Nr: 273: hörige Lir tung sind unsere welt*( n a c h P r o s. D e l a u) ttelohrkatarrhe elc. verine Berufsstörung, ohne teten Fällen großartige dabenheim schreibt u. a. jetzt mitteilen, daß ich son der Taubheit sowohl s. w. Unser Selbstbed8. Mts. von 5 Uhr mann 7569 he=Thermopalh=Werhe, Frahmbatter Pfg. 7599 Mutsaiter 145 Pfg. hirme vorrätig r B r a u s. larktstrasse 3—5. ligste hneiderinnen 0 Marx os-Lager str. 20. 33.— 5873 nd, den 18. November irkt waren aufgetrieben: Schafe, 2555 Schweine. Bez. f. 100 Pfd eie höchie noch ngejocht) ete, im semästete gut gess. höchund gut ete Färtes ste Kühe bis zu ühe und jüngere 1. 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Westhofener Zeitung Langscheder Zeitung für den kreis börde Schwerter Volksblatt Holzwickeder Zeitung Aplerbecker Zeitung Schwerter Volkszeilung Verbunden mit: Schwerter Tageblatt d Schwerter Anzeiger Grites und ältestes Cagesorgan des Kreiles o General-Anzeiger für den Kreis Hörde c Haupt-Annoncenblatt Aug duter und Aohalentgüichen Nonod. nungen für den Kreis Horde erlangen gemaß Behanntmachung der Königlichen Regierung durch Veröffentlichung in dei„Schwerter Zeitung" rechtsverbindliche Kraft.— „Schwerter Zeitung“ gewährt ihren Abonnen: ten für jeden mit Tod endenden Unfall geBagungen“: 300 Mk. Unfall. Drucku Verlag o. Carl Braus Schwerte=Rude Fernsp. 62. Teiegr.=Ads. Braus Schweris= Ruve Nr. 274. stes Donnerstag, den 21. November 1912. Des Kaisers Freund. In dieser Woche kommt wieder der österreichische Thronfolger Erzherzog Franz Ferdinand, der älteste Neffe des Kaisers Franz Josef, nach Berlin, um einer Jagdeinladung nach Springe in Haunover zu entsprechen. Diese Begegnungen des Oberhauptes des deutschen Reiches und des ihm eng befreundeten künftigen Leiters der Geschicke der habsburgischen Monarchie finden schon seit längerer Zeit alljährlich statt, und sie gelten, wie allbekannt ist, weniger dem Weidwerk, als einem politischen Meinungsaustausch der beiden Männer, für den auch ein Wunsch des alten Kaisers in Wien vorliegt. Selbstverständlich werden hier keine politischen Entschließungen gefaßt oder neue Pläne entworsen, es handelt sich nur um Aussprachen, wie sie guten Freunden stets willkommen sind. Auch diesmal wird umsonst von wichtigen Beschlüssen gefabelt; was in dieser Beziehung zu tun wäre, das ist bereits geschehen, und eine Ergänzung ist nicht erforderlich. Prinzipiell ist wohl schon beim ersten Konflikt mit Serbien um Beginn von 1909 das Erforderliche festgelegt worden. Unser Kaiser stand dem einzigen Sohne Kaiser Franz Josefs, dem 1889 in dem unheilvollen Drama von Meyerling bei Wien erschlagenen Kronprinzen Rudolf, seinerzeit sehr nahe. Die beiden jungen Prinzen, die sich häufig sahen, haben wohl zusammen manche schöne Zukunftspläne geschmiedet, deren gemeinsame Verwirklichung der Tod vereitelte. Diese Jugendfreundschaft zwischen den beiden Thronerben hat sich in eine Mannesfreundschaft zwischen Wilhelm 2. und Franz Ferdinand umgewandelt, der an die Stelle des Kronprinzen Nudolf getreten ist. Der heulige österreichische Thronfolger ist gerade so verkannt, wie König Edward 7. Die Wiener Witzblätter hatten den Erzherzog in seinen jüngeren Jahren zur Zielscheibe ihrer Späße in wenig taktvoller Manier gemacht, in der sie ihn wegen seiner mangelnden Fähigkeiten sogar von der Thronfolge ausgeschlossen wünschten. Heute sind sie sehr still; der Neffe des Kaisers hat in seinen Augen einen sprechenden Blick, der sagt:„Ich weiß, was ich will, und ich führe durch, was ich will!“ Thronfolger enttäuschen oft als Herrscher; im vorliegenden Fall ist das nicht zu erwarten, weil der Erzherzog nicht von vornherein Kronprinz war, und sein Wesen sich erst seit der Uebernahme dieses Ranges herausgebildet hat. Der alte Kaiser hat sein Interesse für die Reichspolitik gewünscht, und der Erzherzog hat es in militärischen, wie bürgerlichen, in inneren, wie auswärtigen Angelegenheiten betätigt. Von irgendwelcher„Nebenregierung“ kann natürlich keine Rede sein. Für uns ist das von Bedeutung, denn jeder weiß, wozu wir durch das deutsch=österreichische Bündnis verpflichtet sind, und da ist es nicht gleichgiltig, ob der künftige Kaiser von Oesterreich ein Feuerkopf oder ein bedachtsamer Mann ist. Erzherzog Franz Ferdinand ist, geradeso wie Kaiser Wilhelm 2., vor seiner Thronbesteigung ein Zukunfts=Eroberer genannt, der nach Italien, wie nach der Balkanhalbinsel hin seine Fahnen tragen möchte. Wahr ist nur, daß der Erzherzog nach allen Seiten hin klare Zustände und keine verschwommenen Verhältnisse wünscht, die in der habsburgischen Monarchie ohnehin mehr wie reichlich vorhanden sind. Kaiser Franz Josef ist immer zu gut gewesen, den heißblütigen magyarischen Politikern vollen Ernst zu zeigen, wenn er ja auch in wichtigen Lebensfragen nie nachgab. Sein Neffe hat den Herren in Budapest sofort die trockene Wahrheit gesagt, indem er bei der ersten ungarischen Reichstagseröffnung, der er beiwohnte, kaltblütig den Parteileitern, die so viele Stürme im Parlament verursacht hatten, sagte:„Meine Herren, Sie haben sich vor Europa wirklich nicht mit Ruhm bedeckt.“ Das schlug ein, und seitdem hat zwar in der ungarischen Volksvertretung der Skandal noch nicht aufgehört, aber es hat dabei doch auch fortlaufend gearbeitet werden können. Uns kann es nur angenehm sein, wenn des Kaisers Freund das 4. Jahrg. Das lehle Aingen! Die Kämpfe um die Tschataldschaforts die von beiden Teilen mit höchster Heldenhaftigkeit ausgefochten wurden, waren nach Konstantinopeler Meldungen zum Teil so erfolgreich für die Türkei, daß ein Ministerrat die Fortsetzung des Krieges mit größter Energie beschloß. Vor dem Kampse hielt Mukhtar Pascha, der bald darauf schwer verwundet wurde, eine feurige Ansprache an seine Bataillone, die dann singend den Vormarsch antraten. Der Geist der Truppen war vorzüglich, nachdem die frischen Ensatztruppen aus Anatolien zu ihren gestoßen waren, in dem choleraverseuchten Hademköi gründlich aufgeräumt und durch neue Elappenstraßen, teilweise zu Schiff über das Schwarze Meer, die Verpflegung und Wasserversorgung geregelt worden war. Der Durchbruchsversuch der Bulgaren im Zentrum der Tschataldschalinie wurde zurückgeschlagen. Nachdem bereits von den Türken einige Dörfer, in denen sich Bulgaren verschanzt hatten, in Brand geschossen worden waren, erschien plötzlich eine etwa tausend Mann starke bulgarische Kolonne zum Sturm auf die Forts im Zentrum der türkischen Stellung. Sofort konzentrierte sich das Feuer der Verteidiger auf diese Kolonne, von der nach wenigen Sekunden kein Mann mehr am Leben war. Die türkische Artillerie, die nach deutschem Muster kämpft, verschwendet dabei, obwohl sie mit Munition reichlich versehen ist, keinen unnützen Schuß, während die Bulgaren unaufhörlich dreinpulvern. An einer anderen Stelle weiter nach Süden fuhr eine türkische Batterie mit Geschützen auf, die den Serben abgenommen worden waren. Als eine bulgarische Kolonne bei dem Orte Tschataldscha erschien, um in das Tal vorzudringen, stellte der kommandierende Offizier das Feuer auf 4000 Meter ein. Die Geschosse explodierten über der feindlichen Kolonne, v. der die Mehrzahl der Leute niederstürzte, um nicht wieder aufzustehen. Etwas weiter nördlich beim Fort Gazi bajir war eine bulgarische Abteilung nahe herangerückt, um den Durchbruch zu erzwingen, nachdem sie drei Batterien ausgefahren hatte. Bevor sie aber noch einen Schuß abgegeben hatte, wurden Mannschaft und Pferde, wie der Berichterstatter des„Tag“ auf türkischer Seite meldet, getötet. Die Türken holten sich die schönen Konanen. Bei dem Fort Harbieh ließen die Bulgaren drei Kanonen im Stich. Als der Befehlshaber, Mahmud Pascha bekannt gab, die Abteilung, die sie holte, würde dekoriert werden, meldeten sich weit mehr Leute, als gebraucht werden konnten, freiwillig. Die Verwunduing Mukhtar Paschas. Bei einer Rekognoszierung, die Mahmud Mukhtar Pascha mit seinem Stabe dieser Tage ausführte, fand er bei dem Fort Aivatli, das von den Türken aus strategischen Gründen nicht besetzt worden war, Bulgaren vor. Der General zog sich mit seiner Eskorte urück, doch war es zu spät. Er wurde von drei Kugeln getroffen, und mehrere Stabsoffiziere wurden leicht verletzt. Mukhtar wurde mit der Bahn nach Konstantinopel und auf Rückgrat der habsburgischen Monarchie stärkt. Im übrigen bürgt der deutsche Kaiser für seinen Freund, der mit seinen 49 Jahren denn doch bereits ein ernster Mann geworden ist. Politische Uebersicht. Der Kaiser, der am Tage zuvor in Kiel der Vereidigung der Rekruten der Hochseeflotte beigewohnt hatte; besichtigte am Dienstag iin(Kiel einige Kriegsschiffsneubauten sowie die Arbeiten am Kaiser Wilhelm=Kanal bei Holtenau. Der Kaiser fuhr hierauf an Bord des Kanaldampsers „Agir“ bis zur Levensauer Hochbrücke. Während der Fahrt ließ sich der Monarch über den Stand der Arbeiten des Kanalerweiterungsbaues Bericht erstatten. Darauf begab sich der Kaiser wieder an Bord der„Deutschland“. Abends kehrte der Monarch nach Potsdam zurück. seinen Wunsch in das deutsche Hospital gebracht, wo er in etwa 6 Wochen wieder hergestellt sein wird. Die Kugeln, die keine edlen Organe verwundet hatten, ließen sich leicht entfernen. Sein Pserd war ihm unter dem Leibe weggeschossen worden. Ein selbst verwundeter Soldat nahm den General mit den Worten„Pascha, das macht nichts!“ auf den Rücken und brachte ihn in Sicherheit. Auf dem westlichen Kriegsschauplatze finden gleichfalls fortgesetzt Kämpfe statt. Monastir wurde, wie nach der Ueberlegenheit der Angreiser vorauszusehen war, von den Serben eingenommen. Die Nachricht, daß Skutari von den Montenegrinern erobert worden sei, findet keinen Glauben, da der Fall Skutaris schon zu häufig und immer ohne Berechtigung von den Montenegrinern ausposaunt worden war. Aus dem adriatischen Hafen San Giovanni di Medua versuchten die Türken nach einer Meldung aus Cetinje die Montenegriner herauszudrängen, wurden jedoch reschlagen und flohen nach dem weiter südlich gelegenen Alessio unter Zurücklassung zahlreicher Toter und Verwundeter. Ein energischer Schritt Oesterreichs gegen Serbien steht nach Meldungen aus Wien unmittelbar bevor. Man sagt dort, in Belgrad dränge eine starke Strömung darauf, Serbien in eine so ernste Gejahr zu bringen, daß es daraus durch Rußland unter dem Zwange der panslawistischen Bewegung gerettet werden müßte. Die Erklärungen des österreichisch=ungarischen Ministers des Auswärtigen in den Delegationen haben in Paris einen vorzüglichen Eindruck gemacht. Die bisherige Billigung des serbischen Verhaltens hat sich ins Gegenteil verwandelt. Die Blätter erklären, Graf Berchtold sei mehr als bloß ein Mann des Wortes und werde mit der Tat mehr leisten, als er verspreche. Waffenstillstand und Friede? Nach dem Einverständnis mit den verbündeten Kalsinetten verständigte die bulgarische Regierung die Pforte, daß sie Bevollmächtigte designiert habe, um mit dem türkischen Generallissimus die Bedingungen des Waffenstillstandes festzustellen und dann zum Abschluß des Friedens zu schreiten. Die„Agence Bulgare“ meldet hierzu noch: In Beantwortung der Depesche des Großwesirs an den König hat die Regierung, nachdem sie sich mit den Verbündeten ins Einvernehmen gesetzt hatte, die Pforte wissen lassen, daß sie Bevollmächtigte designiert habe, um mit dem Generalissimus der türkischen Armee, die Bedingungen für den Wafsenstillstand festzusetzen und sodann zum Abschluß des Friedens zu schreiten. Die Friedensbedingungen. London, 19. Nov. Das Reutersche Bureau meldet aus Sofia: Die Bedingungen für den Waffenstillstand sind heute früh zugleich mit den Hauptfriedensbedingungen nach Konstantinopel übermittelt worden. In den Friedensbedingungen wird der Türkei Konstantinopel, sowie ein europäischer Küstenstreifen gelassen. Die Rekrutenvereidigung in Potsdam finde: am heutigen Donnerstag in Gegenwart des Kaifers statt, während die Rekruten der Berliner Garnison am Freitag im Lustgarten im Beisein des Kaisers den Fahneneid leisten. Vorher empfängt Wilhelm den Erzherzog Franz Ferdinand m Anhalter Bahnhof persönlich. Nachmitegibt sich der Monarch mit dem Erzherzog Zofjagd nach Springe am Deister; ein längeusenthalt in Hannorer, wie das in früheren en geschah, ist nicht vorgesehen. Das Befinden des Großherzogs von Baden. Wie der Hofbericht der„Karlsruher Zeitung“ meldet, konnte der Großherzog von Baden am Sonntag zum ersten Male das Bett verlassen. Seine völlige Wiederherstellung ist in kurzer Zeit zu erwarten. Die Hohenzollern und die Cumberländer. Gegenüber den Nachrichten, daß der Prinz Ernst August von Cumberland eine Einladung zur Hofjagd in Letzlingen mit der Begründung abgelehnt habe, er sei dienstlich verhindert gewesen, erklärte die„Nordd. Allgem. Ztg.“ halbamtlich, daß der Kaiser dem Prinzen keine Einladung gesandt und deshalb der Prinz auch keine Absage erteilt habe. Abgeordneter Scheidemann als Hochverräter. Der sozialdemokratische Reichstagsabgeordnete Scheidemann, der ein paar Tage lang als Präsident der deutschen Volksvertretung fungierte, soll auf der in Paris abgehaltenen Protestversammlung gegen den Krieg gesagt haben: Im Falle eines Krieges würde das deutsche Proletariat nicht auf französische Arbeiter schießen. Sollte eine derartige Aeußerung, die nur als schmählicher Hochverrat zu kennzeichnen wäre, wirklich gefallen sein, so fände sie nicht einmal die Zustimmung der Mehrzahl der sozialdemokratischen Führer Deutschlands, die wiederholt beteuerten, in dem Falle, daß Deutschland angegrifsen würde, würden alle Genossen gegen den Feind ziehen und ihre Schuldigkeit tun. Der deutsche Reichstag nimmt am nächsten Dienstag, nachmittags 2 Uhr, seine Beratungen wieder auf. Ein glücklicher Stern leuchtet ihm insofern, als bei dem diesmaligen Zusammentritt alle seine Mandate besetzt sind. Beim Beginn eines neuen Sessionsabschnitts ist das eine recht seltene Erscheinung. Der deutsche Reichstag hat sich 1912 zwar verjüngt. Die Zahl seiner zwischen 40 und 50 Jahren stehenden Mitglieder war auf 143 angestiegen, während sie in früheren Jahren nur 120 bis 130 betrug. Alte Herren sind gleichwohl genug vertreten; nicht weniger als 75 Abgeordnete stehen in den sechziger, 13 in den siebenziger Jahren. Wäre der Reichstag, wie es vielfach gefordert werden war, frühzeitiger einberufen worden, dann hätte es dagegen mit dem Präsidium gehapert. Nur der zweite Vizepräsident Herr Dove wäre zu huben gewesen. Der erste Vizepräsident Herr Paasche kehrt dieser Tage erst von seiner Weltreise in die Heimat zurück und einen ersten Präsidenten gibt es zur Zeit überhaupt nicht, nachdem der inzwischen zum Abgeordneten wiedergewählte Herr Kämpf Mandat und Präsidentenwürde niedergelegt hatte. Die Einführung des neuen Erzbischofs von Köln ist in etwa sechs Wochen zu erwarten. Erzbischof v. Hartmann beabsichtigt, sich zur Abwickelung des Inthronisationsprozesses auf Ersuchen des apostolischen Nuntius nach München zu begeben. Eine Reise nach Rom findet nicht statt. Die Grundsätze des deutschen Hansabundes werden, wie der soeben in Berlin abgehaltene Zweite Allgemeine Deutsche Hansatag bewies, in immer weiterem Umfange Gemeingut des gewerblichen deutschen Bürgertums, das sich der Berechtigung der Parole des Bundes bewußt ist, daß ihm keine Erfolge in den Schoß fallen, sondern daß es sie erlämpfen muß.. So vielfach in der Massenversummlung, die der größte Saal Berlins nicht entfernt zu fassen vermochte, in Einzelheiten die Meinungen auch auseinander gingen, in den grundsätzlichen Fragen herrschte Einmütigkeit. Die Vertreter von Handwerk, Industrie und Handel schlossen sich zur gemeinsamen Vertretung ihrer wirtschaftlichen Interessen noch enger zusammen. Politische Parteifragen berühren den Bund ja nicht, der lediglsich auf dem weiten Gebiete der wirtschaftspolitischen Fragen seine ebenso dankbaren wie wichtigen Aufgaben sucht und findet. Die sozialdemokratischen Friedensreden, die in allen Hauptstädten Europas gehalten wurden, bewegten sich in ihrem sachlichen Teil in den von den verantwortlichen Staatsmännern verfolgten Bahnen. Die Monarchen und Regierungen aller europäischen Großmächte sind einig in dem Bestreben, es des Balkanwirrwarts wegen zu keinem allgemeinen Kriegsbrand kommen zu lassen. Daß die ausländischen Sozialdemokraten, die in Berlin sprachen, den ungeteilten Beifall ihrer Genossen und Landsleute sanden, kann man von den Ausführungen des französischen Sozialistenführere Jaures jedenfalls nicht sagen. In Frankreich, wo d'e Wogon der Revanchekriegsbegeisterung zurzeit lekanntlich sehr hoch gehen, ist man keineswegs erbaut von der Erklärung des Herrn Jaures, daß die gesamte französische Arbeiterschaft in Frieden Seite 2 und Freundschaft mlt Deutschland leben möchte. Wer Gelegenheit hat, sich durch persönliche Beobachtung ein Urteil zu bilden, der weiß auch, wie sehr die Franzosen, ohne Unterschied des Standes, deut sche Einrichtungen und Sitten zu bespötteln und den Revanchegedanken zu nähren sich bemühen. Angesichts dieser Tatsache ist es geradezu beschämend, daß man unter den Auslagen der vornehm sten Berliner Kunsthandlungen mehr Bilder und Büsten des ersten Napoleon als solche Angehörige: der deutschen Fürstenhäuser erblickt, wie soeben ein Hauptmann im„Tag“ feststellte. Mit der Ansiedelung von Militäranwärtern in den Ostmarken hat man bisher leine guten Erfahrungen gemacht, so daß in Zukunft die Versuche nach dieser Nichtung hin eingestellt werden dürften. Die Mehrzahl der bisher angesiedelten Militäranwärter hat ihre Stelle bereits wieder verlassen, weil ihre Lage zu schwierig war. Allerdings hat es sich meist um solche Unteroffiziere gehandelt, die nicht an Landarbeiten gewöhnt waren. Das Besitztum, auf dem sie angesiedelt werden, ist etwa 50 bis 60 Morgen groß, und sobald sie sich bezahlte Arbeitskräfte halten, muß sich freilich der Betrieb unrentabel stellen. Rußland. Die Zahl der Meuterer in der russischen Schwarzen Meerflotte hat eine geradezu beängstigende Höhe erreicht. Allein in diesem Jahre wurden mehrere hundert Matrosen zu schweren Strafen, zum Teil sogar zum Tode verurteilt. Wie es heißt, soll der Zar jedoch entschlossen sein, einen Teil de: Meuterer von der Schwarzen Meerflotte zu begnadigen. Diese Begnadigung soll einen außerSchwerter Zeitung.(Amtliches Kreisblatt.) Donnerstag, 21. November 1912. Nr. 274. ordentlichen Akt darstellen, indem nicht nur Todesstrafe ausgehoben, sondern auch den Matrosen Gelegenheit gegeben wird, sich zu rehabilitieren. Man gedenkt sie zum Teil auf der Flotte des Amurgebietes, zum Teil auf verlassigen Schisfen in Wladiwostok unterzubringen. Allerdings sell es sich nur um solche Leute handeln, die sich aus Unwissenheit haben verführen lassen. Brasilien. Der englische Großgrundbesitz in Südamerik. hat infolge Erwerbs von Konzessionen für einen Besitz von 60000 Quadratkilometer in dem brasilianischen Staate Amazonas einen erheblichen Zuwachs erfahren. Im Parlament zu Rio de Janeiro wurde darauf hingewiesen, daß in dem Besitz eines derartig großen Gebietes durch Engländer eine ernste Gefahr für Brasilien drohe. Däuemark. Das dänische Königspaar hat soeben dem schwedischen Hofe in Stockholm den Antrittsbesuch abgestattet, webei beide Monarchen die herzlichen Beziehungen beider Nationen zu einander betonten. Daß der erste Besuch des Königs Christian dem schwedischen Herrscherhause galt, ist umso kenswerter, als ein jüngerer Bruder des Dänenkönigs als König Haakon 1905 den norwegischen Throu bestiegen hat, was die Schweden bisher noch nicht rerschmerzt haben. Vereinigte Staaten. Die Sorgen des neuen und die Schmerzen des alten Präsidenten. Während Präsident Taft bereit: Vorbereitungen trifft, um im März 1913 aus den „Weißen Hause“ zu Washington zu scheiden, bereitet sich Wilson bereits auf seine Tätigkeit vor. Vorläusig hat er sich durch seine„Flucht“ nach Vermuda vor den zahllosen Stellengesuchen, mit denen er von seinen Anhängern überlaufen wird, zu retten gesucht. Das ist eine alte Erscheinung, die nach jeder Präsidentenwahl neu auftritt und sogar im Jahre 1841 dem Kräsidenten Garsield das Leben gekostet hat. Weil er einem seiner Anhänger keinen hoch dotierten Posten verschafft hatte, beging dieser ein Attentat gegen Garfield, dem der Präsident erlag. Insgesamt hat Wilson Aemter mit einem Gesamleinkommen von 24 Millionen Mark zu vergeben, und scherzweise heißt es in Nordamerika, die Tätigkeit eines neugewählten Präsidenten im ersten Jahre beschränke sich in erster Linie darauf, die ihm zugehenden Stellengesuche zu erledigen. Aus den bei der Verteilung sich ergebenden Zwistigkeiten hofft die RooseveltPartei für die nächsten Wahlen neue Anhänger zu gewinnen. Präsident Taft scheidet nur ungern aus dem Amte, was schon daraus hervorgeht, daß er sich soeben entschieden für eine einzige sechsjührige Präsidentschaftsperiode ausgesprochen hat. Uebrigens machte er dabei eine starke Andeutung, daß der Kongreß ehemaligen Präsidenten eine angemessene Pension bewilligen sollte. Sein„größter Schmerz“ als Präsident sei gewesen, daß der Senat den Schiedsgerichtsvertrag mit England und Frankreich nicht ratifiziert habe. —— Stadtverordneten=Sitzung. Dann wurde die Sparkassen=Rechnung und die Rechnung des Reservefonds für 1911 zu. Kenntnis des Kollegiums gebracht und einstimmig genehmigt. Der Verwaltung wurde Entlastung ausgesprochen und den Mitgliedern derselben, wie in den Vorjahren, eine Vergütung von je 150 Mk. bewilligt. Die Sparkasse hat sich weiterhin sehr günstig entwickelt, die Sparkassenzinsüberschüsse haben eine Höhe von 47297,70 Mark erreicht, welcher Betrag je zur Hälfte der Stadt Schwerte und dem Amte Westhosen zufäll:. Gegen den vorgeschlagenen Verteilungsplan dieser Ueberschüsse fand sich nichts zu erinnern. Die Summe soll für folgende Zwecke verwandt werden: 400 Mk. für die Volksbibsiothek, 500 Mk. für die Jugendpflege, 700 Mk. für Desinfektions= zwecke, 1000 Mk. für die Beteranen, 1200 Mk. für die Feuerwehr, 3000 Mk. für das evangelisch: Krankenhaus, 1500 Ml. für das katholische Krankenhaus, 4000 Mk. zur Deckung von Bürgersteigkosten, 3428,92 Mk. für Neumessungen usw., der Rest von 7024,93 Mk. für Verbesserung der Straßen. Herr Homel meinte, er würde es begrüßt haben, wenn einige tausend Mark für den Raihausneubau bereitgestellt worden wären, vielleicht könne dies im nächsten Jahre geschehen. Unter Punkt 4 gelangte ein Antrag des Bauunternehmers Kremer zur Verhandlung, welcher beantragte, den Graben vor seinem Grundstück Flur 23 an der Schützenstraße, gegenüber dem Schützenhof, zu befestigen und zu kanalisieren. Kr. beabsichtigt, auf dem Grundstück zwei Einfamilienhäuser für die hier stationierten Gendarmen zu errichten. Die Kosten für die Anlagen iin Höhe von 150 Mark wurden bewilligt. Dann verhandelte das Kollegium über den Verkauf einer Teilfläche des Grundstücks Flur 19 an der Schützenstraße, gegenüber der Besitzung Hosang, an den Eisenbahnfiskus. Dieser benötägt die schon in Benutzung genommene Grundfläche zur Anlage eines Weges, der später wieder in das Eigentum der Stadt zutückgeht. 646 Herr Bürgermeister Koyrmann vefurwortete die Vorlage und bat auch, keinen übermäßig hohen Preis zu fordern, da die Anlage dieses Weges ja auch im Interesse der dortigen Anwohner Uhr von Dortmund. Die„Eisenbahndirektion Essen hat diesen Antrag jedoch abschläglich beschieden, da die jetzige Benutzung des Zuges nicht eine derartige sei, um eine tägliche Einlegung desselben zu empfehlen. Weiter teilte er-mit, daß das Komm. Elektrizitätswerk„Mark“, an welchem bekanntlich auch unsere Stadt sinanziell beteiligt ist, die Preise für die Straßenbeleuchtung um die Hälfte ermäßigt habe. Zum Schluß der öffentlichen Sitzung machte Herr Bürgermeister Rohrmann die ersreuliche Mitteilung, daß die Stadtkasse im letzten Rechnungsjahr außerordentlich günstig abgeschnitten habe, sodaß im nächsten Etatsjahr eine Ermäßigung der Steuersätze um mindestens 5 Prozent eintreten könne. An die öffentliche Sitzung schloß sich eine geheime Beratung an. 95 erder ** Schwerte, 19. November. Zur heutigen Sitzung des StadtverordnetenKollegiums, welches unter dem Vorsitz des Herrn Homel tagte, waren 14 Stadtväter erschienen; vom Magistrat war Herr Bürgermeister Nohrmann anwesend, gegen Schluß der öffentlichen Sitzung erschienen dann noch die Herren Nieder= stadt; Möhling, Waltenberg, Ostermann und Hagemann. Das Bauamt wurde durch Herrn Stadtbaumeister Bierbach vertreten. Zur Verhandlung in öffentlicher Sitzung standen 14 Gegenstände und zwar wurde zunächst der Fluchtlinienplan der Iserlohner: und Mühlenstraße und des südlich davon belegenen Geländes förmlich festgesetzt. liege. Dem Verkauf wurde zugestimmt und der Preis auf 70 Mark pro Ar festgesetzt; benötigt werden 5 Quadratruten. Gegen die Zulassung der Feuerversicherung Nordstern bei der hiesigen Sparkasse sand sich nichts zu innern. Ueber die Kostentragung des städtischen Versicherungsamtes referierte Herr Bürgermeister Nohrmann, seine Freude darüber aussprach, daß das Amt nach hier gekommen und nicht etwa dem Landratsamt Hörde angegliedert sei. Es würden durch die Einrichtung und Geschäftsführung des Amtes zwar einige Kosten entstehen, aber bei den Vorteilen, welche den Interessenten zu gute kämen, könnten diese nicht in Genicht fallen. Insbesondere sei dieses der Fall bei den Entscheidungen des Amtes als Spruchami, da man doch über die Verhältnisse des einzelnen hier besser unterrüchtet sei, als wenn das Amt auswärts seinen Sitz habe. Die Gebühren für die Zeugen, Sachverständigen etc.; sollen nach den sätzen wie bei den staatlichen Versicherungsämtern geregelt werden. Die Vorlage fand einstimmige Annahme. Für Zwecke der wurde ein Betrag von 400 Mk. bewilligt. Es handelt sich um die Ausrüstung des Pfadsinderkorps, bei welcher Gelegenheit der hierfür ausgeworsene Etat trotz des weitgehendsten Entgegenkommens der Nickelwercke um 900 Mark überschritten wurde. Auf Antrag des Herrn Bürgermeisters hat sich der Staat bereit erklärt, einen Zuschuß von 200 Mark zu gewähren, der Kreis gibt 300 Mk., sodaß von der Stadt nur noch 400 Mark zu decken sind. Dem Ziegenzuchtverein wurde auf Autrag ein einmaliger Beitrag von 25 Mk. bewilligt, und der Reichsfliegerstiftung ein solcher von 10 Mark pro Jahr, nachdem der Magistrat zuerst einen Antrag dieses Vereins auf Veranstaltung eines Blumentages hierselbst abgelehnt hatte. Dieser Beitrag ist jedoch widerruflich und kann der Austritt aus dem Verein mit jedem Jahre erfolgen. Zu Beisitzern und Stellvertretern für die bevorstehenden Stadtverordnetenwahlen wurden die Herren Ernst Klein, Richard Landmann, Aug. Sieberg, Carl Kettler, bezw. Carl Lethaus, Sally Weinberg, E. Duhme und Fr. Kayser gewählt. An unbeibringlichen Gemeindesteuern mußten im ganzen 194,18 Mark niedergeschlaßen werden, des weiteren verschiedene Beiträge, welche der Gas= und Wasserwerkskasse geschuldet werven, im Gesamtbetrage von 90,06 Mark. Einem Antrage der Gemeinde Holzen, die Bezeichnung Westhellweg für die bei Sprawe link abzwelgende Straße in„Hellweg“ abzuändern, stimmte das Kollegium ohne Debatte zu. Dann machte Herr Bürgermeister Rohrmann nähere Mitteilung von den Bemühungen der Stadt, die tägliche Durchführung und die Späterlegung des letzten Abendzuges von Dortmund nach hier zu erreichen. Bekanntlich verkehrt dieser Zug jetzt nur Mittwochs und Sonntags und fährt 11,15 Aus Stadt und Umgebung. ** Schwerte, 21. Nov. 1912. **(Gemütliche Abende.) Jetzt, wo der Aufenthalt im Freien des Abends nicht mehr möglich ist, haben wieder die gemütlichen Abende im geschlossenen Naume begonnen. Viele suchen sie im Kreise von Freunden im Wirtshaus oder in Vereinen, aber am schönsten sind doch die gemütlichen Abende zu Hause, wenn man ganz unter sich ist. Die große Hängelampe verbreitet einen weiten freundlichen Schein. Am Eßtisch lassen sich es Vater, Mutter und die Kinder bei einfachen Genüssen wohlsein. Dann wird abgeräumt. Die Kleinen müssen bald zu Bett. Und nun wird gemütlich geplaudert, über alles, was so der Tag mit sich brachte. Oder der Vater berichtet auf Grund der Zeitungsnachrichten von dem, was firgendwo in der weiten Welt vorgeht. Mutters fleißige Hände können auch jetzt nicht völlig ruhen. Eine Stick=, Strick=, Näh= oder Häkelarbeit wird weitergeführt. Oder es setzt sich eins ans Klavier. Leichte, lockende Klänge umschmeicheln das Ohr, und es löst sich erst recht alles auf in eine freundliche, zufriedenbehagliche Stimmung. Oder des wird auch vorgelesen. Die neuesten Unterhaltungsblätter oder gute Bücher laden dazu ein. Im Nu ist der lange Abend verbracht, wenn der Zauber deutscher Gemütlichkeit darüber schwebt. Ein frohes, heiteres Gemüt, sagt Schiller, ist die Quelle alles Edlen und Guten. Die trauten Abende einer schlichten Häuslichkeit sind für solches Innenleben der Menschen von hoher, glückhafter Bedeutung. **(Hochwasser.) Insolge des anhaltenden Regenwetters der letzten Tage ist die Ruhr über ihre Afern getreten und hat die anliegenden Weiden weit überschwemmt. Am Fuße der Hohensyburg gleicht die ganze Landschaft einem großen See, da auch die Lenne Hochwasser führt. *e(Geheizte Straßenbahnwagen.) Sämtliche Motorwagen der Hörder Kreisbahnen sollen für die Wintermonate geheizt werden. In verschiedenen Wagen sind die Oesen bereits aufgestellt. Das Publikum wird diese Neuerung jedenfalls mit Frcuden begrüßen. **(Opfer des Leichtsinns.) Einen schweren Unfall erlitt vorgestern der 17jährige Grareut Därsing von Sommerberg. Der leichtsinnige junge Mann war in der Nachmittagspause auf seiner Arbeitsstätte trotz des strengen Verbotes das Treppengeländer herabgerutscht, hatte dabei das Gleichgewicht verloren und war vom 2. Stockwerk in der Flur abgestürzt, wo er mit zerschmettertem Schädel liegen blieb. Der Schwerverletzte wurde in das evangelische Krankenhaus gebracht, wo er auf den Tod darniederliegt. *(Populär=wissenschaftlicher Vortrag.) Auf den heuté abend im evangel. Gemeindehause stattsindenden Vortrag des Herrn Prof. Wempe:„Der Kinematograph im Dienste der Wissenschaft“ sei auch an dieser Stelle noch einmal besonders aufmerksam gemacht. Eintrittskarten kosten im Vorverkauf 1 Mark, an der Abendkasse 1,25. Mark. **(Ein frecher Einbruchsdiebstahl) ist in der Nacht zum Mittwoch in dem Knacke'schen Geschäft, 'an der Ecke der Moltke= und Bismarckstraße, verübt worden. Einige Straßenpassanten, welche gestern morgen den Frühgottesdienst in der kath. Kirche besuchen wollten, bemerkten auf der Molikestraße verschiedene Holzbüsten, welche zum Ausstellen von fertiger Garderobe benutzt werden— neben Möbeln führt Herr Knacke neuerdings auch solche Waren— und als man der Sache auf den Grund ging, fand man auch, daß eine der großen Schaufensterscheiben durch einen Stein, den man im Laden zurückgelassen hatte, zertrümmert war und die Spitzbuben unter den ausgestellten Waren gründlich aufgeräumt hatten. Mehrere Anzüge, Röcke, Herren= und Damen=Mäntel sind verschwunden. Nach Lage der Sache kann der Diebstahl nicht vor 3 Uhr morgens ausgeführt worden sein; Herr Knacke hat um diese Zeit wohl ein Geräusch gehört, demselben jedoch keine Beachtung geschenkt, bis er dann gestern morgen von den oben erwähnten Kirchgüngern von dem Diebstahi in Kenntnis gesetzt wurde. Die Polizei entsaltet eine rege Tätigkeit und glaubt man, den Tätern bereits auf der Spur zu sein.— Für die Wachund Schließgesellschaft, welche das betr. Gebäude in ihre Obhut genommen hatte, ist dieser Einbruch gerade keine Empfehlung. Gewiß kann man nicht verlangen, daß sie für jeden Abonnenten für die ganze Nacht einen besonderen Wächter stellt und die hier tätigen Wächter können auch nicht zu gleicher Zeit überall, sein, aber jedenfalls hätte der Wächter später den Einbruch= bemerken und den Besitzer davon in Kenntnis setzen müssen. *(Kirchliche Wahlen.) Im Anschluß an den gestrigen Gottesdienst fanden in der hiesigen reformierten Kirche die Ergänzungswahlen zum Presbyterium statt. Es schieden aus die Herren Kaufmann Nöhrscheidt von hier, Landwirt Schulie gen. Prinz aus Wandhosen und Landwirt Melchheier sen. aus Villigst. Die beiden erstgenannten Herren wurden wiedergewählt; für Herrn Melchheier, der wegen seines hohen Alters auf seine Wiederwahl verzichtete, wurde Herr Prokurist Heinrich Brand aus dem Klusenweg mit Stimmenmehrheit gewählt. **(Der Schutzverein für Handel und Gewerbe) hielt Dienstag abend seine Versammlung im Lokale des Herrn Beyenburg ab, welche ihren gewohnt interessanten und anregenden Verlauf nahm. Außer einer Reihe interner Angelegenheiten verpflichtete der Verein seine Mitglieder zu Vereinssestlichkeiten oder Verlosungen weder Geschonke-herzugeben, noch in den Festbüchern, Kalendern, auf Aushangschildern usw. der Vereine zu annoncieren. Außer an den Vereinen und Anstalten, welche ausschließlich der allgemeinen Armenpflege dienen, Frauenverband, Schwerte, Vaterländischer Frauen=Verein, Evangelischer Frauenbund, Elisaheth=Verein, Israelitischer Frauen=Verein. Krankenhäuser bezw. Diakonissen sämtlicher Konfessionen, Kinder=Verwahrschulen, darf kein Mitglied an irgend einen Verein ohne vorherige Anzeige beim Vorstandt gegen obigen Beschluß handeln. Verstöße sollen mit einer Konventional= strafe belegt werden. Diese Strafgelder werden zur Unterstützung der Ortsarmen verwandt. **(Beamten=Vereinigung.) Im Hotel zur Post fand Dienstag abend unter dem Vorsitz des Herrn Professors Dr. Sössing bei ziemlich lebhafter Beteiligung die Jahres=Generalversammlung der hiesigen Beamten=Vereinigung statt. Nach einleitenden Begrüßungsworten seitens des Herrn Vorsitzenden wurden die Vorstandswahlen vorgenommen. Die ausscheidenden Mitglieder Prof. Dr. Söffing, Vorsitzender, Verwaltungssekretär Schulte, Schriftführer und die Beisitzer Feldhügel, Morgenroth, Petruschke, Rademacher und Vieter wurden einstimmig wiedergewählt; in den Familien= beirat, der bei Sterbefällen in Tätigkeit tritt, wurden zwei Vorstandsmitglieder und an der Stelle des verzogenen Herrn Bach Herr Gerichtssekretär Hammerschmidt neugewählt. Dann erstattete der Kassenführer, Herr Postsekretär Jonas, die Rechnungslegung. Die Mitgliederzahl beträgt 183; ein neues Mitglied gelangte in der Versammlung zur Aufnahme. Der letzte Punkt der Tagesordnung betraf die Beschlußfassung über die Beteiligung an den bevorstehenden Stadtverordnetenwahlen. Nach sehr eingehender Debatte, in der das Für und Wider der Beteiligung beleuchtet wurde, wurde beschlossen, in der zweiten Abteilung für die Herren Hohenschwert und Stern, in der dritten für die Herren Ludwig und Störring einzutreten. **(Eine Revisiion der Quittungskarten) steht vor der Tür! Macht deshalb die Quittungskarten in Ordnung, damit unnötige Weiterungen und Strasen vermieden werden. (Der Westfälische Verein zur Förderung des Kleinwohnungswesens), der vor zehn Jahren in Dortmund ins Leben gerufen wurde, begann im Festsaale des Alten Nathauses in Dortmund seine 11. Tagung. Etwa 300 Herren, meist Beamte und und Stadtverordnete aus Westfalen, waren erschirnen. Oberpräsident Prinz von Natibor und Corvey eröffnete die Sitzung mit einigen Begrüßungsworten für die Vertreter der einzelnen Negierungsbezirke und teilnehmenden Korporationen. Dann verlas Herr Landesrat Dr. AlthossMünsterden Jahresericht. Den ersten größeren Vortrag hielt Professor Erman=Münster über„Erbbaurecht und Hypothekenwesen. Den zweiten Vortrag hielt Herr Dr. Altenrath=Charlottenburg über„Einige Forderungen an die Wohnungsgesetzgebung auf dem Gebiete der Verwaltungs= und Kreditorganisation.“ **(14 000 Wagen gefehlt. Es wird immer schöner. Am Samstag sind von 34000 Wagen nur 19 900 gestellt worden, während 14300 gefehlt haben. Die Rekordziffer steigt von Tag zu Tag. Beweis genug, daß mit einer Abnahme der Kalamität noch nicht zu rechnen ist, obwohl wir bereits in die zweite Hälfte des November eingetreten sind. Inzwischen mehren sich die einlaufenden Klagen über entstehende Betriebsstörungen in einer Weise, da es ganz usmöglich ist, ihnen an dieser Stelle Raum zu geben. Es wird höchste Zeit, da sich die Volksvertretung mit dieser Kalamität befaßt. **(Wer zahlt das Schmerzensgeld?) Verunglückt jemand durch den Betrieb einer Straßenbahn, so trifft den Betriebsunternehmer die Haftpflicht auf Grund des Reichshaftpflichtgesetzes. Die Frage nach der Person des Betriebsunternehmers ist von dem Umstand abhängig, auf wessen Rechnung der Betrieb geführt wird und wer die Verfügungsgehalt über die einzelnen Betriebsvorgänge hat. Die Verfügungsgewalt ist besonders dann ausschlaggebend, wenn mehrere Unternehmer die ökonomischen Vorteile des Betriebes zu gleichen Teilen genießen. Ein Anspruch auf Schmerzensgeld besteht aber nur dann, wenn den Betriebsunternehmer ein Verschulden an dem Unfall trifft. Für diesen Fall des Verschuldens kann aber auch ein anderer Beteiligter auf Grund des § 823 des B.=G.=B. haftpflichtig gemacht werden, wie überhaupt jeder, der den Unfall verschuldet hat. Nr. 274. 1. Beilage. Nr. 274. n Auschluß an den in der hiesigen reizungswahlen zum en aus die Herren r, Landwirt Schulie nd Landwirt Melchbeiden erstgenannten ; für Herrn MelchAlters auf seine rde Herr Prokurist enweg mit Stimmenandel und Gewerbe) Zersammlung im Lob, welche ihren genregenden Verlauf interner Angelegenein seine Mitglieder Verlosungen weder den Festbüchern, Kausw. der Vereine zu Vereinen und Anstalallgemeinen Armenid. Schwerte, Vatervangelischer Frauenelitischer Frauen=VerDiakonissen sämtlicher rschulen, darf kein Verein ohne vorherige gen obigen Beschluß einer Konventional= Strafgelder werden armen verwandt. ) I m H o t e l z u r P o s t dem Vorsitz des Herrn ziemlich lebhafter Beversammlung der hiestatt. Nach einleitenens des Herrn Vorindswahlen vorgenomMitglieder Prof. Dr. ltungssekretär Schulte, tzer Feldhügel, Moricher und Vieter wurhlt; in den Familien= in Tätigkeit tritt, wurer und an der Stelle Herr Gerichtssekretär Dann erstattete der etär Jonas, die Rechederzahl beträgt 183; e in der Versammlung Punkt der Tagesordissung über die Beteinden Stadtverordnetenender Debatte, in der Beteiligung beleuchtet in der zweiten Abteiischwert und Stern, in Ludwig und Störring Quittungskarten) steht halb die Quittungskargötige Weiterungen und rein zur Förderung des r vor zehn Jahren in ifen wurde, begann im uses in Dortmund seine rren, meist Beamte und Pestfalen, waren erschievon Natiibor und Cornit einigen Begrüßungsder einzelnen Negieehmenden KorporatioLandesrat Dr. Althoss: Den ersten größeren man=Münster über„Erbnwesen.“ Den zweiten Altenrath=Charlottenburg an die Wohnungsgesetzder Verwaltungs= und fehlt. Es wird immer d von 34000 Wagen nur ihrend 14300 gefehlt haigt von Tag zu Tag. Ber Abnahme der Kalamiist, obwohl wir bereits 's November eingetreten en sich die einlauehende Betriebsstörungen anz unmöglich ist, ihnen geben. Es wird höchste tretung mit dieser Kalaschmerzensgeld?) VerunBetrieb einer Straßenebsunternehmer die Hafteichshaftpflichtgesetzes. Die des Betriebsunternehmers hängig, auf wessen Recht wird und wer die Vere einzelnen Betriebsvorungsgewalt ist besonders enn mehrere Unternehmer e des Betriebes zu gleiin Anspruch auf Schmerur dann, wenn den Beerschulden an dem Unfall I d e s V e r s c h u l d e n s k a n n Zeteiligter auf Grund des tpflichtig gemacht werden, er den Unfall verschuldet Amtliches Kreisblatt. Donnerstag, 21. November 1912 Vom Balkankrieg. Das deutsche Landungskorps in Konstantinopel. Die Landungskorps, die zum Schutze der Deutschen in Konstantinopel durch den Panzerkreuzer „Geeben“ und das Schulschiff„Vineta“ in Tätigkeit treten können, übertressen, entsprechend der Größe dieser Schifse, zurzeit die der anderen Mächte. Beide Schiffe haben zusammen 1650 Mann Besatzung, so daß man wohl mit einem Landungskorps von 550 bis 650 Mann rechnen könnte. Der Panzerkreuzer„Goeben“ steht in funkentelegraphischer Verbindung mit den übrigen deutschen Schiffen in türkischen Gewässern. Bemerkt sei noch, daß der kleine Kreuzer„Breslau“ der ursprünglich Saloniki anlaufen sollte, nach Alexandrette geht, da dort deutsche Interessen am Hafenbau zu schützen sind. Am bedeutendsten hinsichtlich der Zahl der Mannschaften nächst Deutschland ist zurzeit Rußland vor Konstantinopel vertreten. Von der Schwarzenmeerflotte liegt das Linienschiff „Nostißlaw“ mit 641 Mann, sowie der geschützte Kreuzer„Kagul“ mit 570 Mann und das Kanonenboot„Kubanes“ mit 135 Mann dort, die etwa 560 Mann ausschiffen können. Erst dann folgt England. Die übrigen Mächte stehen inbezug auf Besatzungsstärke der Schiffe vor Konstantinopel gegen die genannten zurück. Die französische Flotte ist durch den Panzerkreuzer„Gambetta“ vertreten. der 711 Mann Besatzung trägt. Von der österreichischen Flotte sind die geschützten Kreuzer„Admiral Spaun“ und„Aspern“ entsandt worden, die etwas über 200 Mann ausschiffen können. Von der italienischen Flotte sind der geschützte Kreuzer„Coatit“ sowie„Archimede“ anwesend, die rund 100 Mann zum Schutze zur Verfügung stellen können. Es liegt noch serner das amerikanische Schiff „Scorpion“ dort. Das Schicksal des österreichischen Konsuls in Prisren. Wie die„Wiener Allgem. Zeitung" erfährt, hat der österreichische Gesandte v. Agron in Belgrad wegen der Affäre des Konsuls Prochaska neuerdings Vorstellungen erhoben In Belgrader unterrichteten Kreisen heißt es, daß die serbische Regierung im Falle Prochaska auf dem Standpunkte stehe, sie bedauere zwar lebhaft, daß der Konsul von dem Verkehr mit seiner Regierung abgeschnitten sei, doch halte das Hauptquartier die Absperrung aus militärischen Gründen für unerläßlich notwendig. Ueber die Eröffnungen des Gesandten von Ugron, betreffend die Hasenfrage, hat in Belgrad ein zweitägiger Ministerrat stattgefunden, der jedoch keine Entscheidung brachte. Die Entscheidung wird erst nach der Rückkehr des Königs Peter getrofsen werden. Herr von Ugron hat bisher auch keine Antwort der serbischen Regierung erhalten. Das Blutbad der Serben unter der albanesischen Bevölkerung. In Wien ist man über das Schicksal des österreichischen Konsuls Prochaska in Prizren ernstlich beunruhigt. Man ist seit zwei Wochen ohne Nachricht von ihm und es ist auch unmöglich gewesen, sich irgendwelche Gewißheit über sein Schicksal zu verschaffen. Bekanntlich hat der ferbische Gesandte Simitsch kürzlich namens der serbischen Regierung im Auswärtigen Amt gegen Prochaska die unerhörte Beschuldigung erhoben, daß er beim Einmarsch der serbischen Truppen auf die Soldaten Revolverschüsse abgegeben habe. Diese Annahme wird hier als ganz unglaubwürdig angesehen. Man nimmt vielmehr an, daß die Serben sich des Konsuls entledigen wollen, weil er Augenzeuge von blutigen Ausschreitungen serbischer Soldaten in Prisren war, die für die serbische Armee außerordentlich gravierend sein dürften. Es wird nämlich auch aus anderen Quellen bestätigt, daß die serbische Soldateska in Prisren ein wahres Blutbad unter der albanesischen Bevölkerung angerichtet hat, um die Albanesen in dieser Stadt völlig auszurotten. Ueber 4000 Albanesen, Männer, Frauen und Kinder, sollen von den Serben niedergemetzelt worden sein. Man glaubt hier zu wissen, daß die serbischen Behörden widerrechtlich die Post des Konsuls beschlagnahmt haben, um ihn von jeder Verbindung mit der Außenwelt abzuschneiden. Ganz abweisen läßt sich allerdings auch nicht der Verdacht, daß Prochaska ein Opser des serbischen Hasses geworden und ermordet worden ist. Verbotene 2 fäde. Kriminalroman von Otto Viehofer. 40 Ganz ruhig antwortete er:„Revolver hab ich nicht gehabt, nie hab ich gehabt einen Revolver.“ „Und warum haben Sie denn keinen Revolver gehabt, solch ein Schießeisen trägt doch heute fast jeder Mensch, auch der geringste?“ „Weil ich gehabt hab keine Geld, um mir so etwas zu kaufen.“ „Niemals hatten Sie Geld, auch kurz vor Ihrer Verhaftung nicht?“ „Nein, keine Pfennig.“ Da hatte es ja der Untersuchungsrichter. Aufgesprungen war ervon seinen Akten, und triumphierend zu dem Polen:„Koczmierski, also keinen Pfennig hatten Sie in Ihrer Tasche und verließen dennoch soplötzlich den Dienst— verließenden Dienst, ohne den Lohn für die drei Tage abgehoben zu haben? Wahrlich, da muß Eile geboten gewesen sein, da muß es gebrannt haben unter Ihren Sohlen. Nicht der Aerger oder sonstiges Mißfallen hat Sie da fortgetrieben vom Hofe des Barons, sondern nur allein der Doppelmord, das Blut zweier Menschen, das an Ihren Fingern klebte! Mörder! — Doppelmörder! schrie es in den Bäumen am Wege dort, und Sie nahmen Ihre Schuhe, packten sie in das Bündel und runnten gestiefelt in finsterer Nacht davon.“ Der Untersuchungsrichter hatte sich wieder zu seinen Akten gesetzt und schrieb, aber da hatte sich Wenzel Koczmierski von dem ihm versetzten Hiebe auch schon erholt; mit funkelnden Augen schleuderte er heraus:„Mörder sind Sie— Sie, Untersuchungsrichter, und Blut klebr an Ihre Finger— ja, Blut(von meine Wunde da!“ Des Gesangenen gefesselten beide Häude waren nach derjenigen Stelle seines Oberschenkels hingegangen, wo die Kugel des Kriminalschutzmanns ihn gesroffen halte. Der österreichisch=serbische Konflikt. = Berlin, 19. Nov. Die serbische Regierung hat, wie man dem Lokalanzeiger in hiesigen Regierungskreisen versichert, alle Vermittelungsvorschläge abgelehnt. Sie will sich auch nicht mehr mit einem Hafen an der Adria begnügen, sondern gemeinsam mit Montenegro über die Häfen San Giovanni di Medua, Alessio und Durazzo verfügen. Einstweilen würden beide Staaten sich verpflichten, innerhalb der nächsten 2 Jahre diese Häsen unbefestigt zu lassen. Eine entschiedene Weigerung setzt Serbien und Montenegro einer Errichtung eines selbständigen Fürstentums Albanien entgegen, sowie der von Oesterreich gewünschten Internationalisierung der Eisenbahn= linie in der europäischen Türkei. = Ofenpest, 19. Nov. In der österreichischen Delegation erklärte Graf Latour im Verlauf der Fortsetzung der Verhandlungen über den Haushalt des Aeußern: Die gegenwärtige Debatte bekräftige vor der ganzen Welt die territoriale Uneigennützigkeitspolitik Oesterreich=Ungarns; andererseits bestehe aber die Gefahr, daß gewissen Aeußerungen einzelner Delegierter im Auslande eine übertriebene Bedeutung beigemessen werde Wir selbst wissen freilich ganz gut, daß bei aller Verschiedenheit der Meinung und der Ausdrucksweise die wirklich ernste Lage auch die vollste Erfüllung unserer Pflichten für die Integrität des Vaterlandes bei uns allen ohne Unterschied der Parteien finden wird.(Beifall.) Der Redner wünscht, daß auch in der weiteren Debatte wie bisher alles unterlassen werde, was bei dem jetzigen Ernst der Lage bei den Bundesgenossen Oesterreich=Ungarns Verstimmung oder gar Zweifel darüber auskommen lassen könnte, ob alle staatserhaltenden Parteien Oesterreichs entschlossen seien, für die in ernster Zeitlage bewährte und durch den Willen der Monarchen festbegründete Bündnispolitik unter allen Umständen einzustehen.(Zustimmung.) Der Redner hofft, daß dank der Weisheit der Monarchen, der Besonnenheit der österreichischen Staatsmänner und dem zweifellosen Friedensbedürfnisse aller Großmächte Oesterreich=Ungarn aus dem jetzigen Imbroglio ohne Krieg und ohne dauernde Verstimmung herauskommen werde. Die baldige Entspannung sei um so mehr zu erhoffen, als das ruhige Kraftgefühl der Monarchie denn doch nicht ohne Eindruck bei den Balkanvölkern bleiben könne. Man müßte entschlossen sein, die als richtig erkannten Postulate unter allen Umständen und mit allen Mitteln durchzusetzen. Eine Bluffpolitik sei der Monarchie unwürdig. Für eine loyale, entschiedene und maßvolle Politik werde Graf Berchtold bei allen loyale und entschiedene Unterstützung finden. Mit dem Verschwinden der TürDiesem Zornesausbruch des Gefangenen wollte der Untersuchungsrichter nun wieder mit äußerster Ruhe begegnen. Er hob den Kopf:„Sagen Sie mal, Koczmierski, wo waren Sie denn zu der Stunde, da an jenem Abend alle Leute des Schlosses Trampitz auf dem Hofe zusammenliefen und schrien: Ach Gott, der Herr Baron ist ermordet und auch der Friedrich?“ Der Pole kämpfte noch immer mit seiner Wut, aber endlich antwortete er resiguiert:„War ich in meine Kammer.“ „Und Sie haben das Wehklagen der andern gehört und sind nicht hingelaufen zum leeren Wagen* „Jsa, hab' ich gehört, bin nicht hingelaufen.“ „Und warum denn nicht, was taten Sie in der Kammer?“ „Nu, wollt' ich doch ausrücken, und da hab' ich gepackt meine Sachen. Was schert mich da Baron, der mich hat geärgert!“ Wieder war der Untersuchungsrichter aufgesprungen und hatte vor Entrüstung die Feder auf den Tisch geworfen, so daß die kleinen Tintenspritzer hier und da ein wenig die Akten beschmutztein:„Donnerwetter, verruchter Pole, und das sagt er angesichts dessen, daß sein hoher Brotgeber und dessen braver Kutscher auf so schauderhafte Weise ums Leben kamen! Kerl, huben Sie es nun begriffen, daß Sie sich damit voll und ganz verraten haben? Geärgert hat Sie der Herr Baron, Ihr Herz, Ihre Gefühle waren vollkommen verroht, und da gingen Sie hin und ermordeten ihn. Sie ermordeten ihn und seinen Kutscher und suchten sofort das Weite, waren mithin auch nicht mehr in Ihrer Kammer, als das Geschrei ertönte: Der Herr Baron ist ermordet!“ Also Ihr Maß ist jetzt voll, die Untersuchungsakten werden sofort abgeschlossen!“ Landgerichtsrat Schwerdtmann wandte sich mit Abscheu von dem Gefangenen. Aber heiß aufgestiegen war es in dem wieder, sein Auge stammte, kei sei die Balkankrise noch nicht beendet. Gerade Oesterreich werde auf lange Zeit hinaus Konflikten und Aspirationen rund um sich herum entgegensehen müssen, weshalb die Ausgestaltung des Heeres und der Flotte bis zum Höchstmaß der intensivsten Leistungsfähigkeit unbedingt notwendig sei. Das sei die beste auswärtige Politik. Redner bat schließlich den Minister des Auswärtigen um Auskunft über die Gerüchte hinsichtlich der österreich=ungarischen Konsulate in Prizren und Mitrowitza. Der Slowene Koresec erklärte: Unser Standpunkt gegenüber den Balkanvölkern ist der, daß wir, ebenso wie die Deutschen mit Deutschland, ein inniges Freundschaftsverhältnis mit den Balkanvölkern wünschen und, um dieses zu erreichen, alle schwebenden Differenzen gelöst wissen wollen. Der Monarchie und der Dynastie gegenüber betonen wir unsere Treue und Anhänglichkeit. Der Abg. Choc erklärte, das tschechische Volk finde keinen Schutz weder in Oesterreich noch außerhalb der Monarchie. Der Redner wandte sich gegen die Behandlung der Tschechen und Polen in Preußen und sagle, es wäre Pflicht des Slawentums, ehestens auf Rußland im Sinne der Restaurierung der Autonomie Polens einzuwirken. Den Ruthenen sei deshalb Autonomie zu gewähren. Der Dualismus sei lebensunfähig. Man müßte zur Neuorganisation des Reiches auf förderalistischer Grundlage schreiten. Westfalen und Rheinland. * Dortmund, 19. Nov.(Wegen Straßenraubes) verurteilte gestern das Schwurgericht den schon vielfach vorbestraften Fuhrmann Herm. Fälker zu 5 Jahren Zuchthaus und 5 Jahren Ehrverlust, den Fuhrmann Heinrich Kolling, dem mildernde: Umstände zugebilligt wurden, zu 1 Jahr Gefängnis. Die Angeklagten hatten zu Hörde im Sommer dieses Jahres einen Sattlergesellen, der Bier spendierte, auf dem Nachhauseweg überfallen und seiner Barschaft in Höhe von 50 Mark beraubt. * Menden, 19. Nov.(Generalaussper= rung.) Die Firma Schmöle& Co. hat ihre am Freitag und Samstag schriftlich gemachten Zugeständnisse zurückgezogen. Ein Vermittelungsversuch des Bürgermeisters war erfolglos, so daß es nun zu einer allgemeinen Aussperrung kommen wird. Es handet sich um etwa 3000 Arbeiter. Essen, 19. Nov.(Wegen fahrlässiger Tötung) ist vom hiesigen Landgerichte der Fuhrmann Johann Winkelkemper zu einem Monat Gefängnis verurteilt worden. Anfang Oktober 1911 wurde die Bochumer Straße in Gelsenkirchen neu gepflastert. In der Mitte befand sich eine Fahrrinne, auf der rechten Seite lagen Steine und Sandhaufen. Entgegenkommende Fuhrwerke konnten sich nicht ausweichen, deshalb fuhren sie auf den Bürgersteig. Der Hausbesitzer Dietrich hatte sich darüber beschwert. Am 9. Norember kam der Angeklagte mit seinem beladenen Wagen angefahren und bog auf den Bürgersteig ein. In diesem Augenblicke kam der Hausbesitzer D. aus dem Hause und fiel dem Angeklagten in die Zügel. Als er nicht losließ, schlug der Angeklagte auf die Pserde ein; diese gingen durch und schleppten D. mit. Er starb am nächsten Tage an den Verletzungen. Die Fahrlässigkeit des Angeklagten ist darin erblickt worden, daß er die Pferde antrieb, obwohl er sah, da D. die Zügel nicht losließ. Wegen des Mitverschuldens des Getöteten und der Minderjährigkeit des Angeklagten hielt das Gericht die erkannte Strafe für angemessen.— Die Revision des Angeklagten, der die ihm zur Last gelegte Fahrlässigkeit bestritt und behauptete, er habe lediglich in Notwehr gehandelt, wurde gestern vom Reichsgerichte als unbegründet verworsen. * Bieleseld, 19. Nov.(Nacheakt mit tötlichem Ausgang.) Am Freitag mittag stürzte in der Fabrik Osthushenrich der Meister Siek durch die Bodenluke in den Hof Wie sich nachträglich herausgestellt hat, handelt es sich hierbei nicht um einen Unglücksfall, sondern um den verwerflichen Racheakt eines entlassenen Arbeiters, der dem ahnungslos vor der Bodenluke stehenden Meister von rückwärts einen Stoß versetzte, so daß er in den Hof hinabstürzte. Er wurde schwerverletzt in das Franziskus=Hospital überführt, wo er inzwischen gestorben ist. Der Arbeiter ist verhaftet. * Mülheim(Nuhr), 19. Nov.(Institut für Kohlenforschung.) Der Bau des neuen Instituts der Kaiser Wilhelm=Gesellschaft für Kohlenforschung soll im künftigen Frühjahr begonnen werden und im folgenden Frühjahr sertiggestellt sein. U. a. sollen in dem Institut alte Probleme von neuem in Angriff genommen werden, nämlich die Frage der direkten Erzeugung der Elektrizität aus Kohle mittels Kraftgasmotoren * Gelsenkirchen, 19. Nov.(18000 Mark unterschlagen.) Bei dem hiesigen Zweigbureau des Allgemeinen Knappschaftsvereins zu Bochum wurden Unterschlagungen in Höhe von 18000 Mk. festgestellt, die dem Leiter des Zweigbureaus zur Last gelegt werden. Gegen den Beamten ist Anzeige erstattet worden. Luftschiffahrt. Die Leistungsfähigkeit unserer Fliegertruppe wird durch die glänzenden Ueberlandflüge des Leutnants Geyer von dem Fliegerkommando in Straßburg aufs neue bewiesen. Der junge Militärpilot hat während der letzten 4 Wochen auf einem Aviatik=Doppeldecker über 1400 Kilometer Ueberlandflüge ohne den geringsten Defekt am Apparat oder Motor ausgeführt. Auf seinen Flügen, die ihn u. a. von Straßburg nach Metz, Karlsruhe, Darmstadt, Baden=Baden usw. führten, erreichte der Pilot eine Stundengeschwindigkeit von 110 Kilometer und eine Höhe von über 2000 Meter. Dadurch wird auch der deutschen Flugzeugindustrie das beste Zeugnis ausgestellt; neben dem ApiatikDoppeldecker haben sich bei den Fliegerkommando# vor allem auch die Tauben, sowie die Albatrosund Otto=Doppeldecker bestens bewährt. Da bisher von den Militärpiloten bereits zahlreiche praktische Erfolge erzielt worden sind, soll die Zahl der Flugzeuge in der deutschen Armee demnächst erheblich vergrößert werden. Unter den neuen Apparaten, die angeschafft werden sollen, sind auch einige englische Bristol=Aeroplane vorgesehen, die jedoch in Deutschland hergestellt sein müssen. Ein ähnliches Abkommen hat kürzlich auch die italienische Heeresverwaltung getroffen. Die Flugsicherheit des Schütte=Lanz=Ballons hat sich socben auf einer Fahrt von Mannheim nach Karlsruhe trefflich bewährt. Auf der Rückfahrt splitterte ein Flügel des hinteren Propellers ab. Ein Stück davon flog gegen den Ballon und riß in die Hülle ein 3 Meter großes Loch. Trotz dieses Unfalles konnte das Luftschiff seine Fahrt glücklich beenden. Die Manöverierfähigkeit war kaum beeinflußt worden. die Finger krampften sich zusammen, und in seinen mer nicht gekommen. Teufel noch mal, regelmäßig Straugtskeln zucte es gewaltig. Bebend kam's am Sonnabend hatte die Baronin von Palzow r##rs greiten Brust;„Mörder, sagl ich ihren Diener nach der Stadt geschickt, um Einkäufe, 2och eiumu., ago Sie— Sie, nuchterl Und perzsmit denen sie sichz nicht selbtr befu u. Pettchute, in der Brust— jawohl, Herz, und auch Gefühl, besser wie Sie! Und in der Kammer war ich auch, wie können Sie da sagen nein! Hunde Der——“ „Donnerwetter, jetzt ist's mir endlich doch zu viel," unterbrach ihn donnernd der Untersuchungsrichter.„Hinaus mit ihm, auf dreimal vierundpsi in die Dunkelzelle bei Wasser Derletzte Satz war an den Gefangenenaufseher gerichtet, und der packte den Polen nun mit festem Griff und schob ihn zum Zimmer hinaus. Vier Tritte polterten die Treppe hinab, den Korridor entlang, und Wenzel Koczmierski saß schon in der Dunkelzelle. Der Untersuchungsrichter aber schloß oben die Akten ab, sie waren nunmehr reif für die Eröffnungskammer— für die Anklagebehörde.— 18. Kapitel. Herbert Balthasar hatte in der Zeitung gelesen, daß ein Berliner Graf und hoher Gardeoffizier einen jungen Diener suche. Und darauf hatte er seinen neuesten Plan gebaut. Gleich war er nach seinen neuesten Plan gebaut. Gleich war er nach folger BeidBerlin gefahren, hatte sich mit dem Grafen in Ver= funge Lente. *s.* H: Der Wagen Fatt. bindung gesetzt und biesem versprochen, einen Diener zu beschaffen. mit denten sie fich nicht feihst befassen mochte, zu machen, und heute kam er nicht. Sollte er, Herbert Balthasar, etwa noch einmal acht Tage im Hotel hier sitzen, um den Diener abzufassen? Nein, das ging nicht an, denn die Zeit drängte, der Herr Graf in Berlin wollte ja sobald als möglich einen Diener haben, und was die Hauptsache war, die Gerechtigkeit rief:„Eile, eile, damit Du einen unschuldig Schmachtenden befreist!" Ja, da mußte Herbert Balthasar nun schleunigst andere Wege ersinnen, um des neuen Trampitzer Dieners unauffällig habhaft zu werden, um mit ihm unter vier Augen sprechen zu können. Da— Wagengeratter über den kleinen Marktplatz hinweg.— Aufgesprungen war Herbert Balthasar von seinem Sitz am Fenster, und über sein Antlitz ging ein heller Freudenschimmer. Gott sei Dank, also doch noch— doch noch. Das leichte gelbe Wägelchen war es, womit er selber schon, zusammen mit Stallburschen Fritz, zur Stadt gefahren war. Auf dem Bock vorne saß der neue Trampitzer Kutscher, und hinten auf dem gepolsterten Sitz der neue Diener, letzterer also des alten Johanns Nachsvinet. Beive waren sie noch recht junge9 Der wagen halte vor dem„Roten Löwen“ Halt gemacht, das Tor öffnete sich, und dann verdar: Geföhrt und Herzticze und dunk verHeute saß er nun wieder im Hotel des Kreis= Hofes. Jusassen im Innern des städtchens M., natürlich noch immer als„Vertreter der Getreidefirma Mann u. Co.“, vor seinem! Herbert Balthasar griff sofort nach Hut und Feuster und beobachtete scharf den gegenüberlie- Stock und verließ das Hotel. Nun ging er erst ein genden Gasthof„zum roten Löwen,“ in welchem vogrRebenstraßen entlang, und auf Umwegen kan Srame ter gann zu das Gasthaus zum roten ar ue. gellbel. Gasthof„zum roten Löwen. in welchem oas manniiche Hauspersonal des Schlosses Trampitz zu verkehren pflegte. Schon war er recht ungeduldig geworden, denn es war bereits drei Uhr anachmittags, und was er erwartete, war noch im= vig beide zu machen hatten. straßen entlang, und auf Umwegen ka er dann in das Giisthaus„zum toten Lowen.“ „, Dort saßen Diener und Kutscher schon beim #Pe Bisszud unterbielten sich über die Einkäufe, 197,16 Seite 4. Schwerter Zeitung.(Amtliches Kreisblatt.) Donnerstag, 21. November 1912. Nr. 274. Heer und Flolte. Unterrichtskurse für Unteroffiziere des Beurlaubtenstandes sind auf kriegsministerielle Anordnung hin bei den Bezirkskommandos eingerichtet worden. Die Kurse haben den Zweck, die Unteroffiziere der Reserve, der Landwehr und auch des Landsturmes mit den Neuerungen auf militärischem Gebiete vertraut zu machen und ihnen Gelegenheit zu geben, sich auch außerhalb der militärischen Pflichtübungen weiterzubilden. Die Teilnahme an dem Unterricht, der aus Vorträgen und Kriegsspielen (auf der Karte und im Gelände) besteht, ist freiwillig. Die außerhalb des Standortes der Bezirkskommandos wohnenden Unteroffiziere des Beurlaubtenstandes dürfen für die Hin= und Nücksahrt Militärfahrkarten benutzen, auch können auf Antrag Verpflegungs= und Unterkunftsgelder bewilligt werden. Die Unterrichtskurse sollen im allgemeinen wöchentlich ein Mal stattfinden. Eine neue Panzerplatte. Am 7. ds. Mts. hat auf dem Scheibenstand der Gardeschützen in Dahlem ein Vergleichsschießen auf Nickelstahlpanzerplatten höchster Widerstandskraft und auf eine neukonstruierte Kombinations= platte stattgefunden. Diese Kombinationspanzerplatte ist eine Erfindung des Ingenieurs Schaumann. Die Vorführung des Schießens fand durch den Hauptmann der Landwehr Freiherrn von Wrangel statt, und das Endergebnis war verblüfsend. Geschossen wurde zunächst in 500 Meter Enisernung, und zwar aus dem Insanteriegewehr 08 und S=Munition mit verstärkter Ladung. Beschossen wurde eine 3,5 Millimeter starke Nickelstahlpanzerplatte und eine Schaumannsche Kombinationsplatte, deren Gewicht einer 3 Millimeter starken Nickelstahlpanzerplatte gleichkommt. Die 3,5 Millimeter=Nickelstahlpanzerplatte wurde glatt durchschlagen, die Kombinationsplatte zeigte nach der Beschießung leichte Eindrücke. Man ging auf 80 Meter Entfernung herab. Eine 7 Millimeter starke Nickelstahlpanzerplatte wurde glatt durchschlagen. Alsdann wurde der Persuch gegen eine Kombinationsplatte vorgenommen, deren Gewicht einer 6 Millimeter=Nickelstahlpanzerplatte gleichkommt. Auch diese Kombinationsplatte hatte nach der Beschießung nur leichte Eindrücke. Verschiedene andere Versuche brachten die gleichen Resultate. Das Grundprinzip der Schaumannschen Er, f i n d u n g b e s t e h t i n d e r g r ö ß e r e n L e i c h t i g k e i t u n d überlegenen Widerstandsfähigkeit gegen die im Gebrauch befindlichen Nickelstahlpanzerplatten. Das Geschoß trifft auf zwar harten, immerhin aber noch elastischen Stahl, trifft dann auf eine harte, aber unelastische leichte Metallplatte, die verhinvert, daß der Stahl seine Elastizitätsgrenze überschreitet. Die Folge ist, daß die Kombinationsplatte auch bei vielfacher Beschießung nicht durchschlagen werden kann. —.— Vermischtes. Büchertisch. Der in Watte gepackte General. Ein gebeugter, hypochondrischer Mann mit krummem Rücken und steisen Gelenken, der in einem gepolsterten Sessel sitzt, mit einem dicken Umschlagtuch auf den Knien, einer ganzen Lage Watte u. einer wollenen Binde um den Hals, einer großen Tasse Kassee in der Hand unnd einer topographischen Karte vor der Nase...., also schildert Annie Christitsch, die Belgrader Berichterstatterin des Daily Exprez den serbischen Generalstabschef Putnik, die Seele des Felozuges, den Heerführer, den König Peter vor kurzem zum Wojwoden ernannt hat. Punik war vor vielen Jahren ein glänzender Offizier; jetzt lebt er sozusagen außerhalb der Welt und nur noch in ganz oberflächlicher Berührung mit den Offizieren seines Stabes, die zu ihm ins Zimmer treten und ihm stumm die Berichte überreichen, welche er rasch mit Randbemertungen versicht, oder ihm kurz und knapp mündlichen Bericht erstatten. Er hört; schweigend zu, antwortet mit den üblichen Notizen, die er mit flinker Feder niederschreibt, und brummt, wenn der Offizier sich verabschiedet, etwas Unverständliches in den Bart. Putnik fährt dem siegreichen Heere von Etappe zu Elappe nach; sein Eisenbahnwagen ist mit Dampf geheizt; in den Gängen stehen ängstlich lauschend die jungen Ordonnanzoffiziere und geraten außer sich, wenn aus dem Allerheiligsten des Generalstabschefs ein Hüsteln herausdringt. Tausende von Soldaten dürsen auf den Schlachtfeldern fallen, aber General Putnik darf nicht wegen einer Erkältung sein Leben aufs Spiel setzen. Von ihm hängt das Glück der serbischen Waffen ab. Vom größten Bahnhof der Welt. In der nächsten Zeit werden am Leipziger Hauptbahnhof wieder umsassende Erweiterungen vorgenommen werden. So ist beabsichtigt, zu Anfang des kommenden Jahres die Bahnsteiganlagen im Bereich der Längsbahnsteighalle 4 in Betrieb zu nehmen und zwar für die Dresdener und Zeithainer Richtung. Diese Linien laufen gegenwärtig noch auf dem Diesdener Bahnhofe ein. Der Dresdener Bahnhof dürste im Februar kommenden Jahres abgebrochen werden. Da bis dahin die Querbahnsteighalle und der entsprechende Gebäudeteil vor der Halle nicht soweit sertiggestellt werden kann, macht sich die Anlage eines provisorischen Querbahnsteiges erforderlich. An diesem werden, ebenfalls für den Zwischenzustand, der voraussichtlich bis zum Jahre 1915 dauern wird, einige zeitweilige Dienstgebäude aufgeführt. 452— Unser Glaubensstandpunkt gegenüber der atheistischmaterialistischen Bibelkritik von Rudolf Wenske. Preis 30 Pfg. Verlag von Otto Krampen, D.= Ruhrort. Eine Schrift, der man nur allerweileste Verbreitung wünschen kann. Mütterlichkeit. Eine Erzählung von Elly zu Pullitz, mit Illustrationen von Else von Hammerstein. Agentur des Rauhen Hauses, Hamburg. Preis eleg. geb. 1,80 Mark. Ein prächtig geschriebenes Buch, welches sich den früheren Werken der geschätzten Verfasserin würdig anreiht. Es ist alles so lebendig, lebenswahr und lebensvoll geschrieben, daß man das Frauenleben förmlich selbst miterlebt. Das Buch ist als Weihruchtegeschenk nur warm zu empfehlen. Stadtverordneten=Wahl. Mit dem Schlusse dieses Jahres scheiden insolge Ablauss der Wahlperiode gemäß§ 18 der Städteordnung vom 19. März 1856 nachbenannte Stadtverordnete aus: 1. Betriebsführer Ernst Korflür, gewählt von der 3. Abteilung. 2. Obermeister Karl Heierhoff, gewählt von der 3. Abbeilung. 3. Rentner Heinrich Färber, gewählt von der 2. Abteilung. 4. Gerichtstaxator Karl Hohenschwert, gewählt von der 2. Abteilung. 5. Kaufmann Hermann Irle, gewählt von der 1. Abteilung. 6. Prokurist Karl Wolf, gewählt von der 1. Abteilung. Termin zur Wahl wird hierdurch anberaumt a) für die 3. Abteilung: auf Donnerstag, den 28. November ds. Is. von 9 Uhr Vormittags bis 6 Uhr Nachmittags im Saale des Wirts Jockenhöfer, Iserlohnerstraße Nr. 2, („Im Reiche des Wassers“) hierselbst. b) für die 2. Abteilung: auf Freitag, den 29. November d. Is., von 9 Uhr bis 12 Uhr vormittags im kleinen Saale des Hotel Ostermann(Inhaber Hahnefeld), Hüsingstraße 2 hierselbst c) für die 1. Abteilung: auf Freitag, den 29. November d. Is., von 12 bis 1 Uhr Mittags im kleinen Saale des Hotel Östermann(Inhaber Sahnefeld). Wir laden hierdurch zur Wahl mit dem Bemerken ein, daß die Wähler ihre Stimmen dem Wahlvorstande mündlich zu Protokoll zu geben haben. Nach§ 16 der Städteordnung muß die Hälfte der Statdverordneten jeder Abteilung aus Hausbesitzern(Eigentümern, Nießbrauchern und solchen, die ein erbliches Besitzrecht haben) bestehen. Von den 6 Stadtverordneten, welche zur Zeit dor 1. Abteilung angehören, sind 4 Hausbesitzer; die 6 Stadtverordneten, welche zur Zeit der 2. Abteilung angehören, sind sämtlich Hausbesitzer; von den 6 Stadtverordneten, welche zur Zeit der 3. Abteilung angehören sind 3 Hausbesitzer. Die ausscheidenden Stadtverordneten sind wieder wählbar. Schwerte, den 7. November 1912. 7384. Der Magistrat: Rohrmann. Bekanntmachung. Es wird hierdurch zur allgemeinen Kenntnis gebracht, daß die von dem Königlichen Finanzministe= rium genehmishe Neumessung der Ortslage der Gemeinde Opherdiche demnächst durch Vermessungsbeamte der Königlichen Rezierung ausgeführt wird. Dabei wird nicht nur ein Betreten der neu zumessenden Crundstücke, sondern auch der anstoßenden Parzellen durch das Vermessungspersonal und dess.n Vegleiter ersorderlich, doch soll auf Schonung der Früchte usw. nach Möglichkeit Rücksicht genommen werden. Zegleich wird darauf aufmerksam gemacht, daß das unbesugte Fortnehmen, Verrücken, Vernichten, Umwerfen, Beschädigen oder Unkenntlichmachen der Messungszeichen der Bestrafung nach§ 30 des Jeld= und Forstpolizeigesetes vom 1. April 1880 (G. S. S. 230), das Wegnehmen, Vernichten, Unlenntlichmachen oder Verrücken der Grenzmarken aber der Bestrafung nach§ 274 des Strafgesetzbuches für das deutsche Reich(R. G. Bl. für 1876, S. 39) unterliegt. Die Grundeigentümer werden in ihrem eigensten Interesse ersucht, den Ladungen der Vermesjungsbeamten Lereitwilligst Folge zu leisten oder sich durch Bevollmächtigte vertreten zu lassen, da von denjenigen, die bei den anberaumten Terminen weder persönlich anwesend, noch durch einen Bevollmächtigten vertreten sein sollten, das Einverständnis mit dem Ergebnis der Vermarkung und Vermessung angenommen wird Ein Vertreter muß sich durch eine Vollmacht des Grundeigentümers im Termine ausweisen. Ist die Vollmacht keine gerichtliche oder notarielle, so muß die Unterschrift des Vollmachtgebers von einer öffentlichen Behörde oder von einem zur Führung eines Dienstsiegels berechtigten Beamten unter Veidrückung des Dienstsiegels beglaubigt sein. Die lediglich für den Zweck der Neumessung ausgestellten Vollmachten sind im Termin an die rmessungsbeamten abzugeben. Grundbuch= oder sonstige Besitzurkunden werden zweckmäßig zu den Terminen mitgebracht, sodaß sie erforderlichenfalls vorgelegt werden können. Arnsberg, den 20. Mai 1912. Königliche Regierung, Abt. für direkte Steuern, Domänen u. Forsten. Grunewald. Den echten„Hornfranck“ gibt es nur unter diesem Namen! Die Pakete sind grünund habendunkelgrüne Bänder. 75•3 Sr Verbotene Pfade. Kriminalroman von Otto Viehofer. 41 Der Detektiv streifte sie beide mit einem scharfen Blick, setzte sich an einen Nebentisch und bestellte beim Kellner ebenfalls ein Glas Bier. Der, ein junger Mensch und Hausdiener und Kellner in einer Person, brachte ihm den schäumigen Trank und verschwand dann gleich in einem Zimmer hinterm Büffet. Das war dem Detektiv gerade so recht, nicht auschen würde man hier sein Gespräch mit dem Taener, denn der Bursche da hatte viel zu Franz wohl — Adjü's tun. Herbert Balthasar streifte die beiden Domestiken en zweiten Male mit einem scharfen Blick, strich h ü b e r d e n r o t e n B a r t, u n d d a n n s e t z t e e r s e i n Cas an die Lippen. Wahrlich, der junge Mann da war wie geschaffen für den Diener eines Grafen und Generals der Großstadt: jung, schön gewachsen, mit intelligentem Blick, und auch Formen mußte er haben auf dem Parkett. Abgesehen vom Alter, war er ganz das Gegenteil von dem Kutscher. Wenn er nur anbeißen würde. Aber er wußte, mit Geld kaufte man ja alles heute. Die beiden Bedienten hatten für den Rotbart am andern Tische nur wenig Interesse gezeigt, sie hatten geschwatzt und getrunken, und nun der Kutscher sein Glas geleert hatte, stand er auf und sagte zum Diener:„Also es ist Ihnen so recht, Konrad, ich kaufe meine Sachen zuerst?“ „Ganz recht ist's mir sogar, und ich warte hier, bis Sie wieder auftauchen, Franz," erwiderte der Diener mit lachendem Gesicht. Und dann fügte er warnend noch hinzu:„Nur bleiben Sie nicht allzu lange fort, denn Sie wissen, wir sind bei der Baromn von Paltzow auf Trampitz, und beide vorerst nur auf Probe mit achttägiger Kündigung.“ „Ach, nur nicht gleich so ängstlich, Konrad,“ erwiderte der Kutscher.„Ein halbes Stündchen wird es wohl dauern mit mir. Denken Sie doch: meine schönen, neuen Stulpenstiefel, die ich vom Schuster abzuholen habe, und eine neue Angströhre muß ich, wie ich ja schon sagte, doch auch haben! Nee. nee, vor einer halben Stunde wird nicht auftauchen im„Roten Löwen“ derweil!" „Adien!“. Der Kutscher war schon draußen und stiefelle mit schweren Tritten quer über den Markt. In Herbert Balthasars Seele jubilierte es. Wie das nur alles ging, wie am Schnürchen: Eine lange halbe Stunde wollte der Kutscher fortbleiben, und auf Probe— ja, nur auf Probe mit achttägiger Kündigung war der Diener auf Schloß Trampitz angestellt.— Nun denn herau an den, keine Zeit war zu verlieren. Der Detektiv war aufgestanden und trat an den Tisch des jungen Dieners, der, im Gegensatz zum Kutscher, sein Glas nur erst halb geleert hatte: „Verzeihung, junger Mann, mein Name ist Oskar Wild, ich bin Stellenvermittler in Berlin und habe soeben gehört, daß Sie in Ihrer jetzigen Stellung noch neu und nur auf Probe sind. Ihrer Aeußerung entnahm ich ferner, daß Sie mit Ihrer augenblicklichen Herrschaft nicht gut gewählt habeu, was mir, da Sie doch ein tadelloser junger Mann zu sein scheinen, als Mensch einerseits sehr leid tun würde, als gewerbsmäßiger Stellenvermittler aber undererseits mich im höchsten Grade interessieren würde. Interessieren insofern, als daß ich gerade jetzt eine höchst angenehme Dienerstelle vakant verzeichnet habe. Die erwähnte Stellung ist bei einem Grafen und General in Berlin und wird sehr gut bezahlt. Würden Sie vielleicht willens sein, sie anzunehmen?“ Der junge Diener hatte zu dem rotbärtigen Herrn aufgesehen, als traute er dem nicht recht, dann war sein Blick sinnend einen Moment nach unten gegangen, und unn sah er wieder auf und antwortete frei und sicher:„Ja, mein Herr. so mir nichts, dir nichts kann ich doch meine Stellung nicht aufgeben, die ich kaum ein paar Wochen inne habe, da würde ich mir ja meine ganzen Papiere verderben. Und außerdem weiß ich ja nicht, ob mir die jetztige Stellung später nicht doch noch zusagen wird, ob sie nicht die aufwiegen wird, die Sie mir soeben offerieren. Herrschaft und Bediente müssen erst näher in Berührung kommen, müssen sich erst einigermaßen kennenlernen, dann erst entscheidet es sich, ob der eine oder der andere Teil nicht zu kurz kommt. Ich kann Ihnen, mein Herr, heute also noch nicht sagen, ob ich meine jetzige Stelle in nächster Zeit wechseln werde oder nicht. Sollte es der Fall sein, so werde ich, falls. Sie mir Ihre werte Adresse zurücklassen wollen, mich beehren, Sie in diesem Punkte anzugehen; vielleicht haben Sie auch dann noch etwas Gutes für mich auf Lager.“ Der Detektiv wor verblüfft. Erwartet hatte er von diesem jungen Manne von vornherein eine gewisse Gewandtheit und einen geweckten Sinn, aber daß er schon in solchen Zungen sprach, nein, das konnte man nicht annehmen von einem Jüngling, der kaum achtzehn Jahre alt sein durfte. Himmel, das würde was sein für den gräflichen General. Haben mußte er ihn,— haben, und heraus aus dem Salon der Baronin mußte der junge Mann, sollte es auch kosten, was es wolle! Der Detektiv hatte sich am Tische des Dieners niedergelassen und wollte nun seine ganze Redekunst spielen lassen. „Hören Sie, mein junger Freund,“ fing er an, „Sie sagten, Sie könnten Ihre jetzige Stellung so mir nichts, dir nichts nicht aufgeben. Ja, wenn in Gestalt eines lieben Mitmenschen ganz plötzlich und unerwartet das Schicksal zu Ihnen kommt und reicht Ihnen höchst vorteilhaft die Hand, so können Sie das doch nicht so mir nichts, dir nichts neunen. Ja, im Gegenteil, so etwas ist eine große, heilige Sache, die nicht allzu oft kommt über den Erdenpilger, es ist eine Fügung des Himmels, die der Mensch nicht abweisen darf, wollte er sich nicht gegen Gott und sich selbst versündigen. Und große Vorteile bietet Ihnen doch das Schicksal jetzt, denn Seine Exzellenz der Herr Graf in Berlin zahlt seinem Diener jährlich fünfhundert Mark bar, daneben läuft noch freie Station und Livree; hinzu kommt außerdem noch reichliches Trinkgeld, denn im Hause Seiner Exzellenz gehen, wie das ja ganz selbstverständlich ist, viele hohe Offiziere und Aristokraten aus und ein. Bedenken Sie doch, was das bedeutet gegen die paar Mark, die man Ihnen auf einem Landschlosse zahlt! Höchstens dreißig Mark können es da doch nur sein nach festem Engagement, nicht wahr, stimmt's nicht so?— Naja, sehen Sie, das stimmt also bis auf den Pfennig. Und nun weiter: Sie haben die besten Absichten Ihrer Herrin gegenüber, Sie wollen den Vertrag in absehbarer Zeit selber nicht lösen. Ja, wissen Sie denn überhaupt, ob man Ihnen nicht heute oder morgen schon zuvorkommt, ob Sie nicht so ganz unerwartet hinausfliegen? Aus Ihrer Aeußerung über die Baronin von Paltzow vorhin ging doch hervor, daß Ihre Herrin nicht allzu zart umzugehen pflegt mit ihrem Dienstpersonal, ja, das zeigt schon allein der Umstand, daß Sie sowohl wie auch der Kutscher vorerst nur auf Probe engagiert sind. Aber selbst angenommen. Sie haben Gewähr dafür, daß Sie auf Schloß Trampitz läugere Jahre verbleiben können, was bedeutet denn das, abgesehen schon vom materiellen Punkt, in rein menschlicher Hinsicht gegenüber einer Positur in der Großstadt! Im Kuhstall sitzen Sie ewig auf Schloß Trampitz, in monotonen freien Felde, wo im Winternur die Krähen krächzen, und im Sommer diepolnischen oder galizischen Arbeiterschmutzig und stupide einherstampfen. Nichts bietet sich da dem Auge, nichts dem Herzen, Sie können da weder lernen noch genießen. Aber die schöne, schöne Weltstadt Berlin!" 197,16 S 580SSSE S Scuä: LenSs 5* 9„ESE.“ SgREg: „DSSSE BÄSDSGOE S. S SSSESAS S#gg-#g. S5HOESSE S.eBTTEHDESTS u. S T T 120 2= 10 n SOEHE-ESEE R SESSES— S 2 SOgS-EPSES ###rgEE *“ #SEE * 50 S SFESLS u Ge a S.. arme Bräutigam mit lautem Aufschrei an der Leiche der geliebten Braut zusammen. Aus dem freudigen Jubelfeste wird eine traurige Leichenfeier— die zur Hochzeit geschmückten Gäste verlassen fluchtartig das Unglückshaus. Stumm, selbst einem Toten ähnlich, sitzt Hauptmann von Gergely die ganze Nacht neben der Geliebten. 8078 ". Der Morgen findet ihn ohnmächtig zu Füßen der Leiche, aber sein reiches, schwarzes Haar war weiß geworden, wie das eines siebzigjährigen Greises, und man brauchte Stunden, um ihn in das Leben zurückzurufen. Gegen Mitternacht flammt das neue, prächtige Wohnhaus und alle Stallungen des„schwarzen Mischka“. an allen vier Ecken zugleich auf— die entsetzten Bauern aber stehen händeringend und sich bekreuzigend dabei, hute ae. schen 406 Den„schwarzen Mischka Romuald“ selbst fand man tags darauf mit durchschossener Brust am Ufer der Berzava, dort, am Tümpel, wo einst Etelka den„kleinen Tartar“ blutig geschlagen. Und kein Mensch vermochte sich die Geheimnisse der vielen Unglücksfälle zu erklären.—— Einer nur könnte Aufschluß geben— der Fikusch, der Kuhhirt; doch der schweigt: Er fürchtet die Gerichte. Nach wie vor liegt er auf dem Bauche in der Naye des großen Gemeindebrunnens— liegt und faulenzt = doch die Flutura spielt er sehr selten. Auflösung des Rebus aus voriger Nummer: Die Arbeit, die uns freut, wird zum Ergötzen. 3 Schach. S# Bearbeitet von E. Schallopp. Aufgabe Nr. 288. Von J. Kohtz und C. Kockelkorn. (Aus der Festschrift des akademischen Schachklubs München.) Schwarz: 9 Steine. Weiß: 6 Steine. Weiß zieht an und setzt mit dem 2. Zuge matt. 4gr—cOS•3 gLogUv ee*% 4.0—928 7 70—90.* 40—99S 7 LOXtoX*•** 4—gS•5+9PX87 199—8801 7 Partie Nr. 291. Gespielt im Meisterturnier zu Pistyan(Ungarn) am 29. Mai 1912. Französische Partie. Weiß: O. Duras, Prag. Schwarz: A. Rubinstein, Lodz. heiß: 1. e2—64 2. 62—04 3. Sbl—c3 4. 24—65 5. Sc3—e2 6. 12—14 7. c2—c3 8. S81—13 9. 82—83 10. L.11—53 11. 0—0 12. g3—g4 13. g4X/5 14. Kg1—h1 15. T11—g1 Schwarz Gegner ohne ersichtlichen Grund die Herrschaft über die g=Linie. 718—68 war sicherer. 16. S13—65 17. TgIXg5 18. Ddl—g1! 19. Se2—04 20. L53—11 Dieser und die folgenden Züge bereiten h2—h4—h5 vor. 20.... 21. Ls1—e2 22. Del—83 23. b2—b3 24. Lc1—e3 25. Le3Xd4 26. a2—a4 Greift indirekt(27. 53— b4) a7 an, soll aber vor allem den Damenflügel sicherstellen, bevor Weiß zum Angriff auf den König übergeht. Schwarz: e7—66 47—05 S88—f6 S16—47 c7—c5 Sb8—c6 Da8-b6 L18—e7 17—s6 16—15 0—0 87—86 86X15 Kg8—58 T18—17 überläßt dem LeTxg5 c5Xd4 Sc6—e7 S47—18 Lc8—47 S18—66 Ta8—68 Se7—c6 Sc6Xd4 Db6—25 26.. a7—46 27. Tal—gl Da5-08 Schwarz muß gegen die Drohung h2—h4—h5 etwas tun. 28. h2—h4 Dd8—18 29. h4—55 D18—h6 30. Le2—13 Tf7—87 31. Dg3—52 Sg6—67 32. Ld4—c5 Se7—c6 33. Dh2—h4 Tg7—66 34. Tg1—82 Ld7-e8 35. b3—54 b7—b5 36. a4X55 a6Xb5 37. Khl—52 Tg6Xg5 Schwarz hat nichts anderes. Es droht 38. Kh2 —h3, worauf Tg6 nach g7 muß, und 39. Tg5Xg7 Tg8 Xg7 40. Lc5—18 gewinnt. 38. 14Xg5 Dh6—67 39. Dh4—14 Sc6Xe5 Verfehlt, wie sich gleich zeigt; aber Schwarz leidet an Zugzwang. 40. Lc3—d4 Se5X1341. Df4X13 e6—e5 42. h5—h6 Dg7—e7 43. Tg2—e2 Tg8Xg5 44. Te2Xe5 De7-d6 45. D13—83 Ein prächtiger Zug, gegen den es keine Verteidigung gibt. sung 45.. DdßXh6-+ 46. Dg3—h3 Dh6—d6 47. Kh2—h1 Kh8—68 48. Te5Xe8+ Kg8—f7 49. Te8—58 Aufgegeben. (Nach dem „Deutschen Wochenschach“.) Warum die Sonne über dem britischen Reich nicht untergeht. Ein englischer Tourist erzählte einem irischen Bauern von der Größe des britischen Reiches. „Weißt du auch, daß über den Besitzungen unseres Königs die Sonne nie untergeht?“ fragte er. „Nein, Herr.“ „Aber es ist so. Und weißt du auch, warum es so ist?“ Der Irländer besann sich einen Augenblick, dann meinte er:„Wahrscheinlich weil der Himmel den Engländern im Dunkeln nicht traut.“ Denkspruch. Was man nicht kann hallen Und noch weniger lasten. 0 Herz! da ist kein Mittel geblieben, Ais von ganzer Seeie lieben! Rückert. Unierhaltungs=Beilage zu Nr. 274. Donnerstag, 21. November 1912. 5 6 —.— S#oe gS SSSSSSESSIETSES 27. Kapitel. Jeder neue Tag, der in sommerlicher Schönheit über dem bayerischen Hochlande anbrach, schien seinen Vorgänger an Köstlichkeit zu übertreffen. Die kristallene Reinheit und wunderbare Durchsichtigkeit der Luft verlieh den mannigfachen Farben der Landschaft einen so leuchtenden Glanz, als wäre es ein riesenhaftes Emailbild, das sich da vor den Augen des entzückten Beschauers ausbreite, und der üppige Blumenflor der tiefgrünen Wiesenmatten schien mit jedem neuen Morgen prächtigere Töne in das harmonisch abgestimmte Gemälde zu bringen. Die Unruhe seines Herzens mußte fürwahr einen sehr hohen Grad erreicht haben, wenn Heinz Hollfelden, der enthusiastische Schönheitsfanatiker, durch all diese sonnenvergoldete Herrlichkeit dahinwandeln konnte, ohne seine Seele von ihr berührt zu fühlen. Aber er mar in der Tat kaum jemals teilnahmsloser für alle äußeren Eindrücke gewesen als an diesem Morgen. Die rätselhaften Andeutungen der Prinzessin und die unbestimmten Vermutungen, die das Benehmen des geheimnisvollen Fremden in ihm geweckt, hatten während der verflossenen Nacht den Schlaf von seinen Lidern gescheucht und ihn aus dem mühsam erreichten Hafen seliger Glückssicherheit wieder hinausgeschleudert auf das wildbewegte Meer der Befürchtungen und der bangen, quälenden Zweifel. Mit fiebernder Ungeduld hatte er den Anbruch des Tages herbeigesehnt, der ihm endlich volle Gewißheit bringen sollte und bringen mußte. Denn er fühlte sich nicht länger imstande, diesen peinvollen Zustand des Hangens und Bangens zu ertragen. Wenn die Komtesse Waldendorff und die Prinzessin Napraxin, die vertrauten Freundinnen, für die es sicherlich keine Geheimnisse in Margots Leben gab, der Ueberzeugung Ausdruck geben konnten, daß es nichts Trennendes gebe zwischen ihr und ihm, was, in aller Welt, konnte Margot dann verhindern, sich ihm ganz zu eigen zu geben, wenn sie ihn wirklich liebte! Waren diese immer wiederholten Hinweise auf Dinge, die sie ihm nicht offenbaren dürfe und die ihrer Heirat entgegenständen, nicht vielleicht nur Vorwände, hinter die sie sich zurückzog, um seinem Drängen nach dem letzten, entscheidenden Schritt zu widerstehen? Lebte in den verborgenen Tiefen ihrer Seele nicht doch vielleicht die sehnsüchtige Erinnerung an einen anderen, der ihr mehr gewesen war als er und dessen Gestalt in ihren Wünschen und Hoffnungen auch heute noch eine bedeutsame Rolle spielte? Wohl hielt er sie keiner Lüge fähig, und er würde jeden als seinen Todseind behandelt haben, der sie einer heuchlerischen Verstellung aus niedrigen, egoistischen Beweggründen verdächtigt hätte, aber er konnte trotzdem des niederdrückenden Argwohns nicht Herr werden, daß es nur Freundschaft und Hochachtung, nur großmütiges Mitleid mit seiner verzehrenden Leidenschaft gewesen sei, was sie unter dem Druck seines stürmischen Verlangens ihm gegenüber als Liebe ausgegeben. Und wenn er sich auch in diesem Augenblick noch nicht vorzustellen vermochte, wie er ein Leben ertragen solle, das mit der beglückenden Illusion zugleich seines ganzen Inhalts beraubt sein würde, so war er nach den Qualen der letzten Stunden doch fest entschlossen, selbst der tödlichsten Gewißheit vor einer Fortdauer dieses marternden Zustandes den Vorzug zu geben. Es war noch viel zu früh, als daß er sich bei den Damen des Schlosses hätte melden lassen dürfen, ohne gegen die Elementargesetze der Schicklichkeit zu verstoßen. Aber er folgte nichtsdestoweniger dem unwiderstehlichen Drang, der ihn zum Schlosse hinauftrieb. Schon das Bewußtsein, Margot so nahe zu sein, als die Umstände es nur immer erlaubten, gewährte ihm in seiner augenblicklichen Stimmung eine Art von Beruhigung, denn es war ihm, als würde dadurch die Gefahr verringert, daß er sie für immer verlieren könnte. In der Nähe des Hauptportals stieß er wieder auf den Gärtner, der ihm bei seinem ersten Eintrittsversuch abwehrend entgegengetreten war. Heute aber legte der Mann ihm keinerlei Hindernisse in den Weg, obwohl sein Erscheinen zu einer so frühen Stunde ihn augenscheinlich ein wenig befremdete. Mit freundlichem Gruße und ohne eine Frage zu stellen, ging Hollfelden an ihm vorüber. Aber er schlug nicht den geraden Weg nach dem Schlosse ein, denn er mußte ja, wenn er sich demselben allzusehr näherte, mit der Möglichkeit rechnen, daß die Prinzessin oder die Gesellschafterin ihn vom Fenster aus bemerkten. Und es konnte unmöglich sein Wunsch sein, der vornehmen Frau, die ihm gestern ein so vertrauensvolles Entgegenkommen bewiesen, als aufdringlich und unerzogen zu erscheinen. So suchte er denn die entlegeneren Partien des Parkes auf, ohne jede Hoffnung, Margot vor Ablauf einiger Stunden zu begegnen, und doch bei jedem Schritt nach allen Seiten hin ausspähend, ob sich nicht vielleicht irgendwo ein Schimmer ihres Gewandes entdecken lasse. Aber er war, wie es schien, außer dem Gärtner zurzeit noch das einzige menschliche Wesen im Park von Schloß Buchberg. Keine anderen Stimmen als die süßen Stimmen der kleinen Vögel droben in den Zweigen schlugen an sein Ohr, und wenn ihn hier und da ein Rascheln im Gesträuch aufhorchen ließ, konnte er sich jedesmal mit einem leisen Gefühl der Enttäuschung sehr bald überzeugen, daß nur ein neugierig neben ihm hinhuschendes Eichhörnchen die Ursache des Geräusches gewesen war. Da, just in einem Augenblick, wo er am allerwenigsten darauf vorbereitet gewesen war, stand er bei einer scharfen Biegung seines Weges plötzlich in einer Entfernung von wenigen Schritten dem geliebten Mädchen gegenüber. Margot saß im leichten Morgengewand auf der Steinbank unter einer marmornen Venusstatue und war anscheinend so ganz in die Lektüre eines Buches vertieft, daß sie das Knirschen des Kiessandes unter seinen Tritten völlig überhört hatte. Und wie ungestüm auch die Sehnsucht, sie an sich zu reißen, in dem Herzen des jungen Mannes aufbranden mochte, konnte er sich's doch nicht versagen, seinen Blick minutenlang an dem holden Wunder ihrer unvergleichlichen Schönheit zu weiden. Nein, es war undenkbar, unmöglich, daß dieser köstliche Besitz ihm wieder entrissen wurde, er wollte und konnte sie nicht mehr hergeben, nachdem er einmal die Seligkeit gekostet, sie in seinen Armen zu halten. Es gab keinen Kampf, den er nicht beharrlich und todesmutig hätte bestehen können, um gegen alle Feindseligkeit der Welt, und, wenn es sein mußte, ihrem eigenen Widerstreben zum Trotz zu behaupten, was ihm— und ihm allein— gehörte. Ob es die geheimnisvoll magnetische Wirkung seines unverwandt auf sie gerichteten Blickes oder irgendeine andere Ursache gewesen war, die Margot bestimmt hatte, ihre Augen von dem Buche zu erheben, jedenfalls wandte sich ihm, noch ehe er die allerkleinste Bewegung gemacht hatte, ihr Gesicht plötzlich zu, und ein heißes, freudiges Erröten loderte bei seinem unerwarteten Anblick in ihren Wangen auf. „Heinz!— Du!— Und um diese Stunde?" „Komme ich dir wirklich zu früh!“ fragte er zurück. „Ist nicht eine ganze Ewigkeit von mindestens sechsunddreißigtausend Sekunden vergangen, seitdem wir uns zuletzt gesehen?“ (Fortsetzung folgt.) pucuu SW O SO5OSE 2 5 8 6 *"** Be c SS SoEES 18 s S S 80S 5 G * H.e S SC0S#00, S S 5S* K 8 # 0 5 Seich 3 88 985 8 SAE S* S 5 0 8 8 0 Der schwarze Mischka. Erzählung nach einer wahren Begebenheit von Maria Antoinette von Markovics. (Schlun.)(Nachdruck verdoten.) Kiraly Ujvaros, der Ortszimmermann, hatte die Fahnen befestigt, und die Eichenlaub= und Blumengirlanden prangten an Tor und Fenstern; der Himmel war blau, und die Sonne schien golden— somit war Hoffnung, daß das schöne Feuerwerk zu Ehren käme. Jetzt öffnete sich ein Fenster nach dem Hofe, und des Stuhlrichters martialisches Gesicht schaute auf die Vorbereitungen herab. „He! Janosch! Wagen bereit? Gut geschmiert?“ Der Stallbursche trat vor, grüßte militärisch, indem er die Hand an den unbedeckten Lockenkopf legte, und erwiderte: „Zu Befehl, szolgabiro ur(Herr Stuhlrichter)!“ „Handpferd neue Eisen bekommen?“ examinierte Hollossy weiter. „Zu Befehl— drei Stück, szolgabiro ur!“ „Bum bum bum! Tsching! Tsching! Tsching bum!“ ertönte es jetzt. Unter einer aufgewirbelten Staubwolke erschienen in der Akazienallee vier Wagen Zigeunermusikanten, die bereits in der Ferne einen Höllenlärm vollführten und von einem Rudel jubelnder Kinder umgeben waren. Der Ungar kann sich kein Fest ohne die musizierenden, braunen Söhne Aegyptens vorstellen. Ihre Ankunft war der Beginn der Festlichkeit. Bald war, links vom Amtshause, eine lange Tafel improvisiert, an der die Zigeuner speisten und zechten, und drei Viertel der Néuzinaer leisteten ihnen Gesellschaft und tranken mit zu Ehren des Brautpaares. Péti Karoly, der erste Geiger, ein schöner, feuriger Bursche, suchte sich auf einer Tonne einen erhöhten Platz und begann das bekannte und melodiöse Zigeunerlied: „Was macht den Zigeuner stolz? Hot! Das Instrument aus Holz! * Klingen tut's am Hochzeitstag, Bei der Tauf' und Saufgelag'. 555 Wo es Tanz gibt oder Schmaus, Selbst wenn ein Gesetz kommt raus, Tablabiro und Magnat, Czischmenmacher und Kroat, Feine Dirnen, schwarz und braun, Hochgebor'ne Edelfrau'n, Hören sie der Fiedel Ton— „Eljen! Eljen!“ schrei'n sie schon!“ Die Trauung war für abends sechs Uhr angesetzt. Wagen auf Wagen rollte vor das reichgeschmückte Stuhlrichter=Amtshaus und brachte vornehme Gäste in den elegantesten Toiletten. Nach ungarischem Brauche hatte Sändor von Hollossy das halbe Komitat zur Vermählung seines Kindes eingeladen. Er selbst übte die Pflichten des gastfreien Hausherrn in der freudigsten Erregung. Es ist in Ungarn nicht Sitte, daß der Bräutigam vor der bestimmten Stunde zur Tranung erscheint. Hauptmann von Gergely war tags zuvor mit einigen Kameraden nach Temesvar geritten, um den dortigen Kommandierenden persönlich zu seinem Ehrentage einzuladen und abzuholen. In ihrem eleganten Ankleidezimmer stand Etelka vor dem Spiegel, in weißen Atlas gekleidet, Tablier und Schleppe mit den kostbarsten Spitzen und frischen Myrtenbuketts geschmückt. Auf den kunstvoll frisierten Flechten saß der Brautkranz, und ein lang herabfallender köstlicher Tüllschleier hüllte sie wie eine Wolke ein... In den Ohren und um den Hals funkelten kostbare Steine— das Geschenk des Bräutigams. Etelka musterte mit stolzem Lächeln ihr Bild im Spiegel. Gewiß— sie hatte keine Nebenbuhlerin zu fürchten. Sie betrachtete das wundervolle Armband, das ihr der Vater zur Hochzeit geschenkt— es war ein altes Erbstück in der Familie der Hollossy—, auch die Mutter, die sie nie gekannt hatte, trug es zur Trauung— und dort, auf dem großen Tische, die vielen Geschenke, die man dem verwöhnten und reichen Mädchen gesandt. „Wo nur Béla bleibt? Es ist sechs Uhr vorüber— und es dunkelt bereits. Wohl zwanzigmal eilte Etelka zum Fenster, um in die zunehmende Finsternis hinauszusehen, ob sie seinen Wagen nicht an den roten Laternen erkennen könne— und Béla bringt ja Gesellschaft mit sich, einen hohen General und viele Offiziere und Freunde. „Es ist noch nichts von ihm zu hören— nun ist es bald sieben Uhr.— Er kommt noch immer nicht— sollte ihm ein Unglück—?“ Etelka fühlte an dem Schlagen ihres Herzens, daß sie diesen Gedanken nicht weiter verfolgen dürfe. Ach — wenn die Trauung nur erst vorüber wäre!— Sie vergeht vor Angst und Aufregung! Auch die Sehnsucht nach Béla treibt sie stets an das offene Fenster. Jetzt ruft Tante Marischka sie in das große Empfangszimmer— die weiblichen Gäste sind ungeduldig und wollen durchaus die Braut sehen. Und Béla ist noch immer nicht da——— Um ihre Angst und Verlegenheit zu verdecken, läßt die schöne Stuhlrichterstochter ihre prachtvolle Brauttoilette und den kostbaren Schmuck von hundert schwatzenden, neidischen und kritisierenden Frauen und Mädchen bewundern. Damit vergeht die Zeit. Acht Uhr ist es vorüber— Gergely ist noch nicht gekommen. Wiederholt hat der Pfarrer herübergeschickt:„Er sei bereit— warum man zögere?“— Reitende Boten sind abgesandt— selbst der Stuhlrichter beginnt nun unruhig zu werden. Endlich erscheinen Fackeln in weiter Ferne— ach, endlich!— Der Heißersehnte kommt mit seinen Freunden! Nun wird alles gut! Etelka eilt zurück in ihr Zimmer und vor den Spiegel. Was ist das? Wer hat die vielen Kerzen gelöscht, die zu Ehren der Braut brennen müssen?— Ein einziges Licht beleuchtet Etelkas Gesicht, und von ihrer Brust fällt das Myrtenbukett. Sie bückt sich rasch danach und ist im Begriffe, die übrigen Kerzen aufs neue zu entzünden. Wer war nur so töricht, sie zu verlöschen? Schon streckt sie die Hand aus—— da tritt eine Gestalt hinter dem hohen Ankleidespiegel hervor mit drohend erhobener Rechten— totenbleiche, verzerrte, ihr nur zu bekannte Züge, aus den Höhlen gequollene Augen starren sie an—.—— „Ist das deine Treue?“ gellt es in ihren Ohren. Und beide Hände aufs Herz gepreßt, stürzt die Braut lautlos zu Boden. Der dumpfe Fall und ein gräßliches Lachen, das von keinem Sterblichen zu kommen scheint, rufen die erschreckten Hochzeitsgäste herbei. Vor dem Stuhlrichter=Amtshofe langt endlich Hauptmann Béla von Gergely mit seiner zahlreichen Gesellschaft an. Er fliegt in heißer Sehnsucht die Treppen hinau, will seinem süßen Bräutchen sagen, daß ein furchtbarer Gewitterwolkenbruch die Brücke fortgerissen, und er deshalb mit den Freunden einen Umweg von vier Stunden nehmen mußte.— Ein Trupp erschreckter Menschen kommt ihm entgegen.— In Etelkas Zimmer drängt er sich— er kommt gerade zurecht— man legte die leblose Gestalt auf den Divan im Speisezimmer. Wie in grauen Nebel gehüllt sieht er noch die sammernde Tante Marischka und den wie zu Stein erstarrten Stuhlrichter am Türpfeiler lehnen— dann bricht der 1 90 Seite 7. Schwerter Zeitung.(Amtliches Kreisblat.) Donnerstag, 21. Rovember 1912. Nr. 274. 35 89 S• 0 75 8 2 —* □ 2 925 920 5 90 # 8 2 8. 92 S 55 8 5 S#S 8 5 850 9 8 8 3 * SER S 5 9 8 5 8 E S OS G S 2: 78 5 # 8 S 9 S: 8 9 8 5 # 8 8 2. S S 7* S— 5 S Sit 95 S 6 S. S g 9 —. — R S 5 B. G.S S S 5 P 2• Sas = Die Reklame ist für ein Geschäft, was der Dampf für die Maschine, die alles treibende Kraft. Machen Sie sich diese treibende Kraft für Ihr Geschäft nutzbar durch :: Insertion in der:: 19 „Schwerter Zeitung“. **(Schweinelieferung für das Industriegebiet.) Direktor Müller von der Dortmunder landw. Winterschule teilt mit, daß in den letzten Wochen verschiedentlich Anfragen an ihm gelangt sind betr. regelmäßig wöchentlicher Lieferung von mehreren 1000 Schweinen in das Industriegebiet. Die Korporationen sind bereit, nicht nur mit Städten, sondern auch mit großen industriellen Werken möglichst langfristige Verträge zu mittleren Preisen abzuschließen. Die Anfragen sind aus Züchterkreisen der Provinzen Brandenburg, Pommern, Westpreuhen und im besonderen auch aus dem Großherzogtum Mecklenburg=Schwerin. Vorausgesetzt, daß die Preise sich in angemessenem Rahmen halten, wird Direktor Müller bald in der Lage sein, den betreffenden Züchtern geeignete Abnehmer zuzuweisen. der Anvor *“ Hennen, 18. Nov.(Bestättigt.) Die von der Amtsversammlung unlängst getätigten Wahlen des Gutsbesitzers Wilhelm Bimberg zu Eichelberg und des Landwirts Wilhelm Löhmer zu Höfen zu Mitgliedern und des Landwirts Wilh. Müddecke gt. Hagedorn zu Drüpplingen und des Hüttenbeamten Kockelke zu Knapp zu stellvertretenden Mitgliedern des Sparkassen=Vorstandes der hiesigen Sparkasse für die Amtszeit 1913 bis 1915 sind von dem Landrat in Iserlohn bestätigt worden. —— Letzte Drahtmeldungen. Der Waffenstillstand vollzogen. Sosia, 21. Nov. Insolge der seitene Türkei eingeleiteten Verhandlungen behufs ordnung eines Wafsenstillstandes haben die der Tschataldschalinie operierenden bulgarischen Truppenkörper Besehl erhalten, die Feindseligkeiten einzustellen und sich in die eroberten Positionen zu begeben. Rußland und Oesterreich. Wien, 21. Nov. Die Truppensendungen in Oesterreich dauern fortgesetzt an. Es verlautet, daß bereits Armeekorps mobilisiert sind. Gleichzeitig wird in der hiesigen Presse auf die militärischen Vorkehrursgen Rußlands aufmerksam gemacht. Die„Neue Freie Presse“ schreibt: Der Verdacht, daß die serbische Politik nicht bloß mit den eigenen, sondern auch mit den russischen Kräften rechnet, bestärkt sich von Tag zu Tag und wird durch gewisse militärische Vorkehrungen an den Grenzen von Russisch=Polen nicht gemildert. Ist die russische Friedenspolitik so echt, daß die von den leidenschaftlichen Bewegungen in der planslavistischen Gesellschaft nicht umgestoßen werden kann? Das ist die große Frage, von deren Beantwortung tatsächlich der Friede abhängt. Beilegung des österreichischserbischen Zwischenfalls. Wien, 21. Nov. Der Konsularzwischenfall mit Serbien ist zur friedlichen Austragung gekommen. Die serbische Regierung hat ihre Einwilligung gegeben, daß ein Beamter des Ministeriums des Aeußern zur Untersuchung des Vorfalles nach Prizren geschickt werde. Die Verbindung mit dem Konsul ist bereits hergestellt und die Enisendung des betreffenden Beamten erfolgt. Drohender Krieg zwischen China und Rußland? Petersburg, 21. Nov. Nach Meldungen aus Peling hat Präsident Juanschikai im Ministerrat erklärt, gegen die abtrünnigen Mongolen die Geschütze sprechen zu lassen. Ein Zusammenstoß mit Rußland müsse ernstlich in Erwägung gezogen werden. Deshalb sei die Mobilisierung von einer halben Milion Soldaten nötig. Alle drei sonst gegnerischen politischen Parteien gaben einmütig die Erklärung ab, die Regierung im mongolischen Kampfe tatkräftig zu unterstützen. Die Zukunft Albaniens. Sofia, 21. Nov. Die verbündeten Balkanstaaten stellen kein Hindernis dar, daß Albanien unter der Souveränität des Sultans verbleibe. Man glaubt zu wissen, daß die Mäche gegen diesen Vorschlag nichts einzuwenden haben. Monastir noch nicht gefallen? Belgrad, 21. Nov. Die Meldungen über die letzten Kämpje bei Monastir lauten sehr widersprechend. Es steht überhaupt noch nicht ganz bestimmt fest, ob Monastir überhaupt schon genommen ist. Zum Sturm auf Monastir. Belgrad, 21. Nov. Der letzte Sturm auf Monastir war das blutigste Gefecht des ganzen Feldzuges. Der Rest der Besatzung, etwa eine Division, floh in der Richtung auf Leorna, gefolgt von serbischem Militär. Die Verluste auf serbischer Seite waren bedeutend. Eisenbahn zusammenstoß. Atlanta(Georgia), 21. Nov. Ein Eisen bahnzusammenstoß, wobei eine Anzahl Personen getötet wurde, ereignete sich auf der SeaboardEisenbahnlinie dicht an der Grenze von Virginia und Nord=Carolina. Des Mordes für schuldig befunden. Neuyork, 21. Nov. In dem Prozeß gegen die Mörder des Spielhöllenbesitzers Rosenthal hat die Jury nach einstündiger Beratung die vier Angeklagten des Mordes im ersten Grade für schuldig befunden. 15 Personen durch Mauereinsturz getötet. Mexiko, 21. Nov. Hier wurde ein heftiger, drei Minuten dauernder Erdstoß weithin verspürt. 15 Personen kamen bei einem Mauereinsturz ums Leben. —— Dortmunder Stadttheater. Donnerstag, 21. Nov. 1912. Abends 7 Uhr:„Lohengrin". Romantische Oper in 3 Aufzügen von Richard Wagner. Freitag, 22. Nov. 1912. Abends 7½ Uhr:„So'n Windhund". Schwank in 3 Aufzügen von Curt Kraatz und Arthur Hoffmann. Sonnabend, 23. Nov. 1912. Abends 7½ Uhr:„Don Juan“. Oper in 3 Aufzügen von W. A. Mozart. Stadttheater Hagen. Donnerstag, 21. Nov. 1912, abends 7½ Uhr:„Der Dieb“, ein Stück in 3 Akten von Henry Bernstein. Freitag, 22. Nov. 1912, abends 8 Uhr:„Die fünf Frankfurter“. Prietoten K. L. 30. Wir pflichten Ihnen vollkommen bei; es ist dieses aber eine Krankheit, die überall grassiert. Um eine längst tief empfundene Lücke auszufüllen, soll demnächst auch in unserer Stadt noch ein neuer Verein ins Leben gerufen werden. Der Vorsitzende ist bereits vorhanden, ebenso Kassenwart, Schriftführer und Beisitzer. Gesucht wird nur noch das Mitglied, dessen Geschäfte obiger Vorstand zu verwalten hat. Warum kann Knorr für 10 Ofennige 3 Teller gute Suppe liefern? Weil in dem großen, zirka 40 Jahre bestehenden Fabrikbetriebe alle Dorteile des Einkaufs, der Herstellungsweise und des Vertriebes sich vereinigen. Jeder, der für 10 Ofennige einen Knoer=Suppenwürfel kauft, zieht aus all diesen Vorteilen Rutzen. Orobieren Sie einen Knoer=Suppenwürfel, er ist besser als andere! 7602 Stadt Hörde. Hörde, Wirtschaft Bergmann. Provinzial=Infanterie der Jahresklassen 1905 und 1906. Dienstag, den 19. November, 8,30 Uhr vorm. Provinzial=Infanterie der Jahresklasse 1907. Dienstag, den 19. November, 9,45 Uhr vorm. Provinzial=Infanterie der Jahresklasse 1908 Dienstag, den 19. November 11,00 Uhr vorm. Provinzial=Infanterie der Jahresklasse 1909. Dienstag, den 19. November 12,00 Uhr mitt. Provinzial=Infanterie der Jahresklassen 1910 bis 1912. Donnerstag, den 21. November 9,00 Uhr vorm. Kavallerie, Feldartillerie, Train Donnerstag, den 21. Nov. 10,00 Uhr vorm. Garde, Marine, Jäger, Pioniere, Verkehrstruppen, Sanitäts= und Veterinär=Personal, sonstige Mannschaften und Fußartillerie Donnerstag, den 21. Nov., 11,00 Uhr vorm. Vom Amt Aplerbeck die Gemeinden Sölde, Holzwickede, Hengsen und Opherdicke. Holzwickede, Wirtschaft Böhle. Provinzial=Infanterie der Jahresklassen 1905 bis 1907 Freitag, den 22. Nov., 9,00 Uhr vorm. Provinzial=Infanterie der Jahresklassen 1908 bis 1912 Freitag, den 22. Nov., 10,00 Uhr vorm. Garde, Jäger, Kovallerie, Feldartillerie Fußartil= lerie, Pioniere, Verkehrstruppen, Train, Marine, Sanitäts= und Veterinär=Personal, sowie sonstige Mannschaften Freitag, den 22. Nov., 11.00 Uhr vorm. Amt Aplerbeck, mit Ausnahme der Gemeinden Sölde, Holzwickede, Heugsen und Opherdicke. Aplerbeck, Wirtschaft Schulte,(Hotel zur Post). Provinzial=Infanterie der Jahresklassen 1905 bis 1907 Sognabend, den 23. Ndv., 8.45 Uhr vorm. Provinzial=Infanterie der Jahresklassen 1908 bis 1912 Sonnabend, den 23: Nov., 10.00 Uhr vorm. Garde, Jäger, Kavallerie, Feldartillerie, Pioniere, Verkehrstruppen, Marine, Sanitäts= und Veterinär=Personal, Train und Fußartillerie, sowie sonstige Mannschaften Sonnabend, den 23. Nov., 11,15 Uhr vorm. Stadt Schwerte Jund die Gemeinden Villigst, Geisecke und Lichtendorf. Schwerte, Wirtschaft„Im Reiche des Wassere“. Geisecke Waffen Rashaitci= schataste der Scheslisten uich die 1909 Montag, den 25. Nov., 9,00 Uhr vorm. Provinzial=Infanterie der Jahresklassen 1910 bis 1912, ferner Garde, Jäger, Kavallerie, Feldartillerie, Fußartillerie, Pioniere, Verkehrstruppen, Train, Marine, Sanitäts= und VeterinärPersonal, sowie sonstige Mannschaften Montag, den 25. Nov., 10,00 Uhr vorm. Amt Westhofen mit Ausnahme der Gemeinden Villigst, und Lichtendorf. Westhofen, Wirtschaft Fritzenkötter. Sämtliche Mannschaften der Reserve aller Dienstag, den 26. Nov., 11,00 vorm. Amt Wellinghofen. Wellinghofen, Wirtschaft Wiecken. Provinzial=Insanterie der Jahresklassen 1905 bis 1909 Mittwoch, den 27. Nov., 8,30 Uhr vorm. Provinzial=Infanterie der Jahresklassen 1910 bis 1912, ferner Garde, Jäger, Kavallerie, Feldartillerie, Fußartillerie, Pioniere, Verkehrstruppen, Train, Marine, Sanitäts= und VeterinärPersonal, sowie sonstige Mannschaften Mitztwoch, den 27. Nov., 9,30 Uhr vorm. Amt Kirchhörde, mit Ausnahme der Ortschaft Hombruch. Löttringhausen, Wirtschaft Wittich. Sämtliche Mannschaften der Neserve aller Waffen Mittwoch, den 27. Nov., 12,00 Uhr mitt. Amt Annen. Annen, Wirtschaft Greten am Marktplatz. Provinzial=Infanterie der Jahresklassen 1905 1907 Donnerstag, den 28. Nov., 9,00 Uhr vorm. Provinzial=Infanterie der Jahresklassen 1908 1912 Donnerstag, den 28. Nov., 10,00 Uhr vorm. Garde, Jäger, Kavallerie, Feldartillerie, Fußartillerie, Pioniere, Verkehrstruppen, Train, Marine, Sanitäts= und Veterinär=Personal, sowie sonstige Mannschaften Donnerstag, den 28. Nov., 11,00 Uhr vorm. Amt Barop und vom Amt Kirchhörde die Ortschaft Hombruch. Hombruch, Wirtschaft Ww. Schnittker Provinzial=Infanterie der Jahresklassen 1905 und 1906 Freitag, den 29. Nov., 8,45 Uhr vorm. Provinzial=Infantcrie der Jahresklassen, 1907 und 1908 Freitag, den 29. Nov., 9.45 Uhr vorm. Provinzial=Insanterie der Jahresklassen 1909 bis 1912 Freitag, don 29. Nov., 11,00 Uhr vorm. Garde, Jäger, Kavallerie, Feldartillerie, Fußartillerie, Pioniere, Verkehrstruppen, Train, Mabis 548 Gascihe. Lesigoncdt, donte sonstige Mannschaften Freitag, den 29. Nov., 12,00 Uhr vorm. Allgemeine Bestimmungen über die Kontroll= versammlungen. 1. Die Mannschaften haben in ordentlichem und sauberem Anzuge zu erscheinen und 5 Minuten vor der befohlenen Zeit im Kontrollversammlungssaal nach Anweisung des Bezirksfeldwebels anzutreten. Stöcke, Schirme, brennende Zigarren usw. sind vorher abzulegen. Militärpässe mit vorgeklebter gültiger Kriegsbeordnung oder Paßnotiz und Führungszeugnisse sind mitzubringen. 2. Die Mannschaften des Beurlaubtenstandes gehören für den ganzen Tag der Kontrollver= sammlung zum akliven Heere und zur Militärgerichtsbarkeit. 3. Die„Jahresklasse“ ist auf dem Deckel des Militärpasses zu ersehen. „Sonstige Mannschaften“, sind Oekonomiehandwerker, Zahlmeisteraspiranten, Waffenmeister=(Büchsenmacher=)Gehülfen und Arbeitssoldaten. „Verkehrstruppen“ sind: Eisenbahn=, Luftschiffer=, Telegraphen= und Kraftfahrtruppen. „Maschinengewehrtruppen“ gehören zu den Provinzialjägern. Ehemalige Kavalleristen, die zur Reserve des Trains entlassen sind, als Krankenträger ausgebildete Mannschaften der Infanterie und Jäger, sowie die Militärbäcker gehören zum Beurlaubtenstande des Trains. 4. Zum Beurlaubtenstande gehören auch die bis zur endgültigen Entscheidung über ihr Militärverhältnis 1. als dienstunbrauchbar mit oder ohne Militärpension bezw. Militärrente a) zur Disposition der Ersatzbehörden, b) zur Reserve entlassenen, 2. vor erfüllter aktiver Dienstpflicht zur Disposition der Truppen= oder Marineteile beurlaubten, 3. von ihren Truppen= oder Marineteilen b) wegen Reklamation a) wegen vor der Einstellung begangoner strafbarer Handlungen, und b) wegen Reklamation zur Disposition der Ersatzbehörden oder zur Reserve entlassenen Mannschaften; ferner:* die beim Aushebungsgeschäft vorgestellten und für a) zeitig oder dauernd felddienstunfähig, aber noch garnisondienstfähig, fitr ud undontiochen fähig erklärten Reservisten und Wehrleute 1. Aufgebots. Alle diese Mannschaften haben sich stets zu der für ihre Waffe und Jahresklasse befohlenen Kontrollversammlung zu stellen. 5. Mannschaften, die in der Zeit vom 1. April bis zum 30. September 1900 oder 1902 freiwillig eingetreten sind und 4 Jahre gedient haben, nehmen an dieser Herbstkontrollversammlung teil. 6. Wer wegen dringender häuslicher oder gewerblicher Verhältnisse(Krankheit in der Familie, unaufschiebbare Geschäftsreisen, Montage usw.) von der Kontrollversammlung befreit sein möchte, hat dem Bezirksfeldwebel ein Gesuch unter Beifügung amtlicher oder amtlich beglaubigter ärztlicher Bescheinigung spätestens 8 Tage vorher einzusenden. Auch wer sich an einem anderen, als an dem für ihn befohlenen Tage stellen möchte, hat ein Gesuch einzureichen. Eigenmächtige Gestellung zu einer anderen Kontrollversammlung ist strafbar. Wer durch so unvorhergesehene Umstände von der Kontrollversammlung abgehalten wird, daß er ein Gesuch nicht mehr einreichen kann, muß sich spätestens zur Stunde der Kontrollversammlung durch eine amtliche Bescheinigung entschuldigen lassen. 7. Außer Kontrolle befindliche Mannschaften des Beurlaubtenstandes älterer als der einberufenen Jahresklassen, die infolge Fehlens bei früheren Kontrolkversammtungen och nicht zur Landwehr 1. oder 2. Aufgebots oder zum Landsturm 1. Aufgebots(Ersatzreservisten) überführt sind, haben sich bei der letzten für ihren Kontrollplatz befohlenen Kontrollver= sammlung zu stellen. 8. Wer der Einberufung zur Kontrollversammlung nicht Folge keistet oder unpünktlich oder Lioubstrunsemerscheint, Jow#### wer sich d#2. Ungehorsams gegen vorstehende Befehle schilldig macht, wird gerichtlich oder disziplinarisch mit Arrest bestraft. 9. Es wird sehr gewünscht, Orden und Es##nzeichen, sowie Kriegervereinsabzeichen anzweegen. 10. Die Offiziere, Sanitäts= und Velerinäroffiziere und oberen Militärbeamten haben an der zweiten an ihrem Kontrollplatz stattfindenden Kontrollversammlung teilzunehmen. Finden an dem Kontrollplatz an mehreren Tagen Kontrollversammlungen statt, so ist der Tag der Teilnahme freigestellt. Dortmund, Oktober 1912. Königliches Bezirkskommando II Dortmund. 22 A Selle 8. Schwerter Zeitung.(Amtliches Kreisblati.) Donnerstag, 21. November 1912. Nr. 274. Wähler-Versammlung der 3. Abteilung. Dir Wahlverein, die Zentrums= und die KrankerVereinigung laden hierdurch sämtliche Wähler der 3. Abteilung zu einer M 1 P W WO am Freilag, den 22. Nov., abends 8½ Abr im Lokale des Herrn August Müller„Zum alten Rarhaus“ ganz ergebenst ein. Mir Rücksicht auf die Wichtigkeit der ganzen Sache ist es Ehie pflicht eines jeden Bürgers zu dieser Versammlung zu erscheinen. 7608 Dus Komilé. vorzüg tägliches Getr erreichtem Wohllgeschmack und hohem Nährwert Van Houtens Cacao Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme sowie für die trostreichen Worte des Herrn Pastor Wischmath am Grabe unserer lieben Mutter sprechen wir hiermit unsern tiefgefühlten Dank aus. Familien L. und H. Seippel. Ctettc zzee der vereinigten Bürgerparteien der Gemeinde Wandhofen. Unsere unparteiischen Kandidaten sind vor wie nach: W. Schulte gt. Nehring und Ludwig Tetampel. K ch. Luche, P inser, Tapsteng Streichlerüige Oellarben. Fussbodenlack mit Farbe über Nacht harttrocknend. I, Kg. Dose 1 50 u 1.80 Nlk. Slaubbind. Fussbodendl ::: Liter 60 Pt 1:: 90 95 925 27 3 3 2 2 2 2 35 925 9 925 25 12 2 25 5 925 5 5 83 813 S/8 85 2 9 25 5 20 95 85 85 — 95 20 Haben Sie sich schon für die langen Winterabende mit passender Lektüre versorgt? Sonst verlangen Sie kostenlose Ansichtsendung von der Buchhandlung Carl Braus, Schwerte-Ruhr= Grosse Marktstrasse 3—5. # 761 Schwerte, den 21. November 1912. Bekann machung Ueber das Vermögen des Kaufmanns Otto Wilkes zu Schwerte, Bahnhofstraße ist heute vor11¼ Uhr das Konkursverfahren eröffnet. Verwalter: Kaufmann Ernst Klein zu Schwerte. Anmeldefrist bis 10. Dezember 1912. Erste Gläubigerversammlung und allgemeiner Prüfungstermin den 17. Dezember 1912, vormittags 10 Uhr. Offener Arrest mit Anzeigefrist bis zum 10. Dezember 1912. Schwerte, den 19. November 1912. 7506 Königliches Amtsgericht. mittags 90 85 25 925 5 35 23 235 9 95 25 . 85 5 935 Cetzaee Adolf Kalsbach, Brückstr. 3. und Manter von den 6742 Wilh. 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Zwangsvergleiche Nichtbeachtung d. gemacht. se Nr. 2 Erst De und Ost Am heutigen## Thronfolger als Gas lin ein, um an den auch dieser Besuch si daß damals sich die wie die gesamte Wet so ist die, allerdings deutung dieser Zuse wärtigen Augenblick liegt auf der Hand,: mentreffen der Fürst gespräche handeln eingehenden Erörter jemals, wenn beide ren, mag die Lage tragen haben, es lä den letzten Tagen, zutreten schien, ern sind, welche geeignet higung hervorzurufe Mächte setzt sich Sei bleibt bei seinen ma man in Belgrad dal hin kommen, daß es bewaffneten Konflikt gesichts dieser ganzen ter Bedeutung, wele einnimmt, und hierü aufenthalt des Erzl Berliner Hofe sich sel entsinnt sich, daß scho eine ähnliche Situati tige, und auch dam als Störenfried aufs Zeit es nicht Serbie flikte trieb, vielmehr wegung hinter den durch Herrn Iswols an der Newa— tro siht— zu vermittelt tionen zu vermeiden Dusche von Berlin, beruhigte und wesen friedens beitrug. Vi ähnlich sein, wenn daß Deutschland ohn getreulich seinem Ve würde. Im allgemei nisvertrag nur dahin lands vorliegt, gleidaß auch, ohne daß di land in die Schanzen auf die gesamte We Dann könnte das Wo gentreue, von dem deutschen Reichstage mand wird behaupte garn eine kriegerisch hauptsächlichster Befü eintreffende Thronft Oesterreih ist es nich auch seinen Interesse serbischer Ansprüche greise Kaiser Franz: klärt haben, er wünse nen Frieden um jed gen fürwahr genug. Politisch Der Kaiser, der an tägigen Aufenthalte rückgekehrt war, hörtVereidigung der Pot trag des Chefs des# Inf. Frhrn. v. Lyn empfängt der Kaiser am Anhalter Bahnh seinem Gast der Ver