eborim Zetuer mrichchent dalch ander Feiertags. Bezugspreis M. 1.80 #drich, bei der Post für Bestellgeld 42 Pig. gedr. Wöchentl. Grakisbeilage:„Ikustrierter Famillenfreund" u. tägl. Unterdaltungsdiatt. Anzelgenpreis: Die sledengespaltene deren Raum 10 Pfg., Anzeigen non auswärts 15 Pig., Reklamezelle 40 Pig. Zeder Radatt gilt als Kassamabatt u. erlischt bei Ronzursen. Zwangsvergleichen, gerichtl. Klagen u. Nadrachungdt gewacht. Jobungsedtingumg. Amtliches Kreisblatt Westhofener Zeitung Langscheder Zeitung Schwerter Volksblauz Verbunden mit: für den kreis börde Holzwickeder Zeitung Aplerbecker Zeitung Schwerter Volkszeitung Schwerter Tageblatt d Schwerter Anzeiger Grltes und Tteftes Cagesorgan des Kreiles o General-Anzeiger für den Kreis Hörde o Haupt-Annoncenblatt S Alle dreis= and lokalpollzetlichen Verord. nungen für den Kreis Hörde erlangen gemäß Bekanntmachung dei Königlichen Regierung durch Verössentlichung in dei„Schwerter Zeitung" rechtsverdindliche Kraft.— Die „Schwerter Zeitung“ gewährt ihren Adonnen. ten für jeden mit Tod endenden Unfall ge300 Mk. Unfall. Druchk u. Verlago. Cor Brous. Schwerte. RudFernsp. 62. Telegr.=Adr. Braus Schwerte=Rube Nr. 48. Mittwoch, den 26. Februar 1913. 45. Jahrg. Erstes Blatt. * Jialiens Außenpolitik. der italienischen Kammer hat der Minister des Aeußern die San Giuliano eine groß angelegte Rede über die äußere Politik gehalten, in der er gewissermaßen sein Programm darlegt. In der hauptsache befaßten sich die Darlegungen des Ministers begreiflicherweise mit der Situation im Rittelmeer, an dem ja Italien die größten Interessen hat. Die Quintessenz seiner Rede ging dahin, daß Gleichgewicht in der Adria und dem Mittelmeer zu erhalten, und da darf es denn als ein hochersteuliches Zeichen gelten, mit welcher Herzlichleit der Leiter der italienischen Außenpolitik über Oesterreich=Ungarn sprach und dessen Interessen mit den italienischen identifizierte, wobei er nicht vergaß, auch auf die Mitwirkung Deutschlands hinzuweisen, das er vor den übrigen Großmächten besonders heraushob. Der Minister sprach„von dem innigen Zusammenarbeiten“ zwischen Italien und Oesterreich=Ungarn, ein Wort das man selten vom Tiber her gehört hat. Ebenso betonte er, daß Oesterreich=Ungarn die gleichen Interessen wie Italien im Mittelmeer habe, was die gegenseitige Freundschaft der beiden verbündeten Regierungen verstärke. Von weittragenderer Bedeutung aber sint seine Darlegungen, daß Italien kein müßiger Zuschauer sein könnte, wenn durch die Macht der Ereignisse gegen den Willen Italiens und seiner Verbündeten früher oder später erhebliche ternitotiale Veränderungen im Mittelmeer eintreten sollter. Schon lange hat man keine so feste Sprache eines italienischen Ministers vernommen und er konnte sie auch nicht führen, wenn er nicht gewiß räre, daß die anderen Dreibundmächte hinter ihm stehen und erforderlichenfalls bereit wären, eine Störung des Gleichgewichts im Mittelmeer nicht zu dulden. Italien muß tatsächlich das größte Gewicht darauf legen, daß das Mittelmeer die freie Bahn der Nationen bleiben muß, und niemand darf es als sein Eigentum beanspruchen. Man wird anderwärts diese Sprache verstehen, und bekeits kommt ein Echo von der Seine, indem der „Kappel“ schreibt, die Ausführungen wären ein Beweis diplomatischer Unterordnung und Deutschland brauche sich nicht mehr verlassen zu fühlen. Gleichzeitig erinnert das Blatt an die Worte Bülows von der Extratur und bemerkt, daß Sam b'aliano jetzt sich zu Deutschland bekannt habe. Lamit trifft das Blatt das richtige, denn die Rede stellt sich, wenn es auch nicht direkt ausgesprochen wird, als ein unbedingtes Bekenntnis zur Dreibündpolitik dar, und man darf sich bei uns dessen fteuen. In den letzten Jahren hat die italienische Aegierung eingesehen, daß sie von der Triple=Eneente herzlich wenig zu erwarten hat und daß es für das Apenninenreich vom größten Vorteile ist, im Dreibunde zu verharven; in diesem Sinne ist die Außenpolitik Italiens seitdem gerichtet, es sind tatschlich keine Extratouren mehr zu verzeichnen und der Dreibund hat dadurch an Festigkeit und Besendigkeit nicht wenig gewonnen. —— Politische Uebersicht. Frhr. von Hammerstein=Loxten hervorragend mitgewirkt; er erhielt für seine Dienste vom Herzog von Cumberland jetzt ein prachtvolles Bild und eine goldene Truhe. Der Besuch der Kaiserin in Emunden, wo sie dem cumberländischen Herzogspaar die PrinzessinBraut vorstellen wird, erfolgt Ende dieser Woche, während sich der Kaiser nach Wilhelmshaven begibt, um dort am 1. März dem Stapellauf des neuen Linienschiffs„S.“ und der Rekrutenvereidigung beizuwohnen. Daran schließt sich eine Fahrt nach Helgoland an, von welcher der Kaisen am 3. März nach Berlin zurückkehrt. Am folgenden Tage dürfte die Rückkehr der Kaiserin erfolgen, die dann mit dem Kaiser am 6. März den Besuch des bayerischen Prinzregentenpaares entgegennehmen wird. Der Prinzregent, der mit seiner Gemahlin die Fahrt durch Bayern wegen der noch bestehenden Trauer im strengsten Inkognito macht, bleibt bis zum 8. März in Berlin; von dort geht die Fahrt nach Dresden zum zweitägigen Antrittsbesuch beim König von Sachsen. der Dänen=Besuch in Berlin. Der Kaiser besichte gestern vormittag mit dem König von Dänenant mehrere Garde=Kavallerie=Kafernen, um den Ussiziersreitstunden beizuwohnen. Das Frühstück bilde beim Garde=Kürassier=Regiment eingenomneit. Die Kaiserin, die Königin von Dänemark uns die Kronprinzessin besichtigten das Säuglingseeim zu Charlottenburg, dann besuchte die Königin mit der Kronprinzessin das Kaiser=Friedrich=Mueum. Die Königin speiste bei der Kronprinxessin. Der Besuch der Kaiserin in Emunden, wo sie am 1. März mit der Prinzessin Viktoria Lusche einseffen wird, wird drei Tage dauern; anläßlich dieser Zusammenkunft mit dem cumberländischen Verzogspaar soll auch der Zeitpunkt der Begegnung des Kaisers mit dem Herzog festgestellt werden. dei der Aussöhnung der beiden Häuser hut auch Der badische Thronfolger Prinz Max erhielt das Kreuz der Großkomture des Königlichen Hausordens von Hohenzollern. Schatzsetretär Kühn weilt am heutigen Mittwoch in Stuttgart, nachdem er am Dienstäg in München eine lange Besprechung mit dem Ministerpräsidenten Freiherrn von Hertling hatte. Die Besuchsreise gilt ohne Zweifel der Verständigung über die Deckung der bevorstehenden Militärvorlage.„ Einbringung der Heeresvorlage. Die„Kölnische Zeitung“ meldet offiziell aus Berlin: An der Militärvorlage" wird im Kriegsministerium mit Hochdruck gearbeitet, jedoch wird wohl noch einige Zeit vergehen, bis sie an den Bundesrat gelangt, wo die Frage der Kostendeckung gleich mit zur Beratung gebracht wird. Dem Reichstage wird die Vorlage noch vor den Osterferien zugestellt werden, und es gewinnt an Wahrscheinlichkeit, daß sie dann mit dem Etat für die Verwaltung des Reichsheeres auf das Rechnungsjahr 1913 gemeinschaftlich beraten wird. Eine derartige Zusammenziehung beider Vorlagen hat aber einen erheblichen Nachteil, da die für den 1. April 1913 beabsichtigten Neuformationen nicht mehr rechtzeitig zur Durchführung gebracht werden können, wenn sich die Verabschiedung des Etats über diesen Zeitpunkt hinaus verzögert. Es ist selbstverständlich, daß die Militärvorlage bei der Ueberweisung an dem Bundesrat gleichzeitig die Angaben der erforderlichen Kosten enthält, über die sich genaue Angaben zur Zeit nicht machen lassen. Das Zentrum für die neue Wehrvorlage. In einer in Remscheid abgehaltenen öffentlichen Versammlung des Windthorstbundes und der Zentrumspartei trat der Reichstagsabgeordnete Kuckhoff der Auffassung entgegen, daß das Zewtrum die neue Wehrvorlage zu Fall bringen weide. Er führte aus, das Zentrum würde niemals eine Verärgerungspolitik treiben. Deutschland müsse weiter rüsten, damit es allen Feinden die Stirn bieten könne. Wollte das Zentrum seiner Verärgerung Ausdruck geben und sich auf den Standpunkt stellen, der Regierung keinen Mann und beinen Groschen mehr zu bewilligen, so täte es das zu seinem eigenen Schaden und zum Nutzen seiner politischen Gegner. Bezüglich der Deckung der Wehrvorlage erklärte der Redner, das Zentrum lehne jede weitere Konsumsteuer ab. Es sei für eine Reichsvermögens= oder eine Reichsvermögenszuwachssteuer. Krankenkassen für Postunterbeamte treten im Reichspostgebiete vom 1. März ab im Bezirke jeder Oberpostdirektion in Wirksamkeit. Damit wind einem langjährigen Wunsche der betreffenden Beamten entsprochen, die, soweit sie nicht krankenversicherungspflichtige Mitglieder der Postkrankenkasse sind, in Krankheitsfällen gegen mäßige Beiträge und mit Hilfe eines Reichszuschusses ärztliche Hilfe, Arznei und Heilmittel für ihre eigene Person und die Angehörigen ihres Hausstandes erhalten. Beigetreten sind der neuen Einrichtung hout„Nordd. Allg. Ztg.“ schon jetzt 54.000 Unterbeamte. Zur mecklenburgischen Verfassungsfrage wird dem„Rostocker Anzeiger“ von zuständiger Seite mitgeteilt: Im Verfolg der dem Lande bekannten Bestrebungen der großherzoglichen Regierung, eine Resorm der bestehenden Landesverfassung tunlichst im Einvernehmen mit der derzeitigen Landesvertretung, also in Gemeinschaft mit den beiden Ständen, der Ritterschaft und der Landschaft, zustande zu bringen, finden in der jüngsten Zeit Besprechungen mit den Mitgliedern der beiden Stände statt, welche die Herbeiführung des vorgedachten Zieles zum Gegenstand haben. Die Besprechungen werden fortgesetzt und voraussichtlich noch längere Zeit dauern. Alle Pressemitteilungen über die bisherigen Ergebnisse der angeblich geplanten Maßnahmen sind unrichtig und entbehren jeglicher Begründung. Das Fehlen eines fliegenden Kreuzergeschwaders hat sich in unserer Marine anläßlich der Revolution in Mexiko ebenso fühlbar gemacht, wie anläßlich der Entsendung von Kriegsschiffen nach Konstantinopel, wodurch jetzt unserem Hochseegeschwader je ein Kampf= und ein Aufklärungsschiff entzogen worden ist, während wir nach Mexiko überhaupt kein Schiff entsenden konnten. Die„Magd Ztg.“ erhebt jetzt von neuem die Forderung eines fliegenden Geschwaders, das immer mehr zur Notwendigkeit werde, je weiter deutscher Unternehmungsgeist die bewohnbare Erde sich dienstbar zu machen weiß. Wahlkisten. Der Bundesrat beschäftigt sich zurzeil mit dem Reichstagsantrag auf Einführung einheitlicher Wahlurnen. Er beabsichtigt laut„Tag“, anzuordnen, daß als Wahlurnen hinfort viereckige Kisten zu dienen haben, die mindestens eine Höhe von 90 Zentimetern und eine Spannweite von mindestens 35 Zentimetern besitzen müssen. Die Wahlkiste soll die gründliche Mischung der Kuverts mit dem Stimmzettel ermöglichen und verbürgen und den noch immer auftauchenden Klagen, daß bei dem jetzigen Verfahren das Wahlgeheimnis vielfach nicht genügend gesichert sei, den Boden entziehen. Die Einheitlichkeit von Reichseinrichtungen berührt angenehm. Die große, natürlich auf den Fußboden zu stellende Wahlkiste, die übrigens den offiziellen Namen Wahlurne weiter führen soll, wird freilich nen hervorragenden ästhetischen Eindruck erregen. Frankreich. Wiedereinführung der dreijährigen Dienstzeit. Halbamtlich wird gemeldet, daß der Rat der Direktoren des Kriegsministeriums wahrscheinlich sich für Wiedereinführung des dreijährigen Dienstes aussprechen werde, da die andere Lösung, dreijähriger Dienst der berittenen und 30monatiger Dienst der übrigen Waffengattungen, als wenig wirksam angesehen werde. Der Kriegsminister und der Finanzminister haben in der Finanzkommission des Senats um die Genehmigung nachgesucht, 72 Millionen Franken für Luftschiffahrtszwecke, für die Verstärkung der Artillerie mit neuen Festungsgeschützen, die eine Reichweite von 14 Kilometer besitzen usw. einzustellen. Von der Vermehrung des Efsektivbestandes war nicht die Rede. Die Kommission zeigte sich den geforderten Krediten geneigt. England. Die wahlrechtstollen Suffragetten in England lassen sich in ihrer Agitation durch den Unwillen der Menge, den sie sich infolge ihrer vielen nichtswürdigen„Demonstrationen“ zugezogen haben, nicht abbringen; allerdings vermögen ihre Stimmen nicht gegen das Geschrei der erregten Volksmange anzukämpfen und noch weniger können sie sich vor den faulen Aepfeln, Apfelsinen usw. retten, mit denen sie beworsen werden. In Cheapside mußte die Polizei sogar mehrere Suffragetten in Schutzhaft nehmen, um sie vor dem Zorn des Publikums zu bewahren, der durch die Meldungen, daß die Frauenrechtlerinnen wieder zahlreiche Briefkästen zerstört und Telegraphendrähte zerschnitten hätten, neue Nahrung gefunden hatte. Marokko. Bewegung gegen die Spanier. In der Umgebung von Tetuan macht sich unter den Eingeborenen eine Bewegung gegen die Besetzung der Stadt durch die Spanier bemerkbar. Mohammedanische Scheiks sollen zusammengekommen sein und über einen Aufstand beraten haben. Die spanische Besatzung von Tetuan besteht vorläufig aus zwei Kompagnien, jedoch lagern auf den die Stadt beherrschenden Hügeln 3000 Mann unter dem Oberbefehl von Alphau. Mexiko. Zum Tode Maderos. Die genauen Umstände des Todes Maderos und Suarez sind noch unbekannt. Huerta erklärt, Madero und Suarez seien durch Zufall bei dem Zusammenstoß der Wache mit Maderos Parteianhängern gefallen, die den Versuch machten, die Gefangenen zu befreien. De la Barra erklärte, die Gefangenen seien getötet worden, als sie zu entweichen versuchten. Keiner von beiden sagt indessen, wer die tödlichen Schüsse abgegeben hat, vielleicht ist es beiden unbekannt. Das Volk steht in seiner Mehrheit den amtlichen Berichten skeptisch gegenüber. Gestern war die Stadt ruhig. Die Regierung versichert, sie werde die Umstände des Todes Maderos und Suarez untersuchen und die Schuldigen bestrafen. Nach einem Telegramm des Botschafters Wilson in schloß das diplomatische Korps, das vom Minister de la Barra zum Frühstück geladen war, der Einladung nicht Folge zu leisten, solange die Umstände, unter denen Madero und Suarez den Tod fanden, nicht genügend aufgeklärt find. —— Der Bolkanwirrwarr. Nichts Neues. X Konstantinopel, 25. Febr. Ein amtlicher Kriegsbericht besagt: Infolge der herrschenden Schneestürme hat sich vor Tschataldscha, Adrianopel und Bulair nichts Neues ereignet. X Sofia, 25. Febr. Die Agence Bulgare meldet: General Sawoff kam der Bitte der griechischen Bischöse nach, den aus Tschataldscha, Tschorlu und aus den Dörfern bei Tschataldscha geflohenen siebenhundert hungerleidenden Christen Nahrungsmittel zuzuweisen, und gab der bulgarischen Militärbehörde entsprechende Anweisungen. X Konstantinopel, 25. Febr. Bei dem Besuche, den der Justizminister dem ökumenischen Patriarchen abstattete, kam der Minister auf die politischen Tagesfragen zu sprechen. Er sagte u. a., wie die Blätter melden, der Balkanbund sei für Griechenland nicht vorteilhaft. Der Bund werde für den Hellenismus verhängnisvoll sein. Der begangene Fehler werde in späterer Zeit zutage treten, wenn ein großer Teil der hellenischen Nation den nationalen Charakter, den er sich unter der Herrschaft der Türkei erhalten habe, verlieren werde. Die Strömung, welche die Griechen und Muselmanen bedrohe, werde die Bewohner der besetzten Gebiete verschlingen. Als der Patriarch erstaunt fragte, warum die Türkei nicht rechtzeitig Schritte getan habe, um der Beteiligung Griechenlands am Balkanbund vorzubeugen, erklärte der Minister: Was geschehen ist, ist geschehen. Trachten wir Türken und Griechen wenigstens danach, künftig in Freundschaft zu leben. Die Vergangenheit wird uns nach dem Frieden für ein künftiges Zusammenarbeiten zur Lehre dienen. X Konstantinopel, 25. Febr. Der Großwesir, der auf seiner letzten Reise die Flotte in den Dardanellen besichtigte, übermittelte den Offizieren und Mannschaften die Glückwünsche des Sultans für ihre in allen Seekämpfen bewiesene Tapferkeit und hielt dabei eine Ansprache, worin er sagte: Der Sultan habe erkannt, daß das gegenwärtige Unglück der Türkei darauf zurückzuführen sei, daß es an einer Flotte fehle. Es sei des Sultans Wunsch, daß die Türkei eine gut ausgebildete Flotte besitze. Die Regierung werde diesem Wunsche entsprechen. Oesterreichische Friedenshoffnung. X Wien, 25. Febr. Wie die Blätter melden, antwortete Ministerpräsident Graf Stürghk einer Abordnung deutsch=böhmischer Parlamentarier auf eine Anfrage über die internationale Lage, es sei eine begründete Hoffnung vorhanden, daß in nicht zu ferner Zeit eine allgemeine Entspannung eintritt. X Seite 2. Schwerter Zeitung.(Amtliches Kreisblatt.) Mittwoch, den 26. Februar 1913. Der deutsche Reichstag beschäftigte sich am Dienstag zunächst mit Wahlprüsungen, einer Ausgabe, die bei den zahlreichen Zusallssiegen, die gerade bei den vorjährigen Reichstagswahlen verschiedentlich mit ganz geringen Majoritäten zu verzeichnen waren, ihre großen Schwierigkeiten hat. Die Prüsung der Wahl des Abg. Kölsch(Kehl=Ossenburg, natl.), der mit nur sieben Stimmen Mehrheit gegen den Zentrumskandidaten gewählt worden war, wurde gegen abe Stimmen und der Nechten an die Kommission zurückverwiesen, die die Ungültigkeitserklärung beantragt hatte. Im Bezirk Sprendlingen des Wahlkreises Alzey=Vingen, in dem der fraktionslose Abg. Becker gegen den Fortschrittler Korell mit nur 4 Stimmen Mehrheit gewählt worden war, stellte die Kommission so grobe Unregelmäßigkeiten fest, daß sie die Ungültigkeitserklärung der Wahl des Abg. Becker beantragt halte. Abg. Schwarze(Ztr.) beantragte Gültigkeit der Wahl. Die Abgg. Arendt (Rpt.), Werr(Ztr.) und Spahn(Ztr.) sprachen für, die Abgg. Trampczynski(Pole), Neumann=Hoser (Vpt.), Stadthagen(Soz.), List(natl.) und Waldstein(Vpt.) sprachen gegen die Gültigkeit der Wahl des Abg. Becker. Die Wahl des Abg. Becker wurde mit 159 gegen 158 Stimmen bei drei Enthaltungen für gültig erklärt. Die Wahl des Abg. Haupt(Soz.), der in Jerichow mit 7 Stimmen Mehrheit gewählt worden war, wurde an die Kommission mit 170 gegen 142 Stimmen zurückgewiesen. Mittwoch 1 Uhr: Regelung des Submissionswesens. Schluß gegen 7 Uhr. — eußischer Landlag. Das preußische Abgeordnetenhaus setzte am Dienstag, nachdem der Tag zuvor den Kommissionsberatungen gewidmet gewesen war, die viertägigen Verhandlungen des Etats der Handels= und Gewerbeverwaltung fort. Abg. Borchardt(Soz.) wandte sich gegen die neulich vom Zentrum vorgebrachte Forderung der Einführung des Religionsunterrichts in den Fortbildungsschulen. Das Zentrum wolle die Jugend zu Knechten erziehen, die Sozialdemokratie aber wolle sie zu freien Menschen machen. Als Abg Frhr. v. Richthofen(ks.) die Religionsfeindlichkeit der Sozialdemokratie geißelte und die Forderung des Zentrums unterstrich, rief der Abg. Liebknecht(Soz.) dazwischen: Sie gehören ja in den Zirkus!, wofür er zur Ordnung gerufen wurde. Abg. Lieneweg(is.) wünschte, daß bei den Submissionen das Prinzip des angemessenen Preises gegenüber der Schmutzkonkurrenz begünstigt werden solle. Im Schutz der Arbeitswilligen, in der Frage der Wanderlager des Hausierunwesens usw. müsse der Minister dem Handwerk mehr entgegenkommen. Abg. Maurer(natl.) führte aus daß bei der zunehmenden Bildung von Installationsmonopolen die freie Konkurrenz in diesem Gewerbe bedroht werde. Minister Sydow gab zu. daß der Erlaß, der sich gegen diese Monopole richtet, noch nicht überall durchgedrungen sei. Abg Just(natl.) verlangte Regierungsmaßnahmen gegen den sozialdemokratischen Einfluß. Mittwoch: Weiterberatung. Aus Stadt und Umgebung. ** Schwerte, 26. Februar. *(Zum Kaiserwettstreit in Frankfurt.) Es bestätigt sich, daß der schweizerische Komponist Hegar den aufgegebenen Chor zum künftigen Kaiserwettstreit in Frankfurt geschrieben hat. Obwohi Hegar eine ausgesprochene Eigenart darin besitzt die Chöre nicht zu leicht zu gestalten, wird doch versichert, daß dieser Kaiserwettstreitchor keine besonders großen Schwierigkeiten bietet. Auf jeden Fall enthäl; er nicht so viele Schwierigkeiten wie der Chor von 1909. **(100jährige Erinnerungsfeier an die Befreiungokriege 1813.) Gestern Abend hatten sich die Vorstände von drei militärischen Vereinen, die das Klempt'sche Lokal als Vereinslokal haben, der Verein ehem. Kameraden des 16. Armeekorps, der Ar tillerie=Verein und die Vereinigung dr Hacketäue. zusammengefunden, um zu beraten, in welche: Weise man die Gedenkseier am 9. März begehen wolle. Das Ergebnis der gemeinschaftlichen Sitzung war der Beschluß, daß die genannten Vereine am Sonntag, den 9. März, gemeinschaftlich die Festgottesdienste in der evangelischen bezw. katholischen Kirche besuchen wollen und abends um 7 Uhr in ihrem Vereinslokale eine gemeinschaftliche Fest versammlung veranstalten, in welcher man durch Ansprachen und patriotische Lieder der großen Zeit vor 100 Jahren gedenken und den Aufruf gemä Allerhöchstor Bestimmung zur Verlesung bringen will. **(In der letzten Vorstandssitzung des Verbandes der Verkehrsvereine Westfalens) wurde mitge teilt, daß an den Eilzug 197 Essen=Kassel in einem neuen Morgeneilzug auf der Strecke Köln=Soest ein Anschluß hergestellt werden soll. Von Iserlohn wird der 4,54 Uhr abfahrende Personenzug so früh gelegt, daß er in Schwer#e Anschluß an die Eilzüge nach Köln und Paderborn erhält. Die Verbesserung der Nachtverbindungen von Nheinland=West falen nach München wurden noch nicht erreicht. Doch wurde in Aussicht gestellt, daß die Verbesserungen künftig zu erwarten sind. Abgelehnt wurde wiederum der Antrag, die Sonntagsfahrtkarten am Karfreitag und an Buß= und Bettagen auszugeben. (Zum Eisenbahnbau Schwerte—Letmathe.) Die„Deutsche vollswirtschaftliche Korrespondenz“ weiß folgendes zu melden: Ueber das Eisenbahnprojekt Schwerte—Letmathe, das bei seiner hervorragenden Wichligkeit die Presse, die Oefsentlichkeit wie die Volkswirtschaftler weit über Rheinland und Westfalen hinaus interessiert und in Bewegung gesetzt hat, ist eine vorläufige Entscheidung gefallen. Der Minister der öffentlichen Arbeiten hat an die Königliche Eisenbahndirektion in Elberseld folgenden Erlaß gerichtet:„Die Königliche Eisenbahndirektion wolle allgemeine Vorarbeiten für eine Hauptbahn von Schwerte nach Letmathe ansertigen und durch die Hand des Herrn Oberpräsidenten der Provinz Westfalen bis zum 1. August dieses Jahres vorlegen.— Der Bezirksausschuß zu Arnsberg, bei dem die nach§ 5 des Enteignungsgesetzes erforderlichen Anträge zu stellen sind, ist von hier aus entsprechend verständigt.— Die militärischen Anforderungen, denen die Bahn etwa genügen muß, werden besonders mitgeteilt werden. — In dem Berichte, dessen Absendung an den Herrn Oberpräsidenten mir anzuzeigen ist, wolle die königliche Eisenbahndirektion zugleich darlegen, ob und in wie weit es zur sicheren Bemessung der Bausumme erforderlich wird, zunächst noch einen ausführlichen Entwurf aufzustellen.“ *(Jubiläumsseiern in den preußischen Schulen.) Wie mitgeteilt wird, hat zur Feier der 100jährigen Wiederkehr der Befreiungskriege das Kultusministerium den Prorinzialkollegien bestimmte Anweisungen auf würdige, festliche Veranstaltungen in den Schulen zugehen lassen. Am 10. März soll danach kein Unterricht staitfinden und in allen Schulen eine Festfeier abgehalten werden, deren besondere Ausgestaltung den Schulen im einzelnen überlassen ist. Ferner soll der Festgottesdienst, der aus Anlaß der Feier in den einzelnen Städten und Orten angeordnet ist, von den Schulen besucht werden. Weiter ist geplant, Festschriften, sowohl zur Feier der 100jährigen Wiederkehr des Jahres der Befreiungskriege als auch aus Anlaß des 25jährigen Regierungsjubiläums des Kaisers den Schulen der Monarchie zum dauernden Gedächtnisse an die Gedenktage verteilen zu lassen. **(Vermehrter Umlauf der Silbermünzen.) Nachdem durch früheren Erlaß des Finanzministers die öffentlichen Kassen angewiesen waren, Zahlung von Gehältern, Löhnen usw., soweit angängig, nur in Papiergeld, Reichsbanknoten oder Reichskassenscheinen, zu leisten und keine oder wenige Goldmünzen zu verausgaben, soll fortan, weil sich ein Bedürfnis für vermehrten Umlauf von Silbermünzen herausgestellt hat, neben Papier=, auch Silbergeld in ausgedehntem Maße, namentlich bei Gehalts= und Lohnzahlungen, zur Verwendung kommen. *(Theater Schneider.) Auf die heute im „Alten Rathaus" stattfindende Aufführung der Operette„Die lustige Witwe“ sei auch an dieser Stelle noch besonders aufmerksam gemacht. Wer die früheren Vorstellungen der Gesellschaft Schneider besucht hat, wird sicherlich von dem Gebotenen recht befriedigt sein und auch die Aufführung der„Lustigen Witwe“ nicht versäumen wollen. **(Fundordnung für die Eisenbahn.) Die Königliche Eisenbahndirektion Essen hat an ihre Dienststellen folgende Bestimmungen der Fundordnung mitgeteilt:„Die Meldekarten sind auf das sorgfältigste sofort nach Einlieferung des Fundgegenstandes anzufertigen und mit dem nächsten Zuge an das Fundbureau einzusenden. Die Meldung hat auch dann zu erfolgen, wenn gefundene Gegentände den Empfangsberechtigten wieder ausgehänbigt oder nachgesandt wurden, damit das Funddureau bei etwa zwischenzeitig eingegangenen Verlustanzeigen die erfolgte Aushändigung feststellen kann, wodurch unnötige Nachforschungen und Erinnerungen, also unzutreffende Beschwerden, vermieden werden. Bei Nachsendung von Fundsachen ist die vollständige Adresse des Empfängers auf der Rückseite des Gepäckscheines zu vermerken. Die Einsendung der Fundsachen an das Fundbureau hat am fünften Tage nach der Auffindung zu erfolgen. Die Gegenstände sind so zu verpacken, daß eine Belaubung oder ein Umtausch unterwegs ausgeschlosen ist.“ **(Zum Rathausneubau!) Nachdem mit dem zestrigen Tage die Ausstellung der 200 Rathausprojekte in der Aula des städtischen Progymnasiums zeschlossen ist, möchten wir, verschiedenen Anfragen gerecht werdend, über die nächste Entwickelung der Kathausneubaufrage folgendes mitteilen. Der zur Ausführung bestimmte Entwurf wird die bei allen zeuzuerrichtenden Gebäuden zu durchlaufenden Instanzen, Stadtbastamt, Baukommission 2c. passieren u. rußerdem noch den beiden städtischen Vertretungen zur endgültigen Beschlußfassung und Genehmigung vorgelegt werden. Diese Vorarbeiten, welche sich auch mit etwaigen Aenderungen und Verbesserunzen des zur Ausführung bestimmten Projektes zu #eschäftigen haben, dürften in etwa vier bis sechs Wochen erledigt sein, sodaß gegen Mitte oder Ende April der erste Spatenstich zum Bau des neuen Rathauses erfolgen könnte. Es kann allerdings auch Mai darüber werden, je nachdem die Fristen bei den Ausschreibungen bemessen werden. Jedenfalls wird das Projekt in absehbarer Zeit in die Wirkichkcht übersetzt und unsere Stadt damit um ein zeschmackvolles, würdiges Gebäude reicher. So erreulich der ungemein rege Wettbewerb, wie es die Zahl von 203 eingereichten Entwürfen beweist, an und für sich war, so hat sich dem Besucher der Ausstellung doch der Gedanke zwischendurch aufgedrängt, daß in dem Ausstellungsraum eine ungemein hohe Summe von Fleiß, Mühe und damit barem Gelde begraben lag. Wenn wir, mehrfachem Urteile aus dem Munde berufener Männer folgend, annehmen müssen, daß jedes Projekt seinem Verfasser durchschnittlich etwa 4—500 Mark Unkosten verursacht hat, so stellen die über 190 abgelehnten Entwürse den Verlust einer Summe dar, welche von hunderttausend Mark nicht allzuweit entfernt ist. **(Personalie.) Herrn Konsul a. D. Marx= Berlin, einem Sohne unserer Stadt, ist vom Fürsten zur Lippe das Komturkreuz des Leopoldor= dens verliehen worden. **(Im Hotel Sternberg) findet haute abend wieder ein Konzert der Kapelle Köhler=Dortmund statt, für welches ein sehr reichhaltiges und interessantes Programm aufgestellt ist. **(Vogelschutzgesetz und Vermehrung seltener Bögel.) Die gesetzlichen Maßnahmen zum Schutze der Vögel haben vielfach ausgezeichnete Erfolge gehabt. Es ist nicht nur das Aussterben seltener Vogelarten verhindert worden, sondern es läßt sich auch eine neue Vermehrung seltener Vögel beobachten. So hat zum Beispiel der Schwarzspocht, dessen völliges Aussterben bereits befürchtet wurde, in mehreren Gegenden seit einiger Zeit sich wieder beträchtlich vermehrt. Diese Vermehrung ist neben dem Schütz der Vögel auch den Maßnahmen zu verdanken, die darauf abzielen, den Vögeln Niststätten zu errichten. Es hat sich gezeigt, daß Nisthöhlen in der Tat imstande sind, eine Zunahme der Vögel herbeizuführen, denn in Nevieren, wo solche Höhlen nicht angebracht waren, konnte keine Zunahme festgestellt werden. Auch die Verbote gegen das Fangen der Specht= und Kuckucksarten haben gute Erfolge erzielt. **(Der Märkische Pferdezuchtverein DortmundHörde) beabsichtigt, die erste Provinzial=Pferdeschau vem 4.—6. Juli 1913 am Magerviehhof zu Dortmund zahlreich zu beschicken. Zu den von unserm Pferdezuchtverein beschlossenen Vorschauen, sind bis heute etwa 60 Anmeldungen eingegangen. Der Vorstand hat beschlossen, folgende Vorschau=Termine abzuhalten: Am 7. März, vorm. 9 Uhr, bei Herrn Schulze=Dellwig=Sölde, nachm. 2 Uhr. bei Herrn Trappmann=Brackel; am 8, März, vorm. 9 Uhr, bei der Deckstation in Eichlinghofen, nachm. 3 Uhr vor der Molkerei in Mengede. Da die Vorführungen fraglos manches Interessante bieten werden, machen wir Interessanten auf diese Vorschauen aufmerksam. **(Schulpersonalie.) Dem Schulamtsbewerber Herrn Max Steinberg von hier ist zum 1. April die Verwaltung einer Lehrerstelle an der evangelischen Volksschule zu Berghofermark übertragen worden. **(Eine Blutvergiftung) hat sich der Schlosser W. dadurch zugezogen, daß er einer kleinen Verletzung am rechten Bein nicht die nötige Aufmerksamkeit geschenkt hat und dadurch eine schwere Entzündung hervorgerufen wurde. W., ein junger Mann von zirka 19 Jahren, mußte ins Krankenhaus gebracht werden; sein Besinden gibt Anlaß zu den größten Besorgnissen. ** Holzen, 25. Febr.(Submission.) Für den Neubau einer katholischen Schule in den Rosen wurden folgende Angebote abgegeben: Stelbrink& Frage 25 171,95 Mark, W. Luck 25 499,27 Mark, H. Michel, Westhofen 25 590,91 Mark, L. Scherff 26 727,20 Mark und I. Freundlieb, Hörde 32 178,82 Mark. ** Holzwickede, 25. Febr.(Konkurs Natorp.) In dem Konkurs über das Vermögen des verstorbenen Gutsbesitzers Natorp zu Natorp, der als Folge des Zusammenbruchs der Haupt=Ein= u. Verkaufsgenossenschaft Dortmund anzusehen ist, wird in nächster Zeit Schlußrechnung gelegt. In der Konkursmasse liegen bei Berücksichtigung von rund 700000 Mark Forderungen etwa 12 bis 13 Prozent. —— Die Säuglingsfürsorge in Westfalen. Der Verein für Säuglingsfürsorge in der Provinz Westfalen hielt im Landeshause zu Münster seine Hauptversammlung ab, die auch vom Schwerter Frauenverband beschickt war. Der Vorsitzende des Verwaltungsrates Otto Fürst zu Salm begrüßte die aus allen Teilen der Provinz sehr zahlreich erschienenen Mitglieder, insbesondere den Oberpräsidenten, Prinz von Ratisbor und Corvey, und gab der Hoffnung Ausdruck, daß alle Anwesenden in ihren Kreisen dafür wirken möchten, der so wichtigen Säuglingsfürsorge immer mehr neue Freunde der Tat und kräftige Gönner zuzuführen. Nach dem vom Negierungspräsidenten v. Jarotzky erstatteten Rechenschaftsbericht für 1911/12 zählt der Verein 723 Mitglieder. Die Säuglingsfürsorge in der Provinz Westfalen habe erfreuliche Fortschritte während der letzten Jahre zu verzeichnen. Bankdirektor Dortants(Münster) trug den Kassenbericht vor. Im Jahre 1911 wurden 6672 Mark vereinnahmt und 4569 Mark verausgabt. Für das Rechnungsjahr 1912 beträgt die Einnahme 5699 Mark und die Ausgabe 4830 Mark. An Gesamtvermögen sind 11900 Mark vorhanden. Der Haushaltsplan für 1913 wurde in Einnahmen und Ausgaben auf 14 500 Mark festgesetzt. Für die auf Wunsch aus dem Verwaltungsrat ausscheidende Frau Staatsminister von der Necke wurde Fiau Oberbürgermeister Dr. Stapenhorst(Bielefeld) gewählt. Justizrat Hellraeth(Münster) hielt einen Vortrag über„Die Säuglingsfürsorge in Nr. 48. ihrer staatlichen und sozialen Bedeutung.“ Durch vermehrte Säuglingsfürsorge sei die Säuglingssterblichkeit am besten zu bekämpfen. Frau Konsul 48. B Robert Hoesch(Dortmund) und Frau Justizrat Heülraeth gaben Ausschluß über ihre Tätigkeit und Säuglingsfürsorge. ihte Erfahrungen in der —# Westfalen und Rheinland. * Gescher, 25. Febr.(Zu der Bluttat) in Büren ist noch mitzuteilen, daß die Witwe Dunker gestern nachmittag 3 Uhr ihren schweren Verletzungen erlegen ist, ohne das Bewußtsein wieder erlangt zu haben. Die Leichen der Witwe Dunler und des Schwagers der Witwe Assing wurden in das katholische Krankenhaus geschafft, während die Leiche der Dienstmagd Maria Brockherde, die aus Almsick stammt, zu ihrem Heimatsorte überführt wurde. * Schwelm, 25. Febr.(Einen traurigen Abschluß) sand die Konfirmationsfeier bei einer in der Moltkestraße wohnenden Familie. Eine zu Besuch gekommene Frau aus Hagen stürzte durch einen Fehltritt die Treppe herunter und trug erhebliche innere Verletzungen davon. Der hinzugerufene Arzt ordnete die Ueberführung in das Krankenhaus an. * Elberfeld, 25. Febr.(Nach großen Betrügereien geflüchtet.) Der Eierhändler Julius Wieland war vor einigen Tagen nach Verübung großer Betrügereien geflüchtet, da er die Einleitung eines Strafverfahrens zu gewärtiger hatte. In letzter Zeit hatte er von mehreren Großhändlern umfangreiche Sendungen Eier gegen bestimmtes Ziel bezogen. Die Eier hat er schleunigst zu Geld gemacht. Zudem hat er sein Bankkonto von 9000 Mark abgehoben und ist dann mit einem Gesamtbetrage von etwa 40000 Mark verdustet. Die hiesige Kriminalpolizei hat inzwischen seinen Aufenthalt in Berlin ermittelt und ihn dort gestern festgenommen. 10000 Mark wurden noch bei ihm vorgefunden und beschlagnahmt. * Hamborn, 25. Febr.(Wirtshausstreit.) In der vorigen Nacht brach in einem hiesigen Restaurant zwischen mehreren Gästen ein Streit aus, der in eine völlige Schlägerei ausartete. Als die Situation bedenklich wurde, griff der Wirtschaftsgehilfe zum Nevolver und gab blindlings mehrere Schüsse auf die Gäste ab. Ein Bergmann wurde von einer Kugel in die Brust getroffen, wodurch auch die Lunge schwer verletzt wurde. An dem Aufkommen des Mannes wird gezweifelt. Ein anderer Vergmann erhielt einen Schuß in den Oberschentel, der ihn zeitlebens zum Krüppel machen dürfte. Der Wirtschaftsgehilfe wurde verhaftet. * Küppersteg, 25. Febr.(Beim Schlittschuhlausen ertrunken) ist gestern nachmittag auf der Wichmannschen Eisbahn in Küpversteg der 16jährige Buchdruckerlehrling Kallweit aus Mauritiushäuschen. K. hatte sich zu weit au das Eis gewagt, das an einer tiefen Stelle nachgab; er konnte erst nach etwa einer Stunde als Leiche geborgen werden. * Essen, 25. Febr.(Auf der Schlackenhalde) der Zeche Stinnes bei Carnap wurden zwei Arbeiter von glühenden Schlacken verschüttet. Einer wurde getötet, der andere erlitt schwere Verletzungen. * Königswinter, 25. Febr.(Verbrannt.) Ein 5jähriges Mädchen des Fuhrmanns Anton Vermann machte sich in einem unbewachten Augenblick am Ofen zu schafsen. Dabei gerieten seine Kleider in Flammen und das Kind verbrannte sich derart, daß es kurz darauf starb. Der Kampf um den Südpol. Wiederum verunglückte Südpolarforscher. Ein drahtloses Telegramm der antarktischen Expedition Mawson aus Adelensland meldet, daß der engl. Leutwant Ninnes und der Schweizer Arzt Mertz gestorben sind. Mawson und sechs andere sind noch rechtzeitig zur Küste zurückgekehrt, um das Schiff„Aurove“ zu erreichen, das auf die Rückkehr der Forscher von ihrer Schlittenexpedition wartete. Mawson und seine Begleiter werden wahrscheinlich in Adelensland überwintert haben. Der Generalgouverneur erhielt ein drahtloses Telegramm von dem Südpolforscher Mawson, das den Tod des Leutnants Ninnes und Dr. Mertz von der Expedition bestätigt und hinzufügt, daß die Schlitten=Expcdition von großem Erfolge gewesen sei. Man habe östlich und westlich der Commonwealth=Bucht neue Gebiete in weiter Ausdohnung erforscht und wichtige Einzelheiten auf zahlveichen Stationen ganz nahe beim magnetischen Pol festgestellt.— Es sei wahrscheinlich, daß Mawson selbst und sechs Mitglieder der Expodition noch für ein weiteres Jahr nicht zurückkehren könnten. Mawson sandte auch ein Telegramm an den König von England. Letzte Drahtmeldungen. Ein Steiger von einem Bergmann erschossen. Essen, 23. Febr. Auf Zeche„Ludwig" hat sich gestern eine Schreckensszene abgespielt. Der Maschinensteiger Niesterling wurde von dem Bergmann Unterstell, mit dem er wegen des Lohnes in Streitigkeiten geraten war, durch einen Herzschuß getötet. Von Polizeibeamten verfolgt, gab er auf diese mehrere Schüsse ab, verletzte, aber nur einen Polizisten leicht. Schließlich gelang es, Unterstell zu verhaften. Zw #einundvier sn#t Mexiko in er sich 1822 vo uuzeissen hat. Di aci ist wohl kaum git im gleichen wie die Zuf unter der stren stit des General.s gseit haben. Der eines Straßer gadero hat mit schn für seinen Ve #n letzteren Selbst # hat es Madero gerung noch ärger Lande und sei oene Ruhe unte sche Bluttat, für Nadero natürlich en wird zweisell #n die leicht eine Staaten von F-1 2n. In Mexiko beg tarte spanische Her General Iturbide zufen, dankte aber seit 4. Oktober 18 die sich unter fort die kritischste Zeit dr Regierung des in welche der weg nrochene Krieg m de herrschaft des (1864—1867) fiele sen aus Mexikoz Staaten von Nord damit war die N shieden. Er wur geschlossen, mußte Juni 1867 mit z1 besehl erschossen. Buder des Kaise der französische lian im Stiche 1 befangene von M General Porsit von 1884—1911 9 nußte. Er lebt 1830) in Kairo u nes Neffen, Ober tei ausersehen i große Ausschwung big Jahren genon den vordamerika die in Eisenbahr teinehmungen an ist diese Begünst vieder Millioner ien verargt wor Rexiko mit sein gekommen, wie e Unstreitag i Staaten von No dem benachbarte urd falls es den ollte, die Ordnu vorauszusehen. Jahre 1847 mit geführt, der aus amerikanische T Mmeree Er sei den Satte fiebernde Sori Stadt zu ihm die „Bis einer hör Er 1 im dumz nicht we ten Vol Sie zog ganz bl tig. Mit spreug in lang pen ni übriger als sie. harten ordnen Schwe stück, begab umgel zimm seit de chard zu 1 hatte C eutung.“ Durch die Säuglings. Frau Konsul Frau Justizrat Tätigkeit und gsfürsorge. seinland. er Bluttat) die Witwe Dunn schweren Verwußtsein wieder Witwe Dunler ssing wurden in fst. während die sckherde, die aus sorte überführt n traurigen onsfeier bei eiFamilie. Eine gen stürzte durch er und trug er1. 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Wenn #n letzteren Selbstbereicherung vorgeworsen war, es Madero in der knappen Zeit seiner Reaerung noch ärger getrieben. Jedenfalls ist die um Lande und seinen Finangen so segensreich geS„ a#hrachen: benn die Opser an Land kostete. Daß man in Washington 1.7 Annektionsabsichten auf ganz Mexiko haben sollte, ist kaum anzunehmen, die Bevölkerung würde sich schwer einer nordamerikanischen Herrschaft fügen, diese also sehr kostspielig sein. So, wie heute, ist das Geschäft für die großen Spekulanten in Neuyork einsacher. Die mexikanische reguläre Armee taugt nicht viel, da sie zum erheblichen Teil auus zweiselhasten Elementen besteht, und die zahlveichen höheren Offiziere alle Partei=Politiker sind. Im Guerilla=Kriege im Gebirge haben die Mexikaner vor fünfzig Jahren den Franzosen aber viel zu schaffen gemacht. 7 gefährliche Verletzungen zu, an deren Folgen sie im ehresgen Knuppfchaftskrankenhause gestotben ist. .... 9, Fehr.(An Blutver Ruhe underbrochen, venn die„landesübste Bluttat, für die die Anhänger des getöteten gadero natürlich ihre Gegner verantwortlich mazn wird zweisellos neue Exzesse im Gefolge hain die leicht eine Verwicklung mit den VereinigStaaten von Nord=Amerika herbeiführen könIn Mexiko begannen die Aufstände gegen die satte spanische Herrschaft 1811. 1822 ließ sich der Heneral Iturbide als Augustin 1. zum Kaiser ausmien, dankte aber nach zwei Jahren wieder ab. seit 4. Oktober 1824 besteht die Republik Mexiko, die sich unter fortwährenden Unruhen entwickelte. die kritischste Zeit durchlebte der Staat während dr Regierung des Präsidenten Juarez(1861—1872), in welche der wegen finanzieller Ansprüche ausgesochene Krieg mit Frankreich(1862—1866) und se herrschaft des unglücklichen Kaisers Maximilian (1864—1867) fielen. Napoleon 3. zog seine Trupzn aus Mexiko zurück, weil ihm die Vereinigten staaten von Nord=Amerika mit Krieg drohten, und damit war die Niederlage des Kaisers Max entstieden. Er wurde in der Festung Queretaro eingeschlossen, mußte kapitulioren und wurde am 19. Imni 1867 mit zwei seiner Generale auf Juarez besehl erschossen. Er war bekanntlich der jüngere Buuder des Kaisers Franz Josef von Oesterreich. Dei französische General, der den Kaiser Mazimilian im Stiche ließ, war Marschall Bazaine, der bejangene von Metz im Jahre 1870. General Porsitio Diaz war von 1877—1880 und von 1884—1911 Präsident, wo er Madero weichen nußte. Er lebt heute noch hochbetagt(geboren 1830) in Kairo und hat die jetzige Revolution seines Neffen, Oberst Diaz, der zum neuen Staatstei ausersehen ist, nach Kräften unterstützt. Der große Ausschwung, den Mexiko in don letzten dreibig Jahren genommen hat, ist zum erheblichen Teil den nordamerikanischen Millionen zu verdanken, die in Eisenbahnbauten und in industriellen Unteinehmungen angelegt worden sind. General Diaz ist diese Begünstigung der Pankees, die ihm selbst vieder Millionen einbrachte, von seinen Landsleuten verargt worden, aber aus eigener Kraft wäre Rexiko mit seiner trägen Bevölkerung nie so weit eekommen, wie es heute der Fall ist. Unstreitag ist das Interesse der Vereinigten Staaten von Nordamerika am Ruhe und Frieden in den benachbarten Mexiko ein sehr bedeutendes, urd falls es dem neuen Präsidenten nicht gelingen ollte, die Ordnung zu sichern, ist eine Intervention vorauszusehen. Mexiko hat übrigens bereits im Jahre 1847 mit den Vereinigten Staaten Krieg Kführt, der aus Streitigkeiten um das jetzt nordimerikanische Texas entstand und Mexiko schwer Die soziale Gesetzgebung. Bewilligung von Renten. Vom 1. Januar 1891 bis 31. Dezember 1912 sind 2 105 773 Invalidenrenten bewilligt. Davon sind 30 821 in dem letzten Kalendervierteljahr festge setzt worden. Weggefallen sind bereits 1140 149 Invalidenrenten, so daß am 1. Januar 1913 965624 Invalidenrenten liefen. Ihre Zahl hat sich sonach gegen den 1. Oktober 1912 um 5651 erhöhr. Krankenrenten wurden vom 1. Januar 1900 bis Dezember 1912 138 804 bewilligt. Davon sind 3023 in dem letzten Kalendervierteljahr festgesetzt Recklinghausen, 25. Ferr.(un Blutver giftung), hervorgerusen durch Kratzen mit den Fingernägeln, an einer unscheinbaren Wunde im Gesicht, starb der städtische Verwaltungsbeamte Heinr. Manzel im Alter von 43 Jahren. * Essen, 24. Jebr.(Zwei Millionen Mark Verluste durch Bauschwindel.) In der Vollversammlung des Innungsausschusses machte der Geschäftsführer Dr. Meurer die Mitteilung, daß die Essener Bauhandwerker in den letzten beiden Jahren mehr als 2 Millionen Mark Verluste infolge von Bauschwindel erlitten hätten, abgesehen von Verlusten, von denen der Innungsausschuß keine Kenntnis erhielt. Die Tätigkeit der Geschäftsstelle im Interesse der durch Unlauterkeit auf dem Baumarkt geschädigten Bauhandwerker sei so umfangreich, daß der als Mitarbeiter gewonnene Herr Dr. jur. Brechmann ausschließlich durch sie in Anspruch genommen wird. Es sei die Gründung eines Schutzverbandes unter Leitung von Dr. Brechmann in Aussicht genommen, der mit Unterstutzung der städtischen Baupolizei, der Handels= und Handwerkskammer, von Banken, des Holzhändlerverbaudes und von Baumaterialien=Unternehmerverbänden, Zechen und anderen Interessierten den Unlauterkeiten auf dem Baumarkte begegnen wird. * Mülheim(Nuhr), 25. Febr.(Selbstmord.) Der 16jährige Fabrikarbeiter Georg Merle von Eppinghoren, der abends nicht rechtzeitig zu Hause gewesen war, ging einer ihm deshalb drohenden Auseinandersetzung mit seinem Vater dadurch aus dem Wege, daß er sich mit einem Revolver erschoß. ? Mülheim(Nuhr), 25. Febr.(Das Schlafputver.) Die 26jährige Tochter der hier wohnenden Witwe Lohr nahm in Krefeld, wo sie zu Besuch weilte, ein Schlafpulver, das den Erfolg hatte, daß das Mädchen nicht wieder erwachte. * Mettingen, 24. Febr.(Die leidige Ansitte), kleine Kinder vorn auf die Fahrräder zu setzen, hat gestern hier einem vierjährigen Knaben das Leben gekostet. Der Unfall wurde dadurch herbeigeführt, daß der Radfahrer bei Begegnung eines Fuhrwerks die Führung über sein Rad verlor. Durch das Schwanken des Fahrrades wurde der Knabe zu Boden geschleudert und geriet zwischen die Räder des Wagens, die ihm über den Kopf gingen. Der Tod trat auf der Stelle ein. * Düsseldorf, 25. Febr.(Stiftung zum Kaiserjubiläum.) Die Stadtverordnetenee-###un mit hin= veisammlung beschloß aus Anlaß des 25jährigen sigen Bahnhases ausgeführt, eine Buhuug v.: Ju, Kaiserjubiläums die Errichtung einer Seisuung für Zwecke der Juzendpflege in Höhe von 500.000 Mi. : Koblenz, 25. Febr.(Schwarze Pocken.) In dem Nachbarorte Horchheim wurde amtlich ein Fall schwarzer Pocken festgestellt, der durch Einschleppung verursacht worden ist. Es handelt sich um einen Arbeiter, der auf der Loehnberger Mühle bei Niederlahnstein beschäftigt war. * Koblenz, 25. Febr.(Erschossen.) In dem Dorfe Bell bei Niedermendig ist eine Frau mit Namen Hauck von dem Metzgergesellen Wagener in Hansen erschossen worden. Als sie gefunden wurde, lebte sie noch, und man versuchte, sie in dem Krankenhause von Niedermendig unterzubringen, wo man ihre Aufnahme jedoch verweigert haben soll. Sie wurde dann in einen Polizeiraum gebracht, wo sie bald starb. Der Täter, der sich selbst anzeigte, scheint geistesschwach zu sein. —— worden. Am 1. Januar 1913 liesen noch 15 90 Krankementen. Ihre Zahl hat sich gegen den 1. Oktober 1912 um 87 erhöht. Die Zahl der während desselben Zeitraums bewilligten Altersrenten betvägt 516 693. Davon sind 3118 in dem letzten Kalendervierteljahr festgesetzt worden. Am 1. Januar 1913 liesen noch 90 671 Altersrenten. Ihre Zahl hat sich gegen den 1. Oktober 1912 um 462 verminoert. Seit dem 1. Januar 1912 ist der Invalidenversicherung die Hinterbliebenenversicherung angegliedert worden. Bis 81. Dezember 1912 sind Witwenrente und Witwerrente in 3811 Fällen, Witwenkrankenrente in 110 Fällen, Waisenrente in 13962 Fällen, Witwengeld in 4118 Fällen und Waisenaus. steuer in 108 Fällen bewilligt worden. — Westfalen und Rheinland. Löhne, 25. Febr.(Schwerer Bauunall.) Bon einem umkippenden Erdwagen wurden drei Arbeiter einer Tiefbaufitma, die einen Teil der Erdarbeiten zum Erweiterungsbau des hieuntergerissen. Einer von ihnen wurde g den beiden anderen wurde der eine schwer verletzt, während der andere mit einem Anmbauch davonBochum, 25. Febr.(3810 Mark Geldstrafe.) Die hiesige Straskammer verurteilte den Geschäftsführer der Weingroßhandlung Dammeier, den Kausmann Heinrich Lamers von hier, wegen Steuerhinterziahung, begangen in den Jahren 1907 und 1909, zu 3810 Mark Geldstrafe. Bochum, 25. Febr.(Ein verhängnisvoller Trunk.) Das zweijährige Kind der an der Hiltroper Straße wohnenden Familie Fleischmann trank aus einer auf dem Tisch stehenden Flasche einige Tropsen Essig=Essenz. bedauernswerte Wesen ist bald nachher infolge inwerlicher Verbrennung gestorben. * R e c k l i n g h a u s e n, 2 5. F e b r.( S c h w e r e r U n fall.) Die Frau des Bergmanns Adamski aus Hüls sprang von einem in voller Fahrt befindlichen Jagdwagen, vor dem das Pferd scheu geworden war. Die Frau kam zu Fall und zog sich lebens12 der sich mit ihr verlobte, M.=Sladbach, 25. Febr.(Räuberischer Diebstahl.) Gestern abend kamen in die Wohnung der 79 Jahre alten Frau Jansen an der Rheydterstraße zwei Männer. Der eine schlich sich in die Wohnstube, während der andere unter der Angabe, er beabsichtige, ihr einen Ofen abzukausei., die Frau in die Küche durch allerlei Fragen festhielt. Währenddessen öffnete in der Wohnstube sein Kumpan den Geldschrank, aus dem er Goldund Silbersachen und einige alte Münzen entwendete. Als schließlich die alte Frau nichtsahnend in das Zimmer trat, stürzte sich der Dieb auf sie, worf sie zu Boden und entfloh. Er und sein HelfeIshelfer sind unerkannt entkommen. * Rees, 25. Febr.(Opfer des Eissports.) Gestern nachmittag brachen in Bienen beim Schlittschuhlaufen zwei 13jährige Schüler ein. Trotz sofortiger Hilfe konnten sie nicht gerettet werden und ertranken. Der Bruder des einen Schülers brach beim Rettungsversuch ebenfalls ein, doch gelang es, mit vieler Mühe, ihn zu retten. Die Versorgung der deutschen Flieger im Invaliditätsfalle hat einen erfreulichen Schritt vorwärts gemacht. Eine Anzahl deutscher rungsgesellschaften hat sich gegen eine billige Prämie verpflichtet, den deutschen Fliegern, die infolge eines Unfalles erwerbsunfähig werden, eine jährliche Nente von 1600 Mark, und bei Unfällen, die eine vorübergehende Arbeitsunfähigkeit verursachen, eine tägliche Entschädigung von fünf Mark zu zahlen. Die Hälfte der Prämien wird aus der Rationalstugspende bezahlt. 8 Sieben neue Luftschisse von der ungefahren Große eines Zeppelinluftschiffes will die französische Heeresverwaltung rauen lassen; die neuen Lenkballons sollen eine Mindestgeschwindigkeit von 75 Kilometern in der Stunde haben, würden damit alse etwa ebenso schnell wie unsere Z.=Luftschiffe sein. In der Ankündigung sind die Franzosen bisher immer Meister gewesen, und es bleibt abzuwarten, o### die sieben neuen Lustkveuzer nicht ebenso enttäuschen werden, wie die meisten bisherigen französtsischen Armeeluftschiffe.— Die russische Heeresrerwaltung hat infolge ungenügender Entwickelung der Luftschiffbaues in Rußland soeben ein zweites deutsches Parsevalluftschiff bestellt, nachdem sich das erste gut bewährt hat. — Kunst und Wissenschaft. Eine medizinische Entdedung von großer Tragweite ist dem dirigierenden Arzt des Stuttgarter Bürgerhospitals, Sanitätsrat Dr. Faufer, einem bekannten Psychiater, gelunzen. Ausgehend von gewissen Forschungsergebnissen und Methoden des genialen Hallenser Psychologen Abderhalden hat Dr. Fauser in zahlreichen Versuchen nachgewiesen, daß in der sog. dementia praecox einer gefürchteten Geisteskrankheit, die den Menschengzeist schon in jungen Jahren befällt, im Blute des Kranken Teile der Geschlechtsdrüsen zirkulieren, die auf das Gehirn vergistend wirken. Diese fremden Bestandteile sind im Blute weder physikalisch noch chemisch, direkt nachzuweisen, sondern nu sch. direkt nachzuweisen, sondern nur durch ein Schutzserment, eine Art Gegengift, das im Blute des Kranken erzeugt wird und die Eigenschaften hat, jene vergiftenden Bestandteile auszulösen, zu erdauen". Mit dieser wissenschaftlichen Erkenntnis der Ursache jener unheimlichen Erkrankung ist auch der erste Schritt zu einer rationellen Bekämpfung getan. Auch bei anderen schweren geistigen Störungen,(Störungen wegen Schilddrüsen=Erkrankung, Progessiv=Paralyse und andere) hat Dr. Fauser materielle Bestandteile des Bluten nachgewiesen. Roman von Arthur Zapp. Er senkte sein Gesicht und blickte schweigend auf den Sattelknopf nieder, obwohl er ahnte, daß sie in fiebernder Spannung auf seine Antwort wartete. So ritten sie schweigend eine ganze Weile der Stadt zu, bis sie plötzlich ihr Pferd auhielt und ihm die Hand entgegenstreckte. „Bis hierher und nicht weiter!“ sagte sie mit einer hörbar bitteren Betonung. Er nickte und sprach es ihr unwillkürlich nach im dumpfen, düsteren Tonfall:„Bis hierher und nicht weiter! Dann ließ er den Vers aus dem alten Volksliede folgen; g# „Es waren zwei Ronigstinder, Die hatten einander so lieb, Die konnten zusammen nicht kommen, Das Wasser war viel zu tief." Das Zitat schien nicht nach ihrem Geschmack. Sie zog rasch ihre Hand zurück. Ihr Gesicht war ganz blaß geworden, ihre wtienen vibrierten heftig. Mit erhobener Gerte trieb sie ihr Pferd an und sprengte in wildem Galopp davon. Er schaute ihr, in langsamer Gaugart folgend, nach. Seine Lipven murmelten ein bedauerndes„Schade!“„Im übrigen nahm er die Wendung der Dinge runiger als sie. Als Mann war er mehr gewöhnt, sich dem harten Muß, der eisernen Notwendigkeit unterzuordnen. In seiner Wohnung, die er mit seiner Schwesterteilte, aß er mit gutem Appetit sein. Frühstück, leerte eine halbe Flasche Vordeaux bugn und begab sich dann zum Diert. Gegen Mittag kehrte er zurück. Nachdem er sich Umgekleidet, suchte er seine Schwester im Wohnzimmer auf. Die beiden Geschwister lebten schon seit dem Tode ihrer Eltern zusammen. Thea chard war zwei Jahre jünger als ihr Bruder. Frau zu werden, hatte ssise schon längst aufgegehen. Sie Hatte einmal, als Vierundzwanzigjährige, enne siebe einem Manne gesaßt, der sich mit ihr ver aber ihrer Neigung und ihres Vertrauens höchst würdig erwiesen hatte. Von ihrem Bruder auf zu einem Manne gefaßt sichal unnwürdig erwiesen hatte. Von ihrem B Pistolen gefordert, wurde er im Duell von ihm erschossen. Seitdem war die ehemals sehr lebenslustige, temperamentvolle junge Dame ernst und schweigsam geworden, verbittert und in sich gekehrt, wie jemand, der mit Liebe und Glück für immer abgeschlossen hat. Eine herbe Sprödigkeit und Kühle schien der Grundzug ihres Charakters geworden. Allen Menschen, mit denen sie in Berührung kam, trat sie mit derselben kühlen Unempfindlichkeit und Gleichgültigkeit gegenüber. Wenn sie überhaupt noch wärmere Empfindungen in ihrem Herzen hegte, so konzentrierten sich diese lediglich auf ihren Bruder Kuno. Am liebsten zog sie sich von jedem kehr zurück, ganzder freiwillig übernommenen Pflicht für das Wohl ihres Bruders zu sorgen, hingegeben. Ihm gegenüber war sie nachsichtig und ergeben, sie, die sonst mit unerbittlicher, fasr männlilicher Strenge auftreten konnte. Sie hatte sich auch nicht einen Augenblick besonnen, ihrem Bruder das kleine Vermögen, das sie von den Eltern geerbt hatte, bediugungslos zur Verfügung zu stellen, nachdem er seinen Erbanteil in allen Genüssen des Lebens verpraßt hatte. Kuno Wichard hatte sich gewöhnt, seine Schwester zur Vertrauten seiner Erlebnisse und Pläne zu machen, und so erzählte er ihr auch heute, igas lichz am Morgen auf dem Spazieritt zwischeg;, gzr Erna von Voltenhagen ereignet Hattezte, Lzupeif ihn schweigend mit anseinander gepreßt.. e In ihren Augen, die sie vor den seinen gesen hielt, funkelte elwas vor, der: Ahgst. ugd. einer törichten Mutter, die die Liebe ihres Soles zu verlieren findet, sobald sie ihn von der Leivenschaft für eine hubsche Frau erfaßt sieht. „Du liebst sie?“ fragte Thea mit heimlicher Sramtung. Er atmete tief.„Lieben? Ich glaube. Jeden= falls reizt sie mich, interessiert sie mich, fesselt sie mich mehr als irgend eine andere. Sie ist gerade die Gattung Weib, die mir sympathisch ist. Ich glaube, wir hätten ganz gut zu einander gepaßt. Er seufzte und strich sich mit der Hand über die „Aber?“ fragte sie, ihren Blick forschend zu ihm erhevend. Erließ sich müde in einen nahestehenden Schie kolen. „Ich habe herumgehorcht, erwiderte er,„und von allen Seiten gehört, daß Major von Bollenhagen fast ausschließlich auf sein Gehalt angewiesen ist. Was an Vermögen ursprünglich da war, ist im Laufe der Jahre verbraucht worden. Schon der Referendar allein soll große Summen durchgebracht haben. Mitgift wird also kaum vorhanden sein. Na und Duweißt— der Sprechende zupfteau der Spitze seines sorgfältig gepflegten Vonoartes und seine Stimme nahm einen harten, bitteren Klang an.—„Du weißt, daß ich mir den einer Liebesheirat mit einem armen Mädchen nicht gestatten kann.“ Thea Wichard atmete wie befreit auf. Aber als sie ihres Bruders düster vor sich hinstarrendes Gesicht sah, nahmen ihre Züge einen weicheren, mitfühlenden Ausdruck an. Sie trat dicht an ihn berau und legte ihm sanft ihre Rechte auf die ter.„Wird es Dir so schwer, sie aufzugeben?“ fragte sie. Er ließ die Hand, die den Bart fest umspannt hatte, plötzlich herabgleiten und erhob sich mit heftigem Ruck.„Schwer oder nicht,“ stieß er aufgeregt hervor.„Jedenfalls werde ich mich damit abfinden. Ich habe kein Talent zum Ritter Toggenburg und werde ihr nicht schmachtlappig nachseuizen. Uebrigens trägt sie es schwerer als ich. Die urme Er erhob seinen Blick, seine Augen funkelten. „Du hättest nur sehen sollen, wie leidenschaftlich sie mich umfaßt hielt, wie sie meinen Kuß erwiderte und wie melancholisch, wie bitter sie nachher das Trennungswort sprach: Bis hierher und nicht weiter! Aeh! Schließlich wird sie auch darüber hinwegkommen wie ich.“ Er schritt ein paarmal mit hastigen Schritten auf und ab und ließ sich dann wieder in den Sessel fallen. Plötzlich lachte er laut auf und schielte mit einem fast mutwilligen, gekünstelt geheimnisvollen Blick zu seiner Schwester hinüber.„Uebrigens aller Wahrscheinlichkeit nach werden wir doch noch miteinander verwandt werden.“ Thea Wichard sah überrascht, verständnisles auf ihren Bruder.„Der kleine Schöler ist sterblich verliebt in die schöne Erna,“ erklärte er. „Na, was Gescheiteres kann sie doch gar nicht tun, als den Sohn eines reichen Vaters zu heiraten.“ „Du meinst.“ „Ja. Ich halte sie für ein verständiges Mädchen, sogar für einen starken Charakter. Flennen wird sie kaum, noch wentiger vergiftete Limonade trinken wie Louise Müllerin. Sie wird die Dinge nehmen, wie sie sind, und sich, kurz entschlossen, den reichen Jungen nehmen. Für die Misere, die über kurz oder lang über die Boltenhagen hereinbrechen wird, wenn der Alte einmal den Abschied bekommt, ist sie ohnehin nicht geschaffen. Ich kann: sie mir gar nicht vorstellen, wie sie in der Küche steht und den Kochlöffel schwingt oder dem Papa die zerrissenen Socken ausbessert.“ Auch Thea Wichard hatte sich gesetzt; den Aeußerungen des Bruders hörte sie mit sichtbarem Interesse zu.„Aber ich begreife immer noch nicht, sagte sie,„Du sprachest doch von VerwandtschaftDer Assessor sah seine Schwester lächelnd an, „Ja, errgist Du denn nicht? Der kleine hat doch'ne Schwester. Ich habe Dir duch er zählt—“ K-. taranttie 204.11 2 Seite 4. Schwerter Zeitung.(Amtliches Kreisblatt.) Donnerstag, den 27. Februar 1913. Nr. 49. rig=freiwilligen Dienst gemäß§ 89 Ziffer 6 der Wehrordnung als Flugzaugführer unter der Voraussetzung besondirer praktischer und theovelischer Leistungen angeregt. Es steht zu hofsen, daß diese Anregung in Kürze statte#geben wird. Für einen Wettbewerb der Verein ist ein Zuschuß bis zu 150000 Mark, für einen im Jahre 1914 zu veranstaltenden Wasserflugzeugwettbewerb Preise von 100 000 bis 125000 Mark in Aussicht genommen. Ferner sind für eine größere Zahl von Flugstützpunkten Beihütfen bewilligt. Ein interessantes Luftschiffermanöver führten das Reichsmarkneluftschiff„L. 1“ und das Passagierluftschiff„Hansa“, am Dienstag über Berlin aus; während der ganzen Fahrt standen die beiden Lustriesen mist einanger im sunkentelegraphischen Verkehr und blieben auch mit der Luftschiffstation Johannistal in Verbindung. —— Bunte Ehronik. ) Das graue Elend der Weltstadt. Mehr als zu einer anderen Zeit des Jahres liest man in den Wintermonaten von Familientragödien, die tief erschüttern, wie das soeben bei einem Mordversuch einer 36jährigen Frau an ihrem siebenjährigen Sohne der Fall war. Die Frau, die seit einem Jahre von ihrem Manne verlassen worden wan, ernährte sich und ihre beiden Kinder mühselig durch Näharbeiten. Als in der letzten Zeit der Verdienst ausblieb, kaufte sie sich ein Brotmesser und versuchte damit ihrem Jungen im Schlase die Kehle abzuschneiden. Während die Mutter die grausige Tat verüben wollte, enwachte die sechsjährige Tochter und begann laut zu schreien, sodaß die Mutter von der Tat ablleeß; das Kind hatte aber bereits eine tiefe Schnittwunde am Hals. Bei ihrer Vernehmung bedauerte die Frau, daß das M. ser so stumpf gewesen sei, daß sie ihre Kinder so furchtbar habe quälen müssen, aber es wäre besser gewesen, wenn es ihr gelungen wäre, die Kinder zu töten. Die Frau soll vorläusig einer Ivremanstalt überwiesen werden. )( Eine Achtmillionenstadt gibt es augenblicklich noch nicht, obwohl London mit keinen Vororten, das über 7 500000 Einwohnser zählt, nicht weit davon ensernt ist. Nun hat ein sindiger Kopf einen Plan ausgeklügelt, wonach GroßBerlin in absehbarer Zeit diese gewaltige Einwohnerzahl erreichm und zugleich die schönste Riesenstadt der Welt werden soll. Daß Berlin wirklich eine schöne Stadt ist, hat soeben noch der König Christian 10. von Dänemark bestätigt; bis es aber die achte Million Einwohner, von denen es jetzt etwa die Hälfte zählt, erreicht, wird wohl noch viel Wasser durch die Spree stießen. )( Die Witwe des verunglückten Südpolforschers Scott, Frau Kathleen Scott, hat vom König von England den Adelstitek erhalten, wodurch der Monarch die Verdienste des auf so tragische Weise ums Leben gekommenen Erreichers des Südpols noch nach dessen Tode anerkennen und ehren will. ) Die Führerin der englischen Suffragetten, Frau Pankhurst, sitzt nun als Gefangene im Gefängnis, und man wird ihr sobald als möglich den Prozeß machen. Bei ihrer ersten Vernehmung vor dem Polizeigericht zu Epsome am Dienstag wiedorholte sie, daß sie die Verantwortung für die Explosion im Hause des Schatzkanzlers Lloyd George voll übernehme. Ihre Anhänger haben sich ansscheinend durch die Verhaftung ihrer Führer#in zu wauen Tasten begeistern lassen, denn aus den verschicdensten Teilen des Inselreiches kommen Meldungen über abgeschnittene Signaldrähte, wodurch die Eisenbahnzüge gefjährde werden. Da man befürchtet, daß die Frauam# Gerinnen die berühmte Ruderregatta zwischen den Mannschaften der Universität Cambridge und Oxford am 13. März unmöglich machen wollen, werden jetzt die Bootshäuser Tag und Nacht durch Polizisten bewacht. Da Frau Pankhurst vor Gericht erklärte, sie werde sich zur endgiltigen Gerichtsverhandlung rechtzeitig einfinden, wurde sie gegen eine Kaution von 14 000 Mark vorläufig wieder in Freiheit gesetzt. Hagener Stadttheater. Donnerstag, 27. Febr., abends 7½ Uhr:„Der Kaufmann von Venedig". Lustspiel in 5 Aufzügen von Shakespeare. Shylock: Herr Intendant Dr. O. Kaiser. Freitag, 28. Febr., abends 8 Uhr:„Carmen“. Oper in 4 Alten von Bizet. Sonnabend, 1. März, abends 8 Uhr:„Der Bettler von Syrakus“. Drama in 5 Akten und einem Vorspiel von H. Sudermann. Sonntag, 2. März, nachmittags 3½ Uhr:„Im weißen Nößl". Lustspiel in 3 Akten von Blumenthal und Kadelburg. Abends 8 Uhr:„Der Kaufmann von Venedig". Abends 7½ Uhr:„Der Prophet“. Große Lou## mit Ballett in 5 Akten von C. Meyerbeer. Verantwortlich für die Redaktion Friedr. Krage, Druck u. Verlag von Carl Braus, beide in Schwerz### Mittwoch, 26. Febr., abends 7½ Uhr: Alt Heidelberg“. Schauspiel in 5 Aufzügen von Wilhelm Meyer=Förster. Donnerstag, 27. Jebr., abends 7½ Uhr:„Der Bajazzo“. Oper in zwei Aufzügen und 1 Prolog von R. Leoncavallo. Hierauf:„Susannens Geheimnis“. Intermezzo in einem Aufzug von Ermanno Wolf=Ferrari. Freitag, 28. Febr., abends 7½ Uhr:„Die Generalsecke" Lustspiel in drei Akten von Richard Skowronnek. Sonnabend. 1. März, nachmittags 3½ Uhr:„Der neue Her:". Schauspiel in 7 Vorgängen von Ernst von Wildenbruch. Abends 8 Uhr:„Der Zigeunerbaron“. Operette in 3 Aufzügen von Johann Strauß. Sonntag, 2. März, nachmittags 3½ Uhr:„So'n Windhund". Schwank in 3 Aufzügen von Curt Kraatz und Athur Hoffmann. Bekanntmachung. Zur Verhütung von Waldbränden bringen wirg die Lestimmungen der§§ 308, 368/6, 360/10 des Reichsstrafgesetzbuches und sdie§§ 32, 44 bis### des Feld= und Forstpolizeigesetzes vom 1. April 183## im Jussammenhange mit dem§§ 28 und 31 der Re.## gierungspolizeiverordnung vom 20. April 1882 und bes§ 1 der Regierungsposlizeiordnung vom 21 November 1893 in Erinnerung. Hiernach ist das Rauchan in den Waldunge#### außerhalb der auf beiden Seiten mit Gräben ver.# sehrinen Wege unversagt. Wer eigene Torfmoore, Heidekraut oder Bülten im Freien in Brand setzon, das Brennen einer Walldfläche vornehmen, liegende oder zusammenze brachte Bodendechen abbrenwen oder Rothecen ab sengen will, hat zeitzig genug vorher die Erlaubniz# der Ortspolizeibehörde dazu nachzusuchen. Mit Geldstrafe bis zu 30 Mark oder mit Haft bis zu 14 Tagen wirc bestraft, wer bei Waldbr#### don von der Polizasbehörde, dem Ortsvorsteher odor dessen Stellvertreter, oder dem Forstbesitze oder Foistbeamten zur Hilsse aufgesordert, keine Falge leistet, obgleich er dor Auffonderung ohne erhebliche eigene Nachteibe genügen konnte. Unsere Forstschutz= und Polizei=Exkutivbeamten sind angewiesen, jede Zuwiderban#dlung gegen obige Bestimmungen uunnaschsichstllisch zur Anzeige zu bringen. Schwerte, den 24. Fobruar 1913. Die Polizeiverwaltung: Rohnmarm Relianntmachung. Verding von Lebensmittelm für das Gktort r Kus= erlesene Pilze und schmeckt ganz vorzü lich! für 3 Teller 10 Pfennige. Stadtkrankenhaus in Soest. Der Bedaif an Rindfleisch zum Kochen, Roastbeaf; Lenden und gehacktem Flisch, Kalbsle'sch zum Bräten und zu Schnitzeln, Kalbskotelitten, genocktem Kalbfleisch Hanmelfleisch, Nierenfeit, Schweinefleisch zum Breten, gehacktem Schweinefleisch. Schweinekoteletten, fleisch, Schweineschmalz. Spick, Schinken, soll für de Zeit vom 1. April 1913 bis 31 März 1914 vergeben werden Die Bedingungen liegen zu Einsicht während der Vormittagsdienststunden im städtischen Armenamt offen Angebote sind bis zum 3. n. Mis. versi gelt an die vorstehende Schwester einzureichen. 1235 Soest, den 22 Februar 1913. Der Krankenhausvorsiand. In. undere Leser! KE schen Berlin=Dahlem 5 lassen sich ermässigen, d. sachliche Reklamation. Beste Anleitung dazu gegen alle Staats-4. und Gemeinde-Steuern gibt Dr. Ulm, kundiger Steuer-Reklamant Preis nur Mk. 1.50. Vorrätig in der (früher Wildpark) finden im Jahre 1913 folgende Sonderlehrgänge statt: 1. Lehrgang für Gartenfreunde(allgemeiner Gartenbaukursos für Damen und Herren) vom 14. bis 19. April. 2. Lehrgang für Bienenzucht vom 13. bis 17. Mui 3. Lehrgang für Blumenbinderei für fachlich vorgebildete Damen und Herren vom 20. Mai bis 28 Juni. Lehrgang der Obst= und Gemüseverwertung für Damen vom 16. bis 21. Juni. Lehrgang für Obst= und Gemüseve wertung für Kaushaltungslehrerinnen vom 7. bis 19. Juli. 5. Buchhandlung Carl Brauss, Schwerte(Ruhr). Grosse Marktstr. 3—5. K Ses Fensterglas nach jedem Mass geschnitten. Möbel- u. Fußbodenlacke Emaillelack Oel- u. Lackfarben, Pinsel empfiehlt 6. Lehrgang der Obst= und Gemüseverwertung für Obstzüchter und Obstbauinteressenten vom 6. Carl Trog. WOG Preis nur 10 Pfg. Vorrätig in der Buchhandlung Carl Braus, Schuerte HRuhr! Grosse Marktstrasse 3—5. bis 11. Oktober. Lehrgang für Anfel=Verwersung für Damen und Herren vom 20 bis 23. Oktober. Das Unterrichtshonorar beträgt: Für die Lehr# gänge zu 1, 4, 6 u. 7 für Deutsche 9 Mk, für Aus #### länder 18 Mk. Für den Lehrgang zu 2 für Deutsche ## 15 Mk., für Auslander 10 Mk. Für den Lehrgang zu 3 für Deutsche 50 Mk., für Ausländer 100 Mk. Für den Lehrgang zu 5 für Deutsche 18 Mk., für Ausländer 36 Mi. Anmeldungen sind möglichst frühzeitig an den * Duektor der Köriglichen Gärtnerlehranstalt zu richten. Nach erfolgter Zusage ist das Unterrichtshonorar portound bestellgeld=frei an die Kasse der Kgl. Bä#tnerlehranstalt zu Beilin=Dahlem einzusenden Der Eingang des Betrages ist für die Eintragung in die Teilnehmerliste maßgebend. Die Gärtnerlehranstalt ist Haltestelle der elektrischen Straßenbahn: Steglitz=Grunewild. Der Hauptlehrgang(vier Semester) beginnt am 6. Oktober 1913. Der Direktor. Bekanntmachung. Der Nachtrag zum Haushaltsplan des Amtes Wellinghofen für das Rechnungsjahr 1913 liegt vom 1. März er an 4 Tage lang zur Ei sicht der Amtseingesessenen auf dem Amtsbüro, Zimmer Nr. 3, offen. 1266 Wellinghofen, den 25. Februar 1913 Der Amtmann: Hartung. A nlässlich des im Juni stattfindenden 25jäh*" rigen Regierungsjubiläums des Deutschen Kaisers haben wir für unsere Leser als NeuErscheinung ein Prachtwerk unter dem Titel „Kaiser Wilhelm II. und seine Zeit in Wort und Bild“ in einem grösseren Posten übernommen, welches wir, solange der Vorrat reicht, unsern Lesern zu dem durch Herstellung von Massenauflagen ermöglichten, besonders billigen Preise von 3.— Mk. abgeben— Das Werk ist elegant in Geschenkband gebunden, grosses Format 34X22 cm mit ca. 250 feils ganzseitigen Illustrationen, auf Kunstdruckpapier gedruckt, mit hochinterersantem Text von dem rühmlichst bekannten Hans Schöningen, der uns in übcraus fesselnder Wrise an Hand der Bilder nach Originalphotographien in das ganze Leben des Herrschers einweiht, die Reisen, die Länder, die er besucht hat, seine. Umgebung schildert; kurzum, es ist in dem Werk eine Chronik der letzten 25 Jahre geschaffen, wie siè interessanter kaum gedacht werden kann. Es ist ein Werk, das verdient, in jeder Familie als Erinnereng an die grosse bevorstehende Nationalfeier seinen Platz zu finden. jeder Deutsche, jeder Schüler. Elrern, Lehrer werden ihre Frede daran haben! Als Geschenkwerk, wie für jede Bibliothek, dürfte es für Jeden, ob jung oder alt, in allen Kreisen besondes geeignet sein In Grosse Marktstrasse 3—5. Fernsprecher 62. Versand nach auswärts gegen Einsendung des Betrages zuzüglich 60 Pig(auf ein Paket gehen 3 Esemplare) Nachnahme 15 Pig. extra. Ses 3 5 alles erzählt und den Gang gezeigt, und wenn wir zu Besuch bei den Eltern sind, bewohnen wir immer meine Zimmer im Seitenflügel, und der liebe Mond mag hereinschauen, so viel er will, ich bin) nicht mehr eifersüchtig, denn meine Liebe hat all die Wanderlust von Vrvo Pun setr euch meine blonde Ahnfrau an, gefällt Ein Jubel ohne Ende erhob sich, und die geliebte Tante war fast in Gefahr, erdrückt zu werden. Da erscholl die Abendbrotglocke, und bald hatte die hungrige Jugend allen Spuk abgeschüttelt und wandte sich den reellen Genüssen zu. Nur das Backfischchen blickte ins Weite, fernen Spukgeistern nachträumend. 2573 Aus unserm S Kochbech. Ein Tag in der englischen Metropole. Die Londoner Stadtverwaltung hat 1912 eine S###ik über die Bevölkerungsbewegung im letzten Juhre verösfergee interessante Einblicke in das Getr be dicse, 100 Menschen. Lonoon jeden Lug 19 gebore:—n sa übersteigt die Die Bevölkerung Lo#bons wächst daher aus sich selbst ohne den beständigen Zufluß an Einwandernden. Leider werden allerdings täglich für mehr oder weniger lange Zeit 13 Personen der Oeffentlichkeit entzogen, so viel wandern nänlich Tag für Tag in die Londoner Gefängnisse und Polizeistationen. Der Straßenverkehr fordert dagegen eine Pesson. Dieses Verhältnis scheint außerordentlich groß. Bedenkt man jedoch, daß die auf den Straßen Londons verkehrmden Wagen, Omnibusse, Automobile, Straßenbahnen und St bahnen täglich 4 Millionen Passagiere befördern, so erscheint die Zahl der Getöteten gering. In die Lidoner Hospitäler werden durchschnittlich täglich 610 Kraike eingeliefert, davon 10 Geisteskranke. 818 arme Teifel verbringen die Nacht in Asylen, während in den Arbeishäusern täglich 34000 Bedürftige beschäftigt werden, derei Unterhalt 6180000 Mark erfordert. Auch die Brandchonik von London ist ziemlich umfangreich. Täglich werden 10 große Brände verzeichnet und etwa 30 kleinere gemeldtt. Bleibt noch die Frage: Was gibt der Londoner für sein Vergnügen aus? Die Gesamteinnahme der Theater, Konzate, Kinematographen ist im letzten Jahre auf 244 886 208 Mark gestiegen. Teilen wir diese Summe durch 365 Tag, so sehen wir, daß die Londoner für ihre Vergnügungen tägich 669100 Mark ausgeben. Von Laura Uincent. Allerlei süße Speisen. I. Zitronencreme. Ein halbes Pfund Zucker wird mit sieben Eidottern eine halbe Stunde lang schaumig gerührt, dann kommt die abgeriebene Schale, der Saft einer Zitrone und ein Eßlöffel voll Arrak dazu. Hierauf löst man 15 Gramm Gelatine in einer halben Tasse heißem Wasser auf, läßt es abkühlen und mischt es dann unter die Masse, zuletzt zieht man den steifen Schnee der Eier darunter und füllt die Creme in eine Glasschale. Wenn sie ganz kalt geworden ist, verziert man sie mit kleinen Matronen oder eingemachten Früchten, oder Gelee, den man in hübsche Formen geschnitten hat. Bei unerwartetem Besuch ist diese Creme sehr willkommen, weil man sie nicht zu kochen braucht. Anstatt Zitronencreme kann man auf dieselbe sinencreme bereiten, nimmt aber den Saft und die Schale von zwei Apfelsinen. Haselnußspeise. Ein halbes Pfund Zucker verrührt man gut mit acht Eigelb, dann fügt man 120 Gramm zu Schaum gerührte Butter, ein halbes Pfund geriebene Haselnüsse und 50 Gramm seines Mehl hinzü. Zuletzt mischt man den festen Schnee der Eiweiß darunter. Man legt nun eine runde Form mit Blätterteig aus, streicht g eiserrückendire Anrikosenmarmer####rauf und füllt d die D##elnußmasse ein, worallf man die Speise in mittlerer Hitze bäckt. Dreierleispeise. ¼ Pfund Grieß läßt man in genügend gezuckerter Milch mit einem Stückchen Butter aufquellen und gießt den Brei, wenn er abgekühlt, aber noch flüssig ist, in eine mit kaltem Wasser ausgespülte Porzellanform. Ein zweites ¼ Pfund Grieß läßt man in Himbeersaft aufquellen und gießt es, nachdem der vorher gekochte Grieß ganz fest geworden ist, auf diesen. Ein drittes ¼ Pfund läßt man in Wasser aufquellen, das man vorher mit einem Löffel Kakao und einem Löffel Zucker vermischt hat. Diese Masse gießt man zuletzt in die Form, und wenn alles kalt geworden ist, stürzt man den Flammeri und serviert ihn mit Schlagsahne oder mit Vauillesance. Schneeberg. Von sechs Eigelb, einem halben Liter Milch und secktig Gramm Zucker kocht man eine Creme, die man mit einem Päckchen Vanillin würzt. 100 Gramm Humer. Privatvergnügen.„Sieh' dir das in,“ sagte ein geiziger Mann zu seiner Frau, die ihm jeden Morgen über ihre Ausgaben Rechnung ablegen mußte.„Seufpflaster 2., drei Zähne gezogen 7,50 M. Das macht zusammen 9,50. in einer Woche für dein Privatvergnügen! Denkst du denn, ich kann das Geld aus dem Aermel schütteln?“ Löffelbiskuits legt man dicht aneinander auf eine runde Platte, gießt ein halbes Glas Weißwein, dem man einen Eßlöffel Arrak zugefügt hat, darüber und bestreicht es mit Aprikosen= oder Himbeermarmelade. Hierauf streicht man die vorher gekochte Creme, dann schlägt man die Eiweiß zu einem steifen Schnee, den man mit Zucker vermischt und bergartig auf die Speise aufscheg# Apfelgrütze. Zwei Teller vor. in seine Scheiben geschnittene Aepfel kocht man mit 1½ Litet Taier eing Stunde lang. Tann gießt man den Saft durch ern siecb und läßt ihn mit 60 Gramm Zucker nochmals kochen. Unterdessen hat man 40 Gramm Mondau. einer halben Tasse Wasser giattgerührt, last bieg. in. läßt sie kalt werden, stürzt sie und gibt sie mit gezuckerter Milch oder mit Vauillesauce zu Tisch. 9 I Set S S S. 92. P SSgn : 2 S 55 8 5 S 2. S 2. S 8 Amttiches Kreisblan für den Kreis börche ce 44. Jahrgang O Grlles und tüeltes Cagesorgan des Ureilen. O heupl-Arnencrabian — Unterhaltungs=Beilage zu Nr 9 Donne stag 27. Februar 1913. Das Calten der Vorsehung. 282 fahrend richt e42, Trotz soglen. „Ja, ih rief Julia, richtete sich aber in hochmungen. sich wieder auf. bin es,“ versetzte Mary kühl. 9„Ich darf dir wohl gratulieren, daß du dich nicht unter dem prächtigen Marmor# denkmal befindest, das dein Vater zu deinem Andenken hat errichten lassen.“ harloa machte ein Zeichen, das Schweigen gebot. „Das genügt,“ sagte er in dem janften Ton, den Mary zu fürchten begann.„Ich weiß alles, was ich wissen wo te, wenigstens alles, was von irgendeiner Bedeutung ist. Lassen wir also alle Vorwürfe. Ich sehe, liebe Julia, daß du mit dieser jungen Dame bekannt bist, die sehr merkwürdige Begriffe über Eigentumsrecht zu haben scheint. Darf ich wissen, wer sie ist?“ „Es ist Mary Chisholm, die Cousine meiner Mutter und deren Gesellschafterin,“ entgegnete Julia in verdrossenem Ton.„Sie ist die Braut des Rechtsanwalts Adrian Lennox.“ „Ah,“ rief Charlock.„Das erklärt vieles. Ich vermute, Fräulein Chisholm, Sie haben heute nachmittag meiner Unter altung mit Herrn Bernstein mit großem Interesse zugehört?“„ „Ich habe jedes Wort Ihres schamlosen Gestandnisses und Ihres noch schamloseren Erpressungsversuches „Und es ist Ihnen gelungen, trotz der Wachsamkeit meines Chausseurs mich von London bis hierher in meinem eigenen Auto zu begleiten?“ „Es wäre nutzlos zu leugnen, selbst wenn ich es wötte: g G Charlock lachte melodisch.„Wirrlich, meine liebe Julia, ich könnte mich fast entschließen, dieser jungen Verwandten von dir zu vergeben, wenn sie nicht eine so außerordentlich gefährliche Person wäre. Aber sie ist zu schlau, als daß ich ihr bedingungslosen Pardon erteilen könnte, und ich bin sicher, sie würde nicht auf die Bedingungen eingehen, die ich ihr stellen möchte. Es bleibt uns also nur ein Ausweg. Fräulein Chisholm muß als unser Gast hierbleiben, als unser geehrter Gast, wenn auch gegen ihren Willen, bis wir die Verhandlungen mit deinem Vater zu Ende geführt haben, die heute auf so traurige Weise unterbrochen wurden.“ „Ich überlasse das ganz dir,“ versetzte Julia, und warf dem Sprecher einen Blick zu, als sei sie nicht ganz sicher, was er eigentlich meine. :„Ich wünsche die Sache so zu ordnen, daß sie allen Roman von H. Hill. ( 9. Fortsetzung)(Nachdruck verboten.) unwillkürlich zusammen= Teilen Befriedigung gewährt,“ fuhr der Bewohner des hochmütigem Teichhauses mit der Miene des aufmerksamen und entgegenkommenden Gastfreundes fort. Die Frage ist nun die, ob es den Damen angenehmer ist. die fragliche Zeit zusammen oder getrennt zu verdringen. Verhältnisse, über die ich keine Macht habe, aber die Fräulein Chisholm wohl begreifen wird, machen es für mich zur Notwendigkeit, hier im Verborgenen zu blühen, bis ich weiß, wie Herr Bernstein sich uns gegenüber verhalten wird. Ich werde versuchen, dies zu erfahren, sobald er wieder zu sich kommt, und ihn deshalb brieflich bitten, uns seine Antwort durch eine nur uns verständliche Annonie im„Daily Telegraph“ mitzuteilen. In der Zwischenzeit, liebe Julia, mußt du schon den ganzen Tag mit meiner Gesellschaft vorlieb nehmen. Vielleicht ist es auch ganz gut, meine Gegenwart trägt am Ende dazu bei, daß die beiden Damen sich besser vertrag u.“ „So weit ich in Betracht komme, brauchen Sie sich darüber keine Sorgen zu machen,“ meinte Mary sehr kühl.„Ich habe weder die Absicht, mich mit dieser— Dame zu streiten, noch habe ich Lust, überhaupt irgend etwas mit ihr oder mit Ihnen zu tun zu haben. Ich begreife sehr wohl, daß ich hier nicht Gast, sondern Gefangene bin. Ich habe aber nichts dagegen, meine Mahlzeiten mit Ihnen einzunehmen und mich im selben Zimmer aufzuhalten, wenn es das ist, was Sie meinen. Sie sparen sich dadurch die Mühe, mich einzuschließen und mich in einem Keller odes sonstwo bewachen zu lassen. Ich nehme an, daß Sie hier keinen Ueberfluß an Dienstboten haben. Wieder erklang Charlocks melodisches Lachen.„Ganz recht, Fräulein Chisholm, sagte er liebenswürdig,„oder besser gesagt, rech: und unrecht in einem Atem. Burgverließe sind zwar nicht mehr modern, aber Sie irren, wenn Sie glauben, daß wir nicht imstande wären, Gefangene gut zu bewachen. Meine Dienerschaft ist zwar nicht zahlreich, aber sie ist treu und brauchbar. Ich werde Ihnen sofort ein Beispiel davon geben.“ Er zog die altmodische Klingelschnur neben dem Kamin. Und es dauerte kaum eine Minute, da klopfte es an der Tür, und ein weibliches Wesen trat ein. Es war gekleidet, wie es Hausmädchen zu sein pflegen, aber ihr unangenehmes Gesicht erinnerte mehr an eine Verbrecherin, als an ein Dienstmädchen aus gutem Hause. Sie schaute Mary mit unverschämten Blicken an. „Sie können das Essen in fünf Minuten auftragen.“ sagte Charlock.„Aber zuerst führen Sie Fräulein Chisholm in das Gastzimmer oben an der Treppe, sie — S. 9 SEEER 8 5SSS EgHES S 8 S * 5 S* S 8 S S. 8-# 0 P gBEER S S 5•— „Sgige 5 5 S S 6MDE a #K S S E TSSEE 88.5 E 8 SOsg 85 31 S EnE * S 1 8.2.95 # Am;&am S 9. 2 lich befand, ehe sie sich mit der Bahn nach London zurückbegab. Sie wagte einen Schritt in den vom Mond blaßerleuchteten Hof, aber sogleich warnte sie ein leises Knurren, daß sie den Hund vergessen hatte. Das Rasseln seiner Kette machte die Warnung noch eindringlicher. Eilig zog sie sich in das Dunkel- des Schuppens zurück, doch hatte sie in dem Augenblick gesehen, daß der Hundezwinger nur wenige Schritte von ihr entferni, zwischen ihr und dem Fahrweg lag. Das Knurren wiederholte sich nicht, aber sicher würde das Tier sich wieder melden, sobald sie einen weiteren Schritt aus dem Schuppen wagte. Was sollte sie tun? Blieb sie, wo sie war, so würde das Tier sie natürlich sofort dem Chauffeur verraten, wenn dieser zurückkam, um es loszumachen. Auf der anderen Seite, wenn sie versuchte, die Landstraße zu erreichen, ja, wenn sie sich nur einen Schritt herauswagte, so fing der Hund wieder an zu bellen, und die Verfolger erreichten sie sicher, ehe es ihr gelang, das Grundstück zu verlassen. Da ging es ihr plötzlich wie so vielen, die bittere Not erfinderisch macht. Die Idee kam ihr, den Wagen selbst zu ihrer Flucht zu benutzen, auf diese Weise entging sie dem angeketteten Hund und auch allen etwaigen Verfolgern, vorausgesetzt, daß man sie nicht am Tor einholte, ehe sie Zeit gehabt, es zu öffnen. Die Steuerung des Wagens würde ihr keine Schwierigkeit machen, denn bei einem mehrwöchentlichen Besuch auf dem Lande hatte sie es im vorigen Sommer geiernt, mit einem Auto umzugehen. So führte sie denn die Idee sofort aus, setzte den Motor in Bewegung, faßte das Steuer und ließ den Wagen aus dem Schuppen hinausgleiten. Glücklicherweise brauchte sie ihn nicht zu drehen, da Dillon ihn rückwärts in den Schuppen geschoben hatte.„„„„ Eine halbe Minute lang ging alles gut. Der Hund verhielt sich ruhig, als sie an dem Zwinger vorbeikam — wahrscheinlich war er so erstaunt, daß er vergaß, Hals zu geben— und Mary begann bereits, sich zu ihrem Erfolg Glück zu wünschen, da, als sie eben in den Fahrweg einbog, wurde die Hintertür aufgerissen, und fluchend und schreiend stürzte der Chauffeur herau:. Sie biß die Zähne zusammen und stellte die größte Geschwindigkeit ein. So sauste sie auf das Tor zu; an der Vordertür erblickte sie Charlock, der die Stufen herabeilte und versuchte, sie abzufangen. Dies war ihm nicht gelungen, aber als sie sich rasch umdrehte, bemerkte sie, daß er die Verfolgung nicht aufgegeben hatte, sondern daß im Gegenteil der Chauffeur sich ihm noch zugesellt hatte. Die beiden Männer rannten ruhig und ausdauernd hinter ihr her, dem Eingangstor zu. Bald sah sie das eiserne Gittertor auftauchen, schnell hatte sie es erreicht und sprang ab, um es zu öffnen. Ein Blick über die Schulter zeigte ihr, daß sie Zeit. genug dazu hatte. Ihre Verfolger waren in der Dunkelheit noch nicht sichtbar, aber sie hörte deutlich ihre regelmäßigen Fußtritte, die immer näher kamen, obgleich sie doch jetzt wissen mußten, daß sie sie nicht mehr einholen konnten. Einen Augenblick später wußte sie, warum die beiden die Verfolgung nicht aufgegeben hatten: das Tor war mit einem Sicherheitsschloß fest verschlossen, und sie hatte keinen Schlüssel. Sie war leichtsinnig in die Falle gegangen, und nun war sie darin gefangen. Und es hätte sie auch nicht trösten können, wenn sie gewußt hätte, daß das Schloß infolge der Erscheinung des alten Herumtreibers gestern abend erst heute eingesetzt worden war. Mary Chisholm gehörte nicht zu der Klasse von Mädchen, die hysterisch die Hände ringen, oder die im Augenblick der Gefahr nutzlose Fluchtversuche machen. Sie erkannte sofort, daß die hohe Backsteinmauer jeden Gedanken an Flucht aussichtslos machte, und daß ein Versuch, sich zu verstecken, die Qual nur verlängern mußte. Sie hatte das Abenteuer tapfer auf sich genommen, und tapfer wollte sie sich ihren Verfolgern entgegenstellen; das war auf jeden Fall ehrenhafter, als wenn sie ihnen die Genugtuung gab, sie nach einer minutenlangen Jagd atemlos und mit verworrenem Haar einzufangen. Auf jeden Fall wollte sie ihre Würde bewahren und nichts tun, was Adrian nicht billigen würde, wenn sie ihm von dem Abenteuer erzählte. Aber wenn sie auch ganz ruhig dastand und das Herankommen der beiden Männer erwartete, so hatte sie doch rasende Angst, und das um so mehr, als Charlock, nachdem er das Licht seiner elektrischen Laterne auf sie gerichtet hatte, sie im liebenswürdigsten Tone anssrach. Es kam ihr vor, als ob in diesen honigsüßen Worten viel mehr Drohung läge, als wenn der Kapitän sie grob angefahren hätte. „Ah, es ist also eine Dame, und sogar eine ganz reizende, die uns die Ehre angetan hat, Dillon,“ sagte er sehr ruhig.„Sie haben sich bei dem Versuch, meinen Daimler zu borgen, so tapfer benommen, mein gnädiges Fräulein, daß es mir ordentlich leid tut, Ihnen den Gefallen nicht tun zu können. Wenn Sie in den Wagen steigen wollen, so wirde ich Sie nach dem Haus zurückfahren und dort Ihre Erklärung anhören.“ „Und weshalb soll ich nach dem Haus zurückkehren?" versetzte Mary furchtlos.„Ich gestehe, daß ich den Versuch gemacht habe, Ihren Wagen zu stehlen. Es wäre also doch das einfachste, wenn Sie gleich nach der Polizei schickten und mich festnehmen ließen. Jede Erklärung, die ich für ratsam halte, werde ich dann dort aborben.:„.,! ansergrsentlichs „Oh,“ meinte Charloa, außerordentlich hoflich,„das wäre doch einer Dame gegenüber zu hart. Ich möchte Sie zuerst selbst hören, und ich halte es für sehr wahrscheinlich, daß wir die Polizei dann gar nicht brauchen.“ „Sie lieben wahrscheinlich die Polizei nicht sehr,“ versetzte Mary, die diese Bemerkung nicht unterdrücken Counte.....n 3., hahen henn Tharlgs. Und sie schien getroffen zu haben, venn Thartdas Ton war bedeutend weniger freundlich, als er jetzt sagte:„Ich bitte, mein Fräulein, meine längere Abwesenheit vom Hause könnte dort Besorgnis erregen, und ich muß Sie deshalb wirklich ersuchen, jetzt das Auto zu besteigen und ohne weitere Einwendung mit mir zu kommen.“ Mary erkannte die nur leicht verschleierte Drohung in diesen Worten und begriff, daß Gewalt angewendet werden sollte, wenn sie sich nicht gutwillig fügte. Sie stieg daher ein, und kurz darauf stand der Wagen wieder vor der Haustür. Sie wußte sehr genau, was Charlocks nächste Absicht war. Er wollte sie Julia gegenüberstellen, um zu sehen, ob diese sie kannte, und danach würde er sein weiteres Verhalten richten. Wenn sie ihn hätte glauben machen können, daß es sich nur um einen tollen Streich handele, und daß sie ihm und Julia vollständig fremd sei, so hätte sie hossen können, daß er sie ziehen lassen würde, um nicht die Polizei herbeirufen zu müssen, die er viel mehr Grund hatte zu fürchten als sie. Aber das war ausgeschlossen. Wenn ihr nichts Schlimmeres widerfuhr, so wurde sie auf jeden Fall hier festgehalten, bis Otto Bernstein so weit wiederhergestellt war, um seine Antwort auf die unverschämte Forderung zu geben, die Charlock an ihn gestelt hatte..„p... Ht 21 hankan mar g. Da an einen Widerstano nicht zu venken war, so folgte Mary Charlocks spöttischer Einladung, sein bescheidenes Heim zu betreten. Er führte sie in das Eßzimmer, wo Julia am Kamin stand mit einem Gesicht, das der Heldin eines Trauerspiels würdig gewesen wäre. Der Tisch war gedeckt, und es sah aus, als hätten die beiden sich gerade zum Essen setzen wollen, als sie durch das Surren des Autos gestört worden waren. Charlock sagte kein Wort, er beobachtete nur die Begegnung zwischen den beiden Damen mit halb geschlossenen Augen.(Fortsetzung folgt.) 2 S S S 8 8 S. 0 GSrDOS Se 85 22 "— gab Es gebört zu den Schwächen des Menschen, imwer von Günschen umringt zu sein; und es gehört zu den alltäglichen Cäuschungen, die Stunden der Gergangenheit und Zukunft keizender zu sinden als die Gegenwart. Zschokke. Spukgeschichten. Skizze nach dem Leben von E. von Wedel. (Nachdruck verboten." Der Nordwind nahm die Backen voll und blies mit gewaltiger Kraft. Die Bäume bogen sich ächzend, die Blätter stoben als gelbe Wolke vor ihm her, die Hunde heulten kläglich, und eine losgerissene Scheunentür klappte mit aller Wucht hin und her. Wilde Wolkenmassen jagten am Himmel, und so viel Mühe der Mond sich auch gab, durch einen schmalen Spalt zu lugen, es wurde ihm immer wieder von täppischen Wollenfetzen vereitelt. H—u—u——h! blies der Wind um die Ecke des alten Herrenhauses und hetie ein junges Mädchen atemlos vor sich her. Noch ein kurzer Kampf an der Haustür, dann warf sie sie lachend ins Schloß, schüttelte die blonde Mähne, warf den Regenrock fort und schritt leichtfüßig durch die Halle in den Gartensaal. Dort bot sich ein gemütlicher Anblick, helles Kaminfener, um das sich eine Gruppe gebildet hatte. Der alte Schloßherr mit silbergrauem Haupt, eine schöne, achtunggebietende Gestalt, seine Fenu neben ihm. ein weiches, warmes Frauenantlitz, ein jüngerer Bruder mit blitzenden Augen, und neben sich eine stolze, zarte Schonheit, ganz blond und blauängig, im hochlehnigen Löwenstuhl, wie ein Bild anzusehen. Dann noch allerlei junges Volk von Vettern und Basen, in der Mitte ein großer Bernhardiner und an ihn gelehnt ein Knabe mit blonden Locken, das verjüngte Abbild der schönen Frau. lieber alles das spielende Licht der Flammen, und in den Ecken lag die Dämmerung geheimnisvoll auf altem Hausrat. „O wie traulich!“ rief das blonde Mädchen in der Tür,„ihr wißt gar nicht, wie gut ihr es hier habt.“ „Wo hast du denn wieder gesteckt, Wetterhexe rief neckend der Onkel. „Ich lief mit dem Nordwind um die Wette, Onkelchen, sein, sage ich dir.“ „Immer apart lieb' ich die Jungfrau, hoynte ein Vetter. „Sei du nur still, Wolfgang, dir wäre es auch besser, mal einen ordentlichen Mensch zu machen, als ewig hinter Büchern zu hocken.“ „Kinder, haltet Ruh',“ gebot der Hausherr. „Ich bin schon artig, Väterchen, gelobte schmeichelnd is blonde Mädchen und lehnte sich au ihn,„aber heute oleiben, das ganze edem Strauch das konnte ich einfach nicht zu Rudhinter 3.5e wilde Heer ist in den Lüteg t# zinter jedem hockt ein Spuk. Un#cnlich ist's und sein.“ *„ S p u l g e d e h n t d e r g e l e h r t e V e t t e r. du nur,“ rief ein anderer,„es gibt mehr Di## Zwischen Himmel und Erde, als deine Schulweisheir sich träumen läßt.“ „Spuk,“ flüsterte ein Backfischchen träumerisch,„ich wollte, mir begegnete mal etwas davon.“ „Solch ein Blödsinn,“ grunzte ein Gymnasiast. „Gibt's wirklich welchen?“ rief ein helles Stimmchen, und alles lachte, rief und sprach durcheinander, bis endlich die tiefe Stimme des Hausherrn das Gewirr durchdrang. „Es gibt welchen, jedes alte Schloß hat seine Spukstube und seine Ahnfrau. Da solltet ihr Grünschnäbel nicht wagen, daran zu rütteln, es würde euch schlecht bekommen. Aber freilich sind die euch mit Gruseln erfüllenden Geschichten auf ganz natürliche Ursachen zurückzuführen, und ihr würdet staunen, wenn ihr den Zusammenhang erführet.“ „Erzählen, Bäterchen!“ „Ach ja, bitte, Onkel.“„Bitte, bitte,“ so könte es im Kreise. „Wenn ihr so gern eine hören wollt, so bittet nur Onkel Heinrich, der weiß die allerschönste.“ : Ein neuer Sturm brach los, und nachdem der Onkel einen Blick mit seiner schönen Frau gewechselt, setzte er sich behaglich zurecht und begann: „Vor ein paar Jahren war's, als ich in Wien, auf der Rückreise nach Hause, abends im Hotel den Freund unseres Vaters traf. Er begrüßte mich lebhaft, und bei einer guten Flasche mußte ich ihm ausführlich von unserer Reise durch Indien erzählen. So war es fast Morgen geworden, als wir uns trennten, und ich mußte ihm fest versprechen, auf seinem Gut, einem alten, schlesischen Sitz, zu besuchen. Dann reiste er ab. Bei meinem längeren Aufenthalt bei den Ettern hatte ich dies Versprechen fast vergessen, da kam ein überaus liebenswürdiger Brief mit nochmaliger dringender Einladung, und ich reiste hin. Ich traf zwischen elf und zwölf Uhr abends dort ein und wurde nur vom Hausherrn empfangen, ausgiebig gespeist und dann von dem alten, weißhaarigen Diener in meins Behausung geführt. Sie bestand aus sehr behaglichem Wohn= und Schlafzimmer, die Fenster und der Balkon gingen zum Park hinaus, der hew#iche, alte Bäume hatte. Ich, sc### bald ein und kam erst sehr spät zum herunter, wo mich die liebenswürdige Hauscli und zwei bildhübsche Töchter begrißßten. Besonders die ältere, die ruhig ud träumerische war, hatts meinem alten Junggesehenze#####ast# angetan. Der Tag verlief wie zumeistu-Piroßen Gütern, man fuhr, ritt, spielte Tennis, aß ausgezeichnet und unterhielt sich gut. Die jüngere Tochter, ein ungeheuer lebhaftes Mädchen, war auch in der netiesten Weise um unser aller Wohlergehen besorgt. Die älteste war, wie gesagt, viel stiller. Sah sie aber mal aus ihren schönen Augen die Maischen an, dann vergaß man das eine ganze Weile ucht. Im Laufe des Tages kam noch mehr Besuch, das Haus fülte sich mit frohem Lärm. Es war ein uralter Bau, die große Mittelfront und rechts und tints angegliedert en langer Seitenflügel. Das ganze übermuchert mi Efen und wildem Wein und umgeben von den herrligsten, alten Bäumen und großen Rasenflächen. Der Fügel, in dem ich wohnte, war besonders altmodisch gekiten, alter Hausrat, verdunkelte Gemälde und Gobelis, Sachen aus Urväterzeit, was mich Altertumssammle besonders anheimelte. Ein jumer Ulanenoffizier neckte mich, ich sei in die Spulseite gesaten, man höre da die Ahnfrau mit schlepppenden Genindern wandeln und seufzen. Auch die fröbliche Haustochter wünschte mir lachend den Besuch tr Ahnfrau. Aber mein Schlaf muß wohl zu gut und neine Träume zu schön gewesen sein, jedenfalls störte se kein Spuk. So vergng eine Woche in fröhlichem Treiben, und ich war unzatrennlich mit der blonden Schönen, denn sie war es niht nur äußerlich, sondern auch ihre Seele war klar und hell wie ein tiefer Bergsee. Und was mich besonders glücklich machte, war, daß ich merkte, wie sie mir allmählich ihre Zuneigung schenkte und mit unbewußter Natürlichkeit zeigte, daß ich ihr viel galt. In stillem Einverständnis ließen die anderen uns viel allein, und das waren die schönsten Stunden für mich. Eines Tages hatten wir lange herumgeschwärmt, und es war sehr spät geworden. Ich kramte noch in Seite Schwerter Zeitung.(Antliches Kreisdlatt,) Mittwoch, den 26. Jebruar 1913. Nr. rodessturz des Fliegers Bonn, 26. Febr. Auf dem Flugplatz Hanselar bei Bonn ist gestern der Flieger und Flugzeugkonsukteur Bruno Werntgen mit einem Eindecker bei Probefluge mit einem neuen Apparat abgeEr blieb sofort tot. Der Sturz erfolgte aus einer Höhe von 30 Metern. Kampf zwischen Flurschütz und Wilderern. Halle(Saale), 26. Febr. Bei Teutschental der Nähe von Halle überraschte ein Flurschütz den Bergmann August Treiber mit seinen beiden Söhnen beim Wildern. In der Notwehr erschoß der Flurschütz den Vater und verwundete die beiden Söhne. Er selbst wurde nur leicht verletzt. Die beiden Söhne sind verhaftet worden. Explosion in einem FeuerwerksLaboratorium. Berlin, 26. Febr. Eine schwere Explosion ereignete sich im königlichen Feuerwerkslaboratorium auf dem Eichwärder bei Spandau. Als mehrere Arbeiter damit beschäftigt waren, Zündhütchen zu bestreichen, explodierte die Masse plötzlich. Ein beiter wurde durch die Explosion völlig in Stücke gerissen und war sofort tot, eine Arbeiterin wurde leicht verletzt. Die Ursache der Explosion ist noch sicht ermittelt, Innere Kolonisation. Berlin, 26. Febr. Der Entwurf für Kolonisation in Preutzen, der 25 Millionen für Moorkulturen und andere Zwecke vorsieht, liegt, wie von zuverlässiger Seite versichert wird, noch im Staatsministerium, dürfte aber in den nächsten Tagen an das Zivilkabinett und dann an den Landtag kommen. Die erste Lesung soll im Abgeordnetenhause alobald stattfinden, worauf der Entwurf an die Butgetkommission gehen wied. In der Regierung hält man es nicht für ausgeschlossen, daß der Entwurf schon bis zu den Osterferien im Abgeordnetenhause erledigt werden könnte. Zwei Kinder verbrannt. Wien, 26. Febr. Bei einem gestern stattgefundenen Stubenbrande in dem Wiener Vorort Favoriten ist ein einjähriges Kind verbrannt, ein weiteres Kind erlitt lebensgefährliche Brandwunden. Anarchie in Mexiko. Brüssel, 26. Febr. Der belgische Gesandte in Mexiko telegraphierte, daß in Mexiko völlige Anarchie herrsche. Der Gesandte mußte sich mit seinem ganzen Personal auf die preußische Gesandtschaft flüchten, da sein Haus dem Kugelregen ausgesetzt sei. Glanzleistung eines Fliegers. Paris, 26. Febr. Der französische Flieger Beindejone, der gestern in Villa Coublay bei Versailles ausgestiegen war, ist mit Zwischenlandung in Calais um 4 Uhr nachmittags aus dem Flugseld Hendon bei London eingetrossen. Maroklanischeo. Paris, 26. Febr. Dem„Temps“ wird aus Rabat gemeldet, daß die den Franzosen ergebenen Zemurs, die im Marmorawalde Pferde hüteten, auf Polizeitruppen, die sie für Angreifer hielten, Schüsse abhaben. Zwei Mann der Polizeitruppen wurden getötet, einer verwundet. Die Lage bei Adrianopel. Paris, 26. Febr. Nach hier eingehangenen Nachrichten aus Adrianopel haben die Bulgaren seit dem 3. dieses Monats erfolglose Augrisse auf die Stadt unternommen und überschütten sie jetzt mit einem surchtbaren Geschoßhagel. Die Festung ist mit Munition und Lebenomitteln noch auf läugere Zeit versehen und wird von Schükri Pascha und seinen Soldaten heldenmütig verieidigt. Die Wahrheit über den Tod Maderos. London, 26. Febr. Nach Depeschen aus Mexilo behauptet„El Notizio“, ein unabhängiges Blatt, das nicht einmal der Schein eines Ueberfalles auf das Automobil, in welchem Madero und Suarez abfuhren, gewahrt worden sei. Der Präsident und Suarez seien einfach gegen eine Mauer hinter dem Gefängnis Gestellt und niedergeknallt worden. Präsident Madero soll nur einen Schuß in den Kopf erhalten haben, aber Suarez Leiche weise eine Menge Schußzwunden auf. Explosions=Unglück. Madrid, 26. Fehr. Aus Gijon wi det: Bei Sprengarbeiten im hiesigen Ha nete sich ein surchtbares Explosions=Ung 90 Personen wurden getötet. Schweinemarkt in Schwerte. Der heutige Schweinemarkt war m Tieren beschickt. Die Preise sind die blieben. Es wurden bezahlt für 6 22 bis 24 Mark; für 8 bis 10 Wog 30 bis 32 Mark. Aeltere Tiere wi lität bezahlt. Der Handel war Briefkasten. 100 Schwerte. Wenn Sie der in der Tat sehr unan Mitbewohner des Hauses dann den Hausbesitzer 9 liegt keine Beleidigutzeugens horde etaggen genag zung der Aöniglichen Regierung Wetterbericht deroffentlichung in dei„Schwerter rechtsverdindliche Kroft.— 27. Februar: Früh Nelz, Zeuung“ gewährt idres Abonnen. Februar: Wolkig jeden mit Tod endenden Unfall geTags milde. ggn.“: 300 Mk. Unsall. 1. März: Morgenau. Verlag v. Carl Braus. Schwerte=Rudi heiter, Tags mil alo 62. Telegv. Adr. Braue Schwrte. Rotz Berr. Druck u. V. Bekanntmachung. Der auf der östlichen(linken) Seite des Mühlenstranges belegene, von der Mühlenbrücke abwärts führende Weg in Länge von ca. 70 m und der von der brücke nach Osten führende Weg in Länge von 30 m, sowie eine unmittelbar oberhalb der Mühlenbrücke linksseitig belegene 11,00 gm. große Wegefläche werden hiermit als öffentliche Wegeflächen eingezogen. Schwerte, den 22. Februar 1913. Die Wegepolizei=Behörde. 1223 Rohrmann. A Verding von Lebensmittelm iut das Stadtkrankenbaus in Soest. Der Bedarf an Rindfleisch zum Kochen, Roastbeaf, Lenden und gehacktem Fleisch, Kalbfleisch und zu Schnitzeln, Kalbskoteletten, ge######en Kalbfleisch, gehacktem Schweinesleisch, Schweinekotele zeg, gu. g Die Bedingungen liegen zur Einsicht während der Vormittagsdienststunden im städtischen Armenamt offen. Angebote sind bis zum 3. u. Mts. versiegelt an die vorflehende Schwester einzureichen. Soest, den 22. Februar 1913. Der Krankenhausvorstand. y PA 1811 □ unter anderen: ür diese Veranstaltung bringen wir Ga. JUcfaar- und Einzelgaare zu unerreicht billigen Preisen. K Eigs greße Partie diverse Herren- und Damen-Stietel und Halbschuhe in schwarz und farbig, sonstiger Vert bis Mk. 18.00, soweit Vorrat zum Aussuchen jedes Paar jetzt bahnen werden den veranschlagten st nur erreichen, sondern noch etwas sgehen. Oesterreich= Ungarn. tern in Oesterreich. Im österreichischen hause hat gestern die Budgetkommisührung einer Schaumweinsteuer in Hellern für die Flasche beschlossen. Etz wird in einer zu wiederholenden auf Wunsch der Regierung auf 60 eesetzt werden. Heute soll auch eine her= und Totalissatorsteuer zum Bewerden. de Ministerkrise in Ungarn. MiZukacs ist gestern abend unerwartet soffen und hat beim Kaiser um eine cht, um in der Angelegenheit seisklärung zu geben. Im ungaribet man bereits mit vollster Be: K a b i n e t t s w e c h s e l. D i e E n t sind in der Audienz des ungaridie C. fallen. Wenn das Minian nächsten Tagen zurückVlangsdemokratischen Vinsewurue gocher 1,80X1.25 französiche Form hat zu verkausen.„ 1238 H Schlurmann, Hengsen d. Holzwickede. Ausraft Eine Partie diverse Herren- und Damen-Hausschuhe soweit Vorrat, zum Aussuchen jetzt 1.60, 1.20, Pf. Die Tage für die Hundertjahrfeier des InfanterieRegiments Freiherr von Sparr(3. Westsälisches„No. 16 sind nunmehr endgültig festgesetzt für den 28.,## und 30. Juni ds. Is. Bis jetzt haben sich bereus über 4000 ehemalige Angehörige des Regiments zur Teilnahme gemeldet. 9 1237 au Alle ehemaligen aktiven und Reserve=Offiziere, Sanitätsoffiziere und Beamte, sowie alle ehemaligen Unteroffiziere und Mannschaften, welche an der Feier teilzunehmen wünschen, sich bis jetzt gemeldet haben, werden gebeten, recht bald ihre Adressen dem Regiment mitzuteilen. Unteroffiziere und Mannschaften unter Angabe des Jahrgangs und der Kompagnie Fine Partis diverse Kinder-Stiefel und Schuhe sowest Vorrat, zum Aussuchen jetat 2.50, 1.90, 1.60, 1.20, 90, Eine Partie diverse Weisse Damen-Knopf- und Schnürstietel füx##mrign sofeil(Vorrat, zum Aussuchen, jetzt 2.40, auch Kommunion, 9, UOPf. 1.90 a. Rhein, dens19. Februar 1913. 2 gez.svon Versen Oberst und Regimentskommandeur. Eine Partie diberse Herren- u. Pamen-Lastingschuhe u. Stiefel„ B0 soweit Vorrat, zum Aussuchen jetzt 190, n Rinder und Rühe verden angenommen zum Weiden in Nuhrweiden von 1284 H. Sievert Westhosen, Unnaerstr. 6. Pf. 9 G. m. b. H. KEE R REE * F resteigerten Angpriche er##e 1 Die Reinigung an ufe mich 5659 mrgeug a ligung der Bettruliungen haben veranlasst Bettfedern und Daunen nach einem neuen vollkemmeneren Verfahren reinigen zu lassen. Alle Qualitäten, auch die billigsten sind jetzt ohne jeden Geruch und durchweg staubfrei. Ich empfehle:] Bettfedern zu 1,25, 1,75, 2,25 b. 3,00 Mk. Halbdaunen zu 9.00 bis 4.50 Mk. Daunen zu 4,00 bis 6,50 Mk. Schwerke Scmstrasse 80. Meinige Vtkaufsstelle der Condor-Schuhwaren für: Dortmund, Brückstrasse 46. Ferussrecher 7773. Eine gebrauchte Briichf kleisage mittlere Größe zu kaufen gesucht. Von wemn, sagt die Expedt.* 1187 Gute Cafelbutter liefert das Postpakiet für 9.60 Ak franko-Haus gegen Nachnahme Okto Kalis Benkheim. Ostpreußen. Dr. Ulm. Wie legt man Berufung gegen die Haus= und GrundbesitzerVerein. Mitzlieder=Versammlung Donnerkag, den 27. Februar, abends 8“ Uhr OTTO MARX ein? Ausführliche Ratschläge zur sachgem. 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Die Kuominartei strebt einheitlich die Beschränbung der otbefugnisse des Präsidenten und Ausdehnung Der Doré Nacht des Kabinetts an2.— 1230 Seite 9. Schwerter Zeitung.(Antliches Kreüblatt) Mitwocz, den 26. Febmar 1913. Nr. 48. B YO VOTYONTS jerer Serien-Tage werden von unserer werten Kundschaft richtig erkannt. Einheitspreise: resagendes Angebof: Reinseidene Messaline jaspé Mieter 95 Pi. Kol denstoffe Reinseidene Taffet-Streifen Meter 95 Pl. Reinseidene Messaline changeant...... Meter 1.95 Reinseid. Louisine-Schotten Pieter Reinseidene Chinés Meter 2.95 1.95 Reinseidene Messaline-Fantöme...... bleler 2.95 Reinseid. Messaline-Streifen—. Neter 95 Pi. Reinseld. schwarz Messaline„ Dieter 1.95 Reinseld. Palllette-Schotten dieter 2.95 nter Preis! Schwarz. reinseidener Duchesse- Messaline Nieier 5.95 Ca. 100 cm breiter Duchesse-Méssaline, Nadelstreifen.............. dleter 5.95 Reinseidene wundervolle Chinés Meter 3.95 Ca. 100 em breiter schwarz. 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Kühe: 47—50 84-89 42—46 81—86 87—41 74—81 32—36 72—80 25—28 60—6: 65-68103-110 a)vollfleischige, ausgemästete höchsten Schlachtwertes, die noch nicht gezogen haben(ungesocht) d) vollfleischige, ausgemästete, im Alter von 4—7 Jahren.. c)junge, fleischige, nicht ausgemästete und ältere ausgemästete... 4) mäßig genährte junge, gut genährte ältere...... a) vollfleischige ausgewachs. sten Schlachtwertes d) vollfleischige, jüngere... c) mäßig genährte junge und gut genährte ältere...... 35—38 73 a) vollfleischige, ausgemästete Färsen höchsten Schlachtwectes.. d vollfleischige ausgemästete Kühe höchsten Schlachtwertes bis zu 7 Jahren 266.: 2... c)ältere, ausgemästete Kühe und wenig gut entwickelte jüngere Kühe und Färsen.... d) mäßig genährte Kühe u. Färsen e) gering genährte Kühe u. Färsen Gering genährtes Jungvieh(Fresser) 2. Kälber a) Doppelender, feinste Mast.. b) seinste Mastkälber.... c)mittlere Mast= und deste Saugkälber........ 60—64 100—106 d) geringe Mast= und gute Saugkälber........ e) geringe Saugkälder... 3. Schafe Stallmast= a) Mastlämmel und jüngere Mastschase: hamme zu Sesm. b)ältere Masthammel, geringere Mastlämmer und gut genährte sunge Schafe 4 g e) mäßig genährre„Hammel und Schafe(Meizschafe)... Weide. a) Mastlämmer......: mastschase: b) geringe Lämmer und Schafe 4 Schweine a) Feitschweine, Aber 150.kg 8 Jentner Lebendgewicht d) vollfleischige Schweine von 120—150 kg(240—300 Pfd) Lebendgewicht..,.... c) vollfleischige: Schweine von 100—120 kg(200 240 Pfd. Lebendgewicht#.... d) volfleischige Schweine von 8—100 kg(160—200 Psd) Lebendgewicht e) vollfleischige Schweine unter 80 kg(160 Pfd.) Lebendgewicht Sauen Zentral-Hotel Sternberg. 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Uhterrichtsabend in der Bismaroschule, Kuhsir., entzegen genomten Beginn abends 4¾ Uhr 1144 Stenogrotzen=Verein„Solze Schrey: ncee A BettfederaDämpf-u. Reinigungsanstalt mit elektrischem Betrieb Alle Arten Bettiedern und Baunen. werden nach dem neuesten Verfahren tadellos gereinigt. Alte Bettiedern werden wie neu. Die Reinigung findet'täglich statt. #Die Bettiedern werd n franko abgeholt eventuell sofort im Beisein der werten Kundschaft gereinigt und am gleichen Tage wieder zugestellt Wir empfehlen unser grosses Lager in Bettfedern und Daunen sowie Bettbarchend garantiert federdicht.. 625 Ruhr& Co, Schwerte Markt 1. Fernsprecher 220. zur Verdeuchung und Erklärung der in Deutschen gebräuchtien Fremdwörter mit Bezeichnung der Aussprach u. Belonung. 340 Seiten, 50.000 Wörter. Preis nur Mk. 1.20 vortälig in der Buchhedlung Carl Braus, Schwersel Aus der Schule entlassene Hangen für unsere Graveur, Dreher, Schleifer, Alempner u. 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Einsicht in der Schnelligkeit, Neuschöpfunge vermittelt, de den ganzen B triebskapital nen lokalen größten Stils Viel Tüch Landwirtes, wenn sie den sprechen, sont lung sollen ü hen Tüchtigl hältnisse für Betnöebs=In können. Sie sondern auf von kenntn Landwirten tätig und 1 errungen. 1 sten und Si Landeskinde Ländem de Einsicht, Fl deren Zeich amtlichen