Wiit Amtliches Kreisblatt für den kreis börde De Schmnten Zaiugt gichcat ttalch. außer Feiertags. Bezugspreis M. 1.80 vierteljährlich, bei der Post für Bestellgeld 42 Pfo. mehr. Wöchentl. Gratisbeilage:„Illustrierte“ Jamilienfreund" u. tägl. Unterhaltungsblatt. Anzeigenpreis: Die siebengespaltene Petitzeile oder deren Raum 10 Pfg., Anzeigen von auswärts 15 Pfg., Reklamezeile 40 Pig. Jeder Rabalt gilt als Kassarabatt u. erlischt bei Konhursen. Zwangsvergleichen, gerichtl. Klagen u. Robsachtnad senaht-Setinectetogne Westhofener Zeitung 5 Holzwickeder Zeitung Verbunden mit: Aplerbecker Zeitung 9. Schwerter Volkszeitung Schwerter Tageblatt S Schwerter Anzeiger##########„ Grstes und älteltes Cagesorgan des Kreises o General-Anzeiger für den Kreis Hörde o Haupt-Annoncenblatt Langscheder Zeitung Schwerter Volksblatt Büg denter und dchognltegüchen Dund. nungen für den Kreis Hörde erlangen gemah Bekanntmachung der Königlichen Regierung durch Verösfentlichung in der„Schwerter Zettung" rechtsoerdindliche Kraft.— Die „Schwerter Zeilung“ gewährt ihren Abonnen. ien für jeden mit Tod endenden Uasall gedingungen 300 Mk. Unsall. Druchu Versago Carf Braus. Schwerte=Ruhr Fernsp 62. Telegr.=Adr. Braus Schwerte=Ruhe Nr. 153. Freitag, den 3. Juli 1914. 46. Jahrgang Zur Ermordung des österreichischen Thronfolgerpaares. P##urde. Je stagen uicd uf dus Stapket wo Hestereiche Ferderung an Sertsien. Neue Einzelheiten über die Attentate. Von zuverlässiger Seite verlautet, daß der Bombenwerser Gabrinowitsch der Polizei vor seiner Ankunft angezeigt war und von einem Geheimpolizisten überwacht wurde. Eine halbe Stunde vor der Ankunft des Thronfolgers ging er zu einem Photographen, wo er sich aufnehmen ließ, darüber verlor der Geheimpolizist seine Spur. Der Bürgermeister und der Führer des Kraftwagens werden in der Oeffentlichkeit der Mittäterschaft verdächtigt; man deutet das so, daß der Führer es beim Vorfahren des Thronfolgers es so einrichtete, daß das Fahrzeug anhielt und so dem Mörder Princip Gelegenheit zum Schießen gab. Der Fahrer ist ein Serbe. Diese. Vermutungen bedürfen jedoch sehr der Bestätigung. Uros Spiritisch, ein 18jähriger Lehramtskandidat, der seine Prüfung mit Auszeichnung bestanden hatte, ist unter dem Verdacht verhaftet worden, daß er Gabrinowitsch verdeckte und ihm dadurch Gelegenheit bot, den Sprengkörper aus der Hose zu ziehen. Er leugnet alles und erklärt, Gabrinowitsch nicht zu kennen, gibt aber die Bekanntschaft mit Princip zu.— Ein Augenzeuge schildert den Mordauschlag Princips folgendermaßen: Durch das Krachen der bei der Kumurijabrücke geplatzten Bombe des Gabrinowitsch hinausgelockt, eilte ich aus der Wakufdirektion auf die Straß:, wo eben brausende Viviarufe das aus dem Stadthaus kommende Thronfolgerpaar begrüßten. Ich fand einen Platz an der Ecke des Kais und der Franz=JosessGasse. Als die Automobile ankamen, sah ich plötzlich auf der Menge gegenüber in einer Entfernung von zehn Schritten sich eine Hand über die Schultern der vorstehenden Menge erheben, bemerkte den Nauch aus dem Pistolenlauf und hörte das Krachen der Schüsse. Dann sah ich, wie Graf Harrach aufsprang und die Arme ausbreitete; die Herzogin lehnte sich schützend vor ihren Gatten. Es krachte der zweite Schuß. Ich sah die Herzogin wanken, während Franz Ferdinands Haupt sich nach links neigte. Graf Harrach rief:„Zurück!“ Auch Potioreis Stimme hörte ich„natrag", d. i.„zurück“ rusen. Inzwischen erfolgte auch schon der dritte Schuß. Das Automobil kehrte schon um und fuhr in den Konak. Ich sauste ihm nach und traf im Hose den Grasen Harrach. In dem Glauben, daß die Verletzungen leicht seien, rief ich ihm zu:„Gott sei Dank, es ist nichts geschehen.“ Bleich erregt schrie Graf Harrach:„Um Himmels willen, sie sterben!“ Ich zuckte zusammen. Ueber die Konaktreppe stürzte ein General herab und rief:„Aether, bringen Sie Aether!" Jemand lief in die nächste Apotheke, wo er den Regierungssekretär Starch antraf, der ebensalls um Aether kam. In höchster Hast eilten die Herren dem Konak zu, wo der genannte General mit den Worten:„Nasch, meine Herren, ein Krankentransportauto!“ ihnen entgegenkam. Einer silte im Wagen zum Militär= und Landesspital und veranlaßte die Entsendung eines Transportwagens; dann kehrte er in den Konak zurück, wo das hohe Paar bereits verschieden war. Die Ueberführung der Leichen nach Wien. Wien, 3. Juli. Viele Tausende hatten sich gestern abend auf den Straßen aufgestellt, die der Leichenzug des ermordeten Thronfolgers und seiner Gemahlin vom Bahnhof nach der Hofburg= Pfarrkirche passieren mußte. Auf dem Südbahnhose hatten sich sämtliche dienstfreien Offiziere, an der Spitze der nunmrhrige Thronsolger, Erzherzog Karl Franz Josef, eingefunden. Punkt 10 Uhr rollte der Zug in die Halle. Die Leichen wurden aus dem Waggon gehoben und von neuem eingesegnet. Der Einsegnung wohnte der Thronsolger mit tränenden Augen bei. Dann wurden die Särge auf die Trauerwagen gehoben, und der Zug bewegte sich unter ernstem Schweigen der Menge über den Platz . vor dem Bahnhof an dem Belvedere, der Wiener Residenz des verstorbenen Erzherzogs vorbei, durch die Prinz=Eugenstraße über den Ring nach der Holburg. Nach einer nochmaligen Einsegnung in der Halle an der Botschafterstiege wurden die Särge in die ganz schwarz ausgeschlagene Hofburglapelle getrügen und auf das Schaubett gehoben. Während die Sänger der Hofkapelle das Miserere sangen, übergab Baron Rumerskirch, der Obersthofmeister, die beiden Sargschlüssel, worauf die Kirche geschlossen wurde. Heute früh 8 Uhr begann die Zulassung des Publikums zur Besichtigung, die bis 12 Uhr dauerte. Die Kaiserreise abgesagt. * Potsdam, 2. Juli. Kaiser Wilhelm hat wegen leichter Indisposition die Reise nach Wien aufgegeben. Zu der Absage des Kaisers wird noch gemeldet: Es konnte nicht ausbleiben, daß die Absage der Kaiserreise nach Wien zur Teilnahme an der Beisetzung des Erzherzogs Franz Ferdinand und vielleicht mehr noch die lakonische Form, in der die Absage durch das Woljfsche Bureau veröfsentlicht wurde, zu den verschiedenartigsten Kombinationen Veranlassung gab. Die Berliner Blätter beschäftigen sich lebhaft mit der Frage. Auf der einen Seite wird hervorgehoben, daß der Kaiser vielleicht ausgeladen worden sei mit Rücksicht auf die schwierigen Verhältnisse der in Wien geltenden spanischen Hofetikette. Von anderer Seite wird die Vermutung ausgesprochen, daß die Wiener Polizei bei der starken Erregung der nationalen Leidenschaften vielleicht für die persönliche Sicherheit des Kaisers eine Garantie nicht habe übernehmen wollen. Soweit wir durch persönliche Erkundigungen in Berlin wie auch in Potsdam haben seststellen können, ist in diesem Falle eine solche Gebärdenspährrei nicht am Platze. Es scheint, daß der Kaiser bereits aus Kiel von der letzten Segelpartie den Keim zu einer Erkältung mitgebracht hat, die am Mittwoch abend durch eine Rundjahrt auf den Havelseen noch verstärkt worden ist und am Donnerstag früh durch einen scharfen Ritt mit starker Erhitzung und plötzlicher Abkühlung in eine Art Hexenschuß übergeschlagen ist. An unterrichteten Stellen wird aber besonders Wert darauf gelegt, daß der Kaiser es außerrodentlich bedauert, an der Fahrt nach Wien nicht teilnehmen zu können, da er bei den engen persönlichen Beziehungen, die ihn mit dem ermordeten Erzherzog verbanden, nur ungern darauf verzichtet hat, dem Verstorbenen das letzte Ehrengeleit zu geben. Eine Proklamation des Kaisers Franz Josef. Wie die„Reichspost“ aus unterrichteten Hofkreisen erfährt, wird Kaiser Franz Josef nach der Beisetzung des Erzherzogs Franz Ferdinand eine Proklamation an die Völker seines Reiches erlassen, in der er der großen Verdienste und der aufopfernden Pflichttreue des durch Mörderhand dahingerafften Thronfolgers gedenken wird. In einem besonderen Abschnitte der Proklamation werde der Kaiser sodann die neue Stellung des Erzherzogs Karl Franz Josef als jetzigen Thronfolgers entsprechend würdigen. Ein Zwischenfall. Wien, 3. Juli. An der Wohnung des serbischen Gesandten, der in der Nähe der serbischen Gesandtschaft wohnt, war gestern eine serbische Trikolore mit einem ganz kleinen Trauerflor ausgesteckt. Dies erregte unter den Bewohnern des Hauses und der Gegend große Aufregung. Man bat den Gesandten, die Fahne entweder einzuziehen oder einen deutlich sichtbaren Traueiflor an ihr anzubringen, ferner die Fahne nicht frei flattern zu lassen, sondern zu raffen. Der Gesandte entsprach diesem Wunsche und ließ einen langen Flor an der Fahne anbringen.— In den Abendstunden wiederholten sich die Kundgebungen vor dem Gebäude der serbischen Gesandtschaft und der Wohnung des Gesandten. Die Straßen waren polizeilich abgesperrt, doch gelang es einigen Gruppen, den Polizeikordon zu durchbrechen. Der kommandierende Polizeioffizier ließ telephonisch weitere 50 Mann zu Hilfe herbeirufen und die Ruhestörer zerstreuen. Nachdem der Leichenzug die Ringstraße passiert hatte, vermehrten sich die Lärmszenen. Es wurden aus der Menge gegen die Wache Steine geworfen und die Polizeimannschaften mußten blank ziehen, um die Ruhestörer zu zerstreuen. Vesterreichs Herderung an Setvien. Die Fäden des Fürstenmörderkomplotts weisen nach Belgrad. Das haben die Untersuchungen, die Verhöre, die Aussagen der Mörder ergeben. Oesterreich= Ungarn hat durch seimen Gesandten in Belgrad, General Freiherr von Giesl, der serbischen Regierung eine Note überreichen lassen, die die klare und unumwundene Forderung ausspricht, die Untersuchung gegen die Anarchisten und großserbischen Mordbuben auf serbischem Gebiete sortsetzen zu dürsen. Oesterreich ersucht ohne alle Schärse die serbische Regierung um ihre Unterstützung. Diese Note ist die unausbleibliche Folge der Mordtat, sie ist ein Pflichtakt Oesterreichs. Serbien muß nun zeigen, ob es in seinem Lande den Herd einer Verschwörung dulden will, die sich gegen die Sicherheit einer Nachbarmonarchie richtet, oder ob es loyal genug gesinnt ist, österreichischen Beamten die Grenzen zu öffnen und sie in ihren Bemühungen um Aufklärung zu unterstützen. Serbien muß Farbe bekennen. Denn hinter der österreichischen Forderung steht das österreichische Heer; eine Armee von zirka 200000 Mann ist in Bosnien schlagsertig. Diese schlagfertige Armee wird ja dann wohl auch den Ausschlag geben und dahin wirken, daß die Serben— wenn auch nicht aus reinster Nächstenund Gerechtigkeitsliebe— sich von jenen Verschwörern trennen, deren Wünsche und Hoffnungen mit dem serbischen Nationalgedanken sich decken. Trotz der Gejahr, die in der aufrechten Haltung Oesterreichs für den Frieden unbestreitbar liegt, muß man hofsen und wünschen, daß die Wiener Regierung nicht zaudern wird, die nötigen Konsequenzen zu ziehen, falls man in Belgrad ihren gerechten Wünschen nicht entgegenkommt. fremde Journale.— Er sah gern Gäste um sich, er liebte die heiteren Naturen und lachte gern und herzlich. Sein Benehmen war ungezwungen, und er hatte auch gern, wenn man sich ungezwungen benahm. Er war ein Freund einer leichten Zigarre, eine Regalia Media war seine Lieblingssorte. Um ½11 Uhr begab er sich gewöhnlich zu Bett. Täglich ließ er sich referieren, was die Kinder gelernt hatten, und machte manchmal Stichproben. Die Herzogin war eine besondere Freundin einfacher Kleider. Die Kinder durften nie aufsallend gekleidet sein, und auch das Spielzeug, das die Prin„essin und die Prinzen bekamen, war niemals so kost pielig, wie in den meisten gutsituierten Bürgersamilien. Im großen und ganzen führte er ein inniges Familienleben, er hing an den Seinen wie jeder Familienvater. Er war am glücklichsten, wenn er nach den schweren Sorgen seines hohen Amtes im häuslichen Kreise weilte. Diese zarte, feingestimmte Eigenart, dieser Charakterzug trat in seiner Persönlichkeit oft mit schöner Vorbildlichkeit hervor, und brachte ihn als Menschen der Bevölkerung Oesterreichs nahe, die die jähe Enttäuschung ihrer besten Zukunstshoffnungen bitter beklagt. Franz Ferdinand daheim. Der Thronfolger hatte auf seinen Reisen täglich das Bedürfnis, mit Frau und Kindern telephonisch zu sprechen, auch war er ein besonderer Freund der Ansichtskarte. Er hatte die Gewohnheit, den Kindern von jedem Orte, an dem er sich besand, Grußkarten zu senden, und die Kinder haben riesige Sammlungen von solchen Karten, die auch manchmal andere wertvolle Unterschriften trugen, wenn ihn Repräsentationspflichten beispielsweise ins Ausland riefen. Er unterschrieb immer„Erzherzog Franz“, und seine Schrift, gleichmäßig, sest und kalligraphisch, war den Postbeamten wohl bekannt. An Stelle der Marken trugen diese Karten die rote Vignette des Oberhofmeisteramts oder die Stampiglie„Hof“. Von allen seinen Schlössern liebte er Konopischt am meisten. Hier hatte er seine wundervollen Kunstsammlungen, seine Waffen, seine Antiquitäten; hier fühlte er sich am wohlsten. In den langen Gängen des Schlosses sind die Trophäen, die der Erzherzog von der Weltreise heimgebracht hatte, aufbewahrt. Hier hatte er seinen prächtigen Schießplatz, der ihm viel Vergnügen machte. Erzherzog Franz war ein Kunstschütze allerersten Ranges, er schoß den Flaschen, die in die Höhe geworsen wurden, die Hälse ab, er traf kleine Glaskugeln. Jedes Ding im Schlosse war nach seinem Geschmack angeordnet, die neu zu pflanzenden Bäume dursten erst dann eingesetzt werden, wenn er die Situation begutachtet hatte; die Bilder— er liebte Leesonders die alten Meister— waren nach seinem Willen gehängt, und jeder Kunstgegenstand, jede Tapete zeigte die kundige Hand des Eigentümers. In Konopischt pflegte er die Jagd, die sein Lieblingsvergnügen war. Außerdem gibt es auch eine Kegelbahn im Schlosse, aber sie wurde nur sehr selten benutzt. Nach Antiquitäten hielt er überall Ausschau, wo er sich auch befand. Er kaufte selbst, und es war ihm am liebsten, wenn man ihn nicht erkannte. Lachend sah er, als er in Blankenkerghe weilte, daß die Anzahl der Antiquitäten, die er gekauft hatte, so groß war, daß zwei Waggons notwendig waren, um die Porzellan= und Zinngegenstände zu transportieren. Auf seinen Schlössern liebte er die einlache, bequeme Militärbluse, er las viel Zeitungen und interessierte sich auch für Politische Uebersicht. Herzog Friedrich II von Anhalt und seine Gemahlin Marie, geborene Prinzessin von Baden, begingen am Donnerstag ihre silberne Hochzeit. Landtag des Landes und von der Stadt Dessau wurden ansehnliche Stiftungen bewilligt. Der Oberhofmeister der Kaiserin, Freiherr Ernst v. Mirbach, dessen Rücktritt schon vor längerer Zeit angekündigt wurde, ist jetzt aus seinem Amte geschieden, und hat die Würde eines Obertruchseß erhalten. Der nunmehr 70jährige Freiherr hat in 25jähriger Arbeit das Wort, das der Kaiser wenige Tage nach seinem Regierungsantritt sprach: „Sorgen Sie dafür, daß in Berlin Kirchen gebaut werden“, in die Tat umgesetzt und sich den Beinamen„der Kirchenbauer" verdient. Der badische Landtag wurde am Mittwoch geschlossen. Besondere Punkte seiner Tagung waren die Debaten über die Versorgung des Landes mit elektrischer Energie und über die Schiffbarmachung des Rheins. In der bayerischen Abgeordnetenkammer betonte der Verkehrsminister mit Entschiedenheit, daß das Streikterbot für das Verkehrspersonal unter allen Umständen aufrecht erhalten werde. 20 Milliarden Schulden hat das Deutsche Reich zur,eit. 1911 war noch ein Rückgang der Reichsschulden um 32 Millionen zu verzeichnen, 1912 schnellten sie wieder um 592 Millionen hoch. Der Gesamthandel Deutsch=Südwestafrikas ist nach einer vorläufigen Uebersicht des amtlichen „D. Kolonialblattes“ von 71,5 Millionen Mark im Jahre 1912 auf 113,7 Millionen Mark im Jahre 1914 gestiegen. Die Zunahme beträgt also nicht weniger als 41,1 Millionen Mark. Davon entfallen beinahe 11 Millionen Mark auf die Einfuhr, 31,2 Millionen Mark auf die Ausfuhr. Bei der Steigerung der Ausfuhr wird es sich wohl ausschließlich um Diamanten handeln; betreffs der vermehrten Einfuhr sind die besonderen Nachweise abzuwarten. Was aber sagen unsre Sozialdemokraten als grund. sätzliche Gegner der Kolonialpolitik zu dieser günstigen Handelsentwicklung in dem kurzen Zeitraum eines einzigen Jahres?— Auch in der Besserung der Eisenbahneinnahmen des Schutzgebiets spiegelt sich die aussteigende Handelsbewegung wieder. Denn die Roheinnahmen des Rechnungsjähres 1913 übertreffen mit 9.6 Millionen Mark die der Vorjahres um rund 855.000 Mark gleich 975 Prozent. Die großkalibrigen Geschütze, deren Bedeutung und Wirkung lange umstritten war, werden jetzt, wie im„Nauticus“, dem Jahrbuch für Deutschlands Steinteressen, ausgeführt wird, durchgängig auf den Großkampfschifsen der deutschen Flotte zur Verwendung kommen. Die Gründe für die Einführung des 38=Zentimeter=Geschützes liegen weniger auf rein militärischen als auf geschütztochwischem 9 Gebiet. Was das Feierjahr im Flottenbau und ebenso das deutsch= englische Schiffsverhältnis von 10:16 anbetrifst, so haben sich, wie das erwähnte Jahrbuch hervorhebt, die Ansichten hüben und drüben insofern geklärt, daß die Marschrouten der einzelnen Staaten nicht an solche Abkommen gebunden werden können. Die reichsländischen Soldaten im deutschen Heere. Kürzlich wurde in der Presse der Wunsch ausgesprochen, die Heeresrerwaltung möge den aus dem Reichslande stammenden und entfernt von ihrer Heimat dienenden Soldaten eine finanzielle Vergünstigung für die Urlaubsreisen zuteil werden lassen. Demgegenüber ist darauf hinzuweisen daß nach einer seit dem 1. April 1914 gültigen Bestimmung sämtlichen Unteroffizieren und Gemeinen im Falle der Urlaubserteilung in die Heimat oder nach dem Wohnsitz der Eltern und nächsten Angehörigen in jedem Dienstjahr eine freie Hin= und Rückjahrt auf den Eisenbahnen innerhalb Deutschlands zum Militärfahrpreise bewilligt werden darf. Die Geldmittel dazu sind durch den Reichshaushaltsetat bereitgestellt worden Die Kosten werden — einschließlich deren für die Rückreise— nach einer bereits einige Monate geltenden Bestimmung, grundsätzlich vor Antritt der Reise gezahlt. Ein neuer Spionageprozeß beginnt vor dem Reichsgericht. Zu verantworten hat sich diesmal der Mechaniker Hauße wegen Verrats militärischer Geheimnisse. In nächster Woche beginnt vor dem Reichsgericht der Hochveratsprozeß gegen den oftgenannten Karrikaturisten Waltz, genannt Hansi, aus Kolmar.= Die Anklage gegen diesen lautet auf Vorbereitung eines hochverräterischen Unternehmens. Italien. Tod des italienischen Generalstabschefs Pollio. Der Generalstabschef der italienischen Armee, General Pollio, ist gestern plötzlich infolge eines Schlaganfalles gestorben. Er war einer der besten Ofsiziere des italienischen Heeres, und hat den Posten des Generalstabschefs, den er als Nachfolger des Generals Galetta übernahm, sechs Jahre lang bekleidet. Die Vorbereitung des tripolitanischen Feldzuges, bei der sich die militärische Organisation Italiens gegenüber einer außergewöhnlichen Aufgabe befand, bildete für ihn einen besonderen Ruhmestitel. Er ist auch in Berlin, wo er wiederholt zu Besprechungen mit den Militärbehörden weilte, und als Gast des Kaisers an der Parade teilnahm, in bester Erinnerung. Rußland. Die russische Volksvertretung hat— wie alljährlich um die gleiche Zeit— auf Grund Ukas des Zaren ihre Arbeit bis zum Herbste abgeschlossen. Diesmal genießen die Abgeordneten ausnahmsweise wohlverdient ihre Ferien. Denn wenn das Ergebnis der Dumaarbeit in der Herbsttagung ein überaus klägliches war, hat die Volksvertretung im Frühjahr alle Kraft zusammengenommen, um nachzuholen, was in der ersten Hälfte des Jahres versäumt worden ist. Für die Stellungnahme der Regierung zur Volksrertretung, für die Rolle, die der Reichsduma als Staatseinrichtung zuerkannt ist, mit einem Worte für das Sein oder Nichtsein des russischen Verfassungslebens war die eben beendete Dumatagung jedenfalls von unverkennbarer Bedeutung. Brasilien. Die Präsidentenproklamation in Brasilien. Wie ein Telegramm der Deutschen Kabelgrammgesellschaft aus Rio de Janeiro meldet, hat der brasilianische Kongreß die Wahl von Wenceslao Braz und Urbano Santos anerkannt, worauf der Senatspräsident Pinheiro Machado Braz zum Präsidenten, Santos zum Vizepräsidenten von Brasilien proklamierte. Wenceslao Braz hat bei der Wahl 532107 Stimmen, Ruy Barbosa 47782 Stimmen erhalten. Es herrscht allgemeine Befriedigung über die endliche Erledigung der Präsidentenwahl. Vereinigung Serbiens und Montenegros? Pariser Blättern zufolge sollen unter Rußlands Förderungen Verhandlungen geführt und soeben zum Abschluß gelangt sein, nach denen die Vereinigung Montenegros mit Serbien schrittweise durchgeführt werden soll Die Veröffentlichung des Beschlusses wäre schon am Sonntag, dem Jahrestage der Schlacht auf dem Amselfelde, erfolgt, wurde jedoch wegen des Attentates in Serajewo an demselben Tage verschoben.— Unionsbestrebungen sind schon seit Jahren im Gange; ob sie in absehbarer Zeit werden verwirklicht werden, ist fraglich. Die Dynastie Montenegros, deren Unterhalt dem kleinen Lande schwere Opfer; kostet, würde erhebliche Entschädigungen für ihren Thronverzicht und die Einverleibung in Serbien fordern; zum mindesten fraglich ist es auch, ob dem Zarenreiche mit einer solchen Verstärkung Serbiens, wie sie die Angliederung Montenegros mit sich bringen würde, gedient wäre. Die Pariser Blätter eilen daher den Tatsachen voraus, wenn sie jetzt den Kronprinzen Alexander von Serbien als den König von Serbien=Montenegro begrüßen, wenn sie das auch mit der Einschränkung tun, daß die Vereinigung erst nach dem Ableben des schwer kranken Königs Peter von Serbien sowie des 73jährigen Königs Nikita von Montenegro, der unter dem peinlichen Streit seiner Söhne zu leiden hat, erfolgen werde. In Berliner amtlichen Kreisen setzt man den Meldungen über die Vereinigung ernste Zweifel entgegen, von der serbischen Cesandtschaft werden sie als absolut grundlos begeichne!. —— Aus Stadt und Umgebung. *: Schwerte, 3. Juli. **(Astronomisches vom Juli.) Mit dem Juli beginnt langsam die Zeit des Abstiegs unseres Sonnengestirns. Zunächst merken wir allerdings nichts davon. Doch während die Tagesspanne am 1. des Monats 16 Stunden 41 Minuten umsaßt, verringert sie sich bis zum Schlusse des Monats immerhin um 1 Stunde 8 Minuten. Am 23. Juli 7 Uhr abends tritt die Sonne in das Zeichen des Löwen.— Was den Mond betrifft, so haben wir am 7. Juli Vollmond. Von den Planeten ist der Merkur unsichtbar, der Mars wird es gegen Ende des Monats. Die Venus ist Ende Juli nur noch wenig über ¾ Stunde am westlichen Abendhimmel sichtbar. Der Jupiter ist in der ersten Hälfte d. M. die ganze Nacht hindurch zu sehen. Den Saturn sieht man gegen Mitte Juli des Morgens wieder auf kurze Zeit, Endee d. M. im Nordosten 1½ Stunden lang. **(Provinzial=Kriegerverband.) Der diesjahrige Abgeordnetentag unseres Westsälischen Kriegerverbandes wird am Samstag den 11. Juli in Wattenscheid abgehalten. Um die Anwesenheitsliste für die Verhandlungen rechtzeitig sertigstellen zu können, müssen die Anmeldungen der Vereine spätestens bis zum 10. Juli, mittags, bei dem Präsidium in Dortmund erfolgen. **(Die Gewitter des Jahres 1913.) Seit dem ungemein gewitterreichen Jahre 1910 ist eine merkliche Abnahme der Gewittertätigkeit der Atmosphäre zu verzeichnen. Während 1910 bei dem Meteorologischen Institut in Potsdam 54 521 Gewittermeldungen einliefen, siel diese Zahl in den beiden folgenden Jahren auf 38 205 bezw. 38 562. Auch im Jahre 1913 gingen in Potsdam von den 1550 zum preußisch=norddeutschen Beobachtungsgebiet gehörenden Gewitterstationen insgesamt nur 38 155 Karten ein. Der gewitterreichste Monat des Jahres war der Mai, auf den 9509 Meldungen oder rund 25 Prozent der Gesamtzahl entsielen, der gewitterärmste der Februar mit nur 18 Meldungen. Die Zahl der Tage mit elektrischen Entladungen betrug 253; darunter befinden sich allerdings 30 Tage, an denen nur Wetterleuchten wahrgenommen wurde. **(Wagenüberfluß.) Im Ruhrkohlenbezirk herrscht zurzeit Ueberfluß an Kohlen und Kokswagen, so daß die angrenzenden Eisenbahndirektionen die Ausstellung dieser Wagen auf den Bahnhoss= und Anschlußgleisen für einige Tage angeordnet haben. **(Haftentlassung.) Im Anschluß an unsere Notiz vom Montag können wir heute berichten, daß auf telegraphische Veranlassung der Staatsanwaltschaft Bremen der Kriminalbeamte B. sofort ohne Kaution aus der Haft entlassen wurde, da die ganze Angelegenheit auf einem Irrtum beruht. **(Bestandene Prüfung.) Der Verwaltungsgehilse Emil Weber, zurzeit der hiesigen Stadtkasse überwiesen, bestand die Verwaltungs=Assistentenprüfung vor der Prüfungskommission für mittlere Kommunalbeamte in Arnsberg mit gutem Erfolge. Wir gratulieren bestens. **(In großer Lebensgefahr) besand sich gestern abend ein junger Mann aus Villigst, der sich beim Baden, ungeachtet der Warnungstaseln, zu weit in die offene Ruhr hinausgewagt hatte und von der Strömung ersaßt war. Im letzten Augenblick wurden andere Badende auf die verzweis 4 Lage des Unvorsichtigen ausmerksam, und mit vieler Mühe gelang es, den schon bewußtlos gewordenen dem nassen Element wieder zu entreißen. Möge doch dieser Vorfall und ähnliche der letzten Zeit allen Badenden, welche des Schwimmens nicht kundig sind, eine ernste Mahnung sein. **(Die verkannte Schnurrbartbinde!) Ich sitze eines Morgens, so schreibt uns ein Leser unseres Blattes, in meiner Wohnung und habe meine Schnurrbartbinde angelegt. Da kommt ein meiner Familie bekanntes altes Mütterchen herein, sieht mich mitleidsvoll an und sagt dann:„Ooh, het jet Tahnpiene?“, Gleich überkommt mir eine schalkhafte Laune und sage:„Jo, eck hewe Tahnpiene.“ „Es dat dann guet doför?“ sagt das alte Mütterchen fragend.„Jä, wietet jet dat dann noch nit,“ antwortete ich, meinen Zahnschmerz simulierend, „dat helpet guet.“„Jä, dann könnt jet mie das Dinges ower auk mol läinen, wenn ik mol wier Tahnpiene hewe,“ bittet unser Mütterchen.„Gewiß, gewiß ganz gärne,“ antwortete ich,„lotet ink men halen.“ Nach nicht langer Zeit kommt unser Mütterchen wieder, mit einem Tuch um den Kopf geschlagen; wehmütig sagt es:„Ach, ek mat mi doch dat Dinges mol halen, ek hewe doch sau Tahnpiene. Sid jet doch sau guet und läinet mi doch äinmol.“ „Gewiß, saufortens,“ sage ich und verabfolge ihm meine Bartbinde.„Sau, wünsche ok gure Biätterunge.“ Mit Dankesworten entfernt sich unser Mütterchen.— Man stelle sich das Mütterchen mit der umgelegten Schnurrbartbinde vor. Mag ihm die Binde gewiß nicht genutzt haben, geschadet hat dieselbe aber auch nicht. *(Einen Unfall) erlitt gestern der Rangierer Hugo Justus aus der Sedanstraße im hiesigen Bahnhof. Er wollte einen auf dem Gleise liegenden Hemmschuh mit dem Fuß zur Seite rücken, geriet dabei aber mit dem Fuß unter das Rad eines nachfolgenden Wagens, wodurch ihm mehrere Zehen sehr stark gequetscht wurden. **(Bestrafter Wilderer.) Wegen Jagdvergehens verurteilte das Schöfsengericht in der Sitzung vom 3. April d. J. den Schlosser Fritz Kr. zu drei Monaten Gesängnis. Der Angeklagte, der in der hiesicen Gegend als gewalttätiger Mensch bekannt und gesürchtet sein soll, wurde wiederholt in den Garenfelder Waldungen mit schußbereitem Gewehr angetrossen, indes wagte niemand, ihn offen der Wilddieberei zu bezichtigen. Schließlich aber war das Maß voll, als Kr. auf den ihn ertappten Jagdaufseher Müller die Flinte anlegte, die allerdings nicht geladen gewesen sein soll. Die Berufung des Angeklagten, der vom Schöffengericht als gejährlicher Wilderer bezeichnet wird, wurde von der Hagener Strafkammer verworsen. Westfalen und Rheinland. * Dortmund, 2. Juli.(Zu einer förmlichen Schlacht) kam es in der vergangenen Nacht im nördlichen Stadtteil, wo ein großer Neisezirkus gegenwärtig sein Zeltlager aufbaut. Ein Teil des Zirkuspersonals geriet nach Einbruch der Dunkelheit hart aneinander. Die zunächst herbergerufenen Polizeibeamten waren völlig macht los, da die Kampfhähne plötzlich gemeinsame Sache machten und die Schutzleute angriffen. Es war nötig, ein größeres Aufgebot aus dem ganzen Stadtiertel zusammenzuziehen und auch Berittene zu alarmieren. Nach vieler Mühe gelang es die Ruhe wieder herzustellen. Ein Chinese wurde lebensgefährlich verletzt, fünf andere Personen erlitten gleichfalls schwere Verletzungen. * Barmen, 2. Juli.(Personalnotiz.) Die Erlaubnis zur Anlegung des Offizierkreuzes des Königlich Bulgarischen Zivilverdienstordens wurde dem Pianosortefabrikanten Rudolf Ibach in Barmen erteilt, * Elberfeld, 2. Juli.(Eine seltsame Brandstiftungsgeschichte) beschäftigte hier das Schwurgericht. Der 24jährige, bisher unbescholtene Weber Joseph Margref aus Werden a. d. R. hatte sich in Velbert mit der Fabrikarbeiterin G. verlobt, glaubte aber in einem Fabrikarbeiter einen Nebenbuhler bekommen zu haben, und wurde von rasender Eisersucht gepackt. In Briefen an seine Braut schlug er ihr vor, gemeinsam in den Tod zu gehen. Er äußerte auch Selbstmordgedanken und verschaffte sich einen Revolver und Salzsäure. Nach wiederholten erregten Auseinandersetzungen zog sich das Mädchen von ihm zurück und warf ihm schließlich den Verlobungsring vor die Füße. Als er ansangs Mai das Mädchen mit seinem Nebenbuhler spazieren gehen sah, stieg seine Erregung auf höchste, und er kam auf den unsinnigen Gedanken, das Mädchen dadurch mehr an sich zu fesseln, daß er ihren Schließkorb mit Kleidern und Wäsche in Brand steckte. Seinen Zweck erreichte er nicht. Durch das Feuer wurden eine Tür, einige Fuß Bodenbretter, ein Stuhl und andere Kleinigkeiten zerstört. Der Schließkorb blieb aber unversehrt. Das Schwurgericht verurteilte den Angeklagten zu einem Jahr Zuchthaus. * Duisburg, 2. Juli.(Die Unsitte.) zu zweien auf einem Fahrrad zu fahren, hat im Stadtteil Laar ein Menschenleben gefordert. Auf der Schillerstraße fuhr der 18 Jahre alte Jakob Vogel mit einem Fahrrade; ein siebenjähriger Schüler hatte sich auf das Hinterrad gestellt. Vogel versuchte sich zwischen Bürgersteig und einem Lastwagen hindurchzuschlängeln. Der hinten stehende Schüler glaubte, daß es zu einem Zusammenstoß kommen werde und sprang daher ab. Dadurch geriet das Rad ins Wanken, sodaß es umsiel und Vogel unter den Wagen zu liegen kam. Der Un glückliche wurde so schwer verletzt, daß er eine halbe Stunde später starb. * Düsseldorf, 2. Juli.(Ertrunken.) Bei einer Kahnfahrt aus dem Rhein versuchte heute nachmittag der Telegraphenassistent Schuster den Nachen an einen zu Berg fahrenden Schlepper festzumachen. Der Nachen kippte hierbei um, und Schuster, sowie seine Begleiterin, die 20jährige Anna Elegantczick sielen in den Strom. Schuster konnte gerettet werden, das Mädchen fand seinen Tod in den Wellen. Letzte Drahtmeldungen. Streites durch mehrere Schüsse tödlich verletzt. Der Mann wurde in hoffnungslosem Zustande ins Krankenhaus gebracht, die Frau verhaftet. Opfer der Hitze. Berlin, 3. Juli. Hier herrschte gestern eine drückende Hitze. Um 3 Uhr nachmittags wurden 28,5 Grad im Schatten gemessen. Drei Personen erlitten Hitzschläge, von denen zwei tödlich verliefen. Den Krieg gewollt? München, 3. Juli. Ein hervonrragender Vertreter der medizinischen Wissenschaft in München wurde kürzlich von einem Fremden mit gräflichem. Namen in einem Hotel konsultiert. Er riet ihm wiederholt dringend, in Gastein eine Kur zu gebrauchen. Schließlich lehnte der Fremde mit den Worten ab:„Das kann ich nicht tun, ich bin der König von Montenegro. Es gibt Krieg, ich kann nicht nach Oesterreich gehen.“ Bekanntlich weilte damals der König von Montenegro mit dem Kronprinzen inkognito in München Bevorstehende Begegnung Kaiser Wilhelms mit Kaiser Franz Josef. Wien, 3. Juli. Wie bekannt wird, hat Kaiser Wilhelm an Kaiser Franz Josef eine Anfrage ge“ r i c h t e t, o b s e i n B e s u c h i n I s c h l g e n e h m w ä r e. N a c h dem eine zustimmende Antwort nach Berlin gelangt ist, wird Kaiser Wilhelm im Lause der nächsten Woche in Ischl eintreffen, um dem greisen Monarchen persönlich zu kondolieren. Absage des Prinzen Heinrich von Preußen. Wien, 3. Juli. Prinz Heinrich von Preußen hat seine Reise nach Wien zwecks Teilnahme an den Trauerfeierlichkeiten ausgegeben, und kehrt von Berlin direkt nach Kiel zurück.— Der deutsche Botschafter wurde gestern nachmittag vom Kaiser Franz Josef in längerer Audienz empfangen. Regierungswechsel in Albanien bevorstehen d. Wien, 3. Juli. Wie verlautet, befindet sich Fürst Wilhelm von Albanien in einer so schwierigen Situation, daß jeden Augenblick eine Krisis eintreten kann. Die Mächte sind darüber einig, daß für den Fall einer kriegerischen Wendung die internationale Kontrollkommission die Regierungsgeschäfte übernehmen wird. Die Mächte werden hierauf in Besprechungen über die Person des Nachsolgers eintreten. Ueber diese Frage sollen schon seit gestern unverbindliche Besprechungen im Gange sein. Aus den Bewegungen und Schritten, die der Fürst in letzter Zeit unternahm, ist zu ersehen, daß er selbst diese Situation als aussichtslos ansieht. Die Lage des Fürsten ist eine solche, daß ein Regierungswechsel in den nächsten Tagen eintreten kann. Der wahre Urheber der Bluttat vou Serajewo. Budapest, 3. Juli. Dem Blatt„Esti Ujsag“ zufolge hat der in Serajewo als dritter Attentäter verhaftete Gymnasiast Nisko Grades den serbischen Major Milan Pribicsevics, einen Bruder des kroatischen Landtagsabgeordneten Vallerianss Pribicsevics, der in einem Hochverratsprozeß zu Kerkerstrafe verurteilt, vom Kaiser jedoch begnadigt worden war, als Urheber des Attentats bezeichnet. Milan Pribicsevics war früher Oberleutnant im österreichischen Heere, wurde im Hochverratsprozeß ebenfalls verurteilt und trat nach der Beendigung des Prozesses als Major in die serbische Armee ein. In dieser Stellung wendete er alles auf, um die bosnischen Serben in monarchenfeindlichem Sinne zu bearbeiten. Dynamit=Explosion. Marseille, 3. Juli. Ein schweres Unglück ereignet sich hier. Beim Legen einer Mine zum Sprengen eines Hauses explodierte plötzlich eine Kiste, in der sich zehn Kilogramm Dynamit befanden. Ein Werkmeister und zwei Arbeiter wurden gelotet. Niesen=Diebstahl. Calais, 3. Juli. Auf der Ueberfahrt von Dover nach Calais wurde dem russischen Botschafter in London eine Tasche gestohlen, in der sich für 400 000 Franken Juwelen und 5000 Franken in bar befanden. Hauseinsturz. Santander, 3. Juli. Ein in Reparatur besindliches Gebäude, das dem königlichen Gefolge während des Aufenthaltes des Königspaares als Wohnung dienen sollte, ist eingestürzt. Zwei Personen wurden getötet und vier verletzt. Schwerer Unglücksfall. Aachen, 3. Juli. An einem Hause in der GroßKölner Straße stürzte gestern abend ein Teil eines gußeisernen Gesimses eines Balkens auf die Straße. Die Gattin eines Kinobesitzers erlitt eine schwere Schädelverletzung. Von drei vorübergehenden Kindern wurde eins sofort getötet, eins leicht verletzt und das dritte nicht verletzt. Familientragödie. Magdeburg, 3. Juli. Hier hat sich eine surchtbare Familientragödie ereignet. In ihrer Wohnung wurde eine Frau Luise Winter und ihr 14jähriger Stiefsohn bewußtlos, ihre 19jährige Tochter tot aufgesunden. Frau Winter hat, wie die polizeilichen Ermittlungen ergaben, von der Küche aus unter Benutzung eines langen Schlauches Leuchtgas nach dem Schlafzimmer geleitet. Schwer leidend wurde die Frau und ihr Stiefsohn ins Krankenhaus gebracht, während die Tochter nicht mehr ins Leben zurückgerufen werden konnte. Als Grund zur Tat werden Familienzwistigkeiten angegeben. Den Gatten im Streit erschossen. Berlin, 3. Juli. Der 46jährige Arbeiter Nöhrig wurde von seiner Ehefrau während eines Wetterbericht der Deutschen Seewarte. 5. Juli: Meist bedeckt, mäßig warm. 6. Juli: Wolkig mit Sonnenschein, Strichregen, Wind. 7 Juli: Wolkig, teils heiter, angenehm. 8. Juli: Veränderlich, mäßig warm, windig. 9. Juli: Abwechselnd, kühl, Regen, windig. 10. Juli: Kühl, Wind, Regenfälle, teils heiter. 11. Juli: Bewölkt, wärmer, meist trocken. Verantwortlich für die Redaktion Friedr. Kraas. Druck u. Verlag von Carl Braus, beide in Schwerte 12 Machnpfelasent die beste Lilienmilch-Seife 8 von Bergmann& Co., Radebeul, für garte, weiße Haut und blendend echönen Teint, a Stück 50 Pf. Oberall zu haben. Nr. 153. Beilage. Zeilung. Freitag, 3. Juli 1914. Amtliches Kreisblatt. Die serbische Verschwörung. Die serbische Falle. Di: Untersuchung in Serajewo ergab, daß auf dem Wege nach Bisstrik, wohin der Thronfolger einen Ausslug plante, in einer Baumkrone eine Bombe gesunden wurde. Große Empörung rief die nachträglich bekannt gewordene Tatsache hervor, daß kaum einige Minuten nach dem Attentat auf dem Hause des Serbenführers Jeftanovic die Trauerslagge gehißt wurde, und daß vom Turme der serbischen Kirchse bereits eine halbe Stunde vor dem Attentat die Trauerfahne wehte.— Erzbischof Stadler erklärte einem Journalisten:„Es ist kein Zufall, daß das Attentat am Jahrestage der Schlacht auf dem Amselfeld geschehen ist. Wenn das Thronfolgerpaar nicht an der Stelle, wo der Anschlag verübt wurde, erschossen worden wäre, hätten die Attentäter an demselben Tage eine andere Gelegenheit gesucht und gesunden, ihren surchtbaren Plan auszuführen. Ganz Serajewo war voll von Verschwörern, die bereit waren, das Thronfolgerpaar aus dem Wege zu räumen. Serbische Ausreden. Das„Serbische Preßbureau“ veröffentlicht mit Ermächtigung der serbischen Regierung folgende Erklärung:„Serbien ist, gleich wie die ganze übrige Kulturwelt, von Abscheu erfüllt gegen das Attentat und die Attentäter. Wir wundern uns, wie es möglich ist, daß deutsche und österreichisch=ungarische Blätter diese unqualisizierbare Tat eines verworrenen und geisteskranken Menschen zum Anlaß nehmen konnten, um Serbien zu beschuldigen und anzugreifen, das in jüngster Zeit nichts unterlassen hat, um seine Beziehungen zu der Nachbarmonarchie besser und freundschaftlicher zu gestalten. Die serbische Regierung ist der Ansicht, daß das traurige Ereignis von Serajewo ihr zum Gebot macht, ihr ganzes Augenmerk auf die Umtriebe verdächtiger Elemente zu richten, und, wenn diese sich auf serbischem Gebiet befinden, die strengsten Maßregeln zu ergreifen, um ihr Treiben zu vereiteln, insosern dies bei anormalen, exaltierten Menschen möglich ist. Sie wird nichts unterlassen, soweit es in ihrer Macht steht, damit die Geister sich beruhigen und die Beziehungen normal werden. Die serbische Regierung würde es daher tief bedauern müssen, wenn die weitere Entwicklung guter politischer und ökonomischer Beziehungen zwischen Oesterreich=Ungarn und Serbien eine Unterbrechung erfahren würde wegen Geschehnissen, für die man Serbien und die serbische Regierung nicht verantwortlich machen darf." Bericht eines weiteren Augenzeugen des Attentats. Der Rechtspraktikant Ceremak, Augenzeuge des Attentats, erzählt, er habe deutlich gesehen, daß rechts und links vom Automobil des Erzherzogs je ein junger Mensch austauchte. Beide schossen, und einer von ihnen sei entkommen. Die gleiche Wahrnehmung will auch ein bosnischer Sektionschef gemacht haben. Ein Budapester Detektiv, der den Attentäter Cabrinovic unmittzelbar nach der Festnahme verhörte, erklärte, daß dieser sich sehr zynisch geäußert habe. Er sagte:„So, das Attentat ist gelungen. Ich komme jetzt wenigstens nicht umsonst vor das Gericht. Die Herzogin bedauere ich, aber ich kann nichts dafür. Die Hauptsache ist, daß das Attentat gelang". Cabrinovic ist auch jetzt im Gegensatz zu Princip, der völlig zusammengebrochen ist, noch immer sehr zunisch. Er erklärte:„Schenken Sie mir keine Gnade, ich reflektiere nicht darauf.“ Westfalen und Rheinland. * Dortmund, 2. Juli.(Die Dortmunder Eingemeindung.) Mit dem 1. Juli trat hier die Eingemeindung von acht Ortschaften des Landkreises Dortmund in Wirksamkeit. Das Stadtgebiet wird hierdurch um 2500 Hektar erweitert, und die Bevölkerung nimmt um rund 35,000 Köpfe zu. Hiermit wächst Doxtmunds Einwohnerzahl auf rund 290.000, da die letzte Jählung gegen 255 000 Einwohner ergab. Vor 50 Jahren zählte Dortmund 21 477 Einwohner, am Schlusse des vorigen Jahrhunderts 142 733, zehn Jahre später war das zweite Hunderttausend schon weit überschritten, und in den letzten Jahren des industriellen Aufschwungs ist die Bevölkerung in jedem Jahre um mehr als 10 000 gestiegen. * Hagen, 2. Juli.(Ueberfahren.) Das dreijährige Söhnchen der Eheleute Brinker, das beim Spielen vor einen schweren Lastwagen gelausen war, wurde überfahren und getötet. Obwohl den Fuhrmann keine Schuld traf, wurde er von Vorübergehenden bedroht, weil er weitergefahren war, ohne sich um das Kind zu kümmern. * Haspe, 2. Juli.(Tödlicher Hustritt.) Von einem Pserde gegen den Unterleib getreten wurde heute morgen der 20jährige Fuhrknecht Wilhelm Möller von hier, der mit dem Anschirren des Pserdes beschäftigt war. Kurz nach der Ueberführung ins Krankenhaus starb er unter furchtbaren Schmerzen. * Arnsberg, 2. Juli.(Wackere Tat.) Gestern nachmittag spielten Kinder an der Ruhr unterhalb der Badeanstalt. Der in der Nähe arbeitende Wirt W. Rath hörte plötzlich Hilferufe, worauf derselbe sosort an die Ruhr eilte und sah, wie ein kleiner Junge in den Fluten unterging. Schnell entschlossen sprang Herr R., das eigene Leben nicht achtend, in die Fluten und rettete den Knaben vom sicheren Tode. * Brilon, 2. Juli.(Tödlicher Sturz.) Der Schieferdeckermeister Elster von hier stürzte gestern in dem nahen Rixen vom Dach auf die Diele, wobei er sich so schwere innere Verletzungen zuzog, daß er kurz nach der Einlieferung ins Krankenhaus gestorben ist. * Siegen, 2. Juli.(Seinen Vater erschlagen.) In Diedenshausen wurde in der vergangenen Nacht der Landwirt Homrichhausen von seinem Sohme erschlagen, der sich sosort dem Gericht stellte. Er will die Tat in Notwehr begangen haben. Sein Vater sei um Mitternacht betrunken in sein Zimmer gekommen, habe dort skandaliert und ihn schließlich mit Totstechen bedroht. Da sein Vater ein gewalttätiger Mensch sei, der seine Drohungen wahr zu machen pflege, habe er einen Knüppel ergriffen und damit seinen Vater niedergeschlagen. * Wadersloh, 2. Juli.(Leichtsinnige Tat.) Gestern nachmittag saßte ein junger Schreinergeselle die beiden Drähte der elektrischen Stromleitung, die nahe an dem Fenster seines Schlafzimmers angebracht sind, mit beiden Händen an. Es entstand Kurzschluß, und der Geselle konnte die Hände nicht vom Draht losbekommen. Auf seine Hilferufe eilte der Meister hinzu, der den jungen Mann aus seiner gefährlichen Lage befreite. Der Geselle trug schwere Brandwunden davon. * Essen, 2. Juli.(Der Lustmörder verhaftet?) Als des Mordes an der 13jährigen Anna Jankowski verdächtig wurde heute von der Kriminalpolizei der bei dem Landwirt Langes beschästigte Arbeiter Georg Bertuleit festgenommen. Er hat gestern neben dem Felde, wo der Mord passierte, Gras gemäht. Als seine Arbeitskollegen abends von dem Morde sprachen, machte er sich dadurch auffällig, daß er aufgeregt war und sich entfernte, Bertuleit behauptete, mit dem Vater der Ermordeten zusammen am Tatorte gewesen zu sein, und hatte auch einem Kollegen eine Beschreibung von der Lage der Leiche und der Art der Ermordung gegeben. Da der Vater des Mädchens aber bestreitet, daß B. mit ihm am Tatorte war, so hat er sich durch sein Wissen sehr verdächtig gemacht. Bertuleit, der zwölf Jahre gedient hat, als Vizeseldwebel abgegangen ist und später Eisenbahnassistent war, die Stelle aber wegen eines Diebstahls verlor, ist ein heruntergekommener Mensch. Er stand bei L. erst einige Wochen in Arbeit. Ober der Mörder ist, wird die Untersuchung ergeben müssen. * Köln, 2. April.(Wertpapierdiebstahl.) Einem Offizier in der Weyerstraße wurden vor einigen Tagen Wertpapiere, die einen Wert von 50000 Mark präsentierten, gestohlen. Heute wurden vier Personen verhaftet, die sich der Wertpapiere bemächtigt hatten. Die Papiere sind für den Offizier unwiderbringlich verloren, da die Diebe sie teils veräußert, teils verbrannt hatten. * Kreuznach, 2. Juli.(Ein warnendes Beispiel.) Nach dem Genuß unreiser Stachelbeeren trank ein siebenjähriger Knabe Wasser. Das Kind starb alsbald unter schrecklichen Schmerzen. Gedenktage im Juli. Am 1. Juli 1890 erwarb Deutschland die bis dahin der englischen Krone gehörige Insel Helgoland und baute das kleine Eiland inzwischen zu einem starken Kriegshasen aus, der im Ernstsalle einmal einer Landung feindlicher Kriegsschisse an der Norkseeküste wirksamsten Widerstand entgegensetzen könnte. Der 3. des Jahres 1866 war der Siegestag von Königgrätz, der den Krieg gegen Oesterreich und dessen Ausschluß aus dem deutschen Bunde entschied. Am 5. vollendet Prinz Wilhelm, der älteste Sohn des deutschen Kronprinzenpaares, sein achtes Lebensjahr. Der 6. des Jahres 1901 war der Todestag des dritten deutschen Reichskanzlers, des Fürsten Chlodwig zu Hohenlohe=Schillingsfürst. Am 12. Juli 1874, also vor 40 Jahren, starb unser prächtiger Humorist und Dialektdichter Fritz Reuter. Der Juli 1870 brachte die Ereignisse, die trotz der im Prinzip schon zurückgezogenen spanischen Thronkandidatur des Prinzen Leopold von Hohenzollern zu dem von Frankreich vom Zaune gebrochenen Kriege führten. Am 13. Juli wies König Wilhelm in Ems den französischen Botschafter Benedetti ab, der auf Verlangen Gramonts von dem Könige die Preußen demütigende Erklärung gefordert hatte, der König von Preußen werde nie einwilligen, daß ein Hohenzoller den spanischen Thron besteige. Am 19. Juli, dem 60. Todestage der Königin Luise, erklärte Frankreich Preußen den Krieg. Am 13. Juli 1878 wurde auf Grund der Verhandlungen des Berliner Kongresses der Vertrag unterzeichnet, der eine Ordnung der Verhältnisse auf dem Balkan anstrebte. Am 14. sind 30 Jahre seit der Besitzergreifung von Kamerun durch das Deutsche Reich vergangen An demselben Datum vor zehn Jahren starb„Ohm Paul“, der Expräsident des früheren südafrikanischen Freistaates Transvaal Paulus Krüger in Clarens in der Schweiz im Alter von 79 Jahren. Am 14. Juli sind fünf Jahre seit dem Rücktritt des Fürsten Bülow vom Reichskanzlerposten verflossen Am 20. vor elf Jahren starb hochbetagt Papst Leo 13 Am 29. Juli des Jahres 1900 wurde König Humbert von Italien von dem Anarchisten Bresci ermordet. Der 30. des Jahres 1898 ist der Todestag des Fürsten Bismarck, dessen hundertster Geburtstag am nächsten 1. April von ganz Deutschland festlich begangen werden wird. Bunte Chronik. 1 Sie können auch anders. Die Suffragetten Londons veranstalteten ein Kostümfest, zu dem sie hauptsächlich Journalisten, Künstler und sonstige in der Oeffentlichkeit stehende Personen eingeladen hatten. Die Suffragetten, die bekanntlich über reiche Geldmittel verfügen, waren in historischen Kostümen erschienen, die die Zeit von 7000 v. Chr. bis jetzt umsaßten. Jedes Zeitalter hatte seinen besonderen Tisch. ( Die Sühne nach zwölf Jahren. Im Dezember 1902 hatte man bei Halle a. S. die Leichen des Gendarmen Huß und des Arbeiters Göricke ausgefunden. Beide waren Wilderern zum Opser gefallen. Als einen der Mörder verhaftete die Polizei kurz nach der Tat den Arbeiter Fleischhauer, der bald nach seiner Verhaftung seinem Leben durch Erhängen ein Ende machte. Nun hat sich auch der Arbeiter Göbel im Halleschen Untersuchungsgesängnis erhängt. Er war vor Jahren in der Wilderer=Angelegenheit verhaftet, aber wieder freigelassen worden. Danach hat er sich viele Jahre in der Welt herumgetrieben, bis er vor kurzem wieder nach Halle kam. Die Staatsanwaltschaft ließ ihn abermals verhaften, da inzwischen der Verdacht, daß er an dem Morde von 1912 beteiligt gewesen war, sich verdichtet hat. 1( Im Hasen von Neu=Orleans kamen verschiedene Beulenpest=Erkrankungen vor. Ueber sämtliche Schisse wurde strenge Quarantäne verhängt. Man hofst, die Seuche im Keime ersticken zu können. Pest. jälle waren kürzlich auch in Jerusalem und Kleinasien zu verzeichnen. 1 Wie kam die Schlange auf das Dach? Ein seltsamer Fund wurde beim Abbruch eines Hauses in Magdeburg auf dem Dach gemacht. Arbeiter sanden dort eine über einen Meter langn Aeskulap= schlange Die Natter ist in Italien, Süddeutschland und Südösterreich heimisch und geht ziemlich weit nach Mitteldeutschland, bis Thüringen u. den Hanz hinauf. In Oberhessen als treffliche Mäusevertikgerin ausgesetzt, hat sie sich dort vollkommen akklimatisiert. Wie die Schlange aber unbemerkt durch die Straßen einer belebten Stadt wandern und hier auf das Dach eines Hauses klettern konnte, um dort dem nützlichen Geschäft des Mäusefanges nachzugehen, ist einigermaßen verwunderlich. Fest steht, daß das Tier nicht etwa einem Liebhaber entschlüpft ist. M 480 Pfund schwer. Der schwerste Mann der Welt, der 480 Pfund schwere Gastwirt Wutzel, der in München einem Schlaganfall erlag, hatte mit mancherlei Beschwerden zu kämpfen, die ihm seinen „Weltruhm“, nicht gerade schätzenswert erscheinen ließen. Sein Bett, wie überhaupt seine Möbel mußten besonders stabil gefertigt werden, rechte Mühe hatte der Tischler mit seinem Sarg. Auch das Besteigen mancher Droschken machte Schwierigkeiten, nachdem verschiedene Trittbretten weggebrochen waren, mußte der schwere Mann sich daran gewöhnen, gleich ins Wageninnere zu steigen. In den letzten Jahren war Wutzel so stark geworden, daß er sich ohne Hilfe nicht aus= und ankleiden konnte. Der Kampf um das Majorat. Roman von Ewald Aug. König. 52 „Daß Deine Gründe mich überzeugen würden, erwartest Du wohl selbst nicht," erwiderte er;„Du hast den Kampf begonnen, nicht ich; Du konntest voraussehen, daß ich die Zerstörung des Waldes nicht dulden würde. Ich sage auch Dir, tue, was Du nicht lassen kannst, aber die Folgen werden Dir nicht angenehm sein. Du sagst, es sei eine Schande, wenn ein Baron Darboren eine Bürgerliche heirate; ich hingegen halte es für eine Schande, wenn ein Baron Darboren seine Familie durch einen Spion überwachen läßt.“ Damit ging er hinaus, ohne eine Antwort abzuwarten; sein Blick fiel auf Nauny, die bestürzt zurücktrat und offenbar an der Tür gehorcht hatte. Im nächsten Moment kam seine Hand mit ihrer Wange in unsanfte Berührung. „Nimm das für die elende Spionage, boshaftes Geschöpf,“ knirschte er;„finde ich Dich morgen noch in diesem Hause, lasse ich Dich hinausweren.“ Die Zose schrie nicht, sie preßte ihre Hand auf die getroffene Wange, gkühender Haß blitzte aus ihren Angen. „Sie haben mir nichts zu befehlen,“ sagte sie heiser,„diese Mißhandlung werden Sie bereuen.“ „Wenn Sie noch ein Wort sprechen, werfe ich Sie eigenhändig die Treppe himmter," drohte Danobert, umd Nauny zog es vor, sich schweigend zu intfernen. Dagobert war zu aufgeregt, um sofort seine Mutter aufzusuchen, er zog sich in sein Zimmer zurück, erst nach der Tafel wollteer mit ihr über seine Liebe reden. In Kabinett des Varons stand jetzt der Verwalter, er hatte im Nebenzimmer ungesehen der Unterredung beigewohnt. „Die Genngtuung, die Sie verlangten, haben Sie nun,“ sagte der Baron, während er rastlos auf= und niederwanderte.„Ich bin entschlossen, meinen Willen durchzusetzen, lassen Sie die Arbeit im Walde heute noch beginnen.“ „Ich fürchte, es führt zu einem Unglück,“ erwiderte der Verwalter besorgt. „Zu welchem Unglück?“ spottete der Baron.„Ich teile diese Furcht nicht.“ „Baron Dagobert—“ „Hat nichts zu befehlen!“ „Der alte Förster—“ „Ist entlassen, binnen acht Tagen muß er Eichenhorst verlassen.“ „Beide sind Hitzköpfe, Herr Baron, es könnte zu Tätlichkeiten kommen.“ „Gegen meine Person?" unterbrach der Baron ihn spöttisch.„Sie sind ein Hans Hasenfuß, mein Bester, lassen Sie nur getrost die Holzhauer beginnen.“ „Ich würde mir den Rat erlauben, noch einige Zeit damit zu warten.“ „Weshalb?“ „Weil es möglich ist, daß wir auf anderem Wege unsern Zweck leichter erreichen.“ „Auf welchem Wege?“ „Herr Notar Tellenbach!“ meldete in diesem Augenblick der Kammerdiener. „Der Herr Notar kann es Ihnen erklären," sagte der Verwalter leise,„ich hoffe, daß meine Kündigung zurückgenommen wird.“ Er ging hinaus, in der Tür begegnete ihm der Notar, der mit triumphierender Miene eintrat. „Sie finden mich in keiner guten Laune,“ sagte der Baron, nachdem er den alten Herrn mit einem Händedruck begrüßt hatte.„Sie haben wohl heute morgen das Billet erhalten, in dem ich um Ihren Besuch bat?“ „Jawohl, und ich vermute, daß ein wichtiges Ereiqnis Sie zu dieser Bitte veranlaßte,“ erwiderte der Notar, indem er sich in einen Sessel niederließ. „Vielleicht nicht so wichtig, wie Sie vermuten! Ich entdeckte gestern ein Projekt meines Neffen. das mich empören muß: er will die Tochter meines Försters heiraten!“ „Das weiß ich bereits,“ sagte der Notar ruhig, „Sie haben ihn doch nicht deshalb zur Rede gestellt?“ „Es ist vorhin zu einer scharfen Auseinandersetzung zwischen uns gekommen!" „Nun?— Und?“ „Er beharrt bei seinem Vorsatz, und das nicht allein, er greift nun auch in meine Verwaltung ein, er will nicht dulden, daß ich Holz im Walde schlagen lasse, droht mir mit Protest und gerichtlicher Klage!“ „So bestehen Sie nicht darauf," erwiderte der alte Herr.„Nach den gesetzlichen Fideikommißbestimmungen ist der minderjährige Erbe zu einem Protest berechtigt, wenn der Verwalter, der Sie hier gegenwärtig sind, Anordnungen trifft, die den Wert des Gutes verringern. Beschränken Sie sich auf den Holzschlag, wie er jährlich notwendig und erlaubt ist, dagegen kann kein Einwand erhoben werden.“ „Der Wald hat seit Jahren nichts eingebracht,“ sagte der Baron unwirsch,„ich werde meine Auordnungen schon zu vertreten wissen. Den Förster habe ich bereits entlassen, macht mein Neffe noch andere dumme Streiche, so lasse ich ärztlich feststellen, ob er die Geistesstörung seiner Mutter geerbt hat. Der Notar schüttelte mißbilligend sein graues Haupt. „Sie werden damit nicht durchkommen,“ sagte er,„wir haben dieses gewagte Experiment schon einmal gemacht, ich möchte nicht noch einmal mich damit befassen.“ „Der Verwalter sagte mir, wir würden auf einem kürzeren Wege unsern Zweck erreichen,“ erwiderte der Baron erwartungsvoll.„Sie könnten mir die nötige Erklärung geben. Welcher Weg ist es?“ „Eifersucht, Herr Baron!“ „Drücken Sie sich deutlicher aus!“ „Wenn Baron Dagobert einen Nebenbuhler hätte—“ „Wie können Sie nur glauben, daß diese hochmütige Dame einen andern Mann meinem Neffen vorziehen wird?“ „Im übrigen will ich Ihnen nur sagen, daß ich für meine Person die besten Hoffnungen hege, dem Hasardspiel hat Baron Dagobert sich schon ergeben—“ „Woher wissen Sie das?“ „Aus sicherer Quelle!" „Sie müssen dies Quelle nennen, wenn ich Ihnen Glauben schenken soll.“ „Erinnern Sie sich noch, daß damals der Sohn Ihres Verwalters der Verführer war?“ „Allerdings!“ „Jetzt ist dieser Herr der Bankier des Verführers, derjenige, der das Geld hergibt, um dem Verführer das Hasardspiel zu ermöglichen.“ „Und der Verführer selbst?“ „Ist ein Graf Morray!" Der Blick des Barons ruhte starr, voll Erstaunen auf dem alten Herrn. „Graf Morray?“ wiederholte er.„Der Ungar, der mir vor einigen Tagen einen Besuch machte? Ist er ein Glücksritter?“ „Ich weiß das nicht, Herr Baron, es kann sein, uns kümmert das ja weiter nicht. Jedenfalls ist er auf dem Felde der Verführung ein erfahrener Mann, sonst würde es ihm nicht so rasch gelungen sein, alle guten Vorsätze Baron Dagoberts über den Hausen zu werfen.“ Der Baron hatte sich vor dem massiven Schreibtisch niedergelassen, er schüttelte nin auch mit einer mißbilligenden Miene das Haupt und zündete sich eine Zigarte an. „Mir will das alles nicht gefallen,“ sagte er mit einem schweren Ateinzug.„meinem Stotz und meiner Ehre widerstreben diese Mittel, die, ehrlich gesagt, auf Betrug hinauslaufen.“ 214.10 W0 Deilinabofen nächster Nähe des Felsenmeers Bellingpöten: Bahnstation Hemer-Westig: Hönnetalbahn Klusenstein. Gasthof Sonneborn Platthaus. Besitzer: Heinr. Sonneborn. Der Neuselt entsprechend renoviert. 2 Säle mit, Plago. Gesellschaftsräume. Grosser Garten mit vers#nd. Garantiert gute Speisen und Getraune. Dortmunder Germania-Bier. Weine erster Firmen. 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Juli fällt aus. Sonntag. 5. Juli. millags 12 Uhr 24 Min. Abfahrt nach Dortmund(Eisenbahn). Um allseitige Beleilignng bittet 4546 Der Vorstand. Schlachtise Am Samstag, den 4. d. M. vormittags 8 Uhr wird au der Freibank das Fleisch einer Kuh verkauft. 4549 A beim Schützenbruder Müller„Wirtschaft zum alten Rathaus“. 4567 nssggaen S#el# KinderStrümpfe Carl Kaffin Ous„Helle“. E Männer-Gebangverein Cöcllia Schwerte 5 □ Dirigent: Musikdirektor Franz Hanemann d. J. □ Schwerter Turn=Verein Mitglied d. Deutsch. Turnerschaft. General= Versammlung am Samstag, den 4. Juli abends 9 Uhr im Vereinslokale(Jockenhöser.) Tagesordnung: 1. Sommerfest 2. Rekrutenabschiedsfeier 3. Verschiedenes. Um rege Beteiligung biltet 4556. Der Vorstand. * Sonntag, den 5. Juli 1914, nachm. 4 Uhr, Im □ Freischütz b. Schwerte a Grosses Vokal- und 5 9 Instrumental-Konzert m zur Feier des 45jährigen Stiftungsfestes □ □ u n t e r M i t w i r k u n g d e s M ä n n e r- G e s a n g- V e r e i n s □ „ Sängerbund Menden und des Musikkorps des 2. * Unter Els. Inf.-Reg. Nr. 137 aus Hagenau(Königl.„ □ Musikmeister Herr P. Knauth). 4548„ " Nach dem Konzert: Großer Fest-Ball.„ Jbubanbaaba PKückenfutter u. m gunnerin Man. in braun und schwarz Grösse 38 Pfg., jede weltere Grösse 5 Pfg. mehr. Wir nehmen jedes Paar zurück, welches sich im Tragen u. Waschen nicht bewährt] Gebrüder Stein = Schwerte.— Randekdonen (empfiehlt brogert Carl in- Titein sckaust. 4549 billig zu verhaufen. 45. Schlachthof=Verwaltung. Withelnslruge 22 Gebrauchses Ledersofa Mithelmstraße 94 1. Schwettetheir!. * Sonntag, den 5. Juli er., nachm. 3 Uhr steht das Regiment beim Schützenbruder zum Abmarsch zum Exerzierplatz(Koael'sche Weide) bereit. Perade=Anzug. Alles tritt ein.[4539 Der Oberst. Soeben erschien Der neue Kineebusch Führer durch das Sauerland, Siegerland, Waldeck, Niederhessen, Bergisches Land, Ruhrgebiet und Industriebezirk. Anhang: Die Hauptwanderstrecken 12. Auflage. Neu bearbeitet von H. Großsohann. = Preis Mh. 2.—. Vorrätig in der Buchhandlung Carl Braus Schwerte(Ruhr) Große Marktstraße 3—5. Neue Holländer Mause-Kartotteln 10 Pid. SO Pig. L. Weinberg. Zwungs Vernauf. Am Samslag, den 4. Juli er. vormitlags 10 Uhr, werde ich im Psandlokal d. Wirt Müller hierselbst 1 Kleiderschrank, 1 Bellstelle mit Matratze und 1 Wäschemangel gegen bar versteigern. Morgenroth, 4561 Gerichtsvollzieher. chbare Treppe von 8 bis 10 Slufen hoch und etwa 1 Meter breit, zu kaufen Offert. m. Angabe der Dimensionen unter H. 4523 an die Expedition d. Itg. Einj., Fähnr., Insütut Boltz Prim. Abitur. UImenau 1. Thür. Prosp. frei, 2 ###e Eine harte Faust schien sein Herz unbarmherzig zusammenzupressen. Und es währte sehr lange, ehe er antworten konnte. Endlich aber sagte er nach einer Räuspern: „Ich will es mit Ihnen versuchen.“ Wie es geschehen war— er wußte es nicht zu sagen. Er wußte nur, daß sie plötzlich vor ihm auf den Knieen lag — daß sie in unendlicher Sehnsucht die Arme hob— und daß es wie ein Schrei von ihren Lippen drang: Roter“ Sein Antlitz war so weiß wie sein schneeiger Bart. Fassungslos starrte er sie an— dann aber beugte er sich mit einem erstickten Jubelruf nieder, sie an seine Brust zu reißen. Und seine Lippen stammelten wieder und wieder: „Meine Tochter!— Meine Tochter!— Mein liebes, armes, geliebtes Kind!“—„7.46. g0 hiefNicht mehr einsam sollte er breiven.— Von diesem Augenblick an fürchtete er sich nicht mehr vor der Strecke Weges, die er noch zu gehen hatte. —0 45 Aus alter Zeit. Merkwürdige Strafen. In Norwegen wurden im Mittelalter diejenigen, die an den hohen Festtagen die Sonntagsfeier versäumt hatten, in eigentümlicher Weise bestraft. Unter lautem Geläute der Glocken führte man den Lässigen auf das Eis. Dort mußte er vor allem Volke niederknien und seinen Oberkörper entblößen, wonach ihm unter allgemeinem Beifall der Umstehenden eiskaltes Wasser tropfenweise auf den Nacken gegossen wurde. Nur ausnahmsweise wurde die besondere Gnade gewährt, daß sich der Schuldige das Eiswasser aus einem Kübel auf einmal über den entblößten Kopf schütten lassen durfte. Eine andere, sehr beliebte Art der Eiswasserstrafe bestand darin, daß man in einiger Entfernung voneinander zwei Löcher in das Eis schlug und dann den Übeltäter mittelst eines langen Strickes unter der Eisdecke hindurchzog. Wie strenge man überhaupt früher im Norden die Sonntagsfeier hielt, erkennt man auch aus einem Vorfalle, der aus dem Leben des Königs Olaf von Norwegen(f 1029) erzählt wird. Der König hatte in der Zerstreutheit an einem Sonntage einen Stock mit dem Messer zerschnitten. Im Scherze machte ihn einer seiner Höflinge auf sein Versehen aufmerksam. Olaf aber nahm die Sache so ernst, daß er sich selbst eine schmerzliche Strafe auferlegte. Er ließ die Späne zusammenlesen und auf der ausgestreckten Hand verbrennen, ohne eine Miene zu verziehen. Bestrafte Theaterdirektoren. Wie man einst Kunstfrevel bestrafte, davon gibt ein Vorfall in Paris im Jahre 1773 ein Beispiel. Damals wurde in der Großen Oper zu Paris das Werk eines gewissen Musard aufgeführt, eines beliebten Komponisten und— siel durch. Hierauf wurde Direktor Duponchel dafür, daß er diese Oper aufführen ließ, auf Antrag des Kultusministers von der Sonder=Kommission der königlichen Theater zu einer Strafe von 10000 Franken verurteilt, die dem Pensionsfond des Opernhauses zusielen. Der Musikreferent rezensiert überdies die in Rede stehende Oper in bündiger Weise:„Man sollte dieses Ungeheuer, halb Walzer, halb Gassenhauer, durch ein Korps trunkener Biersiedler aus dem Paradies der Töne hinauspeitschen lassen.“— Wären ähnliche Strafen, wie sie Herrn Duponchel auferlegt wurde, heut noch üblich, so würde wohl schon mancher Theaterdirektor— sein Vermögen zugesetzt haben. Nichts auf der Welt, nimmt sie an, würde dem Bewerber zu schwer sein, um ihre Liehe zu gewinnen; ihretwegen wolle er alles ertragen. Wenn der Docht ausgebrannt ist, gibt die Geliebte das Jawort, und bald darauf wird die Hochzeit geseiert.“ Sonderbare Tischsitten. Sich„nötigen“ zu lassen, wenn man bei Fremden zu Tische geladen ist, wird bei uns in Deutschland seit lange schon nicht mehr als feine Sitte betrachtet. Das Nötigen hat bei den verschiedenen Völkern eine ganz verschiedene Bedeutung. Die Grönländer z. B. glauben für arm oder heißhungrig gehalten zu werden, wenn sie nicht erst sich lange zum Zulangen nötigen lassen. Der Indianer glaubt sich etwas zu vergeben, wenn er irgendwie Verlangen nach Speise oder Trank an den Tag legt, und darum heuchelt er selbst bei größtem Heißhunger vollständige Gleichgültigkeit. Dagegen gilt bei anderen Naturvölkern als eine Ehrenpflicht des Gastes, alles Aufgetragene zu verzehren. Nur die Mongolen halten es für unanständig, alles Vorgesetzte aufzuzehren. Eine eigentümliche Sitte, die zu unseren Begriffen von Wohlanständigkeit in geradem Gegensatz steht, herrscht bei den Arabern. Dort nötigt der Wirt den Gast solange zum Essen, bis ihm dieser auf„eine zwar nicht zarte, aber unzweideutige Weise“ zu verstehen gibt, daß er vollständig gesättigt sei. Es geschieht dies durch einen Laut, der als Naturlaut häufig nach starkem Essen sich einstellt. Er gilt bei den Arabern als eine Höflichkeitsform, die dem Wirt die volle Befriedigung des Gastes über die Bewirtung ausdrücken soll, und wird als eine Ehrenbezeugung für den Wirt aufgefaßt. Dieselbe Sitte herrscht in Indien. Der Abessinier dagegen gibt sein Wohlbehagen bei einer Bewirtung dadurch kund, daß er ein starkes Geschmatz von sich gibt. der Sudanese ausdrücken, daß ihm Speise und Trank wohlgeschmeckt haben, so leckt er sich die Fingern einzeln unter lautem Schnalzen ab. Andere Völker wieder legen großen Wert darauf, daß der Gast dem Trunk ordentlich zuspreche. Bei den serbischen Bauern heischt es die Ehre des Wirtes, seine Gäste nicht eher zu entlassen, bis sie mehr oder minder betrunken sind, und besonders halten sie darauf, daß der sogenannte Weihnachtsbesucher sich womöglich betrinke. Es gilt dies für die Familie als eine gute Vorbedeutung für das kommende Jahr. Siten und Gehrbuche. Merkwürdige Liebeserklärungen. In Tibet herrscht ein eigentümlicher Brauch bei den Brautweebungen. Wenn ein Jüngling sich eine Zeitlang um die Gunst einer Jungfrau beworben und Grund hat zu vermuten, daß seine Bewerdung angenommen werden wird, so wählt er einen passenden Zeitpunkt, sich zu erklären. Bei Beginn des Gesprächs nimmt der Bewerber ein in Ol getauchtes wollenes Läppchen Tuch, zündet es an und legt es brennend auf den bloßen Arm. Langsam brennt der Docht weiter, er verursacht eine tiefe Brandwunde und große Pein und Schmerzen. Doch der Bewerber verzieht keine Wiene, ruhig bringt er seine Werdung vor, und die Umworbene betrachtet den Heroismus des Werbers, der trotz der peinlichsten„Schmerzen ein heiteres, glückliches Gesicht zeigt, als einen Beweis der großen, ihr entgegengebrachten Liobe. Blätter und Blüten. Regt dein Herz sich dir begehrlich, Prüf', wie viel dir noch entbehrlich; Und du wirst dir selbst geständig: Mehr schon hab' ich, als notwendig! Drei Pflanzen pfleg' in deinem Garten: Gott über alles vertrauen, Auf eigenes Können bauen Und von den Menschen nichts erwarten Des Geistes, wie der Liebe Wesen ist es, Hingebend grenzenlos sich zu erschließen. Willst du erhört sein? Fleh' zu Gott! Du bist es, Dein Fleh'n schon ist sein sich in dich ergießen. Unsere Hausmittel. Mittel gegen Rasenbluten. In hartnäckigen Fällen von Nasenblutungen hat sich heißes Wasser als außerordentlich wirksam erwiesen.— Verschiedene Patienten haben ihre Füße in Wasser von 35 Grad R. getan; nachdem sich der Kranke ein wenig daran gewöhnt hat, goß man heißes Wasser nach, und in wenigen Minuten schon verminderte sich die Blutung, die bereits einige Stunden gedauert hatte, um bald ganz aufzuhören. Essig als Heilmittel. Gegen Zahnschmerzen ist guter Essig, mit Wasser vermischt, ein vorzügliches Mittel. Wird man unterwegs, z. B. bei einem Ausflug, von Zahnschmerzen geplagt, so ist dieses Mittel leichter erhältlich als ein anderes und auch leicht anwendbar. Man mischt zwei Teile lauwarmes Wasser mit einem Teil starken Weinoder Obstessig und spült den Mund damit aus. Das Ausspülen muß so lange wiederholt werden, bis die Schmerzen verschwunden sind. Gewöhnlich genügt eine halbe Stunde. Dabei behält man behuss besserer Einwirkung die Flüssigkeit längere Zeit im Munde. Gegebenensalls kann auch durch vermehrten Essigzusatz eine Wirkung erzielt werden. zün Bahduudbei getemten Spteit biehr öbllageP undntegt46. Jabrgang O Griles und ällelles Cagesorgan des Kreiles O hauptfür den Kreis börde Amtliches Kreisblatt Unterhaltungs=Beilage zu Nr. 153. Freitag, 3 Juli 1914. Es bleibt sich gleich!— Der Freude wie den Sorgen Ist stets zum Flug die Schwinge ausgespannt: Des Menschen Gestern gleichet nie dem Morgen, “ Und nichts als nur der Wechsel hat Bestand. Novelle von C. Lichtenfels. (3. Fortsetzung.) Gertrud antwortete nicht gleich. Sie hatte den großen. prächtigen Flügel im Musiksaal noch mit keinem Finger berührt. Seit mehr als zwanzig Jahren war die Musik in diesem Hause verstummt. Das Instrument war verschlossen. Durch Babette, die den Schlüssel in Verwahrung genommen, hatte ihre junge Freundin dies alles erfahren. „Frau von Ellern hat mich noch niemals dazu aufgefordert", erwiderte sie endlich, als er sie, über ihr Stillschweigen verwundert, sorschend anblickte. „Ah. ich verstehe— wohl dieser Erinnerungen wegen.— Das ist recht schade.— Ich liebe die Musik unendlich! Sie veredelt und erhebt das Gemüt, sie ist eine große Trösterin im Leide, sie hat die Macht, noch da zum menschlichen Herzen zu reden, wo Menschenworte versagen.“ Im Innersten ergriffen, hörte Gertrud ihm zu. Auch sie liebte die Musik, entbehrte sie seit langem, wenngleich sie nicht so musikalisch veranlagt war wie ihre Mutter.— Eine leidenschaftliche Sehnsucht kam über sie, das, was ihr Herz bewegte, in Tönen auszusprechen. Das Rascheln der Papiere im Nebenzimmer erinnerte beide daran, dez es Zeit sei, dorthin zurückzukehren. Die Freifrau hatte die Durchsicht der Liste beendet. Mit Gertruds und des Doktors Hilfe setzte sie nun die nötige Einteilung fest, dann wandte sie sich der ersteren zu. „Selbstverständlich können alle diese Menschen, von denen ja auch manche alt oder krank find, nicht hierherkommen. Es bleibt also bei dem, was wir bereits verabredet haben. Sie bringen diese Sachen schon morgen an Ort und Stelle: den Dienern allein möchte ich dies nicht überlassen, und meine Gegenwart würde für die Leute vielleicht demütigend sein, ganz davon abgesehen, daß ich für den morgigen Vormittag bereits anderweitig disponiert habe.“ Freundlich sah sie zu dem jungen Mädchen hinüber.„Sie, mein Kind, werden schon die rechte Art finden. Ich denke. Sie nehmen den großen Wagen, und ich gebe Ihnen außer dem Heinrich noch den Johann mit. Er mag Ihnen die Sachen tragen: das heißt,“ fügte sie nachdenklich hinzu,„wenn das Wetter sich ändert.“.. Jumenden: Lammst. „Dasselbe wollte auch ich eben einwenven,“ bemerkte Dr. Hansen.—„Bei einem Nebel wie dem heutigen müßte ich mein entschiedenes Veto einlegen.“ „Ach bitte, tun Sie das nicht, Herr Voktor,“ val Gertrud kindlich,„bringen Sie mich nicht um die Freude, die glänzenden, erwartungsvollen Augen der Kinder zu sehen.“ Ihre eigenen Augen waren so glänzend, so erwartungsvoll dabei auf ihn gerichtet, daß es ihm schwer fiel, die seinen davon loszureißen.. Li. „Hoffen wir, daß der Himmel ein Einsehen habe,“ sagte er derdlich.... uuun 1.2 Simmet Wotelns Am nächsten Morgen war der Himmel woltenlos, die Luft klar und rein. Über Nacht war ein starker Frost gekommen, der den letzten Rest der schwindenden Feuchtigkeit auf Bäumen, Sträuchern und Rasenplätzen in starren, glitzernden Rauhreif verwandelt hatte. Durch die Vorstadt, in welcher die Armen des Doktors größtenteils wohnten, fuhr der Wagen mit dem jungen Mädchen, das entzückt hinausschaute in die heute ganz verwandelte Natur. J. dag Guag WaL1. Timm Ringsumher— soweir vas auge reichte, schimmernde, glänzende Pracht! Die zwischen all diesem Geftimmer zerstreut liegenden kleinen Häuser, diese Stätten der Not und des Elends, sahen fast wie verzaubert aus. Funkeinder Kristall lag auf den Asten und Zweigen der sonst so kahlen Bäume, auf dem grasüberzogenen Erdboden. Wie das alles blitzte im Sonnenschein! Die dunklen Dächer, die hie und da vorspringenden Giebel machten das Ganze nur noch malerischer.,„ 5rg. Überall auf ihrem Wege vernahm Gertrud bewundernde Ausrufe. Sie ließ das Wagenfenster herab. „So etwas hat man ja seit Menschengedenken noch nicht gesehen.“ hörte sie den alten Heinrich draußen zu Johann sagen.„Das ist ja die schönste Weihnachtsbescherung!“ Ja, es war wunderbar schön!— Feenhaft!— Wie im Märchen!—— Und wie die gütige Fee im Märchen, so trat das junge Mädchen in diese ärmlichen Häuser hinein. Ein Engel der Barmherzigkeit schien sie den Leuten zu sein; sie saß unter ihnen und spielte mit den Kindern. und ihr süßes Gesicht, ihr sanftes Lächeln gab dem, was sie gebracht, erhöhten In wieviel strahlende Kinderaugen hatte sie heute schon geschaut, wieviele Dank= und Segenswünsche gehört! In einem der letzten Häuser trat plötzlich Hansen zu ihr. Der draußen haltende Wagen hatte ihm gezeigt, wo er sie finden würde. Er machte gar kein Hehl daraus, daß er sie gesucht habe, er war zu ehrlich dazu. Nur in ein einziges Haus noch hatte Gertrud zu gehen. dann war ihr Werk beendet. Er begleitete sie zu Fuß dorthin, während der Wagen langsam folgte. „In allen Tonarten habe ich Ihr Lob heute singen hören,“ berichtete Hansen lächelnd, während sie nebeneinander herschritten.„Ich glaube, die Leute haben fast die Gabe über der Geberin vergessen.“ Sie errötete.„Das will ich nicht hoffen,“ gab sie zurück: dann aber schwieg sie— sie war in diesem Augenblicke unsagbar glücklich. Alles, was sie in letzter Zeit gequält, gedrückt, versank vor dem Wonnegefühl, das sie erfüllte. Er erzählte ihr, sein erster Blick heute morgen sei nach dem Fenster gewesen, um zu sehen, wie der Himmel sich zu ihrem Vorhaben verhalte. Auch er war entzückt von dem „Festschmuck“, den die Natur angelegt, aber sein bewundernder Blick kehrte doch immer wieder zu ihr zurück, die ihm in dieser schönen Natur das Schönste schien. Er sah sie noch immer vor sich, wie er sie in der engen Stube vorhin gesehen— das kleinste Kind auf dem Schoße, den Ausdruck des Mitleids in den duntlen Augen, und doch so glücklich, so strahlend in dem Bewußtsein helfen zu können. Vor dem kleinen, unscheinbaren Gebäude, welches ihr Ziel war, blieb er überlegend stehen.„Die Lust ist so herrlich“, sagte er, und ein Spaziergang Ihnen entschieden dienlicher, als die Fahrt im geschlossenen Wagen. Schicken Sie diesen nach Hause voraus und nehmen Sie für den Rückweg * 5 S 9 1 8 5 TIRE = 5 39 * # 5 = S 5 * 55 SPSGISFE S.E S EDRTHTTEE S•TEBSETES JSDrYg-S ng S S#cs gsSon: PSOENTDGTDIE TDENE S. a S SOEBSSSSSP % a 8 S 871S. •S S 8 58 # S. S TAETLEE“ S# SETEOE BOEENFFS. * S D.5 10E • 7905 BrSSE K 2. S 0882S S# g S Sains □ S 5#S 8. 75 *— S e 8. E. 5 6 GES SATR S•— STDSESBTBPTSE OnSP-OSns „ SanS%gbeCEamn S 5 SEEE BB„yg#n SSESPBBETFESMS Tlos#bginP„SUSSES“ S9880 SBESES 95 55 ESgs bgag is Eas ### WE, B.RBSg"FFOSS *„ EBEGEEEE = u-a S S• SERSESAS ** 69=# 93 5 8 8 S: 2.—. = ••"• 3 10 SOT SS S#T =S6 NN ES• SSppEMETN, OSSM“S% EEBESS S SCM00E T—OSRgL J#FEgSSSSS RBESS,BS USABOSBREG S 22 SDS TSe E 2•5* Co 1.. 3 T 5 ** Faß OSCDggs e.2 8 3 * 9 0 S S5N E S S“ BBUMTANG FE . S 0:— : „SEPA•T B.SSRBERFARSTRGSLREE S g. Son#-ggg En 581. S S. BASS SRSSgEG SSTgzgSüä,g 9#., 8585S3 SNr 833US „SLARUTA“T. 6 55 555 7.— Dat 2 599312g. 90 2. 0 S— S- B ER S 2.2 S= 0. # 0 5 Wa 0. * S S a #0 e 93 8 50 * K * LHLES. Sacn 2 5 P 2.5.22 S 2 D# Seög WE“TPENN„ABUEA“:, S. 85 9 27 — 2 S 2 *8 ESSS #eCSug 5855 S S 52 STDTNE. -Sn 88 9.2 8 # S ü 8 0 * 2 2.5 □ 39— 9.8— S#s S 9.55 7 8 GBSgOm 9 5 Sr.: ST5UD 2.80*5 n OSRLSNS. * SoS 9 2.— Br. 8Ju: S%gn-ezn S S.— SgSSEE SO SDTSSSS TSoSagag SOSpTDBNR GopTSGAE•G S. S'an.## P SDEGGRENS E D#nSnSs S 9 3 * S S.2 TES . Sg #Sg 85 85 S E 5T ##EE S S S 5 *A SJc g 0— 9 2 8• 5 S 9 ASSTAE SSPPAEES S S#SbAS S5. 9•T5 SNE 9 —— 8 *•. * B S m 501 .S 52— Fe g P##S * S S### C S 8-8 S S E 52 7— ##PE —" 0 FOE: S 2.91 S n „SSSRAS —SS8US 9- 9.— S 13•8 8 8 —.9 8 E:“ 9 5 —. 25 S 2.— . S 8 D * 8 O B.#TT □ * 8 S 8 — .# □ * 450 95 SSS.Eg % TGh#gzg# SSg.TSms. SS 88.. 2. S 0S S * P S O.BE IgE S5. 255 S 2.: S• 6RS 450 ** s „##E • 50 5 8 S. 0 P f E SSSag"EDgan SBOS. S• S2. „BTNTS• P 2. 6SR. SShen: S BTSEE 8 225 L.: S9SBOSSMS 85 EEEN.SE L. So S a.“sags Scm 2 # 3 D 22. * □ 28 3 —.—— S 2.8. S• 40 6 550 8 5 0 S S— S.AN 55 *" 0 S# 8 #. S E . S 89.515 9# SESE S.59TE OD* SSSES 9••" *B icb C 500 2 82 S S.: S#SSE S.# m S S!. 60 T S S. +# * 2 BBSa SSpEE 60 m S 10 518 2 = 982 S as S8 10 * * 8 S 9 7 SS.— 85 8.# 80 #e S P hE S## S—.— 0— 39— 400 □ S S„EENTS m fMTRTNTD•E BDTEEA! B#S-EESGS SBRRSSSS. S#naDSDE. **nES 50.0 #K 3 □ □ 2*6 S S— 2•0·0 #g 5 ## S S.8 ∆ —.5 9 1. 2.8 7 S S 2 +— FOS, B. a S. —.000 B E ## 85 S. S * 20 S— #SS SEgS, *— S S 2. * —3 5# G * — 22. # ∆( E. □ #2 2 5 M S##SE B#nS. E ESE 5 00• MABEE nn O|T P EHEE 388 E5DE G 5 s 905 5 — * 8am. 50 —S 216 S S 55 S S a G 2 5 SFSGES— 9SSETNS.“ „n SmLSA% 5 S — B.00880. SE STTTNNS S C4 S8 3 8 CS ∆ S-TES S SC3 **S e s 58 3 S• g — a. S. GSEE ###c S S C. r 2. S. S.#e: ####. .0—5 89 SSG TSPTPTPDERREDE S SSp GTARSSL #S 58 88 7 S Su S6 S 107. O.D. PGSES ORSTDRS S GERTT= SOTgEESEEEg SS OERGGBEET“ SUMCST•EE SSSSEgEE MSE. STUSENE Oo WEPSSTZGSDDEN(0“•2.1 Tügxsng“ asgonSamaasnTaa TBSEA TSGTOS SIEBOGODDEE # BTRSSBOTDNEN SE *•-STBRST gr“ — 0— 490 .** B □ Sr S S 05 S S IS.S. 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Schwerte, den 2. Juli 1914. 4545 Königliches Amtsgericht. 4555 Hüsingstraße 6. Königl. Klassen-LotterleTogo zu 5 Mk. u. 10 Mk. LOSG auchp. Postnachnah. □#L„ K. L. Einnehmer, Hann, fserlohn. 3930] Wermingserst. 41. Gerstenmehl Weizentlele Weizenkeime Weizenbollmehl Maismehl Korasessalten Zuckerschnitzeln empfiehlt in nur bester Qualität zu billigsten Preisen franko Haus. 4426 C. Lethaus. Resesthachang Der mit dem Landwirt Heinrich Spaemann zu Geisecke bei Schwerte abgeschlossene Vertrag über die Verpachtung der Jagd in der Gemeinde Hengsen liegt vom 6. Juli 1914 ab zwei Wochen lang bei dem Unterzeichneten zur Einsicht aus. Jeder Jagdgenosse kann während der Auslegungsfrist beim Kreisausschuß des Landkreises Hörde zu Hörde gegen den Pachtvertrag Einspruch erheben. Hengsen, den 1. Juli 1914. 4554 Der Jagdvorfleher: Kißtag, Gemeindevorsteber. Schrstlsche Arbeiten aller Art fertigt pompt und diskret an 4551 Jos. 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