-funden nreis borde Em# Dolzwickeder Zeitung ALE Gplerbecker Zeitung * Jerbunden uit: Ihnnen Lochundind Schwerter Tageblatt S Schwerter Anzeiger ssoraan des Kreiles o General-Anzeiger für den Kreis Hörde o Haupt-Annoncenblatt Freitag, den 8. November 1816. ale bris, and icholpollzelichen Derrt. nungen für den Kreis Horde erlangen gemäß Bekanntmachung dei Königlichen Regierung durch Veröffentlichung in dei„Schwerter Zeitung" rechtsverbindliche Kraft.— Die „Schwerter Zeitung“ gewährt ihren Abonnen= ten für jeden mit Tod endenden Unsall gebagungen“: 300 Mk. Unfall: Druck u. Verlag o. Corl Braus. Schwerte=Rudr reisangebot, kauf unteren angekauft. Fernsp. 62. Telegr.=Adr. Braus lai Lama in Lhassa angekommen ist. Die bririschen Truppen trieben die ausgelösten chinesischen Truppen gewaltsam aus Tibet. Der chinesische Gesandte, der mit dem Dalai Lama verhandeln soll, wurde unterwegs v. der brittischen Regierung angehalten u. aus Tibet vertrieben. England sucht auf alle Weise den Dalai Lama zu verhindern, daß er mit Peking Fühlung bekomme. en. Ssaatsmännsr herbeibindliche Höflichkeiten ausgetauscht, wir habe manche schön klingende Rede gehört, jedes Jahr kommen amerikanische Professoren zu uns und gehen deutsche Gelehrte nach drüben, auch Slatuen und Denkmäler sind ausgewechselt, aber alle düese Tatsachen sind doch nur an der Oberfläche haften geblicbene Erscheinungen, die das, worauf es ankommt, die handelspolitische Verständigung, noch wenig berührt haben. Erfreulich ist hingegen, daß sich die zahlreichen Deutschen in Nordamerika in neuester Zeit mehr als früher auf ihre Abstambesonnen haben. Der Bau von Kriegstautomobilen wird in einer Zuschrift an die„B. Z.“ der deutschen Heeresverwaltung vorgeschlagen. Es sei zwar von militärischer Seite durch Einstellung von Personen= und Last=Automobilen, durch Gründung vom Automobilkorps und Heranziehung fahrender Ordonnanzoffiziere, sowie durch Einziehung kriegsbrauchbarer Fahrzeuge ein stattlicher Wagenpark geschaffen, doch lasse die Kriegstüchtigkeit im Falle von Rekognoszierungen usw. zu wünschen übrig. Um den im Kriegsfall unumgänglich notwendigen Anforderungen zu genügen, gelte es, eine spezielle Kriegskarosserie zu bauen, deren Konstruktion erheblich von der der gebräuchlichen Aufbauarten abweicht. Der neue Präsident. Die Präsidentenwahl in den Vereinigten Staaten von Nordamerika ist vorüber; gewählt ist der Demokrat Wilson. Hätte sich der gegenwärtige Präsident Taft entschließen können, zu Gunsten der Kandidatur seines Vorgängers Theodor Roosevelt zurückzustehen, so würde dieser wahrscheinlich den Sieg errungen haben. Die Wahl des Staatsoberhauptes in der großen Republik jenseits des Ozeans hat heute nicht mehr die Bedeutung wie einst für das internationale Wirtschaftsleben; im Lande der unbegrenzten Möglichbeiten ist für die Politik das Wahrscheinliche bereits Ereignis geworden, mag der Präsident einer Partei angehören, welche auch immer es sein mag. Die hohe wie die Zoll=Politik sind im wesentlichon festgelegt worden, alle Anläuse, die hinsichtlich einer Aenderung der letzteren unternommen wurden, sind auf halbem Wege zum Stillstand gekommen. Viele Worte sind gemacht, aber die Taten sind nur im bescheidenen Maße gefolgt, und selbst der ungestüme Roosevelt hat in seinem Kampfe gegen die Millionen=Spekulanten nicht obgesiegt, obgleich die Erbitterung der Bevölkerung gegen deren Verteuerungs=Politik allgemein war. Vielleicht gewinnen wir günstigere Zollsätze drüben durch unser neues Petroleum=Monopol; eine wirkliche wirtschaftspolitische Reform in NordAmerika ist aber nur von einem gemeinsamen lest ganz Europas zu erwarten, und daran ist leider vorerst nicht zu denken. Der Nord=Amerikaner ist ausgesprochener Geschäftsmann, er hat nur Sinn für den blanken Verdienst nicht für internationale Rücksichtsnahmen, die ihm seinen geschäftlichen Gewinn um eine Kleinigkeit schmälern könnten. Das zeigte sich bei der ersten Ankündigung unseres Petroleum=Monopols, gegen das man sofort drüben Sturm lief. Und ebenso steht es in der hohen Politik; seitdem im Kuba=Kriege die Amerikaner den maßgebenden Einfluß auf dieser einst spanischen Insel gewonnen und die asiatischen Philippinen=Inseln besetz: haben, seitdem später der Bau des großen Schifffohrtskanals durch die Landenge von Panama begonnen und dessen Befestigung beschlossen worden ist, ist die auswärtige Politik der Regierung in Washington festgelegt. Sie muß die entfernten Angelpunkte ihrer Macht aufrecht erhalten, und könnte sie under einem ehrgeizigen Präsidenten nur noch weiter ausdehnen. An eine Beschränkung ist nicht zu denken! Die Amerikaner sind über manche prinzipielle Frage fortgekommen, die früher den Wahlkampf beherrschte, und werden auch noch weitere unumstößliche Grundsätze von einst zum alten Eisen werfen. Das gilt besonders von dem früheren ungeschriebenen Gesetz, kein Staatsmann dürfe sich mehr als zweimal zum Präsidentschafts=Kandidaten aufstellen lassen. Aufgeräumt ist erfreulicherweise wenigstens zu einem großen Teil auch mit der ehemaligen Beuteverteilung, in welcher nach einer Neuwahl alle Staatsposten vom Minister bis zum betzten Postbeamten mit neuen Leuten, die natürlich der siegenden Partei entnommen waren, besetzt wurden. Heute wird doch für alle wichtigeren Stelhen eine entsprechende Vorbildung gefordert, und nur der Rest bleibt zur Belohnung für Parteigänger, die dann in den vier Jahren ihrer Amtsverwaltung gemäß der Dauer des Präsidenten=Amtos so viel wie nur irgend möglich herauszuschlagen suchen. Eine Erinnerung an den alten Schlendrain bildet Guiteau, der den Präsidenten Garsield erschoß, weil ihm ein geforderter bequcmer Posten abgeschlagen war. So bleibt die Neuwahl eines nordamerikanischen Präsidenten am bedeutsamsten für das innere politische Leben der Republik, das nicht selten ganz merkwürdige Erscheinungen entwickelt. Die letzte Präsidentschaft Noosevelts war reich daran, und auch unter seinem Nachfolger William Taft ist es laut genug zugegangen. Deutschland hat mit der nordamerikanischen Union seit geraumer Zeit veraus schwerer russ. in unerreicht schöner empfiehlt 11n mung Politische Uebersicht. im Neuen Palais bei Der Kaiser empsing Potsdam den Ministerialdirektor Kirchwer und den Geh. Sanitätsrat Prof. Dr. Pannwitz, die Bericht über die Malaria=Expedition nach Jerusalem ertatteten. Prinz Heinrich von Preuzen stattete nach seiner Rückkehr von der Chinareise am Donnerstag dem Reichskanzler v. Bethmann Hollweg einen Besuch ab. Der italienische Minister des Auswärtigen Marquis di San Giuliano verläßt nach seinem viertägigen Besuche am heutigen Freitag Berlin wieder, um direkt nach Nom zurückzukehren und dort dem in der kommenden Woche zusammentrelenden Parlament Bericht über die internationale Lage zu erstatten. Am Donnerstag verblieb der Minister auf der italienischen Botschaft und hatte dort gelegentlich eines intimen Frühstücks eine eingehende Unterredung mit dem österreichisch=ungarischen Botschafter Grafen Szögyeny. Es braucht nicht ausdrücklich gesagt zu werden, daß die Berliner Besprechungen ein volles Einvernehmen in den schwebenden politischen Fragen zum Ergebnis hatten. Nachmittags machte der Minister dem Reichskanzler und dem Staatssekretär von Kiderlen=Wächter Abschiedsbesuche. Reichskanzler von Bethmann Hollweg hat an die Tochter des verstorbenen nat.=lib. Abg. Hackenberg folgende Beileidsdrahtung gesandt:„Die Nachricht von dem Todes Ihres auch von mir hochverehrten Herrn Vaters hat mich aufrichtig betrübt, und ich bitte Sie, meiner herzlichsten Teilnahme versichert zu sein.“ Die nationalliberale Partei will im Lause des Winters für den Verstorbenen eine Trauerfeier in Berlin veranstalven Im preußischen Abgeordnetenhause ist abermals eine Ruhepause bis zum nächsten Montag eingekreten, nachdem Handelsminister Sydow noch wichtige Erklärungen über die Ausführungsbestimmungen zum Privatbeamtenversicherungsgesetz abgegeben hatte, das am 1. Januar 1913 ganz bestimmt in Kraft tritt. ie Maul= und Klauenseuche 3 ff. des Viehseuchengesetzes S. 51:) mit Linisters für Landwirtschaft, endes bestimmt: despolizeilichen Anordnung ausgesprochene Verbot des vieh wird weiterhin bis zum iit Ferkeln kann jedoch vom oder für einzelne Teile des mannten Zeitpunkte gestattet in einem auffälligem Mißverhältnis zu dem angegebenen Einkommen, so hat die Schätzung des Einkommens nach dem Aufwand zu erfolgen, soweit nicht der Steuerpflichtige nachweist, daß er seinen Aufwand aus einem Kapitalvermögen oder durch Aufnahme von Schulden oder durch Einkünfte bereitet, welche nach den Bestimmungen dieses Gesetzes bei der Berechnung des steuerpflichtigen Einkommens außer Ansatz zu lassen sind. tretung: gez. Oesterreich= Ungarn. Kaiser Franz Josef über den Balkankrieg. In seiner Ansprache beim Empfange der Delegationen in Budapest wies der Kaiser auf den Balkankrieg hin, der eine erhöhte Wachsamkeit gebiete. Die Möglichkeit der Gesährdung wichtiger Interessen Oesterreichs mache die baldige Wiederherstellung geordneter politischer und kommerzieller Verhältnisse am Balkan dringend erwünscht. Die kaiserliche Regierung sei daher bereit, im Einverständnis mit den verbündeten Kabinetten im geeigneten Zeitpunkt if die Wiederherstellung des Friedens Aktion der Großmächte teilzunehmen. Aus Stadt und Umgebung. lischer Film) ri zum Mitsingen abzeichen.) Aus Anlaß der bevorstehenden Kontrollversammlungen macht der Vorstand des Preußischen Landes=Kriegerverbandes die Vorstände seiner Verbände und Vereine darauf aufmerksam, daß von sämtlichen Königlichen Generalkommandos die Erlaubnis erteilt worden ist, daß die dem Landes=Kriegerverbande angehörenden Kameraden den Kontrollversammlungen das Landesverbandsabzeichen anlegen. In der in der„Parole“ veröffentlichten Bekanntmachung heißt es:„Wir vertrauen zu unseren Kameraden, daß sie in ausgibigster Weise von dieser Erlaubnis Gebrauch machen und mit berechtigtem Stolze sich auch äußerlich als Kriegervereinsmilglieder kennzeichnen werden. Die geehrten Vorstände der Verbände und Vereine ersuchen wir, den Kameraden hiervon erneut Kenntis zu geben und darauf zu dringen, daß sie alle das Landesverbandsabzeichen oder ihre Vereinsabzeichen bei den Kontrollversammlungen tragen.“— Das Abzeichen auf der Brust des gedienten Soldaten spricht in der Tat eine beredte Sprache; es weist nachdrücklich darauf hin, daß der so geschmückte frühere Soldat auch serner die königstreue und vaverländische Gesinnung betätigen will, zu der er sich im Fahneneide demann. hlager! an einer auf abzielenden allon der Gtehatngrg. auu Der Monarch dankte sodann noch für die Bewilligung der Wehrvorlagen und gedachte der erfreulichen Entwickelung Bosniens und der Herzegowina dank der loyalen, und patriotischen Haltung der Bevölkerung daselbst. England. Lord Noberts berichtigt. Der Manchester Guardian veröffentlicht eine Zuschrift Lord Noberts, worin er sich gegen die mißverstandene Auslegung seiner in Manchester gehaltenen Rede wendet. Lord Roberts schreibt: Die Auffassung, daß ich als englische Politik dringend empfohlen hätte, England sollte stärker rüsten als Deutschland und dann Deutschland bekriegen, ganz gleich, ob es sich um eine gerechte Sache handele oder nicht, ja sogar ob Streit bestehe oder nicht, nur weil England glaube siegen zu können, diese Auffassung ist mir so fremd und zuwider, daß ich außerstande bin, zu verstehen, wie sie mir zugeschrieben oder aus meiner Rede herausgelesen werden konnte. Lord Roberts erklärt weiter, seine Rede und alle seine Bemühungen bezweckten lediglich, seinen Mitbürgern die schreckliche Gefahr deutlich zu machen, worin England als Nation sich allein befinde, untvainiert, unorganisiert und unbewaffnet inmitlen Europas, wo nicht nur die Großmächte, sondern auch kleinere ler an— Rosenkavalier. nung, wie schön du bist, it, da gibt’s ein Wiedertoliebchen.— Two-Step riechen, du süsses Viehn Sie links rum tanzen u die Taille auf.— la, hen so gerne.— Wer borfmusik: Es bläst der — Liebchen lass uns oderne Eva“ etc. lig mit Text no. Mk. 2.— line„„ 2.50 iolinen„„ 8.— Jung„„ 2.— r„„ 2.50 ter„„ 4.Reihe Ungewauigkeiten enthält, gfache Zweisel erst im Lause der en. Bei seinem Wiederzusammenkritt zu Boginn der neuen Woche wird das Abgeordnetenhaus den Sparkassengesetzentwurf erledigen und dann im November kaum noch Sitzungen abhalten. Zum Ableben des preußischen Staatsministers Graf Botho zu Eulenburg, der in Berlin im 82. Lebonsjahre an Herzschwäche starb, ist dessen Hinverbliebenen ein herzliches Beileldstelegramm des Kaisers zugegangen. Botho zu Eulenburg hatie einst nicht geringe Aussicht, Bismarcks Nachfolger zu werden, hatte doch Bismarck selbst einmal erklärt, daß er in Eulenburg einen eventuellen Nachfolger heranzuziehen gesucht habe. Letzterer war jedoch eine selbständige Natur, sodaß es zu Meinungsverschiedenheiten zwischen beiden kam, die dann 1881 auch zum Rücktritt Eulenburgs führten. Der scheidende Minister wollte damals Bismarck, der im Herrenhause eine Erklärung hatte ingen Mk. 0.50 no. ehen durch Weg 95(kein Laden). vurzein rüben Tagen eintreffend. 7371 bitte schon jetzt.— einberg. Seite 2. Schwerter Zeitung.(Amtliches Kreisblatt.) Freitag, den 8. November 1912. Nr. 264. Für die Zählung der in der Zeit vom 1. Dezember 1911 bis zum 30. November 1912 vorgenommenen amtlich nicht beschauten Schlachtungen dient die blaue Zählkarte(A 1). Ueber die in den Zähikarten enthaltenen, den Viehbesitz des einzelnen betreffenden Nachrichten ist das Amtsgeheimnis zu wahren. Die Angaben dürsen nur zu amtlichen statistischen Arbeiten, nicht aber zu anderen Zwekken, inbesondere auch nicht zu Steuerzwecken, benutzt werden. Die Ergebnisse der Viehzählung dienen daher lediglich den Zwecken der Staatsund Gemeindeverwaltung und der Förderung wissenschaftlicher und gemeinnütziger Aufgaben, wie Hebung der Viehzucht, insbesondere soll aber auch festgestellt werden, ob durch die heimische Viehzucht die für die Volksernährung nötigen Fleischmengen gewonnen werden können. Nach Feststellung der Ergebnisse durch das Königliche Statistische Laudesamt in Berlin werden die Zählkarten vernichtet. 3 *(Stadtverordneten=Wahlen.) Die regeimaßigen Neuwahlen zum Stadtverordneten=Kollegium sind auf den 28. und 29. November dieses Jahres angesetzt, und zwar wählt die dritte Abteilung am 28., die zweite und erste Abteilung am 29. Bekanntlich scheiden aus der ersten Abteilung aus die Herren Prokurist C. Wolf und Kaufmann H. Irle, aus der zweiten Abteilung Gerichtstaxator C. Hohenschwert und Rentner H. Färber, aus der dritten Abteilung Obermeister C. Heierhoff und Betriebsführer E. Korflür. Im übrigen verweisen wir auf die diesbezügliche Bekanntmachung in heutiger Nummer. **(Falsche Fünfmarkstücke) sind in letzter Zeit in großer Anzahl bei den öffentlichen Kassen angehalten worden. Die Nachahmung der Falschstücke ist sehr geschickt erfolgt. Der Klang ist meist bleiern; sie tragen die Jahreszahl 1907 und das Münzzeichen A. Die Fälschungen bestehen aus zwei galvanoplastisch gewonnenen Kupferplatten, die zusammengelötet und versilbert sind. Die Lötung ist am Rande sichtbar. Das Gewicht ist etwa 1 Gramm geringer als das der echten Münzen. *(Erteilung der Wirtschaftskonzession.) In des letzten Sitzung des Bezirksausschusses zu Arnsberg ist dem Bäckermeister Herrn Neveling die Erlaubnis zum Betriebe einer Schankwirtschaft für seine Besitzung an der Hagenerstraße erteilt wordenr. Der Ausschank von gewöhnlichem Branntwein ist jedoch nicht gestattet. Die Erlaubnis zum Ausschank von Flaschenbier war bereits im Apvil 1909 erteilt worden. 14 *(Der Westfälische Verein zur Förderung des Kleinwohnungswesens) hält am 16. November ds. Is. im alten Rathaussaale zu Dortmund unter dem Vorsitze des Oberpräsidenten seine 11. Mitgliederversammlung ab. Auf der Tagesordnung steht zunächst ein Bericht über die 10jährige Vereinstätigkeit. Ferner stehen auf der Tagesordnung wichtige Vorträge über die gesetzliche Regelung des Wohnungswesens. Geheimer Justizrat Prof. Dr. Ermann=Münster wird über die privatrechtlichen Fragen des Baubodens(Kaufpreishypothek, Wiederkauf, Erbbaurecht) und Baukredit sprechen, während Dr. jur. Altenrath, Dezernent der Zentralstelle für Volkswohlfahrt in Berlin, einige Forderungen an die Wohnungsgesetzgebung auf dem Gebiete der Verwaltungs= und Kreditorganisation behandeln wird. Nachmittags wird der Leiter der bautechnischen Vereinsabteilung, Dipl.=Ing. SonnenMünster, aus der Praxis der Bauberatung des Westfälischen Vereins zur Förderung des Kleinwohnungswesens berichten. Im Anschluß an die Tagung des Westfälischen Vereins zur Förderung des Kleinwohnungswesens wird der ihm durch Verwaltungsgemeinschaft nahestehende Verband der Westfälischen Baugenossenschaften am 17. November ebenfalls im alten Rathaussaale seinen 10. Verbandstag abhalten. Hier werden außer geschäftlichen Verhandlungen zwei Vorträge gehalten, und zwar von Gerichtsassessor Dr. Lade=Berlin über die Geldbeschaffung der Baugenossenschaften unter besonderer Berücksichtigung ihrer Liquidität und von Rektoratschullehrer Große=Brauckmann in HombruchBarop über die Wohnungspflege bei den Baugenossenschaften. *(Großes Jagdglück) hatte die Schwerter Jagdgesellschaft, welche anläßlich der Hubertusfeier eine Jagd in den Jagdgründen bei Höingsen veranstaltet hatte. Von den Jägern wurden 6 Rehe(4 Ricken und 2 Böcke, darunter ein ungerader Achter), 16 Hasen, 1 Fuchs, 3 Fasanenhähne und 1 Steinmarder zur Strecke gebracht. Weidmannsheil! **(Aus der evangelischen Gemeinde.) Die evangelisch=lutherische Gemeinde zählt 9 500 Seelen. Im Jahre 1911 betrug die Zahl der evangelischen Taufen im ganzen 278, darunter 30 aus Mischehen und 7 unehelich; der Neukonfirmierten 236, darunter 12 aus Mischehen. Der Kommunikanten 2111, darunter 47 Privatkommunikanten; der beim Psarramt angemeldeten Verstorbenen 150, wovon 148 kirchlich beerdigt wurden. Es trat 1 Evangelischer zur katholischen Kirche über. Die abgehaltenen kirchlichon Kollekten Brachten 1037,50 Mark, die Hauskollekten für dürftige Gemeinden der Provinz 100 Mark und für den kirchlichen Hülfsverein 54,94 Mk.; also im ganzen 1192,44 Mark ein. **(Regiments=Jubiläum.) Das InfanterieRegiment von Courbiere(2. Pos.) Nr. 19 in Görlitz begeht vom 4. bis 6. Juli 1913 die Feier seines 100jährigen Bestehens. Alle ehemaligen 19er, die an der Feier teilnehmen wollen, werden gebeten, ihre genaue Adresse mit Angabe der Dienstzeit und Kompanie dem RegimentsgeschäftsDer Antergung der Turnel. Der Beschluß des türkischen Kriegsrats, die Feindseligkeiten fortzusetzen, steht in zu aufsallendem Widerspruch zu dem dringlichen Friedensersuchen der Konstantinopeber Regierung, als daß man ihn nicht für ein Manöver halten sollte zu dem Zweck, die eingeleitete diplomatische Aktion zu gunsten der Türkei zu beeinflussen Ss lange die Staaten des Balkanbundes einen Wassenstillstand nicht angenommen, geht der Krieg ohnehin weiter. Daß die Kämpfe an der Tschataldschalinie nicht wesentlich anders ausfallen werden als die voraufgegangenen, ist zum mindesten als das Wahrscheinliche anzusehen. Was aber in Kenstantinopel geschehen würde, wenn die demoralisierte und hungernde Solbateska dort einsielt, kann man sich vorstellen, wenn man an die Schreckenstaten der verzweiselten türkischen Truppen in Saloniki und Rodosto denkt. Ein Glück, daß Kriegsschiffe der Mächte vor der bedrohten Hauptstadt bereits eingetrossen sind und ihren in Konstantinopel lebenden Staatsangehörigen im Augenblick der Gefahr sofort Schutz und Zuflucht gewähren können. Die diplomatischen Beratungen werden mit Eifer fortgesetzt. Ernste Sorge verursacht namentlich Serbiens Verlangen, Albanien bis zu den Küsten des Adriatischen Meeres zu behalten. Die Kämpfe an der Tschataldschalinie, dem letzten Schutzwall Konstantinopels, haben bereits begonnen. Nach einer Meldung der„Köln. Ztg.“ wurde die Linie bereits von den Bulgaren durchbrochen. Ein türkischer Offizier erklärte, daß zu ihrer Verteidigung nichts vorbereitet worden sei. In zwei Kolonnen rückten die Bulgaren den flüchtenden Türken von Wisa=Saria aus nach. Der nördliche Flügel hatte nach heftigen Kämpsen bei Istrandza und Jeniköf die Türken nach dem Darkossee geworfen, der die besestigte Linie nach Norden am Schwarzen Meere flankiert. Südlich dieses Sees beabsichtigten die Bulgaren, die starke Kräfte nachgezogen hatten, den entscheidenden Stoß gegen das letzte türkische Bollwerk zu führen. Das Zentrum und der südliche Flügel der bulgarischen Streitkräfte waren der Orientbahnlinie gefolgt, hatten die geschlagene türkische Nachhut längs der Bahnlinie zurückgedrängt, um den Angriff auf die türkischen Stellungen bei der Stadt Tschataldscha durchzuführen. Es ist anzunehmen, daß gleichzeitig auch noch von den vereinigten serbisch=bulgarischen Streitkräften ein Angriff auf die südlichen Forts der Tschataldschalinie erfolgt.— Die im Laufe des Donnerstags unbestätigt gebliebene Meldung der„Köln, Ztg. aus Sofia lautet: Der Widerstand der Türken ist nach zweitägigen erbitterten Kämpfen endgültig gebrochen und die geschlagene türkische Armee aus den Stellungen von Tschataldscha geworfen. Eine größere Anzahl Fahnen soll den Bulgaren in die Hände gefallen sein. Auf dem westlichen Kriegsschauplatze ist der Zusammenbruch der Türkei völlig besiegelt. Die bulgarische Westarmee steht bei Seres, serbische Truppen nahmen Monastir, bei Ipek im Sandschak vereinigen sich serbische und montenegrinische Truppen. Saloniki ist samt seiner 15000 Mann starken Besatzung, zu denen noch die Ueberreste der bei Jenidza geschlagenen Armee hinzukommen, von den Griechen vollständig eingeschlossen. Die Bedingungen der vom Kronprinzen Konstantin geforderten Uebergabe Salonikis sollten schon unterzeichnet werden, als der Vertrag an der Forderung des türkischen Kommandanten, daß seine Truppen freien Abzug mit Waffen erhalten sollten, scheiterte. Der Kommandant soll darauf Selbstmord verübt haben. Ueber das Schicksal des türkischen Generalissimus Nazim Pascha herrscht volle Angewißheit; nach den einen ist er gefallen, nach anderen in Gefangenschaft geraten. Die Montenegriner besetzten die Häsen Allessio und San Giovanni di Medua am Adriatischen Meer. In Konstantinopel herrscht bis zum Augenblick noch Ruhe, obwohl viele Fremde die Stadt bereits verlassen haben. In Rodosto, das die Bulgaren soeben genommen haben sollten, beging die türkische Soldateska furchtibare Taten. Auf der Flucht von Lüle Burgas halten die Leute ihre Waffen fortgeworsen, ausgehungert und erschöpft kamen sie in Rodosto an, voll von Haß gegen die Ungläubigen. Nach einer Londoner Meldung steckten die von Sinnen gekummenen Soldaten die Stadt Rodosto an sieben verschiedenen Stellen gleichzeitig In Brand. Sie raubten, was ihnen vor Augen kam, massakrierten die Bewohner, vergewaltigten die Frauen. Frauen und Kinder wurden in die Flammen der brennenden Stadt geschleudert. Viele Einwohner suchten sich auf den im Hafen liegenden Booten zu retten. Einige Boote kenterten, ihre Insassen ertranken. Anderen Flüchtlingen setzten die rasenden Soldaten nach und ermordeten sie auf der See. Die Verbündeten wollen mit der Türkei unterhandeln. In gut unterrichteten Kreisen verlautet, daß die Verbündeten direkt mit der Türkei verhandeln werden, sobald die Türkei sich an sie wendet und sich verpflichtet keine Truppenverschiebungen in Asien mehr vorzunehmen. Einem Korrespondenten gegenüber äußerte sich der Kammerpräsident Danew, Oesterreich habe als Nachbarstaat ein Anrecht auf wirtschaftliche Kompensationen. Tag und Nacht werden jetzt Verwundete, darunter viele türkische Gefangene aus der Schlacht bei Lüle Burgas hierher gebracht. Konstantinopel als Festung. Im gegenwärtigen Zeitpunkt liegt, wie von militärischer Seite geschrieben wird, die Frage nahe, wie, wenn eine Intervention der europäischen Mächte nicht rechtzeitig zustande kommt, Konstantinopel in der Lage ist, sich gegen den Ansturm der Bulgaren zu schützen. Die Stadt Konstantinopel selbst ist zwar auch befestigt und besitzt eine ganze Anzahl gut bewaffneter und starker Forts, diese dürften aber, wenn die bulgarischen Truppen erst bis dahin gekommen wären, Konstantinopel kaum vor dem Fall bewahren. Der Hauptschutz der türkischen Hauptstadt ist die Tschataldschalinie, auf die sich jetzt das türkische Heer zurückgezogen hat, und die man eigentlich als die Festung der Hauptstadt bezeichnen kann. Wenn die Linie Tschataldscha=Hademkot gefallen ist, ist von der Verteidigung selbst nichts mehr zu hoffen. Immerhin werden die Konstantinspel direkt vorgelagerten Festungswerke zweifellos im Ernstfalle sich in bemerkenswerter Weise an den Kämpfen beteiligen. Im ganzen sind zwölf Forts vorhanden. Diese Forts sind, wenn auch nach einem Fall der Tschataldschalinie, die viel stärker ist als sie, von ihrer Verteidigung nicht zu viel erwartet werden darf, wenigstens in der Lage, dem anstürmenden Feinde für den Anfang einen Widerstand entgegenzusetzen, der immerhin in Rechnung zu ziehen ist. Ihre Bewaffnung ist zum großen Teil eine ähnliche, wie die der Tschaltaldschalinie, d. h. sie hat 12, 15 und 28 Zentimeter=Kanonen und auch Mörser. Die alte dreisache Festungsmauer, die das eigentliche Konstantinopel in einem Umfange von fast 18 Kilometer umgibt, noch aus der byzantinischen Zeit herrührt und teilweise restauriert ist, kann als Befestigung in modernem Sinne nicht gelten, sie wird höchstens, wenn es zum Nahkampf innerhalb der Städt kommen sollte, eine gewisse Rolle spielen. Durch diese Mauer führen 26 Tore. Das merkwürdigste unter ihnen ist das Top=Kapussi, einst das Tor des heiligen Romanus, durch das 1453 die stürmenden Türken eindrangen. Es liegt also die Möglichkeit nahe, daß, wenn der weitere bulgarische Vormarsch nicht noch rechtzeitig durch ein Dazwischentreten der Mächte verhindert und so die Türkei vor dem letzten Schlage, dem Verluste Konstantinopels bewahrt wird, das siegreiche Bulgarenheer jetzt durch das gleiche Tor seinen triumphierenden Einzug in Konstantinopel hält, durch das auch die Türken, als sie Konstantinopel eroberten, in die Stadt einzogen. —— zimmer in Görlitz, Trotzendorfstraße 10(neue Kaserne) baldigst zu senden. **(Der Männer=Gesangverein Quarteit), der bekanntlich schon seit längerer Zeit unter der Leitung des Herrn Herlinghaus steht, feiert am kommenden Sonntag sein diesjähriges Herbstfest im Saale des Herrn Kordeck(„Westf. Hof"). Das Programm ist ein sehr reichhaltiges und sieht Konzert, theatral. Aufführungen und Tanz vor.(Siehe Inserat.) ** Geisecke, 8 Nov.(Gemeinderatswahl.) Bei der gestern getätigten Gemeinderatswahl, an der sich sämtliche wahlberechtigten Wähler beteiligten, wurden die ausscheidenden Vertreter Wirt F. Schulte=Höppe(1. Abteilung) und Landwirt H. Rutenborn(2. Abteilung) einstimmig auf eine sechsjährige Amtsperiode wiedergewählt. ** Aplerbeck, 7. Nov.(Schulsparkasse.) Der Betrieb der Schulsparkasse des Amtes Aplerbeck stellte sich im Nechnungsjahre 1911/12 wie folgt: Der am 21. März 1911 bei der Amtssparkasse rentbar angelegte Bestand betrug 142 688,68 Mark. Im Rechnungsjahre 1911 sind neu angelegt 59 257,91 Mark. Hierzu die Zinsen der Einlagen mit 5176,07 Mark, mithin zusammen 208 222,66 Mark. Für Rückzahlungen gehen ab 70 379,95 Mark, bleibt ein Bestand von 137842,71 Mark. Es beteiligten sich im Betriebsjahre 1911/12 von insgesamt 7306 schulpflichtigen Kindern 4354 als Sparer. Von den Sparern entfallen auf. 610 Kinder von Beamten 8448,40 Mark, 77 Kinder von Grundbesitzern 1439,70 Mark, 519 Kinder von Geschäftsleuten und Handwerkern 12 199,90 Mark, 2545 Kinder von Bergleuten 29.812,07 Mark, 564 Kinder von Fabrikarbeitern 7061,24 Mark, 49 Kinder von Tagelöhnern 396,60 Mark. Zusammen 4354 Kinder= 59 357,91 Mark. Seit dem 30jährigen Bestehen der Schulsparkassen=Einrichtung im Amte Aplerbeck ist von den Schulkindern die Summe von 1 256 116,88 Mk. gespart worden, es hat sich mithin die Einrichtung sehr gut bewährt. ** Aplerbeck, 7. November.(Die Eünwohnerzahl) betrug nach der Personenstandsaufnahme in Aplerbeck 10 567, in Berghofen 6765, in Holzwickede 6120, in Sölde 5168, in Schüren 5196, in Hengsen 1039 und in Opherdicke 615. Die Gesamteinwohnerzahl für den Amtsbezirk beträgt demnach 35 470 gegen 35 450 im Herbst 1911. * Düsseldorf, 7. Nov.(Mutter und Kind ermordet.) Die 35jährige Ehefrau des Glasmachers Otto Claus aus Gerresheim wurde heute morgen um 4 Uhr von ihrem von der Arbeit heimkehrenden Mann durch Beilhiebe erschlagen in der Wohnung ausgefunden. Auch das zweijährige Töchterchen wurde durch Beilhiebe tödlich verletzt. Die Verfolgung des Täters mit Polizeihunden wurde sofort aufgenommen. Letzte Drahtmeldungen. Tragisches Ende eines Prosessors. Krefeld, 8. Nov. Auf dem Krefelder Hauptbahnhof kam der 50jährige Prosessor Rose beim Besteigen eines abfahrenden Zuges durch einen Fehltritt zu Fall, wurde überfahren und getötet. Blutige Zigennerschlacht. Landshut, 8. Nov. Eine bliutige Zigennerschlacht wurde von einer 80löpsigen Bande in Landshut ausgetragen, wobei das Cafcie Luginger, in dem der Streit ansing, zertrümmert wurde. Auf der Straße wurde der Kampf mit Messern fortgesetzt, wobei die 5 Weiber mit Ladentrümmern zuschlugen. 15 Schwerverletzte wurden von der Bande mit fortgeschleppt. 12 Zigenner konnten verhaftet werden, nachdem die Schutzmannschaft mit blanker Waffe eingeschritten war. Nachträglich rotteten sich die Zigenner vor dem Krankenhause, der Polizeiwache und vor dem Gefängnis zusammen, um die Freilassung der Verhafteten zu erzwingen, wurden jedoch vertrieben. Opfer des Winters. Kolberg, 8. Nov. An der Ostseeküste wurde der Arbeiter Zastrow aus Kleinpomeiske, der auf dem Heimwege eingeschneit war, erfroren ausgefunden. Schülerselbstmord. Berlin, 8. Nov. In Weißensee verübte der Volksschüler Otto Wilke Selbstmord, indem er sich erhängte. Wilke scheint die Tat begangen zu haben, weil er nicht mehr zur Schule gehen wollte. Er hatte eine so starke Abneigung gegen den Schulbesuch, daß er wiederholt zwangsweise in die Schule gebracht werden mußte. Glücklich gerettet! London, 8. Nov. Sämtliche Passagiere des gestrandeten Dampfers„Royal George“ sind glücklich gerettet worden. Meuterer zum Tode verurteilt. Sebastopol, 8. Nov. Unter der Beschuldigung der Vorbereitung der Flottenunruhen sind 17 Matrosen vom Marinegericht zum Tode und 106 Matrosen zu 4= und 8jähriger Zwangsarbeit verurteilt worden. 29 Angeklagte wurden freigesprochen. Die zurückgehaltenen Kriegskorrespondenten. Mailand, 8. Nov. Drei italienische Kriegskorrespondenten, darunter Barzini vom Corriere della Sera und Zoli vom Secolo, telegraphierten aus Stara Zagora an Giolitti die Bitte, sich ihrer anzunehmen, da sie dort festgehalten und verhindert würden, Bulgarien zu verlassen. Verhandlungen mit den Mächten. Konstantinopel, 8. Nov. Entgegen anderslautenden Meldungen behauptet der„Tanin“, die Pforte habe in Verhandlungen mit den Mächten eingewilligt. Verantwortlich für die Redaktion: Friedr. KrasDruck u. Verlag von Carl Braus, beide in Schwerte Stadtverordneten=Wahl. Mit dem Schlusse dieses Jahres scheiden infolge Ablauss der Wahlperiode gemäß§ 18 der Städteordnung vom 19. März 1856 nachbenannte Stadtverordnete aus: 1. Betriebsführer Ernst Korflür, gewählt von der 3. Abteilung. 2. Obermeister Karl Heierhoff, gewählt von der 3. Abteilung. 3. Rentner Heinrich Färber, gewählt von der 2. Abteilung. 4, Gerichtstaxator(Karl Hohenschwert, gewählt von der 2. Abteilung. 5. Kaufmann Hermann Irle, gewählt von der 1. Abteilung. 6. Prokurist Karl Wolf, gewählt von der 1. Abteilung. Termin zur Wahl wird hierdurch anberaumt a) für die 3. Abteilung: auf Donnerstag, den 28. November ds. Is. von 9 Uhr Vormittags bis 6 Uhr Nachmittags im Saale des Wirts Jockenhöfer, Iserlohnerstraße Nr. 2, („Im Reiche des Wassers“) hierselbst. b) für die 2. Abteilung: auf Freitag, den 29. November d. Is., von 9 Uhr bis 12 Uhr vormittags im kleinen Saale des Hotel Ostermann(Inhaber Hahnefeld), Hüsingstraße 2. hierselbst c) für die 1. Abteilung: auf Freitag, den 29. November d. Is., von 12 bis 1 Uhr Mittags im kleinen Saale des Hotel Ostermann(Inhaber Hahnefeld). Wir laden hierdurch zur Wahl mit dem Bemerken ein, daß die Wähler ihre Stimmen dem Wahlvorstande mündlich zu Protokoll zu geben haben. Nach§ 16 der Städteordnung muß die Hälfte der Statdverordneten jeder Abteilung aus Hausbesitzern(Eigentümern, Nießbrauchern und solchen, die ein erbliches Besitzrecht haben) bestehen. Von den 6 Stadtverordneten, welche zur Zeit der 1. Abteilung angehören, sind 4 Hausbesitzer; die 6 Stadtverordneten, welche zur Zeit der 2. Abteilung angehören, sind sämtlich Hausbesitzer; von den 6 Stadtverordneten, welche zur Zeit der 3. Abteilung angehören sind 3 Hausbesitzer. Die ausscheidenden Stadtverordneten sind wieder wählbar. Schwerte, den 7. November 1912. 7384. Der Magistrat: Nohrmann. Freitag, 8. November 1912 Nr. 264. 1. Beilage. Zeilung. Antliches Kreisblatt. Vom Barkautriig. Panik in Konstantinopel. Ueber die Stimmung, die hier herrscht, wird der„Frkf. Ztg.“ telegraphiert: Die Hauptstadt steht seit vorgestern unter dem bedenklichen Symptom der Panik. Von dieser sind nicht nur die durch den befürchteten Ausbruch des mohammedanischen Fanatismus sich bedroht glaubenden Fremdenniederlassungen betroffen, sondern auch beim diplomatischen Korps und in der türkischen Regierung selbst läßt sie sich feststellen. Seit zwei Tagen ist der Bosporus von kleinen Booten förmlich übersät. Viele Türken packen ihre wenigen Habseligkeiten zusammen und flüchten auf die kleinasiatische Küste hinüber. Stambul und Pera sind scharf bewacht. Gegen 12000 Mann frische Truppen befinden sich noch hier. Auf den beiden großen Brücken zwischen Pera und Stambul sind je zwei Maschinengewehre aufgestellt. Auch ständige Kavalleriepatrouillen nahmen dort Ausstellung. Auf den nördlichen Höhen vor Kanstantinopel ist eine Batterie aufgefahren, um etwaiges Zuströmen von auf der Flucht befindlichen Truppenmassen zu verhindern. Von diesen Truppen, welche drei= oder mehrtägiger Hunger zur Flucht zwang, sind vielleicht Plünderungen, aber kein Blutbad zu erwarten. Aus den Versammlungen der sanatischen Softas, Kurden und Lazen wird gemeldet, daß, wenn die Bulgaren in das alte Byzanz eindringen würden, sie vergebens die gewaltige Kuppel suchen würden, um das goldene Kreuz wieder auf der Sophienmoschee aufzurichten. Eine lodernde Flammensäule werde ihnen höchstens zeigen, wo der Tempel der göttlichen Weisheit durch 16 Jahrhunderte sich erhoben hätte. Angeblich bereiten sie eine Brandkatastrophe vor, welche den kommenden Geschlechtern im Gedächtnis bleiben soll. Der Sultan und die Pforte trefsen Vorbereitungen zur Uebersiedelung nach Brussa. Der mehrere Hundert Millionen repräsentierende Schatz aus dem alten Serail soll heute nacht dahin überführt werden. Die Kriegsschiffe Barbarossa und Mesudia stehen zum Transport am Palais und an der hohen Pforte unter Dampf. Der frühere Sulban befindet sich im Palais Beylerbey; er wird entgegenkommend behandelt. Eingeweihte Kreise rersichern, daß der Sultan sich weigere, den Beschluß des Ministerrats zu genehmigen, wonach Abdul Hamid nach Brussa gebracht werden sollte, daß er viellmehr seinem Bruder den Aufenthalt in Konstantinopel gestatten wolle und ihm ein großes, des früheren Souveräns würdiges Palais zur Verfügung stellte. Der Tanin rät der Oefsentlichkeit, besonders den Nichtmuhammedanern, den übelwollenden alarmierenden Gerüchten keinen Glauben zu schenken. Der Schutz unserer nichtmuhammedanischen Landsleute und Fremden, sagt das Blatt, ist nicht nur Pflicht der Menschlichkeit, sondern auch religiöse Pflicht. Alle Muhammedaner kennen diese Wahrheit, und es wäre ungerecht, zu glauben, daß die Muhammedaner Ausschreitungen begehen würden. Ein Lob der türkischen Truppen. Ueber den Rückzug der türkischen Armee bringt der Kriegsberichterstatter des Daily Chronicle folgende anschauliche Schilderung: Die gesamte türkische Armee kriecht, sie kann nicht länger laufen. Der Weg der fliehenden Armie ist mit Toten und Sterbenden dicht gepflastert, hinter der Nachhut schwebt ein Heer schwarzer Krähen, die ein entsetzliches Schreien ausstoßen, wartend, bis ein todmüder Soldat zusammensinkt. Wolfähnliche Hunde, von dem Leichengeruch angelockt, sind von weit her eherbeigekommen; ihr durchdringendes Geheul hört man die ganze Nacht. Auf dem Wege nach Tschorlu, während es noch heller Tag war, kam ich an den halbausgefressenen Kadavern vieler Pferde vorbei, die höchstens seit 2 Stunden tot sein konnten. Die fliehenden Truppen sind bedauernswert. Wer noch Gewehr und Patronen hatte, sah überall in der Dunkelheit Feinde und schoß darauf los, oft genug einen Kameraden trefsend. Männer, denen die Sohlen von den Stiefeln gerissen waren, marschierten mit blutenden Füßen. Es ist bewundernswert, was der türkische Soldat während dieser 5 Tage ertragen hat, wie er Krankheit, Hunger und Niederlagen erlitt, auf den Tod stets gefaßt und ihm ohne Klagen ins Angesicht sehend. Tagelang war er ohne Nahrung, ohne zu murren. Wenn er nicht länger marschieren konnte, legte er sich hin und starb, ohne zu klagen. Die Verbündeten mögen die türkische Armee geschlagen haben, den türkischen Soldaten aber haben sie nicht geschlagen. Wäre er entsprechend geführt und gekleidet und wie ein menschliches Wesen behandelt worden, so wäre er überall siegreich gewesen und hätte neue Welten dem Halbmond erobert. Türkische Niederlagen im vergangenen Jahrhundert. Wenn man heute von den Bemühungen der türkischen Flotte liest, durch Beschießung der bulgarischen Küste die Kriegslage für die Türkei günstiger zu gestalten, und durch Besiegung der griechischen Flotte den aus Asien und Afrika heranziehenden Hilfsvölkern den Seeweg freizumachen, so wird man sich unwillkürlich an die fortgesetzten Niederlagen erinnern, denen die türkische Flotte vor allem in dem letzten Jahrhundert ausgesetzt gewesen ist. Freilich hat sich der Zustand der Flotte gegen frühere Jahrzehnte bedeutend gebessert, aber die bisherige Seegeschichte der Türkei läßt es trotzdem fraglich erscheinen, ob sich im Ernstfalle die Hoffnungen verwirklichen würden, die von den Türken beim Auslaufen ihres Geschwaders gehegt wurden. Die erste größere Niederlage der neuesten Zeit erlitt die türkische Flotte vor etwas mehr als hundert Jahren, am 29. April 1807, als der russische Admiral Siniawin an der Küste des Schwarzen Meeres die ihm entgegengefandten türkischen Kreuzer in den Grund bohrte und wenige Tage später, am 14. Mai, durch einen erneuten Seesieg am Eingang der Dardanellen die Meerenge blockierte und den hilflosen Sultan Selim III., dessen Hauptstadt Konstantinopel zudem noch von den Engländern bedroht wurde, zu einem schweren und nachteiligen Frieden zwang. Zwanzig Jahre später, im griechischen Befreiungskriege, wurde die türkische Flotte am Morgen des 20. Oktober 1827 im Hasen von Navarin überfallen; volle 24 Stunden dauerte der furchtbare Kampf und am nächsten Morgen waren von den 82 Schiffen der vereinigten türkisch=ägyptischen Flotte nur noch 21 vorhanden; der ganze Hafen war mit Schiffstrümmern und Leichen bedeckt. Mit dieser Niederlage war die Losreißung Griechenlands von der Türkei vollendet, und darum wird dieser türkischen Niederlage mehr als allen anderen immer eine welthistortsche Bedeutung innewohnen. Die dritte große Niederlage wurde den Türken im vergangenen Jahrhundert wiederum von den Russen, kurz vor Ausbruch des Krimkrieges zugefügt. Während die türkischen Landtruppen den Russen unendliche Schwierigkeiten bereiteten, und damit die Niederlagen des Krimkrieges einleiteten, wurde das aus sieben Fregatten und einigen kleineren Fahrzeugen bestehende türkische Geschwader von der russischen Flotte, die aus dem Hafen von Sebastopol plötzlich hervorbrach, am 30. November 1853 auf der Höhe von Sinope vollständig vernichtet. Viertausend Türken fanden dabei den Tod, und nur ein einziges Schiff entkam, um die Unglücksbotschaft nach Konstantinopel zu bringen. Seit jener Zeit ist die türkische Flotte nicht mehr hervorgetreten. In dem russisch=türkischen Kriege 1877—1878, wie auch im Kriege mit Griechenland hat sie keine ernsthaften Angriffe gegen russische und griechische Ortschaften oder Schiffe gewagt, und es scheint trotz aller Ankündigungen noch unbestimmt, ob ihr wirklich in dem jetzt entbrannten Kriege noch eine Rolle zugedacht ist. —— Zur Schiffbarmachung der Ruhr. In Witten fand dieser Tage die Hauptversammlung des Vereins zur Schiffbarmachung, der Ruhr statt. Sie war von Vertretern der Gemeinden, der Industrie und sonstiger Körperschaften aus allen Teilen des Ruhrgebietes sehr zahlreich besucht. Die Versammlung wurde vom 1. Vorsitzenden des Vereins, ersten Bürgermeister Laue=Witten, mit einer Begrüßung der Erschienenen und mit einem Hinweis auf die hocherfreuliche Entwickelung des Vereins eröffnet, welche es ermöglicht, schon jetzt nach 5jährigem Bestehen ein Kanalisationsprojekt zu vergeben. Der Rechnungsbericht gab ein Bild von dieser Entwickelung des Vereins; während im Frühjahr 1910 die Jahresbeiträge noch 1500 Mark betrugen, stiegen dieselben im Jahre 1911 auf zirka 4500 Mark und belaufen sich jetzt auf annähernd 10000 Mark, wobei die meisten Beiträge auf 5 Jahre zugesagt sind. Das Vereinsvermögen beträgt augenblicklich etwa 20000 Mark. Nach erfolgter Ausschreibung unter verschiedene Spezialfirmen wurde der Firma Havestadt und Contag=Berlin, der Erbauerin des Teltowkanals und anderer großer Kanalprojekte die Ausführung eines Entwurfes zum Preise von 500 Mark pro Kilometer übertragen. Nach dem Vertrage verpflichtet sich die Firma, für den Ruhrverein einen Entwurf für die Kanalisierung des Flusses von Mülheim ab soweit flußaufwärts auszuarbeiten, wie die Schiffbarmachung weiter zu Berg technisch und wirtschaftlich ausführbar sein sollte. Der Entwurf muß sich unmittelbar an den vom Fiskus und der Stadt Mülheim aufgestellten Plan zur Kanalisierung der unteren Ruhr anschließen. Weiterhin sind die Stauanlagen zu berechnen und ein Normalentwurf für ein Wehr, eine Schleuse und ein Kraftwerk zu liefern, da die Wasserkraft nach modernen Grundsätzen ausgenutzt werden soll. Die Firma verpflichtet sich zur Ausführung des Projektes innerhalb eines Jahres. Die Vorarbeiten(Vermessungen) sind bereits in Angriff genommen worden. Als deren wichtigstes Ergebnis ist die Entscheidung der Frage anzusehen, wie weit die Ruhr für die Anforderungen eines Großschiffahrtsweges kanalisiert ist, welchen Tonnengehalt die Fahrzeuge— in Aussicht genommen sind 14—1500 Tonnen=Schifse— haben können und wie groß die Kosten der Bauausführung sind. Es sind Anzeichen dafür vorhanden, daß man auch höheren Orts die Entwickelung des Vereins und seiner Bestrebungen mit Interesse verfolgt. Mehrere Redner, darunter Landrat Hartmann=Hagen, gaben unter allseitigem Beifall dem Wunsche Ausdruck, daß der Tag nicht mehr allzufern sei, an welchem das Ruhrtal durch die Wiedererschließung des Wasserweges eine großartige Steigerung seiner Produktivität erfährt und an Stelle des augenblicklichen Stillstandes einer neuen Zukunft und wirtschaftlichen Blütezeit entgegengeht. —— Westfalen und Rheinland. * Soest, 7. Nov.(Aus Gram) über den Tod seiner Mutter hat sich in der vergangenen Nacht ein etwa 30jähriger Mann mittels Zyankali vergiftet. * Höcklingsen, 7. Nov.(Eine mysteriöse Angelegenheit) beschäftigt hier lebhaft die Gemüter. Am letzten Sonntag im Oktober besuchte der Arbeiter August Klüppel mit Kollegen mehrere Wirtschaften. Zuletzt trank er sich mit einem Mitarbeiter einen Schwips an. Gegen 8 Uhr begab er sich dann nach Hause. Unterwegs wollte er noch einen anderen besuchen. Am anderen Morgen fand man ihn, mit dem Kopfe nach unten liegend, am Aufstieg einer fünfstufigen steinernen Haustreppe. Unter dem Kopf soll er seinen Rock liegen gehabt haben, was sonderbar erscheint angesichts der Lage des Verunglückten. K. war schwer verletzt, blieb aber einige Tage zu Hause, ohne daß ein Arzt benachrichtigt wurde. Erst am dritten Tage wurde der Arzt geholt, der eine schwere Gehirnverletzung feststellte und die Ueberführung ins Krankenhaus anordnete. Hier ist nun K., ohne die Besinnung wieder erlangt zu haben, gestorben. Er hinterläßt eine Witwe mit sieben Kindern. Es scheint nicht ausgeschlossen, daß K. nicht von selbst gefallen ist, es kursieren darüber die verschiedensten Gerüchte. Die Polizei hat eine Untersuchung eingeleitet, da auch ihr der Fall rätselhaft erscheint. * Bochum, 7. Nov.(Ein„schwerer" Diebstahl.) Wegen eines„schweren“" Diebstahls im Sinne des Wortes verurteilte gestern die hiesige Strafkammer die Arbeiter Gustav Pessara und Koszielny von hier zu drei Monaten bezw. sechs Monaten Gefängnis. Die bereits wiederholt vorbestraften Angeklagten haben dem Königl. Preuß. Eisenbahnfiskus im Mai und Juni dieses Jahres insgesamt 30 Zentner Eisenbahnschwellen gestohlen und die zerkleinerten Eisenstücke an den Eisenhändler Braun verkauft. * Siegen, 7. Nov.(Einbruch in eine Postagentur.) In der Nacht wurde in die Postagentur Netphen ein Einbruch verübt. In dem Dienstzimmer wurden zunächst 40 Mark in Nickelmünzen, die in einer Tischschublade eingeschlossen waren, erbeutet. Ferner nahmen die Diebe eine eiserne Kassette, in der sie Postwertzeichen und den Barbestand vermuteten, mit sich. Die Kassette enthielt aber nur Privatpapiére des Postagenten, der den Barbestand und die Postwertzeichen abends mit auf sein Schlafzimmer genommen hatte. * Altenessen, 7. Nov.(Von einem Lastwagen an= und überfahren) wurden hier gestern zwei Knaben, Söhne des Fabrikarbeiters Anton Kolb. Die beiden Kinder spielten mit anderen auf der Straße Verstecken. Als sie plötzlich über die Straße liefen, hatten sie im Eifer des Spieles einen vorbeifahrenden Lastwagen nicht bemerkt und rannten gegen ihn. Ein Kind geriet unter den Wagen, während das andere zur Seite geschleudert wurde und mit dem Kopf auf das Pflaster ausschlug. Beide erlitten schwere Verletzungen. * Essen, 7. Nov.(Wegen Raubes) verhandelte gestern das Schwurgericht gegen den Schleifer Jakob Niehl aus Holsterhausen bei Werden. Riehl überfiel am Abend des 17. Juli dieses Jahres im Felde unweit der Lungenheilanstalt in Holsterhausen den Dreher Staudacker und nahm Verborene Tsade. Kriminalroman von Otto Viehofer. 28 „Nur allein aus Ihrem Munde möchte ich vernehmen, wie die beschaffen gewesen, auf welche Waffe und auf welche Vorgänge bei der Ermordung die schließen läßt.“ „Nun, da Sie einmal dem Schutze der Behörden anempfohlen sind, so will und kann ich als beamreter Arzt eine Auskunft in dieser Sache Ihnen nicht länger vorenthalten, und immerhin— Sie stehen ja auch im Dienste der Gerechtigkeit. Und da gebe ich Ihnen denn Aufschluß in ein paar kurzen Worten: Die Kugel, die den Kutscher törete, stammte aus einem ganz gewöhnlichen Fünfmillimeterrevolver, eben wie ihn nur die niederen Vorkskreise zu tragen pflegen. Sie war von rechts rückwärts in einer Entfernung von höchstens einem Schritt abgefeuert worden, und durchfuhr den Schädel in der Richtung von unten nach oben, also daß sie an der linken oberen Stirnseite heraustrat. Der Täter hat somit sein Opfer aus allernächster Nähe überfallen; ein Kampf hat nicht stattgefunden.— So. das ist alles, was die Obduktion ergeben hat, und was ich in der Lage bin Ihnen zu sagen.“ Da fkand nun der Detektiv, nicht um Haaresbreite war der Kreisarzt abgegangen von seiner Amtshandlung, nicht ein einziges Wörtchen über Familienangelegenheiten des Barons war dazwischen gefallen. Ja, so klug war er schon vorhin gewesen, das hatten ihm ja längst die Zeitungen erzühlt. Aber der Herr Geheimrat ließ ja mit sich reden, an getant war er schon vollkommen, vielleicht gab es da noch ein wenig nachzuholen. Nur schmeicheln munte er dem alten Herrn, ihm sehr höflich entgegenkommen, und das Gespräch künstlich hinüberleiten auf die Verhältnisse im Schloß. Sinnend vor sich hinblickend, wie wenn er die Auskunft des Kreisarztes durchdachte, hatte der Detektiv dagestanden, und nun hob er den Kopf und sagte:„Das dürfte für mich auch genügen, Herr Geheimrat, und ich bin Ihnen für Ihr freundliches Entgegenkommen außerordentlich dankbar. Die erhaltene Information werde ich daheim sofort verarbeiten, werde mir meinen Vers daraus machen.“ „Sie sagen daheim, Herr Balthasar, doch nicht etwa erst in Berlin?" „O nein, Herr Geheimrat, mit„daheim" bezeichne ich nicht nur meine feste Wohnung, sondern meistens auch das Stübchen am Orte meiner jeweiligen Mission. Auch solcher Ort ist mir stets heilig, weiß ich doch, daß ich mich an ihm opfere für die Gerechtigkeit, daß ich mit meinem ganzen Sein einstehe für meinen Nächsten, dessen heiligste Rechte plötzlich ruchlos und aufs tiefste verletzt wurden.“ „Und wo befindet sich denn jetzt Ihr Stübchen?“ fragte interessiert der Kreisarzt. „Im Gasthaus Kohlmann, Herr Geheimrat, etwa vierhundert Meter vom Schlosse entfernt." „Nun, dann wohnen Sie ja ziemlich in der Nähe derjenigen Frau, deren heiligste Rechte so ruchlos verletzt worden sind.“ „Jawohl, Herr Geheimrat, das ist nicht nur im Interesse meiner Mission von Wichtigkeit, sondern das ist mir auch stets innerstes Bedürfnis. Gleichsam schützen möchte ich den einmal Geschlagenen, also hier die Frau Baronin schützen vor einer weiteren Verletzung ihres heiligsten Rechts, obwohl ich, wiederum im Interesse meiner Mission, trotz ihrer Nähe vorläufig nicht vor sie hintreten darf.“ Der Kreisarzt machle ein paar Schritte im Zimmer, und diesen Moment benntzte der Detektiv, um die Wirkung seiner Worte scharf an ihm zu beobachten. Und der Herr Geheimrat hielt auf einmal inne, blickte voll den andern an und sagte:„Jawohl, Sie Edler, beschützen! Und so eine Frau wie die Baronin von Paltzow ist des Schutzes wert! Sie ist es nicht nur wert, sondern sie ist es auch dringend bedürftig gewesen, denn Sie können garnicht glau=Herr Geheimrat, ich will der Frau Baronin helben, was die Arme gelitten hat. Ich hab mich da=fen, helfen insofern, als daß ich den wahren Mörvon überzeugen können, als ich am Obduktions= der ihres Gemahls ermitteln werde. Sie häuft dann tage an ihrem Krankenzimmer vorüberschritt. Ge= zu dem einmal vorhandenen Schmerz nicht noch schrien hat sie da— geschrien in ihrem Fieberwahn, den, welchen ihr das Bewußtsein auslösen muß, daß es hallte den Korridor entlang.“ „O, die arme Frau Baronin,“ bedauerte der Detektiv.„Schreien— na ja, da hat im Wahn der Mörder ihres Gemahls vor ihr gestanden, und da schrie sie wohl um Hilfe ein armer Nächster habe, um die Verletzung ihres heiligsten Rechts zu sühnen, sein Leben unschuldig eingebüßt. Und meine letzte Bitte Ihnen gegenüber, Herr Geheimrat, ist nochmals die: Ueben Sie strengste Verschwiegenheit über diese unsere Unterredung, „Sowar's, mein Herr! Hilfe! schrie sie, Ponto, mein Unternehmen könnte sonst zunichte werden.“ 7.„Aber selbstverständlich, Herr Balthasar! Und nun gute Arbeit, ich bin neugierig, wie die Sache enden wird. Hier, bitte, haben Sie wieder Ihre Legitimation!“—. Der Detektiv war schon wieder auf der Straße. O, wie ihn da die reine, frische Herbstluft umfing, wiewohl das tatseinem perückenbeschwerten Haupte, dem in dem warmen Zimmer schon die Schweißperlen gedroht hatten. Herbert Balthasar zog sein Notizbuch, schrieb den Namen„Ponto“ ein, und dann begab er sich zu Hilfe! Komm, komm schneu, Ponto, sie wonlen mich holen!“ „Und ihren toten Gemahl rief die Krankeda?" „Bewahre, der hat ja Egon geheißen. Jedenfalls ist Ponto ein naher Verwandter von ihr." Beinahe in den Sessel hinter ihm wäre der Detektiv gesunken, denn das, was ihn da eben vor die Stirne geschlagen, war schwerer, wuchtiger, als er es je erwartet hatte. Ein Name war ihm genannt worden— in seiner Gutgläubigkeit und Vertraulichkeit hatte der alte Geheimrat ihm den an den in ein kleines, von Gästen augenblicklich unbesuchGopiat Forpipe Fitelp gepgicsen Zusch hofetns t5 tes Restaurant und ließ sich eineinfaches MittagsKomm, komm schneu, sle wollen mihchbien: und mahl geben.444 über allen Zweifel erhaben mußte die Baronin da= gn. Wag in wa a 5 stehen, in dem sie umgebenden Volke sowohl, wie Den Rückweg woute er nach dem Essen antrein der Gesellschaft, daß man auch nichts, absolut# ten, und dann für heute nichts weiter unternehnichts an ihr übel genommen, nicht einmal diesen men, denn der Tag war ihm schon lohnend genug Ponto!— Nun ja, im Fieberwahn redete soman= gewesen. Nur verarbeiten mußte sein Hirn das heucher dummes Zeug. Aber woher stammte denn der tige Ergebnis,prüfen aufs peinlichste, ob seine blitze Fieberwahn der Baronin? Er war doch einzig und sartigen Folgerungen vorhin auch wirklich stichhalallein nur die Folge ihrer inneren Unruhe, ihrer tig seien. Und morgen sollte es dann weiter gehen Angst vor dem Kommenden.„Komm, komm schnell, auf dem eingeschlagenen Pfad.— sie wollen mich holen!“— Das mußte man ihr 13. Kapitel. 197.16 lassen: die schweren Ohnmachten hatte sie gut ge Gar erste Dauerschuee war hernied spielt, aber umsomehr hatte sie das ungewollte! die eeiste Günrtschnee wur hernievergegangen, Angstgeschrei verraten. Als ob er aus tiefster Teilnahme eine Pause hatte eintreten lassen, hatte Herbert Balthasar dagestanden, und nun holte er endlich nach:„Nun, ungesonee und wie ein Leichentuch lag er zäh und massig im Park wie in den Gemarkungen des Schlosses Trampitz. Er deckte zu, was ehedem auf dem herbstlichen Erdboden an Gräsern und sonstigem Gewächs noch ein letztes, kümmerliches Dasein gefristet hatte. Seite 4. Schwerter Zeitung.(Amtliches Kreisblatt.) Freitag, den 8. November 1912. WIFE Nr. 264. ihm seine Geldbörse mit 30 bis 40 Mark Inhalt sowie die Taschenuhr und mehrere andere Gegenstände weg. Das Urteil lautete auf 2 Jahre Zuchthaus und 5 Jahre Ehrverlust. * Walsum, 6. Nov.(Durchelektrischen Strom getötet) wurden hier auf der Provinzialstraße zwei Pserde des Fuhrunternehmers Leopold Schäser im Werte von 2300 Mark. Der Fuhrmann rettete sich durch Abspringen. Wie sich der Unfall zugetragen, konnte noch nicht aufgeklärt werden. * Düsseldorf, 7. Nov.(Verhaftung eines berüchtigten Eönbrechers.) Kriminalbeamte aus Düsseldorf und Essen nahmen gestern den berüchtigten Einbrecher Johann Wippich, aus Allenstein gebürtig, fest. W. hat am 3. August in Haspe i. W. mit mehreren Kamplizen, von denen einer erschossen wurde, einen Geldschrank beraubt, und auf der Flucht durch das Ennepetal einen Fabrikwächter und vier Polizeibeamte durch Revolverschüsse schwer verletzt. Bei seiner Festnahme im Bett hatte W., welcher mit 9 Jahren Zuchthaus wegen Einbruchdiebstahls vom Schwurgericht in Flensburg vorbestraft ist, zwei geladene Revolver neben sich liegen. Er hat zahlreiche Einbruchsdiebstähle in Rheinland und Westsalen verübt. Sein Einbrecherwerkzeug trug er im Geigenkasten mit sich. * Bonn, 7. Nov.(Blutrache eines Kroaten.) Wie dem„Bonner Generalanzeiger“ aus Niederseßzmar bei Gummersbach gemeldet wird, ist der kroatische Arbeiter Andreas Zule, der am 11. Oktober dort seinen Mitarbeiter Dimiter Vitas durch Fahrlässigkeit erschoß, in Digerode bei Cassel von dem Bruder des Getöteten aus Blutrache erschossen worden. Eine amtliche Konferenz über die Fleischversorgung. Der Reichskanzler hatte im preußischen Abgeordnetenhause bei Beantwortung der Teuerungsinterpellation mitgeteilt, daß im Reichsamt des Innern in Kürze eine Kommission zusammentreten werde, deren Aufgabe es ist, die Zustände auf dem Vieh= und Fleischmarkte einer Erörterung zu unterziehen. Wie die„Neue politische Korrespondenz“ hört, beabsichtigt der Staatssekretär des Innern die Kommission noch im Laufe des Monats November zusammentreten zu lassen. Ihre Mitgliederzahl wird sich auf 30 belaufen, von denen die Hälfte von den beteiligten Interessenten benannt, die andere unmittelbar berufen werden soll. Die Kommission wird sich aus Vertretern der Wissenschaft und Statistik, der Landwirtschaft, der landwirtschaftlichen Genossenschaften, des Viehhandels, der Kommissionäre, des Fleischergewerbes, der Schlachthosdirektoren, sowie aus Vertretern der Kommunalverwaltungen zusammensetzen. Zu den Verhandlungen werden eine große Zahl von Sachverständigen aus den verschiedensten Kreisen und Gebieten herangezogen werden, wegen deren Benennung die Reichsverwaltung mit den Regierungen und den interessierten Verbänden bereits in Verbindung getreten ist. Bunte Chronik. () Zu den vielen Museumsdiebstählen, die seit dem Raub der auf Nimmerwiedersehen verschwundenen Mona Lissa aus dem Louvre in Paris in unheimlicher Weise zunehmen, ist jetzt ein Ueberfall auf den Wärter des Kunsthistorischen Museums in Wien gekommen. Nachdem der Wärter von zwei unbekannten Personen gefesselt wonden war, raubten die Verbrecher wertvolle goldene und silberne Münzen. Sie hatten aber keine Zeit mehr, eine besonders kostbare Münzsammlung, die wertvollste des Museums, zu stehlen. () Zwei Glückliche. Bei einer bekannten Firma im Zentrum der Stadt Frankfurt a. M. wollte der obere Beamte eine bei Nacht sellbsttätig leuchtende Uhr erproben und begab sich deshalb in den Zahlkassentresor, gefolgt von einer zweiten Person. Als beide im Tresor waren, wurde dem Hausdiener befohlen, die Tür zuzumirchen und das elektvische Licht zu löschen. Unvorhergesehenerweise aber klappte die Tür zu und die beiden Personen waren gefangen; denn sie hatten selbst den Schlüssel mit hineingenommen. Man gab der Kassenschrankfirma sofort Bescheid und ein Bote eilte sofort in die Wohnung des Direktors, der den anderen Schlüssel besaß, aber verreist war. Glücklicherweise wurde er in der Privatwohnung des Direktors vorgefunden, so daß die beiden Eingeschlossenen nach 35 Minuten befreit werden konnten. () Großes Schadenfeuer. Ein Großfeuer hat im Fabrikdistrikt von Montreal in Kanada einen Schaden von über 2 Millionen Mark angerichtet. Die Gebäude der Consumers Cordage Compagny und der Canadian Bac Campanc sind völlig zerstört. () Unter Vergiftungserscheinungen erkrankt. Nach dem gemeinsamen Mittagessen anläßlich der Bezirksbuchdruckerversammlung in Badisch=Rheinfelden erkrankten 16 Personen unter Vergiftungserscheinungen. Mehrere Fälle sind schwerer Natur. () Zehn Jahre Zuchthaus. Vor dem Ober kriegsgericht des 14. Armeekorps wurde der Dragoner und Trompeter Preußer aus Karlsruhe wegen Totschlages zu 10 Jahren Zuchthaus und fünf Jahren Ehrverlust und Ausstoßung aus dem Heere verurteilt. Der Anklagevertreter hatte wegen Mordes die Todesstrafe beantragt. Preußer hatte im Januar dieses Jahres in Karlsruhe die Wirtschafderin Margarete Benz, mit der er seit langer Zeit ein Liebesverhältnis unterhielt, durch einen Schuß in die Schläfe getötet, da sie die Beziehungen mit ihm abgebrochen und ihre Gunst einem Bekannten des Preußer zugewandt halte. () Verkehrsstörung durch Schneefall. Im Erzgebirge ist infolge des Schneefalles in den letzten Tagen nur der Verkehr auf Schlitten möglich. Im Thüringer Wald liegt der Schnee 30 Zentimeter hoch. Während Mittelrußland in Schnee und Eis starrt, ist auf der Halbinsel Krim prächtiges Sommerwetter eingezogen. Man erntet den bereits für verloren gehaltenen Wein. () Verdurstet. Nach einer in Marienbung in Westpreußen eingegangenen telegraphischen[Meldung hat sich der von dort stammende Vizefeldwebel der Schutztruppe in Deutsch=Südwestafrika Uebersohn am 25. Oktober auf einer Expedition verirrt und dabei den Tod durch Verdursten gefunden. 0 Jagdunfall. Auf der Jagd des Grafen Schönborn auf dessen an der Nordwestbahn gelegenen Besitzung Schönborn=Maleborn(Oesterreich) wurde der Sohn des niederländischen Gesandten De Wreede durch einen zufällig losgegangenen Schuß lebensgefährlich, eine Dame leichter verletzt. —— Die Verwendung der Seeminen. Das bedauerliche Unglück auf der Kieler Föhrde hat sich bei Uebungen im Aufnehmen von sogenannten Kontaktminen ereignet. Das Auslegen solcher Minen erfolgt immer durch Personal, das hierfür besonders ausgebildet ist, und bei Kontaktminen erreicht man die Möglichkeit des gefahrlosen Auslegens und Aufnehmens dadurch, daß man sie während der Arbeit durch Unterbrechung eines zum Stromschluß notwendigen Kabels unschädlich macht. Das Auslegen von Minensperren finder am besten an engen Stellen des Fahrwassers statt. Jede Sperre besteht aus mehreren Reihen von Miwen, die paralell untereinander, quer zum Fahrwasser so gelegt sind, daß durch schachbrettförmige Anordnung der einzelnen Minen die Wahrscheinlichkeit für ein passierendes Schiff, darauf zu stoßen, möglichst groß wird. Die Zündung erfolgt meistens elektrisch. Die Kontaktmine soll so im Wasser schwimmen, daß sie bei mittlerem Wasserstande einige Meter unter der Oberfläche schwimmt, daß also ein in der Nähe vorbeifahrendes Schiff noch daran stoßen muß. An Küsten mit großem Niveauunterschied zwischen Ebbe und Flut ist dies nicht zu erreichen. Hier müssen daher bei Verwendung von Kontaktminen mehrere Sperren hintereinander gelegt werden, die äußerste so tief, daß sie bei niedrigstem Wasserstande gerade richtig steht. Scweit als möglich, wird die Sperre aus Kontaklminen hergestellt, weil diese am billigsten sind, sich am schnellsten legen lassen und keines Beobachtungspersonals bedürfen. Fahrwasser, die den eigenen Schiffen zugänglich bleiben sollen, können nicht mit solchen Minen gesperrt werden, da diese gleich gefährlich für Freund und Feind sind. Hier müssen Beobachtungsminen verwandt werden. Die bei uns Verwendung findenden Minen bestehen aus abhängigen Beobachtungs= und unabhänzigen Kontaktminen. Bei der ersteren Art erfolgt die Zündung stets auf elektrischem Wege und zwar von Land aus nach dem Belieben eines Beobachters. Die Mine fliegt durch Druck auf einen Hebel auf, wenn das seindliche Schiff in die Nähe kommt. Zuletzt zeigten sich die Seeminen im russisch= japanischen Kriege wirksam. Auf das Konto der Minenwaffe entfallen der Verlust des russischen Minenschiffes Jenissei, angeblich auch der des Kreuzers Bojarin, die Vernichtung eines russischen Bootes mit seiner ganzen Besatzung, des japanischen Kanonenboots Milyako und des Torpedoboots Nr. 48, vor allem aber der tragische Untergang des russischen Flaggschiffs„Petropawlowsk“, der den Tod des tapferen Admirals Makarow und von mehr als 700 Köpsen der Besatzung zur Folge hatte und dann der Untergang des japanischen Linienschiffes„Hatsuse“ mit über 400 Köpfen. Besonders die letzgenannten beiden Katastrophen habem die allgemeine Aufmerksamkeit auf die Seeminen gelenkt, die sich befähigt gezeigt haben, mächtige Panzerschiffe im Werte von vielen Millionen in kürzester Zeit vollständig zu vernichten. Was soll ich morgen kochen? so muß sich täglich die Hausfrau fragen. Das Fortuna=Kochbuch der Haushaltslehrerin E. Henneking, sehr handlich, in gutem Einband, 240 Seiten stark, gibt auf diese Frage erschöpfende Antwort und guse Ratschläge allen denen, die über die hohen Preise der Lebensmittel zu klagen haben. Leserinnen dieser Zeitung mögen 50 Pfg. in Marken oder durch Postanweisung an die durch ihr Backpulver bekannte Firma Dr. A. Oetker in Bielefeld senden. Das Buch wird ihnen dann franko zugesandt. Diese Firma hat auch ein Haushaltungsbuch zusammenstellen lassen. Es enthält neben vielen nützlichen Notizen auch eine Anzahl bewährter Rezepte. Manche Frau weiß nicht, wo ihr Geld bleibt. Sie muß ihre Ausgaben anschreiben, und diesem Zweck soll dies Buch dienen. Es ist ihr dann leicht gemacht, eine genaue Kontrolle auszuüben. Auch dieses Buch versendet Dr. A. Oetker, Bieleseld, franko gegen Einsendung von 50 Pfg. Verantwortlich für die Redaktion: Friedr. Kraas. Druck u. Verlag von Carl Braus, beide in Schwerte. Neu! Neu! „n er. NOpp (Ein musikalischer Film) Grosses Potpourri zum Mitsingen von Otto Lindemann. Nur Schlager! Inhalt: Mensch, sieh dir die Bilder an— Rosenkavalier. — Du hast ja keine Ahnung, wie schön du bist, Berlin.— In der Heimat, da gibt’s ein Wiedersehn.— Lied vom Autoliebchen.— Two-Step tanzt man heut.— Mariechen, du süsses Viehchen.— Fräulein, könn'n Sie links rum tanzen? — Männe, hak' mir mal die Taille auf.— ja, das haben die Mädchen so gerne.— Wer kann dafür?— Die Dorfmusik: Es bläst der Trompeter: Trara etc,— Liebchen lass uns tanzen, aus„Moderne Eva“ etc. Preis für Klavier 2-händig mit Text no. Mk. 2.— „„„ u. Violine„„ 2.50 „„„ u. 2 Violinen„„ 8.— „„ Pariser Besetzung„„ 2.— „„ Salon-Orchester„„ 2.50 „„ Streich-Orchester„„ 4.— „„ Harmonie-Musik„„ 5.— „„ Blech-Musik„„ 4.— — 50 Texte zum Mitsingen Mk. 0.50 n0.— Zu beziehen durch 7358 G. 0. Uhse, Musikallenhandlung BERLIN O. 27, Grüner Weg 95(kein Laden).„ S Grosse Ansprüche stellt das heutige Erwerbsleben an unsere Konstitution. 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Schwerte. 7386 Es ist ungtäubliei wieviel Nachahmungen unsere Marke„Cobu“(feinste Pflanzenbutter-Margarine) gefunden hat. Achten Sie genau auf den Namen „Coba“ und weisen Sie bitte minderwertige Nachahmungen zurück. 0 0 9— M •*) gedigiert von Iartba Rempner= Hochstädt, Reiterlied. nach Hause, während Karo wedelnd und an Margretels niederhängenden Füßchen leckend, nebenherlief. Wie freute sich die Mutter, als sie ihr liebes Kind wieder ans Herz drücken konnte! Dem treuen Karo aber vergaß man seine Rettungstat nicht bis ins hohe Alter! Quadrat-Rätsel. Von Onkel Frithjof. Wenn die bunten Blumen blühn, Kriegt mein Kind ein Röcklein; Wenn die Haseln werden grün, Schneid' ich ihm ein Stöcklein. Sitz' nun auf, sitz' auf geschwind! Reiten sollst du heute. Machst du's brav, mein liebes Kind Freu'n sich alle Leute. Mutter gibt dir Kuchenschnitt, Vater gibt Rosinen, Reit' nun wacker, Schritt vor Schritt! Kannst sie bald verdienen. Der treue Hund. Von Tante Edith. In dem kleinen Bergdörfchen Stielfeld war keine Schule, und das Margretel, das Töchterchen eines Bergmannes, mußte alle Morgen den weiten Weg zum nächsten Dorfe machen, um dort die Schule zu besuchen. Das war ja im Sommer sehr schön, im Winter aber war es recht beschwerbesonders wenn der Schnee hoch lag. Einmal im Winter war Margretel wieder ganz früh zur Schule fortgegangen, als es plötzlich ansing zu schneien. Während das Kind in der Schule war, fiel der Schnee ununterbrochen vom Himmel herab, so daß Weg und Steg gar bald verschneit waren. Als der Bergmann zum Mittagessen nach Hause kam, sprach er:„Frau, ich mache mir Sorge um unser Kind; ich will ihm ein Stück entgegengehen!" Durch tiefen Schnee watend, machte sich der besorgte Vater auf den Weg nach dem Nachbardorfe. Man konnte kaum eine Hand vor Augen seher, in so dichten Flocken siel der Schnee noch immer vom Himmel herab. Der Vater erreichte das Dorf, ohne Margretel zu begegnen. Am Schulhause hörte er, daß sie mit den anderen Kindern die Schule verlassen habe. Es tat bem Lehrer sehr leid, daß er nicht gleich an Margretels weiten Weg gedacht habe und sie lieber bei sich behalten hatte. Die anderen Kinder wußten nur, daß Margretel sehr vergnügt den Heimweg angetreten habe. Da schritt der geängstigte Vater wieder seinem Dorse zu, rusend und nach seinem Kinde spähend. Vielleicht war es ja doch aus einem anderen Wege zu Hause angekommen. Das angstvolle Gesicht seiner ihm entgegeneilenden Frau sagte ihm jedoch:„Margretel ist nicht daheim!“ Jetzt löste er seinen großen Hund von der Kette und rief: „Karo, such'! Such' Margretel, Karo!“ Mit freudigem Gebell sprang der Hund davon, so daß der Bergmann kaum folgen konnte. Wie verschneit die Landstraße war! Jetzt war Karo ganz außer Sicht! Nach einer Weile aber erschalste#lötzlich in der Ferne freudiges Hundegebelt. In langen Sätzen kam Karo auf seinen Herrn zugeeilt und zog diesen freubig winselnd am Rock, auf daß er ihm folgen möchte. Da fand der Bergmann, abseits vom Wege, an windgeschützter Sielle, sein liebes, verirrtes Margretel, welches bitterlich weinend im Schnee lag. Die Kleine war zu erstarrt gewesen von der Kälte, um dem guten Karo gleich foigen zu können. Der Vater nahm sein Kind auf seine stacken Arme und trug es Die Buchstaben sind so zu ordnen, daß die Worte wagerecht und senkrecht gleich lauten. * Versalien-Rätsel. Eilie, Sokrates, Eche, Ulm, Wald, Eger, Wolle, Schatz, Lech, Lege, Eid, Eber, Wein, Atrium, Lias. Jedes der obigen Wörter ist so durch das Vorstellen eines Buchstabens in ein anderes Wort zu verwandeln, daß die neuen Anfangsbuchstaben einen Komponisten nennen. In die Felder der Pyramide sind die Buchstaben derart zu setzen, daß die mittelste senkrechte Reihe einen deutschen Fluß bezeichnet, und die vier wagerechten Reihen Wörter von folgender Bedeutung ergeben: 1. Wurfspieß der alten Deutschen, 2. preußische Provinz, 3. Strom in Afrika, 4. Kanarische Insel. (Die Rullölungen der Rätsel usw. erfolgen in der nächlten „Kinderlaube“. D. Red.) Auflösungen der Rätsel aus der vorigen„Kinderlaube“. Rösselsprung. Vergehe nicht in Angst und Qual, Es eilt die Stunde, dich zu retten. Vier Bretter braucht's, dünn und schmal, Ein müdes Menschenherz zu betten. Der Tod bringt Ruhe deinem Harm, Die dir das Leben nie vergönnte, Halt aus, es ist kein Mensch so arm, Daß er nicht endlich sterben könnte. Albert Träger. * Friebrich Ludwig Jahn. Halster, Dorn, Weihe, Streich. Leda, Körper, Miliz, Weiche, Thede, Salve, Hauff, Kadi, Schwelle, Fontaine, Lagune, Raja, Achat, Rache, Benin. * Permutations-Aufgabe. Allerheiligen.— Atlas, Laster, Luna, Eisen, Ragnit, Horst, Essen, Inka, Lorch, Insel, Garten, Eifer, Ngami. S 1e 7SS 8 5 en S 6.2 SUFUES * * 8 1— 5 S G. S: eE BSSES TSSS S 55 S * # 5 5 3 9 S 8 2 55 0 62•3 * 85 S„**—* E•* S SSTyg =. S S 280. ##es S• S 5 S 8/8 S%„ S S 5 9. R SSETPSES 8 8 SS Sg SOGTNS S 3 S: 6 SSSyES * 3—. 52 □ S. 9 *• 5 5**" S 1•S S 9 BR 9 8•3. * 5 S 0 2 SS 5 8 □ * S 2. # S 2— S. 50 2. 5 * 0 ** 8 Unterhaltungs=Beilage zu Nr. 264. Freitag, 8. November 1912. Die Briefe der Drinzeslin. Don E. Ph. Oppenheim. (26. Fortsetzung.) (Nachdruck verboten.) ber das weiß doch niemand besser als ich,“ sagte sie.„Wenn er verheiratet war, und es ist meine Ueberzeugung, daß er es gewesen ist, so hatte er jedenfalls seine Gründe, hier ein Geheimnis daraus zu machen. „Und möchten Sie mir nicht verraten, wie Sie hinter dies Geheimnis kamen?" „Oh, das läßt sich nicht so sagen. Ein Weib errät dergleichen aus tausend kleinen Anzeichen, die einem Manne wahrscheinlich entgehen würden. Eines davon war, daß Martens an jedem Sonnabend verreiste, um den Sonntag über von Berlin fortzubleiben. Und ich weiß, daß er mir über den Grund dieser regelmäßigen Abwesenheit nicht die Wahrheit gesagt hat. Zwei oder dreimal erhielt ich den unwiderleglichen Beweis dafür, daß er mich belog.“„. gaust, acrer Vekelt. „War das der bebeutsaniste. Ihrer Anhaltspunkte, mein Fräulein*“... asaat U— Wanz. „O nein, nur daß ich, wie gesagt, über manche anderen nicht gut sprechen kann. Doch ja, etwas kann ich Ihnen in bezug darauf noch erzählen. Ich sagte Ihnen schon, daß er in jener letzten Nacht besonders aufgeräumt und redselig war. Als er irgendwo sein Portefeuille aus der Tasche zog, um die Zeche mit einem Hundertmarkschein zu bezahlen, zeigte er mir in seiner mitteilsamen Laune das Bild eines kleinen Mädchens, daß er offenbar immer mit sich herumtrug. Es war ein häßliches Kind, ihm aber schien es der Inbegriff aller Schönheit. Und es sah ihm so ähnlich, daß man es auf den ersten Blick als sein Kind hätte erkennen müssen. Als ich ihn ein bißchen damit aufzog, erklärte er zwar, es sei das Töchterchen seines in Südafrika verheirateten Bruders. Aber er wurde sehr verlegen und brachte das Gespräch sogleich auf etwas anderes. WäcH: „Das scheint freilich nicht ganz unverdächtig,“ meinte Heinz nachdenklich.„Um so mehr, als der Bruder aus Südafrika, er hatte nur den einen, weder Frau noch Kind hat. Aber am Ende müßte doch dieser Bruder, der vor einigen Tagen hier aufgetaucht ist, um den Nachlaß des Ermordeten als einziger Erbe in Besitz zu nehmen, etwas von dieser Ehe gewußt daben....", Säpt Mul. Mart. „Weshalb müßte er dasr Konnte Otto Martens es ihm nicht ebensogut verschwiegen haben, wie er es hier vor aller Welt verschwiegen hat? Ich glaube, sein Leben war ganz voll von allerlei großen und kleinen Geheimnissen.“ „Die Möglichkeit wäre freilich nicht absolut ausgeschlossen. An etwas anderes aber haben Sie nicht gedacht, mein Fräulein! Oder können Sie sich vorstellen, daß eine Frau, die von der Ermordung ihres Mannes hört, weder ein Verlangen fühlen sollte, an die Bahre des Toten zu eilen, noch überhaupt ein Bedürfnis, sich zu melden, wäre es auch wirklich nur, um für sich und das Kind ihren gesetzmäßigen Anspruch auf den Nachlaß geltend zu machen?" „Das kommt ganz auf die Umstände an,“ sagte die blonde Mieze, und ihr Gesicht nahm einen zynischen Ausdruck an, der es für Hollfelden noch abstoßender machte.„Ich habe in der Zeitung gelesen, daß man nicht mehr als dreihundert Mark in dem Nachlaß des Afrikaners vorgesunden hat, und aus den Fragen des Rechtsanwalts wie aus den Ihrigen habe ich entnommen, daß tein Mensch etwas über die Herkunft seiner großen Einnahmen weiß. Es wird also wohl irgendeinen Haken mit diesen Einnahmen haben, und seine Frau hat möglicherweise die triftigsten Gründe, in ihrer Verborgenheit zu bleiben, um nicht danach gefragt zu werden. Den Toten kann sie ja schließlich nicht wieder lebendig machen, auch wenn sie Ströme von Tränen an seinem Grabe vergießt. Und auf die nachgelassenen dreihundert Mark kann sie leichten Herzens verzichten, wenn sie in aller Stille die Tausende weiter bezieht, über die Martens verfügte." Es war der verschlagene Spürsinn des einzig an kalte Berechnung gewöhnten Weibes, der in ihren Vermutungen und Folgerungen zutage trat. Heinz fühlte sich davon in hohem Maße angewidert, aber er vermochte sich der einleuchtenden Logik ihrer Kalkulationen nicht zu entziehen. Die Angelegenheit gewann in dieser Beleuchtung ein wesentlich verändertes Aussehen, und manches erschien unter solcher Voraussetzung weniger unerklärlich als zuvor. Er hatte noch eine Reihe weiterer Fragen in Bereitschaft, aber von der Bühne her ertönte in diesem Augenblick ein schrilles Klingelzeichen und gleich darauf die laute Stimme des „Die große Ensemble=Szene des zweiten Aufzugs! Der Chor und die ganze Statisterie!" „Ich muß auf die Bühne,“ erklärte Fräulein Mieze, indem sie sich rasch erhob.„Wenn Sie in dieser Angelegenheit oder— oder sonstwie noch etwas mit mir zu besprechen wünschen, werden wir es also auf ein anderes Mal verschieben müssen.“ „Sie gestatten mir vielleicht, brieflich eine weitere Unterredung zu erbitten, falls es sich als notwendig 62□ — TO M— erweisen sollte. Nur eine Frage noch: Haben Sie auch zu dem Rechtsanwalt Berger von Ihrer Vermutung gesprochen, daß Martens verheiratet gewesen sei?“ „Ah, was denken. Sie! Wenn ich im Besitz von hundert Geheimnissen gewesen wäre, diese Mumie würde mir sicherlich keines bavon entlockt haben. Für jetzt also adien, Herr Holljelden— und hoffenklich: auf Wiedersehen!" Mit ihrem bezauberndsten Lächeln reichte sie ihm die Hand und rauschte auf den Gang hinaus, um in der Richtung nach der Bühne hin zu verchwinden. Heinz aber legte sich, als er das Gebäude des Eldorado= Theaters nachdenklich verließ, in der Stille seines und ob er der Lösung des Räisels, das sich so geheimnisvoll büster in seinen Levensweg gestellt hatte, damit wirklich auch nur um den allerkleinsten Schritt näher gekommen sei. Nicht allzulange jedoch beschäftigten ihn diese Grübeleien. Bald genug kehrten vieimehr seine Gedanken zu jenem Gegenstand zurück, der für ihn doch schließlich eine tausendmal größere Bedeutung hatte, als alles andere. Margots berückendes Bild tauchte wieder vor seiner Seele auf, und ihn überkam eine so gewaltige Sehnsucht, das geliebte Mädchen wieder zu sehen, daß kein zaghaftes Bedenken ihn länger von dem Schritt zurückzuhalten vermochte, der über das Glück seines Lebens, über seine ganze Zukunft entscheiden sollte. Beschleunigten Schrittes kehrte er in seine Wohnung zurück, um sich für den Besuch bei der Komtesse Waldendorff umzukleiden. 19. Kapitel. Die Gräfin Waldendorff drehte die Karte, die ihr die Zofe überbracht hatte, zwischen den schlanken Fingern. „Spät kommst du, doch du kommst!“ deklamierte sie lächeind,„wir müssen ihn sehr kühl empfangen, Margot, nicht wahr?“ Das junge Mädchen hatte am Fenster gestanden und, tief in Gedanken verloren, auf die sonnige Straße hinausgesehen. Jetzt schrak sie leicht zusammen und wandte sich um. „Wen, Liebe?“ fragte sie zerstreut. Aber eine brennende Röte färbte ihre Wangen, als die Komtesse, noch immer lächelnd, erwiderte: „Wen anders als den feurigen Galan, der mehrere Tage gebraucht hat, sich von seinem abendlichen Schrecken zu erholen? Willst du vielleicht allein mit ihm reden, Kind?“ „Nein, nein— oder doch— ich weiß nicht. Ich bitte dich, empfange du ihn. Wenn ich dann später hereinkomme, magst du mich immerhin allein mit ihm lassen.“ Die Gräfin erhob sich und reckte ein wenig ihre schöne, frauenhaft volle Gestalt. „Wie du willit,“ sagte sie.„Aber ich bitte dich, laß mich nicht zu lange warten. Männer, die so leidenschaftlich in ein anderes Mädchen verliebt sind, sind immer ein wenig langweitig, weißt du.“ Sie lachte leicht. Margot aber sagte ernst, indem sie zur Tür ging: „Du solltest nicht darüber scherzen, Liebe. Mir tut Herr Hollfelden leid.“ „Wenn er dir leid tut, solltest du ihn nicht so grausam behandeln, Margot. Aber wir dürfen ihn nicht länger warten lassen.“ Die Tür hatte sich längst hinter Margot geschlossen, als Heinz eintrat. Er war im Frack, der seine schlanke, elegante Gestalt vorzüglich kleidete. Nur die Blässe seines Antlitzes verriet seine innere Erregung; äußerlich war er vollkommen beherrscht. „Meine Gnädigste!“ sagte er mit einer ritterlichen Verbeugung.„Darz ich hoffen, nicht lättig zu fallen Die Komiesse hatte schon vor seinem Eintritt nach den Blumen gegriffen, die er durch die Lofe hineingeschickt hatte, und indem sie sie jetzt flüchtig an das feine Näschen hielt, sagte sie mit jener konventioneisen Liebenswürdigkeit, die wie eine unsichtbare Schranke ist: „Durchaus nicht, Herr Hollfelden. Bille, wollen Sie gefälligst Platz nehmen.“ Sie ließ sich ihm gegenüber in ein Fauteuille gleiten, und sein künntleruch geschultes Auge erfreute sere in Grasie i dieser klugen er Bewegungen. Er und liebens bürdigen sich an der fühlte, daß er mit Frau offen und unmm punden sprechen konnte. „Ich habe vorerst um Verzeihung zu Litten,“ mit einem kleinen, verlegenen Räuspern.„ er " sagte „Meine Aufführung an regung nur erk hoffen, daß Sie Sie spielte mehr aus Weile in „Ich habe obwohl ich— viell Aber Sie werden begreise: eine Erllärung erwartete. jenem Abend lann meine große Erklären, nicht entschuldigen. Darf ich mir trotzdem verziehen haben?" mit den köstlichen Rosen, die sie nicht der Hand gelegt hatte, und ließ eine kleine Schweigen verstreichen, ehe sie erwiderte: Ihnen an jenem Abend nicht gezürnt, lleicht— Grund dazu gehabt hätte. Herr Hollselden, daß ich Sie haben mich ziemlich lange warten lassen.“ „Ich habe keinen Augenblick daran gedacht, Ihnen diese Erklärung schuldig zu kleiben," versicherte Heinz erregt.„Und ich bitte Sie von Her en, meiner Säumnis nicht weiter zu gedenken. Wenn Sie in mein Inneres sehen könnten—“ Die Komtesse unterbrach ihn ruhig „Ich bin nicht pedantisch, Herr Hollfelden, und ich kann begreisen, daß Sie sich erst zur Klarheit durchringen Wallten, ehe Sie hierter kamen. Aber esen weil ich mich Ihnen von vornhe ein in einem sehr freien Licht halte ich es für notwendig, zeigt hal ernstes Wort mit Ihnen zu sprechen. Ich weiß, wie leicht ein Mann sich falsche und törichte Vorstellungen über ein junges Mädchen— ich spreche jetzt von Fräulein Margot— bildet, wenn er sie in irgendwie ungewöhnlichen und nicht konnentionellen Situationen gesehen oder gar kennen gelernt hat. Sie meinen vielleicht auch, daß ich es mit den guten Sitten nicht allzu genau nehme, weil ich Zigaretien rauche und durchaus nicht prüde bin. Sie täuschen sich darin, Herr Hoilfeiden. Ich bin in Dingen des Anstandes und des Taktes vielleicht feinfühliger als eine andere Frau, und Sie dürfen mir glauben, daß auch Margot sehr leicht zu verletzen und sehr schwer zu versöhnen ist. Wenn Ihnen etwas an ihrer Freundschaft gelegen ist, so seien Sie ihr gegenüber sehr vorsichtig und sehr behutsam. Wir sind keine Abenteurerinnen, ich bitte Sie, das nicht zu vergessen.“ Heinz machte ihr im Sitzen eine ehrerbietige Verbeugung. „Ich danke Ihnen für Ihre Offenheit, gnädigste Komtesse, aber ich versichere Sie, daß ich mit keinem meiner geheimsten Gedanken Ihnen oder Fräulein von Wehringen unrecht getan habe. Ich habe, nachdem ich mir einmal eine bedauerliche Uebereilung zuschulden kommen ließ, so korrekt wie möglich zu verfahren gesucht. Ich darf wohl annehmen, daß Ihnen das Zerwürfnis bekannt ist, das zwischen Fräulein von Wehringen und ihrem Stiefvater, dem Heren Oberstleutnant Arnstorf——“ Die Komtesse unterbrach ihn. „Ich weiß, ich weiß,“ sagte sie rasch.„Aber was hat das——“ „Ich habe es trotzdem für meine Pflicht gehalten, zunächst den Herrn Oberstleutnant, der mich zu meiner Freude seiner Freundschaft gewürdigt hat, um die Hand seiner Tochter zu bitten.(Fortsetzung folgt.) — 3 Denkspruch. Die Eisüllung einer kleinen Pflicht ist jederzeit die beste Art, sich zu beschältigen und einen ilbergang zu finden. mörike. r. Von M. Lissack. (Nachdruck verboten.) „Oh, wie bist du braun geworden, Lisa.“ „Schatz, wie siehst du frisch und fidel aus.“ „Gut, daß du wieder da bist, mein Lieb.“ *. So und ähnlich klingt es durcheinander, in allen Tonarten froher Begrüßung. Der Zug war eben eingelaufen und brachte fröhliche, sonnverbrannte Menhen, die der Großstadt mit ihrem nervenzerrüttenden Hasten und Jagen entflohen waren, und nun, durch See= oder Höhenluft gestärkt, wieder heimkehrten. Hier und da hatten sich die Zueinandergehörenden schon gefunden. Herzliches„Willkommen“, freudiges Begrüßen überall. Jubelnde Kinder, mit von Seeluft und Sonne bronzefarbig getönten Armen und Beinen werden hier von den sie erwartenden Müttern geherzt und geküßt und berichten schon jetzt, in der ersten Freude des Wiedersehens, mit fröhlich blitzenden Augen und sich überstürzenden Worten von all den Herrlichkeiten, die sie draußen in der schönen Gotteswelt geschaut, und sind doch so sroh, so froh, wieder beim trauten Mütterchen zu sein. Dort hängt sich eine junge Frau glückselig lächelnd an den Arm ihres Eheliebsten und beteuert, daß sie es länger auch keinen Tag mehr ausgehalten vor Sehnsucht nach ihm, während daneben ein nicht eben asketisch ausschauender Strohwitwer mit einem inbrünstigen:„Gott lob, Schatz, unn habe ich dich wieder, nun ist das triste Alleinsein vorbei! Oh, wie habe ich mich geödet,“ seine„bessere Hälfte“ empfängt und sie von dem Ballast an Blumen und Bonbonnieren befreit, die Zeugnis ablegen, daß sie sich eben auch nicht gelangweilt hat. Inmitten dieser lärmenden, lachenden, schwatzenden, sich begrüßenden Menschen steht hochaufgerichtet eine schlanke, jugendliche Mädchengestalt. Ihr kleines Handköfferchen in der rechten, in der anderen Hand einen duftigen Feldblumenstrauß, hat sie eben das Abteil verlassen und blickt wie erwartungsvoll umher. Wie suchend überfliegt ihr schönes, dunkles Auge die hundertköpfige Menge. All', überall Jubel und Freude des Wiedersehens. Nur sie allein, ganz allein!—-— Allmählich zerstreut sich das Publikum, alles strebt den Ausgängen zu. Die Beamten an der Perronsperre können dem Ansturm kaum wiederstehen. Einer schiebt den anderen. Jeder will zuerst heim. Helene Klut steht noch immer reglos da. Ein weher Zug legt sich um ihren weichen, schöngeschnittenen Mund, und eine heiße Träne löst sich aus ihrem Auge. Ist denn niemand da, keine Menschenscele, die auch ihr ein„Grüß Gott" bietet? Keine Hand, die sich ihr begrüßend entgegenstreckt? Ist denn niemand, der sie vermißt hat in all den Wochen, die sie fern gewesen, um ihre von rastloser Arbeit überreizten Nerven zu stählen zu neuem Fleiß, niemand?——— Wie traumverloren fliegt ihr tränendüsterer Blick noch einmal die Bahnhalle entlang, die schon fast menschenleer geworden. Also allein, ganz allein muß sie den Heimweg antreten!——— Da blitzt es wie freudiges Erinnern in ihrem Auge auf. „Törichtes, undankbares Mädchen,“ schilt sie sich leise,„wartet nicht daheim das treueste Herz der Welt auf dich?“. Und leichten, elastischen Schrittes eilt auch sie dem Ausgange zu. Zwischen all den mit Körben, Schachteln und riesengroßen Koffern beladenen Dienstleuten hindurch, die gewandt mit ihrer Last den Droschken zustreben, durch die noch plaudernd umherstehenden Gruppen sich den Weg bahnend, an den eleganten Privatfahrzeugen vorbei, sucht sie den Weg zur wohlfeitsten Beförderung, der Elektrischen, zu gewinnen. Es ist nicht leicht, zwischen all den verschnürten Babywagen, Klappstühlen, aufgetürmten Hutschachteln und anderen Reiserequisiten, nötigen und überflüssigen, die auf dem weiten Platz vor dem Bahnhofe, ihrer Beförderung harrend, umherstehen, durchzufinden. Endlich hat sie den rechten Wagen erreicht und bringt mit Hilfe ides Schaffners ihr geringes Gepäck unter. Auf dem luftigen Eckplatz, in dem noch leeren, sonnendurchglühten Raum sich niederlassend, beobachtet sie jetzt das hastige Getriebe, das ruhelose Hin= und Hergewoge der Großstadt, das sich hier zuerst wieder nach ihrer Heimkehr aus der Sommerfrische zeigt. Ungeduldig zieht sie die Uhr und frugt den Schaffner nach der Abfahrtszeit. Noch drei Minuten! Oh, wie lang dünken sie dieselben jetzt, da sie sich so sehr nach einem lieben Wort aus treuem Munde sehnt! In all den Wochen, die sie ferngeweilt von hier, hatte sie sich, trotz öfteren Heimweh's nicht so danach gesehnt, wie heute, wie jetzt, da der anderen Glück und Freude des Wiedersehens sie so weich, fast neidisch gemacht. Ihre ganze frendlose Vergangenheit zieht, wie sie so sinnend und ungeduldig der nun endlich erfolgenden Abjahrt harrt, an ihrem Geiste vorüber. Als Kind schon verlor sie den besien, den sorglichsten der Väter. Noch unfähig, diesen großen Verlust zu ermessen, lebte sie ein frohes Kinelle#en, behütel von der zärtlichsten, treuesten der Mütter, deren einziges, heißgeliebtes Kind sie war. Bestrebt, jeden trüben Schatten diesem fern zu halten, bereitete innigste Mutterliebe ihrem Herzblatt eine sonnige, glückdurchwebte Kindheit. Aber auch nur diese war froh gewesen, so lange das Mutterauge offen. Ehe Heima noch für sich seibst denken, sorgen konnte, legte die kalte Hand des Todes sich auf dos treue Herz der Mutter, und einsam, freind, hililos, stand die junge Menschenknospe den rauhen Stürmen des Lebens gegenüber. Mittellos, ohne Verwandte, wäre das Weisenhaus, für welches das Kind ein undefinierbares Angstgefühl hegte, ihr Asyl geworden, hätte eine Freundin der toten Mutter das verlassene Kleinod derselben nicht zu sich genommen. Wie innig warm leuchten die Augen des jungen Mädchens, als sie jetzt der Guten, Opferfühigen gedachte! Was hatte sie ihr an Liebe gegeben, welche Fülle von Zärtlichkeit! Eine einzige Kette von Wohltaten war das bisherige Zusammenleben mit dieser edlen Frau, die selbst einsam, für Helma geworden. ift nur mit schweren Opfern wurde es ihr möglich, Bildungsgang derselben, wie sie es gemacht, durchzusetzen. Ihrer Fürhatt; sic es zu danken, daß sie jetzt eine erste größten Kontore bekleiden konnte nft. ausgerüstet mit einem reichen itgegenblicken durfte. Und dann schwere Zeit für das heranblühende Es hatte sich in heißer Liebe einem Manne zu eigen gegeben, der es unwürdig betrogen.— Ein düsterer Schatten fliegt bei dieser Erinnerung über das liebliche Gesicht Helmas. (Schluß folgt.) * I Seite 7. Schwerter Zeitung.(Amtliches Kreisblatt.) den 8. November 1912. Nr. 264. in den Sälen des Herrn M. Jockenhöfer „Im Reiche des Wassers“ Anfang 3 Uhr nachmittags. Eintritt für Erwachsene 20 Pfg., für Kinder 10 Pfg. Ganz Schwerte ist herzl. willkommen! Die grossartigsten Vorbereitungen sind getroffen! 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Gemäß§§ 8 und 14 der Satzung für den Kreis Hörde betreffeno das Gewerbegericht zu Hörde, haben Neuwahlen für das nach einer sechejährigen Amtsperiode ausscheidende Drittel der GewerbegerichtsBeisitzer Ende d. J. stattzufinden. Die Listen der wahlberechtigten Arbeitgeber und Arbeitnehmer liegen vom 15. November bis einschließlich 28. November d. J. in den Städten bei den Magistraten auf dem Lande bei den Aemtern während der gewöhnlichen Dienststunden zu Jedermanns Einsicht aus. Einwendungen gegen die Richtigkeit der Wähleristen sind nur zu berücksichtigen, wenn sie spätestens innerhalb 3 Tagen nach beendeter Auslegung bei der auslegenden Stelle angebracht und durch entsprechende Beschlinigung oder in anderer Weise glaubhaft befründet werden. Wahlberechtigt sind: a) solche Arbeitgeber, welche das 25. Lebensjahr vollendet und im Bezirke des Gewerbegerichts ihre Wohnung oder gewerbliche Niederlassung haben, b) solche Arbeiter, welche das 25. Lebensjahr vollendet und in dem Bezirke des Gewerbegerichts beschäftigt sind oder, falls sie außerhalb dieses Bezirkes in Arbeit stehen, wohnen. Personen, welche zum Amte eines Schöffen unfähig sind, sind nicht wahlberechtigt. Mitglieder einer Innung, für welche ein Schiedsgericht errichtet ist und deren Arbeiter, sind weder wählbar noch wahlberechtigt. Für die Wahlberechtigung st die Aufnahme in die Wählerliste entscheidend. Es ist daher Sache eines jeden Wählers, sich während der Auslegung dr Wählerlisten davon überzeugen, daß er in der Wählerliste aufgeführt ist. Der Wahltermin wird uoch näher bekannt gegeben. 7394 Hörde, den 8. November 1912. Der Vorsitzende des Gewerbegerichts: Luckhaus. saschen in allen Ledersorten von den einfachsten bis seinsten für Ar beiter, Landwirte, Jäger u. Radfahrer. FenchelHonig gegen Husten Fl. 30%, 500 u. 1##. empfiehlt 7379 Drogerte Mex Hchlhose W. Heppe Nachf. Prima biesige Landeier 9 Stück 100 Pfg. Prima leische Trinkeier 12 Stück 100 Pfg. 7400 L. 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