ibo Sdummn Seuuer ucen uenn onder Feiertags. Bezugsprets 2ll. 1.80 etertelbei der Post für Bestellgeld 42 Pie. wehr. Wöchentl. Grakisdeiloge:„Ikustriertee Samilleafreuns“ v. 1#gl. Unkerbaltungsblaßt. Anzeigengreis: Die Bedrngespollene Petitzelle eber berrn Raum 10 Ptg. würts 13 Pig., Rehlamezetle 40 P., Rabatt gilt als Kassaraball u. erhrd.##onanden, Zwangsoerglrichen, gerichtl. Klagen a. Sebachant ermadt.-Seitsseielten: Antrileises Rrebolat Westhofener Zeitung Langscheder Zeitung □ ∆# tr den Kleis Vorele Holzwickeder Zeitung Apieldecker Zentung SOpete: Schwerter Oolkszelung Verbunden Mits Schwerker Cageblatt S Schwerker Anzeiger Gelles und äliines Cagesorgan des Kreiles o General-Anzeiger für den Kreis Hörde c HaupE Aononcenblaß Wat ticr fh. Blg duter und ichelenhegüichen Daurnd gungen für den Kreis Hörde erlangen gemöß Behanntmochung dei Königlichen Reglerung durch Verössentlichung in de:„Schwerter Zeitung" rechtsverdindliche Kroft.— Die „Schwerter Zeitung“ gewöhrt ihree Adonnenten für jeden mit Tod ende: zsoll geSagunge:“: 300 M Ainsall: Druck u. Verlag v. Cor! Braus. Schwerte=Rude Prtott.-Ste=t=banshetekee) Nr. 71. Erstes Blatt. Die heutige Ausgabe umsaßt 10 Seiten. Mittwoch, den 25. März 1914. 46. Jahrgang. Benrscher Reichstag. Berlin, 24. März.(Tel.) Auf der Tagesordnung stehen zunächst Anfragen. Ausländer und der Wehrbeitrag. „Abg. Dr. Junck(Natl.) fragt: Es ist die Meinung geäußert worden, daß die Erhebung des Wehrbeitrages von Ausländern(§§ 10 und 11 des Wehrbeitragsgesetzes vom 3. Juli 1913) nach bestehenden Staatsverträgen des Deutschen Reiches unzulässig sei. Welche Stellung nimmt der Reichskanzler hierzu ein? Unterstaatssekretär im Reichsschatzamt Jayn: Die Erhebung des Wehrbeitrages von Ausländern gemäß §§ 10 und 11 des Gesetzes über einen einmaligen außerordentlichen Wehrbeitrag vom 3. Juli 1913 steht nach Ansicht der Reichsleitung nicht in Widerspruch mit bestehenden Staatsverträgen des Deutschen Reiches. Der Wehrbeitrag ist keine Abgave, welche zu Kriegszwecken oder infolge anderer außergewöhnlicher Umstände auferlegt wird. Die, Bezeichnung außerordentlicher Wehrbeitrag bedeutet sachlich anderes als eine nachdrückliche Betonnung der Einmaligkeit dieser Abgabe von Vermögen und Einkommen Die Kennzeichnung des Vehrbeitrages als eine außerordentliche Finanzmaznayme bezieht sich somit keineswegs auf den Verwendungszweck, sondern beruht lediglich auf finanzpolitischen Srrpgggn, gen. bei denen die Abgrenzung der„Finanzho## des Reiches und der Bundesstaaten im Vordergrund steht. Auf den Wehrbeitrag ist auch die Besitzsteuer derart aufgebaut, daß der Wehrbeitrag sich gewissermaßen als die erstmalig in besonderer Form zur Erhebung gelangende Besitzsteuer darstellt. Der Konful in Aden. Abg. Bassermann(Natl.) fragt: Ist die Zeitungsnachricht richtig, daß das kaiserliche Konsulat in Aden durch die englische Firma Aden Coal Company verwaltet und nach außen durch einen Deutschen, der Cleark dieser Firma ist, repräsentiert wird? Gedenkt der Herr Reichskanzler mit Rücksicht auf die Wichtigkeit der dortigen deutschen Interessen die Einsetzung eines Berufskonsuls in Aussicht zu nehmen? Direktor; im Auswärtigen Amt Dr. Matthien: Die Geschäfte des Konsulats in Aden werden augenblicklich von einem Deutschen namens Vogelsang wahrgenommen. Derselbe ist Angestellter der Firma Aden Coal Company. Diese Firma hat aber auf die Geschäfte des Konsulats keinen Einfluß, wie Konsulate überhaupt nicht Firmen, sondern nur Personen übertragen werden können. Bereits seit einiger Zeit sind Bemühungen im Gange, das Konfulat wieder einem selbständigen deutschen Kaufmann zu übertragen. Die Schwierigkeit dabei beruht darin, daß selbständige Reichsangehörige sich nicht im Hafen von Aden (Steamer Point), sondern nur in der zirka 7 Kilometer entfernten Stadt(Aden Camp) befinden. Das ist auch der Grund, weshalb das Konsulat zur Zeit von dem Kaufmann Vogelsang, dem einzigen im “ Aden=Hafen wohnhoften Deutschen verwaltet wird. Sollten diese Bemühungen zu keinem Ergebnis führen, so wird nur übrig bleiben, das Konsulat einnehen zu lassen. Unsere Interessen in Aden sind zu unbedeutend. um die Einrichtung eines Berufskonsulats zu rechtfertigen. Die konsularische besteht fast ausschließlich in der An= und Abmusterung von Schiffsmannschaften. Die Verhaftung des Lustschiffers Berliner. * Aba Bassermann(Natl.) fragt: Anfangs Januar dieses Jahres ist in Perm der deutsche Reichsangehörige Hans Rudolf Berlinex bei einer Ballonlandung von den russischen Behörden verhaftet worden und wird seitdem wegen Spionagererdacht festgehalten. Ist der Herr Reichskanzler bereit, mitzuteilen, welche Schritte im Interesse des Genannten seitens der deutschen Regierung unternommen worDirckter im Auswärtigen Amt Dr. Kriege: Am 7. b Mts. sind die Reichsangehörigen Berliner, Haase und Nicolat in einem Freiballon in Bitterfeld aufgeslogen und am 11. v. Mts. im Gouvernement Perm in Rußland niedergegangen. Die Herren sind dann nach Petersburg gebracht worden und werden dort in einem Hotel unter polizeilicher Uebergebalten, weil gegen sie wegen SpionageSch eine gerichtliche Untersuchung eingeleitet ber.— z44. Dar Ueberfliegen der russischen Grenze wvorden ut eine besondere Erlaubnis erteilt ist, sofern. Diesesz Verbet ist uns von der russiwird, verboten. zeteist und zur Kenninis der schen Regiezuxs, hrgr#rezze acbracht worden. Auf keutschen Luftsaorert##### Amtz bat sich der Veranlassung des Auswrärtigen.—.24, dig baldige kaiserliche Botschafter in Petersburg fur.1, Freilassung der Luftfahrer verwandt, Pbof,### vort erboinigrsuchung abgewartet werden müse richtlichen untersuchung abgewartet„werven musse, Die Botschaft ist daraufbin angewiesen worden, auf möglichste Beschleunigung des Verfahrens hinzu wirken. Nach einem soeben eingegangenen Telegramm der Botschaft, wird die Untersuchung voraussichtlich in den nächsten Tagen ihren Abschlug finden. Das Reichstheatergesetz. Abg. Dr. Frank(Soz.) fraat: Da in dem Ge#eventwurk vom 25. Rebruar 1914 betr. K uderung. der Gewerbeordnung für einen Teil the utralischer Vorstellungen neue Bestimmungen vorgeschlagen werden, ist die Befürchtung laut geworden, daß die zugesagte Regelung des ganzen Theaterwesens noch auf lange Zeit hinausgeschoben sei. Ist der Herr Reichskanzler bereit, darüber Auskunft zu geben, ob noch in diesem Jahr der Entwurf eines Reichstbeatergesetzes dem Reichstag vorgelegt werden wird? Direktor im Reichsamt des Innern Dr. Caspar: Die Vorbereitungen für die gesetzliche Regelung des Theaterwesens sind soweit vorgeschritten, daß dem Bundesrat in nächster Zeit der Entwurf eines Gesetzes vorgelegt werden kann. Es wiro von den Beratungen im Bundesrat abhangen, wann der Entwurf an den Reichstag gelangt., M. Es folgt die Abstimmung über den Antrag. die Petition der Bäckerinnungen„Germania" nach Schutz gegen Boykott und Streikausschreitungen der Regierung als Material zu überweisen. Die Kommission hat Uebergang zur Tagesordnung beantragt. Die Abstimmuna bleibt zweifelhaft. Es findet Hammelsprung statt. Dabei stimmen für den Antrag 92 Abgeordnete, 150 stimmen dagegen. Der Antrag ist somit abgelehnt. Die Petition wird durch Uebergang zur Tagesordnung erledigt. Es folgt die dritte Lesung des Gesetzentwurfs betreffend die Verlegung der deutsch=russischen Landesarenze vom Memelfluß bis zum Pissekfluß. Das Gesetz wird ohne Debatte definitiv angenommen. Es folgen Rechnungssachen, die ohne Debatte erlediat werden.. 878. Der Nachtragsetat für Südwestafrika(Diamanten=Einnahmen und Bahnbau Karibib=Windbuk) wird ohne Debatte in dritter Lesung angenommen. Sodann beginnt die zweite Lesung des Etats für Kiautschou. und das ostasiatische Marinedetachement. Abg. Nacken(Ztr.) erstattet Bericht und führt aus: Der Etat ist mit großer Vorsicht aufgestellt worden. Das Detachement bei Tsingtau zurückzuziehen, ist gegenwärtig noch nicht angängig. Die Verhältnisse in Kiautschou sind durchaus gesund. Der Handel ist gestiegen und die Einwohnerschaft hat sich seit 1910 um etwa 20000 Personen vermehrt. Die deutsch=chinesischen Hochschulen müssen ausgebaut werden, um der drohenden amerikanischen Konkurrenz rechtzeitig vorzubeugen. Der Baumwollexport Chinas entgeht unserem dortigen Hafen leider vollkommen, weil wir keine BaumwollpreßAnlage haben. Eine solche Anlage wäre durchaus Staatssekretär, Großadmiral v. Tirpit: Der Marineverwaltung und mir persönlich ist vom allerersten Anfang an klar gewesen, daß wir mit der Besitzergreifung von Tsingtau einen guten Griff gemacht haben. Obgleich vor 17 Jahren noch nicht alle Chancen voll übersehen werden konnten. Wir sind deshalb mit dem Tempo der Entwicklung der Kolonie vorsichtig vorgegangen. Die berechtigten Interessen der Chinesen sind bei allem Festhalten an den Chancen stets berücksichtigt geblieben. Unsere Kolonie Tsingtau ist dazu da, den Chinesen einen Einblick in unsere wirtschaftliche und kulturelle Stellung zu gewähren. Die Herstellung regelmäßiger und rascher Flußverbindungen ist notwendig, da durch die Bahnbauten nach dem Innern des Landes ein größerer Güterumschlag zu erwarten ist. Dazu kommt, daß Tsingtau der nördlichste eisfreie Hafen Chinas ist und somit ständig dem Verkehr offen steht. Greifen wir jetzt zu, um den deutschen Interessen in China Eingang zu verschaffen.(Beifall.) Abg. Dr. Paasche(Natl.): Es hat sich niemand zum Wort gemeldet. Da möchte ich es nicht unterlassen, dem Staatssekretär die Anerkennung für das auszusprechen, was unter seiner Leitung in China gescheben it...„ und Linn B.;Jutigon Der Etat wird angenommen und eine Resoturol der Budgetkommission auf Einstellung einer Position zur Verbreitung der deutschen Sprache und Förderung von Privatschulen für chinesische Schüler in den nächsten Etat ebenfalls. Damit ist die Tagesordnung erschöpft. Der Präsident schlägt vor, die nächste Sitzung abzuhalten am Donnerstag den 26.„März nachmittags 2 Uhr und als Tagesordnung: Peritionen. Notetat, Wahlprüfungen, Duellantrag„ Abg. Graf v. Westarp(Kons.) beantragt, zuerst den Duellantrag und sodann die Wahlprüfungen vorzunehmer.,..„E.,) miherfaricht Abg. Ledebour(Soz.) widerspricht dem. Die Abstimmung bleibt zweifelhaft. Es findet Hammelsprung statt. Für den Antrag Graf Westarv stimmen 101 Abgcordnete, dagegen 122. Es bleibt somit bei dem Vorschlage des Präsidenten.— Schlut 5.4 Uhr.ten. Abg. v. Kardorff(ft.): Eine Verlangsamung der Ansiedlungstätigkeit ist zwar vorhanden, von einer Stillegung kann keine Rede sein. Auffallend ist das immer noch sehr starke Güterangebot. Abg. Künzer(nl.): Das Ansiedlungswerk ist eine der größten Kulturtaten des preußischen Staates, deshalb bedauern wir den momentanen Rückgang. Kriegssurcht, wie behauptet wird, hat die Ansiedler nicht ferngehalten, im Gegenteil, 1912, dem Jahr der Kriegsgefahr, liefen die meisten Ansiedlungsgesuche ein. Die polnischen Banken strengen sich aufs höchste an, zumal in Hinsicht der Gewährung zweiter Hypotheken. Abg. Stull(Ztr.): Der Erfolg der ganzen Ansiedlungspolitik ist eine Zunahme des polnischen Grundbesitzes auf dem Lande und in den Städten ein Wachstum der Polen. Landwirtschaftsminister Frhr. von Schorlemer: Die gegen die Vorjahre zurückgegangene Ansetzung von Ansiedlern ist neben dem knappen Geldstand und den immer höheren Preisen, welche auch die Ansiedlungskommission sordern mußte, darauf zurückzuführen, daß man im Osten vielfach glaubte, daß über kurz oder lang ein Krieg mit un erem östlichen Nachbar ausbrechen könnte. Diese Stimmung hat bis in das Jahr 1913 hinein angehalten. Herrn Stull erwidere ich, daß wir nur dann die Ansiadlungspolitik aufgeben, wenn die Polen gute Staatsbürger werden wollen. Abg. Oeser(Vp.): Die Ansiedlungspolitik war eigentlich schon 1898 bankerott. Trotz der ausgewandten Millionen ist weit mehr Land aus deutscher Hand in die polnische, als polnisches Land in die deutsche übergegangen. Infolge der Ansird= lungspolitik sind die Güterpreise gestiegen.— Der Etat wird bewilligt. Donnerstag 11 Uhr: Etat der direkten Steuern. Preußischer Landtag. 57. Sitzung vom 24. März. Auf der Tagesordnung steht der Etat der Ansiedlungskommission, mit zur Beratung steht die Denlschrift über die Ausführung des Ansiedlungsgesetzes. Abg. v. Kessel(ks.): Die Ansiedlungskommission wird jetzt weniger als früher durch die Parteibrille betrachtet, ihre Loistungen werden immer mhr anerkannt. Wir stehon einem dauernden wirtschaftlichen Kulturfortschritt gegenüber. Politische Uebersicht. Die Ankunft Kaiser Wilhelms in Venedig. Freudige Zurufe des italienischen Publikums begrüßten den Kaiser, als er in Venedig eintraf. Empfangen wurde der Kaiser von den städtischen Behörden und dem deutschen Botschafter v. Flotow, die Zusammenkunft des Kaisers mit König Viktor Emanuel erfolgt erst heute Mittwoch. In liebenswürdiger Weise unterhielt sich der Kaiser mit dem Bürgermeister Venedigs. Er drückte ihm seine herzliche Teilnahme an dem Schiffsunglück im Lido aus und teilte ihm mit, daß er für die Hinterbliebenen der bei der Katastrophe Ertrunkenen 3000 Mark gespendet habe. Venedig zeigte reichen Flaggenschmuck. Laute„Eviva“=Rufe erschollen während der ganzen Fahrt des Kaisers vom Bahnhof zum königlichen Palast. Der Kaiser fuhr in einem Ruderboot, das von italienischen Fahrzeugen geleitet wurde, durch den Großen Kanal nach der Landungsstelle am königlichen Palast. Während der Kanalfahrt begleitete in den Lüften ein Parseval=Militärballon des italienischen Heeres das Boot des Kaisers. Der Aufenthalt des Kaisers in Venedig währt bis Freitag früh. Die Kaiserin und der Braunschweiger Erbprinz. Die Kaiserin hat an das Braunschweigische Staatsministerium das folgende Handschreiben gerichtet: „Die hirzlichen Wünsche, die mir das herzogliche Staatsministerium aus Anlaß der Geburt meines Enkels ausgesprochen hat, erfreuen mich sehr. Der Jubel, den ich in den letzten Tagen miterlebt habe und der nicht nur das Braunschweiger Land erfüllt, sondern lebendigen Widerhall weit über seine Grenzen hinaus gefunden hat, ist meinem mütterlichen Herzen eine Genugtuung gewesen, die mich mit tiefstem Dank gegen Gott aufblicken läßt, der alles so gnädig gefügt hat. Er möge Kind und Eltern segnen zum Wohle Braunschweigs und des ganzen deutschen Vaterlandes. Dem herzoglichen Staatsministerium spreche ich meinen herzlichen Dank aus.“ Der neue katholische Feldpropst Dr. Heinrich Jöppen wurde in der Neuen katholischen Garnisonkirche St. Johannes in der Lehniner Straße zu Berlin in sein Amt eingeführt. Unter den Anwesenden sah man den Kriegsminister v. Falkenhayn, den Minister des Innern v. Dallwitz, den kommandierenden General des Gardekorps, von Plettenberg, den Kommandanten von Berlin, Generalleutnant v. Bonin, und zahlreiche höhere Offiziere der. Garderegimenter. Bei der bischöflichen Weihe waren als Konsekrator tätig: der Erzbischof von Köln, Dr. v. Hartmann, unter Assistenz des Bischofs von Münster, Dr. Poggenburg, und des Weihbischofs von Breslau, Dr. Augustin. Die deutsch=russischen Beziehungen. Die„Nordd. Allg. Ztg.“ schreibt in ihrer Wochenrundschau: „Für das Verhältnis unter den Großmächten ist es nützlich, daß die heftige Fehde zwischen deutschen und russischen Zeitungen nachgelassen hat. Beide Regierungen sind einig darin, wertvolle Interessen ihrer Reiche nicht durch nationalistische Erregungen gefährden zu lassen. Besondere Anlässe zu einer Trübung ihrer sveundschaftlichen Beziehungen liegen nicht vor. Die noch unerledigten Zwischenfälle in Perm und Köln werden nach den Grundsätzen des geltenden Rechts beizulegen sein.“ Auf dem kaiserlichen Gute Kadinen wurde zur Hebung der Landarbeiter eine bemerkenswerte Maßnahme getrofsen. Für jeden Arbeiter wird sortan eine Versicherung in Höhe von 1000 Mark bei der Provinzial=Lebensversicherungsanstalt abgeschlossen. Die Kosten werden bis auf einen geringfügigen Zuschuß der Arbeiter von der Gutsverwaltung bestritten. Das erwähnte Kapital wird beim Tode eines Versicherten an dessen Erben, beim Erleben des 55. bis 60. Lobensjahres, je nach dem Eintrittsalter, an den Versicherten selber ausgezahlt. Die Versügung über ein kleines Kapital soll es dem Landarbe##ter ermöglichen, sich seßhaft zu machen. Osterferien des Reichstags. Der Reichstag will am Freitag dieser Woche die bis zum 28. April dauernden Osterserien antreten und bis dahin den Etat für Kiautschou, Wahlprüfungen, den Durllantrag und den Gesetzentwurf über die Konkurrenzklausel erledigen. Da gibt es für die paar letzten Tage bis zum Ferlenbeginn noch gepfefferte Sitzungen. Für den militärischen Waffengebrauch in Preußen und in den Reichslanden steht die Veröffentlichung neuer Dienstbestimmungen laut„Voss. Ztg.“ unmittelbar Levor. Die darüber zwischen den Bundesstaaten geführten Verhandlungen sind zum Abschluß gelangt. Die Vertagung des Statthalterwechsels in den Reichslanden steht im Mittelpunkt der innerpolitischen Erörterungen und erregt die Gemüter um so mehr, als man eine mögliche Kanzlerkrise damit in Zusammenhang bringt. Die Ernennung des Herrn von Dallwitz zum Statthalter war allgemein und ganz bestimmt noch vor dem Beginn der Korfurcise des Kaisers erwartet worden. Die Erwartung hat sich nicht erfüllt; dagegen ist die Mitteilung unwidersprochen geblieben, daß der Reichskanzler den preußischen Minister des Innern für den Statthalterposten empfohlen hatte. Herr von Bethmann Hollwag hatte auch im Juni 1910 Herrn von Dallwitz, der damals Oberpräsident von Schlesien war, zum Minister des Innern vorgeschlagen. Herr von Dallwitz ist ein persönlicher Freund des jetzigen Kanzlers und wird von diesem als vielbewährter Verwaltungsmann besonders hoch geschätzt. Frankreich. Der gänzliche Zerfall des französischen Kabinetts, der nach den jüngsten Bloßstellungen erwartet werden mußte, vollzieht sich mit großer Schnelligkoit. Noch im Laufe dieser Woche werden Pariser Blättern zufolge der Unterrichtsminister Viviani und zwei andere Minister aus der Regierung aus: scheiden. Es heißt, daß dann Delcassé Minister der Auswärtigen werden und bei dem Besuche des englischen Königspaares im letzten Aprildrittel mit dem Pramierminister Asquith, der den König begleitet, konserieren wird. Da jetzt der Ministerpräsident Doumergue gleichzeitig auch Minister des Auswärtigen ist, so wäre also auch dessen Rücktritt zu erwarten. England. Die Ulstergrfahr, d. h. die Gefahr einer Krieges Englands gegen die Ulsterleute Irlands wegen der Homerulebill, wird von den Londoner Blättern offenbar stark übertrieben. Premierminister Asquith erklärte, daß es sich bei den englischen Anordnungen lediglich um Vorsichtsmaßregeln handle. Die in den irischen Provinzen zerstreuten englischen Truppen seien zum wirksameren Schutze konzentriert worden, die Flottenbewegung beschränke sich auf die Entsendung zweier kleiner Kreuzer an die Ulster=Küste zum etwaigen Transport einer Truppenabteilung. Abzuwarten bleibt noch, ob die zahlreichen Offiziere Irlands, die, vor die Wahl gestellt, eventuell gegen Ulster zu kämpfen oder ihren Abschied zu nehmen, sich für das letztere entschieden, ihre Erklärungen aufrecht erhalten werden. Rußland. Zollkrieg mit Rußland? Wenn die Petersburger Regierung dem Beschlusse der Duma Folge gibt und eine Einfuhrsteuer von 30 Kopeken für 40 Pfd. deutschen Mehls oder Getreides gesetzlich anordnet, dann hat die Aufnahme von Verhandlungen zur Revision des deutsch=russischen Handelsvertrages eigentlich keinen Sinn. Es ist dann jede Vereinbarung von vornherein ausgeschlossen. Der Dumabeschluß beweist, wie starke Kräfte in Rußland am Werke sind, um eine Erneuerung des Handelsvertrages mit Deutschland zu vereiteln. Demselben Ziele gelten bekanntlich auch die Bemühungen, die russischen Saisonarbeiter, die unsere Industrie und Landwirtschaft nur ungern entbehren würden, von Deutschland fernzuhalten oder doch nur unter wesentlich veränderten Bedingungen zuzulassen. Der geltend gemachte Grund, Rußland müsse im Interesse seines eigenen Getreidebaues das System der deutschen Getreide=Einsuhrscheine bekämpfen, ist für das Verhalten in Petersburg natürlich nicht maßgebend; man will unter Ausschaltung Deutschlands anderweitige Handelsbeziehungen anknüpfen. Daß sich Rußland mit solchem Beginnen ins eigene Fleisch schneiden würde, ist bekannt. Schweden. Auschluß an Deutschland. Eine neue Verteidigungsschrift ist in der letzten Zeit von Dr. Sven Hedin unter dem Ditel„Zweite Warnung“ ausgearbeitet worden und wird in diesen Tagen in einer Million Stücken über ganz Schweden verteilt werden. Sven Hedin sieht in der bisherigen Neutralitätspolitik nach allen Seiten eine Gefahr und fordert zum Anschluß der schwedischen auswärtigen Politik an die Mächte des Dreibundes, hauptsächlich an Deutschland, auf. Türkei. Militärische Maßnahmen. Die seit einiger Zeit hier umlaufenden Gerüchte über große militärische Maßnahmen der türkischen Kriegsverwaltung dürsten wohl darauf zurückzuführen sein, daß in Ausführung eines Planes des früheren Kriegsministers Izzet Pascha Vorkehrungen zur Neuformierung jener Armeeteile getroffen werden, die im Kriege fast ausgelöst wurden, und zwar sind das das 5. Armeekorps(Aleppo), sowie 3 ostanatolische Divisionen. Das beste Armeekorps soll aus thrazischen Truppen durch Entziehung der dritten Bataillone der einzelnen Regimenter gebildet werden, die somit nur aus zwei Bataillonen bestehen würden. Diese dritten Bataillone sind bereits nach ihren neuen Bestimmungsorten im Marsch begrifsen. Auch das 6. Korps soll auf diese Weise aus syrischen Truppen gebildet werden. Diese Neuformierungen sollen somit eine Verstärkung des Friedensstandes darstellen. Sie werden aber eine Vermehrung des Kriegsstandes zur Folge haben. Vereinigte Staaten. Woodrow Wilson, der Präsident der Vereinigten Staaten von Nordamerika, der auf das erste Jahr seiner Präsidentschaftstätigkeit zurückblicken kann, hat sich zu einem Zeitungsmanne über sich selbst in eingehender Weise ausgesprochen. Er wehrte den ihm gemachten Vorwurf, eine wärmeren Regungen unzugängliche„menschliche Maschine" oder ein Umstandskrämer zu sein, entschieden ab. Grobe Versehen zu vermeiden, sei er allerdings bemüht, und wenn man bedenke, wie viele Dummheiten man in 24 Stunden begehen könne, so werde man es verstehen, daß er sich Zurückhaltung auserlege. Die strenge Etikette ist nicht nach Wilsons Geschmack, auch Washington will der Präsident erst nach Ablauf seiner Amtsperiode kennen lernen. Wenn er sich jetzt irgendwo zeige, werde er stets von einem ganzen Hausen Beamten umgeben, die ihn herumführten und alles erklärten, sodaß er garnicht zum Sehen käme. Er habe schon an Verkleidung gedacht, aber auch in dieser würde er vielleicht erkannt werden und dann vom Regen in die Trause kommen. Japan. Auflösung des japanischen Reichstages. Ein kaiserlicher Erlaß ordnet die Vertagung des Reichstages am 25. März an. Dies ist gleichbedeutend mit einer Auflösung desselben, und wenn kein weiterer Erlaß die Session verlängert, so wird das Budget 1913/14 auf das für 1914/15 Verwendung finden, und die Marine wird 6½ Millionen Pfund Sterling erlieren, die in diesem Jahre im Etat für sie ausgesetzt waren. China. Lebenslänglicher Präsident. Wie aus Peking gemeldet wird, soll Juanschikaf in den nächsten Tagen zum lebenslänglichen Präsidenten der chinesischen Republik mit unbeschränkter diktatorischer Vollmacht ernannt werden. Aus diesem Anlaß wird das kriegerische Aufgebot verstärkt, die Zivilgouverneute werden durch militärische ersetzt. Sollte sich diese Nachricht bewahrheiten, so würde sie natürlich von großer Tragweite sein. Eine lebenslängliche Präsidentschaft Juanschikais könnte nicht anders aufgefaßt werden, als daß China, wenn auch in verschleierter Form, zur monarchischen Ne gierungsform zurückkehrt. scheidungen. Auf die einzelnen Einwendungen der Betriebsgemeinden in der Urteilsbegründung näher eingehend, wies Senatspräsident Dr. Strutz darauf hin, daß der Gerichtshof von der allgemeinen Vermutung ausgehe, daß für den Arbeiter bei der Wahl seines Wohnorts die Lage der Arbeitsstätte in der Regel entscheidend sei; daß er also deshalb in einer Gemeinde wohne, weil nahegelegene Betriebe ihm lohnende Arbeit bieten. Sache der Betriebsgemeinde sei es, diese Vermutung im Einzelfalle zu entkräften. Hierzu genüge nicht schon der Hinweis auf die Entfernung zwischen den Orten. Auch sei der Einwand nicht stichhaltig, die Arbeiter blieben deshalb in Ergste wohnen, weil dort auch ihre Eltern lebten. Es sei nicht anzunehmen, daß für verheiratete Arbeiter der Wohnsitz der Eltern maßgebend auch für die Wahl des ihrigen sei. Der Hinweis auf kleinen Grundbesitz mancher Arbeiter in Ergste könne gleichfalls die allgemeine Vermutung des ursächlichen Zusammenhangs nicht entkräften. Daß die Arbeiter den Hauptteil ihres Einkommens aus ihm zögen, sei nicht behauptet. Und was die Kettenschmiederei angehe, so würde sie nur eine Nebenbeschäftigung darstellen können. Und da sei nicht anzunehmen, daß ein Arbeiter für die Wahl seines Wohnsitzes eine Nebenbeschäftigung ausschlaggebender sein lasse, als die Hauptbeschäftigung. Aus Stadt und Umgebung ** Schwerte, 25. März. **(Frühlingsboten.) Es hat nun doch den AnEin Schullasten=Streit von grundsätzlicher Bedeutung für Industriegegenden, in dem als Zuschuß fordernde Arbeiterwohngemeinde Ergste den Betriebsgemeinden Schwerte, Villigst und Halden gegenüberstand und den in erster Instanz der Bezirksausschuß zu Arnsberg zugunsten der Wohngemeinde entschieden hatte, beschäftigte das Oberverwaltungsgericht. Von grundsätzlichem Interesse war der Rechtsstreit deshalb, weil der höchste Gerichtshos sich mit Einwendungen der Betriebsgemeinden zu beschäftigen hatte, wie sie oft wiederkehren. Sie richteten sich in erster Linie gegen das Vorliegen des ursächlichen Zusammenhangs zwischen der Beschäftigung der Arbeiter, deren Kinder die Schullasten verursachen, in den Betriebsgemeinden und ihrem Wohnen in der Wohngemeinde. Eine der unerläßlichen Voraussetzungen für die Zubilligung von Zuschüssen gemäß§ 53 des Kommunalabgabengesetzes ist es nämlich, daß in der Gemeinde, die den Zuschuß fordert, Personen deshalb zugezogen oder verblieben sind, weil sie in bestimmten Betrieben von Nachbarbetrieben beschästigt werden. Der Bezirksausschuß hatte angenommen, daß diese wie auch die anderen Voraussetzungen des§ 53 gegeben seien. Gegen das Urteil riefen die Betriebsgemeinden das Oberverwaltungsgericht an. Sie behaupteten, eine ganze Reihe der hier in Betracht kommenden Arbeiter wohnten nicht ihrer Beschästigung in den Betriebsgemeinden wegen in Ergste, sondern aus ganz anderem Grunde. Viele deshalb, weil sie aus Ergste stammten und weil dort ihre Eltern wohnten, andere hätten dort Grundbesitz, der sie an die Gemeinde fessele. Und auch das spreche gegen den ursächlichen Zusammenhang, daß sie in Ergste selbst, wo jetzt die Kettenschmiederei in Blüte stehe, lohnende Beschäftigung finden könnten. Schließlich seien die Betriebsgemeinden von der Wohngemeinde soweit entfernt, daß die Beschäftigung in ihnen die Arbeiter nicht zum Verbleiben in der Wohngemeinde veranlassen würde. Das Oberverwaltungsgericht bestätigte indessen die VorentFeuerpolizeiliche Vorschriften Was muß ich von den allgemeinen seuerpolizeilichen Vorschriften über den Umgang mit Feuer und Licht wissen? 1. Jedermann ist verpflichtet, beim Gebrauch von Feuer und Licht die möglichste Vorsicht anzuwenden, er hat seine Angehörigen, Angestellten und sein Gesinde entsprechend anzuweisen und zu überwachen. 2. Wer Kinder unter zwölf Jahren ohne Aussicht läßt, hat dafür zu sorgen, daß die Feuer= und AscheOeffnungen von Oefen und Herden, solange darin Feuer brennt, fest verschlossen und daß Streichhölzer, brennende Lampen und Lichte, Gasflammen, Spiritus=, Petroleum= und Gaskocher Kindern unerreichbar angebracht sind. 3. Verboten ist a. das Nauchen von Tabak in Pfeisen ohne Deckel, Zigarren oder Zigaretten, sowie das Fortwersen glimmender Tabakreste an seuergefährlichen Orten(Hausböden, Scheunen, Ställen, Kellern, Holzbearbeitungsstätten, Holzlagerplätzen, Näumen, die zur Aufbewahrung feuersangender Sachen dienen, Wagen, die mit solchen Gegenständen beladen sind) oder bei Dachreparaturen; b. das Betreten oben genannter Orte oder Annäherung an dieselben mit unverwahrtem Feuer oder Licht(verwahrt ist Feuer und Licht nur, wenn es allseitig sicher so eingeschlossen ist, daß eine unbeabsichtigte gefährliche Annäherung an eine feuersangende Sache verhindert ist, Petroleumlampen müssen in eine durch Drahtbügel geschützte Laterne eingeschlossen und so eingerichtet sein, daß sie beim Hinfallen verlöschen); c. das Anzünden von Feuern in Wäldern, auf Heiden und Mooren, sowie in gefährlicher Nähe von Gebäuden oder feuerfangenden Sachen (Mieten); d. das Abschießen von Feuergewehren und Abbrennen von Feuerwerkskörpern in gefährlicher Nähe von Gebäuden oder feuerfangenden Sachen(Feuerwerk, Fackelzüge und Freudenfeuer bedürfen polizeilicher Genehmigung); c. das Anmachen oder Anfachen des Feuers mit Petroleum, Benzin, Spiritus und anderen leicht entzündlichen Flüssigkeiten, sowie das Nachsüllen brennender Lampen; f. das Tragen offenen Feuers oder glühender Kohlen von einem Osen zum andern; g. das Ableuchten undichter Gasleitungen.(Bei Gasgeruch sofort die Fenster öffnen, jedes offene Licht und Feuer entfernen, Türen schließen und einen Sachverständigen benachrichtigen, Haupthahn abstellen.) 4. Mit Feuersgefahr verbundene Verrichtungen dürsen nur an Orten, wo eine Uebertragung des Feuers auf brennbare Gegenstände ausgeschlossen ist, und niemals zur Nachtzeit vorgenommen werden, sofern nicht Gefahr im Verzuge ist. 5. Pflicht jeder Hauseigentümers ist, auf gehörige Reinigung der Schornsteine in seinem Hause zu halten. schein, als ob es Ernst werden sollte mit dem Abuge des Winters, denn gestern sah man die ersten Kranichscharen in nordöstlicher Richtung dahinziehen. Auch die Kiebitze haben sich seit einigen Tagen in Menge wieder eingefunden und beleben schreiend und im Flugspiele sich übend die Ruhrweiden. Der Kiebitz ist erst seit wenigen Jahren bei uns eingekehrt, aber nach der sich von Jahr zu Jahr vergrößernden Zahl dieser Vögel scheint es ihnen in unserer Gegend ebenso gut zu gefallen, wie in den Mooren und Niederungen. Es wäre nur zu wünschen, daß man ihnen noch für lange Zeit Schonung angedeihen ließe, damit sie sich recht an die neue Heimat gewöhnten. **(Eine gemeinsame Sitzung) des Magistrats und der Stadtverordneten wurde gestern abend im Rathaus=Saale abgehalten. Es wurden noch einige Beschlüsse bezüglich des Vertrages mit der Eisenbahnverwaltung getätigt, der jetzt endgültig abgeschlossen ist; außerdem sicherte sich die Stadt noch verschiedene Grundstücke in dem in Frage kommenden Baugelände. Für den EisenbahnFiskus wurden 240 Morgen, für die Stadt 70 Mongen angekauft. **(Postlagernde Sendungen.) Wie es heißt, wird die Postreerwaltung den Anregungen, postlagernde Sendungen an Personen unter 17 Jahren nicht abzugeben, aus praktischen Gründen nicht folgen. Sie weist auf die Erfahrungen hin, die sie durch solche Erschwernisse des Postlagerverbehrs gemacht hat. Es hätten sich auch Bureaus gebildet, bei denen dieser Briesverkehr doch ungestört vor sich cehen könne. **(Wie wird das Sommerwetter?) Einen Beitrag zu der inhaltsreichen Frage, wie der Sommer 914 werden wird, gibt der„Figaro“, indem er auf die diesjährigen Eisverhältnisse im Nordatlantischen Ozean hinweist. Bekanntlich ist das starbe Auftreten von Eisbergen auf die Witterung nicht ohne Einluß, und deshalb müssen wir für den Sommer allerlei Befürchtungen hegen; denn die Bedingungen sind viel weniger günstig, als im vorigen Jahre. Auch 1913 hat man zwar Eisberge das ganze Jahr lang gesehen, aber sie erschienen in kleiner Zahl und geringer Größe auf den Schiffahrtswegen. Dieses Jahr treten sie viel zahlreicher und umfangreicher auf. So hat man viele Eisberge seit dem Januar bei Belle=Isle zwischen Labrador und Neusundland gesehen; andere Eisbergmassen tauchten unter dem 46. Grad nördl. Br. und zwischen dem 46. Grad und 49. Grad östl. L. auf. Verschiedene Schisfe mußten auf dem Wege nach Kanada ihre Richtung ändern, um diesen Hindernissen auszuweichen. Außerdem gibt es sehr viel Eis an der Ostküste Islands. Wahrscheinlich wird sich das in der Witterung des Sommers unangenehm bemerkbar machen. **(Für den Markensammler.) Die neuen bayerischen Briefmarken mit dem Bilde König Ludwigs gelangen am 30. März zur Ausgabe. Die neuen Marben, die König Ludwig im Halbprofil mit Brille vor den Augen zeigen, während die MarkWerte das unbebrillte Profilbild ausweisen, hat der Münchener Kunstmaler Prof. Walter Firle entworfen. Die beiden Pressen, die in der Münchener Staatsdruckerei zum Markendruck benutzt werden, können pro Tag etwa fünf Millionen Stück drucken; das ist ein Vorrat, der etwa für drei Tage reicht. Täglich werden in Bayern jetzt etwa anderthalb Millionen Stück Marken verkauft, im Jahre etwa 400—500 Millionen. Bis man den„eisernen Bestand“ zusammen, hatte, mußte wochenlang gedruckt werden. *(Hacketäuer.) Der Verband ehemaliger 16er (Hacketäuer) von Rheinland und Westfalen hielt am Sonntag in Herne eine Gesamtvorstandssitzung ab. Der Vorsitzende des Verbandes, Kamerad Hartmann=Essen, eröffnete um 4 Uhr die Versammlung. Das Andenken der verstorbenen Kameraden Meibert=Castrop und Vonnemann=Essen, die sich um den Verband sehr verdient gemacht haben, wurde durch Erheben von den Sitzen geehrt. Anwesend waren die Vorsitzenden bezw. die Vertreter von 38 Vereinen. Nach Verlesen des letzten Protokolls konnte in die reichhaltige Tagesordnung eingetreten werden. Der Vorsitzende gab bekannt, daß der Regimentskommandeur v. Versen zum Generalmajor befördert worden ist. An seine Stelle ist Oberst Bober getreten. Der ehemalige Kommandeur v. Versen ließ allen Hacketäuern durch Kamerad Hartmann, der an der Abschiedsfeier teilgenommen hatte, die herzlichsten Grüße übermitteln. Sodann erstattete Kamerad Dintemann, der Kassenführer der Begräbnishilfskasse des Verbandes, einen ausführlichen Kassenbericht. Darnach zählte die Kasse im Vorjahre 2766 Mitglieder. Es traten neu hinzu 710 Mitglieder. Ab gingen 171, sodaß ein Bestand von 3305 Mitgliedern vorhanden ist. Die Gesamteinnahme betrug bisher 16 843.37 Mark. Die Kasse hat einen Bestand von 2825 Mark. Für 132 Sterbesälle wurden 13200 Mark gezahlt und dadurch mancher armen Familie aus der eisten Not herausgeholsen. Zur Ausnahme gelangten die Vereine Solingen und Rheydt. Vom 15. bis 17. August findet der Regimentsappell in Castrop statt. Das genaue Festprogramm wird den Vereinen in der nächsten Zeit zugehen Der Verband hat beschlossen, demnächst eine Verlosung von Geldgewinnen in die Wege zu leiten. Die Reinerträge dieser Wohlfahrtslott#vie sollen der Begräbnisbeihilfekasse zugeführt werden. Eine Erhöhung der Sterbegelder, bisher 100 Mark, stände alsdann in sichere Aussicht. (Ueberfüllung im Lehrerinnenberus.) Von geschätzten Seite wird geschrieben: In der Budgetkommission des Abgeordnetenhauses teilte vor kurzem bei Beratung des Elementarunterrichtswesens der Regierungskommissar mit, daß der Lehrermangel behoben und daß jetzt schon ein Ueberschuß von 525 Lehrern und von fast 2500 Lehrerinnen, darunter rund 1900 katholischen, vorhanden sei. Die Aussichten der jungen Lehrerinnen auf Anstellung im Volksschuldienst sind somit recht ungünstige und dürften in einigen Jahren geradezu trostlose genannt werden. Es kann deshalb den Eltern nur dringend geraten werden, ihre Töchter einen anderen Beruf erwählen zu lassen. der mit bedeutend geringeren Ausbildungskosten verknüpft ist und den jungen Mädchen eine Existenz schafst. (Der Zirkus Blumenfeld) hat sein hiesiges kurzes Gastspiel durch eine Elite=Vorstellung gestern in ganz vorzüglicher Weise eröffnet. Die Dircktion hat in ihren mehrsachen Ankündigungen nicht zu viel versprochen; wartete sie doch mit einem Programm auf, welches die Bezeichnung erstklassig in vollstem Maße verdient und den bewährten guten Rus dieses alten Zirkus=Unternehmens aufs neue gekräftigt hat. Der Marstall birgt eine große Anzahl ganz hervorragend schöner und edler Rassetiere, die Dressuren und Reitkünste, wie auch die verschiedensten Darbietungen auf dem Gebiete der Akrobatik erheben sich weit über das Niveau ähnlicher Unternehmungen dieser Art; einige, wie z. B. die Arbeiten mit den schweren Gewichten, sind sogar vollständig neu für Schwerte. Eine reiche Abwechslurg bringt eine vorzüglich abgerichtete Hundemeute in das Programm, während die Darbietungen wehrerer Clowns auch dem Humor zu seinem Recht verhalsen. Ein hübsch ausgestattetes Ballet mit nachfolgenden Wasserspielen vervollständigte den reichhaltigen Spielplan in bester Weise. Heute finden zwei Vorstellungen statt, nachmittags 4 Uhr und abends 8¼ Uhr. Wir können den Besuch des Zirkus, dessen gestrige Vorstellung fast vollständig ausverkauft war, nur bestens empfehlen. *e(Turnlehrerprüfung.) Vom 16. bis 21. März einschließlich sand an der Königl. Landesturnanstalt zu Spandau die Turnlehrerprüfung statt. Von 82 Gemeldeten waren 78 erschienen; sechs erreichten ihr Ziel nicht. Aus hiesiger Gegend bestanden die Herren Honsaleck=Schwerts und Koch=Sommerberg; ersterer bestand außerdem die Prüsung als Schwimmlehrer. **(Waldlauf.) In der am vergangenen Sonntag stattgesundenen, sehr gut besuchten Versammlung wurde beschlossen, daß der Waldlauf nächsten Sonntag nachmittag 3 Uhr ab„Freischütz“ erfolgen soll. Der„Freischütz“ ist ebenfalls als Umkleidelokal und als Ziel bestimmt. Die Läufer laufen in zwei Gruppen. 1. Gruppe: Pfadfinder, Jünglings= vereine, Schüler höherer Lehranstalten usw. 2. Gruppe: Sportler und Turner. An die Teilnehmer der 1. Gruppe werden fünf Erinnerungskränze und an diejenigen der 2. Gruppe zwanzig Erinnungskränze verteilt. Jeder teilnehmende Verein hat zwei Ordner zu stellen, die sich spätestens 2½ Uhr am„Freischütz“ einfinden wollen. Die Lausstrecke beträgt drei Kilometer. Es werden keinerlei Gebühren erhoben, und zur Teilnahme an dem Waldlauf sind auch Nichtmitglieder von Vereinen berechtigt. Die Veranstaltung darf allgemeines Interesse in Anspruch nehmen. **(Krankheits=Statistik.) In der Jahreswoche vom 8. bis 14. März sind im Kreise Hörde(Stadt und Land) folgende Fülle von übertragbaren Krankheiten amtlich gemeldet worden: Erkrankungen an Diphtherie 17, darunter 2 mit tödlichem Verlaus(8 Hörde, 2 Hombruch, je 1 Schwerte, Villigst, Eichlinghosen, Schüren, Berghosen, Rosen, Sommerberg), Kindbettsieben 3(2 Holzwickede, 1 Schwerte), Scharlach 8(4 Hörde, 2 Schüren, je 1 Aplerbeck, Westhosen); Todesfälle durch Tuberkulose 3(je 1 Hörde, Hombruch, Schüren). ** Westhofen, 25. März.(Arbeitsjubiläum.) Am gestrigen Tage konnte der Arbeiter Wilh. Wever auf eine 25jährige Tätigkeit in den Diensten der Nickelwerke zu Schwerte zurückblicken. Seitens der Direktion wurden die Verdienste der Atittwoch, 25. März 1914. Nr. 71. Beilage. Die russischen Rüstungen Die„Nowoje Wremja" veröffentlicht an hervorragender Stelle einen Artikel, den man als die Fortsetzung des bekannten Artikels in der„Börsenzeitung“, der mit Recht der Inspiration des Kriegsministers Ssuchomlinow zugeschrieben wird und der durch die nachfolgende Erklärung der Regierung in der halbamtlichen„Rossija“ zum großen Leidwesen eines großen Teiles der draufgängerischen Presse entkräftet worden war, betrachtet werden kann. Man hat es ossenbar doch für nötig gehalten, die Kriegsbereitschaft nochmals zu betonen, obwohl man sonst alle militärischen Dinge mit dem dichten Schleier undurchdringlichen Geheimnisses zu umgeben pflegt. Die Auslassungen der„Nowoje Wvemja“, hinter denen, wie man vermuten darf, das Kriegsministerium steht, gewinnen dadurch einen spezi,ischen Beigeschmack, daß einleitend auf die„wütenden Ausfälle der deutschen Presse gegen Rußland und die Abwehr der Angriffe seitens der russischen Blätter“ hingewiesen und daß betont wird, daß die Preßkampagne der„Ausfluß des Neides um das Wachsen der militärischen und wirtschaftlichen Macht Rußlands“ sei. Der Artikel erklärt, daß die russische Armee gegenwärtig einen Machtsaktor darstelle, wie Rußland ihn noch nie besessen habe. Alle Mängel, die der Japanische Krieg zutage gefördert habe, seien nun beseitigt worden. Seither sind umsassende Reorganisationen der Armee vorgenommen worden, es sind neue Truppenkörper geschaffen worden, die Bewaffnung ist verbessert, die Vorräte sind ergänzt, und es sind technische Vervollkommnungen eingeführt worden, die im letzten Kriege noch nicht vorhanden waren, wobei alle diese Dinge mit ganz geringen Ausnahmen von russischen Fabriken ausgeführt worden sind. Dann heißt es weiter:„Hand in Hand mit diesen materiellen Reformen geht die Ausbildung der Truppen. So ist der Bestand der Kommandestellen verjüngt worden, der Bestand an Offizieren ist vergrößert und das Bildungsniveau ist gehoben worden. Das ist erreicht worden durch Eröffnung neuer Kriegsschulen und durch die Erweiterung des Programms det schon bestehenden Militärlehranstalten. Die Zahl der Unteroffizierskapitulanten ist sehr wesentlich vergrößert worden und es ist für einen besseren, kräftigeren Bestand von Mannschaften durch die Einführung der neuen Bestimmungen über die Wehrpflicht gesorgt. Es sind eine große Anzahl von Kasernen gebaut, Schießplätze eingerichtet und die Sommerarbeiten abgeschafft worden. Auch das Kriegsministerium ist vollständig reorganisiert worden und seine vereinheitlichte Tätigkeit geht dahin, die Schlagfertigkeit der Armee auf die höchste Stuse zu bringen. Zu diesem Behuse ist die Kompetenz des Kriegsrates zugunsten der Bezirkskriegsräte dezentralisiert worden und diese hat man durch die Heranziehung von Frontoffizieren ergänzt. Solcher Art sind die stillen, aber zähen Arbeiter zur Verstärkung der militärischen Macht, die die Aufmerksamkeit unserer Nachbarn auf sich gelenkt haben, gewesen. Amtliches Kreisdlatt. Westfalen und Rheinland. * Hagen, 24. März.(Seine eigene Mutter erschossen.) Im Hause Marktstraße Nr. 7 ereignete sich gestern Abend gegen 7 Uhr eine Tragödie. Als der halbwüchsige Bursche Dietrich heimkehrte, verlangte er von seiner Mutter Geld. Diese konnte dem Verlangen ihres Sohnes nicht nachkommen. Darüber geriet der Bursche in Wut und legte Zum drohenden Bürgerkrieg in Irland. Das Vorgehen der Ulster=Rebellen und die Weigerung der englischen Offiziere und Soldaten, gegen ihre Landsleute zu kämpfen, hat die englische Regierung vor eine recht unangenehme Aufgabe gestellt. Da Irland in den nächsten Tagen der Schauplatz wichtiger Ereignisse sein wird, dürfte die beistehende Karte der„Grünen Insel" unsern Lesern willkommen sein. Die irischen Home=rulers, eine im Jahre 1872 gebildete irische Partei im britischen Parlament, K die für Irland eine Heimatsregierung— Homerule— namentlich ein selbständiges Parlament und ein eigenes Ministerium fordert, sind ihrem Ziele heute näher als je. Diee protestantischen Bewohner Irlands— die Ulsterleute—, sträuben sich wie schon bemerkt, mit aller Kraft dagegen, daß den katholischen Iren diese Verfassung gewährt werde und sind entschlossen, selbst durch einen Bürgerkrieg die Gesetzwerdung eines solchen Beschlusses zu verhindern. kurzerhand mit dem Nevolver auf seine Mutter an, welche er schwer verwundete. Die aus den Schuß hin herbeicilende Schwester wurde ebensalls durch einen Schuß getroffen. Dasselbe Schicksal ereilte noch eine dritte Person. Der trunkene Revolverheld wurde verhaftet. * Hamm, 24. März.(Einbruch in die Kirche.) Ein Dieb stieg in der Nacht zum Montag durch ein an der Südseite neben der Sakristei gelegenes buntverglastes kleines Fenster in die St. Jchsephskirche ein. In der Sakristei wurde ein kleiner Schrank erbrochen. Aus einem größeren unverschlossenen Schrank wurden mehrere Meßgewänder genommen und auf dem Boden ausgebreitet. Von einem Kruzisix wurde der Korpus, den der Dieb für Silber gehalten haben muß, abgerissen. Außer dem fehlenden Korpus wird nichts vermißt. * Soest, 24. März.(Jahrhundeot=Ausstellung.) Der Verein Heimatpflege beschloß in seiner Hauptversammlung, vom 19. April bis 5. Mai im Rathause eine Jahrhundert=Ausstellung zu veranstalten. Zu den Kosten der Ausstellung hat die Stadt Soest einen Garantiefonds von 400 Mark geleistet. Sie stellt den Rathaussaal kostenlos zur Verfügung. Das Reichspostmuseum wird durch eine Kollektiv=Ausstellung vortreten sein. * Lippspringe, 23. März.(Ehrung für F. W. Weber.) Hier ist eine eigenartige Ehrung zum Gedächtnis an den hundertsten Geburtstag Friedrich Wilhelm Webers, des Dichters von Dreizehnlinden, beschlossen worden. Hier soll, wo er von 1856 bis 1867 als Brunnenarzt gewirkt hat, zu seinen Ehren ein Rosenhain gepflanzt werden, in dessen Mitte sich das Denkmal des Dichters erheben wird. * Bochum, 24. März.(Ein böser Sturz.) Beim Ausbau eines neuen Hochofens aus dem Bochumer Gußstahlverein stürzte ein 19jähriger Schlosser von hier, der mit Montierungsarbeiten beaustragt war, infolge eines Fehltritts aus einer Höhe von 23 Metern ab. Der junge Mann erlitt lebensgefährliche Verletzungen; man brachte ihn ins Krankenhaus. * Bochum, 24. März.(Fünf Jahre Zuchthaus.) Vom hiesigen Schwurgericht wurde heute der Bergmann Gustav Schanko aus Langenbochum wegen Straßenraubes zu fünf Jahren Zuchthaus und fünf Jahren Ehrverlust verurteilt. Der mitangeklagte Bergmann Bredmann wurde freigesprochen. * Bochum, 24. März.(Zu Tode verbrüht.) Ein vierjähriges Kind aus der Hugo=Schultz=Straße fiel in einem unbewachten Augenblick rückwärts in eine mit heißer Lauge gefüllte Wanne und zog sich o schwere Brandwunden zu, daß es starb. * Wattenscheid, 24. März.(Todessturz.) Als die 60 Jahre alte Frau des Landwirts Spellerberg in Eiberg im Begriff war, Heu und Stroh für die Kühe vom Heuboden zu holen, tat sie auf der obersten Sprosse der Leiter einen Fehltvitt und stürzte rücklings auf die steinerne Diele. Die Frau erlitt einen Schädelbruch und schwere innere Verletzungen, die den baldigen Tod zur Folge hatten. * Hamborn, 24. März.(Furchtbarer Ausklang einer Festlichkeit.) Ein furchtbares Ende fand eine Festlichkeit, die ein Bandoneonklub gestern Abend in einem Bruckhausener Restaurant veranstaltet hatte. Gegen zehn Uhr abends begehrten plötzlich acht Italiener Einlaß in den Festraum, der ihnen aber verweigert wurde. Darüber ergrimmten die Zurückgewiesenen sehr; sie erbrachen die Türen und drangen nun mit Gewalt in den Saal ein. In dem sich entspinnenden Handgemenge wurden der Aushilfskellner Andreas Schuster und der Bergmann Josef Nottweiler aus Marxloh von den Italienern erstochen. Der Kellner eihielt einen Stich in den Unterleib, dem Bergmann drang der Mordstahl mitten ins Herz. Eine dritte Person, der Walzer Otto Felskis, wurde durch einen Stich in den Oberschenkel verwundet. Bisher wurden drei Italiener verhaftet. Als Haupttäter kommt der Fabrikarbeiter Seccani in Betracht. * Herne, 24. März(Zwei Bergleute verschüttet.) Im unterirdischen Grubeengetriebe der Zeche Recklinghausen war man mit Sprengarbeiten beschäftigt. Als sich die Bergleute Seifert und Burrichter nach Abgabe der Schüsse wieder ihrer Arbeitsstelle näherten, brachen plötzlich aus dem Hangenden große Gesteinsmassen hernieder, die die beiden begruben. Es gelang jedoch bald, die Verschütteten zu befreien. Während Burrichter mit geringen Verletzungen davonkam, erlitt Seisert lebensgefährliche Verletzungen, die seine Ueberführung in das erangelische Krankenhaus notwendig machten. * Herne, 23. März.(Rechtunangenehme Folgen) hatte für einen hiesigen Schneider eine Spritztour, die er gestern abend durch einige Wirtschaften machte. Da er dem Alkohol ziemlich fleißig zusprach, wurden seine Sinne bald etwas umnebelt. und er wußte nicht mehr, was um ihn her vorging. Nur soviel kann er sich noch erinnern, daß sich in einer Wirtschaft an der Bahnhofstraße eine fremde Person zu ihm gesellte und mit ihm einige Krüge leerte. Als unser biederer Schneider aber heute morgen wieder zu klarem Verstande kam, mußte er zu seiner nicht geringen Bestürzung bemerken, daß seine Brieftasche mit 600 Mark in Papiergeld sowie Militärpaß, Taschenuhr und Kette verschwunden waren. Man kann sich vorstellen, daß diese Entdeckung din Bestohlenen sofort wieder nüchtern mochte. Von dem Diebe ist nichts bekannt. Tieber alles die Ehre. Roman von M. R. Herrmann. 14 Wie die Wirtin dem General mitteilte, habe ihr Mieter eine schleunige Reise antreten müssen, und er sei deshalb vor einer Stunde abgereist. Seine Sachen habe er ebenfalls fortschaffen lassen. Wie von einem Alpdrucke befreit, kehrte der General in die Kommandantur zurück.—— Auf ihren vielfachen Streifzügen hatte die lizei nichts entdecken können. Der gesuchte Schulze mußte die Stadt wieder verlassen haben, trotz der Ueberwachung des Bahnhofs und der Dampfschiffe. Kommissar Wehner befand sich in gereizter Stimmung. Der Prozeß gegen den Klub der Junggesellen wurde nicht nur nicht erhoben, wegen zu ungenügenden Beweismaterials, sondern er bekam auch noch eine gehörige Nase. An dem gleichen Tage, an dem Adalbert von Ehrenstein obige Unterredung mit seinem Vater hatte, schlenderte Kommissar Wehner gedankenvoll in der Stadt herum. Er hatte, da er Durst verspürte, ein Gartenlokal in einer der Vorstädte aufgesucht. In einer schattigen Laube ließ er sich nieder. Von hier konnte er nicht nur den Garten, sondern auch einen Teil der Bierwirtschaft überblicken. In dieser spielten am Billard mehrere Personen. Der Kommissar musterte diese. Besonderes Interesse erregte einer der Spieler, der ihm den Rücken zugedreht hatte. Der Herr paßte wenig in diese Umgebung hinein, denn während er in einem hochseinen modernen Anzuge sich befand, hatten seine Mitspieler, Handwerker, wie es schien, ihre Werktagskleidung an. Ein Reisender, dachte der Kommissar und wollte den Blick gerade abwenden, als der Spieler an das Fenster trat und in den Garten hinausfah. Die Blicke bein msterten sich erstannt. Aber de vom Fenster zurnggetremalte sich ein plößzliches Erschrecken auffällig wieder. Der Kommissar schüttelte bedenklich den Kopf. „Baron von Ehrenstein in dieser Umgebung,“ dachte er, und er erinnerte sich gleichzeitig der in der Stadt umgehenden Gerüchte. Er wußte, daß der junge Offizier seinen Abschied genommen hatte, konnte aber trotz allen Forschens die Ursache nicht herausbekommen. In der Stadt gingen Gerüchte, daß Rudolf von Ehrenstein infolge großer Spielverluste aus dem Heere mit schlichtem Abschied entlassen war.„Es muß doch wohl etwas Wahres an diesen Gerüchten sein,“ dachte der Kommissar, sonst würde der Oberleutnant sicher nicht in dieser Gesellschaft sich bewegen.“ Er beschloß, den Leutnant zu beobachten und begab sich, nachdem er sein Glas Bier ausgetrunken, in das Billardzimmer. Hier mußte er aber die Entdeckung machen, daß der Oberleutnant durch einen anderen Ausgang das Weite gesucht hatte. Was er von den beiden Handierksmeistern hörte, ließ ihn erstaunt aufhökra. und in vn M 5 der trafen sich und muster plötzlich war der Frembe ten, Auf seinem Gesichte 4 ren. Beide schimpften über den Herrn Oberlentnant, der sich so ganz plötzlich gedrückt hatte, nachdem er gegen zwei Taler auf dem Billard gewonnen hatte. „Ja, und im Kartenspiel gewinnt er auch immer!" bemerkte der eine.„Gestern abend hatte er besonderes Schwein, denn gegen zehn Mark hat er sicher mit nach Hause geschleppt.“ Der Redselige hätte offenbar noch mehr ausgeplandert, aber sein Gefährte warf ihm einen warnenden Blick zu. Er schwieg deshalb. Trotzdem Kommissar Wehner beide in ein Gespräch zog und sich alle erdenkliche Mühe gab, mehr zu erfahren, gelang ihm das nicht. Nach kurzer verließen beide das Lokal. Auch der Wirt wußte über die Lebensweise des Oberleutnants nicht viel auszusagen, oder aber er hütete sich, das zu tun. Die gereizte Stimmung des Kommissars war durchaus nicht gerade besänftigt worden. Dieser neue interessante Fall nötigte ihm ein besonderes Interesse ab.„Was trieb denn der entlassene Oberleutnant? Warum war er so schleunigst verschwunden, als er ihn gesehen.“ Diese Fragen wirbelten Wehner durch den Kopf. Doch schließlich beruhigte er sich wieder, denn gegen den Oberleutnant lag nicht das geringste vor. Er hatte nichts Strafbares verbrochen, und daß er so schleunigst verschwunden war, schob Wehner darauf, daß es dem Ueberraschten peinlich war, in dieser Gesellschaft gesehen worden zu sein. Der Oberleutnant kam ganz aus seinem Gedächtnis, umsomehr, als er in den nächsten Tagen erfuhr, daß Rudolf von Ehrenstein eine längere Reise angetreten habe, nachdem ihm ein ehrenvoller Abschied und die Ernennung zum Hauptmann bewilligt worden war. 5. Kapitel. Das ewig gleiche Lied unendlicher Größe und Erhabenheit singen die Naturgewalten, mag dieses Lied unn im leisesten Pianissimo oder im lautesten Forte erschallen, stets bleibt es das gleiche. Es lernt den Menschen die ganze Ohnmacht gegenüber den Naturkräften erkennen, die er niemals gänzlich besiegen wird. 208,16 In Aufruhr befanden sich seit einigen Tagen die Elemente des Himmels und der Erde. Schaurigschöne Symphonien blies Boreas mit vollen Backen, Jupiter plivius fiel mit prasselnden Fanfaren ein, so daß miemand sich gernehinauswagte. In dem Stranddorfe Kolbeck, fern ab von allem Verkehr an der langgestreckten vommerschen Küste, hatten die Fischer ihre Boote und das Fanggerät seit einigen Tagen sicher verwahrt, denn die brausende See hatte den Strand bis zum Fuße der bewaldeten Dünenkette überspült. In einem Einschnitte der Düne, der durch ein Flußchen bedingt wurde, der von binmenwärts sich durch die Düne einen Weg nach dem Meere gebahnt hatte, lag das Dorf lang hingestreckt. Die Häuser waren von solider Bauart, klein und niedrig, aber sie boten den heftigen Stürmen vorzüglich Trotz. Und an solchen fehlte es an diesem einsamen Teile der Küste niemals. Seit einigen Tagen schon wütete ein heftiger Orkan. Hagel= und Regenschauer wechselten unaufhörlich. Es war, als ob der Winter in voller Herrschaft regiere. Und doch hatte der Frühling geraume Zeit schon auch in Kolbeck seinen Einzug gehalten. Die Natur prangte in schönstem Schmucke. Die Bäume bogen sich ächzend unter der Gewalt des Sturmes. Der schindelbeschlagene kleine Kirchturm seufzte klagend mit, die kleinen Fensterscheiben klirrten unter der vereinten Wucht des Windes, des Hagels und des peitschenden Regens. In dem Pfarrhause, das sich von den anderen Häusern des Dorfes durch seine Größe unterschied, es hatte höhere Räume und auch ein Obergeschoß. hatte der greise Pastor Haberland eine ernste Unterhaltung mit dem Ortsschulzen und dem Lehrer. „Martens," redete der greise Seelsorger den Ortsvorstand an,„es hilft alles nichts, wir müssen Vorsorge treffen, daß wir die am meisten vom Wasser gefährdeten Häuser an der Brießnitz sofort räumen lassen können. Besser wäre es schon, die Fischer brächten ihre Habe sofort in Sicherheit, denn nach dem Barometerstand ist leider keine Aussicht vorhanden, daß das Unwetter in den nächsten vierundzwanzig Stunden nachläßt. Die sonst so sanfte Brießnitz ist zum reißenden Strome geworden und staut sich an den Dünen und der Sandbarre. Wie lange wird es dauern, und sie hat die Ufer zu beiden Seiten überflutet. Ich fordere Sie deshalb, lieber Martens, auf, als Ortsvorstand nochmals das Gefährliche ihrer Lage klar zu machen und die Räumung der Häuser unbedingt zu verlangen. Der Lehrer, der schweigend zugehört hatte,pflichtete dem Pastor zu und erklärte sich sofort aus eigenen Stücken bereit. in der hochgelegenen Schule für Unterkunft der Leute Sorge tragen zu wollen. * Quisburg, 24. März.(Wegen gewerbsmäßigem Glückspiel) hatte sich vor der Duisburger Strafkammer heute der Kellner Gertatd Tinpf aus Essen zu verantworten. Der Angeklagte war in Essen in einer Bar als Kellner tätig. Dort lernte er, seiner Angabe nach, viele Jockeys kennen, die ihm gegen Entgeld häusig die Sieger in den Rennen voraussagten. Diese Tips will der Angeklagte dann an andere Personen weitergegeden und im Falle des Gewinnes ein Entgeld erhalten haben. Auf dem Nennen in Speldorf faßte ein Kriminalkommissar den Angeklagten, der ihm von anderen Personen als„Buchmacher" bezeichnet worden war, ab. Das Gericht sah den Angeklagten als überführt an und erkannte auf 1 Woche Gefängnis und 600 Mark Geldstrase. * Duisburg=Meiderich, 23. März.(Einen eigenen„Ehestand“) wollten sich ein junger Mann und ein junges Mädchen gründen. Da sie aber weren ihrer Jugend ihren Eltern mit derartigen Sachen nicht kommen durften, beschlossen sie, ins Ausland zu gehen. Nachdem sie sich bereits auf den Weg gemacht und ihren Elternhäusern den Rücken gekehrt hatten, ereilte sie dennoch das Schicksal. Während das Mädchen seinen Eltern wieder zugeführt wurde, brachte man den jungen Mann in Untersuchungshaft. Er wird sich demnächst wegen Entführung einer Minderjährigen zu verantworten haben. * Oberhausen, 23. März.(Kind erdrückt) Die Eheleute Krämer fanden heute morgen ihr Kind tot im Bette vor. Wie die ärztliche Untersuchung ergab, ist die Kleine im Schlafe erstickt. Die Annahme geht dahin, daß die Mutter im Schlafe das Kind erdrückt hat. * Elberfeld, 23. März.(Einen gefährlichen Fahrraddieb) verhaftete die hiesige Kriminalpolizei in der Person des Anstreichers Willi Dresmann aus Dortmund. Vor etwa fünf Wochen wietete er hier ein möbliertes Zimmer. Unter Benutzung einer von ihm gesälschten Monatsbarte 2. Klasse für die Strecke Dortmund—Düsseldorf— der rechtmäßige Eigentümer der Karte wohnt in Gelsenkirchen— machte er täglich Abstecher von Elberseld nach Düsseldorf, wo er, besonders im Bahnhofsviertel, eine ganze Reihe meistens teurer Fahrräder stahl, die er dann hier und in der Amgegend billig veräußerte. Bis jetzt konnte der Verbleib von acht von ihm gestohlener und sosort verkaufter Fahrräder festgestellt werden. Dresmann war bei seiner Vernehmung geständig. Er wird von der Dortmunder Kriminalpolizei wegen einer Reihe anderer Strastaten gesucht. * Krefeld, 23. März.(Der Kater auf der Bühne.) Als in der gestrigen Aufführung von Wagners„Götterdämmerung“ Hagen den Siegfried auf den Tod verwundet hatte und, nach dem Klagen der getreuen Mannen, Siegfried sich zum letzten Schwanengesang erhob, da zog ein schwarzer Kater wehmütig an der Rampe vorüber, sprang mit einem kühnen Satz über das Orchester in die Proszeniumsloze und stimmte— ob in rechter Tonart, bleibe dahingestellt— eine„eindrucksvolle Katzenmusik“. an. Die Zuhörer hörten nicht mehr auf Held Siegfried, sie verfielen mit Herz und Sinn den Zauberklängen der Katerkehle. Ob der Kater nach den Raben Wotans lüstern war, die über die Bühne flatterten, oder ob er meinte, daß nehrn dem Walkürenroß auch andere vierbeinige Gäste im Musentempel ihre Heimstätte haben können? * Nachen, 24. März.(Wohl der älteste Mensch) in ganz Deutschland dürfte der in dem Eiselstädtchen Gemünd lebende frühere Schneidermeister Wilhelm Vitt sein. Er feiert am 26. d. M. in bewundernswerter Rüstigkeit seinen 104. Geburtstag. * Neuwied, 23. März.(Ein Lehrer als Stadtverordneter.) Die Wahl des Blindenlehrers Krage zum Stadtverordneten war von der Stadtverordneten=Vesammlung für ungültig erklärt worden, weil er als Lehrer nicht wählbar sei. Im Verwaltungsstreitverfahren hat jedoch der Bezirksausschuß in Koblenz die Wahl für gültig erklärt. —— Handel und Industrie. Rheinisch=Westsälisches Kohlensyndikat. Wie in der Zechenbesitzer=Versammlung des Rheinisch=Westfälischen Kohlensyndikats berichtet wurde, betrug im Februar d. I. der rechnungsmäßige Kohlenabsatz bei 24(w. i. V.) Arbeitstagen 5956 593(6 920 978) Tonnen oder arbeitstäglich 248 191(288 374) Tonnen. Gegen den Vormonat war eine Abnahme von insgesamt 617889 Tonnen zu verzeichnen. Die Zechenbesitzer=Versammlung, an der als Vertreter des Handelsministers wieder Geheimrat Bennhold, Geh. Oberbergrat Raifseisen und Bergwerksdirektor Tegeler teilnahmen, setzte die Beteiligungsanteile für April in Kohlen auf 80 Prozent(wie bisher), in Koks auf 50 Prozent(wie bisher) und in Briketts auf 80 Prozent(wie bisher) fest. Dann wurde der nachträglich auf die Tagesordnung gesetzte Antrag der Harpener Bergbau=Akt=Ges. und Gen., die Beratung des Entwurfes über den neuen Syndikatsvertrag fortzusetzen, einstimmig angenommen. Auf Anregung des Gehcimrat Müser entschloß sich Geheimrat Dr. Kirdorf, die Leitung der Erneuerungsverhandlungen wieder zu übernehmen. Die Versammlung trat wieder in die Beratung des neuen Vertrages an derjenigen Stelle ein, wo die Verhandlungen am 20. Februar d. J. abgebrochen worden waren. Nachdem einzelne Bestimmungen dem Ausschuß zur Nachprüfung überwiesen worden waren, wurde die Beratung des neuen Vertrogsentwurso zu Ende geführt. feine Aroma von Kathreiners Malzkaffee ist doch unerreicht. Und dabei dieser kräftige Geschmack! Verlangen Sie also ausdrücklich Kathreiners Der Gehalt macht's! bei OtSVAAUS, TERVverte. Oa S N P. Waidbt Giauter &a Somnatssswursicheng # in Dosen zu 8 Stück, per Dose 90 Pig. empfiehlt * Carl Trog. Verwalrungen von Häusern u. Grundstücken, Beschaffung von Hypotheken, An- u. Verkauf von Grundstücken, Regelung aller vermögensrechtlichen Angelegenheiten, insbesondere Erb schaftstegelungen, vergleichsweise Erledigung streitiger Rechtsangelegenheiten, u sonstig## Vermittlungsaufträge, sowie Inkassomandate evtl. gegen Kautionsstellung, übernimmt bei gewissenbaf Ausführung Orto Schmidt. Hohenzollernatr 5 Habe mehrere hundert Zentner Roggenstoh sowie Klechen abzugeben. Per Zentner 2 M. W. Lehnemann, Gut Schwarzelühr, Holzen. 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März.(Kontroll versammlung.] Für die Mannschaften aus den Gemeinden Ergste und Berchum ist die Frühjahrs=Kontrollversammlung auf den 29. April, vormittags 11 Uhr, im Lokale der Frau Kage=Beckmann angesetzt, die Mannschaften aus der Gemeinde Hennen haben sich am gleichen Tage vormittags 9½ Uhr im Albrechtschen Saal zu stellen. —— Schweres Boots=Unglück. 16 Personen ertrunken. Köpenick, 24. März. Heute abend gegen 5½ Uhr wurde auf der Spree ein Fährkahn von einem Dampfer angerannt und zum Sinken gebracht. Von sämtlichen Insassen, etwa 20 bis 22, darunter viele Frauen, konnten nur sieben gerettet werden: Zu der Bootskatastrophe, die sich auf der Oberspree in der Nähe der Spindlerschen Fabrik heute abend zugetragen hat, erfährt die„TelegraphenUnion“ noch folgende Einzelheiten: Nach Fabrikschluß werden allabendlich mehrere hundert Arbeiter in etwa 15 bis 20 Booten über die Spree gesetzt, da die Leute dadurch einen großen Umweg sparen. Heute abend waren vier Boote in der Mitte des Flusses, als der Schleppdampser„Paul“ mit einem Schleppkahn im Tau sich den Booten näherte. Der Dampfer gab Signale, damit die Ruderboote ausweichen sollten. Einer der Bootsführer jedoch, ein gewisser Theodor Korn, wollte mit seinem Boot noch vor dem Schleppdampser vorbeikommen. Der Steuermann des Schleppdampfers machte einen Bogen, um auszuweichen. Er konnte jedoch einen Zusammenstoß nicht mehr vermeiden. Der Anprall war so stark, daß das kleine Ruderboot vollständig zersplittert wurde und die 21 Insassen ins Wasser stürzten. Mehreve in der Nähe befindliche Ruderboote eilten sofort herbei, um Hilfe zu bringen. Es gelang jedoch, nur fünf Personen zu retten. Unter den ertrunkenen 16 Personen befinden sich auch viele Frauen. Neue Bundesratsverordnungen für die Großeisenindustrie. Dem Bundesrat wird demnächst eine Vorlage zugehen zur Abänderung seiner Verordnung vom 19. Dezember 1908 über den Betrieb in den Anlagen der Großeisenindustrie. Mitte Dezember v. I. sanden im Reichsamt des Innern zwischen Regierungsvertretern und Arbeitern der Großeisenindustrie Beratungen über diese Fragen statt. Sie waren vergnlaßt durch die Beschlüsse der Internationalen Vereinigung für gesetzlichen Arbeiterschutz auf der Berner Tagung im September v. J., auf der auch die deutsche Reichsregierung und fünf Bundesregierungen vertreten waren. Der damals gefaßte Beschluß ging dahin, durch internationale Vereinbarung für Feuerarbeiter in Hochösen eine Achtstundenschicht gesetzlich einzuführen. Die Regierungsvertreter sämtlicher an der Konferenz beteiligter Staaten gaben übereinstimmend die Erklärung ab, daß die Regierungen sich ihre Stellungnahme zu diesem Beschluß vorbehielten, weil zunächst die Ansichten der Unternehmer über die Durchführbarkeit der Maßnahmen gehört werden müßten. Nachdem dies in Deutschland inzwischen geschehen ist, wird die Reichsregierung dem Bundesrat demnächst eine Vorlage unterbreiten. Arbeitgeber und Arbeiter haben sich dahin ausgesprochen, daß in vielen Betrieben ohne zwölstündige Schichten der Betrieb nicht aufrecht zu halten sei. Verhindert müsse jedoch werden, daß 36 Stunden hintereinander gearbeitet wird, und auch eine 24stündige Schicht dürfte nur bei einer Wechselschicht vorkommen; die Ueberarbeit dürfe nicht länger als 4 Stunden dauern. Die neue Bundesratsverordnung dürste daher die Zahl der zulässigen Ueberstunden beschränken und außer den 12 Stunden der Schicht einschließlich der Ruhepausen nur noch 4 Uebetstunden zulassen. Luftschiffahrt. 700 deutsche Flieger! 700 Flieger zählt. Deutschland zurzeit, soviel Flugfühterzeugnisse sind nämlich bisher ausgestellt worden. Bemerkenswert ist dabei, daß sast die Hälfte dieser Zeugnisse allein im vorigen Jahre ausgestellt worden ist, die deutsche Aviatik hat also einen riesigen Aufschwung genommen. Das Luftschiff als Angriffowasse. Nicht mehr als Aufklärungsmittel, sondern als Angriffswafse kommt das Luftschifs in Betracht. Direktor Dr. Eckener, der bekannte Zeppelin=Luftschiff=Führer, sprach sich in einem Vortrag dahingehend aus. So sei es bei den jüngsten Uebungen in Döberitz gelungen, mit vier Bombenwürfen aus 1500 Metern Höhe einen ganzen Bahnhof Luft zu sprengen. Also, im Falle eines Krieges wäre es leicht; die nächtlich bebeuchteten Bahnhöfe im Feindesland, die ein sicheres Ziel bieten, mit ein paar Bombenwürsen aus dem Luftschiff zu vernichten. Die Zielsicherheit bei den Bombenwürfen aus den„Zeppelinen“ hat noch Großartigeren erreicht. Man konnte, wie Wurfversuche über der Elbmündung ergeben haben, aus 100 Meter Höhe kleine rote Bojen innerhalb des genau bestimmten Umkreises von einem Meter unsehlbar treffen. Das bedeutet nichts anderes als die Möglichkeit, daß ein„Zeppelin“ es vermag, aus geeigneter Höhe Bomben in die Schornsteine von Kriegsschifsen zu weersen und sie auseinanderzureißen. Die schlimmsten Feinde sieht Dr. Eckener in den Ballonabwehrkanonen, die enorme Höhen mit ausgezeichnetet Trefssicherheit erreichen können, während er den Fliegern längst nicht eine solche Gefährlichkeit beimißt. —— Westfalen und Rheinland. ** Dortmund, 24. März.(Zwischen Trittbrett und Bahnsteig.) Auf dem Bahnsteig 5 des Hauptbahnhoses ereignete sich gestern abend kurz nach 7 Uhr, bei der Ausfahrt des Kölner DZuges, ein bedauerlicher Unglückssall. Als der Zug sich schon in Bewegung gesetzt hatte, wollte sich der Werkmelster Jakob Herz von hier noch einmal von seinem Besuch verabschieden. Hierbei kam er zu Fall und geriet zwischen Trittbrett und Bahnsteig. Der Jug mußte zum Halten gebracht werden, um den Unglücklichen aus seiner Lage zu befreien. Ein Arzt leistete dem Schwerverletzten die erste Hilfe und sorgte für die Ueberführung ins Krankenhaus. * D o r t m u n d, 2 4. M ä r z.( T r a u b s N a c h f o l ger nicht bestätigt.) Der Oberkirchenrat in Berlin hat die Wahl des zum Nachfolger des Pfarrers Traub gewählten Liz. Fuchs nicht bestätigt. Fuchs hatte seinerzeit bekanntlich den Protest in Sachen Jatho unterzeichnet, weshalb ihm schon die westfälische Provinzialsynode ihre Bestätigung versagte. * Hagen, 24. März.(Totgefahren) wurde in der letzten Nacht in der Donnerkuhle eine bis jetzt noch unbekannte Person. Von einem von Hohenlimburg kommenden Auto wurde der Unbekannte, anscheinend ein Landstreicher, angefahren; die Koträumer des Wagens brachten ihm schwere Verletzungen bei. Der Chauffeur brachte den Wagen sofort zum Stehen, lud den Schwerverletzten auf und brachte ihn zu einem Arzt; doch mußte man nach Ankunft dortselbst feststellen, daß das Leben aus dem Körper entflohen war. Die Leiche wurde in die Totenhalle nach Altenhagen gebracht. Man nimmt an, daß sich der Verunglückte in selbstmörderischer Absicht vor den Wagen geworfen hat. * Rummenohl, 24. März.(Vom Auto getötet.) Vor dem Hause des Bäckermeisters Schliepkorte ereignete sich gestern nachmittag 6 Uhr ein betrübender Unglückssall. Ein von Hagen kommendes Auto wollte hier einem Fuhrwerk ausweichen. Hinter dem Fuhrwerk spielten einige Kinder. Als das Auto sich bemerkbar machte, sprang das sechsjährige Töchterchen des Arbeiters Hübner in der Aufregung in dem Augenblick zur Seite, als das Auto den Weg kreuzte. Das Kind wunde so heftig zur Seite geschleudert, daß der Tod sofort eintrat. * Soest, 24. März.(Das Kartenlegen.) Hier ist der Fall passiert, daß ein Arbeiter durch die Kunst einer Kartenlegerin geistig derart zerrüttet wurde, daß er einer Irrenanstalt zugeführt werden mußte. ** Beckum, 24. März.(Alte' Westfalen.) Die Beckumer sind noch Leute von altem Schrot und Korn, und in ihren Stadtverordnetensitzungen gilt noch das freie, schlichte, ungewundene Wort, das besser wirkt, als die gedrechselte Rede. So lenkte in der letzten Stadtverordnetensitzung der Stadtverordnete Bornke die Aufmerksamkeit des Kollegiums auf den angenehmen Einnahmeposten von 2000 Mark vom Elektrizitätswerk„Westfalen" und bemerkte dazu:„Meine Herren, daß dieser erfreuliche Posten unter den Einnahmen steht, verdanken Sie nicht zum getingsten Teil meiner Tätigkeit als Unterhändler zwischen Westfalen und der Stadt Beckum.(Bravo!) Ihre heutige Anerkennung freut und ehrt mich, aber als ich Ihnen damals meine bescheidene Spesenrechnung für die Hammer Reise von 10 Mark präsentierte, zeigten Sie sich gänzlich abgineigt. Wie reimt sich das zusammen?“ Stadtverordnetenvorsteher Hagedorn:„Sie waren von uns zwar beauftragt, mit Westsalen zu verhandeln, aber deshalb brauchten Sie nicht nach Hamm zu fahren; im übrigen(scherzend) hätten Sie mehr als 1 Prozent für uns herausschlagen können.“ Stadtverordneter Becker(zu Bornke):„Franz, was habe ich Dir damals geraten, was solltest Du den Stadtverordneten auf die Ablehnung der Spesenrechnung antworten, kein Wort mehr und kein Wort weniger! Sag es doch!“ Stadtverordneter Bornke: „Nein, sag Du en lieber!“ Stadtverordneter Becker(zögernd):„Sie könnten...(bricht ab, große Heiterkeit.) Die„Glocke" berichtet, daß der Etat dann genehmigt wurde. * Bochum, 24. März.(Wegen fahrlässiger Tötung) hatte sich der Schießmeister Heinrich König vor der hiesigen Strafkammer zu rerantworten. Er hatte zusammen mit dem Lehrhauer Bonetti im Dezember v. J. aus der Grube Engelsburg Sprengschüsse gelegt. Durch unvorsichtige Behandlung eines sitzengebliebenen Sprengschusses erfolgte eine schwere Explosion, wodurch Bonetti getötet und König selbst schwer verletzt wurde. In der heutigen Verhandlung gab er seine Verfehlungen zu, führte aber an, daß Bonetti früher selbst Schießmeister und deshalb mit allen bergbaulichen Vorschriften durchaus vertraut gewesen sei. Das Gericht verurteilte König zu sechs Wochen Gesängnis. * S t e e l e, 2 4. M ä r z.( E r t r u n k e n.) G e s t e r n nachmittag ertrank in der Nuhr der 5# Jahre alte Knabe Friedrich Schneider von hier. Das Kind hatte in der Nähe der Nuhrbrücke am Ufer gespielt, als ihm plötzlich die Mütze ins Wasser fiel. Bei dem Versuche, die Mütze zu sassen, stürzte es ins Wasser, trieb ab und ertrank, ehe Hilfe zur Stelle war. * Mülheim(Nuhr), 24. März.(Inglühen de Schlacke gefallen.) In dem Betriebe der Thyssenschen Werke fiel ein Arbeiter, der mit dem. Kühlen von Eisenschlacken beschäftigt war, infolge eines Fehltritts in die glühenden Schlacken. Der bedauernswerte Mann erlitt furchtbare Brandwunden am ganzen Körper; er wurde in hoffnungslosem Zustande in das Krankenhaus eingeliefert. * Köln, 23. März.(Eine Diebeshelferin.) Vor der hiesigen Strafkammer stand heute das Dienstmädchen Therese Hort. Sie hatte von dem Burschen eines Leutnants erfahren, daß in dem Schreibtisch des Leutnants eine große Geldsumme liege. Das Mädchen hatte daraushin ihre Helsershelser zu einem Einbruchsdiebstahl veranlaßt, bei dem Papiere im Werte von 50000 Mark gestohlen wurden. Das Urteil lautete auf ein Jahr sechs Monate Gefängnis. Letzte Drahtmeldungen Reisedispositionen des Kaisers. Berlin, 25. März. Ueber die weiteren Reisedispositionen des Kaisers ist jetzt folgendes festgesetzt: Die Ankunft in Genua ist auf den 6. Mai in Aussicht genommen. Hierauf begibt sich das Kaiserpaar auf zwei Tage nach Karlsruhe und trifft am 9. Mai in Kolmar ein, wo eine Gebirgsübung stattfindet. Nach dem Besuch der Hohkönigsburg am gleichen Tage fährt das Kaiserpaar nach Straßburg. Von dort erfolgt die Weiterreise nach Metz am 11. Mai, wo am 12. Mai eine militärische Uebung stattfindet. Am 13. Mai wird sich das Kaiserpaar nach Wiesbaden begeben. Die alljährlichen Festspiele hierselbst erreichen ihr Ende mit der Abfahrt des Kaiserpaares am 18. Mai nach Berlin. Neuer Weltrekord. Berlin, 25. März. Der Flieger Linnekogel stellte gestern mittag auf dem Flugplatz Johannisthal einen neuen Weltrekord auf. Er erreichte mit Leutnant z. S. Plüschow als Begleiter eine Höhe von 5500 Metern. Der bisher von einem Franzosen gehaltene Rekord betrug 4960 Meter. Explosion. Magdeburg, 25. März. Eine schwere Exploston entstand in dem Fabrikationsraum für Bohnermasse der Druckerei von Henneberg in Magdeburg. Die in dem Naume befindlichen leicht brennbaren Materialien gerieten sofort in Brand. Die starken Stichflammen schlugen nach dem Lagerraum und in das Ladengeschäft und entzündeten dort alles Erreichbare. Die großen Schaufenster, scheiben wurden aus die Straße geschleudert. Passanten wurden durch die herumfliegenden Glassplitter verletzt. Das Publikum im Laden konnte sich nur mit Mühe retten. Ein Lagerarbeiter und zwei junge Mädchen erlitten schwere Brandwunden Ehedrama. Ilmenau, 25. März. Der taubstumme Schreiner Hoffmann geriet mit seiner ehenfalls taubstummen Frau aus geringfügiger Sache in Streit, in dessen Verlauf er fünf Nevolverschüsse abseuerte und seine Frau tödlich verletzte. Ein Rotschrei deutscher Luftschiffer aus Rußland. Chemnitz, 25. März. Von dem seit dem 8. Februar in russischer Gefangenschaft gehaltenen Ballonführer, Ingenieur Berliner, der in Perm mit seinem Begleiter verhaftet wurde, ist ein Brief bei einem Chemnitzer Luftschiffer eingetrossen, der seine Lage als trostlos schildert. Er schreibt, daß die Verhandlung nicht vor Ende Mai stattfinden könne und daß die Verhafteten von der Außenwelt völlig abgeschnitten seien und von der Kriminalpolizei streng bewacht würden. Ingenieur Berliner, der durch die vielen Aufregungen erkrankt ist, bittet dringend, den Luftfahrerverband in Kenntnis zu setzen, damit er seine Freilassung erwirke. Der Brief schließt: Ich bitte aber recht dringend, da Hilse not tut! Wegen Zweikampses verurteilt. Graudenz, 25. März. Die Strafkammer verurteilte wegen Zweikampfes mit tödlichen Waffen den Gerichtsreserendar Schlüter zu drei Monaten Festungshaft und den Reserendar Grundier wegen Kartelltragens zu 23 Tagen Festungshaft. Galatafel in der Münchener Residenz. München, 25. März. Gestern abend fand zu Ehren des Königs und der Königin von Württemberg im Hofballsaale des königlichen Residenzschlosses eine Galatafel statt, an der auch der Kronprinz und die übrigen in München anwesenden bayerischen Prinzen und Prinzessinnen, die Staatsminister, das Präsidium der Abgeordnetenkammer, Vertreter der Stadt usw. teilnahmen. Bei der Tafel begrüßte der König seine Gäste durch einen Trinkspruch, in dem er auf die Bedeutung der Aufgaben hinwies, die in vertrauensvoller Zusammenarbeit für die Wohlfahrt der Bundesstaaten zu erfüllen seien. Den Fürsten und Bundesstaaten werde die Erfüllung dieser Pflicht durch das Gefühl der Unköslichkeit, mit der sie sich im Deutschen Reiche zusammengeschlossen wissen, erleichtert. Dieses Gefühl lasse die Bundersteaten in innigen Eintracht zusammenstehen. Das Verhör der Frau Caillaux. Paris, 25. März. Ueber das gestrige Verhör der Frau Caillaux wird gemeldet, daß sie eine eingehende Unterredung mit dem Gerichtspräsidenten Monier gehabt habe. Sie erklärte, daß sie hierauf ihren Gatten im Finanzministerium besucht und ihm die Meinung Moniers mitgeteilt habe, daß es kein gesetzliches Mittel gebe, der Kampagne des„Figaro“ Einhalt zu tun. Ihr Gatte habe empört ausgerusen: Da nichts anderes zu tun ist, so werde ich ihm den Schädel einhauen! In diesem Augenblick, fuhr Frau Caillaux fort, konnte ich nicht zweiseln, daß mein Gatte die Absicht hatte, gegen Calmette einen Alt schwerster Gewalttätigkeit zu begehen, und ich empfand immer gebieterischer die Notwendigkeit, beim Direktor des„Figaro“ einen Schritt zu versuchen. Tragisches Geschick. Krakau, 25. März. Die 29 Jahre alte Tochter des galizischen Grofgrundbesitzers Grasen Dr. Felix Lubicnski ist gestern von der Eisenbahn KrakauPakopane überfahren und getötet worden. Die Komtesse, die in der Umgebung des väterlichen Gutes als Wohltäterin unter den Armen außerordentlich verehrt wurde, ist ihrem Wohltätigkeitssinn zum Opfer gefallen. Sie wollte sich noch spät abends zu einer im Sterben liegenden Bäuerin begeben und geriet, um den Weg abzukürzen, auf das Bahngleis. Es wird angenommen, daß sie ausgeglitten und die Böschung hinab auf das Gleis gestürzt ist. Zwei Verlobungen am Zarenhofe? Petersburg, 25. März. Aus guter Quelle wird mitgeteilt, daß außer der Verlobung des rumänischen Prinzen Carol mit der zweiten Tochter des Zarenpaares noch die Verlobung der ältesten Tochter des Zaren mit dem Großfürsten Dimitri Pawlowitsch bevorstehe. Beide Verlobungen würden wahrscheinlich gleichzeitig bekannt gegeben werden. Die Lage in Irland. Belfast, 25. März. Carson äußerte sich über die Lage wie folgt: Unser Vorgehen wird von der Haltung der Regierung abhängen; werden wir in Ruhe gelassen, dann gut; zwingt uns aber die Regierung das irische Parlament auf, dann werden wir kämpfen. Jedoch befürchte ich, daß es noch vor der Annahme der Homerulebill zu blutigen Zusammenstößen kommt. Die Regierung hat ihre Truppen konzentriert, und wir werden nicht warten, bis sie zuschlagen, sondern ihr zuvorkommen. Trotz alledem sehe ich jedoch blutige Vorfälle in absehbarer Zeit nicht voraus. Der Duell=Unsinn. Madri d, 25. März. Gestern wurde hier zwischen zwei jungen Leuten ein Duell ausgesochten, welches einen tragischen Ausgang nahm. Beide waren in dasselbe Mädchen verliebt und meinten. daß einer zuviel auf der Welt sei. Nachdem sie zuerst mit Revolvern erfolglos aufeinander geschossen hatten, griffen sie zum Messer und bearbeiteten sich derart, daß beide als Leichen auf dem Kampfplatz blieben. Eingesandt. Für Artikel unter dieser Rubrik übernimmt die Redaktion nur die preßgesetzliche Verantwortung. Vom Wochenmarkt. Das im Sprechsaal in Nr. 69 der„Schwerter Zeitung" bemängelte laute, aufdringliche Anpreisen der Waren auf dem hiesigen Wochenmarkt läßt sich mit Leichtigkeit vermeiden, wenn nur die bestehende Marktordnung zur Anwendung gebracht würde! Denn nach§ 15 derselben ist:„Jedes laute, marktschveierische Anpreisen von Waren auf dem Wochenmarkt verboten“, und werden sogar nach§ 16: „Uebertretungen— bis zu 30 Mark oder verhältnismäßiger Hast bestraft“. Im übrigen trifst der Artikel die hiesigen ändler überhaupt nicht, da dieselben sich, wie ja auch dem Artikelschreiber bekannt sein wird, von genanntem unlauteren Treiben vollständig fernhalten und es freudig begrüßen würden, wenn die bestehende Marktordnung gegen derartiae Uebergriffe in voller Schärfe angewandt würde. Mit Freuden ist es zu begrüßen, daß die össentliche Meinung zu den tatsächlich bestehenden Uebelständen Stellung genommen hat. Viele marktbesuchende Gewerbetreibende von Schwerte. Handel. Schwerter Wochenmarkt. ** Schwerte, 25. März. Butter pro Pfd. 1,30 Mk., Eier 11 Stück 1 Mk., Rindfleisch 70—75 Pfg., Schweinefleisch 80—90 Pfg., Kalbfleisch 1 Mk., We Fkohl pro Kopf 15 Pfg., Notkohl pro Kopf 15 Pg. Aepfel Psd. 15 Pig., Heringe Dtzd. 65 Pfg., Axfelsinen Dtzd. 35 Pfg., Bücklinge Stück 7 Pg. Neuß, 24. März. Rüböl 69,00, saßweise 71,00, gereinigtes 72,00 Mk. für 100 Kg. Rübkuchen große 94,00, kleine 98,00 Mk. für 1000 Kg. waggonweise. Weizen neuer la 19,10, IIa 18,10 Mt., Roggen neuer Ia 15,30, IIa 14,30 Mk., Hafer neuer la 16,00, 1lz 15,00 Mk. für 100 Kg. Kartoffeln 2,00 bis 2,50 Mk. Heu neues 2,80—3,20 Mk. Luzerner Heu neues 4,00—4,40 Mk. für 50 Kg. Krumm= und Preßstroh 12,00 Mk., Breitdruschstroh 13.00 Mk., Roggenrichtstroh 15,00 Mk. für 500 Kg. Kleie 6.00 Mr. für 50 Kg. Wintergerste la 15,20, IIa 14.20 Mk. Köln, 24. März. Luzerner Heu 7,70—8,00 Mk., Wiesenheu 5,40—6,00 Mk. Roggen Breitdrusch 3,50—4,00 Mk., Krumm= und Preßstroh 2,50—2,90 Mark. Verantwortlich für die Nedaktion Friede. Kraao. Druck u. Verlag von Carl Braus, beide in Schwert## Donnerstag, morgens 9 Uhr beginnt unser bekannt ganz hervorragend billiger. Extra-Auslage im Parterre auf Extra-Tischen. 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Herte. enthält: Mädchen-Hemden Mädchen-Hosen, offen u. geschlossen Knaben-Hemden Kinder-Strümpfe Feine Hemdchen Feine jäckchen Wickeltücher und Bänder Windeltücher, Diaper-Oewebe Weiße Klapphöschen Kinder-Röckchen etc. Pig. Herte enthält: Mädchen-Hosen, offen u. geschlossen Knaben-Hemden Matrosen-Hemden Feine Reform-Hemden Kinder-Strümpfe Feine Stickerei-Lätchen Wagenkissen, Gummi-Unterlagen Wickel-Tücher und Bänder Kinder-Bade-Anzüge etc. Horte. enthält: Feine Reform-Hemden Geschlossene Knie-Höschen Knaben-Hemden Weiße Röckchen mit und ohne Leibchen Gestrickte Klapp-Höschen Kinder-Strümpfe Baby-Schühchen Wickel-Garnituren Kinder-Bade-Anzüge etc. Die 9ig. Herte. enthält: Feine ausgeschn. Knaben-Hemden Schwarz wollene Klapp-Höschen Kinder-Strümpfe Entzückende Erstlings-Waren Weiße Kinder-Röckchen Elegante Tauf-jäckchen Feine Wickeldecken und Bänder Gewebte Kinder-Hemdhosen Kinder-Sweater, Feine Kniehöschen Kinder-Bade-Anzüge etc. 1.28 Serie enthält: Feine Feine Feine Feine Knaben-Hemnden Mädchen-Hemden Höschen Wagen-Kissen Stickerei-Kinder-Röcke Stickerei-Wagendecken Kinder-Tragröckchen Kinder-Bade-Anzüge etc. Die 1.48 Serie enthält: Große Knaben-Heinden Große Mädchen-Hernden Große Mädchen-Röcke Große Mädchen-Beinkleider Kinder-Bade-Anzüge Feine Erstlings-Sachen etc. Baby-Ausstattung Nk. 12.75 6 Stück Hemdchen à 28 Pig. 1.68 5 Stück Hemdchen à 18 Pig.... 0/54 5 Stück läckchen à 28 Pig. 0.84 5 Stück läckchen à 38 Pig..... 1.14 6 Stück hygien. Windeln à 58 Pig." 2.28 6 Stück Windeln, weit Cöper à 58 Pig. 2.28 Uebertrag 8.76 Uebertrag 8.76 6 Stück Nabelbändchen à 18 Pig. 1 Parade-Wickeldecke 2 Wickeldecken à 48 Pig. 2 Wickelbänder à 48 Pig.... 1 Paar Armbändchen.. N. 12.76 Baby-Ausstattung Mk. 21.25 6 Stück Hemdchen à 58 Pig.„." 2.28 6 Stück Hemdchen à 28 Pig.... 1.68 6 Stück läckchen à 58 Pig..... 228 5 Stück läckchen à 48 pig..... 1.44 6 Stück hygien. Windeln à 58 Pig." 2.28 6 Stück Windeln, weiß Cöper à 58 Pig. 2.28 5 Stück Dieper-Windeln à 48 Pig. 1.44 Uebertrag 15.68 6 Stück Nabelbändchen à 18 Plk. 2 Stück Wickeldecken à 95 Pig. 2 Stück Wickeldecken à 48 Pig. 1 Wickelband........ 2 Stück Wickelbänder à 48 Pig. 1 Gummi-Unterlage....“. 1 Kinder-Badetuch...... 2 Paar Armbändchen à 18 Pig. Uebbertrag 15.68 1.08 1.90 .: 0.96 „: 0.78 0.96 *" 0.88 .: 0.95 * 0. 5 6 NK 21.25 ca. 5000 Stück Mädchen- und Knaben-Wäsche = Sensationell billig! ca. 600 Mädchen-Hemden Hemdentuch mit Feston, Schulterschluß, teils Schalpassenform ca. 500 Mädchen-Hosen Stiehlgsn Fasson aus gutem Creionne mitt Länge 55 40 45 30 85 60 65 70 75 cm suck 55 65 75 85 95 105 119 125 183 400 Mädehen-Hosan geschlossenes Fasson, aus schweren, gerauhtem weißem Köper ca. 400 Mädchen-Hlosen mit Handmaschinenstickerei Länge 55 40 45 30 55 60 65 70 75 cm suck 58 68 78 88 98 108 118 128 188 ca. 500 Mädchen-Kniehosen““ossenes Fassog, aus gutem mittellädigem Hen denStick 55 65 70 78 85 92 100 119 120 130 140 Länge 30 83 40 such mit Stickerei-Volant 46 90 55 60 65 70 e suuck 78 88 98 106 118 128 138 149 168 168 Taillen-Röckchen für Mädchen mit Stickerei-Volant 265 185 149 128 9Het BACOSDGEIDAMWMNT Iserlohn Beschten Sie unsere kinderntechee Eenater. Bekannte Fahrtvergütung.