Wtg Amtliches Kreisblatt 05 9 W für den kreis börde Die Sdmuten Zeiugt zichcnt dalch. außer Feiertags. Bezugspreis M. 1.80 vierteljährlich, bei der Post für Bestellgeld 42 Pfg. mehr. Wöchentl. Gratisbeilage:„Illustrierter Familienfreund" u. tägl. Unterhaltungsblatt. Anzeigenpreis: Die siebengespaltene Petitzeile oder deren Raum 10 Pfg., Anzeigen von auswärts 15 Pfg., Reklamezeile 40 Psg.“ Jeder Rabalt gill als Kassarabalt u. erlischt bei Konkursen, Zwangsvergleichen, gerichtl. Klagen u. Nichtbrachtung d. gemacht. Jahlungsbedingung. Westhofener Zeitung Langscheder Zeitung 5 888 Schwerter Volksblatt Verbunden mit Holzwickeder Zeitung Aplerbecker Zeitung Schwerter Volkszeitung Schwerter Tageblatt d Schwerter Anzeiger Grites und ältestes Tagesorgan des Kreiles c General-Anzeiger für den Kreis Hörde c Haupt-Annoncenblatt Aüs duter und icholentgeüichen Denod. nungen für den Kreis Hörde erlangen gemäß Behanntmachung der Königlichen Regierung durch Verössentlichung in dei„Schwerter Zeitung", rechtsverbindliche Kraft.— Die „Schwerter Zeitung“ gewohrt ihren Abonnenten für jeden mit Tod endenden Unfall gedingungen“: 300 Mk. Unfall. Druchu Verlag o Carl Braus. Schwerte=Rube Fernsp 62. Telegr.=Adr. Braus Schwerte=Rube Nr. 236. Montag, den 7. Oktober 1912. 44. Jahrg. Erstes Blatt. Girieg öoel Frieden! Politische Uebersicht. Der Kaiser, der seinen Jagdaufenthalt in Rominten beendet hat, wird bis zum Donnerstag mit seiner Gemahlin in Cadinen verbleiben. Am 19. Oktober wird der Monarch der Einweihung des Coligny=Denkmals in Wilhelmshaven beiwohnen, vom 11. bis zum 13. November wird Kaiser Wilhelm Jagdgast des Fürsten Hatzfeld auf Schloß Trachenberg sein. Der Jagdaufenthalt des Reichskanzlers in Linderhof ist nur von kurzer Dauer, immerhin beweist er, daß man an den maßgebenden Berliner Stellen keine unmittelbaren Kriegsverwickelungen befürchtet. Bei seiner Ankunft in München wurde der Kanzler vom Geschäftsträger der preußischen Gesandtschaft, Prinzen von Wittgenstein, empfangen und nahm das erste Frühstück mitten unter dem Publikum im Wartesaal erster und zweiter Klasse ein. Eine Stunde später ging es nach Oberammergau weiter, von wo er sich im Auto nach Linderhof begab, wo er als Gast des Prinzregenten Luitpold bis zum Sonntag der Hochwildjagd oblag. Auf der Rückkehr ist Herr von BethmannHollweg mit dem bayerischen Ministerpräsidenten Freiherrn von Hertling zusammengetroffen. Sasonow in Berlin. Der russische Minister des Auswärtigen Sasonow weilt am heutigen Montag in Berlin, wo er mit den leitenden Staatsmännern konferiert, um dann direkt nach Petersburg zurückzukehren. Das Ergebnis der Besprechungen Sasonows mit den englischen und französischen Staatsmännern kann also den Berliner Konferenzen zu Grunde gelegt werden, von denen somit endgültige Entschließungen zu erwarten sind. Allgemein legt man daher auch den Besprechungen, die am heutigen Montag zwischen dem von Linderhof zurückgekehrten Reichskanzler und dem Staatssekretär des Auswärtigen von KiderlenWächter einer= und dem Minister Sasonow sowie dem russischen Botschafter Swerbejew andererseits stattfinden, hohe politische Bedeutung bei. v. Stumm, deutscher Botschafter in London? Die„Tägliche Rundschau" teilt mit, daß die deutsche Regierung in London vertraulich angefragt habe, ob der englischen Regierung der Geheime Legationsrat von Stumm, der Dirigent der politischen Abteilung im Auswärtigen Amte, als Botschafter angenehm wäre. Der evangelische Bund nahm in einer geschlossenen Versammlung eine mit großem Beifall aufgenommene Resolution des Reichstagsabgeordneten Dr. Orthmann an, durch welche der evangelische Bund im Namen seiner fast 500000 Mitglieder Widerspruch gegen die beim Bundesrat und beim Reichstag eingebrachten Anträge auf Abschwächung oder Aufhebung des Jesuitengesetzes erhebt. Eine Novelle zur Gewerbeordnung wird dem Reichstag zugehen. Es wird eine Konzessionierung der Wirtschaften mit Mädchenbedienung geplant, um den Auswüchsen der Animierkneipen wirksam entgegentreten zu können. Ferner sollen die Kinematographentheater konzessionspflichtig ein und die Neuerrichtung von Kinematographen von der Bedürfnisfrage abhängig gemacht werden. Auf dem deutschen Fortbildungsschultag in Krefeld hielt Generalseldmarschall Frhr. v. d. GoktzPascha einen längeren Vortrag über die körperliche Ertüchtigung der Fortbildungsschuljugend, in der er als erste und allgemeinste Forderung die Pflichtfortbildungsschule für die gesamte männliche und weibliche Jugend aufstellt, in deren Rahmen eine mindestens zweistündige Uebung im Turnen, Spielen und Wandern aufgenommen werden müsse. Die schulärztliche Ueberwachung auch in den Fortbildungsschulen werde außerordentliche Früchte tragen. Wenn Volkscharakter und Kriegsgewohnheit in Wechselwirkung sich gegenseitig tragen, sürfte ein Volk hoffen, einen festen Stand in der politischen Welt zu haben. Eine Resolution des Obermeisters Figge=Köln, wonach die anwesenden Die Türkei wünscht kein Eingreifen der Großmächte, sondern ist gewillt, es selbst mit den kleinen Balkanstaaten aufzunehmen. Sie ist, nach der Sicherung des Friedens mit Italien sich ihrer Kraft bewußt und zweifelt keinen Augenblick, allein mit den vereinten Gegnern fertig zu werden. Von diesen ist nur Bulgarien so stark engagiert, daß es nicht ohne Verlust des Ansehens seiner Dynastie wieder zurück kann. Griechenland, Serbien und Montenegro würden ohne Schädigung ihrer Interessen das Schwert wieder in die Scheide stecken können. Der König von Montenegro ist der Schwiegervater des Königs von Italien, der soeben den Frieden mit der Türkei abgeschlossen hat. Dieser Friedensschluß war durch die Mobilmachung der kleinen Balkanstaaten ermöglicht oder doch zum mindesten beschleunigt worden. Sollte die Erhebung der kleinen Balkanstaaten zugunsten Italiens erfolgt sein? Daß der Verlust Tripolitaniens und der Kyrenaika einen schmerzenden Stachel im Herzen der Osmanen hinterläßt, die sich den Sieg über den Vierbund ohne weiteres und mit Fug und Recht zutrauen, ist unzweifelhaft. Der wackere Türkenführer Enver Bey ballt die Fäuste, daß Italien durch die Balkanwirren billig zum Frieden kommt, den es sonst nie erreicht hätte. Er erklärt, bis zu seinem Tode gegen Italien weider kämpfen zu wollen. In der Türkei erfüllt steigende Kriegsbegeisterung alle Kreise und Parteien. Die Jungtürken haben mit der neuen Regierung Frieden gemacht und ihr volle Unterstützung zugesichert. Der Namenstag des Sultans Mohammed 5. gab Ausgangs voriger Woche Anlaß zu begeisterten Kundgebungen unzähliger Tausender. Der Sultan dankte von einem Balkon seines Palastes aus für diese Außerungen patriotischer Gesinnung und erklärte, das Osmanentum würde niemals vernichtet werden. Den Ministern gegenüber würdigte Mohammed 5. den Ernst der Lage, sprach sein Vertrauen aus, daß die türkische Armee ihre Pflicht tun werde, und schloß mit dem Ausdruck der Hoffnung, daß mit Gottes Hilfe und dank der zu ergreifenden Maßnahmen alle Schwierigkeiten überwunden werden würden. Der englische Botschafter, dem stürmische Hochrufe dargebracht wurden, lehnte dankend eine Einladung ab, an die jubelnde Menge eine Ansprache zu halten. In Bulgarien hat das Ungestüm der Kriegspartei eher noch zu= als abgenommen. Dynastie und Regierung stehen dieser starken Volksbewegung ziemlich machtlos gegenüber. Die Thronrede gelegentlich der feierlichen Eröffnung des Parlaments am Sonnabend suchte die Stimmung in vorsichtiger Weise zu dämpfen. Zu der Eröffnungssitzung waren die Abgeordneten der Sobranje und die Mitglieder der Regierung vollzählig erschienen. Da die Große Sobranje 406 Abgeordnete zählt, in dem Sitzungssaale aber nur 220 Plätze vorhanden sind, so mußten viele Volksvertreter stehen. Unter einem Baldachin stand der Thronsessel, auf dem König Ferdinand Platz nahm und nach Eröffnung der Sitzung die Thronrede mit eindringlicher Stimme verlas. Der Premierminister Geschow rechtfertigte kurz das Verhalten der Regierung in den kritischen Tagen. Nachdem je ein Mitglied der Regierung u. der Oppositionspartei die Zustimmung zu der Thronrede sowie zu den Darbegungen des Ministerpräsidenten ausgesprochen hatten, wurde die Sitzung geschlossen. Der wesentlichste Punkt der Thronrede lautete zkemlich farblos: Die allgemeine Mobilisation in unserom Lande hat die Verkündung des Belagerungszustandes im ganzen Königreich notwendig gemacht. Gemäß der Verfassung sind Sie zusammenberufen worden, um dem Evlaß über die Erklärung des Belagerungszustandes ihre Zustimmung zu erteilen und ebenso andere gesetzliche Maßnahmen anzunehmen, die durch die schwere Zeit bedingt werden, die unser Vaterland durchzumachen hat. In der Uoberzeugung, daß Sie in richtiger Schätzung der höchsten Interessen des bulgarischen Staates ihre Pflicht erfüllen werden, erflehe ich Gottes Segen für Ihre Arbeiten. Die Thronrede, mit der am gleichen Tage die serbische Skupschtina durch König Peter eröffnet wurde, war auf einen sehr ernsten Ton gestimmt. Sie stellte fest, daß sowohl die Erwartung Serbiens auf eine Besserung des Loses der serbischen Stammesgenossen in der Türkei unerfüllt und auch die Bemühungen der Großmächte nach Erfüllung der gerechten Reformen erfolglos geblieben seien. Von einer Entspannung der Lage enthielt die Thronrede, die vom Könige mit fester Stimme vorgelesen wurde, kein Wort. Die Abgeordneten gewannen aus der Rede allgemein den Eindruck, daß die Erhaltung des Friedens nahezu ausgeschlossen sei. In Griechenland hält man einen Krieg für unveimeidlich und erwartet nicht mehr viel von einer Intervention der Großmächte. Man glaubt, daß die Türbei, sobald sie nach Unterzeichnung des Friedensvertrages die Hände frei bekommt, sich auf die Balkanstoaten stürzen wird. Sehr ungehalten ist man über Italien, weil es die günstige Gelegenheit, sich mit den Balkanstaaten an dem Kriege gegen die Türkei zu beteiligen, nicht ausnützt. Eine Vermittelungsaktion der Mächte, die mit heißem Bemühen vorbereitet ist, war bis zum Schluß der Vorwoche noch nicht zustande gekommen. Bemerkenswerter Weise waren Deutschland und Frankreich sich am ersten einig, England zögerte. In Wien war man bestrebt, eine gemeinschaftliche Kundgebung Oesterreich=Ungarns und Rußlands herbeizuführen, aus der hervorgehen soll, daß beide Mächte nicht gegeneinander, sondern miteinander auf dem Balkan vorgehen wollen. Ueber den Wortlaut dieser gemeinschaftlichen Kundgebung fand ein außerordentlich reger Drahtverkehr zwischen Wien und Petersburg statt.— Einflußreiche Wiener Persönlichkeiten hegen nach wie vor Mißtrauen gegen Rußland und stehen einem gemeinsamen Balkanvorgehen mit diesem mehr als kühl gegenüber. Die Friedensformel der Großmächte steht fest, sobald sie die Zustimmung aller Regierungen gefunden hat. Sie wird in Konstantinopel sowie in den Hauptstädten der Vierbundstaaten überreicht werden. Ob sie in Gestalt einer Kollektivnote aller Großmächte abgegeben werden wird, oder ob Rußland und Oesterreich=Ungarn als die zunächst interessierten Mächte sie allein übermitteln werden, ist noch unentschieden, jedoch auch nur eine Frage von untergeordneter Bedeutung. Oesterreich ist für ein Einvernehmen mit Rußland auf Grundlage der Lokalisierung des Balkankrieges laut„V. Ztg.“ nicht zu haben. Eine solche Grundlage ist für Oesterreich=Ungarn unannehmbar, wenn die Formel der Lokalisierung des Krieges bedeuten würde, daß man den verbündeten Balkanstaaten für ihre kriegerischen Operationen gegen die Türkei auf dem ganzen Balkan freie Hand lassen soll. Eine Lokalisierung des Krieges ist für Oesterreich nur in der Form denkbar, daß den Balkanstaaten das Gebiet abgegrenzt werde, innerhalb dessen sie Krieg führen dürfen. Der Einmarsch serbischer Truppen in den Sandschak Novibazar würde öesterreichisch=ungarische Staatsinteressen in der empfindlichsten Weise berühren, ebenso die Besetzung Skutaris und Oberalbaniens durch Montenegriner und die Landung eines griechischen Korps in Saloniki. Die Verwaltung des roten Kreuzes hat beschlossen, in Konstantinopel, Adrianopel und Uesküb Hospitäler zu errichten. Die Schüler obersten Klasse der Militärschule werden als Leutnants in die Armee eingereiht. Zwei ägyptische Prinzen ließen sich als Freiwillige eintragen. Die Bevölkerung beteiligt sich eifrig an den Zeichnungen des Kriegssonds. Es verlautet, daß die Pforte seit gestern den Dampfern verbot, Kohlen an Bord zu holen. Die Mobilisierung in der Provinz dauert fort. Das armenische Komitee fordert die Armenier auf, das Vaterland zu verteidigen. ##— Frankweich. Die Spionenfurcht. In Best###gung vor einigen Tagen von elsaß=lothringischen tern gebrachten Meldung, wonach den d. Offizieren der Aufenthalt in Frankreich## Beobachtung gewisser Bedingungen gesta werde wird französischerseits offiglbs gemelde da V Vertreter der Handwerkskammern sich gegen den obligatorischen Turnunterricht an Fortbildungsschulen während der Arbeitszeit aussprechen, jedoch den Turnunterricht an sich begrüßen, wenn er nicht die Arbeitszeit beschränkt, und keine neu: Belastung des Meisters damit verbunden ist, wurde als Erklärung der vertretenen Handwerker entgegengenommen. In der Fleischteuerungsdebatte im württembergischen Landtag erklärte der Minister des Innern Dr. von Pischek namens des Staatsministeriums, daß sich Württemberg den Maßnahmen der Reichsregierung und Preußens angeschlossen habe um erst einmal die Wirkungen dieser Maßnahmen abzuwarten; das weitere Verhalten der Regierung sei von den mit den jetzt zugelassenen Erleichterungen gemachten Erfahrungen abhängig. Deshall könne die württembergische Regierung gegenwär. tig für die Aufhebung der im§ 12 des Fleischbeschaugesetzes enthaltenen Beschränkungen der Einfuhr im Bundesrat nicht eintreten. Die Aufhebung der Vieh=, Fleisch= und Futtermittelzölle sei im jetzigen Zeitpunkt unmöglich.— Die Fleisch= teuerungskonferenz, die am detzten Sonnabend unter dem Vorsitz des Ministers von Dallwitz unter Teilnahme des Vorstandes des preußischen Städtetages im Ministerium des Innern in Berlin tagte und sich mit der Erleichterung für den Fleischverkauf usw. durch die Kommunen befaßte, wird bindende Beschlüsse noch nicht fassen. Den gewerblichen Fortbildungsschulen wird die ihrer hohen wirtschaftlichen Bedeutung en sprechende Fürsorge gewidmet. Es wird von Ostern ab zunächst in Preußen ein einjähriger S. minarkursus für Fortbildungsschullehrer im Hauptberuf eingerichtet werden. Als solche Lei rer kommen Techniber und Handwerksmeister mi der erforderlichen Allgemeinbildung, sowie solch Lehrer in Betracht, die sich mit der Technik und dem Fachzeichnen vertraut gemacht haben. Die Eisenbahn=Ausnahmetarise für Schlach vieh, frisches Fleisch und Futtermittel treten auf den preußisch=hessischen Staatsbahnen am 10. Ortober in Kraft. Die Uebergabe von Neu=Kamerun am 1. Oktober ds. Is. an die deutschen Verwaltungsbehörden war keine vollständige, da Frankreich für die Uebergabe der bisher ihm gehörigen Territorien vier Staffeln vorgesehen hat. Die Gebietsübergabe wird am 1. Juni 1913 beendet sein, nachdem am 1. Jebruar und 1. Aorit weitere Länder=# strecken in deutsche Hände gekangt sind. Deutschland hat das zwischen dem Schari und dem Flusse Ba=Ili gelegene Gebiet bereits an Frankreich abgetreten und wird den geringen Rest am 1. Oktober 1913 den bevollmächtigten Beamten übergeben. Allerdings ist jede der beiden Vertrags. 5# mächte schon seit dem 12. März ds. Is. dem Rechte nach souverän über die ihr von der anderen Macht durch dieses Abkommen abgetretenen Gebiele, b. hält jedoch bis zur tatsächlichen Uebergabe die vorläufige Ausübung der Staatshoheitsrechte. Da: Abkommen über das Konzessionswesen soll nur erworbene Rechte erklären und kosne neuen Rech: schaffen. Die Konzessionsgesellschaften behalt ihre rechtliche Eigenschaft als französische Gesell schaften. Sie haben das Recht zur Hand#####ähie keit auf deutschem Gebiet. Aus dem A über die Staatsangehörigkeit der Persone## in d ausgetauschten Gebieten ist zu erwähnen. Eingeborenen in den neuen Untertane Antreten. Es fteht ihnen jedoch innerhe Jahres von der endgüttigen Besitzergrei unter Mitnahme ihrer Eunte aus dem v der beiden vertragschließenden Te#le in nommenen Gebiet in das des audenen T zusiedeln. Seite 2. Cchwerter Zeitung.(Amtliches Dreiobsott.) Montog, den f. Oktober 1912. Nr. 836. einigen Tagen ein Erlaß erscheinen werde, der eine Schutzzone feststellen werde, die fremde Offiziere ohne vorherige Ermächtigung nicht betreten dürfen. Diese Maßnahme werde übrigens allgemeiner Natur sein und auch auf die Offiziere der anderen Nachbarländer, Belgien, Luxemburg, die Schweiz und Italien angewendet werden. Sie sei bereits auf diplomatischem Wege den beteiligten Regierungen angekündigt worden, und diese ten keinerlei Einwendungen erhoben. Rußland. Enttäuschung über Balmoral. Das Ergebnis der Balmoraler Besprechungen über Persien sowohl wie über die Balkanfrage hat die politischen Kreise Petersburgs tief enttäuscht. Der Bruder des ermordeten Premierministers Stolypin veröfsentlichte einen Warnruf vor England, der bezeichnend ist für die in Rußland herrschende Stimmung. Beim Eintritt in eine an Klippen reiche historische Zeit, so heißt es darin, müsse man sich einmal ganz nüchtern Englands Ueberlieferungen ins Gedächtnis rufen. Die englische Politik sei stets Haß und Feindschaft gegen Nußland gewesen, und diese Gefühle hätten sich über Nacht nicht geändert. Wenn man dies bedenke, sich ferner die Selbstsucht Englands und die Klagen seiner Bundesgenossen, daß sie für England die Kastanien aus dem Feuer holen mußten, vergegenwärtige, müsse man doppelt vorsichtig sein, durch Freundschaft mit England gegen kleine Vorteile große Nachteile einzutauschen. Der Angelpunkt der englischen Politik sei die Feindschaft gegen Deutschland. Zur Durchführung des Riesenkampfes gegen Deutschland habe England versucht, Frankreich und Rußland heranzuziehen. Rußland solle aber bedenken, daß das, was für England Lebensfrage sei, für Rußland keine gebieterische Geltung habe. Für England sei es wichtig, das europäische Gleichgewicht zu stören, für Rußland dagegen, es zu erhalten. Mexilo. Anarchie in Mexiko. Der Gesandte der Vereinigten Staaten in Managua teilt der Regierung mit, daß zwölf Männer und Frauen, darunter Engländer, Deutsche, Holländer und Italiener sich im Namen von 300 Flüchtlingen von Masaya an ihn mit der Bitte um Hülfe wandten. In Masaya seien die Häuser von fremden Eingeborenen geplündert worden. 70 Frauen seien in Gefangenschaft. Das Volk esse aus Mangel an anderen Nahrungsmitteln Pferdefleisch. Zahlreiche Frauen und Kinder seien Hungers gestorben. Ehina. Die Anleihe. Die belgischen Kapitalisten haben eine Anleihe von 250 Millionen Franks vereinbart im Zusammenhang mit dem Bau einer Eisenbahnlinie zwischen Honanfu, Provinz Honan, und Sianfu, Provinz Schensi, mit Fortsetzungen nach Lantskon, Provinz Kansu und Haitschou, Provinz Kiangsu. Die Eisenbahn dient als Sicherheit für die Anleihe, und es verlautet, daß sie gänzlich unter fremder Aufsicht gebaut werden wird. Die Linie Haitschou—Lantschou wird den Stamm des Eisenbahnsystems Sunyatsens bilden. —— Einführung des Herrn Pastors Nell. eins und bat um freudige Mitarbeit in den genannten Vereinen. Nach einem weiteren Gesange begrüßte Herr Pastor Ohlig die Braut und die Angehörigen und sprach gleichzeitig Herrn Pastor Nel die Glückwünsche des Jungfrauen= und Frauenvereins aus. Herr Bürgermeister Nohrmann hieß den neuen Pastor namens der städtischen Vertretungen herzlich willkommen und wies auf die vielen gemeinsamen Pflichten hin, welche die Geistlichkeit im Verein mit der Stadtverwaltung auf dem Gebiete der Armen= und Vormundschaftsverwaltung, der Jugendfürsorge und Jugendpflege habe. Nachdem sodann Herr Pastor Terberger auch die herzlichen Glückwünsche der reformierten Schwestergemeinde dargebracht hatte, sprach der Vater des Herrn Nell, Herr Pastor Nell aus Hottenstein bei Schwelm, namens der Familie der Kirchengemeinde und deren Vertretung herzlichen Dank für die freundliche Begrüßung aus. Sodann nahm der neue Seelsorger selbst das Wort, um in längeren Ausführungen allen Rednern und allen Festteilnehmern seinen Dank abzustatten; er wolle, versprach er, in den Spuren seines Herrn Vorgängers, des Herrn Past. Heinenberg wandeln, dessen ungemein verdienstvoller Wirksamkeit während der verflossenen 38 Jahre sowohl im Gottesdienste, wie auch von den Herrn Festrednern wiederholt gedacht worden sei, und all sein Tun und Können in den Dienst der Gemeinde stellen. Mit dem Segen und dem gemeinsamen Gesang:„Die Gnade unsers Herrn Jesu Christi“ wurde die erhebende Feier nach etwa dreistündiger Dauer geschlossen. Wir schließen unsern Bericht mit dem Wunsche, daß dem neuen Herrn Pastor in Schwerte eine lange, reich gesegnete Wirksamkeit beschieden sein möge! Freih.von Reden der deutsche Konsul in Lemberg, der sich bekanntlich erschossen hat. — Der gestrige Sonntag war für die hiesige lutherische Gemeinde ein hoher Freudentag. Galt es doch, den für den in den Ruhestand getretenen Herrn Pastor Heinenberg einstimmig gewählten Herrn Pastor Nell in sein neues Amt einzuführen, nachdem die Einholung bereits am vergangenen Dienstag durch das Presbyterium erfolgt war. Die Einführung fand im gedrängt vollen Hauptgottesdienst statt. Der stellvertretende Superintendent, Herr Pastor von der Kuhlen aus Letmathe, nahm an Stelle des erkrankten Herrn Superintendenten Pake=Hemer die feierliche Einführung unter Assistenz der beiden andern Pfarrer der Gemeinde vor, nachdem er dem neuen Pfarrer eindringlich die hohen Pflichten seines Amtes vorgehalten hatte. Herr Pastor Wischnath gab dem neuen Amtsbruder das Geleitwort:„Jesus Christus, gestern und heute und derselbe# in alle Ewigkeit“, Herr Pastor Ohlig:„Nun suchet man nicht mehr an dem Haushalter, denn daß er treu erfunden werde“ mit auf den Weg. Nachdem der gemischte Chor „Harmonie" unter Leitung des Herrn C. Klempt das Lied:„O großer Gott, allmächtiger Gott“ angestimmt hatte, bestieg der neue Pastor die Kanzel und hielt seine Antrittspredigt unter Zugrundelegung des Textes Psalm 51, Vers 17:„Herr, tue meine Lippen auf, daß mein Mund deinen Ruhm verkündige.“ Der Vortrag der Motette:„Der Herr ist mein Hirte“ seitens des gemischten Chores beschloß die kirchliche Feier. An dieselbe schloß sich mittags 12 Uhr im Hotel Ostermann ein Festmahl, an dem etwa 60 Damen und Herren teilnahmen. Herr Pastor von der Kuhlen gedachte während desselben in beredten Worten unseres allverehrten Kaisers und Herr Pastor Wischnath begrüßte die erschienenen Gäste. Um 3½ Uhr fand im Schützenhofe eine sehr gut besuchte Gemeindefeier statt; der geräumige Saal war fast vollständig gefüllt. Die stimmungsvolle Feier wurde nach einem Vortrag des Posaunenchores mit dem gemeinsamen Gesang: „Reich des Herrn brich hervor in vollem Tag“, der Verlesung des 121. Psalmes und einem Gebet eröffnet. Es folgte dann eine längere Pause, während welcher der Kaffee eingenommen wurde. Sodann begrüßte Herr Pastor Wischnath den neuen Pastor namens des Presbyteriums und der Repräsentanten, namens des Arbeiter= und Bürgervereins, namens des Jünglings= und JugendverAus Stadt und Umgebung. ** Schwerte, 7. Oktober. **(Der erste Schnee!) Vorgestern ist im oberen Sauerlande der erste Schnee gefallen. Fast 1½ Stunden wirbelten die Flocken lustig nieder und bis zum Abend waren die Berge in ein weißes Kleid gehüllt. Hoffentlich wird der nordische Gast unsere Gegend vorläufig noch nicht heimsuchen, wenn auch in den beiden letzten Nächten das Thermometer bis auf 5 Grad unter Null gesunken ist. **(Die Nationalflugspende) hat bis Anfang Oktober im Landkreise Hörde die Höhe von 10 603,55 Mark erreicht. **(Gustav Adolf=Frauen=Verein.) Die für heute abend angesetzte Versammlung obigen Vereins ist um 8 Tage verschoben worden; dieselbe findet nunmehr am nächsten Montag, 14. Oktober im Versammlungslokal in der Jägerstraße statt. **(Kriegerverein.) Die gestrige Generalversammlung am Schützenhofe erfreute sich eines recht zahlreichen Besuches. Neu ausgenommen wurden 17 Kameraden, welche der 1. Vorsitzende mit herzlichen Worten willkommen hieß. Alsdann überreichte derselbe Herrn Lehrer Rath, welcher 25 Jahre lang das Amt des Schrift= resp. Kassenführers ununterbrochen in ausgezeichneter Weise versehen hat, mit warmen Worten der Anerkennung das demselben vom Preußischen Landeskriegerverband verliehene Bild des Kaiser Wilhelm=Denkmals auf dem Kyffhäuser. Außerdem wurde dem Jubilar ein von Herrn Otto Honsaleck künstlerisch ausgeführtes Diplom des Krieger=Vereins übergeben. Bezüglich der Kaisergeburtstagsfeier wurde beschlossen, diese in derselben Weise, wie im vorigen Jahre, zu begehen. Nachdem noch über„Die Jugendpflege in den Kriegervereinen“ eine lebhafte Aussprache stattgefunden hatte, wurde die Verteilung der Schießpreise, um welche die Kameraden den Nachmittag über auf den Schießständen mit Eifer gerungen hatten, vorgenommen. Folgende Kameraden errangen Schießpreise: Nehm erhielt den 1. Preis mit 68 Ringen bei 6 Schuß. Es folgten: Stricker jr., Althoff, Banse, Uffelmann, Brauckmann, Wulf, Koester, Reuter, Horn, Kohlmann, Wigginghaus, Bröseke, Klein, Teurig, Karl Henschel, Wirtsmann, Beyenburg, Großpietsch, Koerner, Nolte, Nern, Lethaus, Schlüter, Lappe, Otto Schöttler, Loewenstein, Sybel, Schlecking, Schneider, Honsakeck, Liesenhoff, Päntling, Holsiepe, Dudt. Dem offiziellen Teil folgte ein gemütliches, recht kameradschaftliches Zusammensein. *(Gefaßte Einbrecherbande!) Den Bemühungen der Polizei ist es erfreulicherweise gelungen, am Samstag nachmittag die Einbrecher, welche, wie wir berichteten, in der Nacht von Freitag auf Samstag den Bahnhof Hennen beraubten, zu fassen und in sichern. Gewahrsam zu bringen. Die sauberen Patrone wurden dabei abgefaßt, als sie auf der Hagenerstraße ein Fahrrad stahlen und durch die Herren Gendarm Trottner und Polizeisergeant Nern dingfest gemacht. In längerem Verhör gestanden die Burschen, welche mit schwarzen Masken, Dietrichen, Messern und Nevolvern versehen waren, den Diebstahl am Bahnhof Hennen und auch den neulichen Einbruchsdiebstahl am Bahnhof Ergste ein; man fand bei ihnen planmäßig ausgearbeitete Skizzen und Lagepläne von Häusern in Hagen, Haspe usw., in denen noch Einbruchsdiebstähle vorgesehen waren. Nach Angabe haben die Einbrecher einen Teil des geraubten Gutes in einem Walde des Herrn Gutsbesitzers Westerhoff=Rheinen vergraben; die Untersuchung wird auch in diese Sache die erforderliche Aufklärung bringen. Jedenfalls ist es recht erfreulich und dient der Bevölkerung zur Beruhigung, daß es der Polizei, die nach weiteren Mitgliedern der offenbar weitverzweigten Räuberbande forscht, gelungen ist, schon dieser schweren Gesellen so schnell habhaft zu werden. (Staats=Eisenbahnverein.) In der gestrigen Generalversammlung des Staats=Eisenbahnvereins wurde anstelle des versetzten Oberbahnassistenten Wistrich Vorsteher Müller zum 2. Vorsitzenden des Vereins gewählt. Dann wurde beschlossen, die Kaisergeburtstagsfeier am Sonntag, den 2. Februar in gewohnter Weise im„Reiche des Wassers“ zu veranstalten. *(Einen schweren Unglücksfall) erlitt gestern der Walzer Leopold Struck, ein junger Mann von etwa 20 Jahren. Derselbe wurde von einem aus der Walze kommenden glühenden Eisenstabe so unglücklich am Fußgelenk“ getroffen, daß seine Ueberführung ins kath. Krankenhaus erforderlich wurde. Die Heilung dürfte längere Zeit in Anspruch nehmen. **(Der erste Vortragsabend) des kaufmännischen Vereins D. H. V., welcher am Samstag im Müller'schen Saal stattfand, erfreute sich eines recht guten Besuches und hat den Zyklus der diesjährigen Vorträge des Vereins in bester Weise eröffnet. Fritz Reuter, unserm größten niederdeutschen Dichter, war der Abend gewidmet, und der für den Vortrag gewonnene Reuter=Rezitator, Lehrer Clasen=Gelsenkirchen, hat sich seiner Aufgabe zu allgemeinster Zufriedenheit entledigt. Ist Clasen auch kein Junkermann, der bekanntlich im Januar 1911 zum letzten Male in unserer Stadt weilte und eine sehr zahlreiche und dankbare Gemeinde um sich versammelt hatte, so gestehen wir doch gern, daß Clasen mit zu den besten ReuterInterpreten gehört, die wir im Laufe der letzten Jahre gehört haben. Die Vortragsfolge bot Bruchstücke aus„Läuschen un Niemels“, Reuters im Jahre 1853 erschienenes Erstlingswerk:„De swaden Pocken",„De Friegerie",„Von dem ollen Blüchert",„De Wedd“ u. a., die uns den köstlichen Humor Reuters von der besten Seite veranschaulichen. Lebenswahr traten in den einzelnen Vorträgen die handelnden Personen, mit Fleisch und Blut umkleidet, vor unser geistiges Auge. Es würde zu weit führen, auf die einzelnen Proben Reuter'schen Dichtkunst näher einzugehen, jedenfalls war das Gebotene ein herzerfreuender Genuß, und der Beifall, der dem Vortragenden gespendet wurde, ein wohlverdienter. **(Der Marien=Verein), ein kath. Frauen= und Mütterverein, feiert am Sonntag, 13. dieses Monats das Fest seines 40jährigen Bestehens. Die Vorbereitungen für die Jubelfeier, die im„Reiche des Wassers" stattfindet, sind in vollem Gange und verspricht das Fest einen erhebenden Verlauf zu nehmen. *e(Unfall.) Eine schwere Verletzung der linken Hand zog sich am Samstag ein Passagier der Elektrischen, der von Aplerbeck nach hier fahren wollte, dadurch zu, daß er mit der Hand in eine Fensterscheibe stieß, als sich der Wagen in Bewegung setzte. Die Hand war in den Splittern der Scheibe ganz festgeklemmt und mußte diese erst vollständig zerschlagen werden, um den Mann aus seiner üblen Lage zu befreien. Hier mußte sich der Verunglückte in ärztliche Behandlung begeben. *e(Folgenschwerer Zusammenstoß). An der Ecke der Bismarck= und Hagenerstraße erfolgte heute morgen gegen 8½ Uhr ein schwerer Zusammenstoß zwischen der Elektrischen und einem Fuhrwerk. Der Metzgermeister Jasper von der Berghosermark, der im langsamen Tempo die Bismarckstraße passierte, wollte gerade bei Walter in die Hagenerstraße einbiegen, als sich ein Arbeitswagen der Straßenbahn nahte und mit dem leichten Gefährt zusammenstieß. Der Anprall war von bösen Folgen begleitet; das Vorderteil des Wagens des I. wurde fast ganz zertrümmert und I. sowie sein mit ihm auf dem Wagen sitzender 11jähriger Sohn zur Erde geschleudert. Während I. mit leichteren Verletzungen an den Hüften davonkam, hat der arme Junge ziemlich erhebliche Verletzungen erlitten und mußte ins Krankenhaus gebracht werden. Auch der Gaul ist bei dem Zusammenstoß schwer zu Schaden gekommen, desgleichen wurden zwei der an der Straße stehenden Bäumchen umgerissen. Wen die Schuld an dem Unfall trifft, muß die Untersuchung ergeben. **(Ein arbeitsreicher Sonntag) war der gestrige für unsere Polizeibeamten. Richt weniger als vier Personen mußten wegen ruhestörenden Lärms, Belästigung der Straßenpassanten, Schlägereien usw. festgenommen werden und zwar der Mährstraße, Kampstraße und Ostenstraße. Hoffentlich wird den Burschen ein recht exemplarischei Denkzeltel zuteil werden. ** Holzen, 7. Okt.(Durch einen entsetzlichen Unglücksfall) ist die Familie Kutscher Dillenberg in tiese Trauer versetzt worden. D., ein Mann in den besten Jahren, der in Diensten der Brotfabrik steht, war am Samstag mit seinem Fuhrwerk auf einer Geschäftstour nach Hagen. In der Nähe der„Donnerkuhle" zwischen Hagen und Hohenlimburg scheuten die Pferde seines Wagen plötzlich und gingen durch; der Wagen schlug um und D. kam so unglücklich unter denselben zu liegen, daß er von dem schweren Wagen erdrückt wurde und der unglückliche Mann nach wenigen Minuten tot war. Die Leiche wurde in die Leichenhalle nach Hagen geschafft.— Der Unglücksfall ist umso trauriger, als die Frau des so jäh aus dem Leben Gevissenen an den Folgen einer Operation schwer krank darniederliegt, und sechs Kinder trauernd an der Bahre ihres Ernährers stehen. Die Teilnahme der Gemeinde an dem schrecklichen Unglück ist eine allgemeine. ** Westhosen, 7. Okt.(Ehrendirigent.) Der M.=G.=V.„Sangeslust“ ernannte seinen langjährigen Dirigenten Herrn A. Braß, der den Verein zu manchen Erfolgen geführt hat, zum Ehrendirigenten. * Aplerbeck, 5. Okt.(Ein Gauner und Dieb) schlimmster Sorte ist der Italiener Gerh. Donatelli, ein Bummler, der schon verschiedenemal aus Deutschland ausgewiesen wurde und immer wieder nach hier zurückkehrt, um Diebstähle zu verüben. Vor einiger Zeit tauchte er auch hier auf, machte sich mit mehreren seiner Landsleute bekannt, und stahl ihnen dann Uhren, Ketten, Schuhe und Kleidungsstücke, wo er nur immer solche erwischen konnte. Diesmal wurde er aber recht bald erwischt und wegen Diebstahls im Rückfall zu 1 Jahr und 3 Monaten Gefängnis verurteilt. Westfalen und Rheinland. * Dortmund, 5. Okt.(Schwierigkeiten in den Dortmunder Esingemeindungsfragen.) Die Dortmunder Eingemeindung wird gegenwärtig sehr eifrig von der Stadt Dortmund betrieben. Die Landwirte der meisten in Frage kommenden Gemeinden sind von einer Vereinigung mit der benachbarten Fabrikstadt wenig erbaut. Der strittige Punkt ist meistens die Befreiung von der Besteuerung nach dem gemeinen Werte. Während die Stadt hier nur einen Zeitraum von 25 Jahren einräumen will, fordern die Vertreter der Landgemeinden eine 40jährige Befreiung oder eine Zurückhaltung dieser Steuer, bis die Gemeinden pro Hektar 100 Einwohner haben. Einigen Gemeinden, wie Deusen und Huckarde, ist die Stadt entgegengekommen und hat einen Zeitraum von 30 Jahren eingeräumt. In den Gemeinden Eving und Lindenhorst will die Stadt die Steuer solange hinausschieben, bis sie pro Hektar 50 Einwohner zählen. Die Gemeinden sind bis auf 60 Einwohner zurückgegangen. Wenn in die sem wichtigen Punkte keine Einigung erzielt wird, dürften die Eingemeindungen bis zum 1. April 1913 wohl kaum perfekt werden. * Wattenscheid, 5. Okt.(Der Tod im Straßenbahnwagen.) Das Söhnchen einer von Großkamen nach hier verzogenen Familie hatte sich durch heißes Wasser verbrüht. Anscheinend waren die Verletzungen nur geringer Natur. Auf der Reise verschlimmerte sich plötzlich der Zustand des Kindes derart, daß die Eltern beschlossen, in Gelsenkirchen ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen. In einem Straßenbahnwagen, den man zu diesem Zwecke bestiegen hatte, starb das Kind in den Armen der Mutter. * Bochum, 5. Okt.(Als Leichen geborgen.) Die beiden auf der Zeche„Präsident“ verschütteten Leute, der Steiger Choytz und der Schlepper Goruy, sind gestern abend als Leichen geborgen worden. Nach dem Befund sind sie sofort bei dem Zusammenbruch des Gesteins getötet worden. * Katernberg, 4. Okt.(Durch einen unglücklichen Zufall) wurde der vier Jahre alte Sohn Willy der Eheleute Karl Kaletka von hier getötet. Er spielte mit mehreren kleinen Kindern an dem Tore des Hauses Provinzialstraße 56, wobei dieselben an dem 4 Meter langen Torflügel hin und herschaukelten. Hierbei entfiel dem Kleinen das Butterbrot; als er sich danach bückte, schlug der Torflügel zu und erdrückte den Knaben. 130 Opfer! — Alicante, 5. Okt. Die Maschine eines Güterzuges fuhr die Schutzpuffer um, stieß gegen eine Mauer, die einstürzte, und drang in die Halle des Bahnhofes. Dabei wurden 9 Personen getötet, 22 schwer und etwa 100 leicht verletzt. Die Lokomotive mußte mit Ketten hoch gehoben werden, um die unter ihr liegenden Leichen bergen zu können. Man glaubt, das Unglück sei darauf zurückzuführen, daß die Strecke vor dem Bahnhof sehr abschüssig ist und daß die Bremsen die erlangte Geschwindigkeit nicht zu mindern vermochten.— Alicante, am Mitteländischen Meere, ist die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz in Südspanien. Die Bahnen senken sich aus dem Gebirge in die Stadt herab. Nr. 236. 1. Beilage. Aus früheren Balkankriegen. Der Wierwarr im Orient läßt interessante Erinnerungen aus früheren Feldzügen wach werden, die zugleich dartun, wie dort unten geradeso wie in den anderen Kriegen an Ueberraschungen kein Mangel gewesen ist. Wir erwähnen zunächst das große Drama von Plewna und vom Schipkapaß. Die russische Armee hatte im Frühling 1877 siegesgewiß die Donau überschritten und erachtete den Vormarsch nach Konstantinopel als einen Spazierweg. Unvermutet ward ihr bei dem kleinen bulgarischen Orte Lowtscha Widerstand geleistet, es fehlte ihnen an einem einheitlichen Kommando, und so war das Resultat dieses Kampfes eine Niederlage für die Truppen des Zaren. Der türkische Führer Osman nahm darauf bei Plewna eine verschanzte Stellung ein, schlug die Russen noch zweimal und bereitete ihnen derartig Schwierigkeiten, daß die Petersburger Regierung das Fürstentum Rumänien um Teilnahme am Feldzug anging. Nach Monate langem Ringen, in dem die Rumänier durch die Erstürmung der Griwnitza=Redoute den ersten großen Erfolg errangen, ward Osman Pascha zur Kapitulation gezwungen. Inzwischen hatte aber nicht viel gefehlt, und die ganze russische Armee in Bulgarien wäre vernichtet worden. Ein tollkühner Uebergang über den Balkan, den die russische Kavallerie auf dem Schipkapaß ausgeführt hatte, lockte die Türken herbei, welche ihre Feinde zurückdrängten. Hätte der hier kommandierende General Suleiman Pascha dieselbe Energie entwickelt, wie sein Kollege Osman Pascha, so hätte er ohne grobe Mühe die Russen vor sich hergetrieben und wäre der Armee von Plewna in den Rücken gefallen. Suleiman's Saumseligkeit schaffte den Russen Luft, sie konnten den Paß stark besetzen, und nach dem Fall von Plewna vollzog sich nach blutigen Gefechten auch Suleiman's Schicksal. Darauf war der Krieg in ein paar Wochen zu Ende. Die Heldenmädchen von Montenegro. Dem russisch=türkischen Kriege war ein fast zweijähriger Kampf der Bevölkerung von Montenegro und der benachbarten Gebiete Bosniens und Herzegowina vorangegangen. In ihren letztgenannten beiden Provinzen verstanden die Türken es, den Widerstand zu brechen, in den „Schwarzen Bergen“ hielten die Kugeln der tapseren Bevölkerung von einem Eindringen in die Hauptstadt Cetinje ab. Aber zuletzt schmolzen die Reihen der Bergsöhne dermaßen zusammen, daß der Widerstand zu erlahmen begann. Da traten die Töchter des Landes hundertweis in die Scharen der Kämpfer ein; sie handhabten die Gewehre mit kaum geringerer Meistreschaft wie ihre Angehörigen oder Liebsten und in den engen Schluchten des Landes schleuderten sie mit nervigen Armen Felsblöcke auf die heranrückenden Osmanli. Die Residenz des Fürsten Nikolaus, des heutigen Königs von Montenegro, blieb auch tatsächlich unerobert. Die Helden von Belgrad. Die erwachsene Jugend der serbischen Hauptsadt war 1877 als die liederlichste und prahlichse auf der ganzen Balkaninsel bekannt, und ihrem Geschrei gelang es, eine solche Kriegsstimmung zu entfachen, daß Fürst Milan und seine Minister den Angriff auf die Türkei beschlossen. Die Belgrader Sroßsprecher bildeten eine eigene Legion, die nach ihren Worten ganz allein genügen würde, die Türken zu Paaren zu treiben. Man kam auch über die türkische Grenze hinaus, in der Hauptstadt Eine Präfung kann hart sein, aber schließlich kommt es doch auf die Gemütsstimmung an, mit welcher man sie erträgt. Auf neuem Grund. Roman von O. Elster. 33. Fortsetzung. Nachbruck verboten. Er sprac, in gerader, offener Weise; nicht mehr als der Grand Seigneur, als wi#sher er früher Hans entgegengetreten war. Dieser war bewegt. Er######e langsam, aber fest die Fand in die darg botene Rechte des Grafen. „Wir wollen das Vergangene vergangen sein lassen, Herr Graf.. — und uns mit der Zukunft beschäftigen. Offen sprechen, Mann gegen Minn! Vertrauen zu inander haben, Ircund gegen Freund! Und nun hören Sie auch: Hollensen soll nicht verkauft werden— ich stelle Ihnen jede Hilfe, die Sie nötig haben, zur Verfügung.“ „Herr Graf, ich kann das nicht annehnen.“ „Entscheiden Sie sich noch nicht. Ihre Lage ist nicht so schlimm, wie es auf den ersten Aublick aussieht. Die Vorräte sind verbrannt— gut. Aber sie gehörten sowieso nicht mehr Ihnen— sie waren schon verkauft und kagerten nur noch in Ihren Scheunen auf die Gefahr der Käufers. Wie ich höre, hat dieser die Vorräte jedoch versichert, sodaß sein Schaden erst nicht so groß sein wird. Die Gebäude sind ebensakts versicher:. Ich glaube sogar über ihren etgentlichen Wert, sodaß Sie für die Versicherungssmiüme die Gebäude wieder aufbauen Uunen. Der Schiden an Vleh int geringfügig, er läßt sich durch uze, sparsamg Vertschaft keicht ersetzen. Die Fesder sind bestel.4, ihnen iun der B#nnd nehts schrden. Das A##### und einige Statungen sind g1·490— S Unnen ulbe welch wieber Kticheben: Schwerter Zeitung. Montag, 7. Oktober 1912 Amtliches Rreisblait wurde Salut geschossen und ein Tedeum gesungen, der Krieg schien gewonnen, zumal noch ein serbischer Sieg bei der Stadt Krajugewatz gemeldet wurde. Das war freilich eine serbische Stadt, die Armee mußte also von türkischem Boden in die Heimat zurückgekehrt sein, aber an dem Sieg war festgehalten, bis die Wahrheit kam. Fürst Milans Truppen waren total geschlagen, die Helden von Belgrad waren zuerst davon gelaufen, und die Hauptstadt selbst wäre erobert worden, wenn nicht die Türken infolge eines russischen Ultimatums den Vormarsch eingestellt hätten. Die Schlacht der Hauptleute. Auf dem Berliner Kongreß von 1878 war die Bildung einer autonomen Provinz Ost=Rumelien (Süd=Bulgarien) beschlossen worden. Aber schon sechs Jahre später verjagten die Rumelier in Philippopel ihren türkischen Gouverneur und seine Behörden und proklamierten ihre Vereinigung mit Bulgarien, die auch dessen Herrscher, Fürst Alexander Battenberg, annahm. Damit hatte er es aber vollständig mit dem Zaren Alexander 3. verdorben, die zahlreichen russischen Offiziere, die alle höheren Kommandostellen in der bulgarischen Armee bekleidet hatten, wurden abgerusen. Diesen Moment nahm der inzwischen König gewordene Milan von Serbien wahr und mit der Begründung, durch die Vereinigung von Bulgarien und Rumelien sei das Gleichgewicht im Balkan gestört, erklärte er Bulgarien den Krieg. Ganz Europa gab den Fürsten Alexander verloren, aber wider Erwarten errang die nur von blutjungen Hauptleuten, zu denen nach dem Abgang der russischen Offiziere die Leutnants ernannt waren, befehligte bulgarische Armee unter Führung ihres tapferen Fürsten in einer dreitägigen Schlacht bei Sliwnitza einen glänzenden Sieg, dem ein zweiter bei Nisch folgte. Eine österreichische Intervention vereitelte die Eroberung von Belgrad durch die Bulgaren. Milan von Serbien dankte später ab und starb in Wien als Privatmann, Alexander von Bulgarien ward ein Jahr nach Sliwnitza von seinen Offizieren verraten, dankte dann ebenfalls ab und starb als österreichischer Generalmajor in Graz. Das griechische Osterlamm. Der leichtsinnigste von allen Feldzügen der neuesten Zeit im Orient ist der Griechenlands gegen die Türkei gewesen. Regierung u. Volk verlangten stürmisch eine Ausdehnung der Grenzen nach Norden hin, und trotz aller Abmahnungen der Großmächte ward der Feldzug beschlossen. Man sagte sich, die Großmächte könnten ja doch keine Truppen ins Land schicken, um den Krieg zu verhindern, und mit den Türken wollten die modernen Griechen, die Nachkommen der alten Athener und Spartaner, schon fertig werden. Diese Abkommenschafft ist bekanntlich ziemlich zweifelhafter Natur, aber noch fragwürdiger waren die griechische Kriegsfertigkeit und ihre Leistungen. Die griechische Flotte unter dem Prinzen Georg bombardierte die kleine türkische Festung Nikopolis an der albanesischen Küste, mußte aber bald die Beschießung einstellen, weil die Munition ausging und keine neue zu beschaffen war. Den Oberbefehl über die Armee hatte der energische Kronprinz Konstantin von Griechenland, Schwager des deutschen Kaisers, aber bevor er selbst noch seine Regimenter ins Feuer führen konnte, war das Schicksal des Feldzuges schon entschieden. Der türkische Generalissimus Edhem Pascha überschritt die Grenze, rückte in Gewaltmärschen vor, und der ihm gegenüber stehende General hatte für die Gefährlichkeit der Lage ein so schwaches Verständnis, daß er seine Soldaten ausschickte, um Osterlämmer zum „Sie vergessen, Herr Graf, daß ich nicht das geringste Betriebskapital zur Verfügung habe, ohne wekches ich nichts aufngen kann.“ „Deshalb komme sh ha eben zu Ihnen. Ich stelle Ihnen meinen Krodit bei dem Bankier zur Verfügung" „Herr Graf?!“ „Ruhig, ruhig und besonnen, lieber junger Freund. Aus dem oVrsik#nz, den öch Ihnen mache, sollen Sie erkennen, daß ich volllständiges Vertrauen zu Ihnen und Ihrer Tüchtigkeit hibe. Sie werden den Kredit nicht ohme Not in Ansoruch nehmen und werden mir dar Geld pnaktlich zurückzihlen, wenn Sie die ersten Ernten eingebracht hiben. Also schlagen Sie ein!“ „Ich kann es nicht, Herr Graf...“ „Ei, der Tausend! Seien Sie doch nicht so starrig! Ich helfe Ihnen auch aus egoistischen Bewrggründen. Ich möckte mit dem G.fühl der moralischen Schuld Ihnen gegenüber fertig werden... ich finde keine Rube mehr... ich mache mir Vorwürfe, Ungkück verschuldet zu haben, so gönnen Si mir wenigstens die Genugtnung, Ihnen aus der Patsche helsen zu können. Sie wissen, daß unsere Familien früher in Feindschaft lebten— meine Vorfahren haben den Ihrigen manches Unrecht getin— nun, ich bin der Letzte meines Geschrcht, während das Ihrige noch gesunde Wurzeln treibt. So lassen S.; mich, als den letzten meines Geschlechtes, alles Unrecht meiner Vorfahren an den Ihrigen wieder giit machen, so weit es elt, und kassen Sie mich helfen, Ihnen den Besitz Ihrer Väter zu erhaften.“ Hans stand in Nan denken versun en da. Der Vorschlag des Grafen hatte etums überaus Verlockendes. Wenn er sich auf den Kreeit des Grafen stützen konnte, dann war er gesühert. Nor sein Stottz sträubte sich gegen die Annahme dieset Vorsch ges. Er erkannte wohl den Edekmut des Grafen an und war ihm dankbar dafür; er sah jetzt ein, daß er den #### drurtabt hmtte.#der sofort sih er nicht Festbraten aufzutreiben. Mitten in diese Stimmung platzte der türkische Angriff hinein, die Griechen, besonders die Offiziere, zeigten eine klägliche Widerstandskraft, und der Krieg war eigentlich in einer Woche schon entschieden. Der Kronprinz Konstantin veröffentlichte im folgenden Jahre eine scharfe Kritik über diesen Feldzug, der ihm einen tiefen Haß des Offizierkorps zuzog Auch heute soll infolge des politischen Haders der militärische Geist in der griechischen Armee noch mancherlei zu wünschen übrig lassen. Balkanfestungen. Als Festungen von hervorragendem Kriegswert kommen für den Landkrieg im Balkan heute vor allem Adrianopel und Nisch in Betracht. Die letztere, der Waffenplatz von Südserbien, deckt die Straße nach Belgrad, aber hier dürften sich im Dann geht es auf Besehl der Offiziere Mann für Mann mit einem Sprung über Bord. Man könnte sagen„parademäßig“, gleich verteilt auf die herankommenden Rettungsboote, und das alles in größter Ruhe und Ordnung: Hier auf brandendem Meere der letzte, höchste Ausdruck der Manneszucht! Auf dem abgerissenen Heck, das nur etwa zwei bis drei Minuten über Wasser blied, stand einsam und ohne Führer ein Häuflein Menschen. Es waren abgelöste Wachmannschaften, die nach dem Mittagbrot die kurze Ruhepause zu einem Pseifchen benutzen wollten. Einer von ihnen hatte unter Deck gekramt und war auf dem Rückwege im Augenblicke des Zusammenstoßes beim Herauskommen aus einem der schachtartigen Niedergänge schwer verletzt worden. Mit der letzten Kraft hatte er sich heraufgeschwungen auf das Deck, das in der nächsten Ernstfalle die Türken kaum groß engagieren. Ser= Minute die Wellen umspülten, und lag da hilflos, bien läuft ihnen, wie man zu sagen pflegt, nicht! nicht mehr imstande, sich selbst zu helfen. Da sieht fört. Adrianopel ist die harte Nuß, welche die ihn ein Kamerad, der schon sprungbereit an der Bulgaren knacken müßten, wenn ihnen ein großer Reeling steht, um zum nahen Rettungsboote zu Erfolg über ihre Gegner oder gar ein Vormarsch auf Konstantinopel glücken soll. Der türkische Schlendrian hatte bei diesem wichtigen Platze viel verabsäumt, doch ist davon ein erheblicher Teil in letzter Zeit wieder gut gemacht worden. Ein hohes Lied vom deutschen Heldentum lesen wir in der„Täglichen Rundschau". Das Blatt gibt eine ergreifende Schilderung von dem Verhalten der Besatzung des Torpedobootes„G. 171“, das, wie erinnerlich, von der„Zähringen“ gerammt wurde: „Was uns aus Mitteilungen verschiedener zuverlässiger Augenzeugen bekannt wird, ist so schön und erhebend, daß die Nation Anspruch darauf hat, dieses stolze Dokument männlich=soldatischer Tugend zu kennen. Der Rammstoß der„Zähringen“ erfolgte bekanntlich gegen das hintere Teil des Bootes, das buchstäblich abgeschnitten wurde und erheblich früher sank als der vordere größere Teil des Wracks. An dieser Zerstörung mag man den Grad der Erschütterung des Bootes bei dem Zusammenprall der beiden Schiffe ermessen. Jedem auf„G. 171“ war es im Augenblick klar, daß das Boot soeben den Todesstoß erhalten hatte. Nicht eine Sekunde lang sehen wir das graue Gespenst„Panik“. irgendwo auftauchen. Ruhig und sachgemäß wie bei einem simplen Exerzitium, kommen die einzelnen Kommandos der Offiziere, ruhig und sachgemäß, ohne Ueberstürzung, aber mit genauer Geschwindigkeit werden sie von den Leuten ausgeführt. In den Luken, die heraufführen aus den unteren Räumen, aus den Maschinen= und Kesselanlagen, erscheint kein neugieriges oder ängstliches Gesicht. Alles, bis auf den jüngsten Mann herunter, steht auf seinem Posten, gerade so wie es eingeübt wurde bei dem„Lecksicherungsdienst". Kein Ventil, keine Klappe, keine Düse, die nicht geschlossen wurde, wie es hierbei vorgeschrieben. Erst das Kommando des leitenden Offfiziers rief auf Anordnung des Kommandanten die Todgeweihten auf das Deck des sinkenden Schiffes. Nur durch diese treue Pflichterfüllung ist es auch zu erklären, daß das Wrack sich volle 16 Minuten lang noch über Wasser halten konnte, wodurch die Rettung lsast der gesamten Besatzung ermöglicht wurde. schwimmen.„Hein! Du kannst ja mit Deinem gebrochenen Arm nicht schwimmen, komm, ich nehme Dich mit!“ Ein Mann, ein Wort. Es war sein letztes, und er hat es gehalten. Vor den machtlosen und entsetzten Helfern versinkt der gute Kamerad, gegen die hohe See kämpfend, mit seinem Schützling im Arm in die Tiefe. Er hat ihn nicht losgelassen. Westfalen und Rheinland * Dortmund, 4. Okt.(Der Gattenmörder.) Das Schwurgericht verurteilte heute den Bergmann August Ueberriek von hier wegen Totschlags an seiner Frau, begangen am 20. Mai, abends 10 Uhr, im Hause Stahlwerkstraße 8, zu 6½ Jahren Zuchthaus. * Wenden(Kreis Olpe), 4. Okt.(Das Auto.) Auf dem Wege von Olpe nach hier stieß das Auto des Dr. Willmanns, der sich im vorigen Jahre als Arzt hier niedergelassen hatte, in den Dunkelheit im Orte Gerlingen gegen ein Fuhrwerk, wobei Dr. Willmanns und der Führer herausgeschleudert wurden. Dr. Willmanns blieb auf der Stelle tot, während der Führer schwer verletzt wurde. * Herford, 4. Okt. Eine Baandperiode) scheint in dem benachbarten Hiddenhausen zu herrschen. Nachdem am Sonntag das Moning= sche Haus bis auf den Grund niedergebrannt war, geriet gestern mittag die Filiale der Firma Bruns und Schreyerbünde in Brand. Der Trockenraum des Fabrikgebäudes mit größeren Tabatvorräten und das Haus des Werkmeisters brannten vollständig nieder. Außer dem verbrannten Rohtabak sind über 100 Mille Zigarven dem Feuer zum Opfer gefallen. * Düsseldorf, 4. Okt.(Ehetragödie.) In einem Hause in der Bergstraße wurde heute eine Ehefrau mit ihren beiden Kindern im Alter von 8 und 12 Jahren bewußtlos in der Wohnung aufgefunden. Der Gasschlauch war am Kochapparat losgelöst und Mutter und Kinder hatten das ausströmende Gas eingeatmet. Der Feuerwehr gelang es nach längerem Bemühen, die Bewußtlosen ins Leben zurückzurufen. * Walporzheim, 4. Okt.(Die Lese der Frühtrauben) an der Ahr ist beendet. Mit dem Ertrage ist man allgemein zutrieven. In den besseren Lagen wurden gute Erträgn in Menge und Güte erzielt. Das Mostgewicht schwankte zwischen 70 und 80 Grad nach Orchlle. Die Spättrauben bedürfen noch der Kraft der Sonne, wenn sie den nötigen Gehalt an Zucker haben sollen. Der Behang ist allenthalben reichdich. nisse hineinfinden und die Verhättnisse hier gründ-;„Wie Du es auffaßt, Hans. Ich wo lich kennen lernen. Vorher kann ich mir kein sicheres nur einen Vorschslag machen. Der Art mein: Urten bilden. Ich befinde mich schon so tief in Ihrer daß die Gefahr für Mama vorüber sei. Wen Sckatd.“„0etwas erholt habe, follten wir sie von hier „Davon ist nicht die Rede. Also gut— üder= igen, damit sie nicht stets an die schrecklichen legen Sie sich meinen Vorschlag. In drei Tagen komme ich wieder, um Ihre Anttvort zu holen. Es müßte doch seltsam zugehen, wenn wir Beiden nicht noch Zreunde würden.“ Damit schattelte er Hans herzlich die Hand und entfernte sich, h#ns in den widersprechendsten Gefühken zurücklassend. Da kehrte der Graf noch einmal zurück sagte er,„ich habe ja ganz vergessen, Ihnen mitzuteilen, daß sich meine Aix mit dem Grasen Illinghosen verlobt hat... Eine heiße Flamme schlug Hans in die Wangen. „Sie brauchen also keine Furcht mehr vor gewissen Plänen zu haben,“ setzte der Graf lächelnd hinzu. Dann ging er, ohne Hansens Glückwunsch abzuwarten. Eine Weile ging Haus nachdenklich auf und ab. Die Worte des Grafen hitten doch einen tiefen Eindruck auf ihn gemacht; die Liebe zu der alten Heimat erhob jener Nacht erinnert würde.“ „Ich bin derselben Ansicht. Aber wohi Mama nach, dem Süden zu bringen, dazu Geld da.“ „Das meinte ich auch nicht, Hans, Int sie zu mir nehmen. Im Forsthaus Schirffei Platz genug und die Ruhe und die herrliche: wird ihr gut tun.“ „Gewiß. Aber ist Dein Gatte damit skanden?“ „Ich habe an ihn geschrieben. Er stimmt allem zu.“ „Gut. Dann handelt es sich nur noch dar hier die Wirtschaft führen soll.“ „Du natürlich.“ „Ich?“ „Aklerdings. Du bist doch jetzt der Herrh. Mama kann Hollensen nicht wieder übernehn zu der alten Heimat erhob]„Du denkst Dir das so leicht, aber sieh Di. scheu bittend die Hände:„verlaß mich nicht", schien die Verwüstung da draußen an, bedenke die sie zu slehen.„Versuche es noch einmal mit mir..#ten Verhältnisse im allgemeinen... glaul bleib mir treu, wie ich dir treu bleiben will. Und daß es mir möglich sein wird, duss wenn ich dir jetzt scheinbar auch verloren ging, kämpfe Der Graf hat mir freilich seine Hilfe anzebee um mich, erringe mich von neuem und du wirst rei= aber ich kann sie nach dem, was zwischen und Grasen deh##.—...— chen Lohn davon tragen.“ Er hörte die keise, bittende Stimme der Heimat, aber noch schwankte er, noch scheute er vor dem Kampf um sie zurück. Da öffnete sich die Tür und Marianne trat ein. Ihr Anteitz wur blaß und ihr Auge müde von den Nachtnaaichen am Bett der kranken Mutter. Wie geht es Mama?“ fragte Hans. 5•3 gaht etwas besser. Sie schhift. Mademoiselle Vonmat zurcht jetzt bei ihr. Da hab ie die vo Stück unn wit(ür einmeel ungesahe: fallen ist, doch kaum annohmen.“ „Nein, Hans, das solist Du auch nicht.“ „Ja, aber ohne Betriebskapitall kann ich wirtschaften.“ „Ich weiß ell, aber sieh. Land, ev kieß.u zun getots sehr vicke Erstarnisse einichten. Den sor und den Bemultkr Lunte un entraffer, die utschpferde verkaufen, und dann, meint mein könnte man aus dem alten Eichen###dchen ein ctagen. Die Pehnen alten# Seite 6 Setung. ttimticher Kosictlet)! Rontag den 1. Sttober 116. Nr. 286. Teuere Zeiten! ausrau U in schmerer No#, nicht mehr. Rutterbrst Tapeten! Naturell-Tapeten von 10 Pfg. an Gold-Tapeten von 20 Pfg. an in den schönsten und neuesten Mustern. Man verlange kostenfrei Musterduch Nr. 396. Gebrüder Ziegler, Lüneburg. Und hört der Mann von. Ianganmne Nackt, er. eich Jaut Miene“. Da. kommt Uhr 00 O r h Sie e####### or recht zant und. Auch Sie sollten sich selbst rasieren. Sie könn dies spielend leicht mit meinem feinstens ausgeführten Rasierapparaten. Dabei können Sie noch Geld sparen. : Diese Apparate liefere ich unter Garantie zu Mk. 5, 6.50, 8, 10, 12, 15 Franko Nachnahme. 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Wahateikanstalt Lion& Con Nikolaistrasse 5 Dortmund Balkenstrasse 38 beim Bezirkskommando 63 97 Tamburin und Kastagnetten, den Reigen euch an! Pasquita wird tanzen, Die als die Schönste gelten kann.“-— In ganz seltsamer Weise will die Mexikanerin crobert sein. Die Liebeswerbungen des Mexikaners tragen einen eigenen Charakter, besonders, wenn man sie in Vergleich steilt mit der auch bei uns im Osten oft so nüchternen, geschäftlichen Art, sich die Gefährtin für die Lebensreise zu wählen. Eigenartig, wie der Mexikaner überhaupt ist, ist er auch in seinen Liebesangelegenheiten— und so spricht er nicht vom„Hofmachen“ bei dieser oder jener„Dame“, sondern:„er spielt den Bären bei ihr“. (Schluß folgt.] Denkspruch. Heiterkeit und Freudigkeit ist der Himmel, unter dem alles gelabl. Olt zusgenommen. Jean Paul. Die Angst vor der Heirat. In der letzten Zeit wurde wiederholt von Fällen berichtet, in denen unmittelbar vor der Trauung der Bräutigam oder die Braut die Flucht ergriffen. Vor kurzem geschah es in Brüssel, daß ein gewisser Deneck, der mit seiner Braut, einem Fräulein Voisin, zur Eheschließung auf dem Standesamt erschienen war, auf die bedeutungsschwere Frage, ob er das anwesende Fräulein Boisin zu seiner Frau nehmen wolle, die überraschende Antwort gab:„Ich habe es mir anders überlegt, ich will mich nicht verheiraten!“ Dieser Erklärung folgte ein bewegter Auftritt. Die Braut beantwortete die Erklärung mit einer schallenden Ohrfeige, und ihre hochgradig entrüsteten Brüder, die als Zeugen der Eheschließung hatten beiwohnen wollen, prügelten den Aermsten, der sich die Sache anders überlegt hatte, fürchterlich durch. Diese Kundgebungen der Braut und der Zeugen verfehlten ihre Wirkung nicht. Der arme Bräutigam überlegte sich die Sache nochmals anders und sprach das verhängnisvolle„Ja“. Nachdem er „glücklich“ ehelich verbunden war, mußte er sich in ein Krankenhaus begeben, um sich dort verbinden zu lassen. Eine achttägige Kur befreite ihn von den Spuren der Ueberredungskunst, die seine Frau und seine Schwager hatten anwenden müssen, um ihm das Glück der Ehe verführerisch erscheinen zu lassen. Ganz ähnlich, wie dieser Brüsseler Bräutigam, erwiderte vor einiger Zeit ein Bräntigam in Manchester auf die folgenschwere Frage des Priesters:„Nein, nein, ich drücke mich lieber!“ Vergebens suchten die auch bei dieser Zeremonie anwesenden Brüder der Braut den zur Kirchentür hinauseilenden und wie toll durch die Straßen rennenden Bräutigam einzufangen. Er entkam seinen Verfolgern. Dagewesen ist es auch, daß aus Furcht vor der Ehe verzweifelte Bräutigame an ihrem Hochzeitsmorgen durch Selbstmord aus dieser Welt geschieden sind. So handelte beispielsweise ein gewisser Sonnemann aus Sandberg, der sich an seinem Hochzeitsmorgen das Leben nahm und auf einem Zettel die kurze Erklärung hinterließ:„Ich wähle den leichteren Weg!“ Die Geschichte erzählt auch von verschiedenen berühmten Leuten, die eine unbändige Furcht vor der Ehe gehabt haben. Der berühmte Präsident der Vereinigten Staaten von Nordamerika, Abraham Lincoln, antwortete, als er auf dem Wege zu seiner Braut war, um sie zur Eheschließung abzuholen, einem Freunde auf die Frage, wohin er gehe, in wütendem Toner„Zum Teufel, glaube ich!“ Der große Geschichtsschreiber Carlyle konnte vor seiner Hochzeit mehrere Nächte nicht schlafen. Ihm graute vor der furchtbaren Zeremonie. Auf einem ganz anderen Wege hat Georg IV. von England die Furcht vor der Ehe, das Grauen vor der Hochzeitsfeier zu überwinden verstanden. Er nahm vor der feierlichen Handlung so starke Mengen Brandy und Whisky zu sich, daß er sich kaum noch auf den Beinen zu halten vermochte. Dieser Zustand an seinem Hochzeitstage ist vielen seiner getreuen Untertanen nicht verborgen geblieben. Was die Furcht vor der Ehe verursacht, wer will es raten oder verraten? Vielleicht der Gedanke, daß in der Ehe der Grundsatz: Er soll dein Herr sein! oft in das Gegenteil verwandelt wird? Mit Rücksicht darauf ist übrigens vor einiger Zeit in der französischen Deputiertenkammer von mehreren Abgeordneten der Antrag eingebracht worden, den Artikel 213 des code civil abzuschaffen, der die Bestimmung enthält, daß die Ehefrau dem Gatten Gehorsam schuldet. Einer der Antragsteller, der Bürgermeister von Lyon, bemerkte zur Begründung des Antrages, er habe bei den standesamtlichen Trauungen, die er als Bürgermeister vorzunehmen hatte, wiederholt wahrgenommen, daß die Verlesung jenes Artikels den Ernst der Feier bedenklich störte. Einstweilen ist dieser Antrag in Frankreich noch nicht Gesetz geworden, aber es scheint zweisellos zu sein, daß die, verschiedenartige Auffassung dieser Bestimmung des Artitels soundso vielen Männern Furcht vor der Ehe einzuflößen vermag. Rebus. 5 15 Der Affe fehr 9. G sumdl umer vom Apfel fraft. (Auflösung folgt in nächster Nummer.] Humor. Die musterhafte Frau. A.:„Bittet Ihre Frau Sie auch oft um Dinge, von denen sie weiß, daß sie über Ihre Verhältnisse gehen?“ B.:„Meine Frau? Die hat mich noch nie um etwas gebeten, seit wir verheiratet sind.“ A.:„Was Sie sagen! Gibt's denn solche Frauen überhaupt?“ B.:„Ja, sehen Sie, wenn meine Frau etwas braucht, dann bittet sie mich nicht darum, sondern— sie verlangt's einfach“ n s Vegespgon sto " 2 5 S 84n 2 S 8 #E.7(9 — S S— S 98.T 9 er 2 — *• 8 70 S 8 S 9 8 S g. S 9 9 5 # 0 SaS 6 * " S 2 □ 9 S 27— 9 Unterhaltungs=Beilage zu Nr. 236. Montag, 7. Oktober 1912. Sat er aus Rerehte! Roman von A. v. Crystedt. (37. Fortsetzung.) (Nachdruck verboten.) nd in dieser endlos langen Nacht, wo Therese keinen Schlaf fand, kam es ihr zum ersten Male voll zum Bewußtsein, daß dieses einsame, abgeschlossene Leben allerdings auf kurze Zeit sehr reizvoll sei, auf die Dauer aber nicht befriedigen könne. Schon jetzt hatte sie oft Sehnsucht nach Gedankenaustausch mit gebildeten Menschen. Sie hatte sich von innen heraus in der Abgeschiedenheit dieses Besitztums erholt, und nun war sie des Alleinseins müde, ja, nach dem letzten Sturm, der über sie dahingebraust, fürchtete sie sich davor. Wie aber sollte sich draußen in der Welt ihr Leben an der Seite des alten, gebrechlichen Gatten gestalten? Vor zudringlichen Blicken und hämischen Worten war sie hierhergeflüchtet, und damals war Groß immerhin noch eine passable Erscheinung gewesen. Jetzt wirkte er manchmal geradezu greisenhaft.., iien 8i. Sie sah schon das mokante Lächein verjenigen, die sich's an ihrem Tisch wohl sein ließen. Am erträglichsten war es noch, wenn Groß wieder mit ihr auf Reisen ging. Man sah täglich neue Gesichter, brauchte nirgend anzuknüpfen und konnte nach Belieben mit anderen zusammen oder allein im eigenen Zimmer wpeisen., I,„anherschön uud B. Die Welt war ja so wünverschon, und sie hatte bisher nur wenig davon gesehen. Lange sah Therese in die vom Mondlicht überflutete Landschaft hinaus. Ach, wie wohl hatte sie sich hier gefühlt, und wie so aus tiefster Seele liebte sie dieses stille Haus und den Wald. Wie köstlich mußte der Frühling erst sein, wo schon der Winter sie bezauberte. Aber ihre Ruhe war dahin. Was sie bewog, ihr trautes Asyl zu verlassen, das war weder Egoismus, noch das Verlangen nach einem abwechslungsreichen Leben, sondern— die Furcht vor der Schuld. Sie durfte nicht mehr so viel an Martin denken. Sein Bild mußte wieder mehr zurücktreten, damit nicht einmal die Sehnsucht übermächtig in ihr wurde und den Willen unterjochte. Therese gehörte zu den stolzen, reinen Frauen, welche hinsichtlich der Moral Anschauungen hegte, die nicht selten als veraltet bezeichnet werden. Sie verabscheute auch die Gedankensünde. Ernst und streng ging sie mit sich ins Gericht. Die abhängige Stellung bei der Baronin war ihr unerträglich gewesen, sie hatte es vorgezogen, eine reiche Frau zu werden. Niemand hätte sie zwingen können. Es war ihre eigenste Entschließung gewesen. Sie durfte Groß, welcher sie von der Bürde der Armut befreit hatte und ihr fest vertraute, nicht enttäuschen und hintergehen. Sie mußte mit Graetz brechen, auch innerlich, ein für allemal. i Stundenlang durchmaß sie grübelnd ihr Zimmer. Endlich hatte sie sich zu einem Entschluß Sie zändete die Lampe an, setzte sich an den Schreibtisch und schrieb an Graetz: „Lieber Martin! Als ich vor einem Jahre Deine Hand zurückwies, war ich überzeugt, dadurch, vaß ich Dir entsagte, Dein Glück zu fördern. heim hatte mir anvertraut, daß sie Dich liebte und bereit war, Deine Gattin zu werden. Es ist, wie ich jetzt durch die Baronin erfahre, zu einer Aussprache zwischen Euch gekommen, doch nicht in dem von ihr gewünschten Sinne. Hätte ich damals schon gewußt, daß Asta Dir gleichgültig ist, und daß auch ihr Reichtum Dich kalt ließ, so wäre es wohl anders gefommen. Und doch ist es so am besten. Ich habe Og,„amalg Geldes schätzen gelernt, und wenn ich Dir zürnte, als Du mich aufgabst, so tat ich unrecht daran, denn Du handeltest wie ein Ehrenmann. Ich bewundere Dich und bin stolz darauf, daß Du, der Besten einer, mich geliebt hast. Mein Herz win nicht von Dir lassen. Und doch soll es von nun an meine Aufgabe sein, die Liebe zu Dir zu ersticken. Vergiß auch mich, Martin, denn es ist uns nicht bestimmt, einander anzugehören. Die wir verwandt sind, geistig und seelisch, und unserem tiefinnersten Wesen nach zusammengehören, müssen getrennt bleiben für alle Zeit. Ich leibe grat sam um Dich, aber ich bin fest entschlossen, dieses Leid zu überwinden und Dein Bild aus meinem Innern zu verbannen. Meines Mannes wegen will ich mich von Dir befreien. Er hat geheiligte Rechte auf meine Pe son, und die sollen ihm durch mich nicht verkürzt wer: den. Ich schreibe Dir diese Zeilen, damit Riucheit zwischen uns sei und damit Du weißt, daß Du nichts mehr zu erhoffen hast. Lebe wohl auf ewig! Therese. Die klaren, sicheren Schriftzüge verrieten einen unbeugsamen Willen. Stolz richtete Therese sich empor. Sie hatte sich eine Aufgabe gestellt, vor der tat: andere Frauen zurückschrecken. Eine schwere, Enlsagl.. fordernde Aufgabe! Sie woute ihr junges ceben ganz und ungeteilt dem Gatten widmen, der schon jetzt begann, sie mit den kleinen Sonderlichkeiten zu quälen, die das vorgerückte Alter mit sich bringt. Sie wollte! Ihre Stirn glättete sich, die Glut schwand aus ihrem Herzen. Ein Gefühl gänzlicher Erschögfung, als habe sie einen weiten, vom Sonnen. brand durchglühten Weg zurückgelegt, bemächtigte sich ihrer."* Rasch kleidete sie sich aus, uno mit dem Bewußtsein, das Rechte getan zu haben, schlief sie sofort ein. Als Therese erwachte, war es heller Tag, beinahe elf Uhr. Eilig kleidete sie sich an, und kaum war sie in ihren Morgenrock geschlüpft, so hörte sie auch schon den Postboten. Sie rief ihn herauf und gab ihm den an Graetz adressierten Brief zur Besorgung. Einen Moment war es, als setze der Schlag ihres Herzens aus, als sie das Schreiben fortgegeben hatte. Doch es mußte ja sein. Mit einer sicheren Bewegung klingelte sie dem Mädchen. Heuchler und Schauspieler sind imstande, unter einer gleichmäßigen Maske zu verbergen, was in ihrem Innern vorgeht. Eine Frau aber, welche mit ihrem Herzen ringt, trägt den Stempel schwerer Gemütsbewegung auf der Sdv." zun teen uume Nun es in ihrer Brust stin geworden, verrier Thereses Gesicht nur noch wenig von den seelischen Strapazen der letzten Tage. Ihre Augen hatten wieder Glanz, und wenn sie sich auch nicht zu dem kleinsten Lächeln zwingen konnte, so milderte doch ein Ausdruck weichen Erbarmens den Ernst ihrer Züge. So, von den besten Vorsätzen beseelt, ging sie zu ihrem Manne und küßte ihn auf die Stirn. Er sah grau und verfallen aus, seine Augen lagen tief in den Höhlen. „Komm',“ sagte Therese freundlich,„wir wollen zusammen frühstücken, es schmeckt mir nicht allein. Ich möchte auch einiges mit dir besprechen.“ Groß erhob sich schwerfällig aus seinem weichgepolsterten Sessel. Er erkannte, daß Therese sich durchgerungen hatte. Heimlich und qualvoll seufzte er in sich hinein. Oh, daß er zwanzig Jahre jünger wäre, um die Liebe dieses herrlichen Geschöpfes erringen zu können. Ihr Mitleid vernichtete ihn geradezu. Dann saßen sie sich in dem gemütlichen und doch eines gewissen Prunkes nicht entbehrenden Eßzimmer bev e, sagte, daß sie sich das Leben in der Einsamkeit doch weniger eintönig vorgestellt habe und fort wolle an die Riviera, von da nach Italien, und zum Sommer nach dem Norden. Es sei doch sehr verlockend, “ e i n v o l l e s J a h r a u f R e i s e n z u v e r b r i n g e n. D i e g e sammelten Eindrücke seien köstlicher Gewinn. Auch sei sie überzeugt, daß das Reisen Groß besser bekomme, als die scharfe, rauhe Luft hier auf der freien Höhe. Sie errötete ein wenig, als sie ihren Plan vorbrachte und sah befangen auf ihren Teller. Groß beobachtete sie verstohlen, und es entging ihm nichts von dem, was sie ihm zu verbergen suchte. “ Er lächelte mild. Diese Reisevorbereitungen kamen ihm sehr gelegen.„Du weißt, daß deine Wünsche auch I die meinigen sind, liebes Kind,“ sagte er freundlich, „packen wir also die Koffer. Heute ist Montag. Wollen wir am nächsten Sonntag auf und davon? Ich denke, bis dabin können wir reisefertig sein und unser Haus bestellt haben?“ Therese hatte geglaubt, schon am Donnerstag fahren zu können, anderseits hatte sie nicht gehofft, Groß “ so bereitwillig zu finden und sich auf einen kleinen und war froh, daß ihr Mann nicht weiter nach Gründen fragte. Als sie der gerade hereinkommenden Jungfer mitteilte, daß die Koffer gepackt werden sollten, konnte diese einen Ausruf der Freude nicht unterdrücken und eilte hinaus, um auch dem Burschen die frohe Botschaft Die Leute hatten sich kreuzunglücklich in der Einöde In den nächsten Tagen kümmerte sich keiner sonderlich um den Hausherrn. Sogar Försters waren! in Aufzuhr. Sie entbehrten die ihnen liebgewordene Nachbarschaft nur ungern.. 306 der 81t. Aber man mußte es ja einsehen, duß der alle Herr hier, wo er fast beständig an das Zimmer gefesselt war, zugrunde ging. Man war in dem Glauben, daß hauptsächlich seinetwegen die Reise unternommen würde.„ Frau Günter wurde beauftragt, zur Stadt zu fahren, um die notwendigsten Einkäufe zu machen. Die Sorge um das Haus blieb ihr überlassen. Dore sollte Lohn und Kostgeld bis zum ersten April erhalten und einstweilen zu ihren Eltern zurückkehren. Hier wurde sie in absehbarer Zeit nicht gebraucht.„##.. In der Nacht zum Donnerstag wurde das Licht in der Herrenstube nicht ausgelöscht. ur Groß schritt stundenlang auf und ab, grübemo und erwägend, ob er hier oder in der Fremde sterben solle. Denn daß sein Tod hier die einzig richtige Lösung bringen könne, erschien ihm selbstverständlich. Oder sollte er etwa täglich Thereses Qual mit ansehen, Zeuge sein, wie sie um Graetz kämpfte und litt, ohne ihn je vergessen zu können? War es nicht auch für ihn eine Marter, den Zwang zu empfinden, den sie sich ihm gegenüber 86 e A. Er konnte ihr ja doch nicht zurnen, die Liebe ist stärker als der Wille. Was Therese auch beginnen mochte, die Liebe konnte sie nicht aus ihrem Herzen reißen, und je mehr sie sich bemühte, Graetz zu vergessen, um so festere Wurzeln trieb die verbotene NeiTherese konnte wohl dahinwelken und vergehen, aber bis zum letzten Atemzuge würden ihre geheimsten Regungen Graetz gehören.„ I. Hixshmt, Sie sollte aber nicht vor seinen Augen bahinschwinden wie der Tag, dazu hatte er sie viel zu lieb. War Therese stark genug, Opfer zu bringen, so durfte er erst recht nicht säumen.... G Er hätte ihr ja den Brief der Baronin verbergen können. Aber über kurz oder lang hätte sie es doch erfahren, daß Graetz frei war, dann wäre der Konflikt dagewesen, wie eben jetzt. Heute stand Groß wachend am Fenster. Es war eine Vollmondnacht, in der funkelnder Sternenglanz sich mit dem magischen Licht des Mondes vereinte. Weithin konnte man die braunen Ackerflächen sehen, auf denen stellenweise festgefrorener Schnee lag, gespenstisch leuchtend wie Leichentücher, die bereit waren, ein müdes Menschenkind einzuhüllen. Wie viel Freude hatte Therese an dieser Landschaft gehabt und wie glücklich war Groß hier auf diesem Fleckchen Erde gewesen, umhegt von den zarten Aufmerksamkeiten seiner jungen Frau.„ Sie war bezaubernd lieblich in ihrer jungen Wurde gewesen, und täglich hatte er dem Himmel gedankt für so viel Glück. M— guchhe 922 Und nun war alles dahin, denn nur flüchtig barf vollkommenes Glück an einem Orte weilen. Groß trat vom Fenster zurück und nahm seine Wanderung wieder auf. Sein Leben war Arbeit gewesen, zähes, unentwegtes Streben. Den holden Freuden, die mit einem harten Lose aussöhnen, war er vorsichtig aus dem Wege gegangen. Die Vergrößerung seines Kapitals war seine ganze Sorge und Befriedigung geJetzt blieb ihm nur noch die Genugtuung, Therese als reiche Frau zurückzulassen. Er hatte sie zur Universalerbin eingesetzt. Sein Nachlaß war unansechtbar sorgelig veorbue.(Schluß folgt) G 8 — Er spielt den Bären. Von Mara Markow. (Nachdruck verboten.) Es ist uns Frauen nicht gleich, auf welche, Weise wir angebetet werden. Freilich, spielen, Jor per hiehen und Sitten dabei ihre Hauptrotten, un di; grauen und diese sind, so verschieden begehren auch die#.— und Mädchen, daß man ihnen huldigt. 6—54 Während die goldblonde, meist sanfrmutige Deutsche ihre Gunst nur demjenigen zuwendet, der mit ehrlichem, treuem Herzen oft jahrelang um sie wirbt, ihr dann aber gleich den einfachen, goldenen Reif an den Finger schiebt, weil„hangen und bangen in schwebender Pein“ schließlich auch die treueste Männerbrust mürbe macht— lernt die fröhliche, leichtblütige Wienerin ihren feschen Verehrer meist im Ballsaal oder, um sich volkstümlicher auszudrücken:„auf'm Tanzboden“ Beim herrlichen Lanner= oder Straußwalzer schwebt sie„im siebenten Himmel“ auf ihren kleinen Füßchen mit ihrem Bevorzugten mitten durch die Tanzenden, verlangt aber von ihm, daß er möglichst schnell dem Peletonfeuer ihrer zündenden Blicke erliegt. Dann aber muß er auch ungesaumt sich von den„Herren Eltern“ das bindende„Jawort“ und den Segen holen. Um sich längere Zeit„gälambom“ und„édes áranyos“ („Täubchen“ und„mein sußes Gold“) nennen zu hören, verlängert die sonst heißblütige magyarische. ihren Brautstand selbst, oft gegen den Willen ver unDie schwarzängige Serbin sicht nur in geange sfertze führtwerden“ den Gipfelpunkt ihres Glückes. Noch. stect das Heldenblut des alten, großen Serhenrgia,gag um „Czar Lazár“ in den schönen Töchtern oes einen verweigerten und geraubten Kuß sagt das Mädchen dem Verwegenen: „Ketten, Ketten soll er tragen, Ob er schläft nun, ob er wacht! Und der Rest von seinen Tagen Sei im Kerker zugebracht! Meine Arme seiln die Ketten, Und des Frevels kecke Lust Büß' er— niemand soll ihn retten! In dem Kerker meiner Brust!“—— Weniger romantisch ist die Tirolerin. Ein fröhliches„Schnadahüpferl“, ein jauchzenver „Juchhezer“, ein sanfter Rippenstoß in die Seite und ein schallender Kuß auf dem Tanzboden erwirbt dem Burschen das Dirndl. Auf der Alm dann, beim„Fensterlu“ singt er ihr:„ g „Und guat is a Wildoret, a Ganser, a Fisch— Und guat is a Flaschen vom Besten auf'm Tisch, ! Und süß is der Honig— noch süaßer der Meth, Aber's Süaßte is a Busserl, wenn's das Dirndl verkokettiert mit einem Dutzend Verehrern auf einmal, die ihr den Hof machen. Sie verdreht Baptist total den Kopf— zieht bald darauf Armand ihm vor— verspricht sich beim„Rosenfest“ mit Jules— hält George ein wenig zum besten— um endlich schnell Kamille zu Mut und Kraft muß der Norweger im Kampfe mit den Elementen beweisen, wenn das Mädchen seiner Wahl ihn erhören sonl. Die gleichen Eigenschaften verlangt die Schwedin von ihrem Herzallerliebsten. Viel leichtlebiger veranlagt als ihre Schwestern von Norwegen und Schweden, flirtet die Dänin gern. Sie ist die Pariserin unter den Töchtern meerumrauschten Länder. Von ihr singt Gustav Falke: „Du Wenn ich dich erreichte! Du Feine, Zarte— Warte nur, warte,1 Wenn ich dich fing'! Das Hochzeitslied ich dir sing'. Solch zierliche Dinger. Faßt man mit Daumen und Zeigefinger, Wie der Knabe den Schmetterling!“ Italiens heißblütige Tochter bestellt den Auserwählten in die Kirche zur heiligen Messe. und Weihrauchduft und Kerzenglanz kniet sie vor dem funkelnde Sternenpracht den Horte zont überzieht, begehrt die Schöne, daß ihr Troubg mit einigen Freunden unter ihrem Balkon seine Mundoline zum Preise ihrer Schönheit ertönen läßt. „Schönes Mädchen von Sevilla, Laß dein kleines Füßchen sehen——“, Die trockenste Art, um sich werben zu lassen, hat Ludvig Bächner, der belamnte Versaser 7ga., Faeikt und Stoff“, widmete ihr in seinen vielen.# Ueber die Frauen“ ganze Kapitel und sagu:„n kann Nordamerika als das Vorado des weihlichen schlechtes bezeichnen. Nirgend nimmt das Wei solch exklusive Stellung ein. Nicht nur, daß dort, im Gegensatze zu dem altersschwachen Europa, die Zahl der Miig shertrifl steht der Amerikanerin nur ein mehr oder minder gutes Sie grüßt zuerst den Mann oder gibt durch ein leises Neigen des Hauptes ihm das Zeichen, grüßen darf— sie ermutigt den Verehrer, der sie anbetet,— ja, es soll vorkommen, daß die junge Miß um die Hand ihres Erwählten bei seinem Vater anhält. ! Nach unseren Begriffen ein wenig— kurios! 1 Trotz aller gegenteiligen Nachrichten nimmt auch die moderne Mohammedanerin immer noch eine unwürdige Stellung ein. Anschauungen und verweisen sie hinter vergitterte Fenster und aus den Kreisen der Männer; und selbst der Versuch, igngtsehe scher volksvertreter, die Frau von der Quar v.-„„ entstellenden„Jaschmak“, des dicken, verhüllenden Schieiers, in der Oeffentlichkeit zu befreien, ist kürzlich kläglich Eine gleich niebrige und unwürdige Stellung nimmt bei ihren Stammesgenossen die Inderin ein. Desto freier kann sich die stolze und Spaniens bewegen. Sie berauscht sich an den Tri umphen ihres Seladons in der Arena— mehr noch im Tanze der„Sequidilla“. Dazu singen sie Volksweisen: „Tamburin und Kastagnetten, Schließt dem Reigen euch an! Parquita wird tanzen, Die als die Schönste gelten kann. Es hat ihre schwarzen Augen Sonst keine hier und da, Nicht an der Guadina und nicht in Malaga. Ganz behext hat mich ihr Tan; Daß ich schweife immerzu Vor des braunen Mägdleins Fenster, Nächtlich, ohne Rast und Ruh'— Mitten in den Rosenhüschen, Wo die Nachtigallen singen, Will ich meinem schönsten Schatze Noch ein süßes Ständchen bringen. Wer singt mit——? Seite 3. Schwerter Zeitung.(Amtliches Kreisblatt.) Noutog, dan 7. Ottober 1942. Nr. 206. Letzte Drahimeldungen. Fliegerkatastrophe. Berlin, 7. Okt. Der Aviatiker Ernst Alig, der am gestrigen Nachmittag mit einem Monteur als Passagier auf einem Kühlstein=Eindecker in Johannisthal aufgestiegen war, ist in der Nähe der großen Ballonhalle aus einer Höhe von 200 Meter abgestürzt infolge eines Flügelbruches. Beide Flieger waren sofort tot. Bei etwa 150 Meter Höhe flog einer der beiden Luftschiffer in weitem Bogen heraus, Seesturm. Sebastopol, 7. Okt. Hier herrscht seit vier Tagen Seesturm, so daß die Schiffe nicht auslausen können. Der Verkehr mit den Seestädten ist unterbrochen. Die Kriegsgefahr abgewendet? Petersburg, 7. Okt. Der„Swet“ meldet: Witte habe aus Petersburg telegraphiert, die Türkei habe den Vorstellungen Rußlands und Frankreichs nachgegeben. Die Kriegsgefahr sei damit abgewendet. Raubmord. Breslau, 7. Oktober. In der heutigen Nacht drangen Einbrecher in den Kontorraum der Delikatessen= und Weinhandlung von Paul Klose ein, ermordeten den dort schlafenden 14jährigen Lehrling Wilhelm Scholz, der erst vor drei Tagen in die Lehre getreten war, erbrachen den Geldschrank und entwendeten 500 Mark. Die Raubmörder sind unerkannt entkommen. Der Personenzugverkehr in Serbien eingestellt. Belgrad, 7. Okt. Offiziös verlautet: Seit gestern Nacht ist auf der serbischen Haupteisenbahnlinie der gesamte Personenverkehr eingestellt. Auf den Nebenlinien verkehrt täglich ein Personenzug. Der Orientexpreßzug wird künftig nur verkehren, wenn es die Verhältnisse gestatten. Gefecht zwischen Türken und Montenegrinern. Wien, 7. Okt. Aus Joka in Bosnien wird der„N. Fr. Presse“ gemeldet, daß am Donnerstag ein Teil einer montenegrinischen Brigade unter dem Kommando ihres Brigadiers bei Nefertara den Tarafluß überschritt, um in den Sandschak Novibazar einzudringen. Ein Teil der Truppen schlug Lager auf, wurde aber an der türkischen Grenze umzingelt. Es entwickelte sich ein Gefecht, in dem mehr als 100 Montenegriner gefallen sein sollen. Die andern erreichten wieder das montenegrinische Ufer. Der Brigadier wurde nach Cetinje abberusen. An der Grenze hört man noch ununterbrochen Kanonendonner. Massenentlassungen auf der Reichswerft in Kiel. Kiel, 7. Okt. Obwohl auf der kaiserlichen Werft schon über 1000 Arbeiter entlassen worden sind, erfolgen immer weitere Kündigungen. Es sollen noch weitere 1000 Mann entlassen werden. —— Büchertisch. Alle unter dieser Rubrik besprochenen Bücher sind in der Carl Braus'schen Buchhandlung zu haben. Hermann's Fahrpläne— Verlag von A. Mahlstedt, Bremen— sind soeben in der Winterausgabe erschienen; ein sicherer Reiseführer, ein Kursbuch auf der Höhe der Brauchbarkeit, wie es jeder Reisende in Nord=, West= und Mitteldeutschland mit Vorliebe gebraucht. Jede neue Ausgabe zeichnet sich aus durch fortschreitende Verbesserungen, wie es das große Anwachsen des Eisenbahnverkehrs mit sich bringt.— Mit der großen Uebersichtlichkeit weiter Entfernungen verbindet das Buch auch ein sehr leichtes Zurechtfinden. Der Abreißkalender„Natur und Kunst“, der seit 6 Jahren im Verlage von Holland& Josenhans, Stuttgart, Lindenstraße 13 erscheint und nur 2 Mk. kostet, ist einer der schönsten, wenn nicht überhaupt der schönste Abreißkalender, der je auf den Markt kam. Er bietet ausgezeichnete Reproduktionen von Gemälden bekannter Meister, Skulpturen, Städteund Landschaftsansichten, Porträts usw. Jedes der 205 Blätter bringt ein mit Takt und Geschmack ausgewähltes Zitat. Von besonderem Interesse sind die vielen Bilder, die das Jahr 1813 mit seinen wichtigen Ereignissen an unserem Auge vorüberziehen lassen. Das Ganze bildet einen wirklichen Schmuck für jedes Heim. —— Dortmunder Stadltheater. Montag, 7. Okt., abends 7½ Uhr:„Die Liebe höret nimmer auf.“ Tragikomödie aus der Bohème in fünf Aufzügen von Otto Ernst. Dienstag, 8. Okt., abends 7½ Uhr:„Mignon“. Oper mit Ballet in drei Aufzügen von Ambroise Thomas. Mittwoch, 9. Okt., abds. 7½ Uhr: Die fünf Frankfurter.“ Lustspiel in drei Aufzügen von Carl Rößler. Donnerstag, 18. Okt., abends 8 Uhr:„Elektra“. Musik von Richard Strauß. Freitag, 11. Okt., abends 7½ Uhr:„Die Jüdin von Toledo". Historisches Trauerspiel in fünf Aufzügen von Franz Grillparzer. Sonabend, 12. Okt., abends 8 Uhr:„Zar und Zimmermann.“ Komische Oper in drei Aufzügen von Albert Lortzing. Sonntag, 13. Okt., nachmittags 3½ Uhr:„Die Siebzehnjährigen.“ Schauspiel in vier Aufzügen von Max Dreyer. Abends 8 Uhr:„Der Zigeunerbaron“. Operette in drei Aufzügen von Johann Strauß —— Stadttheater Hagen Dienstag, 8. Okt., 8 Uhr:„Oberon". Romantische Oper in vier Aufzügen von C. M. von Weber. Mittwoch, 9. Okt., abends 8 Uhr:„Jugend von heute.“ Eine deutsche Komödie in vier Akten von Otto Ernst. Donnerstag, 10. Okt., abends 7½ Uhr: Erstes Sinjonie=Konzert. Freitag, 11. Okt., abends 8 Uhr:„Die fünf Franksulter". Lustspiel in drei Aufzügen von Karl Nößler. Sonnabend, 12. Okt., abends 8 Uhr:„Der liebe Augustin". Operette in drei Aufzügen von Leo Fall. Sonntag, 13. Okt., nachmittags 3½ Uhr:„Maria Magdalena“. Ein bürgerliches Trauerspiel in drei Akten von Fr. Hebbel. Abends 8 Uhr:„So'n Windhund". Schwank in drei Akten von Kraatz und Hoffmann. Eine Seltenheit ist es, wenn sich eine Zeitschrift in allen Kreisen und allerorten so schnell die Gunst des Publikums erringt, wie es dem alle 14 Tage im Verlage von John Henry Schwerin, Berlin W. 57 erscheinenden Moden= und Familienblatt„Da bin ich“ in der kurzen Zeit seines Bestehens gelungen ist. Es ist aber auch geradezu erstaunlich, was für den äußerst billigen Preis von 20 Pfg. pro Heft geboten wird. Einen besonders praktischen Modenteil für Erwachsene und Kinder mit doppelseitigem großen Schnittmusterbogen, Handarbeits= und Wäschevorlagen, einen reichillustrierten Unterhaltungsteil, praktische Winke für Küche und Haus und vieles andere mehr enthält jede Nummer in reicher Fülle und macht sich „Da bin ich“ jedem Familienmitgliede in kurzer Zeit unentbehrlich. Am 1. Oktober dieses Monats begann der neue Jahrgang und ist ein Abonnement auf diese 14tägig erscheinende Zeitschrift sehr zu empfehlen, um so mehr, als die kommenden langen Winterabende das Bedürfnis nach einem guten Unterhaltungsblatt rege machen. Die Buchhandlung Carl Braus, Schwerte a. d. Ruhr, nimmt Bestellungen auf Abonnements entgegen und ist dieselbe gern bereit, auf Verlangen Probenummern vorzulegen. Vielseitige Verwendung. Es ist so leicht nicht aufzuzählen, Wozu man Maggi's Würze braucht; In keinem Haushalt darf sie fehlen, Sobald zum Mahl der Schornstein raucht. Gibt's Suppe, Sauce oder Braten, Salat, Gemüse, Vorgericht: All das wird immer sein geraten, Vergißt du diese Würze nicht. Wetterbericht der deutschen Seewarte. §. Ottober: Wolkig mit Sonnenschein, ziemlich warm. 9. Otteber: Meist heiter bei Wolkenzug. milde, strichweise Gewitter. Verantwortlich für die Redaktion: Friedr. Druck u. Verlag von Carl Braus, beide in E Viehseuchenpolizeiliche Anordnung. Zum Schutze gegen die Maul= und Kla: wird auf Grund der§ 18 ff. des Viehseuche vom 26. Juni 1909(Reichsgesetzblalt S. 5.... Ermächtigung des Herrn Ministers für Laschaft, Domänen und Forsten folgendes Das in meiner landespolizeilichen Anrc.nn vom 13. Januar 1911 ausgesprochene Verbot Hausierhandels mit Klauenvieh wird weiterhin 5.5 zum 31. Oktober dieses Jahres verlängert. Der Hausierhandel mit Ferkeln kann jedoch vom Landrat für den Kreis oder für einzelne Teile des Kreises auch vor dem vorgenannten Zeitpunkte gestattet werden. Arnsberg, den 28. September 1912. 6560 Der Reg.=Präsident. I. V. gez.: Pfeiffer. In den einzelnen Körorten wurden in den am 29. und 30. August 1912 abgehaltenen Terminen folgende Ziegenböcke II. abgekört: Hörde, den 24. September 1912. Der Königliche Landrat. Wegen Umzugs :* : Schlafzimmer: : S p e i s e z i m m e r : Salons 3 *—„ : Herrenzimmer " Heltehummer : K ü c h e n nenen = zu bedeutend reduzierten s •— Tedeutenu Tehumerten, . Preisen. 8 ! 5 : E r n s t 5 9 8 1; : R a b e n s c h l a g: : Hagen i. W. s Elberfelderstrasse 49. Rester-Geschäft wird anständigen Leuten unter günstigen Bedingungen eingerichtet. Anzahlung erforderlich. Laden nicht notwendig. Offerten unter D. E. 8186 an Rudolf Mosse, Dresden 6676 Grandtwein — hiesigen— per Liter 75 Ptg. empfiehlt 6687 L Weinberg. Suche zum 15. Oktober oder später einen zuverlässigen 6691 Hausburschen Apotheker Otlo Schmidt, Haspe. Verloren. Silb. Damenuhr mit goldener Kette Sonntag Nachmiltag auf dem Wege Hörder Straße dis zur katholischen Kirche. Gegen Belohnung abzugeben bei der Exped, ds. 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GGunther Dortmund Steinplatz, Fernruf 3255 3 Minuten vom nördlichen Ausgang des Hauptbahnhofs. ee Heute morgen 3½ Uhr entschlief sanft nachs langem schweren Leiden meine liebe Frau, unseres gute, treusorgende Mutter, Schwiegermutter, Schwägerin und Tante, Frau Friederike Hippenstiel geb. Halfmann im Alter von 67 Jahren. Um stille Telnahme bitten die trauernden Hinterbliebenen. Schwerte, Mülheim, Vogelsang, Hagen, den 5. Oktober 1912. Die Beerdigung findet Dienstag, den 8. Oktober, nachmittags 2/ Uhr vom evangel. Krankenhagse aus statt. Tapolen! Tap-ten! Verkauf bedeutend ermäßigten Preisen Farben, hacke, Pinsel, Quaste Fensterglas. L. Weinberg. 6684 Die beste Stärke ist Battig'’s (Glanz-Stärke Aelteste Marke Fordern Sie ausdrückl. BattigStärke mit der Schutzmarke Negerkopf und weisen Nachahmungen zurück. Niederlagen: Carl Trog u Max Mehlhose W. Heppe Nachs. 6512 Holzpflasterklötze sind gegen Steinpflasterfreier. v Geräusch u. Staub Wilh. Streck, Bonn. Umsonst reichh. 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