L Amtliches Kreisblatt 3 ∆ für den kreis börde De Sdumim Zeiungr rricheten ttalch. außer Feiertags. Bezugspreis M. 1.80 vierteljährlich, bei der Post für Bestellgeld 42 Pig.“ mehr. Wöchentl. Gratisbeilage:„Illustrierter Familienfreund" u. tägl. Unterdaltungsblatt. Anzeigenpreis: Die siebengespaltene Petitzeile oder deren Raum 10 Pfg., Anzeigen von aus. wärts 15 Pfg., Reklamezeile 40 Pfg. Rabatt gilt als Kassaraball u. ertischt bei Konkursen, Zwangsvergleichen, gerichtl. Klagen u. Potsachtucd ernaht.- Settinsetelsane Westhofener Zeitung Langscheder Zeitung Schwerter Volksblatt Holzwickeder Zeitung Aplerbecker Zeitung Schwerter Volkszeilung Verbunden mit: Schwerter Tageblatt S Schwerter Anzeiger Grites und älteltes Cagesorgan des Kreiles o General-Anzeiger für den Kreis Hörde o Haupt-Annoncenblatt Blg dute und ichelentgüchen Deund. nungen für den Kreis Hörde erlangen gemaß Bekanntmachung der Königlichen Regierung durch Verösfentlichung in de:„Schwerter Zettung" rechtsverbindliche Kraft.— Die „Schwerter Zeitung“ gewährl ihren Abonnenten für jeden mit Tod endenden Unfall gebugungen“: 300 Mk. Unfall: Druck u. Verlag o. Carl Braus. Schwerte=Nu Fernsp. 62. Telegr.=Adr. Braus Schwerte=R Nr. 266. Montag, den 11. November 1912. 44. Jahrg. Erstes Blatt. Dreibund und Balkan. Das politische Ergebnis der Besprechungen, die n den letzten Tagen zwischen dem Marchese di san Giuliano und deutschen Staatsmännern ge##rilogen worden sind, ist, wie üblich, in einem Com# n u n i q u é n i e d e r g e l e g t w o r d e n, d e s s e n E r s c h e i n e n nan mit lebhafter Spannung entgegensehen mußte. freilich konnte man sich von vornherein sagen, daß Aes nicht gerade Staatsgeheimnisse verraten, nicht Ammittelbar über den Frieden Europas entscheiden #vürde, um den heutzutage wieder so vielen bangt. das ist denn auch so geworden. Aber das Comnuniqué ist immerhin sehr interessant. Es be##tont die rückhaltlose gegenseitige Offenheit, welche #alle Aussprachen der letzven Tage gekennzeichnet ###abe, konstatiert eine völlige Klärung über das Aeemeinschaftliche Verhalten Italiens und Deutschlands angesichts der Orkentkrisis und detailliert das #nter ausdrücklicher Einbeziehung Oesterreich= Urgarns dahin, daß die verbündeten Regierungen nicht gewillt seien, sich in die Entwickelung der Linge im Orient einzumischen, es wäre denn, daß #se von„den nächst Interessierten darum ersucht" ###oder ihre„speziellen und direkten Interessen durch ##gend welche Ereignisse berührt“ würden. Hier liegt, wie auf den ersten Blick zu erkennen ist, der Schwerpunkt der hochoffiziösen Kundgebung. Eine Einmischung in die Entwickelung der Dinge im nahen Osten, also eine Intervention, soll nur #dann erfolgen, wenn entweder die nächst Beteiligten(also nicht etwa die Türkei allein) darum ersuchen, oder aber, wenn ein spezielles oder direktes Interesse der Dreibundmächte durch irgend welche Ereigrüsse berührt wird. Der Hinweis auf diese zweite Möglichkeit gibt sicherlich allen möglichen Vermutungen und wohl auch Befürchtungen Raum, aber man kann sich darüber nach allem, was in den letzten Tagen bekannt geworden ist, unmöglich wundern. Man weiß schon seit Beginn der Woche nicht nur, daß Deutschland und Oesterreich= Angarn zusammengehen, sondern auch, daß der ganze Dreibund auf die Anregungen des Herrn Poincar#e bezüglich der Erklärung des territorialen Desinteressements ablehnend geantwortet hat, d. h. also, der Dreibund lehnt es ab, den kriegfühtenden Teiben unter allen Umständen die alleinige Entscheidung über die künftigen territorialen Verhältnisse auf der Balkanhalbinsel zu überlassen. Darin liegt zugleich der Verzicht auf die Erhaltung oder Wiederherstellung des Status quo im äußerlichen Sinn. Man will, wie das Communiqué ausdrücklich betont, den„tatsächlichen Ereignissen Rechnung tragen“ und diese Ereignisse haben das Festhalten an der alten Parole wirklich zu Ding der Unmöglichkeit gemacht. Man wird also nicht jede Aenderung der Landkarte verhindern oder redressieren. Das hätte geschehen können, wenn die Türkei sich dem Anstrum ihrer Gegner halbwegs gewachsen gezeigt und demgemäß in wenigen Wochen die beiderseitige Kriegsmüdigkeit sich gezeigt hätte, die bei der allgemeinen Leere der Kassen ja nicht ausbleiben konnte. Den vier siegkeichen Heeren aber, die in nicht viel mehr als 14 Tagen die ganze europäische Türkei besetzt haden, den ganzen Gewinn wieder zu entreißen, würde schon äußerlich eine ganz erhebliche Kraftanstrengung erfordern, zu der keine europäische Großmacht große Lust haben würde, wäre aber auch ungerecht und unbillig. Gewisse Dinge jedoch gibt es, die von der zu verteilenden Siegesbeute von vornherein ausgeschieden werden müssen, und dazu soll offenbar im gemeinsamen Interesse Oesterreich=Ungarns und Italiens, das auch wir zu dem unsrigen machen, Albanien gehören. Oesterreich=Ungarn wird voraussichtlich nicht dulden, daß Serbien, wie es beabsichtigt, sich einen Weg zum Adriatischen Meere bahnt. Das ist aber nur die nächste Möglichkeit, die eine Einmischung der Dreibundmächte herbeifühken könnte, nicht die einzige, und als Gesamteindruck bleibt sicherlich die Empfindung, daß die europäische Staatskunst sich wirklich vor sehr ernste Aufgaben gestellt sieht. Da ist es wirklich bein Luxus, wenn, wie das Communiqué zum Schluß betont, zu dem einmütigen Zusammengehen der Verbündeten eine„stete herzliche und freundschaftliche Fühlungnahme“ mit den andern Mächten hinzukommt. —.— Politische Uebersicht. Die Hofjagd in der Letzlinger Heide war vom Wetter verhältnismäßig aufs beste begünstigt, nachdem regnerische Tage vorhergegangen waren. An der Sau= und Damwildjagd nahmen etwa 40 Gäste des Kaisers teil, darunter Herzog Ernst Günther zu Schleswig=Holstein, die Kabinettschefs v. Lyncker und von Valentini, der Reichskanzler von Bethmann=Hollweg, Landwirtschaftsminister von Schorlemer, kommandierender General Sixt v. Armin usw. Entgegen seiner urspünglichen Absicht wohnte der Kaiser, der am Tage vorher Vorträge des Kriegsministers und des Generalsstabschefs von Molike gehört, dem Jagdmahl im Letzlinger Schlosse nicht bei. Er traf abends 6,30 Uhr wieder in Berlin ein, wo er im Kgl. Schauspielhause der Aufführung der„Hermannsschlacht" beiuchr's. Der deutsche Kronprinz hält in der ersten Dezemberwoche auf seinem Jagdschlosse Oels, das er in seinem„Jagdtagrbuche“ so anmutig beschrieben hat, große Jagden ab, an denen er selber teilnimmt. Preußische Prinzen als Referendare. Prinz Waldemar von Preußen, der älteste Sohn des Prinzen Heinrich, der am 1. April als Reserendar bei der kgl. Regierung in Hamnover eintreten wird, ist der dritte Reserendar im Hohenzollernhause. Als erster machte Prinz Friedrich Wilhelm, der jüngste Sohn des Prinzen Albrecht, sein Reserendarexamen; er ist heute bekanntlich Landrat in Oberschlesien. Im folgte der vierte Sohn unseres Kaiserpaares, Prinz August Wilhelm, der außer dem Dtoktorexamen auch die Referendarprüfung mit bestem Erfolge bestand. Prinz Waldemar, der im 24. Lebensjahre steht, wird drei Jahre in Hannover weilen; er ist gegenwärlig bei einem schleswigschen Amtsgerichte tätig. Eine preußische Junggesellensteuer. Die Junggesellensteuer, die bei der Reichsfinanzreform, die 1909 bekanntlich eine mehr oder minder ernsthafte Rolle spielte, soll in Preußen wieder auftauchen. Das Verdienst daran hat die freikonservative Partei. Frhr. v. Zedlitz=Neukirch erklärt in der„Post“, daß das Projekt dem Steuerausschuß des Abgeordnelenhauses bereits zugegangen ist. Darnach soll der Zuschlag erst bei einem Einkommen von über 3000 Mark eintroten und erst bei der für das volle Kinderprivileg vorgesehenen Höchstgrenze von 6500 Mark(10 und 20 Prozen:) erhöht werden. Es handelt sich dabei um die weitere Durchführung des steuerpflichtigen Gedankens, auf welche die Steuerermäßigung wegen einer größeren Anzahl von den Steuerpflichtigen zu erhaltender Familienmitglieder, das sogenante Kinderprivileg, beruht. Der Konflikt zwischen den Frankfurter Rechtsanwälten und dem dortigen Oberlandesgericht spitzt sich weiter zu. Der Oberlandesgerichtspräsident Dr. Spahn hat gegen den Rechtsanwalt Dr. Edernheimer Strafantrag wegen Beleidigung der Nichter des Oberlandesgerichts gestellt. Rochtsanwalt Dr. Edernheimer hat am 28. Oktober in einer Sitzung des 3. Sewats sämtliche Richter des Oberlandesgerichts, mit Ausnahme des Präsidenten Kretzschmar abgelehnt und diesen Ankrag in össentlicher Sitzung eingehend begründet, so daß der Senat schließlich durch Beschluß die mündliche Begründung unterbrach. Diese Vorgänge und der Ablehnungsantrag sind dann in der deutschen Presse besprochen worden, welcher Umstand den Anstoß zu dem Strafantrag gegeben haben dürfte. Die erste Heilanstalt für die Privatbeamtenversicherung. Das früher großherzogliche Stadtschloß in Fürstenberg in Mecklenburg wird fortan einem ganz besonderen Zweck dienen. In den geräumigen Bau mit prachtvollem Park wird nämlich ein Sanatorium einziehen, das zur Aufnahme nur solcher Patienten bestimmt ist, die auf Kosten der neuen Reichsversicherungsanstalt für Angestellte behandelt werden. Tuberkulöse und chronische Kranke sollen jedoch im Interesse der übrigen Patienten von der Aufnahme ausgeschlossen sein. Leiter dieses ersten Angestelllenversicherungs=Sanatoriums ist der Geheime Medizialrat Professor Dr. Pannwitz, der weileren Kreisen durch die Begründung und die Leitung der großen Lungenheilstätte Hohenlynchen bekannt geworden ist. Die betreffenden Verträge sind kürzlich abgeschlossen worden, die Einrichtung und Ausstattung der Schloßräume soll so gesörder: werden, daß das Sanatorium bereits am 1. Februar eröffnet werden kann. Oesterreich= Ungarn. Das österreichische Marinebudget angenommen. Der Heeresausschuß der österreichischen Delegation hat das Marinebudget angenommen. Im Laufe der Debatte gab der Marinekommandant Aufklärung über den Stand der Schiffsbauten und führte aus: „Das Schlachtschiff„Prinz Eugen“, das dritte unserer Schlachtschisse, wird am 30. November vom Stapel laufen. Der vierte Dreadnought soll im Juli nächsten Jahres vom Stapel gelassen werden. Das Schlachtschiff„Viribus unitis“ ist seit vier Wochen in Dienst gestellt. Die Schießversuche haben vollständig befriedigt. In dem Drama, das sich in unseren Nachbarländern abspielt, zeigt sich, welch große Wichtigkeit und welche Geltung die Wehrmacht zur See und zu Lande besitzt. Rüsten wir daher, bevor es zu spät ist. Der Termin für den Bau des Ersatzes der Monarchklasse kann nicht früh genug angesaßt werden.“ Frankreich. Die leichte Bevölkerungszunahme in Frankreich, wo die Zahl der Geburten in der ersten Hälfte dieses Jahres mit 386 000 die der gleichen Zeit des Vorjahres um rund 2000 überstieg und um mehr als 14000 größer war als die Zahl der Todesfälle, hat in unserer Nachbarrepublik helles Entzücken hervongerufen. Die Chauvinisten jubeln, gegen Deutschland, um dessen Kriegstüchtigkeit es nach den Erfahrungen mit der Türkei schlecht bestellt sei, würde Frankreich den Revanchekrieg mit sicherer Aussicht auf Erfolg bald aufnehmen können. Diese wachsende Siegeszuversicht kann trotz ihrer Grundlosigkeit über Nacht zur Kriegsgefahr werden. Vereinigte Staaten. Nach den letzten amerikanischen Wahlresultaten hat Wilson auch in Illinois gesiegt, somit in 40 von 48 Staaten mit 442 Elektoralstimmen. Auf Roosevelt entsielen 77 Stimmen. Taft siegte in Utah, Vermont und Adaho und erhielt 12 Stimmen. An Volksstimmen entfielen auf Wilson 6 192000, auf Roosevelt 4194000 und auf Taft 3537000. Die Sozialisten haben eine Zunahme von 100 000 Stimmen zu verzeichnen. Im ganzen wurden 750000 sozialistische Stimmen abgegeben. Das sozialistische Mitglied des Kongresses wurde geschlagen, doch sind drei Sozialisten in die Legislatur von Illinois gewählt worden. Die voraussichtliche Zusammensetzung des Unterhauses ist: 287 Demokraten, 122 Republikaner und 16 Progressisten; des Senats: 52 Demokraten, 35 Republikaner und 6 Progressisten. —— Aus Stadt und Umgebung. ** Schwerte, 11. November. **(Novemberwetter.) Das muß man dem heurigen November lassen, er spielt seine Rolle gut. Entweder es brauen Nebel auf der Flur, auf Stadt und Land, oder es tröpfelt, oder es regnet in Strömen hernieder. Auch Schnee hat es schon gegeben. Daß unter so bewandten Umständen die Gesundheitsverhältnisse nicht gerade die besten sind, liegt nahe. Schnupfen und Husten sind an der Tagesordnung. Diese unbequemen Gäste des Menschen rühren übrigens weniger von der Witterung im allgemeinen, als davon her, daß viele Leute auf ihre Füße nicht recht achtgeben. Bei dem nassen Wetter werden auch die besten Schuhe durchweicht, falls man sich länger im Freien aufzuhalten hat. Nun ist es jeder seiner Gesundheit schuldig, nasse Fußbekleidung sofort abzulegen, sobald die Füße ruhen, sobald man sich also setzt. Sind die Füße in Bewegung, so schadet die Feuchtigkeit zunächst nichts, denn bekanntlich erkältet man sich während der Bewegung nicht. Sorgt man dafür, daß die Füße warm und trocken bleiben, dann ist es selbst mit der Novembernässe nicht so sehr schlimm. In guter Nachfrage stehen jetzt warmes Schuhwerk, wollene Kleidung und Regenschirme; ferner auch Sachen, die den inneren Menschen wärmen sollen. Sie sind, richtig angewendet, alle am Platze. **(Martinstag) ist heute, der Tag des ehemaligen Bischofs von Tour, dessen Fest durch seine Verquickung mit allerlei alten Gebräuchen besonders volkstümlich geworden ist. In das Martinsfest übertrugen sich viele Gebräuche des altgermanischen, dem Wodan zu Ehren gehaltenen Herbstfestes, es wurden Martinsfeuer entzündet, Martinsschmäuse abgehalten, bei denen niemals die Martinsgans fehlte; und auch ein Martinstrunk kam allgemein auf, wobei jder neue Wein geprüft wurde. *(Wohltätigkeits=Bazar.) Der vom hiesigen Elisabeth=Verein am gestrigen Sonntage im„Reiche des Wassers" veranstaltete Wohltätigkeits=Bazar' hatte sich eines so überaus zahlreichen Besuches zu erfreuen, daß die vorhandenen Räume die Zahl der Gäste kaum zu fassen vermochten. Schon kurz nach Beginn der Veranstaltung wogte es in den Sälen von frohgesinnten Menschen, die mit großer Freude alle die farbenprächtigen Bilder rings um sie her in sich aufnahmen. Das Festkomitee hatte mit großem Eifer gearbeitet und einen richtigen Jahrmarktstrubel geschaffenn, der mit seinen Verkaufsbuden, Glücksrad, Zirkus, Menagerie, Wahrsagerinnen usw. den Besucher sofort in die richtige Stimmung versetzte. An langen Verkaufsständen waren die appetitlichsten Sachen ausgestellt, denen Anblick wohl imstande war, den Gaumen zu kitzeln, die freundlichsten Schenkmädel kredenzten den schäumenden Gerstensaft oder das goldene Rebenblut, mächtige Kuchenberge und der braune Trank der Levante erquickten die Gäste. Im kleinen Saale konnte gegen Entrichtung des üblichen Obolus das Tanzbein geschwungen werden, kurz, an Gelegenheiten, viel Geld für den guten Zweck los zu werden, mangelte es nicht, und jeder Besucher hat sich gewiß im stillen ein recht großes Portemannaie gewünscht, um nur ja keiner der jungen Damen, die sich in liebenswürdigerweise in den Dienst der guten Sache gestellt hatten, einen Korb geben zu müssen. Doch hatte jeder Besucher eine offene Hand und gab seinen Mitteln entsprechend gern und mit freudigem Herzen, sodaß der Verein mit dem Ergebnis der Veranstaltung jedenfalls secht zufrieden sein wird. So hinterließ der Buzur bei den Mitwirkenden und Besuchern ein hohes Gefühl der Befriedigung über den schönen Verlauf der frotlichen Stunden, besonders aber ein Gefühl de: Befriedigung darüber, auch ein bescheidenes Scherflein zur Linderung fremder Not und fremden Elends beigetragen zu haben. K. **(Unserer Feuerwehr) ließ die Aachener=Münchener=Feuerversicherungs=Gesellschaft als Anerkennung für das schnelle und tatkräftige Eingreisen in der Haver'schen Brandschadensache eine Gratifikation von 75 Mark überreichen. Sie wurde durch den hiesigen Vertreter, Herrn B. Stern ausgezahlt. **(Der Artillerie=Verein) hielt gestern abend im Vereinslokal eine gutbesuchte Generalversammlung ab. Nach Zahlung der Beiträge und Aufnahme einiger neuer Mitglieder wurde ein ausführliches Reserat über die Sterbekasse des Verbandes erstattet, der gleichfalls einige Mitglieder KUNSTGEWERBENAUS : C. M. B. H., MAGEN I. W.: : KAMPSTR. 22,TEL. 2355 5 INALLEN PREISLAGEN:: #cnamik, GL.AS, SPIELZEUG, S EMETALLE, GRAPNIR U. A. M.: 5 vonnanmas EINKAUFS:IAUS S Seite 2. Schwerter Zeitung.(Amtliches Kreisblatt.) Montag, den 11. November 1912. Nr. 266. beitraten. Den Geburtstag des Kaisers wird der Verein am 26. Januar im Vereinslokal durch Konzert, Theater und Ball festlich begehen. **(Missionsfest des Kindergottesdienstes.) Gestern nachmittag fand in der Kirche am Markt ein Missionsfest des Kindergottesdienstes stattt; das geräumige Gotteshaus war von den über 800 Kindern und den in ziemlicher Anzahl erschienenen Müttern derselben dicht gefüllt. Die Feier verband in geschickter Anordnung gemeinsam gesungene Lieder und Bibelworte aus dom Gebiete des Missionswesens; die Deklamationen:„Die Heidenboten",„Paulus im Stuam“,„Das Missionsschiff“. und„Sonnenaufgang“ brachten die erforderliche Abwechselung in das Programm. Herr Pastor Ohlig hielt eine längere Ansprachs, in der er sich über Land und Leute auf Sumatra und die Entwichelung der Mission auf dieser Insel von den ersten Anfängen bis zur Gegenwar: in sehr interessanter Weise verbreitete. Die dann eingesammelte Festgabe der Kinder, für eine einer Missionsstation auf Sumatra zu schenkende, Glocke bestimmt, brachte das schöne Ergebnis von rund 76 Mark. Damit ist auf den ersten Anhieb reichlich die Hälfte der erforderlichen Summe erreicht, und wird es nicht lange dauern, bis die Glocke, welche auf dem Bochumer Gußstahlwerk gegossen werden soll, ihrer Bestimmung zugeführt werden kann. **(Postscheckverkehr.) Nachdem im August diees Jahres der preußische Finanzminister den alsbaldigen Anschluß der Regierungshauptkassen, Kreiskassen und sonstigen staatlichen Kassen an den Postscheckverkehr in ganz Preußen angeordnet und demnächst der preußische Justizminister zum 1. Jan. 1913 den Anschluß der Justizhauptkassen, Gerichtsund Gefängniskassen an den Postscheckverkehr bestimmt hatte, ist jetzt auch noch vom preußischen Landwirtschaftsminister der alsbaldige Anschluß der ihm unterstellten Staatskassen an den Postscheckverkehr angeordnet worden. Die Zahl der mit Postscheckkonto ausgestatteten Post=, Telegraphenund Fernsprechämter des Reichspostgebiets ist bereits auf 1000 gestiegen. **(Der M.=E.=V. Quartett) hatte gestern im „Wests. Hof“(Kordeck) eine Festlichkeit veranstaltet, welche sich eines recht zahlreichen Besuches zu erfreuen hatte. Für die Feier war ein hübsches, abwechselungsreiches Programm aufgestellt. Unter der straffen Leitung des Herrn Herlinghaus brachte der Verein mehrere prächtige Chorlieder stimmungsvoll zu Gehör, einige hübsche humorsprühende Theaterstücke sorgten im Verein mit musikal. Darbietungen für die nötige Abwechselung, während ein fröhliches Tänzchen die Feier beschloß. **(Krankheits=Statistik.) In der letzten Berichtswoche gelangten im Regierungsbezirk Arnsberg folgende Fälle von ansteckenden Krankheiten zur Anmeldung: Diphtherie 100(1 Holzen, 1 Schüren), Granulose 21, Kindbettfieber 8, Scharlach 140(1 Schwerte), Typhus 15. Es starben 18 Personen an Gehirnleiden, 22 an Krämpsen, 26 an Krebs, 62 an Lungenentzündung(1 Schwerte, 1 Schüren), 21 an Magen= und Darmnkatarrh, 63 an Tuberkulose(1 Schwerte, 1 Westhosen). An anderen Krankheiten starben in der Berichtswoche 279 Personen. ** Holzen, 11. Nov.(Gemeinderatswahl.) Bei der am Samstag getätigten Ge, meinderatswahl wurden von der 8. Abteilung im ganzen 141 Stimmen abgegeben. Davon entfielen auf den Kandidaten der vereinigten bürgerlichen Parteien Fabrikportier Heinrich Steinweg 81 Stimmen, während sein Gegenkandidat Bergarbeiter Berz 60 Stimmen auf sich vereinigie; ersterer ist somit gewählt. Die 1. Abteilung wählte einstimmig den Landwirt August Potthoff in den Gemeinderat. ** Westhofen, 11. Nov.(Vom Bahnhofsumbau.) Die Erweiterungsbauten am Bahnhof gehen ihrer Vollendung entgegen. Nachdem in letzter Zeit zwei Bahnsteige, zu denen jetzt noch ein dritter errichtet ist, Bedachung erhalten haben, und in Trittbretthöhe angelegt sind, ist nun auch die neue Fußgängerunterführung fertiggestellt worden, und wird in den nächsten Tagen dem Verkehr übergeben werden. Die Eisenbahngeleise sind um mehrere Meter südlich verlegt worden. Die übrigen Arbeiten erstrecken sich auch auf das Eisenbahngelände Hengstei=Kabel, wo etwa zehn Unter= und Ueberführungen fertiggestellt sind. Die Arbeiten auf dieser Strecke werden noch lange Zeit in Anspruch nehmen. ** Ergste, 11. November.(Im Silberkranz.) Am heutigen Tage feiern die Eheleute Heinrich Ostholt und Frau, Mina geb. Heimann, zu Hösen das Fest der silbernen Hochzeit. Dem Jubelpaare auch unsererseits besten Glückwunsch! * Bottrop, 11. Nov.(Zwei Arbeitet erstickt.) Gestern nachmittag kamen in der Kokerei der Grube Prosper, Schacht 2, zwei junge Arbeiter beim Reinigen eines Kessels durch Ersticken zu Tode. —— Entfesselte Elemente. () Rio de Janeiro, 9. Nov. Ueber Stadt und Gebiet von Bahia ist ein furchtbarer Zyklon mit zahlreichen elektrischen Entladungen dagingegangen. In der Stadt Bahia riß der Wirbelwind große Paläste vollständig zusammen, in den Vororden stürzten mehrere Häuser ein. Unter den Trümmer liegen mehrere Tote. Zahlreiche Verletzte sind geborgen. Bei San Jago(Brasilien) unterbrachen ausgetretene Flüsse plötzlich die Bahnlinie und geführdeten die Strecke. Die Stadt Amaro da Taou steht mitten im Wasser des ausgetretenen Flusses Sabae. Del Klieg auf dem Balkall. Ansicht von rschataldscha, dem letzten Stützpunkt der Türken. Die Türkei hat genau in dem Augenblick, als ihr Schicksal auf dem Kriegsschauplatze sich entschi.d, ihre stärkste Waffe gezogen und den heiligen Krieg proklamiert. Den Ausgang der Feindseligkeiten kann diese Maßnahme, die man nach der Aufforderung des Königs Ferdinand zu einem Kreuzzug nicht procakatorisch nennen kann, natürlich nicht mehr aufhalten; dagegen kann sie sehr wohl verhetzend wirlen und Christenmetzeleien zur Folge haben. Die Erregung in Konstantinopel erhöht sich bei Türken wi. Fremden in dem Maße, wie sich der Tag des Einzuges der bulgarischen Truppen in die Hauptstadt nähert, der nach dem Stande der Tschataldschakämpfe nicht mehr fern sein kann. In der Aufforderung des obersten Geistlichen, des Scheich ül Islam, zum heiligen Kriege heißt es: Während alle religiösen Oberhäupter unserer Feinde mit dem Kreuz in der Hand daran arbeien,„die Truppen zu ermutigen, haben die türkischen Geistlichen unbegreiflicherweise ihre Pflicht noch sticht getan. Sie müssen daher gleichfalls den Religionskrieg erklären und dadurch die Moral der türkischen Truppen stärken. Der Scheich ül Islam, der sich persönlich zur Armee begab, forderle die Ulemas, das sind die Geistlichen, auf, soweit sie sich dieser Aufgabe gewachsen sühlten, sofort zu den Truppen zu eilen und durch veligiöse Ar achtsstunden deren Mut zu heben. Im gleichen Sinne sollen auch die Offiziere wirken. Der Sullan betete soeben zum 4. Male seit dem Beginn des Krieges im alten Sarail beim Mantel des Propheten. Die Kämpfe um die Tschataldschaliuie werden zum Teil mit furchtbarer Erbitterung ausgefochten, wobei sich eine auffallende Ungleichheit in dem Widerstande der türkischen Truppen bemerkbar macht. Diejenigen Abteilungen, die noch nicht im Kampfe waren, leisten hartnäckigen Widerstand. Die Reste der bei Lüle=Burgas und Wisa geschlagenen Armee, weichen dagegen den heftigen bulgarischen Vorstößen ohne weiteres. Gestützt auf die bereits gewonnenen Stellungen führen die Bulgaren den Angriff auf die übrigen Tschataldschaforts mit Aufbietung aller Kräfte durch. Die dritte Armee drang tief in das Waldterrain südlich des Derkossees am Schwarzen Meere vor: Die erste kämpft gegen die türkische Hauptstellung östlich von Tschataldscha an. Die ganze türkische Stellung besteht aus mehreren hintereinander befindlichen Linien. Infolge neuer Schläge auf ihrem rechten Flügel bei Tschataldscha sind die Türken nahe daran, auch hier eine schwere Niederlage zu erleiden. Adrianopel ist noch nicht genommen; doch steht seine Kapitulation unmittelbar bevor. Die eingeleiteten Verhandlungen haben noch zu keinem endgültigen Resultat geführt, aber seitdem dir Bulgaren nach siegreicher Zurückweisung des letzten großen Ausfalles eine beherrschende Stellung auf der Noidwestfront Adrianopels in Besitz genommen haben, ist jede weitere Verteidigung aussichtlos. 111.—214 Die Eroberung Salonikis war den Griechen bis zum Ausgang der vorigen Woche noch nicht geglückt, obwohl sie in Athen bereits. gefeiert worden war. Die Meldung ist jedoch inzwischen amtlich bestätigt. Eine Meldung der„Voss. Ztg.“ enthält ganz genaue Angaben über Einzelheiten des griechischen Einzuges in Saloniki. Es heißt darin: Der Einzug des griechischen Thronfolg rs in Saloniki ist anschlagmäßig am Festtage des heiligen Demetrius erfolgt. Die Truppen drangen durch die Wargar=Vorstadt und zugleich den Hasenkai entlang in das Innere der Stadt ein. Die Bezeisterung der Soldaten war unbeschreiblich. Es ist eine taufendjährige Sage, die schon zur Zeit des byzantinischen Reiches vom ganzen Volke geglaubt wurde, daß der heilige Demetrius in den Kriegen von Byzanz häufig an der Szitze des griechischen Heeres einherschritt und kämpfte. Die Soldaten sagten, der nationale Schutzheilige sei wieder an ihrer Spitze und kämpfe von neuem in den Reihen seines Volkes, daß er fünf Jahrhunderte lang sich selbst überlassen habe. Entschlüsse der Verzweiflung. In Konstantinopel scheinen die Jungtürken im Bunde mit den erbitterten Militärs das Uebergewicht über die zum Frieden hinneigenden Minister zu erlangen. Man verbreitet hier, daß der Sultan und sämtliche Prinzen der kaiserlichen Familie entschlossen sind, nach dem Beispiele des letzten byzatinischen Kaisers Konstantin Palacologus den heranziehenden Feind an den Toren oder in der Bresche der Nichtmauern von Konstantinopel zu erwarten und dart, wenn nötig, fechtend zu fallen. Was die Albanier wollen. — Wien, 11. Nov. Ein hervorragender Albanier äußerte sich einem Mitarbeiter der Reichspost gegenüber folgendermaßen: Eine Annexion Albaniens durch Serbien würden wir niemals anerkennen, und wenn man uns mit Wassengewalt dazu zwingen sollte, den Vernichtungskampf auf Leben und Tod führen. Wir werden auch niemals dulden, daß Serbien einen albanischen Hasen in Besitz nimmt. Wenn uns aber die Mächte eine Autonomie zusprechen, so haben die Albauer gegen das Protektorat oder eine noch weitergehende Einflußsphäre eines großen europäischen Kulturstaates michts einzuwenden. Wir denken dabei in erster Linie an Oesterreich=Ungarn. Unser aller Verlangen wäre freilich, staatlichen Anschluß an Oesterreich zu finden. Ein österreich=russischer Konflikt unvermeidlich? — Paris, 11. Nov. Der Petersburger Korrespondent des„Temps“ bringt eine ausführliche Depesche über die Auffassung der Situation in den Kreisen der Petersburger Diplomatie und der öffentlichen Meinung. In dem Telegramm heißt es: Die russischen Diplomaten scheinen fest entschlossen, die serbischen Forderungen in Bezug auf einen Hafen am Adriatischen Meere zu unterstützen. Die össeniliche Meinung billigt vollkommen diese Haltung der russischen Regierung. Man hat aber die Hossnung auf eine friedliche Erledigung dieser Fragnoch nicht verloren. Es wäre auf jeden Fall verfrüht, von einem russischen Ultimatum zu sprechen, von dem man sich gestern abendd in verschiedenen Kreisen in Petersburg zu erzählen wußle. Die Bulgaren und Griechen wünschen nämlich nicht, Serbien am Aegäischen Meere zu sehen. Der Korrespondent will weiter erfahren haben, daß der russische Ministerrat eine Reihe von militärischen Maznahmen beschlossen hat und zwar sollen die Soldaten, deren Freilassung erfolgen sollte, bis auf weiteres unter den Fahnen gehalten werden. Die Ursachen der Niederlagen. In einer Unterredung, die der alte Ghasi Mukhtar Pascha einem Korrespondenten gewährte, führte er aus, daß es kein Wunder sei, wenn die Armee geschlagen werde. Es habe an allem gesehlt, bei der Intendantur am allermeisten. Wie kann man verlangen, daß ausgehungerte Leute, fast ohne Munition, kaum eingeübt und nur schwach von Offizieren und Unteroffizieren eingerahmt, Widerstand leisten sollen. Die Jungtürken hatten durch die sogenannte Reorganisation der Armee alles ruiniort. Da reichliche Ruhegehälter gezahlt wurden, hätten sich viele ältere Offiziere von der Armee zurückgezogen. Der junge Nachwuchs aus den Kriegsschulen habe keine Erfahrung besessen, und jetzt seien die Bataillone zu 800 Mann formiert und mit je 6 bis 7 Offizieren versehen worden, während sie zu Abdul Hamids Zeisen 16 bis 17 gehabt hätten. Auch das Interesse der Offiziere für ihre Leute sei geschwunden. Nach beendigtem Exerzieren hätten sie den Degen eingesteckt und seien sich amüsieren gegangen, wie in Berlin. Das Schicksal Konstantinopels. Die mit ihren Vororten in zwei Erdteilen, in Europa und Asien, gelegene Hauptstadt des türkischen Reiches ist aus dem alten Byzanz entstanden, das seit dem Jahre 330 n. Chr. Geburt die Hauptstadt des römischen und nach dessen Teilung im Jahre 395 n. Chr. die Hauptstadt des oströmischen Reiches war. 1453 wurde es von den Türken erobert und Residenz der Sultane. Geschichte und Legende begegnen sich hier mit einer herrlichen Naturschönheit, so daß Konstantinopel von allen Hauptstädten der Erde stets einen besonderen Anziehungspunkt bildete. Heute schweben drohende Wetterwolken über der Stadt mit ihren schlanken Minaretts, und ihr Schicksal ist noch recht ungewiß. Die Bulgaren erklärten, nach dem Kriege nicht in Konstantinopel bleiben zu wollen. Vertraulich soll die Sofioter Regierung England davon in Kenntnis gesetzt haben, daß nach ihrer Absicht Konstantinopel samt seiner Umgebung eine freie Stidt mit indernationalem Charakter werden und von einem Senate nach dem Muster Hamburgs mit einem regierenden Bürgermeister verwaltet werden soll. Alle in Konstantinopel wohnenden Nationalitäten, nämlich die Türken, Armenier, Griechen und Juden, sollen besondere Vertreter in don Senat entsenden. Die Dardanellen sollen neutvalisiert werden. Die künftige Hauptstadt des Türtenreiches soll Brussa sein. Letzte Drahtmeldungen. Bei lebendigem Leibe verbrannt. Berlin, 11. November. Auf furchtbare Weise hat gestern abend der 54jährige Schlosser Kaschmickat in Lichtenrade den Tod gesunden. K., der in dem Dr. Pauslet'schen Sanatorium in Lichtenrade beschäftigt ist, arbeitete in seinem Zimmer bei einer brennenden Petroleumlampe. Hierbei stieß er die Lampe um, wobei diese explodierte. Die sich rasch ausbreitenden Flammen ergrissen auch die Kleider des K., der sofort um Hilfe schrie. Als Bewohner des Hauses hinzukamen und die Flammen löschten, hatte K. bereits so schwere Brandwunden erlitten, daß er kurze Zeit darauf starb. Die verhäugnisvolle Schießübung. München, 11. November. In einer hiesigen Kaserne übte sich ein Unteroffizier im Korridor in der Nähe der Treppe im Scheibenschießen. Währenddessen kam ein anderer Unteroffizier von der Kantine die Treppe herauf, ohno den schießenden Unteroffizier zu bemerken, oder von diesem bemerkt zu werden. Ein Schuß drang dem Unteroffizier durch das Auge in den Kopf und verletzte ihn lebeusgefährlich. Der unglückliche Schütze erschoß sich aus Verzweiflung in seinem Zimmer mit seinem Dienstgewehr. Durch elektrischen Strom getötet. Damme(Oldenburg), 11. November. Durch Berührung der Sochspannungsleitung sind hier zwei Personen auf der Stelle ums Leben gekommen. Deutsche Flottenbewegungen? London, 11. November. Sensation erregte an der Börse die Meldung von Cardiff, daß eine wohlbekannte deutsche Kohlenexportsirma dort wegen Beistellung von Schissen jeder Größe für ein, zwei oder drei Monate angefragt hat. Es scheint, daß diese Meldung genügte, um in Cardiff den Glauben an besondere Bewegungen der deutschen Flotte zu erwecken, der die Kohlenschiffe zu folgen hätten. Man sprach auch gleich vom Mittelmeer. Außer den von Malta bereits abgegangenen Schlachtschifsen erhielt der in Gibraltar im Dock liegende Kreuzer„Shannon“ den Besehl, nur die notwendigsten Reparaturen auszuführen und dann in 48 Stunden ostwärts zu fahren. Kein heiliger Krieg! Konstantinopel, 11. November. Auf Anordnung des Scheichs ül Islam wurde der Aufruf zum heiligen Krieg nach Mitternacht aus allen Zeitungen entfernt. Adrianopel gefallen. P'aris, 11. November. Mehrere Pariser Blätter bringen folgendes Telegramm aus Sosia vom gestrigen Tage: Man kündigt offiziell an, daß Adrianopel sich ergeben habe. Man fügt hinzu, daß die ganze Garnisen, bestehend aus 50 000 Mann kriegsgefangen ist. Die entschlossene Türkei. Konstantinopel, 11. November. Eine gestern abend 9 Uhr 10 Min. von hier abgegangene Depesche besagt: Der Krieg wird fortgesetzt. Das ist im Kriegsrat beschlossen worden. Vom Frieden ist keine Rede mehr. Marschall Fuad Pascha hat erklärt, daß die Balkanstaaten und Europa die Türkei falsch eingeschätzt haben. Eine Aenderung der Kriegslage und Ueberraschungen stehen bevor. Er selbst reise sofort nach dem Kriegsschauplatz. Türkische Kriegsschiffe vor Warna. Warna, 11. Nov. Bei Euxinograd auf der Höhe vom Kloster St. Konstantin sind aufs neue zwei große türkische Kriegsschiffe erschienen. Cholera unter den türkischen Flüchtlingen. Konstantinopel, 11. Nov. Unter den Flüchtlingen und Soldaten von Silviri, einem Orte zwischen Konstantinopel und Rodostot, wurden etwe 25 Cholerafälle festgestellt. Von zwei erkrankte österreichischen Bahnbeamten ist einer gestorben. Das schlagfertige Numänien. Bukare'st, 11. November.„Universal" stellt mit Stolz fest, daß die rumänische Armee so komplett und schlagfertig sei, daß sie binnen 72 Stunden im Aufmarschgelände stehen kann. Bei der diesjährigen Rekrutierung wurde der Mannschaftobestand der rumänischen Armee um 75 000 Streiter vermehrt. Das Kriegsministerium hat bei österreichischen Firmen für 50 Millionen Patronen bestell:, die in kürzester Zeit geliefert sein müssen. Eine neue Bitte um Vermittelung? Paris, 11. Nov.„Echo de Paris“ veröffentlicht ein Telegramm, wonach die türkische Regierung erneute Schritte unternommen habe, die Vermittelung der Mächte nachzusuchen. Verantwortlich für die Redaktion: Friedr. Kraao. Druck u. Verlag von Carl Braus, beide in Schwerte Wer. Nr. 266. 1. Beilage. Heilung. Montag, 11. November 1912 Vom Balkantricg. Wie die Bulgaren kämpften. Der italienische Hauptmann Arnoldo Cipolla, der als Kriegsberichterstatter der„Stampa“ im bulgarischen Hauptquartier weilte und neben zwei anderen Korrespondenten(darunter dem in letzter Zeit vielgenannden Korrespondenten der„Reichspost") in die Schlachtreihen durfte, sendet seinem Blattte aus Bukarest vom 3. November abends einen seitenlangen Bericht über den bisherigen Siegeszug der Bulgaren, den er mitgemacht, bis er sich vor Tschorlu von den Bulgaren trennte und über Rustschuk nach Bukarest und Konstanza reiste. Sein Bericht enthält folgende Einzelheiten: Die„wunderbaiste“ Sache an diesem Kriege ist auf seiten der bulgarischen Sieger das Geheimnis, mit dem er umgeben wird. Und das ist kein Wunder! Wenn ein Volk in 14 Tagen 40000 Menschen opfert und darüber zu schweigen weiß, dann ist das Wunder verschwunden. An seine Stelle tritt ein eiserner Wille, um jeden Preis das Ziel zu erreichen, koste es, was es wolle. Die Bulgaren waren in diesem Kriege wirklich immer stets weiter, als man es draußen geglaubt, und dieser Schwelligkeit im Vormarsch opferten sie alles, wirklich alles. Sie ließen Tausende ihrer Verwundeten liegen, weil es unmöglich war, sie fortzuschaffen und zu pflegen. Sie gaben sie also dem Tode preis. So ließen sie auch Tausende u. Abertausende von Toeln unbegraben liegen, weil es galt, vorwärts zu kommen. Ohne Ruh und Rast stürmten sie mit dem Bajonett vorwärts, auf ein Ziel zu: Konstantinopel! Cipolla, der aus dem Munde von Offizieren das vernommen, was er schreibt, berichtet, daß der Plan, Konstantinopel zu nehmen, unerschütterlich ist. Es sei vielleicht kaum mehr möglich, daß Europa den Einzug der Bulgaren in die eroberte, mit viel Blut eroberte Zarigrad verhinderte. König Ferdinand sei zu ehrgeizig, als daß er angesichts der Möglichkeit auf die Ausführung des großen Planes rerzichte. Mit ihm sollen die Kronprinzen der drei anderen Staaten in die Sophienmoschee einziehen. Das soll der Balsam für die klassenden und blutenden Wunden sein! In Sosia liegen etwa 6000 Verwundete, die anderen Städte haben je 1000 ausgenommen. Ueber allen öfsentlichen Gebäuden flattert das rote Kreuz. Die Tohen und Verwundeten verrät niemand, es würde das als Vaerlandsverrat betrachtet. Die bulgarische Insanterie hat nie darauf gewartet, daß die Artillerie ihr den Weg bahne, sie stürmte stets mit dem Bajonett, und dieser ganze Krieg ist ein einziger Ansturm gewesen. Das Gerücht über diese Kampfesart verbreitete sich rasch unter den türkischen Truppen, so daß sie schon flüchteten, wenn sie nur die Bulgaren derart anstürmen sahen. Von Lüle=Burgas schrieb ein Militärarzt einen Brief an seine Verwandten; er enthielt das einzige Wort„Schrecklich!“ Worin das Geheimnis des Sieges bestanden, seine Größe und sein schlichtes Heldentum, werden wir nach dem Friedensschlusse kennen lernen. Es war wirklich Haß auf die Türkei dabei, und auch das wird ans Licht kommen. General Dmitrieff mußte ein Kavallerie=Regiment aufbieten, um ein Infanterie=Regiment zurückzutreiben, das sich gegen den Willen der Offiziere auf die Türken gestürzt hatté. Zwischen Kirkilisse und Adrianopel wurden zwei Regimenter, das 6. und das 1., durch solche wütenden Angriffe fast ganz aufgerieben. Von den zwei Regimentern stellten sich nur Appell. 70 Mann und drei Offiziere zum## Deutsche Niederlagen? überschreibt die„Köln. Ztg.“ einen bemerkenswerten Artikel, in dem sie noch einmal energisch die schadenfrohen Behauptungen Pariser Blätter zurückweist, die Türbei war die Schülerin Deutschlands, ihre Niederlage lasse einen Schluß zu auf die deutsche Kriegstüchtigkeit.— Das Blatt betont im einzelnen, man könnie jenes alberne französische Gerede auf sich beruhen lassen, wenn es nicht doch eine sehr ernste Seite hätte. Die französische Presse erreicht mit ihrer Beweisführung bei ihren eigenen Landsleuten eine neue Steigerung ihres Selbstgefühls und wenigstens bei der großen Masse der weniger Einsichtigen eine Bestärkung der Ansicht von der Ueberlegenheit des französischen Heerwesens über das deutsche, eine Ansicht, die sie außerordentlich geschickt bereits im Laufe der letzten Jahre zu verbreiten gewußt hat. Daß aber dieses gesteigerte Selbstbewußtsein und Vertrauen in die eigene Kraft bei einem europäischen Kriege, der ja nur als Volkskrieg denkbar ist, gerade für die ersten entscheidenden Zusammenstöße eine ausschlaggebende Bedeutung haben wird, ist klar— wie Bulgarien soeben bewiesen hat. Die deutsche Presse muß daher fortfahren, Wasser in den französischen Wein zu schütten, besonders deshalb, um dem eigenen Volke seine Kraft und Stärke zum Bewußtsein zu bringen angesichts der Bestrebungen im eigenen Lande, auf vermeintliche Mängel und Lücken unserer Rüstung aufmerksam zu machen. Ganz lückenlos wird die Rüstung eines Volkes niemals sein; nur dürfen es keine Lücken sein, die lebenswichtige Teile des Körpers bloßlegen. Solche Lücken sind bei uns nicht vorhanden, und an der Ausfüllung der kleinen wird fortgesetzt gearbeitet. Alles in allem: Das deutsche Volk kann, ohne sich zu überheben und ohne die Anstrengungen seiner Nachbarn zu unterschätzen oder gar zu mißachten, in ruhigem, würdigem Kraftbewoußtsein den Tag abwarten, an dem die Schwerter aus der Scheide fliegen sollen; das seinige wird sich ais gut und scharf erweisen. Aber man nehme ihm rorher nicht das Vertrauen, sonst versagt der Arm im Augenblick des Zuschlagens! 82 Westfalen und Rheinland. Dortmund, 9. Nov.(Roher Ueberfall.) Der Straßenbahnschaffner Klinger, der einen Arbeiter von der Schlackenhalde an der Union wegen seiner unsauberen Kleidung auf die Vorderplattform verwiesen hatte, wurde von dem Arbeiter an einer Haltestelle angefallen und durch 5 Messerstiche schwer verletzt. Der Vorfall ereignete sich, entgegen anders lautenden Meldungen, nicht in einem Straßenbahnwagen, sondern an einer Haltestelle auf der Straße. Der Täter wurde festgenommen. * Hamm, 8. Nov.(Bergmannslos.) Auf Zeche„Radbod“ wurden gestern, Donnerstag, die Bergleute Franz Clemens und Franz Baranzka von hereinbrechenden Kohlenmassen verschüttet. Beide waren sofort tot. * Winterberg, 9. Nov.(Bei der Treibjagderschossen.) Ein bei einer in der Nachbarschaft stattgesundenen Treibjagd durch einen Schrotschuß schwer verletzter Lehrer wurde ins hiesige Krankenhaus gebracht, wo er kurz darauf starb. * Bielefeld, 9. Nov.(Eine schwere Expllosion) entstand gestern vormittag in der Automobilfabrik von Ramesohl& Schmidt. Hier zersprang ein autogenischer Schweißapparat. Ein Schlosser erlitt lebensgefährliche Verletzungen. Etwa hundert Fensterscheiben wurden zertrümmert, und durch die Glassplitter vier Arbeiter verletzt. Der Betrieb ist vorläufig eingestellt. * Bielefeld, 9. Nov.(Im Waschsaß ertrunken.) Gestern vormittag schickte die Ehefrau des Zigarrenarbeiters Emil Hain in Enger ihren dreijährigen Sohn Robert mit anderen Kindern in die Kleinkinderschule. Als die Frau nach zwei Stunden Wäsche aufspülen wollte, fand sie ihr Kind tot im Waschbassin liegend vor. Angestellte Wiederbelebungsversuche blieben ohne Erfolg. Das verunglückte Kind war anstatt in die Schule nach der Waschküche gegangen und hat dort den Tod gefunden. Minden, 9. Nov.(Ein Opfer seines Berufes) wurde der hier wohnende 36 Jahre alte Reservelokomotivheizer Seidel in Hamm. Beim Hinauslehnen aus der Maschine, um die Weichenstellung zu beobachten, soll er zwischen Kohlentribüne und Lokomotive gekommen sein, wobei er sich eine Quetschung des Brustkorbes zuzog. Der Gelötete hinterläßt Frau und Kind. Marburg, 8. Nov.(Zu einem eigenartigen Streit) kam es im nahen Dorfe Elnhausen, wo Kirmes gefeiert werden sollte. Als der Festwirt sich mit den Burschen nicht über das Tanzgeld einig wurde, beschlossen sie, nach dem Nachbardorfe Dilschhausen, wo ebenfalls Kirmes war, zu ziehen. Auf dem Wege dorthin wurden die Burschen jedoch von einem vom Wirte nachgesandten Radfahrer eingeholt, der ihnen mitteilte, daß der Wirt, nachdem auch die Tanzmädchen Miene gemacht hätten, dem Beispiel zu folgen. sich recht nachgiebig zeigen und mit allem einverstanden sei. Die Burschen holten sich dann in der nahen Mühle einen mit Kühen bespannten Wagen und fuhren unter„kräftigem“ Gesange zur Kirmes ihres Heimatortes zurück. Essen, 9. Nov.(Wegen Raubes) verhandelte das Schwurgericht gegen den Schleifer Jakob Riehl aus Holsterhausen bei Werden. N. überfiel am Abend des 17. Juli dieses Jahres im Felde unweit der Lungenheilanstalt in Holsterhausen den Dreher Staudacker und nahm ihm seine Geldbörse mit 30 bis 40 Mark Inhalt sowie die Taschenuhr und mehrere andere Gegenstände weg. Das Urteil lautete auf 2 Jahre Zuchthaus und 5 Jahre Ehrverlust. * Altenessen, 9. Nov.(Ein hartnäckiger Selbstmörder.) Durch Oeffnen der Pulsader versuchte ein Barbier aus der Hammerstraße sich in der Kruppschen Ziegelei das Leben zu nehmen, kam aber damit nicht zum Ziel und legte sich deshalb auf die Gleise der Strecke Essen=Altenessen. Eine heranbrausende Lokomotive erfaßte den Selbstmordkandidaten und warf ihn zur Seite. Dabei wurde ihm die Brust derart ausgerissen, daß er bald danach verschied. Die Gründe der Tat sind unbekannt. Kleve, 8. Nov.(Ein Raubmordver such) wurde in dem benachbarten Sternbusch auf einen hiesigen Landwirtschaftsschüler verübt. Zwei Personen traten auf den jungen Mann zu, verlangten Geld und schossen, als ihnen dieses verweigert wurde, dem Schüler mit einem Revolver eine Kugel in den Kopf. Als Leute hinzu kamen, flüchteten die Täter und entkamen unerkannt. * Aachen, 9. Nov.(Beim Hinauswerfen zu Tode gekommen.) Ein betrunkener Arbeiter wurde aus der Wirtschaft Küpper in der Kurhausstraße gewaltsam entsernt, weil er seine Zeche nicht bezahlen konnte. Der Mann erlitt dabei eine Gehirnerschütterung und eine Zerreißung des Trommelsells; er starb kurz nach seiner Einlieferung ins Krankenhaus. Die Leiche wurde beschlagnahmt. * Koblenz, 9. Nov.(Fahnenflucht.) Das Kriegsgericht der 16. Division verurteilte den Musketier Fretz von der 4. Kompagnie des InfanterieRegiments Nr. 28 wegen Fahnenflucht im Rückfalle und im Komplott zu 6½ Jahren Zuchthaus, Entfernung aus dem Heere und 2. Klasse des Soldatenstandes. Er war mit einem anderen Musketier im Oktober vorigen Jahres weggegangen, um in Amerika unter die Goldgräber sich zu begeben. Schon in Brodenbach an der Mosel wurden die beiden ergriffen. Der Papst und die Gewerkschaften. Die„Kölnische Zeitung“ veröffentlicht die päpstliche Enzyklika über die christlichen Gewerkschaften. Diese betont, daß der Papst über die Kontroverse in den letzten Jahren wohl unterrichtet worden sei und erklärte dann, daß diejenigen Gesellschaften am meisten zu billigen seien, die vornehmlich auf der Grundlage der katholischen Religion errichtet sind und der Kirche als Führerin offen folgten. Jedoch leugnen wir nicht, heißt es dann u. a. weiter, daß es recht ist, für die Katholiken und für die Arbeiter ein besseres Geschick zu suchen und mit Anwendung von Vorsicht gemeinsam mit Nichtkatholiken für das gemeinsame Wohl zu arbeiten, und hier bitten uns nicht wenige von Euch, wir mögen Euch erlauben, die sogenannten christlichen Syndikate, so wie sie heute in Euren Diözesen gegründet sind, zu tolerieren. Dieser Bitte meinen wir mit Rücksicht auf die eigentümliche Lage der katholischen Sache in Deutschland nachgeben zu sollen unter der Bedingung, daß geeignete Vorsichtsmaßnahmen angewendet werden, daß besonders auch die Beteiligten in die katholischen Arbeitervereine eingeschrieben sind und daß die Syndikate sich von allem fernhalten, was mit den Lehren und Geboten der Kirche und der legitimen päpstlichen Gewalt nicht übereinstimmt. Zum Schluß betont der Papst, daß niemand das Recht habe, diejenigen in ihrem Glauben zu verdächtigen, die den gemischten Syndikaten angehören wollten. Ein kostbarer Diamant. In der Premier=Mine ist nach einer Johannesburger Depesche ein Diamant von 1649 Karat gefunden worden, das ist der zweitgrößte Diamant der Welt. Der größte,„Cullinan“, wog 3025¾ Karat und ist bekanntlich, in zwei Stücke geschnitten, den britischen Kronjuwelen einverleibt worden. Auch der„Cullinan“ wurde in der Premier=Mine gefunden. Der neue Stein weist schwarze Streifen auf, die indessen nur auf der Oberfläche zu sein scheinen. Er=hat die Form eines Eies, an dem das dünnere Ende fehlt. Er wurde bei Sprengversuchen am Fuße der Mine gefunden. Den Wert der gefundenen Diamanten abzuschätzen, ist vorläufig nicht möglich, aber man kann sich ungefähr vorstellen, wie enorm der Wert ist, wenn man ihn mit dem Cullinan=Diamanten vergleicht. Der Cullinan wiegt etwa ein halbes Kilo, ist 4½ englische Zoll lang, 2½ hoch und 2½ breit. Der Cullinan, der am 25. Januar 1905 von einem Aufseher der Premier=Mine gefunden worden ist, wurde auf 20 Millionen Mark geschätzt. Man muß bei der Taxie. rung des neuen Diamanten erst abwarten, ob der Stein rein weiß sein wird. 30 Verbotene Kriminalroman von Otto Viehofer. „Johann, mein Bester, willst Du das wirklich für mich tun?" hatte nach den Worten ihres Bräutigams die Köchin aufgejauchzt. Versiegt waren nun vollkommen ihre Tränen, und noch immer schaute sie halb selig, halb zweifelnd das dürre Männchen vor sich an. „Sieh zu, meinen Worten folgt die Tat!" bekräftigte jetzt Johann, die Tür öffnete sich, fiel derb ins Schloß, und schon ging es auf leichten Sohlen die läuserbelegten Korridore entlang, hin zu seiner Herrin.—— Mit Ausnahme von Marie hatte man allgemein angenommen, daß die Baronin die Kündigung ihres Dieners nicht annehmen werde, ja, daß sie ihn, der schon bei ihren verstorbenen Eltern auf diesem Schlosse gedient hatte, vielmehr völlig besänftigen, daß sie mit ihm eine Ausnahme machen werde gegen die andern. Und als nach kaum zehn Minuten die Tür sich wieder öffnete und Johani zurückkehrte, hingen aller Augen mit der bangen Frage an ihm:„Nun, wie ist es ausgefallen? Und gleich triumphierte seine Stimme:„Hallo, die Sache ist getan, frei sind wir alle beide, Mariechen!“ Und der braven Tat folgte allsogleich der wohlverdiente Lohn. Mariechen stürzte sich auf das so schwache Männlein, die dicken Arme umklammerten seinen faltigen Nacken—und laut und schmatzend hagelten unzählige Küsse. Ja, und auch die anderen standen nun wieder da, wunderten sich bald über die Baronin, bald über Johann, und bald über die seurige Marie. Nein, was man doch alles erleben konnte auf so einem Schlosse. Jüngst war es doppelter Mord gewesen mit Untersuchungsrichter, Polizei und Spürhunden, unn war es wieder doppelte Kündigung und ganz am Ende stand eine Hochzeit in Aussicht.—.: gm achen Lzum i4 „Du hast ja jetzt Zeit, Mariechen, komm, ich habe Dir noch manches zu sagen," Ind Johann seine Braut ein und schritt voran aus dem ZimNatürlich ließ Mariechen sich das nicht zweimal sagen, ihre umfangreiche Persönlichkeit verschwand hinter der Tür, und beide waren schon im Schloßgarten. Dort hatte, in Hinsicht darauf, daß die Frau Baronin vielleicht einen kleinen Spaziergang im Parke unternehmen könnte, der Gärtner wieder fleißig geschaltet. Hoch aufgeschaufelt lag der lichte Schnee zu beiden Seiten der Alleen und Gänge, und die hoben sich nun ab von dem sanften, strahlenden Weiß wie dunkle, geheimnisvolle Wasserläufe, um endlich weit hinten an der Mauer verschlungen zu werden vom schwarzen Gebilsch. „Ins Gewächshaus wollen wir gehen,“ sagte Johann zu seiner Braut,„das ist unverschlossen, und da können wir, unberührt von der feuchtkalten Luft, ungestört plandern.“ In seliger Erwartung der Dinge, die da kommen sollten, schritt Marie neben ihrem Bräntigam einher. Wirklich, zu überraschend war ihr das alles gekommen. Daß Johann einmal Ernst machen würde mit der Hochzeit, daran hatte sie während der ganzen Jahre ihrer Verlobung zwar niemals gezweifelt, aber daß er die Courage haben würde, urplötzlich hier Schluß zu machen und sie vom Flecke weg zu heiraten, das— nein, das hätte sie sich nicht träumen lassen. Aber er mußtefleißig gespart haben, der Johann, mußte mehr blaue Lappen sein eigen neunen, als er es ihr immer gestanden, denn sonst wäre er doch noch vorsichtiger gewesen zu gu„So, Mariechen, hier ist längs der Wand eine Holzbank gezogen,“ sagte Johann, im Gewächshause angelangt,„darauf wollen wir uns niederlassen, belauschen kann uns hier niemand, denn der lichte Schnee würde uns jeden Schleicher sofort verraten. Und überdies habe ich den Grünlingen vorhin ordentlich gegeigt, da werden uns die wohl sowieso in Ruhe lassen. So— so, gib Deinen Arm her, und dann höre zu, was ich Dir noch zu sagen habe.“ Ganz nahe herangerückt war die Köchin an ihren Bräutigam, ihre Arme umklammerten dessen „Mariechen,“ hub der alte Diener an,„Mariechen, wir ziehen also am kommenden ersten Januar beide hier von dannen, und da ist zunächst die Frage aufgetaucht, wo bleiben wir vor der Hand, ich meine solange, bis ich uns ein Heim erworben habe? Ich beantworte nun die Frage wie folgt: Du gehst zu Deiner verheirateten Schwester nach Landsberg, und ich begebe mich, da ich weder Eltern noch Geschwister mehr habe, zu meinen Freunde Rudloff, einem Bäckermeister in Soldin. Dort wird auch unsereHochzeit stattfinden. Einverstanden, Mariechen?“ „Ja— ja, mein Lieber, Liebster," hauchte Marie. Und Johann, dessen gealtertem Herzen diese Koseworte vollends Jugendfeuer verliehen, fuhr fort:„Nun, und dann höre weiter: Habe ich dort die Vorbereitungen für die Hochzeit getroffen, so mache ich eine größere Reise, und zwar bis nach der Schweiz.“ „Was— was, nach— nach der Schweiz?“ war Mariechen mißtrauisch verwundert und ihn unterbrechend aufgefahren.„Nach der Schweiz willst Du denn da?“ „Jawohl, nach der Schweiz, an den Genfer See will ich fahren, um— uns dort ein seines Häuschen zu kaufen.“ Marie traute ihren Ohren nicht. Das summte und sang und klang da in ihnen, als hatten sie irgendwo die schönste Musik vernommen. „Aber, Johann, das hast Du mir noch nie verraten. Ein feines Häuschen willst Du uns kaufen, und noch dazu am Genfer See? Um alles in der Welt, Liebster, sag, wie kommst Du denn gerade auf die Schweiz?“ „Ganz einfach, Mariechen, weil ich dort mit der Herrschaft gewesen bin. Ja, ja, besinne Dich doch nur, Du warest doch schon hier. Mit dem Herrn Baron und der Frau Baronin war ich dort vor fünf Jahren, und da habe ich mir die prächtige Gegend gleich ordentlich angesehen und auch die schönen Villen und Häuschen— ins Herz stahl sich mir da alles gleich. Viel schöner ist es da, als in Deutschland— viel schöner. Und einsehen kann ich da wirklich nicht, warum wir denn dort nicht ebensogut wohnen sollten als wie die anderen Leute!" Obwohl Marie selber einige tausend Mark ihr eigen nannte, hatte sich nun doch zu ihrer Liebe auf einmal eine gelinde Bangigkeit gesellt.„Aber — aber das viele Geld, Liebster, das so ein Haus dort kosten wird, und dann das teure Leben da? Teuer muß es doch da sein, denn sonst würden nicht Barone hinreisen.“ „Geld hin, Geld her," sagte stolz Johann,„Geld hat auch mancher Diener und nicht nur sein Alles da, Mariechen, habe viel, viel gespart in meinem Leben, und wenn wir Deines noch dazu nehmen, wird es schon reichen für uns beide. Na, und wo nicht, so können wir während der Reisezeit doch nur ein paar Zimmer vermieten, viele Herrschaften sind dort im Sommer, und sie bezahlen auch gut. Nicht wahr, mein Schatz, ist so ein Plan nicht gut?“ Marie hatte sich wieder an seinen Hals geworfen und als Antwort erhielt er von ihr unzählige Küsse. „Dank Dir, Liebster, Einzigster, kausendmal Dank,“ hauchten endlich ihre Lippen, als sie des Küssens müde geworden. 197,16 Und in Seligkeit schwamm auch Johann, denn so hatte ihn sein Mariechen noch nie geküßt. Sste Schwerter Zeitung.(Amtliches Kreisblatt) Montag, den 11. November 1912. Nr. 36. Aerztliche Autoritäten haben Obermeyer’s Medlzinal Herba-Seife geprüft und dieselbe als ein heroorragend wirksames Mittel gegen Flechten— trockne u. nasse— Hautunreinigkeiten und dergleichen befunden. Atteste und Dankschreiben aus allen Kreisen bestätigen dies. Obermeyer's Medizinal HerbaSeife à Stück 50 Pf. 30% stärkeres Präparat Mk. 1.—, zu haben in allen Apoheken, Drogerien, Parfümerien sowie dei W. Heppe Nachs., C. Trog. Drogerien 7452 Empfehle meine aufs neueste eingerichtete Getreidemühle zum 7344 Schroten Beuteln. und C. 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Die Unternehmer, welche innerhalb dieser Frist ihrer Aameldepflicht genügen, bleiben straffrei, auch wenn sie schon erheblich früher zur Anmeldung verpflichtet waren. Bei Zweifeln über die Anmeldepflicht wolle man sich an das Landratsamt wenden. Münster, den 26. Oktober 1912. 7460 Der Genessenschaftsvorstand der Westfäl. landwirtschaftl. Berufsgenessenschaft RARCRTRCCE SH Da. kommt Uh 80 ..) Ta möchter mit elmers.(O. Crrn u a. 96 7.2 Perumonu'sem: ¼ Sie e#### necht zanr und. B##ch Sad k. Nun ist sie #h- und. cre Sorogr S Leocd K kurr DDenn tiehste, en hat nichts cm. PAa# das Ralmonaronserat! WO CUHGANT. Lampenschirme in großer Auswahl vorrätig Buchhandl. Carl Braus. Vorzwaren werden mo. dernisiert u. : repariert.: Spezialität: Anfertigung von Pelzhüten — aus altem Pelzmaterial.— Robert hippmann, Kürschnerei Schwerte-Rohr.““ 6460: Telephon Nr. 266. 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Da pflanzte der Prinz sie um, und zwar hinter die Mauer, daß der Rosenstrauch sie nicht mehr sehen konnte. Dies nützte ihm aber nichts mehr, denn der Wind hatte schon davon gehört, und nun gab es ein hin und her, und tausend eifrige Hände streckten sich aus, um sie auch dort zu verdrängen oder für sich selbst zu erwerben.— Und eines Tages war sie wirklich verschwunden. Da erbleichte der Prinz und zeigte sich fassungslos in Schmerz und Grimm. Und er rief seine Diener und sandte sie aus nach Nord und West und gebot ihnen, die Blume zu suchen. Lange Zeit suchten sie vergeblich. Dann kehrten sie heim, einer nach dem anderen, und jeder brachte eine andere Blume, ähnlich der Verschwundenen, wies sie dem Prinzen dar und nannte sie„Edelweiß". Doch der Prinz wußte bald, daß es nicht die rechte war, denn an der Stelle, wo er bisher das Herz gefühlt hatte, blieb alles leer und still. „Endlich kam auch der letzte Diener zurück, auch er brachte eine Blume heim, ein armes, welkes, zertretenes, graues Blümlein, und auch er nannte es„Edelweiß“. „Darob ergrimmte der Prinz und rief in hellem Zorne aus:„Du bist ein elender Lügner, wie die anderen auch!“ Und unwillig zerriß er die welken Blüten. Doch siehe, in demselben Augenblick quoll ein Tropfen roten Blutes aus ihnen hervor und ein leuchtender Strahl aus dem sterbenden Körper. Der Prinz aber fühlte einen dumpfen Schmerz in der Brust, da wußte er, daß es dennoch die rechte Blume gewesen war:„Mein Edelweiß,“ rief er erschüttert aus und sank bewußtlos zu Boden. „Der Rosenstrauch aber, der schon junge Knospen getrieben, neigte sich mitleidig zu ihm nieder und spendete seine süßesten Düfte, aber der Blick des Prinzen, als er sich danach erholte, blieb kalt; Schwermut lagerte auf seiner Stirn, und langsam drängte sich der Rose. mit zwingender Gewalt, die Erkenntnis auf, daß das Herz in seiner Brust wieder erstorben, das die fremde Wunderblume es mit sich genommen haben müsse,— hinüber— in das Reich der Schatten.“— Hier schwieg die Fürstin. Ihre weiche, melodische Stimme, die zuletzt immer bewegter geworden war, erstarb in einem bangen, zitternden Seufzer, und hastig wollte sie sich abwenden, als sie sich von dem Fürsten zurückgehalten fühlte. Er hatte mit abgewandtem Gesicht ihrer Erzählung gelauscht, wortlaus, ohne zu unterbrechen; jetzt aber hielt 1 er sie innig umschlungen, und sie näher zu sich heranziehend, flüsterte er in tiefen, vibrierenden Lauten: !„Nein, Elisabeth, es ist nicht gestorben, das Herz in der Brust des Prinzen, es lebt und schlägt hinfort einzig für dich, du Liebe, Geliebte!“ „O laß es mich fühlen,“ bat sie leise und zärtlich und schmiegte sich fester in seine Arme. Er drückte ihren blonden Kopf an seine Brust, und an seinem Herzen lauschend, rief sie, durch Tränen zu ihm aufblickend: „Es klopft, es klopft, Ernst August, wahrhaftig= es klopft!“ Bumor. 1 Ganz recht. Else:„Marga sagte mir heute, es tne * ihr leid, daß sie dich geheiratet habe.“ Alfred:„Ganz recht, es ist auch bedauerlich; denn dadurch ist irgendein nettes Mädchen um einen guten Mann gekommen.“ Shatschläge fürsHaus von Laura Uincent. Versengte Stellen in Wäschestücken, vorausgesetzt, daß der Stoff nicht wirklich verbrannt ist, lassen sich auf einfache Weise entfernen. Man mache den betreffenden Fleck naß und lege das Stück in die Sonne, wobei man Sorge zu tragen hat, daß es so lange maß gehalten wird, bis der Fleck verschwunden ist. Um das lästige Aufgehen der Schuhbänder zu verhindern, verfahre man wie folgt: Man ziehe die Bänder durch die beiden obersten Schnürlöcher von außen nach innen, dann binde man die Schleife wie gewöhnlich, doch ehe man zuzieht, stecke man die zuletzt durchgesteckte Schluppe nochmals durch und ziehe dann fest an. Eine so gebundene Schleife geht niemals auf, läßt sich aber aufziehen, und dies bedeutet einen großen Vorzug gegen das vielfach gebräuchliche nochmalige Binden der beiden Schluppen, die dann beim Ausziehen der Schuhe mühsam aufgeknotet werden müssen. Beim Begießen der Zimmerpflanzen wird von den Laien gewöhnlich der Fehler begangen, daß sie zu viel begossen werden. Die ständige Nässe macht die Erde sauer, und die Wurzeln faulen ab, daher ist hier das Zuviel schädlicher als das Zuwenig. Im allgemeinen kann man es sich zur Regel machen, die Pflanzen nicht eher zu gießen, als bis die Erde sich trocken anfühlt, selbstverständlich darf sie aber nicht so austrocknen, daß sie zu Staub wird. Im Untersetzer soll kein Wasser stehen. Bei Pflanzen, die reichlich Wasser verlangen, wie z. B. Tradeskantien und Farne, tut man gut, in den Untersetzer feuchten Sand zu geben, der auch stets feucht gehalten werden muß. Blühende Pflanzen verlangen natürlich reichlicheres Gießen, doch muß man hierin bei Fuchsien sehr vorsichtig sein, weil sie bei zu großer Nässe der Erde leicht die Knospen abwerfen. Feuchte Schuhe und Stiefel lassen sich schwer glänzend wichsen. Man kann aber sofort den gewünschten Glanz erreichen, wenn man der Wichse oder Creme ein paar Tropfen Petroleum beimischt. Dies schützt auch das Leder vor dem Rissigwerden. Der gestohlene Donner. John Dennis, ein bekannter englischer Kritiker des vorigen Jahrhunderts, hatte eine Tragödie„Appius und Virginia“ geschrieben, welche im Jahre 1707 auf dem Drurylane=Theater in London zur Aufführung kam. Das Stück fiel wegen seiner Langweiligkeit glänzend durch, dagegen wurde ein Gewitter, welches im Stück vorkam und für welches der Verfasser eine ganz neue Maschinerie erfunden hatte, stürmisch applaudiert. Bald darauf saß Dennis eines Abends bei einer Vorstellung von Shakespeares„Macbeth“ im Parterre. Als er in der Hexenszene den Donner hörte, sprang er wie angeschossen von seinem Sitze auf und rief:„Bei Gott! Das ist mein Donner! Wie die Schlingel mich mißhandeln! Mein Stück lassen sie durchfallen, aber meinen Donner stehlen sie mir und spielen sich damit auf!“ Unterhaltungs=Beilage zu Nr. 236. Montag, 11. November 1912. Die Briefe der Drinzellin. 20. Kapitel. Zur für die Dauer weniger Augenblicke ruhte Margot selbstvergessen an seiner Brust. Dann machte sie sich frei, und nun war sie in der Tat ruhig, innerlich wie äußerlich. „Ich hasse und verabscheue die Lüge, wenn sie zugleich eine Feigheit ist,“ sagte sie und mit halb mechanischer Handbewegung ihr Haar.„Freilich es gibt Lügen, die aus innerer Natwendigkeit geboren, werden. Aber daß ich Ihnen nicht sagen wollte, daß ich Sie liebe—. B=füxung und „Margot! Sie?“ fragte er von Besturgung. und sie nickte ernst.„„„„„ „Es ist besser so,“ sagte sie.„An unseren Gefühlen ändert die Form nichts, aber sie verhindert vielleicht, daß wir, daß Sie sich zum zweiten Male vergessen.“ Sie lächelte traurig.„Denn an dem Entschluß, den ich Ihnen vorhin ausgesprochen habe, kann nichts geändert werden, Heinz.“ „Aber ich begreife dich nicht——“ Vielleicht lernen Sie mich einmal begreifen. Meiner festen Ueberzeugung nach sind wir nicht dazu geschaffen, uns für's Leben zu verbinden. Ich liebe Sie bitte, Heinz, laß mich.“. g.ing Nume Jick Er hatte sie von neuem in seine Arme ziehen wollen. Er war ja fest entschlossen, sie nun, nachdem sie ihm das beseligende Geständnis ihrer Liebe gemacht hatte, zu halten— die eingebildeten Schranken, die sie zwischen ihm und ihr wähnte, niederzureißen. Sie duldete es, daß er sie noch einmal küßte, aber sie erwiderte seine Liebkosung nicht. Und als in diesem Augenblick die Tür aufging und die Komtesse in das Zimmer trat, riß sie sich beinahe ungestüm los und verließ den Raum, ehe Heinz sie hatte halten können. „Es scheint mir vom Schicksal bestimmt, stets im ungeeignetsten Augenblick zu erscheinen,“ sagte die Komtesse zwischen Scherz und Ernst. Heinz aber stieß flehend hervor:„„„ a „Ich bitte Sie, rusen Sie Fräulein Margor zuruak. Ich— sie sie darf nicht so von mir gehen.“ Die Komtesse schüttelte den Kopf,„„ „So haben Sie kein Glück gehabt?“ sagte sie. „Ich will tun für Sie, was ich kann. Aber Sie dürfen nicht mir die Schuld geben, wenn auch ich nichts erreiche.“ Sie verließ das Zimmer, und Heinz blieb allein. Sein Blick fiel zufällig auf einen Spiegel, und er erschrak, als er seine verstörten Gesichtszüge gewahrte. Von E. Ph. Oppenheim. (28. Fortsetzung.)(Nachdruck verboten.) Wo war die Selbstbeherrschung, die er stets als eine der vornehmsten Eigenschaften des gut erzogenen Menschen gerühmt hatte? Durfte er sich von dieser Leidenschaft so ganz überwältigen lassen? Er richtete sich energisch auf und strich sich leicht mit der Hand über die pochenden Schläfen. Er konnte ja doch glücklich sein, wußte er doch, daß ihn Margot liebte. Aber er war nicht glücklich, nicht in diesem Augenblick. Margot hatte bei ihrer Erklärung, daß sie niemals die Seine werden könnte, zu viel Festigkeit gezeigt, als daß er nicht für sein Glück zittern sollte. Er kannte sie ja wirklich so wenig; und vielleicht gab es doch etwas, was ihre Verbindung unmöglich machte. Aber es sollte, es durfte nichts Derartiges geben, er wollte alle Hindernisse überwinden.“ Voll bebender Erwartung sah er der Komtesse entgegen. Würde sie Margot mitbringen? Aber sie kam allein. „Ich weiß nicht, was Sie ihr getan haben,“ sagte sie mit ihrer melodiösen, angenehmen Stimme,„ob Sie sie beleidigt oder— zu glücklich gemacht haben. Jedenfalls will sie Sie heute nicht mehr sehen, ich kann Ihnen nicht helsen, mein Freund.“ — ich weiß nicht, was ich denken soll,“ sagte Heinz erregt.„Sie selbst ermahnten mich, Margot gegenüber vorsichtig und korrekt zu verfahren. Und sie — ist ein junges Mädchen, dem man manches zugut halten soll, was ein Mann nicht tun dürfte," fiel ihm die Komtesse ins Wort.„Und Sie— was gibt es?“ Die niedliche, kleine Zose uverbrachte ihr eine Karte. Als sie einen Blick darauf geworsen, sah sie unwillkürlich zu Hollfelden hinüber und sagte unmutig: „Aber sagte ich Ihnen nicht, Jequette, daß ich für diesen Herrn keinesfalls zu sprechen bin?“ „Er wollte sich gar nicht abweisen lassen, gnädiges Fräulein,“ sagte das Mädchen entschuldigend.„Und ich wußte nicht—.—.... g, 4#u. 12 8 „Sagen Sie ihm, oaß ich Besuch halle, und baß ich ihn nicht annehmen könnte,“ beschied sie die Gräfin. „Es kommt auf die Form nicht an. Denn ich wünsche nicht, noch einmal von ihm behelligt zu werden.“ Das Mädchen entfernte sich, und die Komtesse wandte sich wieder Hollfelden zu, der schweigend gewartet hatte. Aber es war eine Unruhe jetzt in ihrem Wesen, die er vorher nicht wahrgenommen hatte. „Sie dürfen mir nicht zürnen, daß ich Ihnen keine bessere Auskunft geben konnte. Aber ich sagte Ihnen 5 * 8 0 * Ne.**— SOEZE * S 0 55 O 8#5 8500 S 8, K #*Sn— PSg•1 ES S S GSESSSES HEUSEGULSE # a.* 8.9.98 # 9 5 See ja vordem schon, daß Margot unberechenbar ist und daß man nichts mit ihr ausrichten kann, wenn sie sich etwas in den Kopf gesetzt hat.“ „Aber Sie werden begreifen, in welcher Unruhe ich mich befinde,“ sagte Heinz.„Ist es wahr, daß Fräulein Margot morgen früh——“ Die Komtesse erhob abwehrend die Hand. „Fragen Sie mich nicht, lieber Freund, denn ich mußte Margot auf ihre eindringlichen Bitten versprechen, Ihnen über nichts Auskunft zu geben.“ „Ich bitte Sie. wenigstens das eine könnten Sie mir doch sagen. Es wird nicht Margots Absicht sein, mich fortzuschicken wie einen lästigen Bittsteller, den man so kurz wie möglich absertigt. Ich glaube doch, etwas Besiu rs verdient zu haben,„„ Der C n bereitete die peinuche Lage, in der sie sich ihm gegenüber befand, offenbar Verlegenheit. „Es tut mir herzlich leid, Herr Hollfelden, aber ich darf mein einmal gegebenes Wort nicht brechen. Ich will mit Ihnen hossen, daß zwischen Margot und Ihnen noch alles gut werden wird, aber ich habe die Erfahrung machen müssen, daß die Einmischung eines Dritten in Liebesangelegenheiten sehr selten zum guten ausschlägt, daß man in den meisten Fällen nur unheilvolle Verwirrung anrichtet. Sie sind ein Mann, und Sie werden Ihren Weg ohne Zweisel allein zu sinden wissen.“.8„ Samtere i 1181. „Ich werde ihn finden, Komiesse!“ sagte er fest. „Und ich will Ihnen nicht länger lästig fallen. Wollen Sie mir gestatten, wiederzukommen „Ich pflege in der Kakaostube am Wittenberg=Platz zu frühstücken, Herr Hollfelden, gegen die elfte Stunde. Wenn wir uns dort treffen sollten, wird es mir angenehm sein.“ Er verabschiedete sich und ging langsam die breite, teppichbelegte Treppe hinunter. Als er am letzten Absatz angelangt war, kam ihm die kleine Zofe entgegen, mit hochrotem Antlitz und wie in zorniger Erregung blitzenden Augen. Ihre große Aufregung war so unverkennbar, daß Heinz unwillkürlich stehen blieb und fragte: „Was ist Ihnen? Ist Ihnen etwas geschehen?" Das Mädchen hatte offenbar Vertrauen zu dem eleganten Besucher Ihrer Herrschaft gesaßt, der mit Trinkgeldern nicht gespart halte, denn sie zögerte nicht, ihm Auskunft zu geben. „Geschehen ist mir nun gerade nichts,“ sagte sie. „Aber soll ich mich nicht ärgern, wenn man mich so, so unverschämt über meine Herrschaft auszufragen 1ch„„„„amen Gafti. Heinz stromte das Beut zum Herzen. Hastig sagte er:„„„„ „In der Tat, Sie haben recht, sich oarüber zu ärgern. Aber wer wollte Sie denn ausfragen?" „Der Herr, den ich vorhin fortschicken mußte. Er hat die ganze Zeit unten vor der Haustür gestanden, ich weiß nicht, was er da herumzuspionieren hat. Na, bei mir ist er jedenfalls an die Unrechte gekommen.“ Heinz entnahm seiner Börse ein Geldstück und drückte es der Kleinen in die Hand. „Sie sind ein braves Mädchen,“ sagie er.„Und schicken Sie nur jeden k. zerhand fort, der Ihnen mit neugierigen und zudring cchen Fragen kommt.“ Ein steundliyer Bick aus ihren blanken Augen belohnte ihn für die reire Gabe, und mit einem niedlichen Knix setzte das Mädchen ihren Weg nach oben fort. Heinz aber traf, wie er es nicht mehr anders erwartet hatte, vor der Haustür auf Herrn Paul Martens. Beide Hände in die Taschen seines viel zu weiten modefarbenen Sommer=Paletots geschoben, stand Martens vor ihm und firierte ihn mit einem unverschämten Blick. Er zog zwar den Hut, als Heinz ihn drohend ansah; aber als Hollfelden, ohne den Kleinen einer Anrede zu würdigen scharf und an ihm vorübergegangen war, lachte er spöttisch auf, ein unangenehmes, heiseres Lachen. Esten Sum m. Es zuckte Heinz in den Fausten, dem Burschen die verdiente Züchtigung zuteil werden zu lassen. Aber er beherrschte sich und setzte seinen Weg fort, ohne sich um den vor Aerger gelb gewordenen Glücksritter zu bekümmern. 21. Kapitel. Die Komtesse sah gut aus, und sie wußte es. Sie hatte in der Nacht vortrefflich geschlafen, ihre lebhaften graublauen Augen sahen klar und frisch in die Welt, und sie hatte die Sicherheit der Weltdame, die weiß, gut frisiert und gut angezogen zu sein. Ihr Gesellschafter aber in der traulichen kleinen Kakaostube, wo man von jungen Mädhen in kleidsamer holländischer Tracht bedient wurde und das beste und wahlschmeckendste Gebäck erhielt, schien gerade das Gegenteil von ihr. Er sah bleich und übermüdet aus, seine Gesichtszüge, die jetzt von der Erregung angespannt waren, waren schärfer geworden in der letzten Zeit. „Ich wünschte,“ sagte sie und lächelte ihm ein wenig zu,„daß ich tun könnte, was Sie verlangen. Aber es ist nicht so leicht, nicht so leicht und so einfach, wie Sie glauben. Sie sagen:„Geben Sie mir die Adresse Ihrer Freundin.“ Sie verstehen reizend zu bitten, und ich würde Ihre Bitte so gern erfüllen. Aber Morgot sagte mir:„Gib niemandem meine Laß niemanden nissen, wohin ich gedas nicht auch auf mich!" Adresse! gangen „Sicherüch bezog sich sagte Heinz flehend. „Aber doch, lieber Freund! Sie nannste sogar ausdrücklich Ihren Namen," erklärte die Komiesse. „Ich fragte sie:„Nicht einmal Herrn Hollfelden?“ Und sie sagte:„Rein, nein, nein!“ „Und— haben Sie es ver prochen? Ganz fest versprochen:“ g(g01g ich „Das ist es ja eben! Was sonle ich sonst tun? Man kann ihr nicht widerstehen. Ich sagte ihr:„Du bist ein törichtes Mädchen, und Herr Hollfelden wird mir zürnen.“ Und als sie darauf nicht hörte, wollte ich es noch besser machen und sagte:„Herr Hollfelden wird auch auf dich zornig sein, und ich werde mich ihm sehr angenehm machen— wer weiß, ob er dich nicht darüber vergißt?“ Aber sie schüttelte den Kopf. Sie kennt die deutschen Männer und weiß, wie schrecklich beständig sie sind.“ „Ist das eine schreckliche Eigenschaft, Komtesse?“ „Ja, ich finde,“ sagte sie und zog eine kleine Grimasse.„Ich liebe die Männer nicht, die zu einer Zeit nur an ein Mädchen denken können. Sie haben kein Feuer, keine Leidenschaft. Und, wenn er nur ein Liebchen hat, wie will er die Frauen kennen lernen? Unter Hunderten sind sich nicht zwei gleich.“ „Das ist möglich, aber ich meine, wenn ein Mann ein Mädchen sehr liebt, ist ihm das ganze übrige weibliche Geschlecht gleichgültig.“ „Sie sollten es nicht sein. Es ist nicht richtig. Der Liebhaber, wie er nach meinem Herzen wäre, sollte das geliebte Mädchen in dem ganzen weiblichen Geschlecht verehren. Er dürfte gegen keine Frau unfreundlich sein, gegen jede galant. In seinem Herzen mag er einer treu sein, aber das ist sein Geheimnis, und gerade um ihretwillen sollen ihn alle Mä##chen der Welt interessieren. Er soll mit ihnen flirten, wenn sie es wollen, er soll sie bewundern, wenn er auch in der Stille seines Herzens der einen Einzigen stets den Vorzug gibt.“ „Eine sehr gejährliche Doktrin, Komtesse.“. (Fortsetzung folgt.) — Denkspruch. Es ist der Vorzug höherer Naturen, daß sie die Welt mit allen ihren Enzeiheiten immer lymdolisch sehen. Jebbel. Edelweiß. Ein Plauderstündchen am Kamin, belauscht von B. E. (Nachdruck verboten.) „Du gestattest wohl, Elisabeth, daß ich ein wenig bei dir eintrete?“ Die junge Fürstin L., an welche diese Worte gerichtet wurden, lehnte in einem Sessel vor dem Kamin, dessen helloderndes Feuer ihr feines, blasses Gesicht in rosige Glut tauchte. Jetzt wandte sie das blonde Haupt ein wenig, und ihre großen, schimmernden Augen überflogen mit einem halb erstaunten, halb fragenden Blick die stattliche Gestalt ihres Gatten, der eigentlich ein Fremder in diesen Räumen war. „Bitte, nimm Platz,“ erwiderte sie alsdann höflich,— du wünschest?“ Der Fürst, ein noch junger, hochgewachsener, blonder Mann, dessen Züge einen müden, abgespannten Ausdruck zeigten, schob einen Sessel heran und ließ sich auf demselben nieder.„Ich war recht lange nicht hier," begann er halb zögernd, indem er seine Blicke gelangweilt in dem kleinen, kostbaren Frauenbondoir hin und wieder „In der Tat,“ gab sie mit schmerzlichem Lächeln zu. „Indessen— du wirst einsehen— die konventionellen Pflichten“— fuhr er fort „O gewiß!" bestätigte sie freundlich. „Die wachsenden Regierungssorgen,— die Wahlen — meine Zeit ist übermäßig in Anspruch genommen!“ „Leider,“ klang es wie ein Seufzer von ihren Lippen, und bei dem aufflammenden Schein des Feuers sah er, wie sich der feine Zug des Leidens, den die letzten Monate in ihr lebensvolles Antlitz vergraben, schmerzlich vertiefte. 0 dend, fein sie ringsten!“, „Ah!“— er schien fast überrascht, sichtlich erleichtert. gf... kgaen ge. Dann fuhr er fort:„Ich wollte etwas fragen, Elisabeth. ich vorhin durch die Orangerie ging, entdeckte ich, daß unter den Topfgewächsen meine Lieblingsblume fehlte,— das Edelweiß!“ Sic errötete leicht.„Ich habe dem Gärtner befohlen, die Blume fortzunehmen,“ entgegnete sie dann unsicher. „Und warum, wenn ich fragen darf?“ erkundigte er sich gereizt. Er hatte sich aus seiner lässigen Haltung emporgerafft, und für einen Moment tauchten ihre Blicke beinahe feindselig ineinander. „Ah,“ ihre Stimme klang wieder kühl und ruhig, „weil sie hier im Tieflande nicht gedeihen! Die Luft auf den Alpen ist durchsi#ig, klar und rein, hier unten aber ist sie dick und staubig, und die Edelweiß, die in der Höhe wie lichte Sterne zwischen Fels und Stein hervorleuchten, werden hier grau und unansehnlich!“ „Du scheinst ja in der Botanik merkwürdig bewandert,“ meinte er grollend.„Ich kann mir aber keinesfalls denken, daß das Edelweiß sich zu einem solchen Modeartikel aufgeschwungen hätte, wenn deine Ansicht die richtige wäre, man sieht die Blume jetzt überall, wo Natur oder Kunst sie zu produzieren vermag.“ Ein feines Lächeln glitt über die Züge der Fürstin: „Frau Mode ist eine sehr launische Dame,“ meinte sie dann mit einem Anflug von Schelmerei,„und herrisch schwingt sie ihr Szepter! Und was das Edelweiß betrifft, das sie jetzt in ihrem Wappen führt“— setzte sie gedankenvoll hinzu—„ein einziger unter den Millionen von Menschen hat es vielleicht seinem Erdreich droben zwischen den schneegekrönten Gletschern entrissen, es in anderen Boden verpflanzt— es gedieh nicht bei uns— dennoch war es etwas, was kein anderer besaß— Tausende begehrten es— so wurde es modern!— Ich sein finsteres, unbewegtes Gesicht. Der Schatten eines Lächelns irrte darüber hin, und ließ es noch kälter erscheinen. Sie fröstelte und fühlte sich plötzlich wieder ganz mutlos. Da blickte er auf, er wollte sie nicht verletzen:„Nun“— meinte er mit erzwungenem Gleichmut—„wenn du dich durchaus als Märchenerzählerin versuchen willst, ich bin ganz Ohr, Elisabeth— erzähle.“ Der feine Sazkasmus, der in seinem Ton lag, hatte durchaus nichts Ermunterndes für die junge Fürstin, doch überhörte sie dies absichtlich und begann, ihren Sessel mehr in den Schatten zurückschiebend, mit ihrer weichen, verschleierten Stimme zu erzählen: „Es war einmal nach einer wundervollen, lauen Sommernacht. Feuchte Nebel lagen über dem dämmernden Tal und verhüllten die Fernsicht der Berge. Da entstieg der feurige Sonnengott seinem Wolkenbette, und tauchte Himmel und Erde in flammende Glut, daß selbst das Eis der Gletscher unter seinen feurigen Küssen erbebte. Doch eine Spalte— durch einen Vorsprung geschützt— vermochte er nicht zu erreichen, und in leuchtender Weiße schimmerte der Schnee ihm nach wie vor aus derselben entgegen. Das reizte den Sieggewohnten, er erhitzte sich an dem Anblick, und es verlangte ihn, die Glut seiner Lippen an der schimmernden Fläche zu kühlen. Aber ach, er hatte des Vorsprunges nicht gedacht, an dem er im Uebereifer sich ritzte, daß ein roter Tropsen seines flammenden Blutes zurückblieb auf dem weißen Schnee, den er mit seinen feurigen Küssen deckte. „Und siehe da, aus dem Götterblute erwuchs eine liebliche Blume, dem Schnee gleichend in seinem leuchtenden Weiß, und hob ihre schimmernden Blüten empor zur Soune. Ein geheimnisvoller Zanber schien in ihr zu leben, denn die Kälte vermochte ihre Kraft nicht zu lähmen, noch der Föhn ihren zarten Stengel hinwegzuwehen. Wie leuchtende Sterne hoben sich die Blüten von kahler Felswand ab, in schwirdelnder Höhe, wo Eis und Schnee niemals hinwegtant. „Die Menschen aber, die in der Tiefe wohnten, hörten von der Wunderblume, und manch tollkühner Wanderer wagte den gefahrvollen Aufstieg und fand grausen Tod beim Absturz in Schluchten und wilde Gebirgswölter,..„ IIn Prinz dm 6i, Ne „Einmal aber, oa lam ein Prinz— den die Aerzte aus fernein Norden dahergeschickt hatten— des Weges; denn er war krank, unheilbar krank, so wollte es scheinen; — ihm fehlte das Herz! Dem Sonnengott aber, der wieder sein Himmelslicht strahtend leuchten ließ über Berg und Tal, gefiel der Prinz gar wohl, mit seinen goldenen Locken und den Augen mit dem Falkenblick— und, als auch der Prinz den Aufstieg wagte, aus Laune und Zeitvertreib nur, da baute er ihm eine Strahlenbrücke, und wie von Götterarmen getragen, langte er oben an. Als er aber die Blume nun vor sich sah, da stieg ihm das Blut in sein bleiches Gesicht— und in seiner Brust vernahm er ein seltsam Hämmern und Klopfen, das er nie zuvor darin verspürt hatte— und verwundert lauschte und fühlte er, bis er staunend begriff, daß ihm die Wunderblume gebracht hatte, was kein Arzt ihm zu geben vermocht,— ein Herz! Da zog er seinen Degen aus der Scheide, grub die 8 8 1 Seite. te 6. Schwerter Zeitung.(Amtliches Kreisblatt.) Montag, den 11. November 1912. Nr. 266. Ein gulel Carin leuter 7402 Ohne teures Fleisch kann die Hausfrau wohlschmeckende, nahrhafte Suppen herstellen. wenn sie die bekannten Maggl's Suppenwürfel zu 10 Pfg. für 2—3 Teller kauft. Maggl's Suppen stehen den besten mit Fleischbrühe zubereiteten Suppen in nichts nach.— Mehr als 40 Sorten.— Beim Einkauf achte man aber auf den Namen Maggl und die Schulzmarke„Kreuzstern.“ Die dute eiche ist Battigs Bielefelder BrillantGlanz-Stärke. Aelteste Marke. Fordern Sie ausdrückl. 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