„Sbeien Seiuer eichen dend ender Feiertags. Bezugsprets M. 1.80 oiertei##hrich, bei der Post fü: Bestellgeid 42 Pio. wedr. Wöchentl. Grakisdeilage:„Ilustrierten Hamilienfreund" v. tägl. Unterbaltungsblaßt. Unzeigenpreis: Die bedengespaltene Petitzeile oder deren Raum 10 Ptg. wärts 15 Pig., Reklamezelle 40 V., Robatt gill als Rassarobalt u. ertird.— ionkursen, Zwangsvergleichen, gerichtl. Klagen u. Siotractungs ormect. Jepongssestsene Amrliches Rresbialt Westhofener Zeitung Langscheder Zeitung für den Kreis börde Holzwickeder Zeitung Oplerbecker Zeitung Schwerter Volkszeitung Schwerter Golktblas Verbunden anlts Schwerker Cageblatt S Schwerter Anzeiger Erlles und ältenes Cagesorgan des Kreiles o General-Anzeiger für den Kreis börde# Büe drter und bbenlenlgüichn Durn nungen für den Arets Hörde erlongen grmdn Betanntmachung der Aöniglichen Regierung durch Veröffentlichung in der„Schwerter Zettung" rechtsverbindliche Kraft.— Die „Schwerter Zeitung“ gewöhrt ihren Abonnen. ten für jeden mit Tod ender.##sfall ge300 MF Anfall. Druck u. Verlag v. Corl Braus. Schwerte=Rude Fernsp. 62. Telegr. Adr. Brour Schwerte=Rus*) Nr. 84 Donnerstag, den 9. April 1914. 46. Jahrgang Blatt. Korfu. Nach den Anstrengungen der letzten Wochen darf Herr von Bethmann=Hollweg jetzt seine Koffer packen, um auf einige Zeit Erholung auf der schönen Insel Korsu zu suchen, wohin ihn der Kaiser eingeladen hat. Allerdings wird ihm auch hier manche Arbeit erwachsen; die Nähe des Monarchen bedingt gleichsalls eine gewisse Anspannung, und der Depeschen= und Briefwechsel mit der fernen Zentrale hat mancherlei Erschwerungen im Gefolge. Gewiß ist es eine Auszeichnung, wenn der Kaiser seinen ersten Ratgeber aufsordert, auf seinem Schlosse im Süden die Osterserien zu verbringen, und man will hierin vielsach einen besonderen Beweis des Vertrauens erblicken, das der Kaiser Herrn von Bethmann=Hollweg entgegenbringt, aber man weiß, daß derartige Auszeichnungen schon hohen Beamten zuteil wurden, die kurze Zeit später aus irgendwelcher Veranlassung den Dienst quittieren mußten. Nun spricht augenblicklich kaum etwas dafür, daß der jetzige Reichskanzler in absehbarer Zeit sein verantwortungsreiches Amt aufgeben werde, er hat die Stürme der Parlamentskampagne überstanden und die damalige Erregung hat sich allmählich gelegt. Herr von Bethmann=Hollweg wird nicht umsonst der Philosoph im Ministerfrack genannt, er zeigt diese philosophische Entscheidungen nicht nur in seinen Reden, sondern auch in seiner Betätigung, vor allem verfügt er über eine seltene Ruhe und Fähigkeit, sich in das Unabänderliche zu schicken. Gehts nicht so, geht es vielleicht auch anders. So großen Respekt man vor dem Fleiß und der Arbeitslust des jetzigen Reichskanzlers haben muß, niemand wird aber behaupten wollen, daß er ein Mann der Initiative sei. Er sieht seine vornehmste Aufgabe darin, der Ausführende zu sein, und das erleichtert ihm zum Teil seine Aufgaben und ermöglicht ihm, Konflikte zu vermeiden. Er ist der Mann des Kompromisses, und so sehr zuweilen Halbheiten oft zu bedauern sind, so hat doch der Reichskanzler auf diesem Wege während seiner Amtstätigkeit manches erreicht, woran ein Draufgänger gescheitert wäre. Jetzt gilt es in Korfu wichtige Entscheidungen zu treffen; einmal harrt die Statthalterfrage noch immer der Lösung, dann aber spitzt sich die Lage auf dem Balkan erneut so zu, daß ein Eingreisen der Mächte möglicherweise notwendig werden wird. Die albanische Frage tritt mehr denn je in den Vordergrund, und wenn es auch gut sein mag, daß Kaiser Wilhelm seinen Einsluß auf den bei ihm weilenden König von Griechenland ausüben kann, damit Griechenland nachgibt, so kann andeverseits der Aufenthalt auf der griechischen Insel geradee im jetzigen Moment leicht zu Mißdeutungen Anlaß geben, wenngleich der Kaiser vorher mit seinen beiden Bundesgenossen zusammengetrofsen war. Mögen die in Korsu vor sich gehenden Besprechungen des Kaisers und das Kanzlers für unsere innere wie äußere Politik von Segen begleitet sein. —— Politische Uebersicht. Nochmalige amtliche Feststellungen über den Kaiserbrief. Die„Nordd. Allg. Ztg.“ veröffentlicht an der Spitze ihrer jüngsten Ausgabe folgende offtzielle Mitteilung: Zu dem unüberlegten Vorwurf einiger Blätter, unsere Mitteilung über den gefälichten Kaiserbrief hätte acht Tage früher erscheinen müssen, möchten wir bemerken, daß es gar nicht in der Macht der amtlichen Stellen lag, eine schnellere Aufklärung zu schaffen. Zunächst war nicht bekannt, ob das Original des Brieses an die Landgräfin von Hessen überhaupt noch existierte und wo es sich besand. Erst nachdem der Brief aus dem Nachlasse des Kardinals Kopp an die Adressatin zurückgelangt war, bestand die Möglichkeit, die über seinen Inhalt umlaufenden Angaben als freie Ersindungen einwandssrei festzustellen und zu kennzeichnen. Dies ist noch am selben Tage geschehen, an dem der Reichskanzler eine beglaubigte Abschrift des Originals erhalten hat. Abermalige Verschiebung der Korfureise des Reichskanzles. Der Reichskanzler v. BethmannHollweg hat die geplante Reise zum Kaiser nach Korfu abermals verschieben müssen, und zwar, wie der„Tag“ meldet, wegen einer Erkrankung seiner Gemahlin. Es handelt sich bei Frau v. BethmannHollweg nur um eine leichte Indisposition, die jedoch die Patientin ans Bett fesselt. Mit einer preußischen Wahlreform und ihrer Einbringung an den Landtag in der vierten Session der gegenwärtigen Legislaturperiode rechnet man vielfach, nachdem der Abg. Freiherr v. Jedlitz eine dahin gehende Bemerkung im Abgeordnetenhaus gemacht und in dem amtlichen Stenogramm seiner Rede die Worte:„Die vierte Session wird ohnehin mit der Reform des Wahlrechts befaßt werden“ gesperrt hat drucken lassen. Schon Eugen Richter pflegte großen Wert auf derartige gelegentliche Aeußerungen des stets ausgezeichnet unterrichteten freikonservativen Parteiführers zu legen. Ein wichtiges Problem. Militärische und wissenschaftliche Kreise fordern eine genaue Aufnahme der Getreide= und Mehlvorräte im Deutschen Reich, die bisher noch fehlt. Versuche einer solchen Aufnahme mißglückten. Dabei ist natürlich die Kenntnis der Mehl= und Getreidevorräte im Inland und ihrer Bewegungen infolge des Handels von sehr hohem Wert, da sie wichtige Schlüsse auf die Lage des Lebensmittelmarktes im Falle einer Mobilmachung zuläßt. Da die privaten Umfragen resultatlos geblieben sind, so will man die Aufnahme durch gesetzlichen Zwang herbeiführen. Eine neue elsaß=lothringische Vereinigung. Nach der Gründung des elsaß= lothringischen Schutzverbandes zur Abwehr grundloser Angriffe auf die reichsländische Bevöllerung, ist eine neue elsaß=lothringische monarchische Vereinigung in der Bildung begriffen. Ihr Programm lautet: Erlangung der Gleichstellung Elsaß=Lothringens mit den anderen deutschen Bundesstaaten auf monarchischer Verfassungsgrundlage, Richtigstellung ungerechtfertigter Angriffe gegen Elsaß=Lothringen, Bekämpfung antideutscher Bestrebungen innerhalb der Landesgrenzen, inniger Anschluß an das Reich unter würdiger Wahrung der Landesinteressen.— In der Begründung heißt es: Durch Ruhe und Sanftmut soll erreicht werden, daß sich die Elsaß=Lothringer ihrer hohen Pflicht als Bewohner der Westmark des Deutschen Reiches bewußt werden. Wir denken, bei dem Widerstreit der Meinungen und Wünsche ist das Heil Elsaß=Lothringens am besten bewahrt in den Händen einer festen, zielbewußten und wohlwollenden Regierung, wie sie für die Reichslandt in Straßburg besteht. Nevision des Kriegsschatzes im Juliusturm. Das Kriegsschatzkuratorium hat gestern eine Revision des Reichskriegsschatzes im Juliusturm zu Spandau vorgenommen, zu der bestimmungsgemäß auch der Rondeoffizier der Spandauer Garnison war. Es wurde festgestellt, daß der 120 Millionen Mark betragende Schatz unantastbar ist. Die Waffengebrauchsbestimmungen. Die Veröffentlichung der weuen Bestimmungen über den Waffengebrauch des Militärs, die man schon seit einiger Zeit erwartete, hat durch notwendig gewordene Rückfragen zwischen den beteiligten Regierungen eine Verzögerung erfahren. Man darf damit rechnen, daß der Wortlaut nunmehr unmittelbar nach Ostern bekanntgegeben wird, Steuer, die aus Anlaß der dreijährigen Dienstzeit in Frankreich zur Einführung gelangt. Was die Kammer darüber beschlossen hat, ist indessen ein mehr als vorsichtiger und schwächlicher Ansang. Der Sturm, der sich in Paris dagegen erhob, war in der Hauptsache durch die Gegnerschaft gegen Caillaux hervorgerufen worden und hat sich auf die Provinz nicht ausgedehnt. Die Maßregelung des Generalstaatsanwalts Fabre. Die Entscheidung in der Angelegenheit des Generalstaatsanwalts Fabre ist nicht gefallen. Der Kabinettsrat, der über die Sache beschließen sollte, konnte nicht stattfinden, weil die meisten Mitglieder der Regierung sich in ihren Wahlkreisen befinden. Die Entscheidung wird deshalb erst im nächsten Ministerrat fallen, dessen Datum noch unbestimmt ist. Schon jetzt aber ist es sicher, wie der„Temps“ meldet, daß Fabre auf seinem Posten ersetzt werden wird. Zwei Möglichkeiten sind es, die man ins Auge saßt: Der Posten des Generalstaatsanwalts wird einem Mitglied des Kassationshofes übergeben und Fabre erhält eine Stelle im Kassationshof, oder aber Fabre wird in den Ruhestand versetzt. Die Mehrzahl der Minister scheint für diese Lösung zu sein. Brasilien. Die japanische Gefahr. Wie aus Porto Alegre geschrieben wird, steht Brasilien vor einer bedeutenden Steigerung seiner japanischen Einwanderung. Aus Tokio ist die Nachricht gekommen, binnen kurzem werde eine Studienkommission japanischer Marineoffiziere Südamerika bereisen, um Brasilien, Argentinien, Peru und Bolivien auf die Möglichkeit japanischer Ansiedlung hin zu prüfen. Innerhalb der letzten Monate, zumal seit der kalisornischen Abwehr, richtet sich die Besiedlungsabsicht Japans unverkennbar auf Südamerika, besonders auf Brasilien, wo der Staat Sao Paulo so kurzsichtig war, unter unerhörten Begünstigungen eine zahlreiche japanische Einwanderung zu werben. Inzwischen sind in den letzten Wochen 6000 Japaner in Santos gelandet, so daß der brasilianische Staat Sao Paulo insgesamt schon gegen 11000 japanische Familien birgt. Oesterreich= Ungarn. Kaiser Franz Josef, der an den Folgen einer leichten Erkältung litt, erfreut sich wieder des besten Wohlseins. Der 84jährige Monarch empfing den Prinzen Franz von Bayern sowie den gemeinsamen Finanzminister v. Bilinski und andere Würdenträger in besonderer Audienz. Frankreich. Die Wahlagitation in Frankreich ist im flotten Gange. Die Minister befinden sich in ihren kreisen, so daß die Berufung eines neuen Oberstaatsanwalts für den wegen der Rochette=Angelegenheit zurückgetretenen Herrn Fabre verschoben werden mußte. Der Wahlkampf dreht sich ausschließlich um die Einkommensteuer, die erste direkte Das Selbständigkeitsgesetz für Irland das nunmehr gesichert ist, gibt Irland ein eigenes Parlament mit einem Senat von 40 und einem Unterhaus von 164 Mitgliedern. Die protestantische Provinz Ulster erhält von den vier irischen Provinzen mit 59 die weitaus größte Zahl von Abgeordneten. An der Spitze der Verwaltung Irlands steht als Vertreter des Königs ein Vizekönig mit einem irischen Ministerkabinett, dessen Mitglieder aus der Mehrheit des Parlaments hervorgehen. Die innere Verwaltung regelt Irland nach dem Inkrafttreten des Homerulegesetzes selbständig; einige Fragen bleiben dagegen dem übergeordneten Londoner Reichsparlament vorbehalten, so namentlich die über die auswärtige Politik, über Heer und Flotte. Auch die Finanzverwaltung wird einstweilen von England abhängig sein, das Irland finanziell unterstützt und dessen Desizit von rund 30 Millionen Mark übernimmt. Die Zahl der irischen Abgeordneten im Londoner Parlament, die gegenwärtig 103 beträgt, wird auf 42 herabgesetzt. Das Londoner Parlament erhält das Recht, ein Veto gegen die vom irischen Parlament gesaßten Beschlüsse einzulegen. —— Aus Stadt und Umgebung. ** Schwerte, 9. April. **(Wie wird das Osterwetter?) Eine willkommene Botschaft glauben wir geben zu können: Nach der augenblicklichen Wetterlage wird es ein total verregnetes Ostersest, das ohne ein Stückchen blauen Himmels griesgrämig seinen nassen Segen herunterpladdern läßt, sehr wahrscheinlich nicht geben. Also, allzu schlimm wirds nicht. Ob aber die ersten weißen Blusen, die Sommermäntel und die Strohhüte zu ihrem Recht kommen werden, das ist allerdings sehr die Frage. Die Wärme und die Sonne der ersten Apriltage werden wohl noch längere Zeit auf sich warten lassen, dagegen werden rauhe Winde einen Thermometerstand schaffen, der die Wintersachen auch am Osterfest noch sehr schätzenswert erscheinen läßt. Das tiese Minimum, das zurzeit nördlich von England lagert, scheint sich nur widerstrebend bewegen zu wollen, sodaß mit einem Anhalten der augenblicklichen Witterung zu rechnen ist. Also: regnerische und sonnige Stunden werden abwechseln, die Temperatur wird sich zwischen 9 und 12 Grad Reaumur bewegen. **(Zwölfte Veteranenreise) nach Frankreich, zum Besuche von Paris und der Schlachtfelder vom Feldzuge 1870/71. Das große Interesse, welches seit jeher den Veteranenreisen nach Frankreich entgegengebracht wurde, gibt sich in diesem Jahre besonders stark kund, so daß die Reise, welche vom 15. bis 28. Mai d. J. stattfindet, bereits desinitiv gesichert ist. Die zwölfte Veteranenfahrt führt zunächst nach Paris und Umgebung, dann nach den Schlachtfeldern an der Loire, nach Orleans, Blois, Tours, Le Mans, ferner nach Sedan und Umgebung und endlich nach Metz. Neben Mitkämpfern des Feldzuges nehmen viele jüngere Herren, sowie zahlreiche Damen an der Reise teil. Genaue Prospekte über die einzig dastehende Veranstaltung sind gegen Einsendung einer Zehnpfennigmarke erhältlich durch die Zentralstelle für Veteranenreisen nach Frankreich, München, Dachauer Straße 11. **(Tagungen.) Der diesjährige Abgeordnetentag des westsälischen Krieger=Verbandes findet am 11. Juli in Wattenscheid statt.— Die Kameradschaftliche Vereinigung ehem. Kavalleristen von Rheinland und Westfalen hält ihren diesjährigen Delegiertentag am 6. Juni in Essen ab. **(Zum Sonntagbackverbot.) Nach den auf Grund eines Antrages des Zweigverbandes Westfalen im Zentralverband Deutscher Bäckerinnungen angestellten Ermittlungen hat nunmehr die Königliche Regierung zu Arnsberg ihre Entscheidungen getroffen. Zunächst liegt, wie das Verbandsorgan „Der Weckruf“ mitteilt, die Sache so, daß vorläufig das Sonntagbackverbot nicht eingeführt wird. Die Erfahrungen, die alle Beteiligten machen mußten, ließen es ausgeschlossen erscheinen, daß die Durchführung des Backverbots ohne schwere Schädigungen des Gewerbes möglich sei. Aus diesem Grunde hat der Zweigverband Westfalen beim Herrn Regierungspräsidenten in Arnsberg beantragt, von der Weiterverfolgung der gestellten Anträge solange absehen, bis die vom Zweigverband Westfalen eingeleiteten Verhandlungen wegen Aenderung der Bundesratsverordnung zum Abschluß gebracht sind. Bekanntlich ist in Hagen ein gewählter Ausschuß eingesetzt worden, der die Frage weiter fördern soll. Solange das Material nicht vorlag, konnte nichts unternommen werden. Gegen das Backverbot an Sonntagen haben sich ausgesprochen: 1. Kreis Altena: die Aemter Halver und Neuenrade. 2. Kreis Bochum: Amt Bladenhorst. 3. Kreis Hagen: die Städte Haspe, Herdecke und Wetter. 4. Kreis Hamm: Stadt Kamen. 5. Stadt Herne. 6. Kreis Hattingen. 7. Kreis Hörde: die Stadt Schwerte; die Aemter Aplerbeck, Barop, Kirchhörde, Wellinghosen und Westhofen.(Amt Annen hat von früher her mit Witten zusammen die Sonntagruhe.) 8. Kreis Iserlohn: die Aemter Ergste und Hemer. 9. Kreis Lippstadt: die Städte Gesecke, Lippstadt und Rüthen; die Aemter Altenrüthen, Anröchte, Erwicke und Störmede. *(Eine Ermäßigung der Krankenkassenbeiträge für Dienstboten) gegenüber den Sätzen der Allgemeinen Ortskrankenkasse ist in Paderborn erfolgt. Für die weiblichen Dienstboten, die dort nicht in einer Land=, sondern in der Allgemeinen Ortskrankenkasse versichert sind, ist auf Betreiben des Magistrats die Bestimmung getroffen und jetzt vom Oberversicherungsamt genehmigt worden, daß nur die Hälfte der in der Kassensatzung vorgesehenen Kassenbeiträge erhoben wird. Für ein Dienstmädchen mit 240 Mark Lohn waren z. B. bisher 21.84 Mark zu zahlen; vom 1. April ab sind es nur 10.92 Mark.— Was Paderborn recht, sollte andern Städten billig sein. Die Dienstboten bilden doch das geringste Risiko für die Krankenkassen, 4 4 0 K. # **(Von einem schweren Unfall) wurde der in der Sedanstraße wohnende Eisenbahnschaffner Obst betrossen. Derselbe kam im Hagener Bahnhof so unglücklich zu Fall, daß er außer inneren Verletzungen einen Bruch des rechten Oberarmes davontrug. **(Die beste Schlachtart.) Die preußischen Minister für Handel, für Landwirtschaft und des Innern haben an die Regierungspräsidenten ein Schreiben gerichtet, in dem sie betonen, daß die beste Art der Schlachtung die durch Verblutenlassen mit vorhergehender ordnungsmäßiger Betäubung durch den Schlag mit einer Keule oder einer Schlachthacke, mit Hilfe einer Schlachtmaske, eines sonstigen Schlagbolzenapparates oder eines Bolzenschußapparates sei. Diese Schlachtart könnte schon jetzt allgemein durchgeführt werden. **(Zimmerbrand.) In der Wohnung des Fabrikarbeiters H. an der Hörder Straße entstand gestern abend infolge Explodierens einer Lampe ein Zimmerbrand, dem die Fenstervorhänge zum Opfer gefallen sind. Durch das schnelle Eingreisen der Hausbewohner konnte das Feuer im Keime erstickt und dadurch größerer Schaden verhütet werden. ** Holzen, 9. April.(Ueberfall.) Die Unsicherheit auf unseren Landstraßen wird leider immer größer. Gestern nachmittag wurde auf der Kreisstraße Holzen—Syburg die 19jährige Pauline Bähr vom Buchholz von einem Wegelagerer übersallen. Der Bursche warf das Mädchen zweimal zu Boden, doch gelang es der Uebersallenen, sich loszureißen und zu entfliehen. Die Spur des Verbrechers führt nach Wellinghofen. ** Höchsten, 8. April.(Besitzwechsel.) Die Besitzung des Bergmanns A. Flume ist von dem Bergmann A. Goßmann käuflich erworben. ** Berghofen, 8. April.(Diebstahl.) Schon wieder ist hier ein frecher Diebstahl ausgeführt worden. In der vorvergangenen Nacht wurden dem Maurer A. aus seiner Wohnung an der Köln— Berliner Straße ein schwarzer Ueberzieher, ein Nock mit Weste— in der Weste befand sich eine Damenuhr nebst Kette—, eine Arbeitshose, sowie Wäsche, Strümpfe und Schuhe, ferner ein Portemonnaie mit Inhalt gestohlen. Die Diebe sind durch ein nicht fest verschlossenes Fenster eingestiegen und haben die Sachen aus dem Zimmer, in welchem die Eheleute A. mit ihren Kindern schliefen, und dem daneben befindlichen Wohnzimmer entwendet. Von den Tätern fehlt bisher jede Spur. * Bonn, 8. April.(Zu der Brandstiftungsaffäre Peitz) erfährt der„Bonner Generalanzeiger“, daß der seit Fastnachts=Dienstag vermißte Lehrling der Firma Peitz am Montag morgen in der Nähe des Bröltalbahnhofes aus dem Rhein als Leiche gelandet worden ist. Damit sind die ausgestreuten Gerüchte, der Lehrling sei bei dem Feuer einem Verbrechen zum Opfer gefallen, als völlig haltlos erwiesen. kommunale Elektrizitätswerk„Mark“ veröffentlicht soeben seinen Geschäftsbericht für 1913. Danach waren Ende des Berichtsjahres 5951 Abnehmer angeschlossen. Es wurden erzeugt 70 027 275 Kilowattstunden(gegen 56 296 600 i. V.) Davon wurden abgegeben 60 995 650 Kilowattstunden, der Eigenverbrauch betrug 1 857 750 Kilowattstunden. Die Einnahmen betrugen 3 946 800 Mark(3129 064 Mark), der Reingewinn beläuft sich auf 457 554 Mark(305 007 Mark) und ermöglicht wieder die Verteilung einer Dividende von 8 v. H. auf das Aktienkapital von 4.800000 Mark. Zur Bestreitung der Ausgaben für den beabsichtigten Vollausbau der Kraftwerke sowie für Kabel= und Ortsnetzerweiterungen wurde die Aufnahme einer Anleihe von 2400000 Mark beschlossen, von der jedoch bis zum Schlusse des Berichtsjahres mit Rücksicht auf die ungünstige Lage des Geldmarktes nur ein Teilbetrag von 500 000 Mark begeben wurde. Die Generalversammlung ist aus Mittwoch, 22. d. Mts. nach Hagen(Rathaussaal) einberufen. Dem Bericht sind verschiedene prächtig ausgeführte Ansichten von beiden Werken (Herdecke und Elverlingen) beigefügt. — Tuberkulosebekämpfung in Westfalen. In Münster sand eine Sitzung der Landesversicherungsanstalt Westfalen statt, die sich mit der Frage beschäftigte: ob in größerem Umsange als bisher für die lungenkranken Nentenempfänger durch Unterbringung in Krankenhäusern gesorgt werden könne. Präsident r. Kaufmann leitete die Sitzung, wies auf die Tätigkeit der Versicherungsanstalten in der Fürsorge für ihre lungenkranken Versicherten und auf die vorbeugenden Maßnahmen hin, die stets die Billigung des Reichsversicherungsamts gefunden hätten. Die Erfolge anderer Anstalten in der Versorgung der unheilbaren Lungenkranken ermutigten zu neuen Versuchen in Westsalen. Es habe sich anderwärts als zweckmäßig erwiesen, die ländlichen Krankenhäuser in den Dienst der Sache zu stellen. Auf diese Weise könnten die Kranken in der Nähe ihrer Heimat belassen und ihnen die Trennung von ihren Angehörigen erleichtert werden. Der in der Rheinprovinz übliche Pflegesatz von 1.80 Mark täglich sei nicht zu hoch und dürfte sogar in Westfalen nicht überall erforderlich sein. Die bisherigen Schwierigkeiten bei Gewinnung der Kranken für die Invalidenhauspflege beruhten gewiß zum Teil auf der Sorge der Kranken um das Fortkommen ihrer Familie, denen bis dahin die Rente zugute gekommen sei. Hier greife die neue Vorschrift der Versicherungsordnung ein, die es gestatte, bedürftigen Angehörigen einen Teil der Rente zu belassen. Bei diesem Entgegenkommen der Versicherungsanstalt sei zu hoffen, daß auch die Gemeinden als Träger der Armenlast mehr als bisher sich zu Leistungen zugunsten der Angehörigen verstehen würden. Der Vorstandsvorsitzende Landesrat Dr. Althoff berichtete über die bisherigen Bestrebungen der Versicherungsanstalt. Sie habe ebenfalls, wie die Rheinprovinz, ländliche Krankenhäuser zur Verfügung und gewähre ihnen gleichfalls angemessene Pflegekosten. Wenn trotzdem die Bestrebungen bisher wenig Erfolg gehabt hätten, so müßten wohl Umstände mitsprechen, die in der Eigenart des westfälischen Volkscharakters zu suchen seien. Von der gesetzlichen Befugnis, den Angehörigen der Rentenempfänger während der Unterbringung der Kranken einen Teil der Rente zu belassen, sei bisher allerdings noch kein Gebrauch gemacht worden. Bei der weiteren Aussprache wurde von verschiedenen Seiten bestätigt, daß als ein wesentliches Hindernis für die Versorgung der tuberkulösen Rentenempsänger die Mittellosigkeit der Familien anzusehen sei, von denen der Wegfall der Rente während der Unterbringung des Kranken schwer empfunden werde. Der Präsident des Reichsversicherungsamts wies im Laufe der Besprechung auch darauf hin, wie es§ 1274 der RVO. gestatte, neben der Fürsorge für einzelne Kranke die Bekämpfung der Tuberkulose auch durch allgemeinere Maßnahmen zu sördern, und daß das Reichsversicherungsamt solchen Bestrebungen in weitestem Umfange entgegenkomme. Nach mehrstündiger Verhandlung einigte man sich auf den Vorschlag des Präsidenten, Dr. Kaufmann, wonach zunächst in drei Kreisen der Provinz, und zwar in den Kreisen Ahaus, Herford und Schwelm, wo die Tuberkulose besonders verbreitet ist, auf der durch die Reichsversicherungsordnung geschaffenen neuen finanziellen Grundlage erneut vorgegangen werden soll. Zu diesem Zwecke wird demnächst eine mündliche Besprechung mit Vertretern dieser Kreise, Landräten, Bürgermeistern, Amtmännern, Leitern der Fürsorgestellen, Aerzten und Geistlichen in Münster stattfinden. Letzte Drahtmeldungen. Intervention des Kaisers. Berlin, 9. April. Die Angelegenheit der drei verhafteten und noch immer in Rußland festgehaltenen deutschen Luftfahrer Berliner, Hase und Nikolai scheint in ein neues Stadium getreten zu sein, nachdem die Mutter des Herrn Nikolai sich mit einem telegraphischen Hilferuf an den Kaiser gewandt hat. Die„Post“ schreibt: Wie man in Hofkreisen wissen will, hat der Kaiser auf das Telegramm hin ein Handschreiben an den Zaren gerichtet, worin er den Sachverhalt klarlegt und bittet, nach Kenntnisnahme der tatsächlichen Verhältnisse das Seine dazu beizutragen, die peinliche Angelegenheit einem schleunigsten Ende entgegenzuführen, d. h. mit andern Worten, den festgehaltenen Lustschiffern die Freiheit zurückzugeben. Die„Post“ fügt hinzu, daß man bei den guten Beziehungen zwischen dem Zaren und Kaiser Wilhelm trotz der gegenseitigen Verstimmungen annehmen darf, daß dieser Schritt nicht ohne Erfolg bleiben wird. Drahtlose Verbindung mit den Kolonien. Berlin, 9. April. Die Verbindung unserer Kolonien mit dem Mutterlande auf drahtlosem Wege ist, wie verlautet, schon so weit gefördert, daß in längstens zwei Jahren unsere afrikanischen und die in der Südsee gelegenen Schutzgebiete in drahtloser Verbindung mit Deutschland stehen werden. Todesurteil. Göttingen, 9. April. Das Schwurgericht hat den Zigarrenmacher Fuhrmann, der am Weihnachtsheiligabend den Förster Knoche im Nonnenholz erschossen hat, wegen Mordes zum Tode, wegen Versuchs, am 30. Dezember in Trubenhausen die beiden ihn verfolgenden Gendarmen zu erschießen, zu fünf Jahren Zuchthaus und wegen unberechtigten Jagens zu einer Woche Haft verurteilt. Verhaftung eines Mörders. Breslau, 9. April. Der Mörder Müller, der am vergangenen Montag die Stenotypistin Maria Rupprecht in einem hiesigen Rechtsanwaltsbureau ermordet hat, wurde in der vergangenen Nacht in dem Hotel„Zum schwarzen Adler“ verhaftet. Er hat bereits ein volles Geständnis abgelegt. Winter im Frühling! Stuttgart, 9. April. In Württemberg, Baden und Elsaß richteten Gewitter und Regenfälle vielfach erheblichen Schaden an. Ein Landwirt wurde auf dem Felde vom Blitz erschlagen und seine Frau betäubt. Die Birkenzeller Kapelle wurde durch Blitzschlag größtenteils zerstört. In Leonberg riß der Sturm einen größeren Neubau um. In den Bergkämmen des Schwarzwaldes liegt ein Meter Neuschnee. Schließung des reichsländischen Landtages. Straßburg, 9. April. Im elsaß=lothringischen Landtage wurde gestern abend die Tagung geschlossen. Staatssekretär v. Rödern verlas die kaiserliche Verordnung, wonach die nächste Landtagsverhandlung auf den 17. November angesetzt wurde. Dorauf gab Präsident Dr. Ricklin einen kurzen Rückblick über die Arbeiten, die geleistet wurden. Als recht erfreulich bezeichnete er es, daß die wichtigste Arbeit, der Etat, in der vergangenen Session rechtzeitig fertiggestellt worden ist. Fürst Wilhelm bittet um die Intervention Griechenlands. Paris, 9. April. Wie in hiesigen diplomatischen Kreisen auf das Bestimmteste versichert wird, hat sich Fürst Wilhelm von Albanien an die Vertreter Oesterreichs und Italiens sowie an den russischen Gesandten in Durazzo mit dem Ersuchen gewandt, den einzelnen Regierungen seinen Wunsch zu unterbreiten, bei Griechenland im Sinne einer Auseinandersetzung zwischen der albanischen Regierung und den Epiroten zu vermitteln. Die Irrsinnstat in Bruneck. Innsbruck, 9. April. Eine vom Generalkom= mando abgeordnete Kommission hat sich nach Bruneck begeben, um die Vorfälle auf das genaueste zu untersuchen. Es bestätigt sich, daß Hauptmann von Dittmann einen Herrn der Zivilgesellschaft mit dem Dienstgewehr eines Soldaten angreifen wollte, und daß es nur dem rechtzeitigen Eingreisen eines Unteroffiziers, der den sinnlosen Zustand des Hauptmanns erkannte, zu danken ist, daß kein Unglück schah. Die Operation König Gustavs. Stockholm, 9. April. König Gustav verabschiedete sich gestern abend im königlichen Schlosse vom Kronprinzen und den übrigen Mitgliedern des königlichen Hauses. Darauf begab sich der Monarch gegen 9 Uhr abends in Begleitung der Königin nach dem Sophiaheim, wo morgen die Operation durch den berühmten norwegischen Chirurgen Dr. John Berg stattfinden wird. Die Königin wird in der kommenden Woche im Sophiaheim Wohnung nehmen. Dem Kronprinzen wird während der Erkrankung des Königs die Regierung übertragen werden. Fliegertragödie in England. London, 9. April. Der englische Flieger Deane ist auf dem Flugplatz von Brookland, als er zu seinem letzten Fluge für die Erlangung des Fliegerpatents aufgestiegen war, abgestürzt; er war auf der Stelle tot. Gottesdienste. Evang. ref. Gemeinde. Karfreitag 9 Uhr: Vorbereitung. 9½ Uhr: Pastor Terberger. Evang. luth. Gemeinde. Karfreitag 8 Uhr: Pastor Ohlig. 9 Uhr: Beichte. 9½ Uhr: Pastor Nell, hl. Abendmahl. Westhofen. Karfreitag 10 Uhr: Pastor Ohlig. Kath. Pfarrkirche. Karfreitag 8 Uhr: Morgengottesdienst. Nachm. 4 Uhr: Kreuzwegandacht. 5 Uhr: Andacht mit Predigt. Samstag den 11. April 6½ Uhr: Kürchliche Weihe des Feuers, der Osterkerze und des Taufwassers. 8 Uhr: Hochamt. Verantwortlich für die Redaktion Friedr. Kraas. Druck u. Verlag von Carl Braus, beide in Schwerte. " Ggsta:„ die beme- Eiltenmiich-Seite von Bergmann& Co., Radebeul, für zarte, weiße Haut und### blendend schönen Teint, à Stück 50 Pf. Uberall zu haben.## nach 2. Ostertag großer crt Schulle 2518 Wandhofen Versetzungshalber wird die ParterreWohnung in meinem Hause. Hörderstr. 56, zum 1. Juli mielfrei. W. Stamm 2337 Restaurant z. Glocke) Zweistöckiges, massives Wrhnhaus in Westhofen bei kleiner Anzahlung billig zu verkaufen. Näheres Westhosen 2542 Hochstraße 39. Im. a. T.„Sdellia Schwerte. Am 2. Ostertage, nachm. 4 Uhr im„Freischütz: KONZERT Mitwirkende: Frl. Martha Lecking, Konzertsängerin(Alt). Herr Konzertmeister Otto Müller(Violine),) v.Beethoven" Alfred Orlowsky(Violoncello)." 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Zeitung, Knief, Dortmund, postlagernd. „Freischütz“ bei Schwerte. Am I. Ostertage, nachm. 4 Uhr: Lor! (Streichmusik) des Trompeterkorps des 11. Husaren-Regiments aus Krefeld unter persönlicher Leitung des Kgl. Ober-Musikmeisters Herrn Süper. Eintritt 50 Pfg. 10 Karten 3 Mk. 1 Nr. 84. Beilage. Amtliches Kreisblatt. Opfersinn. Vom Kreuze auf Golgatha klingt wieder die ernste Mahnung:„Das tat ich für dich!“ Es scheint, daß viele Christen die tiese Bedeutung dieses kurzen Satzes nicht völlig verstehen. Sonst wäre es nicht möglich, daß große Scharen dem Karfreitag gegenüber nur mit einer gewissen rührseligen Stimmung dastehen, gemischt aus dem Gesühl des leids mit dem leidenden Erlöser und aus deer rein persönlichen Genugtuung, für die eigene Seele davon einen Gewinn zu haben. Wir dürfen nie vergessen, daß der Karsteitag der Feiertag der höchsten Tat der Weltgeschichte ist, die einen Opfersinn ohnegleichen offenbart. Der Herr ist hier nicht ein Leidender mit anderen, nicht ein Leidträger in der Masse der übrigen Menschheit. Deutlich tritt er in dem Worte „Das tat ich für dich“ der gesamten übrigen Menschheit gegenüber. In diesem Wort tritt knapp und kurz das richtige Gefühl des Christen im Hinblick auf die opferwillige Karfreitagstat zutage. Das tat ich für dich: Dies Wort will des Herrn Opfertat auf jeden einzelnen Menschen beziehen. Jedes besondere Menschenleben soll daraus für sich eine Mahnung hören. Schon dieser Gedanke läßt es nicht zu, daß wir uns am Karsreitag mit flüchtigen Stimmungen und vorüberrauschenden Gefühlen be gnügen. Diese einzigartige Tat in der Menschheitsgeschichte will unter allen Menschengeschlechtern Frucht schafsen, und zwar ein und dieselbe, nämlich Opfersinn. Das Kreuz richtet die Frage an uns „Was tust du für mich?“ Es wäre völlig falsch, wollten wir auf dieser Frage mit dieser oder jener vereinzelten guten Tat unseres Lebens antworten. Gute Taten stehen auch im Leben des Nichtchristen, für dessen Inneres der Karfreitag vielleicht überhaupt noch keine Bedeutung gewonnen hat. Wenn wir es versuchen, dem Herrn eine Art Rechnung über unser gutes Tun als angebliche Frucht unserer Liebe zu ihm aufzumachen, so führt das immer zur falschen Werkgerechtigkeit und entsernt uns innerlich von dem wahren Opsersinn, der allein die richtige Antwort auf die Frage findet„Was tust du für mich?" Der Opsersinn liegt unserer Zeit nicht; denn in ihr tönen die Sirenenklänge des Habenwollens und der vielseitigen Ansprüche an das irdische Leben. Darum weisen Tausende jede Forderung des Opfersinns als unangenehm von sich oder bekämpfen ihn wohl gar als überlebt und schwächlich. Doch gerade diese Zeiterscheinung nötigt uns, den Gedanken des Karsreitags von dieser Seite her in unser Volk zu werfen und auf die sordernde Liebe dieser Frage energisch hinzuweisen„Was tust du für mich?" Die Größe des Opfersinns ist und bleibt ein sicheren Gradmesser dafür, wie weit sich ein Christ von dem Opsersinn Jesu, der uns am Karfreitag gegenübertritt, selbst hat ergreisen lassen. Und hat nicht jede Zeit ihre besonderen Nöte und Aufgaben, in denen sich christlicher Opfersinn wirklich betätigen kann? Nur an zweierlei sei erinnert: Der Geburtenrückgang und die Heidenmission. Es gehört heute Opferfreudigkeit dazu, kinderfreudig zu sein und den Familiensinn zu pflegen; denn solche Gesinnung stellt nicht vereinzelte Forderungen an den Menschen, sondern vielleicht ein dauenndes Sichbeschränken und Opserbringen. Und mit der Mission liegt es ähnlich. Nicht eine gelegentliche Anteilnahme kann hier helsen, sondern eine pflichtmäßige Opserwilligkeit, die eine solche Arbeit auf das christliche Gewissen nimmt. Da haben wir zwei große Zeitaufgaben, die ohne Opfersinn nicht zu lösen sind: Die eine für eine segensreiche Zukunft unseres eigenen Volkes, die andere zum Heile der Heidenvölker. Das Opfer des Karfreitags soll auch in diesem Jahre viele erwecken, die mit angreisen. Westfalen und Rheinland. * Dortmund, 7. April.(Derangeschossene Die b.) Im benachbarten Wambel wurden seit einiger Zeit von einer Ziegelei die Dachrinnen gestohlen, ohne daß es gelang, den Täter zu ermitteln. In der letzten Nacht nun legten sich der Ziegeleibesitzer mit einem Polizeisergeanten auf die Lauer, und sie ertappten einen Gelegenheitsarbeiter dabei, als er gerade wiederum eine Dachrinne losbrechen wollte. Der Polizist rief ihn an, doch drang der if den Beamten ein, der in der Notwehr au, d seinen Revolver zog. Aber noch bevor der Schutzmann feuerte, erhielt der Dieb von dem Ziegeleibesitzer einen Schuß in den Hinterkopf. Es besteht Lebensgefahr. * Dortmund, 8. April.(Was Ohm treibt.) Ohm, der bekanntlich jetzt im hiesigen Gefängnis Strashaft verbüßt, ist Selbstbeköstigung und Selbstbeschäftigung nicht mehr gestattet. Er trägt Gefängniskleidung, ißt mit geringen vom Arzt empfohlenen Abweichungen Gefängniskost und muß sich mit Gefangenarbeit beschäftigen. Meschede, 8. April.(Platin im Sauerlande.) Dem im November 1913 verstorbenen Bergingenieur Karl Schreiber ist es zu verdanken, daß die wirtschaftliche Entwicklung des Sauerlandes einen hohen Aufschwung zu nehmen sich anschickt. Sein Verfahren, aus Muttergestein durch ein Schlammverfahren Platina zu absorbieren, hat sich trotz ansänglichen heftigen Widerstandes zu behaupten gewußt, so daß heute keinerlei Zweifel mehr darüber bestehen kann, daß das Sauerland und der Westerwald zu den plantinreichsten Gebieten der Erde gehören. Die Analysen ergaben auf 1000 Kilogramm Matcrial 34 Gr. Platin, 2 Gr. Gold und 12 Gr. in Königswasser unlösliche Platinmetalle (Iridium und Rhodium). Diese überaus günstigen Ergebnisse haben Bergsachleute und deutsche Kapitalisten veranlaßt, sich unter Ausschluß fremden Kapitals die Mutungsfelder des verstorbenen Karl Schreiber zu sichern. Warendorf, 8. April.(Beide Beine abgefahren.) Ein schweres Unglück trug sich vorgestern mittag auf der Münsterstraße zu. Während eine Reihe von Kindern dort spielten, fuhr ein mit Steinen beladenes Fuhrwerk vorbeei. Das 1½ Jahre alte Töchtirchen der Ww. Meiwes lief vor die Räder des Wagens. Dem armen Kinde wurden beide Beine abgefahren. Betzdorf, 7. April.(Wohnungsmangel. Hier macht sich ein großer Mangel an kleineren, namentlich Arbeiterwohnungen fühlbar. So konnten eine ganze Anzahl Familien ihre gekündigten Wohnungen am 1. April nicht verlassen, da sie trotz vielen Suchens eine Wohnung nicht finden konnten. Andere wieder konnten wegen mehrerer Kinder nur schwer eine Wohnung finden. Wie in den Großstädten, so spielt auch hier schon die Kinderzahl eine große Rolle, und die Suche nach Wohnungen wird jedem Familienvater zur Qual, denn überall begegmit er der Frage nach der Kinderzahl. * Langendreer, 7. April.(Der falsche Gerichtsvollzieher.) Eine Anklage wegen Erpressung und Anmaßung eines öffentlichen Amtes bezw. wegen Beihilse zu diesen Straftaten führt: den Mechaniker Wilhelm Koch und den Schreiber Heinrich Bohe aus Werne vor die Bochumer Strafkammer. Koch erschien am 23. Januar in der Wohnung des Borgmanns Pankoke, stellte sich der ausfrau als Gerichtsvollzieher Kaiser vor und veriu Richeutcder Wuchatag langte die Zahlung einer Kostenschuld von 6.20 Mark. Der„Herr Gerichtsvollzieher“ gab dabei kund und zu wissen, daß er nur bis abends 8 Uhr warten könne. Falls das Geld bis zu diesem Zeitpunkte nicht gezahlt sei, müsse er zu seinem Bedauern zur Psändung schreiten. Diese Drohung versehlte ihre Wirkung nicht; die geängstigte Frau erklärte sich zur sofortigen Zahlung bereit Als der Ehemann Pankoke nach Hause kam und von der Sache ersuhr, benachrichtigte er sofort die Polizei, die den Koch als Täter und Bohe als Mittäter ermittelte. In der Strafkammerverhandlung versuchte der Angeklagte Koch, der Sache eine harmlose Deutung zu geben; nach seiner Behauptung hat ihn Frau Pankoke mißverstanden. Diese Ausrede versing bei dem Gericht jedoch nicht. Koch und Bohe wurden für schuldig besunden und zu je drei Monaten Gesängnis verurteilt. Langendreer, 7. April.(Das„Feuerchen.“) Ein schwerer Unglückssall ereignete sich in der neuen Bahnhofstraße. In den dort befindlichen Gärten hatten spielende Kinder Papier und Kartoffellaub angezündet. Die 13jährige Gertrud Waschinski kam dem Feuer zu nahe, sodaß die Kleider Feuer fingen. Auf das Geschrei der übrigen Kinder eilten Bahnbeamte herbei; das Kind war aber bereits am ganzen Körper lebensgefährlich verbrannt. Es wurde von einem gerade vorbeikommenden Fuhrwerk dem hiesigen Krankenhause zugeführt. * Gelsenkirchen, 8. April.(Eine harte Strafe). Die schon so ost gerügte Dummheit, bei der Erhebung von Zeugengeldern unwahre Angaben zu machen, hat zwei hiesigen Handlungsgehilfen eine harte Strafe eingebracht. Der Buchhalter Erumme und der Kassierer Hamburger waren in einer Sache vor dem Amtsgericht in Gelsenkirchen geladen worden und hatten sich dann für den Zeitverlust sechs bezw. sieben Mark Zeugengeld auszahlen lassen, da sie außer ihrem Gehalt auch Provision bezögen. Nachdem festgestellt war, daß dies auf Unwahrheit beruhte, beide vielmehr nur in ganz seltenen Fällen eine Provision erhielten, wurden sie wiegen Betrugsversuches vor die Strasbehörde gestellt. Diese, die Strafkammer Essen, erkannte jetzt gegen Grumme als den Anstister auf eine Gesängnisstrafe von drei Wochen, Hamburger wurde zu 50 Mark Geldstrafe verurteilt. * Bochum, 8. April.(Geheimnisvoller Leichenfund.) Unter dem Verdacht des Kindesmordes wurden in der Nachbargemeinde Weitmar ein Dienstmädchen und dessen Bräutigam verhaftet. Das Mädchen, das vor etwa acht Tagen bei einem Landwirt in Weitmar eine Stellung annahm, hatte kurze Zeit vorher bei Verwandten in Gerthe einem Kinde das Leben geschenkt. Ihrer neuen Herrschaft gab die Magd hiervon keine Kenntnis. Nach einigen Tagen nahm das Zweitmädchen des Hauses einen durchdringenden Geruch war, der einem Kofser des neuen Mädchens entströmte. Man holte die Polizei und als diese den verdächtigen Koffer öffnete, fand sie darin eine bereits stark in Verwesung übergegangene Kindesleiche. Nach Ansicht der Behörde ist ein Verbrechen nicht ausgeschlossen. * Wanne, 7. April.(Einen Erpressungsversuch) verübte in den letzten Tagen der vergangenen Woche die unverehelichte 20 Jahre alte Maria Bender aus Eickel. Am Freitag voriger Woche erhielt der Oberbahnhofskassenvorsteher Axen einen anonymen Brief zugeschickt, in welchem er aufgefordert wurde, bei der Post im Laufe des Samstags einen Brief mit 100 Mark Inhalt unter Donnerstag, 9. April 1914. einer gewissen Chissre zu hinterlegen, widrigenfalls die Schreiberin Verösfentlichungen über sittlich Verfehlungen machen würde. A. machte der Polizeiverwaltung Mitteilung, die das Postamt überwachte. Samstag abend stellte sich die jugendliche Schreiberin des Erpresserbriefes ein, um das Geld abzuheben. Sie wurde zur Wache geführt, wo sie ein umfassendes Geständnis ablegte. Mülheim(Ruhr), 8. April.(Ein Opfer des Sturmes.) Gestern nachmittag warf ein Wirbelsturm den holländischen Bauhilfsarbeiter Pcerkop von dem dreistöckigen Erweiterungsbau des evangelischen Krankenhauses in die Wertgasse hinab. Der etwa 40 Jahre alte Mann war sofort tot. Essen, 8. April.(Ehrlich währt am längsten.) In der Akazienallee verlor ein Herr, der sich auf dem Wege zum Bahnhof besand, seine Brieftasche mit 5000 Mark Papiergeld. Der Herr hatte seinen Ueberzieher auf dem Arm getragen und beim Umwechseln auf den andern Arm entglitt die Brieftasche, die sich in dem Paletot besand. Eine ältere Frau, die den Verlust bemerkt hatte, eilte dem Herrn nach und stellte ihm die Tasche wieder zu. Mit einem 100 Mark=Schein wurde die Ehrlichkeit belohnt. Luftschiffahrt. Ein deutscher Flieger auf dem Wege Paris—Peking. Der deutsche Flieger Heinz Fleidermann bewirbt sich um den Preis für den Flug Paris—Peking. Der ehemalige Chefpilot der Grade=Werke ist in Paris gestartet, um über Genua und Triest nach Wien zu gelangen, von wo er über Warschau, Moskau nach Petersburg weiter fliegen wird. Von Petersburg aus wird der Pilot entlang der Transsibirischen Bahn nach Peking fliegen, wo er zwischen 20. und 25. April einzutreffen gedenkt, um dadurch den Flugpreis des„Matin“ in Höhe von 155000 Mark zu gewinnen. Der deutsche Flieger benutzt einen Eindecker eigener Konstruktion mit 70 pferdigem 4=Zylinder=Argus=Motor. Die Maschine ist aus Stahl hergestellt, die Flügel sind aus Holz versertigt. Hirths Mißgeschick. Für den ersten Preis des Sternfluges nach Monaco, der ein Wettkampf zwischen deutscher und französischer Aviatik geworden wäre, kommt Hellmuth Hirth, der bei Marseille einen Absturz ins Wasser erlebte, der den Flugapparat zerstörte, nicht mehr in Betracht. Seine bisherige Flugleistung Gotha—Marseille, mit der er die französischen Konkurrenten schlug, hat ihm jedoch den Ruhm der besten Leistung während des Sternfluges gesichert. Eine außergewöhnliche Flugleistung vollbrachten die deutschen Offiziersflieger Leutnant Hesse und Hauptmann Feigel. Sie legten die fast 300 Kilometer lange Strecke Berlin—Hannover in der überraschend kurzen Zeit von etwa einer Stunde zurück. Der Flug sand dazu unter ungünstigsten Umständen statt. Es stürmte und das Flugzeug hatte oft schwere Regenböen zu überwinden. er Ungar lacht und sagi vergnüglich: „Dos Sulasch, Jraind.istgonz vorzüglich: Wie is dir dos so gut geroien? „Ikli Cobu“ hob ich ihn gebroien!“ Jeinele Sflanzenbulter-Öflargarine Neber alles die Ehre. Roman von M. R. Herrmann. 27 „Aber das Licht hat noch immer die drohende Finsternis besiegt. Natürlich würde ich nie eine Gattin nehmen, die ich nicht liebe und von der ich nicht überzeugt bin, daß sie mich wieder liebt. Und dann wäre es mir aber auch ganz gleich, ob dies arm oder reich ist, denn auf das Geld brauche ich nicht zu sehen, da meine Familie sehr reich ist, natürlich nach deutschen Begriffen.“ Triumphierenden Blickes musterte er das junge Mädchen, das spöttisch bemerkte:„Na, wenn dieses Bild von Weib ein paar Millionen Dollars im Vermögen, sonst auch körperliche Gebrechen an sich hat," hier machte Alice eine bezeichnende Geste nach ihrem Rücken, „so schadet das ja weiter nichts.“ „Aber Alice,“ rief vorwurfsvoll die Mutter, während der Vater sich von seinem Platze erhob und dem Gaste die Hand reichte:„Sie dürfen das meiner Tochter nicht übel nehmen, Herr Baron, denn sie neckt sich eben gar zu gerne.“ Sich dann an seine Tochter wendend, bemerkte er ernsten Tones, dem man den Aerger über den eben gehabten Verdruß deutlich anmerkte:„Alice, Du gehst in Deinen Neckereien immer zu weit, denn Du vergißt sogar, was man dem Goste gegenüber schuldig ist.“ „O, nicht doch, Herr Barker,“ warf der Gast ein.„Ich liebe solche kleine Wortplänkeleien und mich gar nicht beleidigt durch die Worte res Fräulein Tochter.„67. Kem maslan Alice hatte das Zimmer bellassen wollen, als sie aber sah, welchen Eindruck die Szene von vorwehrte nun der Vater dem Liebling:„Da werden wir noch einmal Gnade vor Recht ergehen lassen Innselben Angenblicke war Alie aberauchschon an der Seite der Mutter, um auch deren gute Laune sofort wieder herbeizuzaubern, war doch die Tochter der Sonnenschein im Hause und von Vater und Mutter verzogen.„„ Baron von Ehrenstein beonachtete die Szene und sagte sich, daß das junge Mädchen entschieden Charakter habe und schwer zu gewinnen sein würde, doch wollte er den Sturm schon wagen. Vorerst galt es aber, sich keinen Verdruß anmerken zu lassen. Im liebenswürdigsten Tone, als ob nicht das mindeste vorgefallen wäre, wandte er sich an das junge Mädchen:„Ich glaube, ker, wir schließen jetzt einen Waffenstillstand, damit wir die Nacht ruhig schlafen können und morgen neue Kraft gesammelt haben, den Kleinkrieg Toppl= rief Alie mit blitzenden Augen, lachenden Mundes:„es sei, Herr Baron,“ und sie schlug kräftig in die ihr dargereichte rechte Hand des Gastes.„Ehrlichkeit habe ich bisher immer am höchsten geschätzt, leider aber bei den Herren der Schöpfung nur sehr selten gefunden.“ Baron Ehrenstein lachte belustigt auf, doch Alice fuhr fort:„Es gefällt mir an Ihnen, daß Sie morgen mit mir weiter streiten wollen. Das kann hübsch werden. Sie sollen einmal sehen, welche angenehme Tage uns noch bevorstehen werden.“ Das glaube ich auch, bezzestez, pötzih, Gast.„Ich kann Ihnen also schlieflich das Kompliment der Ehrlichkeit zurückgeben, wenngleich ja auch ich bei den bisher kennen gelernten Damen mein sie aber sah, welchen Eindruck die Szene von vor auch ich bei den, bisher kerz., vin auf die Eitern machte, warsie auf den Vater fev), Wisseg Eie auch, daß Sie grob sind, ber) vie neine Verehrteste, nur ehrlich sind ein Deutscher, also ein Barbar,“ er= aber sie hatt widerte Alice; aus ihren Augen sprühten neckische Kobolde, als sie fortfuhr:„aber gegen uns kämpfen selbst Barbaren vergebens.“ „Davon bin ich überzeugt,“ antwortete trocken der Baron..# M6 auf 2u frate „Also geben Sie den Kampf aufe“ fragte Alice den Baron. „Fällt mir gar nicht ein!“ gab der Baron zu„Wissen Sie denn, Herr Baron, daß Sie sich mit Ihrem Lobe der amerikanischen Frauen und Ihrer jetzigen Aeußerung direkt widersprochen haben?" Belustigt sprang das junge Mädchen auf, doch der Vater antwortete statt des etwas verblüfften Barons:„Halt, Alice! Das geht gegen Euer Abkommen über den Waffenstillstand. Der Herr Baron wird Dir morgen die Antwort darauf erBaron Ehrenstein verneigte sich zustimmend. Das junge Mädchen machte entschieden Eindruck Bald darauf verabschiedeten sich Mutter und Tochter. Letztere mit den Worten:„Also auf einen fröhlichen Krieg morgen!“ Lachend hatte der Gast erwidert:„Wenn Sie den lustigen Krieg denn durchaus haben wollen, so soll es mir recht sein.“ Auch die beiden Herren begaben sich, nachdem die Damen die Veranda verlassen hatten, in das Während der nächsten Tage stattete Barker, der sich von den Geschäften in der Stadt freigemacht hatte, mit seinem Gast bei den Nachbarn Besuche ab. Ueberall wurde er und der Baron auf das Zuvorkommendste, namentlich von der Damenwelt, Zwischen Alle und dem Gaste hatz sich rend dieser Tage der Kleinkrieg fortgeset.. Das junge Mädchen freute sich daran, dem Baron zu daß er auf ihre Hand und ihre Millionen es abgesehen habe, und sie wollte ihm deshalb jede Illusion sofort nehmen. Inzwischen hatte Baron Ehrenstein seine Taktik geändert. Er ließ sich mit der Tochter seines Gastgebers nur in kurze Gespräche ein und machte von den Einladungen, die ihm von den Nachbarn Barkers in liebenswürdiger Weise zugingen, den ausgiebigsten Gebrauch. Stundenlang weilte er außerdem in der schönen Natur, und als dann Barkers zu Ehren des Gastes gar ein Fest auf einer reizend gelegenen, mit großen, schattigen Bäumen bestandenen Insel gaben, die in der Nähe des Ufers, nicht weit von Barkers Besitztum sich befand, da widmete sich der Baron fast ausschließlich den Freundinnen Alices, diese selbst tat, als sei der Baron für sie nicht vorhanden. Im stillen aber bat sie ihm doch den Verdacht ab, den sie gegen ihn gehegt hatte, denn wenn der Baron den Freundinnen so eifrig den Hof machte, so konnte er es wohl nicht auf ihre eigene Person abgesehen haben. Daß der Gast ihres Vaters sie gar nicht beachtete, war ihr recht unangenehm, und auch die Mutter, die sich in Gesellschaft der älteren Damen befand, schien das recht mißfällig zu betrachten. Alice, die in Gesellschaft einiger Herren am Seeufer stand, wandte sich mit ihren Begleitern nach der nahen Auhöhe, wo im frischen Grun der Bische und unter den hohen Laubkronen der Bäume gar lustiges Leben herrschte. Baron Ehrenstein unterhielt hier mehrere junge Mädchen durch humoristische Reiseerlebnisse, so daß die Damen aus dem Lachen fast nicht herauskamen, besonders als er mehrere Anekdoten aus dem deutschen Soldatenleben zum besten gab. In diesem Augenblicke betrat Alice mit ihren Begleitern den Platz. Sie ließ sich neben den Freundinnen auf einem bequemen Sessel nieder, wie solche dort aufgestellt waren. Schweigend hörte sie dem Baron zu, der sich leicht an eine schlanke Birke gestützt hatte, mehrere Herren lagen zwanglos auf dem Rasen nicht weit von Ouswpam eusfarnt 208.10 den Damen entserne!.—.— Vorgestern nachmittag 5¾ Uhr entschlief sanft nach langem, schwerem, mit grosser Geduld ertragenem Leiden unser lieber Vater, Grossvater, Onkel und Bruder, der Invalide Peter Demgen Im Alter von 65 Jahren. Um stille Teilnahme bitten Die trauernden Hinterbliebenen. Schwerte, Borbeck, Mülheim, Dortmund, Thorn und Sachsenbrück, den 9. April 1914. Die Beerdigung findet am Freitag, den 10. April, nachmittags 3½ Uhr, vom Sterbehause, Westenhellweg 18, aus statt.— Sollte jemand aus Versehen keine besondere Nachricht erhalten haben, so diene diese als solche. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme beim Hinscheiden meines geliebten Mannes, unseres guten Vaters, meines lieben Sohnes sprechen wir allen Freunden und Bekannten, besonders Herrn Pfarrer Schnurbus für die trostreichen Worte am Grabe, sowie dem Männergesangverein„Cäcilia“ und den Eisenbahnervereinen unsern herzlichsten Dank aus. Wwe. Karl Witteler nebst Kindern. Trader Priete-Bucharuckerer u. Braus Unsere Hanos der Weltfirmen: Schiedmayer& Söhne— Maud— Rönisch Knaus— Vogel— Neugebauer Mozart-Pianos bürgen für erstklassige Qualität, hervorragende Tonfülle und elegante Bauart. Der grosse Erfolg, den wir in der kurzen Zeit unserers Bestehens aufzuweisen haben, zeigt die Beliebtheit unserer Fabrikate. Viele Anerkennungsschreiben 10jährige Garantie Bequeme Ratenzahlungen. Ehrlichs Pianohaus, Iserlohn. Vertreter an allen Plätzen gegen hohe Provision Freiwillige Versteigerung. Am Samslag. d. 11. April. vormillags 10 Uhr. werde ich im Saale des Wir'es Aug. 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Mit Tagesanbruch verließen wir Korfu ganz plötzlich—— und ich wußte es nicht, ob und wann wir je zu dem reizenden Märchenschlosse zurückkehren Dann traf der Mordstahl das Herz der edelsten, menschlich fühlenden und menschlich leidenden Frau und Jahre sind es nun her, daß sie heimging und endlich in der Kapuzinergruft zu Wien ihre Ruhe fand. Jeden Sommer habe ich die herrlich blühenden Rosenlauben von Schloß Gödöllö wieder besucht, und weit hinaus über Budapest und bgghrgngzgona ins Land geschaut. Von einer weißen Marmorbank— es ist dies das Lieblingsplätzchen des alten Kaisers Franz Joseph— da habe ich schmerzlich=süßes Erinnern gehalten.„e Schloß Gödollo lag einsam und verlassen. Dann haben Tausende dankbare und liebende Frauen und Mädchen„ihrer Kaiserin“—— dem einstigen reizenden„Liesel von Possenhofen“— ein lostbares, wunderschönes Denkmal gesetzt und damit ihrer Huldigung und Liebe beredtesten Ausdruck gegeben. Vergessen wird Elisabeth von Oesterreich wohl niemals werden. K Werter. scheinung sind die Schätzungen der Ausmaße des Kraters sehr verschieden. Die Angaben über die Tiefe des Sees unter dem oberen Kraterrand schwanken so zwischen 20 und 200 Meter. Auch die Stellen, wo die Lava in den See eintritt und abfließt, sind nicht mit völliger Sicherheit zu erkennen. Nach dem Verlassen des Sees fließt die Lava als unterirdischer Bach den Berg hinab, wobei ihr Weg durch einzelne Dampfstellen bezeichnet wird, und ergießt sich dann an der Steilküste unter mächtiger Dampfentwicklung in die See. Wenn sich der enge Kanal verstopft hat, sucht sich der Bach rasch ein neues Bett in den zahlreichen Spalten und Hohlräumen des Lavafeldes. So wird allmählich der rissige Lavastrom, der einem Gletscher ähnlich sieht, in eine dichte Gesteinsmasse verwandelt. Der Ausfluß der Lava in die See erfolgt an wechselnden Stellen; nur zwei Hauptsträhne haben sich dabei als ziemlich beständig erwiesen, und bei dem einen tritt die Lava unter mächtigen Explosionserscheinungen unterseeisch auf. Dr. Wegener hat von einem Boot aus Messungen der Wassertemperatur bei den Ausflußstellen vorgenommen und fand bei etwa 100 Meter Entfernung 50 Grad, während er vor sich Siedebewegungen sah. Rebus. Der Feuersee auf Sawali. Den einzigen Lavasce auf der Welt außer dem fast erloschenen Kilanca in Hawai schildert Dr. Kurt Wegener in einem fesselnden Artikel der „Umschau“, in dem er auf Grund eigener Anschauung den Vulkan Matawanu, der im August 1905 am Nordostabhang der Samoa=Insel Sawaii neu entstanden ist, ausführlich beschreibt. Die ganze Insel stellt einen einzigen großen Vulkan dar, auf dessen mächtigem Lavaschild sich allenthalben kleine Kraterkuppen, die Durchbruchsstellen der Lava, von 50—100, höchstens 300—400 Meter Höhe und 500—1000 Meter Durchmesser aussetzen. Bei der Bildung des neuen Vulkans, bei der einer der schönsten Distrikte der Insel betroffen wurde, wurden aus der neuen Ausbruchsstelle anfangs Steine und Lavabrocken in die Höhe geschleudert; dann floß zähe Lava in größeren Mengen aus, wobei sich Dämpfe entwickelten. 1906 kam ein schmaler Strom bis gerade an die Küste, 1907 und 1908 erfolgte dann eine große Lavaaufschichtung, die etwa 30 Quadratkilometer Land unter einer 5—10 Meter dicken Steinkruste begrub. Jetzt fließt die Lava in einem dünnen Bach, aber mit einer Geschwindigkeit von etwa 4 Meter in der Sekunde, in die See. Das war erst möglich, nachdem sich aus dem Krater ein Lavasee gebildet hatte, in dem die gashaltenden flüssigen Gesteine beim Aufsteigen und bei der Abkühlung sich stärker ausdehnen als die gasarmen und daher in die Höhe schuellen. So springen aus dem feurigen See überall und fortwährend Fontänen von Lava, in denen die Gase der Lava ausgeschieden werden und die rasch hin und wandern. Das Bild des rotleuchtenden Sees, der etwa 100 Meter unter dem oberen Rande liegt und 50 Meter breit und 20 Meter lang ist, macht einen überwältigenden Eindruck, besonders zur Nachtzeit. Die rot und weiß glühenden Massen schwimmen hin und her und kiatschen aufspritzend gegen die Wände des Kraters, während man zahlreiche, 5—10 Meter hohe Fontänen aus dem See aufspringen sieht. Unter dem sinnverwirrenden Eindruck der ErS (Auflösung folgt in nächster Nummer.] 274 KET Dumor. Beispiele. In einem längeren, belehrenden Gespräch, das der Vater mit seinem Sohne hatte, erklärte er diesem, es sei sehr empfehlenswert, alles mit Beispielen zu belegen. Es werde dadurch alles verständlicher, und man mache den anderen nur durch Beispiele seine Meinung vollständig klar. Kurz darauf fand der Vater wieder einmal Gelegenheit, mit seinem Jungen zu reden. Er erklärte ihm den Spruch: „Geben ist seliger denn nehmen.“ Der Knabe hörte sehr aufmerksam zu, und als der Vater mit seinen Erklärungen zu Ende gekommen war, sagte er:„Willst du mir das nicht an einem Beispiele klarmachen, Vater; ich werde es dann viel besser verstehen.“ * Der grausame Gatte. Er(die Zeitung lesend): „Nein, was die Damen jetzt mit den Hunden anstellen! Jetzt lassen sie sie sogar einbalsamieren!“ Sie:„Oh, das ist aber interessant! Wirklich ganz reizend! Das werde ich mit Püppchen auch machen lassen!“ Er:„Ganz recht, ganz recht, gib ihn her, ich lasse es noch heute besorgen.“ K Amtliches Kreisblatt für den Kreis börde 46. Jahrgang O Grites und älteltes Cagesorgan des Kreiles. O Haupt-Annoncenblatt Unterhaltungs=Beilage zu Nr. 84. Donnerstag, 9. April 1914. Gin Gentelereich. Novelle von Rudolf Zollinger. (5. Fortsetzung.) ich entnehme, it einem sehr lebhaften Gefühl der ErK leichterung drückte George dem fürsorglichen Freunde die Hand.„Sie haben mir eine große Last vom Herzen genommen. Nun diese Klippe glücklich überwunden ist, hege ich in bezug auf alles andere keine Befürchtungen mehr.“ „Um so besser. Aber es gibt immerhin noch einiges, das wir gestern nicht in Betracht gezogen haben. Sind Sie denn in der Lage, mein lieber Mister Marshall, die Reise auf Ihre eigenen Kosten zu machen?“ Der Techniker zeigte eine ziemlich bestürzte Miene. „Auf meine eigenen Kosten, Mister Wondhan.?“, „Allerdings! Diesen kleinen Kapitalsennschaß muß ich schen von Ihnen verlangen, falls Sie darauf rechnen, daß ich den Gewinn mit Ihnen teile. George Marshall sah ein, daß die Forderung keine unberechnigte war, aber die Vorstellung, vielleicht all seine geringe Habe an das gefährliche Unternehnen wagen zu sollen, verursachte ihm doch einige Be„Meine verfügbaren Ersparnisse belaufen sich auf nicht mehr als zweihundert Pfund,“ sagte er kleinlaut, und die Reise nach Mauritius ist ebenso kostspielig wie der Aufenthalt in Port Louis.“ „Immerhin werden Sie mit der genannten Summe bei einiger Sparsamkeit recht gut auskommen. Daß ich Sie nicht aus meinen eigenen Mitteln ausrüsten kann, muß Ihnen doch einleuchten. Erstens ist das flüssige Kapital, das mir zur Verfügung steht, gar nicht so groß, als Sie vielleicht glauben, und dann brauche ich es bis auf den letzten Pfennig für die Zwecke unserer Spekulation. Sie würden sich selbst bestehlen, wenn Sie etwas davon verlangten.“ „Ich begreife es vollkommen, Mister Wyndham, und ich werde darum auch kein derartiges Ansinnen an Sie stellen. Wenn der Schlag mißlänge, wäre ich dann freilich ein armer Mann. Ich hatte zugleich meine Stellung und meine Ersparnisse verloren, und wer weiß, ob es mir jemals möglich wäre, mich wieder in die Höhe zu arbeiten.“ „Aber er wird nicht mißlingen, sosern Sie Ihre Sache gut machen,“ beruhigte ihn der andere.„Ich bin jetzt schon ziemlich sicher, daß ich auch den zweiten Depeschenschlüssel erhalten werde. Dann werde ich meinem Kapstädter Vertrauensmann brieflich die beiden chiffrierten Telegramme einsenden, von deren Inhalt r natürlich keine Ahnung hat. Sie geben mir sofort (Nachdruck verboten.) daß alles für die Ausricht, aus der ich entnehme, daß alles für die führung unseres Vorhabens bereit ist. die mit Sicherheit vorauszusehende nächste Unterbrechung auf der Westkabellinie eintritt, telegraphiere ich Ihnen ein vorher zwischen uns verabredetes wort und gebe gleichzeitig auf demselben Wege meine Kapstädter Agenten Besehl, zu einer bestimmteg des folgenden Tages die beiden Chiffredepe,, un ihre Londoner Adressen aufzugeben. Sie werden sich um diese Zeit in Ihrer Eigenschaft als angeblicher Leitungsrevisor auf dem Telegraphenamt in P Louis aufhalten, und es wird Ihnen ein leichtes sein, den Augenblick abzupassen, in welchem unsere Depesche von Kapstadt ausgenommen und nach London Weitel gegeben sind. Dann muß sofort jede Verbindung zwischen Mauritius und dem airikanischen Fetlgncde aufhören, und Sie müssen dafür sorgen,„gauer Unterbrechung mindestens zwei Tage lang a Nach Verlauf von achtundvierzig Stu dann getrost das Hindernis in unauffälliger Weise wieder beseitigen und dürfen mit dem nächsten Schisfe die „Und Sie glauben, daß diese achtundvierzig Stunden wirklich genügen werden, um das Geschäft zu machen? „Vollkommen! Unter Umständen wäre soggr gi, einziger Tag ausreichend; aber der Profit„.z u größer werden, wenn ich das Doppelte dieser# Verfugung habe. Die meisten Inhaber von Goloshares sitzen in der Provinz. Trifft die Nachricht von dem Kaffernaufstande am Nachmittag hier ein, wie es in meinem Plan=„hegntzhgrsgerden die Wjagenrrager der schon an der Avendborse sehr stark faut üder der eigentliche Sturz wird doch erst erfolgen, nachdem die sensationelle Neuigkeit und die Meldung von dem Kursrückgang durch die Morgenzeitungen in die Provinz gelangt ist. Dann regnet es telegraphische## ordres an die Londoner Bankiers, und an der Mitla#### börse werden die Goldshares für die Hälfte des Kurses zu haben sein, den sie noch tags zuvor notierten.“ „Und wenn nachher das ganze Manöver heraus„Dann ist noch lange keine Gefahr, daß gerade auf Sie oder auf mich ein Verdacht fallen müßte. Ich werde es schon verstehen, mit meiner Person so weit im Hintergrunde zu bleiben, daß es einer sehr langen und sehr gründlichen Untersuchung bedürfen würde, ehe man auf mich als auf den Urheber des genialen Börsencoups verfiele. Bis dahin aber habe ich mich und unsere Beute vermutlich längst in Sicherheit geRc #ce e 67 6 9 2 S* S S— 8 S 8 S S 0 5 E 3 52 O 2 E 8 S 5 S 8 ö 11 SZ **** 8 S S SS"SL a b. G. E G• GhASS S SUSnSE USE bracht. Ich beabsichtige, mich unmittelbar nach Realisierung des Differenzgeschäfts nach Paris zu begeben und dort Ihre Ankunft behufs Teilung des Gewinns zu erwarten. Ist die Sache, wie mit ziemlicher Gewißheit zu erwarten steht, inzwischen vergessen, so steht unserer Rückkehr nach London nichts im Wege. Sollte sie aber mehr Staub aufgewirbelt haben, als uns lieb ist— nun, so schlagen wir eben unsere Zelte an irgendeinem sicheren Plätzchen auf, wo uns die Entrüstung unserer lieben Landsleute nichts anhaben kann. Mit dem nötigen Gelde lebt man überall in der Welt angenehm— in diesem oder jenem Lande vielleicht sogar noch angenehmer als in unserem zopfigen Vaterlande.“ „Aber sind Sie ganz sicher, daß auch Mabel bereit sein würde, ihre Heimat zu verlassen? Schließlich will ich doch all diesen Reichtum nur erwerben, um ihr ein glänzendes Leben zu verschaffen.-Ich würde nicht einen Finger rühren, wenn ich dadurch in Gefahr käme, sie zu verlieren, denn ohne ihre Liebe hätte das Leben für mich überhaupt keinen Wert.“ „Was das betrifft, dürfen Sie ganz unbesorgt sein. Mein reizendes Bäschen hängt durchaus nicht so sehr an dem nebligen London, in dem sie nach ihrer eigenen Versicherung bisher mehr traurige als heitere Tage verlebt hat. Es gibt überdies kein Mädchen, das dem Manne seiner Liebe nicht willig bis ans Ende der Welt folgen würde.“ George Marshalls Bedenklichkeiten waren zerstreut, und als er seinem kiugen Freunde zum Abschiede die Hand schüttelte, geschah es mit dem festen Versprechen, daß er morgen seine Stellung kündigen, seine Ersparnisse abheben und sich bereit machen wurde, in längstens einer Woche zu reisen. 5. Kapitel. Mabel erwies sich als eine vortreffliche Schauspielerin, und Artur Wyndham konnte mit ihrem Verstellungstalent vollauf zufrieden sein. Als ihr George am nächsten Mittag von seiner bevorstehenden großen Reise sprach, verriet sie mit keinem Wort und mit keiner Miene, wie gelegen ihr diese Reise kam. Sie nahm sie vielmehr wie ein unvermeidliches Mißgeschick, das man ertragen müsse, ohne viel darüber zu klagen, und sie zeigte im übrigen in ihrem Benehmen gegen den Verlobten keine Veränderung, die ihn hätte mißtrauisch machen können. Durch ein Uebermaß von Zärtlichkeit hatte sie den guten George ja niemals verwöhnt, und er war schon dahin gelangt, ihre gelegentlichen Launen als eine Besonderheit ihres Wesens geduldig hinzunehmen. Froh, daß sie ihm wegen seines Wortbruchs nicht zürnte, war er meilenweit von jedem häßlichen Argwohn entfernt und würde einen Einsturz des Himmels für wahrscheinlicher gehalten haben, als einen schmählichen Verrat. Als ihn Artur Wyndham nach dem Mittagessen ein Stück Weges begleitete, dankte er ihm noch einmal für seinen freundschaftlichen Beistand und teilte ihm zugleich mit, daß er in längstens einer Woche zur Abreise fertig sein würde. Das Goldfieber brannte so heiß in seinem Blute, daß er am liebsten schon am nächsten Tage gefahren wäre. Aber die eigentliche Triebfeder seiner raschen Handlungen und seiner ungeduldigen Wünsche war doch immer nur das Verlangen, seinem künftigen Glück an der Seite des geliebten Mädchens eine möglichst sichere Grundlage zu geben. Jedes seiner in arglosem Vertrauen gesprochenen Worte mußte dem anderen ein Beweis dafur sein, daß Mabels Treulosigkeit einen geradezu vernichtenden Schlag für den guten George bedeuten würde. Aber es hatte nicht den Anschein, als ob diese Erkenntnis Artur Wyndhams Gewissen auch nur im geringsten zu beunruhigen vermöchte. Fast unmittelbar, nachdem er sich von dem jungen Techniker getrennt hatte, bestieg er einen Wagen und ließ sich nach dem Hause der Frau Grey zurückfahren. So hatte er es mit Mabel verabredet, da ihnen gerade diese Stunde, in der die Mutter ihr Nachmittagsschläschen machte, besser als irgendeine andere gestattete, sich ungestört und unbelauscht dem Glück ihrer jungen Liebe hinzugeben. Mabel hatte Sorge getragen, daß die Dienerschaft nichts von seiner Ankunft bemerkte, und sie ließ ihn sogleich in ihr abseits gelegenes Zimmer eintreten, wo sie keine Ueberraschung zu fürchten hatten. Mit einer Leidenschaftlichkeit, die dem ruhigen und immer beherrschten Wyndham beinahe ein leises Unbehagen bereitete, hielt sie sich in stürmischen Liebkosungen schadlos für den Zwang, den sie sich vorhin in Gegenwart ihres Verlobten hatte auferlegen müssen. Als sie dann mit dem feinen Instinkt des liebenden Weibes wahrnahm, daß Artur ihre Zärtlichkeiten nur mit einer gewissen Befangenheit und Zerstreutheit erwiderte, fragte sie ihn mit rasch erwachtem Mißtrauen sofort nach der Ursache. „Verzeih' mir, liebste Mabel,“ sagte er.„Ich muß heute wirklich ein wenig an deine Nachsicht appellieren, denn ich begreife wohl, daß die verdrießliche Geschichte, die mir beständig im Kopf herumgeht, mich zu einem sehr unliebenswürdigen Gesellschafter macht.“ „Eine verdrießliche Geschichte? Doch hoffentlich nichts Ernsthaftes?“ „Nun, wie man's nehmen will. Für einen Kaufmann ist es immer sehr ärgerlich, wenn er sich ein gutes Geschäft gewissermaßen im allerletzten Augenblick entschlüpfen sieht, zumal wenn es, wie in meinem Fall, nur eine geringfügige Kleinigkeit ist, die den Erfolg vereitelt.“ „Kannst du mir nicht erzählen, um was es sich handelt? Ich nehme einen so innigen Anteil an allem, was dich betrifft, daß es mich gewiß interessieren würde.“ „Du würdest es kaum verstehen, Liebste, und wir können unsere Zeit wirklich besser hinbringen, als damit, daß ich dich in alle Geheimnisse des Börsengeschäfts einweihe. So viel nur kann ich dir, ohne dich zu langweilen, verraten, daß ich wahrscheinlich eine recht hübsche Summe verdienen würde, wenn ich imftande wäre, ein an das Bankhaus Baring Brothers gerichtetes Telegramm zu enträtzeln, das der Zufall in meine Hände gespielt hat.“ „Und warum kannst du das nicht? Ist es denn so schwer verständlich?“ „Es ist für mich wie für jeden anderen Uneingeweihten ein Buch mit sieben Siegeln. Mit Hilfe des von der Firma und ihren auswärtigen Agenten benutzten Depeschenschlüssels könnte ich es freilich innerhalb weniger Minuten entzissern. Aber dieser Schlüssel wird natürlich als ein Geheimnis gehütet, und nur die Gefälligkeit eines Angestellten könnte ihn mir verschaffen. Mabel wurde nachdenklich.„Sagtest du nicht, es handle sich um das Bankhaus Baring Brothers?“ „Allerdings!“ „Dann solltest du Mister Cooke bitten, dir den Depeschenschlüssel zu besorgen. Er ist ja in jenem Hause angestellt.“ Lächelnd klopfte ihr Artur Wyndham die Wange. „Da sieht man, welche Vorstellungen du in deiner beneidenswerten Unschuld von Geschäften hast. Mister Cooke würde mich groß ansehen, wenn ich ihm mit einem solchen Ansinnen käme. Ja, wenn es einer von den Leuten wäre, die man mit einem Trinkgeld oder einem Gewinnanteil bestechen kann!" „Einer von denen ist er wohl allerdings nicht. Aber wäre es denn ein so großes Verbrechen, das er damit beginge?"(Fortsetzung folgt.) — ucuuge sbigyuuscb W„u M 3558 83SSSt S S 854 S8 SS 8 Denkspruch. Menschenseele, Menschenliebe, Spielgenolsen, selig Paar, Werdet je des alten Spiels ihr Mücke werden? Nimmerdar! Ob Jahrtausend nach Jahr ausend Durch die Welten wandeln mag, Immer, wo die Liede aufsteht, Ist der erste Schöplungstag! Ernst von Wildenbruch. Eine edle Seele. Von Mara von Lettkow. (Schluß.)(Nachdruck verdoten.) „Es ist ein kleines Paradies. Auf einsamer Bergeshöhe erhebt sich auf gewaltigen Unterbauten das unvergleichliche Schloß, das dreistöckig in den Felsen hineingebaut ist. Die Front ist dem Meere zugekehrt und macht einen überaus interessanten Eindruck. Die Rückseite aber, das heißt im ersten Stock, führt auf eine großartige Terrasse nach Park und kostbaren Gärten hinaus. Und welche Schönheiten— welch ideale Kostbarkeiten birgt dieses feenhafte Schloß am Meere. Dorthin hat Kaiserin Elisabeth von Oesterreich alle Kunstwerke Griechenlands getragen. Das„Peristyl“ mit seinem„Musengarten“, der „Feenwald“ mit seinen wunderbar blühenden exotischen Bäumen, das„Zelt des Aeolus", der„sterbende Achilles“, die„hängenden Gärten“— es sind zur Wirklichkeit gewordene Träume einer Dichterin— denn das ist die Kaiserin. Am Fuße des Berges zieht sich unter Olivenpflanzungen das Dorf Gasturi hin. Das Herz der Kaiserin hängt an diesem Fleckchen Erde—— ich habe mit ihr alle Winkel und Wege durchwandert und erklettert. Zwischen duftendem Thymian und rosafarbenen Erikagebüschen haben wir, auf einem Felsblocke sitzend, uns an frischer Ziegenmilch und an frischem, grobem Schwarz= brot gelabt— die Bewohner von Gasturi vergötterten die„schöne Königin“. Ich hielt den Atem an. Im Geiste erlebte ich alle diese Dinge mit und forschte deshalb eindringlich: „Und fand die Kaiserin in Korfu mehr Ruhe und Erholung nach dem fürchterlichen Schicksalsschlag, dem Tode des Kronprinzen, als an anderen Orten ihres weiten Reiches——?“ „Urteile selbst, mein Kind: Es war nach Anbruch der Nacht, nach einem Sonntag. Die Bora hatte zwei Tage und zwei Nächte ihr wüstes, schauerliches Wesen getrieben— nun lagen die Zypressen und Mandelbaumwälder und immergrünen Haine in lautloser Stille — kein Windhauch— kein Vogelsang— unheimliche Stille nach dem Sturm. Die Kaiserin, welche ruhelos die großen Räume im Schlosse durchwandert hatte, wünschte noch einen Spaziergang zu machen. Nachdem wir uns in leichte Seidenkleider und in schwarze Schleier gehüllt, wanderten wir ein gut Stück. Da schlug leises Klagen und Schluchzen an unser Ohr — ganz in unserer Nähe. Kaiserin Elisabeth blieb stehen und horchte.— Ein einzelner Windstoß jagte aufgewirbelte Blättermassen vor uns her, und über das Meer schienen verworrene, schrille Töne zu kommen— der Hexenspuk der Nacht!— selbst die Wolken zogen wie schwarze Schatten dahin. Auf einem Baumstumpf aber saß ein junges Weib von hoher, schlanker Gestalt, den Kopf in das landesübliche weiße Schleiertuch gehüllt, und weinte herzbrechend. Die stets barmherzige Monarchin trat näher und fragte mit ihrer weichen, melodischen Stimme: „Warum weinst du?— Und warum sitzest du hier in der Nacht so allein?“ Das junge Weib aber schrie auf, hob die Arme zum dunklen Nachthimmel und raufte sich das Haar in wildem Schmerze. „Laß mich!— laß mich, sage ich dir!— Sie haben ihn mir genommen— haben ihn hinausgetragen und eingescharrt— meinen Gatten, meinen Demeter!— davongeschleppt haben sie ihn mir, die ich ihn fest umklammert hatte— und nun sagen sie: ich sei eine Witwe und könne wieder freien— haha!— ich Aermste unter den Weibern—!“ Und die Arme, vor Schmerz Rasende, lachte wild und gellend auf, daß es mir durch Mark und Bein ging. Wohl versuchte ich und auch die Kaiserin— welche die Landessprache geläufig sprach—, die Jammernde zu trösten; sie aber warf sich über den Baumstumpf und schrie unwillig: „Was weißt du von meinen Schmerzen—? Geh' — ich kenne dich nicht— will dich nicht hören, noch sehen!— Laß mich! Das Herz brennt mir in der Brust — meine heißen Tränen verbrennen mir die Augen! Geh', sage ich dir, ich will niemand um mich!“ Da faßte die Kaiserin das junge Weib bei der Hand und führte es dreißig Schritte weiter, wo mitten im Zypressenhain ein schönes, großes Monument sich erhob— dieses hohe Monument endet in eine abgebrochene Säule. Auf dem gewaltigen Quaderblock, der die Säule trägt, sitzt ein Genius mit umgewendeter Fackel. Unter dieser Figur trägt der weiße Marmor ein Medaillonbild mit den Zügen eines noch jungen Mannes. Am Fuße des Marmors aber steht in goldenen Lettern; Rudolphus. Coronae Princeps. Archidux Austriae Hungariag natus die 21. Augusti 1858 obiit die 30. Januarii 1889. Das milde Mondlicht brach sich durch den mit dunklen Wolken wieder bedeckten Himmel Bahn. Niemals vergesse ich diesen denkwürdigen Augenblick. Die hohe, mädchenhaft=schöne, schlanke Gestalt der Kaiserin Elisabeth hob sich silhouettenhaft vom Nachthimmel ab; der schwarze, lange Schleier, mit Jettperlen übersät, flatterte im milden Südost—— die Kaiserin hob den Arm und zeigte der Trauernden die Marmorsäule. „Sieh hin— dieser kalte Stein ist alles, was mir vom heißgeliebten Sohne übrig blieb! Sieh mich an — ich bin eine trauernde Mutter!—— Verstehe ich nun deinen Schmerz, du Arme?“ Heftig arbeitete die Brust der Kaiserin—— kein Laut— kein Schmerzensschrei drang daraus hervor— und doch wußte ich es ganz genau, wie sehr Elisabeth in diesem Augenblick litt. Die junge Witwe aber sank aufschluchzend vor dem hohen Marmorblocke nieder und faltete die Hände: „Du bist's— du, Königin von Gasturi— vergib——“ In dieser Nacht haben wir beide kein Auge geschlossen. Gleich nach der Rückkehr ins Schloß warf sich die Kaiserin vor einem Diwan zur Erde und wühlte sich in die Kissen, während Schreikrämpfe ihren Körper erbeben machten. Auch ich litt furchtbar mit ihr—— die Kaiserin von Oesterreich war in diesem Augenblicke für mich ach, Maschen für sofort gesucht. 2535 Holzen. Rosenweg 3 I. Eig. Suche zum 1. Mai ein älteres, zuverlässiges DienstMädchen Frau Postdirektor Kiesow 2422 Postamt. für die Osterbäckerei Suche ein fleißiges, ehrliches am liebsten von auswärts, gegen hohen Lohn. Zu erfragen in der Geschäftsst. dieser Zeitung. 2515 Sreis CUs Neuesle erhalten Sie auf meine bekannt billigsten Preise extra beim Einkauf von 1 Mk. an von s Herren-Wäsches Herren-Kräwatten s Herren-Hütens Herren-Trikotagen Karfreitag ist mein Hauptgeschäft nur millags v. 11½— ∆ Kermann A 9 mit la. Schulzeugnissen für Drogerie zu sofort oder später gesucht. Offerten unter E. 2550 an die Exped. d. Itg. Zigarrenfabrik ag J. Stroof. Aachen. ausschliesslich der Artikel, welche ich jetzt schon fast zum Einkaufspreis abgebe. Weizenmehl 000 per Pfd. 14 Pfg. Stampfzucker p. Pfd. 20 Pfg. 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