96 D . # #e * oce Sdonn Zeuur: eidan danch Feiertags. Bezugspreis M. 1.80 vierteltädrich, bei der Post für Bestellgeld 42 Pfo. mehr. Wöchentl. Gratisbeilage:„Ikustrierte: Fomillenfreund" u. tägl. Unterdallungsblalt. Anzeigenpreis: Die siebengespaltene Petitzeile oder deren Raum 10 Pfg., Anzeigen, g#n gus15 Pfg., Rehlamezelle 40 Pfg. Jeder Robatt gilt als Kassarobalt u. erlischt bei Konkursen. Zwangsvergleichen, gerichtl. Klagen u. Ziehsrocungd genacht. Jahiungsbediogung. Anttrliches Kreisolht Westhofener Zeitung Langscheder Zeitung 5 Dltt! Schwerter Volksblatt Verbunden mit: für den kreis börde Holzwickeder Zeitung Aplerbecker Zeitung Schwerter Volkszeitung Schwerter Tageblatt d Schwerter Anzeiger Grltes und älteltes Cagesorgan des Kreiles o General-Anzeiger für den Kreis Hörde o Haupt-Annoncenblatt aus bris, und lcholgeligrlichen Verort. nungen für den Kreis Hörde erlangen gemäh Bekanntmachung dei Höniglichen Reglerung durch Berössentlichung in de: Schwerter Zeitung" rechtsverbindliche Krast.— Die „Schwerter Jeitung“ gewöhrt ihren Abonnenten[O: jeden mit Tod endenden Unsall gebiagungen“: 300 Mk. Unfall. Druch u. Verlag o. Corl Braus Schwerte=Rude Fernsp. 62. Telegr.= Adr. Brous Schwerte=Rutze Nr. 31. I Erstes Blatt. Donnerstag, den 6. Februar 1913. 45. Jahrg. Die Jahrhundertfeier in Königsberg hat am Mittwoch die offiziellen Festlichkeiten zur Erinnerung an die Befreiungskriege eingeleitet. Die Hauptstadt Ostpreußens hatte ein glänzendes Festgewand angelegt, überall hatte man Girlanden und Ehrenpforten angebracht. In den Straßen bewegte sich eine festesfrohe Menge. Groß und Klein trug an den Schultern weiße Vivatbänder; überall sah man Sprüche, die an die Männer aus den Tagen der Erhebung Preußens erinnerten. Inzwischen war der deutsche Kronprinz bereits eingetroffen; er begab sich sogleich nach dem Hafen, wo das Denkmal des Generals Yorck, des berühmten Unterzeichners der Tauroggener Konvention und Siegers in mancher Schlacht, enthüllt wurde. Tausende von Kriegerverbandsmitgliedern hatten um das Denkmal Aufstellung genommen, und der Kronprinz schritt ihre lange Front ab. Gleich nach der Uebergabe des Denkmals in die Obhut der Stadt fuhr der Kronprinz zum Bahnhof, um den Kaiser und die KronprinzesIn zu empfangen. Der Einzug des Kaisers und des Kronprinzenpaares erfolgte unter lautem Jubel der Bevölkerung, der an die große Zeit geA nahnte, als Preußen aufstand wider die Fremdherrschaft Napoleons 1. Der Kaiser begab sich mit dem Kronprinzenpaar zunächst nach dem altehrwürdigen Dom, wo ein feierlicher Festgottesdienst stattfand; — nährend dechelben hield Generalsageringendent Schöttler die Festpredigt, in der der Geistliche einen historischen Rückblick auf die große Zeit vor 100 Jahren wari, wo das Volk treu zu Thron und tar stand, und im Hinblick auf Gottes Beistand den gewaltigen Kampf mit dem Unterdrücker wagte, der ihm schließlich auch den Sieg brachte. Die Liebe und Treue zu seinem Herrscherhause, die das preubische Volk damals so großes wagen ließ, lebt auch heute noch in ihm fort. Nach einem kurzen Aufenthalt im Schlosse wohnte der Kaiser im Prunksaale des Landhauses einer Festsitzung des Provinzialland= lages bei. In dem Saale, in den Brausewetters bekanntes Gemälde„Yorcks Aufruf an die ostpreubischen Stände“ einen Platz hat, waren unter den kandtagsabgeordneten manche Nachkommen der Männer, welche in dem Bild verewigt sind, verJammelt. Damit war das reiche Festprogramm noch nicht erledigt. In der neuerbauten Kunsthalle harrte alsdann die Jahrhundertausstellung der Eröffnung, die Kaiser Wilhelm vollzog. Aus allen Leilen der Provinz sind hier Andenken an die Bestelungskriege zusammengetragen worden. Genekal Yorck steht auch hier wiederum im Mittelpunkt des Interesses, allerdings das Original der Tautoggener Konvention wollte der Urenkel des alten Haudegens, Graf Yorck von Wattenburg, nicht aus einem Besitz geben. Als es dunkelte, bewegte sich durch die fahnenund girlandengeschmückten Straßen Königsbergs der Fackelzug der Studentenschaft, der im inneren Schloßhof endete. Als Beschluß des fostlichen Tages gab es in dem bedächtnissaale ein Bankett, an dem in Gegenwart des Kaisers und des Kronprinzen 700 Personen teilnahmen. Das Wort, das Fürst DohnaSchlobitten bei der Begrüßung an den Kaiser richlete, daß sich die Ostpreußen in der Liebe, Treue und Dankbarkeit gegen das angest-#n, gihaus Hohenzollern von niemand übestülg. Abiassen, hat eine volle Berechtigung; der wlüdige Verlauf des Preußentages zeigte das. Februar dieses Jahres angezeigt, um dem ersten Gegenstand der Tagesordnung(Maßnahmen zur teren Produktionssteigerung der deutschen Landwirtschaft) beizuwohnen. Jetzt ist jedoch beim Vorstande des Landwirtschaftsrats die Mitteilung eingegangen, daß der Kaiser erst am Mittwoch, den 12. Februar, erscheinen wird. Aus diesem Anlaß wird der erste Gegenstand der Tagesordnung erst am 12. Februar verhandelt werden. Die Volksschullasten. Der Verband der größeren preußischen Landgemeinden hat an die zuständigen Ministerien und die beiden Häuser des Landtages, sowie an eine Anzahl von Abgeordneten eine Eingabe gerichtet, in der beantragt wird, den Fonds Kapitel 121 Titel 34 des Staatshaushaltsetats vorläufig um mindestens 20 Millionen Mark zu erhöhen, damit daraus allen notleidenden Landgemeinden mit mehr als 25 Schulstellen, insbesondere in Industriegemeinden, ausreichende Zuschüsse zu den Volksschullasten gewährt werden können. In dieser Eingabe wird durch statistisches Material das Einkommen der in Betracht kommenden Gemeinden, 86 an der Zahl, aus Gemeinde=, Grund= und Gewerbesteuer, sowie die Aufwendung für Volksschullasten in den Jahren 1900, 1905 und 1911 nachgewiesen. In der Eingabe der Landgemeinden wird gesagt, daß die Gemeinden die Realsteuern bereits so stark belastet haben, daß eine größere Heranziehung des Grundbesitzes und der Gewerbetreibenden zur Deckung für die Aufwendungen für die Volksschulen und für die Armenlasten als ausgeschlossen bezeichnet werden müsse. Die nationalliberale Fraktion des Abgeordnetenhauses hat den Antrag gestellt, die Staatsregierung zu ersuchen, bei der baldmöglichst dem Abgeordnetenhause vorzulegenden Aenderung des Kommunalabgabengesetzes eine Bestimmung dahin vorzusehen, daß bei der Veranlagung städtischer wie ländlicher Grundstücke zur Grundwertsteuer der gemeine Wert der Grundstücke nicht ohne Rücksicht auf deren wirtschaftlichen Ertrag festgestellt werde. Zum Tode von Hollebens. Der„Reichsanzeiger“ widmet dem verstorbenen Botschafter von Holleben einen Nachruf, worin es heißt: Der Heimgegangene tat sich in allen ihm übertragenen Stellungen durch gewissenhafte Pflichterfüllung hervor. Als Diplomat war es ihm beschieden, im auswärtigen Amt in der Ingugurierung der deutschen Kolonialpolitik mitzuwirken. Unvergessen aber wird allen bleiben, was er als Gesandter in Tokiv und später als Botschafter in Washington für den Zusammenhalt der Deutschen im Auslande und für die Stärkung des Deutschtums im Auslande getan hat. Auch nach dem Ausscheiden aus dem Reichsdienst diente er dem patriotischen Sinne weiter und diente dem Vaterlande bis zum letzten Atemzuge. Was er als geschäftsführender Vizepräsident der deutschen Kolonialgesellschaft geleistet, ist in weiten Kreisen bekannt, aber auch an der Stätte seiner früheren Wirksamkeit im auswärtigen Amt wird ihm ein warmes Andenken alle Zeit gesichert bleiben. Vertretern des alten bureaukratischen Systems und den Anhängern des modernen demokratischen Parlamentarismus. England. Staat und Kirche. Die Regierung hätte bei der Beratung des Gesetzes betreffs die Trennung der Ruche umn Stachs in Belen btoche dur Wle.). derlage erlitten. Der Abänderungsantrag der Opposition, durch den die Einziehung der kirchlichen Deutscher Reich, Pfründen eingeschränkt werden soll, wurde nur Bexsin, b. Fehr.(Tel.) mit 248 gegen 220 Stimmen abgelehnt. Die Unionisten waren in unerwarteter Stärke erschienen, und als die Abstimmung erfolgte, herrschte eine große Aufregung. Als endlich das Abstimmungsergebnis bekannt wurde, gaben die Ministeriellen ihrer Erleichterung durch Beifallsruse Ausdruck, während die Oppositionellen riefen, man sollte die Bill fallen lassen. Politische Uebersicht. Der Kaiser und der deutscho Landwirtschaftorat. der Kaiser hatte sein Erscheinen zu dem Verhandkungstage des deutschen Landwirtschaftsrats am 11. Holland. Die Krankheit des Prinzen Heinrich der Niederlande. Die Königin wird sich am Donnerstag Abend von neuem nach dem Taunus begeben, um am 7. 2. ihren Hochzeitstag mit ihrem Gatten zu verleben, dessen Gesundheit ausgezeichnet ist. Der Prinz wäre schon früher nach dem Haag zurückgekehrt, wenn er nicht eine Rheumatismuskur durchführen, wollte. Frankreich. Briands Stellung zur Wahlresorm. Ministerpräsident Briand empfing eine Abordnung des Komitees der republikanischen Vereinigung für die Wahlreform und erklärte, er werde vor der Senatskommission und vor dem Senat für die Hauptbestimmungen des von der Kammer angenommenen Entwurfs eintreten. Die Abänderungsanträge über die weniger wesentlichen Punkte des Gespentwurfs werde er annehmen, vorausgesetzt, daß die Vertretung der Minderheiten gesichert bleibe. Vor der Senatskommission gab Briand die Erklärung ab, worauf die Kommision fast einstimmig beschloß, ihre früheren Beschlüsse aufrechtzuerhalRußland. Das Befinden des Thronfolgers. Graf Dombadse, der bekannte Satrap von Jalita auf der Krim, wo die Familie des Zaren zu weilen pflegt, veröffentlicht in den dortigen Lokalblättern Einzelheiten über den Zustand des russischen Thronfolgers:„Bei meinem letzten Besuch in Zarskoje Selo habe ich den Thronfolger mehrfach gesehen. Er ist stark gewachsen und sieht rosig aus, er ist kräftiger und muskulöser als früher geworden und ist ebenso lebhaft und lustig wie immer. Sein linkes Bein ist am Knie etwas kontrahiert, doch bessert sich dieser Zustand nach den Angaben des Tag und Nacht dort weilenden Arztes Dr. Derewenko zusehends. Die russischen Operationen in der Mandschurei. Wie der Petersburger Telegraphenagentur aus zuverlässiger Quelle gemeldet wird, erhielt der Generalgouverneur von Peking den endgiltigen Plan betreffend das Verfahren in der Mandschurei und Mongolei. Dem Befehlshaber der Armee und den in der Mandschurei befehligenden Offizieren wird vorgeschrieben, für die Operationen in der Mongolei die nötigen Truppen allmählich an die Grenze der Nordmongolei zu verlegen. Als Zeitpunkt für den Beginn der Operationen ist der März bestimmt. Belgien. Sozialistische Kundgebungen vor dem belgischen Königsschlosse. Während der Sitzung der Kammer ist es vor dem Parlament und dem Königlichen Schlosse trotz des starken Aufgebots der Polizei und Gendarmerie zu kleineren sozialistischen Kundgebungen gekommen zu Gunsten des gleichen Wahlrechts. Vier Personen wurden verhaftet. Bereinigte Staaten. Die Einführung der Einkommensteuer. Beide Häuser der Legislatur des Staates Wyming haben eine gemeinsame Resolution angenommen, durch welche der die Einkommensteuer betreffende Abänderungantrag zur Bundesverfassung ratifiziert wird. Wyming ist der 36. Staat der Union, der diesen Abänderungsantrag ratifiziert und damit für die notwendige Zweidrittelmajorität die entscheidende Stimme abgegeben hat. Der Bundeskongreß wird nun ein Gesetz erlassen, welches die Einkommensteuer einführt und welches wahrscheinlich im Verlaurf einer im März von Wilson einberusenden Extrasession in Wirklichkeit treten wird. Es wird jedenfalls die jetzige Korporationssteuer ersetzen. Das neue Gesetz wird Steuern für alle Einkommen über 5000 Doklar vorsehen. Allerdings gibt es im Kongreß auch Stimmen, die für eine Herabsetzung der Steuergrenze auf 4000 Dollar sind. Nach Schätzungen wird die Einkommensteuer der Regierung 100000 000 Dollar im Jahre einbringen. Bemerkenswert dabei ist, daß die beabsichtigten Steuermaßnahmen eine weitere Herabsetzung der Zolltartssätze ermöglichen, ohne daß dadurch die Bundeseinkünfte verringert werden. Japan. Die innerpolitische Lage in Japan. Privatmeldungen aus Tokio besagen, daß beim Wiederzusammentreten des Parlaments zweifelsohne Katsura das Vertrauensvotum verweigert wird. Es werde dann unverzüglich die Auflösung der Kammer erfolgen. Die Neuwahlen im Apvil würden die größte Erregung im ganzen Lande hervorrufen, da ein revolutionärer Wind wehe. In Japan beginne der„Entscheidungskampf zwischen den Etat des Innern. 13. Tag. Reichsversicherungsamt. atistie evengerofskrantbeilen. Die Unfalger lbstohe,zäir hen Beisek, basd ie Gesesbetzuzl ve Her Anfalberscherung unteriest gweies e5 Moiase Hilbe ielder atschlschrfeisf Zeis Gborzhbgers übder unsen Nschedt bn ue de- hgh.. ersch anr andburhezie Gadsten uelke en. sesztung der Altersorenze von 70 auf 65 Jahre zu be Abg. Kobmann(8jand Dex Pergleute im Ruhr sie im Gesundbeiszu.., zu:,Herschlesten und in revier bestehen, lind uug, müßte mnehr Obiektivitch Saarrevier zu finden.„ientenberechtiglen gegenüber der Die Abester misen in Die Saczersel Arbeit mit Bedacht und falbersicherung haben bereits elngebende Erpöaue, den statgefunden. Bezüglch der Steingetezer, 65 eine große Zahl von ihnen lungenleidend ist, hat man arige Höbe erreicht, botztes, ausgz den Beschegeg vot arige böbe erreicht, boh es gröheng, natungen u. wendig erschen, eine dege Gesetzez bei Gewäbrung ist eine Einschrenten igte Hauernd gestiegen. Abg. Silberschmidt(Soz.): Die Revisionen auf Kascnschisen eichal Zasäis scr lestans und de Reiolutozera,zZeanstzesen“ EZse ürtal der gewerblichen Berufskrumgrsten in die Unfallverlicherung angenonziglijschtechnische Reichsanstalt“ Das Kapitel„Physikatisch=technisehe Reichbanstalt wird ohne Debatte bewilligt.„„ Das Kapitel„Kanalamt“ wird nach kurzer Debatte bewilligt. Aufsichtsamt für Privalversicherung. Aba. Daubadel(Soz.): Wir stehen nach wie vor auf dem Standpunkt, daß die Abonnentenversicherung der Zeitungen verboten werden müßte. Abg. Dr. Marcour(Ztr.): Meine Partei steht au dem Boden der vorjährigen Resolution, wonach jede Abonnentenversicherung zu verbieten ist. Die hat hohe und ideale Aufgaben zu erfüllen und durch derartige Nebenaufgaben wird sie nur in ihrer Wirk. Abg. Funck(Natlibz.): Iich nehme dex Abonnentenversicherung gegenüber eine freundlichere Stellung ein, als mein Vorredner. Ein absolutes Verbot der Abonnentenversicherung wäre ein Ausnahmegesetz; da wäre es vielleicht gerechtfertigt. ein Kompromiß dahin abzuschließen, daß alle Abonnentenversicherungen der Beaufsichtigung unterstellt werden. Von einem Unfug und Unwesen kann slicht gesprochen Ministerialdirektor Dr. Caspar: Es ist nicht richtig, daß das Aussichtsamt der Abonnentenversicherung gegenüber Zurückhaltung übt. Darauf wird vertagt. Nächste Sitzung Donnerstag, 1 Uhr: Fortsetzung. Schluß 7 Uhr. Zugunfall des Prinzen Eitel Friedrich in Ungarn. Wie seiner Zeit Prinz Heinrich von Preutzen auf die Reise nach Japan in Sidirien, hat soeben auch Prinz Eitel Friedrich von Preußen, der zweite Kaisersohn, auf der Rückreise von den Tauffeierlichkeiten in Bukarest in Siebenbürgen eine Zugentgleisung mitgemacht. Der Schnellzug des Prinzen fuhr bei Mediasch in Siedenbürgen auf einen Seite Schwerter Zeitung.(Amtliches Kreisblatt.) Donnerstag, den 6. Februar 1912 Nr. 31. Eilgüterzug auf. deffen Lichter erloschen waren. Die letzten Waegen waren Petroleumwagen, die sofort in Brand gerieten. Drei Bahnbeamte und drei Passagiere erlitten lebensgefährliche Verletzungen, während der Bremser des Schlußwagens sofort tot blieb; ebenso wurde eine Frau tot aus den Trümmern hervorgezogen. Der Prinz und sein Gefolge blieben unverletzt und beteiligten sich alsbald an den Rettungsarbeiten. Nachdem der Prinz drei Stunden an der Unfallstelle verweilt hatte, konnte er die Reise nach Budapest fortsetzen, wo er Mittwoch abend gegen 6 Uhr eintraf. Daß der Prinz völlig unversehrt aus dem Zusammenstoß hervorging, war namentlich der starden Bauart des Salonwagens zu verdanken, der sich bei dem bedauernswerten Anglück gut bewährt hat. —— Aus Stadt und Umgebung. ** Schwerte, den 6. Februar. *e(Kein Besuch des Kaisers in Westfalen?) Gerüchtweise verlautet jetzt, daß die Anwesenheit des Kaisers bei der Einweihung der Möhnetalsperre im kommenden Sommer und daran anschließend der Besuch der Städte Arnsberg und Soest infolge von Umständen, welche nicht näher bekannt sind, zweifelhaft geworden sei. Nach der Mitteilung eines Dortmunder Blattes sollte bekanntlich der Besuch des Kaisers bereits in bestimmte Aussicht gestellt worden sein, so daß schon die ganze Bevölkerung fest damit rechnete und sich hierüber freute. Falls nun trotzdem aus dem kaiserlichen Besuch nichts werden sollte, wird die Enttäuschung um so größer sein. Es wird gehofft, daß die Spitzen der Behörden noch eine günstige Wendung dieser Angelegenheit herbeiführen. *e(Postbeamten=Neujahrsablösung.) Die Sammlung, welche alljährlich zu Neujahr unter den Mitgliedern des Verbandes mittlerer Reichs=Post= u. Telegraphenbeamten zu Gunsten der Fürsorgekasse für die Witwen und Waisen abgehalten wird, ergab in diesem Jahre die schöne Summe von 19 577,07 Mark. **(Der fidele Bauer.) Wir möchten nicht versäumen, unser Theaterpublikum nochmals auf die heute abend im Saale des Herrn Müller stattfindende Aufführung des„Fidelen Bauern“ aufmerksam zu machen. Die Gesellschaft Schneider hat die Operette in bester Weise vorbereitet, sodaß mit einer einwandfreien Wiedergabe dieses besten Werkes des bekannten Komponisten Leo Fall gerechnet werden kann. Wir können einen Besuch der Vorstellung nur bestens empfehlen. **(Die Haftpflicht der Post.) Eine wichtige Entscheidung betreffend die Ersatzpflicht der Reichspost ist von dem Reichspostamte gefällt worden. Durch die Schuld der Post war ein Postanweisungsbetrag mit einer größeren Verzögerung ausgezahlt worden. Dem Absender war durch die Verzögerung ein indirekter Schaden entstanden. Obwohl erwiesen war, daß die Verzögerung durch die Post verursacht war, hat die Reichspostverwaltung die Erstattung des Schadens abgelehnt mit der Begründung, daß die Bestellung eines Geldbetrages an eine bestimmte Frist nicht gebunden sei. **(Der Kreiskriegerverband Hörde) beabsichtigt zur Jahrhundertfeier einen Feldgottesdienst sämtlicher Vereine zu veranstalten. Die Sache findet begeisterte Aufnahme. Ueber den Ort der Veranstaltung ist noch kein Beschluß gefaßt worden. *(Annahme von Justizanwärtern.) Für den Oberlandesgerichtsbezirk Hamm ist wieder die Annahme einer entsprechenden Anzahl von Justizanwärtern seitens des Herrn Justizministers genehmigt. Vorbedingung ist die Erlangung der Reise für die Obersekunda eines Gymnasiums oder einer anderen höheren Schule; jedoch erhalten junge Der Balnanwirtwalt! Amtliche Kriegsnachrichten bleiben beharrlich aus. Nach Sofioter Meldungen dauert der Geschützkampf vor Adrianopel, namentlich auf der südwestlichen Front, fort. Die bulgarische Behauptung, daß sich tausend Mann der Besatzung eines türkischen Forts ergeben hätten, klingt unwahrscheinlich. Die Befestigungslinie hoffen die Bulgaren, ohne einen Schuß abfeuern zu müssen, nehmen zu können, da sich die Truppen der türk. Verteidigungsarmee angesichts des gemeinsamen Feindes gegenseitig massakrieren und schon viele Hundert Tote den Boden decken. Abgesehen von den Angriffen auf Adrianopel. scheint auf dem Kriegsschauplatze von beiden Teilen noch Zurückhaltung beobachtet zu werden in der Erwartung auf die baldige Wiederaufnahme der Friedensverhandlungen, Irgend etwas von Belang ist bisher jedenfalls weder vor Tschataldscha noch auf Gallipoli geschehen Eine serbische Proviantkolonne abgejangen. Der türkischen Botschaft in Rom ging die Nachricht zu, daß General Essad Pascha in Albanien, unweit Skutari, einen serbischen Lebensmitteltransport von 400 Wagen abgefangen und zwei serbische Infanterie=Bataillone entwaffnet habe. Die Hoffnung auf baldigen Friedensschluß erhält sich. Der Chef der türkischen Friedensdelegation Reschid Pascha bleibt vorläufig noch in London, um für den Fall der Wiederaufnahme der Verhandlungen sofort bei der Hand zu sein. Fällt die Entscheidung vor Adrianopel nicht bald, so wird die Stadt dem Vorschlage des englischen Staatssekretärs des Auswärtigen Grey entsprechend voraussichtlich für neutvales Gebiet erklärt werden und als Festung zu existieren aufhören. Vom Kriegsschauplatz liegen folgende Meldungen vor: Rückzug der Bulgaren bei Tschataldscha? Konstantinopel, 6. Febr. Der Großwesir kehrte aus Tschataldscha zurück. Die Inspektion ergab, daß der Zustand der Truppen bei Tschataldscha vorzüglich ist. Die Bulgaren haben, wie durch Auskundschaftung erwiesen worden ist, sich zurückgezogen. Vorher brannten sie das Dorf Izzedin nieder. Furchtbare Wirkung des bulgarischen Bombardements. Konstantinopel, 6. Febr. Das bulgarische Bombardement gegen Adrianopel fordert in der Stadt große Opfer. Sie scheinen die Hoffnung zu hegen, durch Erregung von Entsetzen unter den Einwohnern Adrianopels rascher zum Ziele zu gelangen. Schükri Pascha meldet viele Todesopfer des Bombardements unter der Zivilbevölkerung und auch das Ministerium des Innern erhielt eine drahtlose Meldung des Walis von Adrianopel, wonach durch das Bombardement viele Richtkämpfer, auch Frauen und Kinder, getötet und verwundet wurden. Leute mit der Reife für Prima den Vorzug. Die Anmeldungen gehen so zahlreich ein und übersteigen das Bedürfnis dermaßen, daß nur jungLeute mit besten Zeugnissen Aussicht auf Annahme haben. **(Belohnung.) Um dem Unfug des Schießens und Werfens auf fahrende Züge zu steuern, haben die Eisenbahndirektionen Belohnungen für solche Polizeibeamte und Privatpersonen ausgesetzt, die einen Täter so zur Anzeige bringen, daß er strafBulgarische Erfolge. Nach einer heftigen, die ganze Nacht dauernden Kanonade seitens der Bulgaren, auf welches die türkischen Forts schwach entgegneten, haben die Bulgaren das Dorf Kawliköj, 6 Klm. südlich von Adrianopel, genommen. Es verlautet ferner, daß auf der Halbinsel Gallipoli eine heftige Schlacht stattgefunden habe. Die Türken sollen bereits eine Niederlage erlitten haben. Der bulgarisch=rumänische Gegensatz. Paris, 5. Februar. Dr. Danew sagte zu dem Redakteur des Temps über die bulgarisch=rumänischen Verhandlungen. Wir haben den Rumänen das Anerbieten gemacht, daß wir unsere Grenzen nicht befestigen wollen, ohne ihnen das Recht zu bestreiten, ihre eigenen Grenzen zu befestigen. Wir haben ihnen sogar versprochen, die südlich von Silistria gelegenen, übrigens wenig bedeutenden Forts zu schleisen. Das ist ein entscheidender Beweis für unsere bona fides. Das ist eine teilweise Preisgebung unserer Souveränitätsrechte. Das bedeutet, daß wir dort eine militärische Unterlage hinnehmen. Das zeigt unwiderleglich, daß wir keine bösen Absichten hegen. Wir haben Rumänien einen Gebietsvorteil angeboten durch die Abtretung zweier Dreiecke, die in das rumänische Gebiet hineinreichen, sowie durch die Abtretung eines Küstenstrichs südlich von dem rumänischen Hafen Mangalia. Schließlich haben wir alle Forderungen Rumäniens wegen der Kutzowalachen in Mazedonien bewilligt und haben sogar zugegeben, daß deren Schulen und Kirchen in dem neuen bulgarischen Gebiet mit Unterstützung der rumänischen Regierung erhalten werden können. Wir hoffen, daß wir auf diese Weise einen neuen Patriotismus, einen Balkanpatriotismus, schaffen werden, daß Griechen, Bulgaren, Serben und Rumänen überall auf dem Balkan sich zu Hause fühlen. Kriegsvorbereitungen in Rumänien. London, 5. Febr. Ein Spezialkorrespondent des Daily Mirrör, der sich auf dem Wege nach Konstantinopel befindet, berichtet seinem Blatt aus Constanza interessante Einzelheiten über das Bild, das sich ihm auf seiner Reife darbot. Die Bahnlinie ist von der ungarischen Grenze bis zum Schwarzen Meer militärisch besetzt. In Oesterreich passierte der Zug lange Reihen von Güterwagen, die mit Kanonen und Mörsern beladen waren. In Rumänien mußten beim Uebergang des Zuges über die große Donaubrücke bei Tschernawoda alle Passagiere die Korridore des Zuges verlassen und wurden in ihren Abteilen eingeschlossen. Beamte patrouillierten auf und ab, um einen etwaigen Versuch, Dynamit auf die Brücke zu werfen, zu verhindern. In Bukarest wurde von nichts anderem, als einem kommenden Krieg mit Bulgarien gesprochen, und die allgemeine Meinung war, daß er unvermeidlich sei. Der Nordbahnhof in Bukarest war von feldmäßig ausgerüsteten Soldaten besetzt, die nach der Grenze abgehen. rechtlich zur Aburteilung gelangt. Die Belohnung soll auch gewährt werden, wenn die Täter strafunmündige Kinder sind, da in solchen Fällen gegen die Eltern und Erzieher Strafantrag gestellt werden soll. **(Bestandenes Examen.) Herr Max Steinberg, Sohn des Pferdehändlers Steinberg von hier, bestand gestern seine Abgangsprüfung am Lehrerseminar in Soest. Westfalen und Rheinland. * Elberfeld, 5. Febr.(Der Karneval und seine Folgen.) Gestern abend bemerkten Bewohner eines Hauses an der unteren Königsstraße aus einer verschlossenen Wohnung starken Gasge. ruch. Man öffnete die Tür schließlich gewaltsam und fand die anwesende Frau mit ihrem Kinde bewußtlos und das Zimmer voll Gas vor. Sie hatte versucht, durch Oeffnen der Gasleitung und Einatmen des Gases sich das Leben zu nehmen. Familienzwistigkeiten, hervoygerusen durch den Besuch karnevalistischer Festlichkeiten des Mannes, sollen der Grund gewesen sein. Dem hinzugerufenen Arzt gelang es durch Anstellung von Wiederbelebungsversuchen, den bereits entweichenden Lebensfunken wieder zu entfachen, sodaß beide Personen dem Leben erhalten werden dürften. * Bochum, 5. Febr.(Das Urteil gegen den„tollen Baron“.) Der des Betrugs angeklagte Freiherr von Berswordt=Wallrabe auf Haus Weitmar wurde gestern nach dreitägiger Verhandlung von der Strafkammer des Landgerichts Bochum von der Anklage des Betrugs freigesprochen. In einem weiteren Falle hatte er sich wegen Unterschlagung zu verantworten. Die Angelegenheit wurde jedoch nicht zu Ende geführt, da ein Obergurachten über den Geisteszustand des Angeklagten durch das Medizinalkollegium in Münster eingeholt werden soll. Das Gericht gab bekannt, daß es sich dem ersten Gutachten, das auf Unzurechnungsfähigkeit lautet, nicht hat anschließen können und die Einholung eines Obergutachtens für erforderlich hält. * Gelsenkirchen, 5. Febr.(Frurchsbare Bluttat.) Der in der Schillerstraße wohnende Bergmann Karl Rogalla wurde gestern abend in seiner Behausung von dem Arbeiter Wirzoch überfallen und durch zahlreiche Messerstiche in den Unterleib, Kopf und Arme lebensgefährlich verletzt. Der Täter wurde verhaftet. Er gibt an, die Tat aus Rache in der Betrunkenheit verübt zu haben. Er habe sich dafür rächen wollen, daß sein jüngerer Bruder von einem Verwandten des Rogalla in dessen Gegenwart mißhandelt worden sei. Der Zustand Rogallas ist hoffnungslos. * Solingen, 5. Febr.(Die Solinger Stahlwarenindustrie) steht am Vorabend eines ernsten Kampfes. Die vereinigten Messerschleifer haben über 130 Fabrikanten in Solingen. Wald, Ohligs usw. die Sperre verhängt, weil die Fabrikanten das Preisverzeichnis der Arbeiter nicht anerkennen wollen. Hinter diesen Schleifern steht der 6000 Mitglieder zählende Industriearbeiterverband, der in seiner Gesamtheit nunmehr auch den Streik über die Firmen verhängen wird. —— Interessante Bittschriften im Reichstage. Der Reichstag wird wieder mit allerlei Bittschriften bombardiert, die täglich pabetweise einlaufen. Viele sind wohlbegründet und finden die verdiente Beachtung. Andere sind mehr originell als wirksam. So überreichte ein Fräulein„Vorschläge zur Hebung der Sittlichkeit.“ Als ob man die Sittlichkeit mit Paragraphen„heben“ könnte. Ein kaiserlicher Bankdirektor bittet, den Vogel „Kampfläufer“ unter den Schutz des Vogelschutzgesetzes zu stellen. Drei Forscher bieten ihr unfehlbares Mittel gegen die Maul= und Klauenseuche an, obwohl erst dieser Tage der Präsident des Reichsgesundheitsamtes, Dr. Bumm, im Reichstage erklärt hat, daß solche Mittel bei den angestellten Versuchen versagt haben. Aber jeder Erfinder glaubt natürlich trotzdem an seine Erfindung. Ein Herr aus Grimma überreicht Vorschläge zu einem M Valdesrauschen. Roman von J. Hutten. 41 Mit dem Hinweise, daß Vater und Tante noch nachträglich dadurch beunruhigt werden könnten, zügelte sie auch des Mädchens Leidenschaftlichkeit soweit, daß es darauf verzichtete, gleich nach den Ferien zur Stadt zu gehen, sondern den Beschluß faßte, erst wenn der Herbst sich näherte, den Ihrigen in Ruhe auseinander zu setzen, daß sie ihre Studien in Altenhaus wieder aufnehmen wolle.— Sobald Hedwig von Olga die Erlaubnis dazu erhielt, fuhr sie nach Lanzken und nahm zu Erikas Erheiterung Kurt mit. Dem Kinde gelang es auch wirklich, das Mädchen zum Lächeln zu bringen. Eine Woche später konnte Erika den Besuch erwidern, und es wurde ihr leicht, da Ida bereits die Oberförsterei verlassen hatte, und das Wesen Herrn und Frau von Schlemmers ihr bewies, daß diese nicht die mindeste Ahnung von der Ursache ihrer Krankheit hatten. So teilte sie ihr trauriges Geheimnis doch nur mit einem Menschen, der selbst das größte Interesse daran haben mußte, es nicht zu enthülllen.— Sehr schwer ward ihr der Abschied von Olga, als deren Ferien zu Ende gingen, und auch dieser wurde die Trennung von ihrem Schützling, den sie zärtlich in ihr Herz geschlossen, nicht leicht. Sie konnte aber mit dem wohltuenden Gefühle scheiden, hier sich selbst einen ersten Beweis ihrer Befähigung zum ärztlichen Berufe gegeben, und die Liebe, welche die Borkesche Fomilie ihr entgegenbrachte, redlich verdient zu haben. Ihrem Rate gemäß nahm nun Erika wieder das gewohnte Leben auf, war fleißig in der Wirtschaft und bei den Büchern und begleitete auch den Vater täglich in den Wald hinaus. Erst kurz vor den Herbstferien gestand sie thin, daß ihr Sinn doch nach der Fortsetzung ihrer Studien, und dem Lehrerinnenberufe stande, und er stimmte ohne weiteres ihren Plänen zu, denn er fühlte selbst, daß seine Tochter ernster Arbeit bedürfe, um von einer Krankheit zu genesen, deren Ursachen ihm verborgen waren und nach denen eindringlicher zu forschen ihm sein ungemein entwickeltes Zartgefühl verbot.— Dann nahm das Pensionat Fräulein Rettigs Erika wieder auf, und ein sehr eifriges Arbeiten begann. Da war auch keine Erna Liebenhoff mehr, die sie störte, denn diese junge Dame hatte jetzt mit allen Studien vollständig abgeschlossen und kam nur noch ab und zu einmal zur Stadt, um Gesellschaften mitzumachen, oder das Theater zu besuchen. Sie logierte dann bei Verwandten und hatte wenig Zeit für Erika übrig. Dieser war es recht so, obgleich sie immer ein zärtliches Empfinden für die leichtlebige Freundin behielt. Doch gerade Ernagegenüber, die so lächerlich aufrichtig über ihre Gefühle für die ihr bekannten Herren sprach, so harmlos ihrer kleinen oder großen Triumphe sich rühmte, dabei überzeugt von Erikas Unwiderstehlichkeit war und sie immer wieder mit ihrem Vetter Benno neckte, fühlte sie sich schuldig und voller Scham, daß sie sich mehr ihres Gehens, als ihres Kommens freute. Fräulein Rettig, die eine ganz besondere Zuneigung für Erika empfand, betrachtete aufangs oft nachdenklich deren ernstes, stilles Gesicht. Hatte sie auch keine Ahnung davon, welch frischen, kecken Knaben diese einst abgegeben hatte, so fand sie doch schon den Unterschied zwischen der Erika des vorigen und der dieses Winters groß genug, um darüber zu grübeln, welche Erfahrungen das Mädchen so verändert haben mochten. Grund zum Tadel aber hatte sie nie, denn eine pflichttreuere und anspruchslosere Pensionärin konnte es nicht geben und keine, der die jungen Mädchen im Hause mit solcher bewundernder Liebe anhingen. Allmählich lenkte das Leben unter so veränderten Verhältnissen, das Interesse an dem Seminar und den vielen gleichaltrigen Mädchen, Erikas Gedanken von ihren Grübeleien ab, und ihre junge Seele begann sich wieder dem Frohsinn zu öffnen. Doch blieb ihr von ihren Erfahrungen eine an Widerwillen grenzende Abneigung gegen den Verkehr mit jüngeren Männern, woran auch die Neckereien ihrer Gefährtinnen nichts ändern konnten. Kam Erika zu den Ferien nach Hause, so erfreuten sich Vater und Tante ihres wiedererwachten Jugendmutes, und letztere war geneigt, alles, was sie an der Nichte im Sommer besorgt gemacht hatte, auf Rechnung ihrer Krankheit zu schieben, wozu sich der Förster nicht entschließen konnte. Aber innig froh war er, daß seine Tochter ihren gesunden Sinn nicht verleugnet hatte, sondem mit einem offenen, sehr ernsten Gemütserlebnis aus eigener Kraft fertig geworden war.— Zu den freundlichen Eindrücken im Walde gehörte für das junge Mädchen die stets gleichbleibende Gitte Hedwigs und das prächtige Gedeihen Kurts. Während in Lanzken sich im Laufe von Erikas Seminarjahren wenig veränderte, betraf die Oberförsterfamilie manches wichtige Ereignis. Nach mehrmonatlichem Brautstande heiratete Ida von Gmunden, und ein Jahr später wurde ihr ein Töchterchen geboren, nur wenige Wochen, nachdem Kurt ein Schwesterchen erhalten hatte. Während aber das Glück der Schlemmerschen Familie sich immer mehr zu befestigen schien, erfuhr Erika über das gräfliche Ehepaar manches Unerfreuliche. Ida sollte den Gatten tyrannisieren und sich nur zur Weltdame entwickelt haben. Das junge Mädchen konnte in Erinnerung an den ritterlichen Mann, der ihr stets Achtung und Güte bewiesen hatte, derartiges nie ohne Bedauern hören, doch beschäftigten sich ihre Gedanken nicht viel mit diesen Verhältnissen. Das Arbeiten im und für das Seminar nahm sie zu sehr in Anspruch, und sie widmete sich ihm um so ausschließlicher, als es ihr nicht nur Befriedigung des Wissensdranges, sondern auch Vergessen und Gemütsruhe brachte. 17. Kapitel. Etwa drei Wochen nach seiner Abreise aus Tarkitten schlenderte Bruno Sonnenwald gegen Abend durch die Straßen der Residenz. Da sein Urlaub erst am Tage vorher abgelaufen war, hatte er es von der Oberförsterei aus noch mit einem Aufenthalt am Ostseestrande versucht, sich aber in dem kleinen Badeorte so wenig am Platze gefühlt, daß ihm die Heimkehr zur Großstadt als eine Erlösung vorgeschwebt hatte. Nun freilich wollte es ihm hier auch nicht gefallen. Seine Wohnung war heiß, die staubige Luft, welche er sonst mit Behagen eingeatmet, fiel ihm auf die Lungen, und zur Bearbeitung der ersten Akten, die heute schon bei ihm abgegeben waren, fehlte es ihm recht an Freudigkeit. Was er eigentlich wollte, woher ihm Erleichterung kommen sollte, darüber war er sich nicht klar. Mißmutig bog er unter die Linden ein, schwankte einen Augenblick am Cafe Bauer, ob er hier Station machen sollte und setzte dann seinen Weg nach dem Tore zu fort. Ehe er aber den Pariser Platz erreicht hatte, legte sich eine Hand auf seine Schulter. „Na, Patenter, wohin des Weges und seit wann daheim?“ Auffahrend blickte er in das joviale Gesicht seines Korpsbruders Doktor Bischoff. „Zuviel Fragen auf einmal, Eminenz. Laß Dir daran genügen, daß ich in diesem Augenblicke zu jedem Wege bereit bin, der Zerstreuung verspricht, und ging er selbst zur Hölle.“ Der andere lachte. „Dem Man sann geholfen werden,“ und den Arm des Freua=L4.TPchden seinen ziehend, fügte er hinzu:„Ichkes—% Stimmungen und freue mich, Dir dienen zu—nen. Wär es einem von uns eingefallen, Du könntest schon zurück sein, hättest Du eine Einladung zur Kneipe vorgefunden. Ehlert ist auf der Durchreise hier und legt ein Fäßchen auf. Bereits um sieben, weil sein Zug bald nach elf Uhr abgeht. War eben auf dem Wege daW 148 Nr. 31. Rheinland. r Karneval und abend bemerkten Beunteren Königsstraße mung starken Gasge. schließlich gewaltsam mit ihrem Kinde beGas vor. Sie hatte Gasleitung und Einben zu nehmen. Farusen durch den Beiten des Mannes, solDem hinzugerufenen ung von Wiederbeleentweichenden Lebenssodaß beide Personen fürften. as Urteil gegen Der des Betrugs anwordt=Wallrabe auf ern nach dreitägiger kammer des Landgeige des Betrugs freien Falle hatte er sich antworten. Die Ant zu Ende geführt, da heisteszustand des Analkollegium in MünDas Gericht gab ben Gutachten, das auf t, nicht hat anschlieeines Obergutachtens (Furchsbare schillerstraße wohnende irde gestern abend in Irbeiter Wirzoch überkesserstiche in den Unbensgefährlich verletzt. Er gibt an, die Tat heit verübt zu haben. len, daß sein jüngerer dten des Rogalla in worden sei. Der Zuos. Solinger Stahl= am Vorabend eines inigten Messerschleifer in Solingen. Wald, ängt, weil die Fabrider Arbeiter nicht anen Schleifern steht der dustriearbeiterverband, mehr auch den Streit wird. Zittschriften stage. der mit allerlei Bittäglich pabetweise einjündet und finden die e sind mehr originell e ein Fräulein„Vorichkeit.“ Als ob man iphen„heben“ könnte. r bittet, den Vogel Schutz des Vogelschutzorscher bieten ihr unkaul= und Klauenseuche der Präsident des Bumm, im Reichstage el bei den angestellten Aber jeder Erfinder seine Erfindung. Ein t Vorschläge zu einem Nr. 31. Beilage. Leill.. I Donnerstag, 6. Februar 1913. Amttliches Kreisdlatt r Abreise aus wald gegen Abend Da sein Urlaub war, hatte er es mit einem Aufentsich aber in dem Platze gefühlt, daß als eine Erlösung wollte es ihm hier nung war heiß, die nit Behagen eingeund zur Bearbeischon bei ihm abecht an Freudigkeit. ihm Erleichterung, sich nicht klar. Mißin, schwankte einen er hier Station inen Weg nach dem Pariser Platz erauf seine Schulter. Jeges und seit wann joviale Gesicht seihoff. Eminenz. Laß Dir em Augenblicke zu streuung verspricht, werden,“ und den einen ziehend, fügte nmungen und freue Wär es einem von son zurück sein, hätleipe vorgefunden. r und legt ein Fäßheil sein Zug bald auf dem Wege da19816 Vor Hundert Jahren. Wie sich die Franzosen vor 100 Jahren in Deutschland betrugen. Folgende Aufzeichnungen über die Schrecken des Krieges aus dem Jahre 1813 enthält ein eines alten, im Jahre 1882 verstorbenen Einwohdes Dorfes Wallendorf(Kreis Merseburg), heißt darin: „Wir hatten furchtbar unter den Roheiten der: Franzosen, später aber auch durch die Russen zu leivon Die Rothosen holten meinen Eltern die letzte ich aus dem Sple, le, ver gunde perig gte, hrier men, geängstigten Eltern mußten mit stillem Grimm zusehen, wie die verkommenen Franzosen die darreichten Brote aushöhlten und in der gemeinsten, nicht wiederzugebenden Weise verunreinigten. Uns traten die Tränen in die Augen, denn wir selbst vien Hunger. Als mein Vater ihnen Vorhaltungen zu machen versuchte, warfen sie ihm die Prote an den Kopf. Nachdem die Wallendorfer wochenlang in der fürchterlichsten Weise drangsaliert worden waren, beschlossen eine Anzahl Männer, sich auf irgendeine Art an los zu halten. Man hatte in Erfahrung gebracht, daß sich ein Teil der französischen Kriegskasse im Dorse befand und in kleinen Kisten in einem Wi untergebracht war. Die feindlichen Wachen, besonders, wenn sie Nachtdienst hatten, waren wenig zuverlässig und gaben sich meist in reichlichem Maße dem Branntweingenuß hin. Darauf bauten die Wallendorfer ihren Plan. Es wurde verabredet, die Wachfoldaten betrunken zu machen und dann sich in den Besitz einiger Geldkisten zu setzen. Der Plan schien zu gelingen. Man hatte sich eine dunkle Nacht ausgesucht und war auch, von dem Posten unbemerkt, bis an den Wagen herangekommen. Schon hatten sich die Verwegenen zwei Kisten angeeignet, als die Wache Lärm schlug. Die Ueberraschten warfen ihre Beute schnell in einen nahen Ziehbrunnen und suchten, verfolgt von den Franzosen, das Weite. Sie blieben auch alle unerkannt und entkamen glücklich, nur mein Vater, der sich durch die Luppe auf die andere Seite zu retten suchte, ist dabei an der Wegwitzer Luppenbrücke ertrunken. Für die in der Nähe des Ziehbrunnens wohnenden Leute ging aber nun die Not erst recht los. Die Franzosen verlangten Weizen, und wer noch eine Garbe davon hatte, mußte sie hergeben. Von früh bis abends mußten wir dreschen. Ich war damals 13 Jahre alt und wurde ebenfalls gezwungen, den Flegel zu nehmen und dreschen zu helfen. Die fauten Soldaten legten sich indessen vor die Scheunentür und lachten uns aus. Wollte die Kraft bei den Dreschern erlahmen, so half man mit dem Gewehrkolben nach. Ich konnte diese Drangsale auf die Dauer nicht mehr ertragen und floh eines Abends, als ich von den feindlichen Soldaten wieder mit unverdienten Schlägen traktiert worden war, aus dem Dorfe. In der Ferne erblickte ich Lichter, auf die ich zulief. Im Trabe ging es durch die Aue über Raßnitz und Noeglitz. Es war mitten in der Nacht, als ich dort ankam. Ich glaubte mich hier sicher, denn Roeglitz liegt auf dem Berge, und war daher nicht wenig erstaunt und erschrocken, als ich auch hier französische Wachtposten und dieselben Uniformen erblickte wie in Wallendorf. In früher Morgenstunde schlich ich mich unbemerkt in ein Haus, es war das Nagelsche in Roeglitz. Unten in den Räumen tobten schon Soldaten. Vorsichtig lief ich die Bodentreppe hinauf, um mich dort vorläufig zu verstecken. Ich lief in eine dunkle Ecke und entdeckte dort einen großen Behälter, der, wie sich später herausstellte, ein von Decken umhüllter Bauernkäsekorb war. Er schien mir ein sicheres Verstea und ich kroch deshalb hinein, erschrack jedoch furchtbar, als ich merkte, daß sich schon ein Mensch im Käsekorb besand. Es war jedoch kein Feind, sondern die 12jährige Tochter des Hauses, die, wie es damals aus begreiflichen Gründen in vielen Fällen geschah, aus Vorsicht von den besorgten Eltern im Käsekorb verborgen gehalten wurde. Wir schlossen, nachdem der erste beiderseitige Schrechen vorüber war, einen Freundschaftsbund, welcher dann auch fürs ganze Leben gehalten wurde. Wir wurden ein Brautpaar, und im Jahre 1830 glückliche Eheleute. Man kann sich also auch im Käsekorb finden und doch recht glücklich werden. Die beiden haben im Jahre 1880 die goldene Hochzeit gefeiert und erinnerten sich noch gern jenes ersten Zusammentreffens im Käsekorbe. Sie starben 1882 kurz hintereinander und liegen auch nebeneinander auf dem Wallendorfer Friedhofe begraben. —— Westfalen und Rheinland. * Dortmund, 5. Februar.(Blutiger Streit beim Karneval.) In einem hiesigen Bierlokal entstand in vergangener Nacht unter karnevalfeiernden Gästen ein heftiger Streit, der auf der Straße in Tätlichkeiten ausartete. Hierbei wurde der Rangierer Horstmann durch Messerstiche in den Bauch sofort getötet. Die Täter schleppten hierauf die Leiche mit sich fort und legten sie auf das Straßenbahngleis. Passanten, die später von einem Maskenball heimkehrten, glaubten einen Betrunkenen vor sich zu haben, und trugen den Toten zur Seite. Erst früh morgens entdeckten Polizeibeamte, daß es sich um einen Toten handelte. Sechs Männer und eine Frau, darunter der Haupttäter wurden heute verhaftet. * Dortmund. 5. Febr.(Schwerer Unfall.) Auf der Schiffswerft der Eisen= und Stahlwerke Union fiel gestern der Arbeiter Fritz Reuter, als er einen Kahn besteigen wollte, ins Wasser. Während des Sturzes schlug er mit dem Kopfe gegen eine Bordwand und zog sich eine lebensgefährliche Verletzung zu. Vom Tode des Ertrinkens wurde Reuter durch seine Arbeitskollegen gerettet. * Bochum, 5. Februar.(Schwere Unfälle.) Auf der Zeche Engelsburg stürzte der Maurer Gustav Köhler von einem Gerüst ab. Köhler erlitt schwere Verletzungen, die seine Ueberführung in das Krankenhaus erforderlich machten.— Auf Schacht 2 der Zeche Dannenbaum wurde der Bergmann Balentin Czajinski von einem schweren Steinblock, der sich aus dem Hangenden gelöst hatte, getroffen und schwer verletzt. Er fand Aufnahme im Krankenhause. * Bochum, 5. Februar.(Gänsereiterfest.) In der Nachbargemeinde Höntrop wurde gestern wieder das historische Gänsereiterfest begangen, eino seit mehreren Jahrhunderten gepflegte Veranstaltung, an der sich alle Stände und alle Altersklassen beteiligen. Das Fest wird mit einem Faschingszug eingeleitet, in dem nach dem Kölner Beispiel auch die Funken nicht sehlen und der die mannigfachsten Zeitereignisse parodiert. Im Spelbergschen Busch wurde nachher das übliche Gänsereiten abgehalten, wobei die maskierten Reiter nach einer aufgehängten Gans zu schnappen haben, deren Hals mit Seife eingeschmiert ist. Derjenige, dem es gelingt, der Gans den Kopf vom Rumpfe zu trennen, wird feierlich zum König ausgerufen und darf sich eine Königin erwählen. Ein fideler Gänsereiterball beschloß auch diesmal das Fest. * Bochum, 4. Februar.(Schrecklicher Tod eines Kindes.) Im Hause Vödestraße 7 fiel das Kind der Eheleute Skuza in dem Augenblick, als die Mutter sich umwandte, in eine mit heißem Wasser gefüllte Badewanne und erlitt so schwere Verbrennungen, daß es tags darauf starb. * Wattenscheid, 5. Februar.(Die Dummen werden nicht alle.) Ein drastischer Fall von Gesundheitsbeten hat sich hier zugetragen. Bei einer in der Heinzstraße wohnenden Familie erschien eine ältere Frau, welche mit Spitzen hausierte und sich teilnehmend nach dem Befinden der kränklich aussehenden Frau erkundigte. Als die Frau bestätigte, daß sie leidend sei, empfahl die Hausiererin als bestes Heilmittel das Geber und erbot sich, ihr bei den frommen Uebungen behilflich zu sein. Vorher müßten aber gewisse Formalitäten erledigt werden; dazu gehöre vor allen Dingen, daß alles Geld aus der Wohnung entfernt werde. Die Hausiererin wußte mit solcher Zungenfertigkeit auf die Frau einzureden, daß diese ihr 85 Mark zur Aufbewahrung übergab. Die Hausiererin entsernte sich mit dem Versprechen, in einer Stunde zurückzukommen. Als dann aber Stunde auf Stunde verstrich und die gutherzige Frau nicht zurückkehrte, ging der getäuschten Frau ein Licht auf und sie begab sich zu der Polizei, um dieser über den Betrug zu berichten. Bis jetzt konnte die Hausiererin noch nicht ermittelt werden. * Saaargemünd, 5. Februar.(Große Veruntreuungen.) Der bei der Tonfabrik Utschneider u. Co. in Saargemünd beschäftigte Buchhalter Witzmann ist nach großen Veruntreungen nach Frankreich geflüchtet. Die Unterschlagungen, die bis 1908 zurückreichen, sollen sich belausen. auf 30000 Mark Gegen die Vielrederei im Reichstag namentlich während der Etatsdebatten, schreibt die „Deutsche Tageszeitung“ im Anschluß an einen Artikel Arendts: Man wird dem Abgeordneten Dr. Arendt zugeben müssen, daß derartige Reichstagsverhandlungen eigentlich eine Karikatur sind. Nun würde man sich die Sache noch gefallen lassen, wenn die Redner sich einigermaßen kurz fassen und ihre Wünsche knapp dem betreffenden Reichsamte unterbreiten wollten. Das geschieht aber selten, insbesondere glauben die Redner der äußersten Linken, das, was ihren Acußerungen an Kraft und Inhalt fehlt, durch Langatmigkeit ersetzen zu sollen. Dr. Arendt fühlt sich durch diese Verhältnisse veranlaßt, den Vorschlag zu wiederholen, daß man für solche Etatsreden eine Höchstzeit feststelle, die nur mit Genehmigung des Reichstages überschritten werden dürfe. Wir halten nach wie vor dieses Mittel für unzweckmäßig und für unwirksam. Die Genossen, die dann nicht mehr stundenlange Reden halten dürften, können den Stoff unter sich teilen; und es kommt schließlich auf dasselbe hinaus, wenn ein Genosse eine Stunde oder drei Genossen je zwanzig Minuten sprechen. Der einzige, der in der Lage ist, hier einigermaßen bessernd einzugreifen, ist, wie die Dinge liegen, der Präsident. Er muß peinlich darüber wachen, daß der Redner bei der Sache bleibt. Geschieht das nicht, so darf er sich nicht mit einer väterlichen Mahnung begnügen, sondern muß den abirrenden Redner formell zur Sache rufen. Ist ein solcher Ruf zur Sache zweimal erfolgt und entfernt sich der Redner wiederum vom Gegenstande der Beratung, dann muß das Haus gefragt werden, ob es ihn ferner anhören will. Jetzt sind die formellen Rufe zur Sache im Reichstage überaus selten geworden, während sie in den eisten Jahren des Reichstages, auch unter liberalen Präsidenten, recht häufig waren. Das ist das einzige Mittel, das jetzt gegen die Langrederei angewandt werden kann. Für irgendwelche andere Mittel würde die Mehrheit dieses Reichstages kaum zu haben sein. —— Bunte Chionik. )( Drei Kinder verbrannt. Im Dorfe Pembelec en Begardbei Rennes kam im Hause der Familie Guerl am späten Abend Feuer aus. Ein 7= jähriges Mädchen, sowie zwei Knaben im Alter von 5 Jahren bezw. 14 Monaten verbrannten. Als die bei Nachbarn weilenden Eltern zurückkehrten, fanden sie das Innere ihres Hauses in Flammen. Die Mutter wurde bei dem Anblick der verkohlten Leichen ihrer Kinder irrsinnig. Man vermutet einen Racheakt. Betrogener Betrüger. Vor kurzem wurde der Gemeidesteuereinnehmer Olivier in La Seyme bei Toulon in seinem Arbeitszimmer geknebelt und gefesselt aufgefunden. Er erzählte, daß zwei Verbrecher ihn überfallen und aus der Gemeindekasse 20 000 Franken geraubt hätten. Infolge der Klage einer Versicherungsgesellschaft, bei der Olivier gegen Diebstahl versichert war, wurde gegen diesen eine Untersuchung eingeleitet, die Anhaltspunkte dafür ergab, daß der Diebstahl fingiert war. Olivier wurde gestern abend verhaftet. ) Schweres Brandunglück. In Scebach bei Zürich erfolgte gestern nachmittag in der Fabrik der elektrothermischen Werke, A.=G., eine gewaltige Explosion. Während der Fabrikdirektor Kühne damit beschäftigt war, einen Versuch mit Wasserstoffgas vorzunehmen, explodierte der Rezipient. Kühne war sofort tot. Das Fabrikgebäude wurde durch den Brand vollständig zerstört. Der angerichtete Schaden wird auf 100000 Franken geschätzt. )( Automobilunglück. Bei Lafferde(Braunschweig) fuhr ein Automobil gegen ein über die Straße gezogenes Kabel der elektrischen Lichtleitung. Dadurch wurde ein in dem Wagen sitzender Oberingenieur aus Ringelsheim getötet und der Chauffeur schwer verletzt. Der Wagen wurde beschädigt. 1 Auch ein letzter Wille. Es ist nicht das erste Mal, daß ein Mann in seinem letzten Willen verfügt hat, die Asche seiner Leiche solle in die Ostsee gestreut werden. Daß dies aber der eigene Sohn tun soll, dürfte einzig dastehen. Diese Verfügung hat der freiwillig aus dem Leben geschiedene Gastwirt Steinbach in Oldesloe getrossen. Seine Leiche wurde seiner Bestimmung gemäß im Krematorium in Lübeck eingeäschert; er hatte aber weiter verfügt, daß sein ältester, in einem Orte an der Ostsee wohnender Sohn die Asche ins Meer streuen solle. Dieser Wunsch wird darauf zurückgeführt, daß der Verstorbene bei der Marine gedient und stets große Liebe zur See gezeigt hat. )( Um eine Viehseuche im Keime zu ersticken, wurde in Burgroden(Oldenburg) der gesamte Viehstand(161 Stück im Werte von 75,000 Mark) abgeschlachtet. Die Regierung deckt den Barverlust. Waldesräuschen. Roman von J. Hutten. 40 Ihr guter Zuspruch verfehlte seine Wirkung nicht. Die Kranke versprach, sich still zu verhalten, bis Olga am nächsten Morgen wiederkäme, und dann verabschiedete sich diese. Sie hatte unten nicht lange zu warten, bis der Assessor erschien, um sie abzuholen. Er war zu Fuß gekommen, und ihr war es recht so. Nach kurzer Unterhaltung mit dem Förster, der es sehr bedauerte, sie nicht begleiten zu können, traten sie ihre Wanderung an. Kaum umfing sie rechte Waldesstille, als Bruno einer Begleiterin sein aufgeregtes Gesicht zuwandte. Sie verstand seinen Blick und zog ohne weiteres Erikas Brief aus ihrer Bluse hervor. Er griff hastig darnach und machte ein paar schnelle Schritte, offenbar, um während des Lesens unbeobachtet zu sein. Olga achtete seinen Wunsch und hielt sich, Blumen pflückend, zurück, aber sie war erregter, als sie es selbst für möglich gehalten. Sie fühlte, daß sie diesen Mann hassen müßte, wenn er auch nur die geringste Erleichterung über Erikas Abweisung empfände, und das zu erraten, selbst wenn er sich noch so sehr beherrschen sollte, traute sie sich zu. So gingen sie eine ganze Weile hintereinander, bis Olga ungeduldig ihre Schritte wieder beschleunigte. Sie wußte ja am besten, wie wenig Zeit erforderlich war, um den überwachten Brief zu lesen und seinen Inhalt in sich aufzunehmen. Bei dem Geräusch, das sie absichtlich verursachte, wandte er sich schnell um, barg den Brief in seiner Tasche und sagte:„Verzeihung, gnädiges Fräulein, für die Vernachlässigung. Ich möchte bei Ihneu nicht gern ein zu schlechtes Andenken hinterlassen, wenn ich morgen abreise.“ Das sollte scherzend klingen, aber es hätte nicht gezwungenen Tones bedurft, um Olga aufzuklären, denn der erste Blick, mit dem er sie angesehen, hatte ihr verraten, daß den Mann das inmbefangen:„Schon morgen? Ich hatte da= ihrer Unbefangenheit fand auch Bruno seine Ruhe „Es ist ein fester Entschluß,“ sagte er finster Beim Mittagessen machte er seinen Wirten Mitten wissen, was mich fortreibz. müsse. Da über die Dauer seines Besuches nie ge„Ichewil nichtleugnen, daß schdeg Inbakt voi. mig auHerte s har## eine Vorgeschichre wig äußerte sich herzlich in diesem Sinne; aberwas Erikas Grief weiß, aoer oa ich seine Vorgeschichte nicht kenne, konnte ich nicht ermessen, welche Tragweite er für Sie haben würde.“ Bruno antwortete nicht, und sie gingen lange schweigend nebeneinander, bis erplötzlich den Kopf in den Nacken warf und in einem Tone, der zwischen Bitterkeit und Ironie schwankte, sagte:„Zum Teufel all' die Sentimentalität! Es ist Zeit, daß ich nach der Residenz komme. Unsereins macht sich nur lächerlich, wenn er wie ein ehrlicher Kerl handeln will. Es lebe der Leichtsinn und die Liederlichkeit.“ Obgleich er Olga dabei nicht ansah, fühlte er doch ihren ernsten Blick, der ihn zuletzt zwang, sich „Sehen Sie mich nicht so empört an, gnädiges Fräulein, das Holz, aus dem ich geschnitzt bin, gibt keine Heilige... g. G im m. acht „Ich hätte Sie für einen besseren Beooachter gehalten, Herr Assessor. Empörung kann nicht in meinem Blick gelegen haben.“.#. Sollte es Mitleid gewesen sein: Ich beschwore Sie, gnädiges Fräulein, nur das nicht, es wäre auch Verschwendung; unsereins stirbt nicht an gebrochenem Herzen.“... mann ich eins „Und wenn ich gar nicht Iyrer, wenn ich eines kleinen, blassen Gesichtchens gedacht hätte, in dem ein Paar trauriger, dunkler Augen es mir angeEr hatte sich jäh von ihr abgewandt, und das wig äußerte sich herzlich in diesem Sinne; aber was bedeutete ihm das jetzt?— Den Abend über war er sprühendster Laune, als ob er seinen Freunden den Abschied noch besonders schwer machen wolle; nur Olga ahnte, welche Komödie er sich und ihnen vorspielte, und daß er sich selber zu betäuben suchte. 16. Kapitel. Am nächsten Vormittage fand Olga nicht das Mindeste gegen Erikas Aufstehen einzuwenden und war ihr selbst beim Ankleiden behilflich. Als dann die Mädchen am Fenster einander gegenübersaßen, fragte die ältere nach den Zukunftsplänen ihrer jungen Freundin. „Ich möchte fort von hier,“ sagte diese,„möchte irgendwie in der Welt sehr schwere Arbeit und Pflichten übernehmen, um nicht an mich denken zu müssen, gar nicht zu mir selbst kommen.“ „Und Dein Vater, Deine Tante?“ fragte Olga ernst. Erikas Züge verdüsterten sich. „Ich weiß, wir würden uns gegenseitig sehr vermissen, aber sie hätten doch auch keine Freude an mir, wenn sie merkten, wie mir ums Herz ist. Ich kann mich nicht tagaus, tagein verstellen und eine Gemütsruhe zeigen, die ich nicht besitze.“ „Mit der zurückkehrenden Gesundheit wird Dir freier ums Herz werden. Nur nicht in einer der Mutlosigkeit feste Beschlüsse fassen!“ warnte Olga. Erikas Augen füllten sich mit Tränen. „Wie kann ich hier Lebensmut und Freudigkeit wiederfinden? Ach, Du weißt nicht, Olga, was ich erlebt habe, was mich forttreibt.“ „Aber eines weiß ich— daß man sich selbst nie entflieht. Ueber die schwersten Erfahrungen hilft nur der gute Wille, mit ihnen fertig zu werden, hinweg, und der ist von den äußeren Umständen unabhängig.“ Wie sie dabei so eindringlich und liebevoll der Freundin in die Augen blickte, ging etwas von ihrem Geiste auf diese über. „Ich möchte es überwinden, nur—“ „Das genügt nicht, Du mußt es wollen. Das Möchten und Wünschen bringt nur die Seele in Unruhe, schafft Zweifel und Reue; ein fester Wille allein führt zum Ziel.“ Nach einer kleinen Pause sagte Erika:„Vielleicht liegt es nur an meiner Mattigkeit, daß ich jetzt noch bei der Vorstellung, ich könnte jemand im Wald begegnen—“ „Wenn Du einen bestimmten Jemand, wenn Du Assessor Sonnenwald meinst, der fährt heute mittag von Tarkitten ab und kommt wohl so bald nicht wieder.“ Ein Seufzer der Erleichterung teilte Erikas Lippen, und sie richtete sich strammer auf. „Habe nur Geduld mit mir, Olga, ich hoffe, ich werde viel stärker werden und das Wollen lernen.“— Aehnliche Gespräche fanden alltäglich in Lanzken statt, denn nur selten ließ es sich Olga nehmen, wenigstens für ein paar Stündchen die Freundin zu besuchen. Sie hatte dabei ihre Freude an deren korperlicher und geistiger Genesung. Ihrem guten Zuspruch gelang es, Erika von all' den übertriebenen und abenteuerlichen Absichten, die sie zur Betäubung ihres Kummers sich ausgedacht hatte, allmählich abzubringen, und sie zu dem ursprünglichen Plane, den Lehrerinnenderuf zu ergreisen, gurüczuführen. 198.16 20 Stadttheater Hagen. 6. Febr., abends 7½ Uhr:„Wallensteins Lager“. Ein dramatisches Gedicht von Friedrich von Schiller. Hierauf„Die Piecolo= mini“, in fünf Aufzügen von Friedrich von Schiller. Freitag, 7. Febr.: Konzert. Sonnabend, 8. Febr.: Sonder=Vorstellung. Sonntag, 9. Febr., nachm. 3½ Uhr:„Die Jungfrau von Orleans“, eine romantische Tragödie in 5 Aufzügen von Friedrich von Schiller. Abends 8 Uhr:„Die Polnische Wirtschaft.“ Stadttheater Dortmund. Donnerstag, 6. Febr., abends 7½ Uhr:„Samson und Dalila.“ Große. Oper mit Ballett in drei Aufzügen von Camille Saint=Saens. Freitag, 7. Febr., abends 7½— 10¼ Uhr:„Der Erbförster.“ Trauerspiel in 5 Aufzügen von Otto Ludwig. Sonnabend, den 8. Februar 1913. Nachmittags 3½ bis 5½ Uhr:„Iphigenie auf Taurto.“ Schauspiel in 5 Aufzügen von W. von Goethe. Die Karten vom 1., 2. und 3. Rang sind vom Theaterverein für die Volksschulen bestellt. Abends 8—10½ Uhr:„Der Babier von Sevilla. Komische Oper in 2 Aufzügen von G. Rossini. Sonntag, den 9. Februar 1913. Nachmittags 3½ bis 6 Uhr:„Der Raub der Sabinerinnen.“ Schwank in 4 Aufzügen von Franz und Paul Schönthan. Abends 7½—10¾ Uhr:„Tannhäuser und der Sängerkrieg auf der Warrburg.“ Handlung in 3 Aufzügen von Richard Wagner. — Neuß, 5. Februar. Rüböl 6,00, saßweise 67.50, gereinigtes 68,50 Mark, für 100 Klg. ohne Faß. Rübkuchen große 123, kleine 127 Mark für 1000 Klg., waggonweise.— Naps 1. Sorte 00,00, 2. Sorte 00,00, Aveel 00,00 Mark. Deraltete Ratarrhe auszurotten ist eine recht schwierige Sache. Jeder, der schon einmal mit einem hartnäckigen Katarrh zu kämpsen hatte, kann davon ein Lied singen. Mit den gewöhnlichen Hausmittelchen, wie Hustenbonbons und Pastillen, ist da nicht viel anzufangen. Bei einem einfachen kleinen Erkältungshusten, der sowieso schon nach wenigen Tagen von selbst zu verschwinden pflegt, mögen derartige harmlose Mittel ja ganz gut sein. Aber die Beseitigung eines chronisch gewordenen, alten, immer wiederkehrenden Hustens, der bei dazu Disponierten gar oft den Keim eines viel schlimmeren Uebels in sich trägt, erfordert eine ganz andere Aufmerksamkeit und muß auch mit wesentlich ernsteren Mitteln behandelt werden, die den Feind sozusagen im Innern seines Lagers aufsuchen und ihn dann„von innen heraus" vertreiben. Als eines der besten Mittel zur Beseitigung verartig chronisch gewordener Katarrhe mit ihren Folgezuständen, wie: alter Husten, Verschleimung, Asthma, Bronchialkatareh, Lungenspitzenkatarrh usw. galt schon den berühmten Aerzten des Altertums und gilt noch heute im ganzen Orient der sogenannte Krabische oder Utu=Balsam, der naturreine Harzsaft eines in den Küstenländern des roten Meeres wachsenden Balsambaumes. Dieser berühmte Arabische Balsam war bis zur Entdekkung Amerikas die einzige Droge, der man den Namen„Balsam“ gab, und es beziehen sich daher alle älteren Litteraturangaben in wissenschaftlichen medizinischen Werken in denen von„Balsam“ die Rede ist, ebenso wie die zahlreichen Hinweise der Heiligen Schrift auf den Heilwert des„Balsams“ nur auf ihn. Schon das Wort„Balsam“ zeigt uns die Wertschätzung, in der das Mittel im Altertum stand: das Wort„Balsam“ stammt nämlich aus dem Alt=Hebräischen und heißt soviel wie„König der Oele“. Erst später kamen aus dem neuentdeckten Amerika weitere Balsamarten, wie z. B. der Perubalsam usw., nach Europa, und noch später belegte man sogar eine Anzahl künstlich hergestellter balsamähnlicher Erzeugnisse mit diesem Namen, der aber von Rechts und Gerechtigkeits wegen nur dem Arabischen oder Utu=Balsam zusteht. Daß sich dieser echte Arabische Balsam bisher noch nicht in unserem Heilschatz eingebürgert hat, lag an seiner großen Seltenheit und dem dadurch hervorgerufenen, ganz ungeheuer hohen Preise, der Jahrhunderte hindurch sogar den Preis des Goldes um das Doppelte überstieg. Die Schwierigkeiten der Beschaffung des echten Arabischen Balsams sind indessen seit einigen Jahren durch die Entdeckung größerer Produktionsgebiete behoWeizen neuer 1. Sorte 20,50, 2. Sopte 19.50 Ml. Roggen neuer 1. Sorte 17,90, 2. Sorte 17,50 Mark. Hafer alter 1. Sorte 00,00, 2. Sorte, 00.00, neuer 1. Sorte 18,70, 2. Sorte 17.70, 3. Sorte 14,70 Mark für 100 Klg. Wintergerstc neue 16.50 Mark für 100 Klg. Kartoffeln neue 2,50 bis 3.20 Mark. Heu 3,50 bis 4,00 Mark, Luzerner Heu 4,50 bis 5.00 Mark für 50 Klg. Krummstroh neu 15,00, Breitdruschstroh 1700, Roggenrichtstroh 19,00 Mark für 500 Klg. Kleie 6,20 Mark für 50 Klg. Verantwortlich für die Redaktion Friede. Kraas. Druck u. Verlag von Carl Braus, beide in Schwerte. Königliche Fachschule für die Eisen= und StahlIndustrie des Siegener Landes zu Siegen. Beginn des Schuljahres: 17. April 1913. A. Tagesschule. Praktische Ausbildung in den Lehrwerkstätten (Schlosserei, Dreherei, Schmiede, Formerei, Moben, und heute sind wir, die sich mit der Einfuhr des berühmten Heilmittels seit einer Reihe von Jahren befassen, in der Lage, dasselbe schon zu einem Preise in den Verkehr zu bringen, der seine Anwendung auch Minderbemittelten ermöglicht. Seit wir den echten Arabischen Balsam vor einer Reihe von Jahren in den Handel gebracht haben, hatten zahlreiche Patienten Gelegenheit, denselben zu versuchen, und heute liegen uns schon Tausende von Briefen usw. vor, die ganz unverlangt bei uns, nicht nur von Laien, sondern auch von Aerzten, eingelaufen sind und in denen uns von den gehabten ausgezeichneten Erfolgen berichtet wird. Die Wirkungen des echten Arabischen oder Utu=Balsams, von dem wenige Tropfen pro Tag genügen, sind in Kürze folgende: Der Balsam macht den Auswurf flüssig und vermindert ihn. Infolgedessen hört schon nach verhältnismäßig kurzer Zeit der lästige Hustenreiz und damit auch der Husten auf. Infolge der Entfernung der in dem Auswurf enthaltenen Zerfallprodukte tritt da, wo Fieber vorhanden war, eine Abnahme des Fiebers ein. Aus demselben Grunde vermindern sich auch die Nachtschweiße, die mit der Zeit ganz aufhören. Ein gesunder Nachtschlaf und damit eine Besserung des Allgemeinbefindens pflegt einzutreten. Außerdem wirkt der Utu=Balsam magenstärkend und appetitanregend und bedingt hierdurch eine größere Nahrungszufuhr und dadurch delltischlerei, Klempnerei) neden zeichnerischem fachwissenschaftlichem Unterricht. Aufnahmebedingung: Gute Volksschulbildung und Vollendung des 14. Lebensjahres. Kursdauer: 2 Jahre. Schulgeld 60 Mark jähr. lich für preuß. Schüler, Stipendien für minderde. mittelte und würdige Schüler. Die Reiseprüfung gilt laut Ministerialerlaß als Gesellenprüfung für Schlosser und Schmiede. B. Sonntags= und Abendkurse für nicht mehr fortbildungsschulpflichtige junge Leute der Metallindustrie. Beginn: 13. April 1913. C. Kursus zur Ausbildung von Vorzeichnern süe Blechbearbeitung jeder Art. Jährlich 2zehnwöchig, Kurse. Schulgeld: 20 Mark. Beginn des nächsten Kursus 7. April 1913. Anmeldungen für die Tagesschule jetzt erbeten. Programme und Auskunft kostenlos durch die Direktion: Erler komm. Direktor. auch eine Gewichtszunahme. Der Patient bekommt durch das Verschwinden der katarrhalischen Erscheinungen und durch die Besserung seines Allgemeinbefindens wieder neuen Lebensmut und größere Lust und Ausdauer zur Arbeit. Wer auch noch so viel andere Mittel bisher ohne Erfolg benützt hat, der möge trotzdem einmal in seinem eigenen Interesse einen kleinen Versuch auch mit Utu=Balsam machen. Er wird von der Wirkung des Mittels überrascht sein und den kleinen Versuch so leicht nicht bereuen. Wir senden kostenlos und franko eine Probe des Balsams an jeden, der uns 20 Pfg. für Porto usw. einsendet. Den Herren Aerzten stellen wir zu Versuchszwecken ein größeres Quantum des Balsams kostenfrei zur Verfügung. Morgenländische Drogen=Import=Gesellschaft Berlin W. 15. Bekanntmachung. Der Kreisausschuß des Landkreises Hörde in Hörde seabsichtigt 1. Den von der sogenannten Kuhbrücke zu Westsofen mitten durch seine Weiden nach Ergste führenden Fußpfad nach der südlichen Grenze seines Grundbesitzes o zu verlegen, daß bis zur Beckhaus'schen Weide der vorhandene Fahrweg, und von da ein örtlich durch inen neugesetzten Zaun bereits kenntlich gemachter Weidestreifen den Fußgängerverkehr aufzunehmen hat. 2. Soll der auch von der Kuhbrücke ab durch die rüher Sieberg und Lenninghaus'schen Weiden führende Fußweg an die östliche Grenze dieser nunmehr dem Kreise Hörde gehörenden Weidegrundstücke verlegt werden. Die Einztehung bezw. Verlegung der Wege wird jemäß§ 57 des Zuständigkeitsgesetzes mit der Befründung beantragt, daß die Absperrung des Förderjeländes des Kreiswasserwerks vom Verkehr seitens der Landespolizeibehörde im öffentlichen Interesse gefördert vird, und daß der Verkehr ohne Beeinträchtigung von Verkehrsinteressen auf die anderen Wege gewiesen verden kann. Ausführungsplan pp. über die Verlegung der Wege liegen auf dem hiesigen Bauamte während der Bürostunden vom 8. d. Mts. ab 4 Wochen lang zu jedermanns Einsichtnahme auf. Etwaige Einsprüche ind während dieser Zeit hierselbst geltend zu machen. Westhofen, den 3. Februar 1913. 777 Die Wegepolizei=Behörde. v. Daniels. Jeder Kranke oder seine Angehörigen beachte! Durch neue Diagnosen— Augen, Hand, Urin— kann ich viele innere Krankheiten erkennen. Auf Grund langjähriger Studlen und Prüfungen und mit Hülfe naturgemässer Heilweise, sowie neuer Stärkungsund Blutreinigungsmittel behandle Krankheiten des Blutes. der Nerven und Haut. Magen, Darm, Herz, Lungen- und Leberleiden. Bei Gallenstein, Krampf, Beseitigung der Schmerzen in 1—8 Stunden ohne Morphium. Krebs und Schwindsucht sind im ersten und zweiten Stadium heilbar, und können Kranke sich vertrauensvoll an mich wenden. Schüler in Augendiagnose und meiner Heilmethode werden ausgebildet. Sprechstunden von 3—6 Uhr nachmittags, Sonntag geschlossen. 66 Hanna Madaus, Geisenkirchen, Schalkerstr. 9. wird vollkommen rein, von Blut, Eiter und sonstigen Flecken befreit und gründlich desinfiziert durch Persil das selbsttätige Waschmittel Besitzt stark desinkizierende Wirkung selbst bei niedrigen Temperaturen von 30—40· C. und macht die Wäsche keinirei.. Gejahrlos in der Anwendung und garantiert unschäulicn. Geberall erhlltlich, niemals loss. nur in Original-Paketen. LgmlggI' HENREL& Co., DUSSELDORF. Ruch Fabrikanten der allbeliebten HIElkelS Bleich-Soda. * Sie glauben= doch nicht im Ernst, daß es einem Geschäftsmann einfällt, sich eine Adresse aus dem Inseratenteil zu notieren, indem er annimmt, das Inserat könnte nicht zum zweitenmal erscheinen? Man sagt sich vielmehr, wenn ich die Adresse benötige, werde ich sie schon im Blatte wiederfinden: setzt man doch auch voraus, daß die Inserate mehrmals erscheinen. Der erfahrene Inserent gibt darum seine Anzeigen stets laufend in der„Schwerter Zeitung“ auf, denn er weiß, daß sich dann die Kosten wirklich bezahlt machen. Wenn er auch zuerst den Erfolg nicht spürt, endlich trifft er doch den Zeitpunkt, wo seine Interessenten Bedarf für den angekündigten Artikel haben und sich Offerte machen lafsen. Inserenten, die da glanben, schon mit einmal oder auch zwei= oder dreimal einen Artikel genügend empfohlen zu haben, werden selten mit ihrem Erfolg zufrieden sein. Die Leser haben nämlich mehr zu tun, als sich die Adressen aus dem Anzeigenteil zu notieren oder alte Nummern nachzuschlagen. MalzExtract-Biet Kraftbier, reich an Extractgehalt ¾%s, arm an Alkohol 10s0 empfiehlt Tärt Kussia Gasthof„Zur Helle“ — Telebhon 521.— Otto Marx’s 3 Mark-Korsett ist das beste. Hamburger Engros-Lager Schwerte, Ostenstrasse 20. Die Backwaren der Schwerter Brotfabrik wie Hochfeine Bauernstuten à 45 Pfg. Pumpernicke! Pfundweise geschnitten 20 Pfg. Hochfeine Sandkuchen 25, 45, 50 Pfg. Macronengebäck für Tee und Wein 5 Stück 10 Pfg. bringe ich in empfehlende Erinnerung. Frau H. Heierboft. Inserieren P Knorrs Juppen. 3 Teller 10 Pfg. 5 Spargel, Blumenkohl, Goulasch, u Hausmacher, Königin etc. Blitz-Bouillon-Würfel 10 Stück 25 Pf., empfiehlt 7 Carr Trog. Die„Deutsche Gesellschaft zur Verbreitung guter Bücher“ (Ehrenpräsidium Reichskanzler Fürst von Bülow) wird vielseitig unterstützt und will Romane und Hovellen bester. Autoren in jedes Haus als Bibliothek zur Unterhaltung und Bildung einführen. Man abonniert halbjährlich und jederzeit kann begonnen werden bei dem Bevollmächtigten Herrn M. Bud, Berlin W 15 für Mark 8.— auf 6 gebundene Werke, Mark 2,25 auf 6 broschierte Werke. Monatlich wird je ein Band, selbstverständlich als Eigentum d. Bestellers, portofrei zugestellt.— Zuerst werden gellefert: 7337 Kolonistenvolk, Roman von Gabriele Reuter. Duell— aus verstreuter Saat, Romane v. Brust Wichert. Gewissensqual u. andere Erzählungen v. August Strindberg. Exotische Gesetzichten von Anton von Perfall. Dämon Welb, Re.san von Hermann Heiberg. Dunkle Mächte, Roman von Victor Blüthgen. Die ersten vier Bände sind bereits versandfertig und werden auf Wunsch sogleich zusammen geliefert. Der entfallende Betrag ist durch Postanweisung einzusenden oder wird bei der ersten Lieferung durch Nachnahme mit 30 Pf. Zuschlag erhoben. Re Weniger Glück hat dagegen der reiche Brauer Nünchov gehobt, der die Greig, gegeben, Mißzernten, "-shalb wunderte sich auch nie. aug sich auch niemand, daß Tolt*, die hübsche, blonde Grete, zur Lehrenn auUnd aus den Kindern dieser erwachsene Leute, und es fügte Pöoter einander lieb geRünchow und der funge Friz.„ sg biesten auch sie wannen; und wie einst die Elter.,„# das Glück ihrer jungen Herzen geheim, so rug Aber Papa Wolter hatte ein scharfes etwas. Und so rief er denn eines Tages seinen Jungen zu sich ins Bureau, und zwang ihn, Farbe z Da war denn natürlich an ein e Aroigem Fritz Und nun ging Papa Wolter mit seinen### zu Als ader der alte Volter der Frau Müigeigen Gaist; stille Träne im Auge,— aber anderer etwas. K#ER # ESE # 8. 8 S## Bearbeitet von E. Schallopp. Aufgabe Nr. 304. Von P. F. Blake in Liverpool. (In einem englischen Problemturnier preisgekrönt.) Schwarz: 10 Steine. ab 0* g h Weiß: 6 Steine. Weiß zieht an und setzt im 2. Zuge matt. 405—591 7 4OXEPS•7 400—19(1•7 479—1901 ·7 49—L·7 400XtPS ·7 4c2X180 7 4—1901•3 40X79T ·3 Suogu 9X98C 99—9□ 99—9c 95—920 (90) 80—90— 99—VI #X(8 9)90 **** 7 ***** ***** *** ***** ***** **** ***** 9.—99 Partie Nr. 307. Turnierpartie, gespielt zu Wilna am 3.(16.) August 1912. Weiß: Hromadka, Prag.— Schwarz: A. Wait, Riga. Französische Partie. Weiß: Schwarz: 1. e2—64 67—66 2. Ddl—e2 Diese interessante Fortsetzung in der Französischen Partie wird heutzutage bei ernsten Gelegenheiten, sehr selten gespielt. In gorin's Händen bildete si einst eine gefürchtete Waffe. 2. c7—05 Von Dr. Tarrasch wiederholt empfohlen. 3. g2—g3 Sb8—c6 4. L11—82 47—06 5. 42—03 Sg8—f6 Sc6—44 ist für Schwarz, nach 6. De2—dl nebst Sgl —e2 und 12—f4, mit einem unvorteilhaften Tausch auf e2 verbunden. 6. Sb1—c3 L18—e7 7. Sgl—h3 0—0 8. 12—14 Lc8—47 Hier sollte 46—05 geschehen; Schwarz will aber den f=Bauern vorstoßen. 9. 0—0 S16—e8 10. Kgl—hl f7—15 Zu früh. Schwarz hatte hier die Absicht, nach 11. et Xf5 mit Sc6—04 nebst SaXf5 fortzufahren, übersah aber, daß dann der Bb7 ohne jede Kompensation verloren F. 84 81 12. Sc3—05 Der Springer steht mächtig; es droht überdies Bauernverlust. 12.. Le7—f6 13. Sh3—g5! Sc6—44 Erzwingt geradezu das folgende Opfer von Weiß. 13. g7—g6(verhindert Dh5 und befreit das Feld g7) wäre verhältnismäßig noch am besten. 14. De2—h5 h7—h6 15. Dh5—86 Ein korrektes, weitberechnetes Springeropfer. 15... h6Xg5 16. 14Xg5 L16—e5 17. Dg6—55 g7—66 Oder 17..... L07-c6 18.g5—g6 Se8—16 19. S05 X16+ T18Xf6 20. Dh5— b7+ Kg8—18 21. Lcl—g5 und Schwarz leistet noch einigen Widerstand. 18. Dh5Xg6+ Se8—87 19. Dg6—h6 Kg8—17 20. g5—g6- Kf7—e6 Auch nuch K/7—es ist Schwarz verloren. 21. Lcl—g5 T18—b8 22. Lg5X08 Ta8Xd8 23. Dh6—g5 Aufgegeben. (Nach dem„Rigaer Tageblatt"; die Anmerkungen sind vom Führer der schwarzen Steine.) Treffende Antwort. an und geriet größte Verlegenheit. Anstatt nun „Das glaube ich gern, gnädige Frau, Antwort des Arztes,„aber Sie sind ja auch nein junges Huhn.“ Auflösung des Rebus aus voriger Nummer: Wer mehr verspricht, als er halten kann, ist leichtsinnig. 5 Unterhaltungs=Beilage zu Nr. 31. Donnerstag, 6. Februar 1913. Das Calten der Vorsehung. Roman von H. Hill. (11. Fortsetzung) „Das ist atemlos.„So er Punkt, an dem er diese Entdeckung machte, war etwas oberhalb des Weidenhauses, genau Geggehenguste Mündung des kleinen Nebe.-rasses, dessen schattige Uferweiden einladend zum Ausruhen winkten. Herr Fellow schön kühl, und ich brauche gier ga bune erier den Baumen anigsen Lundsen en pe. vn. Nachher könner ur uns tung. flußabwärts, treiben lassen, und in dem Gasthaus dort unten zum Mitlägessen einkehren. Fräulein Bley war bsggietzt mit dem wiefig außerordentich zurieden. Alsgeit, und war ohne von einer sehr vortelhasten zux den Jockei. Herrn einem großartigen Essen bei Milano zu führen, zu treffen. Der junge Jockei, der bereits auf dem nicht halb so aufmersam. Und so warsie denn in der Laune, alles nett und angenehm zu finden, und ging o Her Fellow nahm also die Ruder wieder auf, und das kleine Boot tanzte wie ein lustiger Schmetterling über das glatte Wasser des schmalen Flüßchens. Der Ort war so still und feierlich, wie das Schiff einer Kathedrale, und wie dort vereinzelte Sonnenstrahlen durch die gemalten Fenster fallen, so drangen sie hier durch das dichte, grüne Laub der Bäume. Passen Sie auf,“ rief Bella plötzlich,„ich glaube, ich habe an dem falschen Seil gezogen. Nein, nein, es ist schon gut. Wir kommen daran vorüber. Aber fast wären wir in das sonderbare, alte Ding da hineingefahren. Was ist es denn? Es sieht aus wie ein Fellow schaute sich um und hörte sofort zu gußern Sie, so ein Ding, in dem die reichen Leute die Sommermonate zubringen. Aber dies hier scheint mir verlassen (Nachdruck verboten.) und verfallen. Ich hätte Lust, es zu besteigen und mir das Innere ein wenig anzusehen. Soll ich mittommen?“ frogtgefielo. 4 guerst Na, ich glaube, es ist schon.. Tertgnate am alein gebe, meinte hr Begt=gang,: Sie das Boot Ende doch jemand darauf sein. Hungen an der Seite fest, ich bin sofort zurück. venig über der Waserhinithergelangen. Seine Voraufallender Weise. Er war kaum unter Deck heraufgestürzt und warf sich mit solcher Wucht in das ergriff er die Ruder und begann, sie sofort mit allen „Was haben Sie denn?“ fragte Bella erstaunt. „Sie sind ja so weiß wie mein Taschentuch und zure am ganzen Körper. Ihr Verehrer warf ihr einen merkwürdigen Blick da gelegen haben, wie mir scheint, und di bat mir ein bischen übel gemag ghret aus.„Alfred.“ Das Mädchen stieß einen Schl., aus rief sie,„wie schrecklich: Was werden Sie denn jetzt tun? „Sofort nach Maidenhead zurückrudern und der Polizei Mitteilung machen. Ee Iptzin pige perzenige, sehr angenehme Geschichte, aber ich ein nicht derjenige, der sich einer Pflicht entzieht,“ meinte er in einem Ton edler Selbstverleugnung, der nicht recht zu ihmr. gaßt, „Sie brauchen sich aber nicht zu ängstigen, It##in Bella, Sie werden gar nicht hineingezogen, ich ales auf meine eigenen Schultern. patten di, beiden Ungefähr eine Stunde später halten die eeiren Sonntagsausfügler die Poliszectochen, gelom allein Bella wartete draußen, während Feer# Er hate sich unterdessen etwas von dem grauenhaften Anblick erholt und betrat das Bureau mit dem Guten Tag, alter Freund; Sge g e 95 2 217 S5 5# 85553 S S 3 5SE B 8552 .S 28 8 S 4. *• 5E SÄERE S SONES 87 8 # S Sgmsrgsn SSyEST S 89.— tinn F 8 — werden mir zugeben, daß die Entdeckung gutes Geld wert ist." Der Wachtmeister starrte den ziemlich gewöhnlich aussehenden jungen Menschen, der mit den Allüren eines Lords auftrat, erstaunt an und war geneigt, seine Rede für einen schlechten Scherz zu halten. Als ihm aber dann einfiel, daß der Gatte der verschwundenen Dame ganz in der Nähe wohnte, kam ihm die Sache schon glaubwürdiger vor. „Wo haben Sie die Leiche gefunden,“ fragte er in strengem Amtston. Herr Fellow antwortete mit einer Frage.„Die kleine Villa dort am Ufer hinter den Weiden gehört doch Sir Paul Lyster, nicht?“ Der Wachtmeister nickte. „Nun also, ein wenig oberhalb der Villa," fuhr Herr Fellow fort.„Sie kennen ja wohl die Gegend und wissen, daß dort ein kleiner Nebenfluß mündet. Und auf dem Flüßchen liegt ein altes Hausboot, ungefähr in dem Zustand, in dem wir beide in etwa fünfzig Jahren sein werden, nämlich mehr als halb verfault. Dort, in einer der Kabinen, liegt die Leiche. Ich war natürlich auf einen derartigen Fund nicht vorbereitet, ich bin mit einer jungen Dame hierhergerudert, wir hatten die Absicht, den Sonntag auf dem Wasser zuzubringen, und als wir in die Nähe des alten Dings kamen, da packte mich die Neugier, und ich wollte es mir ein bißchen näher ansehen. Aber wie dem auch sei, auf jeden Fall habe ich die Belohnung verdient, und ich mache hiermit meine Ansprüche geltend.“ Der Wachtmeister stellte noch ein paar Fragen, schrieb sich Fellows Adresse auf und erhob sich dann. „Es ist gut,“ sagte er.„Aber ich rate Ihnen, sprechen Sie mit keinem Menschen von der Sache, wenn Sie sich nicht Ihre eigenen Chancen verderben wollen. Ich werde sofort nach dem Polizeipräsidium telephonieren, damit der Beamte herausgeschickt wird, in dessen Händen die Angelegenheit liegt. Und wenn ich Sie wäre, würde ich mich nicht länger hier aufhalten. Wenn Sie mir folgen, so begeben Sie sich so schnell wie möglich nach London zurück und erwarten dort das weitere. Wenn die Sache stimmt, werden Sie bald genug von uns hören.“ Und in der Hauptsache befolgte Herr Fellow diesen freundlichen Rat, von dem er nur so weit abwich, als er zuerst mit Fräulein Bella Bley in dem Gasthaus ein Mittagsmahl einnahm. Dann aber fuhren sie mit dem nächsten Zug nach London zurück. Er verriet ihr nicht, welche Entdeckung er gemacht zu haben glaubte, noch sagte er etwas von seinen Hoffnungen auf die große Belohnung. Er ermahnte sie, nichts von ihren Erlebnissen zu erzählen, sonst würde sie bei der Totenschau, die abgehalten werden müßte, als Zeugin vorgeladen werden, und das wäre ihr doch wahrscheinlich nicht angenehm. Und damit war Fräulein Bella ganz einverstanden. 10. Kapitel. Das Schwert fällt. Während Herr Fellow die schauerliche Entdeckung auf dem alten Hausboot machte, saßen Paul Lyster und sein Gast, der Kapitän Walter Charlock, nicht zweihundert Meter entfernt davon auf dem Rasenplatz vor dem Weidenhaus. Der Kapitän war am Abend vorher in seinem Motorboot angekommen, und dieses lag nun mit Pauls Boot zusammen an dem Anlegesteg, der zu der Villa gehörte. Charlock hatte die Erwartungen, die sein Gastgeber auf ihn gesetzt hatte, vollständig erfüllt, er hatte ihn auf andere Gedanken gebracht und ihn wenigstens auf Stunden vergessen lassen, daß er ein Ausgestoßener war, der auf den Verkehr mit seinesgleichen verzichten mußte. Die beiden Herren hatten am Abend vorher bis lange nach Mittemacht Pikee gespielt, und Paul, der gar kein besonders guter Spieler war, hatte die Freude erlebt, zirka dreißig Pfund zu gewinnen, was durchaus nicht zu verachten war. Und heute morgen, nach dem Frühstück, hatte Charlock eine Fahrt in dem Motorboot mit ihm gemacht und hatte sich die erdenklichste Mühe gegeben, ihn in den Mechanismus einzuweihen, worauf es Paul auch tatsächlich gelungen war, das Boot selbst zu steuern. Als sie dann zurückgekommen waren, hatte Charlock großes Interesse an Pauls Gemüsegarten gezeigt und hatte seine Anerkennung über den jungen Kohl ausgesprochen, der in einem nett hergerichteten Beet zu sprossen begann. „Ja, das ist meines treuen Joe neueste Manie," lachte Paul.„Als wir im vorigen Monat hierherkamen, stürzte er sich sofort mit Feuereifer auf die Gärtnerei, und man konnte ihn morgens, mittags und abends damit beschäftigt sehen. Aber er ist es ziemlich bald müde geworden, oder vielleicht konnte er auch meine Neckereien nicht vertragen. Sie hatten ihren Spaziergang bis auf die Wiese ausgedehnt, und Charlock hatte sofort das verfallene Hausboot unter den Bäumen entdeckt. Er hatte erklärt, daß der Anblick dieses einst eleganten Wohnplatzes fröhlicher Menschen, der da jetzt vergessen in dem abgelegenen Gewässer verfaulte, eine merkwürdige Anziehung auf ihn ausübe, und hatte den Wunsch geäußert, an Bord zu gehen. Aber Paul hatte die Idee von sich gewiesen.„Was wollen Sie denn an dem alten Kasten sehen?" fragte er.„So eine Ruine ist wahrhaftig kein schöner Anblick. Und man überläßt sie besser den Würmern, die auf jeden Fall schon ihr Wesen in dem faulen Holz treiben. Und außerdem ist es so scheußlich heiß. Aber— wenn Sie es ernstlich wünschen, dann werde ich Sie heute abend hinüberrudern, wenn die Sonne nicht mehr so hoch steht.“ Charlock meinte, eine solche Anstrengung sei gar nicht nötig, denn sie könnten ja das Motorboot benutzen. Aber er stimmte mit seinem Wirt darin überein, daß die Fahrt gegen Abend wohl angenehmer sein dürfte. So wurde die Sache fallen gelassen, und sie ließen sich wieder auf dem Rasenplatz nieder, wohin der immer aufmerksame Huxtable ihnen eisgekühlte Getränke brachte. Sie unterhielten sich damit, die Sonntagsausflügler zu beobachten, die in Ruder=, Dampf= und Motorbooten vorüberkamen, und so war etwa eine Stunde vergangen, als Charlock plötzlich mitten in einer Bemerkung abbrach, einen Feldstecher ergriff, der auf dem Bambustisch lag, und scharf nach dem Wasser hinüberschaute. „Das Boot ist aber nicht sehr weit gefahren," meinte er,„es kam erst vor ungefähr zwanzig Minuten hier vorüber und fährt schon wieder stromab. Der Kerl in dem bunten Sweater, der am Ruder sitzt, ist ja nichts Hervorragendes, wie mir scheint, aber das Mädel am Steuer ist eine schneidige, kleine Person. Wir wollen sie einmal ein bißchen näher betrachten.“ Er verfolgte den Lauf des Bootes ein paar Meter weit, dann legte er mit einem unterdrückten Ausruf das Glas hin. „Was haben Sie denn?" warf Paul nachlässig hin, „haben Sie einen eleganten Börsianer entdeckt, der mit seiner geliebten Barmaid einen Ausflug macht?“ Charlock lachte gezwungen.„Das gerade nicht. Ich kenne den Kerl überhaupt nicht. Aber das Gesicht des Mädchens kommt mir bekannt vor. Ich kann mich nur gar nicht besinnen, wo ich sie schon gesehen habe. Wahrscheinlich auf der Rennbahn. Damit sprach Herer Charlock eine ganz direkte Lüge aus, denn er mußte doch den Ausdruck des Erstaunens erklären, der ihm entschlüpft war, als er Fräulein Bella Bley am Steuer des Bootes entdeckt hatte. (Fortsetzung folgt.) 5 K Junge Liebe. Novelette von Johann Wunner. (Nachdruck verboten.) In dem kleinen märkischen Städtchen regte sich alles, was jung und lustig war, denn die schöne Zeit der Tanzstunde begann. Würdevoll und doch graziös schreitet der Tanzmeister durch die Straßen des Städtchens, klopft überall an in den Häusern, wo er junges Blut vermutet, macht seine Aufwartung, preist die Vorteile der Tanzstunde und der Anstandslehre, und wenn die knauserigen Papas absolut nicht herumzukriegen sind, dann läßt der gewandte Herr seine letzten Minen springen, steckt sich hinter die Mamas, spricht von einflußreichen Bekanntschaften, die den Töchtern eine gute Zukunft sichern, sagt auch wohl gar, daß schon manche Partie unter seinen wachsamen Augen zustande gekommen ist,— na, kurz und gut, er redet so lange und so eindringlich, bis man zusagt, die Kinder zu ihm in die Tanzstunde zu schicken. Die Kinder aber standen währenddessen an der Türspalte und horchten herzklopfend, wie das Resultat der Verhandlung war. Und als nun endlich der Papa seine Einwilligung gegeben hat, da wird die Tür aufgerissen, und junge, schlanke Arme umfassen den„lieben Papa“, und des Jubels ist gar kein Ende. Grete Hallmeyer war sechzehn Jahre, sie war die einzige Tochter reicher Eltern. Fritz Wolter war zwanzig Jahre und war der einzige Sohn braver, aber armer Leute. Auch sie beide nahmen teil an dem soeben zustande gekommenen Tanztursus. Die Eltern der beiden jungen Leute kannten sich wohl, wie in einer kleinen Stadt ja jeder den anderen kennt,— sie grüßten einander auch, damit aber war die Freundschaft zu Ende, denn reiche Leute konnten eben mit armen nicht gut Verkehr unterhalten. Anders jedoch die Kinder; sie kannten einander von frühester Jugend an, sie hatten zusammen gespielt, sich gefreut und gezankt, dann sich ewige Freundschaft geschworen, dann sich jämmerlich verhauen und schließlich sich wieder versöhnt. So waren sie Spielgefährten gewesen, ohne daß die Eltern davon wußten, denn jedes von ihnen hatte daheim von der Bekanntschaft geschwiegen, weil sie ahnten, daß die Eltern sie trennen würden. Nun waren sie groß geworden; sie hatte die Selecta hinter sich, und er war Buchhalter in dem einzigen Bankgeschäft des Städtchens; jetzt kamen sie zwar nicht mehr zusammen; nur am Sonntag auf der Promenade sahen sie sich flüchtig, dennoch aber wußte jedes von beiden, daß die Freundschaft der Seelen nicht zerrissen war. Und jetzt hatten sie beide zusammen Tanzstunde. Natürlich war er„ihr Herr“. Das war so selbstverständlich, daß darüber von beiden Seiten erst gar keine Frage gewechselt worden war. Er kam, machte ihr seine Verbeugung, und wenn sie ihre Hand leicht auf seinen Arm gelegt hatte, zog er ihren schlanken Leib an sich, und so hüpften sie nach den Klängen einer klagenden Violine durch den Saal. So lachten sie, trieben Scherz zusammen und neckten sich weidlich, amüsierten sich aber königlich. Jedesmal, wenn eine neue Stunde begann, kam er mit einem kleinen Sträußchen und wachte mit Argusaugen, daß kein anderer sie ihm vor der Nase wegengagierte. Dann stürzte er auf sie zu, und dann war sie während der ganzen Stunde„seine Dame“. Oft, mitten im Tanz, kam es wohl vor, daß er ihre Hand fester drückte als sonst, dann lachte sie, gab ihm einen Klaps auf die Hand und sprach von gleichgültigen Dingen. Einmal aber, als sie von den anderen entfernt tanzten, drückte er einen Kuß auf ihre Hand, und da wurde sie rot und fand kein Wort des Scherzes,— aber er war so beglückt, daß er an sich halten mußte, um ruhig zu bleiben.———— Sonst wurde sie jeden Tag nach Schluß der Stunde von dem Dienstmädchen abgeholt; eines Tages aber kam dies Mädchen nicht pünktlich an, und da geleitete er sie nach Hause. Als sie nun Arm in Arm so durch die abendstillen Straßen des Städtchens hingingen, da fanden sich plotzlich ihre Hände zu einem innigen Druck zusn, und im gleichen Augenblick hatte er seinen Aggger sie geschlungen und sie geküßt. Doch wenige Mizuen höchsten Glückes waren es nur gewesen, die diese jungen Herzen eben durchkostet hatten, denn diesem kurzen Traum folgte ein jähes Erwachen. Die Frau Mama der Kleinen erschien ganz unerwartet,— sie wollte der Tochter entgegengehen, weil das Dienstmädchen plötzlich trank geworden war,— und nun mußte die würdige Dame es erleben, daß ihr einziges Töchterchen, die Erbin einer Viertelmillion von diesem armen Schlucker geküßt wurde. Aber die brave Mama war energisch genug, jede Hoffnung gleich im Keime zu ersticken; sie riß ihr Kind an sich und warf dem verblüfften Jüngling einen solchen Wutblick zu, daß ihm jedes weitere Wort unmöglich gemacht wurde. Von diesem Tage an kam Grete nicht mehr in die Tanzstunde, und acht Tage, später wurde sie zu Verwandten nach der Hauptstadt geschickt. Kein Wort, kein Abschied, keine Hoffnung für den armen Verliebten. Der lief nun umher wie ein Rasender, erst jetzt wußte er, wie lieb er das Mädel gehabt hatte; und nun er sie für immer verloren, nun packte ihn eine solche Wut, daß er am liebsten mit aller Welt sich herumgeschlagen hätte. Zu seinem Glück aber wurde er gerade um diese Zeit mit Arbeiten überhäuft, daß ihm gar keine Minute blieb, über seine eigenen Angelegenheiten nachzudenken. Und so kam er über die ersten schmerzlichen Wochen verhältnismäßig leicht hinweg. Kaum ein halbes Jahr später wurde Grete mit dem reichen Brauer Münchow verlobt. Als Fritz dies hörte, bäumte sich der alte Trotz noch einmal in ihm auf, aber nur für Minuten, denn er sah ein, daß er mit Resignation sein Schicksat ertragen mußte; und so schluckte er all seinen Groll und Kummer herunter, damit niemand ahnte, mit welchen Hoffnungen er sich einst getragen hatte. Eins aber hatte er aus diesem Erlebnis doch gelernt; er wußte nun, was die Welt regierte; Geld, immer wieder nur Geld! Und deshalb begann er nun mit fieberhafter Anstrengung zu arbeiten, um aus der Enge der Armut und der Abhängigkeit herauszukommen, um ein reicher Mann zu werden, und dereinst seinen Schmähern zeigen zu können, daß man auch aus eigener Kraft etwas werden kann. ** * Seitdem sind nun viele Jahre vergangen. Das Glück ist eine unberechenbare Dame; wer heute noch ihr Liebling ist und himmelhoch in Wonne und Zufriedenheit schwelgt, der kann morgen schon klaftertief hinuntergeschleudert sein in den Abgrund des Elends, während ein anderer, der bisher in Kummer und Sorge sein Dasein kümmerlich fristete, mit einem Schlage zur Höhe des Lichtes emporgehoben wird. Ein ewiges Auf und Nieder! So schafft das Leben die prächtigsten Romane. Auch Fritz Wolter hat dies erfahren. Getreu seinem Vorsatz hat er mit unermüdlichem Fleiß gearbeitet und die Augen offen gehabt, um jede Gelegenheit, vorwärts zu kommen, auszunutzen. Und das Glück ist seinem Unternehmen treu geblieben. So ist er emporgekommen. Noch jung an Jahren war er schon ein wohlhabender Mann, und jeder im Städtchen begegnete ihm mit Hochachtung. Er hat ein liebes und braves Weib bekommen, und der Himmel hat seine Ehe mit einem prächtigen Knaben gesegnet. Nr. 31. Seite Scpater Zettung. ttutlicher Koeichlatt) Lonaerstg den k. Jehmar 1611. Zwei Dresdener empfehlen die schrung eines neuen Anleihesgstens. Ein Ingonteur überreicht Vorschläge für eine mathematiie Berechnung der Steuerstufen. Die Papier= und Schreibwarenhändler sordern die Einschränkung Verkaufs von Wohlfahrtspostkarten. Ein Berner bittet um Anstellung. Was soll da der Reichsdan3 Die bayerschen Uhrmacher wollen den sausterhandel mit Gold= und Silberwaren, Bruchund Bruchsilber sowie Taschenuhren verbiezen. Ein Herr R. aus Dresden verlangt die Gestattung des Anpreisens antikonzeptioneller Mitul in den Kolonien. Zahlreich sind Eingaben geImpfgesetz und die Forderungen von Personen, die glauben, durch das Impfgesetz Schaden erlitten zu haben, und die nun Entschädigung wollen. Ein Stuttgarter regt die Monopolisierung der altoholfreien Getränke an. Ein Fräulein B. aus Oppeln empfiehlt die Besteuerung der Verlobungs=, Vermählungs= und Geburtsanzeigen. Mehrere Augsburger treten für die Einführung der Verhältniswahl zum Reichstag ein. Zwei Brüder in Altona bitten, zur Förderung der Friedensbestrebungen sämtliche Parlamente zu einer Konferenz nach dem Haag einzuberufen. Ein Rechtsanwalt eine Beschwerde des Fürsten Blücher von Wahlstatt über unvechtmäßige Steierbelastung durch österreichische Behörden. Ein Brieger, in der Heimat nicht gefällt, bittet um seine Ueberjührung aus dem Gerichtsgefängnis zu Brieg nach Berlin. Ein ehrgeiziger Schlesier wünscht die Verlethung des Allgemeinen Ehrenzeichens an seine eigene geschätzte Persönlichkeit. Ein will das Postgebäude für seine Stadt an einer anderen Stelle haben, als wie die Postverwaltung vorschlägt. Frau Maria Gläsle bittet um Maßnahmen gegen den Mißbrauch geistiger Getränke. Frau W. in Breslau führt Beschwerde über eine schlechte Eilbriefbestellung. Ein Herr in Schöneberg empfiehlt sich zur Lieferung von Luftschiffen an das Reich. —— Letzte Drahtmeldungen Aus Versehen erschossen. Wilhelmshaven, 6. Febr. Auf dem Kreuzer„Moltke“ schoß ein Maat einen Matrosen mit seinem Dienstrevolver, der versehentlich mit scharfen Patronen geladen war, durch die Brust. Der Matrose ist im Lazarett gestorben. Ein Zwillingspaar durch Rattengist umgekommen. Hamburs, 6. Febr. Nach dem Genuß von Rattengist starben hier kurz nacheinander die 9 Jahre alten Zwillinge des Arztes Dr. med. Hirsch in der Schlüterstraße. Es wird angenommen, daß das von einem Kammerjäger ausgelegte Rattengift mit der für die Kinder bestimmten Milch oder andern Speisen auf irgend eine Weise in Berührung gekommen ist. Eine sie benköpfige Familie durch Leuchtgas vergiftet. Prag, 6. Febr. In seiner Wohnung wurde gestern abend der Gastwirt Husack mit seiner Frau und 5 Kindern durch Leuchtgas vergiftet aufgefunden. Alle 7 Personen waren tot. Der Gastwirt, dem vorgestern sein ganzes Inventar versteigert worden war, hatte den Gasschlauch durchschnitten und dann offenbar mit seiner ganzen Familie den Tod erwartet. Schweres Unglück beim Fußballspiel. London, 6. Febr. Bei einem Fußballwett= spiel in Sunderland ereignete sich gestern vormittag ein schwerer Unfall. Auf dem Dache eines Kohlenschuppens standen etwa 200 Personen, auch Kinder. um dem Spiel zuzusehen. Plötzlich stürzte das Dach ein, wodurch eine Anzahl von Personen verletzt wurden. Acht Personen mußten ins Krankenhaus gebracht werden. Drama inder Kaserne. Petersburg, 6. Febr. In Kiew wurde der Hauptmann Iwanow vom 9. Eisenbahn=Bataillon von einem Hornisten, dem er Urlaub verweigert hatte, erschossen. Darauf erschoß der Mörder sich selbst. Drohender russisch=chinesischer Zusammenstoß. Petersburg, 6. Febr. Die Anzeichen für einen russisch=chinesischen Zusammenstoß im Frühjahr mehren sich. Viele Kaufleute des Transbaitalgebietes beginnen mit der Liquidation ihrer chinesischen Geschäfte, ebenso die Chinesen, die offen erklären, daß der Ausbruch des Krieges zum Frühjahr unvermeidlich sei. Am Freitag trifft hier der Spezialgesandte des Dalai Lama ein, um mit der russischen Rezierung und der in Petersburg weilenden mongolischen Gesandtschaft über Tibet zu verhandeln. Der Panamakaual in Gefahr. Newyork, 6. Febr. Einer Meldung des Newyort Herald zufolge, ereignete sich abermals in der Nacht zum 19. Januar ein großer Panamakanal. Man befürchtet neue Erdrutsche, die etwa 120 000 Kubikmeter Erde ins Gleiten bringen und den Kanal vollständig zuschütten würden. Bisher sind keine Verluste an Menschenleben zu beklagen. Adrianopel in Flammen. Konstantinopel, 6. Febr. Wie gemeldet wird, sandte der Kommandant von Adrianopel Mittwoch abend 7½ Uhr folgendes Telesramm: Der Feind bombardiert die Stadt. 138 Granaten und 11 Schrappnells fielen in die Stadt; 8 Einwohner wurden getötet und 10 verletzt. 53 Häuser gerieten in Brand. Das Bombardement dauert an. —— Büchertisch auflage 1913. Gesetzverlag L. Schwarz& Co., Berlin S. 14, Dresdener Straße 80. Preis 10 Mort..6 um Das vorliegende Buch, das den Stoff in kurzer, leicht verständlicher Form behandelt und auf alle Verhältnisse zutrefsende Muster zu Testamenten enthält, ist dazu bestimmt, bei der kostenlosen Errichtung letztwilliger Verfügungen, insbesondere bei gemeinschaftlichen Testamenten von Ehepaaren, ein zuverlässiger, unentbehrlicher Berater zu sein. „Weiße Woche hat Basse& Uerpmann, Iserlohn.“ Die Firma hat während der„WeißenWoche“ in der 1. Etage ihres Kaufhauses einen modernen Wäsche Fabrikationsbetrieb aufgestellt. Zehn Maschinen, die zu einer der Neuzeit entsprechenden Wäschefabrikation nötig sind, werden von gewandten Näherinnen bedient und kann man beobachten, wie mit Unterstützung dieser vorzüglichen technischen Einrichtungen die rationelle Anfertigung einer sauber und accurat gearbeiteten Wäsche möglich ist. Die Besichtigung dieses hochinteressanten Betriebes, welche für jedermann frei ist, können wir unseren Lesern nur angelegentlichst empfehlen. Wochenmarkt in Schwerte. Kartoffeln 3 Mark. Butter 1.50 Mark. Eier 16 Stück 1 Mark. Rindfleisch 90 Pfg. Schweinefleisch 1 Mart. Kalbsleisch 80 B6o. Wetterbericht der deutschen Seewarte. Februar: Meist bedeckt, starke kühle Winde. Niederschläge.„ 8. Februar: Veränderlich, feucht, windig, naßkalt. 9. Februar: Abwechselnd, lebhafter Wind, feuchtkalt. 10. Februar: Bewölkt, meist trübe, naßtalt, winf N ie e 11. Februar: Meist trübe, bedeckt, feucht, windig. 12. Februar: Bedeckt, teils aufklärend, kälter. Alle unter dieser Rubrik besprochenen Bücher sind in der Carl Braus'schen Buchhandlung zu haben. Wie macht man sein Testament kostenlos selbst? Unter besonderer Berücksichtigung des gegenseitigen Testaments unter Eheleuten gemeinverständlich dargestellt, erläutert und mit Musterbeispielen versehen von R. Burgemeister. Verantwortlich für die Redaktion Friedr. Kraas. Druck u. Verlag von Carl Braus, beide in Schwerte. EEE eacte □ M. 4.45 ir. Aluminium el. Resiag fraate Inland. M. 4.98 in Kupie: e1. hlichel liadt: aland. 19990 2 Die ideale Lampe 31 Dr. Höhms Spannlampe. Absolut surmsicher. Riecht gar nicht.# Bester Desinfektionsgpparat### I. den Heushall. Besler Wärme.# apparat I. Pundwaser, Rosier. waser, Mlichlesche, Hedikemenie. —Gestes Nachtlichtt.— in 24 Stcn, nur für 1 Plg. Peiroleum. Hochelegani.— Garaniie: Zurücknahme.— inieress. Prospekt gralis. Remiu.Werke, Llim a. D. 22 4Cichéz aler Aut lelert„ 48-P-hu Caff Braus, Buch- u. Kunst-Bruckerei, Sehweite Runr rasse Markt-Strasse 3—5. Crosse Plarnt etlasse 3—5. Hafer, 789 Häksel. Kleie, Melasse, Torfstren empfiehlt billigst Schellfisch 3 Pfund 55 Grun Hrling. 5 Pfund 45 Pfg. Sardinen e per Faß 125 Pfg Kaushaus Eine Wohnung. von 4 Zimmern per sofort ober 1. Päherg mieten gelucht.„selt, in der Geschäftssteue Zeitung. 773 5 Zimmerwohnung mit Valkon 1. April zu vermieten. Nuhrstr. 2. für Laden und für Lebensmillel Brückstraße. 23. 787 1 für Putz gesucht. A. Kaufhold Wwe. Brüchste. 5. 734 ze wen für Knaben und Nädchen reizende neuhelten in bundertiacher Ruswabl Gebr. Stein, 1 Schwere. alsi ae i.Texte I. Etage(Mohnung.. von 3 Zimmern mit Stall und Gartenkand zu vermieten. Die lungfrau von Dieckmann, i hung Schützenstr. 52. 1 Orleans, Ohmein n g Minna von Barnhelm, Wohltungen Egmont, mit Stall, Keller und Hat### Carmen, Oiebich Hende,## SchNGUGS B Geetieg. 8 Obtrurik- E. 0 Bingägse de Jugendliche Arbeiter p AtgOpie.# Götterdämmerung, und Arbeiterinnen### Pig. 39 Pig. 8 Eva. Wegzugshalber eine Wohnungs von 3 Zimmern an kleine Familie zum 1. April od. später zu vermieten. Poststraße finden lohnende und dauernde Arbeit bei 718 August Schwerte(Ruhr). Herrschaftliche 11 2. Elage abgeschl., 8 Zimmer, Ientralheizg., Gas, elektr. Licht, Badez. 3. Stage 5 Zimmer, Gas, elektr. Licht, Badez., per 1. Mai od. später zu vermieten, im Neubau d. Firma A. Kaufhold Wwe. Püberes Beichllsote 5. Schwerte(Ruhr), Gresse Marktstr. 3—6. Brännewein 700 hiesigen per Liter 80 Pig. L Weinberg. Seite 9. Schwerter Zeitung.(Amtliches Kreiobkatt.) Donvorstag, don 6. Fobruar Nv. 34. 8 782 Nur noch bis Sonnabend dauern die Tusserzewohnien bilngen-Preise. Otto Wilkes, Manufaktur und Aussteuergeschäft. V. d. Hundefreunde. Heute abend 812 Uhr im Vereinslokal 786 Der Vorstand. Auf nach Westhosen! Samstag, den 8. Februar, Anfang abends 8 Uhr: Kein Maskenzwang. Es ladet freundlichst ein I. Fritzenköster. 9. 790 Kräftige, wohlschmeckende Kost erzielen Sie mit Mäcchl- Boulion-Würielg *( 5 w ü r t e l 2 0 P i g, e i n z e l n 5 P i g.) Sie haben damit stets einen gebrauchsfertigen Vorrat feinster, haltbarer Fleischbrühe zur Hand. Es gibt nichts Besseres u. Praktischeres. Stets trisch vorrätig b. Geschw. Flehinghaus, Inh. Frl. Lilli u. Paula Flehinghaus, Bahnhofstr. 6.[785 Wittschafts=Eröffnung. Eröffne mit dem heutigen Tage in meinem Hause, Hagenerstraße 36, eine Wirtschaft. Halte mich den geehrten Bewohnern von Schwerte und Umgegend bestens empfohlen Hochachtungsvoll 783 Sehr seltene Gelegenheit. Von einem grossen Fabriklager sind mir viele tausend prächtvolle, schwere Tiger-Flanell-Schlaf-Decken m. hübsch. bunten Rand zum Verkauf anvertraut. Die Decken eignen sich für jede Haushaltung, sind warm u. fest, 190 cm lang u. 140 cm breit. Lassen Sie sich sofort 4 Stück Tiger-Flanell-Schlafdecken für zusammen Mk. 9.85 inkl. Verpackung und Porto, ohne jede Nachz., franko per Nachnahme ins Haus senden. Mit ruhigem Gewissen kann ich behaupten, dass jeder mit der Sendung zufrieden sein wird u. mit Vertrauen bestellen kann. Umtausch jederzeit gestattet. Fräulein Margarete Ahrens, Wiesbaden 123, Waterloostrasse 4.(7744 Noten nur neue Sachen pro Nummer 10 und 20 Pig. Man verlange gratis ausführliche Verzeichnisse Buchhandlung Carl Braus Schwerte(Ruhr)— Grosse Marktstrasse 3—5 Braut-Myrthenkränze Brautschleier Braut-Silberkränze, Goldkränze Grosse Wahl!:: Billigste Preise! A. Kaufhold Witwe Schwerte, Brückstr. 5— Pernspr. 189 u. 153. 826 Blaue Bücher Preis nur Mark 1.80 Gedanken u. Gedichte für stille Leute Glaudius Die Sonne segnet die Welt..... Emmerson Von der inneren Schönheit..... Maeterlinck Die Seele deines Kindes Ehotzky Vom Erleben Gottes„ Das Buch der Ehe„ Von Rosen ein Krentzelein— Arbeiten und nicht verzweifeln. Carlyde Menschen unter einander.. Ruskin Du bist Orplid, mein Land.... Mörike Wir jungen Männer...... Wegener Macht auf das Tor— Jesus von Nazaret wie wir ihn heute sehen Daab Der stille Garten, deutsche Maler aus der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts— Dänische Maler— Griechische Bildwerke— Deutsche Plastik des Mittelalters— Moderne Plastik— Michelangelo— Deutscher Barock— Deutsche Dome— Bilder aus Italien Das Haus in der Sonne C. Larsson Vorrätig in der Carl Braus Schwerte(Ruhr) Grosse Marktstrasse 3—5. 4 Will an dir ein andrer Wagen von hinten oder vorn vorbei, Halt dich rechts und gib dem andern deine linke Seite frei. Die Fuhrwerksbesitzer und die Gast= und Schenkwirte bille ich, diese Regel auszuschneiden und in den Ställen und den Gesinde- und Gaststuben zu befestigen. Auch den Lehrern wäre ich dankbar, wenn sie die Schüler gelegentlich darüder unterrichten wollten Iferlohn, den 3. Gebruar 1913. 7 Der Königliche Landrat: Rauck. Betanntmachung. Die Abfuhr der Kohlen und Nebenprodukte für das städtische Gas= und Wasserwerk soll für die Zeit vom 1. April 1913 bis 31. März 1914 vergeben werden. Bedingungen liegen auf dem Gaswerksbureau zur Einsicht offen und es können von dort Angebotsformulare zum Preise von 0,25 Mk. bezogen werden. Offerten mit entsprechender Aufschrift sind bis zum 15. Februar 1913, vormittags 11 Uhr bei der unterzeichneten Verwaltung einzureichen. 769 Verwaltung des Gas= und Wasserwerks. Nach der Wahl eines gekauften Gegenstandes sieht mancher zu seinem Schaden erst ein, dass er einem redegewandten Schlauberger in die Hände gefallen ist, der ihn über die wahren Tatsachen hinwegzutäuschen verstanden hat. So werden z. B. in letster Zeit häuflg gutmätige Käufer in der Weise trregeführt, dass ihnen vorgemacht wird, irgend ein beliebiges Fabrikat Hausbacköfen oder Fleischräucher sei ebensogut und dauerhaft als die weltbekannten und bewährten Weberschen Originalfabrikate, oder es wird dem ahnungslosen Käufer ein anderer Bestellzettel untergeschoben. Deshalb Vorsicht! Bestellen Sie nur auf einem Weber'schen Bestellzettel mit Firmendruck. Jeden Backofen und Räucherapparat auf Wunsch 6 Wochen auf Probe. Schriftliche Garantie! Ueber 40000 Stück in Betrieb! Lieferant vieler Behörden! Preise bekannt billig! Zahlungsbedingungen Ausserst günstig! Verlangen Sie neueste Preisliste von der ersten und grössten Spezialfabrik für Hausbacköfen und Fleischräucher. Anton Weber, Niederbreisig i. Rheinld. Webei’s Hausbackofen backt nicht nur Weissbrot sondern auch das Rheinische Kornbrot und ist der einzige Ofen, der von über 30,000 Landwirten geprüft und für gut befunden wurde, Eleganse Wohnungs=Fintichlungen einzelne Speise=, Schtafzimmer, Herrenzimmer, vornehme Klubzimmer, Klubsessel, Teppiche sowie einzelne Stücke liefert in modernster, gediegenster Ausführung, unter strengster Diskretion leistungsfähige, große Berliner Möbel=Firma an Private zu Katalogpreisen gegen 5% Verzinsung auf = Teilzahlung.— Kein Inkasso durch Boten. Kataloge werden nicht versandt. Langjährige Gorantie. Da unsere Vertreter ständig ganz Deutschland dereisen, erbitten gesl. Nachricht, wann der unverbindliche Besuch behufs Vorlegung von Musiern und Zeichnungen erwünscht ist unter Chiffre K. 1000 durch Rudolf Mosse, Beilin, Königstraße 56/57. 374 nis Schenne tol thonverhontt! Ein Ratgeber 7 den Verkehr in der Familie, in der Gesellsc 4 ag ind im öffentlichen Leben „ KURI’ ·AGEL. *. = Elegant gebunden Mark 6.— Vorrätig in der Buchandlong Garl. Brats Grosse Marktstrasse 3—5. e