De Scunim Zohuner nichen uah ander Feiertags. Bezugspreis M. 1.80 oierteljährlich, bei der Post für Bestellgeld 62 Pig.“ mehr. Wöchentl. Grakisbeilage:„Ilustrierter Famillenfreund" u. tägl. Unterdaltungsblatt. Anzeigenpreis: Die siedengespoltene Petttzeile oder deren Raum 10 Pfg., Anzeigen von auswärts 15 Pig., Reklamezeile 40 Pfg. Jeder Radatt gilt als Kassarnbalt u. erllscht bei Ron N kuisen, Zwangsvergleichen, gerichtl. Klagen### Riebschand ermatht.-Setltessetctene Amktiches Rresbicht Westhofener Zeitung Langscheder Zeitung Schwerter Volksblan Verbunden mit? für den kreis börde Holzwickeder Zeitung Aplerbecker Zeitung Schwerter Volkszeltung Schwerker Cageblatt O Schwerter Anzeiger Erlies und älteltes Cagesergan des Krelles o Geveral-Anzeiger für den Kreis Görde c Haupt Aynoncenblaß Aue dnt, und bietglglichn Dernrdk. nungen für den Kreis Hörde erlangen gemöß Bedanntmacdung der Abuiglichee Regierung durch Verössentlichung io dei„Schwerter Jeitung" rechtsverdindliche Kroft.— Dig „Schwerter Zeitung“ gewährt idres Aboanenien für jeden mil Tod endenden Unfatlig## Hagungen; 300 Mk. UnfallDruck u. Verlag o. Carl Braus. Schwerts=Ruhe Jernsp. 62. Telegr.=Adr. Braus Nr. 165. Freitag, den 17. Juli 1914. 46. Jahrgang. Erstes Blatt. Gefährliche Diplomaten. Die grausige Tat von Serajewo zieht noch immer ihre Kreise, und die Begleitumstände scheinen tatsächlich irgendwelche politische Folgen zeitigen zu wollen. Dazu kommt der seltsame Zufall, daß gerade der größte Feind Oesterreich=Ungarns in der Wohnung des Vertreters der Donaumonarchie plötzlich einem Herzschlage erlegen ist. Ein Ereignis, das begreiflicherweise das größte Aufsehen erregt hat, da auch in diesem Falle eine Einwirkung auf die politischen Ereignisse leicht eintreten kann. Bezeichnend für die in Belgrad herrschende Stimmung ist es, daß man es in einigen Hetzblättern so darzustellen versucht, als ob dieser Tod kein ganz zufälliger wäre, denn in nicht mißzuverstehender Absicht fordern verschiedene Blätter eine genaue Untersuchung der Todesursache und Obduktion der Leiche, um volle Klarheit zu gewinnen. Diese Verdächtigung Oesterreich=Ungarns und seines Gesandten spricht Bände, sie ist ein Symptom für die in Serbien herrschende Stimmung, die es allem Anschein nach auf Reibungen und Konflikte abgesehen hat, in der Hoffnung, das weittragende Konsequenzen sich anschließen und Rußland dann zur Niederzwingung der Donaumonarchie in die Bresche springt. Welch große Hoffnungen man auf Rußland gesetzt hat und wohl noch setzt, geht aus den Nachrusen hervor, die dem verstorbenen russischen Gesandten von Hartwig allgemein zuteil werden; man seiert ihn in Belgrad weit mehr als in Rußland selbst und befürwortete ein Begräbnis auf Kosten des serbischen Staates, eine Ehrung, die wohl kaum jemals einem sremden Diplomaten zuteil geworde: ist. Die russische Regierung, die seit einer Reihe von Monaten ganz im panslawischen Fahrwasser schwimmt, wird dem kaum entgegenstehen, in der Hoffnung, daß dergestalt ihr Weizen blüht, aber eine andere Folge einer derartigen Haltung wäre der Schluß, daß Rußland die panslawischen Treibereien auf dem Balkan aus bestimmten Gründen begünstigt. Das müßte wiederum auf die Beziehung der Donaumonarchie zum Zarenreiche einwirken und neuerliche Beunruhigung in die Dinge auf dem Balkan bringen. Viel wird davon abhängen, wen man in Petersburg zum Nachfolger Hartwigs bestimmt. Dieser galt als eine der allerbesten Stützen einer dreibundfeindlichen Politik auf dem Balkan, er war in dieser Hinsicht der getreue Schüler Iswolskis, der es wohl auch in seiner Eigenschaft als Botschafter in Paris für seine Hauptausgabe hält, gegen Deutschland zu schüren, ähnlich wie Herr Delcassee die gleichen Geschäfte während seiner Anwesenheit in Petersburg besorgt hat. Eine derartige Politik, die mit dem Feuer spielt, kann niemals zu etwas Gutem führen, denn sie ist geeignet, die folgenschwersten Konflikte heraufzubeschwören Sowohl an der Seine wie an der Newa ist zweisellos eine Strömung vorhanden, die darauf hinausläuft, lieber heute als morgen eine bewaffnete Entscheidung herbeizuführen in der bestimmten Erwartung, Deutschland niederzuschmettern und damit dem Dreibunde den Todesstoß zu versetzen. Diese Rechnung wäre allerdings ohne den Wirt gemacht, denn wir wissen nur zu gut, wessen wir uns von beiden Nachbarn zu versehen haben, und der Ausgang könnte vielleicht ein ganz anderer sein, als man ihn in Petersburg und Paris erhofft. deutschen Kaisermanövern teilnehmen werde. Bekanntlich steht auch die Teilnahme des Königs von Italien an den Kaisermanövern in Aussicht. Der Kaiser zum Tode des Gesandten von Haxthausen. Der Kaiser hat aus Anlaß des Ablebens des deutschen Gesandten in Peking von Haxthausen vom Bord der„Hohenzollern“ folgendes Telegramm an den Bruder der Entschlasenen gesandt:„Beim Heimgange Ihres Bruders, meines verdienten und hoffnungsvollen Gesandten in China, spreche ich Ihnen meine herzliche Teilnahme aus und bitte Sie, dies auch Ihrer Schwägerin zu übermitteln.“ Der Reichskanzler gab seiner Teilnahme in folgendem an die Witwe gerichteten Telegramm Ausdruck:„An dem schweren Leid, das Sie durch den Tod Ihres Gatten getroffen hat, nohme ich aufrichtigen herzlichen Anteil. Die treuen und wertvollen Dienste, die der aufrechte Mann seinem Vaterlande geleistet hat, werden unvergessen bleiben“. Rücktritt des Oberpräsidenten von SchleswigHolstein. Bekanntlich ist von den Staatsbehörden neuerdings in der Nordprovinz etwas schärfer mit Ausweisungen gegen die dänische Agitation vorgegangen worden. In Verbindung damit dürfte stehen, daß, wie die„Neue Politische Korrespondenz“ mitteilt, der Rücktritt des Oberpräsidenten Politische Uebersicht. Von der Nordlandreise des Kaisers. Zu dem Gartensest in Balestrand, das der vom Kaiser sehr geschätzte Maler Prosessor Hans Daht auf seinem Sommersitz am Sognefjord zu Ehren des Kaisers gab, waren 90 Personen aller Nationalitäten geladen. Der Kaiser war in bester Laune und unterhielt sich lange mit verschiedenen Teilnehmern. Oesterreichs Thronfolger bei den deutschen Kaisermanövern. Nach einer Meldung aus Wien verlautet in dortigen militärischen Kreisen, daß der neue Thronfolger, Erzherzog Karl Franz Josef, an von Schleswig=Holstein, des Herrn von Bülow, bevorsteht. Der König von Italien Gast bei den deutschen Kaisermanövern. König Viktor Emanuel von Italien hat auf Einladung des Kaisers seine Teilnahme an den deutschen Kaisermanövern zugesagt und wird als Gast Kaiser Wilhelms im Homburger Schlosse wohnen. Bekanntlich hatte auch der Erzherzog=Thronfolger Franz Ferdinand von Oesterreich= Ungarn seine Teilnahme an den deutschen Kaisermanövern zugesagt. An Stelle des Ermordeten kommt vielleicht Erzherzog Friedrich, dem der Oberbesehl über die österreichisch= ungarische Armee zugedacht ist, zu den deutschen Manövern. Die Verhaftung des deutschen Oberlehrers Nagel aus Anklam in dem russischen Grmzstädtchen Dobrzin unter Spionageverdacht ist sehr wahrscheinlich ein Mißgrisf. Dr. Nagel interessierte sich sehr für die Polenfrage und hatte seine Ferien zu einer Studienreise durch den deutschen Osten benutzt. Von Gollub aus machte er einen Ausflug in das unmittelbar benachbarte Dobrzin. Als er sich über die dortigen Geschäfte, die ihn als Volkswirtschafftler interessierten, Aufzeichnungen machte, erfolgte seine Verhaftung. Der Landrat des Kreises Briesen wandte sich an die russische Behörde um Freilassung des Verhafteten, hat aber bis jetzt keine Antwort erhalten. Keine neue Wehrvorlage. Ein sozialdemokratischer Reichstags=Abgeordneter hatte dem„Vorwärts“ die aus„sehr guter Quelle“ geschöpfte Mitteilung übersandt, daß dem Deutschen Reichstage in der kommenden Session eine Vorlage zugehen würde, die weit über eine halbe Milliarde Mark verlange. Die Forderung betrefse allerdings nicht neue Rüstungen, sondern Eisenbahnbauten für strategische Zwecke. Diese Vorlage, so fügte der Abgeordnete in seiner Mittelung hinzu, sollte#ventuell zur Auflösung des Reichstags dienen. Auf Erkundigung wurde dem Vertreter der„Berl. Ztg.“ im Kriegsministerium zu München erwidert, daß weder eine strategische noch eine Rüstungsvorlage in Aussicht stehe. Welcher Schade entsteht durch Spionage? Durch die Verrätereien des Feldwebels Pohl, der zu 15 Jahren Zuchthaus verurteilt worden ist, ist der Heeresverwaltung ein Schade von einigen hunderttausend Mark entstanden. Die Festungswerke von Pillau und Boyen, die der Feind nunmehr genau kennt, müssen vollkommen umgebaut werden, sie sind in ihrem jetzigen Zustand vollständig entwertet. Man denke, daß durch solche Schurkereien, wie sie Pohl begangen hat, eine Schlacht zur Katastrophe für das eigene Heer werden kann, und man wird zugeben müssen, daß 15 Jahre Zuchthaus wirklich keine zu harte Strase sind.„Man soll die Kanaillen gebrauchen, sie aber nicht ästimieren“, sagte der alte Fritz mit Bezug auf ausländische Spione, die Landesverräter im eigenen Lande aber stellte er ohne Gnade vor die Flintenläufe, Bildung einer Inspektion des Marine=Luftschifffahrtswesens in Kiel. Wie gemeldet wird, veröffentlicht das„Marine=Verordnungsblatt“ eine Kabinettsorder vom 27. Juni über die Bildung einer Inspektion des Marine=Luftschiffahrtswesens mit dem Sitze in Kiel. An die Spitze der Inspektion tritt ein Flaggoffizier, dem die Marine=Luftschöffund Marine=Fliegerabteilungen unterstehen. Zu den Aufgaben der Inspektion gehören die Leitung der Ausbildung der Luftschiffer= und Fliegerabteilungen, die Erhaltung der Kriegsbrauchbarkeit der Marine=Luftfahrzeuge, die Förderung der Entwicklung der Marine=Luftsahrzeuge und die Leitung der außerhalb der Abteilungen stehende Schulausbildung. Keine Verstärkung des Reichs=Einflusses auf Preußen. Die unlängst erfolgte Vermehrung der Mitglieder des preußischen Staatsministeriums durch die Staatssekretäre des Auswärtigen und des Reichsschatzamtes erfüllt die konservative Parteileitung mit der Sorge, daß durch die Stärkung des Reichs=Einflusses im preußischen Staatsministerium, dem jetzt außer dem Reichskanzler fünf Staatssekretäre von Reichsämtern angehören, die versassungsmäßigen Sonderrechte Preußens benachteiligt werden könnten. Diese Befürchtung weist die „Magd. Ztg.“ als grundlos zurück. Sie legt dar, daß mit der jüngsten Ernennung der beiden Staatssekretäre zu preußischen Ministern der Reichskanzler nichts anderes als eine Verfeinerung der Fühlung zwischen Preußen und dem Reiche und eine Stärkung der Harmonie in der beiderseitigen Geschäftsführung bezweckt habe. Elsaß=Lothringen beim französischen Nationalfest. Wie alljährlich, hatten auch am diesjährigen Nationalseiertage der Republik zahlreiche Elsaß=Loth= ringer sich über die Grenze begeben, um an den französischen Festlichkeiten teilzunehmen, französische Verwandte zu besuchen oder mit alten französischen Veteranen des auf französischer Seite mitgemachten Krieges von 1870/71 zu gedenken. Nach dem Verbot des demonstrativen Tragens fanzösischer Farben durch den neuen Statthalter v. Dallwitz konnte man gespannt sein, wie sich die Besucher bei ihrer Rückkehr benehmen würden. Da scharfe Ueberwachungsmaßnahmen an der Grenze angeordnet worden waren, so konnten Uebertretungen des Verbots nicht unbemerkt bleiben. Und da ist es denn mit Genugtuung zu begrüßen, daß sinn= und zwecklose Demnostrationen unterblieben und der Tag an der deutschen Westgrenze ohne Zwischenfall verlaufen ist. Holland. Beisetzung des Obersten Thomson. Der Kreuzer „Nordbrabant“ brachte die Leiche des in Durazzo gefallenen Obersten Thomson nach Amsterdam. Zum seierlichen Empfange hatte sich eine Anzahl von Osizieren versammelt. Im Namen der Königin wurden Kränze niedergelegt. Der Kriegsminister sprach seinen Schmerz über den schweren Verlust aus. Im Trauerzuge, an dem alle Offiziere der Garnison und Deputationen teilnahmen, wurde die Leiche nach dem Bahnhof gebracht. Es sand dann die militärische Bestattung in Groningen statt. England. Die Probemobilmachung der gesamten englischen Flotte geht heute Freitag vor sich. Eine Flottenübung so großen Umfanges hat England seit langen Jahren nicht vorgenommen, die Einbezlehung sämtlicher Reservisten ist überhaupt noch nicht dagewesen. Mobilisiert werden 55 Schlachtschisse, vier Schlachtschi skreuzer, 65 Kveuzer, 187 Zerstörer, 83 Torpedoboote, 59 Unterseeboote und 39 Transportschisse. In der nächsten Woche wird König Georg die Flotte vor Spithead besichtigen. Ein ausgesprochen großpolitischer Zweck ist dieser gewaltigen Flottenübung nicht beizumessen, eher läßt sich vermuten, daß die englische Rogierung neue Flottensorderungen vorzubereiten beabsichtigt. Denn Kenner der Verhältnisse behaupten, daß die Flotten=Reserve Englands neuzeitlichen Ansprüchen nicht mehr genügt. Bulgarien Bulgarische Waffenbestellung in Ungarn. In Budapest tras vor einigen Tagen eine bulgarische Militärmission unter Führung des Oberstleutnants Stojadinow ein, um bei der Ungarischen Waffenfabrik 80000 Mannlichergewehre neuen Typs zu bestellen, und bei der Manfred=Weißschen Patronen= sabrik zwei Schiffsladungen Patronen abzunehmen. Das Kriegsmaterial wird unter Vermeidung des serbischen Gebiets auf zwei gecharterten Schnelldampfern direkt nach Bulgarien gebracht. Griechenland. Der gedämpfte Flottentaumel. Aus Athen wird geschrieben: Man fällt hier aus einem Extrem ins andere. Während vor wenigen Wochen der Flottentaumel hier die sonderlichsten Blüten trieb, hat er in diesen Tagen merklich abgeslaut. Nach dem Ankauf der mexikanischen Kriegsschifte hatte man Danktelegramme an den Präsidenten Wilson gesandt, und heute möchte man ihn samt der griechischen Negierung steinigen. Denn die beiden Schiffe, die die Namen„Kilkis" und„Lemnos“ erhalten werden, lausen nur 14 Knoten, während die beiden neuen türkischen Dreadnoughts 22 Knoten laufen und überdies besser bestückt und geschützt sind. Man verübelt jetzt dem Ministerpräsidenten Venizelos, daß er es nicht verstanden habe, den brasilianischen Panger„Nio de Janeiro“ für Griechenland zu sichern, der jedem der beiden neuen türkischen Schüffe gewachsen gewesen wäre. Mexiko. Die Flucht Huertas. Huerta verließ mit seiner Familie die Hauptstadt und reiste nach Veracruz ab. Einer anderen Nachricht zufolge heißt es jedoch, nur Huertas Familie sei abgereist. Andere Verwandte und nahe Freunde reisten am Dienstag in der Richtung auf Veracruz mit einem Nachtsonderzug ab, der sich aus drei Schlas= und einem Gepäckwagen zusammensetzte. Zwei Militärzüge mit 800 Mann fuhren voraus, ein Militärzug mit 500 Mann folgte; auch die Familie des Vizepräsidenten Blanquet ist abgereist. Die gesamte Gesellschaft bestieg den Zug in dem fünf Meilen von der Hauptstadt entsernten Villa de Guadelupe. Nur wenige andere hohe Beamte verließen ebensalls Mexiko. Von Kriegsmöglichkeiten handelt die Zuschrift eines Wiener Diplomaten an die„Berl. Ztg.“, die von der Tatsache ausgeht, daß in Rußland die am 1. Juli zur Entlassung kommenden Reserven trotz aller gegenteiligen Nachrichten bei der Fahne zurückgehalten wurden, und Italien rund 70000, nach anderen sogar 130 000 Reservisten einberufen hat. Rußlands Drohungen an der deutschen und österreichischen Ostgrenze sind zu einer Gepflogenheit geworden, die niemanden mehr wundert. Die Mobilisation Italiens läßt sich dagegen nur aus der in Rom gewonnenen Erkenntnis erklären, daß die Lage der Dinge am Balkan sich in einer Weise zugespitzt hat, die außerordentliche Maßnahmen rechtfertigt. In Rom wie in Wien ist man entschlossen, dort endlich einmal bis zu einem gewissen Grade Ordnung zu schaffen. Die teilweise Mobilisierung wurde von den beiden anderen Oreibundstaaten mitgeteilt und von diesen gebilligt. Oesterreich wird auch seine Zustimmung zur Uebersetzung einer starken italienischen Streitmacht nach Albanien erteilen; wenn eine solche sich zur Erhaltung des unabhängigen Fürstentums als unabweislich herausstellen sollte. Daraus geht klar hervor, daß Oesterreich es für seine allerwichtigste Aufgabe hält, einen anderen Teil des Balkans unter polizeiliche Aussicht zu nehmen und daher dem anderen Bundesgenossen die Beruhigung Albaniens und die Aufrechterhaltung des Willens Europas in jenen Gegenden überläßt. In Belgrad aber könne man aus der Haltung Oesterreichs den Ernst der Lage ermessen und daraus für das Verhalten Serbiens die Konsequenzen ziehen. In Berliner diplomatischen Kreisen ist man dagegen anderer Meinung. Man betont dort, daß in Wien und Nom alle maßgebenden Kreise eine Aktion sämtlicher europäischen Großmächte in Albanien fordern und ein Sondervorgehen Oesterreichs und Italiens oder Italiens allein nur im alleräußersten Falle gutheißen würden. Sollte zwischen Wien und Nom ein Mandat Italiens vereinbart worden sein, so Grenzen halten. würde dieses sich in den engsten Zum Drama in Serojewo. Eine Ehrung des ermordeten Thronsolgers durch den österreichischen Hochadel. Der österreichische Hochadel, der seiner besonderen Anhänglichkeit für den Thronfolgeer bekanntlich schon anläßlich des Leichenbegängnisses Ausdruck verliehen hat, will nun auch ein dauerndes Werk begründen, durch das seine Ehrfurcht vor dem toten Thronfolger mantestiert werden soll. Wie dem „Neuen Wiener Journal“ nämlich mitgeteilt wird, tritt in nächster Zeit ein Komitee von Mitgliedern des Adels zusammen,„welches sich die Aufgabe gestellt hat, eine Aktion des Adels Oesterreich= Ungarns einzuleiten, die darauf abzielt, durch eine der Denkungsart des verewigten Thronfolgers Erzherzogs Franz Ferdinand entsprechende Widmung das Andenken des unvergeßlichen hohen Toten und seiner erlauchten Gemahlin dauernd zu ehren. Ueber das Projekt wird vorläufig noch Stillschweigen bewahrt. Im Augenblick, in dem das Komitee “ s e i n e B e s c h l ü s s e g e s a ß t h a b e n w i r d, w e r d e n d i e s e d e r Oessentlichkeit mitgeteilt werden. Die Lage in Albanien. Die Regierung des Fürsten Wilhelm beschloß angesichts der Gefahr eines erneuten Angriffs der Auständischen auf Durazzo die Stadt bis zum Aeußersten zu verteidigen. Der Fürst entsandte aufs neue einen Parlamentär ins Rebellenlager, der jedoch ohne den gewünschten Bescheid nach Durazzo zurückkehrte. Eine Aktion Italiens in Albanien ist römischen Blättern zufolge vorläufig nicht beabsichtigt. Etwas anderes wäre es, wenn die Epiroten staatsrechtliche Umwälzungen in Valona vollbrächten. Eine Aenderung der Grenzen Albaniens durch die Epiroten würde Italien nicht dulden. In Athen weiß man das, und den Epiroten wird dieser Standpunkt, wenn sie nicht selbst in sich gehen, in der den Umständen entsprechenden Form, einerlei von wem, so energisch wie möglich klargemacht werden. Aus Stadt und Umgebung. Die vierteljährliche Kündigung. Eine für Mieter und Vermieter wichtige Entscheidung fällte das Bochumer Landgericht in der Berufungsinstanz. Ein Bauunternehmer aus Eickel nahm einen seiner Mieter auf Zahlung der Miete für ein Vierteljahr in Anspruch, weil er erst am 3. Oktober gekündigt habe, dies aber bei vertragsmäßiger Kündigungsfrist zum 1. Januar nicht mehr wirke. Das Schössengericht verurteilte den Mieter zur Zahlung, weil nach der herrschenden Ansicht anzunehmen sei, daß die Parteien bei der Vereinbarung einer dreimonatlichen Kündigungsfrist die gesetzliche Frist des§ 565 des Bürgerlichen Gesetzbuches, wonach man noch bis zum dritten Werktage des Quartals kündigen kann, als die kürzere nicht gewollt haben. Das Landgericht hob in der Berusungsinstanz das Urteil auf und erkannte auf Klageabweisung. In der Urteilsbegründung wurde ausgeführt: Es möge sein, daß in der Literatur und Rechtsprechung bei der vertragsmäßigen Kündigung die drei Respektstage, die der§ 565 des Bürgerlichen Gesetzbuches bei den gesetzmäßigen Kündigungsfristen vorsieht, nicht gelten läßt. Auch das Berufungsgericht habe in früheren Jahren diesen Standpunkt eingenommen. Jetzt habe sich jedoch, wie dem Berufungsgericht auch aus zahllosen Mietsprozessen bekannt geworden sei, ganz allgemein der Gebrauch eingebürgert, auch bei vertragsmäßigen Kündigungsfristen Kündigungen bis zum dritten Tages des Vierteljahres als rechtzeitig anzusehen. In zahllosen Rechtsstreitigkeiten sei bei der gleichen Sachlage wie hier die Rechtzeitigkeit der Kündigung niemals beanstandet worden. Es müsse also jetzt eine Rechtsübung angenommen werden, daß auch bei vertragsmäßiger Kündigung die drei Respektstage als gewollt und vereinbart zu betrachten sind. **(Vorsicht beim Obstessen!) Wenn im Hochsommer die ersten Baumfrüchte, besonders die Kirschen, Stachel= und Johannisbeeren reifen, dann liest man auch in jedem Jahre von Unglücksfällen, besonders bei Kindern, die durch den Genuß von Obst mit unmittelbar darauf folgendem Wassertrinken herbeigeführt wurden und oft einen tödlichen Verlauf nehmen. Gewöhnlich ist das Obst im Sommer beim Genusse noch nicht vollständig ausgereift. Besonders regen Kirschen dabei noch den Durst an, und wird dieser nun mit Wasser gestillt, so entsteht in den Verdauungsorganen eine Gärung, die in kurzer Zeit unter großen Schmerzen das Leben vernichten kann, ohne daß ärztliche Hilse Rettung bringen könnte. Deswegen sollten Eltern ihre Kinder beim Genusse von Obst überwachen und sie auch öfters dahin belehren, daß der gleichzeitige Genuß von Obst und Wasser sehr gefährlich ist. Auch das Verschlucken der Kirschensteine ist eine üble Gewohnheit, die man sehr häusig bei der Jugend findet. Gar oft setzen sich die Steine in den Verdauungskanälen fest und verursachen schmerzliche Entzündungen, welche die Gesundheit stören oder auch den Tod vielsach herbeiführen. Auch die Fruchtschalen, Kerne und Kerngehäuse soll man beim Genusse von Obst so gut wie möglich entfernen, weil sie der Verdauung hinderlich sind. **(Lehrernachwuchs.) Für 1914 ist in Preußen die Errichtung nur eines Lehrerseminars vorgesehen. Die Besetzung der Lehrerseminare und der außerrodentlichen Seminarkurse ist, wie die„Neue Pol. Korrespondenz“ mittellt, im Winterhalbjahr 1913/14 gegen den gleichen Zeitraum des Vorjahres gestiegen. Im Winterhalbjahr 1913/14 waren vorhanden 185 Lehrerseminare mit 558 Klassen und 17•307 Seminaristen; dazu kommen 45 außerordentliche Seminarkurse mit 1287 Seminaristen, sodaß die Gesamtzahl der Seminaristen 18 495 beträgt. Die außerordentlichen staatlichen Präparandenkurse läßt die Unterrichtsverwaltung mit Rücksicht auf diese große Zahl von Seminaristen allmählich ablausen, sodaß neue staatliche Präparandenkurse felt zwei Jahren nicht mehr ingerichtet werden. **(Der Verband der Westsälischen Verkehrsvereine) wird Ansang September d. J. in Dortmund zu einer Sitzung zusammenkommen, um über verschiedene Eisenbahnwünsche für den nächstjährigen Sommerfahrplan zu beraten. **(Rekrutenfürsorge.) Am letzten Sonntag sprachen Herr Lehrer Doerth über den Krieg 1806/07, Herr Prof. Feldhügel über die Jeit 1806—1812, 1812 und die Erhebung des Jahres 1813. Am Nachmittage beteiligten sich zahlreiche Rekruten beim Schießen, ebenso am Montag abend beim Turnen, das durchschnittlich von 18 Rekruten besucht wird. Am nächsten Sonntag, vormittags 11 Uhr, spricht Herr Prof. Feldhügel an der Hand von fünf sarbigen Wandkarten über Vovgesetzte und Gradabzeichen im Heer, in der Marine und bei den Schutztruppen; falls Zeit ist, auch noch über 1814 und 1815(Schlacht bei Waterloo). Nachmittags von 3 Uhr ab: Schießen, besonders für die Rekruten im „Schützenhof", Montag abend von 8½—10 Uhr Turnen im„Reiche des Wassers". **(Das gestrige Konzert) des Hellweger Militärmusik-Instituts aus Unna im Hotel Jungesblut hat die Erwartungen des Publikums vollauf befriedigt Herr Plato erwies sich als ganz routinierter Orchesterleiter, der mit seiner Musikerschar überall Ehre einlegen kann. Das Programm bevorzugte in der Hauptsache sehr anspruchsvolle Tonschöpfungen von Wagner, Mozart, Thomas, Grieg u. a., deren Wiedergabe eine ganz vorzügliche zu nennen ist und der Kapelle lebhaften Beifall einbrachte. Der Besuch des Konzerts ließ etwas zu wünschen übrig, was in Anbetracht der ganz hervorragenden Leistungen nur lebhaft zu bedauern ist. **(Ein Schmetterlingsnetz) ist ein verderbliches Geschenk für Kinder. Viel zu wenig wird hierauf geachtet. Sobald die Schmetterlinge fliegen, sieht man die kleinen Jungen mit den Schmetterlingskeschern herumlaufen. Dieser Unfug wird jetzt dadurch Mode, daß Fangnetze als Kinderspielzeug billig seilgeboten werden. So kommen sie zu Hunderten unter die Kinder. Was tun jene damit? Sie lausen hinter jedem fliegenden Kleintier her, suchen es zu fangen, und dann zerpflücken oder zerdrücken sie es. Der Kescher dient ihnen auch dazu, an Wasserläusen kleine Fische und Frösche zu fangen, die dann elend umkommen. Durch dies törichte Geschenk werden die Kinder frühzeitig an Tierquälerei gewöhnt und gemütsroh. Fort mit den Netzen aus der Familie! **(Einen bedauerlichen Unfall) erlitt gestern der Mitte der 50er Jahre stehende Maurer Wagner aus der Kuhstraße. In einem Neubau in Holzen fiel der alte Mann aus einer Höhe von fünf Metern so unglücklich herunter, daß er sich schwere innere Verletzungen und einen Bruch des Schlüsselbeines zuzog. Der Schwerverletzte wurde ins katholische Krankenhaus gebracht. Rechnungsjahr 1914 ein Betrag von 20 Mark bewilligt. Die Bewilligung einer Beihilse für Hoffnungstal in Bethel wurde abgelehnt, da die Gemeinden zum Teil hierfür einen Zuschuß bewilligt hatten. ** Westhofen, 16. Juli.(Einen bedauerlichen Unfakl) erlitt auf der Fabrik W. Borggräse der Eisendreher Ernst Boos von Holzen dadurch, daß er beim Abspringen den rechten Fuß brach.„„ ** Hennen, 16. Juli.(vom Blitzerschlagen.) Während des gestrigen Gewitters wurde dem Landwirt Nolting eine Kuh vom Blitz erschlagen. Entfesselte Elemente. Die schweren Gewitter der letzten Tage haben allenthalben surchtbare Verheerungen in den nördlichen Teilen des Rheinlandes und im Sauerland verursacht. Bei Rheinhausen auf der linken Rheinseite bei Duisburg wurde ein 70 Jahre alter Landwirt auf dem Felde vom Blitz erschlagen und seine in der Nähe arbeitende Frau gelähmt. In Wattenscheid tötete der Blitz ein 19 Jahre altes Mädchen, das im Blumengarten auf einige Augenblicke beschäftigt war. In der Nähe von Essen schlug der Blitz in einen dicht besetzten Straßenbahnwagen, der in Flammen ausging. Die Insassen konnten sich retten. Bei Hattingen wurden zwei landwirtschaftliche Besitzungen mit Inrentar und viel Vieh durch Blitzschlag eingeäschert. Die Anlagen der elektrischen Straßenbahnen und die Telephon= und Telegraphenleitungen sind an den Landstraßen an vielen Stellen zerstört. In der Oberhausener Gegend hat der Blitz ebenfalls an vielen Stellen schweren Schaden angerichtet und u. a. die Besitzung eines Landwirts mit Nebengebäuden eingeäschert. Am schwersten aber hat das Gewitter im Sauerland gewütet, wo es einen Tag und eine Nacht ununterbrochen anhielt und für mehrere hunderttausend Mark Schaden verursacht hat. Was vom Hagelschlag an der reisen Ernte und an Kartofselfeldern verschont geblieben war, ist durch die sintflutartig niedergehenden Regengüsse zerstört worden. An vielen Stellen sind Häuser und Stallungen durch Blitzschlag zerstört und viel Vieh auf den Weiden erschlagen worden. Menschen sind im Sauerlande, soweit bislang bekannt geworden ist, nicht zu Schaden gekommen. thekendarlehen geplant. Zunächst aber und nebenher wird den Baugenossenschaften durch Garantieübernahme und Darlehnsgewährung geholsen. * Essen, 16. Juli.(Ein Jungenduell mit tödlichem Ausgang.) Zwischen dem 17 Jahre alten Hilfsarbeiter Karl Hoppe und dem gleichaltrigen Arbeiter Franz Mankowski, beide von hier, bestand seit etwa zwei Jahren ein Freundschaftsverhältnis. Im März d. J. kam es zwischen beiden wegen geringfügiger Ursachen zu einer Auseinandersetzung, in deren Verlauf sie übereinkamen, die Meinungsverschiedenheiten aus dem Felde mit Messern auszufechten. Mankowski verlor vor Beginn des Kampfrs sein Taschenmesser. Trotzdem versetzte ihm Hoppe mit seinem Messer einen tiesen Stich in die Brust, der den sofortigen Tod des M. zur Folge hatte. Wegen Körperverletzung mit Todeserfolg stand Hoppe jetzt vor der Strafkammer. Er wurde zu sechs Monaten Gesängnis verurteilt. * Lanten, 16. Juli.(Vernichtung eines Naturden kmals.) Die letzten Gewitterstürme am Niederrhein haben einem weithin bekannten Naturdenkmal, der Sonsbecker Linde, nahezu den Garaus gemacht, die Krone ist abgebrochen und die morschen Seitenäste mußten beseitigt werden. Die alte Linde hat schon manchmal unter Blitzschlag und schwerem Sturm zu leiden gehabt. Eiserne Bänder hielten den Baumriesen zusammen. Ueber das Alter der Linde enthält das Prothocollum Sensbecensis die Aufzeichnung, daß sie am 2. Decembris 1693 eingepflanzt wurde. ** Holzen, 17. Juli.(Lokaltermin.) Gestern vormittag wurde unter dem Vorsitz des Landgerichtsrats Meschede aus Hagen ein Lokaltermin an der kürzlich durch Feuer zerstörten Haßschen Besitzung abgehalten. Bekanntlich wird angenommen, daß hier Brandstiftung vorliegt. Zu dem Termin waren etwa zwanzig Zeugen geladen. ** Westhosen, 16 Juli.(Amtsversammlung.) In der letzten Sitzung der Amtsversammlung gedachte der Herr Vorsitzzende zunächst des verstorbenen Mitgliedes der Amtsversammlung, Herrn Hugo Rutenborn aus Geisecke; zu Ehren seines Andenkens erhoben sich die Anwesenden von ihren Sitzen. Den Beschlüssen der Stadt Schwerte vom 18. April d. J. betrefsend die Festsetzung der Gehaltsverhältnisse der Beamten der Sparkassenverwaltung Schwerte=Westhofen wurde zugestimmt. Gleichfalls wurde der im Entwurf vorgelegte Nachtrag zu den Satzungen der Sparkasse Schwerte=Westhosen genehmigt. Die Geschäfts=Uebersicht der Sparkasse wurde zur Kenntnis mitgeteilt. Weiter wurde der Beitritt, vorläufig für das Jahr 1914, zum Sauerländischen Gebirgsverband in Hagen mit einem Jahresbeitrag von 10 Mark beschlossen. Die Kosten für die Ausbildung der Polizeibeamten in der ersten Hilfe bei Unglücksfällen und für das erforderliche Verbandsmaterial wurden bewilligt, unter der Bedingung, daß außer den Polizeibeamten andere geeignete Personen aus den einzelnen Gemeinden zu dem Kursus zugelassen werden können. Ein einmaliger Betrag von 30 Mark wurde für die Rote Kreuz=Sammlung bewilligt. Weiter wurden der Auskunfts= und Fürsorgestelle für Lungenkranke des Kreises Hörde für das Rechnungsjahr 1914 ein Betrag von 50 Mark bewilligt. Von dem Schreiben der Westsälischen Kommission für Heimatschutz in Münster wurde Kenntnis genommen. Der Antrag des Desinfektors Schlüter auf Erhöhung der Desinsektions=Entschädigung wurde nochmals vertagt Die Verfügungen betreffend Anlegung zweckmäßiger Düngerstätten wurde zur Kenntnis mitgeteilt. Für das Krüppelheim in Volmarstein wurde für das Westfalen und Rheinland. * Unna, 16 Juli.(Vom Blitzerschlagen.) Bei dem gestern gegen Abend über die hiesige Gegend niedergegangemen Gewitter wurde in der Hammerstraße eine Frau Schlechter, die unter einem Baum Zuflucht gesucht hatte, vom Blitz auf der Stelle getötet. * Hagen, 16. Juli.(Ruagang des Kinobesuches.) Wie stark das Interesse für die Darbietungen der Lichtspieltheater in Hagen zurückgegangen ist, konnte man schon daraus erkennen, daß es trotz aller Mühen nicht gelungen ist, kleinere Kinotheater zu halten oder gar neue zu lukrativen Unternehmen zu gestalten. Die Kinos haben heutzutage auch in Hagen schwer zu kämpsen; das Interesse des so leicht wandelbaren Publikums hat sich bereits anderen Dingen wieder zugewandt. Schlagender als viele Worte zeigen es folgende beiden amtlichen Angaben: Im Etatsjahr 1912/13 sind in Hagen zur Lustbarkeitssteuer abgestempelt worden noch 702 000 Kino=Eintrittskarten, im Etatsjahr 1913/14 nur noch 542000 Karten! Es sind also im letzten Jahre 160 000 Personen weniger ins Kino gegangen, eine Zahl, die um so bedeutsamer erscheint, wenn man sie relativ betrachtet: der Kinobesuch in Hagen ist in einem Jahre um ein Viertel gesunken. * Milspe, 16 Juli.(Folgen eines Blitzschlags.) Bei dem gestern hier niedergegangenen Gewitter traf der Blitz das Gespann der Witwe Küper in Rüggeberg. Während ein Pferd sosort getötet wurde, war das zweite gelähmt, sodaß es auf der Stelle abgeschlachtet werden mußte. Die bei dem Gespann befindlichen erwachsenen drei Söhne wurden zum Teil verletzt. Einer wurde gelähmt, der zweite erlitt leichtere Verletzungen, dagegen blirb der dritte, der das Pferd am Kopf hielt, unverletzt. * Rauxel, 16. Juli.(Tödlicher Grubenunfall.) Auf der Zeche Viktor kam der Bergmann Prukopf dadurch zu Tode, daß ihm ein großer Stein auf den Kopf siel. Der Verunglückte war mit noch mehreren Arbeitskollegen damit beschäftigt gewesen, eine Strecke zu erweitern. Beim Zusammenbrechen eines Grubenholzes wurde er plötzlich von einem dahinter liegenden großen Stein getroffen. * Münster, 16. Juli.(Konsistorialrat Culemann f.) Hier starb nach schwerem Leiden im Alter von 58 Jahren der Geheime Konsistovialrut Karl Culemann. * Duisburg, 16. Juli.(Opfer des Rheins.) Gestern und heute sind beim Baden im Rhein zehn Personen ertrunken. In Emmerich kamen zwei Brüder beim Versuch, ein ertrinkendes Kind zu retten, ums Leben. * Essen, 16. Juli.(Wohnungssürsorge.) Zur Förderung des Baues von Wohnungen für kinderreiche Fomilien soll ein Betrag von sechs Millionen Mark aus Sparkassenmitteln zur Verfügung gestellt werden. Neben der Errichtung von Häusern auf eigene Rechnung ist die Schaffung eines Fonds für Gewährung zweitstelliger HopoWieder ein Massenmörder. Acht Personen sind dem Blutrausch des Bauern Pianetti in dem italienischen Dorfe San Giovanni Bianco zum Opfer gefallen. Er verübte die Morde aus Wut darüber, daß man ihn nicht als Gemeindevorsteher wählen wollte. Mit drei Schüssen tötete er zunächst den Gemeindearzt Dr. Morali in seiner Wohnung. Darauf begab sich der Mörder zum Ortspsarrer Don Camillo Paleni, den er in Gegenwart seiner kranken Mutter niederstreckte; diese selbst liegt vor Schreck ebenfalls im Sterben. Hierauf ging Pianetti in das Haus des Gemeindeschreibers Abramo Giudici und erschoß ihn mitsamt seiner Tochter Valeria. Noch nicht genug damit, tötete der Wüterich mit Schüssen weitere vier Dorfbewohner, darunter den Gemeindediener, im ganzen mithin acht Personen. Dann flüchtete der Mörder in die umliegenden Wälder. Zu seiner Versolgung wurden zahlreiche Karabinier; ausgeboten, jedoch ohne Erfolg. Das Dorf und das Vorwerk Camerata Cornello, wo von seiner Hand die meisten Opser fielen, stehen unter dem Schrecken und fürchten eine plötzliche Wiederkehr des furchtbaren Gewaltmenschen, der als unsehlbarer Schütze bekannt ist. Seine Lieblingsbeschäftigung war die Gemsenjagd, derentwegen er Tamilie und Geschäft vernachlässigte. Bei der gründlichen Kenntnis, die der Mörder vom Hochgebirge hat, hält man seine Ergreisung für sehr schwierig. Seine Untaten hat er mit großer Kaltblütigkeit ausgeführt. Jedes seiner Opfer tötete er mit einem einzigen wohlgezielten Schuß. Luftschiffahrt. Achttausend Meter hoch. Nach dem Ergebnis des Physikalischen Instituts der Universität zu Leipzig, das die beiden von dem Flieger am Dienstag gebrauchten Barographen untersucht hat, hat der Flieger Oelerich bei seinem Höhenweltrekord eine Höhe von über 8000 Metern erreicht. Todesopfer der Fliegerei. Seit dem Jahre 1896, als Lilienthal am 9. August seinen Tod sand, hat, nach der neueston Statistik, die Flugmaschine bisher 511 Menschenleben gekostet. Das hundertste Opfer des Jahres 1914 allein wurde Leutnant Hubert, der auf dem Flugplatz Kicwit bei Hasselt abstürzte und am 12. Juli den erlittenen Verletzungen erlag. Von den hundert Todesopfern des Jahres entfalben auf Frankreich 25, auf Deutschland 23, auf Rußland 11, während sich der Rest auf die übrigen Staaten verteilt. Der Prozeß Caillaux der in Paris am Montag, dem Tage der Ankunft des Präsidenten Poincaree in Rußland, boginnt, wirft seine für französische Zustände charakteristischen Schlaglichter voraus. Der„Figaro“, dessen Direktor Calmette von der damaligen Frau minister Caillaux erschossen worden war, hatte neulich die auf Mord lautende Anklageschrift zugesteckt erhalten und reröffentlicht. Jetzt publiziert das Blatt einen den Akten des Untersuchungsrichters entnommenen Brief, den Frau Caillaux am 16. März, dem Tage der Katastrophe, ihrem Gatten geschrieben und auf dessen Schreibtisch zurückgelassen hatte, als sie sich zur Ausführung der Tat in das Gebäude des„Figaro" begab. Der Brief, der nach dem„Figaro" die Mordabsicht der Frau Caillaux deutlich offenbart, lautet im wesentlichen: Als ich Dir heute morgen mitteilte, daß wir in Frankreich kein Gesetz haben, um uns gegen die Verleumdungen der Presse zu verteidigen, sagtest Du mir, daß Du an einem dieser Tage dem elenden Calmette den Schädel einschlagen würdest. Ich begriff, daß Deine Entscheidung unwiderruflich sei. Da saßte ich den Entschluß, ich selbst würde Dir Recht verschaffen. Frankreich und die Republik be Nr. 165. Beilage. Schwerter Zeilung. Freitag, 17. Juli 1914. Amtliches Kreisdlatt. Neufranzösisches und Altrussisches. Vor dem großen Jahre 1870 sagte in der Pariser Kammer der Kriegsminister Leboeuf:„Wir sind bereit bis auf den letzten Gamaschentnopf!“ In den jetzigen letzten Jahren haben die jeweiligen Kriegsminister der französischen Republik sich dem Sinne nach ebenso geäußert, wie ihr Kollege aus dem Kaiserreich, aber gestimmt hat es, wie dieser Tage an der Seine hat eingeräumt werden müssen, heute auch nicht. Es sollte wie bekannt u. a. an vielen, vielen Militärstieseln fehlen, die, wan jeder gediente Mann weiß, in einem Feldzuge mindestens ebenso wichtig sein können, wie ein gesüllter Felldkessel. Diese Geschichte ist unangenehm, weil sie un mittelbar vor der Abreise des Präsidenten Poincaree nach Petersburg bekannt geworden ist, aber schließlich kann man an der Newa dem französischen Staatsoberhaupt auch von den russischen Soldatenstiefeln etwas erzählen. Er kann sich also trösten. Das war im letzten russisch=türkischen Kriege von 1877/78. Bei der Belagerung von Plewna klagten die Truppen des Zaren ungemein über die schlechten Stiefel. Als diese untersucht wurden, ergab sich, daß die Sohlen aus Pappe waren. Das war denn doch für die Nachsicht des Oberkommandos ein etwas gar zu starkes Stück, und um der Sache auf den Grund zu gehen, erhielt ein bekannter, ebenso tüchtiger wie gewissenhafter Offizier(der deutschrussische General Todleben) den Befehl, die Vorräte zu inspizieren. Aber es war, als ob die Gewitter dieses Jahres auf das Erscheinen dieses Generals gewartet hatten. In der letzten Nacht vor seinem Eintressen brannten die Stiesel= und auch diverse Getreidelager nieder, und so konnte nichts weiter ermittelt werden, zumal behauptet wurde, daß bei diesen Durchstechereien sich noch andere Leute bereichert hatten. Jedenfalls gab es nach dem Krieg: das Kommando, diesem Schlendrian unrettbar ein Ende zu bereiten. Zwanzig Jahre nach diesem Ereignis ward die Probe auf das Exempel gemacht. Bei Kiew sand unter dem Oberbefehl des Generals Dragomirow, eines Champagnersreundes, aber tatsächlich ausgezelchneten Feldherrn, das erste große Manöver statt, nach welchem sich seitdum die Friedensübungen der Armeen aller. Großmächte entwickelt haben. Es handelte sich darum, die Garantie für einen Feldzug gegen Oesterreich= Ungarn zu geben. Während dieser Manöver stellte sich nicht allein heraus, daß die einzelnen Generale so eigenmächtig gehandelt hatten, daß ganze Regimenter buchstäblich zeitweise verschwunden waren, sondern daß auch das Heu für die Kavallerie= und Artillerie=Pferde so schlecht war, daß die Tiere es nicht sressen wollten. Auch der für die Mannschaften bestimmte Zwieback war zum Teil verdorben. Die Kritik des Manöverleiters war saugrob, aber im nächsten russischen Kriege, in dem mit Japan, stimmte schon wieder vieles nicht. An Offiziers=Champagner war kein Mangel, wohl aber an Soldatenbrot. Inzwischen haben sich auch die Franzosen weitere Ruhmesblätter in der Schlamperei gepflückt. Die Melinit=Bomben des Kriegsministers Boulanger, deren Explosivstoff sich in Zucker zersetzte, machten 1885 den Ansang, und seitdem ist es bei jedem neuen Pulver zu vielen, für den Feind sehr erfreulichen Erscheinungen gekommen, bis endlich die rechte Mischung herausgebracht war. Einer schob es auf den anderen, und jedesmal hieß es, nun kann uns aber keiner mehr! Als voriges Jahr die neugebildeten Truppenteile in den Grenz=Kasernen unvergebracht werden sollten, für deren Bau doch wirklich genug Zeit gewesen war, haperte es bekanntlich wieder an allen Ecken und Enden, so daß eine große Anzahl von Mannschaften erkrankte. Wenn es heute eine große Mobilmachung geben sollte, so hielte leichtmöglich ein Armeekorps das andere auf. Diese Mögkichkeit soll uns aber nicht zur Unterschätzung verleiten. Die größte Unzuverlässigkeit bestand in Rußland wie in Frankreich immer bei der Stellung der Truppenzüge, und gerade hier kann doch eine geringe Unpünktlichkeit sihr bedeutsame Folgen haben. Trotz aller Aeroplane kann ein Zukunstskrieg durch eine Gleiszerstörung entschieden werden, die im entscheidenden Moment das Eingreisen nötiger Verstärkungen hindert. Cerade auf diesem Gebiet leisten die deutschen Eisenbahner sehr Tüchtiges. Die Pünktlichkeit und Genauigkeit steckt unseren Leuten im Blut. Zwischenfälle stelben nur eine Ausnahme dar. Westfalen und Rheinland. * Brünninghausen, 16. Juli.(Der Mörder August Degenhardt) aus Esborn bei Volmarstein ist, wie wir bereits meldeten, hinter Schloß und Riegel gebracht worden. Er gibt nun über seine Ausenthaltsorte wieersprechende Antworten. Ein wichtiger Zeuge in dieser Sache ist der Bäckergehilse Romgens. Dieser, der auf der Wanderung war, erschien vor wenigen Tagen bei dem hiesigen Polizeisergeanten B. und erzählte, den Degenhardt im Walde getroffen zu haben. Die Nachforschungen ergaben, daß an der von Romgens bezeichneten Stelle sich tatsächlich ein Lager besand. Romgens wanderte dann weiter. Die Staatsanwaltschaft in Hagen ersucht, seine Adresse mitzuteilen, da er als Jeuge in Frage kommt. Oestrich, 16. Juli.(Schwerer Einbruchs dieb stahl.) Am hellichten Tage entwendeten Diebe dem Landwirt und Kausmann Thabe=Pöpping aus einer verschlossenen Kleiderschrank= Schublade 1283 Mark bar und ein Sparkassenbuch über 1200 Mark. Der Tat verdächtigt wurden zwei Arbeeiter, die in dem Zimmer an einer elektrischen Lichtleitung beschästigt waren. Der Kriminalpolizei gelang es es noch in derselben Nacht, die beiden Arbeiter in Dortmund bezw. Marten zu verhasten. * Mengede, 16. Juli.(Opfer der Hitze.) Auf dem Heimwege, vom Besuch ihrer Schwester kommend, wurde die hier und in der Umgegend weit bekannte Frau des Wirtes Fr. Drewermann vom Hitzschlage getrofsen. Sie gab nach wenigen Minuten ihren Geist auf. Der sosort herbeigerufene Gatte ffand seine Frau nur noch als Leiche vor. * Beckum, 16. Juli.(Den Finger abgeschlagen.) Hier spielten die Kinder des Arbeiters Klasmeier in Abwesenheit der Eltern mit einem Beil. Bei der Gelegenheit wurde dem etwa 3jährigen Knaben des K. von seinem 6jährigen Schwesterchen der Zeigefinger der linken Hand abgeschlagen. Verleburg, 16. Juli.(Blutat.) In Dorfe Steinperf geriet der Arbeiter Jakob Lenz II mit dem Taxator der Schweineversicherungskasse, dem 60jährigen Flurschützen Theis in Streit. Lenz schoß dem Th. ohne weiteres eine Kugel in di#e Magengegend, die Th. so schwer verletzte, daß an sei nem Aufkommen gezweiselt wird. Nach vollbrach ter Tat lief der Täter in den Keller und jagte sich eine Kugel in den Kopf, die alsbald den Tod herbeiführte. * Hamborn, 16. Juli.(Schwerer Schaden durch Blitz.) Bei dem gestrigen Gewitter schlug der Blitz in die elektrische Ersatzzentrale der Gewerkschaft Deutscher Kaiser in. Die Maschinenhalle ging sofort in Flammen auf. Das Dach stürzte ein, und viele Maschinen und Kabelleitungen wurden zerstört. Etwa ein Viertel des Betriebes mußte stillgelegt werden. Die Arbeiter konnten sich sämtlich retten. Nach stundenlanger angestrengter Arbeit gelang es, durch Ersatzkabel einen Teil des Thomaswerkes in Betrieb zu setzen; sämtliche anderen Betriebe sind stillgelegt. Der Schaden wird auf über 200 000 Mark geschätzt. Essen, 16. Juli.(Die Ausstellung „Unsere Jugend“) in Essen wird am 20. Juli d. J. geschlossen werden. Die Ausstellung ist von zirka 300000 Personen besucht worden, sicher das beste Zeichen, in welchem Maße die Veranstaltung das Interesse des Publikums gefunden hat. Jeder, der irgendwie Gelegenheit hat, sollte nicht versäumen, bis zum 20. d. M. der Ausstellung einen Besuch abzustatten. * Osterfeld, 16. Juli.(Im Waschfaß ertrunken.) In einem unbewachten Augenblick siel ein zwei Jahre altes Kind einer in der Scheuer straße wohnenden Famil.: in ein Waschsaß und ertrank. Es wurde von seinen Angehörigen kurz da rauf als Leiche gefunden. Duisburg, 15. Juli.(Taschendiebe.) Von einer dreiköpfigen Bande von Taschendieben, die regelmäßig die Bahnhöse von Köln bis Essen aussuchten, waren auf dem hiesigen Bahnhof der Arbeiter Theodor Torwesten aus Essen und der Händler Rudolf Schleich aus Köln festgenommen worden. Der dritte, ebenjalls ein Kölner, war entkommen. Alle drei arbeiteten zusammen, indem zwei ihr Opser in einem durch sie veranlaßten Gedränge beim Einstrigen einklemmten und der dritte des Portemonnaie aus der Tasche stahl. Sie hatten auf diese Weise große Summen erbeutet. Die Duisburger Strafkammer verurteilte Torwesten zu sünf Jahren Zuchthaus und zehn Jahren Ehrverlust, Schleich zu acht Monaten Gefängnis. Mülheim(Ruhr), 16. Juli.(Unmenschlich.) Vorgestern nacht wurde ein 18jähriges Mädchen aus Mülheim=Speldorf, das geistig zurückgeblieben ist, von drei jungen Burschen im Alter von 18—21 Jahren betrunken gemacht und in den Wald verschleppt. Dort rissen die Burschen dem Mädchen die Kleider vom Leibe und verübten ein Verbrechen an ihm, so daß es laut um Hilfe schrie. Schließlich sand ein Polizeibeamter das Mädchen in einem derartigen Zustande, daß er es durch einen Sanitäts wagen aus Duisburg ins Krankenhaus bringen ließ. Die Namen der Burschen sind bekannt. * Hochemmerich, 16. Juli.(Ein Kind in Flammen.) Gestern abend kam die siebenjährige Tochter des Schlossers Peter Görtz in dem Augenblick, als die Mutter die übrigen Kinder zu Bett brachte, der Flamme des Spirituskochers zu nahe und stand im Nu in Flammen. Das Kind erlitt am ganzen Körper schwere Brandwunden und ist im Homberger Krankenhause, wohin es sofort gebracht worden war, heute früh gestorben. * Düsseldorf, 16. Juli.(Ein neuer Trick.) Unter den Personen, die ihr Geld in Rennwetten anlegen— es sind deren nicht wenige—, genießt der„Mann mit dem guten Typ“ das höchste Ansehen. Diese Stimmung verstand ein Unbekannter auszunutzen. Er erschien im Traineranzug in Wirtschaften, in denen viele Wettlustige verkehren, fragte in höchster Eile nach dem Telephon und sprach dann, aber so, daß die Umsitzenden es hören konnten: „Alles auf das Pferd setzen, unverlierbar; es gibt eine Stange Gold, aber stilbe!“ Derartige Worte reihen natürlich die Wettlustigen, und der Mann wurde nachher bestürmt, doch das gute und für die Wetter so wertvolle Pserd bekannt zu geben. Was mit guten Worten nicht zu erzielen war, konnte schließlich mit barem Gelde— aber nicht unter 20 Mark— erreicht werden. Die ganz schlau gewordenen Wetter gingen dann schleunigst hin, um möglichst viel auf das Pferd zu wetten, um dann beim Erscheinen des Wettberichts die Enttäuschung zu erlelen, das Pferd unter:„Ferner liefen" zu finden. Nach Angabe von Geschädigten hat der Betreffende, wie sie nachher festgestellt haben wollen, überhaupt nicht telephoniert, sondern die verlockenden Worte nur in den Apparat hineingerusen, um seine Opfer zu ködern. * Köln, 16. Juli.(Doppel=Selbstmord.) Gestern morgen stürzte sich am Kaiser WilhelmUser ein junges Paar in den Rhein; beide waren etwa 20 Jahre alt. Die Leichen des unbekannten Selbstmörderpaares sind noch nicht gefunden worden. Ein Kronprinzentelegramm. Vor einiger Zeit erschien aus der Feder des Oberstleutnants a. D. Hermann Frobenius unter dem Titel„Des Deutschen Reiches Schicksalsstunde“ eine Schiift, die in folgenden Schlußfolgerungen gipselte:„Der angestachelte Rachedurst Frankreichs gegen das Deutsche Reich, der entflammte Haß Rußlands gegen das seinen Bestrebungen entgegenstehende Oesterreich=Ungarn haben beide Länder zu einer Steigerung ihrer Kriegsvorbereitung angetrieben, die sich nur auf kurze Zeit aufrechterhalten läßt. Tatsächlich ist diese Vorbereitung bereits von einer Kriegsbereitschaft jetzt schon nicht wesentlich zu unterscheiden, und im Frühjahr 1915 wird diese so vollständig erreicht sein, daß man jeden Tag des Einmarsches so gewaltiger Heere gewärtig sein muß, wie sie auf Europas, wie sie auf der Erde Boden noch niemals gesehen worden sind. Und dann wird des Deutschen Reiches und seiner Verbünreten Schicksalsstunde schlagen!" Der Kronprinz hat dem Verfasser laut„Tägl. Rundschau“ ein Zustimmungstelegramm mit folgendem Wortlaut gesandt:„Ich habe Ihre ausgezeichnete Broschüre „Des Deutschen Reiches Schicksalsstunde“ mit dem größten Interesse gelesen und wünsche ihr in unserem deutschen Volke die weiteste Verbreitung. Elwas über das„Labarum“. Kaiser Wilhelm hat dieser Tage, wie berichtet, dem Papste ein ebenso kostbares wie interessantes Geschenk überreichen lassen. Es handelte sich dabei um das konstantinische Feldzeichen oder sogenannte „Labarum“, das unter Zugrundelegung der Forschungen Wilperts durch die Benediktiner der Abtei Maria Laach nachgebildet worden ist. Einige nähere Angaen über die Bedeutung und das Aussehen des Labarums dürften im Augenblick auf das Interesse weiterer Kreise rechnen können. Das Labarum, wie es die spätrömische Kaiserzeit kannte, geht auf ein altrömisches Feldzeichen zurück. Dieses war in Form einer Dopxelaxt gestaltet und genoß schon in frühen Zeiten religiöse Verehrung. Darauf deutet schon der lateinische Name, der aus dem griechischen„labrys“, einem Sinnbild des Zeus, entstanden ist. Die spätrömischen Kaiser gaben diesem Feldeichen eine veränderte Form, da sie es als Fahne für ihr Heer gebrauchen wollten. Erst Kaiser Konstantin der Große schuf das Feldzeichen aber zu jener Gestalt um, in der es für die christliche Der Kampf um das Majorat. Roman von Ewald Aug. König. 64 „Ich muß nun gehen,“ fuhr Abraham fort,„ich will hoffen, daß Du mir die Wahrheit gesagt hast! All das Gerede könnte nicht entstehen, wenn Du durch ehrliche Arbeit Deinen Unterhalt verdienen wolltest—“ „Vetschone mich auch damit jetzt; so lange ich krank Bin, kann ich nicht arbeiten.“ Jopfschüttelnd entfernte sich Abraham, wenn auch der schwere Druck von ihm genommen war, er hegte trotz alledem noch Zweifel, die sich so rasch nicht beseitigen ließen; er kannte ja den Trotz und die Verstellungskunst des Bruders, und das höhnische Lachen, das er noch auf der Treppe hörte, konnte diese Zweifel nur noch bestärken. 17. Kapitel. Der Bankser Schreiber war von seinem Besuch bei dem Friseur mit triumphierender=Miene heimgekehrt, er hatte sich nach einem kurzen Gespräch mit seinem Kommis sogleich in sein Kabinett zurückgezogen. haben wir, was wir wünschen,“ sagte er, nachdem er sich vor seinem Schreibtisch, gieder: gelassen und eine Zigarre angezündet haln.... ron Dagpbert wird nie das Majorat besitzen! Der hochnasige Narr! Mit dem Grafen Morray mache ich un auch kurzen Prozeß, seine Dienste sind überflüssig geworden, ihm brauchen wir kein Opfer mehr zu bringen. Es fragt sich nur, wie sich die Dinge auf Haus Eichenhorst nun gestalten werden," fuhr er, nach laugem Sinnen gedankenvoll fort.„Wenn Herrsu dort wird, könnte die Herrschaft für meinen Vater ein Ende haben, und alle unnsere Mühe und Opfer wärenumsonst gewesol. „Er stützte das Haupt auf den Arm und versank in Nachdenken, die Falten auf seiner Stirn bekundeten, daß die Gedanken, die ihn beschäftigten, nicht angenehmer Natur waren. Schwere Tritte kamen die Wendeltreppe herauf, Eduard erhob sich und öffnete die Tür, um seinen Vater einzulassen. Gewonnen!“ sagte der alte Mann, nach Atem ringend, und triumphierende Freude blitzte aus seinen Augen„der Alte stirbt und der Junge wird im Zuchthaus enden.“ „So ist der Baron Kurt noch nicht tot?“ fragte Sstors. elterGet „Nein, aber unrettbar verkören, der Vollor hal es mir heute morgen gesagt.“ „Und es ist richtig, daß Dagobert die Tat begangen hat?“ „Das steht bombenfest miale der Verwalter. „Das Gericht war heute morgen wieder draußen, es hat sich von der Schuld Dagoberts überzeugt, die Kügel, die aus der Wunde herausgeholt wurde, paßt genau in die Büchse, die man im Zimmer Dagoberts fand, der junge Herr hat kurz vorher im Beisein der Zeugen schon die Büchse auf seinen Oukel angelegt und Drohungen ausgestoßen, die seine Schuld außer Zweifel stellen. Er sitzt jetzt im Gefäugnis, morgen sollen wir alle zum Verhör kommen, ich denke, er wird ein Geständnis ableEduard nagte mit sichtbarer Ungeduld an den Nägeln seiner Finger, sein glühender Blick ruhte erwartungsvoll auf dem haßerfüllten Antlitz des Boters.„ 8 „Und wenn er nicht gestehe“ fragle er.„Ich glaube nicht an dieses Schuldbekenntuis.“ „Leugnen wird ihn nicht retten— die Beweise sind überzeugend, unter allen Umständen muß er verurteilt werden.“ „Und was dann? Wie werden die Verhältnisse draußen sich gestalten?“ So gut wie wir es nur wünschen können!“ „Wenn die tolle Baroin das Gut übernimmt—“ „Daran ist nicht zu denken. Baronin Adelgunde ist doch interdiziert, sie hat überhaupt nichts zu sagen, der Erbe sitzt im Gefängnis und es ist ganz undenkbar, daß er beguadigt werden könnte. Da fällt das Majorat an Baronesse Theodore, die augenblicklich noch minderjährig ist, Notar Tellenbach bleibt also einstweilen mein nächster Vorgesetzter, da sein Sohn die Baronesse heiraten wird, so läßt er sich sicher nicht die Zügel aus den Händen nehmen.“„ Eduard hatte die erloschene Zigarte wieder angezündet, er sah eine Weile den blauen Ranchwölkchen nach, die ernsten Falten wollten von seiner Stirn nicht weichen. „Undank ist in der Regel der Welt Lohn," sagte er, der Notar Tellenbach könnte vergessen, was wir für ihn getan haben—“ „Dann werde ich ihn daran erinnern,“ unterbrach sein Vater ihn,„er soll nur wagen, sich undankbar zu zeigen, dann ist er selbst verloren. Möglich ist es allerdings, daß dann der Hauptmann nach der Hochzeit selbst die Verwaltung des Gutes übernehmen will, dann aber muß ich abgefunden werden, und ich gebe Dir mein Wort, ich werde mit meiner Forderung nicht allzu bescheiden sein. Die Hochzeit kann auch sobald nicht stattfinden, das Trauerjahr muß die Baronesse abwarten, unterdessen schere ich noch meine Schäfchen.“ „Und es muß gründlich geschoren werden, denn was nach dieser Zeit kommt, wissen wir nicht.“ „Verlaß Dich darauf, daß ich nicht bescheiden sein werde!“ „Den ungarischen Grafen haben wir nun wohl nicht mehr notig. „Nein,“ erwiderte der Verwalter.„Was hat er überhaupt angerichtet? Er soll uns das Geld zurückgeben. „Was wir ihm gegeben haben, das ist für uns verloren. Uebrigens war er auf dem besten Wege, Dagobert zum Hasardspiel zu verführen, wir könneu uns nicht über ihn beklagen. „Mag sein, aber seine Dienste sind jetzt überflüssig geworden. Ein leises Pochen an der Tür unterbrach das Gespräch, im nächsten Augenblick trat Graf Morrac ein. 71046 „Es ist gut, daß Sie kommen, sagee der Bankier nach einem ziemlich kühlen Gruß.„Sie können nun abreisen, wir bedürfen Ihrer Dienste nicht mehr.“ „Hat der Mohr nun seine Schuldigkeit getan?“ spottete der Graf, indem er sich in einen Sessel niederließ und sein Portefeuille aus der Tasche holte. „Es wird von Ihnen abhäugen, ob ich abreise oder hier bleibe. Hier ist ein Wechsel des Herrn von Darboren auf den Notar Tellenbach, werden Sie mir den Wert auszahlen?“ Eduard nahm mit scheinbarem Gleichmut das. Papier in die Hand und wiegte ablehnend das Haupt. „Eintausendachthundertundsechzig Taler,“ sagte er,„das ist mir denn doch zu viel.“ „Sie werden das Geld nicht zahlen?“ „Nein, der Wechsel ist wertlos. Der Baron selbst befindet sich in Untersuchungshaft, er wird das Gefängnis nicht mehr verlassen, und der Notar Telleubach ist nicht verpflichtet, den Wisch einzulösen.“ „So wird die Familie es tun.“ „Die Familie?“ spottete Eduard.„Baron Kurt ist so schwer verwundet, daß sein Ende stündlich erwartet wird, die Mutter Ihres Schuldners hat kein großes Vermögen und die jetzige Erbin des Majorats ist noch minderjährig. Wer soll also das Geld zahlen?" „Baron Dagoberthatselbst Vermögen, ersprach von amerikanischen Staatspapieren, die er besitze. „Mag sein, aber er kann jetzt nicht darüber verfügen. Graf Morray spielte nachlässig mit seinerschweren goldenen Kette, ein spöttisches Lächeln umzuckte seine Mundwinkel. 214,10 Kirche hohe Bedeutung gewonnen hat. Als er im Jahre 312 nach Christi Geburt in den Krieg gegen Maxentius zog, ließ er in das Mittelfeld der Fahne das Zeichen des Kreuzes, und an die Lanzenspitze das von ihm geschaffene Monogramm Christi, d. h. die griechischen Ansangsbuchstaben X und P setzen. Die Legende erzählt, daß er vor der Hauptschlacht bei Saxa Rubra vor Rom durch eine wunderbart Erscheinung des Kreuzes dazu bewogen worden ein soll. Wie sah nun dieses Labarum eigentlich aus? Die oben gedachte, völlig geschichtswahre Nachbildung zeigt einen drei Meter hohen Fahnenschaft, der mit einem Handgriff versehen ist. Die Krönung der Spitze bildet das Monogramm Christi. Von der darunter befindlichen Querstange fällt ein goldgefranstes Fahnentuch aus purpurnem Goldstoff herunter, das etwa 50 Zentimeter im Quadrat mißt. Das Fahnentuch ist mit kostbaren Steinen lu= sät. Auch der Schaft weist prächtige Verzierungen auf. Unterhalb des Fahnentuches erblickt man wundervolle Medaillonbildnisse Kaiser Konstantins und seiner drei Söhne.— Zur Herstellung des wertvollen Geschenkes hat man ausschließlich feuervergoldetes Metall verwendet. 92 Truppenübungen beim 7. Armeekorps. Die größeren Truppenübungen des 7. Armeekorps spielen sich in diesem Jahre nach der folgenden Zeiteinteilung ab: Von der 13. Division haben Brigademanöver vom 29. bis 31. August: die 25. Infanterie=Brigade, verstärkt durch Kürassier=Regiment 4 und Feldartillerie=Regiment 22, um Melle; die 26. Infanterie=Brigade, verstärkt durch HusarenRegiment 8 und Feldartillerie=Regiment 43, um Herford. Die Divisionsmanöver der 13. Division finden statt am 1. und 2. September zwischen MelleOsnabrück= Iburg=Rothenselde und am 8. und 9. September bei Sendenhorst. Zwischen diesen beiden Manöver=Abschnitten liegt die Kaiserparade bei Münster am 5. September mit den dazu erforderlichen Hin= und Rückmärschen. Von der 14. Division haben Brigademanöver die 27. Infanterie=Brigade, verstärkt durch die 4. und 5. Eskadron HusarenRegiment 11, 5. Eskadron Ulanen=Regiment 5 und 1. Abteilung Feldartillerie=Regiment 43, vom 29. bis 31. August bei Burgsteinfurt; die 28. InsanterieBrigade, verstärkt durch die 1. bis 4. Eskadron Ulanen=Regiment 5 und Feldartillerie=Regiment 7, am 28. und 29. August bei Düsseldorf; die 79. Infanterie=Brigade, verstärkt durch die 1. bis 3. Eskadron Husaren=Regiment 11 und 2. Abteilung Feldartillerie=Regiment 43, am 28. und 29. August bei Sonsbeck auf dem linken Rheinufer. Die Divisionsmanöver der 14. Division finden an den gleichen Tagen wie die der 13. Division statt, also am 1. und 2. und 8. und 9. September bei Coesfeld. Am 10. September hat dann das ganze Korps Ruhetag, am 11. und 12. wird es mit der Bahn in den Bereitstellungsraum für das Kaisermanöver transportiert. Dieses beginnt— wie bereits bekannt— am 14. und endet am 18. September. Von den Spezialwaffen sind zugeteilt: das Jäger=Bataillon 7 der 26. Insanterie=Brigade, die Pionier=Bataillone 7 und 24, sowie die Train=Abteilung 7 gleichmäßig auf die Manöver=Brigaden. Auch Teile des FußartillerieRegiments 7 nehmen an den Manövern teil. Der Spionageprozeß Pohl lich nach Rußland verreist, und auch der Botschafter selber ist aus Reisen gegangen. Basarow ist damit dem Beispiel seines Kiewer Kollegen gefolgt, der im vorigen Jahre, als in Oesterreich das landesverräterische Treiben von den Offizieren Jandric, Redl usw. entdeckt wurde, gleichfalls verschwand. Die russische Spionage ist seit jeher als besonders rücksichtslos und dreist bekannt. Man wird noch strengere Vorsichtsmaßregeln gegen diese Ausspäher aus dem nahen Osten ergreisen müssen, auf daß sie nicht noch größeres Unheil anrichten.“ diese Herren, die gewöhnlich als Finanzgenies gestellt werden, der heillosen Wirtschaft bei der New=Haven=Bahn gegenüber. Denn das kann man wohl nicht als wahr annehmen, was von einigen amerikanischen Blättern behauptet wird, daß sie sämtlich in die eigene Tasche gewirtschaftet haben. Bunte gibt der Presse vielfach Gelegenheit, an der Stellung der Militärattachés Kritik zu üben. So schreibt die„Braunsch. Ldsztg.“:„Ein sehr häßliches Licht hat diese Spionageangelegenheit auf den offiziellen Vertreter der russischen Armee am Berliner Hose geworfen. Oberst Basarow hat damit, daß er mit einem Angehörigen des deutschen Heeres in direkte Verbindung trat und ihn bei seinen unerlaubten Handlungen unterstützte, sich über seine Befugnisse hinweggesetzt. Man kann zugeben, daß das Amt des Militärattachés eine behördlich sanktionierte Einrichtung zur Erforschung der Schwächen anderer Heere ist. Aber gerade deshalb ist für seinen Träger Zurückhaltung und der Takt geboten, die ihn von jeder Berührung mit solchen Elementen, wie ein landesverräterischer Soldat es ist, absolut und unter allen Umständen fernhalten müssen. Das Gegenteil ist auch ein arger Bruch der Gastfreundschaft, auf die er als amtlicher Vertreter seines Landes Anspruch erhebt. Verletzt er sie, so ist er in seiner Stellung unmöglich. Diese Konsequenz wenigstens hat Oberst Basarow rechtzeitig gezogen, denn er ist seit einigen Tagen plötz1 Wegen des Untergangs der„Impreß of Irland“ will die„Canadian"=Linie die norwegische Gesellschaft, der der die„Empreß" rammende „Storstad“ gehörte, auf 8 Millionen Mark Schadenersatz verklagen. Die Klage hat, da dem„Storstad“ die volle Schuld an dem surchtbaren Unglück beigemessen worden ist, Aussicht auf Berücksichtigung. ) Recht zahlreiche Unfälle in den Vergen sind in diesem Sommer zu verzeichnen. Allein in deser Woche waren bis Mittwoch fünf Todesfälle in den Alpen gemeldet worden. Jetzt stürzte der Oberlozirksarzt Kleinmann aus Zell am See in den Loserer Bergen ab. Der Münchener Kaufmann Haubner wurde im Gebiet der Zugspitze mit zerschmetterten Gliedern tot ausgefunden. Ebenso ist eine Rettungsexpedition nach zwei norddeutschen Touristen Hille und Högh unterwegs. 1( Ausschreitungen nach einem Unwetter. Der hessische Ort Neustadt wurde abermals von einer Wetterkatastrophe heimgesucht. Wieder richtete Hochwasser große Ueberschwemmungen an. Die durch das Wasser am meisten geschädigten Hausbesitzer machten laut„Voss. Ztg.“ vor dem Rathaus ihrem Unwillen über das angeblich passive Verhalten der Behörden Luft. Man befürchtete Ausschreitungen u. der Landrat des Kreises mußte im Auto herbeigeholt werden, um die Bevölkerung durch Zusage der Abhilfe zu beruhigen. Es soll die Staatsregierung um Hilfe angegangen werden. ( An Kautabak erstickt. Auf seltsame Weise büßte ein Strafgefangener im Festungsgesängnis zu Torgau sein Leben ein. Er hatte trotz eines Verbotes während des Reckturnens ein Stück Kautabak in den Mund gesteckt. Der Unteroffizier, der dies nicht gesehen hatte, kommandierte eine Uebung, bei deren Ausführung dem Gesangenen der Kautabak in die Luftröhre geriet, so daß er erstickte. )( Ein unangenehmes Reiseabenteuer. Einem plumpen Gaunertrick siel auf dem Pariser Ostbahnhof der Metzger Kaufmann Ullmann zum Opfer. Er wurde von einem Mann, der eine Armbinde trug, die ihn als Gepäckträger zeichnete, überredet, ihm die Besorgung seiner Effekten anzuvertrauen. Gutgläubig übergab Ullmann dem„Gepäckträzer“ seinen Koffer und begab sich in sein Hotel, wohin ihm die Sachen nachgebracht werden sollten. Nachdem er mehrere Stunden gewartet hatte, mußte er konstatieren, daß er einem Gauner in die Hände gesallen war. Er hat einen namhaften Schaden erlitten, da sich in einem der Koffer Schmucksachen im Werte von 500 Franks sowie ein Schuck auf einen namhaften Btrag befanden. )( Frösche und Schwärmer gegen den Polizeidirektor. Wegen Verbots des Wersens mit Papierschlangen wurde der Polizeidirektor in Aires in Südfrankreich beim Nationalsost von der Bevölberung mit Schwärmern und Feuerwerkskörpern beworfen, so daß er das Feld räumen mußte. Die herbeigerusene Gendarmerie mußte sich unter dem Hagel von Papierschlangen in die benachbarte Kaserne zurückziehen. Auch als eine Kompagnie heranrückte, konnte die Ruhe noch nicht sofort wieder; lergestellt werden. )( Eine gut bewachte Gemäldesammlung. Ein Diebstahl von 40 Bildern aus der städtischen Galerie in Fürth bei Nürnberg, der vor vielen Wochen erfolgt sein muß, ist jetzt bemerkt worden, als ein Franksurter Händler einige gestohlene Bilder der Fürther Galerie zum Kauf anbot. Nun ist eine Untersuchung eingeleitet worden. )1 Hinter den Kulissen. Ein Riesenskandal innerhalb der Verwaltung der New=Haven=Bahn bei Neuyork macht in Amarika von sich reden. Durch Verschwendung und Mißwirtschaft sind bei dieser Bahn, wie eine genaue Untersuchung ergab, etwa 90 Millionen Mark vergeudet worden. Das Interessanteste an der Sache ist, daß im Aufsichtsrat der Gesellschaft bekannte Millionäre, wie William Rockeseller und Lodyard sitzen, auch Morgan, als er noch hebte, gehörte ihm an. Ahnungslos standen Eine Warnung. Vor dem Eintritt in die albanische Fremdenlegion warnt Dr. Max Roloff in den „Leipziger Neuesten Nachrichten“: Unter den in Wien für Durazzo angeworbenen Freiwilligen befinden sich einige Reichsdeutsche, und es ist zu befürchten, daß trotz der Verhinderung der Werbetätigkeit in Berlin auch aus dem Deutschen Reiche selbst mancher Deutsche, dem die Abenteuerlichkeit im Blute steckt, auf Umwegen nach Durazzo gelangt. Es soll hier nicht erörtert werden, ob eine solche Fremdentruppe dem Fürsten von Albanien das jetzt für ihn verlorene Land zurückzuerobern imstande ist. Eine Warnung für unsere deutsche Jugend ist lediglich der Zweck dieser Zeilen. Vaterlandslosen Gesellen mag es immerhin gleichgültig sein, wo und wofür sie kämpfen, ihre Gesundheit und ihr Leben opfern. Aber junge Leute, die von Abenteurerlust hinausgetrieben werden, sollten sich ein besseres Feld suchen als Durazzo. Es heißt, daß den Freiwilligen Hin= und Rückreise vergütet wird. in Italien 32, in Oesterreich 31.2 Mark usw. An Unsoll=Entschädigung zahlte Deutschland 166,6 Millionen, an Invaliden, und Altersversicherung 203,9 Millionen Mark. Diese Summen wurden in keinem anderen Staate auch nur annähernd erreicht. — Spiel und Sport. Neue Ersolge deutscher Wagen in Belgien. Das gestern ausgefahrene internationale Kilometer=Rennen in Ostende gewann Joerns auf 4½ Liter Opel mit 153,3 Kilometer Durchschnittsgeschwindigkeit in 23½ Sekunden. Zweiter wurde Tornaco auf Mercedes. Sieger des Zwanzig=Kilometer=Rennens wurde ebenfalls Joerns auf 4½ Liter Opel=Grand=prix=Wagen mit 130 Kilometer Durchschnittsgeschwindigkeit in 9 Minuten 16 Sek. Zweiter wurde wieder Tornaco auf Mercedes. In den Tourenklassen bis 2 Liter Zylinderinhalt wurde Bosquet Erster auf Opel im Zwanzig=KilometerNennen und bis 6½ Liter Heusch, Aachen auf Opel im Kilometer=Rennen. Die albanischen Finanzen stehen bekanntlich sehr, sehr schlecht, und es ist die Frage, ob später noch Geld für die Rückreise in der Staatskasse sein wird! Der Fall könnte immerhin eintreten, daß diese Freiwilligen später einmal nach Triest gebracht und von dort durch Oesterreich auf Schub, mit Landstreichern zusammen, an die deutsche Grenze geschafft werden! Von irgend welcher Pension oder Unterstützung bei schweren Verwundungen, wenn z. B. jemand zum Krüppel geschossen wird, ist natürlich auch keine Rede! Ein Deutscher, der im Kampfe für den Fürsten von Albanien ein Bein oder einen Arm verliert, steht sich also noch schlechter, als ein französischer Fremdenlegionär, dem so etwas zustößt. Gerade jetzt, wo der Kampf gegen die sranzösische Fremdenlegion von allen Schichten des deutschen Volkes endlich einmal ernsthaft aufgenommen ist, sollte man äußerst scharfe Mittel anwenden, um die Werbung von Deutschen für Albanien zu verhindern. Luftschiffahrt. Der Flug über den Ozean. Die amerikanischen Blätter sind voll von Berichten über die Vorbereitungen zu dem Ozeanflug des Leutnant Porte Im hinteren Teil des Bootes, das als Gondel des Aeroplans benutzt wird, ist eine kleine Schlafkammer eingerichtet mit einer Matratze, die als Rettungsapparat zu dienen bestimmt ist.„Eine Schlafgelegenheit auf dem Flugzeug, das den Ozean überquenen soll“, sagt Leutnant Porte, „das mag ungereimt klingen; und doch wird sie da sein. Ich bin gefragt worden, ob ich schlafen werde? Wer weiß! Wenn die Dinge so glatt verlaufen wie ich annehme, werde ich ohne Zweifel froh sein, ein wenig auszuruhen, während mein Begleiten nach dem Rechten sieht!“ Auch ein kleiner Kochherd fehlt nicht. Alle diese Vorbereitungen können nicht darüber hinwegtäuschen, daß das Unternehmen zur Aussichtslosigkeit verurteilt ist. Portes Motoren sind völlig unzulänglich, bei den bisherigen Probefahrten konnte der Aeroplan sich nur schwer in die Luft erheben. Die Rose und ihr Duft. Sie sollten unzertrennlich sein. Sie sind es— leider— nicht immer. Viele Neuzüchtungen der letzten Jahre, und darunter hervorragend schöne Rosen, lassen den Duft sehr zu ihrem Nachteil vermissen. Und fehlt der Duft, so fehlt der Rose die Seele! Duftlos sinkt sie zur kalten, toten Schönheit herab, unendlich viel, ja, das beste von ihrem holden Zauber und Reiz verlierend. Ich erinnere nur an die herrliche, reinweiße Frau Karl Druschki, die Schneekönigin unter den Rosen. Gewiß eine pompöse Blume, aber— duftlos!„Keine Seel' ward ihr zuteil.“ Daher mehr eine Rose für den Grabkranz als für den Braut= und Hochzeitsstrauß, der duften muß. Rosen, denen der Duft fehlt, sind nicht jedermanns Geschmack; duftende Rosen hingegen hat ein jeder lieb. Wir haben unter den zahlreichen Rosen eine große Anzahl herrlicher Sorten die einen schönen, vollen Duft besitzen. Fast alle Rosen duften ja, aber es gibt doch gewaltige Unterschiede und Abweichungen in der Intensivität des Wohlgeruches unter den zahlreichen Sorten. Namentlich sind es die roten und dunkelroten Rosen, die der Blumenengel mit süßem, reichen Duft beschenkte. Ihres herrlichen Duftes wegen sind auch die dunkelroten Rosen so allgemein beliebt, und da das schöne, brennende Rot, das so eindringlich zu unserem Herzen spricht, und die Sinne umwirbt, die Farbe der Liebe ist, gilt die dunkelrote Rose allgemein als das Blumensymbol der Liebe und wird als solches nur zu gern von unseren Frauen, die„himmlische Rosen ins irdische Leben" zu flechten wissen, in Empfang genommen. Jetzt, in der Zeit wo die Rosen blühen, in allen Garten, auf allen Gräbern, sollten die Rosenfreunde hinausgehen und die einzelnen Sorten auf ihren Duft hin prüfen, mahnt der Lehrmeister im Garten und Kleintierhof, Leipzig. Rosenbilder von empfehlenswerten Sorten bringt die nächste Nummer des Lehrmeisters in natürlicher Größe und stellt dieses Heft dem Rosenfreund auf Wunsch gern zu. Duftende Rosen verdienen die bevorzugteste Anpflanzung, und immer sollten die Rose und ihr Duft unzertrennlich sein. Der schöne Duft ist doch das volkstümlich gewordene Himmelsgeschenk der Rose, ihr intimster Reiz. Neue Rosen mit starkem Dust zu züchten, muß immer die erste Aufgabe und das Endziel unserer Rosenzüchter sein und bleiben. 86. * Büchertisch. Soziales Leben. Gegen die Verkleinerung der sozialpolitischen Leistungen Deutschlands wendet sich die Osnabrücker Handelskammer mit überzeugenden Ausführungen. Kranken=, Unfall=, Invaliden= und Altersversicherung umsassen in keinem anderen Lande einen so großen Versicherungskreis wie in Deutschland. Die Krankenversicherung kommt in Italien 3, in Ungarn 4, Oesterreich und Frankreich 12, in Deutschland dagegen 30 Prozent der Bevölkerung zugute. Auch in der Unfallversicherung steht Deutschland mit 30 Prozent an der Spitze, es folgen England mit 29 und Oesterreich mit 13 Prozent. Auch in der Invaliditäts= und Altersversichrung, die bei uns 24 Prozent der davon erfaßten Bevölkerung zugute kommt, wird Deutschland von keinem anderen Staate erreicht. Während in Deutschland durchschnitlich auf einen Erkrankten jährlich 62,3 Mark entfallen, beträgt dieser Satz in Ungarn 44, in Frankreich 40, Alle unter dieser Nubrik besprochenen Bücher sind in der Carl Braus'schen Buchhandlung zu haben. Aus dem neuesten Heft der Wochenschau sind u. a. besonders hervorzuheben: Hilfsaktion für den Fürsten von Albanien, der russische Gesandte in Belgrad von Hartwig f, Erzherzog Friedrich, der neue General=Inspekteur der österr.=ungar. Armee, Untergang des französischen Unterseebootes„Calyso“, Linnelogel(6570 Meter Höhen=Weltrekord). Verbot; des Theaterstücks„Die Schrecken der Fremdenlegion“.— Anläßlich der angestrebten Vereinigung von Serbien und Montenegro verdient der reich illustrierte Artikel„Ein Ausflug ins Land der Schwarzen Berge" erhöhtes Interesse. Es ist überraschend, wie maberisch die sämtlichen Bilder wirken. Zum Teil könnten sie eingerahmt als Zimmerschmuck dienen. Das neue Druckverfahren hat sich bewährt, und daß der Preis für jedes der Heste in Karton=Umschlag nur 15 Pf. beträgt, ist das Erstaunlichste. Eine schöne 4917 3 Zimmer= Wohnung an ruhige Familie zum 1. Oktober zu vermieten. .. Ostenstraße 25. Möbliertes Zimmer : mit oder ohne Pension in gutem Hause sofort zu vermieten. 4889 Zu erfragen in der Geschäftsstelle der Schwerter Zeitung. Institut Boltz Erix. Abtauz Ilmenau 1. Tbür. Prosp. frei, Abgeschlossene Etagen von 4 Zimmern, Speisekammer, Badezimmer, Mansarde und Gartenland per 1. Oktober zu vermielen. 4443 Wilh. Luck. Baugeschäft. Schwerle, Königstr. Schöne Wohnung von 3 Jimmern sofort oder später an ruhige Familie zu vermieten. 4934 Schwerter Fleischhalle Moltkestraße Nr. 44. auf sofort gesucht. 4882 Restaurant Freischütz. Jum baldigen Eintrit ein Rumeraadchra und ein Arbeiter u. Arbeiterinnen finden noch angenehme Beschäftigung gegen hohen Lohn. Westf. Fahrradkeitenfabrik G m. b. H. Schwerte. gesucht 1980 Hotel Kaiserhof Schwerte. Der diesjährige Verkauf des vorzüglichen Graswuchses auf der zum Rutenborn'schen Hofe in Geisecke gehörigen RuhrWeide und Wiese findet 4887 Samstag, den 18. d. M. nachmittags 5 Uhr slalt. Am Samstag. den 18. Juli er., vormittags 9½ Uhr, werde ich im Pfandlokale beim Wirt Müler hierselbst: 1 Küchenbüfelt, 1 Sopha, 1 Sophatisch, 1 Spiegel. 1 Kleiderschrank, 1 Tisch und 2 Schweine gegen bar versteigern. Morgenroih 4941 Gerichtsvollzieher. Technikum Binge Inaschinenbeu, Elektrotechnik. Automebilbau, Prückenbau Direktion: Prof. Hoen Iscutätck Haben Sie Bedarf in wirklich fachmännisch zuverlässig ausgeführten Telephon-, Klingel-, Türöffner-„Alarm- und Sicherheits- Anlagen, sowie elektr. Uhren-, und WächterkontrollAnlagen so wenden Sie sich an das bekannte Spezialgeschäft für Schwachstromanlagen Heinr. Hoffmann Tel. Nr. 936 DORTMUND, Sülberstr. 24 Erete Roferenzen. 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Nicht des Bürgermeisters Rede, sondern sein eigenes Herz; dies kecke, sorglose, dankbare Bubenherz sagte ihm, wie lieb er den Mann haben müsse, der ihm ein Vater sein wollte, wie er ihm nie Schande machen, es ihn nie bereuen lassen dürfe, daß er sich seiner angenommen. Mit solchen Gedanken und Gelübden betrat Kilian Krämer die neue Heimat. (Fortsetzung folgt.) 8 Auflösung des Rebus aus voriger Rummer: Streben wir nicht allzu hoch hinauf, daß wir zu tief nicht fallen mögen. 4 11— (Schilel.) V WATT a** K Sehden. Bearbeitet von E. Schallopp. Aufgabe Nr. 371. Von J. Iversen in Kopenhagen (=Nationaltidendes.) Schwarz: 10 Steine. 8 a* 6n d** Weiß: 4 Steine. Weiß zieht an und setzt mit dem 3. Zuge matt. 10 uu. 1c gixn....1 ud. „ 4d 1X12 ·s Sugu d 1000 hX12M 7—99S ·3 9X98 SDS 1 Partie Nr. 374. Gespielt zu Wien am 8. Oktober 1913. (Nach Dr. E. Lasker's„Schachwart“.) Schottische Partie. Weiß: Dr. S. Tartakower, Wien. Schwarz: R. Spielmann, München. Weiß: 1. e2—04 2. Sg1—13 3. 62—44 4. S13X44 5. Lcl—e3 Schwarz: 67—65 Sb8—66 e5X44 L18—65 L65—b6 So spielte auch Dr. Lasker gegen Mieses in St. Petersburg 1906. 6. Sd4—f5 g7—66 Diese Schwächung ist vielleicht durch Da8—f6 zu vermeiden, womit 6. c2—c3 veranlaßt wird. Der weiße Damenspringer gelangt dann nicht so schnell nach 45. 7. Le3xb6 a7Xb6 8. S15—e3 47—46 9. Sb1—c3 Sg8—e7 10. h2—54 f7—15 11. h4—55 f5—14 Damit hat Schwarz das Feld eb dauernd in seinen Besitz gebracht. 12. Se3—45 13. g2—83 14. Sc3Xd5 15. g3X14 16. Lf1—e2 16. Sd5Xf4 empfiehlt sich wegen Th8—18 nicht. 16.. Th8—18 17. Ddl—42 c7—c6 18. Sd5—c3 19. 0—0—0 20. DdzXd6 21. TdIX06 22. T46—44 23. Le2—41 24. T44—02 25. T42—03 26. b2—53 66—85 Se7X05 Sc6—65 g5X14 1.c8—eß b6—55 DasXdß Ke8—e7 14—13 c6—05 Se5—04 55—54 Sc4—e5 27. Sc3—05+ Ke7—17 28. T43—e3 Ta8Xa2 Der a-Bauer kann seinem Schicksal kaum entrinnen; Schwarz hätte daher Zeit, erst noch Le6—g4 zu spielen. 29. LdiX13 Kf7—87 30. Thl—g1+ Kg7-h6 31. Tgl—g3 c5—c4! 32. Kcl—bI c4Xb3 33. Te3xb3 Ta2—a4 34. L13—e2 Tf8X/2 35. Le2—b5 Ta4—a5 36. Tb3Xb4 Se5—c6 37. LböXc6 b7Xc6 38. Sd5—c3 Ta5Xh5 Die Streitkräfte sind nun zu reduziert, um noch eine Entscheidung herbeiführen zu können. Bis zum endgültigen Frieden geschah noch: 39. Tb4—57 Th5—h1+ 40. Kb1—52 Thl-h2 41. T57-c7 Tf2Xc242. Kb2—a3 Th2—h3 43. Tg3Xh3+ Leéxh3 44. Tc7Xc6+ Kh6—65 45. Ka3—53 Tc2—02 46. e4—e5 Lh3—f5 47. Kb3—04 T·02—08 48. e5—eß T48—e8 49. Kc4—45 TesXeß 50. Tc6Xeß Lf5X-6+ 51. KdöXeß h7—h5 52. Ke6—e5 h5—h4 53. Keö—et Kg5—g4 54. Sc3—d1 Kg4—83 55. Ke4—e3 h4—h3 56. Sd1—12 h3—h2 57. S12—h1+ Kg3—32 58. Kes—e2 Kg2Xhl 59. Ke2—f1 Patt. Aus vergangenen Tagen. Ausrangierte Denkmäler. Es gibt nicht nur bei uns zu viele Denkmäler, nein, auch in Paris, nur sieht man sie dort nicht, weil sie— ausrangiert werden. Auf einer Seineinsel, unweit Paris, befindet sich das„Marmordepot", das zur Aufnahme dieser mehr oder minder gut konservierten Zeugen einer glänzenden Vergangenheit dient. Das„Marmordepot“ ist sozusagen ein Bazar der Souveräne und Präsidenten. Von Karl X. an hat man hier alle Büsten, Statuen, Reitergruppen vereinigt, die die Begeisterung der Menge errichtet hatte. Zu Hunderten stehen sie da, die Ludwig XVIII., Karl X., Louis Philipp, Napoleon III., die Präsidenten und Minister, die eines Tages von der Gunst des Volkes getragen wurden. Sie alle sind zu„Okkasionspreisen“ billig zu haben. Ein Mac=Mahon wird dem Besucher für 5 bis 6 Frank angeboten, und ein Herzog von Morny für weniger als 40 Sous. Es ist eine sonderbare Galerie, die gleichzeitig eine lehrreiche Illustration menschlicher Ruhmsucht und irdischer Vergänglichkeit bietet. —1 7.— Cos 36O 8 S 8 S 2.2 00 33 23 T OSSROSE 2.898 BSgSoßEs SSSDRDETG 8 — FI Amtliches Kreisblatt Eeer für den Kreis börde 46. Jabrgang O Grlles und Sltelles Cagesorgan des Kreiles. O haupt-Annoncenblaß Unterhaltungs=Beilage zu Nr. 165. Freitag, 17. Juli 1914. 59s S S- 5 8 # Sp ###E H##SN. S S#TaSgE *„efaöctgagpS Pgg9s-S.E * ES SESSSSROSE *— S 5 SFSSSE„TSOFSSS, gR in S STRSSUAE" GSg“ 5# □ □ □ ULunanahanannaabgbnb5 Gonanaunna Eickes erfuhr, ging es wie ein elektrischer Schlag durch ihren Körper, und sie brach zusammen. Nun war alles verloren, und sie weinte einem Paradiese nach, aus dem sie sich selbst verbannt. Sie vernachlässigte ihre Bestrebungen, machte einen Teil ihrer Schmucksachen auf dem Leihamte zu barem Gelde und unternahm eine Reise. Die neuen Eindrücke taten ihr wohl, und als sie nach zweimonatiger Abwesenheit zurückkehrte, nahm sie Engagements für Fünfuhr=Tees und andere private Veranstaltungen an.„ Sie nannte sich jetzt Rezitatorin und erziette als solche gute Erfelge. AA4hster Ebs mit Dann hörte sie, daß Eicke in glucklichster Ehe mit seiner jetzigen Frau lebte.„ Das gab ihr einen grausamen Stich, und die Vorstellung, daß jene im Ueberfluß des Reichtums schwelgte, von allen mit der befonderen Hochachtung behandelt wurde, welche man vielleicht weniger ihrer Persönlichkeit als dem machtvollen Golde ihres Mannes zollte, brachte Eugenie oft dem Wahnsinn nahe. Ihr leidenschaftlicher Sinn beruhigte sich nicht bei den Tatsachen, sondern unablässig brütete sie darüber, auf welche Weise sie Klara verdrängen und wieder Eickes Gattin werden könne.„ 66 J4e 8 Oft kam es ihr ja auch zum Bewußrsein, vaß dies Phantasiegebilde waren, die sich nie verwirklichen konnten, aber sie beschäftigte sich doch damit und beschwichtigte auf diese Weise ihr zerrissenes Gemüt. Es war ihr viel daran gelegen gewesen, mit den Bekannten des Hauses Eicke in Beziehungen zu bleiben. Aber hier mußte sie große Enttäuschungen erleben. Die Damen, mit welchen sie jahrelang nahezu verwandtschaftlich verkehrt, waren für sie niemals mehr zu Hause.„„ mehr fand Auch auf der Reise hatte sie nirgeno meyr sonderliche Beachtung gefunden, ja, man befleißigte sich nicht einmal großer Höflichkeit ihr gegenüber. Auch dieses Zurückgesetztwerden erpreßte ihr oft heiße Tränen. Die Sehnsucht nach ihren Kindern hatte sich ins Ungemessene bei ihr gesteigert. Wüste Träume, in denen sie die Kinder von Flammen umgeben, rettungslos verloren, oder auf unabsehbarem Wasser treibend vor sich sah, verfolgten sie allmählich und steigerten ihre Reizbarkeit und Nervosität bis zur äußersten Grenze. Als sie in der Zeitung las, daß Klara ihrem Manne ein Töchterchen geschenkt, welches man Gundula getauft hatte, flossen ihre Tränen wieder reichlich, Neid und Schmerz stritten sich in ihr, aber eins stand fest. Jetzt mußte sie Beras habhaft zu werden suchen, und wenn es in diesen Tagen nicht gelang, so war nicht mehr darauf zu rechnen. Sie baute ihren Plan darauf, daß Bera weniger beaussichtigt war als sonst. Und in dieser Voraussetzung hatte sie sich nicht getäuscht. Schon an mehreren Vormittagen hatte sie das Kind beobachtet mit siebernden Pulsen und stürmisch verlangenden Blicken. Ader erst heute wagte sie sich aus ihrem Versteck hervor, getraute sie sich, ihr Töchterchen anzureden. Als ihre zuckenden Hände über das weiche Gelock des Kindes glitten, wich ein wenig der Fiebergkanz aus Eugenies Augen. Ihr Herz strömte über von Liebe und Sehnfucht.... a(auemeilia u foh„Hier im Garten ist's so stinl und langweinig, fuhr sie fort,„möchtest du nicht ein wenig mit mir kommen, Vera? Wir könnten einen so schönen Spaziergang machen. Viele Blumen wollen wir suchen, und dann mache ich Kränze für dich. Willst du mitkommen?" Bera fah mit strahlenden Augen auf. Die füß schmeichelnde Stimme tat ihr wohl. In diesen Tagen hatte sie nicht viel freundliche Worte zu hören bekommen. Ueberall war sie im Wege. „Ich möchte schon,“ sagte sie,„aber ich darf ja nicht. Mama schläft und soll nicht gestört werden. kann sie nicht fragen.“....#. krancht „Das ist auch gar nicht notig. Die Mama braucht es überhaupt nicht zu erfahren, daß du fort warst, ich bringe dich wieder hierher.“ gung du. iatt auf, Das leuchtete Vera ein.„Kannst du jetzt aufschließen?“ fragte sie, an dem gußeisernen Torflügel emporsebend.. 9 Igauno einer Ohumecht nach Eugenie war vor Aufregung einer Oynmacht nahe. Wenn in diesem Moment der Gärtner oder einer von den Bediensteten den Hauptweg betrat, der fast bis zum Hause hinaufführte und von dem aus man das Tor in seiner ganzen Breite vor sich hatte, so war sie entdeckt und konnte ihr Vorhaben auch an einem anderen Tage nicht mehr ausführen. Denn Vera würde plaudern, man schöpfte Verdacht und ließ die Kleine fernerhin nicht mehr einen Moment ohne Aufsicht. Es galt also, rasch und energisch zu handeln, wenn auch die Knie zu brechen drohten und vor den Ohren ein Sausen war, als tobe ein Orkan in den Bäumen. Das Herz klopfte ihr bis zum Halse hinauf, als sie weitersprach:,„„inen Pfarte M „Komm, wir gehen bis zur kleinen pforte an der Brücke, dort kletterst du hoch, und ich hebe dich hinüber.“ Beras Augen leuchteten; sie machte einen kleinen Luftsprung und klatschte in die Hände. Dann lief sie nach der bezeichneten Stelle und gab durch ungeduldige Bewegungen zu verstehen, die„Tante“ möge sich be868.„Dur gfe Eugenies Kraft schien zu versagen. Nur mühsam schleppte sie sich vorwärts. Die Aufregung raubte ihr fast den Atem. Doch ein Gedanke und ein Wille beherrschten sie. Es mußte sein. Wenn sie diese Gelegenheit, ihr Kind an das in stürmischer Sehnsucht pochende Herz zu drücken, nicht wahrnahm, so konnte sie Jahr und Tag sich in heimlichem Weh verzehren, ohne zu„ihrem Recht“ zu kommen. Schon stand sie an der Pforte, durch die sie früher oft heimlicherweise hinausgeschlüpft war, um einen Spaziergang zu machen, wenn die Bäume sich bogen und Aufruhr in der Natur war. Bera hatte bereits die Füßchen zwischen die Verzierung von Kunstguß gesteckt und hielt sich mit beiden Händchen oben an dem Gitter fest, das den Abschluß der Tür bildete. Eugenie faßte die Kleine unter beide Schultern und bat sie, nun weiter hiaaufzuklettern. Vera folgte jeder geflüsterten Anweisung mit vielem Geschick und tachendem Munde, die Aussicht, mit der fremden, schönen „Tante“ spazierenzugehen, war gar zu verlockend. Es wurde Eugen'e nicht leicht, das stämmige Kind zu heben und zu stützen, aber endlich, der Schweiß stand in großen Tropen auf ihrer Stirn, war das Werk gelungen, sie preßte ihr Kind ans Herz und überschüttete es mit Liebkofungen. Aber nur einen Augenblick gab sie sich dieser Seligkeit hin, dann eilte sie, Vera an der Hand, aus dem Bereich des Parkes fort. Gg...„ Alsbald bestieg sie mit dem Kinde eine Kraftdroschke und fuhr nach einem Vorort hinaus, wo sie in einem Garten frühstückte. Sie ließ Vera kaum von ihrem Schoß, herzte und küßte sie in einemfort, und das kleine Mädchen, welches ja die stürmische, impulsive Natur der Mutter besaß, erwiderte die Liebkosungen in zärtlichster Weise. Die ruhige, gleichmäßige Freundlichkeit der Stiefmutter hatte ihrem heißen Naturell nie genügt, das war ihr ja nur dunkel zum Bewußtsein gekommen; aber oft hatte das kleine Herz heimlich geseufzt, wenn es auch nicht wußte, warum. (Fortsetzung folgt.) Denkspruch. Wer still steht, geht zurück.... Nur wer immer mehr tun will, als schon getan ist, wirck das tun, was er kann. E. M. Arndt. * Die Uhr. Erzählung von Ad. Elisabeth Rohn. (Nachdruck vervoten.) I. Die Waise. Als die Krämerrosine gestorben war, entstand in der Gemeinde die Frage: was fängt man mit dem Kilian an? Da trat der Stachelbeerbauer auf den Plan: „Der Kilian, der ist ein gescheites Bübl und im gleichen Alter wie mein Ludwig. Den nehm ich. Da braucht ihr euch gar nit weiter drum sorgen, ihr Männer!“ „Wieviel verlangst denn nachher, Stachelbeerbauer?“ fragte des Dorfes Oberhaupt, der Bürgermeister.„Um hundert Mark nimmt ihn auch der Butzgeiger und macht einen Schneider aus ihm.“ „Und was für einen,“ lachten die Männer. Der Stachelbeerbauer erhob seine gebietende Gestalt. „Der Bub ist gesund und allert(flink),“ sagte er bedächtig.„Er kann allerhand Dienstleistungen tun. Ich mag ihn nit mir bezahlen lassen. Mir sind die freien Menschen lieber. Er soll zu mir kommen, wenn's ihn freut, und ich will für ihn sorgen wie ein Vater. Das ist mehr wert als Geld, und Geld will ich nit für ein gutes Werk.“ „Alsdann kannst ihn haben.“ „Nein, ich will erst wissen, ob der Bub zu mir mag.“ „Seit wann fragt man ein Kind da drum! Der muß froh sein, irgendwo unterkommen zu können.“ „Ich aber frag ihn. Es soll keine gezwungene Sach sein.“ So kam's, daß der Krämerkilian, der trübselig vor dem leergewordenen Häuskein umherschlich, das bis jetzt der Mutter und ihm Unterkunft geboten, vom Polizeidiener Septer abgeholt wurde, um ins Rathaus geführt zu werden. Die Sache war ihm nicht geheuer. Wenn er nur wenigstens den Biberkonrad hätte mitnehmen dürfen. Aber das erlaubte Septer nicht. „Was soll ich denn dort?“ fragte er widerstrebend. „Vielleicht zählt man dir fünfundzwanzig auf für all die Dummheiten, die ihr zwei, du und der Konrad, verübt habt. Ist gut, wenn ihr auseinanderkommt," war die verheißungsvolle Antwort. Kilian überlegte im stillen, ob der Septer wohl wisse, wer vor kurzem seiner weißen Geiß die schönen, rotbraunen Farbenstreisen ausgemalt. Und dann mußte er lachen in Gedanken daran, wie putzig die Ziege sich ausgenommen. „Da gibt's nichts zu lachen,“ sagte streng der Septer.„Heute wird dein Schicksal entschieden.“ „Nur nit zum Butzgeiger wenn ich muß,“ meinte Kilian. Der Butzgeiger hatte zehn lebendige Kinder, und es war ein Rätsel, wie er sie sämtlich in seinem winzigen Häuschen unterbrachte. Zudem hatten Kitian sowohl als seine Kameraden ein Grausen vor den Kunstprodukten des Butzgeigers, die sämtlich, für Große und Kleine, nach einem Schnitt verfertigt zu sein schienen. Bei der kleinen Generation machte er sie nur einfach unten kürzer...4 f.6., fasttts 4#. „Da wird man dich fragen,“ spottete der Septer. Aber im Grund seines Herzens hätte ihn„der Schlingel“, wie er ihn oft genannt, doch leid getan, wenn er den weißhaarigen, bleichwangigen Butzgeigerskindern mit ihren allezeit entzündeten Augen und erII S frorenen Ohren einverleibt worden wäre, obgleich er gewöhnt war, das Sprichwort vom Unkraut, das nicht verdirbt, auf ihn anzuwenden. Des Kilians lebendige Aeuglein gingen sorschend im Kreis umher, als er nun vor den„Männern“. stand und aller Augen auf sich gerichtet sah, auf das arme Büblein der verstorbenen Rosine Krämer. Der Bürgermeister saß so würdevoll dort. Neben ihm stand ernst und majestätisch der reiche Stachelbeerbauer. Man merkte, daß es feierlich zuging, und dem Kilian wurde es aufs neue bänglich ums Herz. Die roten, knochigen Arme, die aus der ausgewachsenen Jacke hervorsahen, steif an sich drückend, so wie er es in der Schule tat, trippelte er von einem Fuß auf den anderen. Der Bürgermeister, der geglaubt hatte, der Stachelbeerbauer würde reden, gab diesem einen Wink. Und der Gewaltige fragte nun:„Willst du mit mir, Kilian, oder gefiele es dir woanders besser? Sag's ganz offen heraus.“„—„amar:. Da verlor der tecke Kilian zum erstenmal in seinem Leben die Sprache. Kein Wort fand er, so erstaunte und blendete ihn die große Aussicht, die sich vor ihm auftat. Nicht in den tühnsten Träumen hätte er sich so hoch zu versteigen gewagt zu glauben, daß der reichste und angesehenste Mann des Dorfs, der Flippert, der hinter Spiegelscheiben wohnte und ein Klavier in der Stube stehen hatte, ihn bei der Hand nehmen und in dieselbe Stube mit den Spitzenrouleaux und dem Ripssofa führen würde. „Willst mir?“ fragte er nochmals.„Brauchst dich nit genieren. Red gradraus.“ Aks Kilian aber nun begriff, daß es Ernst war und nicht Spaß, da konnte er erst recht nicht reden. Am Sarg der Mutter hatte er kaum geweint. Sie war ja schon lange siech und stumpf hinter dem Ofen gesessen und hatte ihm nichts sein tönnen. Nur gejammert hatte sie über die Last, die ihr die zwei Buben brachten. Nun aber würgte es ihm so seltsam im Hals. Wie verloren und verlassen war er in der letzten Woche umhergeschlichen ohne Heim und ohne Halt. Jedermann hatte ihn geneckt und ihm gedroht mit dem, was kommen würde. Und nun! Die hellen Tränen rannen ihm über das Gesicht, aus dem der sorglose, leichtherzige Zug wie weggewischt erschien. Es war nun nur ein bewegtes Kindergesicht, das um Liebe flehte und zu Herzen sprach. Der Bürgermeister wurde ungeduldig:„Willst nit! So red' doch, wenn man dich fragt.“ Da sagte er:„Ich will,— ja, ich will.“ „So komm,“ sagte der Flippert. Doch dem Bürgermeister kam's, daß es nun seine Pflicht sei, dem Buben einige Ermahnnngen mirzugeben. Er räusperte sich. Das tat er immer, wenn er sich zum längeren Sprechen anschickte.„Du bist nun versorgt,“ begann er, und Kilian preßte wieder die Hände an die Hosen, um respektvolles Zuhören auszudrücken. In Wirtlichkeit war er dessen nicht fähig, so wogten die Gedanken in seinem unruhigen Kopf umher. Ob wohl der Ludwig wüßte, daß der Bauer ihn heimbrachte, und ob er bald mit den Pferden fahren dürfe,— oh, er wollte sich schon geschickt dazu anstellen,— und ob er seinen Schatz, seine zwei Stalthasen, die ihm der Konrad nach und nach für gewonnene Schusser eingehandelt, mitnehmen dürfe——?„Es ist ein großes Glück, das dir zuteil geworden, indem unser geschätzter Gemeindevorstand Flippert aus unserer geschätzten Mitte dir die Pforte seines Riegels— wollt sagen die Riegel seiner Pforte— auftut, und dich, den Waisenknaben, aus seiner Schüssel trinken und aus seinem Becher essen, — Dummheit— natürlich aus dem Becher trinken und der Schüssel essen läßt,“ rief der Bürgermeister ungeduldig; denn die glitzernden, unruhigen Augen dessen, an den er all die schönen Worte verschwendete, störten ihn.„Siehst du das ein?“ fragte er mit ice W ∆ 90 dürsen Deiner. Ich selbst werde den Akt begehen. Wenn Du diesen Brief erhalten hast, werde ich Dir verschafft haben, oder zum mindesten versucht haben, Dir Recht zu verschaffen. Verzeihe mir, aber meine Geduld ist zu Ende. —— Letzte Drahtmeldungen. Die Reichstagsersatzwahl in LabiauWehlau. Labiau, 17. Juli. Bei der gestrigen Reichstags=Ersatzwahl im Wahlkreise Labiau=Wehlau erhielten Schlewe(kons.) 7504, Wagner=Tapiau (sortschr. Vpt.) 6123 und Linde(Soz.) 2129 Stimmen. Es findet somit Stichwahl zwischen dem Konservativen und dem Fortschrittler statt.— Bei der Wahl im Jahre 1912 erhielt der inzwischen verstorbene Abg. v. Massow(kons.) 8356, Wagner(Fortschrittler), der den Wahlkreis von 1910 bis 1912 vertrat, 5830 und der Sozialdemokrat Linde 2961 * Stimmen. In der Stichwahl siegte wider Erwarten der Konservative mit 9104 gegen 8694 auf den fortschrittlichen Kandidaten entfallende Stimmen. Ein weiterer Landesverratsprozeß. Leipzig, 17. Juli. Vor dem Reichsgericht in Leipzig kommt in der zweiten bezw. dritten Augustwoche auch der Landesverratsprozeß gegen den elsaßlothringischen Gemeinderat Hurlin aus Metz und einen Genossen zur Aburteilung. Zwei französische Militärflieger in Deutschland gelandet. Hirzfelden(Oberelsaß), 17. Juli. Gestern ging hier ein französischer Bleriot=Militär=Zweidecker nieder. Die Insassen, zwei französische Offiziere, erklärten, sie hätten die Orientierung verloren und wären aus Versehen über die Grenze geflogen. Das Flugzeug wurde abmontiert und von der Behörde eine Untersuchung eingeleitet. Wie wir erfahren, sind die beiden französischen Offiziere gestern abend nach Frankreich zurückgekehrt und bis zur Grenze von einem deutschen Offizier begleitet worden. Einberufung von 70000 serbischen Soldaten. Wien, 17. Juli. Meldungen zufolge, die an hiesiger militärischer Stelle eingetrossen sind, hat die serbische Regierung mehrere Reserve=Jahrgänge, zusammen etwa 70000 Mann, einberufen. Durch diese Einberufung wird der normale Friedensstand des serbischen Heeres auf 110 000 Mann erhöht, so daß zur Komplettierung der ersten Linie nur noch 80 000 Mann einberufen werden müßten. Tragödie einer Bauernsamilie. Lemberg, 17. Juli. Vor einigen Jahren wanderte eine Bauernsamilie aus einem Dorfe bei Neusandee in Galizien nach Amerika aus, von wo der Familienvater nach und nach 10 000 Kronen an seine Angehörigen in der Heimat sandte, um dafür ein Bauerngut anzukaufen. Vor einigen Tagen kehrte der Bauer mit seiner Frau und vier Kindern in die Heimat zurück, und erfuhr zu seinem Schrecken, daß die betrügerischen Verwandten das ganze Geld für sich vertan hatten. In ihrer Verzweislung schnitt die Bäuerin in Abwesenheit ihres Mannes dreien ihrer Kinder die Kehlen durch, legte die Leichen nebeneinander und entleibte sich auf dieselbe Weise. Das vierte Kind, das den gräßlichen Vorgang beobachtet hatte, entwand sich den Händen der Mutter und entfloh. Als man den Bauern an die Leichen führte, wurde er wahnsinnig. Der Kreuzer„San Marco“ nach Aldanien unterwegs. Rom, 17. Juli. Der Kreuzer„San Marco“ wird morgen abend in den albanischen Gewässern sein. Das Geschwader des Admirals Amero(drei Dreadnought mit der gleichen Anzahl Kreuzer und Torpedoboote) ist nach taktischen Uebungen aus Tarent nach dem Jonischen Meer ausgelaufen. Bevorste hen der Truppentransport Italiens nach Griechenland? Rom, 17. Juli.„Giornale d'Italia“ meldet, daß die italienische Heeresverwaltung Truppen in Brindisi zusammenziehe und Vorbereitungen für einen Truppentransport über See treffe. Schon seit geraumer Zeit habe Italien ausdrücklich erklärt, daß es niemals dulden werde, daß Griechenland die Grenze des Kap Stylos überschreite. Die italienische Regierung beharre ausdrücklich auf diesem Standpunkt. Abberufung des Berliner russischen Militärattachees. Petersburg, 17. Juli. Die„Nowoje Wremja" erfährt aus zuständiger Quelle, daß die Rückberufung des russischen Militärattachees, Obersten Basarow, aus Berlin beschlossen sei, weil er die Unvorsichtigkeit begangen hat, mit gewissen Personen zur Erlangung geheimer Dokumente in Verbindung zu treten, obgleich er von der russischen Regierung die Weisung hatte, sich von solchen Dingen sernzuhalten. Verbrannt. Tunis, 17. Juli. Hier geriet infolge Explosion zweier Benzinkannen ein Postautomobil in Brand. Das brennende Benzin ergoß sich über die Kleider der Reisenden, von denen zwei bei lebendigem Leibe verbrannten, während drei andere schwer verletzt 8875. Wetterbericht der Deutschen Seewarte. 18. Juli: Abwechselnd, windig, Gewitter. 19. Juli: Bewölkt mit Sonnenschein, meist trocken, warm. 20. Juli: Veränderlich, wolkig, heiter, kühler Wind. 21. Juli: Veränderlich, mäßig warm, windig. 22. Juli: Abwechselnd, mäßig warm, Wind. 23. Juli: Wärmer, bedeckt, Regen, schwül, Gewitter. 24. Juli: Warm, wolkig mit Sonnenschein, meist trocken, Gewitter. 25. Juli: Warm, bewölkt, teils heiter, meist trocken. Verantwortlich für die Redaktion Friedr. Kraas. Druck u. Verlag von Carl Braus, beide in Schwerte Sthomtetl verleiht ein zartes reines Gesicht, roeigen. jugendfrisches Aussehen und ein blendend schöner Teint.- Alles dies erzeugt die echte Steckenpferd Seife (die beste Lillenmlichseife), von Bertmann& Co., Radebeul, à Stück 50 Plg. Ferner macht der Cream „Dada“(Lilienmilch-Cream) rote und spröde Haut weiß und sammetweich. s: 2: u Tube 50 Pig. 904 Sbuuuonnanan □ Jaubaannan □ □ □ □ □ □ 0 □ □ □ □ □ □ begeht die * Penche verbunden mit dem Ne genen Wir Senntag Hin! Deilingbosen nächster Nähe des Felsenmeers :: Bahnstation Hemer-Westig:: Hönnetalbahn Klusenstein. Gasthof Sonneborn Platthaus.! Besitzer: Heinr. Sonneborn. Der Neuzeit entsprechend renoviert. 2 Säle mit Piano. Gesellschaftsräume. Grosser Garten mit Veranda. Garantiert gute Speisen und Getränke. 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Juli, nachmittags um 4 Uhr und abends □ um 8 Uhr gibt genannte Kapelle am Freischütz 2 Konzerte □ mit ausgewählten Programmen. 0 Der Fest-Ausschuss. □ Jabnnnannngana Restaurant „Wellenbad Geisecke Inh.: Franz Pflug. Neu renoviert N 10 Minuten vom Bahnhof Geisecke. Tel. Amt Schwerte 235 Allbeliebter Ausflugsort für Vereine, Gesellschaften, Schulen(unds Ausflügler. Schattige Parkanlagen direkt an der Ruhr und am Wehr gelegen.— Prima Kaffee mit selbstgebackenem Bauernstuten.— Täglich frische Milch — Gesellschaftszimmer, Saal mit Planino. Splelplatz für Kinder. Clemens Vogtmann Sanssouci. Hotel-Restaurant und Pensios. In herrlicher Lage des Balver Waldes gelegen. 2 Minuten vom Bahnhof der Strecken Fröndenberg—Menden-Neuenrade. Angenehmer Aufenthalt für Sommerfrischler. Gute Küche. Freundliche Bedienung,— Zivile Preise. Bad Henkhausen. Beliebtester Ausflugsort des Lennetals. Bahnstation Hohenlümburg, 20 Minuten von der Strassenbahnhaltestelle. — Saison von Mitte Mai bis Anfang Oktober. 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Die Urliste derjenigen Personen des hiesigen Stadtbezirks. welche zu dem Amle eines Schöffen oder Geschworenen berufen werden können, liegt vom 18. d. Mis. ab eine Woche lang auf dem Meldeamte(altes Rathaus Zimmer Nr. 2) zu jedermanns Einsicht offen. Einsprüche gegen die Liste sind nur während der Auslegungsfrist zulässig. Schwerte, den 15. Juli 1914. Der Bürgermeister. 4930 I. V.: Der Beigeordnete Niederstadt Die Stelle der Schulwärterin in der neuen kathol. Kirchschule ist zum 1. August d. Is. anderweitig zu besetzen. Bewerbungen sind umgehend an uns einzureichen. 4901 Schwerte, den 14. Juli 1914. Die Schuldepukation. I. V.: Emmerich. Bekanntmachung. Bei der Wahl der Versicherungsvertreter als Beisitzer des Königlichen Versicherungsamtes des Kreises Hörde(Land) sind endgüllig gewählt worden: Lid. Nr. 1 2 3 4 5 6 Name Beruf a) aus dem Stande der Arbeitgeber: Gustav Lomberg Robert Rüping August Knepper Friedrich Demandt Heinrich Günedler Oto Glässing Grubeninspektor Kaufmann Belriebsführer Konditor Prokurist Fabrikbesitzer Wohnort b) aus dem Stande der Versicherten: Barop Schüren Aplerbeck Dortmund Schüren Spratts sKückenfutter u. Is Hundekuchen empfliehlt Poherkorhkeiscn 9 Pfund 22 Pfg. L. Weinberg S 82 92 S Schuhmachermeister Mech. Schuhmacherei Besohl=Anstalt Senningsweg 26 2 Ersitklassige elegante 3 Anfertigung nach Maßz. = Billigste und beste= Bedienung am Platze. S Verarbeite nur bestes Kernsohlleder und nehme volle Garantie f. Haltbarkeit. Auf eilige Arbeit hann gewartet werden. A 7 8 9 10 11 13 Bergmann Meiallarbeiter Landwirt Bauarbeiter Modellschreiner Annen August Schl scho Emil Thomas Heinrich Koch Wilhelm Dresing Adolf Hep;ner Hermann Küter Dieses endgültige Wahlergebais wird Nr. 31 der Wahlordnung bekannt gemacht. Hörde, den 14. Juli 1914. Der Wahlleiter. 4937 gez. Luckhaus, Königlicher Landrat. Auf dem Schnee Bittermark Rüdinghausen Aplerbeck. hierdurch gemäß Berem Schwerterheide. Sämt. Kurzwaren für die Schneiderei, Besätze u. Seidenwaren zu ausserordentlich billigen Preisen. Unsere bekannte Qual. TaffetSeide, in allen Farben Meter Mk. 1.85. Gebr. Stein Schwerte. also 20 Prozent Raban Bitte die Sclaufenster zu besichtigen. A. Peiffer, 6. m. b. H. ca 60 Verkaufsstellen. 4928 2. Kompagnie. Samstag, den 18. d. Mis., abends 7 Uhr im Lokale des Schützenbruders Herrn W. Emde Gewehrölempfang. Anzug: Mütze. Der Kompagniechef. 1 Favorit Modenalbum 60 J., Favoril Jugendaldum 60 J Favorit Handarbtsalb. 60 S, I! Favorit Schnittmuster 1 Alleinverkauf für Schwerte Raufbaus Otte Marz Garde= u. Landwehr Verein. Sürg Cuudrucht Ein rechts= und geschäftskundiger Führer und Ratgeber für alle Stände und Berufsklassen. Inhaltsübersicht: 1. Der Entwickelungsgang der verschiedenen Berufsarten. 2. Kaufmännisches Wissen und Können. 3. Wann ein Handwerker zu den Kaufleuten gezählt wird. 4. Das Gesellschafts= und G.nossenscaftswesen. 5. Vom Registerwesen. 6. Die neue soziale Gesetzgebung. 7. Vom Konkurswesen. 8. Von den Strafen im allgemeinen. 9. Von den Strafen im besonderen. 10. Die deutsche Reichsverfassung. 11. Die deutsche Gerichtsverfassung. 12. Von den Verträgen. 13. Das Einkommen. 14. Besitz und Eigentum. 15. Pfandrechte an Grundstücken. 16. Pfandrecht an beweglichen Sachen. 17. Was im Zivilprozeß nicht gepfändet werden kann. 18. Die Verzehrung der Güter. 19. Der Luxus. 20. Die Spar= und Versicherungsanstalten. 21. Die bürgerliche Ehe. 22. Das Erbrecht. 23. Was man unter Reichtum versteht. 24. Das Geld und seine Bedeutung. 25. Die kaufmännischen Zahlungsmittel. 26. Das Wechselgesetz. 27. Wie man seine Ersparnisse zinstragend anlegt. 28. Von der Schrift=, Rechnungs= und Buchführung. 29. Der Bank=Kontokorrent=Verkehr. 30. Kaufmännisches Rechnen. 31 Triumph der Arbeit. 32. Ja Gldsachen hört die Gemütlichkeit auf. 33. Der Kalender. 34. Formulare. = Preis nur Mark 1.40.= Vorrätig in der 1833 Ollenstraße 20 Girlanden, Fahnen, Transparente, Bilder, haternen empfiehlt die Buchbandlung CARL BRAUS SCHWERTE(Ruhr), Gr. Marktstr. 3—5, GummiSchläuche, Schelben, Platten und Ringe, sow Verpackungen und Putzwolle für Maschinen etc. Wringmaschinenwalzen sowie alle technischen Artikel liefert billigst ab Lager S oonme r Hagenerstrasse 18. Zur Feier unseres Sommersesies und des 10söhr. Stiftungsjestes des Vereins ehem. Kam. Schwerie(Ruhr) des 16. A. K. zu Schwverte, treten die Kameraden wie folgt an: am Samst g. den 18. Juli abends 7¾ Uhr im Vereinslokal zur Teilnahme am Gr. Marktstr. 3—5. Sonntag, den 19. Juli 1½ Uhr im Vereinslohal zur Teilnahme an der Parade und dem Festzug zum Freischütz, wo Militärkonzert und abends Ball staltfindet. 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