vor in G. Freytags Karte von Europa 1:7,500 000 70:92 Zentimeter groß, Preis Mark 2.—, und Gr. Freytags Karte von Serbien 1:600 000, 70:100 Zent.= meter groß, Preis Mark 1.30. Während die Karte von Europa eine große Uebersicht all' der in Betracht kommenden Kriegsschauplätze in unserem Ersteil gibt, bietet die neue Karte von ganz Serbien in dem großen Maßstab 1:600 000 eine sehr gute, außenordentlich detaillierte Darstellung des zwischen Sarajewo—Kattaro—Saloniki—Sosia—Temesvar liegenden Gebietes. G. Freytags Kriegskarte von Mittel=Europa, 1:5 Mill., 55:80 Zentimeter groß, Preis Maik 1.—, mit Postzusendung Mark 1.10, ist eben bei der Kertogr. Anstalt G Freytag& Berndt, Ges. m. b. 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Verlag von Carl Braus, beide in Schwerte, Sarl Braue, Celrweite Gott, dem Allmächtigen, hat es in seinem unerforschlichen Ratschluss gefallen, heute nachmittag 2 Uhr, nach langem, schwerem, mit grosser Geduld ertragenem Leiden unsere herzensgute, treusorgende Mutter, Schwester, Schwägerin und Tante Ww. Landwirt Friederike geb. Platenlus im 48. Lebensjahre zu sich in ein besseres Jenseits zu nehmen. 5841 Die trauernden Hinterbliebenen. Wandhofen, Villigst, Steinberg bei Ergste, Eppendorf, den 6. Sept. 1914. Goldwaren und Schmucksachen Moderne Colllers. Medaillons. Anhänger in jeder Art, Damenringe und Herrenringe in den modernsten Formen, Broschen und Ohrgehänge, Armbänder, Kreuze, Vorstecknadeln, Damen- und Herren- Uhrketten in 10 verschiedenen Qualitäten, Brillant-Ringe, Brillant-Broschen, Brillant-Ohrgehänge etc. snsennennensennannen Sehr grosse Auswahl! Billigste Preise A. Eick& Comp. Balkenstrasse 36—38 DORTMUND Balkenstrasse 36—38 beim Bezirks-Kommando. 4992 Flasche 35 pig. 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Porto g) Schokolade h) Pfeffermünz i) gemischt Versand in portofreiem Feldpostbrief von etwa 50g 15 Pfg. k) Schokolade 1) Pfeffermünz m) gemischt Buchhäbdlung CAkt Bnkes SCHWERTE(RUHR), Gr. Marktstr. 3—5. VII. Armeekorps. Stellvertretendes Generalkommando. Abt. IIa Nr. 647. 5—6 Zentner S en hal abzugeben 5835 Otto Konrad, Holzen, Roonstr 4. Ehrliches gesucht. Drogerie Mehlhose. 5837 Wir übernehmen den regelmässigen Versand durch die Feldpost. Bei Bestellungen, denen der Betrag beizufügen ist, muss angegeben werden: Art der Packung(a—m), ob ein oder zweimal wöchentlich Sendung, ferner die genaue Adresse des Empfängers sowie Dienstgrad, Korps, Division, Regiment, Bataillon und Kompagnie Pesee oder Eskadron eder Batterie. Gebrüder Stollwerck A.-G., K.-Abteilung KöLN · BERLIN· BREMEN · MUNCHEN WIEN Jede Verkaufsstelle unserer Fabrikate hat Vorrat oder nimmt Bestellungen an. 5833 Provinzlalsiclle vom Aoien Kreuz im Wesisalen. Mit Bezug auf verschiedene an uns gerichtete Anfragen teilen wir ergebenst mit, daß der Herr stellvertretende Militörinspekteur der freiwilligen Krankenpflege folgende Gegenstände als besonders geeignet für Liebesgaben bezeichnet hat: 1. Nahrungs= und Genußmiltel. a) Reis, Gries, Graupen, Nudeln, Makkaroni, Hülsenfrüchte, b) Getrocknetes Gemüse, Gemüsekonserven, eingemachte Früchte, Suppenertraßte.„ 81 c) Mehl, Salz, Dauerzwiedack. Kens, Bauerbrol, Jucer. d) Dauerwurst. Schinken, Speck, Büchsenfleisch, Fischkonserven. e) Weine, Biere, Liköre. alkoholhaltige Getränke. 1) Mineralwasser. Fruchtsäfte, alkoholfreie Getränke. g) Schokolade, Kakao, Tee. Kafsee, Honig, Marmeladen, Errischungsbondons.„ h) Zigarren, Zigaretten, Taback. Rouch=, Kau=, Schnupftaback, Spitzen, Pfeisen, Zigarettenpapier. 2. Gebrauchsartikel. a) Seife. Schwämme, Kämme, Bürsten, Mundwasser, Jahnpasta, Nagelreiniger, Taschenmesser, Scheren, Nadeln, Knöpfe, Rähsachen, Geldbeutel Feuerzeuge. b) Trinkbecher. Messer, Löffel, Gabeln, Näpfe, Feldflaschen. c) Briefpapier. Postkarten, Blei=, Tinten=, Buntstifte, Nolizbücher, Tifeln und Griffel, Bücher, Zeitungen. d) Uhren. Thermometer, Höhrrohre Taschenlampen. Landkarten, Musikinstrumente, Parlographen, Stöcke. Hängematten, Brillen, Ferngläser...., 16. Grannt e) Hygienische und prophilantische Arlikei, Baver, Franzbrannwein, Luftkissen, Insektenpulver, Schweißpulver usw. 3. Bekleidungs= und Ausrüstungsgegenstände. a) Stiefel, Schuhe, Panloffeln, Mützen. b) Leidwäsche, wollene und leinene Hemden, Unterjacken. Unterhosen, Strümpfe, Fußlappen, Hand= und Taschentücher c) Leibbinden. Halstücher, Kopftücher, wollene Handschuhe, Ohrenklappen, Pulswärmer, Hosenträger, Gürtel, Westen, L.deiwesten. d) Wollene Decken, Kissen. 4. Lazatellutensilien a) Betten, Matratzen. Kissen, Decken, Bezüge. b) Krankenanzüge. Krannenwäsche. c) Waschtische. Krankenstühle, Bettische, Kochherde Opcrationstische, fahrbare Tragbahren, Krücken, Steckbecken. 6) Verbandmaterial aller Art, sterilisierte u. gewöhnliche Walte, Mull=. Cambrie=, Gipsbinden, dreiechige Tücher, Holz=, Metallschienen. Bei der Versendung werden, worauf wir besonders hinweisen wollen, Lazarettutensilien und Sanitätshilfsmitlel nicht mit andersartigen Liebesgaben zusammen zu packen, sondern in besonderen Verbandpaketen. Kisten und dergleichen weiter zu befördern sein. 5800 Münster, den 29. August 1914. Der Ober=Präsident von Westfalen. Karl Prinz von Natidor. Krankenweine Tischweine Repfelwein empfiehlt 4890 Drogerie Max Mehlhose. Bekanntmachung. Vielfach wird darüber geklagt, daß die Preise für Lebensmittel auch im Großhandel unangemessen erhöht worden seien. Solche Preistreibereien waren schon verwerflich, als sie in der ersten Bestürzung über die unvermeidlichen Verkehrsbeschränkungen erfolgten, sie nötigen zu scharfen Gegenmaßregeln, falls sie jetzt angesichts der Verkehrserleichterungen und des Standes der Ernte fortgesetzt werden. Um den Kleinhandel und die Verbraucher vor Ueberteuerung zu schützen, werden, da wo es nötig sein sollte, Höchstpreise für den Großhandel festgesetzt werden. Nach dem Gesetze kann alsdann die Behörde die Vorräte übernehmen und zu den festgesetzten Höchstpreisen auf Rechnung und Kosten des Besitzers verkaufen, wenn dieser sich weigert, zu den Höchstpreisen zu Bei der Fesisetzung von Höchstpreisen wird die normale Marktlage maßgebend sein und auf vorangegangene Preistreivereien keine Rücksicht genommen werden. Zimmer, Küche, Vorratsraum)] Berlin, den 21. August 1914. mit Zentralheizung und großem Bodenzimmer soll anderweit vermietet werden. 5840 Näheres bei Frau A. Heppe u. I.=R. Backhausen. Dr. Stralhmann, Rechtsanwalt. 1. Die mir von Frau Witwe A. Heppe in deren Hause ab 1. Oktober d. J. vermietete 5830 Der Minister für Handel und Gewerbe. Junger Kaufmann sucht zum 1. Oktober mit voller Pension. Gefl Offerten unler 5836 an die Expedition d. Jlg. Per Oktober oder später eine zu vermieten. 5829 H Duhme jr. Hagenerstraße 18. Umständehalber zum 1. Okt. d. J. eine Die Unterseebootsabteilung Kiel=Wik stellt nach dem 1. Okt. Is. noch dreijährig Freiwillige als Maschinistenanwärter und Bedingungen: Eine mindestens dreisährige Lehrzeil in einem technischen Berufe, kräftiger Körperbau, Mindestalter 17 Jahre. Dem Eintrittsgesuche sind folgende Scheine beizufügen: 1. Ein oom Zivil vorsitzenden der Ersatzkommission des Aushedungsbezirks ausgestellter Meldeschein zum freiwilligen Eintritt auf drei Jahre lautend. Sämtliche Lehr und Arbeitszeugnisse. Eine möglichst baldige Anmeldung ist erwünscht. Kommando der Unterseeboots=Abteilung. Auf Befehl. gez. Lühe. 8832 Oberl. 3. S. d. R. u. A0stoni. Zeitungsausschnitt-Bücher zum Einheften von Kriegs Lopeschen von 25 Pfg. an vorrätig in der Buchhandlung Carl Braus Aufruf. Die Not des Vaterlandes hat an allen Orten eine gewaltige Opferwilligkeit geweckt und es gilt jetzt, alles zu vermeiden, was diese Stimmung ungünstig zu beeinflussen geignet sein könnte.. JI.J, 9. Tagung Geha., Ich bin überzeugt, daß es nur vieser Anregung bevürsen wird. um alle bekeiligten Kreise, nicht nur die Sanitäts-Offiziere und staatlichen Beamten, sondern auch die auf dem Gebiete der freiwilligen Krankenpflege tätigen Herren und Damen zu einem einträchtigen, freudigen Zusammenwirken zusammenzuführen, damit die Opferfreudigkeit und die Leistungen der Bevölkerung nach Möglichkeit gesördert werden. Münster, den 16. August 1914. Der kommandierende General. 5828 Frhr. v. Bissing, General der Kavallerie. Beranntmachung. Im Stadtbezirk Schwerte werden für die hierunter angegebenen Lebensmittel vom 7. d. Mts. ab folgende Höchstpreise für den Kleinverkauf festgesetzt: Für ein Pfund: Weizenmehl 2. Roggenmehl 3. Salz 4. Rcis 5. Zucker 6. Fleisch a) Schweinefleisch(mager) b) dto.(durchwachsen) c) Speck d) Schmalz e) Frische Mettwurst *) Rindfleisch g) Gehacktes Rindfleisch h) dio. Schweinefleisch 1) Kalbfleisch 7. Kartoffeln 8. Graubrot 9. Weizenstuten 20„ 10. Für 6 Pfund Schwarzbrok 80„ 11. Für 4 Brötchen im Gewicht von 145 Gr. 10„ Es wird ausdrücklich darauf aufmerksam gemacht, daß unter„Höchstpreis“ der Preis für beste Quolität zu verstehen ist. Die Käufer wollen im eigenen Interesse darauf achten. daß vorstehende Preise nicht überschritten werden und bei etwaigen Zuwiderhandlungen der unterzeichneten Behörde Anzeige erstatten. Schwerte, den 5. September 1914. 5817 Der Magistrat: Rohrmann. 23 Pfg. 21„ 10„ 25„ 28„ 80„ 75„ 80„ 80„ 90„ 80„ 100„ 90„ 85„ 31 17¼ 8 3* von 5 Zimmern zu vermieten Angebote an die Geschäftsstelle dieser Zeitung. 5776 Schwerte(Ruhr) Gr. Marktstr. 8—5. 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Am andern Tage gleich wurde ich Susannens eifrige Schülerin und abends beim Strickzeug begleitete ich ihn weiter auf seiner Reise und machte immer neue Pläne.:# So schwanden die Tage dahin, nicht trostlos und langweilig, wie ich gefürchtet hatte, sondern genuß= und segensreich. Die Rückkehr meines Mannes verzögert sich mehr und mehr. Die Wege waren gänzlich unpassierbar geworden, so mußte er den ersten Frost abwarten. Mir war es fast liel so. Unterdessen wurden die Socken fertig und auch meine innere Umwandlung war vollendet. Aus dem tändelnden Kinde war ein Weib geworden und der Strickstrumpf mein Freund. Er ist's geblieben mein Lebenlang. Durch manche bange Nachtwache an der Wiege meiner Kinder hat er mir hindurchgeholfen. Wie er mich einst aufrüttelte aus kalte Selbstsucht, so hat er mich später oft getröstet und beruhigt, wenn ich abends in meiner Strickstunde, die ich mir immer wahrte, Leid und Freud' des Tages überdachte.# Und auch noch jetzt, wenn auch täglich die Hand keiser und das gestrickte Stück kleiner wird, kann ich mich nicht von ihm trennen. Ist doch jede Masche mit einem Wunsche, einer Sorge, einem Gedanken an meine Lieben verknüpft,„Wenn ich stricke, bin ich nicht einsam. Wie mit leisen, sanften Klungen mahnt es mich an Vergangenheit und Zukunft zugleich. Vor dem geistigen Auge ziehen die Meinen dahin, die Fernen mich grüßend und unterhaltend, die Dahingeschiedenen mich rufend.“— Die Sonne war tiefer gesunken, als Großmütterchen geendet hatte, ihre letzten Strahlen verklärten das liebe Angesicht. Durch das Fenster klang feierlich das Abendläuten herein. Wie Segen fühlte ich es in mein Herz einziehen, und in aller Stille faßte ich den Vorsatz, auch den Strickstrumpf zu lieben und mir in guten wie bösen Tagen eine betrachtungsvolle Strickstunde zu wahren. Aus alter Kostbares Spielzeug. Das teuerste Spielzeug, das iemals ein Kind besessen, waren wohl die silbernen Soldaten, die Ludwig XIV. als Knabe erhielt, um die Kriegskunst zu erlernen. Diese kleine Armee bestand aus 20 Schwadronen Reitern und 10 Abteilungen Fußvolk. Das waren die ersten Truppen, die Ludwig in den Tagen seiner Jugend besehligte. In Pariser Archiven finden sich noch die Rechnungen des Bildhauers Cissey vor, der diese silbernen Soldaten hergestellt hatte; danach waren dem Künstler dafür einmal 10 000, dann 9000 und zuletzt noch 6000 Livres gezahlt worden, für jene Zeit also eine erhebliche Summe. Später wanderten diese kostbaren Soldaten in die Münze, wo sie eingeschmolzen und zu Geld ausgeprägt wurden, um einen Teil der Unterhaltungskosten für wirkliche Soldaten zu decken. Edle Ausopferung. Als die Bewohner der Insel Thasos von der Herrschaft der Athener sich befreien wollten und von deren Flotte lange Zeit belagert wurden, hatten sie die Todesstrafe festgesetzt für alle, die von Übergabe sprechen würden. Da bereits eine schreckliche Hungersnot ausgebrochen war, die täglich neue Opfer forderte, beschloß ein edler Bürger, namens Hegetorides, sich zum Wohl der übrigen zu opfern! Mit einem Stricke um den Hals erschien er in der beratenden Versammlung.„Es ist,“ sprach er,„die Todesstrafe über den verhängt, der zuerst von Übergabe spricht. Nun wohl! so tötet mich, damit die andern wenigstens gerettet werden durch die Aushebung eines Gesetzes, das zie Verderben von ganz Thasos wird!“— Das Opfer des Hegetorides ward belohnt. Man schaffte das Gesetz ab, und ließ ihm das Leben. Gesundheitspflege. Gegen Ohrenschmerzen. Ohrenschmerzen, die von Erkältung herrühren, beseitigt man, indem man ein mit Arnika und Glycerin zu gleichen Teilen getränktes Watiebäuschchen in das schmerzende Ohr steckt. Ost ist aber ein Kopfdampf oder ein heißes Fußbad mit nachsolgender kühler Abwaschung noch wirksamer. Schnupfenmittel. Ein gutes Mittel gegen Schnupfen soll Zitronensaft sein. Man gießt in die hohle Hand eine ordentliche Portion Saft einer gut reisen Zitrone und zieht denselben durch die Nase in den Mund. Zwei bis drei solcher Aufsaugungen genügen zur Heilung. Auch bei chronischer Halsentzündung soll das Verfahren ausgezeichnete Wirkung tun. Eßt langsam! Das Schnellessen der Kinder ist eine schädliche und gefährliche Angewohnheit. Die Speisen sind nicht gehörig abgekuhlt und verderben dadurch die Zähne; von gutem„Kauen“ ist keine Rede, und Magenkrankheiten sind die Folge. Die Eltern müssen die Kinder beständig zu langsamem Essen ermahnen.„Wer am langsamsten ißt, lebt am längsten!“ ist ein altes Sprichwort. Lebensregeln. Tu' frei und offen, was du nicht kannst lassen, Doch wandle streng auf selbstbeschränkten Wegen, Und lerne früh nur deine Fehler hassen! Dann gehe mild den anderen entgegen; Kannst du dich selbst nur fest zusammenfassen, So hängt an deine Schritte sich der Segen. Nicht vielen, nur den besten wolle gefallen. Leb' jeden Tag, als wär's dein letzter. Ehre Edleren, Milde Niederen, Gefälligkeiten Gleichgestellten. und Garten. Dchliengscht. Zur Ausschückung unserer Gärten und Parkanlagen eignen sich besonders die Dahlien oder Georginen. Während ihrer langdauernden Blütezeit vom Juli bis in den späten Heibst erfreuen den Beschauer durch Formenschönheit und Mannigfaltigkeit der Färbungen. Zur Bepflanzung von Beeten mit Dahlien empfiehlt es sich, die Zwerg=Sorten zu nehmen, da sich diese besonders gut s9 ve. Do, lzur der Dahlien ist sehr, einsach, sie gedeiben ewpohren, De der genügend gelockert und gedungt ist. Wayrend der Blütezeit sorge man für genügende Feuchtigkeit, da die den Winter durch aufbewahrt. Erziehung junger Katzen. Um junge Katzen stubenrein zu erziehen, empfiehlt es sich, denselben in einer brgser fungen Seier aste uich angehalten zu werden un weisg Hazs, en Wildern auf dem Hofe abzuhalten, genügt es, 1ven I. mal, falls sie dabei betroffen wiro, mit Wasser begießt. für Kinder. Eine Spielschürze. Abs hecice de sächask egerchae, G Kelise ie schürze sind für normale Kinder von 4—6 Jahren berechnet; sehr leicht kann in Höhe und Weite etwas zugegeben werden; die wohl“ v. 2 Seganze Sagre. 1— 2e Srinazum mit passendem moh, als vie ganze Stgürze werven ringeum nitt passendem Wollband eingeraßt. —Der Nachdruck des gesamten Inhalts dieser Beilage ist unterlagt.=— S S 3 22 2 DTEEE hmtliches Kreisblatt * I für den Unterhaltungs=Beilage zu Nr. 209. Montag, 7. September 1914 Tadel mußt du lernen tragen, Die die Wahrheit lassen sagen, licht darüber dich beklagen, Wenn es heilsam dich wird nagen. Graf Kwelerath und seine Söhne. Roman von Horst Bode (8. Fortsetzung.) „Friedrich Karl, das nützt nichts, ich habe Papa schon oft gebeten, aber er sagt, es sei nötig, daß dein Bruder mir destens ein ganzes Jahr in Dumbkow bleibt!“ Die großen, blauen Augen blickten erstaunt die Mutter an. Mund und Backen hatte er sich mit Schkoolade beschmiert. „Aber zu Weihnachten kommt er doch?“ „Ich hosse, bestimmt weiß ich es nicht, das hängt ganz von seinem Betragen und von Papas Willen ab!“ „Da werde ich ihm gleich schreiben, daß er artig sein soll!“ Schreib ihm oft, Friedrich Karl, Brüder müssen in Freud wie in Leid fest zusammenhalten!“„Herte der Feine Gar „Das wollen wir schon tun,“ versicherte der kielle Kerl wichtig.„Mami, wenn wir beide Papa recht bettein, wird er den Taß kommen lassen!“.. gl. F.61 gist, uu Rans Die Gräfin sagte leichthin:„Vielleicht, bitte nur Papa recht oft und recht herzlich!. g. Garf vicht emeime Und das ließ sich der gute Frieorich Kart nicht zweimal sagen. Alle Augenblicke lag er seinem Vater in den Ohren. „Na ja, mein Junge, wir werden sehen!" „Papa, ich will auch gar nichts geschenkt haben, wenn nur der Taß kommt!“.... Jurch, das Mlanhhaur 9. Da fuhr er seinem Lievung ourch oas Bionoyaar. Im stillen aber seufzte der Graf. Wenn er einmal nicht mehr sein würde, lag die Befürchtung nahe, der schlaue Taß könnte mit seinem gutmütigen Bruder anfangen, was er wollte. Aribert Strahlendorff war ein anderer geworden. Er hatte Anschluß an seinen älteren Kameraden Wendefurth gefunden und der hielt seine Hände über ihn. Oft saßen sie abends bei einer billigen Kasinozigarre zusammen, ließen sich aus der Kantine Wurst und Brot holen und verbrachten die Zeit in anregendem Gespräche. Bald spürte Strahlendorff die wohltätigen Folgen. Er kam zum Dienst nicht mehr verkatert und unausgeschlasen, sondern frisch wie ein Fisch im Wasser. Und wenn ihm sein Hauptmann einmal mehr Dienst ansetzte,„als der Mensch zum Leben gebraucht,“ so schimpfte er nicht mehr vor sich hin, sondern erfüllte seine Obliegenheiten mit größter Pflichttreue. Seinen Vorgesetzten entging die Wandlung nicht, sie waren sehr erfreut darüber und als die Manöver zu Ende, wurde die Stelle des Bataillonsadiutanten frei.„ Teraklendursg in meinem „Ich hätte Lust, Herrn von Stragienoorff zu meinem Adjutanten zu machen,“ sagte Major von Hollep zum Hauptmann von Späningen. „Es würde mir leid tun, ihn zu verlieren!“ „Wenn sich einer vom falschen Wege so energisch abkehrt, soll man ihn mit allen Mitteln auf dem richtigen zu halten suchen!“ „Ganz meine Ansicht, Herr Major!— Der gute Einfluß Herrn von Wendefurths ist nicht zu verkennen!"„ „Zweifellos!— Ich werde sofort mit dem Herrn Ooerst sprechen!"— Am ersten Oktober wurde der Leutnant Aribert von Strahlendorff Bataillonsadjutant. Wendefurth schlug ihn vergnügt auf die Schulter.„So,— das war die erste Etappe, mein lieber Strahlendorff. und in zwei Jahren versuchen Sie das Examen auf Kriegsakademie! Sie sind heller Kopf und haben hoffentlich mehr Glück als ich!“ „Daß ich heute die Sporen trage, verdanke ich Ihnen. eUinfinn, alles verdankt man seiner eigenen Energie und Pflichttreue!“ Da seufzt Strahlendorff. „Nanu,— was haben Sie denn?“ „Wendefurth, es ist ja peinlich, aber zwischen uns soll es doch keine Geheimnisse geben!" „So reden Sie doch, Menschenskind!“ „Ich hänge noch mit einer größeren Summe beim Schneider, Schuster, Blumenhändler!“ „Und Sie werden getreten?“. „Vom Schneider nicht, die sind ja gewoon zu warten. aber die anderen machen sich unangenehm bemerkbar!“ „Mit dem„Eröffnen" zu Hause, hat es wohl einen „Wenn es geht, möchte ich es vermeiden, damit meine Eltern von meiner Wandlung auch überzeugt bleiben!“ „Einen Vorschlag, lieber Strahlendorff!— Sie haben doch zwölfhundert Mark ausgezahlt bekommen für An„Gewiß, aber das kostet mich ein leidlicher Schinder doch „Fahren Sie zu Ihrem Herrn Schwager nach Kwelerath und kaufen Sie von ihm, er übervorteilt Sie nicht!“ „War sowieso meine Absicht!“ Und wann gedenken Sie zu reisen?“.6e „Ich habe schon Urlaub eingegeben.— übermorgen! Aber ich möchte auf keinen Fall den Grafen noch einmal um „Das sollen Sie auch nicht!— Warten Sie ab, was Ihnen Ihr Herr Schwager für das Pferd abnimmt. nachher werden wir schon mit Ihren Gläubigern ein Arrangement peinlich es Aribert Strahlendorff war, er sah auch Wendefurth aber setzte sich noch an demselben Abend hin und schrieb einen langen Brief an den Grafen von Kwelerath. Sehr herzlich begrüßte Egon seinen Schwager. „Das ist ja samos, daß du dich so rausgemacht hast!“ „Es war aber auch allerhöchste Zeit, Egon!“ „Na ja,— jedenfalls die Hauptsache, du hast den AnPährend sie mit dem Wagen nach Kwelerath fuhren. sprachen sie über Stephanie.„Sie wird sehr böse auf mich „Ich weiß es nicht, Aribert, jedensalls war deine Handlungsweise die allein richtige!“ Die Begrüßung zwischen Bruder und Schwester fiel ziemlich frostig aus. Aber Stephanie war klug genug, keine Szene heraufzubeschwören.„... 8maaer e, Nachmittags ließ der Graf seinem Sa,wager einen wunderschönen Fuchs vorführen.„Egon, den kann ich nicht bezahlen, der ist ja unter Brüdern tausend Taler wert!“ „Protiere ihn nur. Aribert, so teuer ist er bei weitem Nach zweistündigem Ritte kam er mit glänzenden Augen „Wenn ich nur nicht ein so armer Kerl wäre, ich kaufte hn auf der Stellel. II. Launfgend Max) hast hu Khnl„Er ist nicht teuer, für rausend Marr hast du ihn!“ R„Das ist sa geschenkt;„„.... 4384 2 Sius „I bewahre, tausend Mark sind ein tüchtiges Stück Behd!“ 54 „Egon, du bist immer so gut zu mir gewesen, beine Hilfe muß endlich mal ein Ende nehmen, ich fange an, mich regelrecht zu schämen, daß ich dir so auf dem Geldbeutel gelegen habe, so gern ich den Gaul hätte, ich kann ihn nicht preiswert bezahlen!“. J1g z.ingn Echmager unier 8. Da nimmt Kweleraty seinen Schwager unter den Arm. „Komm mit in mein Arbeitszimmer!" Der Graf entnimmt seinem Schreibtisch einen Brief. „Herr von Wendefurth hat mir geschrieben, wie du dich herausgemacht hast, an einigen Stellen drückt dich noch der Schuh, tu mir den Gefallen, Aribert, nimm den Fuchs zum Geschenk und bezahle deine Läpperschulden!“ Strahlendorff springt auf.... 874e 1.54 „Nein, Egon, ich kann das nicht, beine Güte geht si „Nur Ruhe, mein Lieber! Sprechen wir deutsch! Du hast den Namen Kwelerath vor dem Herabziehen in den Schmutz bewahrt, du bist mein Schwager, der Einkehr in sich gehalten, ich, als reicher Mann und Gatte deiner Schwester, werde dir wohl noch ein letztes Mal beispringen dürfen!“ Der junge Offizier sieht mit zuckendem Gesicht zum Fenster hinaus.„Ich kann nicht,“ stöhnt er auf. Da legt ihm Kwelerath die Hand auf die Schulter. „Mich freut's, Aribert, daß du dich sträubst, so richtig von innen heraus, das zeigt mir, wie anders du geworden, ich bitte, nimm den Fuchs, du machst mir eine riesige Freude!“ Es dauert lange, bis Strahlendorff antwortet, schließlich sagt er stoßweise:„Wenn Wendesurth meint,— ich könnte dein Geschenk annehmen,— so will ich's tun!“ „Er ist der festen Ansicht, daß du doppelt und dreifach fest im Sattel sitzen wirst, wenn dich die Kleinigkeiten nicht mehr quälen!— Lies seinen Brief!" Ackt große Seiten ist er lang. Mit zitternder Hand reicht ihn Aribert seinem Schwager zurück.„Gut, Egon, ich nehme den Fuchs und danke dir von ganzem Herzen, mein Ehrenwort gebe ich dir, daß die Zeit der losen Streiche nun ein für allemal bei mir vorbei!“ „Recht so!“ Sie schütteln sich die Hände, in den letzten Stunden sind aus den Schwägern Freunde geworden. Stephanie erkundigt sich nach allem Möglichen, nur auf den Pferdekauf lenkt sie das Gespräch nicht. Natürlich war :! Aribert zu ihrem Manne gekommen, um möglichst billig zu einem guten Abschluß zu gelangen, sie fand das auch ganz in K der Ordnung. „Schade,“ sagte sie beim Abendessen,„daß du sobald wieder abreisen mußt, kannst du nicht Nachurlaub nehmen? :] Hier ist es so einsam, ich„abe keinerlei Zerstreuungen, und die täten meinem Herzen recht not!“ * Strahlendorff wagt nicht, seinen Schwager anzusehen, er denkt: jetzt hagelt's eine Rede, die sie sich nicht noch einmal vorlesen läßt: Aber nichts geschieht, ruhig ißt Kwelerath Da sagt Aribert zu seiner Schwester in rauhem Tone: „Wenn du dich um die Wirtschaft kümmern würdest, könntest du nicht über Langeweile klagen!“ Gleichgültig schiebt sie die Unterlippe vor und schweigt.— Am nächsten Nachmittage fährt Aribert nach Berlin zurück, der Fuchs ist schon früher verladen worden.— Als Kwelerath beim Abendessen wieder mit seiner Frau zusammentrifft, fragt sie nebenbei:„Was hast du denn Aribert für den bildschönen Fuchs abgenommen?“ „Nichts, Stephanie, ich habe ihn deinem Bruder geschenkt, weil er sich gebessert hat!“.„.. Da lacht sein Weib höhnisch auf.„Dacht ich mir's doch, daß er sich den Judaslohn geholt!“ * Kwelerath steigt der Ekel die Kehle hoch, er steht auf und verläßt wortlos das Zimmer. Stephanie aber ärgert sich, daß sie wieder einmal den Mund nicht hat halten können; auf die Weise wurde sie doch selbst das größte Hindernis, das der Rückkehr von Taß im Wege stand! 15. Taß bekam neuergings sehr oft Heimweh. Anfangs hatten Pfarrers großes Mitleid mit ihm, aber nach und nach wurden sie doch stutzig! Er aß fast gar nichts, meinte, er könne die Kost nicht vertragen.„Kind, dein Benehmen gefällt mir in der letzten Zeit gar nicht mehr!“ „Ich möchte eben nach Hause,“ sagte Taß trotzig. „Wenn du artig und fleißig bist, wirst du die Weihnachtsferien in Kwelerath verleben dürfen, sonst nicht!“ Ganz erschrocken sah der Knabe den Geistlichen an, so bestimmt hatte der noch nie mit ihm geredet.„Aber ich will „Du hast gar nichts zu wollen, sondern zu gehorchen und deine Pflicht zu tun!— Verstehst du? Da fing Taß an ungezogen zu weinen, dafür bekam der trotzige Knabe Stubenarrest und eine Tracht Prügel obendrein. „* * Der Bursche brachte dem Leutnant von Strahlendorff eine Visitenkarte. Wussow von Prechten Legationsrat und Vortragender Rat im Auswärtigen Amt „Ich lasse bitten!“ 61.6 Der Diplomat in Zylinder und Gehrock betrat das Zimmer. „Zu freundlich, Herr von Prechten, daß Sie mich aufsuchen!" „Herr von Strahlendorff, ich hoffe, wir sehen uns im kommenden Winter recht oft!“ Sie redeten von Kwelerath, von den gesellschaftlichen Verhältnissen in Berlin, vom Dienst. Beide vermieden, über Stephanie des längeren zu sprechen. Prechten fragte nur: „Von Ihrer Frau Schwester haben Sie gute Nachrichten?“ „Vor acht Tagen bekam ich einen kurzen Brief, sie bat mich, eine Besorgung für sie auszuführen!“ „Und Ihren Eltern geht es gut?“ „Danke, Gott sei Dank,— ia!“„. amabiglt Der Form war genügt, desto eingehenoer unterhielt man sich über Egon Kweleraih.— Wenige Tage später machte Strahlendorff seinen Gegenbesuch, nachdem er von seinem Schwager einen Brief erhalten hatte, in dem er ihn aufforderte, recht viel mit seinem Jugendfreunde zu verkehren. Der gute Egon war wirklich ein Prachtmensch, so weit er konnte, ebnete er ihm die Wege. Den darauffolgenden Sonntag wurde Strahlendorff zum Mittagessen in den Kaiserhof von Prechten eingeladen. Der gewandte, recht bescheiden gewordene Offizier machte auf Diplomaten den besten Eindruck, er forderte ihn noch abends zum Besuch eines Theaters auf. „Sie sind zu gütig, Herr von Prechten, es steht leider nicht in meiner Macht, mich entsprechend zu revanchieren!“ „Ich bin mindestens fünfzehn Jahre älter als Sie, da müssen Sie mir schon Vorrechte einräumen, Heir von Strahlendorff, selbst wenn ich nicht Egon Kweleraths bester Freund wäre!"— Kweleraih gab seiner Frau einen Brief.„Vom Pfarrer Drossin, du wirst nicht erfreut sein!“.„„ 64 Ihre Stirn umwölkte sich, je weiter sie las, schließlich warf sie das Schreiben auf den Tisch, ihre Nasenflügel zitterten vor Erregung.„Untes solchen Umständen wirst du natürlich Taß sofort nach Hause holen!“ „Weil ihm der Pfarrer einmal das Leder versohlt hat?“ Deine Kraftausdrücke künden eine rohe Gesinnung, Egon!“ „Erlaube mal!“ Zornig stampfte sie mit dem Fuße auf.„Kurz und gut, soll sich Taß von dem Pfarrer prügeln lassen?“ „Wenn er sich danach beträgt, ist ihm eine ordentliche Portion ganz zuträglich!“ „Aber ich dulde es auf keinen Fall,— ich verbiete es!“ „Liebe Stephanie, keine Szene, wenn ich bitten darf!“ ucuu sigymusch W„u Me 5 S D S S50S9SEE SSSETEE 2 5 5 S# 23 5.885. 5, SUUh „Soll ich vielleicht mit Gleichmut zusehen, wie man meinen Jungen verdirbt?“6 „Einen Starrkopf muß man zwingen, geyr es in Güte nicht, dann mit Strenge!" „Redensarten!— Du natürlich nimmst alles, was der Pfarrer dir schreibt, für bare Münze!“ „Wünschst du vielleicht, daß ich hinfahre und ein Verhör anstelle, ob der Junge die Prügel auch wirklich verdient hat? Mir genügt die Aufklärung des Pfarrers vollkommen!" „So ein Mann, der nur verwahrloste Knaben bei sich hat, schert natürlich alle über einen Kamm!" „Du übertreibst wieder einmal, liebe Stephanie!“ „Möglich!— Das kommt davon, weil du meine Nerven gründlich ruiniert haft!“... Jam fosch. „Du willst sagen: Hol Taß zurück, dann werden solche Szenen vermieden! Aber ich denke nicht im Traume daran!“ Da fängt sie an zu weinen und hält sich für die unglücklichste Frau auf der ganzen Welt. Kwelerath steigt das Blut zu Kopf, mit Mühe unterdrückt er eine heftige Antwort, mit einem kräftigen Achselzucken entfernt er sich. Nach und nach beruhigt sich die Gräfin. Sie läßt Herrn Pohlmann zu sich bitten.„Lesen Sie diesen Brief, Herr Kandidat!“ Scharf beobachtet sie ihn. Als er damit zu Ende ist, fragte sie rasch:„Was sagen Sie dazu, lieber Herr Pohl„Ein Rückfall, gnädigste Gräfin, eine gründliche Anderung war in der kurzen Zeit nicht zu erwarten!" „Finden Sie, als Theologe, es denn nicht schändlich, einen achtjährigen Knaben zu schlagen, weil er ungehorsam war Der Kandidat wäre die Antwort gern schuldig geblieben, “ e r k a n n t e d i e A n s i c h t e n d e r G r ä f i n z u r G e n ü g e, a b e r e r s a h keinen Ausweg.„Gnädigste Gräfin, wir haben alle von Zeit zu Zeit einmal Haue bekommen und das hat keinem von uns etwas geschadet!“ „Das bestreite ich ganz entschieden, ich bin der Meinung, daß Prügel verrohend auf ein Kindergemüt wirken, vor allem von dem Erzieher, auch das Vertrauen wird dadurch erschütert:.„... EI Intratm aher bi 8. „Allerdings kann dieser Fau eintreten, über bei Taß glaube ich es, offen gestanden, nicht!“ „Und warum nicht, wenn ich bitten darf?“ fragt sie aufgebracht. Aber der Kandidat bleibt ganz ruhig.„Taß muß erst 1 einmal Respelt vor seinem Erzieher belommen, mit Güte 1 erreicht man bei ihm nichts, das weiß ich aus eigener Er1 fahrung!" „Also Sie meinen, meinem Kinde müßte der Respekt eingebläut werden?“ M 1. ] Der Kandidat wünschte sich tauseno Meilen weg. 1„Gnädigste Gräfin, ich bitte mich nicht mißzuverstehen! Ich 1 will sagen: es schadet Taß durchaus nichts, wenn ihm die I Einsicht beigebracht wird, daß man im Notfall auch zum Rohrstock greifen darf!“ ! Die Gräfin hallt die langen schmalen Hände, auf denen Brillanten blitzen, ihre Lippen schließen sich krampfhaft, tief holt sie Atem, dann erwidert sie spöttisch:„Es ist wirklich merkwürdig, wie Ihre Ansichten mit denen meines Mannes übereinstimmen, Herr Kandidat!— Friedrich Karl hat Respekt, auch ohne Haue, nicht wahr?" „Gewiß, gnädigste Gräfin!" „Das freut mich, ich danke Ihnen!“ Taß befreundete sich mit Alexander von Engen und Kurt Lamprecht. Die waren immer zu Dummheiten aufgeiegt und versuchten alle Augenblicke Pfarrers oder Maria ein Schnippchen zu schlagen. Hans Lüdenscheidt bekam nun auch abends im Bett von Taß kein gutes Wort mehr zu hören, weil er sich von allen Streichen sernhielt. Eines Tages, der Herbst war herangekommen, mußte der Pfarrer nach der Kreisstadt. Seine Frau fühlte sich nicht wohl, Maria blieb deshalb zu Huuse und die Knaben erhielten Erlaubnis, im Garten zu spielen. Alexander nahm Taß und Kurt beiseite. „Wir reißen ein bißchen aus und machen ein Kartoffelseuer, seht mal, ich habe eine Schachtel Streichhölzer!“ Die beiden anderen waren sofort bereit. Kurt sagte: „Hans wird klatschen!“ „Mit dem werde ich schon fertig!— Hans, komm mal her! Willst du uns einen Gefallen tun, so hole mal unsere Murmeln, wir wollen ein wenig spielen!“ Tecer Der gutmütige Hans Lüdenscheidt ging sofort ins Haus, kaum war er verschwunden, rannten die drei Jungen davon, häuften trockenes Kartoffelkraut zusammen, brannten es an und warfen Kartoffeln hinein. „Die essen wir nachher, so was schmeckt famos,“ meinte Kurt Lamprecht altklug.„. geranden unn Hoch schlugen die Flammen auf. etexanver zog den Rock aus.„Ich springe durch!“ Es gelang ihm vortrefflich. „Macht mir das mal nach,“ sagte er stolz. Und der kleine Kurt Lamprecht nahm einen Anlauf und tat desgleichen, obgleich er doch tüchtige Angst gehabt hatte. Aber nun meinte er mit zufriedener Miene:„Ja, das ist fein, so was bringt Glück, sagen die Bauern!"(Forts. folat.) Die Strickstunde. Novelette von M. Solf. Ist es nur mir so ergangen, oder gibt es auch in anderen Mädchenleben eine Zeit, wo man den Strickstrumpf als„ein Greuel" bezeichnet und mit Verachtung straft? Bei mir war es so in der seligen Jugendzeit von 13 und 14 Jahren. Dies Alter hatte ich glücklich erreicht und konnte noch nicht stricken. Wer mir das damals gesagt hätte, dem würde ich schön gedient haben. Nicht stricken? Ich konnte doch alle Maschen bilden und alle erdenklichen Strickmuster: Patent, Fischgrätchen und wie sie alle heißen, ich konnte doch einen Strumpf für alle Größen berechnen! Freilich, mit Fleiß und Emsigkeit stricken, mit freudigem Stolz ein fertiges Paar zu dem andern legen und mit Entzücken den schneeigen Schatz in der Lade betrachten, das konnte ich nicht. Und doch kam die Zeit, wo ich auch das lernen mußte. Meine Lehrmeisterin, und eine bessere hätte ich nicht haben können, war Großmütterchen. Eines Tages saßen wir alle beide schweigend und strickten. Ich mit finsterer Entschlossenheit, denn draußen war ein lichter Frühlingstag. Mit einem Male ein tiefer schmerzlicher Seufzer. Kam er von meinen Lippen? Erschrocken fuhr ich in die Höhe, aber es mußte wohl so sein. Da saß Großmütterchen im Stuhle zurückgelehnt, die Hände ruhten im Schoße und sie sah lächelnd zu mir herab, lächelnd wie eine gleichalterige Freundin, die eine andere bei eigenen Fehlern ertappt. Da war es um den letzten Rest meiner Selbstbeherrschung geschehen. In Tränen ausbrechend, warf ich mich in Großmütterchens Schoß:„Ach. der dumme Strickstrumpf.“„Schmähe den Strickstrumpf nicht, Kind.“ sagte sie, er ist mein treuester Freund geworden, in stillen, einsamen, aber doch schönen Stunden. Wenn du zuhören willst, will ich es dir gern erzählen.— Du kennst den Heidenhof in seiner Weltabgeschiedenheit am Rande der Heide. Dort haben wir, dein Großvater und ich, als junge Leute Glück und Seligkeit gesunden. Dein Großvater war ein tüchtiger Landwirt und die Bewirtschaftung des Gutes lag in seiner und der alten Susanne Hand viel besser als in meiner, des Stadtkindes, das zum ersten Male frische, freie Landluft atmete. So hatte ich denn viel Zeit für mich und nützte sie nach Kräften aus, um meine neue Heimat kennen und lieben zu lernen. Dies glückselige Stilleben sollte nach wenigen Monden grausam unterbrochen werden durch die erste Trennung von dem geliebten Manne. Ein Verwandter war ihm gestorben und hatte ihn zum Vormund seiner Kinder eingesetzt. So mußte er, um die Angelegenheiten dort zu ordnen, unverzüglich die Reise antreten, eine Reise, die heute in acht bis zehn Stunden zu machen ist, damals aber, noch dazu bei der eingetretenen schlechten Jahreszeit, vier bis fünf Tagereisen erforderte, und die mir in meiner Unerfahrenheit als der Schrecken aller Schrecken erschien. Unter tausend Qualen brachte ich den ersten Tag hin, unglücklich, krank an Leib und Seele. Da fiel mir beim Durchstöbern einer Kommode graue Strickwolle und ein Spiel Stricknadeln in die Hände. Wie der Blitz fuhr es mir durch den Sinn: Stricken, ein Paar Socken für ihn. Der Eifer, mit dem ich ans Werk ging, glich mehr dem eines Kindes, welches das neue Spielzeug versucht. Doch die bestimmte Beschäftigung tat mir gut. Das Herz wurde freier und der Kopf klarer. Bald schien auch von dem schlichten Handwerkszeug in meinen Händen ein Zauber auszugehen. Freundliche Bilder unspielten meine Seele, das Klappern per Nadeln wurde zum Rasseln der Räder: ich sah in die Kutsche hinein: Er saß in die Ecke geschmiegt und schlief, lächelnd, gewiß träumte er von der Heimat, von mir. Weiter gingen meine