Die„Schwertei Zeitung“ erscheint täglich. außer Feiectags. Bezugspreis M. 1.80 vierteljährlich, dei der Post für Bestellgeld 42 Pfg. mehr. Wöchentl. Gratisbeilage:„Illustrierter Familiensreund" u. tägl. Unterhaltungsbiatt. Anzeigenpreis: Die slebengespaltene Petitzeile oder deren Raum 10 Pfg., Anzeigen von auswdrts 15 Pfg., Retzlamezeile 40 Pfg. Jeder Rayan gilt als Kassarabakt u. erlischt bei Kongursen, Zwangsvergleichen, gerichtl. Klagen u. Nichtbrachtung d. gemacht. Zahlungsbedlngung. s—— san Amtliches Kreisblatt Westhofener Zeitung Langscheder Zeitung ** T erie Schwerter Volksblatt Grstes und Verbunden mit: Schwerter Tageblatt d Schwerter Anzeiger Cagesorgan des Kreises o General-Arzeiger für den Kreis Färde 0 für den Kieis Körche Holzwickeder Zeitung Aplerbecker Zeitung Schwerter Volkszeitung ! 0 nnen Aulg dnter und ichelmntgüichen Durd. nungen für den Kreis Hörde erlangen grmäß Bekanntmachung dei Königlichen Regierung durch Verössentlichung in dei„Schwerter Zettung" rechtsverbindliche Kraft.— Die „Schwerter Zeitung“ gewährt ihren Adonnenlen fü: jeden mit Tod endenden Untall geRen; 300 MksUnfall. 1 Vertag o. Carl Braus. Schwerte=Ruhr 62. Trlegr. Adr. Braus Schwerte=Rude Nr. 111. Mittwoch, den 13. Mai 1914. 46. Jahrgang Erstes Blatt. den Reprasentationsräumen. BisberZutzte kommandierende General seine. Gesellschaften im Hotel geben, wodurch erhebliche unkosten entstanden. Die Schwierigkeiten mit der Stadt kamen durch den hohen Preis für den Bauplatz. Abg. Ersberger(Ztr.) als Ver'schtersgtrzz ni Deutscher Reichstag. sorochen, weil die Stadt immer, noch, ein großes GeBerlin, 12. Mai.(Tel.) — Vom Reichskanzler ist folgendes Danktelegramm eingegangen:„Die warme Teilnahme des Reichstages, die Euer Hochwohlgeboren mir in so gütigen Worten bekundet haben, hat mich in meiner Trauer tief gerührt. Ich bitte Sie, hochverehrter Herr Präsident, dem hohen Hause meinen aufrichtigen Dank übermitteln zu wollen. Reichskanzler v. Bethmann Hollweg.“ Die zweite Beratung des Militäretats wird bei den in der Diskussion verbundenen Kapiteln „Artillerie, Waffenwesen und Technische Institute“ unter Ausschluß der Rüstungsangelegenheiten fortgesetzt. Abg. Büchner(Soz.): Von Seiten der Militärverwaltung wird bei der Einstellung von Arbeitern in die öffentlichen Staatsbetriebe der schärfste Terrorismus ausgeübt, indem ihnen das freie Koalitionsrecht beschränkt wird. In den Kantinen herrschen üble Zustände. Den Arbeiterausschüssen gegenüber wird häufig von ihren Vorgesetzten ein Kasernenton angewandt. Da kann von Vertrauen zu den Vorgesetzten keine Rede sein. Generalmajor Wild von Hohenborn: Bei der Größe unserer Institute ist es selbstverständlich, daß alle möglichen Wünsche und Klagen vorgebracht werden. Die berechtigten Ausstellungen werden genau untersucht werden. Die meisten Fälle stellen sich als übertrieben oder entstellt dar. Nach§ 4 der Arbeitsordnung dürfen Personen, die sozialdemokratischen oder staatsfeindlichen Bestrebungen Vorschub leisten oder von denen vorauszusetzen ist, daß sie den Frieden mit den Behörden oder unter den Arbeitern stören werden, nicht eingestellt werden. Falls sich während der Beschäftigung herausstellt, daß Arbeiter diesen Vorbedingungen nicht entsprechen, dann wird ihnen gekündigt. An diesem Standpunkt werden wir festhalten.(Bravol rechts.) Daß die Verhältnisse in den Staatsbetrieben nicht so schlecht sind, wie sie der Vorredner hingestellt hat, beweist der rege Zudrang zu diesen Betrieben. Abg. Trimborn(Ztr.): Der Kriegsminister ist neben dem Eisenbahnminister der größte deutsche Arbeilgeber. Die Arbeiterausschusse beklagen sich darüber, daß sie noch nicht genügend gehört werden. Die Arbeiter, welche eine gefährliche Arbeit auszuführen haben, müssen eine besondere Lohnzulage erhalten. Auf Grund der zahlreichen Wünsche der Arbeiter sollte die Heeresverwaltung nochmals prüfen, ob sich für die Errichtung einer Pensionskasse günstigere Bedingungen finden lassen. Auch dem Bau von Arheiterwohnungen muß die Heeresverwaltung ihr besonderes Augenmerk zuwenden. Abg. Weinhausen(Fortschr. Vpt.): Die technischen Institute müssen mehr als bisher zu den Rüstungslieferungen herangezogen werden und ihre Betriebe wirtschaftlicher gestaltet werden. Abg. v. Gräfe(Kons.): Die Lohnverhältnisse in unseren Militärwerkstätten sind gut und entsprechen denjenigen der Privatindustrie. Mit Recht scheint aber darüber geklagt zu werden, daß die Wunsche, und Bestrebungen der obersten Stellen nicht immer' durch die unteren Organe durchgeführt werden. Ein Antrag auf Schluß der Debatte wird angenommen.(Lebhaftes Bravo!) Mehrere Titel dieses Kapitels werden bewilligt. Inzwischen ist abermals ein Antrag Dr. MüllerMeiningen auf namentliche Abstimmung über das Gebäude des Militärkabinetts eingegangen. Der Antrag ist diesmal genügend unterstutzt. Die Abstimmung findet morgen statt. Der Rest der fortdauernden Ausgaben wird nach den Kommissionsbeschlüssen angenommen, so daß auch die außerordentlichen unwiderruflichen Zulagen für die mittleren Kanzlei= und Unterbeamten und Westpreußen gestrichen werden. Bei den einmaligen, Ausgaben erklärt beim Titel Erwerb des.### Grundstücks Viktoriastraße 34 Berlin zum Zweck des Neubaues des Militärkabinet:3 Kriegsminister v. Falkenhayn: Ich habe bereits die Gründe dargelegt, die es mir zur Pflicht machen, diese Vorlage vor das Hohe Haus zu bringen. Bei der überwiegenden Mehrheit der Budgetkommission ist mir nicht bestritten worden, daß die Heeresverwaltung, die nur das dienstliche Interesse im Auge hat, mit dieser Vorlage kommen mußle. Ich darf es der Abstimmung des Hauses ülnunen, die Konseguenzen aus dieser Sachlage zu ziehen. Vizepräsident Dr. Paasche: Die Abstimmung übet diesen Titel ist eine namentliche. Sie wird morgen stattfinden. Beim Titel Neubau eines 2 Generalkommandogebäudes in Frankfurt a. M. bemängelt Abg. Dr. Quarck=Frankfurt a. M.(Soz.) die Art und Weise, in der die Militärverwaltung gegen die Stadt Frankfurt vorgegangen sei. um den Neubau dieses Gebäudes zu erlangen. Die Militärverwaltung habe sogar damit gedroht, das Generalkomrrando nach Wiesbaden zu verlegen. Generalleutnant v. Schöler: Der kommandierende General mußte eine Wobnung haben mit nenügensorochen, weil die Stadt immer noch ein.. schäft damit macht. Da auch das Reich gut vamit fährt, können wir wohl zustimmen. Abg. Dr. Quarck=Frankfurt(Soz.): Ein Neubau kollte lediglich wegen der Revräsentationsbedürfnisse eines Gencrals nicht bewilligt werden. Bei einem späteren Titel stellt Abg. Erzberger(Ztr) als Berichterstatter fest, daß der Staatsanwalt es zweimal abgelehnt habe, gegen die Kirma Görz irgendwie vorzugehen. Die gestrigen Anklagen des Abg. Liebknecht gegen diese angesehene deutsche Firma stützen sich auf keinerlei Der Rest der Ausgaben wird bewilligt, die Einnahmen werden ebenfalls bewilligt. Die Petitionen werden dem Antrag der Kommission entsprechend erledigt. Ueber einige Petitionen wird in dritter Lesung abgestimmt werden. Damt ist die zweite Lesung des Militäretats erledigt. Es folgt die zweite Lesung des Etats für Kamerun. Duala-Angelegenheit. Abg. Dr. Braband berichtet über die KommisKonsverhandlungen. Abg. Wels(Soz.): Die Schuld an den Vorkommnissen in Duala liegt ausschließlich bei der Regierung und an der Unzulänglichkeit der deutschen Bureaukratie. Die Westafrikanische Handelsgesellschaft benachteiligt die Eingevorenen auf das Schlimmste. Gegen diese Gesellschaft müßte in schärfster Weise vorgegangen werden. Gegen die Eingeborenen muß man human vorgehen, insbesondere, wenn es sich um Enteignungen handelt. An sich haben wir nichts gegen die Enteignung einzuwenden, da eine Sanierung Dualas unbedingt nötig ist. Viele Dualas sollen schon über die Grenze gegangen sein. Diese Tatsache ist charakteristisch für die dort herrschende Stimmung unter den Eingeborenen. Die Regierung sollte bestrebt sein, die Dualas mit der deutschen Schutzherrschaft auszusöhnen. Die Eingeborenen müssen sich entschieden verbitten, daß die Regierung einen direkten Verkehr mit den Mitgliedern des Reichstags verhindert. Warum wurde dem Reichstag die Gegendenkschrift des Rechtsanwalts Dr. Halpert nicht zugestellt? Wir müssen im Interesse des Ansehens des deutschen Volkes die Eingeborenen human und nicht brutal bevandeln. Staatssekretär Dr. Solf: Der Abg. Wels hat dehauptet, daß das Telegramm des Gouverneurs eine bestellte Sache gewesen sei. Ich lege gegen diese durch nichts bewiesene Behauptung Verwahrung ein und erkläre, ebenso überrascht gewesen zu sein, wie die Budgetkommission. Auch meine Mitarbeiter haben nichts von der Depesche gewußt. Wäre es anders gewesen, so hätte ich nicht sagen können, der Inhalt des Telegramms sei nicht so schlimm aufzufassen.(Bravo!) Zur Geschäftsordnung bemerkt Abg. Paasche(Natl.): Die Denkschrift des Rechtsanwalts Dr. Halpert ist den Abgeordneten nicht geschickt worden, weil sie eine nichtamtliche Denkschrift war. Sie enthält außerdem schwere Beleidigungen für Regierung und Reichstag. Eine Petition war die Sendung Dr. Halperts nicht. Wir sind nach den alten, bei uns üblichen Grundsätzen verfahren. Abg. Ledebour(Soz.): Auch die Denkschrift der Regierung ist eine Beleidigung für den Reichstag. Dr. Paasche hätte sich genau über die besonderen Umstände der Gegendenkschrift des Rechtsanwalts Halpert informieren, sie jedenfalls verteilen lafsen müssen. Abg. Dr. Paasche(Natl.): Ich brauchte keine Bedenken gegen die Verteilung der Denkschrift zu haben; da sie nichtamtlich war, konnte ich sie auch nicht mit dem amtlichen Stempel versehen. Abg. Dr. Frank=Mannheim(Soz.) schließt sich den Ausführungen Ledebours an. Abg. Dr. Oertel(Kons.): Das Verhalten des Vize=Präsidenten Dr. Paasche war durchaus korrekt und entspricht der bisher geubten Praxis im Reichstag. Nach weiteren Bemerkungen der Abg. Ledebour (Soz.) und Dr. Frauk-Mannheim(Soz.) erklärt Abg. Dr. Paasche:. Ich habe nicht die Absicht gehabt, dem Hause eine Intormation vorzuenthalten, aber unter dieser Gegendenkschritt konnte ich den amtlichen Stempel des Reichstags unmoglich setzen. Abg. Spahn(Ztr.): Es ist immer so gehandhabt worden, wie es Dr. Paasche darstellt. Schriftstucke beleidigenden Inhalts mußte er inhibieren. Das war er dem Hause schuldig.(Seyr richtig!) Abg. Dr. Oertel(Kons.): Rechtsanwalt Halpert hat auch jetzt noch die Möalichkeit, bis zur morgigen Verhandlung allen Mitgliedern darch die Post die Denkschrift zugehen zu lassen. Aba. Schultz-Bromberg(Reichsp.): Wir müssen hier an Grundsätzen festhalten. Auch die Post befördert keine Karten mit beleidigendem Inhalt, wir müssen ebenso handeln. Abg. Ledebour(Soz.): Gerade durch den Stempel„Nichtamtlich“ wäre die Drucksache genügend gekennzeichnet worden. Abg. Keinath(Nall.): Wir billigen die Haltung unseres Vizepräsidenten durchaus,(Heiterkeit,).— Abg. Dr. Neumann=Hofer(Fortschr. Vpt.): Als Vizepräsident konnte Dr. Paasche nicht anders handeln, als wie er gehandelt hat. Darauf wird vertagt. Nächste Sitzung Mittwoch 2 Uhr: Fortsetzung; Etatsreste; namentliche Abstimmungen zum Militäretat; Reichsschatzamt. Schluß ½8 Uhr. — Preußischer Landtag. 78. Sitzung vom 12. Mai. Die Beratung des Kultusetats wird mit der Aussprache über Jugendpflege fortgesetzt. Kultusminister von Trott zu Solz: Auch ich bedaure schmerzlich, daß Ausschreitungen im Wandorvogel vorgekommen sind; man kann das nur auf das ernsteste tadeln. Ich weiß, daß aus dem gärenden Most der junge Wein sich entwickelt. Wenn aber gereiste Männer gerade an diese Eigenschaft der Jugend appellieren, um die Gegensätze zu rertiesen und zum Kampse gegen menschliche und göttliche Autorität aufrusen, so kann dieses Beginnen nicht energisch genug zurückgewiesen werden(Lebhafter Beifall.) Es ist die Absicht der Sozialdemokratie, ihre Tätigkeit auf die Jugend auszudehnen; sie selbst kennzeichnete das Ziel dahin. in die Köpfe und Herzen der Jugend revolutionären und sozialistischen Ceist zu pflanzen.(Hört! hört!) Das ist auch auf der Versammlung in Kopenhagen wiederholt worden, wo die internationale Jugendbewegung organisiert wurde. Der wahre Ausgangzspunkt Ihrer(z. d. Soz.) Bewegung war, die Jugend parteipolitisch zu organisieren.(Sehr richtig!) Die Lösung des Verhältnisses des jungen Menschen zu seinem Arbeitgeber, die Lockerung der Familienbande in den Gegenden, wo große Massen konzentriert sind, waren die Gründe, warum sich die Bürgerlichen der Jugend anmahmen. Die Sozialdemokratie greift aber hier mit Haß und Wut ein. (Sehr richtig!) Sie appelliert an den Neid, an die Begehrlichkeit und stellt alle anderen als Ausbeuter hin. Eine widerwärtigere Heuchelei— natürlich gilt das für die außerhalb des Hauses(Heiterkeit)— ist mir nirgends vorgekommen. Abg. Ditfurth(ks.): Wir werden uns durch die Sozialdemokraten nicht die Freude an der Jugendpflege nehmen lassen. Neben der Körperpflege der Jugend darf auch die sittlich=religiöse Erziehung nicht vernachlässigt werden. Aba. Giesberts(Ztr.) verurteilt die sozialdemokratische Jugendpflege, die Steine statt Brot gebe. Abg. Herwig(nl.): Konfessionelle Tendenzen in der Jugendpflege bedeuten das Ende der Jugendpflege. Abg. Traub(Vp.): Die Angriffe auf die freideutsche Jugendbewogung müssen entschieden zurückgewiesen werden. Die Jugend darf nicht immer nur Objekt, sie muß auch einmal Subjelt sein. Abg. Ramdohr(fl.) befürwortet eine ländliche Jugendpflege. Abg. Haenisch(Soz.): Man darf sich über die Erbitterung in unserer Jugend nicht wundern, wenn die Gesetze fortwährend mit Füßen getreten werden. Wir wollen keine Utopien in die Seelen der Kinder pflanzen, sondern wissenschaftliche Erkenntnisse.— Weiterberatung am Mittwoch. Der Kaiser war nicht in Lebensgefahr. Ein Parifer Blatt hatte gemeldet, daß der Kaiser bei einer Autofahrt in der Umgebung Straßburgs in Lebensgefahr geschwebt habe, sein Auto wäre beinahe von einem Eisenbahnzug überfahren worden. Wie die von der zuständigen Eisenbahndirektion angestellte eingehende Untersuchung ergeben hat, ist an der ganzen Meldung nichts Wahres gewesen. Die Dispositionen des Reichstag werden durch den Trauersall im Hause des Reichskanzlers vermutlich nur geringfügig beeinflußt. Aller Voraussicht nach wird lediglich eine ganz kurze Verschiebung der bisher geplanten Disposition stattfinden, wahrscheinlich in der Art, daß heute der Militäretat zu Ende kommt, dann am Mittwoch und Donnerstag das Auswärtige Amt beraten wird. wobei Herr von Jagow den Reichskanzler vertritt. Montag, Dienstag, Mittwoch nächster Woche wird dann die dritte Lesung des Etats vorgenommen, wobei der Reichskanzler vielleicht ganz kurz spricht. Der Neichskanzler wird erst in der neuen Woche bei der dritten Lesung im Reichstage das Wort ergreifen und bei der zweiten Lesung sich von seinen ständigen Stellvertretern vertreten lassen. Er wollte am Sonnabend persönlich im Reichstage erscheinen, man hat ihm aber, da er seelisch ganz zusammengebrochen ist, davon abgeraten. Das Beileidstelegramm des Kaisers an den Kanzler ist in außerordentlich herzlichen Worten gehalten. Die Kaiserin verweilte bei ihrem Besuche längere Zeit im Sterbezimmer und legte Blumen auf das Totenbett. Die Trauerfeierlichkeiten im Kanzlerpalais sinden am heutigen Mittwoch vormittags, die Ueberführung nach Hohenfinow nachmittags statt. Aus dem Abgeordnetenhause. Im Abgeordnetenhause haben sich die Fraktionen geeinigt, die Beratung des Etats am 19. Mai abzuschließen und vom 21. Mai(Himmelfahrt) bis 8. Juni Psingstserien eintreten zu lassen. Nach Pfingsten sollen das Fischerei= und Fideikommißgesetz in erster Lesung beraten und die Besoldungsnovelle, das Eisenbahnanleihegesetz und kleine Vorlagen verabschiedet B8sen. A Das Scheitern der Beamtenbesoldungsnovelle wird neuerdings als unabwendbar betrachtet, da das Zentrum von keinem Kompromiß wissen will, sondern auf den über die Regierungsforderung hinausgehenden Kommissionsbeschlüssen besteht. Es ist nicht unwahrscheinlich, daß dann auch das Rennwettgesetz und damit das Gesetz über die zeitgemäße Aufbesserung der Altpensionäre fällt. Ueber das Submissionsamt, ein interessantes Problem der Mittelstandspolitik, wurden auf dem sächsischen Mittelstandstag in Freiberg Mitteilungen gemacht. Das Amt hat seine Kraft hauptsächlich in den Dienst der Sachverständigenfrage gelegt; besonderes Gewicht legte es auf die Gewinnung einer Anzahl Sachverständiger aus jedem Berufe. Das Finanzministerium Sachsens hat auch eine Reihe von Versuchen mit dem Verfahren des sogenannten angemessenen Preises gemacht; spruchreif ist die Frage noch nicht geworden. Die Arbeitslosenversicherung in Bayern. Aus München wird berichtet, der Finanzausschuß der Kammer der Abgeordneten nahm einstimmig den Antrag der Liberalen an, aus dem Beschluß der Kammer zu verharren, und den der Reichsräte abzulehnen. Dr. Pichler(Ztr.) hielt zuerst ein solches Beharren für bedenklich, weil dann die Sache nicht mehr an die Erste Kammer zurückgebracht werden könne. Der Minister des Innern gab zu, daß es keinen Weg gäbe, die Vorlage zu retten, suchte aber das Oberhaus gegen die Vorwüuse in Schutz zu nehmen und den Ausschuß zur Zustimmung zu dessen Beschluß zu bewegen. Doch erklärte auch der Vertreter der christlichen Arbeiter Oswald(Ztr.), daß die Arbeiterschaft von der Verwendung der Summe nach dem Willen der Reichsräte keinen Vorteil hätte. An der Erneuerung der Handelsverträge hat neben der Landwirtschaft und der Industrie auch das Handwerk ein hohes Interesse. In erster Reihe kommen die Kunstgärtner, besonders die der Grenzprovinzen, in Betracht. Auch das Tischlerhandwerk ist erheblich interessiert, da z. B. Türen, Fensterrahmen und dergl. in großem Umfange aus dem Auslande, namentlich aus Schweden, eingeführt werden. Bäcker und Fleischer in den Grenzgebieten machen ihre Forderungen wegen des zollfreien Grenzverkehrs von Fleisch= und Backwaren in kleineren Mengen geltend. Für die im Herbst beginnen“ den Verhandlungen über die Nevision des Zolltarifs steht jedenfalls die Einreichung einer Fülle von Wünschen seitens der Interessenten in sicherer AusAfcbeee Die deutsch=englischen Freunoschaftsbestrebungen. Vorgestern fand in London die Jahresversammlung der britischen Abteilung der vereinigten Vertretungen britischer und deutscher Kirchen zur Förderung freundschaftlicher Beziehungen der beiden Völker statt. Der Erzbischof von Canterbury führte den Vorsitz. Unter den zahlreichen Anwesenden befanden sich Kardinal Bourne, der deutsche Botschafter Fürst Lichnowsky, der Bischof von Hardsord, Lord Kin nahrd. Lord Reay, Generalsurerintendent Lahusen (Berlin) und Direktor Spiecker(Berlin). Der Erzbischof von Canterbury betonte in seiner Ansprache die Erfelge der Bewegung und erwähnte, daß die vereinigten Kirchenvertretungen in immer höherem: Maße Unterstützung fänden. König Georg und Kaiser Wilhelm brächten der Bewegung Interesse entgegen. Lahusen sagte, er empfinde es freudig, daß die Mißverständnisse zwischen England und Deutschland aus dem Wege geräumt seien. Beide Länder verständen sich jetzt besser als zuvor. Oesterreich= Ungarn. Im Befinden des Kaisers Franz Josef ist eine neuerliche Stockung eingetreten, die auf die Ungunst des Wetters zurückgeführt wird. Dem greisen Monarchen, der die üblichen Empfänge durchaus nicht einschränken will, wird von den Aerzten dringend größere Schonung bis zur Wiederherstellung der vollen Gesundheit empfohlen. Frankreich. Die Wahlen. Das Ministerium des Innern teilt eine Statistik über das Gesamtergebnis der Wahlen mit. Gewählt sind 81 Konservative und Liberale, 59 Progressisten, 31 Mitglieder der Vereinigten Linken, 60 Republikaner der Linken, 230 SozialistischRadikale, davon 188 geeinigte Sozialistisch=Radikale, 30 sozialistische Republikaner, 102 geeinigte Sozialisten.— Die Konsoervativen und Liberalen gewinnen 7 Sitze, die sozialistischen Radikalen 23, die geeinigten Sozialisten 27; die Progressisten verlieren 24, die Vereinigung der Linken 16. die Republikaner der Linken 14 und die sozialistischen Republikaner 3 Sitze. Fünf neugeschaffene Sitze fielen den geeinigten Sozialisten zu. England. Englisch=russische Verbindung. Pariser Blätter, die es noch immer nicht verschmerzen können, daß England seinen Eintritt in den Zweibund ablehnte, suchen sich jetzt mit der Hoffnung zu trösten, daß eine engere Verbindung zwischen Petersburg und London, die auch für Frankreich wertvoll werden würde, durch die demnächstige Verlobung des englischen Thronfolgers mit der ältesten Zarentochter, der Großfürstin Olga, geschlossen werden würde. Noch im Laufe dieses Jahres würde das Zarenpaar an dem verwandten englischen Hofe einen Besuch abstatten. Großfürstin Olga würde mit ihren Eltern reisen, und so würde den beiden Fürstenkindern Gelegenheit geboten, sich in Lonvon kennen zu lernen. Der englische Kronprinz Eduard Albert vollendet am 23. Juni das 20. Lebensjahr, Großfürstin Olga wird im November 19 Jahre alt. Die Möglichkeit einer späteren Vermählung wäre also nicht ausgeschlossen; freilich haben sich Petersburger Verlobungsgerüchte, so unlängst erst das den rumänischen Thronsolger betressende, schon öfter als grundlos erwiesen. Schweden. Ueber das Befinden des Königs Gustav wird folgender Bericht ausgegeben:„Das Befinden des Königs hat sich nun soweit gebessert, daß er in den nächsten Tagen die Regierung wieder zu übernehmen gedenkt Jedoch gilt es nach wie vor als sicher, daß der König zu einer völligen Wiederherstellung seiner Gesundheit eine Kur gebraucht, und zwar hat man sich für Karlsbad entschieden.“ Diesem so hoffnungsvoll lautenden offiziellen Bericht gegenüber ist zu erwähnen, daß hier Gerüchte verbreitet sind, wonach von einer Aussicht auf völlige Genesung des Königs vor der Hand noch nicht gesprochen werden kann. Die Art der Krankheit des Königs bringt es mit sich, daß möglicherweise eine zweite Operation nötig werden könnte. Türkei. Herabsetzung der Militärdienstzeit. Der Kriegsminister erklärte in einer Unterredung, daß die Dauer des Militärdienstes auf zwei Jahre oder zwanzig Monate herabgesetzt werde. Durch möglichste Verringerung der Zahl der in Friedenszeiten unter der Fahne stehenden Mannschaften sowie durch Verminderung der Zahl der kommandierenden Offiziere würden Ersparnisse von vier Millionen Pfund sich erzielen lassen, jedoch würden Nachtragskredite zum Zwecke der Ergänzung der Ausrüstung und des Kriegsmaterials verlangt werden. China. Eine weitere Stärkung der Präsidialmacht in China. Wie ein Telegramm der Deutschen Kabelgramm=Gesellschaft aus Schanghai meldet, wird durch einen Erlaß des Präsidenten Juanschikai die Errichtung eines besonderen Bureaus des Oberbefehlshabers über Heer und Flotte angeordnet, das bisher mit dem Militärkabinett verbunden war. Es soll bestehen aus dem Generalstabschef, dem Kriegs= und dem Marineminister und aus vom Präsidenten ernannten Offizieren. Damit treten neben den auswärtigen und den Finanzangelegenheiten die Angelegenheiten des Heeres und der Flotte unter die unmittelbare Leitung des Präsidenten. Die Minister sind nur noch ausführende Verwaltungschess. Jintschang ist zum Chef des Militärbureaus ernannt worden Gewerbe=Ausstellung Hagen Auf der Jubiläums=Gewerbe=Ausstellung Hagen wird der Perkehrsverein ein besonderes Bureau errichten, in welchem nicht nur alle die Ausstellung(auch Eisenbahn, Straßenbahn, Autos) betressenden Auskünfte erteilt werden, sondern auch n jeder Weise den Wünschen der Ausstellungsbeucher(Ausflüge, Hotels, Festlichkeiten u. a.) Rechnung getragen werden soll. Dieses Bureau wird im Mittelpunkt der Ausstellung liegen, selbstverständlich Telefon haben, serner Schreibgelegenheit u. a. m. und es wird somit dem Publikum in Bezug auf Bequemlichkeit in einer Weise entgegenkommen, wie das bislang kaum je der Fall gewesen; unnütze Laufereien, langwieriges Umherfragen, auch den Verkehr mit den Ausstellern betrefsend, kurz jede ermüdende Zeitvergeudung soll dem Ausstellungsbesucher erspart bleiben.— Für die obligate Lotterie ist ein deutsches Auto als Hauptgewinn vorgesehen.— Führungen und Vorträge: Erstere werden(unentgeltlich) in der Ausstellung zur Besichtigung und Erklärung derselben stattfinden, aber auch außerhalb der Ausstellung, um den Interessenten die Naturschönheiten des Sauerlandes zu erschließen; letztere werden in der Ausstellung abgehalten und sollen populärer Natur sein, teils belehrenden Inhalts(im Anschluß an die Ausstellung), teils unterhaltender Art. Daß die Ausstellung tatsächlich nicht auf einen großen Ueberschuß erpicht, vielmehr in erster Linie ein gemei nnütziges Unternehmen ist, geht aus dem Entgegenkommen hervor, das sie dem Westsälischen Sängerhundsest beweist. Die Abhaltung des Festes in Hagen ist nur dadurch möglich, daß die riesige Maschinenhalle der Ausstellung zu dem Feste benutzt wird. Diese Halle bekommt der Sängerbund für 1000 Mark, während die Ausstellung, wenn sie die Benutzung der Halle für den genannten Zweck nicht berücksichtigte, um 7000 Mark billiger bauen konnte. Dortmund mußte für sein Zelt das Zehnsache ausgeben. Durch dieses Entgegenkommen der Ausstellung in Verbindung mit dem Zuschuß der Stadt ist die Möglichkeit vorhanden, daß das Sängerfest ohne Defizit abschließt. Wr. Im Flugzeug über den Aitantischen Dzean. Die Pläne und Vorbereitungen für den OzeanFlug, der im Laufe dieses Sommers unternommen werden soll, also den Versuch, den Atlantischen Ozean zu überfliegen und damit den Preis von 200000 Mark der Londoner„Daily Mail“ zu gewinnen, werden jetzt in„Me. Clures Magazine“ beschrieben. Die Mittel zu diesem Unternehmen gibt Herr Rooman Wanamaker her, der Sohn eines reichen Kaufmanns und früheren Generalpostmeisters der Vereinigten Staaten. Die Maschine wird von Gienn H. Curtiß gebaut, dem bekannten Flieger und Konstrukteur von Flugbooten. Flugzeugführer werden ein englischer und ein amerikanischer Marineoffizier sein; auf englischer Seite ist bereits der Leutnant Porte gewählt. Das Boot der Flugmaschine wird Raum genug für die Führer, die Vorräte und anderthalb Tonnen Petroleum und Oel bieten. Die Grundidee dieses Planes ist, die 1900 Meilen zwischen Neufundland und Irland ohne Aufenthalt zu durchfliegen. Wenn die Maschine im Atlantischen Ozean niedergehen muß, so werden die Insassen, wie man hofft, im Boot der Flugmaschine in Sicherheit sein; sie werden jedoch keinen Versuch machen, sich wieder vom Wasser zu erheben und weiterzufliegen, sondern warten, bis sie gerettet werden. Die Flugmaschine, deren Körper aus Mahagonistreifen gebaut ist, hat etwa die Gestalt eines Riesenfisches, mit einer Länge von 35 Fuß und einer größten Breite von 6 Fuß. An dem Rücken dieses Flugfisches befinden sich die beiden Decke, die eine größte Länge von 80 Fuß und eine Tiefe von acht Fuß haben. Die 12 Fuß messende Schraube mit Mahagoniflügel ist vorn an der Maschine angebracht. Der Motor wird vier Zylinder besitzen und 200 P. S. leisten. Flugzeug wird Petroleum nur für 30 Stunden Flugzeit mit sich führen; Leutnant Porte hat berechnet, daß es Irland in 20 bis 24 Stunden erreichen müßte. Dabei ist die Voraussetzung, daß die Maschine etwa 100 Kilometer in der Stunde fliegt und daß der Wind weitere 60 Kilometer in der Stunde dieser Geschwindigkeit hinzufügt. Die Durchführbarkeit des Planes ist also völlg abhängig vom Winde. Nach einer langen Reihe von Beobachtungen mit Flugdrachen und Sondierballons sind die Beamten des Wetterbureaus der Vereinigten Staaten zu folgenden Schlüssen gelangt: daß erstens die vorherrschenden Winde über den Atlantischen Ozean von Westen nach Osten gehen, daß zweitens diese Winde in einer Höhe von zwei englischen Meilen oder mehr mit zunehmender Geschwindigkeit und Stetigkeit wehen und daß drittes die Winde umso stärker werden, je näher man dem Norden kommt. Auf diese Ergebnisse haben die kühnen Flieger ihren Plan gebaut, und sie hoffen mit Hilfe der Winde ihr Ziel, den Atlantischen Ozean in der Flugmaschine zu kreuzen, glücklich erreichen zu können. Evangelische Frauenvereine. Gestern nachmittag sand im Gemeindehause das Jahresfest der evangelischen Frauen vereine der Synode Iserlohn unter der Leitung des Herrn Pastots Bartels aus Nachrodt statt. Die Beteiligung sowohl aus den fremden Vereinen, wie auch aus unserer Stadt und den benachbarten Landgemeinden war eine ungemein leb. hafte; der Saal war bis auf den letzten Platz gefüllt. Nach Eröffnung der Feier mit dem gemeinsamen Cesange des Liedes„Ich singe dir mit Herz und Mund“, und der Verlisung des 145. Pfalms sprach Fräulein Ilse Theobald einen stimmungs vollen Prolog. Dann erstattete der Vorsitzende den Jahresbericht, dem wir entnehmen, daß die 20 Zweigvereine insgesamt rund 3500 Mitgliedeer zählen. Nachdem er der hohen Aufgaben der Vereine gedacht, begrüßte er Herrn Lehrer Klähn als neues Vorstandsmitglied. Nach einem weiteren gemeinsamen Gesange wurde der Kafsee eingenommen. Nach der Kaffeepause trug unsere heimische Altistin Fräulein Lecking, welche durch ihre edle Kunst in dankenswerter Weise uneigennützig das Fest verschönte, eine Arie aus dem„Elias“ und das „Gebet“ von Hiller in künstlerischer Vollendung vor, Die Kinderchöre, welche Herr Rektor Berensmann bereitwillig für das Fest eingeübt hatte, mußten wegen Verhindung infolge seiner Teilnahme an der amtlichen Lehrerkonferenz in Hohensyburg leider ausfallen. Herr Pastor Johanneswerth, der neue Vorsitzende des Provinzialverbandes der westsälischen Frauenhilfe, Sitz Socst, überbrachte die Crüße dieses Verbandes, und konnte die erfreuliche Mitteilung machen, daß die Mitgliederzahl von 57.000 auf 64 000 angewachsen sei. Nach dem Vortrag zweier Frühlingslieder, von Fräulein Lecking in sehr ansprechender Weise gesungen, hielt Herr Pastor Thiele aus Witten, der Leiter des dortigen Märkischen Diakonissenhauses, den Festvortrag über das zeitgemäße Thema:„Die christliche Familie, unsere Sorge und unsere Hossnung.“ In reichlich halbstündigen, ernsten und eindringlichen Ausführungen verbreitete sich der Redner über echt christliche Hausordnung und Kinderzucht, christliche Gestaltung der Ehe und des Familien= lebens, in dem die starken Wurzeln der Kraft für das Wohl des Einzelnen und das Gesamtwohl des Volkes ruhen. In seiner Schlußansprache berichtete Herr Pastor Terberger eingehend über die Bestrebungen und Wohlfahrseinrichtungen des hiesigen Vereins, seine Tätigkeit auf dem Gebiet der Waisen=, Armen= und Krankenpflege, seine Fürsorge mannigsacher Art für arme und kranke Kinder, wies die verschiedentlich auftretende Ansicht, der Verein müsse sich mehr für die modernen Bestrebungen auf dem Gebiete weiblicher Nächstenliebe erwärmen, zurück, und forderte die Frauen zu vermehrter, tätiger Mithilfe auf. Mit Gebet und dem gemeinsamen Gesange„Die Gnade unseres Herrn Jesu Christi“ erreichte die schöne, so viele Anregungen bietende Feier nach ctwa vierstündiger Dauer ihr Ende. Aus Stadt und Umgebung. * Schwerte, 13. März. **(Bismarck=Nationaldenkmal.) Die Deutsche Amonniak=Verkaufs=Vereinigung G. m. b. H. zu Bochum hat 30 000 Mark zu den Kosten der Errichtung des Bismarck=Nationaldenkmals auf der Elisenhöhe bei Bingerbrück gestiftet. Nachdem der Westfälische Landesausschuß eine zweite Sammlung eröffnet hat, sind mit Einschluß dieser 30000 Mark nunmehr bereits 63000 Mark in Westfalen zusammengekommen. Der Grundstein zum Bismarckdenkmal soll am 1. April nächsten Jahres gelegt werden. **(Der diesjährige Feuerwehrtag des Westfälischen Feuerwehrverbandes) findet am Sonntag den 7. Juni in der Stadt Attendorn statt. Ein Verbandsfest ist in diesem Jahre mit dem Feuerwehrtage nicht verbunden. Er soll sich hauptsächlich mit der Hebung des Feuerlöschwesens auf dem Lande begassen. Die Verhandlungen des Feuerwehrtages beginnen vormittags 11 Uhr in der Schützenhalle. Daran schließt sich eine Musterübung der Attendorner Wehr. Bereits am Tage vorher findet eine Sitzung des Verbandsausschusses und eine Sitzung der Kreisbrandmeister bezw. Vorsitzenden der Kreisverbände statt. 1915 findet der Feuerwehrtag mit Verbandssest voraussichtlich in Siegen statt. **(Von der Hohensyburg.) Die Provinz Westsalen, Besitzerin der früheren Wulffschen Anlagen, läßt hier größere Umänderungen vornehmen. Die alten Bauten sollen niedergerissen werden. An ihre Stelle werden moderne Neubauten errichtet. Von den von dem vorigen Provinzial=Landtage bewilligten 380000 Mark für die Burgwirtschaft stehen für die bauliche Instandsetzung und die Erweiterung noch rund 60000 Mark zur Verfügung. Da die Kosten hierfür tatsächlich 128000 Mark betragen worden, so sind noch weitere 68000 Mark zu beschafsen. Hiernach ist mit einem Anlagekapital von zirka 450000 Mark zu rechnen. Die noch fehlenden umgefähr 70000 Mark sollen dem Provinzial=Kupitaliensonds entnommen und diesem mit 4,1 Prozent verzinst werden. **(Die Jugendherbergen,) die im Jahre 1907 begründet wurden, haben einen ungeahnten Aufschwung genemmen. Sie erstrecken sich nicht mehr auf das Sauerland allein, sondern es sind bereits in ganz Westdeutschland 83 Jugendherbergen vorhanden. Während im Gründungsjahre schon über 2000 Jugendwanderer beherbergt wurden, ist im vergangenen Jahre diese Zahl auf 21377 gestiegen: der beste Beweis, wie volkstümlich die Einrichtung geworden ist. Aufnahmen in den Jugendherbergen finden alle Burschen und Mädchen ohne Unterschied der Schulbildung, der Konsession und des Herkommens, die unter Leitung eines älteren unde verantwortlichen Führers wandern. Eingeschlossen sind alle Volks=, Mittel= und Hochschüler, alle Mitglieder von Jugendabteilungen der deutschen Gebirgs= und Turnrereine, alle Kaufmannslehrlinge, die kaufmännischen und gewerblichen Fortbildungsschüler und alle Wandervögel. **(Ausstellungspreise.) Gelegentlich der Allgemeinen Kaninchen=Ausstellung in Marten wurde den Herren Joh. Rost ein erster und Georg Geisel ein dritter Preis zuerkannt; beide sind Mitglieder des hiesigen Kanlnchenzucht=Vereins. **(Einen bedauerlichen Unfall) erlitt gestern der in der Jägerstraße wohnende Fabrikarbeiter Berg. Auf seiner Arbeitsstätte kam er so unzlücklich unter einen umstürzenden Transportwagen, daß er außer einem Bruch des Armes und Hautverletzungen am Rücken schwere innere Verletzungen im Unterleib erlitt. Der Mann dürfte voraussichtlich längere Zeit arbeitsunfähig sein. ** Holzen, 12. Mai.(Konzert.) Am Sonntag den 17. d. M. gibt der Quartett=Verein„Harmonie“ im Lokale des Herrn Michel in den Rosen ein großes Konzert, für welches der strebsame Leiter Herr W Peters ein ebenso reichhaltiges wie abwechslungsreiches Programm ausgestellt hat. Neben größeren Chören„Sabbatfrühe" von Kempter, „Lebensfreude“ von Heuser usw. werden reizende Lieder im Volkston von Wildt, Bungert, Krasinsky u. a. m. geboten. Einige gute Instrumental=Vorträge von Waldteusel, Lewe, Glaßmann, Lehar werden das Programm bereichern, sodaß jeder Konzertbesucher sicherlich auf seine Rechnung kommen wird. Cin Tänzchen soll sich an die musikalischen Darbietungen anschließen. ** Westhofen, 12. Mai.(Festgenommen) wurde hier eine etwa 40 Jahre alte Frau Hutmann aus Wetter, welche allerhand Schriften vertrieb, dabei aber auch für angeblich milde Zwecke Gelder einsammelte, ohne hierzu ermächtigt zu sein. Die Frau ist inzwischen jedoch schon wieder freigelassen worden.— Leider ist bei dieser Gelegenheit insofern ein sehr zu bedauernder polizeilicher Mißgriff vorgekommen, als eine vollständig unbeteiligte Frau B. aus Holzen, welche sich hier in ärztlicher Behandlung befindet, festgenommen und trotz angebotener Legitimation als Gefangene durch die Stadt geführt wurde, bis die Sache dann ihre Aufklärung fand. Die Frau, welche schon seit längerer Zeit nervenkrank ist, wurde in eine derartige Aufregung versetzt, daß sie gegenwärtig schwer krank darniederliegt. ** Westhosen, 12. Mai.(Aus dem Stadtrat.) In der letzten Sitzung der Stadtvertretung wurden folgende Beschlüsse gesaßt: Die Gemeindeschwester soll von jetzt ab nur in Westhofen tätig seln und sollen sämtliche Kosten auf die Gemeindekasse Westhofen übernommen werden. Die Kosten für die Teilnahme an dem Führerkursus der freiwilligen Feuerwehr hierselbst wurden bewilligt. Infolge Auslosens scheidet Ende d. J. aus der hiesiegen Stadtvertretung aus Herr Landwirt Braß von der 1. Abteilung; außerdem ist für Herrn Albert von der 2. Abteilung, der bereits durch Tod ausgeschieden ist, eine Neuwahl vorzunehmen. Dann wurde auf Antrag des Herrn Lohmann die Anschaffung eines Sprengwagens beschlossen. Die Vertretung beschloß ferner, an den Kreis Hörde die Bitte zu richten, die Bäume an der Bahnhosstraße als Eigentum und in dauernde Unterhaltung zu übernehmen. Die vorgelegten Abrechnungen bezüglich der Instandsetzung des Weges von Wever bis zur Eisenbahn sowie des Hellweges wurden zur Kenntnis mitgetellt. Auf Antrag des Herrn Lohmann wurden die Kosten für die Anlage eines Telephons in der Wohnung des Stadtvorstehers Westerhoff genehmigt. Von dem Rundschreiben zur Erhaltung der Kriegergräber usw. in Böhmen und Schlesien vom 4. April d. J. wurde Kenntnis genommen. ** Hohensyburg, 13. Mai.(General=Lehrerkonferenz.) Gestern fand hierselbst die amtliche Generalkonserenz der Kreisschulinspektion Schwerte I, umfassend die evangelischen Schulen der Stadt Schwerte und der Aemter Westhofen und Annen, unter dem Vorsitz des neuen Kreisschulinspektors Herrn Pfarrer Blomberg aus Kirchhörde statt. Außer den rund 90 Lehrpersonen nahmen die Ortsschulinspektoren Pastor Beuker von Nr. 111. Beilage. schwerter Heill.!.g Amtliches Kreisblatt Heimliche Treibereien. Es steht zu hoffen, daß es der Intervention der Großmächte gelingen wird, den Kriegsbrand zwischen den Albanesen und den griechischen Bewohnern von Epirus, die durch den Beschluß der Konferenz von London ebenfalls dem Szepter des Fürsten Wilhelm in Durazzo unterstellt worden sind, auszulöschen. Ob dabei nicht abermals der hohe Rat der Mächte an seinen„unabänderlichen“ Entschließungen doch wieder etwas ändern wird, bleibt abzuwarten; das ist ja seit dem Herbst 1912, als der Balkankrieg gegen die Türkei begann, schon so oft geschehen, daß es auf einmal mehr auch nicht ankommt. Die Sache ist bloß die, daß heute die Politik im südeuropäischen Wetterwinkel noch mehr als bisher schon von den leidenschaftlichen Völkerstämmen und nicht von den Monarchen und ihren Ministern gemacht wird. Bei den jetzigen Katzbalgereien im südlichen Albanien sind, wie einwandfrei ermittelt worden ist, ausgebildet: Soldaten der aktiven griechischen Armee, also Reservisten, in hellen Hausen beteiligt, über die Ofsiziere, welche zeitweise Urlaub von ihrem Truppenteil haben, kommandieren. König Konstantin von Griechenland ist durch die beiden siegreichen Feldzüge gegen die Türken und die Bulgaren und durch die im Friedensschluß erworbenen beträchtlichen neuen Gebietsteile in seinem Lande außerordentlich populär geworden, aber die erwähnten Unterströmungen können weder er, noch seine Minister verhindern. Man darf wohl damit rechnen, daß die aktiven griechischen Regimenter einfach nicht gehorchen würden, wenn ihnen befohlen würde, gegen die auf eigene Faust Krieg führenden Kameraden mit Gewalt vorzugehen. Der König Konstantin und sein Premierminister Venizelos können also den großen Mächten nur ihren guten Willen versichern, aber nichts weiter. Fürst Wilhelm von Albanien befindet sich noch in einer üblen Lage. Er ist zwar von seinen neuen Untertanen bei seiner Landung in seiner Residenz Durazzo mit großem Enthusiasmus begrüßt worden, aber doch mehr als der ersehnte Vollender großer Hoffnungen, wie aus persönlicher Anhänglichkeit. Woher hätte die letztere auch kommen sollen? Alle Orientalen ohne Ausnahme haben eine starke Lelidenschaft für das bare Geld, und wie erst dieser Tage ein hervorragender türkischer Staatsmann es geschildert hat, haben die Christen, an der Spitze die Armenier und die Griechen, es überaus gut verstanden, den geschäftsunkundigen und trägen Türken das Geld abzunehmen. Die Türkei war früher ein Staat mit sehr, sehr großen, freilich ost auf recht sonderbare Weise zusammengerafften Vermögen. Die sind sim Laufe der letzten fünfzig Jahre fast alle„flöten“ gegangen, der Staat des Padischah ist bettelarm geworden. Freilich geht es auch den christlichen Staaten in finanzieller Beziehung nicht allzu gut, und die letzten Jahre haben in den Staatskassen tiefe Ebben hervorgerusen. Die Griochen preisen ihre letzten Ersolge, denken aber gar nicht daran, die Schulden ihres Staatsbankrrotts vor zwanzig Jahren zu bezahlen. Da ist denn bei den Putschen in SüdAlbanien heute ebenso auffallend, wie früher bei denen in Mazedonien, wo die bulgarischen Komitatschi eine wenig rühmliche Tätigkeit entfalteten, daß diese„Banden“ niemals in Verlegenheit wegen Geld und Waffen sind. Der eigene Staat kann diesen raubgierigen Elementen nicht immerfort geben; es muß also eine heimliche, sehr reichlich fließende Geldquelle geben, die dafür unbegrenzte Mittel aufwendet, daß im Balkan keine Ruhe eintritt. Und bevor diese geheimen Machenschaften kein Ende finden, mögen sich die Großmächte mühen, wie sie wollen, es kommt immer anders als sie denken. „Ausgefressen“ wird Albanien einmal von seinen Nachbarn, es handelt sich bloß darum, von wem? Westfalen und Rheinland. * Dortmund, 12. Mai.(Wegen Vergehens gegen das Dynamitgesetz) hatten sich die Schießhauer Valentin Möller, Wilhelm Meier und der Schießmeister August Wendt aus Horstmar vor der hiesigen Strafkammer zu verantworten. Möller hatte auf der Zeche Preußen den Rest einer Anzahl nicht abgeschossener Patronen an einer gefährlichen Stelle in der Grube versteckt, wo Meier die Patronen fand. In der Absicht, sie an eine sichere Stelle zu bringen, nahm er sie an sich. Das Gericht verurteilte alle drei Angeklagte zu der gesetzlich niedrigsten Strase von drei Monaten Gefängnis, beschloß aber, sie der bedingten Begnadigung zu empfehlen, weil es sich nur um verzeihliche Nachlässigkeit gehandelt habe. Haspe, 11, Mai.(Unfallmit tödlichem Ausgange.) Gestern verunglückte ein Arbeiter auf dem Walzwerk in Kückelhausen dadurch tödlich, daß er bei der Vornahme von Reparaturarbeiten der elektrischen Leitung zu nahe kam. Der Tod trat sofort ein. * Wanne, 12. Mai.(An Entkräftung gestorben?) Auf einem der Zeche Shamrock gehörenden Sandberge auf der Cranger Heide fand man die Leiche eines etwa 40 Jahre alten ausländischen Arbeiters, der allem Anschein nach insolge Entkräftung gestorben ist. Die Eickeler Polizei beschlagnahmte die Leiche. Greven, 12. Mai.(Zu der Pocken=Erkrankung wird noch gemeldet: Vor etwa zwei Wochen erkrankte der Arbeiter Nientit vom Hügel. Kurze Zeit nach seiner Ueberführung ins Krankenhaus starb er Ein paar Tage nachher erkrankten auch seine Mutter und ein Bruder. Da auch noch weitere Erkrankungen in der Nachbarschaft vorkamen, wurden alle Erkrankten, außerdem noch zwei weibliche Mitglieder der Familie Fränsing und der Anstreichergeselle Ribber zum Krankenhaus gebracht. Durch den Kreisarzt Medizinalrat Dr. SchlautmannMünster wurden am Samstag die echten Pocken festgestellt. Noch am Abend wurden sämtliche Schwestern, Kranken und Insassen geimpft. Die Erkrankten einschließlich der Pflegeschwester sind von der Außenwelt vollständig getrennt Der Zustand des Anstreichergesellen Ribber ist sehr ernst. Auf Anfrage beim Krankenhause wurde mitgeteilt, daß heute nachmittag eine weitere Frau eingeliesert wurde. Im ganzen sind jetzt fünf Frauen, vier Männer und drei Kinder ausgenommen worden. Die Männer haben die Krankheit bereits überstanden; sie werden aber, um einer Verbreitung vorzubeugen, behalten. Die Kinder sind krankheitsverdächtig Alle Kranke, bis auf Ribbert, sind ganz munter. Auch das Befinden des praktischen Arztes Dr. Sprakel, der leicht erkrankt war, ist zufriedenstellend. * Gelsenkirchen, 12. Mai.(Die Sturzflüge in Gelsenkirchen.) Nach den sensationellen Erfolgen des sranzösischen Fliegers Chevillard führten heute auch zwei deutsche Flieger und zwar Subelack auf„Kondor“ und Hitzelsberger auf„Industriedoppeldecker“ schöne Kurven und Sturzflüge aus, die großen Beifall fanden. Chevillard wird seinen Aufenthalt bis zur nächsten Woche verlängern und in den nächsten Tagen noch einmal aussteigen. Bochum, 12. Mai.(In den Schacht ge stürzt.) In dem Grubenbetriebe der Zeche„Hannover“ in Hordel stürzte der Bergmann Gustav Wrede aus Riemke etwa 75 Meter tief in den Schacht hinab, wo ar mit zerschmetterten Gliedern tot liegen blieb. Der Körper des unglücklichen Knappen siel unmittelbar vor dem jugendlichen Arbeiter Steinhausen nieder, der sich durch rasches Zurückspringen vor Schaden bewahrte. Wrede war 40 Jahre alt und einziger Ernährer einer betagten Mutter. * Mülheim(Ruhr), 12. Mai.(Eine Familie unter Vergiftungs=Erscheinungen erkrankt.) Die Familie des Restaurateurs Müller auf der Dohne erkrankte nach eingenommenem Nachtessen(Reissuppe und Pfannkuchen) unter Vergistungs=Erscheinungen, so daß man zwei Aerzte zu Nate ziehen mußte, denen es gelang, die Gefahr abzuwenden. Die Reste der Mahlzeit wurden dem Städtischen Lebensmittelamt zur Untersuchung übergeben. Oberhausen, 12 Mai.(Infolge einer Verwechslung erstochen.) Einen tragischen Tod fand der Bergmann Rademacher, der von dem Bergmann Schatte erstochen wurde. Der Getötete ist das Opfer einer Verwechslung geworden, da der Täter es auf einen Bekannten Rademachers abgesehen hatte. Barmen, 12. Mai,(260 000 Mark Fehl betrag bei der Rheinischen Mission.) Zu den Fehlbeträgen bei der Rheinischen Missionsgesellschaft, die sich im letzten Jahre auf 142000 Mark bezifferten, ist jetzt ein neuer Fehlbetrag von 114000 Mark hinzugekommen, so daß das Gesamtmanko der Rheinischen Mission 260000 Mark beträgt. * Düsseldorf, 11. Mai.(Köpenick, Köslin, Oberhausen.) Auf dem hiesigen Postamt wurde heute morgen der Kaufmann Eisenhut aus Nürnberg festgenommen, der sich auf Grund gesälschter Papiere und Zeugnisse und unter mißbräuchlicher Benutzung des Amtssiegels des Magistrats der Stadt Kissingen die Direktorstelle des Gas=, Wasser= und Elektrizitätswerkes in Oberhausen verschafft hatte. Eisenhut gab sich, obwohl er niemals Soldat gewesen war, als Reserveoffizier eines bayerischen Insanterie=Regiments aus. Da jedoch sein: Leistungen den Ansprüchen nicht genügten, erkundigte man sich bei dem Magistrat in Kassingen und auch bei dem Regiment, dem er angeblich als Reserveofsizier angehörte. Hierbei stellte sich heraus, daß man es mit einem Schwindler zu tun hatte. Als Eisenhut merkte, daß man der Sache auf die Spur kam, wurde er flüchtig. Er wurde beim Abholen postlagernder Briefe verhaftet. Köln, 12. Mai.(Betrogene Betrügerinnen.) Auf Veranlassung dreier Burschen hatten zwei Verkäuferinnen einer Großschlächterei 4000 Mark unterschlagen und waren damit in Gemeinschaft der drei Burschen geflohen. In Bonn machten sich die Burschen mit dem Gelde aus dem Staube, nachdem sie die Mädchen in ein Hutgeschäft geschickt hatten. Die Verkäuferinnen fuhren mittellos nach Köln zurück und wurden hier verhaftet, Köln, 12. Mai.(Verhaftung eines gefährlichen Heiratsschwindlers.) der Krankenanstalt Lindenburg ist ein Die mädchen aus Köln an„Herzschwäche“ gestorben. Das Mädchen stammte aus Lyck in Ostpreußen und hatts einen Bräutigam, der angeblich Zollbeamter in Aachen war und insgesamt 2000 Mark von ihm entliehen hatte. Als die von dem Todesfall in Kenntnis gesetzte Schwester des Mädchens. die in Alittwoch, 13. Mai 1914. Essen wohnt, die Trauerkunde dem angehenden Schwager mitteilen wollte, stellte es sich heraus, daß es einen Zollbeamten des von jenem angegebenen Namens in Aachen nicht gibt. Der„Bräutigam“ war unauffindbar. Nun erschien aber nachmittags in der Lindenburg ein Mann, der einen Todesschein des verstorbenen Mädchens haben wollte. Es war der„Bräutigam“, wie sich bei der Gegenüberstellung der Schwester ergab. Er wollte den Todesschein holen, um eine Summe von 2000 Mark abzuheben, für die er seine„Braut“ in eine Lebensversicherung eingekauft hatte Verhastet, gestand er, daß er tatsächlich ein Versicherungsagent aus Köln, verheiratet und Vater mehrerer Kinder ist. Ob das an Herzschwäche verstorbene Mädchen, wie man befürchtet, keines natürlichen Todes verstorben ist, wird die Untersuchung ergeben. — Zum Tode der Frau von Bethmann=Hollweg. Ein offiziöser Nachruf. Die„Nordd. Allg. Itg. schreibt: Mit herzlicher Teilnahme wird überall in Deutschland die Nachricht aufgenommen werden, daß die Gemahlin des Reichskanzlers, Frau Martha von Bethmann=Hollweg, geb. Pfuel, in der Sonntagnacht um die erste Stunde aus dem Leben geschieden ist, Frau von Bethmann=Hollweg war nach ihrer ganzen Wesensart eine echte deutsche Frau. In ihrer auffallend edlen Erscheinung paarten sich anmutige Würde und einfache Freundlichkeit in seltener Harmonie. Als tapfere getreue Lebensgefährtin stand sie ihrem Gemahl zur Seite, mit dem sie im nächsten Monat 25 Jahre vereint gewesen wäre. Wenn ihre Neigung sie mehr zu stillem Wirken in engerem Kreise gezogen haben mag, so erfüllte sie doch mit großer Hingabe die hohen Pflichten, die an die Gattin des ersten Beamten des Reiches herantreten. Mit unermüdlicher Sorge und nie versagender Güte des Herzens widmete sie sich den Werken der christlichen Nächstenliebe und sozialer Hilfstätigkeit. So wird ihr Hinscheiden bis über die Grenzen ihrer Familie hinaus als schwarer Verlust empfunden und in der harten Prüsung, die über den Reichskanzler gekommen ist, vereinen sich alle, die der Entschlafenen näher treten durften, mit ihm zu aufrichtiger Trauer, Frau von Bethmann=Hollweg als Sozialpolitikerin. Herr Professor Dr. Ernst Francke hat an die „Norddeutsche Allgemeine Zeitung" folgendes Schreiben gerichtet: Auch wir Sozialpolitiker haben wahrlich Grund, beim Hinscheiden der Frau von Bethmann=Hollweg zu trauern. Sie war nicht nur von regem Mitgesühl und innigem Verständnis für die Not und das Ringen der Schwachen und Bedürftigen erfüllt, sondern sie hat sich auch mit ihrer Persönlichkeit in den Dienst der sozialpolitischen Arbeit gestellt. So hat Frau von Bethmann der deutschen Heimarbeitsausstellung 1906 in Berlin ihre aufrichtige Teilnahme zugewendet, und als aus dieser Ausstellung dann als eine ihrer Folgen der Deutsche Käuferbund 1907 entstand, übernahm sie, deren Gemahl damals Minister des Innern war, das Amt der ersten Vorsitzenden, das sie auch beibehielt, als sie kurz darauf in die Wilhelmstraße (Reichsamt des Innern) übersiedelte. Auch als Gattin des Reichskanzlers hat sie diesen und verwandten Bestrebungen ihre wärmste Teilnahme stets gewahrt, immer mit Rat und Tat zur Hilfe bereit. Wer einige Jahre mit dieser edlen warmherzigen Frau in gemeinsamer Arbeit sozialer Fürsorge geDer Kampf um das Majorat. Roman von Ewald Aug. König. 4 Als ich die Wahrheit erfuhr, ahnte ich aber sogleich, daß an Dir ein Schurkenstreich begangen worden war, es kam dann zu einem heftigen Auftritt zwischen mir und Deinem Schwager, ich sagte mich los von ihm und erklärte ihm, daß ich noch in derselben Stunde sein Haus verlassen und keine Unterstützung mehr von ihm annehmen würde. Ich eilte in die Stadt zu einem Advokaten, er war ein ehrlicher Mann, er riet mir ab, irgend einen Schritt zu tun, da dieser schlimme Folgen für Dich haben könne. Erst dann, wenn ich ein Mann geworden sei, dürfe ich für Dich in die Schranken treten und auf Erfolg hoffen. Er riet mir, zu studieren, er bewies mir, daß ich nur als tüchtiger Jurist Deine Sache erfolgreich vertreten könne, und ich bin ihm, dem edlen, leider verstorbenen Mann, heute noch dankbar für diesen Rat. Solange ich das Gymnasium besuchte, unterstützte er mich, ich stand im Begriff, mein Abiturienten=Examen zu machen, als ein Herzschlag plötzlich sein Leben endete. Nun galt es, mit eigener Kraft weiter zu streben! Ich mußte durch Unterricht mir die Mittel zum Studium erwerben, mußte meine Studien unterbrechen, um als Hauslehrer mir Existenzmittel zu verschaffen, so kämpfle ich auch später nochls Referendar mit Schwierigkeiten aller Art, bis ach endlich mein letztes Examen gemacht hatte. Ich ließ mich als Rechtsanwalt in unserer Stadt nieder, ich war dort dem Hause Eichenhorst nahe, dadurch wurdenmeine Beobachtungen mir erleichtert. Gleichwohl verhielt ich mich auch jetzt noch ruhig und scheinbar teilnahmslos, ich wollte vor allen Dingen Praxis und eine gesicherte Existenz haben, um mir ein Heim bieten zu können. Nun, ich darf sagen, daß das Glück mich begünstigte, gleich zu Anfang wurden mir schwierige Prozesse anvertraut, nach allen Seiten Erkundigungen ein, und als ich mich hinlänglich gerüstet glaubte, begann ich mit der Lösung meiner Aufgabe. Sie ist mir leichter geworden, als ich glaubte. Doktor Graumann mochte wohl sofort erkennen, daß er einem Manne gegenüberstand, mit dem er nicht spaßen konnte. Hätte er meiner Forderung nicht nachgegeben, so wäre ich mit dem Staatsanwalt und einem Arzt zurückgekehrt, und es würde dadurch ein Eklat hervorgerufen worden sein, der seiner Anstalt nur schaden konnte. Was nun weiter geschehen soll, um Dich in Deine Rechte wieder einzusetzen, das wollen wir während der Reise beraten, ich muß gestehen, daß ich darüber noch nicht ernstlich nachgedacht 9ave.„ Baronin Adelgunde halle wahrend nieser Milteilungen ihre Garderobe und die Habseligkeiten zusammengesucht und in ein Bündel gepackt, jetzt stand sie vor dem Bruder, und ihr Blick hing voll ungeduldiger Erwartung an seinen Lippen. „Hab' Dank, tausend Dank!“ sagte sie mit zitternder Stimme, während sie mit der schmalen Hand über ihre Stirne strich,„möge ein Leben voll Glück und Liebe Dich für diese Aufopferung belohnen, ich kann es nicht. Nur das wünsche ich noch zu wissen, bevor wir dieses Haus verlassen; was ist aus Dagobert, meinem Sohn geworden?"„ „Was weißt Du von ihm?“ fragte er, an seiner Brille rückend. „Nicht viel, aber doch geung, um das schlimmste befürchten zu müssen. Mein Schwager ließ mir vor etwa elf Jahren die Mitteilung machen, Dagobert habe eines Verbrechens wegen die Heimat heimlich verlassen müssen, er sei nach Amerika geflüchtet. Seitdem soll er verschollen sein, wie Doktor Graumann heute morgen noch behauptete. Nun sage mir die Wahrheit, Hermann, nimm keine Rücksicht auf die Warnung des Arztes, ich bin nie seisteskrank gewesen und in diesem Augenblick auf „Verschollen ist Dagobert seit seiner Flucht, aber da jede Nachricht von ihm fehlt, darf man auch annehmen, daß er sich noch unter den Lebenden befindet," erwiderte der Bruder in beruhigendem Tone.„Sein Tod würde durch das Konsulat gemeldet worden sein, schon oft ist ein Verschollener zurückgekehrt, also dürfen wir auch in diesem Falle die Hoffnung nicht sinken lassen. „Und das Verbrechen?“ „Hat nie bestanden, Adelgunde; Deinem Sohn wird kein Haar gekrümmt werden, wenn er heimkehrt. Was ich infolge meiner Erkundigung erfahren habe, will ich Dir berichten. Dagobert soll auf Haus Eichenhorst nicht gut behandelt worden sein; Dein Schwager hatte gleich nach Deiner Ueberführung in diese Anstalt geheiratet, seine Ehe wurde mit einer Tochter und zwei Söhnen gesegnet. Für den Baron von Darboren war dies ein Grund mehr, den rechtmäßigen Erben zu beseitigen, um den eigenen Kindern die Herrschaft zu sichern. An der starken, zähen Natur scheiterten die Pläne, die zur Erschütterung seiner Gesundheit geschmiedet wurden, man mußte es nun auf anderem Wege versuchen. Ich schicke voraus, daß das, was ich Dir sage, nur Vermutung ist, aber ich glaube auch, daß diese Vermutung in jeder Weise den Nagel auf den Kopf trifft. Eduard Schreiber, der Sohn Eures Verwalters, war damals ein leichtsinniger Bursche, er schloß sich eng an Dagobertan, der als siebzehnjähriger Jüngling nicht die moralische Kraft besaß, den Verlockungen zu widerstehen. Baron Kurt füllte dem Versucher die Taschen und schwieg zu allen Verirrungen seines Mündels. Dagobert wurde in der Stadt in eine Gesellschaft eingeführt, in der er leiblich und geistig zugrunde gehen mußte, und niemand stand ihm warnend zur Seite. Die Nächte wurden am grünen Tisch verbracht; der Champag= ner floß in Strömen; war das Spiel beendet, so wurden wüste Orgien gefeiert. Der Vlan warei# lich durchsichtig; bis zu einer gewissen Grenze wollte Baron Kurt Deinem Sohne die Zügel schießenlasen; war Dagobert dann ein Sklave seiner wildtobenden Leidenschaft geworden, so konnte man ihn als Verschwender unter Kuratel stellen, oder ihn zu einem Verbrechen verleiten, oder ihn weiter toben lassen, bis unheilbares Siechtum ihn ergriffen hatte. Das war nach meiner Ueberzeugung der Plan Deines Schwagers; der Verwalter und dessen Sohn waren die Werkzeuge, die ihn ausführen mußten. In einer Nacht nun entstand am Spieltisch Streit, Dagobert beschuldigte einen Genossen des falschen Spiels, die ganze Bande drang auf ihn ein, er zog seinen Stockdegen, den er stets bei sich führte und erstach einen Gegner. Ob hier Absicht oder Zufall vorgelegen hat, weiß ich noch nicht, jedenfalls muß Eduard Schreiber Deinem Sohn die Hölle sehr heiß gemacht haben, denn Dagobert flüchtete noch in derselben Nacht und andern Tages berichteten die Zeitungen, Baron Dagobert von Darboren habe am Spieltisch einen Menschen erstochen. Das war eine Lüge, denn jener Mensch lebte noch, er wurde sehr bald wieder geheilt und verließ dann auf Nimmerwiederkehr die Stadt, die Lüge selbst ist aber in den Zeitungen nie widerrufen worden.“ „So muß es jetzt noch geschehen!“ rief die Baronin, deren Antlitz der Zorn gerötet hatte.„Dagobert muß in allen Zeitungen zur Rückkehr aufgefordert werden. Leben die Gattin und die Kinder meines Schwagers noch?“ „Von allen diesen lebt nur noch die Tochter, Baronesse Theodore und wenn ich den Berichten über sie Glauben schenken darf. so stimmt ihr Charakter mit dem des Vaters in keiner Weise überein. Wie gesagt, Adelgunde, wir müssen alles weitere ruhig und ernst beraten, wir haben Zeit genug dazu, wir dürfen uns keiner Uebereilung schuldig machen, denn unsere Gegner haben die Macht des Kanden hat weiß, wie ernst und treu sie ihre Aufgaben und Pflichten in der Erfüllung der Geschäfte genommen hat. Es war ihr garnicht um die äußere Repräsentation zu tun, sondern nur um die Förderung der Sache, um die Milderung von Mißständen, um die Hilse der Bedrängten. Das Andenken an diese edle Frau wird auch von uns Sozialreformern in Dankbarkeit hochgehalten. 9 Die Erdbeben=Katastrophe auf Sizilien. J R R HENISCHES Aus der Vorratskammer des„Vaterland“. Wenn Techniker und Ingenicure ihr Werk vollendet haben und ihr Werk der Hapag übergeben, beginnt die Sorge des Proviantmeisters der Riesenschiffe. Mit was allem, und mit welchen Mengen müssen nicht die Vorratsräume der schwimmenden Hotels gefüllt werden! Sehen wir uns einmal an, was das„Vaterland“, das neueste Schiff der Hamburg=Amerika=Linie, auf seine Ausreise mitnimmt. An Vorräten, die nur für die Ausreise gedacht sind, schleppt er mit 45000 Pfund frisches Fleisch, 8500 Pfund Wild und Geflügel, 8000 Pfund frische Fische usw., 15000 Pfund Brot, 48000 Eier, 25000 Pfund frisches Gemüse, 12000 Pfund Früchte, 150 Kisten Zitronen und Apfelsinen, 1500 Jcecrean usw. An Dauerproviant für Aus= und Heimreise bestimmt, packt er u. a. ein: 100000 Pfund Kartoffeln, 4000 Pfund Zwiebeln, 350 Fässer Mehl, 60 Fässer Salz, 500 Pfund Senf, 150 Pfund Pfeffer, 8300 Pfund Schinken, Wurst, Zungen, Speck, 25 Tonnen Heringe, 2000 Dosen und 100 Faß Fischkonserven, 5500 Pfund Käse, 6500 Liter sterilisierte Milch und Rahm, 5200 Dosen kondensierte Milch, 5000 Pfund Butter, 5500 Pfund Margarine, 6000 Tosen Gemüsekonserven, 600 Pfund Nüsse und Mandeln, 6500 Pfund getrocknete Früchte, 4000 Dosen Kompotte, 2000 Pfund Marmeladen und Zwetscheumus, 250 Flaschen Fruchtsäfte, 10000 Pfund Zucker, Sirup und Honig, 5100 Pfund Kaffee, 350 Pfund Tee, 400 Pfund Schokolade und Kakao, 5800 Pfund Hülsenfrüchte usw, 1500 Pfund Kakes, usw.— Hinmu kommen an Getränken: 700 Flaschen Frühstückswein, 5000 Flaschen Weißwein, 4500 Flaschen Rotwein, 3000 Flaschen französischen und 2100 Flaschen deutschen Champagner, 2200 Flaschen Liköre usw., 13000 Liter echte und 15000 Liter Hamburger Biere, 3000 Flaschen Hamburger Bier, 15000 Flaschen Mineral= wasser, 3000 Liter Mannschaftswein. —— Aus dem Reiche der Technik. Die Schnellbahn ohne Schienen. Eine ganz neuartige Schnellbahn wurde in London zum ersten Male vorgeführt. Ein Franzose, Emile Bachelet, hat eine schwebende elektrische Schnellbahn erfunden, die 300 englische Meilen in der Stunde zurücklegt und dabei weder Reibung noch Vibration erzeugt. Die Bahn hat, laut„B. T.“, keine Räder, keine Lokomotive, keinen Motor und keine Gleise. An Stelle der Gleise sind als Spur dicht nebeneinander Klötze aus Aluminium aufgestellt, die alle sieben oder acht Meter von einem torähnlichen Magneten unterbrochen werden. Ueber S Erein 2 Tort gr ∆ 05 O accuja Aiontaltano Messina! OSLucia fremestiort S. Macido Dover 0 Tripi oNovara 0 Barcellona Giampilieri Scaletta Ali Malvagna C Randarzo * Francavilla 0 „nLastigligne Wgoderng ae ura di Se eress d’Ag Atn4 5.955 4P eenone)0 6re ederne erana . Wemich enteruung : Agor „0 Päigeale 6r9 Mscsluca) Paterno J ∆0 lüsterbionge S Mosts Catania Castellans salagons C2 K * Pasco Martino ssorgg AE Gecin e □ Das Erdbebengebiet Cerientini 0 Franceforte SGisarn Gts in Süd-Italien. L Aus dem Erdbebengebiet auf Sizilien werden erschütternde Einzelheiten gemeldet. Nach Berichten von Augenzeugen und Geretteten spielten sich grausame Szenen ab. Dem„Berl. Tagebl.“ wird zu der Katastrophe u. a. aus Rom mitgeteilt: Es war genau sieben Uhr abends, als ein sehr heftiger wellen= und stoßförmiger Erdstoß die ganze Gegend östlich vom Aetna erschütterte Der Erdstoß dauerte zehn Sekunden. Sofort stürzte die Bevölkerung aus den Häusern, aber da die Häuser gleichzeitig zusammenbrachen, wurde eine große Anzahl von Peisonen augenblicklich unter den Trümmern begraben oder entkam nur mit genauer Not und mit schweren Verletzungen. Wenn in dem vollständig grn 8r) zerstörten era nur hundert Personen getötet und zweihundert verletzt wurden, so erklärt sich dies aus zwei Umständen: einmal, weil das Erdbeben kurz vor dem Ave Maria erfolgte und die Bauern darum noch meist bei der Arbeit waren, u. dann, weil viele Einwohner durch leichtere Erdstöße, die vorangingen, gewarnt wurden und sich schon vor dem entscheidenden Erdstoß im Freien besanden. Aus Linera wird eine herzzerreißende Szene gemeldet: Auf einem Trümmerhausen stand eine junge Frau, die verstört wie eine Irrsinnige im Schutt grub, um ihre darin begrabene Tochter hervorzuholen. Alle Versuche, die Frau wegzubringen, waren vergeblich. Sie antwor tete nur unverständlich. Aus einem zerstörten Hause wurde eine achtzigjährige Frau völlig unverletzt hervorgezogen. Alle ihre Familienangehörigen bis auf einen Enkel und den unmündigen Urenkel sind tot. Die von dem Erdstoß in ihrem Heim überraschte junge Frau des Telegraphenbeamten Patane erzählte: Während der Erdstoß erfolgte, erdröhnte gleichzeitig die ganze Luft von einem dämonischen Geheul. Das Haus begann zu zittern und zu schwanken wie Schilf im Winde. Plötzlich wurde sie von einem seltsamen Wirbel erfaßt, der sie weit hinwegtrug. Als sie erwachte, fand sie sich zwischen Schutt und Gerümpel auf der Straße, hatte aber keine Verletzungen davongetragen. Jammervoll ist auch das Bild, wie überall die geretteten Bauern still und teilnahmslos neben den Leichen ihrer Angehörigen sitzen Eine große Jahl der Bauernfamilien will nicht länger auf dem Unglücksboden bleiben und mit Sack und Pack die Heimat verlassen, um sich anderswo anzusiedeln oder nach Amerika auszuwandern. diesen Klötzen und unter diesen Toren schwebt, ziemlich dicht über der Erde, ein Stahlzylinder in Form einer Zeppelin=Gondel, der eigentliche Zug. Das Geheimnis der Fortbewegung besteht darin, daß die elektromagnetischen Gewinde im Innern der Aluminiumklötze bei Einschaltung des elektrischen Stromes den Zug von sich abstoßen und in der Luft halten, während die großen torartigen Magneten ihn vorwärts ziehen. Bei Ausschaltung des Stromes senkt sich der Zug auf die Kette der Aluminiumklötze. Für den Personenverkehr werden Sicherheitsmaßregeln vorgesehen, die in einem Motor und Propeller bestehen, um bei schwierigen Kurven und Passagen den Strom auszuschalten und die Bewegung durch einen eigenen Motor ermöglichen zu können. Die Anlagekosten sollen nicht sehr groß sein. Kraftstationen sind alle 100 Meilen erforderlich. Die Vorführung des Modells vor vielen Fachleuten erregte größtes Interesse. Der Direktor einer großen Gesellschaft übernahm den Bau einer Probestrecke bei London. Sobald diese Ersindung in großem Stül verwirklicht sein wird, kann man von Brindisi nach Calais in neun und von Paris nach Petersburg in zehn Stunden fahren. Bad Königsborn bei Unna. Wie die Badeverwaltung bekannt macht, treten in die em Jahre wieder für sämtliche Besucher des Bades von 15. bis 31. Mai und 1. bis 30. September bed.utend ermäßigte Bäderpreise in Kraft. Der Preis eines Solbades ist für dieses Zeit von 1.45 auf 1 15 Mark, der eines Thermal= oder Dampfbades von 1.70 auf 1.35 Mark herabgesetzt. Außerdem erhalten Auswärtige, die mit einer Rückfahrtsoder Monatskarte zum Baden kommen, beim Alstempeln der Badekarte auf Wunsch eine Karte zum unentgeltlichen Besuche der Kurkonzerte, aber nur an den Wochentagen. Die regelmäzigen Kurkonzerte nehmen am 20. Mai ihren Ansang; am Himmelfahrtstage findet großes Extrakonzert der Kurkapelle statt, Die Fa. Rud. Ibach Sohn in Barmen hatte einen Wettbewerb für AnzeigenKlischee=Entwürfe ausgeschrieben. Zu diesem waren eingegangen 1223 Sendungen mit 2586 Entwürsen. Bei der ersten Prüfung verblieben 505 Entwürfe, die den künstlerischen und praktischen Bedingungen im allermeinen zu entsprechen vermochten. Bei der zweiden Sichtung wurden 141 Blatt gewählt. Nach jünfmaliger Durchprüsung und eingehender Beratung wurden die Preise und Ankäufe wie folgt verteilt: Ein 1. Preis 375 Mark: Kennwort„Muse“, Max Eschle, München. Ein 1. Preis 375 Mark: Kennwort„Lampensieber“, Hugo Frank, StuttgartKaltental. Ein 3. Preis 150 Mark: Kennwort „Musikus“, Franz Bußjäger, München. Ein 4. Preis 100 Mark: Kennwort„Peter“, Franz Bußjäger, München. Ferner wurden vier Entwürse zum Betrage von je 50, 10 zu je 30 Mark, sowie eine Anzahl anderer angekaust. Verantwortlich für die Redaktion Friedr. Kraas. Druck u Verlag von Cari Braus, beide in SchwertKiden Aum um Das echte Dr. Oelker's Backpul oer ist gesetzlich geschützt unter dem Namen Wer dies benutzt, wird Kuchenbacken stets guten Erfolg und Freude beim Man versuche: Dr. Oetker’s Schokoladen-Kuchen. Zutaten: 250g Butler. 500g Zucker, 6 Eier, das Weiße zu Schnee geschlagen, 500 g Mehl, 1 Päckchen von Dr. Oelker's Vanillin=Zucker, 1 Päckchen von Dr Oelker's„Bockin", 3 Eßlöffel voll Kakao, 1 kleine Tasse Milch oder Rahm Zubereitung: Die Buller rühre zu Sahne, gib Zucker, Elgelb. Vanillin=Zucker. Milch. Mehl, dieses mit dem Bechin gemischl daran und zuletzt den Schnee der 6 Eiweiß. Teile die Masse. menge unter die eine Hällte den Kekao, fülle den Teig abwechselnd in die gesettete Form und backe den Kuchen I bis 1½ Stunden. 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Der Sturm, dachte ich, ist nur zu wahr gewesen; ich habe nicht geträumt; doch war auch diese Erscheinung Wirklichkeit, die ich mit Händen greifen zu können geglaubt? Noch ganz im Banne der nächtlichen Schrecknisse erhob ich mich und steckte den Kopf in eine große Schüssel mit eiskaltem Wasser, um die letzten Eindrücke des nächtlichen Traumes zu verscheuchen. Dann machte ich einen Spaziergang vurch die Stadt und ging nach der Festina docia, der Berühmtheit Bologuas, wo Ernst bereits an einem Tische saß. Als er mich sah, stieß er ein heiseres Lachen aus und sagte: „Nun, hast du deinen Etrusker heute Nacht gesehen?" „Ja,“ erwiderte ich,„infolge deiner Reden habe ich die ganze Nacht von ihm geträumt.“ „Du hast nicht geträumt, mein Lieber. Du hast den Etrusker in Wirklichkeit gesehen! Ich weiß es, denn ich habe mit ihm gesprochen..“.... „Wie?“ fragte ich, während ein Schauer mich überlief... „Und er hat mir gesagt“, fuhr Ernst mit unerschüttrrlicher Ruhe fort,„daß ich ihm einen großen Dienst erwiel## hatte, als ich ihn zwang, auf die Erde zurückzukehren. „Weshalb?“ Weshalb?.... Aber das weißt du doch ganz genau! Weil er ohne den Besuch, den er dir gemacht, seine Kniescheibe nicht hätte wiederbekommen können, die du ihm prosanerweise gestohlen hast...“ „Erlaube,“ versetzte ich lachend.„seine Kniescheibe ist noch immer meine Kniescheibe und erfüllt noch immer gewissenhaft auf meinem Schreibtisch ihre Pflicht als Briefbeschwerer.“ „Haha! Man sieht, daß du heut Morgen noch nicht gearbeitet hast, sonst hättest du sehen müssen, daß die Kniescheibe nicht mehr auf deinem Schreibtische liegt. Der Etrusker hat sie heut Nacht mitgenommen. Starr vor Staunen verließ ich meinen Freud Ernst und eilte nach Hause. Schnell stürzte ich nach meinem Schreibtisch, und ein eisiger Schauder überläuft mich, die Haare sträuben sich mir auf dem Kopfe.... die Kniescheibe war nicht da! Auf der Stelle aber, wo sie bisher gelegen, sah ich auf den Papieren ein breites Band aus schwarzer Wolle liegen. auf dem in seiner Weißstickerei das einfache und doch so surchtbare Wort„Tod“ stand. Von freinden Völkern. Weisheit des Ostens. Ein Türke namens Ali kam zu dem Hodscha Nasr=Eddin, dem humorvollen Weisen, der in so vielen türkischen Geschichten eine Rolle spielt, und beklagte sich mit Tränen darüber, daß sein letztes Gut nun dahin sei, daß er alles verloren habe, seit ihm sein einziger Esel vergangene Nacht gestohlen worden. Mit gütigen Worten beruhigte der Hodscha den Mann und gab ihm die tröstliche Versicherung, er würde am nächsten Tage seinen Esel finden. Der nächste Tag war ein Freitag, und als sich alle Gläubigen des Dorfes zur Andacht in der Moschee versammelt hatten, sprach der Hodscha wie bei jedem Gottesdienst zu ihnen über den Koran und schloß mit den Worten:„Wer unter euch, ihr treuen Anhänger der heiligen Lehre, niemals eine Lüge gesagt hat, niemals gestohlen hat, noch irgend etwas seinen Nachbarn zuleide getan oder ihnen Böses gewünscht, wer niemals ungehorsam war seinen Eltern, niemals berauschende Getränke getrunken, niemals geraucht noch sonst irgend ein Unrecht getan hat— der Mann trete vor und stelle sich an meine Seite!“ Einen Augenblick herrschte Schweigen und Ruhe in der Versammlung, dann trat mit einigem Zögern ein breitschultriger junger Bauer hervor aus der Menge und ging mit einem frechen Lächeln auf den Hodscha zu. Ruhig wandte sich Nasr=Eddin zu Ali, der noch immer über den Verlust seines Esels still vor sich hinweinte, und sagte:„Hör auf zu jammern, dein Kummer hat ein Ende; mit des Propheten Hilfe haben wir ihn gefunden.“ Und er zeigte dem armen Ali den plötzlich beschämt dastehenden Eseldieb. Arzte sagen. Gute Verdauung. Um eine gute Verdauung zu bewirken, ist vor allem ein gehöriges Kauen der Speisen erforderlich. Wenn jemand die Speisen verschluckt, ohne sie zuvor genügend zu kauen und im Munde mit Speichel zu mischen, so sehlt er gegen eine wesentliche Bedingung der Gesundheit; denn wenn die Speisen im Munde nicht vollkommen zermalmt sind, so braucht der Magen mehr Zeit und Arbeit, um sie aufzulösen, und dieses Organ wird durch überfür den nächsten Verdauungsprozeß nicht gehörig vorbereiten. geht dann ein Teil der Nahrung unaufgelöst durch den Darmkanal und bringt dadurch einen Reizzustand, Entzündung, Blähungen, Kolik, Diarrhöe, Ruhr und andere Beschwerden hervor, die zuweilen sogar einen bedenklichen Charakter annehmen. Einfache Art von Zimmergymnastik. Die Muskelübungen sind besonders bei den jungen Mädchen und Frauen mangelhaft, die keine angestrengte körperliche Arbeit verrichten. Wodurch können nun diese Muskeln auf die einsachste Art gestärkt werden? In erster Linie durch die Arbeit, die jede junge Dame in ihrer Häuslichkeit sattsam vorfindet, Abwischen der Möbel, Bilderrahmen, Türen, also Bewegungen des Körpers nach oben und unten; Wäschemangeln, Scheuern, Kochen usw. So werden die Muskelpartien in Tätigkeit gesetzt, und jede Mutter wird sich über die dabei zunehmende Frische und Gesundheit ihrer Töchter freuen. Der Naturfreund. Geruch und Farbe der Blumen. Eine eigentümliche Beziehung besteht zwischen der Farbe und dem Geruch der Blumen. So lehrt die Erfahrung, daß unter den riechenden Blumen die weißen die Mehrzahl bilden, dann folgen zunächst die gelben, hierauf die roten, und zuletzt kommen die blauen, an diese schließen sich dann noch die violetten, grünen, außer acht gelassen werden, daß in Würdigung der Gerüche die verschiedenen Nationen keineswegs untereinander übereinstimmen; was die eine angenehm findet, erklärt die andere für unangehm. Unter den weißen Blumen sind gewisse Geruchsarten sehr vorherrschend. So besitzen viele Umbelliseren einen starken Geruch nach Honig. Andere, wie z. B. der Hagedorn entwickeln Bittermandelgeruch. Weitere Geruchstypen unter den weißen Blumen werden repräsentiert durch die weiße Lilie, den Jasmin, die Tuberose und die Maiblume. Unter den gelben Blumen begegnet man häusig dem Orangenblumengeruche, so beim gemeinen Ginster. Auch der Honiggeruch findet sich bei verschiedenen gelbblühenden Pflanzen. Wenn von angenehm riechenden roten Blumen die Rede ist, denkt man zunächst an Rosen und Nelken; aber abgesehen von diesen beiden ist es schwer, die Gerüche der rotblühenden Pflanzen zu charakterisieren. Die lilafarbigen Blumen besitzen viel Übereinstimmendes im Geruche; so trifft man häusig den lieblichen Vanillegeruch, wie er sich z. B. beim Heliotrop zeigt. Blaue Blumen riechen sehr selten und auch dann nur in geringem Grade. Da weiße und blasse Blumen in den nördlichen Gebieten vorherrschen, so kann man als feststehend annehmen, daß verhältnismäßig die Zahl der riechenden Blumen nach den Polen zu größer ist, als nach dem Aquator zu. Gemeinnütziges. Behandlung von Britanniametall. Wenn eine Teekanne von Britanniametall durch den Gebrauch innen dunkelbraun geworden ist, so tut man Soda hinein, gießt die Kanne voll mit kochendem Wasser und läßt sie so einige Stunden stehen. Dieses Verfahren wiederholt man noch einmal, und die Kanne wird innen wieder ganz rein sein. Olflecke von Holz zu enifernen. 12222 Olflecke entfernt man aus Stubendielen, Tischplatten und anderen hölzernen Gegenständen ganz einsach und sicher, wenn man sie mit ordinärer brauner Seife bestreicht und erst nach 24 Stunden mit kaltem Wasser abwäscht. Amtliches Kreisblatt für den Kreis börde 46. Jahrgang O Grites und ältelles Cagesorgan des Kreiles. O Haupt-Annoncenblatt Unterhaltungs=Beilage zu Nr. 111. Mittwoch, 13. Mai 1914. 0 lichts ist törichter, die er sich selbst macht. als einem Dorwürfe zu machen, Mit versiegelten Orders. Original=Roman von Oscoi L. Schweriner. (12. Fortsetzung.) „Aber, Mabel, wie denn?“ Da schritt Mabel auf den jungen Mann zu, drückte ihren Körper gegen den seinigen und umschlang seinen Hals mit ihren Armen,— so fest, daß sich ihre Gesichter beinahe berührten. Zärtlich blickte sie ihm in die Augen und sagte: „Soll ich dir einen Vorschlag machen, George?“ George nickte mit dem Kopfe. Da zog sie ihn noch weiter zu sich herab, bis ihr Mund sein Ohr berührte, und flüsterte: „Verschaffe dir die Erlaubnis von deinem Vater zu einer kleinen Ruderpartie. Sag ihm, du brauchtest für dein Wohlergehen die dir so nötige körperliche Übung. Sag ihm, was du willft, nur sorge dafür, daß du ein Ruderboot zur Verfügung bekommst. Und dann, wenn du das hast, rudere hinter das Schiff unter die große Fahne und fange mich auf. Ich werde mich ganz flach in dein Boot legen, du wirfst ein Tuch über mich, bedeckst mich damit, und dann rudern wir hinüber zum Kai.“ Er unterbrach sie mit einem Kopfschütteln. „Mabel, der Kai ist voller Menschen. Du kleiner Schwärmer, das ist doch alles ganz unmöglich. Das geht doch im allerbesten Falle nur in Romanen, aber nicht in Wirklichkeit.“ Doch sie verschloß ihm den Mund mit ihrer kleinen Hand. „Unsinn!" flüsterte sie.„Lieber George, wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg. Und was in Romanen steht, ist manchmal lange nicht so unwahrscheinlich, wie das, was alle Tage im Leben passiert. Du mußt mich ans Land bringen, und dafür verspreche ich dir eine fürstliche Belohnung.“ „Und das wäre?“ fragte George neugierig. „Das wäre," erwiderte Mabel,„daß du mich wieder einmal in—— Frauenkleidung durch die Straßen führen sollst. Ja. siehst du,“ fügte sie hinzu,„nun ist's heraus. Ich halte es nicht mehr aus. Ich muß wieder einmal, wenn auch nur auf eine Stunde, Röcke um meine Füße fühlen.“ Da zog George das junge Mädchen an sich.„Du liebes, armes Kind," flüsterte er.„Ja, das glaube ich, kann ich verstehen. Nun komm, was gemacht werden kann, wird gemacht! Ich werde sehen, wie ich mich mit dem Alten abfinde.“ Er zog seine Uhr. „Es ist zwölf Uhr. Vor Mitternacht werden wir den Hasen kaum verlassen. Also, wir treffen uns um fünf Uhr bei der großen Fahne. Ich halte das für den günstigsteu Augenblick, denn um diese Zeit nachmittags wird an Bord wahrscheinlich alles der Ruhe pflegen. Bin ich um fünf Uhr mit einem Boote nicht an Ort und Stelle, so wirst du wissen, daß es mir nicht möglich war zu kommen.“ „Oh.“ rief Mabel,„du mußt kommen, George,— sonst — du— George.—“ George preßte einen langen Kuß auf ihre zitternden Lippen. „Es wird mir möglich sein. Lieb,“ murmelte er und verließ schnellen Schrittes die Kajüte. Und Mabel preßte die Hände auf die hochaufatmende Brust und ein tiefer Seufzer entrang sich ihren Lippen: „Nun habe ich doch seine Liebe zum Werkzeug gemacht,“ sagte sie halblaut, und ihre Augen starrten, nichts sehend, hinaus zum Bordsenster, vorbei an den Gästen, an der Kapelle, hinüber nach Honolulu. Es war selbst für die Hawaiinseln ein außergewöhnlich heißer Tag, und so hatten sich die Bewohner Honolulus in die kühlenden Schatten ihrer Häuser zurückgezogen. Der Kai war fast menichenleer. Vom Vorderdeck der„Wisconsin" meideten Glockenschläge die fünfte Stunde. Auf dem Schiff lag alles im tiefsten Schlaf, wie George es richtig vorausgesehen hatte. Selbst der Mann auf dem Aussichtsturm und die Wachen auf der Brücke und in der Batterie schlummerten halb. Denn im Hasen war die Wache tatsächlich nur Formsache. Der einzige Mensch auf dem ganzen Schiff, der sich einigermaßen den Schlaf aus den Augen hielt, war der Posten an der Schiffsglocke. Und daß er wach bleiben konnte, war weiter nichts, als eine Folge der weisen Vorsicht des Kapitäns, der ihm verboten hatte, seine Ration Whisky vor der Ablösung zu trinken.— Unter der großen Fahne, die jetzt bewegungslos von ihrem Maste herabhing,— denn nicht das geringste Lüftchen wehte,— stand Mabel und blickte gespannt hinüber auf den spiegelglatten, blauen Ozean. Da ertönten gedämpfte Ruderschläge, und um den Stern des Schifses herum dog ein kleines Boot. Es war George. Lautlos schwang sich Mabel über die Brüstung, bis sie nur noch an ihren Händen von der Reeling herabhing. George stand in seinem Boote aufrecht mit hoch erhobenen Händen. die Entfernung von ihm bis zu Mabels Füßen nach Möglichkeit abkürzend. „Los!“ rief er dann. Und Mabel ließ los. Er sing sie bei ihrer Taille auf. und beide wären ins Wasser gesallen, wenn Mabel sich nicht mit beiden Händen gegen die Rückwand des Schiffes gestützt hätte. Eine Minute später saßen sie glücklich im Boot, Mabel wollte sich ducken, doch George hielt es für unnötig. „Laß nur,“ meinte er,„uns bemerkt bei dieser Hitze doch kein Mensch." Er ruderte nicht direkt auf den Kai los, sondern so, als wollte er in das offene Meer hinaussteuern. „Wo fahren wir hin?" rief Mabel erstaunt, und dann sich im Boote umschauend: „Gehört denn dies Boot überhaupt zur„Wisconsin?“ „Erst gib mir einen Kuß,“ neckte er,„und dann werde ich dir erzählen, was für ein schlauer Kerl ich bin.“ „Nun?!“ ftagte Mabel, als er sie endlich wieder freigab. „Also, ich tat folgendes: Ich erzählte dem Alten, daß es doch wahrscheinlich besser wäre, wenn ich mich davon überzeugte, wie es mit dem Konsulatsgebäude stünde, wenn ich das Haus abschlösse, und dann mal ganz ruhig einen kleinen Spaziergang durch Honolulu unternähme, um mich über den Stand der Dinge im allgemeinen zu informieren. Zum Beispiel auch, was aus dem neuen Präsidenten geworden sei und so weiter. Der Alte stimmte mir wunderbarerweise bei, denn schließlich sind dies alles Angelegenheiten des Konsuls, Der Nachdruck des gesamten Inhalts dieser Beilage is untersagt.— K s i § 13c un e u n .#SE 6* —" 52 *8 3 8 5 5 S 8 5 582 S. S u 5 3 25 99 S S.„ # S98r 8 S S 5 5 5 85 5# S S Dg B8U * S 1* 2 5 G GE AT 8 8 * 8 S, S5LEBSEE ## SgBBLEEE P SGTEE h-gsa # S 8 *## E:• 2 *— — 9 2 S 2 21• E P SS s9 g 65 S 5SEE DS R S 5 9 ***• # SS 5 E # G S C 8 S 5 8 5 5 3 1— 2 8 58 2 1. • EHEEESR SOESNETS SFHEPMHE%E 5R2S D 0# * S SEE! 12—* 6 8 S E E.5 S S 5 •2 2PSE ## 8 S 85 88 — 5 5 — 8 5 * 8 0 * 8 S S:2 5 1 # E 3 und nicht des Schiffskommandanten. Kurz, ich wußte die Sache so darzustellen, daß er mir eben zummmte. Der größeren Sicherheit wegen legte ich Zivil an.“ „Ach,“ unterbrach Mabel,„das habe ich in meiner Aufregung vorhin noch gar nicht bemerkt. Du bist in „Ganz recht,“ meinte George,„ich legte also Zivil an und ließ mich von einem Matrosen an Land rudern. Den schickte ich dann wieder nach dem Schiff zurück mit der Anweisung, um neun Uhr heute abend mich abzuholen. Ich zweifle ja nicht einen Augenblick, daß der Alte wütend sein wird, aber was geschehen ist——. Anhaben kann er mir basüir nichts mehr.„. L hlicke ihren Geliebte „Ich verstehe,“ sagte Mavel, und blickle ihren Gellebten bewundernd an.„Du gingst dann zu einem Bootsverleiher, mietetest das Boot——“ „Halt," unterbrach George.„holte dich vom Schiff, nicht vom Kai aus,— sondern von einem verschwiegenen Stellchen oberhalb der Stadt aus ab.“ „Wofür,“ fiel Mabel ihm ins Wort,„ich dir— bis ans Ende meiner Tage dankbar sein werde.“ Beide lachten herzlich. „Und wo bleibt nun die Frauenkleidung?" frug George. „Wie gedenkst du denn deine Verwandlung vorzunehmen?“ Mabel wies auf ein Paket, das sie in ihrer Hand trug. „Irgend ein Bootshaus oder so etwas steht doch wohl „Aber selbstverständlich“ meinte George, und klatschte dabei wie ein Kind in seine Hände, bei welcher Gelegenheit er beinahe seine Ruder verloren hätte. „Natürlich, ich in Zivil, du in deiner richtigen Frauenlleidung. Arm in Arm wie ein wirkliches Brautpaar durch die Straßen Honolulus wandernd— du, Mabel— ich freue und kaum waren zehn weilere Minuten vergangen, als das Bild, das sich George Grant so lebhaft ausgemalt hatte, sich wirklich auf den Straßen Honolulus verwirklichte. Ein junger, schlank gewachsener Mann in heller Tracht und ein kleines, brünettes, schlankes Mädchen in einem duftigen weißen Tüllkleid wandelten urm in urm durch die Straßen Honolulus, als seien sie in ihrem ganzen Leben nie etwas anderes gewöhnt gewesen. 10. „Wie lange ist es her, seit wir uns zum letzten Mal In zwei dicht nebeneinander stehenden Deckstühlen lagen sie ausgestreckt: Kapitän Grant und Mrs. Boulder. Die 1 beiden einzigen an Deck, die nicht schliefen, die trotz der erschlaffenden Hitze die Aufregung des plötzlichen Wiedersehens wach gehalten hatte..He Die schöne Frau say den Sprecher lange an. „Haben Sie's vergessen, Kapitän Grant? Ich könnte es nicht! Mich könnten Sie jederzeit danach fragen, ohne zu 1 rechnen, will ich es Ihnen sagen. Es war zwei Jahre vor 1 meiner Heirat. Jetzt sind es vierzehn Jahre her!“ Grant blickte träumerisch vor sich hin. „Die Zeit vergeht; damals war ich Offizier auf der =Colorado“ Hem 1„Und glaubren mich zu lieben!“ „Und liebte Sie!“ g9.8 Mau; „Sie haben's bewiesen, Kapitan Grant!“ Mrs. Boulder lachte etwas gezwungen auf.„Erst machten Sie mir auf der „Colorado“ an jenem Abend den Hof! Warum?“ „Weil Sie mir gesielen!“ 664 „So?!— Und dann, am nächsten Tage,— bei der Wasserpartie, als das Boot kippte, und Sie mich mit eigener Lebensgefahr unversehrt unter den Rädern des Vergnügungsdampfers hervorholten: weshalb taten Sie das?“ „Weil jeder Mann dasselbe getan hätte!“ erwiderte der Kapitän einfach.„ igt 6a3f Ihe Sstam demm 8. „Jeder Mann hat aber nicht dasselbe geran, denn die ] Sache war zu gefährlich,— mehr als gefährlich! Sie waren denn auch der einzige, der mir nachsprang. Aber ich will Ihre Antwort gelten lassen. Warum nahmen Sie aber zwei 1 Tage später plötzlich Urlaub und verschwanden, ohne auch nur Abschied zu nehmen?“„„ 8 „Weil“— der Kapitän blickte der Dame fest in die Augen—„weil ich fürchtete. Sie lieben zu lernen, meine liebe Mistreß Boulder.“ Dann schaute er wieder hinaus übers Meer. Die Dame war bei seinen Worten rot geworden bis an die Ohren. Jetzt versuchte sie, zu lachen. „Ha, ha! Und das mußte wohl unter allen Umständen vermieden werden?“ 6, Grants Blicke schweisten traumerisch in die Ferne. „Ja! Ich war— verheiratet!“ Mrs. Boulder schnellte erstaunt in ihrem Stuhl empor. *„Wa—3?!“ „Ich war verheiratet: geheim, hatte einen Sohn und eine ebenso brave wie kranke Frau.„ f un6 fangg, Dann wandte er sich der schönen Frau zu und langsam glitt seine Hand zu ihrem Stuhl hinüber, bis sie die ihrige gefunden hatte..„E.Jine 3. Fragte ur Ie1. „Verstehst du jetzt— Ebellne: flügle er leise. — jetzt verstehe ich!“ antwortete sie ebenso. Und vergaß, ihm ihre Hand zu entziehen. Und nach einer Weile fragte sie: „Lebt dein Sohn?“ „Er ist Fähnrich auf diesem Schiff!" „Wie heißt er?“ George, wie ich!, Sr.56l, Mi.„Nes „Erzähle mir von ihm! Erzahle mir— aues, Und Kapitän Grant glaubte einen leisen Druck auf seiner Hand zu fühlen und war glücklich. „Ist es nicht einfach großartig, so frank und frei herumzuwandern?" sagte Mabel, und ihr Gesicht schien vor Freude zu strahlen.„Am liebsten möchte ich gar nicht mehr auf das Schiff zurück! Und du?!“ „Ich auch nicht!“ antwortete George lachend. Da preßte Mabel seinen Arm und zwang ihn einen Augenblick zum Steben.,... Minse 6. ate f. „Also— bleiben wir!“ sügre sie. „Ja“— meinte er,„auf der Stelle, wenn die nicht wäre!" Mabel nickte. „Daß Pflicht und Liebe nie übereinstimmen!“ Sie waren vor einem Laden angelangt, in dessen senster allerhand Landeserzeugnisse ausgestellt waren. machte davor Halt und deutete auf einen Haufen kleiner Muscheln. „Ach, ist das reizend!“ rief sie entzückt aus. „Warte einen Augenblick, antwortete George sofort, verschwand im Innern des dunklen Ladens. In derselben Sekunde nüherte sich Mabel ein halbnackter Kanale, der bis jetzt unbemerkt den beiden gefolgt war. „Japan und der Mikado! Folge mir!" flüsterte er in japanischer Sprache, und verschwand um die Ecke des Mabel schien nicht sonderlich erstaunt.—— Und als George nach einer Weile mit seinen Einkäufen wieder die Straße betrat, da war seine Mabel spurlos verschwunden.—,„„ 4—7# Mabel war dem Kanaten ourch Kreuz= und Querstraßen gefolgt, bis er plötzlich vor ihren Augen in ein halbverfallenes Haus geschlüpft war. Durch einen öden Korridor ging es, über einen kahlen Hof und eine Kellertreppe hinunter. Dann durch eine Tür,— und Mabel befand sich in einem niedrigen Raum, der nach Schimmel und Moder roch, und durch eine Oilampe, die auf einem ungehobelten Tisch stand, erleuchtet wurde. Der Kanake blieb an der Tür gleich einer Schildwache stehen. Mabel, deren Augen sich erst an die Dunkelheit gewöhnen mußten, konnte vorerst nur zwei Gestalten erkennen, die sich bei ihrem Eintritt erhoben. Doch im nächsten Moment war sie auf eine der Gestalten zugestürzt und hatte sich ihr an den Hals geworfen. „Meine Tochter!“ antwortete der Japaner gerührt;„dem Himmel sei Dank, daß ich dich wieder in meinen Armen Da näherte sich auch die zweite Gestalt. „Kennen Sie mich noch, mein Fräulein?“ Sie erkannte ihn sofort und reichte ihm die Hand.“ Sie sind Graf Akto!“„„ dr41— den Eisch Er verneigte sich. Dann nahmen aue brei um den Tisch herum Platz. Auf einen Wink verschwand der Kanake durch die Tür. „Wir erwarteten Sie!“ sagte der Graf. „Ich sehe es,“ erwiderte Mabel,„und bin erstaunt. Wieso wußten Sie, wo ich mich befand. Ich hatte es Ihnen doch nicht gesagt!“ Pflicht SchauMabel winzig und tucuue sbigyuusc u 8 8 WES 5 9 2* 55 0 2 * S 2 * B S S5 S 8 *## S ∆ ** 2 5 9 9·8 * 1 8 S 55 B 7.5 SeichbgJui R S•# S# 8 SSSOSUE n "5 99. SE 1S E S Es * 5% 5 — 5„— 5 is S CSEEEESEAEERTSE * TUEE BSBUSE „ 8 E5 * SEg S 5 * ..55 5 S S 8 6 m. 5 uag OSSLSATEOSESSS 8 5 5 8 92• *„ S SBuSs ESIUEEE * 8 S 3# g 6 5 R Sgs.. .. S 5— P# S B-.* 2 SSon S E SS 25. „Wir erwarteten das Marconigramm von Ihnen in Honolulu sowohl wie in Tokio. Wir waren auf alles vorbereitet. Zumal wir damals schon annahmen, daß Sie mit der„Wisconsin" fahren würden, obwohl Sie es uns nicht anvertrauen wollten—— aus gewissen Gründen,“ fügte er nach einer kleinen Pause hinzu.„Daß Honolulu angelaufen werden würde, wußten wir—“ „Wußten Sie?“ unterbrach Mabel. „Wußten wir!“ wiederholte der Graf.„aus Washington. Das wußte dort übrigens auch beinahe jeder. Ich glaube jetzt, es hing direkt mit der Politik zusammen, es bekannt zu geben.— Sie sehen also, es gehörte keine besonders große Auffassungsgabe dazu, unsere Aufmerksamkeit nach hier zu lenken. Und—“ fügte er noch lächelnd hinzu,„um ganz besonders sicher zu gehen, haben wir noch ein bißchen Revolution machen lassen!“...(Ptup tune eoJh. Mabel starrte den Sprecher an.(Fortsetzung folgt). War es ein Traum? Eine seltsame Geschichte von F. Tonolla. Deutsch von Wilhelm Thal. Mein Freund Ernst M. war ein strenger Anhänger des Spiritismus, der Lehre Allan Kardecs und Mesmers. In diesem Punkte verstand er keinen Spaß. Um sich seine treue und aufrichtige Freundschaft zu bewahren, mußte man vollständig auf seine Ideen eingehen, oder, was ja auf dasselbe herauskommt, wenigstens so tun und seine Gründe über den Spiritismus für bare Münze nehmen. Er hielt mir an jenem Abend eine lange Rede und war ganz glücklich, in mir, der ich ihm mit einer Mischung von Wohlwollen und Resignation zuhörte, einen gefälligen Vertrauten seiner seltsamen Prophezeiungen und Visionen gefunden zu haben. Mit einer vor Begeisterung zitternden Stimme, mit voller, majestätischer Geste, in der Haltung eines Erleuchteten, verteilte er das mystische Brot, die Frucht seiner beständigen, tiefen Studien.„ „Ja!“ rief er mir zu,„eines Tages werden die Toten auserstehen, und dann werden sie uns ihre Pläne, ihr Streben und ihre Kämpfe berichten. Einige von den großen Toten habe ich selbst gesehen und befragt. Tamerlan, der allmächtige Kaiser, hat mir seine Heldenkämpfe beschrieben, Tschingis=Khan hat mir die Begeisterung seiner Legionen geschildert: Firdusi hat mir eins jener glühenden und kühnen Lieder vorgesungen, die Persien noch immer nicht vergessen hat; und Zoroaster...“.. „Aber hast du alle diese großen Männer denn auch wirklich gesehen und gehört,“ fragte ich. Gewiß!..... Siumsstäuschung eins vam 8.i. „War es nicht nur eine Sinnestauschung, eine von deiner erhitzten Phantasie geschaffene Erscheinung?“ „Nein.“ Ich habe sie in der Tat gesehen und gehört. Sie kommen zu mir, wenn ich sie rufe, diese erhabenen Geister, und bekleiden ihre Gebeine mit einem Leichentuch oder mit einem leichten schwarzen Mantel.“ Bei diesen Worten brach ich in lautes Gelächter aus, das ich vergeblich zu bemeistern suchte. „Verzeihe mir, mein Bester,“ sagte ich dann.„Da du mit den Bewohnern des Jenseits in so vertrauten Beziehungen stehst, könntest du wohl auch den Geist eines Menschen, der mir bekannt war, heraufbeschwören.“ „Wen soll ich beschwören? Sprich!“ Diese Worte wurden in so festem und sicherem Tone gesprochen, daß ich frappiert war. Endlich brach ich mein Schweigen und fuhr fort:„ „Nun wohl, ich möchte, daß du mich durch eine Beschwörung die Geschichte eines unserer Vorfahren, eines Etruskers, kennen liebest“.. Ir Sentumgen: „Gib mir etwas genauere Anbeutungen,“ erwiderte Ernst mit unerschütterlicher Ruhe,„und ich werde bald imstande sein, deinen Wunsch zu erfüllen... und wenn du willst, sogar noch in dieser Nacht.“ 2. „Also gut!“ sagte ich zu ihm,„höre, um was es sich handelt. Vor ungefähr 10 Jahren wurde ich von dem Grafen A.— du kennst ihn, nicht wahr?— eingeladen, einige Tage im Juli auf seiner schönen Villa Marzabotta zuzubringen. In diesem irdischen Paradies hatte man am Fuße des mit seltenem Geschmack erbauten neuen Schlosses bei einer Ausgrabungsarbeit eine etrurische Begräbnisstätte entdeckt, der der Herr des fast königlichen Besitztums ein ganz besonderes Interesse widmete. Hier sand ich eines Tages eine noch vollständig erhaltene Kniescheibe, die wie poliertes Elfenbein leuchtete. Sorgfältig bewahrte ich den Gegenstand als eine originelle und reizende Erinnerung an einen schönen Tag.“ Aber ich begresse nicht—“.„ „Laß mich vollenden. Seit jener Zeir liegt jener Menschenknochen auf meinem Schreibtisch und dient mir als Briefbeschwererzg.. 24.44 L25 12 Ehe uaik. u. Ernst begriff noch immer nicht, und ich fuhr nach kurzer „Ich möchte, daß du den Geist des antiken Trägers dieses Knochens heraufbeschwörst, damit er mir seine Geschichte erzähle. 8264=82#### Ci. „Gut! es sei so, wie du wunschent,“ sagte mein Freund, dachte einen Augenblick nach und fügte in ernstem Tone „Aber... er wird nicht kommen können... seine Kniescheibe fehlt ihm ja!“ Ich lachte ihm ins Gesicht und rief: „Nun gut, so mag er doch kommen und sie sich holen!“ Und unter lautem Lachen verließ ich meinen Freund, mir vergnügt die Hände reibend, hörte aber noch die Stimme meines Freundes Ernst, der mir fast in drohendem Tone nachrief:„, M.8 Jmmm Gmusg. eicht „Er wird tommen: er wiro rommen! Zweiste nicht daran!“ Eine Stunde, nachdem ich mich zu Bett begeben, brach ein fürchterlicher Sturm über der Stadt los. 4 Es blitzte heftig, und der Donner, der in der Ferne 7 rollte, wollte nicht aufhören; dazu heulte der Wind und ließ eine dumpfe, schauerliche Klage ertönen.1 Plötzlich öffnete sich das Fenster. Der Regen ergoß sich ins Zimmer und die Tropfen flossen bis zu meinem Bett. Ich lag im Halbschlaf und suchte im Traume gegen mich selbst anzukämpfen....—5 4.— 4ch faate wir has Angstlich warf ich mich hin und her, ich sagie mir, vaß ein Alp auf mir lastete, und suchte mich, aber vergeblich, davon zu befreien. Ju5 uin Sä2 Unwillkürlich wandte ich mich um.... und ein Schrei des Entsetzens und der Überraschung entfuhr meinen Lippen. Vor dem Fenstersims stand starr und unbeweglich, in ein weites, leichtes, schwarzes Gewand gehüllt, eine menschliche Gestalt..., ue Lam f.allamen Gast 1 Starr blickte ich auf den selrsamen Gast.„ Das war kein lebendes Wesen: das war auch kein Gespenst: das war auch kein Phantom! Nein! Das war ein Skelett, ein richtiges Menschengerippe: aber aus seinen; hohlen Augen drang der Blitz eines starren, forschenden; Blickes, und über seine Kinnbacken huschte ein spöttisches, höhnisches Lächeln... Und aus diesem Munde, dem Symptom des Lebens, drang ein Hauch, fast ein langsames, regelmäßiges Atmen.... 88ums uarkaur An der Mauer hinschleichend, trat das Gerippe vorsichng näher. Deutlich nahm ich das leise Geräusch eines leichten Knirschens wahr, und immer näher, immer näher kam der nächtliche Besuch. M7.r 2nd Exfact um Meit Jetzt hat er die Wano verlassen und schleicht am Beir hin: ich brauche nur die Hand auszustrecken, um den Mantel zu berühren, der meine Decken streicht, doch ich wage es nicht. Ich halte den Atem an und beobachte aufmerksam und neugierig; im übrigen fürchte ich mich nicht, ich fühle, daß ich es mit keinem Feinde zu tun habe. Das Gerippe tritt von meinem Bette fort, erreicht vir Mitte des Zimmers und wendet sich von da mit ernstem. automatischem Schritte dem Salon zu. Ich sehe genauer hin und bemerke, daß nur das rechte Bein sich bewegt; der linke Fuß schleppt leblos nach und streift mit leisem Geräusch den Ein neuer Windstoß läßt die beiden Flügel meines Fensters zusammenschlagen, und die zerbrochenen Scheiben geben einen schneidenden Ton von sich, der wie ein spöttisches Lachen klingt. Gleichzeitig hebt sich der leichte Mantel des seltsamen Besuchers und bewegt sich wie der riefige Flügel einer ungeheuren Fledermaus in der Luft... und ich kann sehen, daß die Kniescheibe des linken Beines fehlt. In der undurchdringlichen Finsternis der Nacht sehe ich nur zeitweise, das heißt, wenn die Blitze das Zimmer mit ihrem Lichte übergießen. hier, Pastor Nell=Schwerte und Pastor Brasse=Annen an den Verhandlungen teil. Die Konferenz wurde mit einer Lehrprobe über die Eroberung der Insel Alsen seitens des Herrn Lehrers Rienhöfer von hier eröffnet. In der sich dann anschließenden Nachversammlung, welche in dem früher Wulssschen Saale stattfsand, widmete zunächst der Vorsitznde seinem verstorbenen Vorgänger, Herrn Pastor GracveSchwerte, einen warm empfundenen Nachruf über seine jahrzehntelange, verdienstvolle und gesegnete Tätigkeit im Dienste der Schule und ihrer Lehrer. Dann hielt Herr Rektor Berensmann=Schwerte einen eingehenden, sehr interessanten Vortrag über das Thema„Notwendigkeit und Aufgaben der weiblichen Jugendpflege". Nach Bekanntgabe einer Anzahl behördlicher Verfügungen wurde ein gemeinsames Mittagsmahl eingenommen, welches der Küche des Herrn Restaurateurs Ulmer alle Ehre machte. Nach dem ersten Gange brachte der Herr Kreisschulinspektor unter Hinweis auf die Bedeutung des vergangenen Jahres in zündenden und begeisternden Worten das Kaiserhoch aus. Nach dem Essen hielt Herr Lehrer Kaiser von hier, welcher mehrere Jahre Lehrer an der deutschen Schule in Hangkau in China war, einen längeren, gleichfalls sehr interessanten Vortrag über das Thema„Meine Erlebnisse in China". Der Vortrag, welcher durch Besichtigung einer größeren Serie von chinesischen Schnitz= und Kunstwerken vom Redner in dem Reiche der Mitte angekauft, wirisam belebt wurde, warf neben der Schilderung der dortigen Schulverhältnisse allerlei Streiflichter auf Chinas Kulturleben, Sitten und Gebräuche. ** Lichtendorf, 12. Mai.(Turnerpreise.) Der Turnklub„Germania“ errang auf einem Turnjest in Asserde bei Unna den 1. Preis im Aufmarsch und der Turner Wilhelm Meier den 1. Preis am Barren. Gut Heil! ** Verghosen, 13. Mai.(Das Kapitel Wohnungsnot) illustriert treffend folgendes Schreiben an einen hiesigen Bürger: Berghosen, den 23. März 1914. Herrn I. M. Da ich Ihnen die Wohnung ohne kleine Kinder vermietet habe und Sie andauernd ein kleines Kind bei sich haben, auch trotz mehrfacher Aufsorderung das Kind mittags ruhig zu halten nicht nachgekommen sind, so werden Sie hiermit aufgefordert, binnen drei Tagen das Kind aus der Wohnung zu entsernen, widrigenfalls ich sosort Räumungsklage einlege. Achtungsvoll Wirt W H. Jede Bemerkung zu diesem Brief ist vollkommen überflüssig. Westfalen und Rheinland. * Siegen, 12. Mai.(Zwei Arbeiter verbrannt.) Infolge einer im Generator des Hochofens entstandenen Explosion auf der Charlottenhütte wurden zwei Arbeiter durch die herausschlagenden Flammen so schwer verbrannt, daß einer bald darauf starb und der andere lebensgefährlich verletzt wurde. * Bochum, 12. Mai.(Familiendrama.) Das Schwurcericht verurteilte den 60jährigen Invaliden Heinrich Holtrich von Wattenscheid wegen fahrlässiger Tötung seiner Ehefrau zu einem Jahr sechs Monaten Gefängnis. Der Angeklagte, ein dem Trunke ergebener Mann, kehrte am Abend des 6. März betrunken heim. Als ihm seine Ehefrau Vorwürfe machte, wanf er ihr im Aerger die brennende Petroleumlampe gegen die Brust, so daß die Frau schwere Brandwunden am ganzen Oberkörper erlitt, an denen sie am folgenden Tage starb. * Köln, 12. Mai.(Hinrichtung.) Heute morgen 6 Uhr wurde der Gattenmörder Reuter aus Mülheim=Rhein hingerichtet, der im vorigen Jahre vom hiesigen Schwurgericht zum Tode verurteilt worden war. Er war beschuldigt, seine von ihm getrennt lebende Frau in die Nähe von Mülheim gelockt zu haben, angeblich um sich mit ihr auszusöhnen. Bei dieser Gelegenheit hat Reuter seine Frau auf die Eisenbahnschienen gelegt, sodaß sie von einem Zuge überfahren wurde. Damit sollte der Anschein erweckt werden, daß es sich um Selbstmord handle. — Eine neue Oberharzbahn. Großer Bahndammder neusn überharzbahn mit Blick auf den Brücken. Viadukt der neuen Oberharzbahn im Hellerthal. Von jeher haben die Gebirgsbahnen besondere Anziehung ausgeübt. Dies hat seinen Grund einmal in den stark wechselnden prächtigen Landschaftsbildern und sodann in der Bewunderung der zu überwindenden technischen Schwierigkeiten. Unsere ihres Kindes, eilte in die Wohnung und wurde hier von ihrem Manne angegriffen, der sie gleichfalls zu erstechen versuchte. Es gelang der Frau aber, zu flüchten und sich in Sicherheit zu bringen. L. brachte sich nun selbst mit der Feile mehrere Verletzungen bei. Als Polizeibeamte in die Wohnung eindrangen, fanden sie ihn und das Kind besinnungslos vor. Ein Arzt legte beiden Notverbände an. Die kleine Elly wurde darauf nach dem AugusteViktoria=Krankenhaus in Schöneberg geschafft, wo sie hoffnungslos darniederliegt, Bilder zeigen uns einen Teil der neuen Oberharzbahn, die eine Verlängerung der Innerstetalbahn über Claustal=Zellerfeld hinaus nach Altenau bildet. Ein entmenschter Vater. # Berlin, 12. Mai. Aus Haß gegen seine Frau hat der Arbeiter Paul Luther heute früh sein eigenes sieben Jahre altes Kind Elly Luther durch Messerstiche schwer verletzt. Der Unmensch verletzte sich dann selbst durch einen Stich in die Brust erheblich. Er ist verhaftet worden. Der jetzt 40jährige Täter war seit neun Jahren verheiratet. Die Ehe gestaltete sich in den letzten Jahren recht unglücklich, da L. krank wurde und sich dem Trunk ergab. Frau L. mußte Mann und Kind ernähren. und als es ihr zu viel wurde, trennte sie sich von ihrem Mann, dem sie die Wohnung verbot. Wiederholt versuchte L., seine Frau zu bestimmen, die Ehegemeinschaft mit ihm wieder aufzunehmen, und als die Frau nach vergeblichen Versuchen, ihrem Mann das Trinken abzugewöhnen, dies Ansinnen abwies, bedrohte er sie und das Kind. Heute morgen gegen 7 Uhr begab sich Frau L. wie gewöhnlich nach ihrer Aufwartestelle, während das Kind allein in der Wohnung zurückblieb, Bald nach 7 Uhr erschien Luther, öffnete die Wohnung mit einem Nachschlüssel, stürzte sich auf das noch im Bett liegende Mädchen und verletzte es durch Stiche mit einem Messer und einer spitzen Feile lebensgefährlich. In diesem Augenblick kehrte Frau L. zurück. Sie hörte das Schreien Bunte Chronik. 10„Ich glaube kein Geheimnis preiszugeben“ sagte Generaldirektor Ballin von der Hapag auf dem Festessen anläßlich der Probefahrt des„Vaterland",„wenn ich hervorhebe, daß die kürzlich ersolgt: Zusammenfassung der Kräfte des Norddeutschen Lloyd und der Hamburg=Amerika=Linie auf dem großen Verkehrsgebiet in hohem Maße auf die Einwirlung des kaiserlichen Herrn zurückzuführen st.“ Nun, weiteren Kreisen war das doch ein Geheimnis, es wird aber dadurch bewiesen, welch großes Interesse der Kaiser der Handelsflotte, ohne die kein deutscher Welthandel möglich ist, zuwendet. An der Probefahrt des größten Schiffes der Welt nahm Prinz Franz von Bayern teil. ( Das Opfer einer Wahrsagerin. In das städti che Krankenhaus in Brandenburg a. H. wurde eine siebzehnjährige Arbeiterin eingeliefert, die in selbstmörderischer Absicht Gift genommen hatte. Kurz vor der Tat erzählte sie einer Freundin, daß sie aus Furcht vor der Ankündigung einer Wahrsagerin aus dem Leben scheide, die ihr verkündet hatte, daß sie innerhalb acht Tagen sterben würde. Es besteht wenig Hoffnung, das Mädchen am Leben zu erhalten. Die Persönlichkeit der gewissenlosen Wahrsagerin konnte noch nicht festgestellt werden. )( D i e S u f f r a g e t t e m i t d e r B o m b e. I n e i n e m stark besuchten Gottesdienst in der Londoner Baptistenlirche wurde von Suffragettenhand eine Bombe geschleudert. Die Kirche ward mit dichtem Rauch angefüllt, us entstand eine Panik. Die Leute rerließen fluchtartig das Gotteshaus, verletzt wurde jedoch niemand. Die Bombe bestand nur aus einer Blechbüchse, die mit gewöhnlichem Schießpulver gefüllt war. In der Nähe fand man einen Zettel mit der Aufschrift:„Uebt praktische Religion und achtet darauf, daß die Frauen ihre Freiheit bekommen.“ Letzte Drahtmeldungen. Folgenschwerer Blitzschlag in eine Baubude. Hamm i. W., 13. Mai. Bei einem gestern nachmittag über den Stadtkreis Hamm niedergegangenen schweren Gewitter schlug der Blitz in eine bei der Zeche„Sachsen" stehende Baubude, in die sich mehrere ausländische Arbeiter geflüchtet hatten. Ein österreichischer Arbeiter, Vater von sechs Kindern, wurde sofort getötet und ein anderer am ganzen Körper schwer verbrannt, während ein dritter Arbeiter an einer Körperseite gelähmt wurde. Schweres Eisenbahnunglück. Kassel, 13. Mai. Ein schweres Eisenbahnunglück hat sich auf der noch im Bau befindlichen Die Eruptionstätigkeit des Aetna. Rom, 13. Mai. Prosessor Nicco telegraphiert aus Catania, der Bulkan sei jetzt in einer neuen Eruptionsphase. Der Hauptkrater ist voll glühender Lava, die den nächtlichen Himmel weithin rötet. Dem kleinen Krater entsteigt dichter Qualm. Der Aschenlegel zittert unter dem Druck der inneren Spannung. Beim Borkampf getötet. Neuyork, 13. Mai. Hier hat ein tödlich verlausener Boxkampf zwischen den Negern Jimmy Honkins und San Johnson stattgefunden. Johnson erhielt einen derartigen Schlag gegen den Unterleib, daß er auf der Stelle starb. Schwere Dampfer=Katastrophe. Neuyork, 13. Mai. Eine Katastrophe hat sich an Vord des amerikanischen Dampfers„Jesserson“ auf der Höhe von Kap Henry ereignet. Wie aus Norsolk mitgeteilt wird, brach im Maschinenraum ein Kesselrohr. Sieben Matrosen wurden getötet, mehrere Mitglieder der Besatzung teils schwer, teils leichter verletzt. Unter den Passagieren brach eine starke Verwirrung aus, jedoch gelang es dem Kapitän und den Offizieren, die Aufgeregten zu beruhigen. Von den Passagieren wurde niemand verletzt. Eisenbahnstrecke Corbach—Brilon zugetragen. Zwischen den Stationen Willingen und Brilon stürzte ein Arbeiterzug des Unternehmers Marx vom Eisenbahndamm herab, wobei der Lokomotivführer getötet und vier andere Personen lebensgefährlich verletzt wurden. Folgenschwere Speisevergiftung. Celle, 13. Mai. Eine schwere Speisevergiftung hat sich in dem hiesigen großen Hotel„Celler Hof“ zugetragen. Nach dem Essen erkrankten plötzlich vier Mädchen des Hotels, darunter eines so bedenklich, daß es dem Krankenhause zugeführt werden mußte. Ein Ingenieur, der gestern abend in dem Hotel gespeist hatte und ebenfalls erkrankt war, ist heute vormittag unter Vergistungserscheinungen gestorben. Die Leiche wurde beschlagnahmt. Dem Vernehmen nach sollen auch noch andere Personen in der Stadt erkrankt sein. Verbrannt. Berlin, 13. Mai. In ihrer Stube in Neukölln wurde die 71 Jahre alte Witwe Fröhling verbrannt aufgefunden. Ob ein Unglücksfall vorliegt oder ob die Greisin Selbstmord verübt hat, steht noch nicht fest. Die schwarzen Pocken. Tarnowitz, 13. Mai. Ins hiesige Krankenhaus wurde eine Frau aus Laurahütte eingeliesert, welche an den schwarzen Pocken erkrankt ist; weiter wurden zwölf Personen unter ärztliche Beobachtung gestellt. Gefährliches Spielzeug. Wien, 13. Mai. Wie aus Lublin gemeldet wird, schenkte ein älterer Knabe einem elfjährigen Juden knaben und zwei anderen ein in Papier gewickeltes Kästchen und sagte ihnen, sie sollten es an einen Stein zerschlagen, dann würden sie ein Spielzeug erhalten. Der Judenknabe tat dies. Dabei explodierte das Kästchen. Der Knabe wurde getötet, während die beiden anderen Verletzungen erlitten. Der jugendliche Verbrecher entkam. Zusammenstoß in den Lüften. London, 13. Mai. Ein Zusammenstoß zweier Militärflugzeuge hat sich auf dem Militärflugplatz von Farnborough zugetragen. Bei dem Zusammenstoß wurde der Hauptmann Anderson und ein Mechaniker Karter getötet, Leutnant Wilson von der Militärfliegerabteilung wurde schwer verletzt. Schweres Straßenbahnunglück. London, 13. Mai. Gestern abend ereignete sich am Themseufer ein Straßenbahnzusammenstoß, bei dem 50 Personen mehr oder weniger schwer verletzt wurden. Der amerikanisch=mexikanische Konflikt. London, 13. Mai. Die letzten aus Neuyork und Washington hier vorliegenden Nachrichten besagen, daß nunmehr die Kriegsvorbereitungen mit allem Ernst begonnen haben und daß man auch aus ihnen kein Geheimnis mehr mache. Gestern abend wurde Befehl gegeben. 60 000 Mann so schnell wie möglich zum Abtransport nach Mexiko bereit zu halten. Die hierzu nötigen Transportschiffe liegen zum größten Teil gleichfalls schon unter Dampf in den verschiedenen Häfen. Jedes kann 2600 Mann an Bord nehmen, und das Kriegsdepar= tement hat für jedes der Schiffe täglich 4600 bis 5000 Mark zu bezahlen. Handel. Auch der heutige Wochenmarkt war mit Frühgemüsen und sonstigen Erzeugnissen der Landwirtschaft reich beschickt und wurde auch rege besucht; die ersten Kirschen waren auch schon angekommen. Bei der andauernd ungünstigen und kalten Witterung ist es kein Wunder, wenn sich die Preise immer noch auf ziemlicher Höhe halten. Es wurden bezahlt: Spinat Psd. 20—25 Pf., Stielmus Bd. 10 Pf., Schnittkohl Psd. 20 Pf., Rhabarber 2 Pfd. 25 Pf., neue Vizeböhnchen Pid 60 Pf., neue Erbsen Pfd. 35 Pf., Möhrchen Vd. 45 Pf., Spargel Pfd. 60 und 75 Pf., Blumenkohl 50 Pf., Melde Psd. 20 Pf., neue Kartofseln 3 Pfd. 50 Pf., neue Zwiebeln 1 Psd. 25 Pf., Gurken 40—50 Pf., Kopfsalat 10 und 15 Pf., Kirschen Pid. 70 Ps., Erdbeeren Psd. 80 Pf., Australische Aersel 60, 70 und 80 Pf., Apfelsinen 5, 7, 8 und 10 Pf. pro Stück, Bananen Pfd. 40 Pf., Butter Psd. 1.20 Mk., Eier 13 Stück 1 Mk. Neuß, 12. Mai Rüböl 68,00, faßweise 70,00, gereinigtes 71,00 Mk für 100 Kg. Rübkuchen große 96.00, kleine 100,00 Mk. für 1000 Kg. waggonweise. Weizen neuer Ia 20,50, IIa 19,50 Mk., Roggen neuer Ia 17,00, IIa 16,00 Mk., Haser neuer Ia 17,60, IIa 16,60 Mk. für 100 Kg. Kartofseln 3.00 bis 3,50 Mk. Heu neues 2,80—3,20 Mk. Luzerner Heu neues 4,50—5,00 Mk. für 50 Kg. Krumm= und Preßstroh 12.00 Mk., Breitdruschstroh 13.00 Mk., Roggenrichtstroh 15,00 Mk. für 500 Kg. Kleie 6,00 Mark für 50 Kg. Köln, 12. Mai. Luzerner Heu 7,70—8,00 Mk., Wiesenheu 5,40—6,00 Mk. Roggen Breitdrusch 3,50—4,00 Mk., Krumm= und Preßstroh 2,50—2,90 Mark. Wetterbericht der Deutschen Seewarte. 14. Mai: Bedeckt, kühl, vielfach Regen, Neigung zu Gewitter. 15. Mai: Bewölkt mit Sonnenschein, angenehm warm. 16. Mai: Bewölkt, teils heiter, schwül, warm, Neigung zu Gewitter. Verantwortlich für die Redaktion Friedr. Kraas, Druck u. Verlag von Carl Braus, beide in Schwerte. Ein gröbse.-Kaischt.ung steht Schwerte in der nächsten Zeit in sicherer Aussicht. Einsichtige Geschäftsleute, welche von diesem Aufschwunge auch für ihr Geschäft profttieren wollen, beginnen aber schon jetzt mit einer planmässig vorbereiteten, zielbewussten Reklame in der weitverbreiteten Der Erfolg wird nicht ausbleiben. Kostenanschläge jederzeit zu Diensten. S REORT Bekanntmachung. Unter Hinweis auf die Bekanntmachung betressend Aufwandsentschüdig ingen an Familien für im Reichsheer, in der Marine oder in den Schutztruppen eingestellte Söhne vom 26. März 1914 machen wir hiermit noch besonders darauf aufmerksam, daß der Anspruch auf Auswandser#lschädigung unter Vorlegung der Militärpapiere im allen Rathause Zimmer Nr. 2 anzumelden ist. Schwerte, den 8. Mai 1914. 3•92 Der Magistral: Rohrmann. A disene Neue Auswahl eingetroffen. Buchhändlung Curt Braus Schwerte(Ruhr), Gr. Marktstr. 3—5. Elaesboene Unas Bül ue. un, Ahrigtern terchuben. Saiscn vom 15. Mlal bfr I. Oktober # ohlensdarehaltige Therraslonder, Sok, Soldampf. a MutterFlaugonh üder, Lich: u. Landed. Inhaiatlon, Gradier werbe. Kurpark. „D#ewn-Teunis-Fiätze, Aworchoster. Theater, Renzionz Hee Prantene- u. Aödergreise. Austanft. Prospakie und Weh. angenachwriz gnepige 110, SpSch. ie Badeverwaltung Uana-Könlgogorn in Westialen. Vom 15.-31. Mal u. v 1.—30. Sept. gellen um ca 20% ermäll. Baderpreise. Eingnudfust Der neue Kursus im Lokale des Herrn Witt Köster. Wilhelmstraße, beginnt 3352 Donnerstag, den 14. Mai abends 8 Uhr. Graas, Tanzlehrer. Ein fast neuer Preise. Verlangen Sie meine Musterkarte Somser! zu verkaufen. 835 Senningsweg 14. 48 Der beste alkoholfreie Naturwein ist der Rabenhörster die beste Lilienmiich-Seife: für zerte, welbe Haut und blen: dend schönen Teint Stück 50 Pig.: Ferner macht„Dada-Cream“: rote und Ipröde Haut weib und: lammetweich. Tube 50 Fig. bei: gar. naturreiner Saft roter Rhein-Edeltrauben ½ Flasche 1,50 u, 1,60 Niederlage M. Mehlnose Drogenhandleng. Neue Apotheke und Adler-Apotheke, sowic bei Max Mehlhose. In Apler. beck: Käthe Schulte. In Westhofen: Wilh. Engels. „Der Altbechhorster Mark. sprudel Starkquelle(JodEisen= Mangan=Kochsalzquelle) hat mir bei einem allen 399: und Solo Margarine sind die vollkommensten Ersatzmittel für allerteinste Molkerei. Goldene 3311 Vorsteckaadel auf dem Wege von der Ruhrstraße zum Bahnhof verloren. Wiederbringer erhält guse Belohnung Näheres in der Geschäftsstelle dies. Zeitung. 628 M R eecce KN E W 40 Reichskrone. Veranb ge. Ssttssscner Diehsenchenponzeniche Andionung. ogen 84 Wanl und Hlauonspcho Zum Schutze gegen die Maul= und Kiauenfeliche wird auf Grund der§§ 18 fl des Viehseuchengesetzes vom 26. Juni 1909, Reichsgesetzylalt Seite 519 mit Ermächtigung des Herrn Regierungs-Präsidenten folgendes bestimmt: Die Maul= und Klauenseuche herrscht zurzeit in der Gemeinde Hennen unter dem Rindviehbestande des Gutsbesitzers Friedtich Schwarzelühr zu Schwarzelühr auf seiner Weide in den sogenannten Oelken, in der Nähe der Wirtschaft Pütter in der Helle... 8 Helimmt Als Sperroezirk wiro besimmt: Das Gut Schwarzelühr, die Hamm- Unna—Iserlohner Provinzialstraße von der Wirtschaft Pütter in der Helle bis zur Wirischaft Griese in Kalihof und das Gelände 100 Meter rechts und links von diesem Straßenteile. Auf diesen Bezirk finden die Bestimmungen unter I meiner viehseuchenpolizeilichen Anordnung vom 5. ds. Mts. Anwendung. die im Iserlohner Tageblatte vom 6. ds. Mts. und in der Schwerter Zeitung vom 9. ds. Mts. enthalten ist. Um den Sperrbezirk wird ein Beobachlungsgebiet gebildet, das begrenzt wird im Norden von A. ug.% Osten, vom das bearenzt wird im Norden von Allgruland, Irg###in Abbabache, im Süden von Bulfringsen, Kobumgsen, Neugrulang, Refflingsen im Westen von Nordhausen, Schwarzelühr. Am Lehmufer. Ostgrenze des Ortes Hennen, die hier genannten und innerhalb d eses Gebietes liegenden Ortschaften einschließlich. Auf dieses„Gebiet finden die Bestimmungen unte: II der ootbezeichneten Anordnung Anwendung. Jserlohn, den 12. Mol 1911.. Regierungrat Der Königliche Landraf: Nauck, Geheimer Legier.„. Viebseuchenpolizeiliche Anordnung. 44444 Stedsenpferd-: Gehe * Zum Schutze gegen die Maul= und Klauenseuche wird auf Grund der§§ 18 f des Viehseuchengesetzes vom 26. Juni 1909. Reichs=Gesetzblalt Seite 519. mil Ermächtigung des Herrn Regiorungspräsidenten folgendes bestimmt: Nachdem die seucheverdächtigen Viehbestände der Händler Mayberg und Löwenstein in Hohenlimburg abgeschlachtet worden sind, hebe ich den durch die viehseuchenpolizeiliche Anordnung vom 5. ds. Mts. gebildeten Sperrbezirk hiermit als solchen auf und teilen ihn dem Beobachtungsgebiete zu. Auf ihn finden daher die Bestimmungen unter II der Anordnung Anwendung, die im Iserlohner Tageblatte vom 6. ds Mts. und in der Schwerter Zeitung vom 9. ds. Mts. enthalten ist. Vserlohn, den 12. Mai 191., agierunggrat. Der Königliche Landrat: Nauck, Geheimer Aegur.— Ce und 831 den u. chron Blasenkatarrh sehr wertvolle Dienste geleistet die Schmerzen u. Schärsen völlig genommen und eine wunderbare Kräftigung der leidenden Teile bewirkt Ich hätte einen solchen Erfolg nie für möglich gehalten. habe mich nie so wohl u gesund gefühlt, wie setzt nach der Kur mit Ihrer Wunderquelle Die selbe wirkt vor allem glänzend uuf die Tätigkeit der Nieren, reinigt das Blut und die Säfte Seit ich Ihren Marksprudel trinke, bin ich auch völlig von meinen Menstruationsbeschwerden. die mich jahrelang in schreck lichsler Weise quällten, befreit Frau R. L.“ Aerztl warm empfohlen Flasche 65 Pg de Max Mehlhose, Drogerie. — Städtischer Viehhof, Vortmund. Dortmund, den 11. Mai 1914. Zu dem heutigen Schlachtoiehmackt waren aufgetrieben 779 Stück Großpieh, 368 5älter, 8 Schafe, 32,,5 g Schsen: 2 * S 38 G 111 8 Frcunkliche] Schön Wohnnug TO 3 Zimmer, Keller. Stall und mit Morgenkaffee zu vermielen. Gartenland, soforto. zum 1. Juni Näheres zu erfragen in der zu vermieten Holzener Dampf.' 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Färsen 24—27 56—65 Gering genährtes Jungvieh(Fresser)— 2. Kälber.1.1 Mgn a) Dappelender, seinne auan.— b# seinste Mankälber 58—62 92—93 cimittlere Mast= und deste Saugkälber 52-56 85—91 d) geringe Mast= und gute Saugkälber 46—50 78—84 e) geringe Saugkälder. 40—44 3. Schase Stallmast= a) Mastlammei und jüngere Mastschafe: hammel d) ältere Masthammel, geringere Mastlämmer und gut genahrte junge Schafe— c) mäßig genährte Hammel und Schafe(Merzschafe)— Weide= a) Mastlämmer— mastschafe: b) geringe Lämmer und Schafe— 4. Schweine. a) Fetischweine, über 150 kg. 3 Zentner Lebendgewicht— b) vollfleischige Schweine von 120—150 kg(240—300 Pfd.) Lebendgewicht c) vollfleischice Schweine von 100—120 kg(200—240 Pfd.) Lebendgewicht d) vollfleischige Schweine von 80—100 kg(160—200 Psd) Lebendgewicht 71—77 44—47 54—58 44—47 51—58 Lebendgewicht 44—47 53—58 e) vollfleischige Schweine unter 80 ks(160 Pfa.) Levendgewicht 45—43 58-—6 Sauen Dde„Schwacken De außer Feiertags. Be jährlich, dei der Po mehr. Wöchentl. Ge Familienfreuns" u. Anzeigenpreis: Die oder deren Raum 17 wärts 15 Pfg., Rer u Rabatt gilt als Kass nuchen. Iwangsberg Stetbrachtung d. 9e Nr. 11 Bentsch Die zweite Lei Duc wird fortgesetzt. Abg. Frhr. v, uns fragen, welch Duala maßgebend waren es nicht, si scher Natur. 2 Duala wurde no Dingen eine Wo gegenwärtigen W Malaria, die gerstellen und somit liche Ansteckungs aus diesen Um Vorschriften. Der Kilometer genügt ziner sind heut anders geworden Absichten über ih Will man die Geltung bringen, und Weißen un geborenen muß geboten werden nächst den Schiff eine Lebensfrage richtig, daß die rung ihres Gebi nen tragen 3 M bei. Mehr könn wir nicht erwargesagt, für die Frage.„Schlea lechte dazu fuhren, di jetzt noch kein E Abg. Keinatl Kamerun muß wir Duala zum machen, so mü schaffen werden monopol rücksich zwischen Weißer rung Dualas n eine Trennung nir das ganze Maßnahmen mi würde die Soz sich um eine eine Verstaatlich handeln würde. bei den Soz: weiß nicht, wer Henke(Soz. Kämpf: Ich liche Schädigun nicht entstehen. schädigt werden in Duala freie 2 zu werden.(2 Abg Dr. B Mitglied der 9 legenhei: habe Ungeschicklichkeit auch das Vorge eine derartige 1 oualifizierte Fr so wäre der E im„Vorwärts“ Verhalten des heit beschrieben sche Fäule stin ein nordisches W der hat's ver Vorgehen der! enthaltung des staatsrechtliche t sich über tieren. Im I Zentralpunkt, eignung nötig. führen. Die Abg. v. Böl der Sanierung nerlichen Parti Ebenso sind wi rinverstanden. handhabt wer neigen, daß wigemeinheit nö Abg. Dr. Kamernn war eine weitgehe Bahnstrecke en Maßnahmen: ist durchaus wir dort unte Vorgehen ande Hellands. S böllig gleiche der Knotenvu# Ebenso muß verlegt werde machen. Dar dern. Es hand ges, der blübe zu schaffen. Korenen groß: