— — K — #d Stumtem Sehuur uiceen uene euder Feiertags. Bezugsprets M. 1.80 oiertelbei der Post für Bestellgeld 42 Pio. mehr. Wöchentl. Grakisdeilage:„Illustrierter Famillenfreund“ v. tögl. Unterdaltungsdlatt. Anzeigenpreis: Die Bedengespaltene Petttzeile ober beren Raum 10 Plig., Anztigr- g##er. wärts 15 Pfg., Reklamezelle 40 P.“ Ravalt gilt als Kassarabalt u. eriuscht—#iondursen, Zwangsvergleichen, gerichtl. Klogen u. Sobsechund grmnatt.- Sollusshetene Amtliches Kreisblatt Westhofener Zeitung Langscheder Zeitung für den Kreis börde Holzwickeder Zeitung Aplerbecker Zeitung Schwerter Volkahles Schwerter Dolkszeitung Verbunden mit? " Schwerker Cageblatt O Schwerker Anzeiger Gestes und älttnes Cagesorgan des Kreiles o General-Anzeiger für den Kreis Hörde o Haupt Annoncenblan au, hrte, end Sehslgelgtlichen Drerk. nungen für den Kreis Hörde erlangen gemds Bedanntmachung dei Höniglichen Regierung durch Verössentlichung io dei„Schwerter Zeitung" rechtsverdindliche Kraft.— Die „Schwerter Zeitung“ gewährt ihren Abonnen= ten für jeden mit Tod enden### Unsall gebugungen: 300 Druch u. Verlag o Corl Braus. Schwerte=Rude Jemsp. 62. Telegr.=Ads. Brou= Schwents. Rute 304. Dienstag, den 30. Dezember 1913. 45. Jahrg. Erstes Blatt. Vom goldenen Horn. Am ersten Weihnachtsfeiertag hat sich in Konstantinopel ein recht bemerkenswertes Ereignis abgespielt: Die Botschafter Deutschlands und Rußlands sind gemeinsam beim Großwesir in Sachen der armenischen Reformen vorstellig geworden. Sie legten dem türkischen Würdenträger ein gemeinsames neues Reformprojekt für Ostanatolien vor, das auf Anregung Deutschlands sich von dem ersten Projekte dadurch unterscheidet, daß es einigen von der Türkei geäußerten Wünschen entgegenkommt. Man geht wohl in der Annahme nicht fehl, daß dieser gemeinsame Schritt bereits gelogentlich der jüngsten Anwesenheit Kokowzews in Berlin vereinbart worden ist, um die Sache in Fluß zu bringen. Ganz abgesehen aber von den Ereignissen an sich, zeigt dieser gemeinsame Schritt, daß die Difserenzen zwischen Deutschland und Rußland in Sachen der Militärmission keine so weitgehende sind, wie man namentlich von der Seine aus es glauben machen will. Es zeigt sich vielmehr hierin, daß beide Mächte nach wie vor auf dem besten Fuße stehen, andererseits wäre wohl schwerlich ein gemeinsamer Schvitt erfolgt. Hierin liegt die große Bedeutung des Vokkommnisses, das wohl nicht überall mit lebhafter Freude ausgenommen sein dürfte. Des weiteren ist hieraus auch ersichtlich, daß beide Mächte sich über die Dinge in Kleinasien verständigt haben, sodaß zwischen ihnen keine Disserenzen mehr vorhanden sind. Damit geht Rußland den Franzosen mit gutem Beispiel voran, nachdem die Verhandlungen in Berlin vor kurzem wegen französischer Ansprüche in Syrien ins Stocken geraten sind. Ueberhaupt tritt Frankreich augenblicklich der Türkei gegenüber recht schroff auf, in der Absicht, dadurch für sich möglichst viel herauszuschlagen. Die Darlegungen Doumerques vor dem Kammerausschuß waren für die Türkei wenig erfreulich, und der finanzielle Druck, den Frankreich auf Konstantinopel ausübt, ist für die Ottomanen gleichfalls ein Zeichen, wie augenblicklich der Wind von Patis her weht. Es ist aber eine alte Erfahrung, daß der allzu straff gespannte Bogen zerbricht. Bleibt die Tendenz der französischen Republik dem türkschen Reiche gegenüber so wie in den letzten Monaten, so läuft man in Paris Gefahr, sich alle Sympathien am Goldenen Horn zu verscherzen, denn schließlich bekäme die türkische Regierung auch noch anderswo als in Paris das notwendige Geld. Man glaubt augenscheinlich an der Seine, unentbehrlich zu sein, man kann sich aber in dieser Hinsicht auch irren, und zwar gründlich, und dann dürften die Fehlschläge der französischen Politik auf dem Balkan um einen neuen, und zwar recht erheblichen, vermehrt sein. —— Politische Uebersicht. Der Kaiser nahm Montag vormittag an einer Jagd in der Nähe von Wildpark teil. Auch die in Potsdam weilenden kaiserlichen Söhne nahmen an der Jagd teil. Später hörte der Kaiser im Neuen Palais bei Potsdam den Vortrag des Chefs des Zivilkabinetts v. Valentini. Die Kaiserin weilte am Montag in Braunschweig. Der Besuch der hohen Frau galt ihrer Tochter, der Herzogin von Braunschweig, deren fortgeschrittener gesegneter Zustand eine Reise zur Weihnachtsfeier in das elterliche Haus nicht ratsam erscheinen ließ und auch die Teilnahme an den Neujahrs=Festlichkeiten und den Januar=Hofbällen in Beklin ausschließt. Am Montag abend traf die Kaiserin wieder in Potsdam ein. Das deutsche Kronprinzenpaar wird, einer Meldung des„Tag“ zufolge, am Mittwoch früh von Danzig nach Berlin abreisen, von wo der Knonpring voraussichtlich nicht mehr nach Langfuhr zurückkehren dürfte, während die Kronprinzessin nach Neujahr wieder zu einem kurzen Aufenthalt in der Langfuhrer Villa einzutrefsen gedenkt. Gerüchte von einer latenten Kanzlerkrise wollen kein Ende nehmen. Sie sind grundlos, denn es liegen keine sachlichen Gründe vor, die den Reichskanzler veranlassen könnten, seinen Abschied zu erbitten. Er genießt fortgesetzt das volle Vertrauen seines kaiserlichen Herrn. Daß Herr v. BethmannHollweg die Bürde seines hohen Amtes nicht minder empfindet als dessen Würde und daß er versönlich jeden Tag bereit wäre, sich aus dem Streit des Tages in seine beschauliche Studierstube zu flüchten, unterliegt keinem Zweifel. Des Lebens ungemischte Freude ward keinem Sterblichen zuteil; auch der fünfte deutsche Reichskanzler weiß davon ein Lied zu singen. Aber trotz der Molesten des Tages führt er mit ungeschwächter Kraft die Politik des Reiches und wird in absehbarer Zrit keinem Nachfolger Platz machen. Beisetzung der Fürstin Leopold von Hohenzollern. Die Leiche der entschlafenen Fürstin Leopold von Hohenzollern wird am Dienstag der Erlöserkirche zugeführt werden. Die feierliche Beisetzung wird am 3. Januar erfolgen; es werden viele hohe Trauergäste erwartet. Der neue preußische Etat, der soeben von der „Nordd. Allg. Ztg.“ in seinen wesentlichen Teilen veröffentlicht wurde, schließt in Einnahmen und Ausgaben mit 4846 Millionen Mark ab. Von einer Anleihe konnte abgesehen werden. Wie im Vorjahr enthält das Etatsgesetz die Ermächtigung, Schatzanweisungen bis zum Betrage von 100 Millionen Mark auszugeben und die Betriebsmittel der Generalstaatskasse vorübergehend zu verstärken. Die Staatsschuld beträgt 10 355,5 Millionen und hat gegen 1913 um 453,75 Millionen zugenommen. Der ungedeckte Matrikularbeitrag ist um mehr als eine halbe Million geringer als im letzten Jahre, und wurde mit rund 33,9 Millionen oder 84,40 Pfennige für den Kopf der Bevölkerung Preußens angesetzt. Die Frist für die Wehrbeitragseinschätzung, die nach dem Gesetz am 22. Januar abläuft, bitten die verschiedensten Korporationen von Handel, Gewerbe und Industrie bis Ausgangs Februar zu verlängern. Wie notwendig eine solche Fristverlängerung ist, erhellt daraus, daß in zahlreichen Gemeinden den Steuerpflichtigen bis jetzt noch nicht einmal die Aufsorderung zur Steuereinschätzung zugegangen ist, die sonst stets um die Mitte Dezember versandt wird. Die Behörden vermögen nicht einmal das Adressenschreibwerk in der gewöhnlichen Frist zu erledigen. Da wird man vom Bundesrat mit Recht eine Hinausschiebung des Schlußtermins um so mehr verlangen können, als die Steuerzahler, die wieder von ihren mit Geschäften überhäuften Banken abhängen, sonst in derselben Frist wie früher eine durch den Wehrbeitrag gegen frühere Jahre außerordentlich erhöhte und unangenehme Arbeit leisten müßten. Deutsch=englische Handelsvertrags=Verhandlungen sind Londoner Meldungen zufolge im Gange. Sie sollen, da auf beiden Seiten guter Wille und der lebhafte Wunsch, zu einer dauernden Regelung des gegenseitigen Handelsverkehrs zu gelangen, alle Aussicht auf die Erzielung eines positiven Ergebnisses bieten. Die Vertragsdauer soll auf zehn Jahre festgesetzt werden. Es wäre gewiß erfreulich, wenn wir statt der ewigen Provisorien endlich einen langfristigen Handelsvertrag erhielten. Die Meldung, daß wir einem solchen nahe seien, ist beinahe zu schön, als daß sie für bare Münze genommen werden könnte. Eine Reform der Landgemeindeordnung wird im kommenden Jahre in Preußen vorbereitet werden, und soll dem Landtage 1915 zugehen. In der neuen Vorlage sollen den großen Landgemeinden, die nicht Stadtrechte erwerben wollen, unter der gegenwärtigen Langemeindeverfassung aber Nachteile erleiden, weitergehende Rechte zugebilligt werden, auch soll diesen Gemeinden die Möglichkeit erleichtert werden, Stadtrechte zu erwerben, ohne aus den Landkreisen auszuscheiden.— Die Frage der Verstaatlichung gewisser Berliner Vororte wird also bis zur Vorlage des neuen Entwurfs ruhen, da ein Sondergesetz für die Beiliner Vororte nicht erlassen werden kann. Zur Ermordung der Deutschen in der Südsee. Der Norddeutsche Lloyd telegkaphiert dem Reichskolonialamt, daß der gleichfalls ermordete Begleiter des Oberförsters Deininger der Fokstassessor Kempf gewesen ist. Eine amtliche Bestätigung dieser Meldung liegt noch nicht vor. Der Norddeutsche Lloyd hat seine Nachricht durch ein Telegramm des Kapitäns vom Lloyddampfer„Prinz Waldemar", der wiederum als seinen Gewährsmann den Landungsinspektor Genten in Rabauk namhaft machte. Kempf stammte aus dem bayerischen Forstdienst. Ueber den Stand der Arbeitslosenversicherung in den verschiedenen europäischen Staaten macht das Reichsarbeitsblatt interessante Mitteilungen. Der einzige europäische Staat, der die Zwangsversicherung gegen die Arbeitslosigkeit eingeführt hat, ist England. Für die 2,5 Millionen Zwangsversicherten zahlt die englische Regierung einen Zuschuß von 12 Millionen Mark, weiteren 600000 Organisierten Staatszuschüsse nach Genter System von 1,4 Millionen. Nach England besitzt Dänemark die am meisten entwickelte Arbeitslosenversicherung und unterstützt sie mit 12,5 Millionen Kronen im Jahr. Deutschland, das allen übrigen Staaten in der sozialen Versicherung voran ist, hat die reichsgesetzlche Arbeitslosenversicherung nicht und wird sie in absehbarer Zeit auch nicht einführen. Bei neun deutschen Städten beträgt der jährliche Zuschuß zur Arbeitslosenversicherung nach dem Genter System nur wenig über 40 000 Mark. Dagegen zahlt die Stadt Köln für ihre freiwillige Versicherungskasse, die bisher im wesentlichen der Rückversicherung der Gesellschaften dient, 60000 Mark. Persien. Exschah Mehmed Ali von Persien, der abdankte, weil er vergebens gegen die vom Volk durchgesetzte Verfassung ankämpfte, befindet sich in so großer Geldverlegenheit, daß er in Odessa eine Zwölfzimmerwohnung bezog. Die ihm von England und Rußland ausgesetzte Pension in Höhe von 320 000 Mark verscherzte er sich vor Jahr und Tag durch seinen bewaffneten Einmarsch in Persien; die ihm von der Regierung in Teheran ausgesetzte Pension von 120000 Mark jährlich geht sehr unregelmäßig ein. Frankreich. Briands neue Partei zum Sturze des Kabinetts Doumergue hat sich unter Leitung der bekannten maßvollen Politiker wie Pichon, Millerand, Barthou u. a. konstituiert. Es sollen im ganzen Lande Anhänger gewonnen und eine große geschlossene republikanische Partei der Versöhnung gegründet werden, die das Land durch eine nationale Politik des Fortschritts und der Reformen einigen soll. In der Finanzkommission des Senats schätzte Finanzminister Caillaux das Defizit des neuen Etats sehr vorsichtig mit 680 Millionen ein. Es wird erheblich höher werden. Die Mehraufwendungen für die Armee übersteigen den Voranschlag um Hunderte von Millionen, zumal auch die Gehälter für die Offiziere, bis hinauf zu den Generalen, erhöht werden. Der Minister betonte weiter, daß solche außerordentliche militärische Aufwendungen sich alle zehn bis fünfzehn Jahre wiederholten, so daß es nötig wäre, innerhalb dieser Frist auch die für die Deckung notwendigen Anleihen zu amortisieren. Rußland. Russische Heeresverstärkungen. Vorgestern ist ein Armeebesehl des Zaren veröffentlicht worden, demzufolge die Reservisten, die sonst Mitte Dezember entlassen werden, bis April bei den Fahnen behalten werden. Von jetzt ab soll diese Einbehaltung ständig bleiben, um, wie das Regierungsblatt hervorhebt, im Frühjahr, in dem gewöhnlich kriegerische Unruhen sich zu entwickeln pflegen, gediente Leute unter den Waffen zu haben. In Wirklichkeit ist diese Maßregel der russischen Regierung die Antwort auf die deutschen und österreichischen Heeresverstärkungen: Bulgarien. Ergebnis der Sobranjewahlen. Nach einer amtlichen Statistik haben die Regierungsparteien bei den letzten Sobranjewahlen 160 000 Stimmen, die Oppositionsparteien 275 000 Stimmen auf sich vereinigt. Die Sozialisten der beiden Richtungen erhielten 90 000, die Agrarier 85 000 und die übrigen oppositionellen Kandidaten zusammen rund 100 000 Stimmen. Anklagen gegen die Serben. Die„Agence Bulgare“ meldet: Während der letzten zwei Monate wurden im Distrikt von Kumanovo 18 Bulgaken getötet, 6 sind verschwunden und 37 sind verhaftet worden. Im Distrikt von Ochrida ist die Zahl der Opfer noch größer. Drei Priester, 5 Lehrer und ungefähr 150 Bürger und Bauern bulgarischer Abkunft sind getötet worden. Die meisten unter ihnen hatten in ihrer Eigenschaft als Bürgermeister und Ortsoberhäupter der mazedonischen Organisationen den serbischen Truppen bei ihren Operationen gegen die Türken unschätzbare Dienste erwiesen. Der Kaiser und die Afrikaforschung. Der Kaiser hat dem Forscher Leo Frobenius zur Fortsetzung seiner innerafrikanischen Forschungen eine Summe von 25000 Mark zur Verfügung gestellt. Frobenius hat namentlich durch seine Ausgrabungen im Nigeriefland Aufsehrn erregt; en fand dabei eigenartig geformte Köpfe und Statuen, die mit der primitiven Kunst der Neger nicht das Geringste gemein hatten. Spuren und Mauerreste weit ausgedehnter Städte und Paläste wurden in Urwaldtiefen gefunden, wo heute die armseligen Hütten der Schwarzen sich zu Dörfern zusammenfügen. Welcher längst verschollenen Kultur war man auf die Spur gekommen? Frobenius stellte die ebenso kühne wie geistreiche Theovie auf, daß man es hier in Zentralafrika mit dem sagenhaften „Atlantis“ zu tun hat, das Platon als ein Land schildert, dessen Religion und Staatsversassung grundverschieden von den Anschauungen Hellas' waren. Frobenius stützt seine Theorse, die viel bekämpft worden ist, hauptsächlich auf die ausschließlich aus Bronze bestehenden Funde, Platon heit nämlich den großen Bronzereichtum des Landes ausdrücklich hervor. Nun hat Kaiser Wilhelm dem jungen, verdienstvollen Forscher die Fortsetzung seiner höchst interessanten Studien gewährleistet. Aus Stadt und Umgedung. * Schwerte, 30. Dezember. *•(Wird es doch noch Winter?) Nachdem Frau Holle seit vorgestern den Südwesten und Mitteldeutschland heimgesucht und dort gewaltige Schneemengen niedergegangen sind, hat sie heute Nacht auch in unserer Gegend die Betten tüchtig geschüttelt und Stadt und Land, Wald und Flur in ein weißes Kleid eingehüllt. Starke Kälte ist jedoch bis jetzt nirgends zu verzeichnen gewesen, und die Frage liegt nahe, ob wir noch einen harten Win er zu erwarten haben. Ein Naturbeobachter verneint die Frage, und zwar aus folgenden Gründen: Der Igel, der sich sonst fest zusammenrollt, läuft noch ganz gemächlich in den Fluren spazieren und geht auf die Jagd; die Fledermäuse haben in der letzten Zeit schon wiederholt geflattert; unsere Bienen sind immer noch mobil, die Eingänge haben sie, wie man es auch weiterhin beobachten konnte, noch nicht verwachst(zugebaut); der Maulwurf wirft immer noch tüchtig Hügel, ein Beweis, daß dieser Nimmersatt immer noch in der oberen Erdschicht seine Nahrung (Gewürm, Engerlinge usw.) findet; die Vegetation ist so weit gediehen, wie wohl selten. Alle Triebe sind schon da. Daran, daß der Winter aller Voraussicht nach mild werden wird, kann auch die Tatsache nichts ändern, daß von den Meteorologen für die nächsten Tage eine ungewöhnlich tiefe Temperatur prophezeit wird. **(Gedenket der Vögel!) Unsere gefiederten Sänger darben und frieren jetzt. Man sollte nicht versäumen, ihnen, wo man nur kann, an geschützten Stellen geeignetes Futter hinzustreuen. *e(Die zwölf Nächte.) Die zwölf Nächte vom Weihnachtstage bis zum Feste der heiligen drei Könige spielen im Volksglauben eine große Rolle. Die Träumer dieser Zeit sollen die Zukunft enthüllen. Aber auch gefürchtet sind diese Nächte. Allerlei gespenstisches Wesen soll ihnen eigen sein. Der heidnische Wotan soll in diesen Nachtstunden auf seinem Rosse Sleipner die Lüfte durcheilen, ge folgt von einer tollen, johlenden Schar. Wehe dem, der diesen Unholden in die Hände fällt. Sein letztes Stündlein hat geschlagen. In alten Zeiten ruhte in diesen Tagen das Spinnrad, auch die Wagen blieben auf dem Hof stehen. Es wurde kein Brot gebacken, kein Rock genäht. Für alles dies mußt. schon vorher Sorge getragen werden. Den Tieren ging es gut in den zwölf Nächten, sie wurden reichlich mit Nahrung versehen. Die jungen Mädchen aber benutzten die Zeit, mit allerhand Orakeln das Schicksal zu befragen. Für sie handelt es sich wieder um die wichtige Frage, ob und wann ein Freiersmann kommen wird. Zur Mitternachtsstunde tritt das Bauernmädchen mit frischem Kuchen ins Freie, und dreimal schreitet es um das Haus. Erblickt es dann am nächsten Morgen zuerst einen Mann, so blüht ihm das Glück, der Freiersmann ist nahe. Eine Frau aber, die zuerst ihm entgegentritt, bedeutet Unglück. In der Zeit der Zwölften soll man kein Wasser vergießen, da das auf Tränen deutet. Das Brunnenwasser aber soll zauberkräftige Macht aben, doch nur für den, der es schweigend herbei geholt. Ein Blick in den Brunnen oder in stehende Gewässer soll die Zukunft klarlegen. **(Straßenreinigung.) Wir machen darauf ausmerksam, daß die Grundstückseigentümer bei eintretendem Schneefall zur Reinigung der Bürgersteige und Straßenrinnen verpflichtet sind. **(Vogelschutz an Eisenbahndämmen.) Durch das preußische Staatsministerium der öffentlichen Arbeiten ist verfügt worden, daß bei Neubauten von Dienstgebäuden darauf Bedacht genommen werden soll, den Schwalben für ihren Nestbau geeignete Plätze zu schaffen. Es wäre nun im Interesse des Natur= und Heimatschutzes sehr zu begrüßen, wenn die am linken Niederrhein in den letzten Jahren erbauten gewaltigen Eisenbahndämme mit Akazien und anderen Gehölzen bepflanzt würden. Dadurch würden zunächst einmal die toten, die Landschaft verunzierten Dämme verdeckt werden. Sodann aber würden zahlreiche Freibrüter passende Nistgelegenheit finden. Gerade an den Bahndämmen kann ein praktischer Vogelschutz ausgeübt werden, weil dort durch die Bahnwärter eine stetige Beaufsichtigung möglich ist. Auch würden Hasen, Fasanen und Rebhühner in solchen Gehölzen gute Zufluchtsorte bei schlechter Witterung finden. **(Für die Neujahrszeit) ist es dringend notwendig, daß auf Postsendungen auch im Ortsverkehr neben der vollständigen Adresse auch die genaue Wohnung angegeben wird. Es liegt dieses sowohl im Interesse der Empfänger und Absender, als auch im Interesse einer boschleunigten Zustellung der Postsachen. *(Vieh= und Obstbaumzählung.) Das Ergebnis der am 1. Dezember d. J. im Landkreise Hörde stattgefundenen Vieh= und Obstbaumzählung war folgendes: 2847 Pferde(2786), 5643 Stück Rindvieh(5517), 2602 Schafe(1533), 19158 Schweine(15 488), 7190 Ziegen(7014), 129 167 Obstbäume. Die eingeklammerten Zahlen bedeuten das Ergebnis aus dem Jahre 1912. ee(Pacht= und Mietverträge.) Es wird daran erinnert, daß die alljährliche Versteuerung der Mietverträge spätestens mit Ablauf des Monats Januar erfolgt sein muß. Steuerpflichtig im allgemeinen sind sowohl die schriftlichen als auch die mündlichen Verträge, und zwar auch für sich Verträge über die Vermietung möblierter Zimmer. Steuerfrei bleiben nur solche Verträge, welche für das ganze Jahr keine höhere Pacht oder Miete als 300 bezw. 360 Mark erbringen. Die Versteuerung hat für jedes Jahr durch die Verpächter und Vermieter zu erfolgen. Verjährung tritt erst nach zehn Jahren ein. Unterlassung oder Verspätung ziehen Geldund Ordnungsstrafen nach sich. *e(Am„Freischütz") findet am Neujahrstage ein Doppel=Konzert des Trompeterkorps der Königs=Ulanen aus Ulm und des M.=G.=V. „Lyra“=Sommerberg(Leitung: Hauptlehrer Steltmann) statt. Beide warten mit sehr gewähltem Programm aus.— Sonntag, 4. Januar, gibt Musikdirektor Haselhoff mit dem Hagener DoppelQuartett ein Konzert am„Freischütz". Bekanntlich wurde die kleine Sängerschar, welche schon vor Jahren am„Freischütz“ auftrat, auf dem internationalen Gesangwettstreit in Amsterdam 1912 mit dem 1. Preise ausgezeichnet.(Siehe auch Inserat.) *(Die Haushaltskosten in 1913) waren im Durchschnitt etwas geringer als im Vorjahr. Sie berechneten sich für eine vierköpfige Familie auf Grund der Lebensmittelpreisstatistik von etwa 190 deutschen Städten für den Monat November 1911 auf 24,64, für 1912 auf 26,08 und für 1913 auf 25,58 Mark. Während die Aussichten für die Preisbewegung der vegetabilen Nahrungsmittel im kommenden Jahre infolge der reichen Ernteergebnisse ziemlich günstig sind, dürfte eine wesentliche Ermäßigung der Fleischpreise nur zu erwarten sein, wenn die Versuche einer starken Vermehrung des Viehstandes glücken. *(Das Hypotheken=Elend.) Der„Magd. Ztg.“ zufolge hat der Reichskanzler zur Untersuchung der Zustände auf dem Gebiete des Immobilarkredits in Städten, deren Amgebung und in Industriezentren, sowie zur Gewinnung von Vorschlägen für die Abstellung hervorgetretener Mißstände die Einsetzung einer Sachverständigen= Kommission für nächstes Jahr in Aussicht genommen. Vorarbeiten sind getrofsen. Hoffen wir, daß diese Kommission schneller zu praktischen Maßnahmen kommen wird, als beispielsweise die Kommission zur Untersuchung der Fleischpreisbewegung. *(Einen äußerst wichtigen Vortrag) hält auf Veranlassung der drei hiesigen wirtschaftlichen Vereine heute abend der Bücherrevisor Holthaus aus Essen im Saale des Herrn Möller(„Zur Sonne“). eir Ho'thaus spricht über Wehrbeitrag, Besitz= und E.nke.mensteuer, ein Thema, welches gewiß das größte Interesse jedes Gewerbetreibenden beanspruchen dürfte. Der Vortrag beginnt pünktlich 9 Uhr. *e Höchsten, 29. Dez.(Todesfall Batt.) Die Angelegenheit hat Aufklärung gefunden. Die Untersuchung hat ergeben, daß der Bäckerlehrling M. eingestanden hat, den tödlichen Schuß ausge, führt zu haben. Es liegt ein Unglücksfall bezw. Fahrlässigkeit vor. Die Obduktion der Leiche fand Samstag statt, wozu der Täter vorgeführt wurde. Die Angehörigen werden allgemein bedauert. Drei Schußwerkzeuge sind beschlagnahmt.— Der traurige Vorfall dürfte allen Eltern und Meistern eine neue Mahnung sein, ihren Kindern und Schutzbefohlenen unter allen Umständen den Gebrauch von Schußwaffen zu verbieten. Durch die unvorsichtige tierung mit Gewehren usw. ist schon manches junge Leben vernichtet, und so mancher junge Schütze hat sich durch den leichtsinnigen Gebrauch von Waffen für sein ganzes Leben unglücklich gemacht. Geheimrat v. Liszt über den Fall Jagow. Der berühmte Strafrechtslehrer der Berliner Universität und fortschrittliche Reichstagsabgeordnete Geh. Justizrat Prof. Dr. v. Liszt äußerte sich zu dem Falle Jagow=Forstner wie folgt: „Mir ist ein elsaß=lothringisches Gesetz, das Herrn v. Jagow Recht gäbe, nicht bekannt. Dasjenige Gesetz aber, das er in seinem„Kreuzeitungs"=Briefe anzieht, kann hier absolut nicht in Betracht kommen. Nicht bloß etwa aus dem formellen Grunde, weil es in Elsaß=Lothringen überhaupt— nicht gilt und nur preußisches Gesetz ist, sondern auch materiell kommt es absolut nicht in Frage! Die Deduktionen des Herrn v. Jagow sind völlig falsch. Jenes Gesetz vom 13. Februar 1854 „betreffend die Konflikte bei gerichtlichen Verfolgungen wegen Amts= und Diensthandlungen“ würde selbst in Preußen in einem solchen Falle, wie dem Falle v. Forstner, keine Anwendung finden können, denn es gilt für„Personen des Soldatenstandes“ nur insoweit, als sie wegen Handlungen, die von ihnen bei Ausübung ihrer Dienstverrichtungen vorgenommen sind, oder wegen Unterlassung von solchen „bei anderen als Militärgerichten“ belangt werden (vgl.§ 6 d. Ges.). Herr v. Forstner stand aber doch vor dem Kriegsgericht. Uebrigens wäre eine Konfliktserhebung, wenn sie so zulässig wäre, wie sie unzulässig ist, jetzt, wo ein Urteil bereits vorliegt, gar nicht mehr möglich. Ein solcher Konflikt muß dem gerichtlichen Verfahren vielmehr vorangehen, und mit seiner Erhebung allein ist es auch noch nicht getan, seine Zulässigkeit und Berechtigung müßte doch erst bestäitgt werden. Aber, wie gesagt, alles, was Herr v. Jagow zum Falle v. Forstner vorbringt, ist nach meiner Ansicht juristisch unhaltbar.“ Zur Eisenbahn=Katastrophe bei Trier. 4 Trier, 29. Dez. Die Eisenbahnkatastrophe im Kochemer Tunnel, auf der Strecke Koblenz=Triek, hat große Verkehrsstörungen im Gefolge. Wahrscheinlich werden die die Unfallstelle passierenden Züge heute noch den ganzen Tag umgeleitet werden müssen. Der Durchgangsverkehr wird über eine Parallelstrecke geleitet, während für den Ortsverkehr Pendelzüge fahren. Die durch die Katastrophe tödlich verunglückten Beamten sind der Schaffner Pasch und der Hilfsschaffner Rittel. Zwei weitere Beamte wurden leichter verletzt. Für den Güterverkehr ist die Stockung ungemein empfindlich, indem die Bahn fast täglich durch Hunderte von Güterzügen nach und von den lothringischen Hüttenwerken befahren wird. Für den Kriegsfall wäre der Eintritt eines Unglücks von allergrößtem Schaden, da die Moselbahn die wichtigste Verbindung nach dem Westen darstellt, und auch als solche gedacht ist. Die gesamte Militär= und Materialbeförderung wäre dann, vielleicht für Tage, unterbrochen. Der Tunnel ist 4200 Meter lang und am 1. Januar 1878 zum ersten Mal befahren worden. Der neun Millionen kostende Bau hat drei Jahre gedauert. Das durchbohrte Gebirge besteht aus festem Tonschiefer. Sehr lästig war im Tunnel immer der schwarze Rauch der Lokomotiven, der keinen rechten Abzug finden kann. Vor Jahren hat man deshalb eine sehr kostspielige Entlüftungsanlage am östlichen Ausgange errichtet, und zurzeit ist man mit dem Bau eines Luftschachtes von oben beschäftigt. den Kopf, daß er einen doppelten Schädelbruch erlitt, woran er nach kurzer Zeit starb. Eine Witwe und mehrere Kinder betrauern den Tod ihres Ernährers. * Fröndenberg, 29. Dez.(Eine recht bedeutende Steuererhöhung) tritt hier für das nächste Rechnungsjahr ein. Nach einem Beschluß der Gemeindevertretung erhöht sich der Steuersatz der Einkommensteuer und der Realsteuer von 120 auf 200 Prozent. * Neheim, 29. Dez.(Ein aufregender Vorgang) spielte sich im Wartesaal des hiesigen Bahnhofs ab. Ein Kausmann erwartete seine erwachsenen Kinder, die zur Ausübung des Wintersports nach Winterberg gefahren waren, zurück. Plötzlich sank er im Beisein seiner Gattin von einem Herzschlag getroffen lautlos zu Boden. Die in fröhlichster Stimmung zurückkehrenden Kinder fanden ihren Vater nur noch als Leiche vor. * Winterberg, 30. Dez.(Wintersport.) Seit Samstag morgen sind hier neue Schneemassen niedergegangen und haben ein meilenweites Feld für alle Arten von Wintersport geschaffen. Der Schnee liegt allenthalben über 40 Zentimeter hoch am Astenberg stellenweise bis zu einem Meter. Die schneebedeckte Landschaft bietet ein großartiges Bild, wie man es seit Jahren nicht mehr sah. Winterberg ist überfüllt von Sportsleuten aus Westfalen und Rheinland. Es herrscht heller Jubel und große Spoktlust. Bei der gegenwärtigen Schneehöhe ist auf längere Zeit mit günstigen Sportverhältnissen zu rechnen. * Nierenhof, 29. Dez.(Erstochen.) Im Bahnhofswartesaal kam es zwischen mehreren Männern zu einem Wortwechsel. Als dann zwei von ihnen nach draußen gingen, um sich einmal„unter vier Augen zu sprechen", versetzte der zwanzigjährige Fabrikarbeiter Fuderstein dem Bergmann Weickel einen Stich in den Kopf, der den Tod des Gestochenen zur Folge hatte. W. ist verheiratet und Vater von sieben Kindern. * Hamborn, 29. Dez.(Zwischen den Puffern getötet.) Auf Schacht 3 der Gewerkschaft Deutscher Kaiser geriet der 17jährige Arbeiter Spelder aus Bruckhausen zwischen zwei Wagen. Er wurde dabei am Kopfe so schwer verletzt, daß der Tod sofort eintrat. Düsseldorf, 30. Dez.(Ein Kleinstadtidyll) schlich sich in die gestrigen Beratungen der Stadtverordneten ein. Vor 100 Jahren gingen in Düsseldorf die sämtlichen Uhren sehr schlecht. Um nun wenigstens eine richtiggehende Uhr zu haben, übernahm die Stadt die Regulierung der Turmuhr der Maxkirche, ohne, wie sie sagt, eine rechtliche Verpflichtung eingegangen zu sein. Letzteres behauptet aber die Maxkirche. Demgegenüber steht der Stadt ebenfalls aus alter Zeii ein Anspruch auf den Klingelbeutelertrag der 8 Uhr=Messe der Maxkirche zu. Dieses Geben und Nehmen entsprach dem beiderseitigen Geschmack nicht mehr, um so weniger, als es in einen Rechtsstreit auszuarten drohte. Auf Grund eines Vergleichs verzichtet nun in Zukunft die Stadt auf den Klingelbeutelertrag, und die Maxkirche hält ihre Turmuhr solbst instand. Letzte Drahtmeldungen Landtagsersatz wahl in WarburgHörter. Höxter, 30. Dez. Bei der Landtagsersatzwahl in Warburg=Höxter wurde der Gutsbesitzer Schönkäs= Altenheerse(Ztr.) mit sämtlichen 242 abgegebenen Stimmen gewählt. Die Ersatzwahl war durch das Ableben des Zentrumsabgeordneten Albers notwendig geworden. Westfalen und Rheinland. * Dortmund, 29. Dez.(Im Weihnachtsverkehr) am hiesigen Hauptbahnhof wurden rund 20 000 Fahrkarten ausgegeben. Der Verkehr an den Weihnachtstagen selbst war merblich schwächer wie im Vorjahre, der Verkehr an den Vortagen dagegen ebenso stark. * asseln, 29. Dez.(Tödlicher Grubenunfall.) Auf der Zeche„Holstein“ hierselbst kam der Bergmann Dunkel aus Massen zu Tode. Ihm prallte ein voller Wagen mit solcher Wucht gegen Jagows Rechtfertigung. Berlin, 30. Dez. Auf Aufforderung des Ministers des Innern hat Polizeipräsident v. Jagow dem Staatsministerium eine eingehende schriftliche Darlegung über seine bekannte Zuschrift wegen der Verurteilung des Leutnants v. Forstner zugehen lassen. Schweres Hochbahnunglück. Berlin, 30. Dez. Auf der Hochbahnstrecke zwischen den Stationen Schlesisches Tor und Oranienstraße ereignete sich gestern nachmittag durch Entgleisen eines Wagens ein schwerer Betriebsunfall, wobei ein Streckenarbeiter getötet wurde. Von den Fahrgästen, die den Zug auf offener Strecke verlassen mußten, wurde niemand verletzt, doch mußte der Verkehr auf längere Zeit gesperrt werden. Der Tod des Fliegers. Berlin, 30. Dez. Der Flieger Remus, der gestern in der Nähe des Flugplatzes Johannisthal abstürzte, ist gestern 11 Uhr nachts gestorben, ohne das Bewußtsein wieder erlangt zu haben. Der Tod trat infolge einer schweren Schädelverletzung ein. Schrecklicher Nodelunfall. Höchst, 29. Dez. Am Mainabhang rodelten heute nachmittag zahlreiche Knaben, unter ihnen das siebenjährige Söhnchen eines hiesigen Beaumeisters. Der Knabe verlor die Herrschaft über den Schlitten und fuhr in den Main hinein. Er wurde durch das Gewicht des Schlittens sofort in die Tiefe gezogen. Bis zum Abend war seine Leiche noch nicht gebergen worden. Unwetter und Schneestürme. Metz, 30. Dez. Die Mosel ist infolge des starken gestrigen Schneesturmes sowie des darauf eingetretenen Tauwetters um 1½ Meter gestiegen. In Trier stieg die Mosel in don letzten 2½ Stunden um mehr als 2 Meter; sie steigt noch andauernd weiter. Im Hochwald und in der Eisel liegt der Schnee einen halben Meter hoch. Der Verkehr ist unterbrochen. Die Züge erlitten Verspätungen. Die Telephon= und Telegraphenleitungen sind vielfach gestört. Der Bubenstreich von Zabern. Zabern, 30. Dez. Die amtliche Untersuchung über das angebliche Attentat auf den Militärposten hat ergeben, daß die am Freitag abend in der Dunkelheit gefallenen Schüsse nicht von dieser Seite des Kanals vor der Schloßkaserne gekommen, sondern zweifellos auf der anderen Seite des Bassins gefallen sind, und zwar, wie zuversichtlich feststeht, von dem dort befindlichen Holzlagerhaus, das 125 Meter entfernt liegt. Vier Leute haben ausgesagt, daß sie gegen 6¼ Uhr vom Holzlager her zwei Schüsse gehört und auch den Feuerschein gesehen hätten. In Anbetracht der Entfernung und der herrschenden Dunkelheit sei es gar nicht möglich gewesen, den Posten an der Schloßmauer zu sehen. Es ist ausgeschlossen, daß der Posten unter solchen Umständen hätte gesehen werden können. Von einem Attentat auf den Posten kann also keine Rede sein. Starker Schneefall in Paris. Paris, 29. Dez. Den ganzen heutigen Tag über herrschte in Paris und Umgebung ein für hiesige Verhältnisse außerordentlicher Schneefall. Die Straßen sind ziemlich hoch von einer Schneeschicht bedeckt. Der Telephon= und Telegraphendienst mit dem Inlande geht nur unter großen Schwierigkeiten vor sich, mit dem Auslande, besonders mit Deutschland, ist der Telephonbetrieb völlig gestört. Der Schneefall hält an. Der Riesenbrand in San Sebastian. San Sebastian, 30. Dez. Eine ungeheure Feuersbrunst hat das Theater, den Zirkus Pate und einige Häuser zerstört. Infolge des Sturmes war es unmöglich, die anderen bedrohten Gebäude zu schützen. Die Truppen haben die dem Feuerherd benachbarten Kasernen geräumt. Die Bewohner sind von einer Panik ergriffen worden. San Sebastian, 30. Dez. Zu der hiesigen großen Feuersbrunst wird noch gemeldet: In den Nachtstunden des gestrigen Tages wurde Militär zur Unterstützung der Feuerwehr herangezogen, und auch die Matrosen spanischer Kriegsschiffe, sowie die Mannschaften fremder Kriegs= und Handelsschiffe, die im Hafen liegen, beteiligen sich an den Rettungsarbeiten. Bisher waren jedoch alle Bemühungen, den Flammen Einhalt zu tun, vergeblich, da der Sturm noch weiter fortwütet. In der Stadt herrscht eine furchtbare Erregung. Zahlreiche Menschen lassen ihre Habe im Stich und fliehen, nur mit dem Notdürftigsten angetan, an die Küste oder in den Hafen, um an Bord der Schiffe Zuflucht zu suchen. Die Zahl der Schiffe genügt jedoch nicht zur Aufnahme der Flüchtigen. Zahlreiche Menschen sind genötigt, ohne Schutz bei hestigem Sturm und starker Kälte im Freien zu kampieren.— Der König, der von der Katastrophe verständigt wurde, läßt sich von dem Präfekten der Stadt fortlaufend Bericht über den Stand des Feuers und der Rettungsarbeiten erstatten. Explosion schlagender Wetter. Birmingham, 30. Dez. In der Great Western=Kohlengrube zu Pontypridd in Wales fand gestern eine schwere Explosion schlagender Wetter statt, bei der zwei Arbeiter getötet wurden. Sieben Mann stiegen nach der Explosion in den Schacht, wurden aber von giftigen Gasen betäubt und mußten an die Oberfläche gebracht werden, wo sie durch künstliche Atmung wiederbelebt wurden. 2000 Grubenarbeiter sind durch die Explosion zeitweilig beschäftigungslos geworden. Unwetter. Petersburg, 30. Dez. In Sebastopol ist jetzt, nach außerordentlich starken Schneefällen, heftiges Tauwetter eingetreten. Alle Täler sind durch die niederströmenden Gebirgswässer überschwemmt worden, die auf ihrem Wege Häuser zerstört, Bäume entwurzelt und Brücken davongetragen haben. Eine große Anzahl Menschen, namentlich Kinder, sind ums Leben gekommen. Solange der Abfluß der Wässer andauert, soll jede Hilfe unmöglich sein, so daß die Talbewohner ihrem Schicksal überlassen bleiben. Meuterung chinesischer Soldaten. Peking, 30. Dez. In der chinesischen Stadt Talifu haben drei Regimenter gemeutert und ihre Offziere niedergeschossen. Eine Abteilung Regierungstruppen hat den Nebellen die Stadt wieder abgenommen. Wetterbericht der Deutschen Seewarte. 1. Januar: Wolkig, bedeckt, frostig. 2. Januar: Milder, Nebel, Niederschläge, windig. 3. Januar: Naßkalt, feucht, lebhafte Winde. 4. Januar: Meist bedeckt, um Null, teils frostig. 5. Januar: Trübe, feuchtkalt, Niederschläge, windig. 6. Januar: Nebel, trübe, nahe Null, Niederschläge. Verantwortlich für die Redaktion Friedr. Kraas. Druck u. Verlag von Carl Braus, beide in Schwerte. Wieder fast doppelt so groß wie im Vorjahre war in Kaffee ein ständig sich wiederholender Beweis für die steigende Beliebtheit des coffeinfreien Bohnenkaffees. Nr. 304. Beilage Schuecter I.. K.g. Dienstag, 30. Dezember 1913. Amlliches Kreisblatt. Wer? auch im Jahre 1914 auf eine interessante gutgeleltete Tageszeitung reflektiert, die mit ganz besonderer Sorgfalt den lokalen Teil pflegt und den Begebenheiten in Stadt und Land ungeteilte Aufmerksamkeit zuwendet, der bestelle die Schwerter Zeitung (amtliches Kreisblatt für den Kreis Hörde) die trotz ihres reichen gediegenenen Inhalts monatlich nur 60 Pfg. kostet.— Mehr noch als bisher werden wir in dem neuen Jahre bemüht sein, die „Schwerter Zeitung“ zu einer grosszügigen Tageszeitung auszubauen, um unsere Leser von allem Wissenswerten, was sich in der weiten Welt ereignet, schnell und zuverlässig zu unterrichten. Die ständig steigende Abonnentenzahl der „Schwerter Zeitung“ in allen Kreisen der Bürgerschaft ist wohl der beste Beweis für die grosse Beliebtheite deren sich unser Blatt überall erfreut. Ein Probe-Abonnement, zu dem wir freundlichst einladen, führt sicherlich zu dauerndem Bezuge. Bestellungen auf die„Schwerter Zeitung“ werden jederzeit von unsern Boten, in der Geschäftsstelle (Gr. Marktstr. 3—5), sowie bei Herrn Ad. Neumann, Hüsingstrasse, entgegen genommen. Zur deutschen Rheinmündungsfrage. Es ist außerordentlich erfreulich zu sehen, wie der jetzt hielfach erörterte Gedanke der Schaffung einer drutschen Rheinmündung immer weitere Kreise unseres Volkes für sich einnimmt. Einen Beweis hierfür liefert unter anderem auch eine jüngst in Meppen, in der Provinz Hannover, stattgehabte Versammlung, in der Regierungsbaumelster a. D. Dorst einen Vortrag über ein von ihm ersonnenes neues Projekt hielt. Er hat den kühnen, aber etwas phantasievollen Plan, aus Meppen ein zweites Hamburg zu machen, indem er meint, durch entsprechende Verbreiterung und Vertiefung der Ems Ebbe und Flut bis Meppen lenken zu können. So verführerisch auch dieser Plan einem Laienurteil erscheinen mag, so wenig dürfte ei doch nach Sachverständigenansicht in den Bereich der Wirklichkeit fallen und zur Ausführung geeignet sein. Dem Vernehmen nach soll sich der Autor der Idee auch an den„Verein Deutsche Rheinmündung“. mit dem Ersuchen gewandt haben, seinen Plan zu prüsen. Doch verhält sich, wie wir hören, dieser Verein, der sich bekanntlich die Aufgabe gestellt hat, für die Herstellung der deutschen Rheinmündung zu wirken, dem Dorstschen Plan gegenüber ablehnend. —— Westfalen und Rheinland. * Derne, 29. Dez.(In halberfrorenem Zustande) wurde in der Frühe der Bergmann Cicha aus Altenderne=Oberbecker in einem Straßengraben aufgefunden. Er mußte ins Krankenhaus geschafft werden, wo er bedenklich krank darniederseor.„„„„ * Lippstadt, 29. Dez.(Loo auf den Schienen.) Im hiesigen Bahnhof wurde der Eisenbahnschaffner Schinkel aus Holzminden mit zerquetschtem Brustkorb sterbend aufgesunden. Der Verunglückte war beim Rangieren zwischen zwei Puffer geraten. Auf dem Wege zum Krankenhaus starb er.— Im nahen Bahnhof Salzkotten wurde der Nottenführer Deppe von einem Güterzuge überfahren und buchstäblich entzwei geschnitten. * Minden, 29. Dez.(Unter Erdmass erstickt.) Der Landwirt Brink ist gestern in seiner Sandgrube von abstürzenden Erdmassen verschüttet worden, so daß er erstickte, ehe ihm Hilfe gebracht werden konnte. Schwaney, 29. Dez.(Einetragikomische Jägergeschichte) wird von hier berichtet: Ein hiesiger Einwohner hatte eine Jagd weiterverpachtet. Der Zweitpächter ließ nun einen Bekannten dieser Tage in seinem Revier jagen. Bei Ausübung des edlen Weidwerks wird er von dem Erstpächter und seinem Freunde beobachtet. Der Jagende legt nun, um sich im Dorfe ein wenig zu restaurieren und auch alte Bekannte aufzusuchen, seine Jagdutensilien ab. Wie er zurückkommt, sind seine Sachen auf und davon. Der Erstpächter und sein Freund glauben, endlich einen guten Fang gemacht zu haben. Der Freund ruft eiligst per Draht nach dem Gendarmen, der aus Altenbeken natürlich auch eintrifft. Mittlerweile hat unser Jäger von der Sachlage Kenntnis erhalten. Er wird vernommen, die beiden Ankläger werden vernommen, und was stellt sich heraus?... Der Jäger hat sein Jagdrecht vollständig zu Recht ausgeübt, aber der Erstpächter hat lange in seinem ehemaligen Revier gejagt, ohne auch nur einen Jagdschein zu besitzen. Selbst die Ausübung der Jagd in seinem Revier stand ihm vertraglich nicht mehr zu. Infolgedessen wird sich das Gericht der Angelegenheit annehmen. * Duisburg, 29. Dez.(Der Einbruch) in das Delikatessengeschäft Richard Zester ist jetzt aufgeklärt. Als Täter kommt der Bruder Wilhelm des Bestohlenen in Betracht. Dieser, ein Mensch, der sich hier herumtreibt, hat abends, da er vollständig mittellos war, von seinem Bruder Geld verlangt und ihn bedroht. Wilhelm Zester muß von einer Gasse hinter dem Hause aus in das Bureau, aus dem er ungefähr 5000 Mark raubte, gedrungen sein. Nach der Tat zeigte er auf der Herberge zur Heimat einem Bekannten einen Hundertmarkschein. Der Täter ist jetzt flüchtig. Duisburg, 29. Dez.(Durch den Spürsinn des Polizeihundes„Luci“) gelang es hier, einen Straßenräuber, den Gelegenheitsarbeiter Los zu fassen. Los hatte auf der Gründstraße hier einen alten pensionierten Lehrer, der sich nach Hause begeben wollte, überfallen und ihm eine Geldbörse mit 2 Mark Inhalt abgenommen. Ein Polizeisergeant hatte den Vorsall von weitem beobachtet und hetzte seinen Hund„Luci“ auf den Verbrecher. Das Tier verfolgte den Fliehenden durch mehreke Straßen, holte ihn an der Vinzensgasse ein und warf ihn zweimal zu Boden. Der hinzukommende Beamte nahm den sich heftig sträubenden Mann fest. Da der Räuber die Geldbörse nicht mehr im Besitz hatte, wurde der Hund nochmals auf die Suche geschickt, und dieser fand die Börse mit dem Gelde auch im Straßenschlamm. * Düren, 29. Dez.(Eigentümlicher Unfall.) Vorgestern erlitt der hiesige Bahnarzt Dr. Hof auf eigentümliche Weise einen schweren Unfall. Dr. Hof saß rauchend in seinem ganz geschlossenen Kraftwagen. Durch den Rauch sah er nicht, daß eine Eisenbahnschranke geschlossen war, er durchfuhr die Schranke und sauste in einen vorbeifahrendeen D=Zug. Der Kraftwagen wurde vollständig zertrümmert, glücklicherweise aber zur Seite geDr. Hof kam mit einem Beckenbruch schleudert; davon. Köln, 29. Dez.(Eine angenehme Ueberraschung) wurde einem Arbeiter und Familienvater des Karlswerkes in Mülheim=Rhein am ersten Weihnachtstage zuteil, indem er als Erbe von 70000 Mark von einem kürzlich verstorbeenen, bisher ihm unbekannten Vewandten eingesetzt worden war. Rombach, 29. Dez.(Kampf mit Einbrechern.) In der Weihnachtsnacht wurden im benachbarten Kluingen Diebe bei einem Einbruch bemerkt. Als Leute aus der Christmette herbeigeholt wurden, um die Diebe, sechs Italiener, festzunehmen, setzten sich diese mit Revolvern und Messern zur Wehr. Der Bürgermeister Malherbe erhielt einen Schuß in die rechte Brustseite und einen Stich in den Rücken. Ein Bauunternehmer wurde durch einen Schuß in den rechten Fuß erheblich verletzt. Nach einem längeren Handgemenge gelang es schließlich, die Burschen festzunehmen. Sie wurden ins hiesige Gefängnis gebracht. Schule und geistiges Leben 7. Preußischer Lehrertag. Der mehr als 70 000 Mitglieder zählende Preußische Lehrerverein ist am 29. Dezember in Posen zum 7. Preußischen Lehrertag zusammengetreten. Die diesjährigen Verhandlungen begegnen umsomehr allgemeinerem Interesse, als sie sowohl für die Schularbeit wie auch für die amtliche und soziale Stellung der Volksschullehrer von einschneidender Bedeutung sein werden. Im Vordergrunde der Verhandlungen wird die Reform der allgemeinen Bestimmungen, die wichtige Frage der Lehrerbildung und die vielerörterte Besoldungsfrage stehen. Was die Lehrerbesoldung anlangt, so vertritt bekanntlich der Preußische Lehrerverein seit Jahren die Forderung der Gleichstellung aller Lehrer mit den Sekretären der allgemeinen Stadtverwaltung, und zwar mit Rücksicht darauf, daß die Vorbildung in den wichtigsten Teilen für beide Kategorien die gleiche ist, und daß auch die im Interesse von Volk und Land zu leistende Arbeit dieselbe genannt werden kann, so daß die Forderung der gleichmäßigen Besoldung gerechtfertigt erscheinen wird.— Weitere Bedeutung wird die bevorstehende Tagung noch dadurch erhalten, daß der verdiente langjährige Vorsitzende des Preußischen Lehrervereins, Rektor Reißmann=Magdeburg, aus Gesundheitsrücksichten von der Leitung des Vereins zurücktritt, den er in elfjähriger rastloser Arbeit unermüdlich gefördert hat und dem die Zunahme der Mitgliederzahl von zirka 42000 im Jahre 1902 auf rund 70000 im Jahre 1913 in erster Linie zu danken ist. der künstlerischen Auffassung im Gefolge haben wird, kurz wiederholt. g 6 Zwei Welten stehen sich von Anbeginn brohend gegenüber: die eine ist die Ritterschaft vom Heiligen Gral, dem selig machenden Gefäß, darfn das teure Blut des Heilands einst aufgefangen wurde, unter Führung Anfortas; die andere aber ist die Zauberwelt Klingsors, des Herrn der ins Verderben stürzenden irdischen Dinge. Selbst der Erste der Gralsritterschaft, Anfortas selbst, ist einstweilen in Kling. sors Schlingen gesallen. und eine schwärende Wunde, die Wunde des nach der Reinigung und Erhöhung sich sehnenden Geistes, ist sein Gewinn gewesen. Es geht die Sage, daß einer das leidende Haupt der Ritterschaft zu heilen vermöge:„aus Mitleid wissend der reine Tor.“ Ein Jüngling Parsival, der grausam im Haine der Gralsburg einen der heiligen Schwäne schoß, wird eines Tages von Gurnemanz, dem alten Getreuen der Burg, getroffen. Wissendes Alter, nichtsahnende Jugend stehen sich gegenüber, wohl erkennt Gurnemanz das Adelszeichen der Seele auf Parsivals Stirn, aber dessen Zeit ist noch nicht gekommen, sein Geschick entführt ihn wieder der Gralsburg und läßt ihn Klingsors Zauberwelt samt der„Höllenrose und Urteufelin“. Kundry schauen. Aber Kundry, in der höchst eigentümlichen symbolischen Sprache des Dramas, die unter dem aufgezwungenen Dienst des Bösen stöhnende und sich zu den reinen Höhen des erlösenden Gottschauens sehnende irdische Natur, stürzt Parsival nicht ins Verderben,—„höchstens Heiles Wunder“ vollzieht sich, Parsival zieht im Mitleiden mit der zermürbten, verhetzten Seele Kundry zu sich empor. Und durch das Mitleiden wird er wissend, das Mitleid wird der Schlüssel zum letzten höchsten Erlebnis aller Welterkenntnis. Wagner gelang es, das erschütterndste und ergreifendste Bekenntnis zum Christentum auszusprechen! Und vor der Welt Klingsors schlägt Parsival gewaltig das Kreuz:„Mit diesem Zeichen bann ich Deinen Zauber, in Trauer und Trümmer stürze die trügende Pracht.“ Nun aber ist Parsival der Geweihte, und er kann das hohe Erbe des Grals antreten; in seinen reinen Händen leuchtet der Gral, das ist„das Eine, das not tut", in altem, überitdischem Glanze, und unter denen, die gerettet aus dem Diesseits scheiden, befinden sich Anfortas und Kundry.„Parsival“, das ist die ganz exzeptionelle Stellung dieses gewaltigen Werkes, ruft zur tätigen Mitarbeit an Gottes Sache auf, und das letzte Wort der auch in der Lektüre höchst anziehenden Schöpfung klingt wie eine Offenbarung „Höchst Heiles Wunder— Erlösung dem Erlöser.“ Kunst und Wissenschaft. Parsival. Das neue Jahr entläßt Richard Wagners„Parsival“, das bedeutendste Musikdrama, das bisher geschrieben worden ist, aus der Bayreuther Abgeschlossenheit. Jede Bühne hat das Recht, das Werk aufzusühren, und die Züricher Oper hat etwas Besondetes darin gesehen, ihre„Parsival“=Aufführung in der Neujahrsnacht punkt 12 Uhr beginnen zu lassen. Wenn auch der Inhalt des„Parsival“ allen Gebildeten bekannt ist, so sei er doch auch aus Anlaß der Flut von Aufführungon, die das neue Jahr bringt. und die manchen Streit über die Fragen Silvester in heiterer Gesellschaft, wer könnte sich eine Feier der Jahreswende anders denken, noch dazu, wenn nach alter Gewohnheit auch ein köstlicher Punsch gereicht wird. Ganz besonders erhöht aber die Qualität des Getränkes die Stimmung, und ist der Spender jetzt mehr denn je zuvor besolgt, auch das richtige zu treffen, da mit der Preissteigerung auch eine Qualitätsveränderung eingetreten ist. Wer sich nun aber seine Extrakte mit Original=Reichel=Essenzen„Marke Lichtherz“ selbst bereitet, hat dies nicht zu befürchten; denn die Qualität ist ein wie allemal eine gleich vorzügliche. Die Essenzen zu Punsch=Extrakten sind, wie die übrigen„Original=Reichel=Essenzen“ zur Selbstbereitung der besten Liköre, Branntweine usw. echt zu haben in den bekannten, meist durch Schilder kenntlichen Drogerien, Apotheken usw., wo nicht, wende man sich an die Fabrik Otto Reichel, Berlin SO., Eisenbahnstraße 4. Aus großer Veit. Roman von O. Elster. Die preußische Armee unter dem greisen Feldmarschall Blücher war auf Wavre zurückgeworfen worden und sollte durch den Marschall Grouchy mit fünfzigtausend Mann bewährter Truppen in Schach gehalten werden. Napoleon selbst wandte sich mit seiner Hauptmacht, wohl achtzigtausend Mann, dem englisch=deutschen Heere unter Wellington zu, das er in gewaltigem Ansturm zerschmettern wollte, um siegreich in Brüssel einzuziehen. War die englisch=deutsche Armee und die preußische Armee geschlagen und zersprengt, dann durfte Napoleon hoffen, in Brüssel den Frieden diktieren Aber Napoleon kannte nicht die Zähigkeit des Herzogs von Wellington und rechnete nicht mit der stürmischen, jugendfrischen Energie des greisen Marschall Vorwärts und seiner Preußen. Die Straße von Brüssel zieht sich durch den großen Wald von Waterloo, hier ein Defilee bildend, das einer geschlagenen Armee zum Verderben gereichen mußte. Warf Napoleon die Engländer und die Deutschen in dieses Defilee, dann waren sie verloren; die französischen Reitergeschwader und Geschütze würden die Armee vernichtet haben. Vor dem Walde von Waterloo hielt der Herzog von Wellington, umgeben von seinem glänzenden Stabe. Ordonnanzoffiziere flogen hierhin und dorthin, die Truppen erhoben sich aus den regennassen Biwaks und rückten in die befohlenen Stellungen. Den rechten Flügel bildete das Schloß Hongomant, es wurde von einigen schottischen Regimentern, einigen Vataillonen der Hannoverauer besetzt, als Reserve stand das braunschweigische Korps unter dem Befehle des tapferen Oberst Alsermann. Das Zentrum bei La Haye sainte bildeten die englischen Garden und die hannoverschen Bataillone: dahinten standen die Nassauer und die Niederländer, den rechten Flügel bei Planchenoit besetzten wiederum Engländer und Hannoveraner. Die Anhöhen wurden von den englisch=deutschen Batterie gekrönt; hinter den Infanteriereihen hielt die englisch=deutsche und niederländische Reiterei, um sich im gegebenen Moment auf den vordringenden Gegner zu stürzen. Gegenüber dem Walde von Waterloo, durch eine flache Mulde von der Stellung Wellingtons getrennt, erhoben sich die Anhöhen von Mont St. Die Morgensonne zerteilt die feuchten Nebel und blitzte auf tausend und abertausend Bajonetten der französischen Armee, welche unter klingendem Spiel, mit wehenden Fahnen sich in Schlachtordnung setzte. Deutlich konnte man von der englischdeutschen Stellung aus den Aufmarsch beobachten. Napoleon schien mit Absicht seine ganze Macht den Blicken des Gegners zeigen zu wollen, als verachte er den Feind, der es wagte, sich diesem seinem EliteHeer entgegenzustellen. Die ältesten, brausten Truppen des Kaiserreichs standen in der Schlacht. Die alte Garde mit den Ueberresten aus dem russischen Feldzuge, die junge Garde, welche voller Begeisterung es der alten Garde gleichzutun strebte, die Kürassiere Kellermanns und Mulchauts, deren Ansturm in hundert Schlachten die feindlichen Kargesprengt, und alle die Regimenter, deren zerrissene, zerschossene Fahnen siegreich in hundert Schlachten— am Rhein, an der Donau, in Italien, in Rußland, ja in der Wiste Aegyptens angesichts der tausendjährigen Pyramiden geweht hatten.— Die erhabenen größten, ruhmreichen, Erinnerungen vereinigte diese Armee, wie zweite in der Welt gab— und als der Kaiser auf seinem edlen arabischen Schimmel=Hengste, das Haupt bedeckt mit dem historischen kleinen, schwarzen Hute, die rechte Hand und abertausend Kehlen der Ruf:„Es lebe der Kaiser!" daß es bis zu der englisch=deutschen Armee hinübertönte und in jedem Soldaten dort den Gedanken erweckte: wenn diese Armee heute siegt, dann ist Europas Geschick auf lange Zeit— vielleicht auf immer entschieden und ruht in der Hand des korsischen Imperators, des gewaltigen Meisters der Schlachten..„„„ Regungslos hielt der englische Overvefehlshaber auf seinem edlen, schlanken Pferde auf der Straße von Waterloo und blickte hinüber zu der Höhe von Mont St. Jean, über die die Truppen des Kaisers hinabquollen, überflutet von dem hellen Sonnenschein, der auf den tausenden und abertausenden Bajonetten und Säbeln blitzte und sich in den Kürassen der Panzerreiter der Generäle Kellermann und Mulhout spiegelte. Auch sein Ohr traf der donnernde Ruf:„Es lebe der Kaiser" und ein verächtliches Lächeln zuckte über sein hageres, aristokratisches Gesicht und in seinem großen, grauen Auge blitzte es spöttisch auf. Der theatralische Aufputz des französischen Heeres, der theatralisch=prunkende, prahlerische Aufmarsch, er imponierte ihm nicht, er ließ sein Blut nicht einen Momentschneller fließen, er verachtete ihn mit dem hochmütigen, trotzigen Stolze des echten Engländers. Was war ihm, dem englischen Lord, dem Pair der drei vereinigten Königreiche dieser Korse? Ein Emporkömmling— ein Theaterheld. Ein Adjutant sprengte herbei. „Meldung vom linken Flügel— von der preußischen Armee ist noch nichts zu sehen.“ „Gut— so warten wir noch. Feldmarschall Blitcher hat mir versprochen, rechtzeitig auf dem Schlachtfeld einzutreffen. Er wird kommen.“ „Und wenn er verhindert wird, Mylord?“ fragte ein anderer General.„Sollten wir den Stoß der französischen Armee ganz allein aushalten? Wäre es nicht besser, einer Schlacht auszuform gesteckt, das Antlitz ruhig und still, wie aus ten übersprengte, da erschallie donnernd aus kausend Wellington maß ihn miterstauntemn Blick.,=Seit wann weichen Engländer einer Gefahr aus, Sir?“ fragte er ruhig.„Wir werden fechten, bis die Preußen kommen, oder uns hier unter den Geschossen der französischen Geschütze begraben lassen.“ „Euer Lordschaft haben mich nicht verstanden," entschuldigte sich der General. „Ich hoffe es, Sir,“ war die ruhige Erwiderung „Die Lazarette sollen näher an die Armee heranrücken," befahl er dann.„Sie werden bald genug zu tun haben.“ Adjutanten fliegen zurück. Am Saume des Waldes von Waterloo nehmen die Lazarette und Feldambulanzen ihre Stellung. Ein großes Feldlazarett wird in dem Dorfe Waterloo selbst aufgeschlagen; hier ist auch die freiwillige Sanitätskolonne tätig, welche die Gräfin von Walsrode ausgerüstet hat. Aus den Gefechten der letzten Tage hat man die Verwundeten hierher gebracht: Engländer, Belgier, Braunschweiger, Preußen. Die leichter Verwundeten wurden weiter nach Brüssel geschafft, die Schwerverwundeten hier verbunden und gepflegt. Ein junger preußischer Jägeroffizier ruht todesbleich mit geschlossenen Augen auf dem kärglichen Strohlager. Seine Brust keucht schwer, der Atem rasselt und blutig gefärbter Schaum tropft über die Lippen. Gesine kniet an seinem Lager und hält von Zeit zu Zeit einen erfrischenden Trunk an seine Lippen. Doktor Brunner ist soeben fortgegangen; er hat die Achseln gezuckt.„Es geht mit dem Armen zu Ende,“ sagte er.„Das Geschoß hat ihm die Lunge zerrissen.“ „Wasser," ächzt der Verwundete.„Luft— Luft.“ Und mit konvulsivischer Anstrengung zerreißt er das blutige Hemde, welches noch seine wunde Brust um hüllt. Gesine sucht ihn zu beruhigen, läßt ihn trinken und mit dankbarem Blick sinkt der junge Offizier auf das Lager zurück 210,16 wegen Geschäftsaufgabe Tetur-Ausverkauf meines reichhaltigen Lagers besserer Uhren, Juwelen, Gold-, Silber- und Alfenidewaren tellweise zu und unter Einkaufspreis. Weur. Soube Vortmand Uhrmacher u. Juwelier Daselbst Ladenlokal zu vermieten. Ruckeike 30. Geschäftsgründung 1882. 8133 Wekanntmachung. Zufolge Verfügung des Herrn Regierungs=Präsidenten zu Arnsberg vom 5. Dezember 1913 1 18 No. 1900 ist den Krankenkassen: ## a) der Allgemeinen Ortskrankenkasse für den Stadlbezirk Schwerte, b) der Betriebskrankenkasse der Firma Vereinigte Deutsche Nickelwerke Aktien=Gesellschaft, Abteilung Schwerte, c) der Betriebskrankenkasse der Firma Eisen=Industrie zu Menden und Schwerte Aktien=Gesellschaft zu Schwerte, die Verpflichtung zur Ausgabe von Quiltungs= karlen an ihre Mitglieder auferlegt worden. Diese Verpflichtung tritt am 1. Januar 1914 in Sraft.,„ 1614.6 kat u. k. 9.. Vom 1. Januar 1914 ab hal also die Aus. stellung, der Umtausch und die Erneuerung der Quittungskarten(Anweisung des Ministers für Hande! und Gewerbe vom 20. November 1911 für die Quittungskarten=Ausgabe) bei den obengenannten Krankenkassen für deren Mitglieder zu erfolgen. Schwerte, den 18. Dezember 1913. Das Versicherungsamt: Der Vorsitzende: Rohrmann. Anfertigung von Jacken, Sport=, Reitund Gesellschafts=Kleidern. Giar: Aanddem Voeimand, W Die beste und billgste 1 Bezugsquelle für Schneiderinnen# :::: ist das Kaufhaus Otto Marx Hamburger Engros-Lager= Schwerte, Ostenstr. 20. +— Fernsprecher 233.— 5873 * Ich hatte Gelegenheit, ein enormes ZigarrenLager, grösstentells nur erstklassige Westfäl. 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Der„Kälteste" dürfte Aldebaran aus dem Stierbilde sein, dessen Temperatur nicht höher als 2150 Grad ist, also geringer als diejenige Temperatur, die man in unseren chemischen Laboratorien zu erreichen vermag. Die gefundene Höchsttemperatur„von 400000 Grad steht gänzlich vereinzelt da, denn keiner der anderen Sterne erreicht sie auch nur annähernd. Gama aus dem Bilde der Cassiopeia, der in zweiter Linie folgt, ist um das Achtfache weniger warm, denn seine Temperatur erreicht nur. etwa 50000 Grad. Anderseits findet man am Schluß der Reihe etwa 10 Himmelskörper, deren Temperatur sich mit der des elektrischen Lichtbogens vergleichen läßt. Es würde zu weit führen, wenn man die Liste der 70 Sterne hier aufführen wollte; deren Temperatur von Rosenberg bestimmt worden ist. Wir beschränken uns darauf, die Temperaturen der bekanntesten Sterne wiederzugeben, das heißt solcher, die bereits„getauft" sind und nicht einfach durch einen griechischen Buchstaben bezeichnet werden. Die Reihenfolge ist folgende: Bellatrix aus dem Orion 42000 Grad; Sirius aus dem Großen Hund 27500; Epi aus der Jungfrau 23.000; Wega aus der Lyra 22000; Rigel aus dem Orion 20.500; Castor aus den Zwillingen 20 500; Regulus aus dem Löwen 20000; Atair aus dem Adler 10500; Prokyon aus dem Kleinen Hund 7000; Capella aus dem Kutscher 4500; Pollux aus den Zwillingen 3500; Arcturus aus dem Hirten 3100; Aldebaran aus dem Stier 2150. Die Sonne, deren Spektrum als Vergleichsbasis gedient hat, nimmt einen ziemlich bescheidenen Rang ein; sie steht etwas über Capella mit 4950 Grad. Gama aus dem Pegasus entwickelt also achtzigmal mehr Wärme als unsere Sonne, die, wie man sieht, verhältnismäßig kühl ist. Der wahre Geburtsort von Columbus. Seit einiger Zeit bereits wird den Genuesern der Ruhm bestritten, Christoph Columbus als den größten Sohn ihrer Stadt verehren zu dürfen. Der spanische Columbus=Forscher Garcia de la Riega, der sich seit vielen Jahren mit dem Studium des Lebens des großen Entdeckers beschäftigt und besonders eingehende Studien über seinen Geburtsort gemacht hat, tritt nun mit dem überraschenden Resultat seiner Forschungen hervor, nach dem Columbus sicherlich nicht in Genua geboren ist. Wie Riega in der Zeitung„El Correo Gullego“ mitteilt, ist er im Besitz von Dokumenten, die zweifellos beweisen, daß Columbus in Porto Sauto, einem kleinen Dorf bei Madrid, geboren wurde. Diese Behauptung des angesehenen Forschers, der früher hohe Staatsstellungen in Spanien eingenommen hat, wird gewiß angefochten werden, aber jedenfalls eine neue Behandlung der Frage in Fluß bringen. Rebus. Eine gründliche Untersuchung. Eine lustige Episode aus drm Leben eines sehr bekannten und gesuchten Pariser Arztes weiß der„Cri de Paris“ seinen Lesern zu erzählen.„Kürzlich war bei Dr. L. große Gesellschaft; es war schon spät, die genossenen guten Weine machten Stimmung, als plötzlich dem Hausherrn ein Patient gemeldet wird. Resigniert geht der Arzt in sein Sprechzimmer. Der Besucher ist ein schwerer Asthmatiker, die Bronchien sind in einem traurigen Zustande, und die Stimmbänder vermögen kaum noch seinen Worten Klang zu geben. Der Doktor greift zum Hörrohr, um die Auskultation zu beginnen. Gewohnheitsmäßig fordert er, um die Aufmerksamkeit des Patienten von der Untersuchung abzulenken, den Kranken auf, langsam und gleichmäßig zu zählen: eins, zwei, drei, vier, fünf... Die Zeit verstreicht, und die Freunde und Gäste im Salon und Rauchzimmer werden unruhig, nach langem Zögern entschließen sich ein paar Intime des Hauses, vorsichtig die Tür zum Sprechzimmer zu öffnen. Da sah man den pflichtgetreuen Arzt, über das Höhrrohr gebeugt, an seinem Patienten lehnen, die Müdigkeit hatte ihn überwältigt, während der Patient den empfangenen Weisungen getreu ruhig und gleichmäßig weiterzählte:„Achthundertsechsundsiebzig, achthundertsiebenundsiebzig, achthundertachtundsiebzig...“ (Auflösung folgt in nächster Nummer.] Humor. Die anstrengende Geburtstagsfeier. Der kleine Robert hatte immer an seinem Geburtstag eine Kindergesellschaft. Es wurde viel gespielt, viel gegessen und viel Schokolade getrunken. Die Folge davon war, daß Robert abends sehr müde war. Als nun der Geburtstag wieder heranrückte, war seine Mutter sehr erstaunt, als sie den Kleinen am Abend vorher sein Nachtgebet zweimal hintereinander sagen hörte.„Warum sagst du denn dein Gebet zweimal, Robert?“ fragte sie. „Ach, Muttchen,“ meinte der Kleine,„ich habe es gleich für morgen mitgesagt, denn morgen abend bin ich ja doch zu müde.“ *„ n75 VrüTTSy P InTPSE 1 Werl Amtliches Kreisblatt 4 und für den Kreis börde S ∆ 45. Johrgang O Grlies und Ateites Cagesorgan des Kreiles. O haup, Unterhaltungs=Beilage zu Nr. 304. Dienstag, 30. Dezember 1913 VVerttrarer Roman von W. Maquay. (26. Fortsetzung.) it einer etwas ungeduldigen Bewegung sagte Herter:..—690#. „Ich betonte wieverhonl, vaß es nichts zu ändern oder zu verhindern gibt. Das Duell wird unter allen Umständen stattfinden— und zwar“— er blickte auf seine Uhr—„in anderthalb Stunden. Es ist wunderbar rasch gegangen. Vorgestern abend oder vielmehr so um Mitternacht herum der Zwist, gestern haben die Kartellträger alles ins reine gebracht, und heute morgen um acht das Duell. Morgen darfst du vermutlich die Anzeigen von meinem Tode verschicken, und es wird einen Komödianten weniger geben.“ Er pfiff nervös eine Operettenmelodie durch die Zähne. Raymar sagte erregt:.... K# „Da du sagst, daß an der Tatsache des Duells nicht mehr zu rütteln ist, muß ich es wohl glauben. Aber es ist doch direkt lächerlich— lächerlich, sage ich, daß du fortwährend von einem so fürchterlichen Ausgang der Sache redest. Es muß ja eine Bestie— eine Bestie sein, mit der du dich schießen willst, wenn der Mensch es fertig brächte, dich um einer Bagatelle willen auch nur zu verwunden. Der Platz ist weit enfernt“.... S. 4.2 Kranchen aunt fanf „Meine— pardon, beine Juller brauchen gut fun Viertelstunden. Ich habe die Probe darauf gemacht. Du siehst, meine Zeit ist knapp bemessen—“ Er sprang auf und lief wie ein gefangenes Tier im Zimmer auf und nieder. Plötzlich preßte er beide Hände gegen die Schläfen und brach aus: „Ich muß wahnsinnig gewesen sein, einfach wahnsinnig! Wenn ich wirklich lebend davonkomme, mag ich getrost hingehen und mir eine Kugel vor den Kopf ces. d een ne 6 „Rudolf— um des Himniels willen— was ist denn gescheben?“... schwer. eingm Steh Der Abgeordnete ließ sich schwer auf einen Stühl „Was soll ich es dir noch verschweigen?“ sagte er dumpf.„Die Tragikomödie ist ja doch aus— aus! Nein, es handelt sich nicht um eine Bagatelle, sondern um eine tödliche Beleidigung. Man wagte es, in meiner Gegenwart die Ehre der Gräfin Sabine von Rohnstein anzutasten. Ich erwiderte dem frechen Buben mit einem heftigen Wort— und die Folge ist dieses Duell.“ 4% „Verzeih— aber das ist doch kein Gruno für bich, von einem Selbstmord zu sprechen.“ „Nein! Nur daß ich in meiner trunkenen Wut (Nachdruck verboten.) mich vor einer Gesellschaft von mindestens dreißig Schwätzern für den Verlobten der Gräfin ausgab.“ „Rudolf!— Aber das ist ja doch—“ „Wahnsinn!“ hatte er sagen wollen, aber ervollendete nicht. Herter aber ergänzte ihn selbst. „Verrückt, wolltest du sagen— nicht wahr?— Ja, so muß man es wohl nennen. Vielleicht aber auch wi es nur die Tollkühnheit des Spielers, der aues auf eine Karte setzt— was weiß ich? Ich besitze leideg die Fähigkeit nicht mehr, mich selbst zu begreifen und z1 verstehen. Ich war mit der Gräfin Sabine verlobt aber sie hatte an ihre Einwilligung die Bedingung geknüpft, daß unser Bund vorerst geheim bliebe— bis sie selbst seine Veröffentlichung wünschte. Vorgestern nun schrie ich's der Sippe ins Gesicht, daß sie meine Braut sei.— Ich sage dir, ich bin schon auf der Fahlt nach Hause sehr nüchtern geworden. Und dann habe ia einen seitenlangen Brief an Sabine geschrieben der Nacht, und in aller Herrgottsfrühe habe ich ihn ihr durch den Diener bringen lassen. Am Mittag hatte ich noch keine Antwort— und am Nachmittag, als mich meine wahnsinnige Angst und Ungeduld zucgpgztrigh, war sie— für mich nicht zu sprechen.— Begret, du nun, daß ich mir eine Kugel vor den Kopf schiegen kann, falls ich von der Knallerei heute wirklich mit “)= Doktor Manfred Raymar grif sich an die Stirn. „Ist das alles nur ein toller Traum, oder wache ich wirklich?“ rief er.„Wahrhaftig, ein herrlicher Abschluß unseres Bündnisses!“ Herter trat heftig mit dem Fuß auf. g „Willst du vielleicht noch obendrein mit Volwülsen kommen? Verzeih, aber ich bin nicht in der Laune, sie anzuhören. Ich habe jetzt noch fünf Minuten, um dreiviertelsieben erwartet mich Oberleutnant Mahler an der Kaiser Wilhelm Gedächtnis=Kirche. Machen wir's aso kurz, Hier habe ich ein genaues, Pregefgeguge unsere gemeinsame Tätigkeit und über die in Spanien aufgenommen. Bitte.—.—. Grustasche schrift, und es kann niemand einen Zwesfel dagegen Ein leidlich genaues Inventar meines Hausstandes, der ja natürlich dir gehört, findest du in meinem Schreibtisch, ebenso ein Verzeichnis über die Summen, die ich während der vier Jahre unseres Bündnisses gebraucht habe. Mein Kammerdiener weiß darüber Bescheid. Ein allerdings etwas flüchtig und unregelmäßig geführtes Tagebuch findet sich ebenfalls dort vor, auch die Papiere, die dich meinem Bankier gegenüber legitimieren. Ah, noch eine Minute—— Falls ich nicht lebend aus dem Zweikampf zurückkomme, ist mein Kammerdiener gehalten, dir sofort davon Mitteilung zu machen. Andernfalls siehst du mich heute am Nachmittag— oder doch, wenn ich verwundet sein sollte, sobald ich nur das Haus verlassen kann. Und dann— dann werden wir noch einmal über Sabine von Rohnstein reden—— Und nun— lebe wohl!“ Er trat rasch an das Lager und drückte Raymar die Rechte. Der ehemalige Abgeordnete suchte die eiskalte Hand des anderen festzuhalten; aber Herter entzog sie ihm rasch wieder, und ohne sich an den Zuruf Raymars, der ihn zurückhalten sollte, zu kehren, verließ er rasch das Zimmer.——— Schneidend kalt fuhr der Herbstwind durch den Wald, daß die Stämme der Bäume knarrten und ächzten und die Wipfel sich rauschend beugten. Dunkles, zerrissenes Gewölk bedeckte den Himmel; und wo sich einmal ein Sonnenstrahl durch die düsteren Massen zu stehlen vermochte, war er kraftlos und kalt. Mirängstlichem Gekreisch flatterten ein paar Krähen dicht über dem moosigen Boden, irgendwo in der Ferne kläffte ein Hund, und von der Havel her tönte das mißtönende Pfeifen eines Schleppers herüber. Die drei Herren, die sich einer abseits vom Wege gelegenen Lichtung näherten, zogen fröstelnd die Ueberröcke zusammen. Oberleutnant Mahler warf mit einer nervösen Bewegung die eben angezündete Zigareite fort.„„: Jaun einen melanch „Das Wetter auein kann einen melancholisch machen,“ knurrte er.„Diese verwünschte Kälte! Wenn man wenigstens einen ordentlichen genehmigen könnte—“ Herter erwiderte nichts. Er war sehr blaß, aber sein Gesicht trug einen kalten, ruhigen Ausdruck. Nur zuweilen zuckte es nervös darüber hin; und die Zigarette, die er zwischen den Lippen hielt, mochte wohl die zwanzigste sein, die er seit dem Morgengrauen geraucht hatte... 1. 1 Mäint. a. 7e. „Wir sind nicht die ersten,“ meinte oa sein zweiter Sekundant, der Abgeordnete Rühlow.„Doktor Breuning steht bereits vor der Lichtung. Ah— da ist ja auch Doktor Glaser. Dem scheint die Geschichte auch gehörig auf die Nerven zu fallen.“ Wirklich lehnte der dicke, kleine Arzt bleich und schlotternd an dem Stamm einer Fichte. Die Sekundanten Breunings, zwei jüngere Offiziere, standen leise plaudernd ein paar Schritte weiter. Als sie die Ankommenden bemerkten, gingen sie ihnen langsam entgegen. Herter begrüßten sie durch eine steife Verbeugung, die er ebenso gemessen erwiderte. Dann zog der eine den Oberleutnant Mahler beiseite. „Alles ist bereit,“ flüsterte er.„Wenn die Herren die Waffen prüfen wollen—“ Die Sekundanten gingen zur Seite, dahin, wo unter einem schützenden Tuch die Kästen mit den Mordwaffen standen. Die beiden Gegner begrüßten sich mit einer durchaus korrekten Verbeugung; Doktor Glaser ging auf Herter zu und schüttelte ihm die Hand. „Dieser Wind, dieser Wind!" seufzte er kläglich und erschauerte in der Kälte.„Und ich habe noch nicht einmal gefrühstückt! Den Tod kann man von der Geschichte haben— so ohne was Warmes im Leibe—“ „Beruhigen Sie sich, Herr Doktor, Sie haben sicherlich nicht den Tod davon!“ meinte Herter mit sarkastischem Lächeln. Der kleine Arzt starrte ihn ganz verdutzt an, und in dem Bewußtsein, etwas Ungeschicktes gesagt zu haben, ging er rasch zur Seite. Nun entwickelte sich alles sehr rasch. Rühlow maß den Kampfplatz aus, zehn Schritte; und er machte mit seinen langen Beinen dabei Sprünge, die den anderen unwillkürlich ein Lächeln abnötigten. Oberleutnant Mahler machte den letzten vorgeschriebenen Versöhnungsversuch, der natürlich von beiden Seiten kurz abgelehnt wurde, die Waffen wurden geprüft und ausgewählt, es wurde geladen, und dann standen die beiden Gegner sich gegenüber..; m Oharsentnant Es war nicht das erste Duell, bei dem Overteumant Mahler als Sekundant fungierte. Einem Kampf unter so schweren Bedingungen jedoch hatte er noch nicht beigewohnt; und auch ihn packte jetzt eine leicht begreifliche Nervosität. Seine Stimme klang belegt und die Worte kamen stoßweise hervor, als er sagte: „Ich bitte die Herren, von den Strichen ein wenig zurückzutreten— zwei Schritt. Ich zähle„Eins— zwei— drei!“ Bei„Eins dürfen die Herren die Waffen erheben, bei„Zwei“ bis an den Strich vortreten, bei „Drei“ wird gefeuert. Wenn die Herren Sekundanten freundlichst zurücktreten wollten—“ In düsterem Schweigen kam man seinem Wunsch nach. Doktor Glaser machte sich an dem mitgebrachten Instrumentenkasten zu schaffen— Herter reckte sich unwilltürlich höher auf, als er es gewahrte. Beide Gegner nellten sich so, daß sie einander die rechte Schulter zukehrten. Oberleutnant Mahler blickte auf die Uhr. „Die Herren sind bereit—?“ Langsam höben sich die Wassen— die Blicke der Gegner waren ineinander gekettet. „Ich zähle:„wei'—“ Mechonisch ging Herter um zwei Schritte vor. „Ich zähle:„Drei—“ In einem einzigen scharfen Knall fielen die beiden Schüsse zusammen. Die Krähen flatterten mit widerwärtigem Gekrächze daven— zwei feine Rauchwöllchen PAuf dem Ramzszlatze sand nur einer noch aufrecht, die Hand mit d r Pisto.: schlaff herniederhängend. Ueber den ausgestreckt am Boden liegenven Abgeordneten Rudolf Herter neigte sich der Oberleutnant „Sie sind verwundet? Sind Sie bei Bewußtsein Herter schlug langsam die Augen auf, die er eine halbe Minute lang geschlossen gehalten. „Ich glaube, es ist nichts von Bedeutung,“ flüsterte er.„Da oben in der Schulter muß sie sitzen. Ah— Er hatte sich aufzurichten versucht, sank aber mit leisem Stöhnen zurück. „Herr Doktor Glaser!“ Der kleine Doktor kam rasch herbei. Er hatte sich jetzt beherrscht, war nur noch Arzt, nur noch Pflichtbewußtsein. Mit seinem Taschenmesser trennte er den Rock über der verwundeten Schulter auf, während Breuning zu seinen Freunden trat und sich leise mit ihnen unterhielt. Einer seiner Sekundanten kam auf Mahler zu. „Was ist's, Herr Oberleutnant? Er ist schwer verwundet?“ „Ich hoffe: nein, Herr Kamerad!" lautete die kurze Antwort.„Die Kugel ist in die Schulter gegangen. Man muß den Wagen holen, ich werde ihn in seine Wohnung bringen.“ „Wenn Sie gestatten, gehe ich zu den Wagen hinunter, Herr Oberleutnant.“ „Ich bitte darum, Herr Kamerad.“ Der Leutnant trat rasch zu Breuning und wechselte ein paar Worte mit ihm. Dann ging er in der Richtung auf den Standplatz der Wagen davon. (Fortsetzung folgt.) rcu huu W„u“ 0 RPR 4 Denkspruch. Begeisterung ist alles! Gib einem Merschen alle Gaben der Erde und nimm ihm ase Fähigkeit a.: Begeisterung, und du verdammft ihn zum ewigen Cod. Adolf Wilbrandt. Zwei Wochen im Harem eines Nchärdoscha. (Nachdruck verboten.) Die amerikanische Schriftstellerin Mrs. Jack Gouraud, die vor einiger Zeit ein fesselndes Werk über Indien herausgegeben hat, kann sich rühmen, zwei Wochen lang im Harem eines indischen Großkönigs gelebt zu haben; nicht als flüchtige Besucherin ist sie in das sonst unzugängliche Allerheiligste eingedrungen, sie hat das Leben, die Freuden und Leiden der Haremssrauen an sich selbst erfahren, um ein wahrheitsgetreues Bild von dem Dasein jener orientalischen Frauen zu gewinnen, die für den Europäer unter einem geheimnisvollen Schleier der Legendenbildung verborgen sind. In einem interessanten Aufsatz, der in einer großen amerikanischen Zeitschrift veröffentlicht wird, schildert sie ihre Beobachtungen und zerstört die phantastischen Vorstellungen, die der uneingeweihte Westeuropäer gewöhnlich mit dem Begriffe eines orientalischen Harems verbindet. Der Harem ist alles andere, als sozusagen eine Sammlung schöner, liebenswerter Frauen; in den streng von der Außenwelt abgeschlossenen Frauengemächern hausen mehr alte, häßliche Frauen als schöne Geschöpfe, und der Sinn der Bewohnerinnen ist keineswegs darauf gerichtet, die Gunst des Herrn auf sich zu konzentrieren; ja, es gibt fast gar keine Rivalität. Der Harem ist einfach die Familie des Maharadscha, die Familie, die sein Vater ihm vererbt hat, und die er hinnehmen muß als etwas Gegebenes, nicht anders als etwa der Thron und die Herrschaft. Er kann wohl, wenn die Laune ihn dazu treibt, die Zahl der Haremsfrauen vergrößern, aber es ist ihm versagt, auch nur eine einzige jener Bewohnerinnen der Frauengemächer zu entsernen, die ihm unbequem oder unsympathisch ist. So kommt es, daß die Gemahlinnen des orientalischen Fürsten gewöhnlich nur eine kleine Minderzahl des Harems bedeuten, der sich in viel größerem Maße aus Tanten, Verwandten, aus den Müttern seiner Halbschwestern und schließlich der eigenen Mutter und Großmutter zusammensetzt. Die alten Zeiten, da die Feldherren die schönsten Frauen des besiegten Feindes als Trophäen mit heimbrachten und ihren Fürsten als Beute darboten, sind längst vorüber, und die Art, wie heute hin und wieder eine junge Frau in einen Harem ausgenommen wird, hat gar nichts mehr von jener fernen Romantik, die einst um diese Frauengemächer spielte. Nur eines ist geblieben: die strenge Abgeschiedenheit der Haremsbewohnerinnen und die träge Tätigleit ihres Lebens. Die Pflege ihres eigenen Körpers ist der einzige Inhalt des Tages. Das Morgenbad, der wichtigste Teil des Tagewerkes, wird zu einer umständlichen Zeremonie ausgebaut, die wenigstens zwei Stunden dauert; dann beginnt die Toilette. Ihre Hauptarbeit liegt in den Händen einer Masseuse, aber ein Europäer vermag sich keine Vorstellung davon zu machen, zu welcher Vollendung der Orient gerade diese Art der Körperpflege entwickelt hat. Es ist eine Kunst, die sich von Mutter auf Tochter vererbt, ein sinnvolles Eingehen auf die feinsten Beräderungen der Muskel= und Nervenstränge, aber mehr ein zartes Betasten, als ein grobes Massieren. Die Abreibung erfolgt mit Hilfe von parfümierten, kostbaren Oelen, die die Gemächer in einen wollüstig schweren Dunst von Wohlgerüchen hüllen; wie die europäische Frau sich vielleicht am Abend zum Erscheinen in einer Gesellschaft rüstet, so bereitet sich die Orientalin für die tatenlose Leere des Alltags vor; doch die Kunst der Kammerfrau beschränkt sich nicht auf die Massage und auf die Schminke, mit der Gesicht und Fingernägel behandelt werden; wie die Modedame des Westens den Teint ihres Antlitzes mit kundiger Hand verbessert und die Natur korrigiert, so pflegt die Orientalin ihren ganzen Körper, jedes Glied wird mit Essenzen und Salben behandelt. Wie sehr die Körperpslege zeitlich auch ausgedehnt wird: schließlich ist sie doch zu Ende, die kostbaren goldgestickten Seidengewänder werden angelegt und— der schönste Teil des Tages ist vorüber. Was nun? Kann die Orientalin die Früchte ihrer Körperpflege zeigen? Es ist niemand da, der sie bewundert, und es bleibt nur eins, wodurch die Eintönigkeit des Tageslaufes sich unterbrechen läßt: essen. Man ißt aus Langeweile, man ißt, weil man schlechthin nichts anderes tun kann. Denn körperliche Bewegung, Anstrengungen und Aufenthalt in frischer Luft sind der Haremsbewohnerin versagt; auf einem parfümierten Kissen liegend, silberne Schalen mit Leckerbissen und schwerduftende Liköre an der Seite, liegt sie da, starrt gleichmütig dem Rauche ihrer Zigarettenach oder greift allenfalls zu dem französischen Romane, der neben ihr auf einem Tabouret liegt. Nur hin und wieder unterbricht eine Ausfahrt in die Kaufläden diese stumpfe Tatenlosigkeit; doch auch dann, wenn die verhängten Säuften nahen, muß der Basarbesitzer die anwesenden Kunden schleunigst entfernen, denn kein Fremder darf im Laden sein, wenn die Haremsfrauen des Maharadscha einkaufen..„( Eaume Heict aber kon Seigl Die liebste Beschaftigung bleibt aber das Spiel mit Edelsteinen, mit ungefaßten Rubinen und Smaragden, die man nachlässig durch die Hand gleiten läßt und lauscht, wie sie in silberne Schalen herabfallen. „Vier Tage lang ertrug ich dieses Leben. Dann wurde in mir der Geist des Widerspruchs mächtig. Ich hatte mir gelobt, 14 Tage lang das Leben dieser Frauen zu teilen, ich schlief mit ihnen in den duftschwülen Räumen, die einem das Atmen erschweren, aß und badete, aber zur Mittagszeit mußte ich hinaus, mußte Menschen sehen und sprechen. Wäre mir das versagt gewesen, ich wäre dem Wahnsinn anheimgefallen. Aber jene Frauen werden nicht wahnsinnig, sie leben und träumen und baden und schlafen, bis der Tod sie aus dem Harem entführt.“ K. Die Temperatur der Sterne. Der Tübinger Astronom Rosenberg hat neue photographische Messungen an den Spektren der 70 hellsten Sterne vorgenommen. In den astronomischen Nachrichten veröffentlicht er jetzt seine Beobachtungen, wobei er das Spektrum der Sonne zugrunde gelegt hat. Es muß von vornherein bemerkt werden, daß die von Rosenberg erzielten Resultate, was die höchste Temperatur betrifft, erheblich von denjenigen abweichen, die von den Potsdamer Astronomen Wilsing und Scheiner festgestellt worden sind. Dagegen ist die Uebereinstimmung hinsichtlich der niederen Temperaturen offenbar. Es sind dies die heliumhaltigen Sterne und diejenigen, dessen Spektrum von hellen Wasserstoffstrahlen, die am wärmsten sind, Danksagung. Für die uns aus Anlass des Hinscheidens unseres lieben Sohnes erwiesene Teilnahme sprechen wir allen, besonders dem Personal des Bahnhofs Gelsecke, unsern herzlichsten Dank aus. Famille Höbelmann. Schwerte, den 30 Dezember 1913. Wasserdichte Pterdedecken (Regendecken) empfiehlt 7695 E. Veinserg. Busd blich en d Sancer cee Gelegenheitsarbeiter Andreas Kohl aus Schwerte wegen Trunksucht entmündigt worden. Schwerte, den 22. Dezember 1913. Königliches Amtsgericht. Eine 8523 ParterreWohnung von 2 Zimmern zum 1. April zu vermieten. Küster Sedanstraße 30. von 3 Zimmern mit oder ohne Stall im Stadtbezirk z. 1. April 1914. Näheres bei 8505 Fr. Hodotz. Mlthottr. 6. Unterzeuge Sweater Strümpfe Handschuhe in grosser Auswahl zu billigen Preisen. Otto Marx — Schwerte Ostenstrasse 20. Tüchtiges, erfahrenes sucht zum 15. Januar oder 1. Februar 8520 Dr. Affelmann. elce Bekanntmachung. Die Stahlwerke Brüninghaus, Akt.=Ges., Ableilung Eisenwerk Westhofen, beabsichtigen auf ihrem Grundstücke, Flur 6, Parzelle Nr. 322/45 der Steuergemeinde Westhofen, einen Fallhammer zu Auf Grund der S8 17 und 18 der Richsgewerbeordnung in der Fassung vom 30. Juni 1900 und der Nr. 19 und 20 der ministeriellen Ausfuhrungsanweisung vom 1 Mai 1904 wird dieses Vorhaben mit der Aufforderung bekannt gemacht. Einwendungen gegen das selbe binnen 14 Tagen bei dem Amte zu Westhofen schriftlich in zwei Exemplaren oder zu Protokoll anzubringen. Beschreibungen und Zeichningen liegen auf dem genannten Amte zur Einsicht aus. Die Einspruchsfrist nimmt ihren Anfang mit dem Ablauf des Tages, an welchem das diese Bekanntmachung enthaltende Kreisblatt ausgegeben worden und ist für alle Einwendungen präklusivisch. Nach Ablauf der Frist können Einwendungen in dem Verfahren nicht mehr angebracht werd n. Zur mündlichen Erörterung der rechtzeitig erhobenen Einwendungen wird gemäß Ziffer 19e der vorbezeichneten Anweisung Termin auf Sonnabend, d. 17. Januar 1914, vorm. 10 Abr auf dem Amtsbüro zu Westhofen anberaumt und wird besonders darauf hingewiesen, daß im Falle des Ausbleibens des Unternehmers oder der Wiversorechenden gleichwohl mit der Erörterung der Einwendungen wird vorgegangen werden. Als Kommissar des Kreisausschusses ist Herr Amtmann v. Daniels tätig. dörde, den 27. Dezember 1913. Namens des Kreisausschusses Der Vorsitzende: 8531 gez. Dr. Luckdaus. Jum 1. Februar Hohnung von 4 Zimmern nebst eine Mansarde gesucht. Angebote unter M. 8529 an die Geschäftsst. d. Zeitung. Abgeschn Elage von 4 Zimmern in der 2. Etage zum 1. April zu verm, 8526 Senningsweg 32. In der Hermannstraßze ist eine schöne I. Etage mit 5 Zimmern Stall und Garten zu vermieten. Preis 300 Mark. 8527 Auskunft erteilt Carl Roeber, Holzenerweg. Pelischr e. 4echen. 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Färsen u. a) vollfleischige, ausgemästete FärKüye: sen höchsten Schlachtwertes.. b) vollfleischige ausgemästete Kühe höchsten Schlachtwertes bis zu Jahren..a. äng.: c) ällere, ausgemästete Kühe und wenig gut entwickelte jüngere Kühe und Färsen..... 38—41 76—82 d) mäßig genährte Kühe u. Färsen 80—34 69—76 e) gering genährte Kühe u. Färsen 25—29 60—69 Bering genährtes Jungvieh(Fresser) E. Shlver„eigh. M. a) Doppelender, seinste Mast b) feinste Mastkälber.. c)mittlere Mast= und deste Saughälber„„ Kälber—.- und Du; Pore 58. 6e 100.105 estnite us an. erhaltene list billig zu verkaufen. Zu erfragen in der Geschäftsstelle dieser Zeitung. empfiehlt L. Weinberg. 22 924 2 15 Schlischiche Albenten aller Art, Vervieffältigungen etc. werden prompt und diskrei angefertigt. Sieuer=Rehlamationen Kraik kr Goräasele laike Rat und Hilfe in allen Angelegenheiten. Modeine Schreibmaschinen und sonstige Hilfsmittel sind vorhanden. 7890 Schwerte, Mährstr. 13. J. 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