De Sdmnten Zstung“ gicham waich. außer Feiertags. Bezugspreis M. 1.80 jährlich, bei der Post für Bestellgeld 42 Pig. mehr. Wöchentl. Gratisbeilage:„Illustrierter Familienfreund" u. tägl. Unterhaltungsblatt. Anzeigenpreis: Die siebengespaltene oder deren Raum 10 Pfg., Anzeigen von auswärts 15 Pfg., Reklamezeile 40 Pfg. Jeder Rabatt gilt als Kassarabakt u. erlischt bei Konkursen. Zwangsvergleichen, gerichtl. Klagen u. Nichtbeachtung d. gemacht. Zahlungsbedingung. Amtliches Kreisblatt Westhofener Zeitung Langscheaer Zeitung Schwerter Volksblatt Verbunden mit Schwerter Tageblatt d Schwerter Anzeiger Grstes und älteltes Cagesorgan des Kreises o General-Anzeiger für den Kreis Hörde 0 Nr. 173. Montag, den 27. Juli 1914. Serbien lehnt Oesterreichs Forderungen ab! Fwischen Arleg und Frer“. O Frage i Oesterreichisch-ungarisches Die Würfel sind gefallen! Serbien gab auf die österreichische Note eine ungenügende Antwort. Der österreichisch=ungariche Gesandte in Belgrad hat seiner Negierung in Wien Samstag abend folgendes Telegramm gesandt: Ministerpräsident Pasitsch erschien wenige Minuten vor 6 Uhr in der kaiserlich königlichen genügende Antwort auf unsere Note. Baron von Giesl notisizierte ihm hierauf den Abbruch der diplomatischen Beziehungen und sandtschaftspersonal um 6.30 Uhr Belgrad. Die serbische Negierung hatte schon früher um 3 uhr nachmittags die Mobilmachung der gesamten Arme angeordnet. Die Truppen räumen Belgrad, die Regierung soll nach Kragujevac verlegt werden. Kriegsbegeisterung in Wien. Um 6 Uhr wurde die Antwortnote Serbiens überreicht, jedoch sofort als ungenügend bezeichnet. Um 6 Uhr 30 Minuten verließ dann von Giesl die Hauptstadt. Die Nachricht von dem Abbruch der Beziehungen mit Serbien verbreitete sich mit ßerordentlicher Geschwindigkeit in Wien. Vor dem Haupttelegraphenamt, in dem die Korrespondenten der auswärtigen Blätter arbeiten, hatte sich eine große Menge versammelt. Als ein Journalist di vom Auswärtigen Amte erlangte Nachricht dem Publikum mitteilte, wurden brausende Ruse laut: „Hoch Oesterreich“!, die sich auf der Straße fortSchon in den frühen Abendstunden sammelten sich vor der Börse und rings um dieselbe, sowie in den umliegenden Straßen und vor dem Haupttebegraphenamt Menschenmassen an, die in Gruppen geteilt die Ereignisse besprachen und mit Aufregung und Spannung der Nachrichten harrten. Als vor 8 Uhr die erste Nachricht über den Abbruch der diplomatischen Beziehungen bekannt wurde, ging eine lebhafte Bewegung durch die Massen. Alsbald erschienen auch die ersten Extrablätter, die die Nachricht bestätigten. Sie wurden von einzelnen Personen aus dem Publikum verlesen und von den Umstehenden mit lauten Beisalls= und Hochrufen auf den Kaiser aufgenommen. Alsbald sammelten sich die Massen zu einem imposanten Manifestationszug, der, immer neuen Zuzug erhaltend, über die Ringstraße zum Deutschmeisterdenkmal zog. Patriotische Lieder wurden gesungen und Hochrufe auf den Kaiser, auf Kaiser Wilhelm und auf die Armee ausgebracht. Aus den Tramwaywagen, die nicht passieren konnten, wurden die Hüte geschwenkt und die Hochruse der Menge erwidert. Beim Deutschmeisterdenkmal hielt ein Mann aus der Menge eine zündende patriotische Ansprache, die mit begeisterten Hochrufen auf den Faiser, auf Kaiser Wilhelm und auf die Armee, sowie mit Pfuirufen auf Serbien begleitet wurde. Wiederholt wurden die Volkshymne, die Wacht am Rhein und das Prinz Eugenlied gesungen. Die Polizei ließ die Menge gewähren. Auch in allen übrigen Teilen der Stadt wur) die Nachricht mit größter Begeisterung ausgeno#men. Arberall, wo die Menge eines Offiziers oder eines Soldaten ansichtig wurde, umringte sie ihn und begrüßte ihn mit begeisterten Hochrufen: Hoch der Kaiser! Hoch die Armee! Diee Manisestationen dauern zur Stunde noch an. Auch aus den Provinzstädten werden begeisterte Ovationen gemeldet. Oft.rrein macht mobil! Eine Regierungsverordnung. a Wien, 25. Juli. Ein heute ausgegebenes Regierungskommunique besagt: Die auswärtige Lage hat nunmehr eire Gestaltung angenommen, die die Bedachtnahme auf die milizarischen Erfordernisse zum obersten Gebot macht. Aus dieser Erwäg.ng wurde eine Reihe von Versugungen im 1. Festungs=Artillerie. 2. Feld=Artillerie. 3. Un' garischer Husar. 4. Oesterreichischer Dragonex=9 zier. 5. Oesterreichischer Alan. 6. Tiroler#renzSoldat. 7. Jäger=Insanterie(Oesterreich). 8.—9. Linien=Insanterie(Deutsche Insanterie). 10. Bosnischer Infanterie=Offizier(Mohammedaner). 11. bis 12. Offiziere der Linien=Insanterie. 13. Ungarische Infanterie. 14. Bosnischer Infanterist. 15. General der Insanterie. 16. Train=Offizier. 17. Artillerie=Ofsizier. 18. Generalstabs=Offizier. Innern der Monarchie getrossen, die einerseits dazu dienen sollen, neuen frevlerischen Unternehmungen gegen die Sicherheit und die Verteidigung des Staates entgegenzutreten, andererseits aber bestimmt sind, unbeabsichtigte Gefährdungen und Beeinträchtigungen der öffentlichen Interessen hintanzuhalten. Die Geheimhaltung und cherung aller militärischen Vorkehrungen gegen Auskundschaftung, Störung und unbefugte Veröffentlichung im eigenen Lande soll verbürgt, alle Vorbereitungen der bewaffneten Macht sollen gesördert und ihr die Hilfsquellen eigenen Landes erschlossen werden. Wenngleich diese nun schon seit Jahren wohlerwogenen, vorsorglich vorbereiteten Maßnahmen in mancher Richtung einschneidende Wirkung auf das normale Ernst der Stunde doch mit Sicherheit erwartet werden, daß die schwere Verantwortung, die zu diesem Schritt bestimmen mußte, von allen Bewohnern des gemeinsamen Vaterlandes gewürdigt werden wird. Die Regierung ist sich der großen Opfer, die allen Kreisen der Bevölkerung auferlegt sind, wohl bewußt. Verständnisvolle bereitwillige Besolgung der Ausnahmeverfügungen wird diese Opfer mildern und jene Beschränkungen leicht ertragen lassen, die den unter dem Zwang der Notwendigkeit verfügten Maßnahmen sobald als möglich wieder normalen Verhältnissen Platz machen sonen. Es werden fünf kaiserliche Verordnungen auf Grund des§ 14 des Staatsgrundgesetzes, ferner eine Reihe von ministeriellen Verordnungen erlassen, die sogleich in Kraft treten. Die kaiserlichen Verordnungen beziehen sich u a. auf die Uebertragung von Besugnissen der Polizeiverwaltung an den Höchstkommandierenden der Streitkräfte in Bosnien, der Herzegowina und Dalmatien. Die erlassenen ministeriellen Verordnungen betreffen u. a. die Suspension von staatsgrundgesetzlichen Bestimmungen bezüglich der persönlichen Freiheit, sowie des Versammlungsrechtes, des Briefgeheimnisses und der Pressefreiheit, ferner auch die Einstellung der Wirksamkeit der Geschworenengerichte, Beschränkung Paßwesens, die Unterstellung von Zivilpersonen wegen strafbarer Handlungen gegen die Armee unter die militärische Strafgerichtsbarkeit, ferner ein teilweises Ein=, Aus= und Durchfahrverbot für verschiedene Artikel, das Inkrafttreten des Kriegsleistungsgesetze. usw. Auf Grund allerhöchster Ermächtigung wird ferner die Session des Reicherg: tes mit dem heutigen Tage geschlossen. werden die Landtage geschlossen. Analoge Maßnahmen und Verfügungen wurden auch für Ungarn, Bosnien und die Herzegowina erlassen. Der Bündnisfall für Deutschland! Die für eine Hineinbeziehung Deutschlands in den österreichisch=serbischen Konflikt maßgebende Serbisches Millfär W 4 Uleleners„Gasss krt. Geg eni beree arodrneen Sbere Onferterte Frage ist die, wann für Deutschland der Bündnissall mit Oesterreich gegeben ist, bezw. welche Verpflichtungen Deutschland in seinem Bündnisvertrage übernommen hat. Der deutsch=österreichische Bündnisvertrag vom 7. Oktober 1879 ist am 3. Februar 1888 veröffentlicht worden. In der Einleitung erklären die Monarchen, daß sie für die Sicherheit ihrer Reiche und die Ruhe ihrer Völker unter allen Umständen zu sorgen, und deshalb„einen Bund des Friedens und zu gegenseitiger Verteidigung“ zu knüpfen beschlossen haben. Artikel lautet: „Sollte wider Verhofsen und gegen den aufrichtigen Wunsch der beiden hohen Kontrahenten eines der beiden Reiche von Seiten Rußlands angegriffen werden, so sind die hohen Kontraheuten verpflichtet, einander mit der gesamten Kriegsmacht ihrer Reiche beizustehen und demgemäß den Frieden nur gemeinsam und übereinstimmend zu schließen.“ Darnach wäre also für Deutschland der Bündnisfall gegeben, sobald Rußland Oesterreich=Unsarn angreift. Gt 9. Der Artikel II nimmt den Fau an, daß Deutschland oder Oesterreich= Ungarn in Krieg mit einer anderen Macht als Rußland verwickelt würde. Hier werden Verpflichtungen nur aufgestellt, sofern der Verbündete angegrissen wird, nicht sofern er anlgreift. Wird der Verbündete von einer dritten Macht angegrissen, so hat der andere Kontrahent dem Angreifer nicht nur nicht beizustehen, sondern „mindestens eine wohlwollende neutrale Haltung gegen den hohen Mitkontrahenten zu beobachten". Dann fährt der Artikel fort: „Wenn jedoch in solchem Falle die angreisende Macht von seiten Rußlands, sei es in Form einer aktiven Kooperation, sei es durch militärische Maßnahmen, die den Angegriffenen bedrohen, unterstützt werden sollte, so tritt die in Artikel I dieses Vertrages stipulierte Vervflichtung des gegenseitigen Beistandes mit voller Heeresmacht auch in diesem Fall sofort in Kraft, und die Kriegführung der beiden hohen Kontrahenten wird auch denin eine gemeinsame bis zum gemeinsamen Friedensschluß.“ Das heißt: 1. angenommen, Oesterreich ist Serbien gegenüber der angreifende Teil, und Rußland schickt Truppen gegen die österreichische Grenze vor, ohne gegen Oesterreich die Feindseligkeiten zu eröffnen, so hat Deutschland keine Verpflichtung zum Eingreisen; 2. angenommen, Serbien ist der angreisende Teil und Rußland unterstützt es durch militärische Maßnahmen, die Oesterreich bedrohen, so hat das Deutsche Reich sofort der habsburgischen Monarchie mit voller Heccesmacht beizustehen. Es kommt also überall wesentlich darauf an, wer angreift. Die Haltung Rußlands. Petersburg, 26. Juli. Die Zeitung„Rietsch“ schreibt: Augenblicklich ist die russische Diplomatie des Ernstes der Lage nicht bewußt. Es ist nicht zu bezweifeln, daß Serbien nach der österreichischen Note eine nicht völlig befriedigende Antwort geben wird und daß eine Ermunterung Serbiens bereits erfolgt ist. So fällt ein Teil der Verantwortung für die Folgen Rußland zu. Das österreichische Ultimatum ist eine Quittung auf die prahlerische Depesche des Pariser„Matin“. Die einzige Möglichkeit für die Triple=Entente, ein Hineinziehen in den Konflikt zu vermeiden, bleibt die Lokalisierung der serbischen Frage und die Vermeidung jeder Ermunterung Serbiens. Die„Nowoje Wremja“ behauptet, im Preßbureau des Auswärtigen Amtes sei den Journalisten gesagt worden, daß Rußland sich auf die Seite Serbiens stelle, das unverdient einen schweren Schlag erhalten einem Leitartikel bezeichnet das Blatt die Forderungen der österreichisch= ungarischen Note als aber Tüich ##en Kußland gerichtete Provolation, auf die Rutz, A land nicht mit Worten, sondern mit Taten antworten werde. Rußland liebe den Frieden. Wenn es aber zum Kriege komme, werde das ganze Volk daran teilnehmen. Auch der„Petersburger Kurier" bezeichnet die Annahme des Ultimatums durch Serbien als logisch und physisch unmöglich. Das Ultimatum zeige, daß man mit Nußland als Großmacht nicht rechne, oder den Krieg wolle. Die würdige Antwort Nußlands sei die Mobilmachung und die Erklärung, daß Serbien nicht allein sei. Einige Zeitungen wollen in Deutschland den Anstifter Oesterreichs sehen. „Birschewiza Wjedomosti“, schreibt: Serbien sollte sich den impulsiven Entschließungen seines Gefühls nicht hingeben, denn der Augenblick sei zu ernst. Wenn aber der Krieg beginne, könne Nußland ein Attentat auf die serbische Unabhängigkeit und das Gebiet Serbiens nicht zulassen. Die Stimmung in Rußland. Petersburg, 27. Juli. Die„Börsenzeitung“ bringt nachstehende halbamtliche Mitteilung: Rußland wird bereit sein, mit allen Mitteln einer Großmacht auf jedes Zeichen eines Mißachtens seiner gerechten Forderungen zu antworten. Rußland wird die Vernichtung einer slawischen Macht nicht zugeben, ist aber bereit, Oesterreich in seinen gerechten Forderungen zu unterstützen, wie Serbien Nachgiebigkeit anzuraten, wobei es aber niemals zugeben wird, daß für das Verbrechen eines Einzelnen das ganze serbische Volk getrossen wird. Weder Serbien noch Rußland können einen Eingriff in die Hoheitsrechte eines Balkanstaates zugeben. Gestern morgen hatte Botschafter Graf Pourtales eine längere Unterredung mit Sasonow, mit dem er aus Sarskoje Selo hierher fuhr. Später empfing der Minister des Aeußern den Botschafter Grasen Szapary. Von dem Ergebnis der Unterredungen hängt im wesentlichen der Gang der Ereignisse ab. Auch Kreise, die sonst dem Chauvinismus fernstehen, erklären, Rußland könne eine Wiederholung des österreichischen Vorgehens von 1909 nicht dulden. Hiesige Politiker erhofsen weniger ein kriegerisches Eingreisen Rußlands, als eine Nachgiebigkeit Oesterreichs, weshalb mit größter Aufmerksamkeit das Verhalten der slawischen Völkerschaften der Doppelmonarchie verfolgt wird. Man rechnet besonders mit den russophilen Strömungen der Tschechen. Nationalisten und Panslawisten dagegen predigen offen den Krieg. Spät abends gelang es ihnen zum ersten Male, das Publikum aus seiner Gleichgültigkeit aufzurütteln, indem sie vor der Redaktion eines Blattes auf dem Newski=Prospekt Kundgebungen veranstalteten. Ein Offizier hielt eine Ansprache an die rasch anwachsende Menge, die Hochrufe auf Serbien ausstieß. Von einer Kriegsstimmung ist nichts zu spüren, ein Umschlag ist aber bei der Suggestivität des Slawen nicht unmöglich. Die Haltung Frankreichs. Die französische Presse hat die einigermaßen bewahrte Reserve aufgegeben und scharfe Artikel gegen Oesterreich veröffentlicht, dem sie Uebereilung und Provozierung vorwirft. Sie fordert die serbische Regierung auf, ein starres und stolzes„Nein!“ den österreichischen Forderungen entgegenzustellen. In den Artikeln begegnet man überall derselben Tonart. Die nationale serbische Eitelkeit wird ausgestachelt, Oesterreich als schlechter Störenfried Europas denunziert, und die anderen Dreibundmächte werden als zielbewußte Störer des Weltfriedens hingestellt. Auch der sonst gemäßigte„Petit Parisien" stellt an die Spitze seines Leitartikels den Satz: „Serbien darf sich nicht demütigen, dieses würde seine Abdankung bedeuten.“ Der Artikel des„Echo de Paris“ ist betitelt:„Die drohende Haltung Deutschlands.“ Diese seltsame Aufsassung wird begründet durch die vom deutschen Botschafter Herrn v. Schoen dem zeitweiligen Minister des Aeußern Bienvenu Martin gemachten mündlichen Erklärungen. Das„Echo de Paris“ behauptet, Herr v. Schoen habe dem Minister eine Note überreicht, in der die deutsche Regierung folgendes erklärte: 1. daß sie sowohl die Form als auch den Inhalt der österreichischen Note an Serbien vollkommen billige; 2. daß sie hoffe, daß die Diskussion zwischen Wien und Belgrad lokalisiert bleibt, und 3. daß, wenn eine dritte Großmacht intervenieren sollte, daraus eine schwere Spannung zwischen den beiden Mächtegruppen in Europa entstehen würde. Wie dazu aus Berlin telegraphiert wird, trifft die Meldung nicht zu. Der Botschafter in Paris hat eine Note der deutschen Regierung nicht überreicht, wohl aber hat Herr v. Schoen in der Unterhaltung, die er mit dem Vertreter des Ministerpräsidenten Viviani hatte, keinen Zweifel darüber gelassen, daß Deutschland sich in vollständiger Uebereinstimmung mit Oesterreich befinde, den Inhalt der Note an Serbien durchaus billige und daß im Falle des Eingreisens einer dritten Macht, das die Regierung nicht erwarte, der Bündnisfall allerdings gegeben wärr. Die Haltung Italiens. Rom, 26. Juli.„Tribuna" und„Eiornale d'Italia“ betonen die außergewöhnlich ernste Bedeutung der österreichisch=ungarischen Note.„Giornale d'Italia“ fürchtet, daß eine schwereinternationale Krise eröffnet sei. die dem europäischen Frieden gefährlich werden könne, gibt jedoch dem Wunsche Ausdruck, daß es nicht zu diesem Aeußersten kommen möge. Die serdische Regierung müsse sich auf sich selbst besinnen. Die gegen die Politik in Belgrad erhobenen, im einzelnen speziesizierten Anklagen hätten unbedingt auf die öfsentliche Meinung Europas einen ernsten Eindruck gemacht. Man müsse hoffen, daß Serbien hierüber Rechenschaft geben werde, um seiner nationalen Ehre willen, um der Wohlfahrt seines Volkes, der Sicherung der erreichten Vorteile und des erreichten Fortschritts willen, um der Hoffnung auf seine Zulunft und des europäischen Friedens willen könne und dürfe Serbien den Forderungen des mächtigen Nachbarn keine glatte kategorische Weigerung entgegensetzen. Rom, 26. Juli.„Popolo Romano“ schreibt zur Wiener Note: Auf Seiten Oesterreichs ist alles Recht, auf Serbiens Seite alles Unrecht. Die serbische Militärpartei hat nach dem Balkankriege in der Tat eine Haltung angenommen, die bei der Jugend ein Echo findet, zur Bildung der Vereine führte, die serbische Irredenta in Bosnien und anderen Grenzgebieten akut machen mußte, alles Dinge, durch die das fürchterliche Verbrechen von Serajewo möglich wurden. Die Haltung der Monarchie Bosnien gegenüber konnte nicht korrekter sein.—„Corriere d'Italia“ sagt: Der Zwist gehe nicht nur Wien und Belgrad an, sondern bedrohe auch den europäischen Frieden. Die Monarchie, die durch das Verbrechen von Serajewo ins Herz getrossen worden sei, habe alles Recht, ihrem Schmerze Ausdruck zu geben, und ihre Stimme gegen diejenigen zu erheben, die sie als die Anstifter der großen politischen und dynastischen Tragödie betrachten.—„Messagero" erklärt, daß das Verbrechen von Serajewo die Welt mit ungeheurer Wucht darauf hingewiesen habe, welche Gefahr der inneren Sicherheit der Monarchie drohe. Allem Anschein nach hätte die Untersuchung in Serajewo unwiderlegliche Beweise erbracht, daß die Mörder von Serajewo in Serbien Helfer hatten und daß die serbische Regierung für die gegen Oesterreich= Ungarn gerichtete Propaganda in Bosnien und Kroatien allzu duldsam war. So hat die österreichische Militärpartei dem Kaiser endlich das Ultimatum abzwingen müssen. Die Haltung Englands. Die große Mehrheit der Londoner Blätter, alle liberalen und mindestens die Hälste der konservativen, beurteilen die österreichische Note ruhig und freundlich. Sie halten dafür, daß die in der Note erhobenen Beschuldigungen in der Hauptsache zutreffen. Sie geben zu, daß ihre Forderungen sehr drastisch seien, aber doch nicht drastischer, als es die Pflicht der Selbsterhaltung erheische. Sie finden, daß Serbien nur geschieht, was es verdient, und glauben, daß die britische Diplomatie ihm keinen anderen Nat geben könne, als die sofortige Unterwerfung. Sie halten es für ausgeschlossen, daß irgendeine Macht Serbiens schlechte Sache zu der ihrigen machen könne. Das einzige, was Rußland tun könne, sei Serbien zum Nachgeben zu raten und ihm gleichheitig zu versprechen, darüber zu wachen, daß Oesterreich sein Versprechen der Nichtannektierung halte. Eine antiösterreichische Haltung nehmen nur die„Morning Post“, die aus der ganzen Sache eine Kraftprobe zwischen dem Dreibund und dem Dreiverband machen möchte, und beide Harmsworth= Blätter,„Daily Mail“ und„Times“, ein, die Oesterreich ermahnen, auf Rußlands Vermittlung einzugehen, und andeuten, andernfalls werde der Dreibund den Dreiverband geschlossen gegen sich haben. Im Publikum gilt es, so weit wir sehen können, für einfach undenkbar, daß es in dieser Sache zu einem Zusammenstoß zwischen England und Deutschland kommen könnte. „Bulgarien braucht Frieden.“ Viel bemerkt wird in Sofia dem„Berl. Lok.= Anz.“ zufolge ein Artikel der„Nbrodni Prava“, des Organs des Ministerpräsidenten Radoslawow. In dem Artikel, betitelt„Gejahrvolle Ueberraschungen“ ist zu lesen: Ohne uns in die Beziehungen zwischen Oesterreich und Serbien einmischen zu wollen, können wir doch unsere Lebensinteressen und unsere Zukunft nicht außer acht lassen, da wir nicht wollen, daß diese Zukunft uns durch neue Ueberraschungen beunruhigt wird. Bulgarien braucht Frieden und wird trachten, ihn zu wahren, vor allem aber muß dieser Friede vor aller Ansteckungsgefahr bewahrt werden. Die Lage ist sehr unsicher. Der frühere Premierminister Danew spricht die Hoffnung aus, daß die Serben, die gern bluffen, im letzten Augenblick doch nachgeben werden. Immerhin hält er die Lage für ernst, wenn er auch nicht an ein Eingreifen Rußlands glaubt, da Rußland mit seinen Rüstungen noch immer nicht fertig ist. Wie serner der„Köln. Ztg.“ aus Sofia gemeldet wird, erhielt die bulgarische Regierung einen Vorschlag des Dreibundes, sich nicht einzumischen. Sie erklärte daraufhin dem serbischen Gesandten, daß sie sich nicht einmischen werde. Der Wortlaut der österreichisch=ungarischen Note an Serbien erweckt fortdauernd höchstes Interesse und viele Hoffnungen. Man meint, daß bei der möglichen Neuordnung auf dem Balkan Bulgarien Vorteile erringen könne. Die Sympathien sind durchaus auf der Seite Oesterreich=Ungarns. Allgemein ist die Ueberzeugung ausgeprägt, daß Bulgarien bei einem möglichen Krieg gegen Serbien neutral bleiben müsse, aber auch bereit sein müsse, im geeigneten Augenblick für seine Interessen einzutreten. Rumänische Sympathien für Serbien. In Rumänien hat die österreichische Note, wie der„B. Z.“ aus Bukarest gemeldet wird, einen tiefen Eindruck gemacht. Die österreichischen Bedingungen haben allgemein überrascht und werden als verletzend für die Unabhängigkeit Serbiens betrachtet. Die Blätter geben dem Wunsche nach friedlicher Lösung Ausdruck und verhehlen nicht ihre Sympathie für das serbische Volk, dem sich Rumänien in letzter Zeit bedeutend genähert hat. Die Beurteilung des Konflikts wird stark beeinflußt durch die herrschende Erregung gegen Ungarn, wo in Herrmannstadt 31 Studenten, Ausflügler aus Rumänien, eingekerkert wurden, weil sie die rumänische Kokarde trugen. Das Organ der konservativen Partei schlägt vor, Rumänien möge, so wünscht man, zwischen Oesterreich und Serbien intervenieren. Oesterreichs Dank an Deutschland. Die„Wiener Mittagszeitung“ veröfsentlicht einen offenen Brief an den deutschen Botschafter in Wien, v. Tschirschky, in dem es heißt:„Oesterreichs Völker haben das Bedürfnis, dem Repräsentanten des verbündeten brüderlichen Deutschland ein ausrichtig empfundenes Wort zu sagen. Wenn die Politiker diesseits und jenseits der Sudeten eine kalte Probe auf den dauernden Bestand des gigantischen Bündnisses stellen, so wissen wir, daß eine bessere Gewähr in den Herzen der Völker lebt. Wir haben gestern und heute eine wundervolle, tief erschütternde Manifestation der Nibelungentreue erlebt, und sind offen genug zu gestehen, daß wir sie erwartet haben, aber wir schämen uns ebensowenig zu bekennen, daß die Einmütigkeit. der Eifer und die heiße verstehende Teilnahme dieser grandiosen Kundgebung uns zu Tränen gerührt hat. Wir haben neuerlich erfahren, daß diese Wesens= und Charakterverwandtschaft der Völker, daß diese Heiligkeit der Traditionen und Gefühle magischer und sester verknüpsen, als die Gesetze des Moments. Empfangen Sie, Herr Botschafter, unserer Völker begeisterten Dank, empfangen Sie das Versprechen, sich solch adliger Tat unsererseits durch Handeln und Denken allezeit wert zu zeigen, empsangen Sie dieser fruchtbaren und schirmenden Liebe in ernster Stunde geweihtes Unterpfand.“ Generalstabschef Putnik wieder freigelassen. Wien, 26. Juli. Der serbische Generalstabschef Putnik wurde heute in Budapest wieder freigelassen und mit einem Extrazuge nach Belgrad befördert, obwohl die Verhaftung nach hiesiger Ansicht völkerrechtlich berechtigt war. Die Meldungen, daß der Generalstabschef tätlich beleidigt worden sei, entbehren der Begründung.— Ueber die Festnahme Putniks wird noch gemeldet: Der serbische Generalstabschef Putnik, der auf der Durchreise von Gleichenberg verhaftet wurde, zog seinen Revolver und versuchte Widerstand zu leisten. Ein Wachtmann siel ihm in den Arm und entwand ihm mit geschicktem Griff den Revolver. Putnik wurde nach dem Platzkommando gebracht, während seine Tochter in einem Hotel einlogiert wurde Ankauf des Pauseval=Luftschifses„Charlotte“ durch Oesterreich. Wanne, 27. Juli. Nach einer Meldung der „Wanner Zeitung“ traf gestern nachmittag auf dem Flugplatz Wanne=Herten ein Telegramm des Aeroklubs Wien ein, in welchem um Abgabe einer Verkaufsosserte des Parseval=Lustschifses„Charlotte". sowie um beschleunigte Zusendung desselben ersucht wird. Die Flugplatzleitung hat die Bereitwilligkeit, das Luftschiff zu verkaufen, nach Wien gedrahtet. Einberufung italjenischer Reservisten. Saarbrücken, 27. Juli. Die wassenpflichtigen Italiener, die in großer Zahl in der Saarbrücker Gegend beschäftigt sind, erhielten ihre Einberusungsorder. Sie haben in Gruppen von mehreren Hundert vorgestern und gestern die Reise in die Heimat angetreten. begleitet sein werden. Von französischer Seite wird erklärt, die Meldung russischer Blätter über eine französisch=russische Demarche, die in Wien erfolgen sollte, sei unrichtig. Die französische Botschaft habe keine Instruktion dieser Art erhalten. Frankreich habe nicht die Absicht, sich für Serbien zu exponieren. Allerdings, wenn Rußland angegrifsen werden sollte, müßte der Bündnisfall eintreten, und Frankreich würde seine Bündnispflicht erfüllen. Es steht aber zu hofsen, daß es hierzu nicht kommen würde. Frankreich wünscht die Lokalisierung des Konfliktes herbeizuführen, und hofft, daß Deutsch= land dasselbe tue. Hier ist an amtlicher Stelle bekannt, daß die englische Regierung dem russischen Botschafter in London erklärt hat, sie sei an dem österreichisch=serbischen Konflikt vollkommen desinteressiert. Der russische Botschafter habe diese Tatsache mit dem Bemerken an seine vorgesetzte Behörde weitergegeben, daß ihm diese eisige Haltung der englischen Behörde ausgefallen sei. Frankreich arbeitet mit Hochdruck für den Weltfrieden. Wien, 27. Juli. Ernsthafte Kreise erklären, die Lokalisierung des Konfliktes sei durch die Erklärung Englands, die Nordsee müsse vom Kriege freibleiben, gesichert. Frankreich arbeite mit Hochdruck in Petersburg für den Weltfrieden. Ein englischer Vermittlungs= Vorschlag in Wien. Paris, 27. Juli. Abends wurde versichert, daß der hiesige englische Botschafter, Sir Edward Bertie, dem derzeitigen interimistischen Leiter des Ministeriums des Aeußern, Herrn Bienvenu= Martin, mitgeteilt habe, daß sein Kollege, der englische Votschafter in Wien, mit einem positiven Vermittlungsvorschlage dort angeblich schon hervorgetreten sei, oder daß ein solcher Schritt unmittelbar bevorstehe. Einstweilen solle die Pariser Presse sich der schärferen Tonart enthalten. Bleibt der Frieden erhalten? Paris, 26. Juli. Abends wurde versichert, daß als bedeutend friedlicher betrachtet; dieses macht sich auch in den Auslassungen der heutigen Morgenblätter bemerkbar. Sie alle sind der Ansicht, daß der Frieden erhalten bleibe, dank der überaus friedlichen Gesinnung Kaiser Wilhelms, der nicht zugeben werde, daß Europa um Serbiens wegen in einen Weltkrieg gestürzt werde. Der Kaiser habe erst am Samstag von der Zuspitzung der Dinge erfahren und auf drahtlosem Wege den Staatssekretär v. Jagow beauftragt, durch die Botschafter in Paris, Petersburg und London die Regierungen der Triple=Entente von der friedlichen Absicht Deutschlands zu verständigen. Eine Wendung zum Besseren! Die gestern spät abends und heute morgen eingelaufenen Telegramme berichten von einer Entspannung der Lage. Depeschenwechsel zwischen Kaiser Wilhelm und dem Zaren. Zwischen Kaiser Wilhelm und dem Zaren von Rußland soll ein Depeschenwechsel stattgefunden haben, dem man in Bezug auf den Weltfrieden allergrößte Bedeutung beimißt. Intervention des Papstes. Rom, 26. Juli. Wie bestimmt verlautet, ist der Kaiser Franz Josef vom Papst Pius dringend gebeten worden, alles zu tun, um den Frieden zu erhalten. Der Papst will seinen ganzen Einfluß geltend machen, um einen kriegerischen Konflikt zu vermeiden. Diese Nachricht bedarf zwar noch der Bestätigung, doch steht es fest, daß der Papst schon vor einigen Tagen bei Oesterreich um Schutz für Serbien ersucht hat. Man gaubt allgemein, daß die Intervention des Papstes von Erfolg begleitei sein wird. Friedenobemühungen. Berlin, 26. Juli. Der Wiener Korrespondent des„Berliner Tageblattes" telegraphiert seinem Blatte um 7 Uhr abends: Wie wir soeben aus amtlicher Quelle erfahren, sind Bestrebungen im Gange, den österreichisch=serbischen Konflikt zu lokalisieren; sowohl in hiesigen Kreisen, als auch in Kreisen der auswärtigen Diplomatie wird der Erwartung Ausdruck gegeben, daß diese Bemühungen von Erfolg Politische Uebersicht. Der Reichskanzler. Herr v. Bethmann=Hollweg hatte im Hinblick auf die gespannte weltpolitische Lage Ende der vorigen Woche seinen SommerUrlaub, den er in Hohensinow verbringt, unterbrochen, und war nach Berlin gefahren. Wie wir hören, hat der Reichskanzler nunmehr, nachdem er eine Reihe von Konferenzen in Berlin abgehalten hat, den Berliner Aufenthalt wieder ausgegeben und ist wieder auf sein Gut zurückgekehrt. Zur Verlobung des Fürsten von Hohenzollern. Aus Anlaß der Verlobung im bayerischen Königshause liefen im Hoflager zu Leutstetten zahlreiche Glückwunschtelegramme ein, darunter vom Kaiser, der Kaiserin, Kaiser Franz Josef und anderen Fürstlichkeiten. Ministerpräsident Graf Hertling übermittelte dem König die Glückwünsche des Staatsministeriums. Am Samstag gratulierten telegraphisch die Abgeordnetenkammer und der Magistrat München. Zum bayerischen Königs=Geburtstagsgeschenk. Abermals hat eine bayerische Stadtgemeinde abgelehnt, dem König zu seinem 70. Geburtstage ein Geschenk darzubringen. Das Gemeindekollegium der Stadt Pfaffenhosen an der Ilm hat die Gabe angesichts der fortgesetzten Vermehrung der Staatssteuern abgelehnt. Es handelt sich um einen Beitrag von 75 Mark! Mit dem Reichstagswahlsiege in Labiau=Wehlau, wo in der Stichwahl der sortschrittliche Kandidat Wagner mit Hilfe der Nationalliberalen und Sozialdemokraten den konservativen Gegenkandidaten schlug, erlangte die Volkspartei 46 Mandate und tritt an die dritte Stelle unter den Reichstagssraktionen; sie folgt, wenn auch mit weitem Abstande, den Sozialdemokraten und dem Zentrum. Der 16. Deutsche Handwerks= und Gewerbekammertag beginnt am Montag in Mannheim. Es findet zunächst die geschlossene Mitgliederversammlung statt, die über geschäftliche Angelegenheiten und auch über Abänderungen der Satzungen berät. Die öffentliche Hauptversammlung ist auf Dienstag und Mittwoch anberaumt worden. Behandelt werden folgende für den Mittelstand wichtigen Themen: Abschätzung und Beleihung von Grundstücken, Beschaffung von Geldmitteln für zweite Hypotheken, Gesellenprüfung von Fabriklehrlingen, Negelung der gewerblichen Verhältnisse der weiblichen Handwerker, die Bekämpfung der Schwindelfirmen usw. Feankreich. 80 000 Deserteure in Frankreich. Ein Beweis für die Abneigung der Franzosen der unteren Stände gegen den Heeresdienst dürfte die außerordentlich hohe Anzahl von Deserteuren sein, die, wie der „Neuen preußischen Korrespondenz" von militärischer Seite geschrieben wird, sich zurzeit auf rund 80 000 Mann beziffert. Wie aus Aeußerungen französischer Militärs zu diesem Thema hervorgeht, — Nr. 173. Beilage. Huldigung der westfälischen Jugend vor dem Kaiser. Der Oberpräsident der Provinz Westfalen schreibt in einem Zirkular: Als vor einigen Monaten der Plan austaucht und auch in der Presse besprochen wurde, Seiner Majestät dem Kaiser bei seiner diesjährigen Anwesenheit in Münster eine Huldigung der Jugend Westsalens darzubringen, ist dieser Gedanke in ganz Westfalen mit heller Begeisterung ausgenommen worden. Tausende und aber Tausende von Anmel= dungen liesen ein, und auch jetzt, nachdem die Vorbereitungen zur Huldigung zu einem gewissen Abschluß gebracht sind, melden sich immer neue JugendVereine, die an der Huldigung teilnehmen wollen. Die Art der Huldigung, die in einer Paradeausstellung und einem Vorbeimarsch auf dem Renn platze vor dem Schlosse in Münster bestehen soll, sowie der zur Verfügung stehende Raum gestatten leider nicht, daß alle Anmeldungen berücksichtigt werden. Da nur rund 25000 Jugendliche— abgesehen von den Führern— Ausstellung finden können, muß eine Beschränkung in der Zulassung der Anmeldungen stattfinden. Dabei hat bereits von vornherein eine Beschränkung in der Art stattgefunden, daß nur solche männliche Jugendliche i Alter von 14—20 Jahren teilnehmen können, die in Vereinn organisert Knd und mt, Fegenaglgge den staatlich ins Leben gerufenen Juge##Ausschüssen angehören. Ferner wird es sich leid nicht ermöglichen lassen, daß, wie vielsach gewünscht wird, die Teilnehmer bei der Huldigung vereinsweise antreten. Sie müssen vielmehr kreisweise zu sammengestellt, wie sie heran= und zurückbefördert werden, Aufstellung nehmen und vorbeimarschieren. Ein Auseinanderziehen der Kreisverbände und Cruppieren nach Vereinen läßt sich mit Rücksicht auf die Besörderung und die Kürze der Zeit nicht bewerkstelligen. Dagegen steht zu hoffen, daß das Mitbringen von Vereinssahnen gestattet wird. Für die Teilnehmer ist folgende Tageseinteilung während ihres Aufenthaltes in Münster in Aussicht genommen. Nach Ankunst in Münster, die auf besonderen Ausladestellen im Süden der Stadt vor sich gehen soll, begeben sich die Teilnehmer nach der nahe der Bahn gelegenen Loddenheide, um dort verpflegt zu werden. Es soll eine kräftige Kost, wie Erbsensuppe mit eingeschnittenem Fleisch, gereicht werden. Nach ein= bis zweistündiger Ruhe wird zum Rennplatz abmarschiert und dort Aufstellung zur Huldigung genommen. Nachdem diese beendigt ist, wird, soweit die Zeit reicht, auf der Loddenheide eine Vespermahlzeit— Würstchen oder Fleischwurst mit Brot— gereicht und alsdann die Heimreise angetreten, so daß die Jugendlichen am selben Abend wieder in ihrer Heimat sein können. Die Hin= und Rückbeförderung wird, soweit erforderlich, in Sonderzügen vorgenommen. In allen Einzelheiten steht das Programm noch nicht fest, zumal es von Seiner Majestät noch nicht genehmigt ist. Auch ist eine endgültige Entscheidung über den Tag der Huldigung noch nicht getroffen; es ist aber dem Kaiser vorgeschlagen, sie am Freitag den 4. September entgegenzunehmen. IchweerteD.... Amtliches Kreisdlatt. sind bisher Westfalen und Rheinland. * Soest, 25. Juli.(Grausiger Fund.) Den abgeschnittenen Kopf eines neugeborenen Kindes sand gestern der Klärmeister der städtischen Kläranlage im angeschwemmten Abwasser Der Rumpf epe##. sofort eingeleiteten Nachforschungen ergebnislos verlaufen. Münster, 25. Juli.(Ein Vogelidyll.) Ein Vogelliebhaber in Münster hält aus dem Hof eines Hauses in der Bergstraße eine kleine Menagerie: zw. i Turmsalken, eine Eule und eine Krähe. Diese Vöget bewegen sich, wie dem„Münsterischen Anzeiger“ geschrieben wird, vollständig frei auf den Dächern des Hauses und der Nachbarschaft, kommen abends sofort auf einen Lockruf zurück und setzen sich sogar aus die Hand. Die Falken sitzen ost beide in Gesellschaft von Tauben, Spatzen und anderen Vögeln, ohne jemals einem Tierchen etwas zuleide zu tun. Die Eule sieht man tagsüber selten, mehr jedoch abends. Es wurde noch nie beobachtet, daß Tauben oder andere Vögel, wiee sie sonst so gern tun, auf die Eule stoßen, sie kennen sich also gegenseitig recht gut Gelsenkirchen, 25. Juli.(Schwerer Unfall auf den Hochöfen.) Gestern morgen gegen 8 Uhr ereignete sich auf den Hochösen der Gelsenkirchener Bergwerksaktiengesellschaft(Abteilung Schalker Gruben= und Hüttenverein) ein schwerer Unsall, von dem vier Arbeiter betrofsen wurden. Das Unglück ereignete sich während des Beladens eines Hochofens. Die Arbeiter wurden dabei von der hoch oben aus dem Osen emporlodernden Flamme ersaßt und erlitten schwere Brandwunden. Die Betriebsseuerwehr schaffte die Schwerverletzten in das Marienhospital. Besonders schlimme Brandwunden hat der Arbeiter Simic erlitten; sein Zustand ist lebensgefährlich. Mit Ausnahme des Arbeiters Kukic sind sämtliche Verletzte unverheiratet. * Hattingen, 25 Juli.(Todessturz.) Als der Kranführer Hugo Schmidt in der mechanischen Werkstätte der Henrichshütte die Lauskatze des elektrischen Krans geschmiert hatte und zu seinem Führerkorb zurückkehren wollte, stürzte er aus einer Höhe von zehn Metern in die Tiese und blieb auf der Stelle tot. Hattingen, 25. Juli.(an seinem Geburtstag ertrunken) ist den 26jährige Bergmann Migasiewicz aus Linden. Er hatte mit Freunden mehrere Glas Bier getrunken. Als er dann ein Bad in der Ruhr nehmen wollt, ging er unter und kam nicht mehr zum Vorschein. * Bottrop, 25. Juli.(Ein glänzendes Bravourstückchen) leistete die Polizeihündin„Wanda“ hier. In der Nacht vom 29. zum 30. Juni wurden bei dem Bergmann H. Döweling, Dorstener Straße, aus dem Garten Stachelbeeren und Blumen entwendet. Von den Tätern fehlte jede Spur, bis der Geschädigte die Polizeihündin„Wanda“ zur Stelle holen ließ, die dann auch die Spur aufnahm und in der Richtung nach Kirchhaillen über zwei Kilometer weit durch Wald und Wiese verfolgte. Hier wurden die Täter vor der Wirtschaft Hötten in Grafenwald gestellt, die ihre Schuld auch bekannten. * Oberhausen, 25. Juli.(Ein Sittenskandal) Die hiesige Kriminalpolizei ist augenblicklich mit der Untersuchung schwerer sittlicher Versehlungen beschäftigt, die an die bekannten Breslauer Vorgänge erinnern sollen. Eines der beteiligten Mädchen wurde gestern aus der Schule heraus verhaftet und wird sobald als möglich in eine Fürsorgeanstalt gebracht werden. Auch einige erwachsene Personen beefinden sich bereits hinter Schloß und Niegel; weitere Verhaftungen sollen bevor16en. * Essen, 25. Juli.(Von der Straßen vuyn überfahren und getötet) wurde gestern nachmittag am Fliegenbusch die 3½jährige... Imbusch. Das Kind kam aus der elterlichen Wohnung gelaufen und lief direkt gegen den Motorwagen. Den Wagenführer trifft keine Schuld. * Duisburg, 25. Juli(Schwere Bluttat.) Heute nacht erstach in Hochfeld der Arbeiter Heßhaus den Arbeiter Kilinsli, mit dem er aus unbekannten Ursachen in Streit geraten war. * Langerfeld, 23. Juli.(Vergiftung.) Nach dem Genuß einer Biersuppe sind hier nach ärztlicher Feststellung mehrere Personen unter Vergiftungserscheinungen erkrankt. Ein junges Mädchen ist gestorben; bei deen ührigen besteht keine Lebensgejahr. * Gruiten, 24. Juli.(Die Vertilgung der Sperling=) und die Gewährung von einer Belohnung von 5 Psg. für jedes Stück soll in den Gemeinden Gruiten, Millrath und Schöller bis zum 1. April 1916 fortgesetzt werden. 16 Landwirte haben sich zur Annahme der getöteten Spatzen und zur Auszahlung der Prämien bereit erklärt. * Düsseldorf, 25. Juli.(Eine Kirchendiebin) wurde von dem Küster der Dreisaltigkeitskirche dabei abgesaßt, als sie ein goldenes Kruzifix stehlen wollte. Die Diebin entkam zwar durch ein Kirchensenster, wurde aber gleich darauf auf der Straße wieder festgenommen. * Köln, 23. Juli.(Der verlorene Sohn.) Gestern abend badete ein junger Arbeiter aus Kall im Rhein. Plötzlich verschwand er in den Fluten. Freunde glaubten, er sei ertrunken und meldeten es seinen Eltern, die den Sohn als tot betrauerten. Heute erhielten sie aber eine Nachricht, daß ihr Sohn in Düsseldorf sei. Er war in der Nähe von Mülheim von einem Dampser aufgesischt und nach Düsseldorf mitgenommen worden. * Köln, 24. Juli.(Verbrannt.) Heute morgen sand der Kolonialwarenhändler Fröhlich in Köln=Sülz den Tod durch Verbrennen. Er prüfte im Keller Spiritusslaschen nach ihrem Inhalt und hielt sie zu dem Zwecke gegen ein offenes Licht. Eine der Flaschen explodierte, der Inhalt ergoß sich über den Mann und geriet in Brand. Fröhlich erlitt so schwere Brandwunden, daß er nach wenigen Stunden starb. * Köln, 23. Juli.(Opfer der Hitze und des Badens.) Die große Hitze der letzten Tage hat zahlreiche Opfer unter solchen Leuten gefordert, die in erhitztem Zustande ein Bad im Rhein nehmen wollten. In den letzten Tagen sind im mittel= und niederrheinischen Gebiete zwanzig Personen durch Ertrinken zu Tode gekommen, Dienstag allein acht, die durchweg an verbotenen Stellen gebadet hatten. Die Behörden der einzelnen größeren rheinischen Städte erlassen eindringlich erneute Warnungen, das Baden in erhitztem Zustande sowie im offenen Rhein zu unterlassen, da beides große Gefahren in sich birgt.„ * Köln, 23. Juli.(Eine tostriche Submissionsblüte) förderte die Ausschreibung der Anstreicherarbeiten für die große Bahnsteighalle des Kölner Hauptbahnhoses zutage. Eine Bonner Firma wollte die umsangreichen Arbeiten für 12.500 Mark ausführen, während eine Kölner Firma für den Anstrich 115 000 Mark verlangte. * Köln, 24. Juli.(Defraudant.) Der auf dem„Imperator“ bei seiner Ankunft in Newyork verhaftete Aushilfsschreiber der Kölner Reichsbank, der bekanntlich mit 45000 Mark unterschlagener Gelder geflohen war, hatte bei seiner Verhaftung nur noch 2000 Mark in seinem Besitz. Ueber die übrigen 43000 Mark verweigert er die Auskunft. Der Verhaftete wird in den nächsten Tagen hier eintreffen. Montag, 27. Juli 1914. * Düren, 24. Juli.(Ein schrecklicher Unglücksfall) ereignete sich hier gestern. Als sich ein 9jähr. Schulknabe auf dem Schulwege von Oellersheim nach Eschweiler besand, geriet er auf bisher noch nicht aufgeklärte Weise unter einen Wagen. Eines der schweren Räder ging dem Unglücklichen über den Kopf. Die Leiche des Knaben wurde zur Totenhalle gebracht. * Nachen, 24. Juli.(Gasexplosion.) Gestern abend erfolgtee in einer Nadelfabrik eine schwere Gasexplosion, wodurch drei Personen leicht und eine schwer verletzt wurden. Ein Installateur, der in einem Kellerraum mit Reparaturen an dem dort stehenden Gasometer beschäftigt war, hatte nach der Arbeit den Gaszufuhrhahn ossen gelassen, so daß eine größere Menge Gas ausströmen konnte. Auf den Gasgeruch eilte u. a. ein Wächter mit einer brennenden Laterne herbei, wodurch das Gas zur Entzündung kam. * Saarbrücken, 25. Juli.(Vatermord und Selbstmord.) Gestern früh erschoß der 17jährige Ludwig Weber seinen Vater und dann sich selbst. Der junge Mann entwendete vor einiger Zeit seinem Vater über 2000 Mark und flüchtete damit. Heute früh kehrte er zurück. Er verübte nach einem heftigen Wortwechsel die grausige Tat. Luftschiffahrt. der im stellung Der Flug rund um die Erde, Anschluß an die Eröffnung der Weltausin San Franzisko veranstaltet wird, wird zweisellos die bisher größte Flugveranstaltung werden. Der Flug geht von San Franzisko über Chikago nach Neuyork, dann über Belle Isle nach Kap Farewell auf Grönland, von da nach Islands Hauptstadt Reikjawik, über die Faröer und Shetlands=Inseln wird London erreicht, Paris, Berlin, Petersburg, Moskau folgen, in Wladiwostok wird asiatischer Boden zum erstenmal berührt, Kobe und Tokio sind die nächsten Stationen, es folgen die Kuril=Inseln, Kamtschatka, Cammanderinseln, Aleuten, Sitka, Prince Rupert, Vancouver und Seattle, bis der Ausgangspunkt San Franzisko wieder erreicht ist. Bedenkt man, welch ungeheure Schwierigkeiten die Flieger zu überwinden haben werden, bedenkt man, daß sie für den etwa dreimonatigen Flug auch ein Wasserflugzeug unterhalten müssen, so erscheint der Preis im Betrage von 400000 Mark nur geringfügig. Der Flieger hat derartige Unkosten, daß ihm selber höchstens der vierte Teil zufällt. Gute Fahrt auch weiterhin! Der erste Luftschiffkapitän des Grasen Zeppelin, Georg Hacker, vollendete seine siebenhundertste Fahrt im Zeppelinschiff u. hat mit diesen Fahrten bei einer Fahrzeit v. 1728 Stunden die gewaltige Strecke von 85 000 Kilometer zurückgelegt. Hacher hat sämtliche große Fahrten der Zeppelinschifse, die Schweizer Fahrt, die Echterdinger Fahrt, die Münchener Sturmfahrt, die 38stündige Dauerfahrt und die erste Berliner Fahrt mitgemacht. 1910 trat er bei der„Delag“ als Fühver ein und ist der Reihe nach auf allen Schifsen der Gesellschaft gejahren. Aus dem neuesten Heft der„Photographie für alle": Ernteaufnahmen.— Die Luftperspektive in der Photographie.— Beitrag zur Prüsung von Momentverschlüssen.— Billige Selbstanfertigung eines Kamera=Ansatzes.— Rundschau.— Meinungsaustausch.— Bilderkritik.— Ratschläge für Anfänger.— Preis 25 Pf. pro Der Kampf um das Majorat Roman von Ewald Ang. König. „Wenn er sich dessen nicht erinnert, so—“ „Regen Sie sich nicht auf, ich werde den Zeugen Ihnen gegenüberstellen und in Ihrer Gegenhinaus und kehrte gleich darauf mit dem Grasen Morray zurück. Der Graf stutzte, als sein Blick an Dugooert siel, aber im nächsten Moment hatte er seine Fas„Welches Unglück, mein teurer Freund!“ sagte dem er den Anschein gab, als ob er die ihm „Wie können Sie nur das glauben? turze Haft Sie schout se e), Pgiel seziher GerichtsKommen wirzur Sache,. gie Haxauf aufrat ihm ins Wort.„Ich mache Eie emum, merksam, Herr Graf, daß Sie Ihre heutigen sagen mit einem Eide bekräftigum, yl,(eiger Graf Morray verneigte sich„ Fschen Sutiunung.„ von Darbo Sie waren von Herrn Dagobert von,u. bore zu einem Souperdes 26. eingeladen.." „So istr es, ich nahm die Einladung unter Vorbehalt an, Sie werden sich dessen noch erinnern, Herr Baron. Ich sagte Ihnen, Sie licherweise nicht in der Stimmung sein, gzlg, empfangen, in diesem Falle würde ich die dung als nicht geschehen betrachten. „Sie sagten mir auch, daß Sie an zenen Abe zu Fuß herauskommen und den Weg durch de Wald einschlagen würden.“ „Das habe ich auch gekau.“ „Ganz recht, und unsre Begegnung fand zwischen dem Försterhause und der Stadt statt. „Da Sie den Wald besser kennen müssen, als ich, so muß ich diese Behauptung als richtig annehmen, nickte der Graf, mit seinem Lorgnon spielend.„Sie waren sehr erregt, erzählten mir, daß Sie mit Ihrem Onkel eine ärgerliche Szene gehabt hätten und deshalb nicht in der Lage gewesen seien, die nötigen Anordnungen zum Souper zu treffen. „Und während ich Ihnen das sagte, fiel in der Ferne ein Schuß.“ „Das kann sein, ich erinnere mich dessen so „Wir horchten beibe eine Weile daranuf; sogte Dagobert mit schärferer Betonung,„dann fragten Ste mich, ob meine Büichse geladen sei, und als ich diese Frage bejahte, gaben Sie mir den Rat, den Schuß abzufeuern. Sie äußerten, ich könne meinem Vormund wieder begegnen und im len der Leidenschaften set eine umnüberlegte Tatrasch begangen. Ich spottete über diesen Rat, aber### feuerte dennoch den Schuß ab. Das Gesicht des Grafen war etwas fahler geworden, er klemmte das Lorgnon auf die Nase und ließ es wieder fallen. Sie sehen mich in einiger Verlegenheit, mein Freund,“ erwiderte er,„ich möchte Ihre Aussage gern bestätigen, denn ich kann mir wohl denken, wieviel von dieser Bestätigung abhängt. Aber ich vermag es nicht, ich will nicht beftreiten, daß ich Ihnen den Rat gegeben habe, aber ich erinnere mich nicht, daß die Büchse noch geladen war, und daß Sie den Schuß abgefeuert haben. So wollen Sie sich dessen nicht erinnern!“ brauste Dagobert auf.„Sie sagten sogar nach der Abfenerung des Schusses, Sie können unn unbesorgt von „Ich glaube, Sie verdrehen die Worte, die ich gesprochen habe, unterbrach Graf Morray ihu ruhig,„so schwach ist mein Gedächtnis nicht, daß ich mich jenes Schusses nicht erinnern müßte, wenn er wirklich gefallen wäre. Ich weiß nur, daß ich in großer Sorge um Sie war, als ich den Rückweg antrat, denn die Erregung, in der Sie sich befanden, ließ mich das Schlimmste befürchten. Herr Richter, die Aussagen dieses Zeugen sind falsch,“ sagte Dagobert mit bebender Stimme,„ich kann nur wiederholen, daß ich die volle Wahrheit gesagt habe, und daß dieser Mann von meinen Feinden erkauft sein muß!“ Daß ist eine schwere Beleidigung. Sie vurfen nicht verlangen, daß ich Ihretwegen einen Meineid auf mein Gewissen=ehmen soll.“ Geuug!“ sagte der Richter, als Dagobert eine heftige Erwiderung geben wollte.„Haben Sie noch eine Frage an diesen Zeugen zu richten, Herr Ba„Was würde ich dadurch erreichenP“ erwiderte Dagobert, dem Grafen einen Blick voll unsagbarer Verachtung zuwerfend.„Dieser Herr weiß, daß er lügt, er wird auch wissen, was ihm dafür geboten worden ist. Ich muß es Ihnen überlassen, ihn des Meineids zu überführen, meine Fragen würde er nur mit Lügen beantworten.“ „So muß ich Sie bitten, in Ihre Zelle zurückzu kehren," sagte der Richter, an der Glockenschnur ziehend,„Ihre Aussagen haben keine Bestätigung gefunden, also kann ich Sie auch nicht entlassen. Dagobert nahm schweigend, mit einer leichten Verneigung Abschied; den Grafen würdigte er keines Blickes. Sind Sie bereit, die Wahrheit Ihrer Aussagen zu beschwören?“ fragte der Gerichtsrat nach einer Pause.„„61„ Ich bin es, anlwollele der Graf. Sie haben gehört, daß der Angeklagte Sie eines Meineids beschuldigt!“....„ Der Zorn darüber, daß ich seine Aussagen nicht bestätigen wollte, veranlaßte ihn zu dieser Beschuldigung; müssen Sie das nicht begreiflich finden?“ sagte der Graf achselzuckend.„Er baute auf meine Freundschaft, er vertraute darauf, daß ich ihm diesen Gefallen erzeigen würde. Ehre und Gewissen verbieten mir, diesen Wunsch zu erfüllen.“ „Sie heißen Graf Stephan Morray. „Jawohl.“ „Wie alt?“ Sechtuchrebbe eg etuch „Vor kurzem weilte ein anbster Eich Stephan Morray hier—“ „Mein Vetter, nusere Väter waren Brüder. „So, so— man sagte mir, sein Haar sei flachsgelb gewesen.“ Der alte Inspektor, der dem Verhör im Nebenzimmer ungesehen beigewohnt hatte, war unbemerkt eingetreten, er stand hinter dem Zeugen. „Sie haben keine andern Freunde hier?“ fragte der Richter. ½ „Der Bankier Schreiber soll näher mit Ihnen bekannt sein—?“ „Ich mache Geschäfte mit ihm. „In welcher Weise?“ „Er diskontiert Wechsel, die ich auf meinem Bankier in Wien ziehe," sagte der Graf ungeduldig. „Ichverstehe, offen gesagt, nicht, was diese Fragen mit der vorliegenden Angelegenheit zu schaffen haben, ich möchte Sie bitten, mir den Eid abzunehmen und mich zu entlassen.“ „Sie weilen noch nicht lange hier?“ fuhr der Richterfort, ohne von dieser Bemerkungirgendwelche Notiz zu nehmen. „Nein und—“ „Bitte um Entschuldigung: was veraulaßte Sie, auf Haus Eichenhorst einen Besuch zu machen?" „Eine Aeußerung des Grafen Zichy, mit dem ich sehr befreundet bin. Er bat mich, dem Heren Baron Kurt von Darboren seine Grüße zu bringen. 214,10 Eine kleine Wichtigkeit vom der ja ein Kind des Südens ist, muß man in Deutschland das Dasein etwas erleichtern, damit er wohl gedeihen und gut fruchten kann. In weniger günstigen Lagen wird dem durch Winterschutz schon stattgegeben. Von weiterer, wesentlicher Wichtigkeit für die Reife und den Geschmack der Trauben ist möglichst reiche Sonnenbestrahlung. Das setzt ohne weiteres sonnige Lage voraus. Aber auch da muß zur Reifezeit noch nachgeholfen werden, dadurch, daß die Weinblätter, welche Trauben beschatten, entfernt werden. Doch dürfen diese Blätter hinwiederum nicht zu früh weggeschnitten werden, denn das würde nur schaden, weil es die Ernährung verminderte. Es darf nicht früher als zu Beginn der Reifezeit geschehen. Diese ist bei den verschiedenen Sorten verschieden und erstreckt sich auch über verschieden lange Zeit. Der Reifebeginn ist daran zu erkennen, daß die Beeren, die bislang grün und undurchsichtig waren, glasig und durchsichtig werden und sich je nach Sorte zu färben beginnen. Des ferneren wird der Ertrag an Gewicht und Güte verbessert durch das Ausbeeren der Trauben. D. h. alle Beeren, die am Reifebeginn noch zurück, die verkümmert und schwächlich, oder am Vertrocknen sind und die zu dicht stehen, werden sorgsam entfernt, und zwar so, daß die stehenbleibenden nicht verletzt werden. Diese letzteren gewinnen dadurch sehr an Größe, Zuckergehalt, Wohlgeschmack und Aroma, so daß der Gesamtertrag ein wesentlich günstigerer wird. Das Ausbeeren geschieht am besten mit besonderen Ausbeerscheren(siehe Abbildung), die vermöge ihrer Konstruktion die Arbeit sehr erleichtern, ohne die anderen Beeren zu verletzen. Sie sind nicht teuer und in jedem größeren Stahlwarengeschäft zu haben. Die Teltower Rübchen, auch märkische Rübchen genannt, haben sich im Laufe der Jahre reichlich Freunde erworben und werden jetzt vielfach, auch im Ausland, angebaut. Nichtsdestoweniger werden sie recht oft falsch kultiviert. Der Hauptfehler, den insbesondere der Laie begeht, ist der, daß er sie meist zu früh aussät, oft schon im Frühjahr oder doch im Frühsommer. Das ist falsch, denn infolge der Hitze schießen Sie lieben einen sandigen Gartenboden, der aber auf keinen Fall frisch gedüngt sein darf. Unter Umständen gedeihen sie allerdings auch auf schwerem Boden, sofern dieser gut gepflegt, insbesondere oft gelockert wird. Damit das Unkraut leichter bekämpft werden kann, ist es vorteilhaft, wenn die Aussaat in Reihen, die 20—25 cm Andaluster sie nur ins Kraut und in Samen und bringen keine Knöllchen. Die beste Auss aatzeit ist Anfang bis Mitte August. Lang=Schan Ed Minorka Spanter Teltower Rübchen. Die Mehltaupilze. Die Mehltaupilze schädigen die befallenen Obstsorten dadurch, daß ihr Mycel, auf den Oberflächen der Blätter, Triebe und Früchte lebend, seinen Nährstoffbedarf durch Saugwarzen aus dem Innern der Oberhautzellen entnimmt und dadurch das Braunwerden und Absterben verursacht. Die Mycel=Gespinste und die Fruchtträger zeigen sich dem Auge als grauer, feiner, mehlartiger Ueberzug, daher der Name Mehltau. Der echte Mehltau, auch Traubenkrankheit und Aescherich genannt, verbreitet sich sehr leicht. Man fand ihn zuerst in England; von dort wurde er in den 50er Jahren nach Frankreich, Tirol und Italien verschleppt, wo er verheerend auftrat, u. a. beinahe den gesamten Weinbau Madeiras ruinierte. Er befällt sowohl die grünen Triebe als auch Blätter und grüne Trauben. Das befallene Holz wie auch die Beeren und die Blätter werden braun=schwarz, die Beeren springen auf. Warmes, feuchtes Wetter kommt der Verbreitung des Pilzes zustatten. Besonders befällt er solche Reben, die üppiges Blattwerk aufzuweisen haben. Niedriggezogene Reben leiden weniger unter den Angriffen des Pilzes. Der falsche Mehltau oder die Blattfallkrankheit wurde durch amerikanische Reben eingeschleppt, die übrigens dem Pilz viel besser widerstehen als unsere einheimischen Edelsorten. Gewöhnlich zeigt sich der Schädling zuerst Ende Juni, und hat bis August seine größte Ausdehnung erreicht. Die kranken Rebblätter haben auf der Oberseite rostbraune Flecke, an der Unterseite weiße Flöckchen wie zarter Filz. Zuerst ist das Blatt nur stellenweise, meist am Rande, braun fleckig, nach und nach aber bräunt es sich ganz, wird dürr und stirbt ab. Hierdurch wird sowohl der Traubenertrag in bezug auf Qualität und Quantität verschlechtert als auch das Tragholz, das nicht ausreifen kann. Die weitere Folge ist, und zwar sowohl Echter Mehltau.(Oldium Tuckert.) auseknander liegen, geschieht. Der Samen ist ziemlich fein und wird daher, damit die Aussaat nicht zu dicht erfolgt, am besten mit Sand gemischt ausgestreut. Die Rübchen können bereits im Herbst geerntet werden; über ihre Zubereitung gibt jedes bessere Kochbuch Auskunft. Edelhühner. Unter Edelhühner versteht man im engeren Sinne die Mittelmeerhühner, die, mit wenigen Ausnahmen, in Größe und Gewicht unsere Landhühner erheblich übertreffen. Man nennt sie deshalb auch Großhühner, womit aber nicht die einer besonderen Gruppe angehörenden Riesenhühner gemeint sind. Die Mittelmeerhühner produzieren nicht nur mehr Fleisch, sondern auch mehr Eier als die Landhühner, aber es darf nicht verschwiegen werden, daß beides von geringerer Qualität ist. Dasspanische Huhn ist mit seiner stolzen, stattlichen Figur das schönste unter den Mittelmeer=Rassen. Der Kopf ist breit und hoch, Schädel groß, Schnabel kräftig, Kamm breit angesetzt, einfach, aber groß und aufrechtstehend, mit tiefgesägten, gleichverteilten Lappen, rot, Kinnlappen langhangend, groß, dünn, rot, Gesicht schneeweiß, federfrei bis an den Kamm, Ohrlappen sehr lang und hängend, breit, weiß, Hals hoch getragen, reich befiedert, Rücken kurz abfallend, Rumpf nach den Schultern breit, hinten schmaler, Lauf hoch und schlank, Gestalt sehr ebenmäßig, Gewicht 7 bis 8 Pfund; die Henne, die 5 bis 6 Pfund schwer wird, gleicht dem Hahne im weißen Gesicht, bei ihr fällt aber der Kamm stark über. Die schönsten Spanier sind die schwarzen mit starkem, grünen Metallschiller. Das Minorkahuhn erreicht das Spanier zwar nicht an Rassenschönheit; es ist aber ein sehr gutes Nutzhuhn beim echten wiebeim falschen Mehltau, daß die befallenen Pflanzen, stark geschwächt, wie sie sind, fast sicher dem Winterfrost zum Opfer fallen. Der Mehltau der Obstgehölze entsteht durch für jede Obstsorte verschiedene Pilzarten. Für Apfel, für Kirsche und Pflaume, Pfirsich und Aprikose, Himbeere, Stachelbeere, und sogar die Erdbeere hat ihren eigenen Mehltau, der so stark auftreten kann, daß ganze Pflanzungen verbrannt werden Mehltan an einem Pflaumenzweig. msissen, (Podosphaera tridactyla.) 44#es 0 Die Bekämpfung ist mühsam, aber aussichtsreich. Man sich jedoch, den Stachelbeermehltau, der bekanntlich oft und heftig auftritt, mit reinem, gemahlenem Schwefel zu bekämpfen, denn dieser verursacht häufig das Abfallen der Blätter. Außerdem wirkt dies nicht immer rationell. Man tut bei den Obstgehölzen gut, während des Winters alle befallenen Zweige abzuschneiden und diese sowie das abgefallene Laub zu verbrennen. Zum Bestäuben der Stachelbeeren eignet sich nur Kupferschwefelkalkpulver, das den Pilz zerstört, die Entwicklung von Blättern und Früchten aber nicht beeinträchtigt.,„„„... g 8hen mit Gegen den echten Meyltau hal sich das Bestauben mit feingemahlenem Schwefel ganz gut bewährt, ebenso wie die Anwendung von Kupferschwefelkalkpulver, hergestellt aus 10 pCt. kalziniertem Kupfervitriol, 20 pCt. gelöschtem Kalk und 70 pCt. feingemahlenem Schwefel. Mit dem Bestäuben sollte am besten begonnen werden sowie sich die jungen Triebe entfalten, ohne erst die Entstehung des Pilzes abzuwarten. Die Bestäubung muß sehr fein erfolgen, da sonst die Trauben2 beeren immerhin beschädigt würden. Das Schwefeln, wie U man beide Arten der Bestäubung nennt, vor und nach der hüte und und steht ihm in Färbung und Figur sehr nahe. Statt des Weißgesichtes hat es schöne rote Backen, nur die Ohrlappen sind weiß...,.„Jeichfalls Das Andalusier Huhn ist gleühsant ein guter Eierproduzent und kann auch als ein Seitenstück zum Spanier bezeichnet werden bis auf die Farbe, die bläulich=grau, heller oder dunkler, auch rötlich=grau oder aschgrau ist. Der Hahn hat einen mäßig großen, aufrechtstehenden Zackenkamm, die großen Kinnlappen und das Gesicht sind rot, die Ohrlappen weiß, Hals-, Rückenund Sattelfedern sind glänzend=schwarz oder dunkelpurpurfarbig; Gewicht bis 7 Pfund. Das Lang=Schan=Huhn entstammt nicht den Mittelmeerländern, sondern dem nördlichen China; es hat aber in Form, Farbe und Haltung viel Aehnlichkeit mit den vorgenannten, weshalb wir es hier anführen. Die Perlzwiebeln. Durch ihr Aussehen werden sie ihrem schönen Namen in vollem Maße gerecht. Aber viel mehr noch als das Auge erfreuen sie den Gaumen vermöge ihres pikanten, doch trotzdem zarten Geschmackes, sofern sie richtig eingemacht werden. Die Perlzwiebel ist die beste Einmachzwiebel und Konservenfabrikanten wissen sie besonders auch der langen Haltbarkeit wegen sehr zu schätzen. Ihre Kultur scheint aber noch weniger bekannt zu sein; diese ist aber nicht schwierig, sofern man über ein Stückchen freigelegenen Landes mit humosem Gartenboden verfügt. Dieser darf vor allem, das gilt übrigens für sämtliche Zwiebelarten, nicht frisch gedüngt sein, doch muß er im Vorjahr tüchtig Stalldünger erhalten haben. Die kleinen Zwiebelchen werden im August auf gut vorbereitete Beete gelegt, und zwar in Reihen, die 15—20 cm von einander entfernt sind, in den Reihen 5—8 cm, sowie 3 cm tief in ein Grübchen, das leicht mit Erde bedeckt wird. Das Beet wird alsdann vor allem von Unkraut frei gehalten und im Winter vorteilhaft mit Tannenoder Fichtenreisig bedeckt, doch ja nicht mit Stroh, denn damit würden nur die Mäuse angelockt. Im Frühjahr wird sorgfältig gelockert und gejätet und nach Bedarf ein wenig gegossen, doch dieses im Juni, wenn die Zwiebeln zu reifen beginnen, das zeigt sich am welkenden Laub, eingestellt. Die Ernte erfolgt im Laufe des Juli und muß genau abgepaßt werden. Die kleinen Zwiebeln sind nämlich zuletzt nur noch von der Haut der Mutterzwiebel eingeschlossen; solange diese noch hart und lederartig ist, wäre die Ernte zu früh. Sie darf erst geschehen, wenn die Haut und die Zwiebelchen trocken geworden sind, dann muß es aber so vorsichtig geschehen, daß die Haut nicht platzt und die Zwiebelchen nicht auf die Erde rollen, denn das einzelne Auflesen ist garmühsam. Perlzwiebeln. Blüte, darf nur bei trockenem Wetter erfolgen. Es ist notwendig, daß im ganzen befallenen Gebiet geschwefelt wird. Sollte der Wein einen schwefligen Geschmack erhalten, so muß er bald von der Hefe abgezogen werden; durch öfteres Abziehen verliert sich der Fehler. Das stehengebliebene Holz befallen gewesener Reben ist nach dem Rebschnitt im zeitigen Frühjahr mit einer 10 prozentigen Schmierseifenlösung, gemischt mit 2pCt. pulverisiertem Schwefel, abzuwaschen. Sowie man befallene Triebe sieht, müssen sie mit der Hand ausgebrochen werden. Man läßt sie in ein Gefäß mit denaturiertem Spiritus. fallen. Das Schwefeln muß trotzdem fortgesetzt werden.,.muf, man ehe.: Jur5 Den falschen Mehltau verampft man ebenso durch Kupferschwefelkalkpulver. Die Arbeiter, die dieses Gift ausstäuben, sollten ein Tuch vor dem Mund tragen. Die Krankheit tritt zuerst an den nahe an der Erde stehenden Blättern auf. Tritt nasses Wetter ein, so muß wieder gespritzt werden, und zwar mindestens bis Mitte August. Uebrigens nehmen die Trauben ziemlich viel von der Kupferverbindung auf, wodurch eine Verzögerung der Gärung eintritt. Es hat sich gezeigt, daß die Reben der Krankheit dort am besten widerstehen, wo der Boden reich an Kali ist. Man sollte also für eine entsprechende Anreicherung der Böden sorgen und das Bespritzen einige Jahre durchführen, wodurch alle Aussicht für die endgültige Vernichtung der Mehltaupilze geboten ist. Falscher Mehltau.(Peronospora viticols.) 4 1c 7)• redigiert von Lotte Sonntag. Wach auf! Wach auf, mein liebes Kind, Wach auf, wach auf geschwind! Die Sonne scheint ins Zimmer, Mein Kindchen schläft noch immer; Die Vögel draußen singen, Die Quellen lustig springen, Das Hündchen bellt im Garten, Will auf mein Kind nicht warten. Was schläft so lang mein Kindelein? Könnt' doch schon längst beim Spielen sein! Wach auf, mein liebes Kind, Wach auf, wach auf geschwind! Schon nicken herein die Ranken, Und die Birkenzweige, die schwanken, Sie flüstern: Wo bleibst du so lange? Und drüben am Bergeshange Die Lämmlein spielen und hüpfen; Jetzt mußt aus dem Bettlein du schlüpfen! Was schlief so lang mein Kindelein? Du könntest längst beim Spielen sein! Nun schlägt das Kind die Augen auf, Blickt zu dem Sonnenstrahl hinauf Und blinzelt dann und reckt sich Und voll Behagen streckt sich, Springt aus dem Bett in Eile, Und nach'ner kleinen Weile Ist's fertig, eilt zum Garten, Kann's gar nicht mehr erwarten. Was schlief so lang’ mein Kindelein? Es könnt' schon längst beim Spielen sein! Die Kartoffel. Die Kartoffel ist wohl das unentbehrlichste Gemüse, das wir haben. Wir können uns kaum ein Mittagessen ohne sie denken. Und doch ist sie in unserem Vaterlande erst seit etwas mehr als drei Jahrhunderten eingeführt. Sie stammt aus Amerika, von wo sie zuerst nach England, dann nach Spanien, Italien, Deutschland, Frankreich und anderen Ländern gebracht wurde. „Die Kartoffel, auch Erdapfel, Erd= oder Grundbirne genannt, gerät so ziemlich in jedem Boden, doch trägt sie in fettem Boden reichlicher, hat aber in magerem größeren Wohlgeschmack. Sie gehört zur Familie der Nachtschattengewächse(Solanacera), ist also eine Verwandte der giftigen Tollkirsche, des Stechapfels und auch der Tabakpflanze. Ihr Aeußeres ist unscheinbar, die rötlich, violett oder weiß gefärbten Blüten zeichnen sich weder durch besonders schöne Form noch Farbe aus, und die gelblich=grünen Früchte sind ungenießbar. Aber trotzdem ist die Kartoffel allgemein geschätzt und bietet reich und arm ein beliebtes und wohlschmeckendes Nahrungsmittel in den Knollen, die an ihren Wurzeln sitzen. Für den Armen ist die Kartoffel besonders wichtig, denn sie gerät fast in jedem Jahr und ist verhältnismäßig niedrig im Preise. Auch ist die Kartoffel ein wichtiges Nahrungsmittel für unser Vieh, sie gibt uns ferner Stärkemehl und dient zur Spiritusbereitung. Die Karioffel wird nicht gesät, sondern durch Setzkartoffeln fortgepflanzt. Dies sind Stücke von einer guten Sorte Kartoffeln, die einen Keim, ein sogenanntes Auge, enthalten müssen. Sie werden reihenweise in Löcher gelegt, wo man sie so lange wachsen läßt, bis das Kraut etwa handhoch ist. Dann werden die jungen Pflanzen gehackt und gehäufelt, damit die Erde den Wurzelstock bedeckt, und dieser mehr Knollen hervorbringt. Die sogenannten Frühkartoffeln werden bereits im August geerntet, die Winterkartoffeln erst im Oktober. Unreife Kartoffeln sind sehr ungesund, denn sie enthalten giftige Stoffe; die richtige Zeit, die Kartoffel zu ernten, ist erst dann, wenn das Kraut bereits vertrocknet ist. Dann zieht jung und alt mit der Kartoffelhacke ins Feld, die Männer hacken gewöhnlich die Kartoffeln aus, Frauen und Kinder sammeln sie in Säcke oder Körbe. Das trockene Kartoffelkraut wird angezündet, und in der Asche braten die Kinder die herrlich duftenden Knollen. Abends kommt dann der Wagen, und die Säcke oder Körbe werden aufgeladen und nach Hause gefahren, wo sie im Keller aufbewahrt werden. Doch muß dies sorgfältig geschehen, damit sie im Winter keinen Frost bekommen; denn gefrorene Kartoffeln schmecken unangenehm süß und faulen sehr bald. Es gibt viele Arten von Kartoffeln, weiße, gelbe, rote und blaue, lange und runde, große und kleine, mehlige und nbr. Ge Die Kartoffel hat unter allerlei Krankheiten zu leiden, unter denen die Kartoffelpest, durch einen giftigen Pilz veranlaßt, die schlimmste ist. Großen Schaden unter den Kartoffeln richtet auch zeitweise der Koloradokäfer an. Punkt=Aufgabe. ** Diese neun Punkte sollen so angeordnet werden, daß zehn Reihen entstehen, jede Reihe mit drei Punkten. Rechen=Aufgabe. 1. Eine Mutter will Nüsse unter ihre Kinder verteilen. Gibt sie jedem Kind 9 Stück, so bleiben 3 Stück übrig, gibt sie jedem 10 Stück, dann fehlen 5 Nüsse. Wieviel Kinder und wieviel Nüsse waren da? 2. Zwei Knaben pflückten zusammen 200 Nüsse. A. gibt dem B. 40 von den seinen ab, und nun hat jeder die gleiche Anzahl. Wieviel hatte jeder gepflückt? (Die Rullölungen der Rättel unw. erlolgen in der nächlten „Kinderlaube“. D. Red.) Austösungen der Rätsel aus der vorigen„Kinderlaube“: Kapselrätsel. 1 R—athen— om. 2 Art—ill— erie. Unterhaltungs=Beilage zu Nr. 173 Montag 27. Juli 1914. K Suriallta. Roman von A. von Crrstedt. (15. Fortsetzung) undulas Wuchs war elfenhaft zart, Hände und Füße klein und schön geformt. Aber neben der blühenden Vera glich sie einem Schatten, weshalb sie auch meistens unbeachtet blieb. Vera wartete, was selten geschah, heute auf ihre Schwester. Mit anderen Schulkameradinnen zusammen gingen sie nach Hause. „Freust du dich auf deine Geschenke?“ fragte Vera. * G u n d u l a n i c k t e.„ I c h b i n j a g e s p a n n t, w a s O n k e l Otto schickt. Er hat immer noch etwas besonders Hübsches für mich.“ „Sein Geschenk ist schon da,“ bemerkte Vera,„ich weiß, was du von ihm bekommst. Es ist etwas sehr Süßes, du hast es dir oft gewünscht. Kannst du raten?“ Gundula bekam ordentlich Herzklopfen vor freudiger Erwartung.„Was mag es nur sein?" fragte sie, „wenn ich es rate, sagst du es mir dann?“ „Ja, das will ich tun. Aber zu Hilfe komme ich dir nicht“„ 4—.(arharte, Gursuf. „Bitte, den Anfangsouchstaven, forverte Gundula. „Gibt's nicht. Rate du nur! Sobald du es heraus hast, rufe ich Hurra!".. e5mign, Die anderen Mädchen, teils Funfzeynjahrige, und Veras Freundinnen, teils solche aus einer unteren Klasse, bildeten einen Kreis um die beiden Schwestern. „Wird dein Geburtstag nicht gefeiert, Gundel?“ fragten sie,„hast du keinen eingeladen?“ „Mama wünschte es nicht,“ antwortete Vera rasch, „Gundel macht sich ja auch aus Gesellschaften nichts, sie ist am liebsten allein.“ Die Freundinnen sahen Gundula enttäuscht an. „Wir hatten dich doch auch eingeladen, du. Warum setzt du uns denn zurück?“ Gundula hätte nur zu gern eingeladen, aber ihre Stiefmutter hatte es untersagt.„Seid mir nicht böse darum,“ bat sie leise,„ihr wißt ja, daß ich oft sonderbar bin, ich will euch aber gewiß nicht kränken.“ „Kannst du raten?“ suchte Vera abzulenken. Gundula dachte ein paar Minuten nach.„Gewünscht habe ich mir vom Onkel zwei kleine, grüne Papageien, ich liebe diese Tierchen über alles, sie sind gar zu füß—., Lig Eitiche sind „Hurra!“ rief Vera,„geraten: Die Sittiche sind gestern schon eingetroffen, entzückende Tierchen, stundenlang könnte man ihrem drolligen Treiben zusehen!“ Mit einem Freudenschrei stürzte Gundula fort, die Schwester und die Freundinnen weit zurücklassend. Wie (Nachdruck verboten.) sie dahin, aufgelöst in tinderseliger besitzen war seit langem der Wind stürmte Erwartung. Ein Papageienpärchen zu Es harrte ihrer zu Hause aber noch eine andere Ueberraschung, die ihrem Leben eine neue Wenvung geben sollte.„„, M 8.54 Gegen eif Uhr vormittags war Besuch in die Villa Eicke gekommen, ein großer, schlanker Herr mit ergrautem Haupt= und Barthaar. Er machte den Eindruck eines Ausländers, trotzdem er fließend deutsch Er ließ sich Eicke melden, und als dieser die Karte des Fremden las, sprang er wie elektrisiert auf und eilte dem Gast mit ausgebreiteten Armen entgegen. „Otto, Bruder meiner unvergeßlichen Klara, willkommen, tau endmal willkommen!" Die Männer küßten sich und drückten sich in tiefer Bewegung die Hände.„. 9 Dann führte Eicke seinen Schwager in sein Zimmer und bat ihn, es sich hier einstweilen bequem zu machen. „Meine Frau ist leider nicht zu Hause,“ sagte er, vergeblich bemüht, seine Verlegenheit zu verbergen; „Bekannte, die keine Absage gelten ließen, zu einem Ausflug eingeladen. Ich habe soeben mit der Bonne zusammen Gundels Geburtstagstisch aufgebaut. Deine Sitsiche bilden den Glanzpunkt des Tages. Ich glaube, Gundel wird närrisch vor Freude, wenn sie die niedlichen Tierchen sieht.... Zunächst wollen wir frühstücken, und dabei kannst du mir erzählen, ob du direkt aus Hamburg kommst.“ Bald hatte der Diener auf der Loggia den Tisch gedeckt, und die beiden Herren, welche sich früher nie gesehen, saßen sich nun so vertraulich gegenüber wie alte, erprobte Feunde. „Ich will dir nur sogleich verraten, never Schwager,“ sagte der Deutsch=Amerikaner,„daß ich schon seit vier Monaten mich in Deutschland befinde, bereits eine Villa in einer größeren Provinzstadt angekauft und alles zum Empfange meiner Nichte vorbereitet habe. So wie die Verhältnisse hier liegen, kannst du auch nur zufrieden sein, wenn Gundula dein Haus verläßt, und ich hoffe, du wirst nichts dagegen haben, daß ich sie zu mir nehme. In meinem Hause soll sie eine neue Heimat finden. Und ich kann den Sonnenglanz, den solch ein junges Leben verbreitet, recht gut brauchen.“ „Du willst mir Gundula nehmen?“ fragte Eicke bestürzt,„und du weilst seit Monaten, ohne daß wir eine B8 5SE an S 2. 5 55 SSngS 2 S GSE S Ssek“s ## S Sgg PESLES S S S 05S2 2 S 5 5 # SLS 5 E5 Ahnung hatten, in unserer Nähe? Vielleicht hast du uns sogar heimlicherweise beobachtet?“ Otto Düren legte seine kräftige Hand auf Eickes Arm.„Es ist gut, Schwager, daß diese erste Aussprache zwischen uns allein stattfindet,“ sagte er ernst.„Wie ich aus Gundulas Briefen und aus allem, was ich bisher in Erfahrung gebracht, entnehme, liebst du deine jüngste Tochter zärtlich, bist aber nicht stark genug, um sie vor der Willkür und Lieblosigkeit deiner Frau zu beschützen. Und da kann es dir auch nur lieb sein, wenn die Schuld, die man an dem armen Kinde begeht, nicht noch größer wird.... Es war mein gutes Recht, daß ich mich über alles, was Gundula angeht, unauffällig informierte. Und ich will dir gewiß keinen Vorwurf machen. Anderseits aber hoffe ich, daß du mir keine Schwierigkeiten in den Weg legen wirst. Ich nehme Gundel zu mir, vollende ihre Erziehung, und mache dadurch in etwas gut, was ich gegen Mutter und Schwester gesündigt. Ich kann es jetzt kaum noch begrei en, daß ich den brieflichen Verkehr mit meiner Mutter so ganz abgebrochen habe. Aber die Scham, als einer vor ihr dazustehen, der nirgend feste Wurzel faßte, gewissermaßen als ein Abenteurer zu betrachten war, hielt mich vom Schreiben zurück. Tausendmal malte ich es mir aus, wie es sein werde, wenn ich eines Tages als reicher Mann, mit Geschenken beladen, vor sie hintreten könne. Als ob das Mutterherz nach Geld und Ehren fragt! Und als ich dann zendlich aufwärtsklomm, hatte sich meine Phantasie in Wiedersehensbildern erschöpft, und mein Gefühl war abgestumptt. Da hatte ich nur noch Sinn für die raffinierte Kunst, Geld auf Geld zu häufen, und das Andenken an die Mutter verblaßte mehr und mehr.“ „Wer den Kampf um Gold und Ansehen kämpft, kann nicht rechts noch links blicken," bemerkte Eicke, die Gläser von neuem füllend,„der Sinn wird härter und das gesamte Empfindungsleben stumpft ab. Ich kann dir aus deinem Verhalten keinen besonderen Vorwurf machen, Schwager; denn ich weiß, welchen Wandel wir in uns erleiden, während wir darauf aus sind, den Gewinn zu mehren.... Wenn ich die Geschäfts= und Börsenstunden hinter mir habe, sehne ich mich nach Ruhe und Frieden, und um mir diesen zu schaffen, ist mir jedes Mittel recht. Sollte ich auch noch den Kleinkram häuslicher Vorkommnisse mit durchleben, so könnte ich mich auf dem Geldmarkt nicht behaupten. Die Börse verlangt den ganzen Mann, und wer sich zersplittert, verscherzt sein Glück.“ Er bot seinem Gaste Zigarren und nahm gleichfalls eine Havanna.„Darum liebte ich Klara so mit ganzer Seele,“ fuhr er dann mit schwankender Stimme fort,„weil sie die Ruhe und den Frieden in sich verkörperte. Wenn ich nervös and gereizt nach Hause kam, konnte ich ohne Bedenken ihre Nähe suchen, ohne befürchten zu müssen, daß die Geister auseinanderplatzen könnten; schon ihr sanftes Lächeln tat mir wohl und beschwichtigte mich.“ „Hoffentlich ist Gundel ihr geistiges Ebenbild!“ lenkte Otto ab, da er die fliegende Röte seelischer Erregung auf Eickes verarbeitetem Gesicht gewahrte. „Ach, meine Gundel ist ein liebes, prächtiges Kind, und schwer kommt es mir an, mich von diesem meinem Augentrost zu trennen. Aber ich wäre ihrem Glück vielleicht hinderlich, wollte ich sie hier zurückhalten. Und ich wünsche meinem Liebling so von ganzem Herzen, daß sie aufblühe unter der zärtlichen Fürsorge jemandes, dessen alles sie ist, der für ihre Eigenart Verständnis besitzt."... Er zögerte, sprach aber doch aus, was ihm auf dem Herzen lag. „„Eugenie und ihre Kinder sind aus gröberem Stoff, vester Schwager, es wäre ihnen unmöglich, die feinen Regungen solch eines zart veranlagten Menschenkindes zu verstehen. Dazu kommen Neid und Eifersucht; denn sie wissen es, daß Gundula meinem Herzen näher steht, als sie alle. Was ist natürlicher, als daß sie ihren Groll gelegentlich an der Wehrlosen auslassen? Soviel ich kann, schütze und schirme ich sie. Aber was vermag ich denn? Offene Parteinahme würde Gundel nur schädigen. Die Klugheit verlangt, daß ich ein Auge zudrücke, oft mich blind und taub stelle. Denn die Geister der Zwietracht entfesselt, lassen sich nie wieder ganz beschwichtigen.... Gundel klagt niemals, und ich tröste sie nicht. Aber ich weiß, daß sie leidet, und sie ist überzeugt, daß ich ihr zu Hilfe kommen würde, wenn es in meiner Macht läge. Auch dieses stumme Verständnis neiden sie uns. Für Gundel ist es ein Glück, wenn sie aus diesen unhaltbaren Verhältnissen herauskommt. Das arme Kind! Es ist so reich veranlagt. In dieser Umgebung aber können sich seine Geistesgaben nicht entfalten. „Nach dem, was du andeutest, muß ich annehmen, daß ich gerade noch zur rechten Zeit gekommen bin, um größere Schuld, als ich sie je begangen, zu verhüten. Vielleicht auch ist es schon zu spät, und vieles verkümmert, was auch bei sorgfältiger Pflege nicht mehr zur Vervollkommnung gelangen kann,“ sagte der Deutsch=Amerikaner finster.„O wäre ich früher gekommen! Aber ich glaubte sie ja gut aufgehoben, die Tochter meiner einzigen Schwester, und hätte mir bei einigem Nachdenken doch sagen können, wie notwendig meine Anwesenheit hier war.“ Er war aufgestanden und durchmaß erregt die geräumige, mit Blumen herrlich geschmückte Loggia. Es war schön hier, und die Heimat umspann ihn mit süßem Zauber. Die Zweige einiger Kastanien bildeten ein schwankes Laubdach, das sich über die ganze Loggia ausdehnte. Goldig glänzte der Kies der wohlgepflegten Gartenwege, an tiefgrünen Rasenflächen und köstlichen Rosenstämmen konnte das Auge sich erfreuen. Ja, es war schön hier, und inmitten all der Pracht hatte die Seele des armen Kindes wer weiß wie bittere Qual gelitten, und keiner war gekommen, ihm zu helfen. Wer hatte da unverantwortlicher gehandelt, der eigene Vater, oder ihr einziger Verwandter? Doch der Zeiger rückte vor, und Düren hatte sich vorgenommen, seine Nichte zu überraschen. Er reichte seinem Schwager die Hand.„Wir sind alle mehr oder weniger von einem Ring von Verhältnissen umgeben, aus dem wir uns nur schwer befreien können. Seit Jahren war es mein fester Entschluß, nach Deutschland zurückzukehren, und doch konnte ich nicht früher als vor einigen Monaten loskommen. Also wird es wohl so haben sein sollen. Das ist ein schwacher Trost, aber doch besser als keiner. Und nun, lieber Schwager, führe mich an Gundels Geburtstagstisch, ich habe hier noch ein kleines Geschenk für sie.“ Er zog ein Etui aus der Tasche und zeigte seinem Schwager eine wertvolle, entzückende Damenuhr an langer, goldener Kette. Eicke sprach seine Bewunderung aus, und dann betraten beide Herren Gundulas Zimmer, in welchem der Gabentisch aufgebaut war. An der Tür verscheuchte Eicke eine große Tigerkatze, ein wahres Prachtexemplar, welches mit funkelnden Augen nach dem geräumigen Käfig aus Silberdraht hinüberblinzelte, in welchem das Papageienpärchen sein possierliches Wesen trieb. Auf dem Tisch standen in hohen Vasen ein paar langstielige Rosen, darunter eine Schokoladentorte, Stoff zum Kleide, Wäsche und Handschuhe. Da war nichts, was einem Kinderherzen Freude bereiten konnte. Nicht die bedürftigste Mutter aus dem Arbeiterstande beschert ihrem Kinde so armselig, wie Eugenie es hier getan hatte. (Fortsetzung folgt.) sighuusch W„u“ S 2 5 83 * E S2n 16 S:2 8 8 5 S 10 S S 8s S S 9"2 5 8 9n 5 22 1 S 00 8 5 DESEER 12 2 8 85 S 8. 5 55 * Sau S S 5 K.G..3. * TL 5„ S 0.* ".*#— 2 — S 855 S SSG. #8 5 4 Denkspruch. Nicht was wir geden, sondern wie wir es geben, bestimmt den Wert der Gabe. Nur wahre Nächstenliebe adelt die Wohltätigkeit. . k. v. Weech. Ferienfreuden. Humorestke von Marie Scheller. (Fortsetzung.)(Nachdruck verboten.. "„O du grüne Neune,“ rief mit komischem Eutjetzen der Oberlehrer.„Das ist eine schöne Bescherung, was sagst du dazu, Frau?“ Frau Werner, die zwar mit tiefem Kummer ihre schönen Ferienpläne in das Wasser fallen sah, konnte doch nicht umhin, laut aufzulachen. „Ich sage, daß du mit deiner festen Zuversicht auf die fette Erbschaft gründlich hereingefallen bist, lieber Karl, und daß du keine Einnahmen, sondern recht fühlbare Ausgaben durch den Besuch unserer lieben Tante haben wirst.“ unserem Bergaufenthalt ist es natürlich nichts, armer Bubi!“ sie faßte zärtlich nach dem Lockenkopf ihres Jungen,„du hattest dich so sehr darauf gefreut.“ Dieser machte große Augen.„Mama,'s geht nicht auf den Berg? Papa hat aber doch gesagt“— .„Ja, ja, mein lieber Junge, aber es wird nichts daraus, Tante Auguste kommt, da können wir nicht sertigshen: pir 1161 Laut aufschluchzend begann Fritzchen zu jammern und zu schreien.„Die alte Tante soll nich kommen, mit Waldmann und der Ziege spielen, ich „Du machst mich verrückt, Bengel, mit deinem Gemarsch,'naus,“ und mit einem kräftigen Ruck schob der Vater den heulenden Jungen zur Tür hinaus. Es waren aber nicht die einzigen Tränen, die von Fritzchen an diesem denkwürdigen Nachmittag vergossen worden. Denn Minna, die Küchenfee, saß in ihrer Kammer und weinté und schluchzte in ihre Schürze zum Steinerweichen.„Ja, wenn sich unsereins nur mal auf was freut, da wird allemal nischt daraus, unsereins soll einmal nischt haben auf der miserabligen Welt!" .#. Die einzige, die bei dem allgemeinen Jammer gefaßr bliev, war Frau Werner; sie bestellte im Hotel das Essen ab, sagte der Aufwärterin wieder auf und rüstete das Fremdenzimmer, es noch mit allerlei Bequemlichkeiten versehend, wie eine alte Dame sie gern hat; denn was tut man nicht einer Erbtante zuliebe! Wenn nun am anderen Tag Regenwetter eingetreten wäre, hätte man sich leichter in die veränderte Situation gefunden, aber es war das herrlichste Wetter, so recht verlockend, hinauszuziehen ins Freie, in Gottes schöne Natur. Doch bei Oberlehrers gab es weder Zeit noch Lust dazu. Werner ging umher wie ein brüllender Löwe, den suchend, den er verschlingen könnte, Fritzchen saß noch halbverzweiselt auf seinem Sandhaufen im Carten, des Festgewandes nicht achtend, und erzählte Nachbars schwarzem Kater sein Herzeleid. Selbst Minna, die robuste, schien heute Nerven zu haben; denn anders als durch hochgradige Nervosität konnte man es doch nicht entschuldigen, wenn bald ein Teller, bald ein Glas ihren zitternden Händen entfiel und auf den Küchenfließen zerschellte. Kaum hatte sich der Oberlehrer zu einem kleinen Mittagsschläfchen ausgestreckt, so weckte ihn die Hand der Gattin. „Mann, steh auf, du mußt nach dem Bahnhof, der erste Zug von Waldheim kommt 2½ Uhr an.“ Mit einer Verwünschung erhob sich der Gestörte, um seinen Gast einzuholen. „Sei nett zur Tante, Karl,“ ermahnte ihn seine Frau,„denk' an die Erbschaft.“ Ein dumpses Gebrumme war seine Antwort. Frau Werner hatte inzwischen den Kaffeetisch recht einladend gedeckt, im Garten einen köstlichen Strauß Rosen geschnitten, den Fritz der Tante bei ihrer Ankunft überreichen sollte, und diesem mit vieler Mühe beigebracht, dabei zu sagen:„Willkommen, liebe Tante, ich freue mich sehr, daß du da bist." Jetzt spähte sie zum Fenster hinaus nach ihrem Gast, aber siehe da, eben bog ihr Mann allein in die Straße ein, die Tante war also noch nicht angekommen. Oberlehrers Laune hatte sich bei dem vergeblichen Weg in der drückenden Julihitze durchaus nicht gebessert, und die Aussicht, auf oas Ungewisse hin ihn zu wiederholen, war auch nicht dazu angetan, in ihm die Freude über den Besuch zu erwecken; als er aber gegen Abend abermals unverrichtetersache zurückkehrte, erklärte er seiner Frau: „Nicht zehn Pferde bringen mich jetzt wieder aus dem Hause— solche alte Schraube! wenn sie seierlich eingeholt sein will, mag sie ihre Ankunft gefälligst genau melden; wird den Weg auch ohne mich finden.“ "„Aber Karl, bedenke doch!“ „Nichts bedenke ich, rede nur kein Wort weiter, hab' die ganze Geschichte schon bis an den Hals- satt; fehlte mir gerade noch, wie ein Droschkengaul immer hin und her zu rennen und den Sonnenstich zu triegen!" Dabei schmetterte er die Tür zu und zog sich in sein Zimmer zurück. „Ein hübscher Ferienansang,“ dachte die junge Frau und setzte sich in die Sojaecke, um ein ganz klein wenig auszuruhen; die große Hitze machte auch zu matt. „ Da.— sie hatte wohl geträumt— rief jemand ihren Namen, und gleich darauf fühlte sie sich am Arm gefaßt. „Frau Oberlehrer, Frau Oberlehrer, wachen Sie doch auf, ein Wagen hält vor der Tür!“ Es war das Mädchen, die Minna, die ganz erschrocken vor ihr stand. „Um Himmels willen, die Tante! und es war niemand an der Bahn.“ Mit diesem Schreckensruf fuhr die Schläserin in die Höhe.„Rasch, Minna, hilf der Frau Oberamtmann aussteigen, ich wecke meinen Mann.“ Gleich darauf erschallte ihre Stimme im stärksten Forte in der Schlafstube: „Mann, Karl, steh auf! Die Tante hält unten im Wagen.“ „Heiliger Antonius! Frau, rasch meinen Rock!“ und erst in einem Aermel steckend, flog der Oberlehrer mehr als er ging, die zwei Treppen hinunter. Minna, deren Nervosität sich bei der Aussicht auf ein gutes Trinkgeld gänzlich verloren, stand unten am Wagen, balancierte auf der einen Hand ein halbes Dutzend Schachteln, Schirmhüllen usw., mit der anderen half sie einer etwas korpulenten Dame beim Aussteigen, die, puterrot im Gesicht vor Hitze und Erregung, den eben herbeistürzenden Oberlehrer höchst ungnädig anhauchte: „Na, das ist ja ein schöner Empfang, Herr Neffe, komme da vor einer halben Stunde, mehr tot als lebendig von der langen Reise, auf dem Bahnhof an und finde keine Menschenseele, die mich erwartet. Ich dächte, so viel Rücksicht hätte man einer alten, reichen“— „Entschuldige tausendmal, liebe Tante, aber das ist nicht meine Schuld, du vergaßest die Stunde deiner Ankunft anzugeben, und nachdem ich dreimal den Weg nach der Bahn gemacht"— „Na ja, ich gebe grundsätzlich nicht eine bestimmte Zeit an; ich dachte, den jungen Leuten, Stubenhockern wie du, schadete solch kleiner Weg nicht.“ (Fortsetzung folgt.] uis bune Die poltische Eituation ist sehr ernst sich aus dem österreichisch=serbischen Konflikt ein allgemeiner Meltkrieg entwickelt, so ist doch noch gar nicht abzusehen, Verlauf die Dinge nehmen werden.— In dieser erniten Zeil ist es die vornehmste Pflicht einer gut geleileten Zeitung, ihre Leser stets auf dem Laufenden halten und über die Vorgänge aus dem Welttheater schnell und zuverlässig zu unterrichten. Die Zeillug ist sich dieser Aufgabe voll bewußt und hat einen besonderen Nachrichtendienst eingerichtet, und auch sonst Vorsorge getroffen, um alle eintressenden Meldungen durch Extrablätter 2c zur Kenntnis ihrer Leser zu bringen. Wer daher über alle Vorgänge aus dem Kriegsschauplatz schnell und zuverlässig unterrichtet sein will, der bestelle die Schwerter die monatlich nur 60 Pfennig kostet.— Bestellungen werden jederzeit entgegengenommen. ist diese hohe Zahl von Personen, die sich der Gestellungspflicht entziehen, in der Hauptsache auf das durchaus unzulängliche und lässig gehandhabte Erkennungsverfahren zurückzuführen, das dringend reformbedürftig sein soll. Italien. Verzicht auf den italienischen Eisenbahnerstreik. Das italienische Eisenbahner=Zentralkomitee in Mailand teilte am Donnerstag nach seiner Sitzung der Presse nur den Beschluß mit, daß das Komitee für die Unterstützung der gemaßregelten Genossen gesorgt habe. Die Eisenbahner wurden aufgefordert, für die Entlassenen einen Tagelohn zu spenden. Nach dem„Corriere de la Sera“ hat das Komitee serner im Prinzip den Generalstreik beschlossen, den Zeitpunkt aber späteren Beschlüssen vorbehalten. Die römischen Blätter sind der Ansicht, daß die Möglichkeit eines Eisenbahnerstreikes vollkommen beseitigt sei. Der Dienst auf den Eisenbahnen sei nach wie vor vollständig normal. Man glaubt, daß die Vorbereitungen der Regierung die Eisenbahner von dem Streikgedanken abgebracht haben. Vereinigte Staaten. Die Eröffnung des Panamakanals. Kriegssekretär Gorrison kündigt an, daß der Panamakanal für Schifse, die nicht über 30 Fuß Tiefstand haben, am 15. August eröffnet werden wird. Die amtliche Eröffnung des Kanals soll im März 1915 erfolgen. Mexiko. Ein Waffenstillstand in Mexiko? Präsident Car bajal erklärte, der Waffenstillstand sei zwar noch nicht unterzeichnet, doch würden Maßnahmen für eine endgültige friedliche Lösung getrofsen werden. Die in der Hauptstadt stehende Truppenmacht beläuft sich auf 20000 Mann mit sochzig Geschützen. Wie ferner aus Washington gemeldet wird, vertritt Staatssekretär Bryan auf Grund einer Meldung des amerikanischen Konsuls in El Paso die Ansicht, daß alle Gerüchte von einem Bruche zwischen den Generalen Villa und Carranza unbegründet sind. * Aegypten. Revolverattentat auf den Khedive. Der Khedive von Aegypten wurde während seines Aufenthaltes in Konstantinopel das Opfer eines Attentats. Ein nationalistischer arabischer Student, der Helfershelser hatte und von dem Gefolge auf der Stelle niedergimacht wurde, verletzte den Khedive im Gesicht und an den Armen leicht. Würde haben. Ich trinke auf das Wohl Eurer Majestäten, Ihrer Majestät der Kaiserin Maria Feodorowna, Seiner Kaiserlichen Hoheit des Großfürsten=Thronfolgers und der ganzen kaiserlichen Familie, ich trinke auf den Ruhm des russischen Kaiserreiches. Kaiser Nikolaus antwortete: Herr Präsident! Indem ich Ihnen für Ihre liebenswürdigen Worte danke, lege ich Wert darauf, Ihnen noch einmal zu sagen, wie viel Vergnügen wir davon gehabt haben. Sie unter uns zu ssehen. Wenn Sie nach Frankreich zurückgekehrt sind, so wollen Sie, bitte, Ihrem schönem Lande den Ausduck treuer Freundschaft und herzlicher Sympathie ganz Rußlands überbringen. Das verabredete Vorgehen unserer beiden Diplomatien und die Brüderschaft, die zwischen unseren beiden Armeen zu Lande und zu Wasser besteht, werden die Ausgaben unserer beiden Regierungen erleichtern, die dazu berufen sind, über die Interessen der beiden verbündeten Völker zu wachen, indem sie sich für das Friedensideal begeistern, das unsere beiden Völker im Bewußtsein ihrer Stärke sich gesetzt haben. An Bord dieses schönen Schisses, das den ruhmreichen Namen France trägt, lege ich Wert darauf, ganz besonders die tapfere französische Marine in die Wünsche einzuschließen, die ich ausspreche, indem ich mein Glas erhebe auf Ihre Gesundheit, Herr Präsident, und auf den Ruhm und das Wohlergehen Frankreichs. Die amtliche russische Stimme. gibt ein Gesamtresümee über den Verlauf der Petersburger Zusammenkunft in folgender von der „Petersburger Telegraphen=Union“ verbreiteten Erklärung: „Der Besuch, den der Präsident der französischen Republik soeben dem Kaiser von Rußland gemacht hat, gab den beiden befreundeten und verbündeten Regierungen Gelegenheit. die vollkommene Gemeinsamkeit ihrer Ansichten über die verschiedenen Probleme festzustellen, vor welche die Sorge um den allgemeinen Frieden und für das europäische Gleichgewicht die Mächte, namentlich im Orient, stellt.“ Aus Stadt und Umgebung ** Schwerte, 27. Juli. **(Wegen Stoffandranges) mußten verschiedene Die Peiersburger Abschiedsreden. Petersburg, 25. Juli. Nach dem Frühstück begaben sich gestern der Kaiser und Präsident Poincaree nach Peterhof und fuhren von dort um 6 Uhr 30 Min. abends an Bord der Jacht Alexandra nach Kronstadt. Um 7 Uhr 30 Min. war an Bord des französischen Panzerschiffes France ein Festmahl, bei dem Präsident Poincaree folgenden Trinkspruch ausbrachte: Sire! Ich will mich nicht von diesen Gestaden entsernen, ohne Eurer Majestät nochmals zu sagen, wie sehr ich gerührt bin von der reizenden Herzlichkeit, die Eure Majestät mir während des Ausenthalts bezeigt haben, u. von dem warmen Empfang, den ich von seiten des russischen Volkes gehabt habt Mein Land wird in diesen Beweisen der Aufmerksamkeit, mit denen ich überschüttet worden bin, ein neues Unterpsand sehen für die Gefühle, die Eure Majestät immer Frankreich gegenüber gezeigt haben, und eine nachdrückliche Bestätigung des unlöslichen Bündnisses, das Rußland und mein Frankreich eint. Gegenüber allen Fragen, die täglich an die beiden Regierungen herantreten, und welche die verabredete Tätigkeit ihrer Diplomatien erfordern, ist es immer zu einer Uebereinstimmung gekommen und wird immer wieder dazu kommen, mit um so größerer Leichtigkeit, als die beiden Länder manchmal die Vorteile, die jedem von ihnen durch diese regelmäßige Zusammenarbeit verschaftt worden sind, erfahren haben, und als sie beide dasselbe Ideal des Friedens in Kraft, Ehre u. Lokalartikel für die morgige Nummer zurückgestellt werden. **(Die Hundstage) entsprechen bis jetzt wenig dem Charakter, den man ihnen gewöhnlich zuschiebt. Während bis zum 22. Juli eine fast unerträgliche Gluthitze herrschte, fand mit dem 23. Juli, dem Beginn der Hundstage, eine sehr erhebliche Abkühlung statt, so daß erfrischende Kühle herrscht. Dabei hat Regenwetter eingesetzt. Wenn auch eine Abkühlung für das menschliche Wohlbefinden sehr angenehm war, so ist doch für die Ernte. die vor der Tür steht, Trockenheit und Wärme erwünscht. Bis jetzt sind die Aussichten für eine gute Ernte die denkbar günstigsten. (Die Nachrichten über den drohenden Ausbruch des Krieges) zwischen Oesterreich und Serbien, der leicht zu einem allgemeinen Weltbrand sich entwickeln kann, haben gestern in der ganzen Stadt ungeheure Aufregung hervorgerusen. Ueberall wurden die Ereignisse besprochen, und vor allen Schaufenstern, in denen unsere gestern im Lause des Tages herausgegebenen Extrablätter angeschlagen waren, bildeten sich dichte Gruppen, und auch in den Lokalen gab es nur ein Thema: die Kriegsgefahr! Sogar das Schützenfest trat hiergegen in den Hintergrund. Unser Telephon wurde den ganzen Tag über bestürmt, jeder wollte etwas Neues wissen.— Ein Wort des Dankes gebührt der Postverwaltung, welche durch überaus liebenswürdiges Entgegenkommen und durch schnellste Herstellung der telephonischen Verbindungen uns unsere Aufgabe sehr erleichterte. **(Schüler=Beförderungsscheine auf der Eisenbahn.) In letzter Zeit ist an den mit Privatpersonen besetzten Haltepunkten der Eisenbahn von Lehrern usw. häusiger die Ausfertigung von Schüler=Beförderungsscheinen verlangt worden. Diese Haltepunkte können aber solchen Anträgen nicht entsprechen. Um Unannehmlichkeiten aus dem Wege zu gehen, wird den Leitern der Schulausflüge empfohlen, auf der Reise=Antrittsstation sofort einen Beförderungsschein für Hin= und Rückfahrt ausfertigen zu lassen. **(Der Gewerkverein) der deutschen Maschinenbau= und Metallarbeiter(Hirsch=Duncker), Ortsverein Schwerte, feierte gestern sein 33. Stiftungsfest im Lokale des Herrn Köster an der Wilhelmstraße. Die Beteiligung an der Feier war eine recht rege, und bei einem guten Konzert der Kapelle MusSchwerte verlebten die Festteilnehmer einen sehr vergnügten Nachmittag. In seiner Festrede, die einen Glanzpunkt der Feier bildete, wies Herr Braun=Dortmund, der Bezirksleiter, insbesondere auf das musterhaft ausgebaute Unterstützungswesen der deutschen Gewerkvereine hin und betonte die Pflicht der Arbeiterschaft, sich in Organisationen zusammenzuschließen. An der Hand von Zahlen konnte der Redner nachweisen, wie viele Not durch die Kassen der Gekwerkvereine bereits gelindert worden sei, wie überhaupt segensreich die deutschen Gewerkvereine seit ihrer Gründung gewirkt hätten. Mit einem brausend aufgenommenen Hoch auf die deutschen Gewerkvereine schloß Redner seine treffliche Ansprache. Ein flotter Festball beschloß die gemütliche Feier. *(Personalien.) Herr Bürgermeister Nohrmann ist von seinem Urlaub zurückgekehrt und hat mit dem heutigen Tage die Dienstgeschäfte wieder übernommen— Herr Kreisschul=Inspektor Stader ist vom 25. Juli bis zum 22. August beurlaubt. Seine Vertretung haben die Landräte und Ersten Bürgermeister in Hörde und Iserlohn übernommen. *(Turnfest.) Das gestrige Sommerfest des Schwerter Turnvereins, des ältesten Turnvereins unserer Stadt, stand unter einem glücklichen Stern, und hat einen in jeder Hinsicht hochbefriedigenden Verlauf genommen. Trotz des Schützenfestes und des gerade nicht besonders günstigen Wetters hatte sich das allbeliebte Turnfest eines guten Besuches zu erfreuen. Nach einem schneidigen Festzuge, der sich gegen 2 Uhr unter den belebenden Klängen der Kapelle des MilitärMusik=Instituts aus Unna in Bewegung setzte und der dem Zuschauer angesichts der straffen und doch ungezwungenen Haltung der Turner eine wahre Augenweide bot, begannen um 5 Uhr die turnerischen Darbietungen im Festlokal(im„Reiche des Wassers"). Dieselben standen wie immer auf gewohnter Höhe; Freiübungen und Geräteturnen wechselten mit einander ab, und zeigten, mit welchem Erfolge im„Schwerter Turnverein“ an der allgemeinen Durchbildung des Körpers gearbeitet wird. Sowohl die Männer= und Zöglingsriegen, wie auch die Damen=Abteilung boten ihr Bestes, und der reichlich gespendete Beifall war ein durchaus wohlverdienter. Während des Turnens, bei welchem die Festmusik mit einem sorgfältig ausgewählten Konzert=Programm aufwartete, brachte der Vereinsvorsitzende Herr Protz nach einer beredten Würdigung der edlen Turnsache, die sich aus dem kleinen von Ludwig Jahn gelegten Samenkorn zu dem jetzigen gewaltigen Baum entwickelt habe, und einer kurzen Streifung der ernsten Zeitlage, dem Kaiser, als dem Förderer jeglicher Leibesübungen, ein jubelnd aufgenommenes„Gut Heil" dar. Ein frisch=fröhlicher Turnerball beschloß die schöne Feier. Dem Schwerter Turnverein wünschen wir für die Zukunft ein weiteres Blühen und Gedeihen und daraufhin ein kräftiges„Gut Heil!“ **(Von einem schweren Unfall) wurde am Samstag der Walzer C. Risse aus dem Klusenweg betrofsen. Ein aus der Walze kommender glühender Eisndraht traf ihn so unglücklich an den Hals, daß die Schlagader durchschnitten wurde und das Blut in hohem Bogen emporspritzte. Nach Anlegung eines Notverbandes wurde der Verunglückte ins katholische Krankenhaus gebracht. Sein Zustand ist sehr ernst.— Von einem weiteren Unfall wurde der Schlosser Wilh. Heierhoff betrossen. Demselben fiel im Stangenzug ein schweres Stück Eisen so unglücklich auf den Fuß, daß ihm zwei Zehen vollständig abgequetscht wurden. ** Holzen, 25. Juli.(Abgewiesen.) Der Kaufmann Ewald Jacobs hatte sich um die Erteilung der Wirtschaftskonzession in dem Ortsteil Rosen beworben. Die Bedürfnisfrage wurde jedoch von der Polizeiverwaltung Westhosen verneint, und auch der Kreisausschuß des Landkreises Hörde, der sich neuerdings mit der Sache zu beschäftigen hatte, kam zu keiner anderen Entscheidung. Bei zirka 1600 Einwohnern besitzt dev Ortsteil Rosen zwei Wirtschaften. ** Westhosen, 27. Juli.(Verkehrswünsche.) Infolge Aufforderung durch die Königliche Eisenbahndirektion in Elberseld hat der hiesige Verkehrs= und Verschönerungs=Verein in einem umfangreichen Schriftstück dem Verbande Westjälischer Verkehrsvereine in Dortmund seine Wünsche bekannt gegeben, die er bezüglich Ausstellung des Entwurfs zum nächstjährigen Personenzug= Fahrplan zu berücksichtigen bittet. Es handelt sich u. a. um bessere Zugverbindungen von und nach Hagen und Dortmund, besonders auch darum, daß Einrichtungen getrofsen werden, welche es ermöglichen, daß der Hohensyburg=Verkehr mehr als wie es bisher der Fall war, von Dortmund über Schwerte direkt nach hier geleitet wird. Wir hossen, daß die eingehend und sorgfältig bearbeitete Eingabe Beachtung finden und den gewünschten Ersolg haben wird. * Hörde, 25. Juli.(Straßenbahn über den Remberg nach Schüren.) Einstimmig hat die Stadtverordneten=Versammlung die Vorlage des Magistrats angenommen, von der Chausseestraße in Hörde durch den alten Stadtteil über den Remberg an der Zeche„Freie Vogel“ vorbei eine Straßenbahn nach Schüren zu bauen. Die Bahn soll in Schüren durch die neue Kolonie geführt werden und bei der Wirtschaft enden. Voraussichtlich wird die Bahn von der Allgemeinen Lokal= und Straßenbahngesellschaft zu Berlin ausgeführt. Unverzüglich soll die behördliche Genehmigung nachgesucht werden. —— Bürger=Schützenfest Schwerse. Wir schlossen unsern Bericht am Samstag mit der Bekanntgabe des an Se. Majestät unsern Kaiser aus Anlaß des prächtigen Schusfes des Schützenoberst Herrn Balster gerichteten Telegramms. Wenn wir nun in der Schilderung des Festverlaufs fortfahren, so können wir berichten, daß es gar nicht lange dauerte, bis der Vogel auch seiner weiteren Attribute entkleidet, war. Die Schützen Westhelle und op den Winkel taten die glücklichen Schüsse; ersterer holte den Reichsapsel, letzterer das Szepter herunter. Das Schießen wurde durch ein gemeinsames Mittagessen, welches der Kochkunst des Festwirtes, unseres früheren Mitbürgers Brückner aus Hagen, alle Ehre machte, unterbrochen und im Laufe des Nachmittags fortgesetzt. Das Leben und Treiben auf der Festwiese litt allerdings beträchtlich durch die periodisch niedergehenden Gewitterregen; die wenig sreundliche Witterung hatte es auch verschuldet, daß der Besuch des ersten Festtages, namentlich auch von auswärts, ziemlich stark hinter dem früherer Feste zurückblieh. Zu einem Feste, welches sich vorwiegend draußen abwickelt, gehört nun einmal Sonne, und zwar recht viel Sonne; nur dann gibt es ein farbenfrohes Bild und überall festfrohe Gesichter! Mancher mehr oder minder wohlgezielte Schuß machte den Vogel darauf aufmerksam, daß er rechtzeitig auf sein„Fortkommen“ bedacht sein müsse; allein, es lag ihm scheinbar viel daran, nicht allzufrüh einen„heruntergekommen“ Eindruck zu machen. Erst die siebente Nachmittagsstunde endete seine Qual; denn da flatterte der letzte Rest, von Herrn Emil Duhme mit sicherer Hand getrofsen, mit dem erhebenden Bewußtsein zur Erde, dem Schützenreiche einen neuen König gegeben zu haben. Jubelnd wurde die neue Majestät, die den Titel Emil I. annahm und seine Frau Wilhelmine zur Königin wählte, in den Saal getragen, wo nach Bildung des Hosstaates der Vorsitzende, Herr Justizrat Backhausen, die Krönung vornahm. Vor dieser Handlung wies er, wie bereits beim Mittagessen, auf unsern geliebten Kaiser hin, zu dem der heutige Tag ein weiteres Band der Beziehungen zum Bürger=Schützenverein geknüpft habe, und brachte ihm ein begeistert aufgenommenes Hoch. Dann folgte unter dem schmerzlichen Bedauern des Schützen=Bataillons die Entthronung von König Ernst II., der seinem Volke allezeit ein wohlwollender Herrscher war, und unmittelbar darauf unter freudigem Jubel die Krönung Emil I., der gleichfalls ein mildes und gütiges Regiment versprach. Nachdem noch die oben genannten Schützenbrüder Westhelle und op den Winkel wegen ihres trefflichen Schusses durch Verleihung eines hohen Ordens geehrt und vom neuen Schützenkönig ein Hoch auf die sernste Zukunft des Vereins ausgebracht war, trat der Tanz in seine Rechte. Lustig schwangen sich die Paare, und eine recht gemütliche Stimmung griff Platz Alter Tradition gemäß wurde das Fest am ersten Tage nicht zu sehr ausgedehnt; galt es doch, für den zweiten Festtag frisch zu bleiben. Um die Mitternachtsstunde ging es mit klingendem Spiele zur Stadt. Der gestrige zweite Festtag brachte zunächst gegen 8 Uhr morgens ein Ständchen für die Majestäten. Um 11 Uhr wurde der König vom gesamten Vorstand und Offizierkorps abgeholt und ins Hotel Jungesblut geleitet, woselbst, wie immer, große Wacht= Parade stattfand. Gegen 4 Uhr stand das Regiment, nachdem vorher die Fahnen abgeholt waren, an der Hörder Straße zum Abmarsch bereit. Herr Oberst Balster inspizierte noch einmal die Truppen, und dann ging es mit rauschender Musik zum königlichen Palais an der Ostenstraße. Nach einem schneidigen Parademarsch vor dem Königspaar wurde bei strömendem Regen der Festzug durch die Stadt angetreten, Hosstaat und Vorstand in mehreren Wagen an der Spitze. Auf dem „Schützenhof“ entwickelte sich dann das gewohnte Leben und Treiben eines richtigen Volksfestes, und die allbekannte Schützen=Gemütlichkeit kam bald zum Durchbruch, während im großen Saal die JägerKapelle mit einem hervorragenden Konzert=Programm auswartete. Gegen 9 Uhr begann der glänzende Königsball, an dem sich jung und alt mit Eiser beteiligte und erst in den heutigen frühen Morgenstunden wurde das Königspaar von seinem getreuen Volbe nach Hause geleitet. Das Schützensest 1914 gehört wieder der Vergangenheit an! Letzte Brahtmeldungen. Aus Eisersucht. Königsberg, 27. Juli. Ein ffurchtbares Familiendrama hat sich hier zugetragen. Der Dekorationsmaler Stange wurde gestern vormittag von seiner Frau mit einem Beil erschlagen. Die Frau brachte sich nach der Tat mit einem artigen Messer Stiche bei und öffnete sich die Pulsader, ebenso ihrem fünfjährigen Sohne. Ein zweites Kind ist unverletzt geblieben. Die Frau und der Sohn wurden noch lebend in das Krankenhaus gebracht, während Stange bereits als Leiche aufgefunden wurde. Das Motiv zu der Tat soll Eifersucht sein. Unfall des Herzogs von Cumberland. Gmunden, 27. Juli. Als der Herzog von Cumberland gestern in einem Automobil zum Kaiser Franz Josef nach Ischl fuhr, rutschte das Auto auf der asphaltierten Straße aus und fuhr gegen einen Baum. Das Auto wurde zertrümmert, der Herzog wurde herausgeschleudert, blieb aber unverletzt. Der russische Sreik flaut ab. Petersburg, 27. Juli. Die Zahl der Ausständigen betrug gestern vormittag 130 500, von denen 8000 im Laufe des Tages zur Arbeit zurück8815. Wetterbericht der Deutschen Seewarte. 28. Juli: Sommerlich, warm, schön, Gewitterregen. 29. Juli: Schön, heiter, warm. 30. Juli: Schwül, warm, bewö““ mit Sonnenschein. Druck u. Verlag von Carl Braus, beide in Schwerte. Verantwortlich für die Revaktion Friedr. Kraao, Karklrern.. 1 für die Stadt Schwerte. Auf Grund des§ 69 der Gewerbeordnung und der 88 5 und 6 des Gesetzes über die Polizei=Verwaltung vom 11. Mägz 1850 wird im Einverständnis mit dem Magistrat folgendes verordnet: S 1. In der Stadt Schweite wird ein Wochenmarkt an jedem Mittwoch und Sonnabend auf dem Marktplatze, der Marktund Schulstraße sowie in der Rathaushalle abgehalten. Ein Viehmarkt findet an jedem Mittwoch auf dem Schweinemarkt der Osten= und Marktstraße und den angrenzenden Straßen statt. Fällt der Markt auf einen gesetzlichen Feierlag, so wird der Markt am vothergehenden Werktage abgehalten. S 2. Der Markt beginnt vom 1. März bis 31. Oktober um 8 Uhr morgens, vom 1. November bis Ende Februar um 9 Uhr morgens. Vor dieser Zeit dürfen Waren auf dem Markte weder seilgeboten noch verkauft werden. Der Markt endigt um 1 Uhr mittags. Um 2 Uhr müssen der Marktplatz und die dazugezogenen Straßen geräumt sein. Für die Marktzeit ist die Uhr an der größeren evangelischen Kirche maßgebend. § 3. Gegenstände des Wochenmarktverkehrs sind: 1. Rohe Nature zeugnisse. 2. Fabrikate, deren Erzeugung mit der Land= und Forstwirtschaft, dem Garten=, Obstbau oder der Fischerei in unmitteldarer Verbindung steht oder zu den Nebenbeschäftigungen der Landleute der Gegend gehört oder durch Tagelöhnerarbeit bewirkt wird mit Ausschluß der geistigen Getränke. 3. Frische Lebensmittel aller Art. einschließlich geräuchertei und gesalzener Fleischwaren und Fische 4. Stein=, Holz=, Korb= und irdene Waren. 5. Außerdem ist es den Bewohnern der Stadt gestattet. Klempner=, Zinngießer=, Silber=, Bürstenbinder und Pappardeiterwaren sowie Wollgarn, wollene Strumpfwaren, Band, Litze und selbstverfertigte Frauenhandarbeiten auf dem Wochenmarkte zu verkaufen. § 4. Die Verkaufsstellen werden den Verkäufern von den Polizeibeamten angewiesen. Händlern mit Butter, Eiern und Käse sollen zwischen den Produzenten keine Plätze angewiesen werden. Fuhrwerke dürfen während der Marktzeit länger als zum Auf= und Abladen nötig ist auf dem Marktplatze und den dazugezogenen Straßen nicht stille halten mit Ausnahme solcher, die als Verkaufsvorichtung zugelassen werden. Diese müssen bis zum Beginn der Marktzeit ihre Plätze eingenommen haben Das Füttern der Zugtiere auf dem Markte und den dazugezogenen Straßen ist verboten. Hunde dürfen an diesen Stellen während der Marktzeit nicht frei umherlausen, noch an der Leine geführt werden. § 5. Eßbare Waren müssen auf Wagen, Karren, Tischen, in Körben oder auf Unterlagen aus Holz oder anderem undurch. lässigen Material zum Verkauf ausgelegt werden. Das Betasten der unverhüllt zum Verkauf ausliegenden eßbaren, zum Verkauf fertiggestellten Waren seitens der Käufer ist untersagt und darf seitens der Verköufer nicht geduldet werden. § 6. Getreide, Hülsenfrüchte, Karloffeln, Futterkräuter, Spargel Fleisch und Obst mit Ausnahme von Südfrüchten dürsen nur nach Gewicht verkauft werden. Butter, wenn sie dem Käufer nicht vorgewogen wird, muß entweder 1, ½ oder ½ Kilogramm oder das Vielfache eines Kilogramms wiegen. Proben dürfen nur mit reinlichem Geräte entnommen werden. Zur Kontrolle steht eine städtische Wage dem Käufer zur freien Benutzung zur Verfügung. § 7. Den Polizeibeamten ist auf Verlangen Auskunft über Menge und Preise der Ware zu erteilen. § 8. Verdorbene, verfälschte oder gesundheitsschädliche Lebensmittel, sowie unsaubere und nicht rein gewaschene Butter dürsen nicht feilgehalten werden § 9. Lebendes Federvieh darf nicht an den Beinen getragen werden, so daß der Kopf nach unten hängt. S 10. Hemmung des Verkehrs in den Marktreihen. insbesondere durch zweckloses Umherstehen, sowie Störung der Ruhe und Ordnung auf dem Marktplatze ist strafbar. S 11. Gegenstände des Wochenmarklverkehrs dürfen nicht im Umhergehen zwischen den Marktreihen seilgeboten werden, die Verkäufer dürfen vielmehr nur von ihren Verkaufsstellen aus seilbieten. S 12. Lautes Ausrusen und Anpreisen der Waren sowie das scheinbare Abbieten und Verringern der Preise ist verboten. § 13. Uebertretungen dieser Marktordnung werden mit Geldstrafe bis zu 30 Mk. und im Unvermögensfalle mit Haft bis zu 8 Tagen bestraft. S 14. Diese Marktordnung tritt mit dm Tage der Verkündigung in Kraft. Gleichzeitig tritt die Morktordnung vom 4. August 1880 außer Kraft. Schwerte, den 23. Mai 1914. Die Polizei=Verwaltung: 5127 Rohrmann. Ortssatzung für die Erhebung von Marktstandsgeld in Schwerte. Auf Grund des Gesetzes vom 26. April 1872 und des Beschlusses der Stadtverordneten=Versammlung vom 22. Mai 1914 wird folgendes bestimmt: S 1. Für den Gebrauch des Marktplatzes und der dazu gezogenen Straßen zum Feilbieten von Waren auf Märkten wird für jeden Tag folgendes Marktstandsgeld erhoben. 1. von einem Wagen oder größeren Karren 50 Pig. 2. Von kleineren durch Hunde oder Esel gezogenen Karren oder Wagen„ 25„ 3. Von einem Schiebkarren od. einem Handwagen 10 4.„„ Korde. Fasse oder Sacke 5„ 5.„„ Kübel mit lebenden Fischen 10„ 6.„„ Pferde, Rindoieh oder Esel 20„ 7."„ fetten oder überjährigen Schweine 10„ 8.„„ jungen Schweine, Kalde, Schase oder Ziege, einem Spanferkel, Lamme, Hasen, Truthahn, einer Gans. Ente, einem Huhn, Redhuhn, einem Paar Tauben, einem Kaninchen 9. Wenn vorstehende oder andere Marklgegenstände auf Tischen, in Buden. Hausen oder in eingeheglen Räumen seil gehalten werden, ja. Kven ung.,u.„eng..# aieler 10 für jeden angesangenen# Meter (Bei Buden wird die Vorlage. worauf die Waren ausgestellt sind, mit berechnel.) 10. Für Waren, die auf Slangen seilgebolen werden, für jedes angefangene laufende Meter Stange 10„ Befinden sich die im vorstehenden Tarife speziell aufgeführten Marktwaren auf Wagen. Karren. Tischen oder Körben, so wird der für letztere festgestellte Tarissatz ohne Rücksicht auf die Anzahl der Verkaussartikel entrichtet. Ueberragt der Umsang der Ware die Unterlage, auf der sie sich befindet, so wird nach dem Umsange der ersteren die Gebühr bemessen. S 2. Kein Marktbesucher darf Gegenstände, welche er zu Markte bringt, seilbieten oder auch nur auf den Marktplätzen abladen oder ausstellen, bevor er das Standgeld entrichtet und einen Marktschein darüber empfangen hat. Zu dem Zwecke hat er sich bei den Polizeibeamten zu melden. Der Marktschein ist aufzubewahren und auf Erfordern den Polizeibeamten vorzuzeigen. S§ 3 Diese Ordnung tritt mit dem Tage ihrer Verkündigung in Kraft. Gleichzeitig treten die allen Bestimmungen außer Kraft. Schweite, den 23. Mai 1911. Der Magistrak: (L. S.) gez. Rohrmann Emmerich. Genehmigt. Arnsberg; den 13. Juni 1914. Namens des Bezirksausschusses, Abt. I. Der Vorsitzende. In Vertretung: L. S. gez. Schwerin. B. A. 1 C III 189/14. Wird hiermit veröffentlicht. Schwerte, den 23. Juli 1914. 5126 Der Maaistraf: Niederstadt. Verannimachung. Die seitens der Gemeindevertretung zu Hacheney unterm 6 Juli 191: getäligte Wahl des Kaufmanns Ludwig Büchner zu Höchsten als II. Gemeindevorsteher-Stelloertreter auf eine gesetzmäßige Amtsdauer oon 6 Jahren ist von mir in Gemäßheit des§ 38 der Landgemeinde-Ordnung vom 19. März 1856 und des§ 25 der Kreis=Ordnung vom 31. Juli 1886 am heutigen Tage bestätigl worden 5139 Hörde, den 23. Juli 1911. Der Königliche Londrat: Wich. Beimann, Schwerie, Mühlsnr! 10. Anfertigung eleganler Herren= Garderoben. Großes Luger in in= u ausländischen Stoffen. Fabrik=Niederlage der echten Brüser'schen gestrickten Herren-, Knaben= u. Mädchenkleidung Färberei=Annahmestelle für Schwerte u. Umgegen seit 20 Jahren für die erste Dampffärberei und chemische Reinigungsanstalt:—: & W. Lindackers, Wetter(Ruhr). Sachen, die bis Dienstag abend eingegangen sind, können — Samstag wieder abgeholt werden Prtheisrelbuttel heute frisch eintreffend Pfund 125 big. 5147 L. 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