8 ** (Ho Scemntn dehmuer ucen vand eußer Feiertags. Bezugsprets M. 1.80 oiertel##hrisch, bei der Post für Bestellgeld 42 Pio. mehr. Wöchcall. Gealisdeilage:„Jünstriertn= Famillenfreund“ v. t#gl. Unkerbaltungsblatt. Anzeigenpreis: Die sebengespallene Petitzeile oder deren Raum 10 Plg., Anzeigen gen ooswäris 15 Pig., Rehlamezetle 40 P. Rabatt gllt als Kassaroball u. erinscht— loneposen, Zwangsvergleichen, gerichtl. Klogen a. Iobeactungt.: Amtliches Kreisblatt Westhofener Zeitung Langscheder Zeitung Verbunden mit? Schwerter Volkszeitung Schwerter Volkablas„„ 4„ Schenorter Ut Sestonsni. H u. Ju Schwerker Cagebial. G echwertel Anzeiger gemacht. Jasungssesingung. i Grstes und Zis##es Cagesorgan des Kreiles a General-Anzeiger für den Kreis Hörde o Haupt Annoncenblatt * für den kreis börde Holzwickeder Zeitung Aplerbecker Zeitung ung dnter und icheimbtgrüichn nurd nungen für des Areis Hörde erlangen gemes Bedanntmochung der Röniglichen Regierung durch Verössentlichung in der„Schwerter Zeitung" rechtsverdindliche Kraft.— Die „Schwerter Zeitung“ gewöhrt ihres Abonnen. len für jeden mit Tod endensch, Unsoll ge300 Mk. Anfall. Druch u Verlago. Cor Provs. Schoerz.= RadJunia t2. Leto:. 90. Steu. Saurnt-Nap) Nr. 5. Mittwoch, den 7. Januar 1914. 46. Jahrgang. Erstes Blatt. Der Prozeß gegen Oberst von Reutter. „ 4# tondete doß als rubig gewesen sei: sie habe sich Politische Uebersicht. Der Kaiser, der am Neujahrstage fünf Stunden lang mit seinen Kommandierenden Generälen Manöverfragen kritisch erörterte, ohne auch nur mit einer Silbe auf die Zaberner Angelegenheit einzugehen, liebt es bekanntlich, sich vor der Oeffentlichkeit über neue Erscheinungen auf allen Gebieten des öffentlichen Lebens auszusprechen und mit seiner Meinung über den Wert oder Unwert dieser Erscheinungen nicht hinter dem Berge zu halten. Dabei stellt sich dann immer aufs neue heraus, wie tief und gründlich der Monarch in alle Einzelheiten des gewaltigen Getriebes unseres wirtschaftlichen und industriellen Lebens eindringt, wie er gleichzeitig in Kunst und Wissenschaft zu Hause ist, und wie er nicht nur dem Namen nach an der Spitze der stärksten Wehrmacht unseres Erdballes steht. Und weelche Fülle fruchtbarer Anregungen ist vom Kaiser schon ausgegangen! Die Ansammlung dieser umfassenden Kentnisse ist dadurch möglich, daß es der Kaiser mit seinen Herrscherpflichten heilig ernst nimmt und ihnen jede Stunde seines Lebens weiht. Kein Kronprinzen=Telegramm. Wie der„Lokalanzeiger“ an maßgebender Stelle erfährt, ist eine Drahtung des Kronprinzen an General v. Deimling anläßlich der Zaberner Vorgänge des Inhalts „Immer feste drauf! Biavo! Friedrich Wilhelm, Kronprinz.“ nie an General v. Deimling gerichtet worden. Dem König Ludwig III. von Bayern schreibt die„Nordd. Allg. Ztg.“ zum heutigen 68. Geburtstage: Zum ersten Male seit der Thronbesteigung erscheint dem Monarchen dieser festliche Tag. Mit dem bayerischen Volke gedenkt ganz Deutschland in aufrichtiger Verehrung, des nationalgesinnten Herrschers und seiner unablässigen Tätigkeit im Dienste der ihm obliegenden hohen Pflichten. So erhebt sich von neuem der Wunsch in den Herzen, daß König Ludwig noch ein langes, segensreiches Wirken beschieden sein möge zum Wohle Bayerns und des gesamten Vaterlandes. Spionage in Königsberg. Im Laufe der letzten Wochen wurden in Königsberg eine Anzahl von Personen unter Spionageverdacht verhaftet. Es handelt sich hauptsächlich um Personen von Militärbehörden und mit diesen im Zusammenhang stehenden Institute. Es soll eine umfangreiche, schon seit Jahren betrieben: Spionage vorliegen. Die in Haft genommenen Personen erhielten von Rußland aus ihre Anweisungen und lieferten dorthin ihre Berichte. Als einer der ersten wurde ein Angestellter der Landesversicherungsanstalt in Haft genommen. Einer der Verdächtigen wurde auf offener Straße verhaftet. Einer der Hauptbeteiligten an der Spionage soll ein hiesiger Konsulatsangestellter sein. Das Ergebnis der ganzen Untersuchung wird streng geheim gehalten. Das Gesetz über die Schiffahrtsabgaben konnte noch immer nicht in Kraft treten, da Holland und Oesterreich sich der Erhebung dieser Abgaben auf dem Rhein, bezw. der Elbe und Oder widersetzten. Nun soll in der Angelegenheit insosern ein Schritt vorwärts getan worden sein, als Oesterreich Geneigtheit zur Unterzeichnung der Elbschiffahrtsakte bekundet haben soll gegen die Zusicherung, daß in dem österreichischen Gebiete der Elbe zwri Talsperren gebaut werden würden, ohne daß Oesterreich auch nur einen Pfinnig dafür zu zahlen haben würde. Die Kosten würden vielmehr aus dem Ertrage der Schifsahrtsinteressen des Deutschen Reiches aufgebracht werden. Zur Versicherungspflicht der Aufwärterinnen, über die so große Ungewißheit herrschte, hat der Bundesrat jetzt Stellung genommen. Wie die „Leipz. N. N.“ mitteilen können, bleiben nach der bundesrätlichen Entscheidung vorübergehende Dienstleistungen versicherungsfrei, wenn sie von Personen, die überhaupt keine berufsmäßige Lohnakbeit verrichten, nur gelegentlich, insbesondere zur gelegentlichen Aushilfe, ausgeführt werden, Am heutigen Mittwoch wird das Urteil gegen Oberst v. Reutter erwartet. Wie es ausfallen wird, darüber läßt sich noch garnichts sagen. Oberst v. Reutter hat bei seiner Vernehmung stark betont, daß er sich auf eine Kabinettsorder von 1820 stützte, die ihm die Aufrechterhaltung der Ordnung gebot, wenn die Zivilbehörden versagten. Demzufolge erklärte auch der Oberst gleich zu Ansang in offener Weise, daß er allein für die Handlungen seiner Offiziere, Unteroffiziere und Mannschaften verantwortlich gemacht werden könnte. Zeuge Kreisdirektor Mahl bestritt, daß die Zivilbehörden versagt hätten, mußte sich aber doch vom Verhandlungsleiter vorhalten lassen, wie auffällig es sei, wenn jeder Mißgriff von Offizieren sofort zur Kenntnis der Zivilbehörden genommen wurde, während von den Ausschreitungen gegen Offiziere die Behörden nie eine Ahnung hatten. Andere Zeugen aus der Zivilverwaltung betonten stets, man habe die Offiziere nicht mehr auf der Straße sehen wollen, wenn diese sich nicht mehr verborgen hielten, so sei das eben ihr Fehler gewesen. Von Wichtigkeit waren besonders die Aussagen des Staatsanwalts Krause und des Amtsgerichtsrats Spiecker, edie bekundeten, sie hätten kein Johlen, Schreien und Pfeifen vor den Offizieren gehört. Es ergab sich ein auffällig.er Widerspruch zwischen diesen und anderen Zeugenaussagen. Die als Zeugen vernommenen Offiziere, auch solche, die an den fraglichen Abenden keinen Dienst hatten, also nicht der Menge gegenüberstanden, unter ihnen besonders Hauptmann Voigt, bekundeten, der Staatsanwalt und der Amtsgerichtsrat hätten unter allen Umständen den Lärm hören müssen, den die Menge verübte. Hauptmann Voigt erklärte, es sei ein derartiges Geschrei auf der Straße gewesen, daß er sofort ans Fenster ging, um zu sehen, was los war. Der Lärm war laut im Zimmer zu hören. Sein Kindermädchen sei an diesem Abend ganz verängstigt nach Hause gekommen.(Das Mädchen wurde sofort telegraphisch als Zeugin geladen.) Der Hauptmann erklärte ferner, er habe das beistimmte Gefühl gehabt, daß es sich um eine verabbedete Zusammenrottung handle. Es handelte sich nicht etwa um Frauen und Kinder, es waren Erwachsene, die den Lärm vollführten. U. a. wurde die Marseillaise gepfiffen. Kriegsgerichtsrat Ossiander rief hier aus:„Es ist ja ein unglaublicher Widerspruch zwischen den Aussagen dieses Zeugen und denen des Herrn Staatsanwalts!“ Der Staatsanwalt fragte Hauptmann Voigt nochmals, ob er seine Aussagen aufrecht erhalte, Hauptmann Voigt bestätigte klar und unzweidrutig, daß die Menge einen außerordentlichen Lärm auf der Straße verübt habe. Dem Staatsanwalt war dieser Widerspruch unerklärlich. Er habe an dem fraglichen Abend sogleich Aufzeichnungen über das Vorgefallene gemacht, auch seine Niederschrift enthalte nichts über ein lärmendes Benehmen der Volksmenge. Oberst v. Reutter warf hier ein: „Min ist der Widerspruch zwischen den Zeugenaussagen vollkommen verständlich. Das alles ist immer sehr schnell gegangen. Die Leute fanden sich zusammen, schimpften, und wenn gegen sie vorgegangen wurde, stoben sie davon. Das hat der Herr Staatsanwalt im einzelnen vielleicht nicht brachtet.“ Gerichtsassessor Kries betonte energisch, daß von der Menge kein Lärm verursacht wurde. Es sei alles sehr ruhig zugegangen. Hauptmann Voigt konnte demgegenüber nur immer wiederholen, daß der Lärm so stark war, daß er sich ans Fenster begab. Auch im weiteren Verlaus der Verhandlung machten sich die starken Widersprüche in den Zeugenaussagen geltend. Die Zeugin Frau Elias be1 kundere, buß aues ruhig gewesen ser, sie habe sich sogar gewundert, wie ruhig die Bevölkerung geblieben sei; in ihrer Heimat, der Pfalz, wäre es jedenfalls nicht so ruhig zugegangen. Leutnant Bethek machte Angaben über die Gründe, aus denen er Verhaftungen vorgenommen habe. Er habe zuerst einen Mann festgenommen, der ihm stets absichtlich den Weg vertrat. Er habe im ganzen sieben Männer verhaftet, die„13 Mark=Offiziere! Bestien!“ und nicht wiederzugebende Schimpfworte gerufen hatten. Im direkten Gegensatz zu den Aussagen der Frau Elias standen die der Zeugin Frau Evers. Sie wohnt neben dem Hotel„Zum Karpfen“ und hat an dem fraglichen Abend furchtbaren Spektakel gehört. Die Menge draußen schrie:„13 MarkOffiziere, Dreckschwob, Saupreuß, Blutsauger, die Hunde sollen erüskommen, wo ein Schwob hin... wächst kein Gras mehr.“ Und auch der Oberst sei beschimpft worden wie sonst, mit„Seidenes Kaninchen",„Schloßgeist" usw. Der Verhandlungsleiter fragte die Zeugin:„Diese Schimpfereien waren also in Zabern an der Tagesordnung?" Die Zeugin antwortete:„Jawohl, es war einfach furchtbar. Es wurde auch gerufen:„Vive la France!“ Unter den Krakehlern seien auch Zaberner gewesen. Sie habe gehökt, wie man sich gegenseitig zum Skandalmachen anfeuerte, man habe Prämien von 10 Mark ausgelobt für die ärgsten Skandalmacher, dann hieß es wieder:„200 Genossen müssen aus Mülhausen kommen, die müssen einen Skandal provozieren!“ Ebenso wurde gerufen, es müsse südländisches Blut in die Sache hineinkommen, dann erst wäre sie richtig. Die Zeugin gab an, daß sie diese Bekundungen schon in früheren Vernehmungen gemacht habe, sie habe sie aber auf Verlangen des Bürgermeisters zurückgenommen. Sie habe das nicht aus Ueberzeugung getan, sondern weil sie als alleinstehende Frau„nicht in die Zeitung kommen wollte“, womit ihr der Bürgermeister gedroht habe. Oberst v. Reutter sei ein herzensguter Mann. Ein Milchmann in Zabern, der früher in Köln bei ihm gedient hatte, stellte sich ihm einmal auf der Straße vor, der Oberst freute sich außerordentlich darüber und begleitete den Mann ein Stückchen. Als ein Kind des Reservemannes starb, schickte der Oberst einen Kranz. Bei der Vernehmung der Musketiere, die die Krakehler abführten, erkannten die Soldaten verschiedene Zeugen auf das Bestimmteste als diejenigen wieder, die Schimpfworte gerufen hätten. Andere Zeugen, die sich an dem Skandal beteiligt hatten, gaben an, es habe Ruhe geherrscht, einer meinte sogar zur Heiterkeit der Anwesenden, es sei alles mäuschenstill gewesen. Die meisten Zeugen gaben an, sie hätten nichts verbrochen, sie seien unschuldig abgeführt worden. Aber auch andere Ansichten wurden laut. Ein Arbeiter gab an, daß er, trotzdem er schwerhörig sei, lautes Schreien und Johlen gehört habe. Verschiedene Zeugen gaben an, daß sie im Pandurenkeller von den Soldaten mit „Lumpenkerle“ beschimpft worden seien. Bei Erörterung des Falles Levy, in dem Soldaten in ein verriegeltes Haus drangen, gaben Zeugen an, es sei nicht aus dem Hause geschimpft worden. Als Zeuge Schreiner Levy vortrat, um zu bekunden, daß er nicht wisse, weshalb er verhaftet worden sei, rief ein Musketier aus:„Das ist der Mann der gerufen hat! Als ich auf ihn zuging, lief er Wenn er nichts getan hätte, brauchte er doch nicht wegzulaufen.“ Vizefeldwebel Stoll bekundete, daß, als er einen Mann festnahm, der hinter dem Rücken v. Forstner seixte, die Menge Miene machte, den Mann zu befreien. Das Bild blieb immer dasselbe: Zeugen, die sich an dem Krawall beteiligt haben sollten, bestritten das energisch. dessen die Beschäftigung regelmäßig wiederkehrt, nicht wesentlich ist. Vorübergehende Leistungen bleiben bei Personen versicherungsfrei, die sonst berufsmäßige Lohnarbeit verrichten, wenn die Dienstleistungen bei vorübergehender Arbeitslosigkeit nur gelegentlich ausgeführt werden und auf höchstens drei Tage beschränkt sind. Eine Tagung der Handwerkskammern wird noch im Laufe dieses Monats in Berlin abgehalten werden. Es handelt sich dabei jedoch nur um die Vertretungen Preußens, die Stellung zu den sie angehenden Gesetzentwürfen nehmen wollen, die der Landtag zu beraten hat. In erster Linie interessieren das Handwerk die beabsichtigte Aenderung des Kommunalabgabengesetzes und der Wohnungsgesetzentwurf. Auch über die Konkurrenz, die dem Handwerk aus der Gefängnisarbeit entsteht, soll erneut beraten werden. Auch die bevorstehende Tagung zeigt wieder, wie prompt und kampfesfreudig das Handwerk auf dem Plane erscheint, wenn es gilt, seine Interessen zu wahren. Es ist ein frischer Zug in das deutsche Handwerk gedrungen, das zu neuer Blüte einen verheißungzvollen Anlauf nimmt. und auf weniger als eine Woche entweder nach der Natur der Sache beschränkt zu sein pflegen oder im voraus durch den Arbeitsvertrag beschränkt sind. Auch vorübergehende Dienstleistungen, die regelmäßig wiederkehren, bleiben versicherungsfrei, wenn sie gegen einen geringfügigen Entgelt ausgeführt werden, d. h. gegen einen solchen, der für den Lebensunterhalt während des Zeitraums, innerhalb Oesterreich= Ungarn. Die Herzogin von Hohenberg, Gemahlin des österreichisch= ungarischen Thronfolgers, die bisher in der Rangliste für den Gebrauch der Auswärtigen Vertretungen überhaupt nicht aufgeführt war, rangiert in der jüngsten, soeben herausgegebenen unmittelbar hinter ihrem Gemahl und vor dem Erzherzog Karl Franz Joseph und dessen Gemahlin, der Erzherzogin Zita, dem Thronerbenpaar. Frankreich. Eine Steuer auf das konsolidierte Vermögen. Der Unterstaatssekretär im französischen Ministerium des Innern, Perret, hielt in Poitiers auf einem Bankett eine Rede, in der er unter Hinweis auf die geplante Steuerreform erklärte, daß die Regierung die baldige Einführung einer Steuer auf das konsolidierte Vermögen ins Auge gefaßt habe. Frankreichs Marokkopolitik. Wie aus Tanger gemeldet wird, veröffentlicht die dort erscheinende „Dépéche Marocaine“ eine Unterredung mit dem früheren französischen Kriegs= und Kolonialminister Messimy, der als Berichterstatter des marokkanischen Budgets eine Studienreise dorthin unternommen hat. Messimy erklärte u. a.: Frankreich muß unter genauer Beobachtung des künftigen Statuts von Tanger darnach trachten, in Tanger, das nach wie vor das Fort von Marokko ist, eine überwiegende Stelle zu erlangen. Was den vielbesprochenen Marsch nach Tazza anbetrifft, so wird Frankreich diesen zweifellos unternehmen, aber nur vermittels einer langsamen Methode vordringen, welche keine zahlreichen Truppenmassen erfordert. Frankreich sei in Marokko in militärischer Hinsicht bei der größten Kräfteentfaltung angelangt, die ihm die gegenwärtige Lage gestatte. Die fortschreitende Ausgestaltung der eingeborenen marokkanischen und algerisch=tunesischen Truppen müsse es ermöglichen, daß ein Teil der Besatzungstruppen aus Marokko nach Frankreich zurückgesandt werde. Belgien. Die Verstärkung des belgischen Grenzschutzes. Dem Pariser„Eclair“ zufolge beabsichtigt die belgische Regierung zwischen Namur und der luxemburgischen Grenze sechs starke Grenzwachtposten zu errichten, die sich aus militärdienstfreien Leuten zu rekkutieren haben. Aufgabe dieser Posten wäre es, einer Invasion entgegenzutreten und besonders den Eisenbahnlinien scharfe Aufmerksamkeit zuzuwenden. Von der Errichtung kleiner Forts längs der luxemburgischen Grenze sei Abstand genommen worden. P8 be-.. uu Son Sullone und Berchtold. Be:. P italienischen Ministers des Auswärtigen Marquis di San Giuliano bei seinem österreichischen Grafen Berchtold wird nicht schon im Laufe dieses Monats erfolgen, wie es bisher hieß, sondern etwa päter. Dieser Ausschub ist vornehmlich durch Tesundheitsrücksichten des italienischen Ministers dingt, der etwas gichtleidend ist und sich bilden des Winterwetters nicht aussetzen möchte, In den ersten Monaten dieses Jahres wird die Zusammenkunft, der man bei der wieder etwas schwieriger gewordenen Balkanlage hehe politische Bedeutung beimißt, bestimmt stattfinden. Di: beiden Minister werden nicht in Wien, sondern einem der schönen österreichischen Alpenorte, wahrscheinlich am Semmering, zusammentreffen. Aus Stadt und Umgebung. ** Schwerte, 7. Januar. *(Der Provinzial=Landtag) ist auf den 8. März nach Münster einberufen. Am gleichen Tage tritt der rheinische Provinzial=Landtag zusammen. *(Statistisches.) Im Standesamtsbezirk Schwerte sind im Jahre 1913 geboren 195 männliche und 186 weibliche Personen Gestorben sind 148 männliche und 91 weibliche Personen. Es starben Kinder im Alter bis zu 1 Jahr; 40 männlichen, 34 weiblichen Geschlechts; 1—2 Jahren: 8 männlichen, 1 weiblichen Geschlechts; 2—3 Jahren: 5 männlichen, 7 weiblichen Geschlechts; 3—5 Jahren: 3 männlichen, 3 weiblichen Geschlechts; 5—10 Jahren: 2 männlichen, 1 weiblichen Geschlechts. Die Zahl der Eheschließungen stellte sich im Berichtsjahr auf 126. *(Milchfrühstück.) Wie in dem vorigen Jahre, so gewährt auch jetzt, und zwar für die Monate Januar und Februar, der hiesige evangelische Frauenverein in dankenswerter Weise aus seinen Mitteln und freundlichen Zuwendungen von privater Seite schwächlichen Schulkindern der evangelischen Schulen unserer Stadt täglich ein Milchfrühstück. In Betracht kommen insgesamt rund 140 Schulkinder. *(Jubilar der Arbeit.) Am heutigen Tage kann der Polierer H. Fröhling, Dortmunder Weg, auf eine 25jährige Tätigkeit in den Diensten der Nickelwerke zurückblicken. Außer der üblichen Ehrengabe der Firma wurden dem Jubilar auch von seinen Mitatbeitern mancherlei Ehrungen zuteil. *•(Kriegerverein.) In der am Sonntag abgehaltenen Generalversammlung wurden vier neue Kameraden ausgenommen. Den Jahresbericht erstattete in erschöpfender Weise der 2. Vorsitzzende, Prof. Feldhügel. Die Mitgliederzahl betrug am 31. Dezember 1912: 581, 9 mehr als am 1. Januax. Neu ausgenommen sind 75 Kameraden, verzogen, ausgetreten oder gestrichen 57, zur großen Armee abberufen 9. Der Verein hat an den deutschen Kriegerbund 168 Mark gezahlt, aber dafür 257 Mark an Unterstützungen erhalten. Es fanden zehn Generalversammlungen und zwölf Vorstandssitzungen statt. An Festfeiern sind zu erwähnen außer dem Geburtstage Sr. Majestät: Das Stiftungs=Jubiläum des Eisernen Kreuzes, das Regierungs=Jubiläum Sr. Majestät, die Hundertjahrfeier des 18. Oktober. Acht Vorträge hat der 2. Vorsitzende gehalten, einen Kamerad Weber. Den Schluß des Jahresberichtes bildete der Bericht über den Rekrutenfürsorgekursus. Die Dankschreiben des Herrn Landrat Dr. Luckhaus und Sr. Exzellenz des Herrn Generalleutnant v. Harbou wurden verlesen. Ein zweiter, erweiterter Kursus soll in diesem Jahre abgehalten werden.— In der Versammlung wurde der Antrag gestellt:„Kriegsteilnehmer werden auf Kosten des Vereins mit Militärmusik(acht Mann) beerdigt.“ Den Beschluß faßt die nächste Versammlung.— Kamerad Althoff machte die erfreuliche Mitteilung, daß Se. Exzellenz Generalleutnant v. Harbou sein Erscheinen zur Kaiserparade(25. Januar) zugesagt hat. Die Karten für die Kinder=Kinovorstellung sollen bei der Kaiser= Geburtstagsfeier ausgeteilt werden. Alle Kameraden werden herzlich gebeten, sich an der Kaiser=Geburtstagsfeier, auch am Kirchgang und an der Parade, möglichst zahlreich zu beteiligen. F. *e(Aus dem Fenster gestürzt.) Gestern nachmittag stürzte das drei Jahre alte Kind eines Anwohners der Hörder Straße, als es sich etwas zu sehr aus dem Fenster der im ersten Stock belegenen elterlichen Wohnung hinauslehnte, auf die Straße. Die Kleine hatte jedoch Glück beim Unglück, denn sie trug bei dem gefährlichen Sturz nur ganz leichte Verletzungen davon und erholte sich bald wieder von dem ausgestandenen Schrecken. **(Seinen Verletzungen erlegen) ist gestern im hiesigen katholischen Krankenhause der zirka 30jährige Kaufmann Paul G. aus Dortmund, der sich bekanntlich am Freitag voriger Woche im Stadtwalde eine Kugel in selbstmörderischer Absicht in den Kopf gejagt hatte. **(Messerhelden.) In der vorletzten Nacht wurden ins hiesige katholische Krankenhaus zwei österreichische, beim Bahnbau in Geisecke beschäftigte Arbeiter eingeliefert. Dieselben waren in Hengsen mit einigen Burschen in Streit geraten und durch Messerstiche in Kopf und Hals schwer verletzt warden. ** Wandhofen, 7. Jan.(Wasserleitung.) Als eine der letzten Gemeinden des Amtes Westhöfen wird nun Wandhofen auch an das Kreiswasserwerk angeschlossen sein: Mit der Verlegung des Hauptzuteilungsrohres ist begonnen; die Teile strecke für die Chaussee bis zur Schwerter Grenze ist bereits fertiggestellt. Für das Dorf selbst wird, von dieser Leitung abzweigend, die Strangstraße benutzt. * Westhosen, 6. Jan.(Turnverein „Teutonia“.) In der am Sonntag abgehaltenen Hauptversammlung des Turnvereins Porträts des Tages. 4 Graf fugger von Glöft, purdemndenfüirstensendertchbe 90 8 Kinisterpreis. FrhruHertling wurdeind fenstan Kammerpräs. Dr. v. Orterer erhielt den Exellenztitel 2 2. Französ General Eydouz Oberstvon Reutter, rare zum Prozeß: Straßburg Dr. Rudoif von Bitter, Fräsident des Oberverweltungsgericht In unserm vorstehenden„Tableau" bringen wir die Bilder der gegenwärtig meistgenanntesten Männer. König Ludwig von Bayern hat aus Anlaß seines Geburtstages den Präsidenten der Reichsratskammer, Grafen Fugger von Glött, in den erblichen Fürstenstand, den Ministerpräsidenten Freiherr von Hertling in den erblichen Grafenstand erhoben und den Präsidenten der Zweiten Kammer Dr. von Orterer zum Geheümen Rat mit dem Titel Exzellenz ernannt. Den Franzosen, welchen bekanntlich die Berusung der deutschen Militärmission nach der Türkei große Kopfschmerzen machte, ist durch die Erteilung umfassender Vollmachten an den in Athen wir„Teutonia“ wurden auch die Wahlen zum Vorstande getätigt. Darnach besteht dieser aus folgenden Herken: Frz. Brinkmann, 1. Vorsitzender, Fritz Wolff, 2. Vorsitzender, Ad. Ebeling, Beisitzer, Gustav Schneider, 1. Schriftführer, Heinr. Schneider, 2. Schriftführer, Aug. Neveling, Kassenwart, Carl Sude, 1. Zeugwart, Herm. Höbrink, 2. Zeugwart, Otto Löhberg, Leiter der Jugendabteilung. Nach Erledigung der Tagesordnung überreichte Herr Ebeling dem Ehrenmitglied des Vereins, Herrn Goedecke, in Anerkennung seiner Verdienste um den Verein ein hübsch ausgeführtes Diplom. Im Anschluß daran folgte eine kleine Abschiedsfeier zu Ehren des jetzt noch zum Militär einberufenen Turngenossen Meister; bei Liedersang und Becherklang blieben die Jahnjünger noch längere Zeit fröhlich zusammen. Wir wünschen dem Verein auch für das neue Jahr eine gedeihliche Weiterentwicklung und daraufhin ein kräftiges Gut Heil! ** Hennen, 6. Jan.(Der hiesige Krieger= und Landwehrverein) hielt seine erste Hauptversammlung im Vereinslokale des Wirts Kirchhoff=Lehmufer ab, die vom ersten Vorsitzenden, Herrn Wilh. Bimberg, mit einer Begrüßung an die Kameraden eröffnet wurde. Nachdem der Vorsitzende der Jahrhundertfeier der Völkerschlacht bei Leipzig gedachte, sowie der 25jährigen Jubelfeier, endeten seine Ausführungen mit einem Hoch auf unsern Kaiser und Kön g, worin die Versammlung begeistert einstimmte. Zur Aufnahme hatten sich die Kameraden Heinr. Pferdekamp und Johann Schöttler gemeldet, welche beide einstimmig aufgenommen wurden. Ebenso einstimmig erfolgte die Wiederwahl der ausscheidenden Vorstandsmitglieder. Die Kaiser=Geburtstagsseier findet am 1. Februar in althergebrachter Weise statt, Pfefferpotthastessen, musikalische Unterhaltungen mit anschließendem Ball. Ein Antrag auf Verlegung des Vereinslokals vom Lehmufer nach Hennen wurde mit 30 gegen 27 Stimmen abgelehnt, jedoch wurde beschlossen, die Hauptversammlungen an verschiedenen Orten tagen zu lassen, und soll die April=Versammlung bei dem Wirt Wilh. Albrecht in Hennen stattfinden. Nachdem noch einige interne Angelegenheiten erledigt wurden, schloß der Vorsitzende die gut besuchte Versammlung. *e Hennen, 7. Jan.(Tot ausgefunden.) Der, wie wir gestern meldeten, seit Freitag vermißte Invalide Johannes Schröder ist gestern nachmittag in der Nähe des Dorses auf freiem Felde tot aufgefunden worden. Schr. hatte am genannten Tage in Hennen seine Renten abgehoben und war dann noch bei dem Bäckermeister Hübscher gewesen. Seitdem fehlte von ihm jede Spur. Es ist anzunehmen, daß der alte Mann bei der Rückkehr nach Hause vom Wege abgeraten ist und sich dann immer kenden General Eydoux wieder eine kleine Freude bereitet worden. General Eydoux soll der Schöpfer eines griechischen Modell=Armeekorps und damit der Reorganisation der griechischen Armee werden. In Straßburg begann soeben der Prozeß gegen den Kommandeur des 99. Infanterie=Regiments Oberst v. Reutter wegen der bekannten Zaberner Zwischenfälle. Da 120 Zeugen zu vernehmen sind, dürfte sich dieser unerquickliche gerichtliche Akt ziemlich in die Länge ziehen. Der Wirkliche Geheime Rat und Oberpräsident a. D. Dr. Rudolf v. Bitter, Präsident des Oberverwaltungsgerichts, ist in seiner in Charlotten= burg belegenen Wohnung am Sonntag im 78. Lebensjahr einem Herzschlage erlegen. weiter in die Felder verirrt hat, wo er schließlich erschöpft zusammengebrochen und an Herzlähmung gestorden ist, wie der Arzt bei der Leichenschau festgestellt hat. ** Drüpplingsen, 6. Jan.(Schulpersonalien.) Herr Lehrer Gerling, der vor kurzem seine zweite Prüfung bestanden hat, ist von hier versetzt worden. An seiner Stelle ist dem Schulamtsbewerber Eugen Schüßler aus Hattingen vom 1. d. M. ab auftragsweise die Verwaltung einer Schulstelle hierselbst übertragen worden. leiten, den Gasautomaten zu öffnen und diesem einige Groschen zu entnehmen. Die Sache wurde bei der nächsten Revision entdeckt und gegen die u Anklage erhoben. Der Bagatelldiebstahl hätte für die Angeklagte schwere Folgen haben können, denn sie ist bereits geringfügig vorbestraft. Der Vertreter der Anklage mußte daher auch, nach dem Buchstaben des Gesetzes auf Rücksalldiebstahl plädieren, und beantragt; gegen die Frau die gesetzliche Mindeststrafe von einem Jahr Gesängnis. Der Gerichtshof zog aber in Erwägung einmal, daß der gestohlene Betrag sehr gering war, und zum andern, daß die Frau in entschuldbarer Notlage gehandelt habe. Nach der Novelle zur Styafprozeß ordnung tritt aber in solchen Fällen eine Strafverfolgung nur auf Antrag des Geschädigten ein; auch kann das Gericht dann noch auf Geldstrafe er kennen. Als geschädigt kam im fraglichen Fall die Stadt in Betracht, die durch den Oberbürgermeister vertreten wird. Der Oberbürgermeister hat es nun abgelehnt, einen Strafantrag zu stellen, und in Ermangelung eines solchen mußte das Gericht auf Freisprechung erkennen. * Elberfeld, 6. Jan.(Ein lustiges Schelmenstück,) dessen Opfer die Ronsdoifer Polizeiverwaltung war, verübte am 8. Oktober 1913 der Arbeiter Ludwig Dugen aus Ronsdorf. Er sowohl wie sein Freund Weber waren am genannten Tage wegen des Verdachts, einen Dieb. stahl begangen zu haben, festgenommen worden. D. wurde bald wieder entlassen, sein Freund hingegen dabehalten. Auf folgende Weise verschaffte D. nun seinem hinter schwedischen Gardinen sitzenden Freunde wieder die goldene Freiheit. Er rief von einem Geschäft aus die Ronsdorfer Polizei an, stellte sich dem am Apparat erscheinenden Polizeibeamten als Kollege aus Langerfeld vor, der beauftragt sei, die Ronsdorfer Polizei zu ersuchen, den Verhafteten, der in gutem Rufe stehe, sofort freizulassen und ihm ein Zehrgeld von 1 Mark zu verabreichen, das von der Gemeinde Langerfeld zurückerstattet würde. Der Schelmenstreich gelang. Weber bekam seine Mark und wurde entlassen. Er traf gleich darauf mit seinem Retter zusammen und verkneipte mit ihm die Mark, die er in fürsorglicher Weise von der Polizei erhalten hatte. Die Freude dauerte nicht lange, der Schwindel kam bald heraus und die beiden losen Vögel wurden wieder eingelocht. Dugens Streich hatte eine Anklage gegen ihn wegen Gefangenenbefreiung, Betrugs und Diebstahls— er hatte nämlich in dem Geschäft, das ihm erlaubte, zu telephonieren, einige Postwertzeichen gestohlen— und seine Verurteilung zu fünf Monaten Gefängnis zur Folge. —— Westfalen und Rheinland. * Hörde, 6. Jan.(Rabiater. Bursche.) Der Polizeisergeant Brause in Hörde sollte in Bickefeld einen Holländer verhaften. Als er seinen Auftrag ausführen wollte, schlug ihm der Holländer mit einer eisernen Stange über den Kopf, so daß der Beamte einen Schädelbruch erlitt und zusammenbrach. Der Täter entwich und konnte bisher nicht ergriffen werden. * Haspe, 6. Jan.(Eine Beleidigungs= klage.) Am kommenden Donnerstag findet vor dem hiesigen Schöffengericht eine eigenartige Verhandlung wegen Beleidigung statt. Als im Juni v. J. ein 80jähriger Bürger gestorben war, wurde dicht am Trauerhause von einer Straßenkapelle das Lied„Großer Gott, wir loben dich“ gespielt. Die Witwe setzte auf die Ermittlung des Veranlassers eine Belohnung von 50 Mark aus. Es gelang nach vieler Mühe, diesen zu ermitteln, und die Kgl. Staatsanwaltschaft hat daraufhin das Strafverfahren wegen öffentlicher Beleidigung eingeleitet. * Oberhausen, 6. Jan.(Großfeuer.) Heute abend um 8 Uhr gerieten auf dem Bahnhose Oberhausen=West etwa 15 Güterwagen, sogenannte Tankwagen, die Teer und Petroleum enthielten, in Brand. Es erfolgten zahlreiche Explosionen. Mehrere Feuerwehrleute erlitten Verletzungen. Der Schaden ist beträchtlich. * Barmen, 6. Jan.(Ehrung der Soldaten.) Den bei dem Eisenbahnunglück in Woippy getöteten drei Soldaten aus Barmen wird hier eine besonders feierliche Bestattung zu, teil werden. Die Leichen werden in der Ruhmeshalle aufgebahrt und am Donnerstag nachmittag unter Beteiligung sämtlicher Landwehr= und Kriegervekeine den verschiebenen Friedhöfen zugeführt werden. * Barmen, 6. Jan.(Aus Not.) Unter der Anklage des Diebstahls sollte sich eine Ehefrau verantworten, die mit ihrem Mann in den denkba## dürftigsten Verhältnissen lebt. Als die Not aufs höchste gestiegen war, ließ sich die Frau, um für ihren Säugling Milch kausen zu können, dazu verUeberführung der Opfer von Woippy Gestern nachmittag erfolgte die feierliche Ueberführung der sieben Opfer des Eisenbahnunglücks bei Woippy vom Garnisonlazarett I nach dem Hauptbahnhof in Metz, von wo sie im Sonderzuge zur letzten Ruhe in ihre Heimat Barmen und Hagen i. W. gebracht werden. Schon vor 2 Uhr hatte sich vor dem Garnisonlazarett eine große Menschenmenge eingefunden. Auf der Straße standen die sieben Leichenwagen bereit, während im Hose des Lazaretts Abordnungen des Offizierkorps, an der Spitze die Generalität, und der Mannschaften, sowie Vertreter der Eisenbahnverwaltung und Abordnungen von Eisenbahnern Aufstellung genommen hatten. In der Leichenhalle, in der die sieben Särge aufgestellt waren, fand eine kurze schlichte Feier statt, bei der der evangelische Divisionspfarrer und nachher der katholische Divisionspfarrer feierliche Gebete sprachen. Hierauf wurden die Särge, denen von Soldaten zahlreiche Kränze vorangetragen wurden, unter tierfstem Schweigen auf die Leichenwagen gehoben, und nun setzte sich der Leichenzug durch die Stadt zum Bahnhof in Bewegung. Eine gewaltige Menschenmenge um säumte die Straßen und verharrte in tiefster Ergriffenheit. Zwei Militärkapellen befanden sich im Zuge, in dem außer der Generalität und einer großen Anzahl der Offiziere der Garnison, sowie der Vertreten der Eisenbahnverwaltung, große Abordnungen der in Metz garnisonierenden Regimenter, namentlich derjenigen, denen die Toten angehört haben, sowie starke Abordnungen von Eisenbahnern sich befanden. Auf der Hauptrampe des Hauptbahnhofes wurden die Särge niedergegestellt, und die beiden Divisionspfarrer sprachen nochmals Gebete. Darauf wurden die Särge in die Wagen des bereitstehenden Sonderzuges gehoben, der sich dann in Bewegung setzte. Kunst und Wissenschaft. Der„Parsival“ in Berlin. Berlin, 6. Jan. Gestern abend wurde im Königlichen Opernhaus zum ersten Male Wagners Bühnenweihefestspiel„Parsival“ gegeben, unter der musikalischen Leitung des Generalmusikdirektors Blech. Bei der Einrichtung, für die sich der Kaiser lebhaft interessiert hat und die unter der Oberleitung des Generalintendanten Grafen von HülsenHaeseler geschaffen ist, haben mitgewirkt: Maschineriedirektor Brandt, Professor Kautsky, Hofoat Rausche, Maler Heil und Maler Quaglio. Die Hauptrollen sind doppelt und dreifach besetzt. Das Haus war von einem festlich gekleideten Publikum gefüllt. In der großen Hofloge versammelte sich die Umgebung der Majestäten. Um 5½ Uhr erschienen der Kaiser und die Kaiserin, der Kronprinz und Nr. 5. Beilage Mittwoch, 7. Januar 1914. Königs=Geburtstag in München König Ludwig von Bayern feiert am 7. Januar seinen 68. Geburtstag(geboren 1845). Am 12. Dezember 1912 folgte der damalige Prinz Ludwig seinem verstorbenen greisen Vater Luitpold als Regent und im letzten November übernahm er nach vorausgegangener notwendiger Aenderung der Verfassung die Köngswürde an Stelle seines kranken Vetters, des Königs Otto. Als ein ganz hervorragender Regent und Staatsmann, als ein volkstümlicher Fürst und Patriot und als ein ausgezeichneder Kenner aller Zweige des wirtschaftlichen Lebens, namentlich auch des Verkehrs und der Landwirtschaft, steht der Monarch nicht nur in seiner engeren Heimat, sondern im ganzen Reiche im höchsten Ansehen und erfreut sich einer verdienten Beliebtheit. Sein Geburtstag, der erste als König, wird in Bayern in Stadt und Land gefeiert, und dieses Tages wird auch im Reiche mit Teilnahme gedacht werden. Durch die Erhebung des Ministerpräsidenten Freiherrn von Hertling in den Grasenstand, sowie die Auszeichnung der übrigen Mitglieder der Regierung in München und der beiden Präsidenten des bayerischen Landtages hat der König seinem Geburtstage ein bedeutsames Zeichen geben und seinem Dank für die glückliche Regelung der Königsfrage Ausdruck verleihen wollen. Daß einem Regierungswechsel Standesverleihungen und Ordensauszeichnungen in größerer Zahl folgen, ist ja an und für sich nichts Seltenes, sie fallen aber hier bei den eigenartigen Verhältnissen, die solange in folge der Krankheit des Königs Otto bestanden haben, noch besonders ins Gewicht. Und seine Dankbarkeit ehrt den König! Es ist verfehlt, diese Ernennungen mit parteipolitischen Erwägungen zu verknüpfen, denn König Ludwig wie seine Berater stehen fest wie nur andre Männer auf dem Boden des Reiches. Es hat bekanntlich zuweilen nicht an allerlei Flüstereien gefehlt, die von Gegensätzen zwischen München und Berlin sprachen, die in Wahrheit nicht bestanden haben. Und nicht um diese Ausstreuungen für unwahr zu erklären, sondern weil es ihm selbstverständlich erschien, hat König Ludwig bei seinen wiederholten Begegnungen mit dem Deutschen Kaiser im Vorjahre und bei der nationalen Gedächtnisfeier in Kelheim so ticf empfundene Worte gebraucht. Damit ist die Richtschnur Bayerns für immer gegeben, und in seiner inneren Politik hat der bayerische Staat selbstverständlich die völlige Freiheit seines Handelns. Auch hier heißt es: Kampf schafft Vollendung! —— Westfalen und Rheinland Iserlohn, 6. Jan.(Selbstmord.) Seinem Leben durch einen Revolverschuß ein Ende gemacht hat heute nachmittag in seiner Wohnung in der Oststraße der Gießer Karl Kramer. Der Lebensmüde war 41 Jahre alt, verheiratet und hinterläßt eine Witwe mit vier Kindern. Bis vor etwa 14 Tagen hat K. in Schwerte gearbeitet, woselbst er wegen Hausfriedensbruchs usw. zu einer längeren Freiheitsstrafe verurteilt wurde. Dieser Umstand hat den Mann vermutlich den Revolver in die Hand gedrückt. * Brambauer, 6. Jan.(Gelddiebstahl. Dem Dienstmädchen des Kaufmanns J. S., Karlstraße 23, das von der Herrschaft zur Einzahlung von Geld zut hiesigen Post geschickt worden war, S wurden am Postschalter in dem Augenblick, als es das Portemonnaie neben sich auf das Schalterbrett gelegt hatte, das Portemonnaie mit 214 Mark Inhalt gestohlen. Die polizeilicherseits angestellten Enmittelungen werden hoffentlich den Täter über führen. * Brambauer, 6. Jan.(Zu einem schweren Exzeß) kam es in der vergangenen Nacht auf der Lüner Straße. Einige im Kreise Hamm beschäftigte bayrische Holzfäller hatten hiesige Landsleute besucht und durchzogen lärmend und skandalierend die hiesigen Straßen. Den Aufforderungen der Polizeisergeanten Kötting und Hellmann zur Ruhe und Abgabe der Namen wurde keine Folge geleistet, die Beamten vielmehr angegriffen, zu Boden geworfen und derart bedrängt, daß sie von der Hiebwasse Gebrauch machen mußten. Zwei der Haupttäter, die Holzfäller Stückler und Gerold, wurden schließlich überwältigt und nach erheblichem Widerstand festgenommen. Ein dritter Täter, der Bergmann See von hier, trug durch einen Säbelhieb eine schwere Verletzung davon, die seine Einlieferung ins Krankenhaus erforderlich machte. * Rünthe, 6. Jan.(Diebstahl.) In der Nacht vom 3. zum 4. Januar wurden bei dem Uhrmacher Wilh. Westerholt in Rünthe für etwa 4280 Mark Uhren, Uhrketten und sonstige Waren gestohlen. Der Tat verdächtig ist der Gehilfe des W. Er wurde noch am Sonntag verhaftet. Er scheint übrigens Helfershelfer gehabt zu haben, da die gestohlenen Sachen nicht bei ihm gefunden wurden. * Paderborn, 6. Jan.(Explosion.) In einem Hause der Uhlenstr. erfolgte eine gewaltige Ofenexplosion. Der Ofen wurde in kleine Stücke zertrümmert, das Mobilar und viele Wäsche beschädigt. Zum Glück kam kein Mensch ums Leben. Das Dynamit muß beim Sprengen der Flöze in der Kohlengrube zwischen die Kohlen geraten sein, ohne daß es auf dem Wege zum Ofen entdeckt wurde. * Wiedenbrück, 6. Jan.(Zu dem Familiendrama) in der Familie des Kreiswegemeisters a. D. Schauerte wird uns noch mitgeteilt, daß der lüchtige Mörder seiner Mutter und Schwester, der Kaufmann Jos. Schauerte, immer noch nicht ergrissen ist, trotzdem sein Signalement an alle Polizeidirektionen gesandt ist. Der in der Mordnacht verhaftete Schauerte sen. befindet sich noch immer in Haft, da der Verdacht besteht— resultierend aus den unglücklichen Eheverhältnissen— daß er, wenn er auch an den Mordtaten nicht direkt beteiligt ist, diese doch durch sein passives, noch nicht völlig aufgeklärtes Verhalten in der Mordnacht begünstigt hat. * Gelsenkirchen, 6. Jan.(Im Gefängnis verbrannt.) Ein in Untersuchungshaft befindlicher Arbeiter stieß im hiesigen Gerichtsgefängnis aus Versehen bei Zubettgehen die brennende Lampe um. Hierbei explodierte der Petroleumbehälter. Der brennende Inhalt ergoß sich über den Gefangenen. Er erlitt derartig schwere Verletzungen, daß er bald starb. * Hamborn, 6. Jan.(Beim Kartenspiel) gerieten in der Kronprinzenstraße die Italiener Bitasta und Arister in Streit, in dessen Verlauf beide mit dem Messer auf einander einstachen. Arister ist seinen Verletzungen heute erlegen, bei Bitasta soll keine Lebensgefahr mehr bestehen. * Aachen, 6. Jan.(Mordversuch und Selbstmord.) Der Chauffeur eines hiesigen Waggonfabrikanten geriet gestern abend mit seiner Frau in seiner Wohnung in einen Streit, der schließlich soweit ausartete, daß der Chauffeur auf Enver Pascha über seine Fiele. 8) Kaum ist die Ernennung Enver Beys zum Kriegsminister und seine Beförderung zum General, die ihm den Titel eines Paschas mitbrachte, vollzogen worden, so erheben die Franzosen auch schon wieder mit lautem Nachdruck ihre Stimmen, um in der bekannten Liebenswürdigkeit, mit der sie alle Freunde Deutschlands bedenken, gegen ihn Stimmung zu machen. In der Pariser Presse wird allgemein darauf hingewiesen, daß Enver Pascha derjenige Politiker der Türkei ist, der am meisten zu Deutschland geneigt ist. Seine Beförderung wird unter den augenblicklichen Umständen als eine erneute Niederlage Rußlands betrachtet. Es wird weiter erklärt, daß durch diesen Schritt die Abhängigkeit General Liman. v. Sanders vom türkischen Kriegsministerium vollkommen illusorisch wird, da Enver Pascha als persönlicher Freund des Generals und einer Anzahl Offiziere der deutschen Mission ihrer Tätigkeit niemals irgendwelche Hindernisse in den Weg legen wird. Auch in Konstantinopel sind die an Zahl nicht geringen Gegner des neuen Kriegsministers eifrig an der Arbeit, ihn als einen Kriegshetzer und phantastischen Revancheschreier hinzustellen. Es ist daher von Interisse, aus dem Munde von Enver selbst Aeußerungen über die Ziele, die er verfolgt, zu hören. Der Kriegsminister hat dem Korrespondenten des Londoner„Daily Telegraph“ folgende Erklärungen gegeben:„Der einzige Beweggrund, den ich hatte, um einen so schwierigen Posten anzunehmen, ist der, daß ich an der schweren Ausgabe der militärischen Reorganisation mitarbeiten wollte. Ich trat ins Kabinett ein, um die Reorganisation und die Reform zu fördern. Sie sehen, daß ich weit davon entfernt bin, kriegerische Absichten zu haben, da Militärreformen und kriegerische Absichten sich widersprechen. Wenn wir lebhaft eine organisierte Armee wünschen, so geschieht das nicht aus dem Grunde, daß wir anderen den Krieg erklären wollen, sondern nur, um die anderen zu zwingen uns in Frieden Zu hsentu. seine Frau einen Nevolver anlegte. Da die Waffe versagte, untersuchte der Mann diese nochmals und legte hierauf auf sich an. Jetzt krachte ein Schuß und tödlich getroffen brach der Mann vor den Augen seiner Frau zusammen. * Koblenz, 6. Jan.(Brudermorder.) Im Verlauf eines Streites stach der Möbeltransporteur Wallendorf seinen Bruder mit einem Messer in den Unterleib. Der Verletzte ist nach seiner Ueberführung in das Krankenhaus gestorben. Der Mörder ist bereits mit sechs Jahren Zuchthaus vorbestraft. * Trier, 6. Jan.(Altertumsfunde.) Bei Ausschachtungsarbeiten zum Bau einer neuen Kavalleriekaserne am Eurener Weg stieß man auf eine Anzahl römischer Steinbänke, die wahrscheinlich noch auf ihrem ursprünglichen Platze im Viereck aufgestellt waren. Die Bänke sind mit Inschriften versehen und sind aus riesigen Sandsteinblöcken gehauen. Ferner wurden zwei Platten mit Grabinschriften und das Fragment des Schaftes einer Sandsteinsäule freigelegt. Man nimmt an, daß die gefundenen Sachen zu der großen Römervilla in Euren, die schon zu mannigsachen wertvollen Junden geführt hat, gehören. * Trier, 5. Jan.(Eine„beachtenswerte“ Entscheidung) sällte das hiesige S.h öfsengericht. Ein Wanderbursche bestieg in Diedenhofen das Bremserhäuschen eines Güterzuges und gelangte als blinder Passagier nach Trier. Hier wurde er von Bahnbamten bemerkt und der Polizei übergeben. Er stand wagen Betrugs vor dem Schöffengericht. Der Staatsanwalt beantragte 10 Mark Gelostrafe, das Gericht sprach den Angeklagten mit der Begründung frei, daß das Bremserhäuschen eines Güterzuges kein Besörderungsmittel im gesetzlichen Sinne sei, denn für das Fahren in einem Bremserhäuschen werden keine Fahrkarten ausgegeben. Wenn der Anzeklagte das Bremserhäuschen ohne Fahrkarte bestieg, so beging er damit keine salsche Vorspiegelung. Anders hätte der Fall gelegen, wenn der Angeklagte einen Personenwagen bestiegen hätte, denn dann hätte eine Benachteiligung des Fiskus vorgelegen. Im vorliegenden Fall kommt ein Betrug nicht in Betracht, wohl liegt ein unbesugtes Betreten des Bahnkörpers vor. —— Starker Frost in Frankreich und Spanien. Der seit einigen Tagen in Frankreich herrschende Frost dauert auch jetzt noch an. Besonders ausden südlichen Gegenden laufen Nachrichten über einen äußerst hestigen Frost ein. Da die elektrischen Signalapparate der meisten Eisenbahnlin eingefroren sind, ist der Zugverkehr äußerst schwer und mit großen Verspätungen verbunden. An der oberen Garonne wird eine Temperatur von sieben Grad unter Null gemessen, in den östlichen Pyrenäen eine solche von zwölf Grad. Aus Macon wird eine Temperatur von 14 Grad unter Nul und ein äußerst heftiger Schneefall gemeldet, so daß einzelne Gegenden eine meterhohe Schneedecke aufweisen. In Bourgonne herrscht eine Temperatur von 15 Grad. Verschiedene Bauern in der Umgegend von Cluny wollen Wölfe bemerkt haben. Die Schiffahrtskanäle dieser Gegend sind zugefroren, so daß der Schiffsverkehr unmöglich geworden ist. In St. Catarine, einem Dorfe in den oberen Pyrenäen, kamen drei Personen, die im Walde Holz gesucht hatten, vor Kälte um. Zur Winterszeit klagt manche Hausfrau, daß ihr die Zubereitung des einen oder anderen Gekichtes nicht so vollkommen gelingen wolle, wein frische Küchenkräuter rar, getrocknete aber kein ge nügender Ersatz seien. Da erinnere sie sich an ein treffliches Hilfsmittel: Maggi's Würze. Gibdiese doch mit wenigen Tropfen jeder schwache Fleischbrühe, Suppen, Saucen, ebenso Gemüsen Salaten usw. vollmundigen, herzhaften Wohlgen schmack; sie hat schon oft im letzten Augenblick ein Speise gerettet, die sich zuerst beim Kosten als sar erwies. Aus großer Zeit. Roman von O. Elster. 59 „Meine Tochter,“ rang es sich von seinen Lippen. Das Eis an seinem Herzen war geschmolzen und er streichelte, die Wangen Gesines und küßte ihren blonden Scheött. 4. Schulmeit „Na, Christian Ahrenot, rief der Schuimeister Benjamin Stöckel lustig,„jetzt kann ich wohl das Aufgebot bestellen 22 Perense fa# „Ja, meinte Christian Ahlenertachend,„will denn das Mädchen den Einarm heirgten? Wirst Deine liebe Not mit ihm haben, Gesine. „Ich werde schon mit ihm fertig werden, Vater,“ entgegnete Gesine und ein schelmisches Lächeln glitt über ihre Züge. „Das glaub' ich auch,“ lachte der Alte.„Du bist mit uns allen fertig geworden, Mädchen, und auch mit der wilden Zeit und den Mühen und Gefahren der Welt. Her Deine Hand, Mädchen! hast meinen Jungen treu durch alle Gefahren be gleitet, Du hast Dein Wort eingelöst, das Du mir vor Jahren gegeben haft, Du hast ihn hindurchge: führt durch den Kugelregen der Feinde, Du lu## ihn auch weiter durchs Leben führen. Wenn auch sein rechter Arm verloren ging, und Du ihm nur an die linke Hand getraut werden kannst, Gesine, Du bist doch seine echte, rechte Frau— Gesine schlang die Armeum den Nacken des Alten und weinte heiße Dankestränen. Der Kantor Benjamin Stöckel aber nahm eine gewaltige Prise und meinte lächelnd:„Das ist die wahre Belle=Alliance— das schöne Bündnis.— Jahre sind verflossen. Ueber den Gräbern der Gefallenen bei Waterloo und Belle=Alliance grünen und blühen die Blumen und wogen goldene Saaten. Der Löwe von Waterloo, den die dankbare die Völker Europas so heiß gekämpft. Neben ihm liegt das kleine Gehöft Belle=Alliance, wo einst der eiserne Herzog Wellington und Marschall Vorwärts sich die Hände nach dem gemeinsam erkämpften Siege reichten, still und friedlich im Kranze seiner Gärten. Dort auf dem Felsen die einfache Säule hat England seinen gefallenen Söhnen errichtet und jene Pyramide dort erzählt von den Taten der preußischen Krieger. Goldene Weizensaaten wogen auf dem Felde des Blutes; nur kleine Grabhügel und die Spuren der Kugeln an den Häusern erinnern noch an die größte furchtbarste, an die letzte aller Schlachten des gewaltigen Eroberers. Sonst Frieden auf Erden! Und Frieden auf Erden herrscht auch in der rotblüthenden Heide am Weserstrand und in dem Ahrendtshof, wo die Sense erklingt und die Rosse im Stall stampfen. Wie durch Schlachten und Wunden und Blut hat Gesine, die Tochter des alten Hans Heinrich, den Gatten durch alle Führnisse des Lebens mit sicherer, sanfter Hand geführt und wenn Du jetzt, lieber Leser, nachdem alle, auch Gesine und Karl Ahrendt, unter dem grünen Rasen des kleinen Kirchhofes von Nienhagen schlafen, dort hinkommst, dann meldet Dir ein Grabstein auf dem gemeinsamen Grabe Gesines und Karls von dem Leben und Sterben der beiden treuen Gatten. Johannes Stöckel, der Nachfolger, seines Vaters, des Kantors Benjamin Stöckel hat die Grabschrift verfaßt und ist nicht wenig stolz darauf. Er zeigt sie allen Besuchern Nienhagens und erzählt ihnen die Geschichte Gesines, der Tochter des alten Fährmanns. So habe auch ich die Geschichte erfahren und sie Euch, meine lieben Leser, wiedererzählt. Auf dem Grabstein Gesines und Karls aber „Hier ruhte sauft in dem Gezelt des Sarges Befreit von Kugelschuß und Bajonettenstich. Bei Waterloo geschah Dir so was Arges, Gattin, die Dich durch manches feindliche Lager führte. Diese Deine brave Gattin habe nun als Orden an Deiner Brust, wenn Du vor Deinem himmlischen Wachkommandeur und König erscheinen willst. — Ende.— Durch die Blume.„Also, Du bist mit dem Lehrling, den ich Dir empfohlen habe, nicht zufrieden? Was gefällt Dir denn nicht an ihm? —„Sein Deutsch!"—„Sein Deutsch? Wieso denn?"—„Er verwechselt mein und dein! Der Schüchterne. Fräulein:„Aber Oskar, Du bist ja nicht rasiert?“— Oskar:„Ja, Else, ich habe halt nicht gedacht, daß wir heut schon bis zum Kuß kommen werden!" Ausweg. Der Schneidermeister Klapprig zerbrach sich den Kopf, wie er den Lehrer seines Sohnes, der bei ihm einen Anzug hatte machen lassen, sanft aus Zahlen erinnern könnte. Endlich hatte er es. Er schickte am nächsten Ersten seinen Sohn nicht in die Schule. Am folgenden Tage gab er ihm einen Entschuldigungszettel folgenden Inhalts mit:„Geerter Herr Lerrer! Ich schökte meineu Sohn Karl gestern nicht in die Schulle, damit geöhrter Herr Lerrer nicht klauben ich will Ihnen am 1. an die 65 Mark erliunern.“ Unter Seebären.„Als ich Kapitän war, da habe ich bei einem Schiffbruch stets das Schi als letzter verlassen.—„Das ist brav von Ihnen gewesen, Kapitän.“—„Ja, ich wollte, daß die Passagiere und Mannschaften zuerst erprobten, ob das Floß auch fest ist—“.... Vater(zu der hübschen Tochter seines auten Freundes:„Adieu, mein Kind. Ich will Dich heute nicht küssen; ich bin zu stark erkältet.“— Sein Sohn(eifrig):„Kann ich etwas für Dich tun, Vage Professor der Chemie:„Sollte bei diesem Experiment etwas schief gehen, könnten wir und das ganze Laboratorium mit uns himmelhoch in die Luft fliegen! Treten Sie näher heran, meine Herren, damit Sie mir besser zu folgen vermöAufmerksam. Beamter(zu einem Verurteilten):„Sie kommen wieder in dieselbe Strafanstalt, in der sie zuletzt waren!"— Verurteilter: „O, ich danke for die kleeue Uffmerksamkeit! Zarter Wink. Frau(zum Gatten, als sie in der Kleume siund):„Franz, IPgezapse, Pah heutewenigstens den Klavierleyn u., Mich Wir schulden ihm schon fünf Monale Anterricht, und nun spielt er die letzten Tage mit unserem Lieschen nichts anderes mehr als:„Lang', lang' Nobel.„Doch ein seiner Kerl, der Direktor: Als ich ihn um hundert Mark aupumpen wollte, drückt er mir stillschweigend in die Hand.— Ich hatte auf höchstens zwei Mark gerechuet!“ Verteidigung.„Der Staatsanwalt, meine Herren Geschworenen, behauptet, der Angeklagte hätte die Tat begangen. Dieser sagt nein. Ich bitte Sie, diesbezüglich zu bedenken, daß der Angeklagtdabei war, der Herr Staatsanwalt aber nicht! Schlagfertig. Herr(mit Glatze):„Gnädiges Fräulein, wissen Sie, was Sie mit einem Bahnhof gemeinsam haben?“— Dame: — Herr:„So regelmäßige Züge.— Dame;(die den Hinweis auf ihr Alltagsgesicht sehr wohl vr# stand):„Wissen Sie denn, was Stemtt einem Eisenbahnwagen gemeinsam haben'g.„, Matform. denklich):„Nein!“— Dame:„Em- Plunheen Weitläufig verwandt. Ein Irländer macht die Bekanntschaft eines Landsmannes und fragt ihn:„Sie heißen Riley und kommen aus York? Sind Sie vielleicht ein Verwandter von Tom Riley?“— Allerdings, aber nur ein sehr entfernter Verwandter. Ich bin das erste unde ist das achtzehnte Kind meiner Mutter. 7 Die Anfertigung aller Garderobenstücke in nach unleren Standard=Schnittmustern spielend keicht selbte für Damen, die nicht schneldern gelernt daben. ∆ S c h n i t t m u s t e r z u a l l e n A b b i l d u n g e n in den Normalgrößen 42. 44 und 46 liefert unsere Expedition an Abonnenten zum billigen Preise von nn 50 Pig pro Stuck. Nr. 2435..: Nr. 2434. Nr. 2436 ss A CGC ∆ * Möbeotief. Wenn man früher von Sportmoden sprach, dann erschienen vor dem geistige farblose Lodenkostüme, die zu 9 Teilen sehr praktisch, zu einem Teil mehr annehmbar als hübsch waren. Seit einiger Zeit ist dies besser geworden. Man hat erkannt, daß ein Sportkostüm sehr wohl praktisch und doch auch hübsch sein kann. Seit sich der Wintersport so vielseitig entwickelt hat und sein wohltuender Einfluß überall anerkannt wird, seit sich dem Schlittschuhsport das Rodel= und Bosleighfahren angeschlossen haben, seit wir über weiße, weite Flächen mit den Schneeschuhen gleiten, hat sich auch Frau Mode des Sportes angenommen und der praktischen Kleidung etwas von ihrem Geiste gegeben, so daß auch das schönheitsdurstige Auge befriedigt sein kann. Wie im vergangenen Winter herrschen auch im kommenden kräftige Farben, doch ist hier besondere Vorsicht geboten, damit die Farbenfreudigkeit nicht in Geschmacklosigkeit übergeht. Duvetine, Engadiner Loden, Homespun und ähnliche Stoffe werden durch den gerippten Velvet, der in den feinsten Sortimenten auftritt, ergänzt. Er hat den Vorzug größerer Schmiegsamkeit. Einen Ruhepunkt in der großen Farbensymphonie bilden Kostüme aus schwarzem Engadiner Loden mit weißen Kugelknöpfen. Der Rock, der stets kurz und mäßig weit ist, besteht für den Schneesport aus ein oder zwei Bahnen. Für den gleichen Zweck sind die Jacken hochschließend, mit langen Aermeln gearbeitet und lehnen sich in ihren Grundlinien der herrschenden Mode an. Für den Skisport gilt auch das Beinkleid(Pumphosen) als dezent und schick. Eine große und bedeutsame Rolle spielt naturgemäß die Unterkleidung, die, dem raschen Wechsel von Wärme und Kälte entsprechend, wärmend und doch nicht drückend sein soll. Trikot und Seide werden hierfür bevorzugt, während das Beinkleid aus dem Stoff des Rockes bestehen sollte. 3 □ 83 2136 2434. Kostüm mit Tunikarock für Mädchen von 11—13 Jahren. Zu rotem Cheviot bildet Biberpelz die Garnttur als Schalkragen, Aermelmanschetten und Pelzröllchen; letzteres begrenzt Rand und Nähte der Tunika. Leicht geschweifte Jacke mit abgerundeten Vorderteilen. Erforderliches breit. 2485. Eislaufkostüm mit Weste. Zu dem hellgrauen Wollvelours des Zweibahnenrockes und der gleichen Weste mit Stehumlegekragen bildet die kurze Jacke aus schwarzem, gepreßtem Samt mit weißem Grund einen aparten Kontrast, während Fuchspelz Schalkragen und Manschetten bekleidet. Erforderliches breit, und 3 m Samt, 60 cm breit. 2436. Wintermantel für Mädchen von 6—8 Jahren. Schwarzer Köpervelvet und weißer Pelz bilden das praktische Material des Sackmantels. Der Pelz bildet den Kragen und säumt den rechten Vorderleil und den unteren Rand. Verdeckter Knopfschluß. ErVelvet, 50 cm breit. 2437. Kostüm für den Wintersport. Das praktische Kostüm kann sowohl zum Skilaufen, das überall Eingang gefunden hat, wie zum Rodelsport verwendet werden. Zu letzterem kann der Rock etwas länger sein. Als Material diente brauner Engadiner Loden; dazu Biberpelz als Garnitur. Der Rock besteht aus vier Bahnen, wobei Vorder= und Hinterbahn breite Quetschfalten bilden. Die Jacke ist leicht blusig mit anliegendem Schoß und aufgestepptem Gürtel gearbeitet. Pelz bekleidet den breiten Kragen, während die Aermel nur Stepplinien erhalten. Als Ergänzung dient ein weißer Sweater, der nirgends Schnee durchläßt, und eine durch ein Kinnband gehaltene Kappe aus dunkelbraunem Köpervelvet mit Biberumrandung. Schnürstiefel mit Wiclelgamasche und Resormbeinkleid. Läufer in Weiß= und Lochstickerei. Größe: 36:100 cm. Läufer in Weiß= und Lochstickerei. Größe 36:100 cm. Ruhig— vornehm erscheint der Läufer mit seiner gediegenen Weißstickerei. Den Zwischenraum zwischen der Lochgirlande und den langettierten Außenbogen bilden kleinere, unterlegte Punkte. Sie wiederholen sich an der Mittelbaumwolle das Material. Milien mit Richelienstickerei und Filetecken. Bei der 60 cm großen Decke aus weißem Leinen bilden Langetten die Umrandung. Daran schließt sich eine aparte Richelieustickerei, während die im Leinen=Stopfstich gearbeiteten Quadrate und Dreiecke aus Tüll eingesetzt sind. Als Material dient Twist. Für die Richelieustickerei werden die Konturen im Steppstich vorgezogen. Der unter den Verbindungsstäbchen liegende Stoff wird erst nach Fertigstellung der Arbeit fortgeschnitten. sehr gute Manieren und war außerordentlich höflich und gefällig, besonders aber gegen sie. Weder der Professor, noch Martha selbst fanden darin etwas Auffälliges, war sie doch fünf Jahre älter als er, und dieser Altersunterschied war Gewähr genug dafür, daß zwischen den beiden keine Liebelei sich anspinnen konnte. Der Verkehr zwischen Martha und Robert wurde immer herzlicher und vertrauter, bis das Mädchen eines Tages plötzlich die Entdeckung machte, daß ihre Gefühle durchaus keine schwesterlichen waren, sondern daß sie den jungen Mann liebte mit der ganzen Kraft ihres unverbrauchten Herzens. Sie hatte mit siebzehn Jahren einmal eine herzliche Neigung zu einem jungen Kollegen ihres Vaters gehabt, aber als dieser eine andere geheiratet, hatte sie sich bald getröstet, es war nicht sehr tief gegangen. Seitdem war ihr Herz frei, und mit der ganzen aufgespeicherten Liebe umfing es jetzt den schönen Jüngling. Martha schämte sich in der tiefsten Seele, als ihr klar ward, was geschehen. Wie konnte sie, ein reizloses Mädchen von dreißig ihr Herz an einen jungen, schönen, reichbegabten Menschen von fünfundzwanzig verlieren, noch dazu an einen, der offenbar eine andere liebte, wie hätte man sonst seine Gleichgültigkeit gegen alle Geselligkeit erklären können? Sicher trug er eine unglückliche Liebe im Herzen! Und doch, trotz aller Scham war ein tiefes Glücksgefühl in ihr bei dem Gedanken, daß sie noch fähig war, so zu lieben. Wie ihre Pulse klopften, wenn Robert in ihre Nähe kam, wie ein freundliches Wort von ihm sie mit Seligkeit erfüllte! Oft schalt sie sich eine Närrin, oft sagte sie sich, sie müsse ihren Vater bitten, Robert fortzuschicken, unter dem Vorwand, sie fühle sich der vermehrten Arbeit doch nicht gewachsen, aber sie hatte nicht den Mut de zu. War es denn ein Unrecht, ihn solange wie möglich in der Nähe behalten zu wollen? So saß sie an einem schönen Sommernachmittag im Garten. Rings um sie dufteten die Rosen, die Vögel sangen, die ganze Natur atmete Liebe. Ihre Arbeit ruhte unbeachtet in ihrem Schoß, ihre Blicke waren ins Weite gerichtet, sie dachte an das Wunderbare, das in ihr Leben getreten. Plötzlich wurde sie durch Schritte auf dem Kies aus ihren Betrachtungen geweckt. Vom Hause her kam jemand auf sie zu, es war Dr. Neumann. Sie sprang auf, ging ihm entgegen und begrüßte ihn mit herzlichem Händedruck. (Fortsetzung folgt.) — Adelt und Zeit. 33 verbot den Tabak in der Türkei. Der Senat der Stadt Bern zählte das Tabakrauchen im Jahre 1660 zu den schwersten Verbrechen, und in anderen Staaten wurden Anhänger des damals noch neuen Lasters öffentlich ausgepeitscht. In England erließ Jakob I. ein strenges Gesetz gegen den Tabak, aber das britische Parlament ging noch weiter, als es Raghliff, der den Tabak dort eingeführt hatte, zum Tode verurteilte. Doch nicht allein die Fürsten und die Parlamente eiferten gegen das Rauchen: auch die Kirche und das Papsttum setzten ihre ganze Macht dafür ein, das Tebakrauchen zu unterdrücken. Papst Urban VIII. mußte am 3. Januar 1642 dem Erzbischof von Sevilla unter Androhung der Exkommunikation den Tabak verbieten, und Innocenz XI. dehnte dieses Verbot auf Rom aus und drohte allen tabakgierigen Geistlichen mit Suspendierung vom Amte und 25 Dukaten Strafe. Aber alles war umsonst. 1725 mußte auch der Papst vor dem Tabak kapitulieren, und am 10. Januar dieses Jahres hob Benedikt XIII. in einem Edikt die früheren Bestimmungen auf, damit die Gläubigen nicht mehr das unwürdige Schauspiel genießen könnten, tabaksüchtige Würdenträger aller Augenblicke aus der Kirche eilen zu sehen, um in irgendeinem Nebengemache heimlich ein paar Züge zu schmauchen.“ Kebus. Wie man in alter Zeit die Raucher bestrafte. In Italien ist gegenwärtig eine große Propaganda im Gange, die sich gegen das Rauchen wendet und das Volk über die Gefahren des Nikotins aufklären will. In diesem Zusammenhang erinnert der„Avanti“ an die Fruchtlosigkeit ähnlicher Bemühungen in der Vergangenheit; in alter Zeit setzten doch sogar Staat und Gesetz ihre ganze Macht im Kampfe gegen den Tabak ein, um schließlich doch nachgeben zu müssen. In Persien wurde in früheren Jahrhunderten das Tabakrauchen mit dem Tode oder mit Abschneiden der Nase bestraft, und ein gleiches Gesetz führte Zar Michael Jedorowitsch 1613 in Rußland ein. Zehn Jahre später folgte auch Sultan Murd IV. dem Beispiel des Zaren und (Auflösung folgt in nächster Nummer.] Humor. Gefährlich.„Ich möchte wissen, ob es wirklich so gefährlich ist, sich die Haare zu färben, wie die Aerzte behaupten.“ „Aber sicher ist das gefährlich. Ich hatte einen Onkel, der färbte sich die Haare, und nach kaum einem Vierteljahr war er mit einer Witwe mit sechs Kindern verheiratet.“ Amtliches Kreisblatt 8 für den Kreis börce 45. Jehrgang O Grites und Elleites Cagesorgan des Kreiles. □ Haup’-Hanoncendien 2 Unterhaltungs=Beilage zu Nr. 5. Mitlwoch, 7 Januar 914 estue 1 8 S 9—53 S###t7 # E.„" #S LOER 0 S SBES - E. 2 Fe X--UEEST ###* B SSSDSSS # 2 8. 24 ∆ * — ∆ □ die Kronprinzessin. Vorspiel und erster Akt dauerten etwa zwei Stunden. Orchester und Darsteller vereinigten sich zu ganz hervorragender Wirtung. D'e Wandeldekoration sowohl wie die Tempel= boten herrliche Bilder. Der zweite Akt brachte Klingsor: Zaubergarten, ein sonniges, leuchtendes Märchenbild, rote, weiße und gellee Rosen und die Blumenmädchen in hellen feingetönteen Gewändern, dazu die hervorlagenden Leistungen Kirchhoffs und der Frau Lessler=Burckhard. Der letzte Akt vertiefte den Eindruck der vorigen. Der Charfreitagszauber war von erhebender Einsachheit. Die Schlußszene steigerte sich zu einer ergreifenden Sinfonie von Farben und Tönen. Das Publikum folgte der großzügig geleiteten und in jeder Beziehung vortrefflich gelungenen Aufführung in oinster Stimmung. Einige Versuche, Beifall zu klatschen, wurden abgelehnt. — Auch die Aufführung im Stadttheater zu Barmen wurde ganz vorzüglich herausgebracht und war von unbeschreiblicher Wirkung. Bunke Chronik ) Die Todesfahrt im Hörnerschlitten. Im Klumbachtal unternahmen sieben Personen, lauter Wirtschaftsbesitzer, mit ihren Gattinen und Töchtern eine Hörnerschlittenfahrt. Bei der zweiten Fahrt geriet der Schlitten auf eisige Stellen. Der Lenker verlor die Führung, und in sausender Fahrt stürzte der Schlitten über einen Felsabhang hinab. Die Talbewohner vernahmen die markerschütternden Hilferufe der dem Tode Geweihten und eilten herbei. Sie sanden aber nur noch alle sieben als zerschmetterte Leichen. )( Zum Metzer Eisenbahnunglück. Den bei der Entgleisung des Militärurlauberzuges bei Metz schwer verwundeten fünf Soldalen geht es den Umständen nach gut. Man hofft, sie alle am Leben erhalten zu können. Bei den Hinterbliebenen der sieben getöteten Soldaten trasen Beileidskundgebungen des Kaisers und des Regimentskommandeurs der toten Soldaten ein. Letzte Hirtenbrief der Bischöfe. Köln, 7. Jan. Die deutschen Bischöfe haben einen gemeinsamen Hirtenbrief erlassen. An erster Stelle wendet sich der Hirtenbrief gegen den Geburtenrückgang im Reiche, der vor allem eine Folge des Luxus in den oberen Ständen sei, wenn auch das Wohnungselend und soziale Mißstände in den großen Städten das Uebel gesteigert hätten. Die Bischöfe kündigen an, daß diejenigen Eheleute, die Maßnahmen gegen den Kindersegen träfen, von der Lossprechung ihrer Sünden und vom Empfang der heiligen Sakramente ausgeschlossen sein sollten. In der Frage der sexuellen Aufklärung der Kinder empfiehlt der Hirtenbrief, diese nicht in der Schule oder in der Oeffentlichkeit, sondern unter vier Augen durch Eltern oder Erzieher vorzunehmen. Vor dem Besuch der Kinematographentheater durch die Jugend warnt der Hirtenbrief eindringlich. Besondere Schülervorstellungen zum Zwecke ernster Belehrnug sollen nur mit Einschränkung und nach geNrogeres wissenhafter Prüsung zugelassen werden. Endlich wendet sich der Hirtenbrief gegen die neue Kleidermode der Frauen, deren Hauptzweck anscheinend der sei, den Körper unbekleidet erscheinen zu lassen, die Unanständigkeit in Aergernis erregender Weise zu zeigen, die Gesundkeit zu schädigen und jedem Schönheitsgefühl Hohn zu sprechen. Plötzlich erblindet. Graudenz, 7. Jan. Der Reichstagsabgeordnete Witt ist an einem schweren Nierenleiden ertrankt und über Nacht erblindet. Gutsbesitzer Witt gehört als Vertreter für Stuhm=Marienwerder dem Reichetag seit 1898 an und ist Mitglied der Reichspartei. Auch im preußischen Abgeordnetenhause hat er von 1893 bis 1907 seinen heimatlichen Wahlkreis vertreten. Witt vollendet in den nächsten Tagen das 63. Lebensjahr. Vom Zuge zermalmt. Marienwerder, 7. Jan. Der Vorstand des Betriebsamtes Marienwerder, Regierungs= und Baurat Mortensen, ist in der Nähe von Sedlinen vom Zuge überfahren und getötet worden. Die Untersuchung ist noch nicht abgeschlossen. Ertrunken. Königsberg, 7. Jan. Gestern brachen der Fischer Unruh und seine beiden erwachsenen Söhne, als sie bei Zimmerbude das Eis des Kanals mit Schlitten überqueren wollten, durch das Eis und ertranken. 75 Personen ertrunken. London, 7. Jan. Die Zeitungen veröffentlichen ein Telegramm aus Neuyork, daß bei dem Untergange einer Bark auf dem Fraserfluß in Britisch=Kolumbien 75 Personen ertrunken seien. Auf der Bark befanden sich 100 Personen, meist italienische Arbeiter, von denen 25 gerettet wurden. Heuschrecken. Assuan, 7. Jan. Gestern übersiel ein ungeheurer, sich über fünf Stunden erstreckender Heuschreckenschwarm die Anpflanzungen der Umgegend und zerstörte sie zum Teil gänzlich. Verhängnisvolle Weihnachtsbescherung. San Juan(Puerto Rico), 7. Jan. Im Stadttheater sollte eine Weihnachtsbescherung für arme Kinder stattfinden. Als die Türen zum Theater geöffnet wurden, entstand ein Gedränge, bei dem vier Kinder tot getreten und 18 schwer verletzt wurden. Schwerter Wochenmarkt. * Schwerte, 7. Jan. Butter per Pfd. 1,30 Eier 9 Stück 1 Mk., Rindfleisch 75 Pfg., Schweinefleisch 1,10 Mk., Kalbfleisch 1 Mk., Hammelfleisch 90 Pfg., ger. Speck 1 Mk., Notkohl 25 Pfg. pro Kopf, Weißkohl 15—20 Pfg., Blumenkohl 20—25 Psg., Aepfel 3 Pfd. 20 Pfg.. Apfelsinen 5 Stück 20 Pfg., Winter=Zwiebeln 5 Pfd. 40 Psg., Grünkohl 4 Köpfe 10 Pfg. Schweinemarkt. Zum heutigen Schweinemarkt waren etwa 60 Tiere aufgetriebeen. Die Preise haben sich in der bisherigen Höhe gehalten. Es wurden bezahlt für 6=Wochen=Ferkel 22—26 Mark, für 8—10 Wochen alte Tiere 30—32 Mark. Aeltere Tiere wurden je nach Qualität bezahlt. Der Handel war recht still. Verantwortlich für die Redaktion Friedr. Kraas. Druck u. Verlag von Carl Braus, beide in Schwerte. Wasserdichte Perdeuschen. (Regendecken) empfiehlt 7695 E. Weinberg. Beschluß. Nachdem die beabsichtigte Einziehung des an der östlichen Seite des Baroper=Walzwerks entlang führenden Weges von der Verlängerung der Friedrich= straße bis zum Tor der Zeche Louise Tiefbau in ortsüblicher Weise, sowie durch das Kreisblatt und das Amtsblatt veröffentlicht worden ist und Einsprüche gegen dieses Vorhaben nicht erhoben sind, wird die Einziehung des bezeichneten Wegeteiles hier durch beGegen diesen Beschluß steht innerhalb 2 Wochen die Klage beim Kreisausschuß in Hörde zu. 140 Hombruch, den 5. Januar 1914. Die Wege=Polizei=Behörde: Müller. für halbe Tage gesucht. Max Mehlhose 120 Drogerie, Schwerke. Tüchtiger und erchgener zum sofortigen Eintritt gesucht. Offerten unter A. 67 an die Geschäftsstelle d. Jeitung. Brautpaar sucht zum 1. 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Es wäre mit Freuden zu begrüßen, wenn die Absicht, den Rathaus=Neubau einschl. der inneren Ausstattung, ohne jede Belastung der Stadtkasse auszuführen, sich verwirklichen ließe. Um dieses Ziel zu erreichen, wenden wir uns an unsere Mitbürger mit der ergebenen Bitte, durch Barspenden oder durch Stiftung eines für den Stadtverordneten=Sitzungssaal bestimmten Fensters oder durch Schenkung von Ausstattungsgegenständen ihr Interesse für das neue Rathaus in Schwerte zu bekunden. Schwerte, den 6. Dezember 1913. Der Magistrat: Rohrmann, Hohnung von 4 Zimmern mit Stall. Trockenboden und Gartenland per 1. April 1914 zu vermieten. Gustav Brenne, Westhellweg Nr. 43. von s Zimmern mit Stall und Garten im ganzen oder geteil! zu vermieten. Näheres in d. Gesch. d. Itg. von S Zimmern an ruhige Familie zum 1. April zu vermieten. 5 Poststraße 8. 4 von 3—4 Zimmern mit Stall und Gartenland zum 1. Apri zu vermieten 35 E. Steinkühler Osthellweg 28. Schwerke, e. V. General= Versammlung am Sonntag, den 11. 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