De Scmsin Zehuer nicen uanch. außer Feiertags. Bezugspreis M. 1.80 oiertelfährlich, bei der Post für Bestellgeld 42 Pig. mehr. Wöchentl. Gratisbeilage:„Ikustrierter Familiensreund" u. tägl. Unterdaltungsdlatt. Anzeigenpreis: Die siedengespaltene Petikzeile oder deren Raum 10 Pfg., Anzeigen von auswärts 15 Pfg., Reklamezeile 40 Pfg. Jeder Rabatt gilt als Kassarabalt u. erlischt bei Konkursen. Zwangsvergleichen, gerichtl. Klagen u. Aichtpeochzungs, gemact. Jabiungsbedingung. Amtliches Kreisblatt Westhofener Zeitung Langscheder Zeitung Verbunden mit: tarden kleis worch Holzwickeder Zeitung Aplerbecker Zeitung Schwerter Volkszeitung Schwerter Volksblatt Schwerter Tageblatt S Schwerter Anzeiger Grstes und älteltes Cagesorgan des Kreiles o General-Anzeiger für den Kreis Hörde o Haupt-Arnoncenblatt Aüg duter und Achalgnltegüchen Nun. nungen für den Kreis Hörde erlangen gemaß Bekanntmachung der Königlichen Regierung durch Verössentlichung in dei„Schwerter Zeitung" rechtsverdindliche Kraft.— Die „Schwerter Zeitung“ gewährt ihren Adonnenten für jeden mit Tod endenden Unsall geBiagungen“: 300 Mk. Unfall. Drucku Verlag o. Carl Braus. Schwerte=Rudr mnip. 62. Telegr.=Adr. Braus Schwerte=Rude Nr. 271. Samstag, den 16. November 1912. 44. Jahrg. Erstes Blatt. Politische Uebersicht. Der Kaiser lag am Freitag wie schon am Tage vorher in den Revieren des Grafen von TieleWinckler beim Schloß Moschen der Jagd auf Fasanen ob. Die Rückkehr des Monarchen nach Potsdam erfolgt am heutigen Sonnabend. Am 26. November wohnt der Kaiser der Hochzeit der Prinzessin Leontine zu Fürstenberg mit dem Prinzen Hugo Vinzenz zu Windisch=Graetz im fürstenbergischen Schloß in Donaueschingen bei. Zum Besuch des österreichisch=ungarischen Thronfolgers. Die bevorstehende Teilnahme des Erzherzogs Franz Ferdinand an den kaiserlichen Hofjagden in Springe am 22. und 23. d. Mts. ist von einem Teil der ausländischen Presse vom Gesichtspunkt ihrer politischen Bedeutung für die gegenwärtige Balkankrise erörtert worden. Wenn dabei dem Zusammentreffen Kaiser Wilhelms mit dem Erzherzog jede politische Bedeutung abgesprochen wird, so ist das ebenso unberechtigt, wie wenn man von dem Besuch neue Entschließungen über schwebende Fragen der Orientpolitik erwarten wollte. Die Stellungnahme der im Dreibund geeinigten Mächte zu allen Fragen der Balkankrisis ist bereits durch gegenseitigen Meinungsaustausch so vollkommen geklärt und festgelegt, daß es neuer Besprechungen zwischen dem Kaiser und dem Thronfolger nicht mehr bedarf. Indessen liegt in dem Besuch des Erzherzogs Franz Ferdinand doch eine politische Bedeutung; denn er zeigt in der gegenwärtigen Spannung, die sich aus dem Lauf der Ereignisse des Balkankrieges für Oesterreich=Ungarn ergeben hat, daß Deutschlands Bundestreue gegen seinen Nachbar auch jetzt die unerschütterliche Grundlage seiner Politik ist. Das preußische Abgeordnetenhaus, das sich am heutigen Sonnabend bis zum 28. November vertagt, erledigte am Freitag, am dritten Tage der zweiten Lesung des preußischen Wassergesetzes, eine weitere Anzahl Paragraphen dieses wichtigen Gesetzes. Insgesamt wurden 270 Paragraphen erledigt, sodaß noch 95 am heutigen Sonnabend zur Beratung stehen. Zum Petroleum=Monopol. In ihrem Kampf gegen das gesetzgeberische Vorgehen zur Einführung eines Petroleum=Monopols greift die DeutschAmerikanische Petroleum=Gesellschaft, die Tochtergesellschaft der Standard Oil Company, zu eigenartigen Mitteln. Wie mitgeteilt wird, läßt sie durch zahlreiche Angestellte den Detaillisten, die bisher von ihr bezogen haben und die bekanntlich durch Exlusivverträge sowie durch die leihweise Ueberlassung von Stand= und Tankgefäßen an sie gebunden sind, folgenden Revers zur Unterschrift vorlegen: Mit Rücksicht auf die bevorstehenden Beratungen im Reichstag über das von der Regierung beabsichtigte Petroleum=Monopol erklären die unterzeichneten Wiederverkäufer hiermit, daß sie mit der von der Deutsch=Amerikanischen Petroleum= gesellschaft bereits seit vielen Jahren getroffenen Einrichtung des Straßenwagensystems sowohl hinsichtlich der Art der Versorgung, der Bedienung, wie auch der Qualität des erhaltenen Oels, stets vollkommen zufrieden gewesen sind, und daß demnach für sie keinerlei Grund vorliegt, eine Aenderung des bestehenden Zustandes durch die Einführung eines Petroleum=Monopols herbeizuführen. Wir fürchten von einem solchen Monopol eher Nachteile als Vorteile.— Wir glauben nicht, daß eine derartige Sammlung von Unterschriften— die Standard Oil Company hofft es auf 25 000 zu bringen— auf den Reichstag oder sonst einen ur. teilsfähigen Menschen sonderlichen Eindruck machen wird. Ueber den Termin der Landtagswahlen im Jahre 1913 sind in letzter Zeit in der Presse verschiedene Mutmaßungen laut geworden. Wie wir hören, haben die maßgebenden Instanzen zu dieser Frage bisher noch keine Stellung genommen, da sie der Meinung sind, daß die Anberaumung des Wahltermins lediglich von den Arbeiten des Landtags abhängt. Man nimmt an, daß der Landtag Das bälbige Elide! Die Hoffnung auf eine baldige Beendigung des Balkankrieges und auf eine Verständigung über die Wirkungen des Krieges, namentlich auch über die Adriafrage, hält an und besestigt sich. Infolgedessen beginnt sich die Stimmung im Wirtschaftsleben und an den Börsen zu heben. Freilich wäre es verfrüht, sich jetzt schon in das Gefühl unbedingter Sicherheit einzuwiegen. Ueberraschungen sind noch immer möglich, und daher Vorsicht und eine gewisse Zurückhaltung am Platze. Wenn über die schwebenden Waffenstillstands= bezw. Friedensverhandlungen nur wenig an die Oeffentlichkeit dringt, so braucht man sich darüber nicht zu wundern. Die Ouchyer Friedensverhandlungen, die die Beendigung des türkisch=italienischen Krieges brachten, standen kurz vor ihrem Abschluß, bevor die Außenstehenden recht wußten, daß sie überhaupt geführt wurden. Die Türkei ist nicht nur mit Bulgarien, sondern auch mit Serbien, Montenegro und Griechenland in direkte Friedensverhandlungen eingetreten. In Sofia führt man diese unerwartete Wendung auf entscheidende bulgarische Erfolge an der Tschataldschalinie zurück.— Die bulgarischen Friedensbedingungen sind noch nicht endgültig festgelegt, haben auch noch nicht die Genehmigung des Königs erhalten, sollen aber im wesentlichen in folgendem bestehen: Räumung des Restes der Tschataldschalinie und entweder Kapitulation der Tschataldscha=Armee oder Abzug unter Bewachung, Räumung von Adrianopel, Skutari, Janina und Monastir, weiter Einzug der bulgarischen Truppen in Konstantinopel, Abtretung der besetzten Gebiete, Internationalisierung Konstantinopels, außerdem freie Dardanellen=Durchfahrt und zuletzt Kriegsentschädigung. Die Kämpfe an der Tschataldschalinie werden von beiden Seiten mit heldenhafter Zähigheit fortgesetzt. Die Haltung der türkischen Truppen in diesen Kämpsen, sowie in denen um Adrianopel und Skutari tilgt manchen Makel, den türkische Truppen auf andern Teilen des Kriegsschauplatzes sich zugezogen haben. Nach Sofioter Meldungen ist es nach fünftägigen, heißen Ringen den Bulgaren gelungen, das Zentrum der türkischen Stellungen zu durchbrechen und Hadenköj zu besetzen. Dieser Ort liegt hinter der Fortslinie und ziemlich gleich weit vom Schwarzen wie vom Marmarameer entfernt. Die ursprüngliche Absicht der Bulgaren, den Befestigungswall an einem der beiden genannten Meere zu umgehen, scheint daher doch infolge des Eingreifens der türkischen Kriegsschiffe aufgegeben worden zu sein. Ein Versuch war gemacht worden, denn nach Konstantinopeler Berichten hat das Feuer der türkischen Schiffsgeschütze den Bulgaren schweren Schaden zugefügt. Der Kommandant des Kreuzers Hamidije meldete darüber amtlich: Durch ein wohlgelungenes Feuer auf etwa 7500 seine Arbeiten vor Pfingsten kaum erledigen wird und hält es deshalb für ziemlich ausgeschlossen, daß die Neuwahlen zum Landtage noch im Sommer stattfinden werden. Voraussichtlich dürften die Landtagswahlen erst im Oktober stattfinden. Vom mecklenburgischen Landtag. Mehrere Mitglieder der Ritterschaft beantragten in einem Diktamen die Ablehnung des neuen Verfassungsentwurfes der Regierung, da nur die Fortentwickelung der jetzigen Verfassung und nicht eine Zerstörung derselben in ihrer Grundlage als richtig anzuerkennen sei. Sie erbitten die Herausgabe einer abgeänderten Verfassungsvorlage, die dem Mangel der bestehenden Verfassung abhilft, ohne Bruch mit der Geschichte und dem Rechte des Landes. Die Ritterschaft beriet darauf als Stand für sich und nahm den Antrag des Diktamens mit 18 gegen 16 Stimmen an. Die Landschaft dagegen lehnte den Antrag durch Standesbeschluß ab. Hiermit ist vorläufig der Verfassungsentwurf abgelehnt, ohne daß es zu einer Kommissionsberatung kommt. Die Arbeiten des Strafrechtsausschusses sind in lden letzten Wochen so rüftig vorgeschritten, daß sie bis 9500 Meter entfernte feindliche Streitkräfte, deren Stärke auf eine Division geschätzt wurde und die in der Gegend von Dragonköj nördlich von Bogados an der Küste des Marmarameeres konzentriert waren, wurde der Feind hinter die Höhen zurückgedrängt und erlitt große Verluste. Um Adrianopel, das sie vor dem Waffenstillstand unbedingt im Besitz nehmen möchten, ziehen die Bulgaren ihre Kreise enger und enger. Eine wirkliche Beschießung hat noch immer nicht stattgefunden; wie die fortgesetzten wütenden Ausfälle der türkischen Besatzungstruppen zeigen, ist bisher nur die Einschließung erreicht worden. Bulgarische Flüchtlinge berichteten, daß für die Garnison noch reichliche Vorräte an Lebensmitteln vorhanden wären, daß es dagegen für die Zivilbevölkerung an Brot sehle. Ferner teilten sie mit, daß der Kommandant alle Christen in die türkischen Moscheen gesteckt habe, weil er glaube, daß diese zuerst bombardiert werden würden. Die mohamedanische Bevölkerung erhielt dagegen ziemlich bombensichere Unterkunft. Heftige Kämpfe toben um Monastir, das gleichzeitig durch serbische Streitkräfte von Norden und durch griechische von Süden her angegriffen wurde. Sollte auch die Meldung von dem bereits erfolgten Fall der Festung den Tatsachen vorauseilen, so muß das Schicksal Monastirs doch als besiegelt gelten. Um Skutari mühen sich die Montenegriner noch immer ab. Trotz heftiger und andauernder Beschießung hat sich die Stadt noch immer behauptet, die nun schon seit Wochen das am heißesten erstrebte Ziel des Königs Nikita ist. Der Friede nahe bevorstehend? -- Konstantinopel, 16. November. Der Großwesir hatte gestern nachmittag eine längere Unterredung mit dem russischen Botschafter von Giers in der russischen Botschaft, an der auch der erste Dragoman der bulgarischen Gesandtschaft, Popow, teilnahm. Ueber das Ergebnis der Besprechung erstattete Kiamil Pascha dem Sultan Bericht. Der Besprechung wird große Bedeutung beigelegt. Auch zwischen dem russischen und dem englischen Botschafter sand eine Konferenz statt. In türkischen Kreisen wird erklärt, daß der Friedensschluß nahe bevorstehe. Später hatte der Großwesir auch mit dem österreichischen Botschafter, Markgrafen Pallavicini, eine Unterredung. Unfrieden in Sofia. - Sofia, 16. November. Der Unwille über das Vorgehen der Militärbehörden ist allgemein. Da bisher noch keine Verlustliste veröffentlicht ist, wissen die Familien nicht, ob ihre Angehörigen im Felde lebend oder tot sind, und wenn verwundet, wo sie liegen. Die Zustände in den Hospitälern spotten jeder Beschreibung. Die bulgarischen Verluste sollen nach den hier vorliegenden Meldungen 42000 Mann an Toten, Verwundeten und Kranken betragen. noch vor Weihnachten die erste Lesung des neuen Strafgesetzbuches beenden wird. Die zweite Lesung wird etwa im Februar beginnen und soll bis zum Beginne der Gerichtsferien abgeschlossen werden. Das Einführungsgesetz zum neuen Strafgesetzbuch soll von einem neuen Ausschuß beraten werden, der voraussichtlich im Herbst 1913 seine Arbeiten beginnen wird. Die Ausstellung des Entwurfs selbst durch die Dienststellen wird erst im Laufe des Jahres 1914 erfolgen können und längere Zeit in Anspruch nehmen. Dieser Entwurf ist zunächst von den Bundesregierungen zu begutachten, ehe er dem Bundesrat unterbreitet werden kann. Dies wird vor 1905 kaum der Fall sein können. England. Das liberale Ministerium Asquith in Gefahr. Das englische Unterhaus hat als die Mutter der Parlamente stets auf die Erhaltung seiner Würde besonderen Wert gelegt. Das Gesetz über die Verleihung der Selbständigkeit in Irland, das in Belfast und anderen irischen Städten schon so zahlreiche und heftige Rebellionen verursachte, hat auch den. schönen Grundsatz des Londoner Unterhauses über den Hausen geworfen. Die Konservativen, die auch Unionisten heißen, weil sie die Einheit Irlands mit England fordern, haben gegen die parlamentarische Erledigung des Homerulegesetzes zum Mittel der Obstruktion gegriffen. Sie hindern nicht nur durch ohrenbetäubenden Lärm die Minister am Sprechen, sondern verübten auch Gewalttätigkeiten gegen sie. So wurde dem Marineminister Churchill ein Buch ins Gesicht geschleudert. Der erregte Minister hätte sich auf seinen Angreifer gestürzt und es hätte ein beispiellose Prügelei gegeben, wenn ihn seine Freunde nicht zurückgehalten hätten. Der Premier= und andere Minister wurden mit Papierbällen bombardiert. Abzug! Abzug! ruft ihnen die Opposition fortgesetzt entgegen. Eine Vertagung folgt der anderen, und obwohl die liberale Regierung eine sichere Mehrheit im Hause hat, läßt sich der Ausgang des Kampfes nicht absehen. Ist England gerüstet? Der Führer der Opposition, das Unterhausmitglied Bonax Law, hat in Liverpool eine Rede gehalten, in deren Verlauf er über den Balkankrieg sagte: Die Ereignisse der letzten Woche haben die Situation in Europa von Grund auf geändert. Die schnelle und unerwartete Demonstration militärischer Kraft und Tüchtigkeit seitens der Balkanstaaten ist eines der denkwürdigsten geschichtlichen Ereignisse. Bis der Frieden wiederhergestellt worden ist, ist die Luft voll Spannung. Niemand weiß, wo und wann der Blitzstrahl niedergehen wird. Ich bin kein Alarmist und bin überzeugt, daß die Großmächte den Frieden wünschen. Aber dieser Krieg hat neue Fragen in den Vordergrund gebracht, die die nationalen Bestrebungen der Großmächte auf das Engste berühren. Eine derartige Lage ist gefährlich. Ich hoffe zwar mit Sicherheit, daß der Frieden gewahrt werden wird. Aber die andere Alternative tritt auch den Bereich der Möglichkeit, und wenn der Krieg kommt, was ist dann Englands Lage? Der gegenwärtige Krieg bildet eine ernste Lehre für GroßBritannien. Auf der einen Seite stehen Mut und militärische Fertigkeit, auf der anderen findet man gleichfalls großen Mut, jedoch ohne militärische Fertigkeit. England als Nation besitzt großen Mut, aber im Vergleich mit den europäischen Großmächten besitzt es keine militärische Fertigkeit. Die Kriegsmarine bildet nach wie vor die erste und einzigste Verteidigung Englands. Ist sie aber auch dieser Aufgabe gewachsen? Rußland. Die Besitzvergrößerung Rußlands. Rußland hat seinen gewaltigen Besitz an Land und Leuten, sein Territorialbesitz umfaßt 22,3 Millionen Quadratkilometer und die Zahl seiner Einwohner 163 Millionen, durch die Annexion der Mongolei noch um rund 2,8 Millionen Quadratkilometer mit nahezu 2 Millionen Einwohnern vergrößert. Das ganze Deutsche Reich umfaßt noch nicht volle 531 000 Quadratkilometer mit über 65 Mill. Einwohnern. Ein Vergleich dieser Zahlen zeigt die beispiellosen Entwickelungsmöglichkeiten Rußlands an, in dessen europäischem Teil 24 und in dessen asiatischen Gebieten kaum ein Einwohner auf einen Quadrat= kilometer Landes entfällt, während die Bevölkerungsdichtigkeit in Deutschland 120 auf den Quadratkilometer beträgt, in Frankreich 74, in England 145, in Italien 121, in Oesterreich=Ungarn 95. In Nordamerika, das man das Land der unbegrenzten Möglichkeiten nennt, entfallen 10 Einwohner auf einen Quadratkilometer des nahezu zehn Millionen Quadratkilometer großen Landes. Spanien. Der neue Ministerpräsident Graf Romanones leistete um 6 Uhr abends im königlichen Palais den Eid. Die anderen Minister haben ihr Portefeuille behalten, mit Ausnahme des Arbeitsministers. welcher noch keinen Entschluß gefaßt hat. Moret hat eingewilligt, die Präsidentschaft der Kammer zu übernehmen. Vereinigte Staaten. Die Gebühren auf dem Panamakanal. Ueber die vom Präsidenten Taft erlassene Gebührenordnung für den Panamakanal wird weiter gemeldet: Kriegsschifse mit Ausnahme von Transport Seite 2. Schwerter Zeitung.(Amtliches Kreisblatt.) Samstag, 16. November 1912. Werr WFEFE Nr. 271. schiffen, Leichtern, Hospitalschiffen und Vorratsschiffen haben 50 Cents pro Tonne Deplacement zu zahlen. Bei Marinekransportschissen, Leichtern, Hospitalschiffen und Vorratsschifsen werden 1 Dollar 20 Cents pro Registertonne berechnet. —— Aus Stadt und Umgebung. ** Schwerte, 16. November 1912. *e(Entlastung der Nuhr=Siegstrecke.) Die wegen Belastung der rechtsrheinischen Strecke über die Nuhr=Siegstrecke gelegten 6 Moselzüge fahren von gestern ab wieder über die rechtsrheinische Strecke; ebenso werden von den 10 linksrheinischen Güterzügen von und nach Frankfurt a. M. und Aschafsenburg, die bisher über die Ruhr=Siegstrecke fuhren, von heute ab 8 über die Strecke SchwerteKassel=Treysa umgeleitet, so daß nach Fortfall eines weiteren Zuges von insgesamt 16 Umleitungszügen nur noch einer verbleibt. Eine bessere Durchführung der Güter= wie auch der Personenzüge der Ruhr=Siegstrecke ist daher zu erwarten. *(Die Mitglieder des evangelischen Arbeiterund Bürgervereins) werden hierdurch an die morgige Monatsversammlung mit ihrer überaus wichtigen Tagesordnung erinnert.(Näheres siehe Inserat in heutiger Nummer!) **(Im Silberkranz.) Am heutigen Tage feiern die Eheleute Edmund Pentinghaus und Frau, Ida geb. Kleff, das Fest der silbernen Hochzeit. Wir sprechen dem Jubelpaare unsern besten Glückwunsch aus. **(Was bringt der Sonntag?) Am Freischütz findet das 2. Winzerfest statt, für welches Herr Straetmanns wiederum große Vorbereitungen getroffen hat, sodaß den Besuchern recht vergnügte Stunden in Aussicht stehen.— Unsere beiden Kinos„Reichskrone(Stamm) sowohl als auch „Altes Rathaus“(Müller) warten mit neuen ansprechenden Spielplänen auf, im„Adler“ (Kamp) ist Vokal= und Instrumental=Konzert der Westfalia=Sänger, bei Leinweber ist VarieteeVorstellung der Gesellschaft Dreier aus Essen, im „Hirsch“(Gremme) tritt das Gesangs=Ensemble Horn auf, während in der„Glocke“(Demmer) ein Preisschießen stattfindet. Die diesbezüglichen Inserate in heutiger Nummer seien noch besondeter Beachtung empfohlen. **(Deutsche Interessen und Siedelungen in der Türkei) lautet das Thema, über welches heute abend 8½ Uhr Leutnant a. D. von Trotha im „Reiche des Wassers“ einen durch Lichtbilder illustrierten Vortrag halten wird. Der Vortrag dürfte in Anbetracht der jetzt herrschenden Balkanwirren allgemeines Interesse beanspruchen, insbesondere auch bei den Mitgliedern des deutschen Flattenvereins, in dessen Auftrage Herr v. Trotha die europäische und asiatische Türkei bereist hat. Der Besuch des Vortrages kann nur bestens empfohlen werden. *(Sitzung des Jugendpflegeausschusses.) Unter dem Vorsitz des Herrn Bürgermeisters Rohrmann fand gestern Abend eine Sitzung des städtischen Ortsausschusses zur Förderung der Jugendpflege statt. Zunächst wurde der Verein für Bewegungsspiele auf seinen Antrag aufgenommen und dessen Vorsitzender sowie der neue Vorsitzende des Sportklubs in den Ortsausschuß gewählt. Dann wurde beschlossen, die am westlichen Abhang des Schwerter Waldes geplante Rodelbahn wegen der hohen Anlagekosten, die rund 1600 Mark betragen würden, fallen zu lassen; es soll anderweitig eine Rodelbahn angelegt werden. Die Frage der Anlage eines Eisteiches ist gelöst worden; es ist die in der Nähe der Töchterschule gelegene Weide „Wiechens Kämpchen“, die schon in früheren Jahren für diesen Zweck hergerichtet ist und sich besonders wegen der unmittelbaren Angrenzung an die Stadt empfiehlt, angepachtet worden; die zu zahlende Entschädigung in Höhe von 50 Mark wurde gestern einstimmig bewilligt. Dann gab der Vorsitzende mehrere Erlasse und Verfügungen scitens des Regierungspräsidenten, des Landrats und des Eisenbahnministers in Sachen der Jugendpflege bekannt. Nach einer dieser Verfügungen soll dem immer mehr um sich greifenden Fußballspiel, welches leicht verrohend wirken kann, in Zukunft mehr entgegengetreten werden. Wegen Ausdehnung der Jugendpflege auf die weiblichen Jugendlichen, welche seitens des Kultusministeriums versügt ist, wurde beschlossen, in unserer Stadt demnächst mit den in Frage kommenden Frauenvereiner usw. in einleitende: Verhandlungen einzutreten. Der letzte Punkt der Tagesordnung: Bericht über den Jugendpflegekursus in Dortmund, welcher durch die Herren Professor Feldhügel und Lehrer Otten erstattet werden sollte, wurde wegen der vorgeschrittenen Zeit bis zur nächsten Sitzung, zu der Magistrat und Stadtverordnetenkollegium eingeladen werden sollen, vertagt. *(Vortrag.) Am morgigen Sonntag hält im Evang. Jugendverein der Sekretär des Iserlohner Kreisverbandes Evang. Arbeiter=Vereine Herr Jacobi einen Vortrag über das Thema„Rechte und Pflichten des jugendlichen Arbeiters und Lehrlings nach dem bürgerlichen Gesetzbuche und der Gewerbeordnung". Der Vortrag beginnt um 5 Uhr im Vereinslokale des Evang. Jugendvereins. Da eine Belehrung über Berusspflichten und=Rechte nicht nur für die Mitglieder des den Vortrag veranstaltenden Vereins, sondern für alle jugendlichen Atbeiter und Lehrlinge von Wichtigkeit ist, so wird zu demselben freundlichst eingeladen. §8(Schöffengericht.) Vorsitzender: Amtsrichter Dellmann; Schöffen: Kaufmann Bernhard Feit und Steuersekretär Heinrich Brehr von hier.— Der Arbeiter Adolf W. aus Syburg hat am 30. September den Knecht Friedrich Kornfeld ohne jeden Grund vorsätzlich körperlich mißhandelt. W. muß diese Tat mit 60 Mark Geldstrase büßen.— Einen ungetreuen Kassierer hatte ein hiesiger Fußballklub in der Person des Arbeiters Karl P.; derselbe hatte im Laufe seiner Tätigkeit dem Verein 161,45 Mark unterschlagen. Das Gericht billigte dem Angeklagten mildernde Umstände zu und verurteilte ihn nur zu 100 Mark Geldstrafe.— Die Ehefrau Georg Z. hatte ihre Milch mit 15 bis 20 Prozent Wasser verfälscht in den Handel gebracht. Da die Angeklagte ein durchaus reumütiges Geständnis an den Tag legte, kam sie mit 75 Mark Eeldstrafe davon.— Die Dienstmagd Maria E. aus Dortmund hatte sich am 19. April auf den Namen der Ehefrau Risch bei dem Kaufmann G. Franken zwei Paar Schuhe geben lassen, und verschwand damit. Mit Rücksicht darauf, daß die Angeklagte zur damaligen Zeit in größter Not war, billigte ihr das Gericht mildernde Umstände zu; das Urteil lautete auf 15 Mark Geldstrafe.— Der Bergpraktikant Hugo Schw. zertrümmerte aus reinem Uebermut in der Nacht vom 27. auf den 28. Juni mehrere Straßenlaternen. Das Urteil lautete auf 15 Mark Geldstrafe. *e Ergste, 16. Nov.(Einwohnerzahl.) Nach dem Ergebnisse der diesjährigen Personenstandsaufnahme beträgt die Seelenzahl in der Geneinde Ergste 1708 gegen 1719 im Vorjahre und gegen 1729 nach der Volkszählung 1910. Von den 1708 Einwohnern sind 1564 evangelisch, 121 katholisch und 23 Juden. Es entfallen auf das Dorf Ergste 1172 und auf die Bauerschaften des Ortes Bürenbruch 536. ** Berchum, 16. Nov.(Besitzwechsel.) Die Besitzung des Kettenschmieds Dietr. Schulte hier ging durch Kauf in das Eigentum des Fabrikarbeiters Dietr. Hillbrandt über.— Der Invaliden= rentenempfänger Heinrich Panne verkaufte seine Besitzung an den Kettenschmied Heinrich König hierselbst. —— Populär=wissenschaftliche Vortrage. Daß wir von dem am 21. November stattfindenden Vortrag des Herrn Professor Wempe etwas ganz Besonderes erwarten dürfen, beweisen verschiedene Zuschriften und Preßurteile. So schreibt aus Halle. a. d. S., wo Professor Wempe ebensalls über„Den Kinematographen im Dienste der Wissenschaft" sprach. Herr Dr. med. Gebhardt, Professor der Anatomie, ungefähr folgendes: Der Vortrag des Prosessor Wempe bezeichnet entschieden in der diesjährigen Sitzungs=Periode einen noch in den Augen der meisten Vereinsmitglieder unerreichten Glanzpunkt. Es hatte eigentlich alles, was Professor Wempe vorführte, in der einen oder andern Richtung ein besonderes Interesse gerade für unsern Verein. Die technischen Bilder haben vielfach ganz speziell interessiert und das gleiche gilt von den Vorführungen aus dem biologischen Unterricht an der Zwickauer Schule, der einen Verein, dem die Propagierung der Naturwissenschaften hauptsächlich am Herzen liegt, nalürlich ganz wesentlich anregt. Die prachtvollen Aquarium=Aufnahmen mit ihren so selten und schwer zu beobachtenden Vorgängen erregten geradezu Begeisterung. Den Medizinern wiederum waren die Lommandon'schen Films ein ganz besonderer und langersehnter Genuß,— kurz, alle unsere, durch meine Empfehlungen hoch gespannten Erwartungen sind weit übertroffen worden. —— Gefährliches Großfeuer. = Düsseldorf, 15. November. In der Rhein. Metallfabrik entstand gestern abend gegen ½9 Uhr in der Abteilung„Geschoßfabrik“. Großfeuer, hervorgerufen durch eine Explosion von Zündhütchen. In kurzer Zeit schossen haushohe Flammen empor. Explosion folgte auf Explosion, von dem entzündeten Pulver herrührend und den zahllosen Patronen und Patronenhülsen, die mit lautem Geknatter in die Luft flogen. Das Feuer war weithin in der Stadt und Umgebung sichtbar. Tausende von Patronen, die für die auf dem Balkan kämpfenden Bulgaren und Serben bestimmt waren und morgen nach ihrem Bestimmungsort abgehen sollten, sind vernichtet. Ferner wurden 40 wertvolle Maschinen, mit denen die Patronen hergestellt wurden, unbrauchbar. Der Schaden, der durch Versicherung gedeckt ist, wird auf eine Million Mark geschätzt. Die Brandstätte liegt besät voll von explodierten Patronen und Patronenhülsen. Die haushohen Flammen waren meilenweit sichtbar. Erst nach langer angestrengter Tätigkeit der gesamten Feuerwehr gelang es, wenigstens die umliegenden Gebäude, vor allem die Papierfabrik, in der enorme Papiervorräte lagen, sowie den Schuppen, in dem die Gewehrblättchen aufbewahrt werden, zu schützen. Ein Schuppen stürzte ein. Ein Arbeiter wird vermißt. Handel und Industrie. Der Diskont der Reichsbank ist von 5 auf 6 Prozent erhöht worden, der Lombardzinsfuß von 6 auf 7 Prozent. In der gestrigen Sitzung, die der Präsident Havenstein leitete, lag der Zwischenstatus vom 11. dieses Monats vor. Wie der Präsident ausführte, hat die Versteifung am internationalen Geldmarkte, beeinflußt durch die politischen Verhältnisse am Balkan, zu einer Diskonerhöhung ausländischer und einer Steigerung der Privatdiskontgeschäfte geführt. Die Wirkung dieser Vorgänge auf unserem Geldmarkt hat weiter angehalten, sodaß der Privatdiskont der Bankrate der Reichsbank erhöht wurde. Die Entspannung Ultimo Oktober hat sich langsamer als sonst vollzogen. Auch der Metallbestand, der sonst größeren Andrang zeigt, hat sich weiter verringert. Da auch die Devisenkurse ihren Bodenbestand behaupteten, hält das Direktorium eine Diskonterhöhung von 1 Prozent für angezeigt. —— Westfalen und Rheinland. * Dortmund, 15. Nov.(Die entsetzliche Bluttat) in der Langenstraße hat gestern vor dem Schwurgericht ihre Sühne gefunden. 8 Jahre Zuchthaus wurden dem italienischen Arbeiter Cerato, der eine junge Frau durch einen Messerstich tot zu Boden streckte und eine andere durch einen Messerstich an den Rand des Grabes brachte, diktiert. Eine überaus schwere, aber gerechte Strafe. Mit Recht betonte der Vertreter der Anklage, daß derartig rohe ausländische Elemente nach Möglichkeit lange von der menschlichen Gesellschaft fern gehalten werden müßten, und daß in solchen Fällen die ganze Strenge des Gesetzes am Platze sei. Wie leicht der Angeklagte die Situation auffaßte, geht daraus hervor, daß er den italienischen Dolmetscher Luigi Rosa, als dieser ihm den Strafantrag des Staatsanwalts übersetzte, lächelnd fragte:„Haben Sie noch guten Vermudo di Torino zu Hause?“ * Fröndenberg, 16. Nov.(Tod zwischenden Puffern.) Gestern gegen Mittag kam hier ein Rangierer, der im vorigen Jahre erst vom Militär zurückgekehrt war, beim Rangieren eines Güterzuges zwischen die Puffer. Es wurde ihm der Brustkorb derartig gequetscht, daß zufolge ärztlicher Feststellung das Herz des jungen Mannes solche Verletzungen erlitt, daß der Tod sofort eintrat. * Schwelm, 16. Nov.(Schwerer Verdacht.) Unter dem Verdacht des Giftmordversuchs verhaftete die Polizei die 21jährige Ehefrau des Wagenbauers Karl Benscheid, die ihrem Manne nach einem Zwist eine mit Lysol vergiftete Bohnensuppe vorgesetzt hatte. B. hatte die Suppe wegen ihres Geschmacks sofort ausgespien. * Oberhausen, 16. Nov.(Milchpantscher verurteilt.) Weil er seine Milch bis zu 47 Prozent„gewässert“ hatte, war der Milchhändler Best aus Mülheim=Dümpten vom hiesigen Schöffengericht zu 30 Mark Geldstrafe verurteilt worden. Auf die Berufung des Amtsanwaltes erhöhte die 3. Strafkammer zu Duisburg die Strafe auf 200 Mark eotl. 20 Tage„Gefängnis. * Sterkrade, 16. Nov.(Eine Einbrecher= bande) hatte in letzter Zeit hier, in Kirchhellen und Oberhausen mehrere Einbrüche verübt. Als sie in einer Bahnwärterbude neulich nachts beim Verteilen der Beute waren, zwangen sie mit vorgehaltenem Revolver den Bahnwärter, der sie überraschte und einen festnahm, diesen freizulassen. Nunmehr ist die Bande festgenommen. —— 20 Millionen für städtische erste Hypotheken. Die Stadt Düsseldorf, die bereits eine 60 Millionen=Anleihe für Zwecke des städtischen Hypothekenamtes begeben hat und kürzlich die Aufnahme einer Anleihe von drei Millionen für zweistellige Hypotheken beschloß, beabsichtigt eine neue 20 Millionen=Anleihe zur weiteren Förderung der Erbauung von Wohnhäusern im Stadtbezirk Düsseldorf und zur Pflege des Nealkredits aufzunehmen. In der Denkschrift der Verwaltung heißt es, daß die Realkreditverhältnisse zurzeit außerordentlich ungünstig und schwierig sind, sogar für erststellige Hypotheken werden zurzeit unglaublich hohe Bedingungen gestellt, und die Hypothekenbanken haben das Beleihungsgeschäft ganz erheblich eingeschränkt. Wenn die Aufnahme einer weiteren Anleihe zur Gewährung erster Hypotheken beschlossen wird, wird es sich empfehlen, darauf hinzuweisen, daß diese 20 Millionen im Laufe des Jahres 1914 oder 1915 verbraucht sein werden, und daß die Aufnahme elner weiteren Anleihe für genannte Zwecke nicht zugesichert werden kann. Ueber die Stellung der Staatsregierung heißt es: Die Staatsregierung wird verlangen, daß die Anleihe nicht, wie bisher mit ½ Prozent, sondern mit einem höheren Prozentsatz getilgt werde. Weiter werde sie fordern, daß auch die erste Hypothek mit einem gewissen Prozentsatz jährlich amortisiert wird, und daß die Hypothek auf der Gläubigerseite unkündbar ist. Nach Vorschlag der Verwaltung sollen die Hypotheken in Abschnitten bis höchstens 60000 Mark abgegeben werden, und nur Häuser beliehen werden, die nur Kleinwohnungen von höchstens vier Zimmern, Küche und Mansarde enthalten. —— Drahtmeldungen. Genehmigung einer Kruppschen Millionenstiftung. Berlin, 16. November. Die aus Anlaß der Jahrhundertfeier der Firma Krupp mit einer Million begründete Stiftung zur Förderung des Wohles der aktiven und beurlaubten Mannschaften der preußischen Armee hat jetzt die Genehmigung des Kaisers erhalten. Zum Tode verurteilt. Lübeck, 16. November. Hier wurde gestern der Matrose Landherr aus Stettin wegen Ermordung des Kaufmanns Fischer vom Schwurgericht zum Tode und wegen Raubes im Hamburger Hasen zu 7 Jahren Zuchthaus verurteilt. Gegen seinen Helsershelfer Scholze erkannte das Gericht auf drei Jahre Gefängnis. Verhängnisvolles Spiel mit dem Leben. Wien, 16. November. Der 12jährige Zögling der Theresien=Atademie, Nikolaus v. Ponay, wurde in einem Nebenraume der Akademie erhängt aufgesunden. Nach Aussagen eines Mitschülers liegt Selbstmord nicht vor. Der Knabe hatte vorher seinen Kameraden erzählt, daß er, um die Eindrücke vor dem Tode kennen zu lernen, einen Selbstmordversuch verüben wolle. Als jedoch der Mitschüler mit der Anzeige drohte, versprach er, es nicht zu tun. Schiffsunglück. London, 16. November. An der irischen Küste ist der Küstenfahrer„Zillah“ gesunken. Von der Besatzung ertranken 7 Personen. Geschützexplosion. London, 16. November. Beim Schießen mit Geschossen, die einen neuen Explosionsstoff enthielten, explodierte gestern auf dem Schießplatz der Küstenbatterie bei Shoeburyneß eine der neuen 13= zölligen Kanonen. Teile der Kanone flogen über ganz Shoeburyneß. Dabei wurden sechs Soldaten schwer verwundet. Rodosto zurückerobert. Konstantinopel, 16. November. Nach einem Funkenspruch des Kreuzers„Hamidije“ haben die Bulgaren nach einem heftigen Bombardement die eroberte Stadt Rodosto wieder geräumt. Keine Gebietsabtretung an Rumänien. Petersburg, 16. November. Mehrere russische Blätter berichten aus Bukarest, daß der bulgarische Gesandte erklärt habe, kein Streifen bulgarischen Landes könne an Rumänien abgetreten werden. Das ganze Slawentum sei darin einig. Der Bukarester„Adeverul“ glaubt dagegen zu wissen, daß die Ansprüche Rumäniens auf eine Grenzregulierung bei Silistrie unabweisbar sind. Die kategorische Weise, mit der der Anspruch erhoben wird, macht großen Eindruck. Die vom bulgarischen Gesandten in Bukarest gegenüber russischen Korrespondenten gemachten Aeußerungen werden hier übel vermerkt. Die bulgarisch=rumänischen Beziehungen haben eine nennenswerte Verschlechterung erfahren. Das Wüten der Cholera. London, 16. November. Nach einem Telegramm der Daily Mail starben im Lager von Hadenköj am Mittwoch nicht weniger als 390 Soldaten an Cholera. London, 16. November. Die Meldungen, daß unter den an der Tschataldschalinie kämpfenden türkischen Truppen die Cholera ausgebrochen sei, bestätigt sich. Bisher sind etwa 6000 Türken der Seuche erlegen; infolge der mangelnden ürztlichen Pflege greift die Krankheit auch auf die Bulgaren über und forderte auch hier bereits zahlreiche Opfer. Evang.=ref. Gemeinde. Sonntag 9½ Uhr: Pastor Terberger. Buß= und Bettag 9½ Uhr: Pastor Terberger. Evang.=luth. Gemeinde. Sonntag 9 Uhr: Beichte. 9½ Uhr: Pastor Wischnath.(Hl. Abendmahl.) 11 Uhr: Kindergottesdienst. 5 Uhr: Pastor Ohlig. Dienstag 2 Uhr: Beichte. Buß= und Bettag 9 Uhr: Beichte. 9½ Uhr: Pastor Ohlig.(Hl. Abendmahl.) 11 Uhr: Kindergottesdienst. 5 Uhr: Pastor Wischnath. Vereine und Versammlungen. Dienstag abend 8 Uhr: Jungfrauen=Verein. Donnerstag 8 Uhr: Bibelstunde. Freitag 8¼ Uhr: Vorbereitungsstunde. Evangelische Stadtmission Schwerte, Kuhstraße 7. Sonntag vorm. 8 Uhr: Blaukreuzvereinsstunde. Nachm. 3½ Uhr: Missionsversammlung. Montag 3 Uhr: Frauen= und Jungfrauenmissionsstunde. Dienstag 8½ Uhr: Gemischter Chor. Evangel. Männer= und Jünglingsverein Schwerte. Sonntag 8 Uhr: Vereinsstunde. Montag 8½ Uhr: Posaunenchor. Mittwoch 8½ Uhr: Gebetsstunde. Freitag 8½ Uhr: Bibelbesprechstunde. Samstag 8¼ Uhr: Turnen in der städtischen Turnhalle. Evangelischer Jugendverein. Sonntag 4 Uhr: Lesestunde. 5 Uhr: Vortrag. 6 Uhr: General=Versammlung.(Alle Mitglieder müssen erscheinen.) Buß= und Bettag 4 Uhr: Lesestunde. 5—7 Uhr: Vereinsstunde. Westhofen. Sonntag vorm 10 Uhr: Gottesdienst, nachm. 2 Uhr: Kindergottesdienst. Kath. Pfarrkirche. Sonntag, 17. November.(Kirchweihfest.) 6¼ Uhr: Stille hl. Messe. 7½ Uhr: Frühmesse mit Predigt.(Gemeinschaftliche hl. Kommunion der Erstkommunikanten=Knaben, der JünglingsSodalität und der Jünglinge.) 8¾ Uhr: Schulmesse mit Predigt. 10 Uhr: Hochamt mit Predigt und Segen. Kollekte für den neuen Hochaltar.— Nachmittags 2½ Uhr: Christenlehre und Kreuzwegandacht für die Armenseelen. Filiale Lichtendorf. 7½ Uhr: Frühmesse. 10 Uhr: Hochamt mit Predigt.— Nachmittags 2 Uhr: Andacht. Verantwortlich für die Redaktion: Friedr. Kraas. Druck u. Verlag von Carl Braus, beide in Schwerte. Nr. 271. om Schwurgericht zum m Hamburger Hafen zu eilt. Gegen seinen Heldas Gericht auf drei Spiel mit dem n. " D e r 1 2 j ä h r i g e Z ö g se, Nikolaus v. Ponay, ume der Akademie erAussagen eines Mitnicht vor. Der Knabe den erzählt, daß er, um kennen zu. lernen, einen wolle. Als jedoch der e drohte, versprach er, nglück. ber. An der irischen „Zillah“ gesunken. Von Personen. losion. er. Beim Schießen mit Explosionsstoff enthieluf dem Schießplatz der yueß eine der neuen 13= der Kanone flogen über wurden sechs Soldaten ückerobert. 16. November. Nach reuzers„Hamidije“ haem heftigen Bombardedosto wieder geräumt. ibtretung an tien. ovember. Mehrere rusBukarest, daß der bulibe, kein Streifen bulgaRumänien abgetreten ventum sei darin einig. rul“ glaubt dagegen zu Rumäniens auf eine trie unabweisbar sind. st der der Anspruch erEindruck. Die vom bulukarest gegenüber russiichten Aeußerungen werDie bulgarisch=rumänieine nennenswerte Verer Cholera. ber. Nach einem Telerben im Lager von Haweniger als 390 Soldaer. Die Meldungen, daß ildschalinie kämpfenden jolera ausgebrochen sei, etwa 6000 Türken der r mangelnden ürztlichen auch auf die Bulgaren hier bereits zahlreiche Nr. 271. 1. Beilage. Schwetter Heill.n.g. * Samstag, 16. November 1912 Polttische Wochenschau, ienste. Sonntag 9½ Uhr: PaBettag 9½ Uhr: Pastor Sonntag 9 Uhr: Beichte. h.(Hl. Abendmahl.) 11 5 Uhr: Pastor Ohlig. Buß= und Bettag 9 Uhr: öhlig.(Hl. Abendmahl.) . 5 U h r: P a s t o r W i s c h sammlungen. r: Jungfrauen=Verein. unde. Freitag 8¼ Uhr: Schwerte, Kuhstraße 7. Blaukreuzvereinsstunde. wersammlung. Montag ungfrauenmissionsstunde. zter Chor. inglingsverein Schwerte. insstunde. Montag 8½ woch 8½ Uhr: Gebetsr: Bibelbesprechstunde. in der städtischen TurnJugendverein. unde. 5 Uhr: Vortrag. ung.(Alle Mitglieder nd Bettag 4 Uhr: Lesekunde. fen. Gottesdienst, nachm. 2 kirche. er.(Kirchweihfest.) se. 7½ Uhr: Frühmesse iftliche hl. Kommunion jaben, der Jünglings= nge.) 8¾ Uhr: Schul: Hochamt mit Predigt den neuen Hochaltar.— fristenlehre und Kreuzseelen. stendorf. Uhr: Hochamt mit Prehr: Andacht. daktion: Friedr. Kraas. raus, beide in Schwerte. Die Gefahren der Zeit verscheinen in jähen Ueberraschungen immer wie#der am politischen Horizont. Es ist nicht genug damit, daß wir Woche für Woche schauen müssen, auf welcher schwachen Grundlage die Festigkeit des Weltfriedens eigentlich steht, wie mit äußerster Behutsamkeit an den vorliegenden Fragen herumgedoktert wird, damit keine grelle Meinungsverschiedenheit sich zeigt, wir sehen auch stets von neuem, wie die Bestie in der Menschennatur ihre Opfer ergreift. Die Ermordung des spanischen Ministerpräsidenten Canalejas auf offener Straße in Madrid durch einen anarchistischen Fanatiker, der es ursprünglich auf den König Alfonso abgesehen hatte, ist ein weiteres Glied in der Kette von politischen Verbrechen, die wir seit Jahren beobachten. Spanien ist von allen Staaten am meisten von der anarchistischen Seuche heimgesucht, eine Folge seiner inneren Verhältnisse, aber die Gefahr ist, wie das vor ein paar Wochen auf Roosevelt verübte Attentat bewies, international. Die Gewöhnung an Sensationen aller Art befreit uns nicht davon, sorgfältig Wache zu halten, auf daß die Sorglosigkeit sich nicht einmal bitter rächt. Der Wunsch nach Frieden scheint auf der Balkanhalbinsel nun endlich bei der Türkei die Wut des Krieges überwunden zu haben. Der tapfere Widerstand, den die Truppen des Sultans zuletzt in den Kämpfen bei Tschataldscha den Bulgaren geleistet haben, hat wenigstens die Waffenehre der Osmanen in etwa-, gerettet, aber die unglaublichen Versäumnisse zum Beginn des Krieges lassen sich nicht wieder gut machen. Der Verlust an Land, Menschen, Wassenrüstung ist auf türkischer Seite so groß, das es Wahnsinn wäre, den Krieg zu einem solchen bis aufs Messer zu gestalten. Alle Anfeuerung zum Kampfe für den Halbmond, die Aushängung der Fahne des Propheten und seines kniefällig verehrten Mantels helfen nicht gegen die Wucht der Ereignisse, die der orientalische Schlendrian verschuldet hat. In wirren Massen laufen die türkischen Soldaten hungernd und ohne Führer umher, und die ohne jeden Kampf erfolgte Einnahme der wichtigen senstadt Saloniki, wo der abgesetzte Sultan Abdul Hamid mehrere Jahre hindurch gefangen gehalten wurde, ist für die Regierung in Konstantinopel eine zu bedenkliche Mahnung gewesen, als daß sie dieselbe hätte unberücksichtigt lassen können. Die Forderungen der siegreichen Balkanstaaten sind nicht gering; der Sultan und seine Minister müssen sich in das Geschick finden; daß sie nicht zu wenden verstanden haben. Die Teilung der türkischen Erbschaft ist erleichtert durch die wachsende„Selbstlosigkeit der Großmächte. Ob die heute mit einem Male betonte Uneigennützigkeit Englands und Rußlands über alle künftigen Anfechtungen erhaben sein wird, darf man billig bezweifeln; jedenfalls hat man in Petersburg wie in London ein Haar im Losschlagen gefunden, und in Paris ist keine rechte Neigung vorhanden, die Kastanien für die Herzensfreunde aus dem Feuer zu holen. Wir dürfen auch wohl mit Recht annehmen, daß die Abneigung des Zaren gegen einen neuen Krieg heute unüberwindbar ist; die ernste, aber nun glücklicherweise behobene schwere Erkrankung seines einzigen Sohnes hat gewiß seinen Sinn dem Frieden noch günstiger gestimmt, als es ohnehin schon der Fall gewesen ist. Und in Oesterreich=Ungarn hat der greise Kaiser Franz Joseph einem friedlienr Lostech dus Rakt gerchch, Star Koster Vervotene Tfade. Kriminalroman von Otto Viehofer. 37 Der fing sie mit dem Tablett auf und wendete ein:„Verzeihung, gnädiger Herr Graf, der— der Herr sagte, er käme mit einem außerordentlich günstigen Angebot, und darum bäte er dringend, den Grafen selber sprechen zu dürfen. Graf Peter stutzte, und überlegte einen Augenblick. Dann sagte er zu dem Diener:„Gib die Karte her, Wilhelm! Der Mann soll warten, ich komme Sehr wohl, Herr Graf. Sollich Licht machen im Vorzimmer““. Nein, ist noch nicht nung. Der Diener war schon wieder draußen. Siehst Du, Peter,“ sagte mahnend die Grädie Tür sich kaum geschlossen hatte,„siehst Du, immer günstiger gestalten sich hier zumer bessere Preise erzielest Du für die Produkte des Masorgts, also ist es Zeit, daß Du mit einer Sie lächelte dann lieb und mütterlich zu ja, Mama," erwiderte rätselhaft der Graf, sollst ja recht haben, nurwarte noch ein Weilchen, warte nur noch, bis ich wenigstens— wenigstens den aufdringlichen Menschen da draußen abgeferErstand auf, die Sporen klirtenüber den ditde Vorzunmer lag schon eine l=6g; Zdtzuese sche in gefuichsrote Haare, einen ebensolchen ober, dos er. Brille trug. Und das genügte ihmvollkommzen, was kümmerteihn auch der Mann da weiter, mit ein paar Worten würde er den abOhue den andern, deg sich ief verneige halt, rung wird dem Wunsche des Königreiches Serbien nach einem Hafen insoweit Rechnung tragen, als er sich nur auf wirtschaftliche Zwecke bezieht. Die ehrgeizige Belgrader Regierung wird also darauf verzichten müssen, sich zu einer neuen Seemacht im Mittelmeer herauszubilden. So wird denn in absehbarer Zeit ein friedlicher allgemeiner Ausgleich erhofft, dessen Dauer freilich kein Mensch bestimmen kann. Seit dem Kongreß von Berlin 1878 gab es 1885 und 1897 wieder Krieg im Balkan. Und dieser Feldzug von 1912 wird schwerlich der letzte gewesen sein. Die wirtschaftlichen Verhältnisse in Europa haben sich weniger erfreulich gestaltet, die Geldknappheit und die Absatzstockungen sind vielfach gewachsen. In England zeigen sich diese Erscheinungen noch mehr wie bei uns, und die Pariser Blätter bringen ebenfalls so manche Nachricht, die beweist, daß nicht alles so ist, wie es wohl sein sollte. Diese Umstände haben sicher mit dazu beigetragen, daß die beiderseitigen Ministerpräsidenten Asquith in London und Poincaree in Paris ihre letzten politischen Bankettreden auf eine erhöhte Friedenstemperatur gestimmt haben, zumal auch die britische Regierung durch das irländische Selbstverwaltungsgesetz, welches im Parlament häßliche Zwischenfälle hervorrief, arg in Verlegenheit geraten ist. Eine Ministerkrisis ist in London tatsächlich nur wegen der noch nicht abgeschlossenen Balkanwirren vermieden worden. Unser neuer deutscher Botschafter an der Themse, Fürst Lichnowsky, hat sein Amt als Nachfolger des verstorbenen Freiherrn von Marschall angetreten und wird hoffentlich in der Lage sein, die Verständigung zum besten des Friedens weiterzuführen. Benehmen sich die Serben. Der Serbe will zur Adria, Doch Oesterreich spricht: Was tust du da? Zieh nicht mit deinem Heere Bis hin zum blauen Meere. Sonst wirst du wieder heimgeschickt, Das mögst du nicht vergessen. Beifällig auch Italien nickt In Wahrung der Interessen. Der Serbe fühlt sich nicht mehr schwach, Man weiß nicht, was noch kommen mag, Zur Klärung der Begriffe Schickt man hinaus die Schiffe. Ein stolzes Schlachtschiff imponiert, Das wissen uns're Mächte, Und wer dort unten int'ressiert, Der wahrt sich seine Rechte; Doch auf dem Balkan liegt es so: Es wird der alte„Status quo“ Für alle Zeit begraben, Man will ihn nicht mehr haben. Bald geht zu Ende wohl der Krieg Mit seinen wilden Tänzen; Den Balkanstaaten bleibt der Sieg, Doch aus Europas Grenzen Zieht dann ein sterbenskranker Mann, Und niemand nimmt sich seiner an, Wohl nach Kleinasien weiter; Dort stört er nicht. Ernst Heiter. Das Tagesgespräch. Noch immer tobt der Türkenkrieg, Es fliehn die Janitscharen, Und kühn erringen Sieg auf Sieg Die tapferen Bulgaren. Herr Ferdinand ist gut gelaunt, Denn ganz Europa blickt erstaunt Auf ihn und seine Helden, Die täglich Siege melden. Was nutzt des Feindes Gegenwehr, Sie wissen ihn zu fassen, Der Türke hat sich gar zu sehr Auf sein„Kismet“ verlassen. Nicht nur der mutige Bulgar, Nein, auch der schwarzen Berge=Schar, Die Griechen und die Serben, Sie bringen ihm Verderben. Zwar sprach Europa: Seid ihr toll! So forsch ins Zeug zu gehen? Man hat bis dato ja für voll Den Halbmond angesehen. Jetzt aber zeigt der kranke Mann, Daß er sich nicht behaupten kann, Er ist, was man beachte, Noch kränker, als man dachte. Sein Zustand ist ganz hoffnungslos, Er kann nicht leben, sterben, Bald geben ihm den Todesstoß Bulgaren, Griechen, Serben. Nun stöhnt der Arme voll Verdruß: Mit mir ist. Schluß am Bosporus, Europa kann mich missen, D'rum werd' ich—„rausgeschmissen“. Der Kranke macht sein Testament, Es lachen schon die Erben; Doch etwas frech, wie man sie kennt, zu Worte kommen zu lassen, sagte der Graf kurz, herrisch und vorwurfsvoll:„Ich pflege mich sonst mit derlei Dingen nicht zu befassen, mein Herr, so etwas liegt stets vertrauensvoll in den Händen meines Oberinspektors. Ich mache heute einmal eine Ausnahme aus dem Grunde, weil, wieich hörte, Sie mir mit ganz besonders guten Bedingungen kommen. Was zahlen Sie denn nun für Preise?“ Der Detektiv Herbert Balthasar— denn er war der rotbärtige„Vertreter“— wollte zunächst ein paar Worte der Entschuldigung vorausschicken, indessen der Graf wehrte mit der Hand energisch ab, und so gab er ihm denn ohne weitere Umstände, aber mit derselben Baßstimme, die er dem Trampitzer Diener Johann gegenüber angewandt hatte, klar die Antwort:„Herr Graf, für Weizen bezahle sch hundertneunundachtzig bis hundertsechsundneunzig Mark per tausend Kilo, für Roggen hundertachtundvierzig bis hundertvierundfünfzig, für Gerste hunderteinundsiebzig bis hundertsechsundachtzig, und für Hafer hundertachtundsechzig bis hundertfünfundsiebzig Mark, je nach Qualität. Halten Sie auch Mais zum Verkauf, so zahle ich dafür hundertvierzig bis hundertvierundvierzig Mark per tausend Kilogramm. Die Preise verstehen sich rein netto und ab Bahnstation. Graf Peter war enttäuscht.„Nun, das sind die Preise, die mein Oberinspektor von einer anderen Firma schon längst erzielt. Und das nennen Sie ein außerordentlich günstiges Angebot?“ Verzeihung, Herr Graf, die Preise, die ich geboten habe, sind durchweg per tausend Kilogramm um eine Mark höher, als wie sie der heutige Kurs bezeichnet. Sollte eine andere Firma da wirklich— Der Graf hatte ihn mit einer unwilligen Handbewegung unterbrochen, barsch kam nun seine Frage:„Also Sie können keine höheren Preise zahlen?"„ Leider nein, Herr Graf, ich oin von meiner Firma nicht ermächtigt, über das Gebotene hinauszugehen. Westfalen und Rheinland. * Fröndenberg, 14. Nov.(Reiche Beute.) Vergangene Nacht wurde hier in das Uhrmachergeschäft von Grünewald ein Einbruch verübt. Die Spitzbuben haben an einem Fenster der Werkstelle des Bestohlenen eine Scheibe ausgeschnitten und sind nach Oeffnung des Fensterverschlusses in die Werkstelle eingestiegen, um dann, nachdem sie die betreffende Tür mit Dietrichen geöffnet hatten, in den Laden einzudringen. Soweit sich bis jetzt feststellen ließ, sind den Spitzbuben. deren Spur bis Unna verfolgt wurde, für etwa 1000 Mark Uhren (meistens Reparaturuhren) in die Hände gefallen. * Lünen, 14. Nov.(Diebermittelt.) Der Einbruchsdiebstahl bei dem Wirt Heitbrink ist schnell geklärt worden, denn gestern wurde der Täter, Metzger Leopold Baltasar, in Dortmund festgenommen. Von den gestohlenen 2600 Mark hatte er nur etwa 135 Mark bei sich. Wo der Rest ist, will er nicht wissen, auch verweigert er über die Mitbeteiligten jede Aussage. Baltasar ist erst vor kurzem aus dem Zuchthause entlassen, wo er 1½ Jahre verbüßt hat. Er war der Haupttäter bei dem vor zwei Jahren bei dem Uhrmacher Henseler hier verübten schweren Einbruchsdiebstahl, wobei für etwa 10.000 Mark Gold= pp. Waren, Uhren etc. gestohlen wurden, die der Bestohlene jedoch später zurückerhalten hat, weil die Einbrecher mit ihrer Beute in Lüttich festgenommen wurden.„ * Waldalgesheim, 14. Nov.(Schweres Brandunglück.) Gestern morgen brach in dem Anwesen des Wirtes„Zum Karpfen“ plötzlich Feuer aus. Der auf bisher unaufgeklärte: Weise entstandene Brand fand an den Stroh= und Heuvorräten reiche Nahrung. Ungefähr 300 Haufen Frucht, die Maschine, der Saal und Stroh sind verbrannt. Der geräumige Saal ist dem Feuer ganz zum Opfer gefallen. Leider ist aber auch der Verlust eines Menschenlebens zu beklagen. Der über 70 Jahre alte Scheidweiler, der die Garben von dem Gerist auf die Maschine warf, konnte sich—.— „Nun, das hätten Sie mir ersparen können, lieber Mann.“ Die Tür war mit einem Krach ins Schloß gefallen, und Graf Peter von Bruckhoff dahinter verschwunden.„ 11197 Da stand nun Herbert Baithasar, abgelanzetund entwürdigt, nicht einmal einen Gruß hatte der Graf für ihn gehabt. Hätte er sich in eineranderen Lage befunden, so hätte ihn das aufs tiefste empört, und er hätte Gleiches mit Gleichem vergolten. So aber war er amüsiert und höchst befriedigt über sein gelungenes Werk. Angesehen hatte ersich den Grafen Peter, Oliver Norbert, Teophil, Omar, angesehen den„Ponto der Baronin von Paltzow, ehe er sich an dessen Fersen heftete. Nun, das mußte man sagen, ein schöner Mann, dieser„Ponto“, groß, stattlich, mit prächtigem, blondem Schnurrbart— ganz zum Verlieben für eine Baronin von Paltzow. Auch im Alter durfte er der gegenüber weder etwas im Voraus haben, noch ihr nachstehen. Aber gefährlich war es für ihn, den Detektiv, falls er dem Grafen zu unwillkommener Stunde über den Weg laufen sollte. Ein Draufgänger war er und hatte auch große Körperkräfte. Teufel auch, höllisch vorsichtig mußte er sein, sonst kam er nicht ans Ziel. Gut, nurz, es ihm gelungen war, in dieser Di den Grafen sich heranzupürschen, da hatte er ihm nicht ins Auge schauen können. Ha, wie der auf den Leim gegangen war, wie ihn der schnöde mon gereizt hatte. Aber es hatte sich nicht um die eine Mark per tausend Kilogramm gelohnt, nein, Herr Graf wirklich nicht, da war es sHhour. man blieb beim alten Käufer. Und der Lerkkellt hatte es gewußt, daß es so kommen würde, jawohl, gewußt. Als Renommage diente die eine Mark— aber als Köder war sie zu gering. Ah, war das nicht fein durchdacht? Der Detektiv hatte diese Gedanken gesponnen, während er das Vorzimmer und den großen Hof schnell genug retten und mußte ersticken. Halb verkohlt wurde er nachher gefunden. * Bochum, 15. Nov.(Ein Schutzmann von einem Feldwebel erschossen.) Ein tragisches Unglück ereignete sich heute nach Schluß der Kontrollversammlung für die Garde und Spezialwafsen, die im Saale des Evangelischen Vereinshauses abgehalten wurde. Nachdem die Mannschaften weggetreten waren, wollte der Königliche Schutzmann Lange dem diensthabenden Bezirksfeldwebel im Vereinshausgarten seinen Revolver zeigen, von dem er nicht wußte, daß er geladen war. Alo der Feldwebel die Waffe in die Hand nahm, entlud sie sich und die Kugel streckte den Schutzmann sofort tot zu Boden. * Herne, 15. Nov.(Ein Schurkenstreich.) Gestern mittag wurden südlich vom neuen Güterschuppen an neun miteinander verkuppelten Wagen, die mit Haldenmassen beladen waren, die Bremse gelöst. Die Wagen gerieten ins Rollen, wobei der erste Wagen entgleiste. Ein auf ihm sitzendes junges taubstummes Mädchen schlug mit dem Kopfe so hart auf die Kuppelung, daß es einen Genickbruch erlitt. Die Täter konnten noch nicht ermittelt werden. * Essen, 15. Nov.(Den Spitzbuben ist nichts heilig.) Daß selbst Telephonapparate gestohlen werden, dürfte immerhin noch nicht alltäglich geworden sein. Der heutige Polizeibericht meldet: Gestohlen wurde aus dem Totalisatorgebäude auf dem Flugplatze in Rotthausen ein Telephonapparat. Der Apparat trägt die Firmenbezeichnung:„Telephonfabrik A.=G. vorm. J. liner, Düsseldorf“. Wert 60 Mark. * Duisburg, 15. Nov.(Zu den Bonbonsvergiftungen) in Duisburg=Hochfeld erfährt der„Deutsche Telegraf“ noch folgende Einzelheiten. Am verflossenen Freitag nachmittag kaufte die 12jährige Tochter Grete des Schuhmachermeisters Guda, kurz bevor sie zur Schule ging, in einem Hochfelder Geschäft für 5 Pfennige Bonbons. Von der Verkäuferin erhielt sie eine Tüte verabreicht, die in allen Farben schillerte. Auf dem Schulhofe öffnete sie die Tüte. Dabei war sie von einem Kreis gleichalteriger Mädchen umringt. Grete Guda genoß zuerst von den Bonbons, spie sie aber sofort wieder aus, da sie einen penetranten Karbolgeruch hatten. Sie verteilte dann je einen Bonbon an drei Mädchen, während sie den Rest von etwa 8 Stück fortwerfen wollte. Da bat ein anderes Mädchen ihm die Bonbons zu überlassen, was die Guda auch tat. Das unglückliche Kind verzehrte die Bonbons auf der Stelle. Am anderen Tage blieben die genannten Kinder von der Schule weg, da sie unter Vergiftungserscheinungen erkrankt waren. Am schwersten stellten sich Erscheinungen bei dem letztgenannten Kinde ein, das in das Marienhospital gebracht werden mußte. Dort verstarb es unter schweren Schmerzen. Die übrigen 4 Kinder kamen mit leichtem Unwohlsein und starken Ausschlägen in der Mundhöhle und am Kinn davon. Einige Bonbons befinden sich noch in dem Besitze der Guda. Heute vormittag fand im Marienhospital durch Mediz.=Rat Dr. Kettler die gerichtsärztliche Obduktion der Leiche des verstorbenen Kindes statt, sie hat jedoch kein sicheres Ergebnis gehabt. Es muß daher noch eine chemische Untersuchung erfolgen. * Düsseldorf, 15. Nov.(Straßenbahnunfall.) Eine Dampflokomotive der Rheinischen Bahngesellschaft fuhr gestern abend auf einen Motorwagen, der von Krefeld kam. Bei dem heftigen Zusammenstoß, erlitten 8 Personen schwere und etwa 30 leichtere Verletzungen. des Schlosses verlassen hatte, und nun stand er bereits wieder auf der Straße, die ihn hierhergeführr hatte.„ So, nun konnte der ernstere Teil dieses Svieles beginnen, die Dunkelheit brach mit Gewalt herein und der Nebel kam und sekundierte ihr. Der Detektiv schritt stadtwärts etwa hundert Meter die Straße entlang bis zu einem Busch. Er überzeugte sich da, daß er von Schloß Bruckhoff aus absolut nicht mehr gesehen werden konnte, und dann vertauschte er seinen roten Vollbart mit einem kohlschwarzen, dicken Schnurrbart, ersteren steckte er in die hintere Rocktasche. Die Perücke wechselte er nicht, denn die wurde ja vom Hute fast vollständig verdeckt, und der Rest würde in der Dunkelheit in der Farbe gar nicht zu erkennen sein. Nur die Brille zog er noch von den Augen, weil er ohne sie Dunkelheit und Nebel besser zu durchdringen vermochte. Der Graf? Nun, der hatte ihm noch nie ins Auge geschaut, und würde auch heute abend nicht die Ehre haben. K 1.9 Vorsichtig prüfend befuhlte der Deteiriv noch seinen aufgesetzten Schnurrbart, betastete er seinen Gummibauch, und dann nahm er seinen derben Stock und schritt querfeldein in einem großen Bogen um Schloß Bruckhoff herum, hinüber zu dem kleinen Landwege, welcher die beiden Schlösser Bruckhoff und Trampitz verhand; diesen wanderte er dann zurück und heran bis auf etwa fünfzig Meter an das Schloß des Grafen. Da dieser Weg ebenfalls reichlich von Gebüsch eingefaßt war, so bot er gute Deckung. 197.16 Herbert Balthasar suchte sich einen der größten Bilsche aus, stellte sich dahinter und wartete. Kommen mußte der Graf hier entlang, wollte er wieder zu einer Kletterpartie an der Trampitzer Schloß= mauer. Ja, kommen mußte„Ponto“, denn die Frau Baronin bedurfte seiner in ihrem Schmerze jeden Abend. Aber ein Schießeisen würde der nicht mit sich führen, nein, das brauchte er gar nicht, damit hatte ihm sicher die Baronin immer ausgeholfen. Schwerter Zeitung.(Ambliches Kreisblati.) Samstag, 16. November 1912. end: Was glänzt dort vom Wald: Ich reuße; Seht, wie die Sonzie dort sinket; Lustspiel in 1 Aus„Der zerbrochene Krug“, von Heinrich Kleist. Dienstag, 19. Nov. 1912: Mittwoch, 20. Nov. 1912: Donnerstag, 21. Nov. 1912, Dieb“, ein Stück in 3 2 stein. Freitag, 22. Nov. 1912, abends 8 Uhr:„Dief Frankfurter“. Sonntag, 24. Nov. 1912, nachmittags 3½ u „Zapfenstreich“, Drama in 4 Aufzügen v. Ad Beyerlein. Abends 8 Uhr:„Gudrun“, ein Trauerspiel 5 Akten von Ernst Hardt. Sonntag, 24. Nov. 1912. Nachmittags 3½ Uhr: „Maria Magdalena“. Ein bürgerliches Trauerspiel in 3 Aufzügen von Friedrich Hebbel. Abends 7½ Uhr:„Königskindet". Märchenoper in 3 Aufzügen von E. Humperdinck. * Neuß, 15.,Nov.(Ein Schiff mit 170.000 Kilogramm Sauerkraut) aus der Fabrik Kuhlendahl in Reinsbüttel kam hier an. Es ist dies der erste Transport von Sauerkraut au dem Wasserwege von der Nordsee aus. Die Ladung wurde im Nordseehafen Warwerort eingenommen. * Köln, 1. Nov.(Eine unglaubliche Tierquälerei) hat vor dem hiesigen Schöf sengericht ihre Sühne gefunden. In einer Fabri war ein Hund zugelaufen: ein Vorarbeiter steckle das Tier in ein Stück Sackleinen, während ein Heizer die Tür des großen Schmelzosens öffnetc, worauf jener den Hund in den Osen warf. Nach einiger Zeit fand man das Tier mit abgebrannten Haaren und ausgedunsenem Körper tot dicht vor der Tür des Osens, zwischen Ofentür und Feuerung liegen. Es ist also bei lebendigem Leibe geschmort worden. Die Arbeiter in der Fabrik waren empört über diese Roheit. Der Amtsanwalt beantragte für diese äußerst rohe Handlunsweise gegen die beiden Täter eine Haststraf: von je einem Monat. Das Gericht setzte je drei Wochen fest. —— Schule und geistiges Leben. Volkslieder in der Schule. Die Förderung des Volksliedes bezweckt eine Verfügung der Königlichen Regierung in Düsseldorf an sämtliche Kreisschulinspektorn des Bezirks, die von vorbildlichem Interesse ist. Es bestand dort eine Liste von Liedern, deren Einübung an geordnet ist, aus dem Jahre 1887. Von diesen, sagt die Regierung, haben sich einige als wenig beliebt Vermischtes. Vom Laufburschen zum Lord. Auf seinem Landsitz in Jorkshire, Grantlen Hall bei Ripon, ist der bekannte Großindustrielle Lord Furneß gestorben. Der Lord war Fabrikant, sowie großer Schiffsreeder und Minenbesitzer. Die Zahl der ihm selbst gehörigen Dampser wird auf 140 angegeben, während er an anderen 160 Seeschiffen interessiert war. Furneß war Selfmademan im besten Sinne des Wortes; er begann seine Laufbahn als Botenjunge. Bei Ausbruch des Krieges 1870 und 1871 weilte er dann im Auftrage einer englischen Firma in Gothenburg in Schweden und kaufte dort für seine Rechnung große Quantitäten von Mehl auf, die er dann nach Hamburg lieferte. Bei diesem Geschäft verdiente er etwa eine Million Mark, die den Grundstein zu seinem sehr bedeutenden Vermögen legte. Er gründete dann die DurneßDampfschiffahrtsgesellschaft und die Durneß=Wersten. Bis 1910 war er mehrere Male Mitglied des englischen Unterhauses, ohne allerdings parlamentarisch hervorzutreten. Im Jahre 1910 wurde er zum Notar ernannt, nachdem er 15 Jahre vorher Sonntag, 17. Nov., nachm. 3½ Uhr:„Die fünf Frankfurter". Lustspiel in drei Aufzügen von Karl Rößler. Abends 8 Uhr:„Gudrun“, ein Trauerspiel in fünf Akten von Ernst Hardt. Montag, 18. Nov. 1912, abends 7 Uhr Trauerspiel in 5 Akten von Goethe Clavigo“, nachher Die Anschaftung „ grösserer oder mehrerer Büche erleichtere ich durch RatenZahlung. Dortmunder Stadttheater. mit Hohlmumdsfück Sonntag, 17. Nov., nachm. 3½ Uhr:„Die Damen des Regiments". Lustspiel in drei Aufzügen von Julius Horst und Artur Lippschitz. Abends 7½ Uhr:„Undine“. Große romantische Zauberoper mit Ballett in vier Aufzügen von Albert Lortzing. Montag, 18. Nov. 1912. Abends 7½ Uhr:„Der arme Heinrich“. Drama in 5 Aufzügen von Gerhart Hauptmann. Dienstag, 19. Nov. 1912. Abends 7½ Uhr:„Zar und Zimmermann“. Komische Oper in 3 Aufzügen von Albert Lortzing. Mittwoch, 20. Nov. 1912. Abends 7½ Uhr:„Judith“. Trauerspiel in 5 Aufzügen von Friedrich Hebbel. Donnerstag, 21. Nov. 1912. Abends 7 Uhr:„Lohengrin". Romantische Oper in 3 Aufzügen von S à 4- 3-86.. G 8/8 8 0.6. Fonsun-Qualitütenus-Guolifäfen Feine JAussfattung In Original-Tsetall. Kartons von 20eltüick Carl Braus Buchhandlung Schwerte a. d. R Nüu-Jualitäf Oriental Scbok e Sachetter Labrik InhC ef Toflieferante NK d. ist nicht nur beim Waschen und Bleichen weisser Wäsche unübertrollen, sondern es desinfiziert auch in hervorragendem Masse. Besonders wichtig für Bunt-, Wollwäsche, sowie Kranken-und Kinderwäsche, die nicht gekocht werden darl. 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Die Etelka zur blühenden mehr, daß sie täglich, wie in den Kinderjahren des Mädchens, zusammentrafen. Nur bei festlichen Gelegenheiten, da tanzten sie den feurigen Tschardasch. Und da gab es kein zweites Paar, weit und breit in der Umgegend, das man mit ihnen hätte vergleichen können. Dann aber begleitete Etelka den Vater zu allen Wahlen und Kongregationen. Sie wurde als große Schönheit gefeiert und mehr und mehr zur Despolin herangebildet, und der Vater stand ganz in ihrem Banne. Da sah man denn den„schwarzen Mischka“ einsam durch die grünen Fluren und das Gehölz streifen. Seine großen, schwarzen Augen hatten recht dunkle Schatten, wie von langer Schlaflosigkeit. Da kam das Maifest heran. Um die Ortskirche gab es Laubhütten, aus Eichenund Akazienzweigen geflochten. Riesige Fässer voll Wein und Schnaps waren fortwährend umlagert, während die Frauen und Mädchen bei den Buden der Pfefferkuchenhändler um süße Reiter und Herzen feilschten oder den rumänischen Schmuckhändler aus Jassy umstanden und mit den goldimitierten Filigrankostbarkeiten liebäugelten. (Fortsetzung folgt.) kratzer" entworfen, und diese sind auch nach ihren Maßgaben errichtet worden. Gegenwärtig arbeitet Fräulein Panks daran, den Entwurf für ein neues Postgebäude in Neuyork herzustellen Ein Irrtum. Eine junge Dame, die im Begriff war, sich nach Australien zu verheiraten, bestellte ihre Kostüme bei einer vornehmen Modistin. Diese legte ihr lauter warme Stoffe vor, und die junge Braut fragte erstaunt nach dem Grund, da doch Australien ein sehr mildes Klima habe. „Da irren gnädiges Fräulein wohl,“ meinte die Schneiderin,„denn von dort kommt doch das gefrorene Fleisch!“ Die erfolgreichste Baumeisterin. Die größten Erfolge auf dem Gebiete der Baukunst, oder besser gesagt, des Bauhandwerks, hat die Zivilingenieurin Marion Panks, eine Schülerin der Technischen Hochschule in Michigan, aufzuweisen. Sie war zuerst Architektin und wandte sich dann der Konstruktion von Eisenbauten zu. Nach ihren Augaben ist das Börsengebäude der Wall Street Filiale in Neuyork erbaut, ein Gebäude, das 28 Stockwerke ausweist und das 8000 Menschen aufzunehmen imstande ist. Nach den Plänen von Fräulein Panks ist auch die Astoria des Hotels Waldorf erbaut worden. In der Zeit ihrer Wirksamkeit, die erst wenige Jahre lang ist, hat Fräulein Panks neben den erwähnten Gebäuden acht Wohnhäuser und zwölf„WolkenEin Scherz Friedrich Wilhelm III. Berlin hatte über die Posse„Das Fest der Handwerker“ herzlich gelacht und namentlich die Szene höchst ergötzlich gefunden, worin ein sehr braver und brauchbarer Geselle, der nur die einzige Untugend der Unpünktlichkeit an sich hat, jedesmal, wenn er zu spät zur Arbeit kommt, dem Meister die Hand reicht und sich mit den Worten:„Herr Meester, darum keene Feindschaft nich" bei ihm entschuldigt. Der Meister, gerührt über die Gutmütigkeit und Herzlichkeit seines Gesellen, drückt ihm dann die Hand und erwidert ihm wohlgesinnt und zärtlich: „Das weeßt du wohl besser, ich bin immer derjenige, welcher—.“ Friedrich Wilhelm III. hatte der Vorstellung einst mit seiner Familie beigewohnt und eine ebenso angenehme Erinnerung davon mitgenommen, als alle übrigen Besucher. Einige Tage darauf reiste der König mit seinem Hofe nach Potsdam. Hier pflegte er auf die Minute pünktlich um zwei Uhr zu Mittag zu speisen, und als er eines Tages um die gewöhnliche Zeit zur Tafel kam, fand er zu seiner Verwunderung noch nichts in Bereitschaft.„Noch nichts angerichtet?“ fragte er den anwesenden Hofmarschall v. Maltzahn.—„Ja, Majestät; aber Seine Königliche Hoheit der Kronprinz sind noch nicht zu Hause“, versetzte dieser.—„Gut, nrch fünf Minuten warten!“ bestimmte der König mit der ihmtersenen Kürze. Die fünf Minuten vergingen, und der Kronprinz ließ sich nicht sehen. Da setzte man sich an den Tisch, und das Mahl begann. Fast war man mit der Suppe fertig, als der Kronprinz eintrat. Es war ihm sehr fatal, zu spät zu kommen, da er die peinliche Pünktlichkeit des Königs kannte; unschlüssig blieb er einen Augenblick stehen, dann kam ihm aber sein Humor zu Hilfe, rasch näherte er sich der Tafel, und indem er seinem königlichen Vater die Hand reichte, sagte er:„Herr Meester, darum keene Feindschaft nich.“. Der König verstand Spaß, ergriff die ihm dargebotene Rechte, und sagte heiter:„Das weeßt du wohl besser, Fritz, ich bin immer derjenige, welcher—.“ Herzliches Lachen erscholl an der Tafel, und die glücklichste Heiterkeit beherrschte die vorher so gedrückte Gesellschaft. Humor. Erkannt. Schuldner, seinen Gläubiger auf der Straße treffend:„Ah, guten Tag, Herr X, freut mich, Sie zu sehen. Darf ich Ihnen eine Prise aubieten?“ Gläubiger:„Gern, aber wollen Sie nicht erst meine kleine Rechnung regulieren? Neulich sind Sie mir entschlüpft, während ich nieste.“ ** 9.— * M— 88 c 5 P **—— 5 5 3 Amtliches Kreisblatt 1 0 42. Jahrgang O Grltes und öuelles Cagesorgen des Kreiles. 0 Unterhaltungs=Beilage zu Nr. 271. Samstag, 16. November 1912. Die Briefe der Drinzelsin.) Von E. Dh. Oppenheim. (33. Fortsetzung.) hob überräscht den Kopf. Die seltsame □ 2H 2) Frage mußte ihn um so mehr befremden, (Ois27 /(2. als Herbert sich bisher nichts weniger als zudringlich und neugierig gezeigt Worte hatten unwillkürlich einen Wetringen 1 die Dame schon von Berlin her zu kennen. Vielleicht kennen Sie Die Dame hatte Aehnlichteit, Aber ihr Name ist Bekannten,“ sagte er gleichmütig.„## v Gleich darauf hatte er sich erhoben, und Heigz on die Zeit b. Kalf Abr, elnige gherere.65 Gasthauses, als derselbegegreztze, zagart Der Groom mit dem steinernen Gesicht und den 9eiben Sugufteie, Landstraße hinaustrat, und sagte ohne daß sich eine Muskel in seinem die Leute den Dut, o. jahen die Mädchen dem jungen Der Gäriner, mit der zngenehne Weise Hekalant. eunie Becheg, an, e dan due Mans eain. vor der Terrasse des villenartigen mußte er unwillürlich lächeln bei dem Gedanken, daß (Nachdruack verboten.) allen Ernstes für eine Abenteurerin gehalten und die durchaus mit hhm bot.„einfacher Lipre, der wie eiu Diener iu vorr;, Ehweigamkeit und Zurück. der Crom die vertörper zahm ihn auf der Terrasse haltung zu sein schien,—). in das Haus. Sie in Empfang und geleitete ihn eiten, deren vornehm mußten mehrere Iim gengnigählegte sowohl für den vo) E wie für den Reichtum ihrer Besitzer, ebe sie Aagenrtic doet u uehnet uge Tisähen amn Ferker beinz. trot an ein, schristen, die dort lagen. Aber und ergrif eine der Veitrschg zinein getan, ais er das er hatte kaum einen Büa 2.—. den Tisch zurückRlattmiteiner beitüigen Bewegass wittich gelesen, sene vor, So bote Pgeschte, die er törichterweise nicht vo der Det= Henteir ihm eine weiche Stimme: Da logve Juyr, v.„Heinz. Und als ich es gesen irineinem Glauben— damalund eund auns Ter ur baunegzerfe um alg der. alse ain erche stis hesse mich in meinem Glauben beshrfund zugte ihre volen. weichen Lippen. Sie duldete seine Liebkosung, entzog Dsch bint ent chichtes Midchen; sogte, se unz ordnete ihr verwirrtes Haar.„Und ich nuß„mich schämen, daß ich nicht vernünftiger handeln kann.“ —„Ich finde mein Lieb viel zu vernünftgg reigtezie ut Aorthich ezig, Locheln ,edrücht in Her bu, dich vier beUmgebung ein wenig bedrückt, in der du dich hier 6 31 8 0 E — 0 * 5 a. 66 2 * weyst? Nicht wayr, du wirst niht inenr in einem Schlaß wohnen wollen?“ Sie „Ich fürchte, unser Schloß liegt in der Luft, Heinz,“ sagte sie zwischen Scherz und Ernst.„Aber höre, ich muß dir einiges sagen, ehe die anderen kommen.“ „Hoffentlich lassen sie uns recht lange warten!“ entgegnete er und setzte sich ihr gegenüber auf einen der recht zerbrechlich aussehenden Salonstühle. Sie faltete die Hönde im Schoß und sah darauf nieder. „Es ist— über die Prinzessin Napraxin,“ sagte sie zögernd.„Du weißt, wer das ist?“ „Wie sollte ich es wissen?“ fragte er verwundert. „Ich habe den Namen, wenn ich mich recht erinnere, als den eines hohen russischen Würdenträgers einmal in der Zeitung gelesen, mehr aber weiß ich nicht von ihm.“ Wieder zögerte Margot einen Augenblick. Dann erklärte sie ihm langsam: Prinz Napraxin ist ein hoher russischer Aristokrat, er ist sogar weitläufig mit der Zarenfamilie verwandt. Aber nicht um ihn, sondern um seine Gemahlin handelt es sich, die von ihm getrennt hier auf dem Se Sie ist eine geborene Komtesse Maria von Waldendorff, die jüngere Schwester der Gräfin, die du in Berlin sun Ach1e sieß Heinz überrascht hervor.„Aber erkläre mir——“ Sie hob abwehrend die Hand. „Bitte, stelle keine Fragen, Heinz!“ sagte sie.„Was ich dir sagen darf, sage ich ohnedies. Die Prinzessin hat hier ihren Mädchennamen wieder angenommen, sie nennt sich Gräfin Maria Waldendorff. Ich bitte dich, erinnere dich stets daran, wenn du mit ihr sprichst, Heinz! Sei überhaupt sehr vorsichtig in der Wahl der Gesprächsstoffe, am besten ist es, du antwortest ihr nur auf das, was die Prinzessin dich direkt fragt, und unterhältst dich im übrigen mehr mit mir und ihrer Gesellschafterin. Ihre Nerven sind sehr angegriffen, und ein einziges unvorsichtiges Wort kann von unberechenbarem Einfluß auf ihre Gemütsstimmung sein.“ „Du bist mit ihr befreundet.......... „Ich liebe sie,“ sagte Margot schlicht, und ein Ausdruck schwärmerischer Zärtlichkeit war auf ihrem Gesicht. „Ich weiß nicht, was ich alles für sie tun könnte. Sie hat das beste und großmütigste Herz, und das Leid, das sie in reichem Maße hat erfahren müssen, hat ihre Seele nur lautern können.“. i Jeischu, „Weißt du, daß ich beinahe ein wenig eiserfuchlg auf sie bin?“ meinte Heinz in halbem Scherz.„Aber es muß in der Tat eine vortreffliche Frau sein, die sich so vieler Liebe zu erfreuen Pot.“ ,I.u, Hesftänhig Laner „Sie ist es, Heinz. Und ich zitiere bestandig vuvor, daß ihr von irgendeiner Seite eine beabsichtigte oder unbeabsichtigte Kränkung widerfahren könnte. Du wirst recht vorsichtig sein, nicht wahr?“. Heinz versprach es ihr feierlich, oann aver sagte er, sich ein wenig gegen sie vorneigend: „Können wir nun nicht ein wenig von unseren eigenen Angelegenheiten sprechen, Margot? Es ist doch so viel, was wir uns—„arig mire(aslasch „Nicht jetzt!“ bat sie ihn.„Maria wird sogleich erscheinen. Und ich kann jetzt weder: Vergangenheit noch Zukunft denken. Laß uns damit bis zu einem späteren Zeitpunkt warten, Heinz!“ Er sah ihr zärtlich in die Augen. „Lassen wir denn Vergangenheit und Zukunft, und begnügen wir uns mit der angenehmen Gegenwart! Eie gebot ihm durch eine rasche Handbewegung Schweigen und erhob sich, und unwillkürlich foigte er ihrem Beispiel. Sie waren nicht länger allein. Zwei Frauen hatten das Zimmer betreten, und in der einen * von ihnen erkannte Heinz auf den ersten Vil.: die schöne Unbekannte wirke. die er am pohrigen ens schin neben Margot hatte auf die Tcerasse hinaustreten sehen. Nach den flüchtigen Andeutungen, die ihm Margot gemacht hatte, betrachtete er die Prinzessin, denn die Prinzessin Napraxin war es ja ohne Zweifel, der er sich da gegenüber besand, mit meit höherem Interesse, als er es ihr gestern zntgegengebracht hatte. Und er fand seinen ersten Eindruck bestätigt, daß in ihrem reizvollen und eigenartigen Antlitz, das nur eine entfernte Aehnlichkeit mit dem der Komtesse Waldendorff: hatte, zwei Augen von wundervoller Tiefe und Schönheit standen, und daß über ihre hoch und ebenmäßig gebaute, frauenhaft volle Figur eine wahrhaft königliche Würde und Hoheit ausgegossen schien. Aengstlich bemüht, einen Respektsabstand von zwei Schritten hinter ihr inne zu halten, halte ein ältliches Mädchen mit gutmütigen, ziemlich nichtssagenden Gesichtszügen mit der Prinzessin zusammen das Zimmer betreten. Ihre gedrückten Bewegungen und ihr beständiges ängstliches Aufmerken, ob irgend jemand ihrer Dienste bedürfen könnte, zeigten das Wesen einer Person, die ihr Leben in untergeordneten und abhängigen Stellungen verbracht hat, und Hollfelden irrte sicherlich nicht, wenn er in ihr die Gesellschafterin der Prinzessin vermutete. Maria von Waldendorff, wie sie sich hier auf Buchberg nannte und genannt zu werden wünschte, hatte Margot lächelnd zugenickt und wandte sich nun au Heinz, der ihr eine tiefe, ehrfurchtsvolle Verbeugung machte. „Herr Hollfelden, nicht wahr?“ fragte sie, und Heinz entzückte sich von neuem an dem wundervollen Wohllaut ihres dunkel gefärbten Organs.„Es ist sehr freundlich von Ihnen, daß Sie uns unserer Einsamkeit ein wenig entreißen. Sie haben die Liebenswürdigkeit, ein Glas Tee mit uns zu nehmen?" Heinz verneigte sich abermals. „Frau Gräfin sind sehr gütig,“ murmelte er. Die Prinzessin nahm Margots Arm und ging mit ihr voran in ein anderes Zimmer, und Heinz folgte mit der Gesellschafterin, die die ungewohnte Gesellschaft eines jungen Mannes verlegen machte wie einen Backfisch. Der Tee war im Zimmer bereitet worden; aber als die Gesellschafterin ihn in die Gläser füllen wollte, kam Margot ihr Zuvor.. sig. niht, Fäulein Acht. „Bitte, bemühen Sie sich nicht, Frautem achlmann,“ sagte sie fteundlich.„Sie wissen, daß das zu meinen Aufgaben gehört.“ Es bereitete dem Mädchen offenbar Qualen, einen anderen in ihrer Gegenwart eine Arbeit verrichten zu sehen, die auch sie hätte tun können; aber sie mußte sich wohl oder übel fügen und ließ sich neben Heinz nieder. Anmutig kredenzte Margot die Gläser mit dem aromatisch duftenden Getränk, aber wenn Hollfelden in der Hoffnung gekommen war, viel mit der Geliebten plaudern zu können, so sah er sich bitter getäuscht. Margot widmete sich fast ausschließlich der Prinzessin, mit der sie in der Tat eine selten innige Freundschaft verbinden mußte, und Heinz war für die Unterhaltung auf das unscheinbare Fräulein Achtmann angewiesen. Aber er fand bald, daß diese Unterhaltung durchaus nicht so uninteressant und langweilig war, wie er es gefürchtet hatte. Es war nur natürlich, daß er das Gespräch mit einigen bewundernden Worten für die Landschaft von Buchberg eröffnete; und die warme Begeisterung, die sie für die Schönheit des Ortes zu empfinden schien, half der Gesellschafterin rasch über die anfängliche Verlegenheit fort. Und Heinz fand bald mit einiger Beschämung, daß dies ältliche Mädchen durchaus nicht so unbedeutend und geistlos war, wie er sie auf den ersten Eindruck hin geschätzt hatte. hatte einige von seinen bedeutendsten Arbeiten gelesen, und was sie ihm darüber im bescheidensten Ton als ihr Urteil sagte, war so zutreffend und so verständnisvoll, daß Heinz ihr mit wahrem Vergnügen lauschle und daß ihm die Zeit sehr rasch verging. (Fortsetzung folgt.) 5 S AS 8E 2 ESSSEEE Venrspruch. Sagt, wo cer liebe Heimat ill: 15r Anlang, ihr Ende? Gier's neunen könnte! Scheimisches Kind. Lieb' ist wie Wind, Rasch und lebendig. Ruhet nie. Ewig ist sie. Aber nicht immer beständig. E d. In öricke. Etelka hatte schon fünfzehn Lenze r Mischka am Rande des BuchenDer schwarze Mischka. Erzählung nach einer wahren Begebenheit von Maria Antoinette von Marlovics. chertietzung.) Endlich erlöste der Tod den qualvoll Leidenden. Aber eine Stunde vor seinem Tode hatte Bavoiet Romuald von seinem Sohne begehrt:„daß er ein Bauer bleiben, das große Gehöft nicht veräußern und der Mutter Stütze bleiben müsse.". Alles das hatte der Mischia im Schmerze um den Vater gelobt und damit seine eigenen Wünsche und Hoffnungen für ein anderes Leben und eine andere Karriere Die siets so blasse und schwächliche Frau Cassilda überlebte ihren Mann noch um volle fünfzehn Jahre. Mit Hilfe ihres herangewachsenen Sohnes und eines Ober=Béreschen(eine Art Verwalters) wirtschaftete sie still und traurig wie vordem auf dem Hofe, und der Reichtum mehrte sich von Jahr zu Jahr, da niemand von ihm Gebrauch machte. Sei es nun, daß der sterbende Vater dem Sohne ein schreckliches Geheimnis anvertraute oder ein Geständnis gemacht, oder daß der Alp, der seine ganze Jugend bedrückt hatte, weiter auf dem Mischka lastete — der„schwarze Mischka“ lachte selten, fast niemals; selbst dann nicht, als Frau Cassilda schon jahrelang an der Seite ihres Gatten in der neuen Kustornizza— dem Erbbegräbnis neben der Kirche— schlummerte. Und doch war der Mischka ein guter Mensch. Wohl etwas aufbrausend, auch von jähzornigem Temperamente— doch das lag in dem wilden und heißen Blute des Rumänen.## Als des Stuhlrichters neine Etelta yeranwuchs, sah man den„schwarzen Mischka“ oft dem Kinde durch Wald und Flur wie ein Schatten folgen. Bald schlossen die beiden Freundschaft. W u.7ss Die zehnjährige Etelka, von allen an unbedingte Unterwerfung, an steie Nachgiebigkeit in ihrer Umgebung gewöhnt, versuchte bei jeder Gelegenheit, ihrem Willen dem Freunde gegenüber Geltung zu verschaffen. Allein das nutzte ihr nichts. Sie büßte den Trotz und den Eigensinn meistens selbst sehr empfindlich und sing sich in den eigenen Schlingen. „Nimm die Tollkirschen nicht in den Mund— sie sind giftig— so höre doch!“— so drängte Mischka und riß dem ungebärdigen Kinde ein Büschel der schönen, roten Giftbeeren aus der Hand, als sie draußen hinter der Lohmühle auf dem Hügel saßen. „Justament!— Mir schaden sie nicht!“ rief Etelka. Und trotz der ernsten Warnung verschlang sie mehrere der giftigen Kirschen. Doch— o weh! Wie schne kam die Strafe! Bald darauf stellten sich Schmerzen ein, Angst und Uebelkeit trieb der Unfolgsamen das Blut aus dem zarten Gesichtchen. Endlich schrie sie hell auf, und der Mischka hatte seine liebe Not, das zappelnde und schreiende Kind in das nächste Bauernhaus zu schleppen, wo man ihm Milch und heißes Oel einflößte. Mit Mühe gelang es, Etelka vor dem Tode zu retten. Davon ersuht der Valer nie etwas. Cines Tages— gesehe:— stand der Mischka am Hande des Buch gehelzes, das sich von Néueina bis zu dem Markt= und Genaatsstädtchen Rodosch hinzieht. Er sah Elekka, wie siets auf ungesattelten Pferde, über die Wiesen herjagen. Sie ritt den kleinen„Tartar“, en Preijahriges, ungemein zierliches, schwarzes Pfer## chen, das ihr der Varer als Füllen geschenkt hatte und den sie selbst die ernen Zügel aufgelegt hatte. E'n dreiter Graben trennte die Wiesen zweier Bauern voarinätser. P16 gict Lschufte Gar Etelta trieb das durchaus nicht geschulte Pfero zu einen so mächtigen Sprunge an, daß es dem Beobachter leinen Mugenblick zweifelhaft war, daß Etelkas Beginnen die größte Tollheit bedeute. „Tartar“ weigerte sich— und das mit vollem Rechte, wie der Mischka sofort einsah, denn die Breite des Grabens hätte einem starken, geschulten Pferde tüchine Arbeit gegeben... zi, Gzheitsche zur Haud Plötzlich nahm Etella die Krapeltsug zur Guno und schlug auf den kleinen„Tartar“ los, der schäumte, sich aufbäumte und dennoch den Graben nicht nehmen Da geriet Etelka in eine unbändige Wut. Den warnenden Zuruf ihres Freundes gar nicht beachtend, drückte sie den Absatz ihres hohen Stiefelchens in des Pferdes Weiche und bohrte die Spitze der Reitgerte in sein Ohr.(Emang Eirtam emacht Ein Satz— und der schwarze„Turtar erreichte fast die andere Seite des Grabens; aber seine kleinen Hufe, die ohne Eisen waren, verloren den Halt. Er stürzte samt seiner Reiterin in den schlammigen, grünen Tümpel, daß es hoch aufspritzte. In zwei Minuten war Mischka schon zur Stelle. Doch ehe er noch imstande gewesen, dem„Mädchen helfend die Hand zu reichen, sprang Etelka, die zum Glück keinen Schaden genommen, aus dem Graben auf das trockene Ackerfeld.... vgr u—5 7.4/16 Dann riß sie das Pfero zu sich empbr und schlug unbarmherzig mit der einschneidenden Gerte auf den armen, über und über mit Schlamm bedeckten, kleinen„Tartar“ los, der nach allen Richtungen hin ausschlug. Hageldicht sielen die Schläge. Wie des Mädchens Augen spruhten und Blitze schleuderten! Wie ihre Nasenflügel zuckten! Wie die Wildheit und das unbändige Temperament aus jeder Bewegung sprach! Welch ein häßliches Bild! Plötzlich entriß Mischka— der letzte Schlag war über seine Hand gegangen, und eine breite, blutige Strieme erschien sofort— die Reitpeitsche dem Mädchen und warf sie in weitem Bogen in den Graben. Seine Stimme dlang rauh und befehlend, als er Genug— laß sofort ab! Wer verdiente hier wohl die Züchtigung? Du— oder das arme Pferd!— Die Reiterin, die eine Unmöglichkeit von dem Tiere begehrt— oder das gequälte Roß, dem keine Wahl bleibt, als zu springen oder geschlagen zu werden—?“ Etelia erbleichte.. Jen Er: uast So hatte noch niemand zu iyr gesprochen. Sie warf einen scheuen Blick auf Mischka— fast hätte sie ihn um dieser Vorte willen ein wenig gehaßt. Sie ließ den Zügel des Pferdes los, das zitternd und schnaubend vor ihr stand, gab ihm einen Stoß mit dem Fuße und wandte Der keine„Tarter“, kaum seinee Fessein und der Tortur ledig, schlug aus, wielerte und galoppterte in der Gais trazcg, halb beschämt stand das schöne Mädcher ein Lrilchen. Als sie jedoch sah, doß der r# das Taschentuch herausnahm, um das in Tropfrz. rieselnde Blut an seiner Hand zu stillen, trat sie—— lute 3: Tapestry:: Velour Haargarn:: Linoleum ca. 70 cm breit 1.50 m bis 8 m exfra billig. früher 18.50 ca. 200: 300 cm gross ... Jetzt 14.00 Plüsch:: Tapestry:: Haargarn Serie 1 9öPt. Serie u 1.50 Serie I 1.95 Serie Iv 2.95 Serie v 3.95 ca. 70 cm breit Meter trüher 325... jetzt 2.70 ca. 70 cm breit Meter früher 1.65... jetzt 1.30 Vorteilhafte! Gelegenheit zum Auslegen ganzer Treppenhäuser, welches auf Wunsch durch bewährte Fachleule ausgeführt wird. Einelsum-Toppiene bedruckt bedruckt bedruckt 150:200 cm jetzt 200: 250 jetzt 200: 800 cm jetzt 200: 285 cm jetzt 75 Paletocs ehr Bing. Ulster, Raglans Capes, Mäntel HerrenHosen Lodenjoppen Wetterdecken Regenmäntel Mäntel, Capes Anzüge etc. DORTMUND Nikolaistrasse 5, Balkenstrasse 36-38 beim Bezirkskomando Bekanntmachung. 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