achen Feunop. Bonsoprto M. Moienat ####rusch, bei der Post i0: Bestellgeid 42 Pio. wedr. Wöchentl. Gratiobeilage:„Ikustriente. Semillenfreund“ u. tägl. Ualerbaltungablett. Anzeigenpreis: Die Bedrngespollene Petitzetle oder beren Raum 10 Plg., Anzeigen gus ausoirts 15 Pig., Rehlamazelis 40 P., Raball gllt als Kosfarnbal u. grüfd.#—#ienkocsen, Zwangsbergleichen, gerichtl. Klogen a. (Setzachand enett.-Jestseisteene Inrhches Kressstalt Westhofener Zeitung Langscheder Zeitung tr den Kreis worene Holzwickeder Zeilung“ in Apielbecker Zentung Schwrten Voitiahles Schwerter Volkszeitung Verbunden Blls Schwerker Cageblatt S Schwerter Anzeiger Gestes und ältcnes Cagesorgan des Kreiles o General-Anzeiger für den Kreis Hörde o Haupt Annoncenblas Buid due und ibhetenbgüichen Durnd nungen für den Kreis Hörde erlangen gemas Bekanntmachung dei Röniglichen Regierung durch Veröstentlichung in de:„Schwerter Zettung" rechtsverdindliche Kraft.— Die „Schwerter Zeitung“ gewöhrt ihren Adognesten für jeden mit Tod ende:“ssall geSagunges: 300 Mt LInfall: Druch u Verlag v. Carl Braus. Schwerte=Rude Jonie 62 Teto., 1u,. Voeu= Scurmr. 7.r) Nr. 69. Erstes Blatt. Montag, den 23. März 1914. 46. Jahrgang. Deutscher Reichstag. Berlin, 21. März.(Tel.) Vom Kaiser ist ein Danktelegramm ein. gegangen für die Glücknünsche des Reichstages zur Geburt des jüngsten Enkels. Der Notetat wird in erster Lesung ohne Debatte erledigt und an die Budgetkommission verwiesen. Sodann wird die zweite Lesung des Elats für Südwestafrika„ Zunächst werden die ausstebenden Abstimmungen vorgenommen Das Gehalt des Gouverneurs wird bewilligt. Die Resolutionen, die Vermehrung der Eingeborenen=Kommissare und die Rechtsgarantien verlangen für die Unabhängigkeit der Anwälte, werden angenommen. Eine Reihe von Titeln werden nach den Beschlüssen der Kommission erledigt. Becringerung der Schutztruppe. Beim Kapitel„Landespolizei“ hat die Kommission etwas über 200000 Mark abgesetzt. Staatssekretär Dr. Solf: Diese Streichung ist von dem Gesichtspunkte aus geschehen, daß die Schutztruppe weiter nichts als Polizeizwecke zu erfüllen hätte Das trifft aber auf Südwestafrika nicht zu. Wäre es der Fall, so müßte die ganze Schutztruppe in kleinen Stationen über das ganze Land verteilt werden. Im Falle eines Aufstandes müßten die Truppen dann zusammengczogen werden, was eine Preisgabe der über das ganze, andertbalb mal so große Land wie Deutschland verteilten Stationen bedeuten würde. Ob eine anderweite Organisation der Polizeitruppe möglich sein wird, lasse ich dahingestellt. Ich halte es für meine Pflicht, Eie in letzter Stunde nochmals zu bitten, nachzuprüfen, ob Sie die Verantwortung für diese Verringerung der Schutztruppen übernehmen können. Der Gouverneur kann die Verantwortung nicht auf sich nehmen. Die Streichung von 10 Prozent der Schutztruppe könnte zu sehr unliebsamen Folgen für die Zukunft führen.(Eptggnung L: Whg 8. 8. Nach einer kurzen Entgegnung des Abg. Ledebour(Soz.) wird der Beschluß der Kommission gegen die Stimmen der Rechten und eines Teils der Nationalliberalen angenommen Angenommen werden die Resolutionen den Etat für 1915 so aufzustellen, daß von den Kosten der Schutztruppe und der Landespolizei das Reich zwei Drittel und das Schutzgebiet ein Drittel trägt, sowie, daß Anordnungen getroffen werden, den Schutztruppen zu ermöglichen, ihren eigenen Bedarf an Verpflegungsmitteln auf fiskalischem Boden zu erEbenso werden die Resolutionen zur Ambolandbahn angenommen.(Kein staatlicher Arbeitszwang beim Bahnbau. Arbeiterschutzbestimmungen, Sperrung des Ambolandes gegen weiße Ansiedler, Arbeitsverträge mit staatlicher Kontrolle für Arbeiteranwerbungen sowie Regelung der bergrechtlichen Verhältnisse.) Der Rest des Etats für Südwestafrika wird bewilligt. Die Kommission schlägt noch einen Gesetzentwurf vor. die Grundeigentümer zu den Kosten für Straßen= und Bahnbauten heranzunieben. Die Konservativen beantragen, diesem Gesetzentwurf die Form einer Resolution zu geben. Die erste Lesung des Gesetzentwurfs wird erledigt. Ueber den Antrag der Konservativen, dem Gesetz die Form einer Resolution zu geben, wird bei Gelegenheit der zweiten Lesung des Gesetzentwurfs abgestimmt werden... Lan T.i5=Ne u###. Die Ergänzungsetats werden gleichfaus nach den Beschlüssen der Kommission erlediat. Petitionen. Eine Reihe von Petitionen, zu denen keine Anträge und keine Wortmeldungen vorliegen. werden nach den Beschlüssen der Kommission erledigt.— Zu einer Petition des Zentralverbandes deutscher Bäckerinnungen Germania auf Schutz gegen Boykott und Streikausschreitungen beantragt die Kommission Uebergang zur Tagesordnung, ein Teil des Zentrums Ueberweisung als Material. Abg Brey(Soz.): Die Behauptung der Petenten, daß selbst Sabotage nicht gescheut werde, um den inneren Betrieb lahm zu legen, ist durch nichts bewiesen. Von Terrorismus und Zwang halten sich die sozialdemokratischen Organisationen frei. Abg. Irl(Ztr.): Wenn man sich in derartigen Allzemeinheiten ergeht, so kommt man überhaupt nicht zu dem Gegenstand der Petition.(Sehr richtig! im Zentrum. Unruhe bei den Soz.) Daß ein unglaublicher Terrorismus besteht, unter dem auch die Arbeiter, so die Hirsch=Dunckerschen und die christliche Arbeiter. schwer leiden, läßt sich leugnen. Die christlichen Arbeiter werden von den Sozialdemokraten geradezu gehetzt und um Lohn und Brot gebracht. Es ist nicht zu leugnen daß manche Gerichtsurteile gegen Streikende, z. B. im Ruhrrevier, zu hoch waren.(Hört, hört! bei den Soz.) Im allgemeinen aber sind die Urteile zu milde. Den Weg der Selbsthilfe kann der Arbeiter nicht beschreiten, da muß das Gesetz eingreifen. Wenn so große Verbände, wie diejenigen, die die Petition eingereicht haben, sich um Schutz und Hilfe an den Reichstag wenden, so darf der Reichstag darüber nicht zur Tagesordnung übergeben. Aba. Giesberts(Ztr.): Im Gegensatz zu dem Abg. Irl bin ich der Ansicht, daß die bestehenden Gesetze ausreichen, um Auswüchsen des Koalitionsrech= es wirksam begeanen zu können. Die Petitionen aus den Unternehmerkreisen der Bäcker zeichnen sich durch recht große Worte und wenig Stichhaltiges aus. Der Terrorismus der Sozialdemokraten liefert aber den Scharfmachern nur Wasser auf die Mühlen.(Beifall in Zentrum.) Abg. Gräfe=Güstrow(Kons.): Wir hatten auch die Absicht, den Antrag auf Ueberweisung der Petition als Material einzubringen. Man braucht sich deshalb mit einzelnen in der Petition vorgebrachten Tatsachen nicht einverstanden zu erklären. Ich bitte, dem Antrage des Zentrums zuzustimmen. Abg. Brey(Soz.): Das Zentrum ist auch nicht diejenige Partei, die die Toleranz für sich in Anspruch nehmen kann.(Widerspruch im Zentr.) Ich rufe als Zeugen den Abg. Graf Oppersdorf an. (Lachen im Zentr.).,.):#., T.aeiardemstrst. Abg. Giesberts(Zentr.): Die Sozialdemokraten haben allen Anlaß, den Terrorismus in ihren Reihen zu beseitigen.(Lärm bei den Soz. Beifall im Zentr.) Abg. Hoch(Soz.): Daß Ausschreitungen vorkommen, bestreiten wir nicht, das ist bei den Christlichen aber auch so. Man sollte doch keine Heuchelei treiben.(Präsident Dr. Kämpf: Mit Heuchelei meinen Sie doch kein Mitglied des Hauses. Zuruf: Reinl bei den Soz.),n4.). Wir ist 8i. aekätig Abg. Giesberts(Zentr.): Mir ist die gehässige Sprache der Petition zuwider, deshalb stimme ich gegen den Antrag Irk.##, Damit schließt die Debatte. Die Abstimmung erfolgt am Dienstag. Darauf wird vertagt. Nächste Sitzung Montag 2 Uhr. Verlegung der deutschrussischen Grenze, wechselrechtliche Beziehungen zum Ausland Bericht der Reichsschuldenkommission, Rechnungssachen, Nachtragsetat, Etat des Reichsschatzamts. Schluß ½7 Uhr. Preußischer Landtag. 55. Sitzung vom 21. März. Die Beratung des Grundteilungsgesetzes wird fortgesetzt. Abg. Nissen(Däne) lehnt das Gesetz sowie die sreisinnigen und nationalliberalen Anträge ab. Das Gesetz sei ein Ausnahmegrsetz gegen Polen und Dänen. Minister des Innern v. Dallwitz: Von einem Ausnahmegesetz ist keine Rede. Auch ein Vergleich des Vorkaufsrechts mit der Enteignung ist unzutreffend. Bei der Enteigung handelt es sich um eine Zwangsmaßregel; beim Vorkaufsrecht tritt der Staat in die vom Verkäuser gestellten Bedingungen ein, handelt also nicht gegen das vom Verkäufer Gewollte. Auch daß überwiegend nationalpolitische Erwägungen für den Entwurf maßgebend gewesen seirn, ist nicht richtig. Das Gesetz ist lediglich entstanden aus dem Bedürfnis, eine gesunde Bodenverteilung und eine planmäßige innere Kolonisation herbeizuführen. Außerdem sollen die Güterhändler unter staatliche Kontrolle gestellt werden. Die polnischen Güterbanken sind bestrebt, alle Maßnahmen der Staatsregierung zum Schutze des deutschen Besitzes zu durchkreuzen und den deutschen Besitz planmäßig zurückzudrängen. Gegen den Terrorismus, der es polnischen Besitzern unmöglich macht, Grundstücke an Deutsche oder an die Ansiedlungskommission abzugeben, kann Abhilfe nur durch Einführung des Vorkaufsrechts geschassen werden. Das ist eine durchaus im deutschen Interesse liegende ersteuliche Wirkung des Gesetzes. Daher kann ich die Annahme des Entwurses im nationalen Interesse nur empfehlen.(Beifall.) Abg. Weißermel(ks.): Der Mobilisierung des Grundbesitzes muß man entgegentreten. Das beste Mittel gegen das Aufsaugen kleiner Bauernstellen durch größere Höse oder Güter ist das Anerbenrecht. Der Ansiedler im Osten darf nicht einfach Staatspensionör werden, sonst läßt er bei schlechten Zeiten seine Stelle einfach im Stich. Abg. Rhiel(Ztr) legt nochmals die juristischen Bedenken seiner Partei gegen das Gesetz vor. Abg. Wachhorst de Wente(nl.) tritt lebhast für die Vorlage und die Anträge seiner Partei ein. Aus Deutschland wandern jährlich noch 7000 Bauern nach Brasillen und Kanada aus. 1911 sind allein über 34000 Reichsdeutsche in die Vereinigten Staaten eingewandert. Die innere Kolonisation ist eine Lebens= und Rassefrage für das Deutschtum. Im Kleinbetriebe ist auch die Produktion an Vieh und Getreide größer. Hofsentlich merkt auch bald der Konsument an den Fleischpreisen, daß die Viehpreise in letzter Zeit erheblich gefallen sind.(Beisall.) Bei kräftiger innerer Kolonisation werden wir unsere Produktion noch mehr steigern können. so daß wir vom Ausland unabhängiger werden. Der Gesetzrntwurf sowie sämtliche Anträge gehen an die Kommission.— Montag 11 Uhr: Kölner Stadterweiterung, Etatnotgesetz, Novelle zum Fürsorgegesetz. Politische Uebersicht. Der Kaiser reist nicht nach Braunschweig, es ist auch ein Besuch des Herzogs von Cumberland vorläusig nicht zu erwarten. Der Verzicht des Kaisers auf eine Fahrt nach Braunschweig wird laut„Voss. Ztg.“ zurückgeführt aus das Telegramm, das der Herzog von Cumberland an Frhr. v. ScheleSchelenburg, den Vorsitzenden des Direktoriums der deut,ch=hannoverschen Partei, gerichtet hat. Die Korfureise des Kaisers. Der Kaiser ist gestern abend nach Wien, Venedig und Korsu abgereist. Im Gesolge für Wien befinden sich u. a. die Chefs des Militär= und Marinekabinetts und als Vertreter des Auswärtigen Amtes Wirklicher Geheimer Rat von Treutler. Als Gast des Kaisers wird Fürst Fürstenberg an der Reise nach Korfu teilnehmen. Die Afrikafahrt des Kronprinzen steht in ihren Einzelheiten noch nicht endgültig fest. Vorbereitungen dafür werden getroffen. Der Kreuzer „Königsberg“ geht am 15. April von Kiel nach Ostafrika ab. In Kiel verlautet in Marinekreisen, daß der Kronprinz den Kreuzer„Königsberg“ für den Besuch der ostafrikanischne Kolonien benutzen wird. Prinz und Prinzessin Heinrich von Preußen tressen, wie aus Bucnos Aires gemeldet wird, am 29. März an Bord des Dampfers„Cap Trafalgar“ dort ein. Am 30. März stattet der Prinz dem Vizepräsidenten de la Plaza einen Besuch ab, der am gleichen Tage zu Ehren des Prinzen an Bord des Kreuzers„Buenos Aires“ ein Bankett gibt. Die Abreise des Prinzen und der Prinzessin nach Chile ist auf den 31. März festgesetzt. Die Regierung stellt einen Sonderzug zur Verfügung. Die Rückkehr nach Buenos Aires ist für den 7. Apvil geplant. Die deutsche Kolonie bereitet größere Festlichkeiten vor. Besuch des württembergischen Königspaares in München. Der König und die Königin von Württemberg trefsen am Montag zum offiziellen Besuch des bayerischen Königspaares in München ein. Auf dem Bahnhof findet großer Empfang durch das Königspaar und die Prinzen des Königlichen Hauses, sowie die Spitzen der Behörden statt. In der Residenz werden die Prinzessinnen zum Empfange anwesend sein. Das württembergische Königspaar nimmt im Königsbau der Residenz Wohnung. Am Montag wird ferner das württembergische Königspaar beim Kronprinz Rupprecht das Souper, am Dienstag bei dem württembergischen Gesandten v. Moser und dessen Gemahlin das Frühstück einnehmen. Am Dienstag mittag ist ein Besuch des Münchener Rathauses beabsichtigt. Außerdem ist für die Anwesenheit des Königspaares eine große Galatasel und Montag abend im Residenztheater eine Festvorstellung„Die Entführung aus dem Serail“ vorgesehen. Kein Scheitern der Reichsbesoldungs=Vorlage? Trotz des wenig günstigen Verlauses der bisherigen Kommissions=Verhandlungen hält man in den zuständigen Kreisen an der Hoffnung sest, daß in der Frage der Gehalts=Aufbesserung für Reichsbeamte ein Kompromiß zwischen der Regierung und den bürgerlichen Reichsparteien auf der Grundlage zustande kommt, daß die Gehalts=Erhöhungen sich auf die sogenannten gehobenen Unterbeamten beschränken. Bemühungen in dieser Richtung sind in Gange. Um die Sonntagsruhe. Die vielfach verbreitete Nachricht, daß zwischen der Reichsregierung und den Parteien des Reichstags ein Kompromiß über die Gestaltung der Vorlage zur Regelung der Sonntagsruhe im Handelsgewerke zustande gekommen sei, entbehrt der Begründung. Es haben noch gar beine Verhandlungen zwischen der Reichsregierung und den Parteiführern stattgefunden. Erst wenn die Beschüsse der zweiten Lesung vorliegen, wird man zu entscheiden haben, ob Verhandlungen über ein Kompromiß Aussicht auf Erfolg haben. Das Rennwett=Gesetz wird in der„Nordd. Allg Zta“ veröffentlicht. Das Regierungoblatt schreibt u. a. dazu:„Die üblen Wirkungen, welche die sogenannte Winkelbuchmacherei hervorgerufen hat, sind allgemein bekannt. Die Verluste bei verlorenen Wetten bringen zahlreiche Familien in Not und Bedrängnis und auch dort, wo nicht Vermögenszerüttung die Folge ist, führt die Versuchung, ohne Mühe Geld zu erhalten, zu Erscheinungen, die einem energischen Vorwärtsstreben abträglich sind.“ Zum Fall Poljakow. Im Reichstag hat der Abg. Korsch(Vp.) eine kurze Anfrage an den Reichskanzler wegen des Festhaltens des deutschen Freiballonführers Berliner in Rußland gerichtet.— Die Verhaftung des russischen Kapitäns Poljakow in Köln unter Diebstahlsverdacht ist zum Gegenstand erneuter Prüfung gemacht worden, ob Unvegelmäßigkeiten vorgekommen sind. Deutschfeindliche Ausschreitungen in Warschau— das deutsche Konsulat beschimpft! Wieder ein neuer Zwischenfall mit Rußland! In Warschau veranstalteten 60 Studenten der dortigen Hochschule, um gegen das gerichtliche Vorgehen der deutschen Gerichte gegen die Berliner Polenführer in Sachen der Krawalle in der St. Pauluskirche zu protestieren, lärmende Kundgebungen vor dem deutschen Konsulat. Sie schleuderten Steine durch die Fensterscheiben und bespritzten die Wände des Gebäudes mit Tinte. Alle Demonstranten wurden zwar festgestellt, doch waren sie in ihrem Treibm längere Zeit von der Polizei unbehelligt geblieben. Selbstverständlich wird Rußland für die Beschimpfung des deutschen Konsulats Abbitte zu leisten haben. Von großen Veränderungen in der Diplomatie, die auch einen Wechsel im Reichsamt des Auswärtigen bringen sollen, wird in einigen Blättern berichtet: Darnach wünscht der Staatssekretär des Auswärtigen v. Jagow nach seiner im Juni stattfindenden Vermählung wieder einen Botschafterposten, am liebsten den in Paris, zu übernehmen, falls Frhr. v. Schön in den Ruhestand treten sollte. Als Nachfolger des Herrn v. Jagow soll an erster Stelle der Botschafter in Konstantinopel, Freiherr v. Wangenheim, in Frage kommen. Die immer wieder auftauchenden Gerüchte vom baldigen Rücktritt des Reichskanzlers werden in einem halbamtlichen Berliner Telegramm der„Köln. Ztg.“ mit dem Bemerken zurückgewiesen, Herr v. BethmannHollweg hege keine Rücktrittsabsichten. Frankreich. Vor dem Nochette=Ausschuß der französischen Kammer erklärte der frühere Marineminister Monis, er habe seinerzeit im Gespräch mit dem Oberstaatsanwalt Fabre lediglich auf die gefährlichen Wirkungen hingewiesen, die in jenem Augenblick das Bekanntwerden der durch Rochettes Machenschaften angerichteten wirtschaftlichen Verwüstungen auf dem Geldmarkt hätte ausüben müssen. Der Oberstaatsanwalt habe ihm, dem Minister Monis, damals durchaus beigepflichtet. Er habe sich bei seiner Unterredung von Caillaux beeinflussen lassen, der ein Freund des Rochetteschen Anwalts Bernard war und die Einflüsse einer Verfolgung Rochettes auf dem Geldmarkt besser beurteilen konnte. Von dem Briese, den er in der Angelegenheit an Fabre gerichtet und den Barthou dem„Figaro" zugesteckt hatte, schwieg Monis. Herr Caillaux, der darauf vernommen wurde, besand sich in wesentlich unangenehmerer Lage und der Vorsitzende der Kommission, Jaures, ging mit ihm äußerst scharf ins Gericht. England. Für die irische Homerulebill hat die englische Regierung im Londoner Parlament eine starke Mehrheit, wie soeben die mit fast 100 Stimmen erfolgte Ablehnung eines von der Opposition beantragten Mißtrauensvotums gegen das Kabinett durch das Unterhaus zeigte. Anders liegen die Dinge im Ulsterlande, der nördlichsten Provinz Irlands. Die dortigen Protestanten sind zum äußersten entschlossen, um sich der Selbständigkeit Irlands und damit der Unterwersung unter die katholische Mehrheit des Landes zu widersetzen. Griechenland. Geiechenlands Flottenrüstung. In der Kammer erklärte der Marineminister, die Regierung habe das Schiffbauprogramm den Bedürfnissen und den Mitteln des vergrößerten Griechenlands entsprechend genehmigt. Die Flotte werde um drei Großkampfschisse mit Einschluß der auf der Vulkanwerst im Bau begriffenen Einheit, drei Panzerkreuzer und einer entsprechenden Zahl kleinerer Einheiten vermehrt. Auf Grund dieses von dem griechischen Generalstabe und der englischen Marineabordnung gebilligten Programms seien Bestellungen in Auftrag gegeben worden, über die genaue Einzelheiten bekannt zu geben die Regierung nicht für angezeigt halte. Die Regierung könne die Versicherung geben, daß sie die Bedürfnisse des Landes vollkommen würdige, vor keinem Opser zurückschrecke und fest entschlossen sei, die durch die technische Ueberlegenheit und den unvergänglichen selbstlosen Mut der Offiziere und der Mannschaften unter Führung des Admirals Koundionitis errungene Oberherrschaft zur See zu jeder Zeit zu sichern. Mexiko. Huertas Verhandlungen mit Wilson. Huerta hat den Minister des Auswärtigen, Portillo y Rojas, beauftragt, die im August abgebrochenen Unterhandlungen mit Wilsons Spezialgesandten John Lind in Veracruz wieder aufzunehmen. Der wachsende Ernst der Situation, und zwar mehr in finanzieller als in militärischer Hinsicht, scheint Huerta zu diesem Schritt gezwungen zu haben. Huerta empsing im Regierungspalast in Mexiko sechzig reiche Plantagenbesitzer, und forderte sie auf, ihm sinanziellen Beistand zu leisten.— Großbritannien wird gemäß den Vereinbarungen zwischen Bryan und dem britischen Botschafter erforderlichenfalls bei den Führern der Ausständischen in Chihuahna durch den dortigen briti,chen Vizekonsul, Kapitän Scobell, Vorstellungen erheben, oder wenn sich in Ciudad oder Juarez ein Zwischenfall ereignen sollte, durch den britischen Konsul in El Paso. Dort, wo Großbritannien nicht vertreten ist, sind die amerikanischen Konsuln angewiesen, zu intervenieren. Japan. Der Kampf um das japanische Flottenbudget. Die gemeinsame Konserenz von Vertretern der beiden Landtagshäuser Japans lehnte den Antrag des Oberhauses, der den Marine=Etat um sieben Millionen Pfund Sterling zu kürzen vorschlug, ab. Die entscheidende Stimme gab der durch das Los bestimmte Vorsitzende, zufällig ein Oberhausmitglied, ab. Australien. Australische Absage an Churchill. Der australische Bundesverteidigungsminister Millen erklärte, durch die Rede, die der englische Marineminister Churchill im Unterhause hielt, würden die Beschlüsse der drei Reichs=Marinekonserenzen über den Haufen geworsen. Er halte die Vorschläge Churchills hinsichtlich der Verwendung einer Anzahl kolonialer Kriegsschiffe zur Bildung eines Reichsgeschwaders und zur Verstärkung der Flotte in englischen Gewässern für Australien für unannehmbar. sprache auf die Lage in Ulster Bezug und sagte, sie sei das ernsteste Problem, das seit den Tagen der Stuarts ausgetaucht sei. Die repräsentative Verfassung stehe auf dem Spiel. Falls die Liberalen jetzt zurückwichen, würden sie nicht mehr geeignet sein, ein großes Reich zu regieren. Er bezweifle, daß die Mehrheit der Unionisten eine Verständigung in der irischen Frage wünsche. Aus Stadt und Umgebung * Schwerte, 23. März. **(Steuerzettel und Sparkassenbuch.) Nachdem an Gerichtsstätte entschieden worden ist, daß die Gemeinden ihre Steuerforderungen gegen Sparkassenguthaben der Steuerschuldner aufrechnen können, dürste eine derartige Verrechnung bald gar nicht so selten werden. Sie hat in der Tat bestimmte Vorteile für den, der sich kein Bankkonto eingerichtet hat und größere Beträge nicht gern im Hause zinslos liegen haben will. **(Kreisausschuß.) In der letzten Sitzung stand auch eine Klage des Armenverbandes Schwerte gegen den Arbeiter Wilhelm Hahne zur Verhandlung, der sich der Unterhaltungspflicht für seinen Sohn entzieht. Der Sohn ist in Lippstadt Ein Erlaß des Zaren. In einer ganz ungewöhnlichen öfsentlichen Kundgebung an den Minsterpräsidenten Goremykin spricht der Zar seine Ueberzeugung aus, daß der neue Ministerpräsident dank seiner staatsmännischen Erjahrung, Kaifertreue und Festigkeit eine wahrhaste Einigung der Regierung und eine Besserung der Verhältnisse des russischen Landes herbeiführen werde. Die weitere Festigkeit der Staats= und Gesellschaftsordnung müsse die allererste Sorge der Regierung bilden. Nur Ordnung und Achtung vor dem Eesetz könnten die Bedingungen schaffen, unter denen die gesetzgebende Arbeit fruchtbringend sein werde, die einzig und allein das Wohl Rußlands im Auge haben müsse. Weder Willkür noch Nachgiebigkeit noch persönliche Erwägungen dürsten das große Bildnis des russischen Staates verdunkeln. Das Wohl Rußlands dürfe völlig fremden, grundlosen Bestrebungen(damit könnte die panflawistische Bewegung gemeint sein) nicht zum Opfer gebracht werden. Die Liebe zum Vaterlande wird alle seine treuen Söhne in einmütiger und erfolgreicher Arbeit vereinigen, und zwischen der Regierung und den maßgebenden Institutionen der Duma und des Reichsrats soll ein solches Einvernehmen eintreten, wie es zum Wohle Rußlands und der weideren Ausdehnung seiner Macht notwendig und ein Unterpfand ist für den Ansang der vollen Blüte seiner Weltbedeutung. Die drohende Revolution in Irland. Vorsichtsmaßnahmen der Regierung. General Paget, Oberbesehlshaber der Truppen in Irland, ist in Curragh eingetrossen. Zwischen den Offizieren, die um ihre Entlassung nachgesucht haben, und den Militärbehörden sind Verhandlungen im Gange. Eine gestern nachmittag ausgegebene amtliche Erklärung besagt, daß die Truppenbewegungen in Ulster nur Vorsichtsmaßnahmen darstellen, um das Eigentum der Monarchie zu schützen. Es wurde erklärt, daß die Aldershott, London and Sout=Western=Bahn Weisungen erhalten habe, Züge bereit zu halten, um 10000 Mann nach Glasgow und anderen Häfen zu befördern, von wo sie nach Irland eingeschiift werden können. Eine Ansprache Lloyd Georges.„ Der König hat den Feldmarschall Sir John Frauch zu einer Audienz besohlen. Schatzkanzler Lloyd Seorgo nahm in Huddersfiold in einer Anfür monatlich 14 Mark untergebracht. H. entschuldigte sich damit, daß seine Frau ihn böswillig verlassen habe, und er nicht imstande sei, regelrecht zu arbeiten, weil er krank sei. Dem Beklagten war aufgegeben, vom Armenarzt über seinen Gesundheitszustand ein Attest beizubringen, dies hat er versäumt. Der Kreisausschuß entschied, daß der Ortsarmenverband Schwerte berechtigt sei, Hahne in eine Arbeitsanstalt unterzubringen. (Die westfälische Provinzialversicherung.) Der 55. Westfälische Provinzial=Landtag hat in seiner Schlußsitzung vom 14. März 1914 bekanntlich zwei bedeutsame Beschlüsse gesaßt, indem er die Errichtung eines Pfandbriesamtes für Hausgrundstücke und einer Provinzial=Lebensversicherungsanstalt genehmigte. Die beiden Anstalten sollen zwar selbstständig voneinander sein, aber beide an die Landesbank der Provinz Westfalen angegliedert werden. Sie stehen insosern im Zusammenhang, als die Lebensversicherung dazu benutzt werden soll, um eine Entschuldung des Haus= und Grundbesitzes herbeizuführen. Solange wie die eigene anstalt nicht errichtet ist— es muß zunächst die Allerhöchste Genehmigung eingeholt werden— führt der Verband der öffentlichen Lebensversicherungen in Berlin die Geschäfte der öffentlichen Lebensversicherungsanstalt in Westfalen in der bisherigen Weise weiter. Die Leitung der Geschäfte ist Landesbankdirektor Krönig übertragen. **(Bestandenes Examen.) Am LehrerinnenSeminar zu Hagen bestand u. a. Frl. Emma Lehmkuhl, Tochter des Herrn Rektor L. von hier, die Abgangsprüfung. **(Eine bessere Ausbildung des Eisenbahnper= sonals im Samariterdienst) strebt eine Verfügung an, die kürzlich die Eisenbahndirektionen in Essen erlassen hat. Die Dienststellenvorsteher haben ihr Augenmerk auf einen geeigneten Nachwuchs von ausgebildeten Leuten zu richten. Es ist besonders darauf Bedacht zu nehmen, daß möglichst unter jedem Zugpersonal außer dem Zugführer noch ein in der ersten Hilfe Ausgebildeter sich befindet. Die Zugführer werden zugleich veranlaßt, ihr Personal in der ersten Hilfe soweit zu fördern, daß es Verblutungen auf jeden Fall verhindern kann. **(Die Hunde=Ausstellung,) welche der hiesige Verein der Hundefreunde gestern im „Reiche des Wassers“ veranstaltet hatte, gestaltete sich zu einem sportlichen Ereignis ersten Ranges. Weit über 200 Hunde, vom kleinsten Schoßhund bis zur größten Dogge und Bernhardiner waren zur Schau gestellt, darunter edelste und wertvollste Rassetiere, welche das Entzücken jeden Kenners hervorriesen und die bereits auf zahlreichen Ausstellungen mit ersten Preisen bedacht worden waren. Eine besondere Abteilung für sich bildete die PudelSchau; eine größere Anzahl dieser possierlichen Tiere waren in hübsch dekovierten Boxen untergebracht. Berechtigtes Aufsehen erregte auch der überaus reich ausgestattete Ehrengaben=Tempel, der in seiner Reichhaltigkeit wohl kaum von einer anderen Ausstellung übertroffen werden kann, und der von dem großen Interesse unserer Bürgerschaft an den Bestrebungen des Vereins beredtes Zeugnis ablegt.— Die Ausstellung selbst, die sich den ganzen Tag über eines sehr regen Besuches zu erfreuen hatte, wurde gegen 9 Uhr morgens von dem Protektor derselben, Herrn Landrat Dr. Luckhaus, eröffnet. Gegen 1 Uhr vereinten sich mit den Vereinsmitgliedern und Preisrichtern zahlreiche Aussteller und sonstige Gäste zum festlichen Mahle, bei welcher Gelegenheit sich Küche und Keller des Herrn Jockenhöfer aufs beste bewährten. Abends 6 Uhr wurde die Ausstellung geschlossen.— Aus unserm Leserkeise wurden, wie uns die Ausstellungsleitung mitteilt, folgende Aussteller mit Preisen bedacht: Fr. Hagemann(langh. Dachshund), L. Müller(Pudel), W. Balster(Rottweiler), Niederhoff(langh. Dachshund), Sprave (langh. Dachshund), Koch(Zwergspitz), Köster (Schäserhund), Saure(Schäferhund), Schriewer (Dobermann), Böcker(Spitz), Schnell(Boxer). *(Schützenbund.) Unter dem Vorsitz des Herrn Schneider fand gestern im Kordeckschen Lokal eine General=Versammlung des Schützenbundes statt. Nach Aufnahme verschiedener neuer Mitglieder wurde beschlossen, im Sommer einen Schützentag zu veranstalten. Dann wurde die Neuwahl von drei Stabsoffizieren getätigt; Oberst Steinweg wurde zum Generalmajor, Hauptmann Elleringmann zum Obersten und Oberleutnant Falke zum Major gewählt; die bisherigen Inhaber dieser Chargen hatten wegen Krankheit und vorgerückten Alters ihre Posten niedergelegt. Den geschäftlichen Verhandlungen schloß sich eine feucht=fröhliche Nachsitzung an. **(Kontrollversammlungen.) Anläßlich der bevorstehenden Kontrollversammlungen der Reservisten und Landwehrleute werden von der Militärbehörde zum Teil neue verschärste Bestimmungen bekannt gemacht. Nicht nur das Zuspätkommen zu den Kontrollversammlungen, sondern auch das Erscheinen zu einer anderen als der besohlenen Kontrollversammlung wird bestraft. Unentschuldigtes Fernbleiben hat unter Umständen fortan gerichtliche Bestrasung sowie Zurückversetzung in die nächstjüngere Jahresklasse zur Folge, was wiederum ein längeres Verbleiben in der Kontrollverpflichtung nach sich zieht. Die zu den Kontrollrersammlungen einberusenen Mannschaften gehören während des ganzen Tages der Gestellung— so wird ausdrücklich, und zwar jedenfalls infolge des bekannten Ersurter Urteils, ausgeführt— zum aktiven Heere und unterstehen den Militärgesetzen. Die Kriegervereinsabzeichen dürfen zu den Kontrollversammlungen angelegt werden. *e(Gesellen= Prüsung.) Die Schlosserlehrlinge Erich Wimmershoff und Otto Schnell haben vor dem Prüfungsausschuß der HandwerkerInnung zu Hörde die Gesellenprüfung mit bestem Erfolge bestanden; ersterer war in der Werkstatt der Gebr. Rahlenbeck, letzterer beim Schlossermeister Lötters ausgebildet worden. ** Westhofen, 21. März.(Amtsvertre tung) In der letzten Sitzung der Amtsvertretung wurde u. a. folgendes beschlossen: Als Vertreter des Sparkassen=Garantieverbandes für den westsälischen Industriebezirk wählte man Bürgermeister Nohrmann(Schwerte) und als Stellvertreter Amtmann von Daniels. Im weiteren kam eine schon seit langen Jahren schwebende Angelegenheit zur Erledigung. Es handelt sich um den Antrag der Stadt Schwerte auf anderweitige Verteilung der Zinsüberschüsse der Sparkasse. Bisher wurden die Zinsüber,chüsse auf beide Garantieverbände Stadt Schwerte und Amt Westhofen je zur Hälfte verteilt. Mit Rücksicht auf die industrielle Entwicklung der Stadt Schwerte glaubt diese eine andere Verteilung der Sparkassenüberschüsse beanspruchen zu können, wovon jedoch das Amt Westhosen nichts wissen wollte. Trotz der langen Verhandlungen zwischen Schwerte und Westhofen war eine Einigung nicht zu erzielen, bis schließlich in der letzten Amtssitzung eine solche dahin zustande kam, daß vom 1. Januar d. J. ab die Verteilung der Ueberschüsse zur einen Hälste wie bisher, und zur anderen Hälfte nach dem der Gemeindebesteuerung zu Grunde biegenden Steuersoll erfolgen soll. Die Sparkassenkommission hat dieser Verteilung zugestimmt, so daß auch die Amtsvertretung Bedenken nicht zu erheben hatte. Für die Errichtung eines Bismarck=National=Denkmals auf der Elisenhöhe bei Bingen bewilligte die Vertretung einen einmaligen Beitrag von 50 Mark. —— Zur Dampfer=Katastrophe in h Venedig, 21. März. Auf Grund der vom Magistrat bei den verschiedenen Schiffen, die bei den Rettungsarbeiten mitgewirkt haben, und in den Krankenhäusern durchgeführten Untersuchungen wurde festgestellt, daß sich unter den Geretteten auch echs Matrosen vom deutschen Kreuzer„Göben" befinden. Unter den geborgenen Todesopsern befinden sich vier, deren Personalien noch nicht festgestellt werden konnten. Heute wurden in der Lagune die Nachforschungen fortgesetzt, um etwa von der Strömung fortgespülte Leichen zu finden. Die Zahl der Ertrunkenen wird immer noch verschieden angegeben, und es ist sraglich, ob die genaue Zahl der Todesopfer jemals genau wird festgestellt werden können. Nach einer Version sollen es im gunzen 69 sein. Die gesamte Mannschaft des untergegangenen Passagier= dampfers mitsamt dem Kapitän hat sich, wie jetzt feststeht, retten können. Das Zusammentreffen mit Kaiser Wilhelm, das, wie offiziell versichert wird, politischer Natur ist, wird voraussichtlich an Bord der„Hohenzollern“ stattfinden. Alle weiteren Empsangsfeierlichkeiten für den am Sonntag in Venedig eintressenden König werden auf dessen Besehl unterbleiben. Ueberführung der Leichen. ; Venedig, 21. März. Die Leichen der bei dem Schiffsunglück umgekommenen Personen wurden heute nacht ins Hospital gebracht. Die Beisetzung wird Montag erfolgen. Die ganze Nacht hindurch strömten Familienangehörige der Verunglückten zum Krankenhaus. Gedächtnissitzung. Venedig, 21. März. Der Stadtrat hat gestern nachmittag eine Gedächtnissitzung für die Opfer des Dampferunglücks abgehalten. Bürgermeister Grimani gedachte ihrer in bewegten Worten. Er pries in warmen Worten die heldenhaften Rettungstaten, besonders auch die der Angehörigen der deutschen und der italienischen Marine. Es wurde beschlossen, die Trauerseier am Montag abzuhalten, die Seelenmesse in der Kirche Santi Giovannie Paolo und das Begräbnis auf dem städtischen Friedhose, wo eine Grdächtnisanlage geschaffen werden soll. Zum Pariser Drama. Die Vernehmung der Frau Caillaux. Frau Caillaux wurde Samstag nachmittag vom Untersuchungsrichter Boueard im Justizpalast vernommen. Sie erklärte u. a, daß sie an der össentlichen Tätigkeit ihres Gatten stets den innigsten Anteil gehabt hätte. Vor zwei Jahren habe man gegen ihn eine abscheuliche Fehde geführt. Er sei aus jedem Anlaß angegriffen worden, ganz besonders wegen der Abtretung eines Teiles des Kongogebietes. Man habe ihn angeklagt, daß er diesen an Deutschland verkauft habe. Sie sei durch alle diese Verleumdungen aufs tiesste erregt worden. Einen besonders heftigen Charakter hätten die Angrisse seit der Bildung des Kabinetts Doumergue angenommen. Sie habee immer mehr und mehr gemerkt, daß man ihr gegenüber eine seindselige Haltung beobachte. Zum Beispiel, wenn sie in einen Salon eingetreten sei. Das habe sie angesichts der unbestreitbaren Redlichkeit ihres Gatten aufs tiessie empört. In Advokatenkreisen wird erzählt, daß Frau Caillaux nunmehr in einer Zelle der Concier= gerie des Justizpalastes in Haft gelassen werden solle, da man vermeiden wolle, daß sie auf dem Wege vom St. Lazare=Gefängnis nach dem Justizpalast feindseligen Kundgebungen ausgesetzt werde. Nach dem Leichenbegängnis Calmettes entstanden Raufereien, die einen recht ernsten Charakter hatten. Ein Polizist, der sich bedroht glaubte, schoß einen Nevolver ab und verwundete einen der Manisestanten schwer am Unterleib. Es heißt, daß der Verletzte ein Advokat namens D'Autemont sei. Zweimal entstanden Schlägereien, da einige Leute Ruse gegen Caillaux ausstießen. Ein Mann, der für Caillaur eintrat, wurde durch Stockhiebe verletzt. Die Polizei zerstreute die Streikenden und verhaftete mehrere, darunter den Königshausierer Pujo. Trotz des starken polizeilichen Aufgebotes gelang es einer starken Gruppe von Camelois du roi, sich in geschlossenem Zuge nach dem St. LazareGesängnis zu begeben, wo Frau Caillaux in Haft ist. Die Zugänge zum Gefängnis wurden in aller Eile von der republikanischen Garde versperrt. —— Ein Bubenstreich am Reichstagsgebäude Noch sind die ruchlosen Täter, die das Kaiser Friedrich=Denkmal in Charlottenburg mit roter Farbe beschmierten, nicht entdeckt, und schon ist ein ähnlicher Bubenstreich verübt worden. Drei Seiten des Reichstagsgebäudes wurden ebenfalls mit ätzender Anilinfarbe beschmiert, namentlich die Fassade, die nach dem Bismarckdenkmal zu liegt. Aber auch am Reichstagsuser und in der Sommerstraße haben die Frevler das Gebäude mit Farbe beschmiert. Sollten die Frevler gesaßt werden, so müssen sie auf das allerstrengste bestraft werden. Solchen Subjekten gegenüber ist die schärfste Strafe gut genug. In welchen Reihen sie zu suchen sind, darüber dürfte wohl kein Zweifel walten. Oder wird die Sozialdemokratie angesichts dieses neuen Bubenstückes wiederum die dreiste Behauptung aufstellen, sei eine Tat von sozialdemokratenseindlichen Spthein? Bunie Chronik Schweres Schiffs=Unglück in der Nordsee. In der Nordsee überrannte der Lloyddampser„Kaiser Wilhelm der Große“ einen vorläufig noch unbekannten Dreimaster, der alsbald sank. Das Unglück ereigntte sich bei dichtem Nebel und obwohl der Dampser unter allen Vorsichtsmaßregeln und unter Beobachtung ständiger Signale gefahren war. Der Auswandeverdampfer ließ auch nach dem Zusammenstoß sosort Boote zu Wasser, die die Unfallstelle nach der Mannschaft des anzerannten Fahrzeuges absuchen sollten; in dreistündigem Suchen wurde von den Schifsbrüchigen jedoch nichts entdeckt. Der Dampfer setzte dann seine Fahrt fort. )( Ein merkwürdiger Vorfall ereignete sich in der Prinzenstraße in Berlin. Als ein Passant dort einen Brief in einen Briefkasten werfen wollte, erhielt er einen so starken elektrischen Schlag, daß er bis auf den Fahrdamm zurückprallte. Alle weiteren Versuche, den Brief einzustecken, erlitten ebenso Fiasko. Auch ein strammer Fox, der im Schatten der Hausmauer sich erging, sprang plötzlich schmerzgepeinigt von dannen. Natürlich hatte sich in der Umgebung des mysteriösen Hauses bald eine zahlreiche Menschenmenge eingefunden, die den Ereignissen mit Spannung entgegensah. Bald erschien eine Schar von Schutzleuten, die mit dem nötigen Eiser den verdächtigen Briefkasten in weitem Umkreis absperrte. Eine Untersuchung ergab dann, daß eine Kabelleitung der auf dem Dach des Haufeo bejindlichen elektrischen Reklame= Uhr defekt geworden war, so daß sich der Strom den eisernen Fenstersimsen, den Kellergittern und dem Brieskasten mitgeteilt hatte. —— Letzte Drahtmeldungen. Die Hineichtung des Giftmörders Hopf. Frankfurt a. M., 23. März. Das Todesurteil gegen den Giftmörder Hopf ist, nachdem der Kaiser die Begnadigung abgelehnt hat, heute früh 7 Uhr vollstreckt worden. Hopf ist für schuldig besunden worden, seine erste Frau vergiftet und gegen seine zweite und deitte Frau einen Giftmordversuch * Montag, 23. März 1914. Nr. 69. Beilage. Englische Sorgen. Unsere Vettern jenseits des Kanals scheinen vor einer ungemein schweren inneren Krisis zu stehen, und die Ursache trägt die leidige Homerule=Frage, deren endgültige Lösung jetzt erfolgen sollte. Augenblicklich stehen die Dinge auf des Messers Schneide, und man befürchtet, daß kaum eine Wendung zum Guten erfolgen wird, daß vielmehr schwere Verwicklungen vor der Tür stehen. Die Ulsterleute wollen sich nicht zufrieden geben, sie weisen die Vorschläge des Premierministers Asquith, die dieser als das äußerste Zugeständnis bezeichnet hat, schroff zurück, und im Unterhause hat es darüber am Donnerstag richt lebhafte Auseinandersetzungen gegeben. Die Regierung hat zwar ein Vertrauensvotum erhalten, die Mehrheit beträgt aber nur 90 Stimmen, 345 Regierungsanhänger standen der Opposition von 252 gegenüber, und für die Stimmung bezeichnend ist der Umstand, daß sämtliche Mitglieder der Opposition sich von ihren Sitzen erhoben und in begeisterte Hochrufe ausbrachen, als der Führer der Ulsterleute, Sir Carsan, sich erhob und das Haus verließ, um sich nach Belsast zu begeben. Die Aufregung, die allgemein Platz gegrifsen hat, zeitigt die tollsten Gerüchte, wie man beispielsweise behauptet, daß Carson und andere Führer der irischen Opposition verhastet worden seien. Man befürchtet in London das schlimmste, denn die Geschichte Irlands ist mehr wie einmal mit Blut geschrieben, und an Aufständen hat es nicht gefehlt. Manche Anzeichen sprechen denn jetzt auch dafür, daß die Bewohner von Nord= Irland vor einer Rebellion eventuell nicht zurückschrecken würden, i#denfalls herrscht unter ihnen eine lebhafte Agitation, und wie es heißt, sollen Tausende von Freiwilligen mit Wafsen versehen sein, um gegebenenfalls sich zu vereinigen und loszuschlagen. Daß man den Inen das zutraut, geht daraus hervor, daß die militärischen Wachen verdoppelt worden sind und daß man in Londonderry die Marinereservisten für alle Fälle für die nächste Woche einberusen hat. Auch die Reise Carsons und mehrerer anderer irischer Unionistenführer nach Belfast beleuchtet die Situation, denn es ist nicht anzunehmen, daß sie in die Heimat gefahren sind, um abzuwiegeln; die größte Wahrscheinlichkeit spricht dafür, daß sie, die Bewegung weiter anstacheln wollen, in der Hoffnung, dadurch die Regierung schließlich doch zur Nachgiebigkeit zu veranlassen. Man kennt aber die Iren, und bei deren Gesinnung wäre es keineswegs ausgeschlossen, daß sie sich nicht mehr zurückhalten lassen und Ausschreitungen begehen, die einen Bürgerkrieg heraufbeschwören könnten. Asquith hatte noch am Donnerstag eine längere Audienz beim Könige im Buckingham=Palast, und es steht außer Frage, daß diese der Ulsteraffäre und den eventuell zu ergreifenden strengen Maßnahmen gegolten hat. Ob es noch gelingen wird, vermittelnd einzugreisen, steht dahin, die Aussichten sind im Hinblick auf die ganze Situation nur geringe, man hat daher in England augenblicklich allen Grund, mit großer Besorgnis in die Zukunft zu sehen. — Westfalen und Rheinland. * Letmathe, 21. März.(Todessturz.) Von einem tödlichen Unglücksfall wurde gestern nachmittag der Dackdeckergehilfe Hartloh betroffen. Der mit dem Aussugen an einem hohen Schornstein der Rheinisch=Westfälischen Kalkwerke beschäftigte H. stürzte, wahrscheinlich infolge Betäubung durch ausströmende Gase, aus beträchtlicher Höhe ab und blieb auf der Stelle tot. Schwötter=Heilung. Amtliches Kreisdlatt. * Menden, 20. März.(Wegen Diebstahls und schwerer Urkundensälschung) hatte sich der bisher noch unbescholtene Tischler Johann Dewack aus Berlin vor der Hagener Strafkammer zu verantworten. Der Angeklagte arbeitete im vorigen Jahre in Menden, und als er eines Tages aus dem Krankenhause entlassen wurde, weigerte sich sein Meister, ihn wieder aufzunehmen. Der junge Mann geriet in Not und konnte der Versuchung, seinem Logiskollegen ein Sparkassenbuch über 10 Mark zu entwenden, nicht wiederstehen. Er hob 8 Mark auf der hiesigen Sparkasse ab und sälschte die Quittung. Das Gericht erkannte auf drei Wochen Gesängnis, welche Strafe durch die Untersuchungshaft als verbüßt erachtet wurde. * R e c k l i n g h a u s e n, 2 1. M ä r z.( D i e a l t e G e schichte) Der Postschaffner Upmann im südlichen Stadtteil auf der Marienstraße wohnend, wollte sei nen Revolver reinigen. Plötzlich entlud sich die Waffe und die Kugel drang ihm in den Kopf. Schwerverletzt mußte er dem Krankenhause überwiesen werden, wo er nach wenigen Stunden starb. * Hamborn, 21. März.(Verseuchtes Leitungswasser.) Bei der amtlichen Untersuchung des Leitungswassers von Hamborn ist in deen letzten Tagen wiederholt das Vorhandensein von bacterium coli(Typhuserreger) festgestellt worden. Die Verseuchung ist vermutlich auf das zurzeit herrschende Hochwasser zurückzuführen. * Mülheim(Ruhr), 20. März.(Einjähr.= Freiw. Metzgergeselle.) Der Fleischergeselle Herm. Barthe von hier erwarb auf Grund hervorragender Leistungen im Fleischergewerbe die Berechtigung zum Einjährig= Freiwilligen Militär= dienst. * Duisburg, 20. März.(Hinrichtung.) Der Bergmann Peter Nowak aus Marl bei Recklinghausen, der wegen Mordes, begangen im Grafenbusch bei Oberhausen an seiner Echefrau, zum Tode verurteilt worden war, ist heute früh auf dem Hose des hiesigen Gerichtsgefängnisses hingerichtet worden. Velbert, 21. März.(Loichenfund.) In dem Walde an der Wülfrather Straße wurde unter dem Laube eine Leiche gefunden, die nur noch ein Skelett war. Nach den Feststellungen handelt es sich um den 60 Jahre alten Invaliden Vogel, der sich vor neun Monaten von seiner an der Heidestraße hier wohnenden Familie entfernte. Alle Nachforschungen blieben damals erfolglos. * Düsseldorf, 20. März.(Zündholzschmuggel.) Schon seit Jahren findet aus Holland ein umsangreicher Zündholzschmuggel über die deutsche Grenze statt. Der Schmuggel ist äußerst lohnend. da der Grenzzoll für je 1000 Schachteln Zündhölzer 15 Mark beträgt. Vielsach sind es Rheinschiffer, welche die geschmuggelte Ware über die Grenze befördern und in den Rheinhäfen an bekannte Personen absetzen. Im verflossenen Jahre wurde der hiesigen Zollbehörde durch eine anonyme Anzeige von einem solchen größeren Schmuggel Kenntnis gegeben. Ein Vorarbeiter Börscheid hatte 27·000 Schachteln geschmuggelter Zündhölzer von dem Heizer eines Rheinschisses gekauft, bei dem Geschäftsmann Hans Göden waren 9500, bei dem Wirt August Winter 1000 Schachteln Zündhölzer beschlagnahmt werden. Gegen die drei Personen waren Strasbescheide der Zollbehörde ergangen; Göden und Winter hatten dagagen richterliche Entscheidung beantragt. Sie waren beide vom Schössengericht freigesprochen worden, da dieses ihrer Behauptung Glauben schenkte, sie hätten nicht annehmen können, daß eine Hinterziehung der Zünd. arensteuer stattgesunden habe. Die vom Amtsanwalte angerufene Strafkammer gelangte jedoch zu der Auffassung, daß bei dem für die Zündhölzer gezahlten Preise die Beschuldigten wohl auf Schmuggelwaren hätten schließen können. Sie verurteilte deshalb den Göden zu 470 Mark, den Winter zu 70 Mark Geldstrase. * Neuß, 20. März.(Wiederherstellung der Münsterkirche). Das Mauerwerk des ausgebrannten Westturmes wird einer eingehenden Untersuchung unterzogen und dann die Entscheidung getroffen, was erneuert werden soll. Vorerst wird der Turm mit einer Verankerung versehen. Ueber dem Turme wird zunächst ein Notdach errichtet werden. Der Westteil der Kirche wird durch einen Bretterverschlag abgeteilt. Man glaubt daß am Passionssonntag der Gottesdienst im Münster wieder abgehalten werden kann. * Mülheim(Rhein), 21. März.(Eine chlimme Suppe eingebrockt) haben sich hier mehrere junge Burschen, die von der Musterung einen Zug durch die Straßen machten. Als sie während ihres Lärmens von einem Schutzmann zur Ruhe ermahnt wurden, fielen sie gemeinschaftlich über den Hüter der Ordnung her und mißhandelten ihn. Auch das Publikum nahm gegen den Beamten Stellung. Erst nachdem auf die Signalpfiffe des Beamten mehrere andere Schutzleute herbeieilten, flohen die Uebeltäter. Die„heldenmütigen Vaterlandsrerteidiger“ konnten aber noch im Laufe des Tages ermittelt werden. Die Sache dürfte für diese demnächst vor dem Kriegsgericht ein übles Nachviel haben. * Köln, 20. März.(Mordanschlag.) Die Haushälterin eines Zahntechnikers auf der Hohepforte hatte in dessen Geschäft 3000 Mark eingelegt. Da die Haushälterin in der letzten Zeit ihre Gunst einem anderen Manne zuwandte, sagte sich der Jahntechniker von ihr los. Heute ging nun die Haushälterin in die Wohnung des Zahntechnikers und schoß nach kurzem Wortwechsel diesem drei Kugeln in die Brust, nachdem sie ihm vorher eine Flasche Schweselsäure ins Gesicht geschleudert hatte. Der Zahntechniker ist lebensgefährlich verletzt. Die Täterin wurde verhaftet. * Köln, 21. März.(Verbrannt.) In Knappsack auf der Grube Vereinigte Völle verunglückte der Arbeiter Ludwig Vieren durch eine aus dem Osen schlagende Stichflamme. Er erlitt so schwere Brandwunden, die seinen Tod zur Folge hatten. * Köln, 21. März.(Halb totgeschlagen) wurde auf der Chaussee Köln—Bocklemünd ein 40jähriger Italiener. Der Mann wurde von mehreren Männern überfallen und in unmenschlicher Weise mißhandelt. Man brachte ihn in schwer verletztem Zustande in das Franziskushospital in Köln=Ehrenfeld. Dort liegt er noch völlig bewußtlos darniever. Sein Zustand ist fast hoffnungslos. K Gebildete Parlamentarier. Ein Schimpfdialog in der hessischen Kammer. In der Zweiten hessischen Kammer kam es bei der Budgetberatung zu einer erregten Auseinander“ setzung zwischen dim Staatsrat Süfsert und dem sozialdemokratischen Abgeordneten Dr. Fulda. Staatsvat Süffert suchte das Verbot des Ministeriums zu rechtfertigen, das den Lehrern untersagt, Vorträge in dem sozialdemokratischen Gewerkschaftshause in Darmstadt zu halten. Dr. Fulda bezeichnete dieses Verbot als den Aussluß eines engherzigen Kriegervereinsgeistes, worauf Staatsrat 4f1— rischer Geist herrscht. Dr. Fulda: Feldwebelgeist! Staatsrat Süffert: Sie haben es ja nur bis zum Gefreiten gebracht. Dr. Fulda: Sie sind ein trauviger Sommerleutnant gewesen. Der Präsident rief Dr. Fulda zur Ordnung. Staatsrat Süssert: Was Sie sagen, Herr Dr. Fulda, reicht nicht einmal an meine Stiefelspitzen heran. Ein anderer Sozialdemokrat rief dazwischen: Das ist die Bildung der Regierung! worauf Dr. Fulda den Zwischenruf machte: Unverschämter Staatsrat! Der Präsident rief ihn abermals zur Ordnung. Staatsrat Süffert: In diesem Zuruf kann man eine Probe der sozialdemokratischen Bildungsbestrebungen erkennen. Zuruf links: Ihre Provokation hat das verschuldet. Der Sozialdemokrat Ulrich rief: Herr Präsident, ich muß um Schutz bitten gegenüber den Beleididungen des Staatsrats. Staatsrat Süffert: Ich din beleidigt worden. Abg. Ulrich: Sie beleidigen mit dem Ausdruck, daß an Ihre Stiefelspitzen niemand heranreicht. Der Präsident Köhler ersucht um Mäßigung, da diese Szene dem Ansehen des Parlaments nicht dienlich erscheine. Wenn die Zwischenrufe nicht unterblieben, sehe er sich genötigt, die Sitzung zu schließen. Bunte Chronik. 1( Die Sturmflut=Verwüstungen im Küstengebiet des Asowschen Meires stellen sich jetzt, nachdem zuverlässige Meldungen vorliegen, als weit schlimmer heraus, als anfänglich angenommen wurde. Die Zahl der Toten beträgt mindestens 2000, nach anderen Angaben 3000. Das Meer spülte Hundorte von Leichen ans Ufer. Die Ueberschwemmung des von einer Springflut zurückgedrängten Don war so groß, daß ein großer Flußdampfer über das Ufer getrieben wurde und in einem Bauerngehöft liegen blieb. ( Verhaftung der polnischen Aufrührer in Berlin. Wegen Störung des Gottesdienstes, Beschimpsung von Ceistlichen, Haussriedensbruchs und Aufruhrs wurden in Berlin die Hauptkrakehler bei dem Polen=Aufruhr in der St. Paulus=Kirche, der Damen=Schneider Katzmarek und der Malermeister Slomski, festgenommen. )( Der Zwischenfall in Luxemburg, veranlaßt dadurch, daß halbwüchsige Burschen hinter mehreren zu Hofe geladenen deutschen Offizieren„Wacker", „Zabern",„Prussiens" usw. herschrien, ist nicht so tragisch zu nehmen. Die Luxrmburgische Bevölkerung ist als ruhig bekannt, wenn sie auch lange Zeit das schöne Lied sang:„Mer wolle keene Preuße sien. Die Pöbelei der jungen Burschen wird von der Bevölkerung einmütig verurteilt. )( Der Vesuvforscher Mercalli verunglückt. Der Direktor des Vesuv=Observatoriums Prof. Mercalli hat in tragischer Weise den Tod gefunden. Seine kleine Petroleumlampe, bei der er in unruhigen Nächten, wenn der Boden bebte, zu studieren Pflezte, explodierte, setzte das Bett in Brand, so daß Mercalli, schon ein Greis, verbrannte. )( Französischer Schwindel. Die Pariser Zeitschrift„La Legion Etrangere“, das offizielle Organ der Fremdenlegion, hatte veröfsentlicht, daß zu seinen Abonnenten auch— der Deutsche zähle. Das Zivilkabinett hat darauf erklärt, daß diese Mitteilung der französischen Zeitschrift glatter Schwindek sei. Mit welchen Mitteln doch an der Seine gearbeitet wird! Man wird unwillkürlich an den großen Napoleon erinnert, der das Land, mit dem er in Krieg lag, mit gefälschten Banknoten überschwemmte, die in einer Geheimdruchen### i# % 4 m u r d e n Seber alles die Ehre. Roman von M. R. Herrmann. 12 Sie weilten gernbei der schönsten Zeit ihres Lebens, der Zeit ihrer einzigen und wohren Liebe. Nie würde sie wieder so glücklich werden können, wie zu jener Zeit. Dann aber kam das Schreckliche. Sie war verraten, treulos verlassen. 4. Kapitel. Der Klub der Junggesellen hatte nach jenem ereignisreichen Vorgange im Klublokale in dem Weinrestaurant Beratung über die zunächst zu unternehmenden Schritte gehalten. Man hatte daran gedacht, die tüchtigsten Verteidiger der Stadt zu Rate zu ziehen, und zwar schon am nächsten Tage. Der Beschluß hatte einseitige Zustimmung gefunden. Da bemerkte Assessor Roman:„Ja, meine Herren. Die Angelegenheit ist gar nicht so schlimm, um so mehr, wenn Schulze, der Pseudobaron, entkommen sein sollte. Sehen Sie, woran keiner der Aufregung gedacht hat. Am Spieltische ist niemand von uns gesehen worden. Wir standen zusammen im Saale und sprachen über den Schurken, der sich in unsere Mitte gedrängt hat. Wenn dieser der Polizei in die Hände gefallen wäre, hätte er sicher keinen von uns geschont. So liegt die ganze Angelegenheit für uns bedeutend günstiger. Wir als Angeklagte haben das Recht, uns reinzuwaschen. Ja, wir haben noch gar nicht nötig, etwus aozustreiten. Bei den Vernehmungen verweigern wir einfach jede Aussage. Dann fällt die Anklage vollzung haben, wir eben etmas gesaat, was nicht ganz gung hur cnlioin toch enlbus Be-9y.. Schulag den Tatsachen entspricht. Der Revolver des St# kann ja auch versehentlich losgegangen sein. Niemand von uns kann behaupten, daß er mit Absicht geschossen hat. Er konnte vielmehr annehmen, daß es ihm an den Kragen gehen sollte, und um sich seiner Haut zu wehren, zog er den Revolver. Wie die Schüsse losgegangen sind, hat niemand geseheu. Sicher aber nehmen wir die beiden tüchtigsten Verteidiger unserer Stadt an. Daß gespielt ist, haben wir nicht einmal nötig, zu bestreiten. Können wir nicht zu einem wohltätigen Zwecke gespielt haben““„Aug.„.. W 4 an „Bravo. Ausgezeichnet“ erscholl#es von den verschiedensten Seiten. Dann wurde einstimmig beschlossen, oaß der von der Polizei beschlagnahmte Betrag zum Besten der Ferienkolonien bestimmt sein solle. Schon hatten mehrere der Herren das Lokal verlassen, als sehr erhitzt der Polizeikommissar Wehner das Restaurant betrat. Er sandte seine Karte in das Zimmer, in dem der Klub der Junggesellen seit einigen Stunden weilte. Die Herren waren überrascht, ließen aber Wehner ersuchen, näher zu treten. Als der eintretende Kommissar die Anwesenden überblickte, machte sich auf seinem Antlitze eine Enttäuschung bemerkbar, denn seine letzte, wenn auch schwache Hoffnung war fehlgeschlagen.„Sie werden erstannt sein, begann er erklarend,„mich in Ihrer Mitte zu sehen. Ich will Ihre Spaunung auf keine harte Probe stellen. Indes gestatten Sie wohl, daß ich Platz nehme.“ Als kein Widerspruch erfolgte, ließ er sich auf einen Stuhl nieder und fuhr dann in seiner Erklärung fort:„Wir hatten den vielgesuchten Hochstapler, Falschspieler, und was der Kerl, der Schulze, noch alles ist, wohlverwahrt im Polizeibureau, wo er vernommen werden sollte. Kaum aber hatte er den Flur betreten, als erplötzlich seine Fesseln abgestreift hatte, und damit auf die beiden überraschten Beamten einhieb. Die betäubt zurücktaumelten. Diesen Augenblick benntzte er, um mit ein paar Sätzen die Treppe hinabzustürmen, auf seiner Flucht einen uniformierten Schutzmann über den Haufen reunend. Ich hörte das Geräusch und setzte dem Verbrecher nach, ebenso folgten mehrere Beamte. Bis fast zu diesem Restaurant hatten wir seine Spur, wir sahen, wie er in die Badergasse einbog, dann war er verschwunden. Zum Unglück wußten wir auch nicht, wo der Schurke seine Wohnung hatte. In dem Adreßbuche ist sie nicht verzeichnet, und so mußten wir erst Erkundigungen auf dem Meldeamte einziehen, wodurch Schulze mindestens eine Stunde Vorsprung gewann.“ Der Kommissar schwieg und trocknete die erhitzte Stirn von den fortwährend herabperlenden Schweißtropfen. Die Anwesenden waren seiner Erzählung mit gespannter Aufmerksamkeit gefolgt, auf ihren Gesichtern zeigte sich ein Zug von Schadenfreude und machte sich eine Erleichterung breit. Der Kommissar fuhr fort:„Als wir seine Wohnung betraten, war der Vogel natürlich vor einer halben Stunde ausgeflogen. Er hatte gründlich aufgeränmt. Es befand sich nur das nackte Mobiliar darin. Seiner Wirtin hatte er erzählt, daß er noch mit dem Nachtzuge abreisen müßte. Das hat er indes nicht getan, denn auch der Bahnhof war besetzt. Er muß also noch in der Stadt weilen. Hier ist er wohl nicht gewesen?“ Als diese Frage allgemein mit Entrüstung verneint wurde, bemerkte der Kommissar besänftigend: „Das wußte ich ja, meine Herren. Aber zu meiner Beruhigung mußte ich die Frage stellen.“ Er wollte sich dann verabschieden, als Assessor Roman ihn mit den Worten aufhielt:„Einen Augenblick noch, lieber Wehner. In der allgemeinen Bestürzung heute abend hatten wir ganz vergessen, Ihnen mitzuteilen, daß das ausgespielte Geld, laut Beschluß des Klubs, zum Besten der Ferienkolonien bestimmt war. Sie haben wohl die Freundlichkeit, und tragen das den Protokoll nach.“ Der Kommissar stutzte einen Augenblick. Dann entgegnete er lächelnd:„Meine Herren, einen alten Kriminalisten können Sie mit dergleichen Finten nicht täuschen.“ „Von Finten kann hier gar keine Rede sein!" warf Referendar Wackernagel ein.„Es liegt dartiber ein schriftlich festgelegter Beschluß vor. Im übrigen erheben wir selbstverständlich gegen die Handlungsweise der Polizei Beschwerde.“ „Das steht Ihnen frei. Aber helfen wird Ihnen das schwerlich viel,“ antwortete der Kommissar, „denn Sie wurden beim Spiel überrascht.“ „Haben Sie auch nur einen einzigen von uns spielen sehen?“ fragte Assessor Roman. Der Kommissar stutzte, denn in dem Eifer, mir dem er die Spielhölle aufgehoben zu haben glaubte, hatte er daran noch gar nicht gedacht. Hier lag ein Mißgriff vor, das sah er ein. Die beschlagnahmten Karten und die hohen Geldsummen genügten allein nicht, um einen Prozeß wegen Glückspiels zu erheben. Seine Verteidigung war deshalb schwach. „Aber die beschlagnahmten Karten, die großen Summen Geldes, Ihr Zugeständnis. Das alles sind doch Dinge, die nicht ungeschehen gemacht werden können!" bemerkte er. 208,16 Lächelnd gab ihm Roman zur Antwort:„Lieber Freund, in der Bestürzung über Ihr Eindringen ist eben mehr gesagt worden, als wir bei ruhiger Ueberlegung verantworten konnten. Wir haben gar nicht geleugnet, daß gespielt worden ist, wir haben Ihnen aber auch den Zweck angegeben. Die von Ihnen beschlagnahmten rund siebentausend Mark sind zum Besten der Ferienkolonien ausgespielt worden. Noch morgen wird Ihrer vorgesetzten Behörde der Klubbeschluß gleichzeitig mit einer Beschwerdeschrift über das Vorgehen der Polizei eingereicht werden. Und wir werden dann seheu, wen man mehr glaubt, uns oder Ihrer Auffassung. Sie können es ruhig eingestehen, Sie habeu doch wohl etwas zu schnell gehandelt. Ich bin überzeugt, daß der Betrag schon morgen in den Händen des Komitees für die Ferienkolonien ist, an dessen Spitze der Herr Oberstaatsanwalt steht.“ „Das müssen wir eben abwarten,“ antwortete trocken der Kommissar. Dann empfahl er sich. hatte min eingesehen, daß seine Beweisführung auf schlechter Grundlage beruhte. Nun mußte ersehen, daß es ihm gelang, des Schulze habhaft zu werden. Dortmund Balkenstr. 36-38 Nikolaistr. 5. b. Bezirkskommando AreILTTT PGFTEFPUTT empfehlen gute Waren zu billigsten Preisen. Dortmund vom Markt aus(Balkenstraße in 2 Minuten, von der Betenstr., (Stadthaus) in ½ Min. zu erreichen Abteilung: Uhren, Goldwären, Silber-, Alfenide- und Nickelwaren, Geschenkartikel etc. Taschenuhren in Gold und Silber sind weit über 1000 Stück am Lager. Für den guten und genauen Gang der Uhren wird schriftlich gebürgt kaufen Sie sehr billig und finden Sie darin eine unübertroffene Auswahl. 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Saale, gest. 1742), ein Schriftchen über die Herstellung künstlicher Mineralwasser, dem sich jedoch nichts Bedeutsames entnehmen läßt.: Ein großer Schritt näher zum Ziel war es, daß Benel, Professor der Chemie in Montpellier, neben den festen Bestandteilen auch die Lustart erkannte, die die Säuerlinge so erquickend macht und die sich allen bisherigen Beobachtungen entzogen hatte. Venel erklärte 1750, daß der liebliche, prickelnde Geschmack der Säuerlinge gleich dem des moussierenden Champagners von der großen Menge Kohlensäure herrühre, die in diesen Flüssigkeiten mechanisch eingeschlossen oder chemisch darin aufgelöst sei. Als nun noch der schwedische Arzt und Chemiker Olaf Tobern Bergmann in einzelnen Mineralwassern Schwefelwasserstoff entdeckte, überhaupt die Mineral= wasser künstlich bereitet und diese in seiner medizinischen Praxis mit bestem Erfolg zur Anwendung gebracht hatte, da begann die Industrie sich der MineralwasserFabrikation als eines neuen Erwerbszweiges zu bemächtigen, und schon im Jahre 1787 entstand in Stettin die erste Selterserwasserfabrik und, inmitten der Schreckensherrschaft, in Paris eine Fabrik künstlicher Mineral= wasser. Es eröffneten nun in schneller Folge Ziegler in Winterthur, Schweppe in London und Fries in Regensburg Mineralwasserfabriken, die jedoch nur künstliches Selters=, Pyrmont= und Spaaer=Wasser lieferten. Jetzt wurden die Badeverwaltungen stutzig und suchten diese Konkurrenz, die sie schwer zu empfinden begannen, dadurch zu parieren, daß sie einen Versand ihrer natürlichen Mineralwasser einrichteten, der bisher gar nicht stattgefunden hatte. Leider zeigte sich bei den verschickten natürlichen Mineralwassern bald ein sehr unangenehmer Uebelstand; die Kohlensäure nämlich, die gerade die anderen mineralischen Bestandteile aufgelöst erhält, war zum Teil entwichen, das Eisen lag meist als Bodensatz auf dem Grunde des Behälters, und zwar nicht als Eisenoxydul, sondern als Eisenoryd, als Rost. Dieser Umstand gab den künstlichen Mineralwassern, wenigstens hinsichtlich der Versendung, das Uebergewicht, denn bei ihnen konnte man so viel Kohlensäure in das Wasser bringen, daß alle mineralischen Stoffe aufgelöst bleiben mußten, auch wenn viel Kohlensäure verloren gegangen war. Im Jahre 1807 war dem Apotheker Struve in Tresden der Unfall passiert, daß ihm bei Herstellung von Blausäure eine Flasche zersprang und die eingeatmeten Dämpse ihn beinahe vergifteten. Zwar kam er mit dem Leben davon, behielt aber eine Lähmung, die er im folgenden Fahre, 1808, in den böhmischen Bädern zu heilen suchte. Bei dieser Gelegenheit analysierte er das Wasser verschiedener dortiger Heilquellen und faßte den Entschluß, es nachzubilden. Im Jahre 1820 richtete Struve, durch Geldmittel von Blochmann unterstützt, in Dresden eine Fabrik ein, in der alle betannten Mineralwasser künstlich bereitet wurden. Mit dieser Anstalt war zugleich ein öfsentlicher Brunnenoder Kurgarten verbunden. Bereits 1821 wurde auch in Leipzig ein solcher eingerichtet, und 1823 eröffnete Struve in Verbindung mit dem Apotheker Soltmann den dritten derartigen Brunnengarten in Berlin. Das Publilum begrüßte freudig diese wohltätigen Anstalten und machte sie sich in ausgedehnter Weise zunutze. Das erste Auftreten der Cholera in Europa. Von Zeit zu Zeit gehen Alarmnachrichten über Cholerafälle, die bald hier, bald da auftreten, durch die Presse. Die Cholera ist, abgesehen von der erfreulicherweise selten auftretenden Pest, wohl die gefährlichste Krankheit, die man kennt, und hat schon unabsehbares Unheil angerichtet. Sie taucht auf, verwüstet ganze Gegenden und verschwindet ebenso lautlos, wie sie kam, um nach einiger Zeit an anderer Stelle wieder auszubrechen. Die Krankheit stammt aus Asien und ist erst verhältnismäßig kurze Zeit in Europa bekannt. Sie wurde, wie alle Krankheiten auf dem üblichen Umwege über den Balkan und Rußland, nach Mitteleuropa eingeschleppt. Die, ersten Nachrichten von epidemieartigem Auftreten der Cholera stammen aus dem Jahre 1817. Zwar wurde der östliche Teil von Asien schon in früheren Zeiten von Choleraepidemien heimgesucht, jedoch beschränkten sich diese meist auf kleinere. Gebiete. Im Anfang des neunzehnten Jahrhunderts begann nun die Cholera in ganz Ostasien um sich zu greifen und ist bis heute eigentlich noch nie völlig erloschen. Gegen 1820 wanderte die Cholera durch Persien nach Kleinasien, sprang nach der Türkei über, wo sie beispiellose Verheerungen anrichtet, um endlich 1830 durch das europäische Rußland in Deutschland einzufallen. In den Jahren 1831 bis 1838 wurde Deutschland und besonders Berlin mehrere Male schwer von ihr heimgesucht. Im Jahre 1838 erlosch sie, um erst 1846 wieder auszubrechen. Seit jener Zeit ist die Cholera auch in Europa nie mehr ganz erloschen. Eins der schlimmsten Jahre war das Kriegsjahr 1866, ein großer Teil der preußischen Verluste rührt von der Cholera her. Bekannt sind auch die Epidemien in Toulon, Marseille, Paris und Neapel, wo sie ganze Stadtteile entvölkerte. Am schlimmsten war wohl das Auftreten der Cholera in Hamburg im Jahre 1892. Begünstigt durch die schlimmen Wasserleitungsverhältnisse in Hamburg, griff die Krankheit außerordentlich schnell um sich und forderte Tausende und aber Tausende von Opfern. Man hat damals alles Erdenkliche aufgeboten, um die Seuche auf Hamburg zu beschränken. Den schricklichen Lehren, die Deutschland aus Hamburg empfing, ist es zu verdanken, daß die Behörde die bekannten„Abwehrmaßregeln gegen das Umsichgreifen der Cholera“ erließ. Eine halbwegs erfolgreiche Bekämpfung der Cholera wurde erst durch die Entdeckung des Cholerabazillus durch Robert Koch im Jahre 1883 ermöglicht. Der Krankheitserreger fand sich in den Eingeweiden aller derjenigen, die der Cholera zum Opfer gefallen waren, durch seine Beobachtung ließen sich überhaupt erst Verhütungs= und Abwehrmaßregeln treffen. Heute, wo alles Menschenmögliche getan ist, um das Umsichgreifen einer solchen Epidemie zu verhüten, kann man der Cholera mit Ruhe entgegensehen. Humor. Unerwartet. Ein Redner hielt einen großen und sehr beredten Vortrag über das Thema:„Selbst ist der Mann.“ „Ich kann Ihnen die Versicherung geben, meine Herren,“ rief er,„— und die Erfahrung eines Menschenalters bestätigt meine Behauptung—, wenn man will, daß etwas wirklich gut gemacht wird, so muß man es selbst tun!“ „So?“ ertönte eine Stimme aus dem Zuhörerraum, „und wie ist's mit dem Haareschneiden?“ 8 Amtliches Kreisblatt 86 für den kreis börde 46. Jahrgang O Grites und älteltes Cagesorgan des Kreiles. O Haupt-Annoncenblatt Unterhaltungs=Beilage zu Nr. 69. Montag, 23 März 1914. Rcheinige. 5 Roman von C. Dressel. (23. Fortsetzung.) elix fügte sich hierauf Trautles klugem Rat. Sah er doch, wie auch zwei andere im Haus vorsichtig das Feuer ihrer jungen Liebe hüteten, damit es nicht zur Unzeit verderblich ausbräche. Er, nun selber ein Wissender der warmen Lebenssprache, hatte das GeGlückes aus Nellas seligen Augen erheimnis ihres raten. Auch kannte er sein junges, spottlustiges Bäschen zu lange und zu gut, um nicht durch die große Wandlung ihres Wesens überrascht zu werden. Wunderbar verändert und herausgemacht hatte auch sie sich in diesem Sonnenjahr. Das Stachelpflänzchen trieb plötzlich köstliche Blüten. Ueber dem holden, duftsüßen Prangen vergaß man die spitzen Stacheln, die es vordem umstarrt.„O Wunderkraft der Liebe, bleibe unserer Seele Sonne,“ wünschte er heiß. Der feuchtwarme Lenz ging in einen heißen, trockenen Sommer über. Die lang entbehrte, hochersehnte Lebenspenderin, nun war sie da und wich nicht mehr. Tag für Tag, Monat um Monat hing ihr feuriges Rund am Himmel, glühte über den Reben, gab ihnen Kraft und Gehalt und brachte nur ihren Schmarotzern das Verderben. „Kein besserer Chemiker, als die Sonn'," triumphierte der ältere Weyland, als er einst mit Felix Hartweg durch die Weingärten schritt.„Auf seinen Herrgott muß man sich verlassen, nit aber auf Menschenfürwitz und Maßregeln, die in der Hand des Winzers ein zweischneidig Schwert sind. Setzen's Ihr' Brillen auf, Herr Sekretär, und schauen's scharf zu. Stehen meine Reben nit da in vollem Behang und’nem Fruchtansatz, wie man's nit besser wünschen kann? Wo sind nun Oidium und Peronospora blieben? Eingeschrumpft sind's. Verbrannt, vernichtet von Gottes machtvoller Sonn'. Ich bleib’ dabei, kein Chemiker tut's ihr gleich.“ „Und wenn sie fehlt, die starke Gesundungskraft?“ dachte Felix.„Kurzsichtiger Mann, hast du's nicht erlebt, was das für euch bedeutet? Unbegreiflich, daß du nicht einsehen willst, wie auch der nachhelfende menschliche Erfindergeist euch Segen bringt! Vorbeugen heißt das vornehmste Gesetz der modernen Heilkunde, und diese unanfechtbare Wahrheit läßt sich ebensowohl in der Pflanzenwelt durchführen. Anwenden, dankbar annehmen solltest du sie, anstatt sie starrsinnig zu bekämpfen.“„ Indes fuhlte er sich nicht gemußigt, fur diese Binsenwahrheit wiederum eine Lanze zu brechen. (Nachhruck verboten.) Gegenwärtig war zudem kein Anlaß lachendem Gedeihen lagen die fruchtbaren Wingerte unter Gottes Sonne. Es glühte das Rheingold. braute der köstliche Saft, der sieche Leiber stärkt, kranke Herzen tröstet, verzagte Seelen über Erdenschwere und Nöte emporhebt zu schwingender Daseinslust. Und wäre er nicht selber ein Tor, wollte er den Mann unnötig reizen, von dem er die schönste Gabe seines Lebens zu erbitten gedachte?— Dem Weinbauer lachte das Herz über die ewige Sonne, die mit unermüdlich treibender Kraft über seinen Reben hing, ihren goldenen Saft zu feuriger Reife kochte. „Furchtbare Sonne du,“ seufzten andere. Die Landwirte, denen sie die Aecker ausdorrte, die winzig bleibende Frucht verbrannte, das Gras der Wiesen versengte, die Brunnen versiegen machte. „Entsetzliche Sonne!“ klagten die Städter in dem Wüstenkerker ihrer Häuser und Fabriken, dem engen Gehege ihrer heißen Straßen mit ihrer wirbelnden, brennenden Staubluft, die das Leben zu ersticken Alle schrien sie nach Regen, nach Kühlung, der Landmann auf magerem Feld, der Handwerker, der Industrielle im dunstigen Werk= und Maschinenraum, der Kopfarbeiter in dumpfer Stubenhaft.— Regen.— Die Bäche verdampften, der Quellen Sprudeln wurde zum müden Sickern. Die Flüsse rauschten nicht länger in munterem Lauf, träge schlichen sie hin mit flachem wie erblindetem Spiegel. Unschiffbar wurde manches Wasserband, das sonst stolze Lasten getragen. Zum schmalen, seichten Rinnsal machte es die anhaltende Dürre. Und im Rheinbett traten die Hungersteine zutage. Für den Landwirt ein Zeichen kommender Not, für den Winzer die Hoffnung gehaltreicher Weinfülle. „Teuerung!“ murrte es dumpf durch die deutschen Gauen.„Regen brauchen wir, Regen. Jeder Tropfen ist Goldes wert.“ Aber die Sonne, die herrliche, furchtbare Sonne gleißte unentwegt im wolkenlosen Aether. Kein lebendes Tröpflein fiel zur dürstenden Erde. Aber so viele auch unter der sengenden Glut litten, die deutschen Winzer segneten sie. Zu ihnen zählte auch Vinzenz Schöttle. Immer zeigte er ein froh Gesicht im Weylandhaus. Sein Liebesschmerz, wenn er ihn überhaupt stärker empfunden, schien völlig im Jubel über den prachtvollen Stand seiner Weingüter unterzugehen. Waren 1 doch gerade an der Hardt die Weinaussichten besonders günstig gestellt. In diesem Glücksüberschwang griff der lebensvolle Mensch nun mit kecker Hand nach einer anderen Frucht, die er schon längst in begehrlichem Bereich gesehen. So sprach er eines Spätsommertages kurzweg zur jüngsten Weylandtochter:„Bärble, das wird ein Famoser, der Heurige,— was meinst, lesen wir zusammen? Ich denk', du schafft's schon. Hab's nun eingesehen, mein' Beste bist halt du. Wir gehören zusammen, wie Perle und Muschel, gelt?“ „Hast's endlich'merkt, du Narrle?" lachte sie unbefangen.„Ja denn, Vinzenz, wenn du'n letzten Herbst, den bitter sauren, wirklich verschmerzen könntest.“ „Dirnle, wahrhaftig, ich denk' bloß noch an den Heurigen, und da paßt gerad' du'nein, du Prachtmädle. Ist schon richtig, die Blum' allein macht nit den Wein. Kräftigen Gehalt muß er haben. Den hast auch du, mein Dirnle. Wir zwei, wir schaffen schon's kuriose Leben, gelt? Wir haben Kraft in uns und die rechte Arbeitsfreud'.“ „Geh, Vinzenz, das magst gleich dem Vater sagen.“ Heißrot von seinen kräftigen Küssen und doch gleich wieder das praktisch denkende Mädel, das sie immer war, fügte sie gelassen hinzu:„Willst mich als im Herbst haben, ist kein' Zeit zu vergeuden. Haben auch nit Ursach', Vaterle die Freud' aufzusparen. Wir zwei sehen halt klar' Fahrwasser.“ Ein listiges Lächeln huschte um ihre Lippen.„Das tät’ auch andern passen, weißt?“ „Nu, sind wir glücklich am Land, gönnt dein Vater auch denen wohl ein Glück,“ nickte er mit jener heiteren Großmut, die dem Frohen leicht wird. Nun hing der große Kranz von buntem Weinlaub am Giebel des Weylandhauses. Die Töchter wanden ihn, und Nella hatte in heißer Freude dabei geholfen. Während einiger Sommerwochen war sie von den Eltern heimverlangt worden, hatte ihnen dann jedoch unter geheimnisvollen Andeutungen die Erlaubnis abgeschmeichelt, zur Weinlese an den Rhein zurückkehren zu dürfen. Jedes der Jungmädel hatte mit den rotflammigen, gleichsam vom Sonnenfeuer durchglühten Blättern einen heißen Herzenswunsch mit in den symbolischen Kranz gewunden. Dieser Herbst mit seiner wunderbaren Segensfülle, konnte er nicht auch die Machtwirkung haben, sehnsüchtige Herzträume zur lebensvollen Vollendung zu reifen? In den geringeren Lagen war die Lese bereits in vollem Gange. Sie fiel so befriedigend aus, daß man auch auf die wertvolleren Sorten kühne Hoffnungen setzen durfte. Die ließ man aber möglichst lange hängen zur Ueberreife. Die Frühnebel und die noch immer in warmem Feuer leuchtende Tagessonne sollten ihnen jene Edelfäule geben, die den erlesensten Weinen, dem Ausbruch und dem Sekt, die feine Blume verleiht. Nun lernte Nella auch die echte, sprudelnde Rheinlust kennen. War das ein lachendes Leben im frohherzigen Schaffen. Die Arbeit wurde zum Fest, an dem sich alle, alle, jung und alt in munterem Wetteifer beteiligten. Und diese leuchtende Freudigkeit fiel bei Nella auf einen empfänglichen, dankbaren Boden. Sie nahm es wie eine Gottesgnade, daß sie in dieser Naturschöne unter so lieben, herzigen Menschen leben durfte. Oh, daß sie in diesem Singenden Lebensgarten bleiben sollte, ein kaum faßbares Glück. Hier würden sich ihre besten Eigenschaften entwickeln, fühlte sie. Eine warme Dankhymne würde es sein, das Lebenslied ihrer Zukunft. Gott gebe, daß es zum Tönen komme. Häufig stand Jörg in dieser gesegneten Zeit neben ihr, heimlich die süße Melodie anstimmend. Dann wieder sprach er mit siegestrotzigem Manneswillen: K „Herzlieb, nun geht die Wartezeit zu End'. Sobald der Most aus der Kelter kommt, bring' ich Vater die Braut. Unserm Glück soll er's erste Gläsle zutrinken.“ „Wird er's tun, Jörg?“ „Er muß. Er wird's. Hast ihn ja längst gewonnen, du kleine, sieghafte Preußin," lachte er sorglos und küßte ihre bangen Augen. Da schwanden schnell die flüchtigen Schatten, und er sah wieder die klare, innige Zuversicht darin, die er so liebte. Sie trugen ihr Glück auf die Berge, in das reiche Leben seiner ihm eigenen, traubenschweren Gelände, und zwischen der fleißigen Lese fanden sich in der lauschigen Pergola immer noch genug Ruhepausen für süße, trauliche Worte und verstohlene Küsse. Nie vergaß Nella diese leuchtende Zeit, da selige Liebe und fröhliche Pflicht sich die Hände reichten, sie auf des Lebens Höhen zu führen. An einem strahlenden Spätoktobertag zog es auch Felix Hartweg hinaus. Zwar auch im goldnen Mainz waren nun Wochen schimmernder Freude angebrochen, die Rheinlust schäumte allerwege, aber er kannte ein liebes Haus, draußen im weiten Tal an die Rebenhügel geschmiegt, wo jetzt ein starkes Frohleben mit jauchzenden Stimmen rief. Und dort atmete das süßeste Mädel der Welt, und ihre goldenen Augen lockten voll Sehnsucht. Es litt ihn nicht länger in dumpfer Aktenluft. Der strenge Pflichtmensch besann sich auf seine gesunde Mannesjugend, die begehrte stürmisch ein Freirecht. Um wenigstens einen dienstfreien Tag bat er und bekam ihn ohne weiteres. Und da es zufällig ein Sonnabend war, hatte er mit dem folgenden Sonntag deren zwei.„Also Unmasse Zeit für den entscheidenden Sieg,“ dachte er in übermütiger Verwegenheit. „Und gar in dieser Rauscherzeit, wo der Tag doppelte Stunden zählt. Jetzt oder nie muß ich's wagen, den Eisenkopf zu bezwingen.“ Eine köstliche Fahrt war's durch das lachende Land. Das lag in Gottes goldener Sonne. Von allen Türmen tönten die Glocken. Ihre lauten, klingenden Stimmen sandten Dankhymnen zum blauen Himmel empor. Ein voller Lebensklang umbrauste Felix. Frohbewegt stimmte seine Seele mit ein. Ja, auch er fühlte sich wieder lebensstark und glückberufen. Das krause, unberechenbare Leben! Hoch und weit hatte er sich's dereinst auszubauen vermeint, um es dann jählings einschrumpfen zu sehen zu kläglicher Enge. Eiserner Wille, die Macht der Gewöhnung ertrugen den Zwang. Auf Glücksmöglichkeiten glaubte er verzichten zu müssen. Und erlebte dennoch ein überraschendes Wunder. Im engen Raum erblühte die blaue Blume des Glücks, die Wunderblüte der Liebe, die allerorten Wurzel zu schlagen vermag, in gepflegten Luxusgärten so gut wie in ödem Steingeröll, die in Palästen blüht und in der Hütte des Armen, denn nichts anderes braucht sie zum Gedeihen, als den beharrlichen Glauben an ihre Kraft. Diesen unerschütterlichen, lebenstärkenden Glauben, ihn hatte er. Und eins mit ihm darin war sein holdes Lieb. Er wußte es, dieser feste Glaube würde Traute selbst eine Zukunft ertragen lassen, die ohne Vatersegen, für ihre feine Seele verwundende Härten haben mochte. Mußte aber solch Dornengerank ihr den Lebensweg erschweren? In den weichen, friedschönen Akkord dieses wunderbaren Tages sollte ein schriller Mißton hineinklingen wollen? Nein, nein, ein solcher Barbar konnte Joseph Weyland nicht sein. Die erste, die Felix im Hause zu sehen bekam, war Cousine Nella. Einen Handkorb am Arm, war sie im Begriff, einen Imbiß in die Wingerte hinaufzutragen. Nicht länger im Zwang des Familienabkommens, hatten sie einen herzlichen, kameradschaftlichen Verkehrston gefunden. So gab es eine erfreute Begrüßung zwischen ihnen.(Fortsetzung folgt.) 8 8 ## 9 SSR *••** 9 9 9 55 B S 3 &a S 0 r verübt zu haben. Von der Beschluldigung, seine Eltern und seine beiden Kinder verziistet zu haben, mußte er seinerzeit wegen Mangels an Beweisen freigesprochen werden. Entsetzliche Familientragödie. Goslar, 23. März. Hier hat sich gestern eine erschütternde Familientragödie abgespielt. Die Frau des seit Dienstag aus unbekannten Gründen spurlos aus Goslar verschwundenen Otto Deichmann erhielt gestern von ihrem Gatten aus Blankenburg einen Abschiedsbrief, in dem Deüchmann ihr schrieb, daß er Selbstmord begehen werde. Darauf erhängte sich Frau Deichmann, ihre 16jährüge Tochter und ihr 10jähriger Sohn in ihrer Wohnung, nachdem sie Trauerkleider angelegt hatten. Todessturz beim Looping the Loop=Flug. Basel, 23. März. Bei einem Schleifenfluge ist gestern nachmittag der 19jährige Solsthurner Flieger Burrer tödlich verunglückt. Burrer wollte Pezoudo Flug nachahmen. Als er auf dem Rücken lag, klappten plötzlich die Flügel des Apparates zusammen, und das Flugzeug schoß pfeilschnell zur Erde. Es wurde vollkommen zertrümmert, und der Flieger wurde als Leiche unter den Trümmern hervorgeholt. Burrers Vater war Zeuge des Todessturzes. Zur Kriegslage in Ulster. London, 23. März. Es ist kein Zweifel darüber, daß militärische Maßregeln in grüßerem Umsange getrossen werden, als offiziell zugegeben wird. Offenbar findet in England bereits eine weitgehende Mobilmachung statt. Die Londoner Bahnhöfe sind mit Militärgepäck angefüllt, und Truppen, darunter Artillerie, marschierten gestern durch die Vorstädte Londons. Ueber die Bewegung verlautet öffentlich nichts. Ein Blatt will wissen, daß die Regierung beabsichtige, ungefähr 200 Haftbesehle gegen die Führer der Ulster=Rebellen zu erlassen. Die Verhaftung soll auf ein telegraphisches Schlüsselwort hin ausgeführt werden. Die Truppen würden alle strategischen Punkte des Ulstergebietes besetzen, um die Behörden bei der Ausführung der Verhaftungen zu unterstützen. Der Minister des Innern habe die Drucklegung umfangreicher Wahldruckschristen angeordnet. Man schließt daraus, daß die Regierung unter gewissen Umständen eine sofortige Auflösung des Parlaments beabsichtige. Schwere Niederlage der mexikanischen Bundestruppen. Neuyork, 23. März. Die mexikanischen Bundestruppen wurden vorgestern von den Nebellen in einem Gefecht bei Vermejille in der Nähe von Torreon geschlagen. Sie verloren 106 Tote. Die Umzingelung Torreons geht, wie General Villa erklärt, glatt vonstatten, und er hofft zuversichtlich, die Stadt in nächster Zeit in seinen Besitz zu haben. Ermordet und ausgefressen. Sidney, 23. März. Nach einer gestern von den neuen Hebriden eingetroffenen Nachricht haben die Eingeborenen im Norden der Insel Mallikolo sechs eingeborene Lehrer einer australischen Missionsstation ermordet und aufgefressen. Sprechsaal. Vom Wochenmarkt. Läßt sich das aufdringliche Gebahren gewisse: Verkäuser aus dem hiesigen Wochenmarkt, welche ihre Waren in schreicrischen Weise anpreisen, nicht vermeiden? Man sollte annehmen, anständige, gebildete Gewerbetreibende würden derartige Manipulationen unter ihrer Würde halten. Gibt es eigentlich keine Marktordnung mehr in Schwerte? Viele Besucher des Wochenmarktes. Verantwortlich für die Redaktion Friedr. Kraas. Druck u. Verlag von Carl Braus, beide in Schwerte Gilirädlilig zur Sitzung der Stadtverordneten am Freitag, den 27. März 1914, nachm. 5 Uhr im Rathaussaale hier. Tagesordnung: I. Oeffentliche Sitzung: 1 Fesisetzung des Haushalisplans des städtischen Gaswerks für das Rechnungsjahr 1914. 2. desgl des städtischen Wasserwerks. 3. desgl. der Armenverwaltung 4. desgl. des Haushaltsplans über die ordentlichen Einnahmen und Ausgabgr, 1.# JI. Al.Jhringume der Stenzerm Fn, A. 5. Beschlußfassung über vie Ausoringung der Steuern für das Rechnungssahr 1914... 9 I. Inberars enich. 6. Festsetzung des Haushaltsplans über die außerordentlichen Einnahmen und Ausgaben für das Rechnungsjahr 1914. 7. Abrechnung über die Legung einer Gashauptleitung in der Kreuzstraße 8. Rinnenpflasterung in der Göthestraße. 9. Legung einer Hauptwasserleitung in der Göthestraße. 10. Legung einer Hauptgasleitung in der Göthestraße. 11. Bilanzen des städtischen Gas= und Wasserwerks für das Rechnungssahr 19 2..... J., Setetse. 8 12. Versetzung der Stadt Schwerte in die Ortsklasse C. 13. Bauliche Veränderungen im Armenhause. 14. Gebührenordnung für das städtische Schlachthaus, Verpachtung der Kühlzellen und Verkaufspreis des Eises im 15. Niederschlagung unbeibringlicher der Gaskasse geschuldeter Beträge. 16. Mitteilungen. II. Geheime Sitzung. Schwerte, den 20. März 1914. Der Stadtverordnetenvorsteher. 2023 Terbrüggen. Spiegerglasscheiven=Tirtia Schwerte e. G. m. b. Die Jahresbilanz nebst Gewinnund Verlustrechnung pro 1913 liegt von heute ab auf eine Woche bei unserm Geschäftsführer Herrn E. Lippmann, Hüsingstr. 4, zur Einsicht aus. Schwerte, 33. März 1914. Der Vorstand. 2026 F. Kayser. leichte Kettenlose bst jetrt das beliebteste Rad, Selbet auf schmutzigsten Straßen läuft es unverändert leicht, da alle Uebertragungsteile staubdicht eingeschlossen sind; es ist das Raddes 20. Jahrhunderts! Verlangen Sie Broschüre„Kettenlos.“ M Statt Karten. Die Verlobung ihrer Tochter LUCIE mit dem Ingenieur Herrn WILHELM HORNEY beehren sich anzuzeigen Gymnasial-Lehrer E. Banse u. Frau Elise, geb.Debert. Schwerte, im März 1914. Nleine Verlobung mit Fräulein LUCIE BANSE gebe ich hierdurch bekannt. Wilhelm Horney Ingenieur. Lünen, im März 1914. Bih. Oriunaun, Schwpere, Mährlkr. 15. Anfertigung eleganter Herren= Garderoben. Großes Lager in in=u ausländischen Stoffen. Fabrik=Niederlage der echten Brüser'schen gestrickten Herren=, Knaben= u. Mädchenkleidung Färberei=Annahmestelle für Schwerte u. Umgegend seit 20 Jahren für die erste Dampffärberei und chemische Reinigungsanstalt:—: H.& W. Lindackers, Wetter(Kuhr). Sachen, die bis Dienstag abend eingegangen sind, können — Samstag wieder obgeholt werden.— Bekannbmachzung, Am Samstag zwischen 5 und 7 Uhr nachmittags auf der Provinzialstraße zwischen Schwerte und Hörde 1 Karton mit Pelz und ander. Kleidungsstucen verloren gegangen. Gegen Belohnung abzugeben bei Landrat Luckhaus, Hörde. Hinweis. Der heutigen Auflage ist ein Prop.kt ke: Frma Adolf Kalsbach, Schwerke, be gelegt, den wir g neigter Beachtung empfehlen. Die Geschäftsstelle. Nach der Kreis=Polizei=Verordnung vom 23. April 1907 ist es verboten. Tauben in der Zeit vom 25. März bis zum 15. Mai jeden Jahres frei umherfliegen zu lassen. Für Militärbrieftauben ist die festgesetzte Sperrzeit uur für die ersten zehn Tage gültig. Diese Bestimmung wird hiermit zur öffentlichen Kenninis gebracht. Wellinghofen, den 18. März 1914. Die Polizeiverwaltung. Harbung Amtmann. Bekanntmachung. Jur Verhütung von Waldbränden wird hierdurch auf die Bestimmungen der§§ 308 und 3686 des Reichs=StrafGesetz=Buches, der§§ 32, 44 bis 46 des Feld= und Forstpolizeigesetzes vom 1. April 1880 sowie der§§ 29—31 der Regierungspolizei=Verordnung vom 20. April 1882 und der Regierungs=Polizei=Verordnung vom 7. April 1911 aufmerksam gemacht. Besonders wird vor unbefugtem Anzünden von Hecken, Grabenrändern und Heideflächen gewarnt. Die Polizei=Executivbeamten sind angewiesen, unnach sichtlich jede Uebertretung zur Bestrafung anzuzeigen. Wellinghofen, den 21. März 1914. Die Polizei=Verwallung. g Amtmonn. Pesegsan Aihen nun Mchung ehn. Diese Worte ziehen immer weitere Kreise. Warum? Well Gebrüder Eppinghausen in Dortmund guf allen Gebieten der Wohnungskunst stets das Neueste bringen und die Firma in Rezug as Auswall und Leistungsfähigkeit mit zu den ersten deutschen Unternchmungen zählt. Verlangen Sie unsere Kataloge. Möbelfabrik Gebr. Eppinghausen, Dortmund. Unser billiger Hechlame-Verkauf beginnt Dienstag, den 24. März und dauert bis zum 2. April. Auf alle Waren geben wir während dieser 8 Tage 10% Rabatt in bar oder doppelte Rabattmarken. Sämtliche Frühjahrs-Neuheiten sind eingetroffen. Benutzen Sie daher die günstige Kaufgelegenheit. Gebradel-Aeerueh, Hüsingstrasse 1719. Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, Freitag nachm. 3½ Uhr unser innigst geliebtes Söhnchen Otto nach längerem Leiden im zarten Alter von 11 Monaten zu sich in die Ewiskeit zu nehmen. Dieses zeigen tiefbetrübt an mit der Bitte um stille Teilnahme. Oile Sprawe u. Prau. Schwerte, 21. März 1914. Die Beerdigung fndet „Dienstag vormittag 10¾ Uhr vom Sterbehause, Hörderstrasse 99, aus statt. Bohung von 3—4 Zimmern möglichst abgeschlossen, von kinderlosem Ehepaar zum 1. Juli zu mieten gesucht. Offerten mit Preisangabe unt. C. 2021 an die Geschäftsstelle erbeien. Freimdt. möbd. Zit mit Morgen=Kassee zu vermieten. 2022 Hutstraße 18. Eine wenig gebrauchte Schuhmachernähmaschine 1 Kleiderschrank und einige Zir. Karloffeln umzugshalber billig aozugeben. Zu erfragen in der Geschäftsstelle ds. Bl. Bekanntnachung. Am Mittwoch, den 25. März, morgens 10 Uhr sollen auf dem Buchholz 120 m Gleise 2 Kippwagen öffentlich meistbielend gegen bar verkauft werden. Zusammenkunft beim Wirt Hunke daselbst, Westhofen, den 28. April 1914. Grube, Vollziebungsbeamter. Schon in der Schule war ich mit Sommersprossen und belästigt Seitdem ich Ihre Obermeyer's Med Heiba=Seife gebrauche, ist mein Gesicht rein und glalt Stud. E. in R. Herda=Seife à St. 50 Pf., 30% verstärh. Präp. 1 Mk. 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