% ∆ en. rte, isse 29 diger Führer und nd Berufsklassen. cht: hiedenen Berufsarten. önnen. ufleuten gezählt wird. enstaftswesen. chen. pfändet werden kann. anstalten. steht. ug mittel. istragend anlegt. und Buchführung. itlichkeit auf. Gr. Markistr. 3—5. I und Pfadf'nder h: keücke maschen luminiumartikein, wie: reund 9, Teinkbecher, z., Pfeffer, Elerkapsel etc) isen be wegen Raummangel 1e Lederwaren, Reisewer Fernspr. 259. et der Verkaut Hüsing: W. Kort statt. De Shomm Zeiuer niheen uand außer Feiertags. Bezugspreis M. 1.80 vierteljadrlch, dei der Post für Brstellgeld 42 Plo. mehr. Wöchentl. Gratisbeilage:„Iklustrierter Familienfreund" u. tägl. Unterdaltungsdiatt. Anzeigenpreis: Die siedengespaltene Petikzeile oder deren Raum 10 Pig., Anzeigen von auswärts 15 Pig., Retlamezelle 40 Pig. Jeder Rabatt gilt als Kassornball u. erlischt bei Ronkursen, Iwangsvergleichen, gerichtl. Klagen u. Reotschund eraatt.-Seilessctelerns. Amtliches Kreisblatt Welthofener Zeitung Langscheder Zeitung Schwerter Volksblau Verbunden mit: für den Kreis börde Holzwickeder Zeitung Aplerbecker Zeitung Schwerter Volkszeltung Schwerker Cageblatt O Schwerter Anzeiger Gestes und älteltes Cagesorgan des Krelles a General-Rozeiger für den Kreis Börde m Haupt Kngoncenblatt Blg dnter und uhelimüterüichen Durd nungen für den Arets Hörde erlangen grmdß Bedanntmochung dei Rbalglichee Regierung durch Verössentlichung in der„Schwerter Zeitung" rechtsverdindliche Kroft.— Die „Schwerter Zeitung“ gewährt idren Aboanen. ien für jeden mit Tod enbeuben Unjaß 300 Mk. UnfallDruck u. Verlago, Gar Boow. Schoern. Ruho Jenio a2. Lels u. 20. Siem Sch antu.=Rat, Nr. 166. Samstag, den 18. Juli 1914. 46. Jahrgang. Erstes Blatt. Die heutige Ausgabe umsaßt mit dem„Illustr. Sonntagsblatt" 20 Seiten! Die Lage in Albanien. Der Sturm der Nebellen auf Durazzo hat begonnen. Nach einer Meldung aus der albanischen Hauptstadt sind die Aufständischen durch das „römische Tor“ aus Schiak ausgezogen und haben sich der Ortschaft Spitali, die auf dem Westhügel liegt, bemächtigt. Um 2 Uhr nachts begannen sie dort mit der Anlage von Verschanzungen. Es heißt, sie hätten dort ihr Hauptquartier eingerichtet. Ein Parlamentär, der zu den Nebellen entsandt wurde, ist von ihnen, ohne verhandelt zu haben, zurückgeschickt worden. Als er zum zweiten Male vor der Vorpostenlinie der Aufständischen erschien, wurden ihm Briese für die Gesandten Italiens, Englands, Nußlands und Frankreichs mitgegeben. Man hörte in der Nacht Gewehrfeuer. Ein italienisches Geschwader von vier Panzerschüffen wird einer Turiner Meldung des„B. T.“ zufolge am Montag in Spezia erwartet, um dort kriegsmäßige Rüstung aufzunehmen und sofort nach Durazzo zu dampfen. Das 90. Regiment in Genua erhielt feldmarschmäßige Ausrüstung und Befehl, sich für die Einschiffung nach Albanien bereitzuhalten. An Valona hat Italien ein außerordentliches Interesse, und wird daher jedes Mittel benutzen, um die Stadt dem selbständigen Albanien zu erhalten und ihre Zuteilung an die Epiroten, d. h. an Griechenland zu verhindern. Valona beherrscht von der Seite der Balkauhalbinsel aus die Straße von Otvanto, die den Zugang zum Adriatischen Meere darstellt. Das Schicksal Valonas ist daher für Italien eine Lebensfrage. Es begreift sich infolgedessen die steigende Erbitterung, die in ganz Italien gegen Griechenland zum Ausdruck kommt. Politische Uebersicht. Vom Kaiserpaar. Die Kaiserin, die sich seit Ansang Juli auf Schloß Wilhelmshöhe befindet, bleibt dort bis Ende August, wo auch der Kaiser im Lause des Monats Aufenthalt nimmt. Der Besuch der Königin von Griechenland beim Kaiserpaare erfolgt im Schloß Wilhelmshöhe. Die Königin von Griechenland, die sich seit einiger Zeit mit ihren beiden Töchtern und ihrer Schwester, der Pringessin Friedrich Karl von Hessen, in dem englischen Seebad Isburne aushält, begibt sich, wie ein Privattelegramm meldet, am 28. Juli zum Besuch des Kaiserpaares zu mehrtägigem Aufenthalt nach Kassel. Prinzessin Friedrich Karl von Hessen kehrt zur gleichen Zeit wieder nach Schloß Friedrichshof zurück, während die Königin von Griechenland erst nach ihrem Kasseler Aufenthalt dort eintressen wird. Das Ergebnis des Wehrbeitrages. Die„Norddeutsche Allg. Ztg.“ übernimmt unter Sperrdruck folgende Angaben der„Täglichen Rundschau": Veranschlagt ist das Gesamtergebnis von der Regierung von Anfang an nur auf 975 bis 1000 Millionen Mark; dieser Voranschlag des Reichsschatzamtes wird noch in seiner Höchstgrenze um etwas überschritten werden. Der Landesverräter legt Berufung ein. Der frühere Feldwebel Pohl, der bekanntlich wegen Landesverrats vom Kriegsgericht der Berliner Kommandantur zu 15 Jahren Zuchthaus verurteil worden ist, hat gegen das Urteil Berufung eingelegt. Sie wird ihm schwerlich nützen. Der Tatbestand ist klar, die ehrlosen Verbrechen Pohls sind bewiesen, er kann froh sein, daß er noch verhältnismäßig leicht davongekommen ist. Das neue Spionage=Gesetz diktiert ihm lebenslängliches Zuchthaus zu. Eine Neuregelung des Verhältnisses DeutschSüdwestafrikes zum Reich will Gouverneur Dr. Seitz einleiten. Das Verlangen danach ist besonders durch die Enttäuschung der Farmer über die Behandlung von Kolonialfragen im Reichstag rege geworden. Man kann es den Farmern nicht verübeln. In ihrem Kolonialparlament, dem Landesrat, hat sich ein kräftiger, vorwärts strebender Geist geltend gemacht. Im Reichstag dagegen hat sich meist bei der Mehrheit der Abgeordneten eine bedauerliche Unkenntnis der kolonialen Verhältnisse gezeigt, die natürlich nicht zum Vorteil für die Kolonien ist. Entweder wird man nun Vertreter der Farmer unserer bedeutendsten Kolonien nach Berlin in den Reichstag schicken, oder man wird die Kolonialparlamente mit größeren Machtvollkommenheiten inbezug auf die Budgetbewilligung ausstatten. Der Kolonialetat würde dann die gemeinschaftliche Arbeit des Reichstags und der Kolonial= parlamente darstellen, was zu einer Vertiefung der politischen Erkenntnis auf beiden Seiten beitragen würde.— In Windhuk lockt die Deutsch=Südwestafrikanische Ausstellung viele Besucher an Die Ausstellung berücksichtigt in erster Linie die landwirtschaftlichen Bedürfnisse. Besonders interessant ist die Abteilung der Landesprodukte, die einen guten Begriff von der wirtschaftlichen Entwicklung der Lokonte 65. Bayerns Landtag kennt keine Ferien. Die bayerische Reichsratskammer hat in ihrer letzten Sitzung zu der Frage, ob die Arbeiten des Landtags unterbrochen werden, und im Spätherbst eine Nachsession folgen soll, einen völlig ablehnenden Standpunkt eingmommen. Die Session dauert nun schon fast volle 10 Monate, aber der Etat ist noch immer nicht erichtet„, Gant Grem 940 Keine neue Militärvorlage. Laut„Kreuz=Ztg.“ entbehrt das Gerücht von einer neuen Militärvorlage jeglicher Begründung. Was die Forderung für strategische Bahnen betrifft, von der der Gewährsmann des„Vorwärts“ gesprochen hatte, so ist zu bemerken, daß in jedem Etat ein solcher Posten Aufnahme findet. Der Umfang der für diese Zwecke beanspruchten Mittel ist in jedem Jahr verschieden. Auch für 1915 ist eine solche Fordernug zu erwarten. Ihre Höhe steht noch nicht fest. Die Entscheidung darüber fällt bei den Vorarbeiten zur Etatsaufstellung. Die an das Gerücht von großen militärischen Forderungen geknüpften politischen Kombinationen, insbesondere die Annahme, daß die angebliche neue Militärvorlage zu einer Auflösung des Reichstags benutzt werden solle, gehören in Konsequenz des oben Gesagten selbstverständlich ebenfalls in das Gebiet der Fabel. Rückgang der Studentenzahl. Die Warnungen, die seit Jahr und Tag von den Vertretern sämtlicher akademischer Beruse ergehen, haben endlich eine Wirkung erzielt und den Zudrang zum Universitätsstudium wenigstens etwas abgedämmt. Die Gesamtzahl der Studenten an den 21 Universitäten des Deutschen Reiches übertrifft mit 60 943 freilich noch die des Vorjahres, die sich auf 60 346 stellte; aber die Jahreszunahme beträgt diesmal nur 597, während sie im letzten Jahrfünft zwischen 786 und 3901 schwankte. Die Beschränkung, die hier zutage tritt, ist äußerst dankenswert, da die Gefahr der Ueberschwemmung Deutschlands mit einem akademischen Proletariat bei fortgesetzter Steigerung der Immatrikulationen ernstlich zu besürchten gewesen wäre. unsere Großmachtstellung stehen auf dem Spiel, mehr noch vielleicht unsere staatliche Existenz. Es handelt sich um Sein oder Nichtsein. Frankreich. Die ungenügende französische Artillerie war bekanntlich im französischen Parlament der Gegenstand besonders heftiger Angriffe. Tatsächlich ist die französische Artillerie der deutschen lange nicht ebenbürtig, sie bleibt auch rein numerisch stark zurück. Verfügt das deutsche Armeekorps über 160 Geschütze, so zählt das französische nur 148; dabei überwiegt die schwere Artillerie auf deutscher Seite. Dagegen wird als ein Vorzug der französischen Artillerie empfunden, daß ihre Batterien nur je vier Geschütze zählen(die deutsche Batterie zählt sechs Geschütze), dadurch wird die Batterie beweglicher und leichter verwendbar. Allerdings, in einem größeren Truppenverband kommt es beim Feuern im Felde auf eins heraus, in welcher Weise die ArtillerieRegimenter eingeteilt sind. Rußland. Die Panslawisten Rußlands begrüßen Herrn Poincaree mit einem Hiebe gegen Deutschland. Ihr führendes Blatt sagt in seinem Willkommengruß: Poincarees Besuch in Rußland sei ein Friedenspfand für ganz Europa. Weder Frankreich noch Rußland hätten aggressive Absichten. Deutschland könne ruhig seine Festungen an der französischen und der russischen Grenze niederreißen, ohne dadurch in Gefahr zu geraten. Leider wäre es aber ununterbrochen der Friedensstörer Europas, der seine Hegemonie alljährlich zu vergrößern strebe. Eine neue russische Deutschireundlichkeit. Zwischen Vertretern der russischen Negierung und der russischen Exportkreise finden laut„B. T.“ zurzeit Beratungen über Mittel und Wege statt, um den deutschen Postpaketverkehr nach Persien nach Möglichkeit einzuschränken oder ganz zu unterbinden. Dem deutschen Postpaketverkehr nach Persien bereitete Rußland, das den nordpersischen Handel ungeteilt zu beherrschen trachtet, schon längst Schwierigkeiten. Einmal schon suchte man ihn von Petersburg aus völlig zu untersagen. Das Verbot wurde jedoch auf Vorstellungen des Berliner Auswärtigen Amts zurückgezogen. Es ist zu wünschen, daß die deutsche Reichsregierung jetzt mit gleicher Entschiedenheit ihr Recht in Petersburg vertritt. Vereinigte Staaten. Die Abdankung Huertas wird in amtlichen Kreisen als ersten wirklichen Schritt zur baldigen Lösung der mexikanischen Frage betrachtet, obwohl die Konstitutionellen erklärt haben, sie würden Carvajal nicht anerkennen und obwohl auch die Vereinigten Staaten ihn nicht anerkennen wollen. Wie es heißt, wird die neue Regierung nur so lange am Ruder bleiben, bis hinreichende Maßnahmen für den Einzug Carranzas in die Hauptstadt getrofsen sein werden. von Arenberg. Eine besonders denkwürdige Huldigung werden dem Kaiserpaare am ersten Tage des Aufenthaltes in Münster 25000 Mitglieder Jungdeutschlands widmen, die hier in Schulen usw. untergebracht werden. Oesterreich= Ungaen. Franz Josef an den neuen Oberkommandierenden. Die„Wiener Zeitung“ veröffentlicht folgendes Handschreiben des Kaisers an Erzherzog Friedrich: In Eurer Eigenschaft als rangältester Armee=Inspektor stelle ich Sie zur Verfügung meines Oberbesehls. Ihr Verhältnis zu den militärischen Stellen regelt eine besondere Verfügung. Indem ich Euer Liebden insolgedessen vom Landwehr=Oberkommando enthebe, drängt es mich, Ihnen für die durch sieben Jahre auf diesem Posten in hingebungsvoller Weise mit bestem Erfolge entsaltete Tätigkeit meinen Dank und meine wärmste Anerkennung auswtrreces."„gr um Kriegsstimmung. Die„Militarische Rundschau“, die dem Kriegsministerium nahe steht, tritt mit bemerkenswerter Schärse für den Krieg ein. Das Blatt schreibt: Noch einmal gibt das Schicksal die Entscheidung in unsere Hand. Ein neues Zaudern würde uns verderblich sein. Unser Prestige und Für den Kaiserbesuch in Münster sind die Vorbereitungen im Gange. Das Kaiserpaar trifft Freitag den 4. September in Münster ein, mit ihm das Kronprinzenpaar, Prinz Eitel Friedrich, das Prinzenpaar August Wilhelm, die Prinzen Oskar und Joachim. Der Kaiser wird auf dem altehrwürdigen Prinzipalmarkt von der Stadt und von der Universität durch Professorenkollegium und Studentenschaft begrüßt. Bald nach dem Eintrefsen im Schlosse findet der Empsang der Behörden, dann der Empfang einer Abordnung des Westsälischen Bauernvereins und abends das Festmahl der Stände der Provinz statt. Am Samstag den 5. September ist die Kaiserparade bei Wolbeck. Dazu haben auch die fürstlich= schaumburgische Familie und der Fürst zu Lippe ihr Erscheinen zugesagt. Auch der König von Griechenland sowie der Großherzog von Oldenburg werden erwartet. An die Parade schließt sich der große militärische Einzug in die Stadt und das Paradediner im Offizierskasinno. Abends ist Zapsenstreich sämtlicher Kapellen des 7. Armeekorps. Am Sonntag findet Festgottesdienst statt, und danach begibt sich der Kaiser nach Nordkirchen zum Besuch der Herzogs Aus Stadt und Umgebung. Weltrütsel. Ein gar lautes und vernehmliches Lied wird heute über das menschliche Wissen gesungen. Wir modernen Menschen sind hineingedrungen in die Geheimnisse der Natur und machen sie uns zu Dienern, den Dampf, den Magnetismus, die Elekirizität. Das Dampfroß führt uns durch das Innere der Berge, das Riesenschiff durch die Weiten des Ozeans, der Luftkreuzer durch die Unendlichkeit des Lustmeeres. Wir wissen, wie unser Sonnensystem entstanden ist aus kugelförmigen ungeheuren Gasmassen, die sich rasend schnell drehten und von denen sich ringförmige Massen lösten, aus denen Planeten und Monde wurden. Wir wissen, wie unsere Berge und Täler, unsere Meere und Flüsse plötzlich oder allmählich seit vielen Jahrlausenden geworden sindWir wissen, wie auf unserem Planeten aus einfachen Zellen in einem langen Entwicklungsgange die Lebewesen wurden. Freuen wir uns all unseres Wissens! Seien wir jedoch nicht eingebildet! Bedenken wir, daß manches nicht sicheres Wissensresultat, sondern nur unsichere Hypothese ist. Bedenken wir auch, daß wir noch überall von Rätseln und ungelösten Fragen umgeben sind. Wir wissen nicht, wie das Leben entstanden ist. Nur aus Materie und Bewegung kann es nicht entstanden sein. Wir wissen trotz der oben genannten Jahrtausende nicht, wie alt die Welt ist. Wir wissen nicht, welche Form, welche Größe, welche Grenzen das Universum hat. Wir wissen nicht, wie die Entwicklung sich gestaltet, ob immer weiter in aufsteigender Linie zu immer höheren, edleren Formen, oder in auf= und niedersteigender Linie, ewig wechselnd. Wir wissen nicht, ob und wann das Ende aller Dinge kommen wird. Die Rätsel beginnen jedoch erst recht bei den Fragen nach dem Wie, Woher und Wohin unseres geistigen Lebens. Wir wissen nicht, was die Seele ist und in welchem Verhältnis sie zum Körper steht, wir wissen nicht, wie die Außenwelt uns zum Bewußtseins=Erlebnis wird usw. All diese Rätsel löst uns nicht unser Wissen, löst uns nur unser Glaube. Seit Kant ist es für uns Ueberzeugung, daß wir Gottes Dasein nicht beweisen können und daß wir ihn in tiesster Seele erleben müssen. Wir wissen ebenso sicher, daß die heutige Wissenschaft noch weniger das Nichtsein Gottes beweisen kann. So bleiben wir bei dem Glaubensbekenntnis der alten Kirche:„Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, Schöpfer Himmels und der Erden.“ **(Die Hundstage.) Die Hundstage haben ihren Anfang genommen. Allgenein nennt man die Tage vom 15. Juli bis 15. August die Hundstage. Sie führen ihren Namen daher, daß mit ihrem Beginn der Hundsstern oder der Sirius die Stelle des Horizontes einnimmt, an dem die Sonne aufgeht. Die Hundstage zeigen sich meistenteils durch reichliche Gewitterneigungen aus. Redet man im Gegensatz zu der„Hundekälte" nunmehr von einer hundsmäßigen oder einer Bullenhitze, so mag dem von der Hitze betroffenen Mittel=Europäer angeraten werden, sich nicht allzusehr über die Hitze zu beklagen. Schließlich ist der Sommer ja dafür da. Man nehme also die Sache von der humoristischen Seite. *(Zehn goldene Regeln für den Obstgenuß) veröffentlicht der Deutsche Obstzüchter=Verein. 1. Sorge dafür, daß Obst von dir und den deinigen regelmäßig gegessen wird. Obst ist eine gesunde Speise. 2. Esse nur genügend ausgereiftes Obst. 3. Reinige die Früchte vor dem Verspeisen. 4. Schäle die Früchte nur, wenn dies wirklich notwendig ist. 5. Genieße die Steine der Früchte nicht mit. 6. Werfe Schalen und Steine nicht auf die Straße. 7. Trinte kein Wasser unmittelbar nach dem Obstgenuß oder zwischen demselben. 8. Halte Maß auch im Obstgenuß. Im Uebermaß genossen wird auch die bekömmlichste Speise zum Gist für deinen Körper. 9. Suche Ersatz in reinen zubereiteten Obsterzeugnissen, wenn es dir in obstarmen Jahren nicht mögist, frische Früchte zu genießen— Die Schlußregel enthält eine beachtenswerte Mahnung zugunsten der deutschen Obstkultur: Bevorzuge deutsches Obst und deutsche Obsterzeugnisse! **(Gegen die Fliegenplage) ist das beste Mittel Formalin. Man nehme zwei Eßlössel voll Forma lin=Lösung, wie man sie beim Drogisten kauft, und mische dies mit einem guten halben Liter Milch. Das Gemenge wird auf flache Teller gegossen, da mit die Fliegen bequem dazu gelangen können. In die Mitte der Teller legt man ein flachgeschnittenes Stück Brot, das einige Millimeter über die Oberfläche der Flüssigkeit hervorragt. Will man nur einen Telber für den Fliegenfang herrichten, so genügt ein halber Teclössel voll Formalin auf drei Eßlössel Milch. Aber Vorsicht, daß weder Kinder, noch Haustière davon naschen! **(Kursus für Militäranwärter.) Nach langen Verhandlungen der Stadt Düsseldorf mit dem Kriegsministerium hat sich der Kriegsminister jetzt bereit erklärt, Militäranwärter für die Dauer von sechs Monaten zum Besuch der Düsseldorser Verwaltungs=Beamtenschule zu beurlauben. Düsseldorf richtet nämlich an der Verwaltungs=Beamtenschule vom 1. Oktober d. J. ab einen sechsmonatigen Kursus für Militäranwärter ein. Es ist dies der erste derartige Kursus in Deutschland. **(Das diesjährige 34. Harkort=Bergfest) findet am 2. August statt. Es sind 100 Meter=Lauf, Steinstoßen, Stabhochsprung. Dreisprung und Freiübung, ein Sonderwettkampf im Stabhochsprung, Eilbotenläufe und Ringen vorgesehen Für den ersten Sieger hat die Stadtverwaltung einen silbervergoldeten Kranz gestiftet. Das Jugend=Wettrennen findet am 13. September mit Kugelstoßen, Freihochsprung und 100 Meter=Lauf statt. Hierzu sind nur Westsalen startberechtigt. Die Stadt Wetter hat den Turnplatz mit erheblichen Kosten um 800 Quadratmeter vergrößert und die Bahnen beträchtlich vermehrt, so daß auf dem Platze in Zukunft 3000 Wettkämpfer ihre Uebungen an einem Tage abwickeln können. **(Im Zeichen einer großen militärischen Feier) steht heute und morgen unsere gute Stadt. Der Verein ehem. Angehöriger des 16. Armeekorps hat anläßlich seines zehnjährigen Bestehens eine größere Feier vorbereitet und dazu die übrigen militärischen Vereine von Schwerte zu Gaste g laden. Die Festlichkeiten, aufs beste vorbereitet, nehmen heute abend nach 8 Uhr mit einem Japsenstreich ihren Anfang; auf eine Gedächtnisfeier am Kriegerdenkmal folgt ein Konzert im Hotel Junge blut. Morgen vormittag ist im gleichen Lokal wiederum ein Konzert, nachmittags erfolgt nach einer Parade auf dem Wilhelmsplatz, an der eine Anzahl Offiziere teilnehmen werden, ein Festzug zum„Freischütz"; Militärkonzert und Ball bilden das weitere Programm des Festes. Hoffentlich wird auch der Wettergott das Seinige zum guten Gelingen des Festes beitragen. **(Steuerliches.) Auf die Vorstellung der Bürgerschaft von Schwerte vom 22. Mai d. J. hat der Herr Finanzminister genehmigt, daß in Schwerte seitens des Vorsitzenden der Einkommensteuer=Veranlagungs=Kommission zu Dortmund= Land soweit erforderlich Sprechtage in Staatssteuer=Angelegenheiten abgehalten werden dürfen. Wann und wo diese Sprechtage stattfinden, wird von dem Vorsitzenden der Veranlagungskommission bekannt gegeben werden.— Diese Einrichtung dürfte sicherlich von allen Seiten mit großer Freude begrüßt werden. **(Milchdiebstähle) werden in der letzten Zeit in den Ruhrweiden ausgeführt. Schon seit einigen Tagen müssen hiesige Viehbesitzer, welche ihre Milchkühe in den betrefsenden Weiden untergebracht haben, wenn sie morgens melken wollen, die unangenehme Entdeckung machen, daß die Kühe bereits von fremder Hand gemolken sind. Bis jetzt hat man trotz aller Nachforschungen den frechen Dieb noch nicht ermitteln können. **(Freiwillig) aus dem Leben geschieden ist gestern der Kaufmann W. aus den Rosen, der kurz nach Mittag von seinen Angehörigen mit einer Schußwunde tot in seinem Zimmer aufgefunden wurde. W., ein Mann von etwa 25 Jahren, war schon seit Jahren unheilbar erkrankt, und wurde sein Ableben täglich erwartet; er dürfte daher die Tat in einem Zustande geistiger Umnachtung verübt haben. Der Familie wird von allen Seiten die herzlichste Teilnahme bezeigt. **(Evangelischer Arbeiterverein.) Die Mitglieder des evangelischen Arbeiter= und Bürgervereins seien hierdurch an die am morgigen Sonntag von 11—12 Uhr vormittags bei Quadbeck stattfin; d e n d e M o n a t s v e r s a m m l u n g e r i n n e r t.( T a g e s o r d n u n g siehe Inserat in heutiger Nummer.) *“ Holzen, 17. Juli.(Festgenommen) wurde gestern der Bergmann Matthias Bondersek, welcher seit Monaten ohne festen Wohnsitz ist und sich in den Waldungen von Buchholz und Hohensyburg umhertrieb und dort die des Weges kommenden Kinder belästigte. Er wurde dem Amtsgeriht Schwerte zugeführt. ** Lichtendorf, 18. Juli(Im Silberkranz.) Am morgigen Sonntag können die Eheleute Invalide Kaspar Fachinger und Frau, Luise geb. Kaiser, Lamberg wohnhaft, das schöne Fest der silbernen Hochzeit seiern. Wir sprechen dem Jubelpaar unsern besten Glückwunsch aus. #9Vom Raihausneubau in Schwerie. Nachdem am neuen Rathaus nach Fertigstellung der die vier Jahreszeiten darstellenden kleinen Figuren am Turm das letzte Holzgerüst entfernt ist, darf der Rohbau des Gebäudes als vollendet angesprochen werden. Aber auch die Innenarbeiten schreiten rüstig voran. Die kunstvolle Decke des Stadtverordneten=Sitzungssaales, eine sogenannte Rawitz=Decke, ist nach mehrwöchiger Arbeit fertiggestellt; augenblicklich ist man mit der Verlegung der Steinsliesen im Hauptportal beschäftigt, Immerhin werden die Arbeiten in dem Gebäude trotz tunlichst schneller Förderung noch eine Reihe von Wochen in Anspruch nehmen, bis alles vollendet ist. Insolgedessen wird es zweifellos Ende September werden, bis das Gebäude seiner Bestimmung übergeben werden kann. Wenn dann bis zur Inbetriebnahme eine nur 14monatige Bauzeit notwendig war, so kann man unserem Bauamte die Anerkennung nicht versagen, daß es den Bau mit all seinen durch den Ausbau der Goethe= und Poststraße entstandenen Nebenarbeiten in verhältnismäßig kurzer Zeit zur Ausführung gebracht hat. Die Wohnung für den Herrn Bürgermeister im südlichen Teile des Flügels an der Goethestraße steht unmittelbar vor ihrer Fertigstellung; die Dienstwohnung für den zum Kastellan gewählten Polizeisergeanten Nern ist bereits seit Beginn des laufenden Monats bezogen. Auch außerhalb des Gebäudes wird eine rege Tätigkeit entfaltet. Der neue Teil der Poststraße ist kanalisiert, mit Gas= und Wasserleitung versehen und in Bordsteine gesetzt. Der zwischen Hörder und Hohenzollernstraße liegende Teil der Goethestraße wird augenblicklich mit Straßenrinnen versehen; da die Packlage schon liegt, wird der fertige Ausbau dieser Straße im Laufe der nächsten Woche beendet sein. Von der Hohenzollernstraße aus wird ein zwei Meter breiter Zuweg zum Gebäude angelegt für den Fuhrwerksverkehr zur Rücksront des Gebäudes, um Koks anzufahren usw. Die Einplanierung des Platzes hinter dem Rathaus ist gleichfalls schon über die Hälfte erfolgt. Mit der Ausstellung des Springbrunnens undlich, der in der Ecke Hörder und Goethestraße errichtet wird, und zwar aus Muschelkalk, wird im Laufe der nächsten Woche begonnen werden. „Z 4“ im Feuer russischer Grenzsoldaten. Das Militärluftschiff„Z 4“ machte im Kreise Allenstein eine Uebungsfahrt längs der russischen Grenze. Bei Piotrowitz eröffneten die russischen Grenzsoldaten ein lebhaftes Gewehrfeuer auf den Zeppelin. Das Luftschiff wurde jedoch nicht getrosfen und slog unbeschädigt nach Allenstein zurück. Besondere Folgen wird dieser Vorfall nicht haben. Sehr wahrscheinlich hat die russische Grenzwache nicht feststellen können, ob das ZeppelinLuftschiff noch über deutschem Boden oder schon über russischem sich besand, hat das letztere angenommen und gemäß ihrer Instruktion, jodes über die Grenze kommende Luftfahrzeug zu beschießen, sofort gefeuert.„Z 4“ hat übrigens schon ein anderes Abenteuer hinter sich; es ist dasselbe Luftschiff, das im April v. J. in Luneville in Frankreich, durch Nebel und Sturm verschlagen, landete. Ein Glück, daß dies Allensteiner Manöver mit scharfen Patronen glimpflich abgelaufen ist. Auch ein paar Kugeln im Ballon hätten dem Luftschiff nichts schaden können, es hätte seine Manövrierfähigkeit nicht eingebüßt. Schlimm hätte die Sache allerdings werden können, wenn ein Mann von der Besatzung des Luftschiffes durch eine Kosakenkugel getroffen worden wäre. Schulknaben, die in einer der letzten Nächte einen Einbruch in das Geschäftslokal des Konsumvereins „Wohlfahrt" verübt haben. Die Anführer der jugendlichen Verbrecherbande drückten die Scheibe ei nes Hoffensters ein und drangen dann gemeinschaftlich mit den anderen Burschen in das Lager ein. In der Hauptsache wurden Näschereien und Zigaret ten entwendet. Die Beteiligten werden sich demnächst vor dem Jugendgrichtshof zu verantworten haben. * Wanne, 17. Juli.(Zusammenstoß van zwei Lokomotiven.) Gestern morgen ereig. nete sich auf der Hafenbahn der Gelsenkirchener Bergwerks= Aktiengesellschaft ein Zusammenstoß zweier Lokomotiven. Dabei wurde ein Mann des Perso nals tödlich verletzt; zwei andere erhielten schwerVerletzungen. Die Ursache des Unglücks war salsche Weichenstellung. * Essen, 17. Juli.(Arbeiterfürsorge.) Mehr und mehr wendet sich in neuerer Zeit di Fürsorge der Großindustrie und des Bergbaues auch den unverheirateten Arbeitern zu. Da es ersah. rungscemäß den jungen Arbeitern vielfach schwer fällt, eine geeignete Wohngelegenheit zu finden, und da das Kostgängerwesen zu vielen Unzuträglichkeiten führt, ist es die Sorge der großen Werke, den unverheirateten Arbeitern eine billige und angenehme Unterkunft zu verschaffen. Den in den letzten Jahren ins Leben gerufenen zahlreichen Einrichtungen dieser Art reiht sich das von der Gutehoffnungshütte in Osterfeld für die Arbeiter der Jakobischächte errichtete Ledigenheim würdig an. Der mit einem Kostenauswand von 200000 Mark geschaffene schöne Bau ist mit allen neuzeitlichen Bequemlichkeiten versehen und enthällt vor allem luftige und gesunde Schlafräume. Duisburg, 17. Juli.(Eine Falschmün zerwerkstätte) wurde in der vergangenen Nacht von der Polizei entdeckt. In einer Wirtschaft in der Werkhauser Straße hatten die Straßenhändler Ludwig Bornemann und Philipp Bauth eine größere Zeche gemacht, und bezahlten mit Zweimark=Stücken. Wie der Wirt feststellte, war das gesamte Geld salsch; er nahm es an, benachrichtigte aber sofort die Polizei. Diese nahm die beiden Gäste fest und fand bei der Untersuchung noch eine größere Menge salscher Zweimarkstücke in ihrem Besitz. In dem Verhör gestanden beide, in der Bungertstraße eine Werkstatt zu haben. in der sie die salschen Stücke hergestellt hatten. Die Polizei nahm die Falschmünzer in Hast und beschlagnahmte Werkstatt und salsches Geld. 8 ** Holzen, 17. Juli.(Hühnerdieb.) Heute morgen wurde der Bergmann Heinrich Butterweg auf Veranlassung der Königl. Staatsanwaltschaft festgenommen und dem Landgericht in Dortmund zugeführt. Wie verlautet, soll er die hier und in der ganzen Gegend in letzter Zeit vorgekommenen Hühnerdiebstähle ausgeführt haben. ** Holzen, 17. Juli.(Zum Kindesmord.) Gestern nachmittag sand auf Anordnung des Unter. suchungsrichters beim Königl. Landgericht in Hagen die Obduktion der Leiche des ermordeten Kindes statt. Von dem Resultat verlautet nichts Bestimm tes. Ueber die unnatürliche Mutter, die sich im katholischen Krankenhause in Schwerte befindet, ist die Untersuchungshaft verhängt worden. Arbeiterbewegung. Die Aussperrung in der Lausitzer Tuchindustrie, von der 30000 Arbeiter betrossen werden, wird am Sonnabend erfolgen; denn die Aussicht, daß noch in letzter Stunde die 60 Walker, deren Streik die Aussperrung veranlaßt hat, Vernunft annehmen, ist leider so gering wie nur möglich. Die Schuld an diesem Riesenkampf sällt ausschließlich der kleinen Gruppe der Walker und dem hinter ihnen stehenden sozialdemokratischen Verband zu. Die Walber, von deren Arbeit der Betrieb einer Tuchfabrik abhängig ist, beziehen im Forster Revier Löhne, die zu den höchsten gehören, die in Deutschland gezahlt werden. War es schon srivol, den Streik, der natürlich um höhere Löhne geht, vom Zaune zu brechen, so ist es vollends unverantwortlich, 30 000 schlechter gestellte Arbeiter auf längere Zeit um ihren Verdienst zu bringen. — Bunte Chronik Westfalen und Rheinland. * Renninghausen, 17. Juli.(Opfer der Straßenbahn.) Gestern wurde die zwei Jahre alte Tochter des Bergmanns Wilhelm Schrimpf von einem Straßenbahnwagen angefahren und schwer verletzt. Das Kind wurde in das Krankenhaus zu Hombruch gebracht, wo es inzwischen gestorben ist. Den Wagenführer soll keine Schuld treffen. * Gevelsberg, 17. Juli.(50 Telephonlei tungen durch Feuer zerstört.) Heute vormittag entstand in der Eisengießerei von Würpel u. Co. ein Brand, der einen Betriebsraum und das Dach einäscherte. 50 über das Dach laufende Telephon= und Drahtverbindungen verbrannten. Insolgedessen sind die Drahtverbindungen zwischen Hagen, Gevelsberg, Schwelm und darüber hinaus teilweise gestört. Das Feuer ist dadurch entstanden, daß die Oelleitung, die zum Betriebe der Schmelzöfen führte, platzte und das ausfließende Oel in Brand geriet. * Herne, 17. Juli.(Schulknaben als Verbrecher.) Die hiesige Polizei ermittelte zehn ( Ein Beschützer der Raubvögel. Der Landrat des ostpreußischen Kreises Neidenburg hat eine Verordnung erlassen, die für das sinnlose Abschießen der Adler, Gabelreiher, Wandersalken, Kolkraben, Eulen und Uhus hohe Strafen vorsieht. Jeden echten Jäger und Naturfreund kann diese Verordnung nur freuen. Es ist in den letzten Jahren eine Hetze gegen die Raubvögel getrieben worden, die den gesiederten Näubern bitter Unrecht zut. Der Schaden, den sie anrichten, ist nicht so groß, jedensalls weiß ihn ein sachkundiger Jäger durch richtige Hege in Grenzen zu halten. Andererseits gehören die prächtigen Vögel zum Bilde der deutschen Landschaft. ( Der Brand im Tanzpalast der Isadora Duncan, der bekannten englischen Reformatorin des Tanzes, die zurzeit in Paris lebt, hat einen Schaden von etwa 300 000 Franks angerichtet, der aber durch Versicherung gedeckt ist. Die Duncan, die ihre ansänglich abgelehnten künstlerischen Ideen durchzusetzen verstanden hat, ist vom Unglück verfolgt; eist im vorigen Jahre ertranken ihre beiden Kinder in ihrem Auto, das in die Seine gestürzt war. ( Einen wandernden Berg gibt es bei Zell im Zillertal. Der dortige Hainzenberg ist seit dem Frühjahr in ständiger Bewegung, ein Absturz der Felsmassen folgt dem andern. Mit Rücksicht auf die allgemeine Sicherheit und besonders auf den Touristenverkehr durch die Gerlosklamm wollte man nach Beschluß einer amtlichen Kommission den Av. sturz durch Einleiten von Wasser in die Felsspalten des unruhigen Berges beschleunigen, das Wasser erzielte aber nicht die gewünschte Wirkung. Nun will man sich zur gewaltsamen Entfernung der gefahrdrohenden, hängenden Felsmassen mit Explosivstossen entschließen. Der Verkehr durch die Gerlosklamm ist aber wohl möglich, da ein Notsteig an eeen i Drahtmeldungen. Die Solinger General=Aussperrung abgewendet. Solingen, 18. Juli. Die General=Aussperung aller Arbeiter dürfte voraussichtlich unterbleiben. Das Einigungsamt hat sich gestern auf Vorschläge geeinigt, durch deren Annahme die Zwistigkeiten zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmerverbänden beigelegt werden können. Die beiderseitigen Verbände der Arbeitgeber und Arbeitnehmer nehmen heute zu den Vorschlägen Stellung. Zwei Kinder ertrunken. Wetzlar, 18. Juli. Auf einem durch die Regengüsse der letzten Tage gebildeten Teiche vergnügten sich gestern nachmittag die zehn und dreizehn Jahre alten Söhne des hiesigen Schneidermeisters Petry mit Floßfahren. Das Floß kippte um und beide Knaben ertranken. Tödlicher Unfall eines FliegerUnteroffiziers. Saarburg, 18. Juli. Auf dem Buhler Flugplatz verunglückte gestern beim Landen seines Doppeldeckers der Flieger=Unteroffizier Wilke. An den Folgen dieses Unfalles ist er gestorben. Massenvergiftungen. Stuttgart, 18. Juli. Nach dem Genuß von Leberwurst sind in dem Stuttgarter Vororte Gablenberg über vierzig Personen, die an einer Metzelsuppe teilgenommen hatten, unter Vergiftungserscheinungen schwer erkrankt. Den Wirt scheint keine Schuld zu treffen. Die Reichstagsstichwahl in Koburg. Koburg, 18. Juli. Bei der gestrigen Reichstagsstichwahl im Wahlkreise Koburg=Gotha wurden bis 9 Uhr abends gezählt für Arnold(fortschr. Vpt.) 9178, für Hofmann(Soz.) 5792. Die Ergebnisse von sechs Orten stehen noch aus. Arnold ist somit gewählt.— In der Hauptwahl erhielten Arnold 5472, Hofmann 5651 und Dr. Stoll(natl.) 3372 Stimmen. Die Folgen der Enthüllungen Humberts. Paris, 18. Juli. Auf die Enthüllungen des Senators Humbert hin hat der Kriegsminister Messimy beschlossen, einen Fachausschuß, bestehend aus einem General und einem Generalkontrolleur nach Ostfrankreich zu entsenden und ihn mit der Untersuchung der Art und Weise zu betrauen, wie der vom Parlament bewilligte Kredit dort verwendet werde und welche Neuaufwendungen notwendig sind, um alle befestigten Plätze in modernster Weise zu entwickeln und auszugestalten. Verhängnisvolle Kessel=Explosion. Antwerpen, 18. Juli. Ein schwerer Unfall hat sich gestern in einer Gerbstoffabrik bei Antwerpen ereignet. In einem Fabrikraume, wo 15 vier Meter hohe Kessel stehen, platzte einer von diesen, an dem gerade sechs Arbeiter beschäftigt, waren, um eine Undichtigkeit zu beseitigen. Alle sechs wurden durch den furchtbaren Druck zu Boden geworfen und schwer verbrüht. Drei hob man sterbend auf, die andern wurden ebenfalls verletzt. Die beiden Direktoren der Fabrik erlitten Verletzungen im Gesicht. Eine ganze Millionarssamilie ermordet. Petersburg, 18. Juli. In einer Vorstadt von Kiew drangen Näuber in die Villa des Millionärs Katz ein. Sie streckten diesen sofort durch mehrere Revolverschüsse nieder und ermordeten nacheinander die Frau, zwei Söhne und zwei Töchter. Die Räuber richteten daraufhin in dem Hause furchtbare Verwüstungen an; sie erbrachen alle Behälter und raubten zahlreiche Gegenstände aus Gold und Silber, ferner Wertpapiere und einiges Bargeld. Nur der jüngste Sohn, der sich versteckt gehalten hatte, ist von der ganzen Familie allein übrig geblieben. Schweres Eisenbahnunglück in Virginia. Neuyork, 18. Juli. Bei Fairmont nahe Norsolk in Virginia stieß ein elektrischer Eisenbahnzug mit einem Kohlenzuge zusammen. Das Unglück sorderte sechs Tote und mehr als zwanzig Verwundete. Gottesdienste. Evang. ref. Gemeinde. Sonntag 8 Uhr: Pastor Nell. Evang. luth. Gemeinde. Sonntag 9 Uhr: Beichte. 9½ Uhr: Pastor Nell, hl. Abendmahl. 11 Uhr; Kindergottesdienst. Westhosen. Sonntag 9½ Uhr: Pastor Klinker. 10¾ Uhr: Kindergottesdienst. Kath. Pfarrkirche. 6½ Uhr: Stille hl. Messe. Kaplan Röseler 7½ Uhr: Frühmesse mit Predigt. Gemeinschaftl. hl. Kommunion der Jünglings=Sodalität und der schulpflichtigen Kommunikanten(Knaben). 8½ Uhr: Schulmesse mit Predigt. Pfarrer Schnurbus, 10 Uhr: Hochamt mit Predigt. Nachm. 2½ Uhr: Christenlehre. Filiale Lichtendorf. 7½ Uhr: Frühmesse mit Predigt. Gemeinschaftl. hl. Kommunion der Jünglinge und der schulpflichtigen Kommunikanten(Knaben). 10 Uhr: Hochamt mit Predigt. Nachm. 2 Uhr: Christenlehre. Wetterbericht der Deutschen Seewarte. 19. Juli: Bewölkt mit Sonnenschein, meist trocken, 20. Juli: Veränderlich, wolkig, heiter, kühler Wind, 21. Juli: Veränderlich, mäßig warm, windig. 22. Juli: Abwechselnd, mäßig warm, Wind. Verantwortlich für die Redaktion Friedr. Kraar, Druck u. Verlag von Carl Braus, beide in Schwerte, Nr. 166. Beitage. er Heilung Samstag, 18. Juli 1914. Amtliches Kreisblatt. Die Abdankung Huertas. In Mexiko hat die Episode der Wirren, die vor siebzehn Monaten mit der Aneignung der Präsidentenwürde durch Huerta einsetzte, mit dessen durch die Verhältnisse notwendig gewordenen Abdankung ihren Abschluß gesunden. Damit ist jedoch keinessalls gesagt, daß die Ruhe in Mexiko jetzt überhaupt gesichert sei. Weit eher ist das Gegenteil zu erwarten, da trotz der Unantastbarkeit des neuen Präsidenten Carvajal die verschiedenen Gruppen der Aufständischen dafür sorgen werden. daß Unsicherheit und Blutvergießen in dem unglücklichen Staate fortdauern. Der neue Präsident ist noch ein junger Mann von einigen dreißig Jahren. Er ist ein fähiger Jurist und genießt wegen seiner Unbestechlichkeit hohe Achtung, 1911 war er Vermittler in den Verhandlungen zwischen Porsirio Diaz und dessen Nachfolger, dem ermordeten Präsidenten Madero. Sonst ist er politisch kaum hervorgetreten. Da er zum Minister des Auswärtigen ernannt worden war, wurde er provisorischer Präsident nach der Abdankung Huertas den versassungsrechtlichen Bestimmungen gemäß. Entsprechend seiner Mitteilung an die Friedenskonferenz von Niagara Falls ließ Victoriano Hurrta, der die Präsidentschaft im Februar 1913 angetreten hatte, dem Parlament seine Abdankungsurkunde unterbreiten, das sie mit 121 gegen nur 17 Stimmen annahm. Carvajal leistete darauf vor der Kammer als neuer Präsident den Eid auf die Versassung. Die Führer der Nebellen wollen die Feindseligkeiten fortsetzen, die Hauptstadt Mexiko einnehmen und an den alten Anhängern Huertas ein blutiges Strafgericht vollziehen. Zahlreiche Osfiziere und Politiker, die zu Huerta gehalten hatten, sollen kurzerhand niedergeschossen werden. Die Unionsregierung ersuchte den Oberbefehlshaber der Rebellen, Carranza, aufs dringenoste, unnötiges Blutvergiesen zu verhüten.— Der Oberbandit Villa ließ gelegentlich der Einnahme von Zacatecas dort mehrere katholische Geistliche erschießen bezw. ins Gesängnis werfen, allerorten die Geistlichen mißhandeln und die Kirchengüter beschlagnahmen. Eine Abordnung der Christlichen Brüder, denen die Opfer der Villaschen Brutalität angehörten, erhoben in Washington Beschwerde. Carvajal ist zunächst nur provisorischer Präsident Mexikos bis zur endgültigen Wahl des Staatsoberhauptes durch das Parlament. Ob er aus der schließlichen Wahl als Sieger hervorgehen wird, erscheint fraglich, da die Rebellen erklärten, daß sie Carvajal als Präsidenten nicht anerkennen würden. Es heißt, die neue Regieerung werde nur so lange am Ruder bleiben, bis Carranza an der Spitze der Rebellenheere seinen Einzug in die Hauptstadt gehalten haben werde. Der zurückgetretene Präsident Victoriano Huerta, der mit seinem Kriegsminister Blanquet die Hauptstadt verlteß, um sich nach Mexiko Puerto zu begeben und dort mit seiner Familie die Europareise anzutreten, war Indianer und reinblütiger Azteke. Er vereinigte die Fehler und Vorzüge seiner Rasse zu höchster Potenz gesteigert in sich. Neben hoher Vaterlandsliebe zeichneten ihn Unerschrockenheit und Zähigkeit aus. Noch nicht 25 Jahre alt, zog er die Ausmerksamkeit des damaligen Präsidenten Porsirio Diaz auf sich, der den jungen Ofsizier mit der Bildung eines mexikanischen Generalstabes betraute. Unter der Präsidentschaft Maderos schlug er den Ausstand der Gegner nieder, beseitigte dann den in amerikanischen Diensten befindlichen Usurpator und ließ sich selbst zum Präsidenten proklamieren, dis er jetzt der beharrlichen Gegnerschaft Nordamerikas zum Opser fiel. In Washington jubelt man über den Sieg des Präsidenten der Vereinigten Staaten Wilson in der mexikanischen Frage; es bleibt jedoch noch abzuwarten, ob dieser Sieg nicht ein Pyrrhussieg gewesen ist. Ueber die Abreise Huertas aus Mexito wird dem„B. T.“ gemeldet: Huerta hatte in Begleitung Blanquets die Stadt in einem Auto verlassen und den Zug 19 Meilen von der Hauptstadt entsernt bestiegen. Die neue Regierung hatte ihm mehrere Automobile zur Begleitung mit= shickt, die aber nur acht Mann mit Gewehren und einige befreundete jüngere Ofsiziere mitführten. Vor der Abreise, gegen 9 Uhr abends, hatte Huerta noch einmal sein Lieblings=Café„Globo" besucht. Man hielt Reden auf ihn, und er antwortete pathetisch, er wolle sein letztes Glas mit seinen Freunden trinken. Er leerte es auf den neuen Präsidenten. Als Huerta aus dem Café heraustrat, umarmte man ihn, und die angesammelte Volksmenge rief: „Viva Huerta!“ Alles ist von der Furchtlosigkeit Huertas begeistert. Alle Truppen, alle Freunde und Minister waren schon fort, nur er war geblieben. — Auf der Ferienreise! Daheim ruht Buch und Feder In stiller Einsamkeit, Wer's kann, eilt in die Bäder Zur lieben Ferienzeit. Dieweil es Sitte heute, Verreisen viele Leute, Ein kurzes zu vergessen Geschäfts= und Amts=Int'ressen. Diee Ruhe schwand den Wäldern Und den Gebirgen auch, Auf sonndurchglühten Feldern Verspürst du keinen Hauch; Doch auf der Berge Spitzen Kannst du nicht ruhig sitzen, Da jodelt der Berliner, Der Sachse, wie der Wiener! Und dann am Meererstrande Sonnt sich das Kind der Stadt, Man tummelt sich im Sande Und im Familienbad; Dort stärken ihre Glieder, Dort tauchen auf und nieder Die Schlanken, wie die Runden, Daß sich die Flundern wundern. Sehr zahlreich sind die Ziele, Dahin man freudig eilt, Doch deren gibts nicht viele, Wo wirklich Ruhe weilt; Sie herrscht zur Sommerpause, Am meisten wohl zu Hause, Jedoch im alten Gleise Zu bleiben, ist nicht weise. Drum ziehe in die Weite Als sorgenfreier Mann, Und trif'st du frohe Leute, Dann schließ dich sröhlich an! Wozu die Menschen meiden? Du mußt sie eben leiden, Und wirst es nicht bereuen, Mit ihnen dich zu freuen. Doch pflegst du Unterhaltung, Red' von Geschäften nie, Sprich von der Badverwaltung, Von Gegend und Logis; Doch sprich auch nie politisch, Sonst wird die Sache kritisch, Die Freundschaft, kaum erworben, Wird leicht dadurch verdorben. Mag jetzt nach Rußland blichken Der Herr Poincaree, Mag sich nach Frankreich drücken Der„Hansi“, der Monsieur. Das ist nicht weltbewegend, Du sprichst jetzt nur von„Gegend“, Und ziehst auf leichten Sohlen Dahin, dich zu erholen! Gar wonnig ist das Reisen, Sagt selbst der Pessimist, Und schimpft, weil mit den Preisen Er nicht zufrieden ist; Trotz dieser Schattenseite Zieht froh er in die Weite, Doch fröhlicher zieht weiter Der Optimist. Ernst Heiter. Westfalen und Rheinland. * Arnsberg, 17. Juli.(Kaiser WilhelmTurm.) Das Komitee für den Kaiser WilhelmTurm hat sich für den Lüsenberg entschieden. Von der alten Burg ist Abstand genommen worden, weil dieser Bergkegel an sich ein Naturdenkmal ist, das durch die Errichtung eines Gebäudes gefährdet würde. Die Hauptseite des Turmes soll den Reichsadler in großen Umrissen zeigen. An den Turm mit der Festhalle schließt sich die Kaiserhalle, die in einer halbrunden Nische das über doppelt lebensgroße, auf einem Throne sitzende Standbild Kaiser Wilhelms I. enthält. Die Kaiserhalle bildet mit dem 14 Mater langen und 6,20 Meter breiten Festsaal den Mittelpunkt der Anlage. An die Kaiserhalle schließt sich mit der Querachse ein Flügel, der die Wohnung des Turmwartes und die Wirtschaftsräume enthält. Der ganze 50 Meter lange Bau, der einen Kostenaufwand von etwa 130000 Mark ersordern wird, ist architektonisch reich gegliedert. * Haltern, 17. Juli.(Unsinnige Wette.) Ein Bursche von 19. Jahren wettete dieser Tage um einen Liter Schnaps, daß er dreimal die Lippe durchschwimmen werde. Er durchquerte den Fluß gerade zum letzten Male, als er in den Fluten unterging. Ein Herzschlag hatte seinem Leben ein Ende bereitet. * Hattingen, 17. Juli.(75 Jahre Püstendrücker.) Vom 15. bis 90. Jahre war der jetzt 93 Jahre alte frühere Schuhmachermeister Grävingholt„Püstendrücker", d. h.„Windmacher“, in der großen evangelischen Kirche. Der wichtige Posten, ohne dessen Inhaber auch der befähigste Organist nichts auszurichten vermag, ist jetzt nach Anlage eines elektrischen Orgelantriebes in Fortfall gekommen. Bochum, 17. Juli.(Eine Viertel Milliarde Knappschaftsvermögen.) Der Allgemeine Knappschafts=Verein in Bochum, der socben den ersten Teil seines umsangreichen Verwaltungsberichtes für das Jahr 1913 veröffentlicht, hatte am Schlusse des Berichtsjahres ein Vermögen von 268 641 929.36 Mark. Er hat damit also das erste Viertel einer Milliarde überschritten. Vergleichsweise sei angeführt, daß das Vermögen am Schlusse des Jahres vorher rund 231 Millionen Mark und Ende 1911 rund 199 Millionen Mark betrug. Die Mitgliederzahl des Vereins hat das vierte Hunderttausend überschritten. Sie betrug am Jahresschlusse 1913: 409 271 gegen 376 710 im Jahre 1912 und 357·321 im Jahre 1911. * Bochum, 17. Juli(Verhaftung eines Räubers.) Wir berichteten dieser Tage, daß maskierte Personen nachts in das Schlafzimmer eines auf der Wittener Straße wohnenden Möbelhändlers eingedrungen waren. Die Kerle hatten den Geschäftsmann unter Drohungen zur Hergabe von 3000 Mark gezwungen, die dieser unter seinem Kopflissen ausbewahrte. In einem der Räuber hatte der Ueberfallene den eigenen Buchhalter wiedererkannt. Jetzt ist es der Polizei gelungen, in der Nähe der holländischen Grenze den als Haupttäter in Frage kommenden Buchhalter ausfindig zu machen und zu verhaften. Der Festgenommene hat bereits ein Geständnis abgelegt. Langendreer, 17. Juli.(Furchtbare Verzweiflungstat.) Ein grausiges Drama hat sich in einem Hause an der Unnaerstraße abgespielt. Die Frau des dort wohnenden Ladeschaffners Wultf, die seit Jahren krank ist und wiederholt schwere Krisen durchzumachen hatte, befindet sich seit etwa drei Wochen im hiesigen Krankenhause, wo' an ihr eine schwere Operation vorgenommen werden soll. Gestern nachmittag erwartete man im Krankenhause den Besuch des Ehemanns Wulff. Da der Mann nicht kam, schickte man schließlich zu seiner Wohnung. Als die Abgesandten das Schlafzimmer der Wulssschen Wohnung betraten, bot sich ihnen ein surchtbarer Anblick. Wulff lag, in seinem Blute schwimmend, tot auf den Boden. Er hatte sich mit einem Messer die Pulsadern durchschnitten und sich außerdem eine klafsende Wunde am Halse beigebracht. Es ist als sicher anzunehmen, daß die Verzweiflung über den Zustand seiner Frau den Mann zu der furchtbaren Tat getrieben hat. * Schermbeck, 17. Juli.(Ein Soldat erstochen.) Auf dem hiesigen„Kilian"=Schützenfeste gerieten zwei Zivilisten mit einem Soldaten, einem Musketier, in Streitigkeiten. Einer der Zivilisten zog ein Messer und stach damit auf den Soldaten ein, der alsbald tot zu Boden sank. Die Polizei verhastete den Täter und dessen Begleiter. * Koblenz, 17. Juli.(Rätselhafte Verbrechen.) In den letzten Tagen wurden im Moselgebiet verschiedentlich Leichen gefunden, die den Anschein von Verbrechen erweckten. So fand man bei Enkirch die Leiche eines jungen Mannes, die mit einem Strick umschnürt war; serner wurde bei Koblenz aus der Mosel ein Mann aufgesischt, der, wie die polizeilichen Feststellungen ergaben, auf ein Schiff gelockt, seines Wochenlohnes beraubt, erwürgt und in die Mosel geworsen worden ist. Die Frau des hier weilenden Schifsers Kieser aus Saarburg ist ebenfalls auf ihrem Schifse, das bei Nancy lag, überfallen und getötet worden. Es wurde ihr die Summe von 8000 Mark geraubt. Man nimmt an, daß es sich bei den vorgenannten Verbrechen um ein und denselben Täter handelt. * Saarbrücken, 17. Juli.(Geständnis.) Die seit dem 8. Juli wegen Verdachts der Mitbeteiligung an dem Raubmorde an dem pensionierten Bergmann Peter Mark in Ottenhausen und wegen Meineids in Untersuchungshaft befindliche Tochter des Ermordeten und ihr Ehemann, der Arbeiter Müller, haben heute nach langem Leugnen ein volles Geständnis abgelegt, durch das der Verdacht gegen die beiden, in dem sie durch das Bekenntnis des zum Tode verurteilten Mörders des Marks, des Arbeiters Wagner, geraten waren, voll bestätigt worden ist, Ssssersr Der Kampf um das Majorat. ein Wenn ich dies alles deit UntersichungsrichRoman von Ewald Ang. König. 65 „Es häugt nur von mir ab, ob er wieder in die Lage kommen wird, über sein Vermögen verfügen zu können,“ sagte er, einen schärferen Ton auschlagend.„Sie werden jedenfalls wünschen, daß er verurteilt wird?“ „Seine Vernrteilung unterliegt keinem Zweisel" erwiderte der Verwalter. „Sie glauben, seine Schuld sei bewiesen?“ bin davon überzeugt.“ „Nun, meine Herren, ich kann das Gegenteil „Sie?“ rief Eduard höhnisch.„Wie wollen Sie das fertig bringen?“ „Nur allein dadurch, daß ich die Wahrheit sage,“ entgegnete der Graf ruhig. Ich war vorgestern von Baron Dagobert zum Souper geladen und ging zu hinaus. Der Baron begeguete mir im Walde und bat mich, die Einladung auf einen späteren Tag zu verschieben, weil er mit seinem Vormund einen ärgerlichen Austritt gehaot habe. Wir sprachen noch zusammen, als wir in der Ferne einen Schuß hörten, bemerken Sie wohl, der Schuß fiel weiter hinter uns, es wird sich ohne stellen lassen, ob in jener Richtung Baron Kürt die Todeswunde empfangen hat. Mir lag nun durchaus nichts daran, daß auf meinen Begleiter ein Verdacht fallen solle, ich fand es in meinem Interesse, noch einige Geldsummen von dem jungen Herrzi zu gewimten, zudem hatte ich auch keine Ahnung, daß jener Schuß dem alten Baron gegoler bod;, Zagogert an znir die Besorguis ein, daß Baron Tacgerr; au diesent Abend seinem Vornumd noch eizg,. geguen und im auflodernden Hasse die Bluhse auf ihn nntegen könne, des halb veranlaßte ich ihn, meiner Gegenwart den Schuß, den erim Laufhatte ter erkläre, meine Herren, dann muß Baron Dagobert sofort aus der Haft entlassen werden." Der Verwalter hatte mit seinem Sohne einen bedeutungsvollen Blick ausgetauscht, diese Erklärung drohte alle ihre Pläne zu vernichten. „Können Sie die Wahrheit dieser Aussagen beweisen?“ fragte er in einem spöttischen Tone, der gleichwohl seinen Aerger und seine Angst durchblikken ließ, Graf Morray. „Baron Dagobert wird ganz dasselbe sagenund sich auf mein Zeugnis berufen!“ „He, wer soll denn der Mörder sein, wenn Baron Dagobert es nicht ist?“ fragte Eduard un„Das zuenthüllen, ist Sache des Untersuchungsrichters.“ „Der Wilddieb!“ murmelte der Verwalter, dessen Gesicht immer fahler wurde.„Bis jetzt ruht noch kein Verdacht auf ihm, das Gericht kennt diese Geschichte nicht, der Förster wird sie berichten— zum Teufel, der Erfolg ist uns nicht so sicher, wie sch olaubte.,„ „Sie werden vollständig auf iyn verzichten mussen, wein ich nun auf die Seite des Angeklagten treie,“ sagte Graf Morray.„Und das werde ich tun, wenn Sie diesen Wechsel nicht honorieren.“ „Ich will mit dem Notar Tellenbach darüber reden,“ erwiderte Eduard, der in dem engen Zimier auf und nieder wanderte. „Sie müssen sich in dieser Stunde entscheiden.“ „Ich muß?“ „Allerdings! Baron Dagobertist heute morgen verhaftet worden, er wird sich sofort auf mein Zeugnis berufen haben, der Untersuchungsrichter ist verpflichtet, ohne Verzug die Frage an mich zu richten, von deren Beantwortung Freiheit und Ehre des Angeklagten abhängen. Zahlen Sie nicht, so sage ich die Wahrheit. Baron Dagobert wird heute abzuseuern. Er tat das, dann trennten wir uns, ich noch den Wechsel honorieren, wenn ich es verlange. Diesen Wechsel können Sie übrigens als Waffe gebrauchen, Sie können mit ihm beweisen, daß Baron Dagobert ein leichtsinniger Hasardspieler war, Sie können den Wisch mit einem Akzept versehen und eine besondere Klage wegen Wechselfälschung gegen den Baron anhängig machen. Verloren ist Ihnen das Geld in keinem Falle, es muß aus der Gutskasse gezahlt werden.“ „Bei Spielschulden schützt das Gesetz den Gläubiger nicht,“ warf Eduard ein. „Die Spielschuld ist jetzt eine Wechselschuld—“ „Nun denn, ich will Ihnen das Geld zahlen, ich erwarte aber, daß Sie alsdann den Untersuchungsrichter auf der Fährte lassen werden, auf der er sich befindet.“ „Das steht auf einem andern Blatte geschrieben, bester Herr," antwortete Graf Morray ironisch.„Die Honorierung des Wechsels ist für Sie mit keinem Verlust verknüpft, zahlen Sie mir das Geld nicht, so zahlt es Baron Dagobert. Nun aber verlangen Sie von mir einen Meineid, was bieten Sie mir dafür?“ „Sie sind ein Lump!“ sagte der Verwalter aufbrausend.„Wir könnten Sie in dieser Stunde noch dem Gericht überliefern, Sie entlaufener—“ „Mäßigen Sie sich!“ rief der Graf, ihm in die Rede fallend.„Sie sitzen selbst in einem Glashause und wagen es, mit Steinen zu werfen? Wenn es Ihnen Spaß macht, so rufen Sie die Polizei, wir werden dann sehen, wer den Schaden davon hat.“ Eduard warf seinem Vater einen warnenden Blick zu, auf diesem Wege war mit dem Abentenrer kein befriedigendes Abkommen zu treffen. „Wieviel verlangen Sie?“ fragte er. „Zweitausend Taler.“ „Das ist eine unverschämte Forderung.“ „Im Gegenteil, ich finde sie noch zu niedrig,“ spoltete der Graf. „Wir haben keinen Gewinn davon, wenn Baron Dagobert verurteilt wird.“ „Wenn Sie ihn nicht hätten, würden Sie nicht das Bündnis mit mir geschlossen haben.“ „Wir hassen ihn, das ist alles.“ „Sehr wohl, Sie haben nun eine Gelegenheit, diesen Haß zu befriedigen; zahlen Sie mir, was ich fordere, so wird der Baron verurteilt. Im andern Falle muß er heute noch entlassen werden, und dann werde ich ihm sagen, wo er seine Feinde zu suchen hat. Sie haben geglaubt, mich benntzen und mir dann einen Fußtritt geben zu können; ich denke darüber anders und drehe den Spieß um. Nun entschließen Sie sich!“ Er hatte sich erhoben, in herausfordernder Haltung stand er den beiden gegenüber, deren Entscheidung er anscheinend mit der größten Ruhe erwartete. Eduard wechselte leise einige Worte mit seinem Vater, der mit finster zusammengezogenen Brauei vor sich hinstarrte. „Wir haben keine Garantie dafür, daß Sie den Vertrag ersüllen, wenn wir Ihnen das Geld vorauszahlen,“ sagte er.„Sie müssen die Richtigkeit dieser Bemerkung zugeben, wenn Sie Ihrer Vergangenheit gedenken. Ich will Ihnen einen Vorschlag machen, der beide Teile befriedigen kann; wenn nach Ihrem Verhör Baron Dagobert binnere drei Tagen nicht aus der Haft entlassen ist, so werde ich die geforderte Summe zahlen.“ „Und wer garantiert mir dafür, daß Sie diesen Verpflichtungen nachkommen, wenn ich den Meineid auf mich genommen habe?“ fragte der Graf mit schneidender Ironie. „Die Möglichkeiten, daß Sie Ihre Aussagen widerrufen und uns beiden Unannehmlichkeiten bereiten können. Mein Vater wird ja auch als Zeugevernommen werden, er wird dann erfahren, welche Aussagen Sie gemacht haben, entsprechen diese unserm Vertrage, so können Sie das Geld sofort in Empfang nehmen.“. 214.10 P Sllinnnnsnnanmmrrn Saison-Ausverkaufs uminurnunagnnnmnrnguurunznaonrnrrranrurnrummnrmrrnrnanrrmrnrnrmngrnzmialulänturnunrnnrrmrmmmmrmrmrnrrmbeldhiunmuinlint se Siiminin! Für die bevorstehende Ferien- und Reisezeit bietet mein SaisonAusverkauf insbesondere beim Einkauf von Sommer-Carderobe Cmamrnrnramamnmnaurnunzmurungrunsrnunzungunurnnuinuimainanuniuniuf sei es für Damen, Herren oder Kinder, ganz außergewöhnliche Vorteile, da die noch vorrätigen Bestände zwecks radikaler Räumung teils noch weit unter die Hälfte des früheren Verkaufspreises herabgesetzt sind. Smmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmm Estrabilige Auslegeninalen Abtelungen. 4968 TeoPRomen.nt Hagen i.Westf.: Frankfurterstr. 97—10l. Dortmund Münsterstrasse 50—52 4942 Dortmund gegenüber d. 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Während desselben: Mittags 12.30 Uhr: Gemeinschaftliches Mittagessen u. Konzerl. 2 Uhr: Forisetzung des Schießens. 3 Uhr: Beginn des großen Fesikonzerles. Nach erfolgtem Königsschuß: Krönung des neuen Königs. Auszeichnung der besten Schützen. Große Königs=Parade. Abends 8.30 Uhr: Beginn des Fest=Balles. Sonntag, den 26. Juli 1914: Vormitlags 11 Uhr: Große Wacht=Parade bei Central=Hotel Sternberg. Nachmittags 3 Uhr: Antreten der Kompagnien bei ihren Hauptleuten. 3.30 Uhr: Abholen des neuen Königspaares. durch die Sladt zum Schützenhofe. Nach Eintreffen des Festzuges: Großes Konzert. Abends 8.30 Uhr: — Fest=Ball. Billgste Preise. Verlangen Sie meine Musterkarte 1985 Die Musik wird ausgeführt von der Kapelle des Rheinischen Jäger=Bakaillons Nr. 6 aus Schleitstadt unter persönlicher Leitung des Musikmeisters Pfrieme. Schwerte, im Juli 1914. Der, Werstanl! Leben zu deuten! Seine geradezu wunderbare Macht, auf jede Entfernung hin die Zukunft zu deuten, setzt Alle in Staunen, die ihm schreiben! Tausende von Menschen haben in= allen Lebenslagen die Segnungen seines Rates genossen. Er sagt Dir, wo Deine Fäbigkeiten liegen und wie Du erfolgreich sein kannst. Er erwähnt Deine Freunde und Feinde und schildert die guten und bösen Epochen Deines Lebene. 1 Seine Offenbarungen vergangener, gegenwärtiger und zukünftiger Ereignisse werden Dich in Erstaunen versetzen und Dir heifen. Alles was er verlangt, ist nur Dein Name(eigenbändig von Dir geschrieben), sowie Dein Geburtsdatum urd Geschlecht als Anhalt für seine Forschung. Geld ist nicht nötig. Erwähre den Namen dieses Blattes und Du erhälst eine Probedeutung umsonst. Willst Du Dir dieses besondere Anerbieten zu A4 Dir dieses besondere Anerbieten, P.. pein Teben er. Vutze machen und eine Uebersicht über wein Leben erhalten, so sende einfach Deinen vollen Namen, sowie Adresse, Datum, Monat und Jahr Deiner Geburt; schreibe aber Alles recht deutlich! Vergiss nicht zu erwähnen, ob Du Herr. Frau oder Fräulein bist und schreibe— aber eigenhändig— folgenden Vers ab: Durch der Sterne Wissenschaft Deutest Du das dunkle Leben. Könnte D ine Zauberkraft Meines Daseins Schleier heben? Wer mag, kann seinem Briefe 50 Pfennige beifügen (In Briefmarken seines Landes für Portokosten und Schreibgebühren. Die Adresse lautet: Mr. Clay Burton Vance, Suite 3166, Palais Royal, Paris, Frankreich. Die Beifügung von Metallgeld unterlasse man aber. Die Frankatur für Briefe nach Frankreich beträgt 20 Pfennige. Der Schwerter Furh Voren Mitgl. d. d. Turnerschaft. feiert am 26. Juli sein Semlmieriest in den Räumen des Lokals„Im Reiche des Wassers“ durch Konzert, Schauturnen und Ball. 1.25 Mk. an der Kasse, Nachmittagskonzert u. Schauturnen 40 Pfg. im Vorverkauf, 50 Pfg. an der Kasse, Ballkarte 1,00 Mk.— Die Musik wird gestellt von der Kapelle des Hellweger Militär-Musik-Instituts unter Leitung des Herrn Musikdirektors Plato. Alle Freunde und Gönner der edlen Turnerschaft sind freundlichst zum Feste eingeladen.— Kinder unter 16 Jahren haben zum Ball keinen Zutritt. 4977 Der Vorstand. S.e I. unr 19 uns 19 ami Programm fur ven 1o. und 19. Juli. Alleinaufführungsrecht für Schwerte: g„Die Waise. * der Tochler eines unschuldig Bestrasten, der viel Ver∆ folgung von dem Sohne, des Schuldigen, erleiden muß, ## bis endlich die Wahrheit den Sieg davon trägt. 5 4 Akle. Herrlich koloriert. 4 Akte. F„Der letzte Wille“. nahme der über 18 Jahre alten mannlichen Personen freizui für jedermann pölig stei.— Die Einkelskarten sind sichtbar zu tragen.— Das Belegen der Tische und Stühle ist nicht gestattet. Großes hervorragendes Drama, das uns zeigt, wie ein Erbschleicher auf wunderbare Weise entlarvt und ihm das Erbe wieder entrissen wird. 2 Akle. Aeußerst spannende Handlung. 2 Akte. „Liebe schafft Rat“. Spannendes Drama aus dem wilden Westen. „Fritzchens Rechenaufgabe“. * Neue Geschichte vom kleinen Fritz Abelar. „Max als Tangolehrer in Berlin“. Große Humoreske von Max Linder. Christian ist eingeladen Heitere Geschichte. Palhé Journal Neues aus aller Welt. Wochentags 20, 30, 40 Pf. Eintrittspreis. Paul u. d. Wunderpuppe □ Ergötzliche Posse. Steinbrüche in Schweden. Inter. Naturaufnahme. ce! 00 Restaurant Casper Hostel Wilhelmstrasse. Sonntag, den 19. und Montag, den 20. d. Mts.: Schluss des grossen Preis-Kegelns I. Preis 100 Mk., II. Preis 65 Mk., III. Preis 50 Mk. usw. Für den besten Kegler einen Meisterschaftspreis. Bis jetzt sind hoch 2 Mann mit 23 Holz. Es werden 3 Kugeln * in volle Hölzer gewor'en. Parkett-Kegelb ahn: Beer& Himmelmann, Dortmund, 4962 Casper Köster. 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(Alaschezinaef eitbene (steinfrei) 49861 zum Einstreuen ins Heu empfichlt 5-10 Mh. Hoich B1. 887. dienen. Postkarte genügt. Rich. Hinrichs, Hamburg 13. 4727 L. Weinberg Brückstraße 23. Räumuns des mit 951 Pfg.-Angeboten dekorierten Schaufensters, gleichzeitig Sondss = der 95 Pfg. Tage Montag, den 20. Juli. Schwerte Samade Pranchen Hüsingstr. 27, Ecke Mährstr. Spratts Kückenfutter u. Hundekuchen empfiehlt p broges Carl Prog.) i Cart Hamh Fernruf 165 Zigarren und Zigarelten- Vertrieb erstes u. ältestes Geschäft dieser Art am Platze. Mattheus Müller„Extra“, Gilka, Steinhäger-Urquel, Doppelkorn, " Underberg. Boonekamp, Rum Arak, Kognak etc. etc. Für Wiederverkäuler Fabrikpreise. Betriebs-Zentrale des Konsum- und Sparvereins Dortmund, Bornstrasse. Glänzendes Jahresergebnis! In dem soeben beendeten Geschäfsjahr betrug der Wert des in der Genossenschaft erreichten Waren-Umsatzes: 5½ Millionen 73490,36 Mark. Das bedeutet gegen die gleiche Zeit des Vorjahres ein Mehr von 926945,48 Mark= 19,94%. Die Produktiv-Abteilungen lieferten in den zwölf Manaten: Backwaren im Werte von 1 161 312,54 Mk. Zunahme gegen das Vorjahr 152 327,15 Mk. Limonaden 301 416 Flaschen„„„„ 77710 Flaschen. Gerstenschrot 1 506094 Kilo„„„„ 554 879 Kilo. Röstkaffee 137 640 Pfd.(Schnellrösterei auf das Modernste neueingerichtet.) Neu aufgenommen in den zuö f Monaten: 5508 Mitg'ieder. Unentgeltliche Unterstützung bei Sterbefällen in der Familie. Unentgeltliches Organ:„Konsumgenossenschaftliches Volksblatt“. Feuer- und Einbruchdiebstahl-Versicherung ohne Agenturgebühren. Vermittelt wurden bisher 533 Feuerversicherungsanträge mit 1 654819 Mark Versicherungssumme. Die Mitgliedschaft kann jeder Mann oder jede Frau für die Familie durch Zahlung von 50 Pig. in einer der 59 Abgabestellen erwerben. Eine probeweise Warenentnahme ist gern gestattet. Für die Miteliedsebaft: Im Preise herabgesetzt: Kartoffeln, Kartoffelmehl, Bruchreis, Reis 1 und II, Schmalz, Pflanzenbutter G. E. G., Tilsiter Käse, Zwiebeln und Heringe. Die neueröffnete Abgabestelle in Schwerte befindet sich Hohenzollernstr. 37. Konsum- u. Sparverein Dortmund-Hamim 6. u. m. b. H. Der Vorstand. Feldkocher für Tourisien und Wandervögel für 1.2 und 3 Personen kausen Sienirgendwo vorieilhaster als bei Schwerse. 3911 Waagen— Gewichte— Maasse In extra starker Ausführung. Waagen jeder Art werden eichtäbig repariert. Nagener Waagenfabrik Paul Thedinga. Hagen I. W. Telephon 2604. Pastor Felke Heilweise Augendlagnose, Homöopathte, Naturhellweise (keine körperliche Untersuchung) 3411 Dr. phll. Mayus, Hagen I. W, Elberfelderstrasse 27. Einziger beglaubigter Vertreter am Platze. Sprechzeit: Sonntag 10—1 Uhr. Dienstag. Mittwoch, Preitag und Samstag 10—1 Uhr und 2—5 Uhr. Verwaltungen von Häusern u. Grundstücken Beschaffung von Hypotheken, An- u. 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Durch die Lüfte stieg eine singende Lerche himmelan,— immer höher schwebte sie wie ein seines schwarzes Pünktchen gerade über den zwei jugendlichen Wanderern. Als sie nun die Schlucht verließen, standen sie vor einem prächtigen Baum, über und über mit blühenden Palmkätzchen bedeckt. Vor ihnen lag die Mauern und Türmchen. Die roten freundlich im Sonnenlicht. Die Welt war so schön. Jeder Tag erschloß neue Schönheit. Vor den zwei Knaben lag lauter Freude, das Osterfest, dann die Konfirmation. Da waren die Worte Sorgenstein und Kreuzespein nur leere Begriffe für sie, und sie gaben sich auch gar nicht erst die Mühe, darüber nachzudenken. vorigen Jahr hab ich von deiner Mutter zehn Eier bekommen," begann Kilian,„rote und blaue und grüne. Der Biberkonrad hat mir zwei abgewonnen, wie wir getüpfelt haben. Heuer gewinn ich sie ab.“ In der Vorfreude steckte er sich einen Palmkätzchenzweig auf den Hut und lächelte. „Ich hab alle Jahr verloren,“ gab Ludwig zu. „Du hast mir ja auch abgewonnen.“ „Ja, da steckt man halt nit drin. Das ist Glückssache,“ meinte weise der Kilian, und dann redeten sie von der Lonfirmation.,. Meinkuuct 8#. „Nachher bin ich bei euch der Kieintnecht. Tein Vater hat gesagt, da gibt er mir schon Lohn. Und alle Jahr wird's mehr. Ich will schon tüchtig sparen, und wenn ich dann genug hab, dann kauf ich mir Haus und Hof und halt selber Knechte und Mägde, juhe!“ Kilian machte einen Luftsprung vom hohen Rain herabvor lauter Lust und Vergnügen. „Oho,“ entgegnete bedächtig Ludwig.„So schnell “ g e h t d a s n i t. S o v i e l e r a r b e i t e t m a n n i t. D a m u ß man schon erben.“..., M6i 6 uraese 91 „Ich kann's. Ich oring's so weir,“ prahlte Kilian. !„Vor mir sollen auch mal alle Leute Respekt haben, wie vor deinem Vater.“.... Wärsch. g Der Ludwig hatte keine so hohen Wunsche. Er wußte, er würde mit seiner Eltern Gut auch ihr Ansehen und ihre Würde mit ererben. Vorläufig machte er sich da noch keine Gedanken drum. Er dachte vielmehr an die Uhr, die ihm der Pate bringen würde. „Ob's wohl eine goldene ist?“ sagte Kilian. „Sicher! Schäbig ist der nit.“ „Eine Uhr krieg ich kaum von meinem Paten. Er hat mir überhaupt noch nie was gegeben. Ich möchte auch eine Uhr. Sobald ich Geld verdiene, kauf ich mir eine und eine goldene Kette dazu.“ Fortsetzung folgt.) Gemüsecurrh. Ein halbes Pfund Mohrrüben, ein halbes Pfund Kohlrüben oder Wasserrüben, ein halbes Pfund Kohlrabi werden weichgekocht und stiftähnlich geschnitten. Zwei Zwiebeln in feinen Scheiben, ein Eßlöffel Mehl und zwei Teelöffel Eurrypulver werden mit der nötigen Butter langsam gedünstet und dann mit Wasser zu einer dicklichen Sauce gekocht. Nun gibt man das Gemüse hinein und läßt alles zusammen noch eine Zeitlang dünsten. Man serviert das Gericht mit in Salzwasser gekochtem Reis. Makkaroni auf englische Art. Ein viertel Pfund feine, in kleine Stücke gebrochene Makkaroni kocht man 10 Minuten in Salzwasser. Inzwischen bereitet man eine Sauce aus 30 Gramm Butter, einem Löffel Mehl, 1/4 Liter Milch, etwas Salz, Pfeffer und Muskatnuß. Nun vermischt man die Makkaroni mit 30 Gramm geriebenem Käse, gibt auch die Sauce darunter, die man mit einem Ei legiert hat. Diese Mischung kommt in eine gebutterte Pastetenschüssel, 30 Gramm geriebener Käse und einige Butterflöckchen obenauf, dann wird das Gericht im Ofen zu schöner Farbe gebacken. Man serviert es mit gerösteten Weißbrotscheiben. Welsche Bissen. Eine Tasse Milch wird in eine Kasserolle getan, dazu ein viertel Pfund Schweizerkäse gerieben, etwas Salz, Pfeffer und eine Messerspitze voll englischen Senf. Dies wird so lange auf dem Feuer gerührt, bis der Käse ganz geschmolzen ist und sich mit der Milch zu einer dicken, cremeartigen Masse verbunden hat. Nun rührt man vorsichtig ein Ei darunter und streicht die Mischung auf Scheiben gerösteten Weißbrotes. 0 Aus Tier und Pflauzeureich. Die Affensprache. Einer der Ersten, der sich mit der Frage, ob sich die Affen durch Laute untereinander verständigen können, beschäftigte, war bekanntlich Professor Garner. Seine Studien haben vor einigen Jahren leidenschaftliche Diskussionen wachgerufen. Garner behauptete, ganze Nächte in den afrikanischen Wäldern zugebracht und unter dem Schutz einer versteckten Hütte die Sprache der großen Menschenaffen studiert zu haben. Wenn man ihm glauben darf, haben die Affen eine Sprache, die derjenigen des Menschen nicht unähnlich ist, oder die mindestens die Gebärdensprache des Taubstummen mit dem artikulierten Wort zu verbinden scheint. Nichtsdestoweniger dürfte das Vokabularium der Vierhänder ziemlich beschränkt sein, so daß der einzige Unterschied zwischen der Menschen= und der Affensprache ein quantitativer, nicht ein qualitativer wäre. Nunmehr bringt Professor Boutan in den Akten der Linns=Gesellschaft von Vordeaux einen neuen Beitrag zu dieser Frage, die heute noch um so weniger als geklärt zu betrachten ist, als Garner im Verdacht steht, stark übertrieben zu haben. Boutan hat fünf Jahre lang einen Gibbon, den„Hylobates Leucogenus“, studiert, der in frühester Jugend in Gefangenschaft geraten war. Nach Ansicht Boutans kann der Gibbon nur spontane und instinktive Laute ausstoßen, die etwa einen Zustand der Befriedigung und des Wohlbefindens, oder auf der anderen Seite einem Zustand des Verdrusses oder des Schreckens, in jedem Falle großer Aufregung entsprechen. Es würde sich also, wenigstens bei dem Gibbon, um keine wirkliche Sprache handeln, die sich auch nur entfernt mit der menschlichen Sprache vergleichen ließe. Es käme daher nur eine Art Pseudosprache in Betracht, wie sie ja auch bei anderen Lebewesen, so bei den Hunden, beobachtet wird. Während die üblichen Laute in der wirklichen Sprache durch Erziehung erworben sind, sind diejenigen der Pseudosprache durchaus unwillkürlich. Allerdings scheint diese Beweisführung nicht ganz stichhaltig, denn wenn die Affen ein Kind lehren könnten, so würde man mit ebensoviel Recht schließen können, daß dieses Kind seine Laute unwillkürlich von sich gibt; denn sicherlich würde dieses Kind nicht sprechen, da es ja keinerlei Sprache durch Erziehung erlernt hat. Im Grunde genommen also steht die Frage, ob Affen sprechen können oder nicht, auf dem alten Fleck. 825 6r 0 9 9 * 9 F 9 0— ** S 0 5 8 R! (2 It Unterhaltungs=Beilage zu Nr. 166. Samstag, 18. Juli 1914. Sahaata. ür dieses erzentrisch veranlagte Kind war Klaras Vorbild geradezu großartig; denn unter ihrem ständigen Einfluß mußte der ungestüme Sinn der Kleinen, ihr unberechenbares Temperament doch nachgerade einen Wandel erfahren.„ Durch Eugenie freilich wurde alles wieder in Frage gestellt; sie regte Vera in unbedachter Weise grenzenlos auf, so daß sie zuletzt unartig wurde und mit den Händchen nach der„Tante“ schlug. Eugenie nahm ihr Töchterchen auf den Schoß und hüllte es in ihren seidenen Schal. Bald verkündeten die gleichmäßigen Atemzüge der Kleinen, daß sie sanft eingeschlafen war.„ 2.34 Mit scheuer Zärtlichkeit blickte die Frau von Zeit zu Zeit in das rosige Gesichtchen, sie rührte sich nicht, um nur ja nicht den Schlummer ihres Lieblings zu stören. Als sie noch im Vollbesitz ihres Glückes war, hatte sie keine Ahnung von den Empfindungen gehabt, die jetzt auf sie eindrangen. Wohl hatte sie ihre Kinder geliebt, doch nur, wie ein hübsches Spielzeug. Mühe hätte ihr keins von beiden machen dürfen. Und oft war ihr die Anwesenheit der Kleinen sogar lästig gewesen; denn damals war sie verwöhnt und nervös, und das kleinste Geräusch konnte ihren Unwillen erregen. Jetzt dachte sie allen Ernstes daran, Vera bei sich zu behalten, für sie zu sorgen und sie zu erziehen, damit ihr Leben wieder Inhalt bekam. In ihrer Vereinsamung fühlte sie sich verlassen bis zur Verzweiflung. Sie war so töricht, noch immer auf die Macht ihrer Reize zu bauen, ohne zu bedenken, daß das, was Eicke einst zu ihr gezogen, nichts als ein flüchtiger Sinnenrausch gewesen war. Mehrmals hatte sie Klara, ohne selbst gesehen zu werden, beobachtet, und konnte sich nicht vorstellen, daß Eicke Gefallen an der blassen, unscheinbaren Frau finden könne. Er hatte sie wohl nur geheiratet, um ihr, der Verstoßenen und noch immer Geliebten, zu trotzen, um seinem Hause die fehlende Frau, seinen Kindern die Mutter zu ersetzen. Wenn sie ihn jetzt, nachdem er seinen Zorn gekühlt, recht herzlich bat, ihr Vera nicht wieder zu nehmen, so würde er ganz gewiß nicht unbarniherzig sein. Als das Kind erwachte, sagte sie zu ihm: „Sieh mich einmal ordentlich an, Verachen! Ich bin deine wirkliche Mama, und die andere zu Hause, Roman von A. von Crrstedt. (8. Fortsetzung.)(Nachdruck verboten.) das ist nur deine Stiefmutter. Hast du mich lieb. Verachen, willst du immer bei mir bleiben?“ Das Kind nickte und streichelte die glühenden Wangen der Mutter.„Bei dir bleiben,“ sagte es, ohne recht zu verstehen, was die Fremde meinte. Daheim war aber von den Dienstboten doch zuweilen das Wort „Stiefmutter“ gefallen, und so klang es ihren Ohren nicht ganz fremd, und eine Ahnung mochte dem kleinen Köpfchen kommen. „So nenne mich Mama, mein Liebling, sage Mama zu mir; denn ich bin es ja wirklich, bin deine liebe, beste Mama.“ Die roten Kinderlippen stammelten das süße Wort wieder und wieder, Eugenie aber bedachte nicht, daß sie die Brandfackel des Zwiespaltes in das unschuldige, kleine Herz senkte, sie berauschte sich an diesen Stunden, wo sie die langentbehrte Nähe ihres Lieblings genoß und sich so glücklich fühlte, wie nie zuvor. Es wurde ein unvergeßlicher Nachmittag für Mutter und Kind, das Neue übte einen wundersamen Reiz auf beide aus. Wenn Eugenie sich stets so eingehend und duldsam mit ihren Kindern beschäftigt hätte, wäre manches anders gekommen. Aber als die Sonne hinter den Bäumen versank, wurde es kühl, und Eugenie mußte an die Heimfahrt „Jetzt beginnt der Kampf,“ murmelte sie,„aber ich werde siegen, ich gebe dich nicht wieder fort, mein Eie nahm wieder eine Autodroschke und fuhr nach Hause. Kaum hatte sie den Hausflur betreten, als ein Herr auf sie zutrat, sich als Kriminalbeamter legitimierte und sie im Auftrage des Herrn Eicke bat, die kleine Vera ihm anzuvertrauen....n g e. Zunächst war Eugenie fassungslos, denn sie hatte sich eingebildet, ihr früherer Gatte werde hier selbst erscheinen. Dann aber flammte ihr Trotz heftig auf; denn sie fühlte sich tief verletzt dadurch, daß Eicke sie gewissermaßen wie eine Verbrecherin behandelte. „Sagen Sie meinem Manne, daß ich eine Rücksprache mit ihm wünsche, und daß ich das Kind nur ihm selbst ausliefern werde. Er möge sich zu mir bemühen,“ entgegnete sie barsch. „Gnädige Frau, einigen wir uns doch auf gütlichem Wege! Ihre Auflehnung hilft Ihnen absolut nichts, denn Herr Eicke ist in seinem Recht,“ suchte er sie zu bestimmen,„und der Gewalt müssen Sie ja doch — Fesc S 1EEE 1 P 18 SSEESG BBTSDUSSESESURE 2 8 K. S 5 ** B FSEROSEBSTG BZSoEROMEEETGE — S 9 2— „ S S SEgn S•aE * 6. S Un2 R 5½ 9 2 9m 5. 5 weichen. In Ihrem eigenen Interesse bitte ich Sie, lassen Sie es nicht zum Aeußersten kommen.“ „Sparen Sie Ihre Worte, Herr, ich lasse mir das Kind nicht entreißen. Mag mein Mann kommen, ich bin bereit, ihn zu empfangen.“ Der Beamte öffnete die Haustür und gab einem bereitstehenden Kollegen einen Wink.„Ich habe Ihren Wunsch erfüllt, gnädige Frau, und Herrn Eicke benachrichtigen lassen. Vielleicht kommt er. Bis zu seinem Eintreffen müssen Sie sich meine Ueberwachung schon gefallen lassen.“ Schweigend stieg Eugenie die beiden Treppen zu ihrer Wohnung hinauf. Was würde die nächste Stunde bringen? Sie war so erschöpft von der ungewohnten Anstrengung, so ruhebedürftig, daß sie keinen weiteren Widerspruch wagte. Sie bettete das Kind auf dem Sofa und setzte sich still, mit gerungenen Händen in den Erker. Sie bewohnte eine hübsche, kleine Wohnung. Die Arbeit besorgte eine Aufwärterin. In den langen Abendstunden war sie allein, wenn sie nicht ausging. Wie reizend hätte ein Kind die unheimlich stillen Räume belebt. Eugenies blasses, zuckendes Gesicht verriet zur Genüge den Aufruhr ihres Innern. Allen Ernstes kam ihr die phantastische Vorstellung, ob es nicht richtiger gewesen wäre, das Kind zu verbergen? Aber um dergleichen in Szene zu setzen, dazu gehörte viel Geld, und ihre Mittel waren beschränkt, sie konnte nicht viel unternehmen. Da hielt auch schon ein Auto vor der Tür. Ob Eicke kam? Bange Minuten vergingen. Dann schellte es. Der Kriminalist, welcher draußen vor der Stubentür stand, öffnete. In der nächsten Minute betrat Eicke mit raschen, elastischen Schritten das Zimmer. Als er Vera friedlich atmend liegen sah, atmete er auf. Eugenie erhob sich langsam und trat aus dem dämmerigen Erker in den Lichtkreis der Lampe. Eicke erschrak, so hatte die Frau sich in einem einzigen Jahr zu ihrem Nachteil verändert. In dem eingesunkenen, bleichen Gesicht mußte man nach den Resten der blühenden Schönheit von einst suchen. Besonders in dieser Stunde sah sie äußerst unvorteilhaft aus. Aber auch Eugenie machte große Augen; sie prallte förmlich zurück vor der schlanken, eleganten Gestalt mit der freien, ungezwungenen Haltung. War das derselbe Mann, welcher damals mit flackernden Blicken und unsicherer, heiserer Stimme sie himmelhoch gebeten hatte, bei ihm und seinen Kindern zu bleiben? Seine Ruhe brachte sie in Verlegenheit, und sie fand wirklich nicht das rechte Wort zu einer Anrede. „Du wünschtest mich zu sprechen, Eugenie?“ fragte er mit seiner sonoren Stimme,„was hast du mir zu sagen?“ Sie raffte all ihren Mut zusammen. Es flimmerte ihr vor den Augen. War sie denn damals wahnsinnig gewesen, daß sie diesen Mann und eine so beneidenswerte Position aufgeben konnte? „Ich beanspruche Vera für mich,“ entgegnete sie, dem Gesagten gewaltsam Nachdruck verleihend. „Du weißt doch, daß das Gericht mir beide Kinder bedingungslos zugesprochen hat," betonte Eicke gelassen, „aber auch, wenn das nicht geschehen wäre, wurde ich mit allen mir zu Gebote stehenden Mitteln deinen Einfluß auf die jungen Herzen zu verhindern wissen.“ Zornig flammte es in den noch immer prächtigen, dunklen Augen der Frau auf, die Eicke einst ganz und gar bezaubert hatten, aber dann besann sie sich eines Besseren. „Laß dich erbitten, Wilhelm,“ sagte sie leise, in weichem, bestrickenden Ton,„sieh, ich bereue ja ohnehin genug, daß ich damals, von blindem Groll geleitet, von dir gegangen bin. Was habe ich nun von meinem Leben? Du kannst dir vielleicht gar nicht vorstellen, wie schal und öde es ist. Ich verzehre mich in Sehnsucht nach dem Glück von einst, nach meinem Haushalt und den Kindern. Es ist mir ein Herzensbedürfnis, Vera heranblühen zu sehen. Es wäre ungerecht und grausam, mir das Kleine, an dem mein ganzer Sinn hängt, vorzuenthalten.“ „Ich muß annehmen, daß du zu erregt bist, um zu wissen, was du sprichst," bemerkte Eicke kühl,„du warst eine erfahrene Frau, als du mit den Verhältnissen brachst, welche dich mit geheiligten Banden umfingen. Und ich finde deine Sprache jetzt ebenso unnatürlich wie damals. An geschehenen Dingen ist nichts zu ändern, das haben wir beide erfahren müssen. Wir können nur bestehen, wenn wir der Gegenwart Rechnung tragen und sie beherrschen.“ Eugenie trat ihm ein paar Schritte näher. Sie rang die Hände.„Man kann doch ein Unrecht gutmachen. Ich befand mich damals in einem verhängnisvollen Irrtum, den ich von ganzem Herzen einsehe und bereue. Kannst du mehr verlangen, Wilhelm, als eine solche Selbstentäußerung? Ich, die früher Stolze, Unnahbare biete dir die Hand zur Versöhnung.“ Eicke hatte die Hände auf dem Rücken verschränkt. Er schien die ausgestreckte kleine Frauenhand nicht zu sehen.„Du befindest dich auch jetzt wieder im Irrtum," sagte er, es war ihm unmöglich, ein Lächeln ganz zu unterdrücken;„denn ich zürne dir nicht im geringsten, also bedarf es auch keiner Versöhnung. Im Gegenteil, ich bin dir dankbar dafür, daß du mir Gelegenheit botest, mir ein neues Glück zu gründen, ach, so ein wonniges, friedliches Glück, wie es mir stets als Ideal vorschwebte.“ Diese Erklärung wirkte auf Eugenie, als habe sie einen Schlag empfangen. Unwillkürlich wich sie zurück. „Du willst dich dadurch rächen, daß du mich verhöhnst,“ stieß sie zwischen den Zähnen hervor,„ich glaube an dein Glück nicht, dazu ist deine zweite Frau zu farblos und stupid.“ Eicke schüttelte mit humorvollem Lächeln den Kopf. „Zu welchen Wahnvorstellungen solch eine exzentrische Frau sich verleiten läßt.... Bei ruhigem Nachdenken müßtest du selbst doch wohl zu dem Schluß kommen, daß ein tieferes Verstehen nie, niemals zwischen uns möglich gewesen wäre, dazu sind wir zu verschieden geartete Menschen. Die Ehe mit dir war eine Hölle für mich. Wie oft habe ich in der Stille verzweifelt die Hände gerungen und den Himmel gebeten, dies entsetzliche Unglück doch wieder von mir zu nehmen. Du selbst warst es, die mir die Freiheit zurückgab. Ich schulde dir unbegrenzten Dank, und wenn du je meiner pekuniären Hilfe bedürfen solltest—“ „Ich will nur das Kind!“ unterbrach sie ihn schroff, mit einer etwas schrillen Stimme,„das Kind ist deinem „Glück“— wie hohnvoll sie das Wort betonte—„nur im Wege. Der arme Junge wurde bereits um seine Kindheit beraubt und hinausgeschickt, das arme Kleine dort bleibt bei mir.“ „Urteile doch nicht so frivol über Dinge, für welche du kein Verständnis hast! Wenn du vernünftig bist, nehme ich Vera schlafend mit hinunter. Andernfalls gibt es unnützen Lärm; denn ich lasse das Kind nicht eine einzige Nacht unter deiner Hut. Der Kriminalist war draußen geblieben, doch jedes Winkes gewärtig, das wußte Eugenie sehr wohl. Und sie kannte auch den eisernen Willen ihres Mannes. Unter seinen Worten, die für sie eine vernichtende Anklage bedeuteten, brach sie innerlich zusammen. (Fortsetzung folgt.) Denkspruch. Dulde mein Freund! Geduld ist die schönste Zierde des Edlen. Johann Gotttried v. Herder. 19 Die Uhr. Erzählung von Ad. Elisabeth Rohn. Fortsetzung.)(Nachdruck verdoten.) II. Die Lüge. Ein Jahr war seitdem vergangen. Kilian hatte den Biberkonrad zwar nicht vergessen, aber verschmerzt, und die zwei Stallhasen, die er mitgebracht hatte, hatten sich seitdem ums zehnfache vermehrt. Ein warmer Vorfrühlingstag hatte die lange Sturm= und Regenzeit vertrieben. Die Sonne lag so hell und warm über dem großen Kastanienbaum in der Ecke des Gärtleins, das, terrassenförmig ansteigend, eine Zierde des stolzen Wohnhauses bildete. Kilian grub dort soeben ein Beet um, in das die Bäuerin Kopfsalat pflanzen wollte. Der große, der Hauptgarten, lag hinter der Scheune neben dem Obstgarten. Dort stand das Bienenhaus, und dort befanden sich die vielen Stachelbeerhecken, die dem jetzigen Bauern, der sie angelegt, den Namen gegeben hatten. Es waren deren mehrere hundert. Kilian war im vorigen Herbst gar nicht fertig geworden mit dem Pflücken und hatte die Fülle, auf die er sich vorher gefreut, oft verwünscht, besonders als es ans Auspressen ging. Einst hatte ein großer Weinberg zum Hof gehört. Dann waren die Weinberge im Dorf eingegangen und im Obstbauvereinsblatt die Stachelbeeren zur Weinbereitung empfohlen worden. Dem Bauern leuchtete das ein. Er sprach im Wirtshaus davon und glaubte auch die anderen für seine Idee begeistert zu haben. Als dann die vielen von ihm bestellten jungen Stöcke ankamen, war das von ihm erweckte Flämmlein bereits wieder erloschen.„Damit geben wir uns nit ab,“ sagten sie verlegen.„Auch gut,“ dachte Flippert und pflanzte sie alle selbst an. Mit Sorgfalt betrieb er die Weingewinnung und löste so manch blankes Silberstückchen aus seinen Stachelbeeren. Selbst die Apollonia, seine Frau, die anfangs über die vermehrte Arbeit gemurrt, schmunzelte, als er ihr den Gewinn nachwies. Und dabei hatte man selbst ein gutes Tröpfchen im Keller für festliche Tage, anstatt des früheren sauren Getränks. Im Vordergärtchen herrschte noch winterliche Oede, nur ein schöner rosa Seidelbaststock blühte unter dem Kastanienbaum. In dessen Zweigen saß ganz vergnügt ein Stärlein, der erste Frühlingsbote, und pfiff mit Kilian um die Wette.„Du kriegst's eher satt als ich,“ dachte der Bub und blinzelte vergnügt zu dem Vogel empor. Sicher hätte er damit recht behalten, wenn ihn nicht die Bäuerin abgerufen hätte. Sie saß in der Stube am Tisch, hatte schönen, weißen Hemdenstoff vor sich liegen, maß mit dem Zentimetermaß ab und schnitt herzhaft hinein. Ihr einziger Sprößling, der Ludwig, der gerade so schöne knaltrote Backen hatte wie sie, saß mit dem Gesangbuch am Fenster, lernte an dem Lied, das er morgen in der Konfirmandenstunde aufsagen sollte, und verfolgte zwischendurch das Summen und Surren einer großen, lebendig gewordenen Brummfliege, die ebenso gern draußen im Freien gewesen wäre als er. „Das gibt eure Hemden zur Konfirmation, und ich meine, weil es heute so schönes Wetter ist, ihr geht jetzt miteinander nach Schnellfurt zum Schneider und laßt euch euren Anzug anmessen.“ Hinaus in die schöne Frühlingswelt! Kilians Augen funkelten vor Lust. „Mein Lied," begann Ludwig kleinlaut. „Das lernen wir unterwegs. Ich kann's ja ganz gut,“ sagte schnell Kilan. „Ja, du,“ meinte Frau Apollonia und seufzte ein wenig. Sie konnte es nicht so ganz verwinden, daß ihr Ludwig schwer lernte und Kilian ohne Mühe das schwerste behielt.„Macht's so,“ fuhr sie fort.„Zieht euch gleich an, damit ihr beizeiten wieder heimkommt. Ihr könnt mir auch sonst noch was mitbringen, ich sag's dem Kilian nachher. Und drunten kauft ihr euch ein paar Würste und ein Kipfl. Das könnt ihr unterwegs essen. Einkehren braucht ihr nicht.“ Bald darauf schritten sie einträchtig der Stadt zu, das Paket mit dem seinen, schwarzen Stoff zum Anzug in der Hand tragend. „Ich krieg grad denselben wie der Ludwig?“ hatte Kilian atemlos gefragt. „Es ist dein Abendmahlsgewand, und weil du ordentlich warst und fleißig, haben wir nit gespart,“ sagte der Bauer.„Du sollst ihn länger haben.“ Seine Frau war nicht immer so einverstanden mit dem Gleichheitsprinzip.„Es muß doch ein Unterschied sein,“ sagte sie kopfschüttelnd.„Der Bub wird ja so keck. Alles, was er will, setzt er durch und hat keine Ahnung, daß er nur aus Barmherzigkeit da ist.“ „Wenn's darauf ankommt, dann weiß er's, und unnütz ißt er sein Brot nicht,“ entgegnete der Bauer. Sie war auch barmherzig gegen den sremden Nestling, doch mit ihrem Bedenken hatte sie nicht so ganz unrecht. Kilian war merkwürdig schnell erwarmt und eingelebt im Flippertshof, den er mit so großer Scheu und Ehrfurcht betreten. Auf das rote Ripssofa war er schon mit den Stiefeln geklettert, um das Bild vom guten Hirten gerade zu hängen, und auf dem Klavier spielte er keck und sicher all die Stücklein nach dem Gehör, die Ludwig schwerfällig und schläfrig allwöchentlich in den Stunden beim Herrn Schulverweser lernte. Den Knechten und Mägden gab er Rätsel auf, die meist darauf hinausliefen, sie zu foppen. Dem Bauern legte er unaufhörlich Fragen vor, und von der Bäuerin erbettelte er sich seine Leibgerichte. Mit dem dicken Ludwig tat er vollends, was er wollte. Schalt man ihn oder wies ihn in seine Schranken zurück, so war er so zerknirscht, so betrübt, und seine ausdrucksvollen Augen konnten so herzbeweglich bitten, daß man ihm wieder gut sein mußte, man mochte wollen oder nicht. „Wenn wir ihn nur nit verderben. Wenn er nur nit wird wie sein Fritz,“ sorgte sich dann manchmal Frau Apollonia. Der Bauer sorgte sich einstweilen nicht, sondern hatte seine helle Freude an dem lebendigen, anstelligen Knaben, der nun eben sich bemühte, dem dickköpfigen Hoferben das Lied einzutrichtern. „Kannst den nächsten Vers nit von selber anfangen?“ fragte er ihn. „Ja, ja—'s kommt was von einem Stein drin vor,“ rief Ludwig, diese Erleuchtung dem Stein verdanrend, den sein Gefährte soeben aufhob, um ihn die sogenannte„Kniebreche“ hinabrollen zu lassen. Das war ein halsbrecherisches Fußpfädchen, steil, steinig und uneben,— von Dornhecken eingefaßt und in eine Art Schlucht leitend, die Laubwald begrenzte. Kilians Augen waren überall. Er sah die erste weiße Anemone im braunen Laub und sah den Buntspecht, der, einen Warnungsruf ausstoßend, zwischen den grauen Buchenstämmen verschwand. „Quält dich ein schwerer Sorgenstein, Dein Jesus wird ihn heben.". begann Ludwig. Dann wußte er nimmer weiter, und Kilian mußte einspringen.„Nun sagen wir's miteinander nochmals her. Dann sitzt's,“ ermunterte er, mit einem Satz über den plätschernden Bach springend, wäh—