S 8.86.2. S 2 S s 85 S 9. 5 m 5ag S 8 103 Sn S G 0 D E. G3 bssg 9 — # 8 S S 2.8 8 5SgSs S S3 5 m. 5 ng 9 F 8 8 S 25— 3 —— 798• ∆ 5 S 9s 9 S# S S S S 3.— a S 8 S S 8 ## S 9 s * 5 9 n RmnZEg! SpTSR 5 S S 5n 5 BS F 8 2.— E Fagag * 88 S 91g5 S#bRg. S S S 8. ##c 8 #Fg S. 5 8 K 8 5 ## S 8 85 8 E #. B 9. K S E 5 # 75 # 8 De Sdmnien Zeiug sichchn dtalch. außer Feiertags. Bezugspreis M. 1.80 vierteljährlich, bei der Post für Bestellgeld 42 Pfg. mehr. Wöchentl. Gralisbeilage:„Illustrierter Familienfreund“ u. tägl. Unterhaltungsblatt. Anzelgenpreis: Die siebengespaltene Petitzeile oder deren Raum 10 Plig., Anzeigen von auswärts 15 Pig., Reklamezeile 40 Pfg. Jeder Rabat gilt als Kassarnbat u. erlischt bei Konkursen, Zwangsvergleichen, gerichtl. Klagen u. Richtbeachtungd genachz. Jahungsbedingung. Amtliches Kreisblatt Westhofener Zeitung Langscheder Zeitung Schwerter Volksblatt Verbunden mit: für den kreis börde Holzwickeder Zeitung Aplerbecker Zeitung Schwerter Volkszeitung Schwerter Tageblatt S Schwerter Anzeiger Grites und ältestes Cagesorgan des Kreises o General-Anzeiger für den Kreis Hörde o Haupt-Annoncenblatt Aüie dunte und Aohalgntgüchen Nuund gungen für den Kreis Hörde erlangen gemad Bekanntmachung der Königlichen Regierung durch Verössentlichung in der„Schwerter Zeitung" rechtsverdindliche Kraft.— Die „Schwerter Zeitung“ gewährt ihren Adonnenten für jeden mit Tod endenden Unsall gediagunge: 300 Mk. Unfall. Druch u. Verlag o. Carl Braus. Schwerte=Ruhr Fernsp. 62. Telegr. Adr. Braus Schwerie=Rutze“ Freitag, den 7. August 1914. 46 Jahrgang. Nr. 183. Freitag, den 7. August 191. Der alrgen d#### meine Regierung mit allen Kräften zu fördern be= 2. Die zweite Klasse wird an einem schwarzen zum letzten Hauch von Ueber die Vorgeschichte des Krieges hat die Regierung dem Reichstage eine ausführliche Denkschrift überreicht, in der aktenmäßig die Entwiklung des Krieges in einer, nhgprlur, Pene sen geschildert wird. Von ganz besonoerem Interesse ist der Telegrammwechsel zwischen Kaiser Wil helm und dem Zaren, der jetzt im Wortlaut vorliegt: Seine Majestät an den Zaren. 28. Juli 10 45 Uhr. Mit der größten Beunruhigung höre ich von dem Eindruck, den Oesterreich=Ungarns Vorgehen gegen Serbien in Deinem Reiche hervorruft. Die skrupellose Agitation, die seit Jahren in Serbien getrieben worden ist, hat zu dem empörenden Verbrechen geführt, dessen Opfer Erzherzog Franz Ferdinand geworden ist. Der Geist, der die Serben ihren eigenen König und seine Gemahlin ließ, herrscht heute noch in jenem Lande. Zweise los wirst Du mit mir darin übereinstimmen, daß wir beide, Du und ich sowohl, als alle Souveräne ein gemeinsames Interesse daran haben, darauf zubestehen, daß alle diejenigen, die für den scheußlichen Mord moralisch verantwortlich sind, ihre verdiente Strafe erleikem. Andererseits übersehe ich keineswegs, wie schwie rig es für Dich und Deine Regierung ist, den Strömungen der öffentlichen Meinung entgegenzutreten. Eingedenk der herzlichen Freundschaft, die uns beide seit langer Zeit mit festem Band verbindet, setze ich daher meinen ganzen Einsluß ein, um Oesterreich=Ungarn dazu zu bestimmen, eine offene und befriedigende Verständigung mit Rußland anzustreben. Ich hoffe zuversichtlich, daß Du mich mit meinen Bemühungen, alle Schwierigkeiten, die noch entstehen können, zu beseitigen, unterstützen wirst. Dein sehr aufrichtiger und ergebener Freund und Vetter gez. Wilhelm. Der Zar an Seine Majestät. Peterhof, Palais, 29. Juli. Ich bin erfreut, daß Du zurück in Deutschland bift. In diesem ernsten Augenblick bitte ich Dich inständig mir zu helfen. Ein schmählicher Krieg ist an ein schwaches Land erklärt worden, die Entrüstung hievüber, die ich völlig teille, ist in Rußland ungeheuer. Ich sehe voraus, daß ich sehr bald dem Druck, der auf mich ausgeübt wird, nicht mehr widerstehen kann und gezwungen sein werde, Maßregeln zu ergreisen, die zum Kriege führen werden. Um einem Unglück, wie es ein europäischer Krieg sein würde, vorzubeugen, bitte ich Dich im Namen unsever alten Freundschaft, alles Dir mögliche zu tun, um Deinen Bundesgenossen davon zurückzuhalten, zu weit zu gehen. gez. Nikolaus. Seine Majestät an den Zaren. 29. Juli, 6,30 Uhr. Ich habe Dein Telegramm erhalten und teile Deinen Wunsch nach Erhaltung des Friedens. Jedoch bann ich— wie ich Dir in meinem ersten Telegramm sagte— Oesterreich=Ungarns Vorgehen nicht als„schmählichen Krieg" betrachten. Oesterreich= Angarn weiß aus Erstihrung, daß Serbiens Versprechungen, wenn sie nur auf dem Papier stehen, gänzlich unzuverlässig sind. Meiner Ansicht nach ist Oesterrreich=Ungarns Vorgehen als ein Versuch zu betrachten, volle Garantie dafür zu erhalten, daß Serbiens Versprechungen auch wirklich in die Tat umgesetzt werden. In dieser Ansicht werde ich bestärkt durch die Erklärung des österreichischen Kabinetts, daß Oesterreich=Ungarn keine territorialen Eroberungen auf Kosten Serbiens beabsichtige. Ich meine daher, daß es für Rußland durchaus möglich ist, dem österreichisch=serbischen Kriog gegenüber in der Rolle des Zuschauers zu verharren, ohne Europe in den schrecklichsten Krieg hineinzuziehen, den es jemals erlebt hat. Ich glaube, daß eine direkte Verständigung zwischen Deiner Regierung und Wien möglich und wünschenswert ist, eine VerstänAgung, dig= wie ich Dir schon telegraphierte= meine Regierung mit allen Kräften zu fördern bemüht ist. Natürlich werden militärische Maßnahmen Rußlands, welche Oesterreich=Ungarn als Drohung auffassen könnte, ein Unglück beschliunigen, das wir beide zu vermeiden wünschen, und würden auch meine Stellung als Vermittler, die ich— auf Deinen Appell an meine Freundschaft und Hilse bereitwillig angenommen habe, untergraben. gez. Wilhelm. Seine Majestät an den Zaren. 30. Juli 1 Uhr. Mein Botschafter ist angewiesen, Deine Regierung auf die Gefahren und schweren Konsequenzen einer Mobilisation hinzuweisen; das gleiche habe ich Dir in meinem letzten Telegramm gesagt. Oester' reich=Ungarn hat nur gegen Serbien mobilisiert, und zwar nur einen Teil seiner Armee. Wenn Ruß' land, wie es jetzt nach Deiner und Deiner Regierung Mitteilung der Fall ist, gegen Oesterreich mobil macht, so wird die Vermittlerrolle, mit der Du mich in sreundschaftlicher Weisse betrautest und die ich auf Deine ausdrückliche Bitte angenommen habe, gefährdet, wenn nicht unmöglich gemacht. Die ganze Schwere der Entscheidung ruht jetzt auf Deinen Schultern, sie haben die Verantwortung für Krieg und Frieden zu tragen. gez. Wilhelm. Der Zar an Seine Majestät. Peterhof, den 30. Juli 1914, 1,20 Ich danke Dir von Herzen für Deine rasche Antwort. Ich entsende heute abend Tatisheff mit Instruktion. Die jetzt in Kraft tretenden militärischen Maßnahmen sind schon vor fünf Tagen beschlossen worden, und zwar aus Gründen der Verteidigung gegen die Vorbereitungen Oesterreichs. Ich hoffe von ganzem Herzen, daß diese Maßnahmen in keiner Weise Deine Stellung als Vermittler beeinflussen werden, die Ich sehr hoch anschlage. Wir brauchen Deinen starken Druck auf Oesterreich, damit es zu einer Verständigung kommt.. Nikolaus. 2. Die zweite Klasse wird an einem schwarzen Bande mit weißer Einfassung im Knopfloch getragen, sosern es für Verdienste auf dem Kriegsschauplatz verliehen wird. Für weitere erworbenen Verdienste wird es an weißem Bande mit schwarzer Einjsassung verliehen. Die erste Klasse wird auf der linken Brust, das Großkreuz um den Hals getragen. 3. Die erste kann nur nach Erwerbung der zweiten Klasse verliehen werden und wird neben dieser getragen. 4. Verleihung des Großkreuzes ist nicht durch vorherige Erwerbung der ersten und zweiten Klasse bedingt, sie kann nur erfolgen für eine gewonnene entscheidende Schlacht, durch die der Feind zum Verlassen seiner Stellung gezwungen wurde oder für selbständig von Erfolg gekrönte Führung einer Armee oder Flotte oder für die Eroberung einer großen Festung oder für die Erhaltung einer wichtigen Festung durch deren andauernde Verteidigung. 5. Alle mit dem Besitze des Militärehrenzeichens erster und zweiter Klasse verbundenen Vorzüge gehen vorbehaltlich der verfassungsmäßigen Regelung einer Ehrenzulage auf das Eiserne Kreuz erster und zweiter Klasse über. Urkundlich unter unserer höchsteigenhändigen Unterschrift und ausgedruckten königlichen Insiegels gegeben. Wilhelm R. Noch ehe dies Telegramm seine Bestimmung erreichte, war die bereits am Vormittag desselben Tages angeordnete, offensichtlich gegen uns gerichtete Mobilisierung der gesamten russischen Streitkräfte in vollem Gange. Das Telegramm des Zaren aber war um 2 Uhr nachmittags aufgegeben. Die Erneuerung des eisernen Die Urkunde bezüglich der Erneuerung des Eisernen Kreuzes hat folgenden Wortlaut: Wir Wilhelm, von Gottes Gnaden König von Preußen, deutscher Kaiser! Angesichts der ernsten Lage, in die das teure Vaterland durch einen ihm aufgezwungenen Krieg versetzt ist und in dankbarer Erinnerung an die Heldentaten unserer Vorfahren den großen Jahren der Befreiungskriege und des Kampfes für die Einigung Deutschlands, wollen wir das von unserem in Gott ruhenden Urgroßvater gestiftete Ordenszeichen des Eisernen Kreuzes abermals wieder aufleben lassen. Das Eiserne Kreuz soll ohne Unterschied des Nanges und Standes an Angehörige des Heeres, der Marine und des Landsturmes, an Mitglieder der freiwilligen Krankenpflege und an sonstige Personen, die eine Dienstverpflichtung mit dem Herre oder der Marine eingehen oder als Heeres= und Marinebeamte Verwendung finden, als eine Belohnung des auf dem Kriegsschauplatze erworbenen Verdienstes verliehen werden; auch solchen Personen, die daheim sich Verdienste um das Wohl der deutschen Streitmacht und der seiner Vebündeten erwerben sollten. Das Kreuz erhält demgemäß Verordnung bei wie folgt: 1. Die für diesen Krieg ins Leben gerufene Auszeichnung des Eisernen Kreuzes soll wie früher aus zwei Klassen und einem Großkreuz bestehen. Die Ordenszeichen sowie das Band bleiben unverändert. Nur ist auf der Vorderseite unter dem W mit der Krone die Jahreszahl 1914 anzubringen. Der Kaiser an die Armee. Berlin, 6. August. Der Kaiser hat eine Kundgebung an das Heer und die Marine gerichtet, in der es u. a. heißt: Feinde ringsum! Das ist das Kennzeichen der gegenwärtigen Lage. Schwere Kämpfe, große Opfer stehen uns bevor. Ich vertraue, daß der alte kriegerische Geist noch im deutschen Volke lebt, der den Feind angreift, wo er ihn antrifft, koste es, was es wolle. Ich vertraue auf euch, deutsche Soldaten. Gedenkt der ruhmreichen Vergangenheit, bedenkt, daß ihr Deutsche seid. Gott helfe euch! Aufruf des Kaisers an sein Volk. - Berlin, 6. August. Der„Reichsanzeiger“. veröffentlicht in einer Sonderausgabe einen Ausruf des Kaisers folgenden Wortlautes: An das deutsche Volk! Seit der Reichsgründung ist es durch 43—hre mein und meiner Vorfahren heißes Bemühen gewesen, der Welt den Friedeen zu erhalten und den Frieden unserer krastvollen Entwicklung zu sördern. Aber die Gegner neiden uns den Erfolg unserer Arbeit. Alle offenkundige und heimliche Feindschaft von Ost und West und von jenseits der See haben wir bisher ertragen im Bewußtsein unserer Verantwortung und Kraft. Nun aber will man uns demütigen. Man verlangt, daß wir mit verschränkten Armen zusehen, wie unsere Feinde sich zum tückischen Ueberfall rüsten. Man will nicht dulden, daß wir in entschlossener Treue zu unserem Bundesgenossen stehen, der um sein Ansehen als Großmacht kämpft und mit dessen Erniedrigung auch unsere Macht und Ehre verloren ist. So mußte das Schwert entscheiden. Mitten im Frieden überfällt uns der Feind. Darum auf zu den Wassen! Jedes Schwanken, jedes Zögern wäre ein Verrat am Vaterlande. Um Sein oder Nichtsein unseres Reiches handelt es sich, das unsere Väter sich neu gründeten, um Sein oder Nichtsein deutscher Macht und P eruesche zum letzten Hauch von Mann und Roß, und wir werden diesen Kampf bestehen, auch gegen eine Welt von Feinden. Noch nie wurde Deutschland überwunden, wenn es einig war. Vorwärts mit Cott, der mit uns sein wird, wie er mit den Vätern war. Berlin, den 6. August 1914. Wölhelm. Und Italien? Die„Tribuna“ schreibt: 1. Der Dreibundvertrag verbietet den Vertragsteilen jede eigenmächtige Sonderaktion. 2. Der Dreibundvertrag tritt im Falbe eines Desensivkrieges in Kraft. 3. Oesterreich hat seine Aktion gegen Serbien eingeleitet, ohne Italien zu verständigen. 4. Von allen weiteren Beschlüssen und Maßnahmen seiner Verbündeten wurde Italien so spät und so plötzlich in Kenntnis gesetzt, daß es für die Sicherheit und Versorgung seiner Truppen in Benadir, Eryträa, Tripolis und in der Kyrenaika nicht die geringste Vorsorge treffen konnte. 5. Italien wird also an einem Kriege vorläufig nicht teilnehmen. Es behält sich aber vor, zur Wahrung seiner Interessen Mittel und Wege zu erwägen, um seinen Verbündeten, sreundschaftlich nützen zu können. Kein deutsches Ultimatum an Italien. Das aus feindlichen Teilen des Auslandes verbreitete Gerücht über ein angebliches deutsches Ultimatum an Italimn ist selbstverständlich vollkommen aus der Luft gegriffen. ten, um Sein oder Nichtsein deutsche deutschen Wesens. Wir werden uns wehren bis Wir alle wollen Hüter sein! Die„Dortmunder Arbeiterzeitung“ schreibt in einem Artikel:„Es ist der Zeitpunkt eingetreten, wo uns das Vaterland in hoher Gefahr erscheint. Und die Sozialdemokratie hat stets erklärt, daß sie ganz selbstverständlich bereit ist, das gesahrbedrohte Vaterland zu schützen. Das Schicksal unseres Vaterlandes ist uns nicht gleichgültig; es hat eine hohe Kultur, die uns wert ist, die bedroht ist durch die Kriegshorden des barbarischen Rußlands. Bedroht sind unser Land, unsere Kultur, unsere Familien, unsere Frauen und Kinder durch die Kosaten des Zaren, denen wir l##i ihrer barbarischen Gesinnung jede Schändlichkeir und die schlimmsten Greueltaten zutrauen. Wir müssen uns jetzt an diese Tatsachen halten, wir können für unser Verhalten nicht mehr erwägen, ob es nicht doch noch möglich gewesen wäre, einen Weg zu finden, den Frieden zu erhalten. Es ist zum furchtbaren Ereignis geworden: Der Weltkrieg ist entbrannt und Deutschland ist in Gefahr; so haben wir jetzt zu rechnen. Keiner von uns will, daß Deutschland eine Niederlage erleide, keiner will, daß es zerstückelt werde, wir wollen das ganze Deutschland für eine bessere Zukunst erhalten wissen. Die deutschen Sozialdemokraten sind sich bewußt, daß Deutschlands Schicksalsstunde geschlagen hat, und nun werden sie halten, was ihre Führer zu allen Zeiten versichert haben: wird Deutschland von Gefahr bedroht, so sind wür unserer Pflicht bewußt, wir sind bereit, es zu verbeidigen.“ Die sozialdemokratische Mannheimer„Volksstimme“ schreibt:„Mehr denn je heißt es in diesen Stunden der Gefahr, allseits ruhig Blut bewah' ren. Die nächsten, allernächsten Stunden können schon die letzte Entscheidung, können schon eine kleine Entspannung, aber auch den(Krieg bringen. Wir wollen den Frieden; mit allen Kräften und aller Energie und aller Ausdauer haben wür immer, auch in dieser Krise, bis zum letzten Augenblick für den Frieden und für die Verständigung ge— wirkt, alles, was an uns lag, getan, um die Lokalisierungsbemühungen zu unterstützen, den unbedingten Kriegstreiborn das Handwerk zu legen, vor Unüberlegtheiten zu warnen, den Ktieg, wenn irgend möglich, zu verhindern. Aber wenn er uns von russischen Zarismus ausgezwungen wird, dann muß u. wird die letzte Entscheidung, wie immer sie ausfallen mag— über alle Klassenunterschiede und Weltanschaungen, über alle sonstigen Divergenzien hinweg—, ein einiges, allseitig geschlosemnes Volk sinden, bereit, mit dem letzten Blutstropsen die Unabhängigkeit und Größe Deutschlands gegen jeden Feind zu verteidigen.... Braunschweigischer Regierungserlaß. Braunschweig, 7. August. Die amtlichen „Braunschweigischen Anzeigen“ veröffentlichen solgendes: Von Gottes Gnaden wir Ernst August,###0g zu Braunschweig und Lüneburg usw., versügen hiermit zu wissen, daß wir uns gewogen gefühlt haben, für die Zeit unserer Abwesenheit im Kriegsfalle oder bei sonstiger Behinderung unsere vielgeliebte Gemahlin Viktoria Luise, Herzogin zu Braunschweig und Lüneburg, Prinzessin von Preußen, Königliche Hoheit, zu unserem Stellvertreter in der Regierung des Herzogtums zu ernennen. Urkundlich unter unserer eigenhändigen Unterschrift und beigedrucktem Geheimkanzleisiegel. Braunschweig, den 31. Juli 1914. Ernst August. C. Wolff. Boden. Aus dem Reichslande. Metz, 7. August. Als Beweis für das zunehmende Vertrauen auf die Sicherheit der Sparbassengelder und für das Vertrauen auf die Schlagfertügkeit des Heeres gibt der Bürgermeister bekannt, daß die Sparkasseneinlagen bedeutend zugenommen haben und in den beiden letzten Tagen 110000 Mark betragen. Die„Metzer Zeitung“ hebt die vorbildliche Art hervor, wie in diesen schweren Stunden die alteinheimische lothringische Bevölkerung der Wehrpflicht nachkommt. So war die Stimmung der fast ausschließlich aus Einheimischen zusammengesetzten Reserve= und LandwehrFormationen die denkbar beste, ohne jeden Mißmut. Ferner wird dem Blatt von verschiedenen Seiten mitgeteilt, daß die eingezogenen Lothringer auf jedem Posten ihre Pflicht und Schuldigkeit tun. Die Haltung Rumäniens. Wien, 7. August. An amtlicher Stelle wird versichert, daß Rumäniens Neutralität eine durchaus dreibundfreundliche sei. Rumänien werde jedoch sofort in die kriegerischen Verwicklungen eingreisen, wenn es sich durch Rußlands Haltung bedroht sehe. Aus Belgien. Köln, 7. August. Hier eingetroffene Flüchtlinge aus Brüssel teilen mit, daß die belgische Königin bereits am Montag nach Antwerpen abgereist sei. Dort befindet sich auch der König und das belgische Hauptquartier. Oesterreichs Kriegserklärung an Rußland Berlin, 6. August. Die österreichische Regierung hat der russischen Regierung die Kriegserklärung zugestellt. Der Text wird demnächst veröfsentlicht. Warum Rußzland den Krieg begann. Warum Rußland den ganz unverständlichen Krieg begann, für den es doch so ganz und gar nicht gerüstet ist, wird vielleicht durch eine Nachricht verständlich, die der„Deutschen Tageszeitung“ von gut unterrichteter Seite zugeht. Großfürst Nikolai Nikolajewitsch, der russissiche Generalissimus, will selber Zar werden. Er rechnet darauf, als siegreicher Feldherr zurückzukohren, und dann wird wohl im richtigen Moment der jetzige Zar verschwinden. Großfürst Nikolai Nikolajewitsch ist als sehr ehrgeizig bekannt und seine Wut, als der jetzige Thronerbe geberen wurde, war, wie in Petersburg allgemein bekannt, ungeheuerlich. Eine Ansprache des Zaren. Eine Depesche aus Petersburg berichtet über eine Ansprache des Jaren, die dieser am Sonntag im Winterpalais an Vertreter des Heeres und der Flotte richtete. Der Zar sagte: Ruhig und voller Würde hat Rußland, unser großes Vaterland, die Kunde von der Kriegserklärung gegen uns ausgenommen. Ich bin sicher, daß wir diesen Krieg unter allen Umständen zu seinem Ende führen werden. Ich erkläre feierlich, daß ich nicht eher Frieden schließen werde, als nicht der letzte seindliche Soldat unser Gobiet verlassen hat. Ich wende mich an Euch Vertreter aller meiner treuen Truppen, der Garde und der gesamten militärischen Macht von Petersburg und durch Euch an meine gesamte Armee, die einmütig wie eine granitene Mauer zusammengeschlossen ist und gebe Euch meinen Segen für Euer kriegerisches Work. Am Nachmittag kam der Zar mit der Zarin und den Großfürstinnen in Petersburg an. Eine ungeheure Menschenmenge hatte sich zur Begrüßung versammelt. Als der Zar und die Zarin vorüberkamen, warf sich die Menge auf die Knie nieder und laute Ausbrüche der Begeisterung folgten. Auch eine Rede, die der Zar nach dem feierlichen Gottesdienst hielt, wurde von der Menge knieend angehört und mit stürmischer Begeisterung ausgenommen. Plünderung der deutschen Botschaft in Petersburg. Das Gebäude der deutschen Botschaft ist Gegenstand wüster Ausschreitungen gewesen. Es wurde äußerlich beschädigt und im Innern zum Teil geplündert. Die Volksmenge soll durch unwahre Nachrichten über rücksichtslose Behandlung der 2arinMutter und des Großfürsten Konstantin auf deutschem Boden aufgereizt worden sein. Die Polizei vorhaftete hundert an den Ausschreitungen beteiligte Personen, die dem Kriegsgericht zugeführt wurden. Englands Kriegsvorbereitungen datieren nicht von gestern, wie ein vom 1. August datierter Brief des Korrespondenten der„Kölnisch. Volkszeitung" beweist. Es heißt dort an einer Stelle: Die veranwortlichen Stellen bereiten sich in aller Stille hinter den Kulissen zur Aktion vor. Die Arbeiten sind ausgedehnt, sieberhaft arbeiten die Drähte und die Behörden sind in ständiger Verbindung, besonders das Auswärtige Amt, das Kriegsamt und die Admiralität. Jeder Urlaub ist ausgehoben und die Osfitziere und Beamten, die auf Urlaub waren, sind nach erhaltener telegrarsischer Aufsorderung sosort zurückgekehrt. In aller Ruhe werden die Schiffe bemannt, Kohlen werden eingenommen, die Kohlenminenbesitzer haben Order, ihre Vorräte zurückzuhalten. Die Schiffe liegen gesechts= und abfahrtsbereit in ihren Stationen. Viele der Reservisten, die freiwillig die letzte Probemobilsiation mitgemacht haben, bleiben im Dienst auf ihrem Schiff. Im Kriegsministerium ist eine Ueber' fülle von Arbeit; die Osssiziere, die ihren Urlaub am letzten Freitag angetreten hatten, saßen am Montag schon wieder in ihrem Bureau. Das ganze große Mobilisationsschema, das zuerst während der Agadirafsäre auf die Probe gestellt worden war, ist in vollem Schwunge. Das Land ist so gut wie im Kriegszustande, obwohl man in London davon nichts sieht, weil es kein Militär gibt, wenigstens nicht in dem Maße, daß es auffällt. Die Eisenbahnlinien, die nach der Küste führen, und die längs Der Schatzgräber. Roman von Erich Ebenstein. 3 „Der macht nicht nur aus Eisen Gold, sondern auch aus Schweiß und Elend—“ „Kerl,“ schrie der Fremde wild und sprang zum zweiten Male auf.„Wie darsst Du das sagen— nimms zurück!“ „Herr," antwortete der andere kalt,„zum ersten bin ich kein„Kerl,“ sondern der Bauer Ameisöder aus Sankt Gilgen. Und zweitens habe ich nur gesagt, was in Winkel jeder weiß. Kann sein, daß es Ihnen nicht lieb ist— reden Sie darüber mit dem Alten, nicht mit mir. Und jetzt behüt Gott alle miteinander, ich muß heimgehen.“ Er nahm seinen Filzhut vom Nagel und verließ ruhig die Stube. Der Fremde stand regungslos am Tisch. In seinen Zügen arbeitete etwas Gewaltiges, seine Brust hob und senkte sich rasch, und die blauen Augen sahen fast schwarz aus. „Jess' Marand Josef!“ schrie die Rosenauerin plötzlich erschrocken, denn ihr ging ein Licht auf. „Ist die Möglichkeit? Am End' ist der Herr gar der Hans vom Paur! Wo habe ich denn nur meine Augen gehabt? Nein, sowas! Na, nichts für ungut, junger Herr, der Ameisöder schwatzt halt allerhand zusammen, wird nicht so schlimm sein; weiß denn der Herr Vater schon, daß Sie zurück sind? Und so stattlich aufgewachsen ist der Herr! Wenn ich denk', wie er damnals vor zehn Jahren als achtzehnjähriges Bürschlein fort ging— nein, das wird eine Freude sein drüben in der Villa und das Fräulein Barbara— oder waren Sie schon drütben, junger Herr?" Der Fremde schüttelte den Kopf. „Nein,“ sagte er, warf ein Geldstück auf den Tisch und wandte sich zum Gehen,„aber nun will ich hinüber. Auf Widersehen, Rosenauerin!“ Kaum hatte er das Haus zum heiligen Florian verlassen, als die Wirtin in die Stube stürzte, wo ihre Schwägerin, die alte Nandl, eben Kartoffeln schälte. „Nandl!“ schrie sie erregt,„jetzt stell' Dir vor, grad' ist der junge Paur heimgekommen, und er weiß kein Wort von allem, was der Alte in Winkel getrieben hat. Nicht mal, daß er die Villa gebaut hat, hat der Hans gewußt!“ Die Nandl ließ das Messer fallen vor Erstaunen. Dann schüttelte sie bedächtig den Kopf. „Na, da wird es lustig werden in Winkel! Dem Alten sein Gesicht möcht ich bloß sehen, wenn der Junge ihn fragt, woher er das Geld zu allem genommen hat!“ „Bah, sei nur damit still, sonst stecken sie Dich ein dafür— wo wird er es her haben? Verdient halt! Der verstehts doch!“ „Hahaha! Verdient!" Die Alte kicherte vor sich hin.„Müßt rein ein Hexenmeister sein! Na, mir kann es ja recht sein. Wenn es ihm die Leute glauben, und der Hans auch.“ Sie begann wieder Kartoffeln zu schälen, während die Rosenauerin sich in die Stube zurückbegab, um die große Neuigkeit mit ihren Gästen weiter zu besprechen. 2. Kapitel. Fräulein Barbara Paur, eine Cousine des alten Paur, welche ihm nach dem Tode seiner Frau die Wirtschaft führte, stand eben im Speisezimmer und rieb mit einem Lederlappen die runden, weingrünen Butzenscheiben der Kredenz blank, als Haus leise eintrat. „Bist Du es Thomas?“ frug sie ihn, ohne sich umzuwenden, in der Meinung, es sei der Hausknecht. Da antwortete eine tiefe Männerstimme, die ihr fremd und doch zugleich bekannt erschien:„Nein, Tante Barbara, ich bin es, der Haus!“ Sie fuhr jählings herum und griff mit zitternden Händen auf ihre Spitzenhaube, als stände diese im Begriff, ihr vor Schreck auf= und davonzufliegen. „Jesus, Jesus, Hans, Du? Und so auf einmal—“ stammelte sie,„und wir haben Dich erst in acht der Küste laufenden Linien sind von starken Truppeenaufgeboten bewacht. Die Eisenbahnlinien von Chatham aus sind als Notlinien verlängert und bis zur südöstlichen Eisenbahn bis nach Qucenborough, Port Victoria und Sherneß sortgeführt worden. Die Dubliner Füsiliere stehen zwischen Gravesend und Rochester zum Abmarsch— man weiß nicht wohin— bereit. Einige der Territorialregimenter, die die Küstenverteidigung besorgen, haben Besehl erhalten, zum sofortigen Abmarsch bercit zu sein. Die Regimenter der Expaditionstruppen sind bereits vollständig mobilisiert. Sir John French ist für die Leitung der nach dem Festlande zu versendenden englischen Expeditionstruppen ausersehen. England und Frankreich. Ueber die am 22. und 23. September 1912 zwischen Sir Edward Grey und dem französischen Botschafter Cambon gewechselten Briese, die Viviani in der Kammer verlesen hat und welch e einen Mei nungsaustausch zwischen militärischen und seemännischen Behörden Frankreichs und Englands vorfahen, wird mitgeteilt: Diese Briefe gelten nicht als bimdende Verpflichtungen der beiden Regierungen, in gewissen Fällen aktiv zu werden. Jedoch mußte es, wenn eine der beiden Regierungen einen nichtprovozierten Angriff von seiten einer anderen Macht befürchtete, wichtig werden, zu wissen, ob sie auf bewasfneten Beistand würde zählen können. Grey erklärte in seinem Antwortbriese, daß er ermächtigt sei, zu erklären, daß im Falle eines Angriffs von einer dritten Macht oder irgend eines den Weltfrieden bedrohenden Ereignisses die davon betrossene Regierung sofort mit der anderen Regierung erwägen solle, ob sie gemeinsam handeln woll“ ten, um dem Angriff zu vorzukommen oder den Frieden zu schützen. Die beiden Negierungen würden dann über die Maßregeln beraten, welche sie zu ergreisen gedächten. Wenn diese Maßregeln eine Aktion bedingten, so würden sie sofort die Pläne des Genrealstabes in Erwägung ziehen und sich darüber schlüssig werden, wie weit ihnen Folge zu geben sei. Schroffe Ausweisung der Deutschen aus Frankreich. Mit welcher Brutalität und Gewalt die französischen Behörden die Deutschen ausweisen, beweist folgender Fall: Auf dem Essener Hauptbahnhof trasen heute mittag die ersten Ausgewiesenen ein. Nach den Erzählungen eines ausgewiesenen Herrn und einer Dame wurden dieselben nachts durch lautes Klopsen und Schreien aus dem Schlase ausgeschreckt. Beim Oeffnen der Türe wurde ihnen von Militär und Polizei bekannt gemacht, daß sie sofort französischen Boden zu verlassen hätten. Bei dieser Bekanntmachung nahmen Polizei und Militär eine sehr drohende Haltung ein, so daß die Ausgewiesenen nichts anderes zu tun hatten, als ihre notdürftigsten Sachen zusammenzurassen und fluchtartig unter militärischer Begleitung zum Bahnhof zu eilen. Gänzlich mittellos und erschöpft kommen einige der Leute auf dem hiesigen Hauptbahnhof an, wo dieselben von Ossizieren zum Bezirkskommando geschickt wurden, das für die Leute weiter sorgen wird. Deuische Truppen in Frankreich! Köln, 6. August. Der„Köln. Ztg.“ wird aus Berlin gemeldet: Deutsche Truppen besetzten die französische Stadt Briey nordwestlich von Metz. Holland neutral. Ein Extrablatt des„Staatsanzeigers“ veröffentlicht eine Erklärung der strengsten Neutralität im Kriege zwischen England und Deutschland und zwischen Belgien und Deutschland. Absichten Japans. Tokio, 7. August. Japan beabsichtigt zunächst nicht militärische, sondern wirtschaftliche Ausbeytung des europäischen Konfliktes. Hier ist bekannt geworden, daß Amerika seine Flotte in Ostasien verstärkt. Abgewiesene russische Angriffe. Berlin, 6. August. Bei Schweddern unweit von Johannisburg und bei Grodken unweit Sol. dau wollte eine russische Kavalleriedivision die# Grenze überschreiten. Die Russen wurden zurüc. geschlagen; sie hatten große Verluste. Auch die Verluste der gestern bei Soldau zurückgeschlagenen rus sischen Kavallerie=Brigade sind sehr bedeutend. Lüttich in Flammen! Köln, 6. Aug.(5.30 Uhr.) Die„Köln. Vztg.“ meldet: Zeppelin 6 ist von einer erfolgreichen Fahr### aus Belgien hierher zurückgekehrt. Ueber die Tä. tigkeit des Luftschiffes erfahren wir folgendes: Da### Luftschiff. hat sehr erfolgreich in den bei Lüttich entspinnenden Kampf eingegriffen. Aus einer Hö## he von 600 Metern warf„Z. 6“ die erste Bomb#### sie war jedoch ein Versager. Dann ging das Lust## schiff auf 300 Meter hinunter und warf 12 wein tere Bomben, die sofort explodierten. Lüttich steht in Flammen. Sämtliche Bomben wurden von ei# nem Unteroffizier aus der hinteren Gondel geschleudert. Dieser war bei der Landung des Luftschiffe## Gegenstand begeisterter Ovationen der Volksmenge## (Nach einer Verfügung des Gouverneurs von## Köln dürsen von jetzt an keine Nachrichten über die Bewegungen der Zeppelinschisse mehr verbreite#### werden. Red.) Aus Stadt und Umgebung. Schwerte, den 7. August 1914. (Falsche Gerüchte und Alarmnachrichten,) durchschwirren jetzt stündlich die Lust, verbreiten sich mit Windeseile und werden, obschon sie vielsach den Stempel der Ersindung an der Stirn tragen, von einer urteilslosen Menge geglaubt. Demgegenüber erwächst der Presse die doppelte Pflicht, bei Verbreitung von Nachrichten mit allergrößter Vorsicht zu verfahren. Was von unserer Zeitung nicht verbreitet wird, sei es durch Extrablat#, das möge man ruhig als Erzählung müßiger Schwätzer hinnehmen und nicht weiter beachten. Man möge damit gleich selbst diesen Enten den Hals ubdrehen und nicht erst bei den Zeitungen nachfragen, um sich überflüssigerweise die Falschmeldung als solche bestätigen zu lassen. Vielsach ist die Meinung aufgetaucht, die Presse erfahre nichts mehr, es besage nichts gegen die Richtigkeit der Gerüchte, wenn sie nicht durch Anschläge der Presse bestätigt würden. Das ist irrig. Die Presse erfährt alles Wissenswerte und verbreitet alles, was ohne Schaden für das Vaterland verbreitet werden kann und was zu wissen die Oessentlichkeit beanspruchen darf. Sie kann sich nun aber nicht dazu hergeben, die müßige Phantasie zu füttern und alle zehn Minuten den Hunger nach dem Neuesten zu 1efriedigen. Wir können immer wieder nur zur Ruhe und Besonnenheit mahnen. Und nochmals, hindern wir alle die Aussprengungen falscher Gerüchte, diee wie Lawönen wachsen und mit Windeseile reisen, indem wir die Schwätzer richtig als Schwätzer Tagen erwartet, und jetzt ist das Haus nicht einmal geputzt, und gebacken habe ich auch noch nichts zum Willkomm!" Er schlang lachend die Arme um ihre dicke Gestalt und küßte sie herzhaft auf dierunzligen Wangen. „Wenn es weiter kein Unglück gibt, Tante, dann ist es schon gut. Und jetzt sag mir mal„Grüß Gott“ und laß Dich bei Licht besehen.“ Er zog sie gegen das Feuster und riß dieses ein wenig unwirsch auf. „So— das verdammte bunte Modezeug machts ja dunkel hier wie in einem Keller.“ „Bub— aber Bub! Wenn er das hörte! Erist so stolz auf die altdeutschen Feuster, nicht mal die Herzogs haben sowas!“ „Weil sie viel zu gescheidt sind, um die liebe Sonne auszusperren. Und Dir, Tante Barbaro, gefällt das wirklich?“ Sie tat, als höre sie seine Worte nicht, blickte ihn still mit feuchten Augen an und strich daun schen liebkosend an seinem blonden Bart herab. „Ja, aber Bub, Du bist ja schon nimmer zu kennen, bist ein ganzer Mann geworden!" „Das hoffe ich!“ Sein Blick forschte plötzlich unruhig in dem guten, alten Gesicht Barbaras. „Wo ist der Vater?“ Sie schrak zusammen und sagte dann rasch: „Mein Gott, wie wird er böse sein, daß Du so unangemeldet kommst! Du mußt nur wissen, daß er Deine Heimkehr ganz großartig feiern wollte mit Musik und Beleuchtung und Böllerschießen und weiß Gott womit sonst noch! Und nun ist erheute früh nach Graz gefahren und will erst übermorgen zurückkommen.“ Hans tat einen tiefen Atemzug. „So— er ist fort—“ „Ach, ja leider! Und das wird was Schönes werden, wenn er zurückkommt— ach Gott, ach Gott—“ „Mir scheint gar, Du hast Angst vor ihm?“ Barbara senkte den Kopf. „Ja— ein bischen schon. Jeder hat Angst vor sbpr. „Unsinn— Vater war doch nie ein Tyrann!“ Immer so still und gemessen. „Das schon. Aber seit er soviel Geld hat und gar die Herzogs vor ihm Respekt haben, weißt Du, da hat er sich recht verändert— ja, ja, Du kannst schon glauben, und wenn jetzt aus all den Festlichkeiten nichts werden soll, mit denen er den zogs hat imponieren wollen—“ „Immer die Herzogs!“ unterbrach sie Hans ungeduldig,„was gehen uns denn die an?“ Barbara sah ihren Neffen betroffen an. „Ja, freilich— Du bist so lange fort gewesen," sagte sie dann nickend,„erst in der Realschule und dann auf Reisen, da weißt Du es freilich nicht, aber wirst es schon begreifen,“ plötzlich schlug sie erschrocken die Hände zusammen,„aber Herrgott, da steh ich und schwatze und denke gar nicht, daß Du doch in Dein Zimmer kommen mußt und was zu essen kriegst, komm, Haus, mach Dir es nur bequem, das Zimmer ist gottlob ganz in Ordnung, das habe ich all die Zeit her so gehalten, daß Du nur hineinzutreten brauchst.“ Schweigend folgte ihr Haus durch eine Reihe elegant, aber steif eingerichteter Zimmer. „Aber wie denn?“ fragte er plötzlich.„Da in der Villa habe ich ja noch gar kein Zimmer, die ist ja noch gar nicht dagewesen, als ich das letzte Mal in Winkel war?“ „Freilich nicht,“ lächelte Barbara schelmisch, „aber die Wände tun es ja auch nicht, und all Deinen Kram hab' ich aufgestellt just so wie in der alten Stube— komm nur mit.“ Halb neugierig, halb gerührt, folgte er ihr die Treppe hinauf. Barbara stieß die Tür auf. Da lag ein mittelgroßer, hellgemalter Raum mit schlichten, alten Möbeln vor ihnen, und es war Haus, als nickte ihm jedes einzelne Stück zu wie ein lieber, alter Freund.— 216,16 Japans. pan beabsichtigt zunächst wirtschaftliche Ausben. fliktes. Hier ist bekannt ine Flotte in Ostasien sche Angriffe. Bei Schweddern unweit i Grodken unweit Sol. Kavalleriedivision die Russen wurden zurück. Verluste. Auch die Ver. u zurückgeschlagenen rus ind sehr bedeutend. Flammen! Uhr.) Die„Köln. Vztg. einer ersolgreichen Fahr## kgekehrt. Ueber die Tä. hren wir folgendes: Das## greich in den bei Lüttich egriffen. Aus einer „Z. 6“ die erste Vombe### r. Dann ging das Lust# inter und warf 12 wein plodierten. Lüttich steh Bomben wurden von ei## hinteren Gondel geschleuLandung des Luftschifsen ationen der Volksmenge# g des Gouverneurs von# eine Nachrichten über dien nschisse mehr verbreitet id Umgebung. te, den 7. August 1914. und Alarmnachrichten, h die Luft, verbreiten sich den, obschon sie vielsach ing an der Stirn tran Menge geglaubt. Demresse die doppelte Pflicht, chrichten mit allergrößter Las von unserer Zei), s e i e s d u r c h E x t r a b l a t#### As Erzählung müßiger d nicht weiter beachten. selbst diesen Enten den erst bei den Zeitungen## üssigerweise die Falschmeln zu lassen. Vielsach ist die Presse erfahre nichts zegen die Richtigkeit der surch Anschläge der Pressen t irrig. Die Presse erund verbreitet alles, was verland verbreitet werden die Oessentlichkeit beausich nun aber nicht dazu ntasie zu füttern und alle nach dem Neuesten zu 1eimer wieder nur zur Ruhe en. Und nochmals, hinngungen falscher Gerüchte, und mit Windeseile reiätzer richtig als Schwätzer Jeder hat Angst vor ch nie ein Tyrann!" soviel Geld hat und pekt haben, weißt Du, — ja, ja, Du kannst t aus all den Festmit denen er den Herterbrach sie Haus unenn die an?“ betroffen an. lange fort gewesen, n der Realschule und Du es freilich nicht, plötzlich schlug sie men,„aber Herrgott, denke gar nicht, daß mmen mußt und was mach Dir es nur beob ganz in Ordnung, so gehalten, daß Du * aus durch eine Reihe eter Zimmer. er plötzlich.„Da in ir kein Zimmer, die ist als ich das letzte Mal Barbara schelmisch, nch nicht, und all Deilt just so wie in der alt.“ rührt, folgte er ihr die eß die Tür auf. Da lag ter Raum mit schlich1, und es war Haus, e Stück zu wie ein lie— 216,16 erkennen. Es gehört schließlich gar nicht soviel Urteil dazu *(Keine Drachen steigen lassen.) Die Elberfelden Polizeibehörde macht darauf aufmerksam, daß die Eltern es ihren Kindern streng untersagen sollen, jetzt Drachen steigen zu lassen. Um seindlichen Ueberraschungen vorzubeugen, muß natürlich fortgesetzt Umschau nach eventuellen Flugzeugen in der Lust gehalten werden. Diese Beobachtungeen werden außerordentlich erschwert, wenn auch Drachen in der Luft erscheinen. Im nationalen Interesse ist es also dringend erwünscht, daß die Jugend in diesem Jahrs davon absieht, Windoögel steigen zu lassen. Von der Polizei wird übrigens auch ein Verbot erlassen werden, und Zuwiderhandlungen finden strenge Ahndung. **(Hilfskräfte für die Landwirtschaft v. Schwerte und Umgegend.) Bei dem gestrigen Meldetermin meldeten sich mehrere hundert Schultinder und Jugendliche als Hilfskräfte zur Einbringung der Ernte. Da in her bevorstehenden Getresddcernte aber in erster Linie nur erwachsene Hillfskräfte brauchbar sind, so muß auf die Mitwirkung der Schulkinder unter 12 Jahren bis zur Kartoffelernte verzichtet werden. Die Schulkinder erhalten durchweg für ihre Arbeit nur freie Verpflegung; den Tagelohn für die erwachsenen männlichen und weiblichen Hilfskräfte festzusetzen, bleibt der freien Veresinbarung vorbehalten. Jedenfalls müssen die sich meldenden erwachsenen Hilfskräfte bereit sein, für die Dauer ihrer Verwendung zu den Landwirten zu ziehen. Meldungen der Landwirte täglich, auch telesonisch, bei Herrn Apotheker Dannhäuser, Adler=Apotheke; Meldungen der Arbeitsuchenden, Jugendlichen und Schulkinder nur abends 7 Uhr ebendaselbst. Es wird nun, namentlich bei Regenwetter, häufiger vorkommen, daß keine Hilfskräfte gesucht werden; trotzdem werden sämtliche Hilfskräfte gebeten, täglich um 7 Uhr in der Adler= Apotheke sich zu erkundigen. *e(Preuß. Klassenlotterie.) Die planmäßig für den 14. und 15. August sestgesetzte Ziehung der zweiten Klasse der Praußisch=Süddeutschen Klassenlotterie wird bis auf weiteres verschoben. Der Beginn dieser Ziehung wird seinerzeit bekanntgegeben. **(Zehnuhr=Wirtschaftsschluß.) In der Bekanntmachung über den Belagerungszustand ist der Schluß der Wirtschaften auf 10 Uhr abends festgesetzt. Die 1 5902 Polizeibehörde ist nicht in der Lage diese Bestimmung zu mildern, sie hat aber die Pflicht, darüber zu wachen, daß die Bestimmung streng befolgt wird. Da für Schwerte ein Verbot über den Ausschank von Branntwein noch nicht erfolgt ist, so raten wir den Wirten im eigenen Interesse, die Wirtschaften pünktlich zu schließen und auch an Prsonen, welche dem Alkohol bisher schon stark ergeben waren, keine geistigen Getränke zu verabfolgen, da sonst der kommandierende General den Ver' kauf von Alkohol ganz verbieten wird, auch dann, wenn im allgemeinen ein über mäßiger Verkauf von Alkonol wahrgenommen wird. **(Notiz für Lebensmittelwucherer.) Dr. Heim in München, bekanntlich ein Sachverständiger ersten Nanges, hält Deutschland mit allen möglichen Lebensmitteln für zwanzig Monate gut versorgt. In Recklinghausen wurde ein Händler und die Frau eines anderen Kartoffelhändlers, die auf dem Markte unverschämt hohe Preise für Kartofseln genommen hatten, polizeilich festgenommen. Sie werden sich demnächst wegen Wuchers zu verantworten haben. Auf Wucher steht eine Gefängnisstrafe von nicht unter drei Monaten und zugleich Geldstrase von 150 bis 15000 Mark. Außerdem kann auf Verlust der bürgerlichen(Ehrenrechte erkannt werden. **(Stellungspflicht aller Zurückgestellten.) Der Reichskanzler hat, wie auf wiederholte Anfrage mitgeteilt sei, folgendes verordnet: Unter Bezugnahme auf die Vorschriften im§ 29 Zisser 8 der Deutschen Wehrordnung vom 22. November 1888 (Beilage zu Nr. 32 des„Zentralblatts für das Deutsche Reich“ von 1901) mache ich hierdurch aufmerksam, daß infolge der Mobilmachung alle Zurückstellungen Militärpflichtiger ihre Gültigkeit verloren haben. Die Zurückgestellten sind demnach zu erneuter schleuniger Gestellung vor der Ersatzkommission verpflichtet. Die im Ausland besindlichen Militärpflichtigen haben sich unverzüglich bei dem Bezirkskommando, dessen Bezirk sie im Reichsgebiete zuerst erreichen, zu melden. Der Grund einer etwaigen Verspätung ist dem Bezirkskommando in glaubhafter Weise darzutun: **(Flüchtige Deutsche aus Belgien) passierten gestern in großer Zahl den hiesigen Bahnhof. Nach den Schilderungen dieser Leute muß der Deutschenhaß in Belgien bereits ganz bedenkliche Erscheinungen gezeitigt und wilde Orglen herausbeschworen haben. Fast alle Flüchtlinge haben Hab und Gut verloren und nur mit knapper Not das nackt: Leben gerettet. Hossentlich werden unsere wackeren Soldaten die Schandtaten, diie von den bel zischen Französlingen an unseren Landsleuten verübt worden sind, nach Gebühr rächen. ** Verghosen, 6. August.(Ein zweckmäßiges Kriegsgeschenk) machte der Bositzer der hiesigen Bergapotheke, Herr Fr. Lamberts, den zu. Fahne Ein#crusenen unserer Gemeinde. Er überreichte jedem der etwa 200 Mann eine FeldApothele, wilche die zur ersten Hilse nötigen Verbandstoffe und sonstige wichtige Mittel enthielt. * Sölde, 6. August.(Besitzwechsel.) Die an der Landskronerstr. belegene Besitzung des Schreinermeisters Wicheller ist durch Vermittlung des Herrn Otto Schmidt=Schwerte an die Wwe Carl Trappmann=Aplerbeck verkauft wordeen. Der Kauf preis beträgt 10 600 Mark. Die Kriegsanleihe und die Provinz Westfalen. Der Landeshauptmann der Provinz Westjalen Dr. Hammerschmidt ordnete, wise er uns amtlich mitteilt, nach einer Beratung mit den oberen Beamten des Provinzialverbandes von Westfalen und mit den Kassenleitern an, daß von der bevorstehenden 5 Milliarden=Kriegsanleihe für die Provinz Westsalen 25 Millionen und für die Landesbank der Provinz Westsalen ebenfalls 25 Millionen sofort nach Ofsenlegung der Liste gezeichnet würden. Der gesamte Betrag kann zu dem EinforderungsTerminen aus disponiblen Beständen jflüssig ge macht werden und wird die Steuerlast der Provinz nicht erhöhen. Eine vorherige Einberusung des Westsälischen Provinziallandtages oder des Kuratoriums der Landesbank war in diesen Zeitläusen selbstverständ' lich nicht möglich. Der Landeshauptmann und seirn Räte wissen sich aber eins in der Ueberzeugung, daß diese Maßregel nicht bloß von den zuständigen Körperschaften demnächst nach ihrer Einberufung einmütig gebilligt wird, sondern daß alle treuen Westsalenherzen mit Freude ihr zustimmen. Unsere Heere, die einem Waffengange entgegengehen, Mllin-Zuchker ertreuen sich steigend der besonderen Vorliebe der Haustrauen und sind in den meisten Geschäften vorrätig. 3380 Wer 50 Prämienscheine an die Nährmittelfabrik Hansa in Bielefeld einsendet, erhält gratis und franko eine grosse Dose Keks als Prämie. wie er schwerer nur von Friedrich dem Großen zu bestehen war— denn er hatte nur ein armes und kleines Preußen hinter sich— müssen die Ueberzeugung mit ins Feld nehmen, daß das Land zu jedem Geldopser für seine unter der Fahne berusenen Söhne bereit ist. Wir dürfen mit Sicherheit annchmen, daß dieses patrictische Beispiel bei Privaten, Banken und Körperschaften ungesäumte Nachahmung finden wird. Jetzt heißt's: Der letzte Mann und der letzte Groschen! Entwurf eines Gesetzes über Höchstpreise. Dem Reichstag ist folgender Gesetzentwurf zugegangen: § 1. Für die Dauer des gegenwärtigen Krieges können für Gegenstände des täglichen Bedarfs, insbesondene für Nahrungs= und Futtermittel aller Art sowie für rohe Naturerzeugnisse, Heiz= und Leuchtstosse, Höchstpreise festgesetzt werden. § 2. Weigert sich trotz Aufforderung der zuständigen Bohörde ein Besitzer der im§ 1 genannten Eagenstände, sie zu den festgesetzten Höchstpreisen zu verkausen, so kann die zuständige Behörde sie übernehmen und auf Rechnung und Kosten des Besitzers zu den festgesetzten Höchstpreisen verkausen, soweit sie nicht für dessen Bedarf nötig sind. § 3. Die Landeszentralbehörden oder die von ihnen bestimmten Behörden erlassen die ersorderlichen Anordnungen und Ausführungsbestimmungen. § 4. Wer die mich§ 1 festgesetzten Höchstpreise überschreitet oder den nach§ 3 erlassenen Ausführungsbestimmungen zuwiderhandelt oder Vorräte an derartigen Gegenständen verheimlicht oder der Ausforderung der zuständigen Behörde nach§ 2 nicht nachkommt, wird mit Geldstrafe bis zu 3000 Mark oder im Unvermögensfalle mit Gesängnis bis zu sechs Monaten bestraft. § 5. Der Bundesrat wird ermächtigt, den Zeitpunkt zu bestimmen, zu welchem dieses Gesetz wieder außer Kraft tritt. § 6. Dieses Gesetz tritt mit seiner Verkündigung N. 866. Verantwortlich für die Redaktion Friedr. Kraas. Druck u. Verlag von Carl Braus, beide in Schwerte. Statt besonderer Anzeige. Maurer und Putzer finden Beschäftigung an den Wohnhausneubauten der V. d. Nickelwerke. 5349 Karl Dittrich, Schwerte. Hoch= u. Tiefbaugeschäft. Die Kartoffeln werden nur lose, d. h. ohne Düte und gegen abgezähltes Geld verkauft. E. Welnderg Ebang. Juligfrauen= und MädchenZagendberein. Unsere Versammlungen finden auch in dieser Zeit regelmäßig statt und zwar für den Jungfrauenverein: Dienstag abends 8¼ Uhr. Jugendverein: Sonntags(nächste Zusammenkunft 9. August) nachmittags 3 Uhr. es auch für uns in nächster Zeit zur rung der Not Arbeit die Fülle gidt, wird um recht zahlreiches Erscheinen gebeten. Alle Mitglieder, welche mitarbeiten wollen, müssen bei der nächsten Zusammenkunft zugegen sein. 9374 Ohlig, Pastor, Vorsitzender. Bekanntmachung. Proviantamt A Gerst=, Haser, Speck und Schlachtony. Gebrauchtes Ainderstühichen zu kaufen gesucht. Angebote unter K 5378 an die Schwerter Zeitung. Debuco! wachholder Extrakt. Altbewert b. HustenLungen- u. Magenleiden. Reinigt vortrefflich das Blut. Als Hustenmittel bei Kindern urerreicht. à Flasche Mk. 0.75 u.1 50 Nur b. Max Mehlhose, Medizinal-Drogerie Ostenstr 3 Garde=u.Landwehr= Verein Schwerte. Sonntag, den 9. Aug. 1914 nachm. 2½ Uhr: Antreten im Vereinslokal zur Beerdigung des verstorbenen Kameraden Heinrich Möller. Orden, Ehren= u. Vereinsabzeichen sind anzulegen. Es wird um zahlreiches * Erscheinen gebeten. 5394 Der Vorsland. Das Proviantamt kunster i. W. kauft Roggen, Gerste,„ 9 9 5376 Die Abendandacht in der Größeren evang. Kirche fällt am Samstag aus. Am Sonntag findet Geier des bl. Abendmabls im Anschluß an den Haupigoltesdienst statt. Bekanntmachung. Um dem voraussichtlich bei der Landwirtschaft ein retenden erheblichen Arbeitermangel entgegenzutreten, andererseits bereiten Hilfskräften Gelegenheit zur Arbeit insbesondere zu Hülseleistungen bei der Ernte zu geben, hat die Verwaltung des Landkreises Hörde in lehnung an das Kreisstatut betreffend Zentral=Arbeitsnachweis=Anstalt vom 16. März 1895 für die nächste Zeit im Kreishause zu Hörde, Zimmer 8, Telephon Hörde Nummer 3 o.er 16 oder 17, einen Arbeitsnachwels errichtet.„ G.8: Git8 Arbeitgeber wollen iyren Bevarf an Hi##äften, deren Beschäftigungsart und=Dauer, sowie die zu gewährende Vergütung bei dem Bureau anmelden. Arbeitswillige können sich unter entsprechenden Angaben in die dortigen Listen als Arbeitnehmer eintragen lassen. Die Anmeldungen können mündlich, schriftlich oder telephonisch während der Bureauzeit erfolgen. Die Vermittelung erfolgt kostenfrei. Hörde, den 2. August 1914. Der Kreisausschuß des Landkreises Hörde. 5377 Luckhaus Königlicher Landrat. Tnevon Dnigfo leiert schnell und sauber Wader Oriote Buchdruckerei C. Braus Zur Beerdigung des Kameraden Heinrich Möller treten die Mitglieder am Sonntag, den 9. August, nachmittags 2½ Uhr. im Vereinslokal„Im Reiche des Wassers“ an. Abmarsch punkt 2¾ Uhr Orden, Ehren- und Vereinsabzeichen anlegen. Um zahlreiche Beteiligung bittet 5388 Der Vorstand. 1 Schwerte. 5°94 Jur Beerdigung des Kameraden Heinlich Moller treten die Mitglieder Sonntag, den 9. d. Mts., nachmittags 2½ Uhr, d. Vors. Kohl Sedanstr. an. Jahlreiches u. pünkll. Erscheinen erwarte! Der Vorsland Der Herr über Leben und Tod hat meinen innigstgeliebten Mann, unsern lieben Vater, Bruder, Schwiegersohn, Schwager und Onkel, den Kaufmann Pieim Meter heute morgen 4 Uhr im vollendeten 55. Lebensjahre in Frieden zu sich genommen. Um stille Teilnahme bitten Die trauernden Hinterbliebenen. Schwerte, den 6. August 1914. 5375 Die Beerdigung findet am Sonntag, nachmittags 3 Uhr vom Sterbehause, Hohenzollernstr. 5, aus statt. Von Beileidsbesuchen bitte absehen zu wollen. Arbeiskrasse für die Landwirtschaft für Schwetie und Amgegend. In erster Linie kommen erwachsene männliche und weibliche Arbeitskräfte in Frage, die in den übrigen Betrieben frei werden. Schulkinder unter 12 Jahren können vorläufig — bis zur Kartoffelernte— keine Verwendung finden. Schulkinder werden nur gegen Verpflegung beschäftigt. Meldungen der Landwirke täglich zu jeder Zeit, auch telefonisch, bei Herrn Apotheker Dannhäuser, Adler=Apotheke Teleson Nr. 109. Meldungen der Arbeitsuchenden, Jugendliche und Schulkinder täglich 7 Uhr abends ebendaselbst. 37 Der Hilfs=Ausschuß. Nächste Sitzung heute(Freitag) 7. August 1914 5390 nachmittags 5 Uhr im Hotel Kaiserhof. Wo gehen wir Sonntag hin? nächster Nähe des Felsenmeers Dellingboten: Bahnstation Hiemer-Wesig: Hönnetalbahn Klusenstein. Gasthof Sonneborn Platthaus. Besitzer: Heinr. Sonneborn. Der Neuzelt entsprechend renoviert. 2 Säle mit, Flagg. Gesellschaftsräume. Grosser Garten mit Germania Vler. Veineerter Prmen. Biektrischlicht. nach Uebereinkunft. Auf.Vansch Wesen. zu. Hiemer und Hönnetal, sowie zu Ausflügen. * G r ö s s e r e G e s e l l s c h a f t e n u n d V e r e i n e w e r d e n u m v o r herige Anmeldung gebeten. Telefon Amt Sundwig Nr. 2. Clemens Vogtmann Sanssoucl. Hotel- Restaurant und Pension. In herrliche: Lage des Balver Waldes gelegen. 2 Minuten vom Bahnhof der Strecken Fröndenberg—Menden-Neuenrade. Angenehmer Aufenthalt für Sommerfrischler. Gute Küche. 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Bahnstation Hohenlimburg, 20 Minuten von der Strassenbahnhaltestelle. — Saison von Mitte Mai bis Anfang Oktober.— Natürliche eisenhaltige, seit 1816 zu Fiehlauggken benutzte Mineralquelle.— Bäder zu Schattige Gartenanlagen, ausgedennte W genehmer stiller Sommeraufenthalt. Pensionsprei 3.50 Mk. Vereinen und grösseren ich, wenn möglich, auf vorhergehende Bestellung meinen Saal zur alleinigen Verfügung. Der Besitzer: Fr. Bläse. Fernsprecher 807, Amt Hobenlimburg. s Auf eilige Arbeit kann gewartet werden.# Weaa See. Bekanntmachung. Rativor und Corvey hat für Wesisalen bereits ig dankenswerter Weise auf die gänzlich unberechtigte Furcht hungew esen, daß die Annahme von Reichsbanknoten und ReichskassenSollten Geschäfte auch jetzt noch die Annahme dieser gesetzlichen Zahlungsmittel— insbesondere von Reichsbanknoten verweigern, so werde ich sie sofort polizeilich schließen lassen. Die Polizei=Verwaltungen usw. haben entsprechende Mi gen der Bürger entgegenzunehmen, zu prüfen und das Ergehnis dem Generalkommando zu melden. Um einen Lebensmittelwucher zu verhindern, werden Höchstpreise für Volksnahrungsmittel festgesetzt, die ich noch bekannt geben werde. Bedauerlicher Weise tritt an vereinzelten Stellen ein nicht zu billigender starker Verbrauch von Alkohol in die Sollte sich diese Tatsache steigern, so beabsichtige sch. den Verkauf von Alkohol einzuschränken, gebotenenfalls ven Brannkweinverkauf ganz zu verbieten.....68 sch bei den 2. Aus volkswirtschaftlichen Gründen have nc; gen Vorarbeiten für die Mobilmachung von einer Einverujung Landsturms abgesehen. Ich hoffe zuversichtlich, daß ich vo einer solchen Maßnahme überhaupt werde ganz absehen können. Münster, den 3. August 1914. 5380 Der kommandierende General des VII. Armeekorps. Wird hiermit veröffentlicht. Schwerte, den 6. August 1914. Die Holgeiellerwatung: Rohrmong. Aufruf! Restaurant „Wellenbad Geisecke“ Ich: Fran Pflug Inn.: PTanz Pilag. Neu renoviert 10 Minuten vom Bahnhof Geisecke. Tel. Amt Schwerte 235 Allbeliebter Ausflugsort für Vereine, Gesellschaften, Schulen und Ausflügler. Schattige Parkanlagen direkt an der Ruhr und am Wehr gelegen.— Prima Kaffee mit selbstgebackenem Bauernstuten.— Täglich frische Milch — Gesellschaftszimmer, Saal mit Planino. Seielplatz für Kinder. Hotel und Pension * Westhofen a. d. Buhr. Inh. Adolf)Scheffler. — Telephon Amt Schwerte 257.— Schenkuirischaft„zur schönen Aussicht“ O. Sprave, gef. von Anton Busemann — Schwerterheide.— Beliebter Ausflugsort für Familien, Vereine und Gesellschaften. Schöner Garten mit Kegelbahn. Gesellschaftszimmer mit Planino. Gut gepflegte Weine und Biere. tf. Kaffee mit selbstgebackenem Bauernstuten. Vorzüglichen Kaffee. Anerkannt beste Küche am Platze. Empflehlt sich Vereinen, Schulen und Gesellschaften. Bringe meine Weinhandlung in empfehlende Erinnerung. Reichhaltiges Lager in- und ausländischer Weine erster Häuser. Arratlaghauset wie Reichsmärker Kornbranutwein empfiehlt Tart Käfsin Gasthol Jur„Helle“. Der Rote=Kreuz-Verein des Land= und Stadtkreises Hörde errichtet im Kreishause zu Hörde eine Sammelstelle für Liedesgaben, wobei darauf Bedacht genommen wird, daß Nahrungsmittel, welche der hiesigen Bevölkerung zugute kommen können, nicht angenommen werden. Als Liedesgaben kommen vorwiegend in Betracht: u A Ziberhenden, Fuhlappen aus Bibertuch, wolene Strümpfe, Unterhosen, Leibbinden. An Nahrungsmitteln: S4g69/.32 trachins ansteste, Bouillonwürfel, Schokvl#oe, trockene Würste, Wein, Kognak, Fruchtsäfte, Zwiebäcke, Keks, appetitanregende Konserven, Zigarren. Die Gaben sind in der Wohnung des Landrats Dr. Luckhaus abzuliefern. 5387 Hörde, den 6. Uugust 1914. Der Vorsitzende des Roten=Kreuz=Vereins Luckhaus, Königlicher Landrat. Einladung zur Sitzung der am am Dienstag, den 11. August 1914, nachmittags 5 im Rathaussaale hier. Tagesordnung: I. Oeffentliche Sitzung: Freiw. Feneririht Da infolge der Mobilmachung ein großer Teil unserer Kameraden zu den Fahnen einberufen sind, so richte ich hierdurch die dringende Bilte an die Bürgerschaft, sich der Feuerwehr zur Verfügung zu stellen. se Mittel für dia Einführung der Gassernzündung. Meldungen sind zu richten an das Komman Sepun oung Masserleit Richard. u. Nichelstraße, der Freiwilligen Feuerwehr, Schwerke. Lagung einer Gasleituna in denselben Straßen. 5362 Wilhelmstraße 26. 1. Verlängerung der Straßenbahnweiche auf der Bahnhof2. Ortsstatut zum Schutze der Stadt Schwerte gegen Verunstaltung. 4. Legung einer Wasse###llung in der Richart 5. Legung einer wastellung in denselben Straßen. 6. Anschluß des Grundstücks des Bautechnickers Wulff an die 7. Petzeriührung der Wasserleitung der Hörderstraße nach 8. Ermäßigung der Iinsbelräge für die Wasserleitungen ein- I Kapori, Bansgarpztegass. 89 3 Seine, Stun)uy Kleiapflaster auf dem Bürgersteig vor dem 9. Herstellung von Riempftaster uuf vem—greftug vor dem 10. Herstellung eines Bürgersleiges in der Haselackstraße. 41. Herstellung eines Bürgersteiges vor dem Hause HagenerAenderung der Fluchtlinie der Hellpothstraße. Genehmigung eines Vertrages über eine Zuflußleitung zu Inlassung der Frankfurter Allgemeinen Versicherungs=Aktien= 5. Dewillgung eines Veltages für den deuschen Verein gegen den Mißbrauch geistiger Getränke..„. 31, Mgi 16. Beschaffung eines Desinfektionsapparates für die Zeinigung der Obdachlosen und Gefangenen. 17. Niederschlagung von rückständigen Gemeindesteuern. 18. Niederschlagung von der Gas= und Wasserkasse geschulveten Beträgen 19. Mitteilungen. II. Geheime Sitzung. *: Schwerte(Ruhr), den 5. Augnst 1914. Der Stadtverordnetenvorsteher. 5379 Terbrüggen. Favorit Jugendalbum 60 J f ! Favorit Schnittmuster 1!: Alleinverkauf für Schwerke Kaufbaus Otto Marz Oslenstraße 20. an der Kreisstraße in Holzen mit zirka 2 Morgen Acker und Gartenland ist sofort od. später zu vermieten. 5871 O. Schmidt, Hohenzollernstr. 5. Zwangsverkauf. Am Samstag, den 8. Aug cr. vormittags 10 Uhr werde ich im Pfandlokal beim Wirt Müller hierselbst 1 Küchenbüsett, 1 Sopha, 1 Nähmasch., 1 Versikow, mode und 6 Stühle gegen bar versteigern. Morgenroth, 5391 Gerichts voll zieher. Ich habe sofort folgende gebrauchte Gegenstände zu verkausen, wie mehrere Beilen, Herde, Oefen, Tische, Stühle, Hausund Kuchengeräte und 20 Hühner. 5889 Schwerte, Kuhstr. 19 .." a. Riinnoereulig in Flaschen und ausgenogen empfiehlt Eine geräumige Wohnung von 3 Zimmern per 1. Oktober zu vermieten. 5381 Von wem sagt die Expedition Hieler Jelung. Abgeschlossene Stägent Carl von 4 Zimmern, Speisekammer, Badezimmer. Mansarde und Gartenland per 1. Oktober zu vermieten. 4443 Wilh. Luck. Baugeschäft, Schwerle, Königstr. Bekanntmachung. Verstärkte Beschränkungen für den Post=, Telegraphen= u. Fernsprechverkehr mit dem Auslande. Der Postverkehr zwischen Deutschland und England ist gänzlich eingest llt und findet auch auf dem Wege über andere Länder nicht mehr stalt Es werden daher keinerlei Postsendungen nach dem angegebenen fremden Lande mehr angenommen, bereits vorliegende oder durch die Brieskasten zur Einlieferung gelangende Sendungen werden den Absendern n0 Der prioate Telegraphen= und Fernsprechverkehr zu und von diesem Lande ist ebenfalls eingestellt. Berlin W 66, den 4. August 1914. Der Staatssekretär des Reichs=Postamis. 5383 Kraetke. Bekianntmachung. Bei sämtlichen Postanstalten und den amtlichen Verkaufstellen für Postwertzeichen werden Formulare zu Feldpostharter und Briefumschläge zu Feldpostbriefen, die für den zu Mitteilungen an die mobilen Truppen bestimmt und zu dem Zwecke auf der Vorderseite mit entsprechendem Vordrucke versehen sind, zum Verkauf an das Publikum bereitgehalten. Die Briefumschläge können sowohl zu gewöhnlichen als auch zu Geldbriefen benutzt werden. Der Verkaufspreis für die Feldfür die Feldpost=Briesumschläge 1 Pfennig für je 2 Stück. Der Staatssekretär des Reichs=Postamts Krankenweine Cischweine Repfelwein g empfiehlt 4890 □ Drogerie Max Mehlhose. 5382 Kraelke. Wohnüligen vermieten Sie schnell durch ein Inserat in der Schwert, Leitung. Bekanntmachung. Auf Grund des§ 69 der Kreisordnung für die Provinz Westfalen vom 31. Juli 1886 werden die auf dem heutigen Kreislage gefaßten Beschlüsse ihrem Inhalte nach zur öffentlichen Kenntnis gebracht. Der Herr Vorsitzende teilte zunächst mit, daß zur Vorbeugung eines etwaigen Notstandes aus bereiten Mitteln ein Betrag von 160000 Mk. erforderlich geworden sei. Der Kreistag erteile einstimmig Idemnität und bewilligte behufs Ergreifung weiterer nahmen auf dem Gebiete der allgemeinen Landeswohlfahrt eine weitere Summe bis zu 1 Millionen Mark. Diese Summe soll durch den Königlichen Landrat im Wege einer Anleihe beschafft werden. Über die Verwendung beschließt eine aus dem Kreisausschusse gebildete unter dem Vorsitz des Landrats oder seines Stellvertrekers stehende Kommission bestehend aus den Herren: Gutsbesitzer A. Meinberg=Schüren Bürgermeister Rohrmann=Schwerte Direktor Schmieding=Hombruch. Über die zweckentsprechende Verwendung ist nach beendigter Mobilmachung dem Kreistage zu berichten. Sodann erklärte der Kreistag sich damit einverstanden, daß die Auszahlung der Unterstützungen an die Familien der zur Fahne einberufenen Mannschaften nach wie vor durch die Gemeinde= bezw. Amtskassen a Conto des Lieferungsverbondes Landkreis Hörde besorgt und die gezahlte Gesamtsumme nach Bedarf bei der Kreiskommunalkasse Hörde zur Erstaltung angemeldet wird. 96 Die im§ 5 des Reichsgesetzes vom 28. Februar 1888 R. G. Bl. S. 59 vorgesehenen Mindestbeträge von 6 bezw. 9 Mk. monatlich für die Ehefrau und 4 Mk. für jedes Kind unter 15 Jahren wurden bei den hiesigen Verhältnissen als unzue 0 Der Freistag setzte diese Belräge bis auf das Oopvele e die Ehefrau bezw. Muter des Einberufenen auf 12 Mark monatlich für die Sommer= und 18 Mark monatlich für die Wintermonate.„ 9 für jedes Kind unter 19 Jahren auf 8 Uck. Ueber die Notwendigkeit dieser Erhöhung haben die betreffenden Gemeinden zu beschließen Schließlich wurde noch auf Antrag des Abgeordneten Rittergutsbesitzers A. Overweg=Reichsmark beschlossen, sich mit der Provinzial=Verwaitung wegen Einrichtung der Räumlichkeiten auf der Hohensyburg zum Lazarekt für Leichtverwundete in VerGinbung un eben Morsitzen Der gez. Dr. Luckhaus, Königlicher Landral. Für Touristen, Wandervögel und Pfadfinder empfehle ich: Prima Rucksäcke und Wickelgamaschen Vollständige Ausrüstung in prima Aluminlumartikeln, wie: Res Sececech Trotz der billigeren Preise gebe wegen Raummangel noch 10% Rabatt auch auf sämtliche Lederwaren, Reiseund Sportartikel. Fernspr. 258. Otte Schriewer Fernspr. 258. NB. Während des Neubaues findet der Verkaut Häslagstrasse Nr. 19 im Hause des Herrn W. Kett statt. • T##o S# gg e 8 9 885115 ##.TeF S 35SV. s grgg) ** SE 2.— S 935 28 C2, 32—* S S. 2 Oazs P Sp% S 5% 7 G 93 S 83 S 9 S 6 SSt S O 2 .— S 8. 8 SS □0 * 55 9 S 3—98 —*.—— S B. S S *" 2.• S 5 SESR 090 50 **P S 5859 18 S C1 3UE a E W 0. u 87."*** 3 9 S.2 S SODSEL =S••1 = 8-8 2: PS S: 6 nü* □ „. 6. S SO g..— SS Sag. SoSSS „. 7• 2 Gern 9.0 PS59.— =0 2 2. SVEE Sp#ges • S 9SDE Sagge .•897e P— 0= ·· LUET A.TEE Too. me S 2.5 buggg S SBüSBEgE B°ZEIZ 8889 855 ##6 S SDSg S S 2 S 8 7 AG redigiert von Lotte Sonntag. Wer will? Wer will denn heute für Sonnenschein sorgen, Sonnenschein klar und hell? Wer will die drohenden Wolken verjagen, Daß sie verschwinden ganz schnell? Kaum ist die Frage den Lippen entflohn, Da kommt die fröhliche Antwort schon; Von Mädchen und Knaben Könnt ihr sie haben: Ich! und ich! Ich! und ich! Wir tun es sicherlich! Wer will heut nur freundliche Worte sprechen Bei der Arbeit und beim Spiel? Wer will keinem andern was übelnehmen, Kränkt der ihn auch noch so viel? Kaum ist die Frage den Lippen entflohn, Da kommt die fröhliche Antwort schon; Von Mädchen und Knaben Könnt ihr sie haben: Ich! und ich! Ich! und ich! Wir tun es sicherlich Und wer will heute ein Liebeswerk tun? Einem Armen helfen in Not, Eine Last auf sich nehmen, ein Tröster sein. Einem Hungrigen reichen Brot? Kaum ist die Frage den Lippen entflohn, Da kommt die fröhliche Antwort schon; Von Mädchen und Knaben Könnt ihr sie haben: Ich! und ich! Ich! und ich! Wir tun es sicherlich! Wer will nur mit Guten Umgang haben, Die Bösen aber fliehn? Wer will sich vor dem Versucher hüten Und niemals, hören auf ihn? Kaum ist die Frage den Lippen entflohn, Da kommt die fröhliche Antwort schon; Von Mädchen und Knaben Könnt ihr sie haben: Ich! und ich! Ich! und ich! Wir tun es sicherlich! ständig meine sonst so elegante Figur. Es ist wirklich zu dumm, daß sie nicht besser zu meinem sonstigen Aeußeren passen! Es wäre doch— ha, was ist das?“ Mit einer raschen Bewegung hob der Hirsch den Kopf und lauschte. Richtig, es war kein Irrtum: Hörnerklang ertönte, und die Hunde gaben Laut, die Jäger kamen in seiner Richtung. In diesem Augenblick hatte sein Spiegelbild alles Interesse für ihn verloren, schnell eilte er davon, so rasch seine Füße ihn tragen konnten. Fort ging's, durch dick und dünn, über Tal und Hügel, und bald gelang es ihm, die Entfernung zwischen sich und seinen Verfolgern zu vergrößern, und nur noch leiser und leiser hörte er das Kläffen der Hunde. Schließlich erreichte er einen dichten Wald, in dem er sich verstecken wollte, bis die Jäger vorbeigekommen wären. Aber kaum hatte er das Gehölz betreten, da blieb er mit dem Geweih in dem dichten Unterholz hängen. Er quälte sich vergeblich, sich wieder herauszudrehen und zu winden, alle Mühe war umsonst, er kam nicht los und mußte hilflos dableiben, bis seine Feinde, die Hunde, herankamen, die ihn nun mit Leichtigkeit zu Boden rissen. Als er sterbend dalag, seufzte er:„Wer hätte gedacht, daß das Geweih, auf das ich so stolz war, mir den Tod bringen würde, während die Beine, die ich so verachtete, mich leicht in Sicherheit hätten bringen können! Ja, ich sehe es jetzt ein, es. ist besser, nützlich zu sein, als schön!“ Der eitle Hirsch. (Fabel.) Ein junger Hirsch kam an einen Bach, um zu trinken, und als er den Kopf senkte, sah er zufällig sein Abbild in dem klaren Wasser. Niemals vorher hatte er sich selbst im Spiegel gesehen, und das Bild, das er jetzt erblickte, gefiel ihm sehr gut; denn er war jung und eitel. :„Wahrhaftig!“ rief er aus,„ich hatte gar keine Ahnung, daß ich so hübsch bin. Wie anmutig erhebt sich das Geweih auf meiner Stirn, es ist wirklich ein herrlicher Schmuck. Mein Körper ist auch äußerst wohlgeformt, und mein Kleid ist, dicht sund glänzend. Ich könnte mich wirklich sehr schön nennen, wenn nicht meine Beine wären. Wie lang sie sind und wie schrecklich dünn; sie haben gar keine Form, just wie vier Stöcke sehen sie aus und beeinträchtigen voll— Silben=Rätsel. bach, bel, cer, du, en, es, hor, i, i, i, i, im, la, lat, laub, lent, lu, na, ne, ni, o, pe, ra, rat, re, ris, sa, sa, se, si, spa, statt, ta, tes, ther, to, tor, trar, va, van, ver, vic, wahl, werk. Aus obenstehenden 44 Silben sollen 16 Wörter gebildet werden, deren Anfangs= und Endbuchstaben, von oben nach unten gelesen, einen Goetheschen Spruch ergeben. Die Wörter uten: 1. Schlachtort. 2. Aegyptischer Gott. 3. Böse Tat. 4. Weiblicher Name. 5. Biblische Person. 6. Teil des Baumes. 7. Weiblicher Name. 8. Großes Schiff. 9. Spanischer Dichter. 10. Serbischer Feldherr. 11. Weinort. 12. Nordische Göttin. 13. Zuspeise. 14. Hohe Begabung. 15. Weiblicher Name. 16. Europäischer Staat. Rätsel. 1. Setzt du eine Silbe vor Einer schönen Stadt am Rhein. Musenstadt im Schwabenland Wird das neue Wort dann sein. 2. Mein Wort bedeutet ein mächtiges Land, Verstellst du meine Buchstaben, So wirst vor Augen du sogleich Einen Männernamen haben. (Die Rullölungen der Källel umw. erlolgen in der nächlten „Kinderlaube“. D. Red.) Amtliches Kreisblatt Ralig für den kreis börde 46. Jabrgang O Gritcs und ikelles Cagesorgan des Krelles. O haupt-Annoncrabien Unterhaltungs=Beilage zu Nr. 183. Freitag, 7 August 1914 Ganaata. Roman von A. von (25. Fortsetzung) (Nachdruck verboten.) ls Vera dann wieder den Blick jener dunklen Augen suchte, war der Fremde nicht mehr an seinem Platze. Und soeben erhob sich ihr Verlobter, um nach einer flüchtigen Entschuldigung die Loge zu verlassen. Er blieb eine ganze Weile fort. Die Zeit wurde dem schönen Mädchen unendlich lang. Es bereitete ihr kein Vergnügen mehr, sich bewundern zu lassen. Schmollend zog sie sich hinter ihren Spitzenfächer zurück. Als Anatole endlich zurückkehrte, empfing sie ihn sehr ungnädig, antwortete kaum auf seine Frage, ob die Oper ihr gefalle, und ließ ihn ihre Ungnade deutlich fühlen. Chatelaine sah noch etwas bleich und echauffiert aus, aber die nervöse Unruhe war ganz von ihm gewichen. Er nahm jetzt sogar aufmerksam an den Vorgängen auf der Bühne— es wurde Carmen gegeben — teil. In der großen Pause wünschte Vera nach Hause zu fahren, und die Mama erhob sich sofort, trotzdem sie gern mit ihren neuen Bekannten noch ein wenig geplaudert hätte. Anatole gab den Damen bis zu ihrem Hotel das Geleit, dann verabschiedete er sich herzlich unter dem Vorwande, noch eine verabredete Zusammenkunft mit einem Freunde zu haben. Erst nachdem Mutter und Tochter die Gesellschaftstoiletten mit warmen, bequemen Hausröcken vertauscht hatten, kam Eugenie auf das seltsame Verhalten der unnatürlichen jungen Braut zu sprechen. „Es zwingt dich doch keiner zu dieser Heirat,“ sagte sie ernst,„wenn du Chatelaine nicht magst, so verabschiede ihn, noch weiß daheim niemand um deine Verlobung. Aber bedenke auch, daß die reichen, jungen Edelleute rar sind, und daß Chatelaine dir unbedingt ergeben ist.“ „Davon bin ich ja nun allerdings nicht so ohne weiteres überzeugt, Mama; ich möchte sogar behaupten, daß Chatelaine sich einstweilen nur gezwungenermaßen in meine kleinen Eigenheiten fügt und nach unserer Verheiratung den Tyrannen herauskehren wird. Damit hat er bei mir natürlich kein Glück, das soll ihm bald klar werden. Und warum sollte ich Anatole nicht heiraten? Er ist mir keineswegs antipathisch, im Gegenteil, ich habe ihn gern. Daß ich nicht sonderlich freundlich gegen ihn bin, ist seine eigene Schuld. Er ist nicht besonders geistvoll, guung.)„ der gute Mensch, und das verstimmt mich oft. Doch auszusetzen hätte ich an jedem, also kommt es auf eins heraus, wen ich mit meiner Hand beglücke. „Sehr richtig gedacht,“ lobte die Mutter, welche nie warm für ihren Mann empfunden, stets nur aus kalter Berechnung oberflächlich freundlich gegen ihn gewesen war.„Die Liebe ist uns Frauen nur hinderlich, wir überlassen sie am besten den Männern. Heirate du nur den Schloßherrn von Chatelaine, dann bist du eine reiche, vornehme Frau. Alles andere findet sich. Ratsam aber wäre es, alsbald abzureisen, damit in wenigen Wochen die Veröffentlichung der Verlobung stattfinden kann und du vorher nicht etwa durch deine Kapricen den ehrenwerten Chatelaine verscheuchst." „Meinetwegen, Mama, ich füge mich ganz deiner besseren Einsicht. Es ist ja auch egal, ob man in Paris oder Berlin lebt. Das Leben ist schal hier wie dort. Es ist nicht wert, gelebt zu werden.“ Frau Eugenie fuhr betroffen herum. Was war das? So hatte Vera ja noch nie gesprochen! Und ein junges, blendend schönes Mädchen verachtete das Leben? Was war geschehen, wovon sie, die Mutter nichts wußte?„„„ Vera hatte den Voryang vom Fenster zulüngezogen; durch den zarten Spitzenstore sah sie auf die Straße hinunter, in der ein äußerst reges Treiben herrschte. Das Licht eines Gaskandelabers fiel voll auf ihr reizendes Gesicht, und Eugenie konnte sehen, daß die Blicke ihrer Tochter zerstreut schweiften. Die Mutter lächelte. So einen kleinen Flirt gönnte sie Vera. Gut, wenn es jetzt kann. An unglücklicher Liebe stirbt man nicht. Und wenn sie überwunden, erscheint das Leben um so reizender. Aber Zeit war es, die Heimreise anzutreten. Schon morgen wollte Eugenie mit ihrer Tochter Paris verlassen. Vera war es zufrieden. Sie träumte in dieser Nacht von zwei dunklen, zärtlichen Augen, unter deren Blicken ihr Herz so süß und weh zugleich erschauert war. 15. Kapitel. Gundula lebte jetzt mit ihrem Oheim sehr einsam und abgeschlossen dahin. Baron Stefany, welcher in der letzten Zeit viel mit ihnen zusammen gewesen war, befand sich seit einigen Wochen nach seiner Angabe in geschäftlichen Angelegenheiten auf Reisen. Auch seine Schwägerin mit ihrer kleinen Tochter weilte seit längerer Zeit in einem Badeorte. Gundula glaubte nicht recht an die„geschäftlichen Angelegenheiten“ des Barons. Er war des Lügens ungewohnt, und das junge Mädchen konnte leicht bemerken, daß er sie über Zweck und Ziel dieser Reise zu Viellicht war Gundula jetzt zu viel sich selbst überlassen; denn sie sah schwermütig aus, und ihre blauen Augen schauten träumend ins Weite. Der Onkel war jetzt täglich ein paar Stunden damit beschäftgt, sein Auto einzufahren. Er ließ sich von seinem Chauffeur in allem unterweisen und leitete unter dessen Aufsicht den Kraftwagen bereits auf kleineren Aber seltsam, so kebhaft Gundula sich früher auf das Auto gefreut hatte, so unangenehm war es ihr jetzt. Sie schwebte in beständiger Sorge um ihren Oheim und hätte ihn am liebsten gebeten, das„Ding“ wieder abzuschassen.„ E.gzisergang zurück und Gundula kehrte von einem Spazieigung gzurün und blieb an dem kleinen Bach, der hinter ihrem Stefanys Garten vorbeifloß, stehen, Heieggg, hatte„sie den verträumten Ausdruck in ihrem lieben Gesicht. Sie dachte geflissentlich an den Baron. Hier am Bache hatte sie eines Tages mit Hilde einen großen Strauß Vergißmeinnicht gepflückt und auf Hildes Bitten einen Kranz daraus gewunden. Dabei hatten sie zweistimmig das Lied von der „Goldenen Abendsonne“ gesungen, ohne zu bemerken, daß der Baron ganz in der Nähe zwischen den Tannen auf= und abschritt und ihnen zuhörte. Erst, als er in die Hände klatschend, lauten Beifall spendete, gewahrte man ihn. Hilde kicherte, und Gundula errötete. Als Stefany näher kam, war ihr Gesicht wie mit Blut übergolen„gecker und als er sich neben ihr hohen Grase niederließ, war ein leises Erzittern im hohen durch ihre Glieder gegangen. Mit leiser, weicher Stimme hatte er um ein paar Blumen gebeten, und als Gundula sie ihm gegeben, dieselben sorgfältig in seiner Brieftasche verwahrt.„Dies sei mein Talisman,“ sagte er,„morgen muß ich auf längere Zeit fort, gebe der Himmel, daß mein Vorhaben gelingt.“ i1,#. sit kären TastSeitdem hatte er nichts von sich horen lassen. War er mit ihren Eltern und Vera zusammen? Warum ließ er sich von ihr die Vergißmeinnicht geben, warum? Liebte er Vera nicht mehr, oder hatte sie seinem Interesse für die Stiefschwester zu viel BeAch, wer ihr auf diese Fragen eine Antwort geSeufzend wandte sie dem schmalen, geheimnsvol flüsternden Bach den Rücken und betrat den zur Villa gehörenden Garten...664lenst 2ker 8i. Gern hätte sie ihre Gedanken abgelenn, aber die Sehnsucht blieb neben ihr— die Sehnsucht nach Baron Stefany, dessen Haus verödet stand, und doch innen so geschmackvoll und vornehm ausgestattet war, als warte es auf eine junge Herrin mit verwöhnten Ansprüchen. Vera würde hier nicht wohnen, das wußte Gundula ganz bestimmt, und an sie hatte Stefany doch wohl nur gedacht, als er vor einiger Zeit neue, sehr kostbare Teppiche und Portieren, sowie manches wertvolle Kunstwerk kaufte. Als Gundula vor der Villa angelangt war, traf sie mit einem Herrn zusammen, welcher ihren Onkel zu sprechen wünschte. Sie bat ihn, mit ins Haus zu kommen und rief ihren Obeim...(,. Kertratgr 9.2 A.t. Der Fremde steute sich als der Vertreier der Automobilfirma Welsenhagen vor. Düren nötigte ihn zuvorkommend, Platz zu nehmen. „Vermutlich wollen Sie sich erkundigen, ob ich mit dem Auto zufrieden bin,“ meinte er freundlich, wünschen Sie eine Empfehlung von mir?“ Der Fremde schien über diese Anrede erstaunt, beeilte sich aber, eine verbindliche Miene zu zeigen.„Ich bin überzeugt, daß Sie mit dem Kauf zufrieden sind, verehrter Herr,“ äußerte er,„was mich aber heute speziell zu Ihnen führt, ist der Auftrag meines Chefs, Sie um freundliche Erledigung der Restzahlung von sechstausend Mark zu ersuchen, oder uns einen bestimmten Zahlungstermin gütigst angeben zu wollen.“ Düren machte große Augen.„Hier muß ein Irrtum walten,“ sagte er,„ich habe das Auto vom Conte Bethoni gekauft und bare zwölftausend Mark dafür Der Vertreter schüttelte den Kopf.„Das verstehe ich nicht. Der Conte hatte auf das Auto eine Anzahlung von dreitausend Mark gemacht und vor zirka vier Wochen wieder dreitausend eingesandt mit dem Bescheide, daß Sie das Auto übernommen haben und den Rest von sechstausend auf einmal zu zahlen Düren musterte den Fremden jetzt mit mißtrauischen Blicken.„Ich kann Ihnen den Kaufvertrag, welchen ich mit dem Conte abgeschlossen habe, vorlegen, Herr... Bethoni hat über zwölftausend Mark quittiert. Auch die Quittung will ich Ihnen zeigen.“ „Ich bitte darum.“. Auf einen Wink ihres Onteis klingelte Gundula nach dem Diener, und als dieser erschien, wurde er beauftragt, einen verschlossenen Eisenkasten herbeizuFünf Minuten später lag die von Bethoni unterschriebene und gestempelte Quittung vor dem Vertreter der Firma.— Er nahm das Papier in die Hand und pruste es o zst zweifellos Bethonis Handschrift“ sagte er endlich.„Demnach ist der Conte ein Betrüger, verehrter Herr, und Sie sind sein Opfer. Denn von den Zwölftausend, die Sie gezahlt haben, hat Bethoni dreitausend an uns abgegeben. Neuntausend hat er eingesteckt und ist damit vermutlich auf Nimmerwiederkehr verschwunden. Uns wenigstens ist sein Aufenthalt unbekannt“....26 Ha, M.rta 2.5 „Und Sie wollen beyaupten, vaß das Aulb erst zur Hälfte bezahlt ist?“ fragte Düren. „Ich kann es beweisen; denn auch ich habe unseren Vertag in der Tasche." Der Fremde überreichte Duren ein Dotument. Dieser erkannte sogleich Bethonis Handschrift und las es aufmerksam durch. 1 M 6 „Sie sehen mich ganz unvorvereitet, mein Herr. Wenn es mit dem Doppelvertrag seine Richtigkeit hat, habe ich mein schönes Geld an einen Hochstapler verloren.“Noch kann ich es mir nicht denken. Sollte es aber doch so sein, dann möchte ich das Auto gar nicht behalten, sondern Ihnen wieder zur Verfügung stellen. „Ach ja, liebster Onkel!“ rief Gundula eifrig, schaff' das Aut' wieder ab. Keine Stunde bin ich ruhig, solange das Ungetüm in der Remise steht! So sehr ich mir früher ein Aut' gewünscht, so unangenehm ist es mir jetzt. Ach, wie froh will ich sein, wenn es erst „Wir sind gern bereit, Ihnen nach Möglichkeit entgegenzukommen, Herr Düren," versicherte der Ver„Ich danke Ihnen. Sobald ich mich über die Richtigkeit Ihrer Angaben orientiert habe, was in wenigen Tagen der Fall sein kann, steht der Kraftwagen zu Ihrer Disposition.“ „Gut. Wir werden über die Bedingungen bald einig sein. Ich bedaure aufrichtig, daß Sie das Opfer eines solchen Gauners geworden sind.“ (Fortsetzung folgt.) —** S 5 ## " 2 S" 2 S S S. G. E 8 SöSSE s G8 1 ** 9* B 9 6 S S 6 S S— a 82 S — Forstmeister Dahlen. Novelle von Mara Markov. (Schluß.)(Nachdr verboten.) Dem Schalle nachgehend, sprang Hans von Dahlen querfeldein; durch dickverschneite Wiesenraine dem Ufer der Dirnitz zu— dort kletterte er, immer der rufenden Stimme nachgehend— die flache Uferböschung hinab. Keine fünf Fuß vom Lande sah er einen Menschen, zwischen Eisschollen hängend, an die er sich verzweiflungsvoll klammerte.——— Halt aus—— ich komme!“ schrie Hans ihm zu. Er nahm die Kugeln aus der Büchse, warf diese auf den Rücken und kroch mit eigener Lebensgefahr über das. Eis, dem Verunglückten die Büchse hinAllein der Mann schwieg nun—.— vielleicht vermochten seine erstarrten Hände nicht mehr zuzugreifen — nur Stöhnen und unartikulierte Laute entrangen sich der keuchenden Brust. Da riß Hans die Hundefangleine, die er zufällig bei sich trug, aus der Tasche, kroch noch näher heran, und warf sie geschickt dem Manne über die Schultern. Sie packte den Verunglückten. Niemals konnte Hans von Dahlen sich später selbst erinnern, wie es ihm geglückt war—— er rettete den Mann ans Ufer. Da durchbrach die Mondesscheive auf einen Augenblick den dichten Wolkenschleier, und Hans von Dahlen, der den Ohnmächtigen in seinen Armen schleppte, sah in das totenblasse Gesicht Prudnitzkys, des Knechtes, der seinen armen Vater angeklagt hatte. Wer könnte es dem Sohne Theo von Dahlens verdenken, daß einen Augenblick die widerstrebendsten Gefühle sein Gehirn durchkreuzten? Allein, der bessere Mensch behielt den Sieg in ihm— er vollendete sein Rettungswerk, indem er dem nahen Wächterhause des Bahnwärters lief und den fast Erstarrten dort in der Hütte bergen half. Und Gott hatte es bestimmt, daß dieser Tat des wahrhaftesten Edelmutes auch sogleich der Lohn folgen Als Petrov Prudnitzky auf einen Augenblick zum Bewußtsein kam, starrte er mit angstvoll verzerrten Zügen in Hans von Dahlens blasses Gesicht und stammelte verwirrt und zögernd:. 9444 „Sie— Sie sind es wirklich? Sie— mein Retter! Ich erkannte Ihre Stimme sogleich— aber ich dachte, daß Sie mich umkommen lassen würden, wenn Sie wüßten, daß ich—so ich Elender, Nichtswürdiger—“ Und dann begann er schluchzend vor Heinz Gödenheimer, dem Bahnwärter, und Peter Lundheim, dessen Schwager und Bruder Miele, einzugestehen:„Daß er, um sich an dem Forstmeister, der ihn schimpflich entlassen, zu rächen, in derselben Nacht noch hunderte von Schrauben, Bügeln und Stiften an den neuen Schieneu entfernte, und auch die Weiche durchfeilt habe und daß er seit diesem Schurkenstreiche, der so vielen unschuldigen Menschen das Leben oder die Gesundheit gekostet und den Forstmeister ins Gefängnis gebracht habe, keine Ruhe mehr finden könne—— äber er wolle sühnen— gleich morgen— morgen schon wolle er—“ Er verfiel wieder in Bewußtlosigkeit, und eine Stunde später machte ein Herzschlag dem Leben des Reuigen ein schnelles, ungeahntes Ende. ** In Einsamkeit und Trübseligkeit saß die Familie des Forstmeisters von Dahlen. Das heurige Weihnachtsfest war in Trauer vergangen— denn der Gatte und Vater hatte ja gefehlt. Trotz Geständnisses des sterbenden Knechtes mußten erst hunderterlei Formalitäten erledigt werden, ehe eine Freilassung Dahlens erfolgen konnte. Frau Dorothea, blaß und vergrämt, war kaum von langer Krankheit genesen. Und heute war des geliebten Vaters Geburtstag. Welch ein Freudentag sonst! Niemand dachte heute an eine Feier— niemand an Fröhlichkeit. Wohl hatte Hans von Dahlen in letzter Zeit öfter das Haus verlassen und war in fast heiterer Stimmung heimgekehrt, zum Staunen der Mutter, aber die verschüchterten Geschwister saßen still in allen Ecken umher; nur Friedel, der Jüngste, saß auf Hertas Schoß und drückte sein rosiges Näschen an den Fensterscheiben platt, ungeduldig zwanzig Fragen in einer Minute aufwerfend. Sonntag abend war's, und der Nordwind rüttelte an Bäumen und Sträuchern, als wolle er sie entwurzeln— eintönig und leise tickte die alte, große Kuckucksuhr— da erscholl es wie das Läuten von Schlittenschellen— kam näher und näher— atemlos lauschten alle; in fünf Sekunden war Hans aus der Wafsenkammer oben die Treppen herunter und vor dem Hause.„patzrst ruft Gerts und „Der Vater! Der Herzensouler: rust Herku und läßt in freudigem Schreck den pausbäckigen Friedel zur Erde fallen.— Weit auf fliegt die Tür, und mit einem Jubelschrei stürzen alle dem Geliebten, so lange Entbehrten entgegen. Und wie er sie herzt und küßt, die Seinen— er weiß sich kaum zu fassen. Aber er ist nicht allein. Eine schöne, blonde, junge Dame steht noch immer an der Tür und hat große, schimmernde Tauperlen in den blauen Augen. „Sie ist unser guter Engel, liebe Dorothee“ sagte der Forstmeister.„Auf ihre kräftige Fürsprache beim Gerichtspräsidenten bin ich sofort aus der Haft entlassen worden.— Frau Baronin von Finkenbach — dies ist mein liebes, treues Weib, meine Dörthe—“ Und dann gab’s ein Fragen, Lachen, Weinen und Erzählen— es summte, wie in einem Bienenkorbe. KleinFriedel aber pflanzte sich keck vor die schöne Dame und fragte:„ Past hu Lanm: eine tneichen Sfügel. „Sag' mal— wo hast ou denn beine weißen Flüger, wenn du ein Engel bist, wie Vaterchen eben sagte? Und warum ist denn das Christkind dies Jahr gar nicht gelommen? Ich hatte doch so schön beten gelernt bei Mütterchen, und wollte gern ein Schaukelpferd, eine Trompete und hundert Millionen Zinnsoldaten haben, und viel Kuchen— warum kam denn das Christkind nicht?“ Sie aber lächelte und küßte ihn auf den kleinen, roten Mund:„Es kommt schon noch zu dir, und du sollst alles bekommen! Ein Weilchen habe nur noch Geduld, du Schelm!“,.... 27.— ae k.; Ein halbes Stündchen später sipzen alle bei einem prächtigen Abendessen, das die Baronin, zum großen Teil fix und fertig aus ihrem Reiseschlitten hervorgezaubert hat. Ein duftender Gänsebraten beherrschte die kleine Tafel— daneben gibt es zwei knusperige, braune Enten, und Wein— guten, süßen Wein, wie ihn die Kinder noch niemals getrunken. Hans von DTahlen aber nimmt die schöne, blonde Dame bei der Hand und führt sie den erstaunten Eltern zu. „Gebt uns euren Segen, lieber Vater, geliebte Mutter— Viola ist meine verlobte Braut, und will als eure Tochter euch lieben und ehren— sie, die niemals Vater und Mutter gekannt hat!“ „Aber Junge! bist du ein Glückspilz!“ ruft hocherfreut der Forstmeister, sein Glas erhebend. Frau Dorothea küßt liebevoll die neue Tochter, die dem Schwiegervater in spe die Hand reicht: „Sie kommen alle mit mir! Ich lasse Sie alle nicht von mir! Ich baue keine Eisenbahnen durch meine Besitzungen— aber Arbeit werden Sie finden, Dahlen schlug kräftig ein:„Arbeit', 2t,rit Pir recht! Und in zehn Jahren, da sollen die mal den Wildstand sehen!“