Amtliches Kreisblatt tr den Kreis wörck Die Kdmuter Zeige richen dalch. außer Feiertags. Bezugspreis M. 1.80 viertelehaga der Post sor Veoslelgeid 42 Plo. s Sratisbriühe:„Juustniene: u. Sägl. Unterhaltungsblatt. Alnhescheschreis: Die siebengespaltene Pettzeile oder deren Raum 10 Pig.. Anzeigen von ausgpörts 15 Pg., Reklomezeite 40 Pfg.9 Jeder Rapon gilfols Kallaxndatt u. erlischt bei Koskursen Zwangsoergleichen, gerichtl. Klagen u. d. gemacht. Jahlungsbedingung. Westhofener Zeitung Langscheder Zeitung Schwerter Volksblatt Verbunden mit: Holzwickeder Zeitung Aplerbecker Zeitung Schwerter Tageblatt O Schwerter Anzeiger Schwerter Volkszeitung Grites und älteltes Cagesorgan des Kreiles o General-Anzeiger für den Kreis Hörde o Haupt-Annoncenblatt Bhur dune: und ichelenteüben durnd ###ngen für den Amis Hörde erlongen gemth Betoantmachung#e Köaiglichee Regiecygg durch Veröffentlichung io der„Schwerter Zeitung" rochtp#### koof:— Die „Schwerter Jeitiel###r ihgre Abonges. ten für jeden mit Tos endende# Ugiapstge bagunges 2 300 Mk: Unsal Druchu Verlag o. Cor Brouz. Schwene. Rub Fernsp. 62. Telegr. Adr. Braus Schwerte=Ruhr Nr. 219. Erstes Blatt. Dienstag. den 17. September 1912. 44. Der Reichsdeutsche Mittelstandstag der in Braunschweig versammelt ist, wurde im Auftrage des Staatssekretärs Delbrück vom Geh. OberReg.=Rat Laß begrüßt und des regen Interesses der Regierung an seinen Verhandlungen versichert. Der Redner bat die Versammlung jedoch, bei ihren eratungen nicht zu vergessen, daß die Gesetzgebung den Interessen der verschiedenen Bevölkerungsklassen Rechnung zu tragen und ihnen zu einem Ausgleich zu verhelsen habe. Nach einer Reihe weiterer Begrüßungsansprachen wurde zunächst die Konsumvereinsfrage erörtert und betont, daß bei Giesen Vereinen stark die Gewinnabsicht in den Vordergrund trete, und daß sie im Gegensatz zu den gewerblichen Genossenschaften, die auf die Hebung der Produktion hinarbeiten, ausschließlich die billigste Befriedigung der Konsumenten im Auge hätten. Die heutige Konsumvereinsbewegung bedeute eine Gefahr für den Mittelstand und müßte reichsgesetzlich bekämpft werden. Nach Annahme einer Resolution zugunsten der Haus= und Grundbesitzer wurde die Konkurrenz erörtert, die zahlreiche Städte durch Bildung eigener Schlächtereien, Bäckereien, Tischlerwerkstätten usw. dem Handwerkerstande bereiteten, und der Wunsch ausgesprochen, daß die Kommunen fortan auch die Lieferungen für den Gemeindebedarf selbständigen Gewerbetreibenden übergäben. Ferner gelangte eine Resolution zur Annahme, worin Regierungen und Parlamente um die Errichtung von Submissionsämtern zur Durchführung eines angemessenen Preises nach dem Beispiel Sachsens ersucht werden. Zur Fleischteuerung wurde eine Resolution angenommen, die den Vorwurf zurückweist, daß das Fleischergewerbe an der Teuerung die Schuld trage, und die den Vorstand auffordert, dahin zu wirken, daß eine Notstandsaktion zur Milderung der Teuerung nur unter Mitwirkung des ansässigen Gewerbes durchgeführt werde. Die Ursache der Preissteigerung soll unter Mitwirkung von Fleischern, Landwirten und der Regierung festgestellt werden. Endlich soll auf mittlere, stabile Preisverhältnisse hingearbeitet werden, die einen billigen Ausgleich zwischen den Interessen der Viehzüchter, der Fleischer und Konsumenten gewähren. Pesteh Italienisch=türkischer Krieg. Die Friedensverhandlungen.. zwischen der Türkei und Italien, oder richtiger die Vorverhandlungen dazu, wurden abgebrochen. Die ursprünglich gehegte Hoffnung, daß sie abgeschlossen und so zu einem natürlichen Ende gelangt seien, hat sich leider nicht bestätigt. Es erfolgte ein Abbruch, weil sich keine Einigkeit über die Tripolisfrage erzielen ließ. Die türkischen Unterhändler konnten sich nicht zur Annahme der von den Italienern gestellten Forderung verstehen, wonach die Türkei die Unabhängigkeit Tripolitaniens und der Kyrenaika aussprechen und Italien alsdann die Annexion der beiden Provinzen erklären sollte. Ist der Abbruch endgültig, so werden sich die Mächte ins Mittel legen, deren Vorschläge in Konstantinopel, wie Kiamil Pascha meinte, Gehör finden würden. Auf dem Kriegsschauplatze gab es nach langer Ruhepause wieder einmal ein kleines Geplänkel, wonach die Italiener eine befestigte Stellung in der Kyrenaika, die eine wichtige Handelsstraße beherrscht, einnahmen. Politische Uebersicht. Eine Erklärung des großherzoglich. bad. Ministeciums. Das großherzogliche Ministerium hat folgende Erklärung erlassen: Die Landesregierung hält ein neuerliches Benehmen mit dem Reichskanzler wegen Zulassung von argentinischem Schlachtvieh für aussichtslos und bezeichwet die Einfuhr von Schlachtvieh von Frankreich und Holland aus feuchenpolizeilichen Gründen nicht als angängig. Das Ministerium steht auf dem Standpunkt, daß vor allem Vorbehrungen zur Erzielung einer konstanteren Haltung von Schweinen nötig seien, und stellt zu diesem Zwecke 15000 Mark zur Verfügung. Die bayerische Reichsratskammer hat den Militäretat mit den infolge der Heeresvorlage notwendigen Neuformationen genehmigt. Dabei wurden von einer Reihe von Reichsräten mit Wärme und Energie die Interessen der bedürftigen Veteranen vertreten. Der Kriegsminister verschloß sich der Notwendigkeit nicht, daß für die Veteranen etwas geschehen müsse, mußte aber auf das Reich verweisen, das allein eine Erhöhung der Veteranenbeihilfen vornehmen könne. Bundesrat und Jesuitengesetz. Die Formel für die Ausführung des Jesuitengesetzes ist laut„Bay. Kurier" im Bundesrat bereits gefunden worden. Der Begriff„Ordenstätigkeit" soll dahin ausgelegt werden, daß den Jesuiten erlaubt sein soll das Lesen einer stillen Messe und wissenschaftliche Betätigung. Das„Münchener Zentrumsblatt" bemerkt dazu: Das ist eine Verschärfung der bisherigen Praxis in Preußen beim Vollzug des Jesuitengesetzes, nach welcher anstandslos die Vorträge der Jesuiten in Kirchen gestattet worden sind. Das Lesen einer stillen heiligen Messe und wissenschaftliche Betätigung kann man überhaupt nicht verbieten, weil nicht die Möglichkeit besteht, ein solches Verbot durchzuführen. Maßnahmen zur Linderung der Wetterschäden will die badische Regierung treffen. Sie hat den Vorstand der Landwirtschaftskammer sowie Vertreter aller größeren landwirtschaftlichen Körperschaften zu einer Besprechung über Maßnahmen eingeladen, wie den durch die diesjährigen Unwetter geschädigten Landwirten zu helfen sei. Um den Landwirten Gelegenheit zu bieten, Soldaten zur Aushilfe bei der Ernte heranzuziehen, sagte der Großherzog von Baden bereits die Manöver ab, der König von Württemberg folgte seinem Beispiel. Da die Produzenten wie die Konsumenten der Lebensmittel unter gleichem Drucke stehen, ist es eben sehr schwer, wirksame Maßnahmen zur Linderung der Teuerung zu treffen. Die Strafrechtskommission beschloß zur Duellfrage, daß Gefängnisstrafe auch den Annehmenden trifft, wenn er die Herausforderung freveltlich verschuldet hat. Die durch die Sommerferien unterbrochenen Arbeiten der Kommission werden am heutigen Dienstag wieder aufgenommen. Zahlreiche Ordensauszeichnungen an die preußischen Offiziere, die am Kaisermanöver teilgenommen haben, macht der Reichsanzeiger bekannt. Der Kommandierende General des 4. Armeekorps Sixt von Armin erhielt den Roten Adler 1. Klasse mit. Eichenlaub. Außerdem erhielten 16 Generalleutnants und 27 Generalmajore sowie zahlreiche Stabsoffiziere, Hauptleute und Leutnants Auszeichnungen. Oesterreich= Ungarn. Für den Zusammentritt des ungarischen Reichstags am heutigen Dienstag sind alle Vorbereitungen getroffen. Alle oppositionellen Abgeordneten erhalten ungehindert Zutritt zum Sitzungssaale des Parlaments. Die gesamte Polizeimacht Budapests wird jedoch konzentriert und wird das Parlamentsgebäude im Innern und außerhalb besetzt halten. Außerdem wird Infanterie und Kavallerie in nächster Nähe des Reichstags postiert sein. Außerdem wurden Bereitschaftsbataillone in sämtlichen Budapester Garnisonen errichtet. Kein Polizist und kein Soldat der Stadt wird von jetzt ab mehr beurlaubt. Graf Berchtold in Rom. Dem bevorstehenden Besuche des österreichisch=ungarischen Ministers des Auswärtigen Grafen Berchtold beim König Viktor Emanuel wird allgemein eine weit größere Bedeutung beigelegt, als die eines bloßen Höflichkeitsaktes. Es gilt als sicher, daß er hauptsächlich mit der Regelung der Stellung Oesterreichs und Italiens in der Balkanfrage sowie mit Maßnahmen gegenüber der französischen Flottenkonzentration im Mittelmeer zusammenhängt. Es heißt, der deutsche Botschafter in Nom werde der Zusammenkunft betwohnen. Rußland. Die russüche Jahnhundertfeier der Kämpfe gegen Napoleon 1. hat nach den festlichen Veranstaltungen bei Borodino und in Moskau nunmehr auf dem Schlachtfelde von Smolensk ihren Abschluß gefunden, wo der Zar verschiedene Deputationen empfing. Ein Zwischenfall hatte sich während des Umritts des Zaren auf dem Chodynskifelde ereignet. Ein Soldat war mitten aus der Front heraus auf den Zaren zugelaufen, um ihm eine Bittschrift zu überreichen, wodurch in der Umgebung des Kaisers nicht geringe Sorge entstand. Auf Befehl des Zaren wurde dem Kommandeur des 13. eine Vorhaltung gemacht, der Kommandeur des betreffenden Regiments erhielt eine strenge Rüge, während dem Bataillonskommandeur das Kommando genommen und der Kompagnie= chef und die Leutnants aus dem Dienst entlassen wurden. Ein politischer Mord im Kaukasus. In Piatigorsk im Kaukasus wurde gestern bei hellichtem Tage ein politischer Mord verübt, der großes Aufsehen hervorrief. Oberst Lupakofs, der Chef der politischen Polizei, wartete mit seiner Frau und Schwiegertochter an einer Straßenbahnstelle, als ein schwarzgekleideter Mann auf ihn zuschritt und ihn niederschoß. Der Oberst versuchte seinen Revolver zu ziehen, stürzte aber zu Boden. Mehrere Soldaten, die in der Nähe waren, konnten den Mörder nicht ergreisen, da sie unbewaffnet waren und der Mörder auf die ihn Verfolgenden Schüsse abgab. Der Oberst wurde nach dem Hospital gebracht, wo er jedoch bals seinen Verletzungen erlag. England. Die Spionagefurcht. In der Nähe von Dover wurden gestern abend drei Deutsche unter dem Verdacht der Spionage verhaftet. Sie waren beim Photographieren in der Nähe der militärischen Befestigungen beobachtet worden. Die Strömung gegen die Homerule. Die Campagne, die die Ulsterleute gegen die Homerule in England führen, wird von Tag zu Tag ärger. Seit einigen Tagen werden von allen Seiten Uebereinkommen unterzeichnet, in denen sich die Unterzeichner verpflichten, sich mit Gewalt der Einführung des Gesetzes sowie der neuen katholischen Regierung von Dublin zu widersetzen.— Gestern fand im Celtic=Park in Belfast ein Fußballwettkampf zwischen einer katholischen und einer protestantischen Partei statt, dem 6000 Zuschauer beiwohnten. In der ersten Hälfte des Kampfes gerieten die Protestanten und Katholiken in ein Handgemenge und ein Steinhagel prasselte auf die englische Flagge nieder. Die wenigen anwesenden Schutzleute versuchten einzuschreiten, doch blieb ihr Bemühen ohne Erfolg. Eine Anzahl Revolverschüsse wurden abgefeuert. Man brachte 60 Verwundete in das Spital, von denen 5 Verletzungen, die von Revolverkugeln herrühren, aufweisen. Man glaubt aber, daß niemand ernstlich zu Schaden gekommen ist. Spanien. Ein Abkommen Spaniens und Portugals gegen die royalistischen Verschwörer. Spanien und Portugal haben folgendes Abkommen getroffen: Die Führer der Verschwörung zur Wiederherstellung des Königtums sowie die hauptsächlich daran Beteiligten sollen aus Spanien ausgewiesen werden, und alle in die Verschwörung Verwickelten und der spanischen Gerichtsbarkeit Unterstehenden sollen vor Gericht gestellt werden. Allen, die sich gegen das portugiesische Regime verschworen und das Anerbieten. nach Brasilien auszuwandern, angenommen haben, oder die in andere Länder ausgewandert sind, soll es untersagt sein, während der nächsten drei Jahre nach Spanien zurückzukehren. Das Abkommen soll, um Verschwörungen auch in Zukunft zu verhindern, dauernd und gegeneitig lein. 1 Die Krise auf dem Balkan. : Sofia, 16. Sept. Der Vollzugsausschuß der mazedonischen Adrianopeler Vereine berief gestern nachmittag eine große Volksversammlung ein zur Erörterung des gegenwärtigen Standes der mazedonischen Frage. Die einzelnen Redner betonten, daß für das bulgarische Volk ein Krieg notwendig sei, nicht um Eroberungen zu machen, sondern um die Lebensinteressen zu wahren. Es ereignete si lein Zwischenfall. Konstantinopel, 16. Sept. Es verlautet, die Regierung beschloß, den Truppen die Teilnahme an den Wahlen zu untersagen. Das Verbot wird von den Jungtürken stark bekämpft. Die jungtürkische Presse veröffentlicht fortgesetzt beunruhigende Nachrichten über die Lage in Albanien. Wie Terdjumani Hakikakat berichtet, versuchten die Aufständischen die zwischen Tiran Tirana und Durazzo. gelegene Ortschaft anzugreifen; sie wurden geschlagen und hatten vierzig Tote und achtzig Verwundete. In Skutari wurden mitten auf demaMarkte zwei Gendarmen getötet und ein Major schwer verwundet. Aus den an der montenegrinischen Grenze gelegenen Ortschaften flüchteten zahlreiche Beamte nach Skutari. Aus Stadt und Umgebung. Bleibt Arnsberg Regierungssitz? Ein neuer Erlaß, der die Angelegenheit eines Neubaues des Arnsberger Regierungsgebäudes betrifft, ist von Berlin dort eingegangen. Der Erlaß muß bis zum 1. Dezember dieses Jahres beantwortet sein. In ihm verlangt der Minister der öffentlichen Arbeiten nochmals genaue Angaben über die Platzfrage. In Betracht kommt zunächst der vielgenannte Platz der Erben Weine, deren Besitztum direkt neben dem alten Hauptgebäude der Regierung liegt. Wird auf diesem Platze gebaut, dann wird es sich nur um einen Anbau handeln. Als weitere Plätze sind vorgemerkt eine Wiese am Eichholz und ein Grundstück in der Nähe des Krankenhauses am Lüsenberg. Auf den beiden letzteren Plätzen kann es sich nur um komplette Neubauten handeln. Am kommenden Mittwoch werden sich um 5 Uhr unter dem Vorsitze des Regierungspräsidenten die gesamten Abteilungsdirigenten der Regierung zu einer Sitzung im alten Hauptgebäude einfinden. Man wird sich dort auch über die Raumverhältnisse der Einzelzimmer einigen wollen. Diese wird man bei einem Neubau sicherlich hoch und geräumig schaffen wollen. Die bedauerlichen Zustände waren bisher auch geradezu unerträglich.— Bisher herrschte unter der Ungewißheit über Arnsbergs Zukunft eine Wohnungsnot, da niemand mehr Privatwohnungen errichten mochte. Jetzt atmet hier alles erleichtert auf und der Hausbesitzerverein beschloß, sofort mit dem Wohnungsbau wieder vorzugehen.— Danach scheint also der seit Jahren geführte Kampf um die Verlegung des Arnsberger Regierungssitzes zugunsten Arnsbergs endgültig entschieden zu sein. :“(Falsche Hundertmarkscheine) sucht ein Maler und Zeichner Max Adam, der sich auch den Namen Günzel und Nohrbach beilegt, an den Mann zu bringen. Adam, der die Kunstakademie in Dresden besucht hat und ein sehr geschickter Zeichner ist, hatte sich mit einem Gefangenenaufseher Ludwig zusammen in dessen Wohnung in Görlitz eine Werkstatt eingerichtet, in der die beiden mit Hilfe von Photographien und Zinkplatten nun falsche Hundertmarkscheine anfertigten, indem Adam alles mit der Hand nachzeichnete. Nachdem sie 200 Falschstücke fertig gemacht hatten, begaben sich der Zeichner und seine Helfershelfer auf die Reise, um sie in hartes Geld umzusetzen. In Dresden wurde Ludwig einen Schein in einer Schlächterei los, Adam je einen in einem Wäschegeschäft und einer Vorkosthandlung. Dann wurde Ludwig vor einigen Tagen in Lauban festgenommen, während es Adam gelang, zu entwischen. Der Entkommene besitzt die noch übrigen 197 falschen Scheine, im ganzen also für 19.700. Mark. Seite 2. sie bald hier, bald do versuchen, ein Falschtüe umzusetzen. Man wird also gur tun, sich HundertAmtscheine genauer anzusehen. Die Scheine sind den kleinen Stücken älterer Art nachgemacht. Adam ist knapp mittelgroß und hat dunkelblondes, volles Haar, einen kleinen dunklen Schnurrbart und blauRugen. Er spricht außer Deutsch auch etwas Enalisch und Französisch. Ansestellenorscherun, findet nach der von dem .„ erlassenen Bekanntmachung für die Eud: Schwerte am 31. Oktober er. statt. Als Wahlausweis dient für die Versicherten die Versicherungskarte, für die Arbeitgeber eine von der Gemeindebehörde des Betriebssitzes ausgestellte Bescheinigung über die Anzahl der beschäftigten versicherungspflichtigen Angestellten. Nur wer im wählen, sosern 400 vorliegt. Ge in wbrien die Wahlberechisung Karte bezo Besheinigung ererr ergw. Trscheinigung zu beschaffen und nicht dis erze ge der, Wahr damit zu warten, denn dei eryeblichen Anzahl der auszustellenden Karten und Bescheinigungen wird der Andrang bei der Ausgabestelle in den letzten Tagen vor der Wahl recht groß sein. Leine Festlegung des Ostersestes.) Den Prasiventen des Deutschen Handelstages hat der Staatssekretär des Innern auf eine Anfrage mitgeteilt:„Amtlichen Nachrichten zufolge besteht bei der römischen Kurie ebensowenig wie bei der für ie griechisch=katholische Kirche maßgebenden Stelle Geneigtheit, auf die Festlegung des Osterfestes einzugehen. Ich sehe deshalb zurzeit keine Möglichkeit, die Angelegenheit mit Aussicht auf Erfolg amtlich zu betreiben.“ .*“(Der 34. Westsälische Städtetag), der berunntlich im Juli wegen der Typhusepidemie in Witten verschoben wurde, findet nunmehr am Freitag, 4. und Samstag, 5. Oktober statt. Die Tagesordnung hat eine Erweiterung erfahren. Namentlich ist eine Besprechung über die infolge der vorgeschlagenen Maßregeln gegen die Teuerung in Westfälischen Städten gemachten Erfahrungen Paderborn) ale uia berdüirgermeiter Plahnan, wen Ferner Veratungspunkt hinzugekongsechen. a# ind für Freitag als Reserate vorPeschen! Gemeinnütziger öffentlicher Milchausschank in den Städten(Prof. Dr. Kamp, Bonn); Städte hinsichtlich der Reform des höheren Mädchenschulwesens(Oberbürgermeister Cuno, Hagen). Am Samstag stehen an: Abwässerreinigung und Flußverunreinigung(Dr. R. Weldert, Perlin); Die Reichsversicherungsordnung und die Gemeinden(Beigeordneter Antoni, Gelsenkirchen), Besprechung des Antrages des Abgeordneten Grafen von Spee betr. die Bewertung land= und forstwirtschaftlich benutzter Grundstücke bei Veranlagung der Grundwertsteuer(BeigeordHerne). Vorstandswahl und Wahl des Ortes für den nächstjährigen Städtetag bilden den Schluß der Tagesordnung. (Schwerter Turnverein.) Am Sonntag errangen auf dem„Harkort“ beim Schüler=Wetturnen einen 12. Kranz der Schüler L. Peddinghaus, einen 17. Fritz Dahlbüdding und einen 18. Erwin Korte. Beim Schüler=Wetturnen innerhalb des Vereins wurden Sieger in der 1. Abteilung: Aug. Ewald, Paul Küppermann, Fritz Knierim; in der Abteilung: Fritz Lindemann, August Schlichthaber, Hermann Göbel, Karl Potthoff, Alfred Spätling; in der 3. Abteilung: W. Köchling, K. Kuhfuß, Heinrich Becker, Carl Becker, Hans Aßmann; in der 4. Abteilung: Werner Scharfe, Hans Spätling, W. Quedenau, W. Giesecke. Ernst Engelhard, Gustav Gundlag. Die ersten Sieger in jeder Abteilung erhielten einen Kranz und ein Diplom, ein Gut Heil! Kranz, den kungen Siegern (Standesamtsnachrichten.) Der Regierungsprasident von Arnsberg hat das Verbot der Veröffentlichung der Standesamtsnachrichten so geändert, daß die Standesämter in Zukunft berechtigt sind, die Todesfälle bekannt zu geben. Kameraden des 16. ps.) Der Verein hielt am Sonntag abend seine diesmonatliche Generalversammlung ab, die sich I a. beschossen —. gossen, den Geburtstag Sr. Majestät des Kaisers am 19. Januar 1912 in gewohnter Weise im Lokale des Herrn Jockenhöfer(„Im Reiche des Wassers“) zu seiern und damit gleichgeilig die Feier des Geburtstages Sr. Exzellenz des Grafen von Haeseler zu verbinden, der auf I Gttchg, sallt., Ferner wurde beschlosen, am „ ree wieber einen gemütlichen Abend mit Tumen im Vereinslokale Klempt zu veranstalten, Katgetunden hallen hat,un der den Kameraden so gut de. (Turnerpreise.) Auf dem gestrigen Turnerin Wandhofen hat der hiesige Tur: grit Srena zu abgeschnitten. Der Turner . ennken errang den Ehrenpreis im Stem. aund den 2. Preis im Ringen, Willi Gertel den Eyrenpreis im Ringen und den 1. Preis im Stemmen, Wilhelm Berkenhoff den 1. Preis am Reck, Fritz Schwabe den 3. Preis am Neck, W. Stremmler den 2. Preis am Barren. Dem Verein und den Siegern ein kräftiges Gut Heil! e e( S t e u e r p f l i c h t d e r R e s e r v i s t e n.) U n t e r d e n Vertische Bäsie a Srlangenden Schaten Feresch. fausig dir Ansicht, daß sie für das folgende halbe Jahr noch steuerfrei sind. Diese Ansicht ist irrig. Der Soldat ist sofort steuerpflichtig, wenn die gesetzliche Dienstpflicht erfüllt ist. K#mssblatt.) Dienstag den 17. Sepzember 1913 * A Torpedoboof.GM! 2 easee Spürge AA A Zum Marine-Ungluckberheiguland Die Kaisertage der deutschen Hochseeflotte standen in diesem Jahre im Zeichen der Trauerflagge, denn ihnen war der Untergang des Torpedoboots„G. 171“ unmittelbar vorangegangen, das südwestlich von Helgoland während eines Manövers des Durchfahrens durch die Lücke zwischen zwei mit hoher Geschwindigkeit hintereinander fahrenden Schlachtschiffen von dem Schlachtschiff„Zähringen“ gerammt und in zwei Teile geschnitten worden war. Derartige Unfälle stehen in der Geschichte der Flottenübungen nicht einzeln da. Noch im Juli dieses Jahres hätte das Torpedoboot„G. 110“, das bei der Insel Rügen von dem Linienschiff„Hessen“ gerammt worden war, beinahe dasselbe Schicksal ereilt.„G. 110“ sank zwar, konnte aber wieder geborgen werden. Dagegen ist beim Torpedoboot„G. 171“ an eine Hebung des Schiffes kaum zu denken, da es in einer Tiefe von 30 Meter liegt und somit das Schicksal jenes französischen Unterseebootes teilt, das zu Beginn dieses Sommers bei Cherbourg von einem französischen Panzerschiff angefahren wurde. Während dort die 27 Mann starke Besatzung mit in die Tiefe versank, konnten bei der Katastrophe des„G. 171“ von der 82 Köpfe zählenden Bemannung alle bis auf 7 gerettet werden, die, wie der Kaiser vor bald 24 Jahren nach den großen Schiffskatastrophen vor Samoa sagte,„nicht ertrunken sind, sondern gefallen, ihre Pflicht bis zum letzten Augenblicke erfüllend.“ Als der Kaiser in Wilhelmshaven am Sonntag abend eintraf, wehten die Flaggen der dort liegenden Torpedoflottille auf Halbmast. Staatssekretär Großadmiral von Tirpitz, der Chef der Hochseeflotte Holtzenderff und der Chef der Marinestation Admiral Graf von Baudissin erstatteten dem Kaiser, der an Bord der„Hohenzollern“ Wohnung nahm, eingehende Meldung über den Vorgang der Katastrophe, das überall umso lebhaftere Teilnahme hervorgerusen hat, als die heldenmütige Rettungstätigkeit unserer Marine bei dem Unglück im Ostseebad Binz noch in aller Erinnerung steht. Das Linienschiff„Deutschland“ an dessen Bord sich der Kaiser am Montag um 8,25 Uhr begeben hatie, ging um 9 Uhr von Wilhelmshaven in See, begleitet von der„Hohenzollern“, den Kreuzern „Vreslau" und„Hela“ sowie dem Depeschenboot „Sleipner", Bereits um 9,20 Uhr traf das Kaiserschiff, an dessen Bord sich außer den Spitzen der Admiralität, dem Generalstabschef General von Moltke und noch mehreren Generalen, der Kriegsminister von Heeringen und der Fürst von Fürstenberg befanden, auf Schilling=Reede ein, wo der Kaiser die Parade über die Küstenverteidigungsfahr zeuge abnahm, die dort vor Anker lagen. Darauf wurde die Fahrt nach Helgoland fortgesetzt, wo das kaiserliche Geschwader, begleitet vom Zeppelin=Luftschiff„Hansa“ gegen Mittag bei klarem Wetter eintraf. Alsbald nach dem Eintreffen des Kaisers vor Helgoland begann die Parade der Hochseeflotte, an der unsere gesamte Schlachtflotte teilnahm, eine glänzende Schau, wie sie unsere Marine bisher noch nicht gezeigt hatte. Eine große Anzahl von Dampfern mit Tausenden von Zuschauern hatte sich ebenfalls vor Helogland eingefunden, um der Parade beizuwohnen, die der Chef der Hochseeflotte Admiral von Holtzendorff befehligte. An der Nevue nahmen allein 21 Schlachtschiffe teil, ferner die Panzerkreuzer, die Kreuzer, die kleinen Kreuzer und mehrere Torpedobootsflottillen. Während die Schiffe an dem Kaiser, an dessen Seite sich Prinz Eitel Friedrich befand, vorbeifuhren, schwebte der Zeppelinkreuzer„Hansa“ hoch über der Schlachtflotte, ein Bild, das allen Zuschauern im Gedächtnis haften bleiben wird. An die Parade schlossen sich Uebungen der Hochseeflotte nach einem besonderen Programm an, sodann frühstückte der Kaiser an Bord der„Deutschland“ mit seinem Gefolge beim Flottenchef Admiral von Holtzendorff. Am Nachmittag wurden die Manöver fortgesetzt. Das Zeppelinluftschiff„Hansa“, das am Tage vorher seine Kopenhagen=Fahrt infolge des heftigen Sturmes, der an der Ostseeküste herrschte, abermals verschoben hatte, stieg am Montag morgen mit 16 Passagieren unter Führung des Grafen Zeppelin zu einer Fahrt nach Helgoland auf, um an der dortigen Flottenparade teilzunehmen. Trotzdem das Luftschiff mit einem hartnäckigen Norwestwind zu kämpfen hatte, erreichte es zur Stunde der Flottenparade Helgoland und trat später über Wilhelmshaven die Rückfahrt an. (Gegen die Plakatseuche) will der Haus= und Grundeigentümer=Verein Bad Oldesloe nach einem kürzlich gefaßten Vorstandsbeschluß vorgehen. Der Verein will die Erlassung eines Ortsstatuts beantragen, das die Bekleisterung der Häuser verbietet und nur Ausnahmen zuläßt. Vor allem soll den anklebenden Zirkussen usw. zur Bedingung auferlegt werden, vor der Abreise die Spuren ihres kleisterhaften Daseins wieder zu beseitigen. Wehr auf der Höhe ist und auch im Ernstfalle tatkräftig einzugreifen versteht. * Kalthof, 17. Sept.(Fabrikbau.) Der Fabrikneubau der Firma Schmerbeck& Kuhlmann hierselbst ist fertig und soll der Betrieb in den nächsten Tagen eröffnet werden. Wie wir hören, sollen gleich etwa 20 Arbeiter in dem neuen Betrieb beschäftigt werden. Villigst, 17. Sept.(Rekrutenabschiedskränzchen.) Die Feier, welche gestern der Turn=Verein„Westfalia“ im Lokale des Wirts Peuckmann zu Ehren seiner zur Fahne einberufenen Mitglieder veranstaltete, hatte sich eines recht zahlreichen Besuches zu erfreuen. Konzert, Schauturnen und Theaterspiel wechselten einander ab und unterhielten die Festteilnehmer in der schönsten Weise. Hennen, 17. Sept.(Feuerwehr.) Gestern abend wurde plötzlich die hiesige freiwillige Feuerwehr alarmiert. Es handelte sich aber nicht um einen ernsten Brand, sondern um eine AlarmUebung, die die Wahr in jedem Jahre am Schlusse ihrer planmäßigen Uebungen abhält. In kurzer Zeit waren die Wehrleute vollzählig zur Stelle und raten sofort in Tätigkeit. Die Uebungen klappten ganz vorzüglic und ließen erkennen, daß die Westfalen und Rheinland * Hagen i. W., 16. Sept.(Die erste Einäscherung in Preußen.) Gestern fand hier die erste Einäscherung in Preußen statt. Vormittags wurden die sterbl. Ueberreste einer Dame aus Krefeld eingeäschert. Die Königliche Regierung in Arnsberg veröffentlicht den Gebührentarif für die Feuerbestattung und die Beisetzung von Aschenresten. Danach sind für die Verbrennung einer Leiche aus der Stadt 60 Mark, für eine von auswärts 100 Mark und für ein Urnengrab 20 Mark zu zahlen. * Dieringhausen, 16. Sept.(Vom Zuge zermalmt.) Bei der Einfahrt des Personenzuges von Gummersbach stürzte gestern, Sonntag abend um 8 Uhr auf dem hiesigen Bahnhof der Prokurist einer Bergneustadter Firma, namens Hallermann, aus dem Abteis, das er vorzein## öffnet hatte, heraus. Er geriet unter die##### des noch fahrenden Zuges und wurde zu eine## kenntlichen Masse zerstückelt. Die Leiche wur## Eisenbahnschuppen niedergelegt. Der Verunhinterläßt Frau und 2 Kinder. * Münster, i. W., 16. Seot.(Reiche en tungen.) Die Aschendorff'sche Verlagsbucht lung stiftete anläßlich ihres 150jährigen ums 50000 Mark für die insbesondere bei und Invalidität eintretende Aschendorff'sche kasse. Unter die Angestellten wurden je nach halt und Dienstalter 150000 Mark verteilt. Sinzig, 16. Sept.(Der Schießprüg, Ein 10jähriger Schüler zeigte einem Kamera### eine Browningpistole, die er von Hause mitgen## men hatte. Als der Kamerad die Pistole tigte, ging ein Schuß los und traf den Schüler den Unterleib. Der Verletzte wurde nach BonnKlinik gebracht. Es besteht wenig Hoffnung, am Leben zu erhalten. * Koblenz, 16. Sept.(Einschränkung Zuckerwarenhandels auf Kirmes# sen.) Der Landrat des Kreises Limburg an Lahn wendet sich in einer Verfügung gegen immer mehr überhand nehmenden Handel mi# Zuckerzeug auf Kirmessen und ähnlichen Volksfesten## Die Verfügung macht darauf aufmerksam, daß na# ärztlichen Feststellungen die sogenannten Zucker# steine und Zuckerschlangen für die Gesundheit, in besondere für die Zähne durchaus schädlich seien und weist die Polizeibehörden an, den Hande### mit diesen Waren künftighin nicht mehr bei den# genannten Festlichkeiten zuzulassen. Das Verbo### stützt sich darauf, daß ein Bedürfnis zum Kanset der Zuckerwaren nicht vorhanden und deshalb Sonntagshandel nicht zu gestatten sei. Albeiterbewegung. Friede in der Hagener Metallindustrie. Der vor 11 Wochen ausgebrochene Kampf um den hiesigen Unternehmernachweis in der Metallindustrie ist beendet. Die von den vereinigten Arheiterorganisationen über den Nachweis verhängte Sperte wurde aufgehoben. Die Vertreter der Arbeiterorganisationen erzielten bei den Verhandlungen mit dem Arbeitgeberverein einige Zugeständnisse. In Zukunft kann ein Arbeiter in Beschwerde. fällen einen Vertreter seiner Organisation als Beistand bestellen. Auch soll in Zukunft die Zuweisung von Arbeitern an bestreikte Firmen nicht mehr vom Nachweis selbst, sondern erst auf Beschluß des Vorstandes des Arbeitgebervereins ei folgen. Der Arbeitergeberverein macht bekannt, daß von den vor der Beschwerdekommission unter dem Vorsitz eines vom Regierungspräsidenten er nannten Unparteiischen im Beisein des betreffenden Arbeiters und je eines Organisationsvertreteis behandelten Beschwerden alle zugunsten des Arbeitsnachweises entschieden worden sind, da Verstöße gegen die Satzungen des Nachweises nicht fest gestellt werden konnten. Belästigung Arbeitswilliger beim Streikpostenstehen. Wegen dieses Delikts erhielt der Maurer P. vom Schöffengericht Sorau einen Monat Gefängnis zudiktiert. Während des Maurerstreiks in Sorat hatte der Angeklagte zwei arbeitswillige Mauret, die auf Fahrrädern vorüberfuhren, angehalten und belästigt. Das Gericht erachtete diesen„Eingriff in die persönliche Freiheit" als so schwer, daß es eine Freiheitsstrafe für am Platze hielt. 92 Letzte Drahimeldungen. — Aus Unvorsichtigkeit erschossen. Gelsenkirchen, 17. Sept. Die 16jährige Tochter des Direktors Girschberg der westdeutschen Flugplatzgesellschaft hantierte gestern mit einem geladenen Nevolver. Plötzlich ging ein Schuß los und traf das Mädchen, das auf der Stelle getötet wurde. Blutiges Familiendrama.# Berlin, 17. Sept. Ein aufregendes Ehedrama hat sich gestern mittag im Süden Berlins abgespielt. Der im Hause Fidicinstraße 13 wohnhafte 46jährige Mechaniker Brähm feuerte nach einem Streit auf seine 35jährige Frau eine Nevolverkugel ab und verletzte sie an der Stirn. Nachbarn eilten auf die Hilferufe der Frau herbei und riesen einen Arzt. Als dieser sah, daß die Schußverletzung von dem Ehemann herrührte, gab er Anweisung, die Polizei zu benachrichtigen. Darauf riß Brähm das Fenster auf und stürzte sich aus dem vierten Stock auf den Hof, wo er mit zerschmetterten Gliedmaßen liegen blieb. Auf Veranlassung eines Kriminalbeamten wurde er nach dem Krankenhause gebracht, wo man schwere innere Verletzungen, sowie Arm= und Beinbrüche feststellte. Pestkranke im Hamburger Hasen. Hamburg, 17. Sept. Auf einem englischen, von Rosario(Brasilien) hier eingetroffenen Dampfer sind zwei Pestfälle vorgekommen. Der erste Fall hat tödlich geendet. Der zweite Kranke befindet sich im Quarantänelazarett zu Groden bei Cuxhaven. Der Dampfer hat Hamburg bereits verlassen. Die erforderlichen Vorsichtsmaßregeln sind getroffen worden. Zur Beunruhigung der Bevölkerung liegt, wie amtlich versichert wird, ein Anlaß nicht vor. Vom Schutzmann tödlich verletzt. Swinemünde, 17. Sept. Ein Droschkenkutscher, der angetrunken zum Bahnhof kam, erhielt Abteil, das er vorzeih# Gr geriet unter die# Zuges und wurde zu eine## stückelt. Die Leiche wur iedergelegt. Der Verung 2 Kinder. 16. Seot.(Reiche e hendorff'sche Verlagsbucht### ch ihres 150jährigen Ju### ür die insbesondere bei### retende Aschendorff'sche### gestellten wurden je nach 150000 Mark verteilt. t.(Der Schießprügig ler zeigte einem Kamera## die er von Hause mitgen## Kamerad die Pistole be## los und traf den Schüler Verletzte wurde nach Bonn; besteht wenig Hoffnung, n. st.(Einschränkung dels auf Kirme des Kreises Limburg an einer Verfügung gegen d nehmenden Handel, ni# sen und ähnlichen Volksfesten## darauf aufmerksam, daß nac en die sogenannten Zucker# igen für die Gesundheit, in## hne durchaus schädlich seien eibehörden an, den Hande### iftighin nicht mehr bei den## in zuzulassen. Das Verboi## ein Bedürfnis zum Kanseh vorhanden und deshalb zu gestatten sei. —— bewegung. agener Metallindustrie. i ausgebrochene Kampf um nernachweis in der MetallDie von den vereinigten Arder den Nachweis verhängte den. Die Vertreter der Arzielten bei den Verhandlunberverein einige Zugeständein Arbeiter in Beschwerde. r seiner Organisation als h soll in Zukunft die Zuweian bestreikte Firmen nicht elbst, sondern erst auf Bedes Arbeitgebervereins eiseberverein macht bekannt, Beschwerdekommission unter Regierungspräsidenten er im Beisein des betreffeneines Organisationsvertre= werden alle zugunsten des dieden worden sind, da Veren des Nachweises nicht festswilliger beim Streikenstehen. ts erhielt der Maurer au einen Monat Gefängnis es Maurerstreiks in Soran wei arbeitswillige Maurer, überfuhren, angehalten und erachtete diesen„Eingriff seit“ als so schwer, daß es am Platze hielt. Nr. 219. 1. Beilage. Henlung. Dienstag, 17. September 1912. Amtliches Kreisblatt. nmeldungen. igkeit erschossen. 17. Sept. Die 16jährige birschberg der westdeutschen tierte gestern mit einem lötzlich ging ein Schuß los das auf der Stelle getötet 21 11•• miliendrama.# Ein aufregendes Ehedrama im Süden Berlins abgeFidicinstraße 13 wohnhafte rähm feuerte nach einem ge Frau eine Nevolverkuan der Stirn. Nachbarn der Frau herbei und riesen sah, daß die Schußverletzherrührte, gab er Anweinachrichtigen. Darauf riß und stürzte sich aus dem s, wo er mit zerschmetterblieb. Auf Veranlassung wurde er nach dem Kranin schwere innere VerletzBeinbrüche feststellte. amburger Hasen. t. Auf einem englischen, hier eingetroffenen Damvorgekommen. Der erste Der zweite Kranke beielazarett zu Groden bei hat Hamburg bereits verVorsichtsmaßregeln sind Bennruhigung der Bevölversichert wird, ein Anlaß tödlich verletzt. Sept. Ein Droschkenim Bahnhof kam, erhielt Ein Jubiläum der Arbeit war ebenso wie im vorigen Monat die KruppJahrhundertfeier das Fest des 75jährigen Bestehens der Borsigwerke in Berlin=Tegel und Oberschlesien. Wie Alfred Krupp, so hatte auch August Borsig, von dem einer seiner Lehrer am Kgl. GewerbeInstitut gesagt hatte, aus ihm werde im Leben nichts, mit geringen Mitteln angefangen, als er im Jahre 1837 am Oranienburger Tor eine Maschinenbau=Anstalt errichtete, die aus ein paar Bretterbuden bestand. Aus jenem bescheidenen Ansang entstand durch die Tatkraft des Gründers und seiner Nachfolger das heutige Weltunternehmen. Das Jubiläum der Firma Borsig ist aber noch in anderer Hinsicht von Bedeutung, denn in ihre Gründungszeit fällt die beginnende Umwandlung Deutschlands vom Agrarstaat zum Industriestaat. Damals wurden die Wege geebnet für den Uebergang vom Handwerk zur Großindustrie. So konnte denn auch im Frühjahr die Maschinenfabrik Hartmann=Chemnitz ihr 75jähriges Jubiläum feiern, während kurz nach Borsig die Maschinenfabrik Schichau=Elbing entstand, die im kommenden Oktober ihre Jubelfeier begehen kann. Während letztere sich im Laufe der Jahre besonders auf den Schiffsbau legte, wandte sich Borsig hauptsächlich dem Lokomotivbau zu. Die ersten Lokomotiven, die auf deutschem Boden liefen, waren in England hergestellt worden, aber bereits im Jahre 1841 konnte August Borsig seine erste Lokomotive auf der Berlin=Anhalter Bahn laufen lassen. Da sie sich bewährte und den englischen Maschinen den Rang ablief, folgten Bestellungen auf Bestellungen, sodaß im Jahre 1902 die 5000. Lokomotive das Borsig=Werk verlassen konnte. Bis heute hat die Firma über 8500 Lokomotiven abgeliefert. Wie der Gründer der Firma Krupp, so sank auch August Borsig frühzeitig ins Grab, und sein Sohn Albert hatte dem Werk auch nur 24 Jahre vorgestanden, als er— noch nicht 50 Jahre alt im Jahre 1878 starb. Inzwischen war das Werk in Oberschlesien durch Kohlengruben und ein Hüttenwerk vergrößert worden, übrigens das erste der Welt, das tadellose Kesselbleche aus SiemensMartin=Flußeisen zu liefern vermochte. Da bei dem Tode Albert Borsigs sich dessen drei Söhne noch im schulpflichtigen Alter befanden, wurde ein Kuratorium an die Spitze des Unternehmens gestellt, das aber wenig Unternehmungsgeist zeigte, so daß der Betrieb Einschränkungen erfuhr. Das wurde mit einem Male anders, als im April 1864 Arnold, Conrad und Ernst Borsig die Leitung ihrer Werke übernahmen. Leider wurde Arnold kaum drei Jahre später ein Opfer seines Berufes, als er anläßlich einer Schlagwetterexplosion auf seiner Grube„Hedwigwunsch“ mit 5 Beamten in dieselbe eingefahren, um die Ursache des Unglückes festzustellen. Man hatte ihn gewarnt, Arnold Borsig aber erklärte:„Das bin ich meinen Arbeitern schuldig.“ Das Verhältnis zwischen den Leitern der Borsig=Werke und den Arbeitern war stets ein gutes, davon zeugen die vielen schon seit langem bestehenden Wohltätigkeitseinrichtungen, ebenso wie die jetzigen Jubiläumsstiftungen, die u. a. in der Errichtung eines Krankenhauses und eines neuen Kasinos, in der Gründung einer Sparkasse mit besonderen Vergünstigungen, in dem Ausbau der Unterstützungskassen, in der Errichtung eines regelmäßigen Erholungsurlaubs, sowie einer Jubiläumsgratifikation bestehen. Der Kaiser hat das Wirken der Gebrüder Borsig, in deren Werken außer Lokomotiven noch besonders Eismaschinen, Gaskraftmaschinen, Bergwerksmaschinen, Dampfkessel usw. hergestellt werden, vor drei Jahren dadurch anerkannt, daß er ihnen den erblichen Adel verlieh. Bei dem Festakt in dem Tegeler Werke am Sonnabend dankte Kommerzienrat Ernst v. Borsig allen Arbeitern und Beamten für die Mitarbeit in guten und schlechten Zeiten. Handelsminister Sidow überbrachte die Glückwünsche der Regierung, Oberbürgermeister Exzellenz Wermuth gratulierte im Namen der Stadt Berlin. Auch der Reichstagspräsident Kämpf nahm als Vertreter der Aeltesten der Berliner Kaufmannschaft an der Feier teil, zu der fast alle Berliner Maschinenfabriken Abordnungen mit Fahnen und Bannern entsandt hatten. Westfalen und Rheinland. * Westendorf(Kr. Arnsberg), 16. Sept.(Schreck= licher Tod.) Ein hier zu Besuch weilendes 5 Jahre altes Kind des Flurschützen Brunnert aus Soest stürzte hier in einen Abort und ertrank in der Jauche. * Schmallenberg, 16. Sept.(Mord.) Im benachbarten Dorfe Winkhausen wurde die Leiche eines jungen Mannes in der Lenne aufgefunden. Da sich am Kopfe mehrere Stichwunden befinden, so handelt es sich ohne Zweisel um ein Verbrechen. Man nimmt an, daß der junge Mann, welcher Sonntag abend zum Kriegerfest nach Oberkirchen gegangen war, des Nachts auf dem Rückwege ermordet und in die Lenne geworfen worden ist. Der Ermordete stammte aus Ostpreußen und war bei dem Gutsbesitzer Hilsmann in Winkhausen in Dienst. Von dem Täter fehlt noch jede Spur. * Attendorn, 16. Sept.(Todinfolge Blutvergiftung.) Der Fabrikarbeiter Kordt in Hüllscholten zog sich vor einiger Zeit eine unscheinbare Wunde am Fuße zu, ohne derselben Beachtung zu schenken. Die Wunde verschlimmerte sich in kurzer Zeit derart, daß der 17jährige junge Mann infolge Blutvergiftung unter großen Schmerzen starb. * Recklinghausen, 16. Sept.(Den Erstikkungstod) erlitt gestern ein 9 Monate altes Kind. Die Mutter hatte es ins Bett gelegt und war dann zur Arbeit gegangen. Bei ihrer Rückkehr fand sie ihr Kind unter dem Oberbett liegend vor, es war unter dieses gerutscht und erstickt. * Recklinghausen, 16. Sept.(Bestrafter Tierquäler.) Der auf der Zeche„Auguste Viktoria“ in Hüls beschäftigt gewesene jugendliche Pferdetreiber Höwedes hatte in der Grube ein seiner Obhut anvertrautes Pferd in nicht wiederzugebender Weise gemartert. Die Folge der Mißhandlung war, daß das Tier bald darauf einging. Leider konnte gegen den Missetäter wegen Eintritts der Verjährungsfrist auf Grund des Paragraphen wegen Tierquälerei nicht mehr vorgegangen werden. Die Bochumer Strafkammer verhandelte deswegen nur über einen wegen Sachbeschädigung von der Zeche gestellten Strafantrag. Das Urteil lautete auf sechs Wochen Gefängnis. In der Begründung wurde ausgeführt, daß die außergewöhnlich rohe und gemeine Behandlungsweise, die der Angeklagte dem Grubenpferde habe zu teil werden lassen, bei der Festsetzung der Strafe habe berücksichtigt werden müssen. * Düsseldorf, 16. Sept.(Wieder ein Mordund Selbstmordversuch.) In der vergangenen Nacht versuchte ein angeblicher Kaufmann aus Köln ein in einem Hause auf der Rethelstraße wohnendes Mädchen nach einem Wortwechsel zu erschießen. Das Mädchen flüchtete, worauf der Mann sich selbst eine Kugel in den Kopf schoß. Der Schuß war jedoch nicht tödlich. Nach Anlage eines Notverbandes kam der Mann vorläufig in Haft. * Köln, 16. Sept.(Gasvergiftung.) Die zwei Verkäuferinnen einer Butterfiliale erschienen heute vormittag nicht im Geschäft. Als man gewaltsam die Schlafzimmertür öffnete, fand man das Zimmer mit Gas gefüllt und die beiden Mädchen bewußtlos im Bett vor. Durch Feuerwehrleute wurden die beiden Betäubten mittels Sauerstoffapparate ins Leben zurückgerufen. Sie hatten gestern abend vergessen, die Gasleitung zu schließen. * Köln, 16. Sept.(Unter, den Opfern der französischen Fremdenlegion) befindet sich seit einigen Monaten der kaum 16jährige Sohn einer achtbaren Familie in Köln. Der Junge war wegen einer Zurechtweisung durch seinen Vater von Hause fortgelaufen und hatte sich in Frankreich für die Fremdenlegion anwerben lassen. Nach kaum zweimonatiger Ausbildung wurde der Knabe einem Feldbataillon an der marokkanischen Grenze zugeteilt, von wo aus er im nächsten Monat zum marokkanischen Kriegsschauplatz ausrücken soll. Auf Veranlassung der besorgten Eltern sollen nun die deutschen Behörden Schritte unternehmen, um die Befreiung des Knaben zu veranlassen, weil selbst nach französischen Gesetzen Leute unter 18 Jahren in der Fremdenlegion nicht eingestellt werden dürfen. Rheydt, 16. Sept.(Unterschlagung.) In der hiesigen Tuchfabrik von Wienand, Castel u. Giesen sind große Unterschlagungen aufgedeckt worden. Soweit bis jetzt festgestellt werden konnte, handelt es sich um die Beiseiteschaffung von Waren im Werte von etwa 15 000 Mark. Wie es heißt, hat der Handlungsgehilfe Moldrinx, dem der Verkauf der Waren an die Händler übertragen war, den Leuten weit größere Posten übergeben, als ihnen von der Firma in Rechnung gestellt wurden, und dafür natürlich aus dem Mehrerlös der Händler eine entsprechende Bezahlung erhalten. M. wurde verhaftet, ferner bis jetzt ein Händler in M.=Gladbach und ein Händler in Viersen, bei dem ganze Kisten der veruntreuten Waren vorgefunden wurden. * Koblenz, 16. Sept.(Der Tabakbau), der früher im ganzen Nahegebiet in großem Umfang betrieben wurde, beschränkt sich jetzt fast ausschließlich auf die Gemarkung von Sobernheim. Durch das starke Anziehen der Preise für Tabak in den letzten Jahren haben sich dort die Anpflanzungen bedeutend vermehrt. Ebenso wurde in Monzingen der Tabakbau mit gutem Erfolge wieder aufgenommen. Um einem größeren Kreise eine Vorstellung von dem Umfang und der Bedeutung des Nahetabakbaues zu geben, werden die dortigen Tabakpflanzer die landwirtschaftliche Ausstellung in Saarbrücken mit zahlreichen Proben der verschiedenen Tabaksorten beschicken.— Die Tabakernte ist jetzt beendet und allenthalben sieht man in den Gehöften die großen Blätter zum Trocknen aufgehängt. letzte noch draußenstehende Getreide eingebracht werden konnte. Es handelt sich dabei in der Hauptsache um Hafer, doch waren hier und da auch noch Weizenfelder zu räumen. Infolge der Verzögerung der Ernte und wegen übermäßiger Bodenfeuchtigkeit sind die Vorarbeiten für die Herbstbestellungen naturgemäß noch sehr im Rückstande. Sehr wünschenswert ist trockene Witterung für die Grummeternte, da ein Teil des reichlich gewachsenen Futters, soweit es geschnitten war, bereits erheblich gelitten hat; auf Flußwiesen ist das gemähte Grummet vielfach weggeschwemmt oder wertlos geworden. Mit dem Aufnehmen der Kartoffeln ist hier und da bereits begonnen; der Ertrag wird sehr verschieden ausfallen. Häufig wird über vorzeitiges Absterben des Krautes und aus einigen Gebieten über Fäulnis berichtet. Zwar sind meist nur schwere Böden davon betroffen, bei den späten Sorten sollen schon kranke Knollen anzutreffen sein. Die Zuckerrüben stehen üppig im Kraut, konnten aber bei der kühlen und nassen Witterung weder an Gewicht noch an Zucker sonderlich zunehmen. Bunte Chronik. Landwirtschaftliches. Ueber den Saatenstand in Deutschland schreibt die Preisberichtstelle des Deutschen Landwirtschaftsrates in ihrem wöchentlichen Saatenstandsbericht, daß die starken Niederschläge der vergangenen Woche es verhindert haben, daß das 1 Der Caruso=Rummel in Berlin beginnt bereits jetzt schon, obwohl das Gastspiel des berühmten italienischen Tenoristen erst in einigen Monaten stattfindet. Für die drei vorgesehenen Vorstellungen sind die Plätze mehrfach überzeichnet. Nicht weniger als 30000 Bestellungen auf Karten sind durch die Post eingegangen. Für die Beamten der Generalintendantur bedeutet die Bewältigung dieser Postsendungen, denen bekanntlich frankierte Antwortkarten beiliegen mußten, eine ganz gewaltige Arbeit, und für die Reichspost brachte diese Maßnahme nebenbei die Einnahme von 3000 Mark ein. ) Hochstapelei einer falschen russischen Gouverneursgattin machen in Berlin von sich reden. Eine Krankenpflegerin, die aus sehr achtbarer und gutsituierter Familie stammt, hatte in Berlin einen russischen Gouverneur kennen gelernt und mit ihm eine längere Vergnügungsreise durch Deutschland gemacht. Das Wohlleben während dieser Fahrt gefiel der Dame so gut, daß sie es auch nach der Trennung von dem Russen fortsetzte und zwar auf Kosten anderer Leute. Sie logierte sich in einem erstklassigen Berliner Hotel ein und fuhr von dort aus bei ersten Firmen im Auto vor, wo sie große Posten der kostbarsten Sachen auf Kredit kaufte, bis die Kriminalpolizei auf sie aufmerksam wurde und durch Verhaftung ihrem Treiben ein Ende machte. ) Das Elend mancher Großstadtkinder, deren Dasein weniger heller Sonnenschein warmer Menschenliebe beschieden ist, wurde soeben wieder in 2 Verhandlungen vor der Berliner Strafkammer beleuchtet. Ein Kohlenarbeiter=Ehepaar hatte ihr neunjähriges voreheliches Kind derart mißhandelt, daß die Haut das Aussehen von Baumrinde hatte. Wiederholt wurde das bedauernswerte Kind an den Haaren den Fußboden entlang geschleift, Mann und Frau lösten sich beim Prügeln gegenseitig ab, wenn einem von ihnen der Arm lahm wurde. Das herzlose Ehepaar kam mit der milden Strafe von je zwei Monaten Gefängnis davon. Drei Monate erhielt ein Sattler, der seinen Sohn derart mit einem dicken Nohrstock mißhandelt hatte, daß das Kind etwa 50 blutunterlaufene Striemen aufwies. )( Der Raubmord in Schöneberg, wo der 65jährige Rentner Josef Fuß von dem 20jährigen Wer die Folgen eines Fehltrittes demütig und mutig auf sich nimmt und ihn offen bekennt, hat ihn schon halb gefühnt. Auf neuem Grund. Roman von O. Eister. 12. Fortsetzung. Nachdruck verboten. Am geöffneten Fenster saß Hedwig, schaute sinnend hnaus auf die herrliche Natur und kauschte den tiefen, ruhigen Atemzügen des Kranken, welcher im Schlummer der Genesung da ruhte. Seit drei Tagen lag er so da, überwältigt von der Muttigkeit, die das Fieber zurückgelassen hatte. Nur auf kurze Augenblicke erwachte er, um etwas leichte Nahrung oder die Medizin zu sich zu nehmen, welche Hedwig ihm reichte. Seine Lippen bewegten sich, ein freundliches, mattes Lächeln huschte über seine eingesunkenen Wangen, doch zu sprechen vermochte er nicht, und nur der ninige Blick seiner Augen dankte ihr. Und Hedwig war dieser stumme Dank seiner Augen genug. Ste selbst war so erfüllt von Dankbarkeit gegen den gütigen Gott, der den geliebten Mann gerettet, daß sie an sich selbst gar nicht dachte. Sie hoffte auch nichts von seinem Leben, sie wünschte nichts, als daß er wieder gesund und kräftig würde, nicht um ihretwillen, nicht um ihrer stillen, innigen Liebe willen, sondern um seiner selbst willen Eine letse Bewegung des Kranken schreckte sie auf. Sie blickte sich um unb sah sein Auge voll und groß auf sich gerichtet. „Sie wünschen etwas, Herr von Holtensen?“ Da streckte er ihr die abgezehrte Hand entgegen. möchte Ihnen danken, Hedwig,“ sagte er mit bi#er aber deutlicher Stimme. „O, sprechen Sie nicht... mahnte sie.„Sie müssen sich noch sckonen 1. Sie ellte an seine Seite. „Geben Sie mir die Hand, bat er, und mit leichtem Erröten legte sie ihre Hand in die seinige. „Ich danke Ihnen, Hedwig, fuhr er fort und richtete sich ein wenig empor.„Ach, ich weiß wohl, wie Sie mich gepflegt haben! Wenn ich auch nicht sprechen konnte und oft wie schkafend dalag, so habe ich doch alles gesehen und gehört... ich weiß, Ihnen verdanke ich mein Leben... „O! Bitte— bitte— sprechen Sie nicht so... nicht so viel... Sie dürfen sich nicht erregen.“ „Ich errege mich nicht,“ erwiderte er.„Oder vielmehr die Erregung der Freude, Sie bei mir zu sehen, tut mir wohl nticht wahr Hedwig, jetzt bleiben Sie immer bei mir... immer...?“ „Hoffentlich werden Sie meiner Pflege bald nicht mehr bedürfen, Herr von Holtensen... in einigen Tagen können Sie das Bett verlassen.“ „Dann werde ich Sie erst recht nötig haben, Hedwig,“ sagte er lächelnd und drückte ihre Hand sanft.„Versteh mich doch recht, Hedwig, ich habe Dich nötig, für mein ganzes Leben... Du sollst bei mir bleiben, für jetzt und für immerdar.. „Herr von Holtensen?!“ „Crschrick nicht, Hedwig. Ich spreche ja nicht mehr im Fieber... ich weiß wohl was ich spreche... als ich Dich eben so still dasitzen sah, da ist die Wahrheit über mich gekommen, da habe ich gewußt, daß ich Dich lieb habe und daß ich nicht mehr von Dir lassen kann. Hedwig... hast Du mich auch ein wenig lieb?“ Da hiert sie sich nicht mehr länger und aufschluchzend sank sie neben seinem Bett in die Knie, ihre Stirn auf seine Hand beugend. „Ich habe Dich schon lange tieb gehabt," flüsterte sie mit zuckenden Lippen In seinen Augen glänzte es freudig auf. Er legte den Arm um ihre Schultern und seine Wangen auf ihren braunen Scheitel. „Meine Hedwig, meine liebe Hedwig...“ fküsterte er keise und innig. Ein goldener Strom der Herbstsonne floß in das Fenster und umflutete sie mit schimmernden Wellen Aneinandergeschmiegt bleiben sie ruhig, wortlos eine Weite. Sie fanden keine Worte, aber ihre Herzen hielten schweigende Zwiesprache miteinander. Da flog ein Schatten durch das Zimmer! Eine Wolke verhüllte die Sonne— drunten auf dem Hofe ertönte das Rollen eines Wagens. Stimmen wurden kaut— ein etliger Schrtit kam die Treppe herauf— errötend entwand sich Hedwig dem Arm des Geliebten. 8. Kapitel. Frau Hartmann sah in die Tür. Hedwig eilte ihr entgegen.„Mama, Herr von Holtensen.“ „Wie geht's ihm? Hoffentlich nicht schlechter!“ „Nein, Mama, es geht ihm viel— viek besser... er hat mit mir gesprochen,“ setzte sie in lieblicher Verwirrung errötend hinzu. „Das freut mich,“ entgegnete Frau Hartmann, ohne die Verwirrung Hedwigs zu bemerken.„Dunn wird ihn auch die Nachricht nicht so aufregen, welche ich bringen. Denke Tir, die Baronin ist soeben angekommen...“ „Wie?“ tönte es von dem zweiten Zimmer her, wo Hans sag.„Meine Mutter?“ „Ja, Herr von Hollensen, Ihre Frau Mama? Wollen Sie sie sehen?“ „Gewiß— gewiß...“ „Aber Sie dürfen sich nicht aufregen.“ „Nein, ich werde ganz ruhig bleiben. Ist meine Schwester auch mitgekommen?“ „In „Ach, wie lieb von ihr!— Ich habe ihr so viel zu zählen.. Die Baronin trat ein, kühl, ruhig, vornehm und korrekt wie immer. Sie ergriff die Hand ihres Sohnes, beugte sich über ihn, küßte seine Stirn und sagte:„Ich freue mich. Dich so wohl zu finden, mein Sohn. Siehst Du, Marianne, daß ich recht hutte?“ wandte ste sich an ihre Tochter, die Hans tunig begrüßte.„Marianne wollte gleich auf die erste Nachricht von Deinem Unfall zu Dir eisen, aber ich wollte erst genaue Nachrichten abwarten, ich wußte Dich ja in guter Pflege. Ich danke Ihnen sohr, siebe Frau Amtmann, daß Sie meinen Sohn so gut gepflegt haben. Ist das Ihr Fräulein Tochter?“ Sie musterte Hedwig durch ihre Lorgnette. Ein kalter Hauch schien von ihr auszugehen, unter dem Hedwig erschauerte. „Jowoh. Frau Baronin,“ entgegnetg Frau Hartmann.„Das ist meine Hedwig...“ „Meine treueste Pflegerin, Mania!“ „Ach, so danke ich auch Ihnen von ganzem gemen! Die Baronin reichte Hedwig die Hand, welche diese in aufwallendem Gefühl an die Lippen preßte. War die Baronin doch die Mutter des Geliebten. Etwas befremdet sah diese Hedwig an. Ein Schatten flog über ihr stolzes Gesicht; ein inbestimmter Verdacht stieg plötzlich in ihr auf, als sie das Erröten und die Verlegenheit Hedwigs bemerkte. „Es scheint“, so sagte sie zu sich,„daß ich hier gerade zur rechten Zeit gekommen bin..“ War die Begrüßung der Baronin eine kühlgemessene, um so herzlicher gab sich Marianne. Sie umarmte und küßte Hedwig, ihr zuftüsternd:„Ich kenne Sie schon lange... lassen Sie uns Freundinnen sein.“ Und Hedwig drückte ihr dankbar lächelnd die Hand. Von diesem Tage an war Hedwig ihres Pflegerinnen=Amtes enthoben. Frau von Hollensen übernahm die Pflege, sodaß selbst Marianne kaum Gaslegenhett fand, mit ihrem Bruder allein zu sprechen. Es war fast, als die Baronin geflissentlich jeden anderen von dem Lager ihres Sohnes sernhalten wollte. Sie war dabei von großer und tiebevocter Aufmerbsen keit, welche guns dankbar anerkeiinen mußee. Die Trennung von Hedwig empfand er allerdings schmerzlich aber er sagte sich, daß er nach seiner Genosung, die jetzt zasche Fortschitte machte, noch Zeit und Gelegencheit genug haben würde, Hedwig zu sehen und zu sprechen; sollte er doch noct bis zum nächten m in Stapelburg bleiben. (Vorhatzung folgt.) neeu Ferchtuge Schunzter Zeitung(Amtliczuo Kotostot) Dienstag, den 17. September 1912. Nr. 219. Seite 6. früheren Handlungsgehilfen Roman Pietruszewski erstochen wurde, war auf die Gewinnsucht des jungen Menschen zurückzuführen, der sich zur Nachtzeit unter der Maske eines Bittstellers Eingang in die Wohnung des Rentners zu verschaffen gewußt hat. Da der alte Mann bei dem Ueberfall laute Hilferufe ausstieß, eilten alsbald Beamte herbei und der Mörder konnte in der Wohnung seines Opfers verhaftet werden. 125 Mark waren die Beute des Mörders, mehr Geld bewahrte Fuß in seiner Wohnung nicht auf. 1 Bei den belgischen Wasserflügen auf der Schelde bei Tamise hat bisher der französische Aviatiker Renaux die besten Leistungen vollbracht. Während eines Fluges flog er mit einem Passagier die Schelde entlang bis Antwerpen, von dort bis an die holländische Grenze und dann nach Tamise zurück. Darauf leistete er sich mit derselben Maschine noch vier Viertelstundenflüge mit je drei Passagieren, sodaß er im Klassement mit ziemlichem Vorsprung die Spitze behauptet. Leider hat der Wettbewerb auch ein Todesopfer gefordert, denn der Mechaniker Boric, der den Flieger Busson bei dessen Absturz begleitet hatte, ist seinen Verletzungen erlegen, während Busson sich auf dem Wege der Besserung befindet. ) Die berühmte Hagia=Sophia=Moschee, die ehemalige Sophienkirche, in Konstantinopel, die sich schon nach dem letzten schweren Erdbeben am Marmarameer etwas gesenkt hatte, ist durch einen erneuten Erdstoß in bedenkliche Mitleidenschaft gezogen worden, sodaß man den Verfall des historischen Baudenkmals befürchtet. Sonst hat der jüngste Erdstoß in der türkischen Hauptstadt keinen erheblichen Schaden angerichtet. Die Aufräumungsarbeiten nach dem letzten schweren Beben, das über 2000 Menschen das Leben kostete, sind bis jetzt noch nicht ganz vollendet. Hubertus", der nur 2,40 Mark für den vierteljährlichen Bezug bei jeder Postanstalt und jedem Buchhändler kostet. Probenummern versendet die Geschäftsstelle des„St. Hubertus“, Cöthen(Anh.). auf Verlangen kostenlos und portofrei. —— Dortmunder Stadttheater. Dienstag, 17. Gept., abends 7½ Uhr: ser und der Sängerkrieg auf Wartburg.“ H#ndlung in drei Aufzügen von Richard Wagner. Mittwoch, 18. Sept abends 7½ Uhr:„Sapphe“. Trauerspiel in 5 Aufzügen von Franz Srikparzer. Donnerstag, 19. Sept., abends 6½ Uhr:„Die Meistersinger von Nürnberg", in drei Aufzügen von Richard Wagner. Freitag, 20. Sept., abends 7½ Uhr:„Die Ahnengalerie". Lustspiel in drei Aufzügen von Leo Walter Stein und Ludwig Heller. Sonnabend, 21. Sept., abends 7½ Uhr:„Der Troubadour.“ Oper mit Ballett in vier Aufzügen von G. Verdi. Verantwortlich für die Redaktion: Friedr. Kraas. Druck u. Verlag von Carl Braus, beide in Schwerte. Bekanntmachung, betreffend die Wahl der Vertrauensmänner und Ersatzmänner(§§ 145 ff. des Versicherungsgesetzes für Angestellte). Büchertisch. Alle unter dieser Rubrik besprochenen Bücher sind in der Carl Braus'schen Buchhandlung zu haben. Die Wartburg. Deutsch=evang. Wochenschrift. 11. Jahrg. Preis vierteljährlich 1,50 Mk.= 2.00 Kronen. Leipzig. Arwed Strauch. Inhalt von Nummer 36: Wochenspruch. Von Frhrn. v. Hertling— Druck und Gegendruck. Von Prof. Niebergall.— Reformation und Gegenreformation in Ungarn.(Fortsetzung).— Mariaschein. Von W. Schultz=Oldendorf.— Im Glaubensstreit.(Schluß). Von Gerhard Satlow.— Im Kampf um Glaube und Heimat, nach katholischen Originalurkunden von Dr. O. Hegemann.— Frauenecke: Neue Frauenberufe.— Wegweiser in Berlin.— Wochenschau. Rednerliste.— Versammlungskalender— Bücherschau. Der interessante Bären= und Menschenroman„Ein Sohn der Wälder" aus der Feder des Jagdschriftstellers Egon Freiherr von Kapherr beginnt demnächst in der illustrierten Jagdwochenschrift„St. Hubertus" zu erscheinen. Es ist dieses die neueste Arbeit des durch seine Schriften aus dem sibirischen Urwaldleben rühmlichst bekannten Verfassers, der hier wieder eine Erzählung geschaffen, die in ihrer Frische und Eigenart den Leser mit fortreißt und in dauernder Spannung erhält. Allen Neuabonnenten für das 4. Quartal wird der Anfang des Romans auf Verlangen gratis übersandt. Zahlreiche Illustrationen und wertvolle Kunstblätter vervollständigen die Reichhaltigkeit des„St. Wollen Sie Die Wahl der Vertrauensmänner und Ersatzmänner für die Angestelltenversicherung findet statt: für die Arbeitgeber: am Donnerstag, den 31. Oktober dieses Jahres, von 9 Uhr vorm. bis 6 Uhr nachm., für die Angestellten: am Donnerstag, den 31. Oktober dieses Jahres, von 9 Uhr vorm. bis 6 Uhr nachm., für den Wahlkreis umfassend den Stadtbezirk Schwerte. Gewählt wird: im Stadtverordnetensitzungssaale, Stadthaus, Kampstraße Nr. 18. Es sind zu wählen 6 Vertrauensmänner und 12 Ersatzmänner. Die Vertrauens= und Ersatzmänner werden je zur Hälfte aus den versicherten Angestellten, die nicht Arbeitgeber sind, und aus den Arbeitgebern der versicherten Angestellten gewählt. Die Vertrauens= und Ersatzmänner aus den Argebern werden von den Arbeitgebern der versicherten Angestellten, die übrigen von den versicherten Angestellten gewählt. Wahlberechtigt sind volljährige Deutsche, männlichen und weiblichen Geschlechts, sofern sie zu den versicherten Angestellten oder deren Arbeitgebern gehören und im Bezirk der Stadt Schwerte wohnen. Wahlberechtigt als Arbeitgeber sind— wenn sie nicht als Angestellte wahlberechtigt sind— auch 1. die gesetzlichen Vertreter geschäftsunfähiger und beschränkt geschäftsfähiger natürlicher Personen, 2. bei juristischen Personen die Mitglieder der Vorstandes, bei Gesellschaften mit beschränkter Haftung die Geschäftsführer, bei anderen Handelsgesellschaften die persönlich haftenden Gesellschafter, soweit sie nicht von der Vertretung ausgeschlossen sind. Sind hiernach für eine juristische Person oder Gesellschaft mehrere wahlberechtigte Personen vorhanden, so darf nur eine von ihnen das Wahlrecht ausüben. Wählbar sind nur Versicherte, die nicht Arbeitgeber sind, und Arbeitgeber der versicherten Angestellten, die im Bezirke der Stadt Schwerte wohnen oder beschäftigt werden oder ihren Betriebssitz haben. Wählbar als Arbeitgeber sind— wenn sie nicht als Angestellte wählbar sind— auch: 1. die gesetzlichen Vertreter geschäftsunfähiger und beschränkt geschäftsfähiger natürlicher Personen, 2. die Mitglieder des Vorstandes einer juristischen Person, die Geschäftsführer einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung, die persönlich haftenden Gesellschafter bei anderen Handelsgesellschaften, soweit sie nicht von der Vertretung ausgeschlossen sind, 3. die bevollmächtigten Betriebsleiter. Weder wahlberechtigt noch wählbar ist, wer 1. infolge strafgerichtlicher Verurteilung die Fähigkeit zur Bekleidung öffentlicher Aemter verloren hat oder wegen eines Verbrechens oder Vergehens, das den Verlust dieser Fähigkeiten zur Folge haben kann, verfolgt wird, falls gegen ihn das Hauptverfahren eröffnet ist. 2. infolge gerichtlicher Anordnung in der Verfügung über sein Vermögen beschränkt ist. Angestellte, die nach§ 390 des Versicherungsgesetzes für Angestellte von der Beitragsleistung befreit sind, sind sowohl wahlberechtigt als auch wählbar. Gewählt wird schriftlich nach den Grundsätzen der Verhältniswahl. Die Wahlberechtigten werden aufgefordert, Vorschlagslisten für die Wahl bis spätestens drei Wochen vor dem Wahltag bei dem unterzeichneten Wahlleiter einzureichen. Die Vorschlagslisten sind für die Arbeitgeber und die versicherten Angestellten getrennt aufzugenüber als eine einzige Vorschlagsliste gelten. In diesem Falle müssen die Unterzeichner der Vorschlagslisten oder die bevollmächtigten Vertreter übereinstimmend spätestens bis zum Ablauf des elften Tages vor dem Wahltag die Erklärung abgeben, daß die Vorschlagslisten miteinander verbunden sein sollen. Andernfalls ist die Erklärung über die Verbindung ungültig. Wird von den Arbeitgebern oder von den versicherten Angestellten bis zum 9. Oktober dieser Jahres nur eine Vorschlagoliste eingereicht, so sindet für die betreffende Gruppe keine Wahl statt. Die in der Vorschlagsliste gültig verzeichneten sonen gelten dann in der für den Wahlbezirk erforderlichen Zahl in der Reihenfolge des Verschlags als von dieser Gruppe gewählt. Die Wähler haben sich über ihre Wahlder###tigung auszuweisen. Für die versicherten Angestellten dient die Versicherungskarte als Ausweis für die Arbeitgeber eine von der Gemeindebehörde des Betriebssitzes ausgestellte Bescheinigung. Die Arbeitgeber werden aufgefordert, sich die Bescheinigung ausstellen zu lassen. Das Wahlrecht wird in Person und durch Abgabe eines Stimmzettels ausgeübt. Die Stimmzettel dürfen nicht unterschrieben sein und keinen Protest oder Vorbehalt enthalten. Sie sind außerhalb des Wahlraums handschriftlich oder im Wege der Vervielfältigung herzustellen. Den Arbeitgebern ist es gestattet, an Stelle der persönlichen Stimmabgabe ihren Stimmzettel dem Wahlleiter unter Beifügung des Ausweises über ihre Wahlberechtigung brieflich einzusenden. Die erforderlichen Umschläge erhalten die Arbeitgeber auf Verlangen von dem Vorsteher den Wahl des örtlichen Stimmbezirkes ausgehändigt. Der Brief muß spätestens am 31. Oktober dieses Jahres bei der unterzeichneten Behörde eingegangen sein. Nachträglich eingehende Stimmzettel sind ungültig. Jeder Wahlberechtigte hat eino Stimme. Arbeitgeber, die mehr als fünfzig, aber nicht mehr als hundert versicherte Angestellte beschäftigen, haben zwei Stimmen. Für je weitere angefangene Suté Bettell kaufen? So gehen Sie nur in ein reelles Geschäft zu dem Sie Vertrauen haben. Sie erhalten in dem Bettengeschäft von Otto Wilkes nur garantiert doppelt gereinigte, staubfreie Bettfedern und Daunen zu den bekannt billigsten Preisen. Barchend s“ und“ farbecht s Otto Wilkes Bahnhofstr. 19 Schwerte Bahnhofstr. 19 17 Paul Kellers Monatsblätter „Die Bergerdur Bezugspreis vierteljährl. Mk. 2.50 nur durch die Buchhandlung Carl Braus stellen. Jede Vorschlagsliste soll mindestens soviel hundert versicherte Angestellte erhöht sich die Paman enthalten als Vertrauensmänner und E-= um eine Stimme. Kein Arbeitgeber hat mehr als zwanzig Stimmen. Hat ein Arbeitgeber mehrere Stimmen, so has er jeden Stimmzettel in einem besonderen Umschlag zu verschließen. Enthält ein Umschlag mehrere Stimmzettes so gelten sie als ein Stimmzettel, wenn sie gleichlautend sind; andernfalls sind sie ungültig. Der Wahlberechtigte darf sein Wahlrecht nur in dem Stimmbezirk, in dem er wohnt, ausüben. Es kann nur für unveränderte Vorschlagslisten gestimmt werden; auch die Reihenfolge der Vorgeschlagenen in der Vorschkagolisto darf nicht geändert werden. Ungültig ist die Wahl einer Person, die zur Zeit der Wahl nicht wählbar war. Ungültig ist ferner die Wahl einer Person, von der oder zu deren Gunsten von Dritten die Wahl rechtswidrig(§§ 107 bis 109, 240, 339 des Reichsstrafgesetzbuchs) oder durch Gewährung oder Versprechung von Geschenken beeinflußt worden ist, es sei denn, daß dadurch das Wahlergebnis nicht verändert worden ist. Schwerte, den 13. September 1912. 6177. Der Bürgermeister: Nohrmann. Einmachfruchte schützt sicher vor dem Verderben mein Satieir=Krauteressig. Alle anderen Einmachartikel bekannt gut und preiswürdig bei Ernst Krein, Tuflügstk“ 18. Numen enthalten, als Verklauensmännet und Ersatzmänner zu wählen sind; sie darf höchstens die doppelte Zahl solcher Namen aufweisen. Die Vorgeschlagenen sind nach Vor= und Zunamen, Stand oder Beruf und Wohnort zu bezeichnen und in erkennbarer Reihenfolge aufzuführen. Mangels anderer ausdrücklicher Erklärung wird angenommen, daß die an erster Stelle Aufgeführten als Vertrauensmänner vorgeschlagen werden. Die Vorschlagslisten müssen von mindestens fünf Wahlberechtigten unter Bennung eines für weitere Verhandlungen bevollmächtigten Vertreters unterschrieben sein. Die Vorschlagsliste soll die Wählervereinigung, von der sie ausgeht, nach unterscheidenden Merkmalen kenntlich machen. Hat ein Wähler mehrere Vorschlagslisten unterzeichnet, so wird seine Unterschrift aus allen Vorschlagslisten gestrichen. Die Vorschlagslisten sind ungültig, wenn sie verspätet eingereicht werden oder wenn sie nicht vorschriftsmäßig unterschrieben sind und der Mangel nicht rechtzeitig behoben wird. Zwei oder mehr Vorschlagslisten können in der Weise miteinander verbunden werden, daß sie den Vorschlagslisten anderer Wählervereinigungen geIch habe mehrere Prozesse in größeren Beträgen gewonnen. Wer auf ausstehende Forderungen, Hypotheken oder auf Möbel usw. schnell diskr. Geld sucht wende sich vertrauensvoll an H. Wegner, Kreisbaumeist. a.D., Dortmund, Hoher Wall 22. Rückporto. Sprechstund. 9—6, Sonntags 8-1s. Haararbeiten Löpfe. Sämtliche Haararbeiten, Zöpfe, Ersatzteile, Perücken, Haarketten, Blumen und Gemälde schnell und billig. Keine Fabrikarbeit. Elgene Anfertigung in allen Preislagen. Garantiert reine ungefärbte Naturhaare. Ankauf von Haaren zu höchsten Preisen. Meinen Damensalon(separat), ausgestattet mtt den neuesten Apparaten, bringe in empfehlende Erinnerung. 5369 Anton Suttmann, Bismarck= u. Wilhelmstr.=Ecke, SSah-Sekatal empfehle billigst Kleider-Stoffe, altbewährte Qualitäten, per Meter nur und 1.— 1.20 Mark. 75 Pf., 85 Pf., Schürzenslamosen, waschechte Ware, per Meter 60 Pf., 85 Pf. Kleiderbiber, Die beste und billigste Bezussguelle für Schneiderinnen :::: ist das:::: Kaufhaus Otto Marx = Hamburger Engros-Lager= Schwerte, Ostenstr. 20. — Fernsprecher 233.— 5873 früherer Verkaufspreis 90 Pf. per Mtr, jetzt nur 60 Pf. per Mtr. Ferner bringe mein grosses Lager in Knaben-Anzügen, Herren- und Knaben-Hosen, Kinderkleidchen, Knaben- u. Mädchen-Schürzen in empfehlende Brinnerung. Setthol-Susse-Kacht., Hüsingstrasse 3. 5985 Neubau=Verding. Die zum Neubau eines Doppelwohnhauses für die Gemeinde Ergste erforderlichen Arbeiten einschließlich Materiallieferungen und zwar: 6119 Los 1. Erdarbeiten „ 2. Maurerarbeiten " 3. Zimmerarbeiten „ 4. Klempnerarbeiten " 5. Dachdeckerarbeiten " 6. Schmiedearbeiten „ 7. Schreinerarbeiten " 8. Installationsarbeiten " 9. Glaser= und Anstreicherarbeiten sollen getrennt oder im Ganzen vergeben werden. Pläne, Kostenanschlag und Bedingungen liegen auf dem Amte zu Ergste zur Einsicht aus. Die Angebote sind schriftlich nach Prozenten der Kostenanschlagssumme(Auf= oder Abgebot) bis zum 30. September d. Is. dem Amie zu Ergste einzureichen. Ergste, den 11. September 1912. Der Amtmann: Overbeck. Seite 3. Sstms Srates Setichet! Dienstag, den 17. September 19““ uen dduer echemen d. chnttnge uicher Ghn. zufahren. Er kümmerte sich aber nicht darum, und als der Beamte ihn nochmals aufforderte, ging er aus den Beamten los. Der Schutzmann mußte von seiner Wasse Gebrauch machen und versetzte dem Kutscher einen Säbelhieb über den Kopf. Der Kutscher ist an den Folgen dieser Verletzung gestern gesterben. Die Untersuchung über den Vorsall ist noch nicht abgeschlossen. Drei Knaben vom Baum herunter: geschossen. München, 17. Gept. In Piseg bei Eger hat ein Obstbauer drei Knaben mit gehacktem Blei von einem Obstbaum heruntergeschossen. Der eine Knabe wurde getötet, der zweite schwer verleizt und der dritte stel vor Schreck herab und brach ein Bein. Zur Fleischteuerung. Chemnitz, 12. Sept. Auf dem sozialdemekratischen Parteitag beantragte der Part eivorskand eine lüngere Resolution, in der er die Beseitigung des Systems der Einfuhrscheine, sowie der Getreide. und Futtermittelzölle insbesondere zur Abhilfe der Fleischnot, die Oeffnung der Grenzen für Vieh und Fleisch unter Beachtung unerläßlicher Gesundheitoüberwachungsmahregeln und die entsprechende änderung des Schlachtvieh= und Fleischbeschezugesetzeo fordert, um die Einfuhr von frischem und zubereitetem Fleisch, insbesondere auch von Gefrierfleisch, dauernd zu ermöglichen. Der Partteitag erklärte zur Durchföhrung dieses Resorv=programms die sofortige Einberusung des Reichssages für erläßlich. Rotowiew In Bentin. Petersburg, 12. Sept. Ministerpräsident Kokowzew wird Ende dieses Monats seine Urlaubsreise antreten und in Berlirz un er von Kaiser Wilhelm empfaugen werderz wird, mehrere Tage Ausentsalt nehnen. " Ste#ende 941 — Budapest, 17. teien haben die wahlen abgelehnt u Budgetprevisoriums dem Abgeordnetenhaus. hindern. Autbebung“ inkendes 11 Koustan!“#opel, 17. rat hat gester4 die Aushebung kandes in Konstantinopel beschl. Liebesraserei. Mayrid, 17. Sept. In T. abgewiesener Liebhaber den Vater u# seiner Braut durch Nevolverschüsse getd hinzueilenden Mädchen mit einer Siche. abgeschnitten. Der Täter konnte seste werden. Bamen-Kohlentie Moue Masstollung Hörser, Witer Mittwoch, den 18. September und folgend. „"— in meinen Schaufenstern Goh Sciicnen Neunelten GleckenKostinen, Garierten Rleidern, Paletotz, end. Röcken und Blusen unterhalte ein grosses Lager elegantesten Dortmund 18 Brückstrasse 18 . Damen-Mäntel-Fabrik.— Erstes und grösstes Spezial-Geschäft in Westfalen. 0 0 Dortmu. 18 Brückstrasse 0 Biaerne Bettstellen 2 schl. mit Spiralboden von 12 Mark Arnold Niederhoff Möbelhaus Hellpothstr. 3-5 Auf Grund der Ferienordnung der Königlichen Regierung zu Arnsberg vom 28. Juni 1904 B. II. 3976 werden die Herbstferien an den Volksschulen in den ländlichen Gemeinden des Kreises Hörde, sowie der Schule zu Schwerterheide so festgesetzt, das sie am Montag, den 30. September 1912 beginnen und am Samstag, den 12. Oktober 1912 enden Der Wiederbeginn d. Unterrichtes wird auf Montag, den 14. Oktober 1912 festgesetzt. Hörde, den 10. September 1912. Der Landrat: Luckhaus. Wegen Verheiratung des jetzigen suchen wir per 15. Oktbr. oder Anfang Novbr. ein fleißiges properes für alle Hausarbeit. 7004 Geschwister Becker. Elegante Wobnungs-Einriebtungen, einzelne Speise,„ Schlafzimmer, Herrenzimmer, vornehme Klubzimmer, Klubsessel, Teppiche, sowie einzelne Stücke Küefert in modernster, gediegenster Ausführung unter strengster Diearstion leistungsfählge, grosse Berliner MöbelFirma an Prisste zu Katalogpreisen gegen 5% Ver. Ainsung auf..... 1 = Teilzahlung.= Kein Inkasso durch Boten. Kataloge werden nicht versandt, Langjährige Garantie. Da unsere Vertreter ständig ganz Deutschland bereisen, erbitten gefl. Nachricht, wann der unverbindliche Besuch behufs Vorlegung von Mustern u. Zeichnungen erwünscht ist unt. Chiffre K. 1000 durch Rudolf Messe, Berlin, Königstr. 56/57. 5460 Mäachen für halbe Tage gesucht. „Zu erfragen in der Geschäftsstelle dieser Zeitung. 6207 besche Schuriver“ gehülfen per sofort gesucht. 6211 Fritz Dörre Schwerte Bahnhofstr. 3. Prtttieriun Unser 754 U 8 carstraupi „Eisenstark“ Mdoppelte Fersen. Kvis AW!: waoppeite Fersen, Knie u. Spitzen, in braun und schwarz P sehr billig Gebr. Stein. C Herrschaftliche, abgeschlossene Etagen von 6 Zimmern. Speisekammer, Badezimmer, Klosett mit Wasserspülung in der Etage, Mägdekammer, Erker, Balkon, Garlen etc., Leucht= u. Heizgas und elektrisches Licht vorhanden, zum 1. November oder später I zu vermieten. Wilhelm Luck, 5913 Königstraße. Kinder Sportwagen zu jedem nur annehmbaren Preise, solange Vorrat reicht. Arnold Niederhoff Möbelhaus Hellpothstr. 3-5 Ene Feselhee Versteigerung. Im freiwilligen Auftrage werde ich am Mittwoch, den 18. September vorm. 9.30 Uhr im Gasthof A. Müller zum alten Rathause folgende Gegenstände versteigern. 1. 27 Stck. Jaketts 211„ Ueberzieher . Pers. Glanz=Bügelerin sucht 3. 15„ Joppen noch Kunden in 62121 4. 14„ Tücher 5. 1 Nähmaschine 6220 Ordemtlichen für Landwirtschaft sucht Dickhage in Syburg. Für Wirte Bierfilze 100 Stück 70 Pfg. zu haben bei Arnold Niederhoft Möbelhaus Hellpothstr. 3-5 Kleine Inserate auch von auswärtigen Inserenten können wir nur aufnehmen wenn solche gleich bei der Aufgabe bezahlt werden. der Geschäftstelle „Schwerter Zeitung“ Maschen und Bugeln Frau Manthey Bahnhofstraße 23 II. Schlachthof. Mittwoch, den 18. d. vorm. 8 Uhr wird auf der Freibank das Fleisch eines Schweines verkauft. 6210 Die Schlachthofverwaltung. Alleinst. stille Frau wünscht Heirat mit gutem kath. u. nüchternem älter. Jungges. v. 38—50 Ihr. einfach. Beamt. m spät. Pens. Frau Köhler. Kampftr. 14, Eving b. Dortmund. 6. 1 Ofen. Der Versteigerer: Heinrich Böcker Schwerte Liethstr. 8. „ 9 von 2 Zimmer an ruhige Familie zum 1. Oktober oder später billig zu vermieten. 6068 Posistrasse 4. Parterre=Wohnung zum von 4 Zimmern mit Stalung u. Garten per 1. Januar billig zu vermieten. Offerten u. C. 6023 an die Erped. d. Itg, erbeien. In meinem Hause Hagener SS str 91 ist die bisher von Frau Börstinghaus innegehabte Saatroggen Saatweizen Saatgerste empfiehlt C. Lethaus 6213 Wohllung vom 1. Januar 1913 ab zu vermielen. 5 Zimmer 2 ManDie eunsien: S Ammoniak Senperpzhoepfate 5X10 7X9 9X9 18 Prozent. Garienanteil. Räheres durch Schwefelf. Ammoniak 6219 Karl Horn, Architekt. Kücbenscbrank für 30 Mark zu verkaufen Dortmund, 5940 Weslenhellweg 138, 1. Etage. kaufen Sie am besten und billigsten bei Fr. Steinschulte, Schwerte, Hagenerstr. 11. Auf Wunsch werden solche auf eigener Werkstatt angefertigt. Pitsch pine Küche m. Linol für 142 Mk. verkäufl. Dortmund, Prinzenstr. 11 I. Eiue Bohnung von 2—4 Zimmern mit Garten und Stallung zum 1. Oktober oder später zu vermieten. Näheres in der Geschäftsstelle dieser Zeitung. 6208 Füche Lebrer-Konferenz Mittwoch, den 18. Sept., nachmittags 4 Uhr Hotel sur Post. Vortrag: Behandlung der bibl. Geschichten in den ersten Unterrichtsjahren. 6206 Thomasmehl Kcainit, Kalisalz. Ein-u. Verkaufsgenossenschaft, eingetragene Genossenschaft mit beschränkter Haftpflicht zu Schwerte: Maurer für sofert gesucht. 61#4 Wilh. Luck, Schwerte. escharte huntsierne. ist das beste. Hamburger Engros-Lager, Schwerte, Ostenstrasse 20. S 2 gen S K 5. * # 90 - 23 S#e F 2 □ # 9 S g 3 „S 2 9 S 2 * 8 8 85 9 5 S 9 g 5 X• 8 # S 8 P 2 spitzig Nasenz).“. Spitzig Kinn, Da sitzt doch der#### orinn. * Mach lieber Gingerl, Gangerl!“ Und richtig wurde er auch seinem Wunsch gemäß geSpäter kam dies Heiratsruche allmählich ab. In den dreißiger Jahren des 17. Jahrhunderts ward ein Reiter zum Galgen verurteilt; er trank noch unter der Leiter drei Maß Wein, und wurde alsdann aufgehangen,„unangesehen ihn ein junges Mensch zu erder Frauen ist, wie wir gesehen haben, nicht einheitlichen Ursprungs, scheint vielmehr aus verschiedenen Ursachen entstanden zu sein. Stets aber liegt eine besondere Poesie in diesem Rechtsbrauch, nach dem eine Frau durch gütiges Verzeihen einen Verbrecher vom schimpflichen Tode erretten kann, dem er sonst von Rechts wegen verfallen wäre: Hs ist dies einer der vielen poetischen Züge primitiver entwicklung, die wir bei unseren modernen Futrurrechten zu finden uns vergeblich bemühen werden, der Triumph des weiblichen Herzens über strenge Rechtssatzung...::: . 1: 1: 55 Das Ausbessern kleinerer Schäden an der Wäsche, wie fehlende Knöpfe und Bänder, abgetrennte Besätze, ausgerissene Knopflöcher, aufgegangene Nähte oder Säume, sollte stets geschehen, ehe die einzelnen Stücke zum Rollen gelegt werden. Nur, was längerer Zeit zum Ausbessern bedarf, lege man in den Flickkorb, um es gelegentlich zu erledigen. Dieser wird dann nicht so hoffnungslos voll, und die Hausfrau braucht nicht zu seufzen:„Nimmt's denn gar kein Ende?“ Beim Sortieren der Wäsche beobachte man folgende Kleinigkeiten: Bänder binde man auf und streiche sie glatt, Zugeknöpftes öffne man, Kleider= oder Unterrocktaschen drehe man nach außen, etwaige Stecknadeln entferne man, Haken und Oesen, die nicht waschecht sind, trenne man ab, Strümpfe binde man paarweise zusammen, aus Kleidertaillen nehme man die Stäbe gerans. Getrocknete Gemüse, die namentlich im Winter eineangenehme Abwechslung im Speisezettel bieten, wasche man zuerst recht sorgfältig in kaltem Wasser und setze sie dann mit kochendem Wasser, das reichlicher bemessen sein muß als bei frischen Gemüsen, zum Feuer. Im übrigen werden sie genau wie frische Gemüse behandelt. Ein Einweichen und Aufquellen über Nacht ist nur bei grünen Erbsen nötig.„„„„ Genm e, Das Wirtschaftsbuch. sceine Hausfrau sollte es versäumen, ein Wirtschaftsbuch zu fuhren. Erstens gehört es zur Ordnung, und#ußerdem kann sie beim Jahresabschluß kontrollieren,## etwa zu viel ausgegeben wurde, und auf welchen Teil des Budgets vielleicht etwas mehr verwandet werden darf. Auch ermöglicht das Wirtschaftsbuch###teressante Vergleiche über die Preise der Lebensmittes in Laufe der Jahre. Das Verstopfen des Ausgusses in der Küche hat schon mancher housfrau Aerger verursacht, aber mit einiger Vorsicht lätzt es sich ganz gut vermeiden. Schüttet man fettiges Sptlwasser hinein, so lasse man sofort einen Guß kochenden Wassers nachfolgen, um zu vermeiden, daß das Fett sich in den Löchern und Röhren ansetzt. Teeblätter und Kaffeesatz gieße man niemals in den Ausguß, sie setzen sich am Knie an und verursachen früher oder später eine Verstopfung. Auch Reste von Fett schütte man nicht in den Ausguß; durch die Berührung mit dem kalten Metall erstarrt es und bildet in der Röhre einen harten Stöpsel, der dem Wasser keinen Durchlaß gewährt. Hier hilft dann nur kochendes Wasser; überhaupt ist es sehr gut, solches von Zeit zu Zeit in den Ausguß zu gießen. Hölzerne Küchengeräte, die leicht eine unscheinbare braune Färbung annehmen, sollten jedesmal nach dem Gebrauch mit scharfer Sodalösung, Seife und Blitzblank gescheuert werden, worauf man sie in reinem Wasser abspült und in der Sonne oder in Ermangelung dieser wenigstens in der Luft gut trocknen Das nicht. Sie:„Bist du auch so sehr dagegen, daß die Damen Federn auf den Hüten tragen?“ Er:„Das nicht, aber ich bin sehr gegen die hohen Rechnungen der Modistinnen.“ Das Einnehmen von zrznel dei Kindern macht der Mutter oft sehr viel Beschwerden. Um die Kleinen geneigter zu machen, pflegt man ihnen einen Bonbon oder ein Schokoladenplätzchen zu versprechen. Es ist aber viel empfehlenswerter, sie vorher ein Pfeffermünzplätzchen oder in Ermangelung dessen ein Stückchen Orangenschale lutschen zu lassen. Sie nehmen dann guch unangenehme Medizin ohne Widerstreben. Bumor. Sieg oder Niederlage.„Warum ist denn Braun so ärgerlich?" „Ach, er hat seiner Frau erklärt, sie habe keinen Geschmack, und da hat sie ihn von oben bis unten angesehen und erklärt, sie fange wirklich an zu glauben, daß er recht habe: Die Indianer am Sagamosofluß. Im Herzen des südamerikanischen Staates Colombia, kaum 40 Kilometer von der betriebsamen Handelsstadt Bucaramangä, wohnen noch, so unglaublich es klingen mag, unabhängige Indianerstämme, die noch ganz im Naturzustande leben und erst ganz vor kurzem zum ersten Male durch Missionare besucht wurden. Ihre schwer zugänglichen Wohnplätze liegen in den an Naturschätzen, wie Kautschuk, Tagua u. ä. reichen Wäldern zwischen dem Sagamoso und den großen östlichen Zuflüssen des Magdalenenstroms. Die Schiffahrt auf dem Sagamoso wird durch diese Indianer sehr behindert, und dasselbe geschieht gegenüber der Einsammlung von Tagua und anderen Naturprodukten. Noch kürzlich sind zwei Taguasucher durch Indianer ermordet worden, und kein Arbeiter traut sich mehr in den Wald. Jetzt will die Regierung Truppen gegen sie ins Feld senden. Die Indianer sind noch mit Pfeil und Bogen bewaffnet, die mehr als Manneslänge haben. Die Pfeilspitzen sind aus schwerem, harten Macanaholz geschnitzt, 90 Zentimeter lang und mit Widerhaken versehen. Zu Beginn des Jahres 1912 hat, wie„Telegraaf“ erzählt, der Jesuit Deat diesen unbekannten Indianern einen Besuch gemacht, und bald dürfte die Errichtung einer Ordensmission folgen. u anu? W uundet # 23g cln S 3 0 * 8 □ ** S 2. B S ** S 9 ** 8— 5 7.#• F* „S THT a. S#.8Ts „ 3* -7 7 1• S ** n 9. S S F —** S 9 S 9 3 3 * ∆ 9 Sns S. 8 05uS 9 K E. R"** —"* S298 S8" a. * 2 SSA 99 2—** **** 3 0 2 B ∆ a SOßn *" #s 9 . 10 * 9** *„ * 3 3— * 2 O: 6 2* 59= LSz S 2.“ 9. T.—72 SSgers;# S: S— 2„* 19 ###i D 42. Jahrgang O Grltes und änteltes Cagesorgan des Kreiles. O haupt-Runen Unterhaltungs=Beilage zu Nr. 219. Dienstag, 17. September 1912. Cat er aas reeehte. ohatte Anni ihn nie zuvor gesehen. Und das Wunder, welches sie bisher nur geahnt, offenbarte sich ihr jetzt, die göttliche Flamme, die den Kunstler begeisterte und durchlohte, seine Hand shrke. en 4 Stunden waren vergungen. Anni war zum Umsinken, kaum vermochte sie sich noch aufrecht zu erhalten. Doch in stummer Andacht verharrte sie. Kein Sterbenswörtchen, kein Seufzer kam über ihre Lippen. Das Glück, ihrem gottbegnadeten Manne S.g dienen zu dürfen, war zu groß, es gab ihr Kiche,####e Schwächeanwandlung zu überwinden. Endlich fuhr der Künstler sich mehrmals nervös durch das dichte Haar.„Es ist genug,“ sagte er,„ich habe einen Wolfshunger, morgen Fortsetzung.“ Anni wollte sich erheben, doch sie war ganz steif. Und erst jetzt bemerkte Hans die dunklen Ringe unter ihren Augen. Er war im Nu bei ihr, hob sie empor und trug sie zum Sofa.„Mein armes Lieb, verzeih’ mir, ich war sehr rücksichtslos gegen dich. Aber ich mußte die Stimmung ausnutzen. Und ich hatte wirklich vergessen, daß mein zartes, kleines Frauchen es war, die mir Modell saß.“ Sie lächelte unter Tränen uno haue sich schon wieder erholt.„Ich will nur schnell die Beesteaks machen, damit wir etwas zu essen bekommen. Du hast es wirklich nicht nötig, dich zu entschuldigen, mich ordentlich, daß ich so schwach und unbrauchbar bin. Aber laß nur gut sein, Uebung macht den Meister. Ich lerne das Stillsitzen noch.“ Flink eilte sie hinaus. Und bald durchzog ein lieblicher Duft von gebräunter Butter die Wohnung. Als Anni nach einer knappen Stunde wieder hereinkam, um ihren Mann zum Essen zu rufen, war er auf dem Sofa fest eingeschlafen, und sie mußte ihn gehörig rütteln, damit er sich ermunterte. 14. Kapitel. An einem eisigen Dezembertage saß Frau Anni in ihrer Küche und putzte Gemüse. Dabei fiel Träne auf Träne zwischen die Abfälle vom Kohlkopf. Frau Annit weinte bitterlich.. en u.9 Kruug..2—. Die Fenster waren gefroren und braußen stattte Schnee und Eis. Hier drinnen aber war trauliche Wärme, und im Topf brodelte das Fleisch.„ Trotzdem war es der jungen Frau sterbensweh ums Herz, denn wohin sie ihre Schritte auch wenven Roman von A. v. Cerstedt. (20. Fortsetzung.) ** (Nachdruck verboten.) mochte, die Sorge blieb ihr zur Seite, schon seit langen, bangen Monaten. Und nun hatte der Doktor kategorisch der jungen Frau Schonung auferlegt; sie durfte nicht mehr stundenlang zeichnen, noch viel weniger sticken oder gar Modell stehen. Nur bei sorgfältiger Pflege und ausgiediger Ruhe könne sie unbeschadet davonkommen. Anni war verzweifelt. Was sollte nun werden, wenn sie nicht mehr erwarb? Ein Grauen ersaßte sie vor der Zukunft, vor dem Ungewissen, dem sie preisgegeben war, wenn sie nicht mehr erwarb. Und wie gern hatte sie gearbeitet, wie stolz und froh war sie darauf gewesen, daß sie für Miete und Wirtschaftsgeld sorgen konnte. Freilich, sie hatte sich anstrengen mussen, um ihr aufreibendes und vielseitiges Tagewerk zu erledigen. Aber als eine Last hatte sie die Anstrengung nie empDoch eines Tages war sie ohnmächtig zusammengebrochen, und der hinzugerufene Arzt hatte daß sie völlig entkräftet sei. Und als ihr die Tränen der Verzweiflung in die Augen kanten, hatte er sie rauh angelassen und erklärt, für nichts einstehen zu können, wenn sie seine Anordnungen nicht strengstens Wiederholt hatte sein vorwurfsvoller Blick den Maler gestreift, als mache er ihn dafür verantwortlich, daß die junge Frau so elend war. Das reizte Hans furchtbar, denn, obgleich er es vor sich selbst nicht leugnen konnte, daß er unverantwagtlich an Anni gehandelt, dem lieben Gott die Tage gestohlen, seine Trägheit überhandgenommen hatte, es ihm doch nicht ein, das zuzugeben. Er wurde im Gegenteil ungerecht und spielte sich auf.„ Als der Doktor fort war, machte er Anni he#nge Vorwürfe.„Da haben wir nun die Bescherung! Ende sah ich lange voraus. Aber ich sollte ja haben! Siehst du wohl, was hat nun all den. Arbgenutzt! D ktorkosten und Pflege werden bald das Doppelte deiner Einnahmen verschlingen!"... „Es war doch aber so bitter notwendig, vaß arbeitete,“ ächzte Anni,„wovon hätten wir denn leben sollen, wenn ich nicht verdient hätte!". „Das wäre meine Sorge gewesen! Wenn man dich natürlich so von früh bis spätz strichelg, sieht, verliert man die Lust zum Schaffen. Dein Fleiß hat mich heruntergebracht, ich wurde nervos dadurch, die gute Laune war mir schon am Morgen verdorben, wenn ich dein überwachtetes Gesicht sah. Früher war ich stets S guter Dinge und es ging mir auch gut. Settigm ich verheiratet bin, ist's aus mit mir. Du hast uungt anregend auf mich eingewirkt, sondern meine Energie beeinträchtigt. Hättest du mir von vornherein die Last des Haushalts allein überlassen, so stände es jetzt um Anni hatte die Augen vor Erschöpfung ge jedes der unvernünftigen Worte traf sie Nicht etwa, weil ihr die ungerechten und lieblosen Vorwürfe wehtaten, sondern weil sie in dieser Stunde wieder einen Blick in ihres Mannes Seele tat, der sie bong en e Zoch entsetzlich obersächlich und egostisch, ihr Künstler, dem sie Glück und Leben bedingungslos Ez war ihr längst klar geworden, daß er ein anderer sei als der, für den sie ihn gehalten. Er arbeitete ungern, und die gestörte Stimmung mußte als Deckmantel für seine Trägheit gelten. Etwas war stets, “ was ihm die Stimmung verdarb, und ebenso gab es ohne Unterlaß Vorkommnisse, die ihn am Arbeiten verEntweder er fand ein Buch, in dem er oder es fehlte an Farben, so daß ein Ausgang zur Notwendigkeit wurde, oft auch gab eine Kritik in der Zeitung ihm Anlaß, einen langen Vortrag zu halten, dann schwanden die Stunden ungenutzt, und die jung Frau durfte es sich nicht einmal merken lassen, daß sie wie auf Kohlen saß und dem Gatten am liebsten zugerufen hätte:„Vergiß deine Arbeit nicht, wir können auch sprechen, während du malst, oder später am Abend Aber sie hatte sich gehätet, denn jede Andeutung war ihr teuer zu stehen gekommen. Hans jedes ihrer Worte als Waffe gegen sie zu benutzen. I Und darin konnte er maßlos sein. A Ach, Annis Iklusionen waren zerstatten, eine nach l der anderen. Was von ihrem angebeteten Helden und Künstler geblieben, war herzlich wenig... II Aber sie war ein treues, gutes Weib. und nitt all seinen großen Fehlern und Mängeln liebte sie ihren Mann. Unendliche Geduld und Nachsicht hatte sie mit ihm, und brachte er einmal etwas fertig, was leider selten vorkam, so war sie stolz auf ihn, wie in ihren bräutlichen Tagen.„„.. 8.25 Ihr Porträt, weiches Haus im Herost begonnen und in wenigen Tagen bis auf Kleinigkeiten fertiggestellt hatte, lehnte noch immer unvollendet in einer Hans hatte nicht die Lust gehabt, die paar fehlenden Pinselstriche, vielleicht die Arbeit eines Tages, zu Heute endlich holte er das Bild hervor, denn Anni lag ganz still, und er glaubte, sie sei eingeAls er das Bild auf der Staffel hatte, sah er erst, welch eine wohlgelungene, vorzügliche Arbeit es war. Und sei es nun, daß ihm wirklich angst um seine kleine Frau wurde, oder daß ihre Worte ihn troffen hatten, jedenfalls begann er fleißig zu arbeiten, und am nächsten Tage war das Porträt fertig. Zwei Wochen waren vergangen, das Weihnachtsfest stand vor der Tür. Anni hatte sich von dem Anfall einigermaßen wieder erholt. Sie kam ihren häuslichen Pflichten nach, sorgte für alles in der ihr eigenen, geräuschlosen Weise, aber ihr Gesicht blieb so Kullig und ihre Lippen waren verstummt. Die Sorge scheuchte den Schlaf von ihren Augen, verfolgte sie den Tag über und verdarb ihr den dachte sie an Therese Lamprecht, die noch immer Gesellschafterin bei der Baronin Be##heim war. Ach, wie gut hatte Anni es in ihrer Stellung gehabt. Geistige und körperliche Genüsse in Hülle und VaFülle, und fehlte etwas an ihres Beoderade, so schenkte Und welch ein angenehmes Leden hane sie geführt. Licht und Wärme, Güte und Wohlbehagen hatten sie umgeben jahraus, jahrein. Wie im Himmel hatte sie Anni seufgte.„Fräulein Therese ist zu beneiden. dachte sie,„ach, wäre ich an ihrer Stelle, ich gäbe wer In diesen Erinnerungen wurde sie durch das hastige Oeffnen und laute Zuschlagen der Korridortür gestört. Seichen einer hochgradigen Eregung. u0 alen die ihn so ganz aus Er zog Anni nach dem Sofa und küßte sie leldenschaftlich ab.„Siehst du wohl, Maus,“ rief er dann atemlos,„wenn ein Mann arbeitet, das schafft doch besser, als wenn du dich abmühst. Ich habe soeben dein Porträt verkauft, und rate mal, was ich dafür bekommen. Kannst du raten?“ Zaghaft sah Anni auf. Ob er das Geld wirklich in Händen hatte, oder sich nur einbildete, daß das Bild verkauft sei. Er hatte ihr schon oft genug auf diese Weise eine Enttäuschung bereitet. Wenn jemand eine seiner Arbeiten lobte, so glaubte Hans jedesmal, derjenige müsse eins seiner Bilder erwerben. Doch damit hatte es gute Weile. Es wurde wenig gekauft, und dann wählte man berühmte Meister. Für das Werk eines jungen Anfängers hatte keiner „Vierhundert Mark!“ sagte Anni aufs Geratewohl, „das wäre eine hübsche Summe, Hans, die uns augenblicklich von aller Not befreite. Aber auch zweihundert wären schon mitzunehmen:. zpottete dax Waler Zu „O du heilige Einfall, spollek der Maler,„du Künstlersfrau im Gewande eines Aschenputtel. Vierhundert! Es ist nicht zu sagen, welche Vorstellungen sich dein Mückenhirn macht!" „Nun, wenn es noch weniger ist, so freue ich mich ja auch,“ sagte Anni kleinlaut,„ich meine nur, das Poxträt war dir so gut gelungen, daß es dir auch eine hübsche Einnahme hätte bringen müssen.“ „Das war wenigstens mal ein vernünftiges Wort, kleine Frau. Also: so viel Hunderte du geraten, so viel Tausende sind es.. Hier, sieh!“ Und er breitete lachend vier braune Scheine vor der wie erstarrt Dasitzenden aus. „Ja, ja, befühl' sie nur, sie sind echt. Und nun heulst du wieder— Freudentränen natürlich, aber sie stören mich doch, und lieber wäre es mir, wenn du mir v„Hans, sagie die junge Frau, und große Tränen rollten ihr über die blassen Wangen,„wenn du befähigt bist, so viel Geld auf einmal zu verdienen, dann kannst du es nicht verantworten, daß du uns darben „Ja, du lieber Himmel, jeden Tag kann men nicht Tausende verdienen. Daß es aber von nun an häufiger vorkommt, dafür will ich schon sorgen. Vor allen Dingen wollen wir uns nun ein paar vergnügte Tage machen. Der Arzt hat dir ausdrücklich Abwechslung verordnet. Ein Spaziergang in der frischen Luft, ein gutes Konzert mit nachfolgendem solennen Ak werden dir guttun. Zieh dein bestes Kleio an, Liebchen, und dann komme. Ich kann dir nicht sagen, wie froh Wie schnell erblühten die Rosen auf Annis blassen Wangen. Ein liebendes Frauenherz hofft und vertraut ja so gern. Fort waren die Sorgen, vergessen alle 9o.(Forsetzung folgt.) ucuug sbigyutuscb u M Denkspruch. Nicht bloß im grünen Wellenreiche. Auf der wogenden Meeresklut, Auch auf der Erde, so fest sie rubt. Auf den ewigen alten Säulen. Wanket das Glück und will nicht wellen. F. Schiller. Das Asylrecht der Frau. Von Eugen Mader. (Nachdruack verboten.) Ein Asylrecht für Verbrecher kennt man im modernen europäischen Kulturkreis nur noch Art, daß jeder Staat die Verbrecher fremder Nationaltäit, oder doch gewisse Klassen, besgupgteggatiche Verbrecher und Deserteure, an ihren Heimal#,#t nich Noch gar nicht allzu lange ist es in Europa ein innerstaatliches Terb erchengezin gegen der Art bestand, daß Verbrecher, die un tror. gripzilegum eine Kirche oder einen sonstigen mit diesem g ausgestatteten Ort geflüchtet waren, von der welllichen Obrigkeit nicht bestraft werden durften oder doch vor dem Tode und Verstümmelungen gesichert waren. Ein derartiges Asylrecht hat bei fast allen Völkern anscheinend zu einem bestimmten Stadium der Rechtsentwicklung, nämlich in der Uebergangsperiode von der Blutrache zum staatlichen Strafrecht, eine mehr oder minder große Rolle gespielt. Die Ausgestaltung im einzelnen ist natürlich sehr verschieden. Wir finden Kirchen, Gräber, Wirtshäuser, Häuptlingshütten, ganze Stadtteile und selbst Städte als Asylstätten. Oft verknüpfte sich das Asylrecht auch mit gewissen Personen, namentlich mit Priestern, Häust So mannigfach die Details sind, so finden sich doch auch hier die seltsamsten Uebereinstimmungen bei den verschiedensten Völkern. So auch hezüeliech, des Mhle rechts der Frauen, einer besonders innressunten AAdart des persönlichen Alshlrechts. v. Von dem Indianerstamm der Cherorees berichtet uns Loskiel folgenden Vorfall. Ein Gefangener war zum Tode verurteilt und schon an den Marterpfahl gebunden. Da kam ein Weib, setzte einen Korb voll Waren zu Füßen dessen nieder, dem der Gefangene gehörte und bat, diesen Gefangenen ihr zu überlassen, ihr, der kinderlosen Witwe, welche ihn als Sohn zu adoptieren wünsche. So geschah es auch. Dies Beispier ist zutreffend, weil Kriegsgefangene bei primitiven Völkern meist wie zum Tode verurteilte Verbrecher behandelt werden. Auch bei den Wahamba in Afrita tann vie Frau Asylschutz gewähren. Etwas ähnliches ist es wohl auch, daß Frauen das Recht haven, durch einfaches Nachtworr und Dazwischentreten Kampfende zu trennen. Bei den Tscherkessen ist man vor jeder Strafe und selbs. vor der Blutrache gesichert, wenn man sich zu einer Frau zu flüchten und sie zu umklammern vermag. Sicherlich ließen sich diese Beispiele aus fremden Erdteilen durch weitere Nachforschungen noch leicht vermehren. Ganz besonders interessant ist aber, daß unser mittelalterliches Recht ganz ähnliche Rechtsgebilde Wenn Richard Wagner seinen Tannhäuser vor den Schwertern der ergrimmten Wartburgritter durch Elisabeth retten läßt, so ist das gar nicht ungeschichtlich gedacht. Das altdeutsche Rechtssprichwort„Flühe ein Wolf zu Frauen, man soll in burch ire liebe lazen leben“ stellt den Rechtssatz auf, daß em„Wolf“, g.; vogelfreier Totschläger nicht *b* en een ber Gage De. Bäihe vn Seuten. ginnen, die den Flüchtling unter in das neunHerpr. Hhehrbganpert binein a. Geibe Fgüchet, Verbrecher begnadigt werden muß, wenn eine Jungfrau sich entschließen kann, ihn uns überlieferte Fall ereignete sich im Jahre 1430 Nach einem piemontesischen Volkslied errettete ein Mädchen den Mörder ihres Vaters durch Heirat vom Galgen. Hier kann vielleicht der Gedanke mitspielen,## daß der Mörder der Sippe des Erschlagenen gehört, und daß sie mit ihm machen kann, was sie will. Während in Rom die Vestalinnen das Asylrecht hatten, in dem kein zum Tode Verurteilter, der ihnen begegnete, hingerichtet werden durfte, war es in Spanien ehemals Brauch, den Uebeltäter zu begnadigen, wenn eine öffentliche Dirne ihn zu ihrem Ehemann begehrte. Während in Rom also der Gedanke maßgevend war, daß die Heiligkeit der Bestalinnen sich gewissermaßer auf den Verbrecher übertrug und ihn sakrosankt um.,. scheint man in Spanien von der Anschauung ausgesein, daß eine Heirat mit einer Istent hneg Dirte zircher giese muit der Tobesfrigke Feagfasge ur. ein zum Tode verurteiltes Mädchen heiraten und so ereiten konnte. Auch im ungarischen und polnischen Recht lssen sich Spuren des Frauenashlrechts nachwegsegz. Picht minder hat die deutsche Kulturgeschichte manches#eispiel dieser Gepflogenheit aufbewüher. Die gefürstete Aebtissin zu Lindau am Bodensee hatte ehemals das Recht, während ihrer Regierung sie war mit ihrem Gefolge am sogenannten Baumgarten, als der arme Sünder auf Geheiß des fällig um Erlösung bat. Die Furstin ergriff sodann den Strick, woran er vom schnitt ihn ab und sagte:„Ich erlöse dich im Namen Maria“ Hierauf ward der Erlöpe.-Pezserung seines gebunden und befohlen, solchen lebenslänglich zum Denk es d eogen, Ahlrecht, wie man sieht, einen b. getreulich die Mutter Gottes anzubeten, vom Galgen eretet.„. J. I5on Ister erwähnte Anderen Charakter gat die 1u:. Eunafrau ihn Begnadigung des Verbrechers, wenn eine Jv gBizzezgter erlösen will. Richt immer ader machpgger## von diesem Recht Gebrauch, Vorgunge der Schwedenlichen Mittesungen über die, g0 schaute sich ein armer zeit auch in Augsburg hatte. alte Jungfrau einstehen Sünder, für den eine spitznasige uu#. ar ud bevrs. # Be e Ae e A Nes Schwerter Zeitung.(Amtliches Kreisblatt.) Dienstag, den 17. September 1912. Nr. 219. PSSee 4# Se Statt Karten. ver) P * Die Verlobung unserer Tochter Jenny mit dem Provinzial-Assistent Herrn Fritz Meisener beehren wir uns anzuzeigen. Helnr. Möller u. Frau (roline, geb. Noelle-Wying Schwerte, im September 1912. Meine Verlebung mit Fräulein Jenny Möller zeige ich ergebenst an. Fritz Meissner Provinzial-Assiolent, Düsseldorf, im September 1912. 6200 S7 405 1 Se Statt Karten! Maria Knülle Felix jennekens Verlobte Schwerte Falkenburg(Holland) im September 1912. 6e14 Gummirierte Regen- und Automäntel kauft man am besten und billigsten bei Schaeidermeister Wilb. Ortmann, Schwerte. Man verlang Muster. 6001 Wegen Umzuge Schlafzimmer Speisezimmer Salons Herrenzimmer Küchen zu bedeutend reduzierten Preisen. : E r n s t 5 9 8 1 : R a b e n s c h l a g : Hagen I. W. : E b e r f e l d e r s t r a s s e 4 9. 3. Eröffnung meiner Modellhut-Ausstellung! Empfehle mein reichhaltiges Lager in Wiener und Pariser Modellen sowie in umfangreichen Sortimenten garnierter und ungarnierter Damen-, Mädchen- und Kinder-Hüten. In Straus=Federn, Flügeln und Fantasie=Federn eic. führe ich enorme Auswahl zu noch nie dagewesenen Preisen. Ich bitte meine Fensterdekoration zu beachten. Achtungsvell Brückerte, strasse 6. Vormals: Elise Lorig. Achtungsvell „„„„„„ Haus Jonas Schillerstr. 14. Faverit-Modenalbum (60 Pfg.) Favorit-Schnittmuster Allein-Verkauf für Schwerte Kaufhaus OTTO MANX, Ostenstrasse 20. dchtspielihester KAch ∆ „Reichskrone Pregramm für den 17. und 18. Sept. 1. Palhe=Journa!. 2. Stürmischer Walzer. Komödie. 3. Die Braut des Spahi. Spannendes Drama. Fahnen-Stangen, Fackel- und Lampienstiele. Wilh. Streck, Bonn. Umsonst reichhalt. Muster8416 buch Nr. 10. Zwei hervorragende Schlager: Auf dem Kriegspfade. Herrliches Indianerbild.— 2 Akte. Ihr Wansch geht in Erfüllung. Ergreifendes Drama aus dem Leben eines mutterlosen Kindes. Bekanntmachung. Seitens des Herrn Regierungs=Präsidentun ist Termin zur landespolizeilichen Abnahme der Eisenbahnneubaustrecke Hörde=Schwerte auf Freitag, 20. d. Mts., vorm. 9.15 Uhr anberaumt. Soweit das Stadtgebiet Schwerte in Frage kommt, werden etwaige Interessenten aufgefordert, sich am genannten Tage Vormittags 10 Uhr am Schwerter Tunnel bei der Wirtschaft Emde einzusinden. Schwerte, den 12. September 1912. Der Bürgermeister: Rohrmann. Bohnslation der Strecke Altenbeken-Hagen. Während der n b e s o n d e r e B a d e z ü g e. S t ä r k s t e S o i e W e s t f a l e n s 1 0 0 0. Soibäder, System Bloch, gleiche Heilwirkung wie Leiden usw. Von Jahr zu Jahr steigende Frequenz. Neu; beutend vergrösserte Kuranlagen. Badearzt, Apotheke. Billige Verpflegung. Prospekte und alles Nähere durch die Salinendirektion Bad Sassendorf I. Westf, Sais.; 1. Mai b. 31. Okt.O Wer Orig. franz. Bordeaux garantiert rein, pro Flasche aus d Haus 1,10 Mk., im Ausschank per Glas 20 Pfg. Franz. Cognac, Reines Weindestillat, pro Liser 14,00 Mk. empfiehlt Carl Raffio, Gasthof zu Helle. Telefon 251.5 6. auuiteritggen. Eegreifende veier A A Sar die von feinsten Herrschaften wenig getragenen Massanzüge und die aus AbonnementsHäusern stammenden feinen Garderoben, welche teilweise einen Wert von 100 Mk. hatten, Kndec dieselben 6 Königswall 6 zu nachstehenden billigen Preisen: 12.00, 15.00, 18.00 22.00 Mark und höher. Gehrock-, Frack- und Smoking-Anzüge werden verliehen. DORTMUND Mutlerherzen Ergreifende dramatische Szene aus dem Leben zweiel jungen Frauen. 7. Der Dickkopf Spannendes Drama. 8. Erinnerung des Herzens. Geschichte aus dem Leben. 9. Höhere Turnschule in Stockholm. Interessante Naturaufnahme.„ 6sie. 59 10. Der Gutarrenspieler. Ronoote.„„„ufnahme11. Pferderennen in Rom. Inter. Sportausnuhme.#### Wenn der Vater mit dem Sohne. Humoreske. Tots auf dem Karneval. Humoreske. Sautgerste Mansholt u. Mammut. Saatroggen Pettkuser 1. Absaat, sehr schöne große und helle Körner, empfiehlt 6191 LL. Weinberg. Erbteilungshalber beabsichtigen die Erben Schniewind ihre in schönster Lage von Schwerte, Hörderstrasse 32, gegenüber dem neuzubauenden Rathaus gelegene Besitzung, (bestehend aus Wohnhaus, Neben-Gebäude und Garten, Größe 13 ar 25 qm sowie Weide, Größe 34 ar 14 qm,„Im Regenbogen“ gelegen, und Acker, Größe 59 ar 87 qm, auf der Schwerterheide gelegen, im ganzen oder geteilt zu verkaufen. Nähere Auskunft erteilt 6178 H. Schniewind, Schwerte, Hörderstraße 20. Ammoniak-Sup. 5X10, 7X9 18 Prozeut mehl Hochfeine ausgewegen per Pfd. 70 Pfg. empfiehlt Sart-Frog. am Rlaggtbehnhef 6080 am Hauptbahnhof. Kalisalz 400 Kainit empfiehlt unter Garantie des Gehaltes 6165 Börstinghaus, Moltkestrasse. Auf meine Sammelbous erhalten Sie Gratiskarten Ji 6398 Kino Reichskrone. L. Weinberg. OSOFHT sind vorrätig in der Buchhandlung Carl Braus, Schwerte-Ruhr— Grosse Marktstrasse 3—5. Städtischer Viehhof, Dortmund. Dortmund, den 16. September. Zu dem heutigen Schlachtviehmarkt waren aufgetrieben: 871 Stück Großvieh, 225 Kälber, 74 Schafe, 2472 Schweine. Bez. f. 100 Pfd. Ochsen: S S S 5 S S 0 G S 5 S 52—54 92—96 Bullen: Färsen u. Kühe: 1. Rinder. a) vollfleischige, ausgemästete höchsten Schlachtwertes, die noch nicht gezogen haben(ungejocht) b) vollfleischige, ausgemästete, im Aller von 4—7 Jahren... c) junge, fleischige, nicht ausgemästete und ältere ausgemästete... d) mäßig genährte junge, gut genährte ältere a) vollfleischige, ausgewachs. höchsten Schlachtwertes b) vollfleischige, jüngere... c) mäßig genährte junge und gut genährte ältere....... a) vollfleischige, ausgemastete Färsen höchsten Schla htwertes.. b) vollfleischige ausgemästete Kühe höchsten Schlachtwertes bis zu 7 Jahren...,, 2..... c)ältere, ausgemästete Kuhe und wenig gut entwickelte jüngere Kühe und Färsen...... d) mäßig genährte Kühe u. Farsen e) gering genährte Kühe u. Färsen Gering genährles Jungvieh(Fresser) 2. Kälber a) Doppelender, feinste Mast.. b) feinste Mastkälber c) mittlere Mast= und beste Saugkälber d) geringe Mast= und gute Saugkälber 52—55 90—95 e) geringe Saugkälber 3. Schafe Stallmast= a) Mastlämmer und jüngere Mastschafe: hammel. d) ältere Masthammel, geringere Mastlämmer und gut genährte junge Schafe....... c) mäßig genährte Hammel und Schafe(Merzschafe)..... Weide= a) Mastlämmer mastschafe: b) geringe Lämmer und 4. Schweine. a) Feltschweine, über 150 Zeniner Lebendgewicht b) vollfleischige Schweine von 120—150 kg(240—300 Pfd) Lebendgewicht c) vollfleischige Schweine von 100—120 kg(200—240 Pfd.) Lebendgewicht...... d) vollfleischige Schweine von 80—100 kg(160—200 Psd) Lebendgewicht e) vollfleischige Schweine unter Saueß(160 po) Lebendgewicht 80—8; 45—48 85—90 35—40 70—80 47—49 81—84 41—48 77—81 32—36 71—75 48—52 86—93 44—47 85—91 40—43 80—86 32—36 73—81 25—31 60—71 80-88 112-115 64--68 104-110 53—62 97-103 45—48 79—84 40—42 80- 85 Schafe 34—38 70—79 ig 8 64—66 80—83 64—66 80—83 62—65 77—82