3193 0 Mk. 1. Dezember slich 30. Mai unserm Ge3200 uck in den ernh. Stern. soll das in rundbuche von der Eintragung men des Archiragene Grundr. 18, Holen, 59 0m N. ags 111. Uhr imer Nr. 6— vermerk ist am setragen. richt. Amtliches Kreisblatt für den kreis börde unn scomm Zeiumer nichnnt deld außer Feiertags. Bezugspreis M. 1.80 oiertel#ährich, dei der Post für Bestellgeld 42 Pig. mehr. Wöchenll. Gralisbeilage:„Ikustrierter Homilienfreund“ u. tägl. Unterbaltungsblatt. Anzeigenpreis: Die bedengespaltene Petttzeile oder deren Raum 10 Pig., Anzeigen von auswärts 15 Pig., Reklamezeile 40 Pig. Jeder Radatt gill als Kassarabalt u. erlischt bei Ronpoosen, Zwangsoergleichen, gerichtl. Klagen u. vatbenchtungt, grmocht, Jadiungssestngung. Westhofener Zeitung Langscheder Zeitung Schwerter Tlolksblan Holzwickeder Zeitung Aplerbecker Zeitung Schwerter Volkszeitung Verbunden mit: Schwerter Tageblatt O Schwerter Anzeiger Grites und älteltes Cagesorgan des Kreiles o General-Anzeiger für den Kreis Hörde o Haupt-Annoncenblatt Büg duter und ichaimbgicm Deurd. nungen für den Kreis Horde erlangen gemoß Bekanntmachung der Königlichen Regierung durch Beröffentlichung in der„Schwerte Zeitung" rechtsverdindliche Kroft.— „Schwerter Zeitung“ gewöhrt ihren Adonnenten für jeden mit Tod endenden Unsoll gebagungen: 300 Mk. Unfall. Druchu Verlag o. Carl Braus. Schwerte=RudFernsp 62. Telegr. Adr. Braus Schworte. Ruve) Nr. 113. Samstag, den 17. Mai 1913. 45. Jahrg. Erstes Blatt. Die Pleutischen aun.„ Die heutige Auflage umfaßt mit dem„Illustr. Sonntagsblatt“ 20 Seiten! Aus Stadt und Umgebung. * Schwerte, 17. Mai 1913. *(Ein kalter Sommer zu erwarten?) Ein schuarzseherischer Wetterprophet ist Professor Bassl vom Londoner University College. Er kündigt für 1913 einen ebenso schhechten Sommer an, wie es der des Vorjahres war, und basiert seine Schlußsolgerungen namentlich auf Wasseruntersuchungen in der Irischen See. Der Prozentsatz des Salzgehaltes des genannten Binnenmeeres wechselt fast jedes Jahr. Diese Variationen entsprechen aber nut gewissen Veränderungen, die sich im offenen Mer, im Atlantischen Ozean, bemerkbar machen und deren meteorologischer Einfluß auf Nordeuropa entscheidend ist. Nun zeigt in diesem Frühling das Wasser der Irischen See genau die nämlichen Merkmale wie im Vorjahre, so daß man auf ennen ähnlich ungünstigen Sommer wie 1912 gejaßt sein muß. Auch der Umstand, daß die Eisberge des Atlantik viel weiter südwärts abgetrieben sind, als es gewöhnlich der Fall ist, läßt auf eine kalte und ungünstige Sommersaison schließen.(Hoffentlich wird der gute Mann mit seiner Prophezeiung gündlich reinfallen. Red.) *(Eine Denkmünze des deutschen Patriotendundes für das Jubiläumojahr 1913.) Als offizielle Denkmünze für das Gedenkjahr 1913 hat der deutsche Patriotenbund, der Erbauer des Leipziger Völkerschlachtdenkmals, einen Entwurf von Hofinn elier Heinrich Schneider=Leipzig bestimmt. Die Münze stellt auf der Vorderseite das Ringen der drei verbündeten Völker gegen Napoleon symbolisch in dem Kampfe dreier Adler gegen einen vierten dar. Als Umschrift stehen die Worte:„16.—18. Oktober 1813.“ Die Rückseite der Medaille zeigt in Relief das Völkerschlachtdenkmal mit der Unterschrift„Völkerschlachtdenkmal bei Leipzig" und der Amschrift„Deutscher Patriotenbund“. Die Medaillen kommen in drei Größen zur Ausführung (von 33, 45 und 60 Millimeter Durchmesser), und zwar sowohl in Silber wie in Bronze. Die Preise gehen von 50 Pfg. bis 25 Mark. *(Der erste Komet dieses Jahres) ist am 7. Mai von dem Beobachter Schaumasse auf der Sternwarte Nizza entdeckt worden. Er war 9. bis 10. bröße und stand am Himmel nahe der Grenze der keinen Sternbilder Delphin und Füllen. Der Komet bewegt sich anscheinend in der Richtung nach Nordest und scheint an Helligkeit zuzunehmen. Ob * den bloßen Auge sichtbar werden wird, läßt sich, ns eine Bahnberechnung vorliegt, nicht sagen. "( D i e M i t s l i e d e r d e s e v a n g. A r b e i t e r= u n d Lurgervereins) seien hierdurch auf die am morgiden Sonntag im Hotel Quadbeck stattfindende Momisversammlung mit dem Vortrag des Herrn Rekas Roters aus Iserlohn über das Thema: veutschlands Orientpolitik“ aufmerksam gemacht. Versammlung geht eine Vorstandssitzung vor3(Tagesordnung s. Ins. in heutiger Nr.) (Feuerlärm) setzte gestern abend 6 Uhr unStadt in nicht geringe Aufregung. Auf der Sitzung Schulte=Lennings zu Holzen sollte Großert ausgebrochen sein; unsere Feuerwehr wurde sarmiert und in ganz kurzer Zeit rückte dieselbe # der Brandstätte. Glücklicherweise handelte es sedoch nur um einen Kaminbrand, der von den Nauobewohnern in wenigen Augenblicken selbst Eloscht werden konnte, so daß die Wehr gar nicht Lätigkeit zu treten brauchte. (In Schuh=Haus Herz) wird vom morgigen Vonktag ab ein Neger die Vorzüge und die Anwen3 des bekannten„Nugget“=Schuhputzmittels Platisch vorführen.(Siehe Ins.) aa,(Ein Preisausschreiben des S. S.=B. für Teter.) Um die Jugend zu veranlassen, mehr nenden, offenen Auges durch die Schönheiten * Natur zu wandern, hat der Hauptvorstand des Unter verhältnismäßig sehr schwacher Beteiligung wurden gestern die Urwähler=Wahlen zum preußischen Abgeordnetenhause getätigt. Das Wahlresultat aus der Stadt Schwerte, welches wir bereits gestern durch Extrablatt mitgeteilt haben, zeigt folgendes Bild: 1. Bezirk(Sedanschule). 1. Abt. Oberingenieur Schluck(natl) und Oberbahnmeister Eggers(natl.) je 8 Stimmen. 2. Abt. Werkmeister Winkelströter (natl.) 43, Kaufmann Neuber(natl.) 44. 3. Abt. Maurermeister Michel(natl.), Meister Henschel (natl.) je 89 Stimmen, Weichensteller Bock(Ztr.) und Maschinenmeister Roß(Ztr.) je 17 Stimmen; 5 Stimmen wurden für den Sozialdemokraten abgegeben. 2. Bezirk(Neue Schule am Markt). 1. Abt. Direktor Emmerich(natl.) und Oberbahnhofsvorsteher Petruschke(natl.) je 2 Stimmen. 2. Abt. Betriebsführer Reckting(natl.) und Kaufmann August Sieberg(netl.) je 16 Stimmen, Kassenvorsteher Siebers(Ztr.) und Wirt Kordeck(Ztr.) je 2 Stimmen. S. Abt. Werkmeister Schulte(natl.) und Obermeister Fr. Weber(natl.) je 36 Stimmen, Fabrikarbeiter Anton Herting und Fabrikarbeiter Fritz Roggenbach(Itr.) je 27 Stimmen; bei der Stichwahl dieser Abteilung bekamen Schulte und Weber je 30 Stimmen, Herting und Roggenbach je 20 Stimmen. 3. Bezirk.(Bismarckschule). 1. Abt. Fabrikank Hugo Möhling(natl.) und Kaufmann Fritz Ibert (natl.) je 10 Stimmen. 2. Abt. Lehrer H. Otten (natl.) 24 Stimmen, Kaufmann Röhrscheid(natl.) 25 Stimmen, Postsekretär Althoff(Ztr.) 10 Stimmen, Bäckermeister Schulte(Ztr.) 9 Stimmen. 3. Abt. Wirt Karl Stamm(natl.) 84 Stimmen, Konditor Köhle(natl.) 82 Stimmen, Buchhändler Enste (Ztr.) 42 Stimmen, Fabrikarbeiter P. Dickmann (Itr.) 44 Stimmen, Gräfe und Pütter(Soz.) je 11 Stimmen. 4. Bezirk(Bismarckschule). 1. Abt. Fabrikan: Otto Möhling(natl.) und Restaurateur Otlinghaus (natl.) je 8 Stimmen. 2. Abt. Prokurist Karl Wolf(natl.) und Prokurist H. Brand(natl.) je Stimmen, Lokomotivführer a. D. Bogt(Ztr.) und Kaufmann Josef Kramer(Ztr.) je 8 Stimmen. 3. Abt. Wirt Tiemesmann(natl.) und Obermeister Bornmann(natl.) je 70 Stimmen, Maurerpolier Leibold(Ztr.) und Konditor Jochheim(Ztr.) je 30 Stimmen; für die Sozialdemokratie wurden 21 Stimmen abgegeben. 5. Bezirk(Sedanschule). 1. Abt. Kaufmann E. Lomel(natl.) und Lehrer Vieler(natl.) je 7 Stimmen. 2. Abt. Rektor Lecking(natl.) und Lehrer Trinthammer(natl.) je 24 Stimmen, Invalide Schoppol(Ztr.) und Hilfsweichensteller Justus (Ztr.) je 7 Stimmen, Scharfe und Kramer(Soz.) je 3 Stimmen. 3. Abt. Obermeister Fischer(natl.) 56 Stimmen, Lehrer Doert(natl.) 54 Stimmen, Fabrikarbeiter Josef Volle(Ztr.) und Fabrikarbeiter Anton Karneil(Ztr.) je 32 Stimmen, Scharfe und Kramer(Soz.) je 14 Stimmen. 6. Bezirk(Alte Schule am Markt). 1. Abt. Prof. Dr. Söffing(natl.) und Gerichtsvollzieher Morgenrolh(natl.) je 4 Stimmen. 2. Abt. Prof.“ Feldhügel(natl.) und Stadtbaumeister Bierbach (natl.) je 20 Stimmen. 3. Abt. Justizrat Backhausen(natl.) und Oberpostschaffner a. D. Böcker (1atl.) je 44 Stimmen, Maurer Ignatz Kohl(Ztr.) und Milchhändler Franz Hudeck(Itr.) je 21 Stimmen; für die Sozialdemokratie wurden 4 Stimmen abgegeben. 7. Bezirk(Alte Schule am Markt). 1. Abt. Kaufmann Wilhelm Haver(natl.) und Bürobeamter Fr. Ettling(natl.) je 5 Stimmen. 2. Abt. Kaufmann Julius Böcker(natl.) 17 Stimmen, Lohgerbereibesitzer Fr. Griese(natl.) 19 Stimmen. 3. Abt. Rentner H. Färber(natl.) und Lehrer Althoff(natl.) je 45 Stimmen, Fabrikarbeiter Schramm (Itr.) 18 Stimmen, Handlanger Brune(Ztr.) 17 Stimmen, Weiß(Scz.) 15, Weber(Soz.) 17 Stim8. Bezirl(Neue Schule am Markt). 1. Abt. Stadtsekretär Melchheier und Verwaltungssekretär Brehr(natl.) je 13 Stimmen. 2. Abt. Rechnungsführer Kollmann(natl.) 35 Stimmen, Kaufmann Adolf Letyaus(natl.) 34 Stimmen, Konditor Wigge(Ztr.) 2 Stimmen, Lehrer Funke(Ztr.) 3 Stimmen. 3. Abt. Gerichtstaxator Hohenschwert(natl.) und Landwirt Duhme(natl.) je 53 Stimmen, Schlosser Josef Spenner(Ztr.) 21, Lehrer Knoche (Ztr.) 20 Stimmen; für die Sozialdemokratie wurden 14 Stimmen abgegeben. 9. Bezirk(Höhere Mädchenschule). 1. Abt. Landwirt Heinrich Eckey jr.(natl.) und Landwirt Dietrich Kockelke(natl.) je 14 Stimmen. 2. Abt. Bergarbeiter Wilhelm König und Bergarbeiter August Börstinghaus(Soz.) in der Stichwahl je 9 Stimmen. 3. Alt. Fabrikarbeiter Wilh. Schröder(natl.) und Kastellan Emil Baretti(natl.) je 27 Stimmen. Es sind demnach in Schwerte 52 nationalliberale und 2 sozialdemokratische Wahlmänner gewählt. Amt Westhofen. Westhofen(1. Bez.) 5 Nationall. Westhosen(2. Bez. mit Wandhofen) 1 Natl., 2 Sozialdem. Holzen(1. Bez. Sommerberg) 2 Natl., 3 Soz. Holzen(2. Bez. Rosen) 3 Natl. Lichtendorf=Geisecke 2 Natl., 4 Soz. Garenfeld=Syburg 3 Natl., 2 Soz. Wahlkreis Hörde: Die Wiederwahl des bisherigen. Abg. Westermann(natl.) mit großer Mehrheit ist gesichert.— Es sind gewählt: 300 Ntl., 48 Ztr. und 153 Sozd. Die in der Stadt Hörde noch ausstehenden Stichwahlen werden an dem endgiltigen Resultat nichts ändern. Dortmund=Stadt: Wahrscheinlich Stichwahl zwischen Natl. und Ztr. Dortmund=Land: Stichwahl zwischen Natl. und Sozialdemokraten. Aus der Provinz Westfalen liegen bis zur Stunde folgende Meldungen vor: Arnsberg 1. Wittgenstein, Siegen. Bisher: Macco(Ntl.) 439. Gewählt: Bergrat Jüngst (Kons.), Ingenieur Dr.=Ing. Macco(Ntl.). Arnsberg 3. Altena, Lüdenscheid, Iserlohn. Bisher: Haarmann(Ntl.) 542, Hirsch(Rtl.) 397. Gewählt: Haarmann(Ntl.), Hirsch (Rtl.) mit 612 Stimmen. Zentr. 119, Sozial 87. Arnsberg 4. Hagen, Schwelm. Bisher: BilGewählt: stein(F.) 509, Dr. Crüger(F.) 618. Bouchstein(Ntl.), Dr. Crüger(F.). Arnsberg 6. Hamm, Soest. Bisher: SchulzePelkum(K.) 374, Fromme(Ntl.) 398. Gewählt: Schulze=Pelkum(K.) und Fuhrmann(Ntl.). Arnsberg 10. Bochum, Herne. Bisher: Bartscher(Ztr.) 537. Gewählt: Althoff(Natl.) Münster 1. Tecklenburg. Bisher: v. Gescher (K.) 129. Gewählt: v. Gescher(K.) Münster 3. Münster, Koesfeld. Bisher: Leprelmann(Itr.) 593, Schmedding(Ztr.) 593. Gewählt: Gutsbes. Leppelmann(Ztr.), Landesrat Schmedding(Ztr.). Minden 1. Minden, Lübbecke. Bisher: Sültemeyer(K.) 330, Sielermann(K.) 329. Gewählt: Sültemeyer(K.), Sielermann(K.). Das Gesamt=Ergebnis. Von den gestrigen Urwahlen zum Landtag sind aus 442 Wahlkreisen 394 Resultate bekannt. Gewählt sind 130 Konservative, 43 Freikonservative, 63 Nationalliberale, 28 Fortschrittler, 94 4 Polen, 2 Dänen, 7 Sozialisten. Es sind noch 27 Stichwahlen zu tätigen. Die letzten Ergobnisse. Berlin, 17. Mai. Um ½10 Uhr liegen folgende Resultate vor: Gewählt sind 136 Konfrevative, 44 Freikonservative, 64 Nationalliberale, 28 Fortschrittler, 99 Zentrum, 8 Polen, 2 Dänen, 7 Sozialisten; 29 Stichwahlen finden statt. Daran sind beteiligt: 15 Konservative, 4 Freikonservative, 4 Zentrum, 12 Nationalliberale, 13 Volksparteiler, 10 Sozialisten. Wie der neue Landtag aussieht. Berlin, 17. Mai. Der neue Landtag wird sich von dem vorhergegangenen in der Hauptsache wenig unterscheiden. Die Verschiebungen halten sich bisher in engen Grenzen und Gewinne und Verluste der Parteien gleichen sich so ziemlich aus. In der Hauptstadt des Königreiches scheint die Vertretung der Mandate die alte bleiben zu sollen. Der Ansturm der Sozialdemokraten bedroht hier allerdings den Fortschritt in zwei Kreisen ganz erheblich und ein Vorortwahlkreis ist in die Hände der Sozialdemokratie übergegangen. Die Konservativen haben ihren Besitzstand bisher behauptet, wogegen die Freikonservativen und das Zentrum einige Verluste zu verzeichnen haben. Besonders auffällig sind einige Niederlagen des Zentrums im rheinisch=westfälischen Industriebezirk, wo es Mandate an die Nationalliberalen verloren hat. Der Mandatsgewinn wird jedoch durch die Verluste der fortschrittlichen Volkspartei nahezu aufgehoben. Die Zahl der Stichwahlen hält sich in mäßigen Grenzen; auf das Gesamtbild des neuen Hauses wird ihr Ausfall keinen wesentlichen Einfluß ausüben. In der Hauptsache dürfte also alles beim alten bleiben. Nicht wiedergewählt sind u. a. die Nationalliberalen Schwabach und Glatzel.. An neuen Männern werden in das Abgeordnetenhaus einziehen der sozialdemokratische Bergarbeiterführer Hue, der alte nationalliberale Geschäftsführer Fuhrmann, der Vorsitzende des Bauernbundes Wachhorst de Wente, ferner die Fortschrittler Kanzow, Münsterberg, Oelser und Haase=Görlitz. Sauerländischen Gebirgsvereins drei Bücherpreise im Werte von 60 Mark ausgeworfen für die je drei besten Wanderberichte und Zeichnungen von Schülern. Die Zuerbennung der Preise erfolgt durch den Presseausschuß zu Händen des Herrn Prof. Freitag in Arnsberg, an den die Arbeiten bis zum 1. Dezember 1913 einzusenden sind. *(Verband der kath. Veeine.) Der im Vorjahre gegündete Verband der kathol. Vereine feiert am morgigen Sonntag in den Sälen und Gartenanlagen des Herrn M. Jockenhöfer(„Im Reiche des Wassers") sein 2. Verbandsfest. Die Vereine treten um ½ vor 2 Uhr beim Restaurateur Kordea an und marschieren von dort zur Kirche, wo eine kurze Festandacht stattfindet. Nach Schluß derselben ist Weitermarsch zum Festlokal, wo Konzert, Festrede, Gesangvorttäge, Volksbelustigungen etc. das Programm der Feier bilden. Als Festredner ist der Jesuitenpater Jakob Schmitz aus dem Jesuitenkolleg Valkenberg gewonnen. P. Schmitz wird sprechen über die Verdienste der kathol. Orden für den Kulturfortschitt. In den Gartenanlagen sind die verschiedensten Veranstaltungen zur Belustigung der Festteilnehmer getrossen worden. Bei günstigem Wetter wird die Musikkapelle im Garten konzertieren. Hoffentlich ist der Feier ein rechtes Festnetter beschieden.(S. auch Ins.) *e(Reichskrone.) Auf den in vorliegender Nr. veröffentlichten neuen Spielplan sei auch an dieser Stelle noch besonders aufmerksam gemacht. Vor allem ist es der großartige Film„Königin Luise"(2. Teil, aus Preußens schwerer Zeit), der das allgemeine Interesse fesseln wird. **(Verband westdeutscher Tierschutzvereine.) Der 12. Verbandstag wird am 8. Juni in Witten abgehalten. Außer den satzungsgemäß zu erledigenden Angelegenheiten stehen nachfolgende Gegenstände auf der Tagesordnung: a) Berichte: 1. Ueber das Mitführen von Hunden in Straßenbahnwagen; 2. über Mißbräuche bei Ausübung der Jagd; 3. über die Behandlung des Weideviehs. b) Anträge: 1. Die städtischen Verwaltungen mögen ersucht werden, keine kupierten Pferde in ihren Fuhrpark einzustellen(einen diesbezüglichen Beschluß hat bereits die Stadt Düsseldorf gefaßt); 2. Unsere Tierschutzkalender mögen zweckmäßiger eingerichtet werden; 3. Das Halten einheimischer Singvögel möge gesetzlich verboten werden.— Die Boratungen beginnen vorm. 10½ Uhr im Vorzmannschen Saale. *e(Vorläusig keine neuen Talsperren.) Der Ruhrtalsperrenverein teilt zu den durch die Presse gegangenen Nachrichten vom Bau einer Lennetalsperre folgendes mit: Der Gedanke der Anlage * Seite Schwerter (Amtliches Kreisblatt.) Samstag, den 17. Mai 1913. Nr. 113. einer neuen Talsperre im oberen Lennetal geht nicht vom Ruhrtalsperrenverein aus, sondern ist im Lennetal selbst entstanden. Der Ruhrtalsperrenverein hat in einer in dieser Sache einberufenen Versammlung in Altenhundem erklären lassen, daß er auf Jahre hinaus nicht in der Lage sei, im Nuhr= und Lennegebiet neue Talsperrenunternehmungen zu beginnen, weil er seine Mittel durch den Bau der Möhne= und Listertalsperren erschöpft habe und auch nach Fertigstellung dieser großen Staubecken einen solchen Ueberfluß an Stauraum besitze, daß auf Jahre hinaus der Wassernot an der unteren Ruhr vorgebeugt sei. Es wird daher jetzt im Talsperrenbau im Ruhrgebiet eine lange Pause eintreten, und es steht dahin, wann der Ruhrtalsperrenverein wieder die Frage prüsen wird, an welchen Stellen dieses Gebietes er weitere Stauanlagen schaffen kann. *“(Die Verschwiegenheit der Post.) Unbestelldate Briese, deren Absender nicht auf der Außenseite angegeben sind, müssen von der Post bekannilich geöffnet werden, um sie dem Briefschreiber zurückgeben zu können. Das Oeffnen solcher Briefe geschieht aber nicht etwa von beliebigen Postbeamten. Es besteht vielmehr bei jeder Ober=Postdirektion dafür ein besonderer Ausschuß. Für dessen Tätigkeit sind genaue Vorschriften erlassen. Schon die große Arbeit dieses Ausschusses macht es unmöglich, sich mit dem Inhalt der Briefe zu befassen. Auch mögen die Beamten kaum Interesse für Mitteilungen haben, von denen sie weder den Absender noch den Empfänger kennen. Für ängstliche Gemüter mag es noch als weitere Beruhigung dienen, wenn sie hören, daß jetzt eine neue Verpflichtung in jene Dienstanweisung für die öffnenden Beamten ausgenammen worden ist. Die mit dem Oeffnen beauftragten Beamten sind, so heißt es jetzt darin, zu strenger Verschwiegenheit besonders verpflichtet. Sie haben bei den in den Sendungen enthaltenen Mitteilungen nur von der Unterschrift, der Angabe des Wohnortes und der Wohnung, also der Straße und Hausnummer, sowie nötigenfalls von der inneren Adresse und der Anrede Kenntnis zu nehmen, sich aber jeder weiteren Durchsicht zu enthalten. * Geisede, 17. Mai.(Konzert.) Am morgigen Sonntag gibt der Quatettverein„Gemüt ichkeit"=Berghofen in den prächtigen Anlagen des„Wellenbad“ ein großes Konzert. Der Verein, der über ganz hervorragende Kräfte verfügt und der in der musikalischen Welt einen guten Namen besitzt, hat für das Konzert ein ganz hervorragendes Programm ausgestellt, so daß wir einen Besuch des Konzerts nur bestens empfehlen können. Westfalen und Rheinland Bochum, 16. Mai.(Zu Tode geprügelt.) Ter auj der Nobertstraße wohnhafte Arbeiter Majehrke wurde unter dem Verdachte verhaftet, seine Frau zu Tode geprügelr zu haben. Die Frau ist cm 17. April an den Verletzungen, die ihr der Ehegatte beigebracht hatte, gestorben. * Düsseldors, 16. Mai.(Vor dem Kriegsgericht) der 14. Division hatten sich heute fünf Musketiere des 53. und des 16. Insanterie=Regiments in Köln, sowie zwei Kanoniere vom 43. Artillerie=Regiment in Wesel wegen Bestechung zu verantworten. Die Angeklagten sind aus dem Landwehrbezirk Mülheim(Nuhr). Sie waren bei der Generalmusterung zu Regimentern in Insterburg und Metz eingezogen worden. Diese Garnisonen paßten ihnen jedoch nicht, und stie wandten sich an einen Sergeanten vom Mülheimer Bezirkstommando, von dem bekannt war, daß er gegen Entgelt die Gestellungsbesehle abänderte und dafür sorgte, duß die Leute in angenehmere und vor allem in näher gelegene Garnisonen kamen. Dafür wurden dann andere in die Ferne geschickt. Die Vermittelung erfolgte meist durch einen Wirt, bei dem der betreffende Sergeant verkehrte. Die Angeklagten hatten dem Sergeanten Beträge von 10 bis 20 Mark gegeben. Das Kriegsgericht verurteilte sämtliche Angeklagten wegen Bestechung zu je einer Woche Gefüngnis. Der Sergeant ist kürzlich vom Kriegsgericht zu 1 Jahr Gefängnis und zur Degradation verurteilt worden. * KUn, 16. Mai.(Mord?) Ein 11jähriger Schüler in Dormagen wurde von seiner Mutter in einer Stubenecke sitzend als Leiche aufgesunden. Um den Hals wai eine Schnur derart fest gebunden, daß der Knabe dadurch erstickt war. Offenbar handelt es sich um einen Mord. Die Untersuchung ist eingeleitet. * Köln, 16. Mai.(Durch Elektrizität getötet.) Der 24jährige Mondeur Friedr. Hagesser, der im Auftrage des Elektrizitätswerkes im benachbarten Frechen einen heruntergefallenen Traht der elektrischen Leitung befestigen wollte, berührte mit den Füßen die unter Strom stehende Leitung. Der Tod trat auf der Stelle ein. Lettze Drahtmeldungen. Das kaiserliche Mißfallen. Berlin, 17. Mai. Ueber die große Berliner Jubiläums=Kunstausstellung ist der Kaiser, wie man hört, ernstlich verstimmt. Er hat sich scharf dugegen ausgesprochen, daß man ihn mit einer Ausstellung zu seiern glaubt, die Kunstrichtungen einen so breiten Raum einräumt, für die ihm das Organ sehlt. Es konnte wohl nicht ausbleiben, daß in diesem Zusammenhange auch die Assäre Anvon v. Weiners zur Sprache gekommen ist, von der der Kuiser schließlich auch Kenntnis erhalten mußte. Heir v. Werner braucht sich, so soll der Kaiser nach recht glaubwürdigen Luellen gesagt haben, nicht mehr getränkt zu fühlen, daß in dieser Ausstellung lein Platz für mehr als eines seiner Werke gewesen sei. So hat Meister Werner ausdrücklich eine Genugtuung erhalten, die ihm um so lieber sein kann, als sie von einer Seite kommt, auf deren Urteit er immer vor allem Wert gelegt hat. Der Sicherheitsdienst des Zaren. Berlin, 17. Mai. Zur Bewachung des Zuren auf seiner Fahrt nach Potsdam zu den Hochzeitsfeierlichkeiten im Kaiserhause werden von Petersburg aus große Sicherheitsvorkehrungen getrofsen. Heute verließen 212 russische Kriminalbeamie Petersburg, um sich über Warschau nach Königeberg zu begeben. Sie stellen bereits die zweite Kolonne des Sicherheitsdienstes für den Zaren dar, denn schon in der vorigen Woche gingen über 50 Beamte über Warschau ab. Von Königsberg aus werden die Beamten über die vom Zaren zu durchreisende Strecke verteilt werden. In Berlin und Potsdam selbst wird für den Zaren nur ein ganz kleiner Sicherheitsdienst russischerseits in Tätigkeit treten, da die preußische Polizei desen Denst zu besorgen hat. Erschütternde Familientragödie. Potsdam, 17. Mai. In Navensberge, unweit des Teuselssees im Potsdamer Forst, hat sich gestern eine erschütternde Familientragödie abgespielt. Dort wurde ein Vater mit 2 Kindern im Altee von 12 und 16 Jahren erschossen ausgesunden. Allem Anscheine nach hat der Vater zunächst seine beiden Söhne getötet und dann die Wasse gegen sich selbst gerichtet. Der Revolver wurde bei den Leichen gesunden. Die Staatsanwaltschaft beschlagnahmte die drei Leichen. Wie festgestellt wurde, handelt es sich um den 40jährigen Kellner Gustav Wieland aus Potsdam und dessen Söhne Max und August. Das Motiv der Tat ist in Nahrungssorgen zu suchen. Verschüttet. Stettin, 17. Mai. Ein schwerer Unglückssall ereignete sich gestern in der Nühe der Gasanstalt in Grabow bei Stettin. Dort spielten drei Knaben in einer Sandsrube. Plötzlich stürzte eine Wand der Grube ein und verschüttete die drei KnaLben. Hinzueilende Arbeiter retteten zwei; der deitte wurde erstickt aufgesunden. Liebestragödie. Eberswalde, 17. Mai. Im Forst bei Eberswalde wurde der 25jährige Arbeiter Paul Thederjahn aus Berlin und das 21järhige Dienstmädchen Selma Renster, das bei einer Herrschaft in Wilmersdorf in Stellung war, erschossen aufgesunden. Thederjahn, der verheiratet war, jedoch von seiner Frau getrennt lebte, lernte das Mädchen vor turzer Zeit kennen und saßte den Entschluß, es zu heiraten. Da sich aber der Eheschließung unüberwindbare Schwierigkeiten entgesenstellten, beschloß das Paar, gemeinsam in den Tod zu gehen. Ein leiser Druck Belgrad, 17. Mai. Nußland und Frankreic haben an maßgebender Stelle in Belgrad zu verstehen gegeben, daß für den Fall, daß die bestehenden Disserenzen im Baltanbunde nicht friedlich beigelegt werden sollten, Frankreich und Rußland keine Anleihen an Serbien und Bulgarien bewilligen würden. Neuer Zündstoff.. Wien, 17. Mai. Nach Erklärungen am Ballplag ist in der auswärtigen Situation eine neue, ernsthafte Verschlimmerung eingetreten, die wahrscheinlich zu einer Aufschiebung der für Ende dieser Woche geplanten Reservistenentlassungen an der Südgrenze führen dürste. Gottesdienste. Evans.=res. Gemeinde. Sonntag, 9½ Uhr: Pastor Tetberger. Evang.=luth. Gemeinde. Sonntag, 8 Uhr: Pastor Nell; 9½2 Uhr: Pastor Wischnath; 11 Uhr: Kindergottesdienst; Dienstag, 8 Uhr: JungfrauenVerein; Freitag, 8¼ Uhr: Vorbereitung zum Kindergottesdienst. Westhosen. Sonntag vorm. 9½ Uhr: Gottesdienst; nachm. 2 Uhr: Kindergottesdienst. Kathol. Gottesdienst. Sonntag, 18. Mai(Dreisaltigkeitssonntag): 6¼ Uhr: Stille hl. Messe. Pfr. Schnurbus; 7½ Uhr: Frühmesse mit Predigt(Gemeinschaftl. hl. Kommunion der Jünglinge); 8¼ Uhr: Schulmesse mit Predigt(Kapl. Röseler); 10 Uhr: Hochamt mit Predigt. Kollekte für den Bonisatius=Verein. Nachm. 2 Uhr: Maiandacht. Filiale Lichtendorf. 7½ Uhr: Frühmesse; 10 Uhr: Hochamt mit Predigt; nachm. 2 Uhr: Andacht. Wetterbericht der deutschen Seewarte. 18. Mai: Heiter, schön, warm. 19. Mai: Wolkig mit Sonnenschein, angenehm. 20. Mai: Sommerl. warm, heiter, Gewitterluft. 21. Mai: Bewölkt, schwülwarm, Neigung zu Gewitter. Verantwortlich für die Redaktion Friedr. Kraas. Druck u. Verlag von Carl Braus, beide in Schwelte. Wie soll die Nahrung des Kindes sein? 1. Nährkräftig! 2. unbedingt verdaulich! 3 Wohlschmeckend! Eine Vereinigung und Verwirklichung dieser drei Vorzüge ist Neslle's Kindermehl. 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Poliif., Wochenschau. festlichen Pfingsttagen für die ganze Welt Jeiertage innerhalb des deutschen Kaiserhanses aus Anlaß der Vermählung der jungen Hosenzollernprinzessin mit dem Welfenprinzen Ernst graunschweig=Lüneburg, denen auch das deutgolt seine herzliche Teilnahme entgegenbringt. die große Politik erscheint für diese Zeitspanne ggeschaltet, obwohl sich der Kaiser Nikolaus von gukland, der König Georg von England und anFürsten rüsten, die Reise nach der deutschen geichshauptstadt anzutreten und eine Fürstenversammlung zu bilden, bei der vielleicht doch etwas nehr gesprochen wird, als nur über das iinden aller Vettern und Basen. Und daß der zar seine älteste Tochter, die Großfürstin Olga, mit Spree bringt, macht jedenfalls dieses Beizirandersein noch intcressanter. Eine Hochzeit nacht leicht zwei, das ist ein sich oft als berechtigt gwiesener Volksglauben, der auch bei fürstlichen höchzeiten sich verwirklichen kann, zumal es an jurgen Prinzen, die die für den heiligen Ehestand arforderlichen Jahre haben, nicht fehlt. Es hieß füher, die junge Großfürstin solle einen ihrer russichen Vettern heiraten, aber die gar zu große Leheuslust des betreffenden jungen Herrn soll den Plan umgestoßen haben. die neue Militärvorlaße und ihre Kostendeckung bat während der letzten Woche die öffentliche Meiwenig beschäftigt, obwohl oder sie Pariser Kammer entschieden auf dem Boden m Wiedereinführung der dreijährigen Dienstzeit sit die französische Armee steht. Diese Maßnahme, se schon im verflossenen Herbst in Paris ins Auge tistungen beschließen lassen müssen, wenn die deutsz# Militärverwaltung sich nicht schon früher über ##s, was nötig war, klar gewesen wäre. Die Auftingung der Kosten steht durch vertrauliche Bespechungen innerhalb der Parteien und derselben nit den verbündeten Regierungen ihrer Lösung nohl näher, als man bisher annahm, und die letzteten haben nichts dagegen, wenn die akademischen Verschläge des von ihnen eingebrachten Gesetzentwarfes in das praktische Leben übertragen werden. Sicher ist, daß alle Paragraphen verworfen werden, die der Steuerschnüffelei direkt oder indirekt dienen könnten. die Praxis macht es heute aus. Das hat sich nährend des Balkantrieges so oft gezeigt, der erst dam ein anderes Bild zeigte und einen gangbaren Weg zum Frieden erkennen ließ, als die Großnächte mit unverhüllter Deutlichkeit mit Handlungen drohten. Geht es jetzt dem Frieden endlich entgegen, nachdem die Okkupation von Skutari nich ein internationales Besatzungskorps stattgeinden hat, so wird daraus die Lehre zu entnehmen ein, daß es zuweilen nötig ist, Trotzköpfe mit Gevalt zur Anerkennung dessen zu zwingen, was für sie am besten ist. Die Anwesenheit des deutschen auswärtigen Staatssekretärs v. Jagow in Wien Khirfte mit dazu beitragen, daß kein neues Rasten in d Erledigung dieser Angelegenheiten erfolgt. bgn Flebür die österreichische Balkanpolitik wird der Pintster des Auswärtigen, Graf Berchtold, in dem tlicben wieder etöffnieten Reichsrat behentsame: Er#rgen abgeben. ##„Aller, Anfang ist schwer,“ ###utsch=französischen zzumeist Mien Verständigungs=Konferen den. Denn eine neue Erörterung darüber, ob Elsaßz=Lothringen deutsch oder französisch ist, kann niemals stattfinden, das wäre nach der klaren Festsetzung des Friedens=Vertrages zu Frankfurt a. M. ein Schlag ins deutsche Gesicht. Die Chauvinisten in Paris wollen das heutige deutsche Reichsland wieder mit Frankreich vereinigt sehen; die sogen. Friedensfreunde und Sozialisten an der Seine schlagen eine Verständigung auf der Grundlage vor, daß Elsaß=Lothringen neutralisiert werden soll. Auch darauf kann das Deutsche Reich nicht eingehen, denn diese Neutralisierung bedeutete einen neuen Waffengang. Franzosen wie Deutsche haben in ihrem neuen afrikanischen Besitz in Marokko resp. Neu=Kamerun jetzt militärisch zu tun. Zum Glück dürfen wir für unsern Teil erwarten, daß die zwar strapazenreichen Expeditionen ins Innere des dunklen Erdteils trotz wiederholter Gefechte doch keine größeren Verluste bringen werden. Die Engländer behalten ihren häuslichen Aerger mit den tollen Wahlweibern; um sich einige Erholung zu gönnen, haben die von ihnen am meisten belästigten britischen Minister Asquith und Churchill eine längere Mittelmeerreise angetreten. An die Einführung des Frauen=Wahlrechts ist auch in England für absehbare Zeit nicht zu denken. —— Friebenrklung Im wunderschönen Monat Mai, Wenn alle Knospen springen, Da liebt man nicht das Kriegsgeschrei, Da will man lieber froh und frei Ein wonnig Liedchen singen; Wenn hell auf Wald und Wiese lacht Die gold'ne Maiensonne, Dann ist man nicht auf Streit bedacht, Man freut sich an der Blütenpracht, Und atmet Maienwonne! Drum klingt wohl auch im Monat Mai, Da alle Knospen sprangen, Dort unten weit, in der Türkei, Des Friedens liebliche Schalmei Nach all' dem Streit, dem langen. Der Sultan und der Balkanbund, Des langen Haders müde, Sind plötzlich milden Sinnes, und Befehlen aus besagtem Grund Den Kriegern: Ruh' im Gliede! Man liebt zur Zeit, wenn's Blüten schneit, Den Mißklang nicht, den herben, Herr Niki selbst zeigt sich bereit, Er will sich doch die Frühlingszeit Nicht ganz und gar verderben. Wie gern er in Skutari blieb— Er darf nicht annektieren—, Und mußte, was ihm gar nicht lieb, Der Not, und nicht dem eig'nen Trieb Gehorchend, retirieren! Herr Niki gab die Festung frei, Bald wird sein Zorn verrauchen; Ersdenkt, nun sei es mie escsei, Im wunderschönen Monat Mai Kans man, auch Geld gebrauchen. Upd dieses wird gar reichlich nan Der Balkan zeigt ein ander Bild, Deun gleichsalls denken friedlich=mild Bulgaren, Griechen, Serben. Es wurde glänzend offenbar Der Mächte Will' und Stärke, Und wieder, wie schon ost es war, Sitt nun der Diplomaten Schar Am edlen Friedenswerke! Im wunderschönen Monat Mai, Da Halm' und Gräser schießen, Heißt's unten weit in der Türkei, Daß jeder Schuß vom Uebel sei, Drum will man Frieden schließen! Der holde Frühling hat besiegt Die bitterbösen Streiter, Und wie die Sache einmal liegt, Und wenn auch sonst der Schein nicht trügt, Wird's diesmal ernst! Ernst Heiter. Westfalen und Rheinland. * Dortmund, 16. Mai.(Leichenfund.) Gestern abend wurde in der Martinstraße die Leiche eines neugeborenen Knaben gefunden, die in einer Pappschachtel verpackt war. Anscheinend liegt ein Verbrechen vor. Dortmund, 16. Mai.(Pferd und Wagen gestohlen.) Ein ebenso drolliger wie verwegener Diebstahl ereignete sich in der vergangenen Nacht in der Hansastraße. Ein Droschkenkutscher, der sein Gefährt auf der Straße hatte stehen lassen, um in einer Wirtschaft ein Glas Bier zu trinken, mußte nach seiner Rückkehr die Erfahrung machen, daß Spitzbuben ihm das Gefährt, das mit zwei Pferden bespannt war, entführt hatten. Bis jetzt fehlt von den Tätern jede Spur. * Dortmund, 16. Mai.(Eine gefährliche Spielerei) der Kinder ist das Entfachen eines kleinen Feuers auf Wiesen und freien Plätzen. Daß dieses Tun für die Beteiligten eine gewisse Gefahr in sich birgt, mußte gestern nachmittag wieder ein kleiner Junge erfahren. Das vierjährige Söhnchen Heinrich der Eheleute H. Kohlstädt, Scharnhorststraße 10, das die Freude an dem Feuer aus nächster Nähe genießen wollte, wurde plötzlich von einer durch den Wind auf ihn zuschlagenden Flamme getroffen und erlitt schwere Brandwunden. Er mußte sofort ins Krankenhaus gebracht werden. * Soest, 16. Mai.(Wieder Garnison.) Dem„Volksbl.“ wird geschrieben:„Das dritte Bataillon 15der kommt also bestimmt nach Soest. Herr Oberst v. Massow ist vorige Woche in Soest gewesen zur Besichtigung des Geländes, welches für Kaserne und Exerzierplatz in Frage kommt. Dagegen bekommt Paderborn außer der Maschinengewehr=Kompagnie eine selbständige Maschinengewehr=Abteilung, und zwar auf dem Platz, der ursprünglich für das dritte Bataillon bestimmt war. Die Friedensstärke wird ab 1. Oktober cr. pro Bataillon um 144 Mann erhöht, so daß Paderborn und auch Neuhaus keinen Schaden haben wird. Ueberhaupt kommen nach Westfalen nur zwei neue Bataillone.“ * Hamm, 16. Mai.(Der rasende Ehemann.): In der Nacht zum Dienstag kam es auf der„Nordstraße zwischen zwei Eheleuten aus Radbod zu Stzeitigkeiten, wobei die Ehefrau mehrere Schläge erhielt. Darauf lief der„zärtliche“ Ehemann auf die in der Nähe befindliche Brücke und stürzte sich in den Mühlenarm, der Lippe. Auf das Geschrei der Frau eilten mehrere Personen herbei; der Mann hatte sich jedoch inzwischen unter der Brücke; in Sicherheit gebracht. Das allseitige ZuSamstag, 17. Mai 1913. reden, wieder hervorzukommen, war vergeblich, so daß schließlich die Polizei den Mann wieder aufs Trockene bringen mußte. Der Gerettete schien damit durchaus nicht einverstanden zu sein, denn er gebärdete sich wie ein Wilder, so daß er in Schutzhaft genommen werden mußte. In der Polizei mußten ihm sogar die Hosenträger und das Hemd fortgenommen werden, weil er versuchte, sich damit das Leben zu nehmen. Horstmar, 16. Mai.(Unverzeihlicher Leichtsinn.) In Gegenwart seines 7jährigen Neffen, des Schülers Otto Kuschinski, hantierte der Bergmann Wilhelm Meyer mit einem Revolver, wobei sich dieser plötzlich und unerwartet entlun und die Kugel dem in unmittelbarer Nähe stehenden Knaben in den Kopf drang. Die schwere Verletzung hatte den alsbaldigen Tod des Knaben zur Folge. Der unglückliche Schütze ist heute in Untersuchungshast gebracht worden. * Herne, 16. Mai.(Sprengunglück.) Auf der Zeche Shamrock, Schacht 3/4, entzündete sich bei Sprengarbeiten ein angelegter Schuß vorzeitig. Durch die umherfliegenden Gesteinsstücke wurden die in der Nähe arbeitenden Bergleute Gebrüder Redecker aus Eickel gefährlich verletzt. Der ältere der beiden Brüder, ein Witwer mit mehreren Kindern, mußte ins Krankenhaus gebracht werden, wo er hoffnungslos darniederliegt. * Herne, 16. Mai.(Grubenunglück.) Im unterirdischen Grubenbetriebe des Schachtes 1/2 der Zeche„Shamrock“ wurden in der Morgenschicht vier Bergleute von Gesteins= und Kohlenmassen, die sich infolge Stempelbruchs gelöst hatten, verschüttet. Zwei Bergleute wurden tödlich verletzt, die andern beiden erlitten erhebliche Verletzungen. Eichel, 16. Mai.(Schwer gebüßter Uebermut.) Auf der Kurfürstenstraße vergnügte sich ein 10jähriger Knabe damit, ein Pferd mit einem Stecken an die Hinterbeine zu schlagen. Das Tier trat aus und traf den Knaben so unglücklich vor den Kopf, daß er zusammenbrach und nach wenigen Minuten tot war. Papenburg, 16. Mai.(Ein zweiköpfiges Kalb.) Eine Kuh des Landwirts Meiners in den Aschendorfer=Bülten bei Papenburg brachte ein kräftiges Mutterkalb zur Welt, das zwei völlig gleich große gut entwickelte Köpfe hatte. Die etwa 20 Ztm. langen Hälse des munteren Tierchens trennten sich oberhalb der Brust. Leider hat der Besitzer der Kuh diese so seltene Abnormität abschlachten lassen, was jedenfalls wohl etwas sehr voreilig geschehen ist, denn es wurden bald hohe Summen für das muntere zweiköpfige Tierchen geboten. Dus Fell ist allerdings noch vorhanden. Möre, 16. Mai.(Vom eigenen Bruder bestohlen.) Ein hier wohnender Anstreicher benutzte die Abwesenheit seines Bruders, um diesem ein Sparkassenbuch über 1700 Mark zu stehlen. Der Spitzbube hob auf der Sparkasse in Kapellen 900 Mark ab, zerriß das Buch und warf es fort. Von dem Bestohlenen wurde der Verlust des Buches jedoch bemerkt, und als der Bruder nach Mörs zurückkehrte, wurde er sofort verhaftet. Von dem veruntreuten Gelde hatte der Dieb noch nichts verausgabt. Das Buch konnte in der Nähe der Sparkasse auf einer Wiese wiedergefunden werden. Köln, 16. Mai.(Eisenbahnzusammenstoß.) In Gerolstein stieß gestern abend gegen 7 Uhr ein Güterzug mit einem Rangierzug zusammen. Ein Bremser war sofort tot, einer wird vermißt. Mehrere Beamte wurden mehr oder minder verletzt. Etwa 30 Wagen sind ineinander geschoben worden. eren Stürmen. 33 Sie verdanktesihm, nehst der Taute, sviel, sehr ###el! Sie kallzuei sommanches gleich ###gendes, nach Erfolg strebendes junges Talent, dem keine Anerkeunuugwurde aus dem eittfachen Gruude, ###heilsich niemandzgesunden, der dem ober der Geteeffenden zu jenem verholfen hatte;sie sah' nun seine Gestalt so dentlich vor sich als sie, halb die # Anigenschließend, seiner gedachte, daßsie vermeinte, Esiemüsse ihn anrusen.* 14 Schöntwarer durchausznicht und auch mehr allzuhung, nämlichim=Vergleich mit ihren sbanzig Jahren; aber eine chüßerst syrupathische, echt vornehme, männliche Erscheinung. Sie sich so sicher, so unendlich geborgen in seiner Nähe, wie noch nie in der eines andern. Sie hatte ihn auch lieb, sehr sogar, wie man einen Freund, einen Bruder, einen Wohltäter liebt— anders nicht, nein, anders nicht!* Ein Schatten lief über ihr feines Gesicht— eine wehe Empfindung schlich in ihe Herz: mitunter sah sie in Lynkens Augen ein Licht aufblitzen, ein viel wärmeres Licht, als sie um seinetwillen wünschte; wenn sie ihm mehr wäre als nur die Künstlerin, A sein Geschöpf? Wenmer in ihr mehr das Weib Wuepte Aber nein sie täuschte sich wohl nur, wunschte, daß diese Anntähme Täuschung sein möge.#### Sie riß sichteuergisch los von dieser sie peinie genden Vorstellung und versuchte, wieder an ihren heutigen glänzenden Exfolg zu denken; aber auch ##8 schob sich— nicht hüfdringlich, aber doch wieFu selbstverständlich— Lynkens bedeutende nachkeit in ihren Gedankengang. Endlich aber 5„Herr von Lynken wird wohlzuicht kopiten.“ neutte Fräulein Langfeld, die sich von ihrer gestrit gen Mistäne ganzerholt hatte und frisch unsdm## er alnz=Frühltückstisch sab,„oder=Aö#. Aher in 1F#nturl o den schrecktsnichtesochr. #n#getus eipae####grat Ba. Wetfer. Ernzehemoliger Soldat!“lachte-##nn.., und dann hat er doch seilten Wagen, Leisihm ist: nicht ie bei den armen Leuten.“ *; Umdie Besuchsstunde erschien Lynken wirklich, heiter und froh aussehend und ein paar wundervolle Rosen in der Hand. „Ich bringe Ihnen keine Wagenladung, Dora, und Sie müssen auch nicht böse sein, daß ich erst heute damit antrete, aber Sie kennen mich genugsam, um mich recht zu verstehen, nicht wahr?“ Dankbar lächelnd, nahm sie die köstlich duftenden Rosen aus seiner Hand entgegen. „Und Sie wissen, Herr von Lynken, daß diese wenigen Blumen hier mir mehr Freude machen als—“ „Dora, ist's wahr?“ unterbrach er sie beinahe stürmisch.„Sie haben wirklich an meiner bescheidenen Gabe mehr Freude als an den Ihnen gestern von einer jubelnden Menge gespendeten, zum Teil so kostbaren Gewinden““ J., wahr, Frgund, Ja! Denn Ihre Gabe spender Wühle Frennoentgequete sie einfach, mit Wärme sein schaft, mn Ammehia. er, ihre Hand: Rechteldruueno. 8% „Ich danle Iihnen, Vora,“ sagte an die Lippen führend. # Nunierschien auch Taute-Theklarim, keinen, doch behoglich,eingerichteten Salon, um den zvornehmen Besuch zu begrüßen, zu güte Dame sorgfältig Toilette gemacht hatte####nd inihrem„Schwarzseidenen“ mit dem feinen Bloneudh ,Sheitek seche guk ausaß. Bawnwane=couMan sprach dann von dein gestrigen Abend— das heißt, Lynken erzählte lebhaft von Doras Erfblgen; danh fragte#er sie, ob sie hier in W. noch ein Zweites Konzert geben wolle? ** Döka war sheuteinoch nticht recht schlüssig und befragte deshalb, den Freund um seine Meinung. „Nun, Dora, ich hab' mich gestern schon mit dieser Frage eingehend beschäftigt und meine, Sie sollten hier in ungefähr vierzehn Tagen ein zweites Konzert veranstalten und dann, wissen Sie, Dora, was ich für Sie im Sinne hätte?“ „Und das wäre?“ fragte sie lebhaft interessiert. „Daß Sie dann Ihr nächstes Konzert in Paris „Iu Paris? Ol“ wiederholte sie, unbewußt die Hand auf seinen Arm legend, mit leuchtenden Augen und strahlendem Lächeln. Aber jäh verlor ihre Miene den glücklichen Ausdruck und seufzend senkte sie den feinen Kopf. „Was ist Ihnen, Dora?“ fragte er, darüber besorgt geworden.„ „Ich kenne doch keine Seeie in Paris und oann — meine Tante— und— und— Sie— „Wenn Sie wollen, Dora, so haben Sie sich um Weiteres gar nicht zu kümmern; Ihr Tanterl können Sie mitnehmen— und ich— nun, ich werd' mir halt dann auch Paris wieder einmal Sie sind so gut so unendlich gut, mein Freund, flitsterte Dorch ihm mit bewegter Stimme zu. Erinahm nur stumm ihre noch immer auf seineut Armruhende Hand in die seine und sie verstand ihn und lächelte ihm sanft zu. * Julder Folge geschah. denn auch salles so, wie Herr von Lmikeies sich ausgedacht hatte.— Doras zweites Konzert brachte ihr nicht nur en Rüchm ein sondern auch reichen, klingeniden lguumd:sostrati sie denn inBegleitung der eldurch den Umstand, daß dieser Ausflug nis in ihrem Erdenwallen war, in einen beinahe anormalen Zustand geriet, die Reise nach Paris an. Auch die Jahreszeit war für ihr Unternehmen die denkbar günstigste, da die vornehme, elegante Welt vollzählig in der Hauptstadt anwesend war. Baron von Lynken war ihr vorausgereist, um sie bei der Ankunft„feierlichst einzuholen“, wie er lachend zu ihr gesagt hatte. „Ichhabe Angst, mein Freund,“ meinte sie am Morgen des großen Tages zu Baron von Lynken. „Das sollen Sie aber nicht, Dora! Und warum denn auch Lampenfieber?" Sie machte dann mit großer Sorgfalt Toilette, wohl wissend, daß viel auf den ersten Eindruck ankam, und als sie sich im großen Spiegel ihres Hotelzimmers musterte, konnte sie mit dem Gesamteindruck ihrer Erscheinung wohl zufrieden sein: ihre feine, vornehme Schönheit kam entzückend zur Geltung in der lichtrosa Seidentoilette, zu der sie außer den von Lynken gespendeten Rosen nicht den mindesten Schmuck trug. Als sie das Podium betrat, wurde sie von dem vornehmen Publikum sehr warm empfangen und fühlte deutlich, daß Lynken in seiner treuen, ehrlichen und durchaus selbstlosen Freundschaft auch hier für seinen Schützling Stimmung gemacht hatte. Verstohlen suchte ihr Blick den Freund, den sie denn auch bald in einer Loge entdeckte, neben ihm Tante Thekla, die kaum aufzuschauen wagte und sich in dieser glanzvollen Umgebung offenbar recht unheimlich fühlte. 203,16 Doras und Lynkens angen vegegneten sich in herzlichem Gruß und alle und jede Angst wich aus ihrer Seele: in seiner Nähe bangte ihr nicht mehr. Ruhig, als wären nurer und sie im Saal, nahm sie am Prano, einem prachtvollen Steinway, Platz und entzückte— völlig aufgehend in ihrer Kunst—#### die Zuhörer derart, daß sich alle hingerissen fühlten und, als sie geendet, die stürmischen, von einem währen Blumenregen begleiteten Beifallsbezeugungen kein Ende nehmen zu wollen schienen, ein neuer, glängender Erfolg zu verzeichnen war, 4. 4 ∆ e ∆ 95 PIun # durchbrochen, enorme Dessin-Auswahl, Mtr. 125, 85, 68, 55, 42, weit unter Preis! Naturell-Tapeten von 10 Pfg. an Gold-Tapeten von 20 Pfg. an in den schönsten und neuesten Mustern. Man verlange kosten frei Musterbuch Nr. 794. Gebrüder Ziegler, Lüneburg. 891 Herren mit trockenem, sprödem oder dünnem Haar, das zu Kopfschuppen, Juckreiz, beliebte Futter 2430 Trockendie beste FütterungsMethode. Fabrik-Niederlage bei - Telefon 56— esch unnsssseensshnmbtn Zu haben n den einschlägigen durch Pakafe kennflich gemadten Gescäffer.. TUommemn Sssse K Seite 6. den 17. Mai 1913. Herverragend Billig. 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Jahresverkauf ü. 1000 Instr. mit Klangstog D. R. 6. u. 458403 1— in der Dämmerung nichk übersehen konnte, öffnete das und warf beides in den Hof. Dann setzte sie sich wieder zu ihm an den kleinen Sophatisch, und der Eifer, mit dem sie weitersprach, verschönte ihr Antlitz ganz ungemein. Bruno Helgendorf, der sie genau beobachtet hatte, dachte sich:„— sie hat noch viel schönere Rehaugen als die andere sie hatte, und Herzensgüte gehört gewiß Pötzlich nahm er Lores Hand, brückte seine Lippen darauf und meinte ganz schüchtern: „Da wir doch Herzlieb nicht teilen können und sie doch beide behalten möchten— wie wär's, wenn die neue Mama den neuen Papa mit in Kauf nehmen Da lächelte Lore Finkenbusch— nickte wieder leise — und reichte ihm beide Hände. Und so bekam an diesem Festesvorabend Herzlieb Halm ein neues Elternpaar, dem„Mammis“ Tod und der Engel der Barmherzigkeit mit rosenrotem Finger die Herzen berührt und erschlossen hatte. Eine bemerkenswerte arochäologische Entdeckung ist in der Gegend von Ancona gemacht worden. In einem Grabe der gallischen Zeit hat man zahlreiche Gegenstände aus Gold und Silber gefunden, die nach der Ansicht Professoren Ferrero und Tell' Osso wahrscheinlich die Summen darstellen; die die Römer dem gallischen Führer aushändigten, um ihn nach der Plünderun Roms zum Abzug aus der Stadt zu bewegen. Humor. Eine gute Auskunft. Ein Arbeiter war eines unbedeutenden Vergehens angeklagt.„Sehen Sie irgend jemand hier im Saal, der sich für Ihren guten verbürgen könnte?“ fragte der Richter. „Jawoll, Herr Richter, der Herr Wachtmeester da Der Bachtmeister war aufs höchste erstaunt.„Ich kenne den Menschen gar nicht, Herr Rat,“ erklärte er. Herr Richter,“ rief der Arbeiter,„ick wohne schon seit 20 Jahren in dieses Viertel und wenn der Wachmeester mir nich kennt, spricht det nich zu meinen Junsten?“ * Kleider machen Leute.„So sagt man,“ sprach der Bettler,„aber ich möchte doch daran zweifeln, ob es wahr ist.“ Er blickte dabei in einen kleinen Handspiegel. „Ta trage ich nun die Stiefel eines Bankdirektors, Hosen eines Rittergutsbesitzers, den Rock und die Weste eines Freiherrn und den Hut eines Grafen, aber trotzdem wird, mich jeder, der mich sieht, für nichts anderes als einen Landstreicher halten.“ 15 Auflösung des Rebus aus voriger Rummer: Kleine Vögel, kleine Nester. OtET Schach. E Bearbeitet von E. Schallopp. Aufgabe Nr. 319. Von A. Kannenberg in Riga. („Rigasche Rundschau“.) Schwarz: 2 Steine. p-s s 4p—X°I·8 OXSN 7—gUT°7 FeXSPN 95—99! Partie Nr. 322. Aus einem Simultanspiel des Nachziehenden. Gespielt zu Prag am 11. November 1912. (Nach der„Deutschen Schachzeitung".) Weiß: Opocenski. Schwarz: R. Spielmann, Munchen. Vierspringerspiel. Weiß: Schwarz: 1. 62—44 e7—65 2. Sgl-13 Sb8—66 3. Sb1—c3 Sg8—f6 4. Lfl—55 a7—46 Nach Spielmann die beste Verteidigung. 5. LböXcé d7Xc6 6. S13Xe5 Einige in den letzten Turnieren zu San Sebastian, Pistyan und Breslau gespielte Partien haben gezeigt, daß sich mit dieser Fortsetzung kein großer Gewinn herausschlagen läßt. Am besten ist wohl der einfache Zug 6. 42—03 und dann das beliebte Springermanöver Sc3—e2—83. 6..... S/6Xe4 7. Sc3Xe4 D48-d4 8. 0—0 Dd4Xe5 9. 62—44 De5—05! Früher zog man immer De5—s5, worauf Weiß in der Tat einen starken Angriff erlangt. 10. Tfl—el Lc8—es 11. Lc1—g5 L18—06 12. Tal—c1 b7—b5 Wegen c2—04—c5 darf Schwarz hier und in den nächsten Zügen nicht rochieren, 13. 62—55 b5—b4 14. a2—33 14. Se4Xd6- nebst 15. Ddl—d2 führte zu einem Remisspiel. 14. a6—25 15. c2—04 b4Xc3 16. Lg5—s6 0—0 17. TclXc3 Le6—13! Schwach wäre LdéXa3 wegen 18. Tc3—63. 18. Dal—13 Weiß rechnet allzu optimistisch auf 1./5Xe4 19. Tel Xet g7Xf6 mit Matt oder Dameverlust. Er übersieht aber das interessante Gegenopfer, womit Schwarz den Spieß umdreht.(Spielmann.) 18. Ta8-e8 19. Tc3—e3 TesXe4! 20. TesXe4 g7X16 und Schwarz gewann. Unterhaltungs=Beilage zu Nr. 113. Samstag, 17. Mai 1913. für den kreis börce des Kreiles. O haupt-Runnencenbiatt Amtliches Kreisblatt c 4 Jahrgang O Erttes und ältelles Cagesorgen S 02 „ Roman von Reinhold Ortmann. (30. Fortsetzung.) as Telegramm war in der Tat sehr wohl danach angetan, ihn mit Bestürzung zu erfüllen, denn es lautete: „Hubert Almröder hier schwer erkrankt. Lebensgefahr nicht ausgeschlossen. Bitte, Frau Almröder benachrichtigen. Dr. Joseph Asam.“ Aufgegeben war das Telegramm in München. Der Maler mußte also von seiner langen Reise endlich zurückgekehrt sein. Und da der unterzeichnete Absender ohne Zweifel der Arzt war, in dessen Behandlung er sich befand, so gab sich Henry keiner Täuschung darüber hin, daß die Mitteilung sehr ernst zu nehmen sei, und er durfte nicht einen Augenblick zögern, Helga mit ihrem Inhalt bekanntzumachen. Beklommenen Herzens stieg er zu seiner im dritten Stockwerk gelegenen Wohnung empor, denn eine sichere Ahnung sagte ihm, daß dieser unerwartete Zwischenfall eine neue große Veränderung für ihn bedeuten würde, und gewiß alles andere eher, als eine Veränderung zum besseren. Er trat in das Wohnzimmer, in der Erwartung, seine Schwester darin zu finden. Sie war nicht da, aber es schien, daß sie das Gemach soeben erst verlassen hatte, denn auf dem Tischchen am Fenster lag ihre achtlos hingeworfene Näharbeit und daneben ein entfaltetes Zeitungsblatt, in dem sie offenbar eben noch gelesen. Henry würde dem Blatte keine Beachtung geschenkt haben, wenn ihm nicht aufgefallen wäre, daß es den Namen einer ihm bisher völlig unbekannt gewesenen Münchener Zeitung am Kopfe trug, und wenn er nicht zugleich wahrgenommen hätte, daß eine Stelle des Druckes mit dicken Blaustiftstrichen umrandet war. Und nun sah er auch auf dem Boden das Streifband liegen, auf dem in anscheinend verstellter Handschrift Helgas Adresse stand. Irgend jemand mußte ihr diese Zeitung zugeschickt haben, in der Annahme, daß etwas darin für sie von Interesse sei. Und Henry konnte nach dieser Entdeckung der Versuchung nicht mehr widerstehen, den durch die Markierung hervorgehobenen Artikel hastig zu überfliegen. Er trug die Ueberschrift:„Der Herzensroman eines bekannten Münchener Künstlers", und Biel besprochen wird in der hiesigen Gesellschaft eine Affäre, deren Mittelpunkt einer unserer bekanntesten und vom Glücke bisher in geradezu unerhörter Weise begünstigten jüngeren Maler bildet. Die Angelegenheit ist allerdings in ihren Anfängen nicht mehr ganz neuen Datums, denn sie bildete schon vor etlichen Monaten eine lebhaft erörterte Bereicherung unserer chronique (Nachdruck verboten.) skandaleuse. Aber durch den für den Hauptbeteiligten sehr unerfreulichen Abschluß, den sie in jüngster Zeit gefunden, ist sie wieder in den Vordergrund des allgemeinen Interesses gerückt worden. Es handelt sich um den namentlich als mondainer Porträtmaler sehr geschätzten und hoch bezahlten Hubert A., einen Künstle., dessen glänzende Erscheinung und dessen sicheres Auftreten ihm schon im Beginn seiner Laufbahn einen bevorzugten Platz in der besten Gesellschaft gesichert hatten. Am stärksten befestigt allerdings wurde diese Stellung wohl durch den Umstand, daß A. vor etwa zwei Jahren eine auffallend schöne junge Dame aus einer der ersten hamburgischen Patrizierfamilien als Gattin heimführte. Man erzählte sich damals überall von einer Mitgift, die nach hunderttausenden, wenn nicht nach Millionen gezählt habe, und man wunderte sich deshalb auch nicht über die fürstliche Einrichtung, die der Künstler seiner Bogenhausener Mietvilla gab, wie über den einem riesigen Vermögen entsprechenden Zuschnitt seiner Haushaltung. A. übte eine verschwenderische Gastlichkeit, und man war gewöhnt, ihn namentlich zur Faschingszeit an der Spitze beine jeder großen gesellschaftlichen Veranstaltung zu sehen. Obwohl das kühle und bis zur Abweisung zurückhaltende Wesen seiner schönen Gattin bald allgemein auffiel, hielt man die Ehe des Künstlers doch für vollkommen glücklich, bis während des letzten Faschings ein Ereignis eintrat, das durch die begleitenden Umstände ganz das Aussehen einer ehelichen Katastrophe erhielt. Noch werden sich ja viele unserer Leser mit lebhaftem Vergnügen des prächtigen Künstlerfeste „Eine Nacht der Kleopatra“ erinnern, das diesmal den Höhepunkt der vornehmeren karnevalistischen Veranstaltungen bedeutete und an dessen Arrangement Hubert A. den hervorragendsten Anteil hatte. Bei dem Festspiel, das diesen für alle Teilnehmer unvergeßlichen Abend einleitete, agierte A., durch seine bestechende männliche Erscheinung von vornherein dazu prädestiniert, die Rolle des Antonius, während die der Kleopatra nicht, wie man es allgemein erwartet hatte, von seiner Gattin, sondern von einer der Münchener Künstlerwel bis dahin ganz unbekannten Persönlichkeit, der polnischen Gräfin W., übernommen worden war. Darüber, daß man in ganz Isar=Athen keine geeignetere Darstellerin der üppigen ägyptischen Königin und Buhlerin hätte ausfindig machen können, gab es allerdings nur eine einzige Stimme. Diese Kleopatra war einfach berückend, und dem Interesse, das man ihrer rassigen Schäuheit entgegenbrachte, tat es nicht den geringsten Absruch, 9 0 S. 5.52 S S •S" S 2 392 S S S 55 ##SSSSEHS * a S S..„g E S 2•2 2 S SügWSUSN S S GTEN T = ∆ 01 * 2 □ * S *5 F 8 90 88 K S S0ES 5 5.5 S FuSnT S S S 3" S 9.5 m SS . * 55 # 55 5 5 5 **** 5 S 8 # 2 er 9 S 58 5" B 50•9 S S 5 S BS• E StT GSESS ss e * 6 S 9 9 5 S 8059 5 5E 55 S.= S#SSs g F 3 Sets S 5 80 S SgeSyxSSES „##e r#szS# S SESSSSSOSPSPSSIES P S#: 5 S*••g * S S 5 #.### 8— daß über die Vergangenheit des bezaubernden Fremdlings die abenteuerlichsten Gerüchte umliesen. Selbstmorde, die um ihretwillen verübt worden waren, und tragisch verlaufene Zweikämpfe, zu denen sie den Anlaß gegeben haben sollte, spielten in diesen mehr oder weniger romantischen Geschichten eine große Rolle, und es war jedenfalls sicher, daß die reizende polnische Witwe mancherlei auf dem Gewissen hatte, was man einer Dame der heimischen Gesellschaft nimmermehr verziehen haben würde, selbst wenn sie über ein so riesiges Vermögen verfügt hätte, wie man es der Gräfin W. nachsagte. Es war offenkundig, daß sich etliche Schmetterlinge aus unserer Lebewelt an dieser unwiderstehlich lockenden Flamme die Flügel verbrannt hatten, aler ebenso offen lag es für alle Teilnehmer an dem Künstlerfest zutage, daß die Polin unter all den eifrigen Bewerbern um ihre Gunst nur einen einzigen auserwählt hatte: ihren in Manneskraft und Mannesschönheit prangenden Partner Hubert=Antonius. Die Art, in der die beiden sowohl auf der Generalprobe wie auf dem Feste selbst miteinander verkehrten, erregte um so größeres Aufsehen, als die Gattin des Malers bei der Veranstaltung nicht erschienen war. Man fand das Benehmen des Künstlers und der Gräfin geradezu skandalös, und man war nach dieser beinahe tollkühnen Herausforderung der öffentlichen Meinung kaum noch überrascht, als sich wenige Tage später das Gerücht verbreitete, Hubert A. habe alle seine begonnenen Arbeiten und alle seine Aufträge im Stich gelassen, um in Gesellschaft der Gräfin an die Riviera zu reisen, während seine junge Frau gleichzeitig das Haus verlassen habe und zu ihren Hamburger Verwandten zurückgekehrt sei. Jedenfalls stand die Villa in Bogenhausen plötzlich leer, und ihre sonst so gastlich geöffneten Pforten sind den zahlreichen Freunden des jungen Künstlers bis auf den heutigen Tag verschlossen geblieben. Die Affäre wurde damals sehr viel und, wie man sich denken kann, in einem für Hubert A. nicht gerade schmeichelhaften Sinne beredet; aber sie wäre doch vielleicht nach und nach in Vergessenheit geraten, wenn nicht Nachrichten, die vor einigen Tagen aus Biarritz hierher gelangten, von einem recht kläglichen Abschluß des pikanten Romans zu erzählen gewußt hätten. Die Berichte meldeten von einer turbulenten Szene, die sich im Foyer eines dortigen Hotels zugetragen. Ein deutscher Maler, Hubert A., hatte die polnische Gräfin W., als sie am Arme eines sehr hochgeborenen österreichischen Aristokraten das Foyer betrat, heftig insultiert und ihren Begleiter, der natürlich zum Schutze der Dame intervenierte, tätlich angegriffen. Von Bediensteten des Hotels überwältigt, war der Tovende der Polizei übergeben und von dieser nach zweitägiger Gefangenschaft ausgewiesen worden. Von einer Duellforderung hatte der beleidigte Aristokrat abgesehen, nachdem der Künstler von dem für den Oesterreicher zuständigen Ehrenrat für nicht satisfaktionsfähig erklärt worden war. Und als man Hubert A. aus der Haft entließ, hatte der hochgeborene Herr das Bad bereits verlassen, und zwar wiederum in Gesellschaft der Gräfin W., die gar kein Hehl daraus gemacht hatte, daß sie seine Geliebte sei. Wie es scheint, sind die verbotenen Seligkeiten des Herrn A. also nur von recht kurzer Dauer gewesen, und er dürfte um so mehr Veranlassung haben, seine Herzensirrung zu bereuen, als er nicht nur durch diese Vorkommnisse in der Münchener Gesellschaft so gut wie unmöglich geworden ist, sondern als sich auch seine pekuniären Verhältnisse recht unerfreulich gestaltet zu haben scheinen. Man spricht ziemlich laut davon, daß die ganze Herrlichkeit des fürstlich Bogenhausener Künstlerheims nichts als ein grandioses Blendwerk gewesen sei, daß die Millionenmitgift der schönen. unnahbaren stolzen Hamburgerin nur in der Einbildung derer bestanden habe, die dem Maler daraufhin einen fast unbegrenzten Kredit gewährten, und daß bei der Größe der vorhandenen Schuldenlast ein vollständiger wirtschaftlicher Zusammenbruch des noch vor wenigen Monaten so vielumworbenen Künftlers unmittelbar bevorstände. Nach den von uns eingezogenen Erkundigungen dürften die kommenden Ereignisse den Leuten, die so sprechen, vollkommen recht geben, und wenn auch das vorzeitige Ende einer mit den höchsten Erwartungen und den glänzendsten Aussichten begonnenen Künstlerlaufbahn aufrichtig zu bedauern sein mag, so läßt sich doch nicht verkennen, daß das Verhängnis hier lediglich durch das eigene, nahezu frevelhafte Verschulden des Betrossenen heraufbeschworen worden ist.“ Ein prüfender Blick auf den übrigen Inhalt der Zeitung ließ Henry keinen Zweifel, daß es sich um ein Skandalblatt der übelsten Art handle, was ja auch schon aus der Fassung und der behaglichen Breite des Artikels, der sich mit Hubert Almröder beschäftigte, zur Genüge hervorging. Aber wieviel oder wie wenig der abscheuliche Aufsatz auch immer von der wirklichen öffentlichen Meinung in München widerspiegeln mochte, daß die darin erzählten Tatsachen der Wahrheit entsprachen, schien doch nur allzu gewiß. Und die Vorstellung, daß Helga von den Verirrungen ihres Mannes gerade auf solche Art hatte Kenntnis erhalten müssen, erfüllte Henry mit ebensoviel Schmerz als flammender Empörung. Daß sie den Aussatz gelesen hatte, durfte er ja nicht bezweifeln, und für einen Augenblick erfaßte ihn die Furcht, daß sie sich zurückgezogen habe, weil sie infolge der Aufregung erkrankt sei. Er schickte sich an, sie zu suchen, aber in der Tür des Wohnzimmers schon traf er mit ihr zusammen. Helga war vielleicht um ein geringes bleicher als sonst, aber äußerlich vollkommen beherrscht und ruhig. Ein Blick in das Gesicht des Bruders sagte ihr alles, und mit einem wehmütigen Zucken an den Mundwinkeln fragte sie: „Du hast gelesen, was man über Hubert schreibt? Ein trauriges Gewerbe, das diese Ehrabschneider betreiben— nicht wohr?“ Liagsie an d.r M.st „Das elendeste und fluchwürdigste von der Welt. Womit aber hast du es verdient, meine arme Helga, daß sich obendrein noch eine erbärmliche Kreatur finden mußte, die dir dies Schmutzblatt zusandte! Beim Himmel, ich wünschte, daß ich das nichtswürdige Geschöpf hier unter meinen Händen hätte.“ „Vielleicht war die Absicht nicht einmal so schlecht, als du vermutest. Und ich bin mit mir selber noch keineswegs darüber im reinen, ob ich dem anonymen Absender der Zeitung zürnen oder ob ich ihm danken soll. Was ich da gelesen, hat mich wohl betrübt, aber es hat mich auch sehr nachdenklich gemacht. Und es ist viel bittere Selbstanklage in dem Mitleid, das ich für Hubert empfinde.“ „Mitleid, Helga?— Mitleid mit diesem Manne, der dich aufgeben konnte, weil eine——“ Die junge Frau hinderte ihn zu vollenden. „Nicht bei ihm allein liegt alles Verschulden, Henry! Man kann nicht aufgeben, was man längst verloren hat. Und in Wahrheit hatte er mich bereits verloren, noch ehe er mir mit dieser Gräfin Wassilewska oder mit irgendeiner anderen die Treue gebrochen. Er ist nicht so schlecht, wie dieser häßliche Skandalartikel ihn darzustellen sucht. Noch an dem letzten Tage unseres Beisammenseins, als schon die Leidenschaft für diese Frau in seinem Blute brannte, war er bereit, auf ihren Besitz zu verzichten und reuig zu mir zurückzukehren. Damals glaubte ich, diese Bereitwilligkeit, von der ich mich beschimpft fühlte, abweisen zu müssen. Heute aber hege ich bange Zweifel, ob ich in Wahrheit ein Recht hatte, so zu handeln.“ (Fortsetzung folgt.) 2 9** Mach anderen Freuckel Du wist ersahren, doß, Freude hreut. ischer Zwei Einsame. Novelle von Marietta v. Markovics. (Schlut.)(Jachdruck verdoien)— Er erhob sich mit dem Kinde und legte auch den anderen Arm um die Kleine:„Sei ruhig— wir gehen zu deiner Mama 2#m 2 Aber in Herzlieb war die„schlimme Marjell“ gefahren.=Frost, Mudigkeit, Hunger, alles half mit, sie ungebärdig zu machen.. In unsagbarer Verlegenheit nahm er das Kind fest in seine, Arme, öffnete seine Stubentür und wollte zum Flursenster. Da erschien jemand auf der obersten Stufe der Treppe Eine Dame— den breiten Samthut und das blasse Gesicht kannteser. Die Nachbarin—. Nun wollte er sich zurückziehen, als er den erstaunten Blicken Lores begegnet Endlich bezwang er seine große Scheu dennoch, und er fragte:—., gllaum 652 „Wissen Sie vielleicht, wer die Eltern dieses Kindes sind, und wo siecim= Hause wohnen—?“ Lore Finkenbusch schüttelte traurig den Kopf:„Ich kenne niemand im Hause, mein Herr! Doch vor ein paar Stunden war das kleine Ding plötzlich in meinem Zimmer— es muß sich verlaufen haben—“ Als habe die Kleine nur auf ihr Stichwort gewartet, so schlang sie beide Arme um den Hals des fremden Mannes und schluchzte bitterlich: „Herzlieb ist krank— Herzlieb hat Hunger— ach, so viel Hunger—! und Mammi schläft immer und antwortet nicht!“ Lore erschrak:„Du lieber Himmel— hungrig ist das Würmchen!— Komm', Kleines— ich gebe dir zu essen—!“ Aber Herzlieb klammerte sich nur noch fester an den neuen Freund und schluchzte weiter. Und diese beiden Menschen standen sich gegenüber in völliger Ratlosigkeit über ein ihnen fremdes Kind, und sahen sich unwillkürlich in die Augen. Da fand Lore Finkenbusch, wie Herzlieb: daß Bruno Helgendorf ohne die häßlichen„Fensterscheiben“. so gute, treue Augen hatte. Endlich fand er einen Ausweg: „Da das Kind so hungrig ist— ich habe Vorräte für das Fest daheim. Würden Sie sich der Mühe unterziehen, für die Kleine etwas herzurichten— bat er. Ohne Ziererei folgte sie seiner Einladung, einzutreten. Ruhig bereitete sie den Tee, machte belegte Brötchen zurecht und ermunterte Herzlieb:„nun aber auch brav und viel zu essen“. Er sah ihr zu— wie schnell und geschickt sie ihre Hausfrauenpflichten erfüllte; aber er rührte nichts an. Weshalb nur?— Herzlieb fand die Brücke, die von den beiden Vereinsanten und fast Weltfremden zueinander führte. „Dü mußt auch essen“— sagte sie dem neuen Freunde energisch(er gehorchte lächelnd und löffelte in seiner Teetasse)—„und die neue Tante auch! Allein mag Herzlieb nicht essen!— Komm' einmal her — ich hab' dich lieb— so lieb— du bist so gut—“ Und von dem Schoße des neuen Freundes bog lieb sich zu Lore, umhalste sie, und küßte sie zärtlich auf den Mund... 966 Gindes w. „Nun wollen wir versuchen, des Kinves Mutter aufzufinden,“ schlug Bruno Helgendorf in neuer Verlegenheit vor. Damit war Lore Finkenbusch sofort einverstanden. Schnell- eilte sie in ihr Heim, die Einkaufspakete, Hut und Mantel ab, warf ein weißes Wolltuch um die Schultern, und war im nächsten Augenblick wieder drüben bei den beiden.—##### Herzlieb auf den Arm nehmend, die dem Freunde den Weg zu ihrer„Mammi“ beschrieb, und, von Löre? gefolgt, kamen sie oben-an.-Es gab nur drei Türen? — zur Waschküche, zum Bodenraum und zu„Mammis“.! Wohnung.. J## „Melitta Halm“ stand in schöner Handschrift auf einem Zettel.4 Bruno Helgendorf klopfte— alles blieb still. „Du mußt hineingehen— Mammi schläft doch Ja— Melitta Halm; des Kindes Mutter, schlief sanft und traumlos— viekleicht seit Stunden schön. Ein junges, schönes, abgezehrtes Weib war einsam hinübergeschlummert. Die grell brennende Flurlampe beleuchtete bitteres Elend, das hier geherrscht hatte— und Bruno Helgendorf nahm das schläfrige Kind wieder auf den Arm, das seine„Mammi“ küssen wollte, und wehrte ab: „Laß' sie nur schlafen, Herzlieb— sie schläft so süß!“— Unten in seinem Zimmer nahm Helgendorf seinen Hut und Mantel und erstattete beim Polizeirevier die traurige Meldung. Als er dann zurückkam, verstand es sich von selbst, daß er es Lore mitteilte; die unterdessen das verwaiste Kind zur Rühe gebracht hatte. Und über dem Mitleid und der Teilnahme um Herzliebs Zukunft fiel auch die Gezwungenheit und Scheu, selbst die Verschlossenheit von den beiden einsamen Menschenkindern ab. Lore Finkenbusch ließ Helgendorf reden— nickte nur hin und wieder— und sprach sie ein Wort, war es mild und verstehend. Das tat ihm gut— sie fühlte das wohl heraus. Als er aber dann von sich selbst sprach: von seinem öden, liebeleeren Leben; das ohne Zweck und Ziel sich abspielte— niemand zu Nutz und Frommen— sich selbst oft eine Last— und daß er gesonnen sei, Herzlieb zu adoptieren und für die Kleine väterlich zu sorgen— da zog eine seine Röte über Lores feines Gesicht—— Was er empfand, geschildert, erlitt und duldete — war es nicht auch ihr eigenes freudloses Dasein—? Und sie gestand ihm zögernd: daß sie denselben Entschluß gefaßt, dem Kinde die heimgegangene Mutter zu ersetzen— ihm ihre Liebe und ihr Dasein zu widmen — um auch ihr eigenes Leben zu verschönern, das gar so arm an Freude und Sonnenschein sei. In diesem Augenblick drangen vom Hofe die Töne eines Cellos herauf, und eine kindliche, süße, weiche Mädchenstimme sang ein Lied: „Ueberschneit ist das Gebreite, Tiefe Stille in der Weite, Und es bricht die Nacht herein. Heute mußt du mich verlassen, Irren durch die kalten Straßen— Wanderer, o kehre ein! Alles Leid sollst du vergessen, Und das Glück, das du besessen— Mag's für eine Stunde sein—! Soll dich, wie in Jugendtagen, Wieder zu den Sternen tragen— Wanderer, komm'— und kehre ein!“ Lore Finkenbusch erhob sich leise, ging zu ihrem Spiegelschranke und nahm aus einer kleinen Porzellanschale, in der sie für solche Fälle immer einen kleinen Geldbetrag bereithielt, ein Zehnpfennigstück, wickelte es rasch in einen Zeitungsbogen— den man auch Nr. 113. Beilage. Samstag, 17. Mai 1913. Gebietszuwachs nach dem SilistriaAbkommen. nach langwierigen Beratungen ist nunmehr in w. Petersburg das Silistria=Abkommen zwischen #nänien und Bulgarien beschlossen worden. Das n unterzeichnete Protokoll, welches das Abkom= ## enthält und das erst offiziell bekanntgegeben ### wenn der Friede zwischen der Türkei und den ##llanstagten geschlossen ist, enthält im weseni## folgende Punkte: Die Stadt Silistria mit ## ihren Befestigungen fällt an Rumänien, ebenso ###angrenzende Gebiet in einem Umtreise von drei Aeilometer von den Außenforts. Die zukünftige ##enze Rumäniens in der Dobrudscha wird an der Lamau bei dem Orte Popina beginnen, der gleich9.# Rumänien einverleibt wird. In Anbetracht #en, daß die von der Natur gezogenen Grenzen ## sichersten sind, wird die rumänisch=bulgarische ###desgrenze über die Höhen von Babuc, Aflatar ##nd Bezbunar nach dem Orte Kashardja laufen. v#n diesen Orten geht die Grenze über die Enge V#aleß und Gargalao nach Kap Schabla am mechparzen Meer, das aber selbst in bulgarischem stz verbleiben wird. Auarum Bulgarien es mit dem Frieden so eilig hat. Wie das Reutersche Bureau erfährt, hat Bul#aten, indem es seinen Gesandten in London zur #ortigen Unterzeichnung des Präliminarfriedens #lauftragte, einzig und allein aus Achtung gegen Edward Grey und die Botschafter gehandelt, nn zu wiederholten Malen auf möglichst baldige Anrterzeichnung des Friedens gedrungen und geltend unnacht hätten, daß die Präliminarien, die dem ##niege ein Ende machen müßten, sehr wohl von #m Vertretern der Balkanstaaten, die sich zurzeit #n London befanden, ohne die Ankunft besonderer A#ndensdelegierten abzuwarten und ohne alle ForA#mlitäten einer Konferenz unterzeichnet werden Ahten. Bulgarien habe sich in seinem Verhalten Anmach gerichtet, ungeachtet der Tatsache, daß es ###st einige Aenderungen in den Präliminarien ###geschlagen habe. Die Unterzeichnung hat jedoch ###ct stattgefunden, da die Regierungen der ande#m triegjührenden Länder ihren Vertretern solche Ahnstruktionen nicht geschickt haben. Es ist klar, daß ##ch die sofortige Unterzeichnung der im Prinzip Ameits angenommenen Präliminarien nicht ver##ert wird, daß die auf dem Wege nach London #tindlichen Balkandelegierten noch zahlreiche Ein ###agen zur Erörterung bringen werden. Die atung Bulgariens in dieser Sache ist daher in Aeiner Weise auf irgend eine Meinungsverschiedenb#it zwischen den Verbündeten zurückzuführen. Der bulgarisch=serbische Konflikt. Der„Neuen Fr. Presse“ wird aus Sofia gemel#n: Serbien erhebt jetzt seine Forderung nach der A#ision des Vertrages mit Bulgarien mit der ##gründung, daß es durch Bulgarien für das OpA schadlos gehalten werden müsse, das es durch ###inen Verzicht auf Albanien bringe. In dem #itrage ist von Albanien keine Rede. Der Ver#tag spricht nur von einer Befreiung der unter#dückten Stammesgenossen. Da es in Albanien teine Serben gibt, hat Serbien auch nicht den geTingsten Anspruch auf das von ihm besetzte Land, ##nd bringt auch kein Opser, wenn es jetzt seine gluppen daraus zurückzieht. In dem Vertrage A#fndet sich kein Punkt, der Bulgarien die Ver#flichtung auferlegt, Serbien auch eotl. gegen lestetreich=Ungarn zu Hilfe zu kommen. In dem Sozen Vertrage ist der Name Oesterreich=Ungarn Sucht genannt. Bulgarien hätte einen solchen Vertag niemals unterschrieben. Bulgarien hatte vorWchlagen, den Vertrag im Wortlaute zu veröfentlichen, Serbien hat aber trotz mehrfacher Auf##erung immer wieder abgelehnt. Politische Uebersicht. Besuch Kaiser Wilhelms am Wiener Hofe? 8o0kreisen verlautet, daß gegenwärtig zwischen Verund Wien Besprechungen wegen einer für den dadst d. Is. geplanten Teilnahme des deutschen Wähers an der Jagd des Thronfolgers Erzherzogs unz Ferdinand in den Donauauen und wegen ies damit verbundenen Besuches am Wiener Hose sattfinden. der Reichslanzler und die verbündeten RegierP#ten wünischen und halten es laut„Deutscher 4963z1g.“ für möglich, daß die Deckungsvorlagen itig mit den militärischen Forderungen noch diesee Session bewilligt werden. Das Organ •3 Bunkes der Landwirte wünscht, daß die Ne ig diese ihre Stellungnahme möglichst bald in Wnet jeden Zweifel ausschließenden Weise bekun n und eine tätige und führende Nolle in der 0e einer Verständigung zwischen den nationaParteien übernehme. * der Arbeitsplan des Reichstags. Der Reichsa9 gied big zuer Sommerpause außer der Wehr Wtlcge und der Deckungsvorlage das Staatsbigteitsgesetz und den Entwurf über die Er dcich ven Zugendgerichtehösen verabschieden. eder sollen die dem Reöchstage kürzlich zugeganPscd Entwürse über Diälengewährung an Schöf#aturgs, Leschworene und das deutsch=russische Litesetommen sowie die beiden Entwürfe betr. bewährung freier Bahnsahrt an Reichstagsabgeordnete während des Gesetzgebungsabschnittes und betr. die Einführung der Konzessionspflicht der Kinematographentheater noch beraten und verab schiedet werden. Man nimmt in parlamentarischen Kreisen an, daß der Reichstag sich spätestens Ende Juni auf den Herbst vertagen wird. Ueber die Wehr= und Dedungsvorlagen geht die Meinung jetzt vielsach dahin, daß die Verabschiedung der beiden Gesetzentwürfe nicht gleichzeitig erfolgen wird. Die militärischen Neuforderungen sollen bis Anfang Juni verabschiedet, die Deckungsfragen indessen erst in einer Herbsttagung erledigt werden. Dieses Verfahren würde zwar gegen den durchaus zu billigenden Grundsatz„keine Ausgabe ohne Deckung“ verstoßen, aber doch die rechtzeitige Durchführung der geforderten Neuorganisctionen ermöglichen, die bei dem Festhalten an der ursprünglichen Absicht, beide Vorlagen gleichzeitig zu erledigen, nach Lage der parlamentarischen Verhältnisse ernstlich in Frage gestellt wäre. Sind die Ausgaben einma" bewilligt, muß und wird man im Herbst auch Mit“l und Wege zu deren Deckung finden. Die entsheidenden Beschlüsse über die Behandlung der Vorlagen werden alsbald nach dem Wiederzusammentritt der Budgetkommission des Reichstags am 20. d. Mts. gefaßt werden. Der Besuch Lord Morleys in Berlin. In der hochwichtigen Koweitfrage wird möglicherweise der Besuch des Unterstaatssekretärs im englischen Auswärtigen Amte des Lords Morley, der die rechte Hand des Staatssekretärs Grey ist, eine Klärung bringen. Die ossizielle Erklärung, daß der Unterstaatssetretär lediglich in privaten Angelegenheiten nach Berlin gegangen sei, findet keinen rechten Glauben, man ist vielmehr in weitesten Kreisen davon überzeugt, daß der Besuch des englischen Ministers Beratungen und Beschlüssen in der wichtigen Bagdadbahnfrage gilt. Der Unterstaatssekretär Morley weilt schon seit einigen Tagen in Berlin, hat dort auch das Pfingstfest verlebt, mit Angehörigen der deutschen Reichsregierung bisher jedoch keine Begegnung gehabt. Das letztere kann indessen auf der Abwesenheit des deutschen Staatssekretärs des Auswärtigen Amtes, v. Jagow, beruhen. Lord Morley, der selbst erklärte, er wolle sich nur Berlin etwas ansehen und kurze Zeit ausruhen, wird noch während der Anwesenheit des englischen Königspaares anläßlich der Hochzeit am Kaiserhofe in dei Reichshauptstadt verweilen. Lord Morley ist das älteste Mitglied des Kabinetts Asquith. Er steht im 72. Lebensjahre. Englisch=deutsche Entente? Die Mehrzahl der Londoner Blätter schreibt dem Besuche des Mini sters Morlei, in Berlin hohe Bedeutung zu und bringt ihn in Verbindung mit der Bagdadbahn. Die Auffassung in Londoner diplomatischen Kreisen geht dahin, daß sich zwei Richtungen im Kabinett Asquith bemerkbar machen, seitdem Morley auf das entschiedenste dafür eintritt, daß die Entente mit Frankreich durch eine solche mit Deutschland vervollständigt werde. Es heißt, der Minister des Auswärtigen, Grey, sei seit einiger Zeit schwankend geworden, ob die gegen Deutschland gerichtete Politik, die er seit 1906 verfolgt, die weiseste gewesen sei. Der Balkankrieg hätte offenbar auch ihm die Augen geöffnet. Wir und Europa, so sagt ein Londoner Blatti, haben gelitten, nicht weil wir uns mit Frankreich verstehen, sondern weil dieses Einvernehmen nicht auch Deutschland einschloß. Die Spaltung Europas in seindliche Gruppen muß, soweit wir davon betrosfen werden, unbedingt beseitigt werden. Zum 25jährigen Regierungsjubiläum unseres Kaisers wird auch das preußische Abgeordnetenhaus eine festliche Kundgebung veranstalten. Die Behauptung, die Feietlichkeit werde unterbleiben, weil man in mußgebenden Kreisen eine Störung durch die Sozialdemokratie befürchtet, ist der „Magdeb Itg.“ zufolge grundlos. sollen oder nicht, hat die überraschende Tatsache gezeitigt, daß einslußreiche Politiker Frankreichs sich von den Spielbanken bezahlen lassen, um gegen den Unfug nicht auszutreten. In Form von Vor zugsaltien, die man ihnen billig abließ, und besonderen Vergünstigungen wurden die Schmiergelder gezohlt. Auch Journalisten großer Pariser Tageszeitungen sollen Schweigegelder von den Spielbanlen erhalten haben. Ob sich diese Angaben, die von einem Deputierten gemacht wurden, bewahrheiten, mag dahingestellt bleiben. Das Wichtigste und Bezeichnendste an der ganzen Spielbankdebatte ist, daß diese eine gute Steuerquelle darstellen. Ver gebens bat ein Deputierter, man möge Frankreich nicht die Demütigung antun, einen Posten aus den Spielbank=Crträgnissen in den Staatshaushalt einzustellen. Nußland. Die Ausdehnung russischer Gesetze auf Finnland. Da: Gesetz, welches das Recht auf Grunderwerb und Grunostücksausnutzung in der Umgebung von Festungen und festen Plätzen einschränkt, ist auf Finnland ausgeoehnt worden. England. Die englisch=fürlischen Bagdadbahn=Verhandlungen sollen bereits zu einer grundsätzlichen Verständigung darüber geführt haben, daß die türkische Regierung Englands Protettorat über Koweit am Persischen Meerbufen anerkennt und England das Recht bewilligt, die Eisenbahn von Bassorah bis zum Endpunkt Koweit zu bauen. In den Vorstand der Bahnverwaltung sollen mindestens zwei Engländer gewählt werden, um alle Vorgänge zu tontrollieren und besonders eine unverschiedliche Warenbehandlung zu verhindern. Die deutsche Regierung wird an den endgiltigen Abmachungen, soweit sie die Bagoadbahn betrefsen, beteiligt sein. Laut„Tag“ sellen die Verhandlungen unter Hinzuziehung Deutschlands in freundschaftlichem Geiste geführt worden sein. China. Peking im Belagerungszustand. Ueber Peking ist der Velagerungszustand verhängt worden infolge der Aufdeckung einer Verschwörung und eines gegen Juanschitai gepianten Mordanschlages. Am Dienstag abend wurden in einem Gasthofe elf Personen verhaftet, die sich im Besitz von Bomben und Wassen besanden. Gestern wurden mehrere Personen, darunter eine Frau, standrechtlich er schossen. Die Behorden gehen mit großer Heimlich keit vor. Die Garnison ist verstärkt worden. durum hat Sieg oder Niederlage eine viel größere Bedeutung. Die Kölner Sänger fürchten nun wohl, von ihren spottlustigen Mitbürgern in den nächsten Jahren ein wenig ausgezogen zu werden, um so mehr, als sie selber immer am eifrigsten die Meinung propagiert haben, über den Kölner Männergesang ginge nichts, und weil ihr Präsident, der 83jährige Herr v. Othegraven, mit diesem Siege seine aktive Laufbahn zu beendigen wünschte. Aber auch das ist zu überstehen, und ich bin überzeugt, daß wir Berliner und die Kölner uns beim nächsten Wattstreit wieder in friedlichem Kampfe gegenüberstehen werden. Wir gönnen den Kölnern die goldene Kette, die sie sogar schon für die nächsten fünf Jahre versichert hatten, von Herzen. Nur selbstverständlich: Gutwillig kriegen sie sie nicht! — Bunte Chronik. — Ocsterreich= Ungarn. Wiedereröffnung des Abgeordnetenhauses. Das Abgeordnetenhaus hat die Arbeiten wieder ausgenommen. Der Präsident widmete dem König Georg von Griechenland einen warmen Nachrus. Verschiedene Parteien brachten Interpellationen an die Regierung ein, in cenon sie im Zusammenhang mit der äußeren Lage die Entlassung der Reservisten verlangen. Der Präsident gab den Dank der deutschen Regierung für die anläßlich des Unterganges des Torpedobootes„S. 178“ bekundete Teilnahme bekannt. * Frankreich. Die Verlängerung der Dienstzeit in Frankreich. Die vereinigten Parteien der Linken werden eine von dem früheren Arbeitsminister Paul Boncourt ausgearbeitete Militärvorlage als Gegenantrag zu der Negierungsoorlage in der Kammer einbrin gen. Voncourt sowert eine Dienstzeit von 28 Monaten und die obligatorische Vorbereitung der Jugend für den Militärdienst, verstärkte Einziehung der Reservisten sowie deren bessere Ausbil bung. Ersatz aller Militärhandwerker durch Zivil handwerker und ausgedehnte Verwendung von Zivilpersonen in allen militärischen Verwaltungszweigen. Die Vorlage gibt endlich dem Kriegsminister noch das Recht," nach der 28monatigen Dienstzeit den freiwerdenden Jahrgang oder einen Teil desselben innethalb einiger Monate jederzeit einberufen zu können. Diese Einberufung darf jedoch einen Monat nicht überschreiten. Spielbank=Skandal in Frankreich. Die erregte Tebatte in der französischen Kammer, ob die vielen Spielhöllen Frankreichs auch in Zukunft existieren Das Lotteriespiel der Gesangwettstrelle. Prof. Felix Schmidt, der Dirigent des Berliner Lehrer=Gesangvereins, sagte einem Mitarbeiter der „Voss. Ztg. Ein Lottericspiel haben die Kölner grollend das Preissingen genannt. Gewiß, das ist es auch, wie das Preiskegeln und das Pferderennen. Aber, wenn man das so klar erkannt hat wie die Kölner, sollte man sich auch stillschweigend den Launen der neckischen Göttin Fortuna heugen. Heute mir, morgen dir. Als wir vor vier Jahren die Kette an die Kölner verloren, da verzogen wir keine Miene, sondern gingen hin und gratulierten, als hätten die Mannen aus Köln für uns gesungen — und: entscheidet denn der Kaiserpreis, so ehrenvoll er auch als Auszeichnung sein möge, nun wirklich und endgiltig über das Können einer Sangesgemeinde, oder ist der Maßstab nicht vielmehr da anzulegen, was er zu Hause leistet? Wozu aber der Lärm? Ein so hervorragender Verein wie der Kölner— und hervorragend ist er, das muß ihm der Neid lassen— weiß doch auch zu genau, von welchen Zufälligkeiten und Zwischenfällen der Sieg abhängig ist. Da kann man zu Hause geprobt haben, bis man zuletzt die Noten nicht mehr kennt, und alles mag geklappt haben bis aufs Tipselchen über dem i,— da kommt so ein Verein mit seinen Hunderten von Menschen in diesen Riesensaal in Frankfurt; die Aufgabe bedrückt die Leute, die Akustik des Raumes ist ihnen fremd, die Anwesenheit so vieler hoher Persönlichkeiten wirkt irritierend auf sie. Da bricht hier einer aus der Lürde, dann dort einer, die Tempi werden nicht innegehalten, der Ton schraubt sich von selber in die Höhe,— da unten aber sitzen die vermaledeiten Preisrichter und punktieren, punktieren, punktisren... und als ein geschlagener Mann verläßt der Verein das Lokal, derselbe Verein, der vielleicht daheim so Wunderbares leistet, daß alle Taschentücher vor Rührung und Seligkeit schon naß werden, bevor er noch den Mund auftut. Wehe aber, wenn er gar einen Preis zu verteidigen hat! Dann lähmt ihn von vornherein die Angst, er hält sich ganz vorsichtig zurück und will alles recht gut ma chen. Dabei geht aber der Schwung, die Verve, das Temperament zum Teufel, und unten sitzen die vermaledeiten Preisrichter und punktieren, punktieren..., und darum hat so ein Preis auch seine arge Krhrseite: wenn der erste Siegesjubel verrauscht ist, dann beginnt das bedenkliche Kopf schütteln, sangen die Sorgen, ob man ihn auch wirk lich behalten wird, an. Und infolgedessen wird man ihn gewöhnlich auch das nächste Mal wieder los! Jetzt sind nun die Kölner dran und darob böse, und möchten am liebsten behaupten, es wäre beim Turnier nicht mit rechten Dingen zugegangen. In Wirklichkeit liegt die Sache so: In Köln spielt der Männergesang eine ganz andere, man möchte sagen gesellschaftliche Rolle, als hier in Berlin, und 1 Abenteuernde Schulmädchen. In dem in Dresden gastverenden Zirkus Sarasani traten Indianer und Cowboys auf. Als der Zirkus Dresden verließ, entfernten sich vier junge Mädchen im Alter von 12—14 Jahren, alles Töchter gut situierter Eltern, aus Dresden unter dem Vorwande einer gemeinsamen Schulieise und zogen den Indianern nach Kottbue nach. Es gelang jedoch einem Vater, sie ausfindig zu machen und alle vier wieder nach Dresden zurückzuführen. )( Ein Welt=Gesangs=Wettstreit. Aus Anlaß der im Jahre 1915 stattfindenden Einweihung des Panamakanals hat das Fest=Komitee, das jetzt schon in Aktion getreten ist, sämtliche Gesangvereine der Welt eingeladen, an einem großen internationalen Wettkampf teilzunehmen.— Wie wär's, wenn sich der Kölner Männergesangverein und der Berliner Lehrer=Gesangverein nochmals am Gestade des Panamakanals messen würden! )( Warenhausbrand. In Lübeck brannte das Kaufhaus Rudolf Karstadt, Lübecks größtes Warenhaus, vollständig nieder. Der Warenschaden allein wird auf eine Million Mark geschätzt. Das Kaufhaus wurde vor 2 Jahren mit einem Kostenaufwand von 2 Millionen Mark erbaut. Durch den Brand werden etwa 300 Personen für längere Zeit beschäftigungslos. Die Feuerwehr stand dem Brande machtlos gegenüber. — Natur und Leben. Ueber ein seltsames Naturereignis, das in Bayern beobachtet wurde, wird der„Frankf. Ztg.“ berichtet:„Bei der Kreuzung der Erdbahn mit der Bahn des sogen. Lyridenschwarmes ist in diesem Jahre Bayera in seinem nordöstlichen Teile mit Meteorfällen ungewöhnlich reich bedacht worden. In der ganzen Oberpfalz, im Bayerischen Walde und am Unterinn wurde eine Meteor=Erscheinung beobachtet, und zwar eine auffallend prächtige. Bei sternenklarem Himmel, völliger Windstille und ziemlich kühler Temperatur erschien das Meteor, das in Gestalt und Größe einer kleinen Feuerkugel glich und sekundenlang einen blendend hellen Schein gab. In gelbem und violettem Lichte zog es mit großer Geschwindigkeit von Südosten nach Nordwesten, einen langen, feurigen Schweif hinter sich lassend. Es platzte zuletzt wie eine Granate in mehrere feurige Trümmer. Zwei Minuten später vernahm man einen etwa 8 Sekunden anhaltenden dumpfen Donner und ein merkwürdiges Geräusch, das an Stärke allmählich abnahm und dem Prasseln eines auf gefrorenen Boden auffallenden Steinregens glich. Die Erscheinung war so seltsam, daß sie auch die ruhende Tierwelt aufschreckte. Von allen Seiten vernahm man plötzlich lautes Gebell der Hunde, und unter den Stimmen der Vögel hörte man besonders Rufe der Kiditze. die ängstlichen Verantwortlich für die Redaktion Friedr. Kraas. Druck u. Verlag von Carl Braus, beide in Schwerte. MotorWagen-fahrrader. Man verlange LULSLaUIEA Feisliste. Fahrradvertreter: Karl Feit, Schwerte. Seite 8. Schwerter Zeitung(Amtliches Kreisblatt). Samstag, den 17. Mai 1913. Nr. 890 No gonon A. i! Girens Zseliryn Zentral-Hotel Sternberg. Sonntag, den 18. Mai Garren-Konzeif. Anfang nachm. 5 Uhr. Eintritt frei! C. Jungesblut. Selamnlmächung. Auf Anregung der Ortsgruppe Schwerte des Rheinisch=Westfälischen Frauenverbandes wird der Königiche Kreisarzt Heir Dr. Ascher aus Hamm am 3228 Bei ungügstiger Witterung finden die Konzerte im Saale statt. Dienstag, dem 20. Mai ds. Is. abends 8¼ Uhr beginnend, 15 Minuten von den Bahnhösen Westig oder Hemer. Heinrichshohlem.Höblenbärenskelett in nächster Nähe des Felsenmeeres. 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Mai, vormittags 10½ Uhr auf dem Freischütz bei Schwerke anberaumt. Diese Stuten= und Fohlenschau ist auch zugleich eine Vormusterungsschau für alle Ausstellungspferde des Kreises Hörde, die im Juli d. Is. auf der Provinzial=Pferdeschau zusammenkommen sollen. werden Freideckscheine und Angeld=Prämien ausgegeben. Es sind im Schautermin vorzustellen die in den Vorjahren bezeichneten Pferde sowie alle Stammbuchstuten sowohl mit als auch ohne Fohlen. Das für die Provinzial=Pferde=Ausstellung in Aussicht genommene Pferde=Material ist ohne Rücksicht auf diese Bedingungen in diesem Termine vorzuführen. Abstammungs=Nachweise, Deckscheine sowie Stallbücher sind mitzubringen. Hörde, den 13. Mai 1913. 3240 Dr. Luckhaus, Königl. Landrat. Gasthof„Dam alten=Lathaus“. Inh. August Tuller. Bringe meine neu renovierten Lokaliläten in empfehlende Erinnerung. 3235 .. Gutes Lonal für Vereine.“.. Gesellschaftszimmer f. Versamihlungert erc. Pa. Viere. Vorzugl. Küche. Keine Weine. Lopis uit garn. 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