ae Shuen Seuut uben uanr außer Feiertags. Bezugspreis M. 1.80 vierteljährlich, dei der Post für Bestellgeld 42 Pfs. mehr. Wochantl. Gratisbeilage:„Illustvierter und“ und tägl. Unterhaltungsbiatt. : Die siebengespattone n i6 Plg, Anzehgn von aus , Matlauagatte 40 Plg. Joder K u. esttschr bei den Amtliches Kreisblatt Westhofenes Zeitung Langscheder Zeitung Wrntes! tr den Kleis woren Dolzwickeder Zeitung Aplerbecker Zeitung Schwerter Golkszeitung Verbunden mit: Schwerter Tageblatt O Schwerter Anzeiger Geltes und älteltes Cagesorgan des Krelles o General-Anzeigen für den Hreis Görde&ap Haupt- Hunoncenblatz üngrnngz: 366 Mih. Unfall. Trud a 9 Nr. 192. Freitag, den 16. August 1912. 44. Jahrg. Erstes Blatt. Vom Balkan. Seit Monaten hat der Balkan seine alte Rolle als politischer Hexenkessel übernommen, man kommt dort nicht zur Ruhe; ja in jüngster Zeit schien es sogar, als ob es zur Explosion kommen sollte. Die verworrenen Verhältnisse der Türkei sind in den Vordergrund getreten, von dem Kriege mit Italien hört man fast gar nichts mehr, denn dieser ist weniger gefährlich, während die türkischen Wirren leicht internationale Verwickelungen nach sich ziehen können. Bereits waren die Dinge auf des Messers Schneide, ein Bürgerkrieg schien nach dem letzten Putsch des Kabinetts gegen das Parlament unvermeidlich. Jetzt scheint es aber, als ob die Gemüter in letzter Stunde Vernunft annehmen wollen, weil man wohl sieht, wohin der Zwist führen müßte. Wie es heißt, seien Verhandlungen zwischen den Führern des Kabinetts und der Regierung im Gange, wonach die Komiteepartei die jetzige Regierung als verfassungsmäßig anerkenne und sich im neuen Parlament mit der Rolle der Oppositionspartei begnügen würde. Andererseits aber dauern die Verhaftungen früherer Minister und Führer der jungtürkischen Bewegung fort, und es ist nicht ausgeschlossen, daß die Strenge und Grausamkeit, mit der das Kabinett vorgeht, die Dinge schließlich doch ungünstig beeinflusse und eine Einigung hintertreibe. Das wäre sehr bedauerlich, eine Verschärfung der Gegensätze muß schwere Gefahren für die Türkei heraufbeschwören. Gelingt es auch, eine Verständigung herbeizuführen, so hat man keineswegs Veranlassung, für die Weiterentwickelung im osmanischen Reiche, vertrauensvoll in die Zukunft zu sehen. Es liegt auf der Hand, daß das jungtürkische Komitee aber versuchen wird, die Macht an sich zu reißen und daß man daher nach wie vor mit einer unsicheren inneren Lage zu rechnen haben wird. Dazu kommt die albanesische Gefahr, welche größer denn je geworden ist, und deren Ausgang sich heute noch nicht übersehen läßt. Man hat zwar regierungsseitig einige Konzessionen gemacht, gleichwohl ist aber von einer wirklichen Friedenswendung der Dinge noch nichts wahrzunehmen und die Situation wird um so verwickelter, als von Bulgarien aus ungemein geschürt wird. Jetzt ist man mit einem Schlage ungemein kriegerisch geworden, man glaubt, die Stunde für gekommen, die Träume eines GroßBulgarenreiches in die Wirklichkeit umzusetzen, und hetzt daher auf alle Weise, um Verwickelungen herbeizuführen, ja am liebsten möchte man den Krieg. Ob die bulgarische Regierung hinter diesem Treiben steckt, läßt sich nicht mit Sicherheit sagen, vermuten kann man es sehr wohl, zu mindestens läßt sie sich von den Wogen treiben und tut nichts gegen die türkenfeindliche Agitation. Meetings auf Meetings werden veranstaltet und die Stimmung hat den Siedegrad erreicht. In solcher Situation sitzt das Schwert in der Scheide sehr locker, und es kann sehr leicht zum Zusammenstoß kommen, wenn nicht vielleicht die Mächte mit aller Energie behufs Vermeidung von schweren Komplikationen einen starken Druck in Sofia ausüben, wie sie es neulich im Interesse der Erhaltung des Friedens und vielleicht auch des Weltfriedens in Cetinje getan haben. Politische Uebersicht. Der Kaiser begab sich am Donnerstag von Schloß Wilhelmshöhe aus nach Grebenstein, wo er einem Geländeschießen des Feld=Artillerie=Regiments Nr. 11 beiwohnte. Später empfing der Monarch auf Schloß Wilhelmshöhe den Domkapitular Dr. Schnütgen und den Konsul Niessen aus Köln, mit denen der Kaiser u. a. die bevorstehende Wiederbesetzung des Kölner, Erzbischofstuhls besprach. Zur Frühstückstafel waren außerdem Oberpräsident Hengstenberg und Reg.=Präsident Graf Bernstorff geladen. Der bevorstehende Besuch des Kaisers in der Schweiz hat der Bundesregierung in Bern schon viel Kopfzerbrechen verursacht, doch sind nunmehr, da das offizielle Programm des Kaiserbesuchs genau festgelegt ist, die meisten Schwierigkeiten behoben. Zum ersten Empfang des Kaisers auf Schweizer Boden am Nachmittag des 3. September in Basel ist der Baseler Regierungspräsident Blocher bestimmt, der allerdings Sozialdemokrat ist. Die Zusammensetzung des Schweizer Heeres hat es mit sich gebracht, daß auch sozialdemokratische Offiziere am militärischen Ehrendienst teilnehmen. Die Führer der beiden Divisionen, die an den Manövern vor dem Kaiser teilnehmen, haben den Befehl erhalten, die Manöver ganz ohne Rücksicht auf die Anwesenheit des deutschen Kaisers durchzuführen; es darf nicht besonders gedrillt werden, man will dem kaiserlichen Gaste die schweizerische Milizarmee gerade so zeigen, wie sie ist. Im übrigen geht die Schweizer Regierung jetzt schärfer als sonst gegen die Anarchisten vor, und sie will von dem Artikel, wonach die Aufforderung zur Begehung anarchistischer Verbrechen mit Gefängnis bestraft wird, ausgiebigen Gebrauch machen. Als erster mußte der tessinische Anarchist Bertoni die Strenge dieses Gesetzes fühlen. Das deutsche Kronprinzenpaar wird nach den Kaisermanövern dem königlichen Hof in London einen Besuch abstatten, um als Vertreter des Kaiserpaares an der Beisetzung des im Frühjahr in Agypten gestorbenen Herzogs von Fife teilzunehmen. Einige Tage werden der Kronprinz und seine Gemahlin als Gäste des englischen Königspaares in Balmoral Castle im schottischen Hochgebirge verbringen, um dort, wie wiederholt schon, der Jagd abzuliegen. Die Teilnahme des Prinzen Heinrich von Preußen, dem zu seinem 50. Geburtstage am Mittwoch aus dem ganzen Reiche, namentlich aber aus Kiel und von der Marine, die herzlichsten Glückwünsche zugegangen waren, an der Beisetzung des Kaisers Mutsuhito, ist nicht nur in Japan, sondern auch im übrigen Ausland lebhaft bemerkt worden. Man hat den Entschluß des deutschen Kaisers, den einzigen Bruder mit seiner Vertretung in Tokio zu betrauen, so gedeutet, daß Deutschland sich in seinen ostasiatischen Interessen von niemandem in das Hintertreffen drängen lassen werde. Besonders hat man in Washington Augen über die Wahl des deutschen Kaisers gemacht. Man wird sich im Auslande eben damit abfinden müssen, daß sobald wichtige wirtschaftliche Fragen auch nur auf der Bildfläche erscheinen, Deutschland an der Wahrnehmung seiner berechtigten Interessen nirgends und von niemandem mehr auszuschalten ist. Das Kommando über das deutsche FreiwilligenAutomobilkorps, das bisher der zum Gouverneur von Togo ernannte und augenblicklich auf der Reise zu seinem neuen Wirkungskreis befindliche Herzog Adolf Friedrich zu Mecklenburg inne hatte, ist nunmehr auf den 24jährigen Prinzen Waldemar von Preußen übergegangen. Prinz Waldemar ist der älteste Sohn des Prinzen Heinrich, der Chef des Korps ist. 86 Ein Hundertjahrjubicäum der Rheinprovinz. Im nächsten Jahre sollten in der Nähe von Koblenz die Kaisermanöver stattfinden. Sie werden jedoch auf Befehl des Kaisers ausfallen und erst im Jahre 1915 abgehalten werden, gleichzeitig mit einer größeren Feier der hundertjährigen Zugehörigkeit der Rheinprovinz zu Preußen. Die Stiftung Deutschlands für den Friedenspalast im Haag. Eine Berliner Korrespondenz berichtet: Die zweite Friedenskonferenz im Haag hat in ihrer Sitzung vom 16. Oktober 1908 einstimmig den Wunsch ausgesprochen, daß jede der Signatarmächte durch Gewährung von Baumaterialien oder Kunstgegenständen, die für das Ursprungsland besonders bezeichnend sind, zur Erbauung und Ausschmückung des Friedenspalastes beisteuern möchte. Auch Deutschland wird diesem Wunsche nachkommen. Als Beteiligung des Reiches ist die Stiftung einer monumentalen Toranlage in Kunstschmiedearbeit gewählt worden, die am Haupteingang des Friedenspalastes ihren Platz finden wird. Ein Antrag auf gesetzlichen Schutz Arbeitswilliger ist dem Bundesrat laut„B. T.“ bisher nicht unterbreitet worden. Es hatte bekanntlich geheißen, sowohl Sachsen wie Bayern hätten einen diesbezüglichen Antrag gestellt. Spionage und kein Ende. Kaum ist der russische Hauptmann Kostewitsch gegen Stellung einer Kaution und auf sein Ehrenwort hin aus der Haft in Leipzig entlassen worden, da sind bereits wieder zwei Spione verhaftet worden. Diesmal in Karlsruhe. Aehnlich wie das vor einigen Monaten in Mainz geschehen ist, hatten sich die Verhafteten an Soldaten herangemacht, um von ihnen militärisch geheimzuhaltende Gegenstände zu erhalten und sie später an Frankreich zu veräußern. Ihre Absicht scheiterte aber an der Treue der Soldaten, die jetzt häufiger als früher über das Spionagewesen belehrt werden. Die neue russische Flotte. Die russische Regierung forderte unterm 4. August von den französischen und englischen Werften Preisangebote für die zu vergebenden russischen Kriegsschiffbauten. Die neue baltische Flotte wird nämlich nur zu zwei Dritteln in Rußland selbst gebaut werden. Die deutschen Werften sind bei der Verteilung der Bauaufträge diesmal ausnahmslos von Rußland übergangen. Paptan vonr 1 Seu. Zur Veteranenparade am Sonntug, den 1. September, in Gegenwart des Kaisers auf der Ostseite des Tempelhofer Feldes haben sich bereits über 150000 ehemalige Soldaten aus Berlin und der weiteren Umgebung gemeldet. Sie werden in Kasernen nach Armeekorps eingeteilt und marschieren dann mit der Regimentsmusik an der Spitze nach dem Paradefeld. Nach Beendigung des Feldgottesdienstes findet ein Vorbeimarsch vor dem Kaiser statt. Den ältesten Kriegern soll es gestattet sein, sich diesen Vorbeimarsch von den auf dem Tempelhofer Felde erbauten Tribünen aus anzusehen. des Landes das freche Raubgesindel nicht zu bewältigen vermag, so wird schließlich doch nichts anderes übrig bleiben, als das militärische Einschreiten einer fremden Macht. Deutschland, das schon so viele seiner Söhne in Mexiko dahinmorden sah, wird auf einer Intervention bestehen müssen, wenn noch das Leben eines einzigen seiner Angehörigen in dem zentralamerikanischen Freistaate angetastet wird. In der angrenzenden Republik Nikaragua, wo die Rebellen von der Hauptstadt Managua soeben zurückgeschlagen wurden, sind die Nordamerikaner bereit einzugreifen; gegenüber Mexiko, wo seit der Entfernung des Präsidenten Porfirio Diaz der Anarchismus ungehindert fortschreitet, haben sie erst recht die Pflicht dazu.... Japan. Fürst Katsura hat auf der Durchreise in Charbin dem dortigen Korrespondenten des„Nowoje Wremja“ mehrere Fragen schriftlich beantwortet. „Ich hatte gar keine spezielle Mission, doch hat mein Besuch in Petersburg seinen Zweck erfüllt und meine Wünsche befriedigt. Wenn die gegenwärtige Lage in China längere Zeit anhält, so ist unzweifelhaft ein gemeinsames Vorgehen Rußlands und Japans notwendig.“ Katsura soll nach der Meldung dieses Korrespondenten nach seinem Eintreffen in Tokio wieder Ministerpräsident, aber mit Diktatorrechten, werden, da der neue Kaiser sich erst in die Regierungsgeschäfte einarbeiten müsse. China. China gegen europäische Ratgeber. Die chinesischen Ratgeber protestierten am Sonnabend beim Präsidenten Juanschikai gegen die Ernennung Morrisons zum politischen Ratgeber der chinesischen Regierung. Sie stellten dem Präsidenten vor, daß zwar verwaltungstechnische Fachleute gebraucht würden, das aber das Land nicht dulden werde, daß ein Ausländer in die allgemeinen politischen Angelegenheiten eingeweiht würde. Oesterreich= Ungarn. In Oesterreich ist alles ruhig. Gegenüber den im Auslande verbreiteten Nachrichten, die österreich=ungarische Regierung ziehe infolge der Ereignisse an der montenegrinischen Grenze in Bosnien eine bedeutende Truppenmacht zusammen, ist das k. k. Wiener Korr.=Bur. zu der Erklärung ermächtigt, daß die Meldungen den Tatsachen in keiner Weise entsprechen. Marokko. Der Exsultan Mulay Hafid von Marokko, der die klare Abdankung der gefahrvollen Scheinherrschaft vorzog, trifft am heutigen Freitag in Marseille ein; in wenigen Tagen werden seine Frauen, von denen er nicht weniger als 125 nachkommen ließ, gleichfalls auf französischem Boden landen. Hoffentlich hat der Exsultan sich mit dem genügenden Kleingeld versehen, denn mit der jährlichen Rente von 350000 Franks, die ihm Frankreich zu zahlen willens ist, kann er sich und seine vielen Frauen unmöglich standesgemäß unterhalten. Ob sein Bruder Mulay Jussuf oder der frühere Sultan Abdul Aziz die undankbare Rolle, den Schattensultan zu spielen, übernehmen wird, steht noch nicht fest; einer von den beiden wird es jedoch tun müssen. Mexiko. Greueltaten der mexikanischen Nebellen. Die Stadt Iptapan ist in die Hände der Rebellen gefallen. Eine Schar von tausend Mann überfiel die Stadt, plünderte sie und steckte sie in Brand, nachdem sie unter der Bevölkerung ein furchtbares Blutbad angerichtet hatte. Es spielten sich wahre Schreckensszenen ab. Männer wurden unter furchtbaren Folterqualen zur Herausgabe des Geldes gezwungen, Frauen wurden geschändet und Kinder vor den Augen ihrer Mütter in die brennenden Häuser geworfen. Ueber dreihundert Personen beiderlei Geschlechts wurden bei dem Massaker getötet. Die zur Hilfe herbeieilenden Regierungstrupen wurden in die Flucht geschlagen. Auch die Städte Coatepec und Harinas sollen in die Hände der Nebellen gefallen sein. Die Untaten der mexikanischen Nebellen werden immer grauenvoller, und da die Regierung —— Das 25jährige Regierungsjubiläum des Bulgarenfürsten wurde auch in Berlin festlich begangen. In der russischen Botschaftskapelle fand ein feierliches ,Tedeum statt, dem die Mitglieder der bulgarischen Gesandtschaft, Vertreter der russischen Botschaft und Angehörige der bulgarischen Kolonie beiwohnten. Es wurde dabei ein liturgischer Gesang vorgetragen, der sonst nur an festlichen Tagen im Zarenhause zu Gehör gebracht werden darf. Im Namen des Auswärtigen Amtes schrieb die „Nordd. Allg. Ztg.“ dem Jubilar: Als König Ferdinand im August 1887 zum ersten Male den Boden Bulgariens betrat, äußerte er bei seiner Begrüßung:„Ich hoffe, daß ich Bulgarien auf friedlichem Wege den Segnungen der Kultur und der Zivilisation entgegenführen und auf die Höhe erheben werde, die ihm in der Reihe der europäischen zivilisierten Staaten gebührt.“ Diese Zusage hat König Ferdinand in vollem Umfange erfüllt. Unter seiner Regierung hat das Land in kultureller und wirtschaftlicher Beziehung sehr große Fortschritte gemacht. Hohe Anerkennung verdient die sorgsame Pflege der auswärtigen Beziehungen Bulgariens durch den König, der es verstanden hat, das Land auf friedlichem Wege zu der angesehenen Stellung emporzuführen, die Bulgarien von den Mächten bereitwillig zuerkannt wird. An Schwierigkeiten hat es gewiß nicht gefehlt; sie sind aber noch immer ohne Erschütterung des Friedens überwunden worden. Eben jetzt gehen die Wogen der Erregung in Bulgarien hoch. Wir möchten vertrauen, daß Bulgarien auch aus diesen Schwierigkeiten durch die Weisheit König Ferdinands, ohne sich in Abenteuer zu stürzen, in Ehren hervorgehen wird. Die österreichisch=ungarische Regierung beglückwünschte König Ferdinand ebenfalle freundlich zu seinen Regierungserfolgen. Das ner Fremdenblatt schreibt u. a.: Das bulgarische Volk mit seinem klugen, nüchternen, realpolitischen Sinn stand verständnisvoll seinem staatsmännisch so hoch veranlagten Herrscher zur Seite. Die fried Seite 2. Schwerter Zeitung.(Amtliches Kreisblatt.) Freitag, den 16. August 1912. LESTIEE Nr. 192. liche und praktische Politik Bulgariens hat ihm die Achtung und das Vertrauen Europas erworden. —.— Der deutsche Katholikentag wurde am Donnerstag mit einer Ansprache des Vorsitzenden geschlossen. Nachmittags vereinigten sich die Teilnehmer, soweit es das Wetter tete, zu gemeinsamen Ausflügen. In der fünften und letzten geschlossenen Versammlung wurde zur Frage der Volksschule nicht nur die selbstverständliche Erteilung des katholischen Religionsunterrichts durch die Kirche, sondern auch deren Aufsichtsrecht über die Schule gefordert. Eingedenk des Spruches: Wer die Schule hat, hat die Zukunft, wurde eindringlich gefordert, daß die Schulen vom Geiste der katholischen Kirche getragen sein müßten, daß ernste katholische Eltern ihre Kinder nur solchen Schulen zuführen dürften, die der kirchlichen Aufsicht unterständen. Warm empfohlen wurde ferner der engere Zusammenschluß der studierten katholischen Männer. Weiterhin wurden Anträge zur Förderung der katholischen christlichen Kunst und der freiwilligen Volksbildungsarbeit angenommen. Der Kulturwert der Kinematographentheater wurde anerkannt, jedoch die Bekämpfung der Auswüchse dieser Theater gefordert. Erforderlichen Falles müßten die Katholikenvereine eigene Kinematographentheater errichten. Darauf wurden sämtliche Mitglieder des Zentralkomitees, mit einziger Ausnahme des Grafen Oppersdorf, der übertriebene Forderungen versicht, wiedergewöhlt. Der 60. Katholikentag wird in Metz abgehalten werden. Die öffentliche Schlußversammlung galt dem Referat des mit stürmischer Begeisterung begrüßten Dr. Cohauß über„Atheismus und soziale Gefahr.“ Redner führte aus, mit dem 12. Januar dieses Jahres, dem Reichstagswahltage, sei ein neuer Tag angebrochen, der sich durch grelles Rot ankündigte. Man suchte nach den treibenden Kräften des Umsturzes. Aber alle Maßnahmen zur Besserung der Lage der ärmeren Klassen und zur Erziehung zum Patriotismus nützten nichts, so lange man die Axt nicht an die Wurzel des Uebels, an den Atheismus legte, der wieder die Wurzel des Revolutionismus sei. Für Gold ist alles feil, Macht geht vor Recht. Das Volk trachtet nach der Expropriation der Machthaber. Aber nicht die Gewehre, sondern nur die Gewissen retten die Welt. Und darum müssen die Regierungen den Forderungen der Kirche entsprechen, damit das Wort zur Tat werden könne: Mit Gott für König und Vaterland. Der außerordentlichen Rede folgte stürmischer, tosender Beifall und Händeklatschen und es dauerte lange, bis der Sturm sich beschwichtigte und der Vorsitzende das Wort zu seiner Schlußansprache ergreifen konnte. —— Ueber das diesjährige Kaisermanöver veröffentlicht die„Nordd. Allg. Ztg.“ folgendes: Der Kaiser wird während des Manövers in Baracken wohnen, für deren Aufstellung, dem Verlauf des Manövers entsprechend, mehrere Punkte im Manövergelände erkundet sind. Das Kaiserliche Hauptquartier soll in Oschatz untergebracht werden. Der König von Sachsen beabsichtigt, von seinem Jagdschloß Wermsdorf aus, das im Hubertusburger Forst gelegen ist, den Manövern zu folgen. Als Sitz der Manöverleitung ist das Städtchen Mügeln bei Oschatz bestimmt. Die am Manöver teilnehmenden Fürstlichkeiten, kaiserlichen Gäste und fremdherrlichen Offiziere beziehen Unterkunft in Dresden und werden alltäglich durch Automobile in das Manövergelände befördert, wo sie zu Pferde steigen. Nachstehend wird nochmals die Zeiteinteilung für die Paraden der am Kai. Miittellungen der Yoghurt- Centrale Zum Besuch des deutschen Kaisers in der Schweiz.“ Villa Wesendonk bei Zürich, in welcher früher Richard Wagner lange Zeit wohnte und arbeitete, soll dem deutschen Kaiser bei seinem bevorstehenden Besuch in der Schweiz als Wohnung überwiesen werden. Unser Bild zeigt den prächtigen Park und die Villa Wesendonk in ihrer jetzigen Gestalt. sermanöver beteiligten Armeekorps und für das Manöver selbst bekannt gegeben: Am 27. August Parade des 4. Armeekorps bei Merseburg, am 29. August Parade der gesamten sächsischen Armee auf dem Truppenübungsplatz Zeithain, am 2. September Parade des Garde= und 3. Armeekorps auf dem Tempelhofer Felde bei Berlin. Am 9. September beginnt die große Aufklärungsübung der am Kaisermanöver beteiligten beiderseitigen Kavallerien, am 11. September das Manöver selbst. Das Manöver schließt je nach dem Gang der Ereignisse am 13. oder 14. September. Am Tage nach Manöverschluß wird mit der Eisenbahnbeförderung der Truppen begonnen, und zwar werden zuerst die Fußtruppen abgefahren, dann die berittenen Truppen, die nicht mit Fußmarsch ihre Standorte erreichen. Die gesamte Abbeförderung wird erst nach Manöverschluß bearbeitet; je nach dem Stande der beiden Parteien können dann erst den einzelnen Armeekorps ihre Transportstraßen zugewiesen werden. Da sich zur Entscheidung rund 125 000 Mann auf engem Raum zusammenballen, so erfordert das Auseinandergehen, die Abbeförderung und die Anordnung der Rückmärsche eine nicht unerhebliche Arbeitsleistung der Eisenbahnabteilung des Großen Generalstabes und der beteiligten Eisenbahnverwaltung. Das Manöver spielt sich voraussichtlich im Königreich Sachsen westlich der Elbe und in der benachbarten Provinz Sachsen ab. Das Land ist dicht bevölkert, sodaß auf einen außerordentlich großen Andrang des Publikums zu den Truppenübungen zu rechnen ist. —— X.Cl Ein Portscheit. Die Yoghurt-Kur— ohne Milch. Der hohe Nährwert des Poghurt ist einerseits solchen Patienten hinderlich, die eine Gewichtszunahme nicht wünschen(Korpulente). Andererseits ist die Zubereitung des Boghurt, trotzdem dieselbe jetzt nach unserem neuen verbesserten Verfahren so einfach wie nur möglich geworden ist, mitunter ein Hemmnis für solche, die keinen eigenen Hausstand haben(Junggesellen, Reisende usw.); dann gibt es aber auch nicht wenig Menschen, die eine oft schwer zu bekämpfende Abneigung gegen Milch Aus Stadt und Umgebung. Das Heidekraut blüht. Zur Neige geht die Sommerblüte, Bald Herbstesflor die Sonne schaut, Da leuchtet uns aus Wald und Eb’ne Die Erika, das Heidekraut. Kein prunkend Flimmern blitzt entgegen Ans, wenn wir wandern durch den Wald. oder Milchspeisen, selbst dann besitzen, wenn diese letzteren noch so schmackhaft zubereitet sind, wie z. B. der gut gelungene Voghurt. In allen diesen Fällen soll das von uns in den Verkehr gebrachte, durch deutsches Reichspatent geschützte Yoghurt=Gebäck„Majapan“(Panis Majae — Maja=Brot— das Brot des Lebens) Abhilfe schaffen. Bei Majapan sind im Innern einer äußerst schmackhaften Hohlwaffel lebenskräftig konservierte Boghurt=Bakterien auf kaltem Wege eingeschlossen worden. Gelangen diese, selbstverständlich ganz unschädlichen Milchsäure=Bakterien, in den menschlichen Körper, so passieren sie zunächst unverdaut den Magen, entwickeln sich erst im Darm und siedeln sich beim längeren Gebrauch dort an. Als Folge ihrer Lebenssunktion entwickeln sie dann im Darm Milchsäure und diese Milchsäure ist der geimmigste Feind aller Fäulnis=Bakterien, weil durch sie der Nährboden dieser schädlichen Mitroben so „versäuert“ wird, das deren Weiterwachsen zur Unmöglichkeit wird. Der Darm wird alse von seiEs winkt ein reicher, zarter Teppich, Auf dem ein jeder Tritt verhallt. Schlicht und getreu wie deutsches Wesen, So stellt das Heidekraut sich ein; Der grüne Wald, die weite Heide Die wahren es uns treu und rein. Und wenn wir's pflücken, wir gedenken Des Schöpfers uns'rer Reichesmacht, Dem ersten Kanzler war es Freude In seiner still bescheidenen Pracht. Stark ragt empor die deutsche Eiche, Zu Füßen blüht das Heidekraut; „In Treue stark“ will das bedeuten, Solange uns der Himmel blaut! **(Kranzniederlegung.) Altem Brauch folgend wird der Kampfgenossen=Verein am kommenden Sonntag nachmittag 5 Uhr zu Ehren der gefallenen Kameraden einen Kranz am Kriegerdenkmal niederlegen. Der Vorstand erwartet allseitige Beteiligung an dieser ernsten Feier. *e(Ausstellung von Wegweisern an öffentlichen Straßen.) Der Minister der öffentlichen Arbeiten hat in einem besonderen Erlaß an die Ortsbehörden darauf hingewiesen, daß in manchen Teilen des Staatsgebiets der Aufstellung von Wegweisern an öffentlichen Wegen und Straßen nicht die mit Rücksicht auf den fortschreitenden Verkehr erforderliche Sorgfalt zugewendet werde. So seien u. a. die Wegweiser häufig nicht an richtiger und zweckmäßiger Stelle aufgestellt, ihre Arme seien nicht immer in angemessener Höhe angebracht, die Aufschrift sei oft unklar und schwer leserlich, die auf den Armen angegebenen Entfernungen nach den nächsten Orten seien nicht selten unrichtig und ungenau, in vielen Fällen fehlten sie überhaupt. Im Interesse der Verbesserung des Wegweiserwesens und zur Erziehung eines tunlichst einheitlichen Systems sind jetzt u. a. folgende Vorschläge— von militärischer Seite— gemacht worden: Die Aufschrift an den Armen der Wegweiser müßte mit klaren Buchstaben gemacht sein, die so groß sind, daß sie in Augenhöhe sofort lesbar sind. Die Ausichriften missen auf beiden Seiten gemacht sein, weil dies das Auffinden der Ortschaften erleichtern und dem den Verkehr störenden Anhalten, Zurückstoßen und Wenden von Fahrzeugen usw. vorbeuge. Außer der Aufschrift seien Richtungspfeile, welche die vor und hinter dem Reisenden liegenden Ortschaften unter genauer Angabe der Entfernungen in Kilometer und Bruchteilen eines Kilometers anzeigen. Endlich sei es im Ixtere esse der Landesverteidigung erwünscht, inne#halb von Ortschaften Wegweiser für den Hauptdurchgangsverkehr einzurichten und nachts zu erleuchten. Der Minister wünscht nun, daß in den einzelnen Provinzen diese Frage baldigst einheitlich geregelt wird. 1.25969)„ **(Die Ernte des Wintergetreives) ist in der ganzen Umgegend beendet. Das trockene Wetter hat die Arbeiten beschleunigt. Mit dem Ertragkann der Landwirt zufrieden sein. Stroh gibt er in Hülle und Fülle. Dagegen ist der Körnerertrag, besonders des Roggens, geringer als im Vorjahre. Seit einigen Tagen steht auch das Sommergetreide abgemäht da. Das weniger günstig, weshalb die Ernte des Hafers, der Gerste usw. etwas langsam vor sich geht. Für die Kartoffeln, Futterkräuter und Gartengewächse ist jetzt genügend Feuchtigkeit vorhanden. Auf dem Lande wünscht man deshalb wieder trockenes Wetter. Allem Anschein nach gibt es eine gute Kartoffelernte, wenn es nicht zu viel regnet. *(Adler=Apotheke.) Unsere vor einigen Wochen gebrachte Meldung von dem Verkauf der Adler=Apotheke bestätigt sich. Herr Osterholt hat mit dem heutigen Tage die Apotheke übernommen. Zuletzt war Herr sitzer der Einhorn=Apotheke in Dortmund— die von der Stadt angekauft und niedergelegt wird, vordem sieben Jahre Besitzer der in Arnsberg und für die Regierung als Revisor und Examinator tätig. Herr Dr. Osterholt, Oberapotheker der Reserve, studierte in München, Münster und Kiel, bestand das Staatsexamen in Kiel und machte dort seinen Doktor der Apotheker Werth wird wahrscheinlich in einem Badeorte bei Wiesbaden eine andere Apotheke er**( P e r s o n a l i e.) H e r r P f a r r e r W i s c h n a t h i s t vom Montag ab für einige Wochen Seine Vertretung haben die übrigen Geistlichen der evangelischen Gemeinde übernommen. **(Unfälle.) Die Unfallchronik ist gestern wieder um zwei neue Fälle vermehrt worden. In seiner neuen Wohnung an der Bahnhofsstraße, mit deren Einrichtung er beschäftigt war, kam der Betriebsführer Esser so unglücklich zu Fall, daß er einen Bruch des rechten Beines erlitt.— Zwei Finger der rechten Hand abgequetscht wurden dem 16jährigen Arbeiter Brauckmann aus Lichtendorf, der mit der Hand unter eine Presse geriet und sich obige Verletzung zuzog. Der Verletzte wurde in das kath. Krankenhaus gebracht, wo ihm die verletzten Finger abgenommen wurden. *e(Böse verhauen) haben sich gestern abend verschiedene junge Burschen am Westentor. Die Gesellschaft war in Meinungsverschiedenheiten geraten, alle Bemühungen eines älteren Mannes, Frieden zu stiften, waren erfolglos und bald war die schönste Keilerei im Gange, wobei Spazierstöcke und Zaunlatten als Schlagwerkzeuge benutzt wurden. Einem der Beteiligten wurden mehrere Zähne eingeschlagen, während ein anderer eine heftig blutende Kopfwunde davontrug. Hoffentlich haben sich die Gegner später wieder ausgesöhnt. **(Der Schützenbund) veranstaltet am kommenden Sonntag einen sogenannten Schützentag, wie dieses schon seit längeren Jahren Brauch ist. Nach dem Programm tritt das Regiment gegen 1 Uhr zum Abholen des Königspaares an, es erfolgt sodann ein Festzug durch die Stadt zum„Schützenhof“, wo imlaufe des Nachmittags ein Konzert und Preisschießen und abends Königsball stattfindet. Wir wünschen den Schützen recht viel Verwolger! nen schädlichen Schmarotzern gründlich gereinigt und desinfiziert. Die darmdesinfizierende Wirkung von Majapan ist die gleiche wie die des Yoghurt. Jedes Stückchen Majapan übt die gleiche reinigende Wirkung auf den Darm aus wie eine Tasse Yoghurt, hat aber keinen Nährwert. Neben seiner großartigen gesundheitsfördernden Wirkung hat das Präparat noch den Vorzug eines besonderen Wohlgeschmackes. Es wird als Dessert zu jeder Mahlzeit genommen. Auch Kinder essen es gern. Seiner ausgezeichneten Eigenschaften wegen wird Majapan mit vorzüglichem und anerkanntem Erfolge angewendet bei allen Verdauungsstörungen, besonders bei der Wurzel aller Stosswechsel=Krankheiten— der chronischen Stuhlverstopfung. In solchen Fällen, wo übermäßig angehäufte Darmsäulnis=Bakterien die Ursache der chronischen Stuhlverstopfung sind— und das ist überaus häufig der Fall— kann das Uebel durch Majapan gründlich beseitigt werden. Dann dient es aber auch zur Verhütung von Blinddarmreizung und=Entzündung, ferner zur Ernährung bei Bleichsucht, Nervosität, Migräne, Schlaflosigkeit, sodann bei allen Hautunreinlichkeiten, wie Gesichtspickel, Pusteln, Ausschlag, Geschwüren, Furunkeln usw. Der regelmäßige Genuß von Majapan— dem Brot des Lebens— erhält die Kraft und Schönheit des Körpers, bewahrt vor einem vorzeitigen Altern und verlängert unser Leben. Wer sich näher über Majapan informieren will, der verlange unsere ausführliche Schrift„Die Kur der Zukunft", die wir jedem Interessenten nebst einer Probe des Präparates gegen Einsendung von Mk. 0,20 in Briefmarken portofrei zusenden. Die Anwendung von Majapan in gegebenen Fällen hat Erfolge gehabt, die man bisher nicht kannte. Es versäume daher niemand, sich Probeund Broschüre kommen zu lassen. Wenn Sie sich über„Yoghurt“ Informieren wollen, verlangen Sie kostenlose Zusendun; von Proben und Litteratur der Yoghurt-Centrale Dr. J. Schaffber& Co. Berlin- Oranewald. Nr. 192. 1. Beilage. Das Boerner’sche Ozean=Luftschiff. Von Professor Dr. Bamler. Ein Ozeanluftschiff?— so wird der Leser kopfschüttelnd fragen, und die Berechtigung dazu kann ihm sicherlich nicht abgesprochen werden. Alle Versuche, die Luftschiffe bisher zur Ueberfliegung der Meere dienstbar zu machen, sind, abgesehen von den letzten denkwürdigen Erfolgen der Z=Schiffe, mißglückt. Es handelt sich aber in diesem Falle, das sei vorweg gesagt, um ein durchaus ernstes Unternehmen, zudem um ein deutsches Unternehmen. Ingenieur Boerner, von dem das Projekt ausgearbeitet ist, ist Deutscher, und die Vorzüge seines Systems vor allen anderen bisher existierenden Luftschiffen haben ihm die Mitarbeit namhafter deutscher Luftschiffer gesichert. Im folgenden kurz die Einrichtungen der geplanten Ozeanluftschiffe. Die Grundlage bildet ein 240 Meter langes und 25 Meter breites durch Gitterträger versteiftes Brückenchassis, das vorn und hinten in eine halbkugelförmige Kappe ausläuft. Auf diesem Chassis werden in drei Längsreihen nebeneinander 57 kastenartige Gassäcke befestigt, die rechteckigen Querschnitt haben und oben in einer halbkugelförmigen Kappe enden. Sie sind fest miteinander verbunden und stehen durch Ventile untereinander und nach außen hin in Verbindung. Der mittelste Gassack besteht aus einer einfachen Zelle, die mit Wasserstoff gefüllt ist. Die seitlichen Zellen werden durch ein Ballonett, das den ganzen Querschnitt einnimmt, in drei Teile zerlegt. Der nach der Mitte zu liegende Teil wird ebenfalls mit Wasserstoff gefüllt, das Ballonett mit Stickstoff und der nach außen hin liegende Teil mit Luft. Somit ist dem Wasserstoff die Möglichkeit genommen, durch Diffusion seitlich in die Luft auszutreten und mit ihr das gefürchtete Knallgas zu bilden. Aber auch nach oben und unten hin ist ihm diese Möglichkeit genommen, denn die gesamten Luftsäcke sind von einer zweiten geschlossenen Hülle umgeben, die ebenfalls mit Stickstoff gefüllt u. durch inneren Ueberdruck prall gehalten werden. Boerner sichert also seine Gasträger durch eine Wand von Stickstoff gegen jede Verbrennung, auch gegen die Zündung eines Blitzes. Würde selbst die äußere Hülle mit Absicht in Brand gesteckt, so würde der durch den Ueberdruck austretende Stickstoff sofort die Flamme löschen. Die Anordnung hat außerdem noch den Vorteil größter Ersparnis der nutzbaren Gase, denn Stickstoff hat sehr wenig Neigung, durch die Ballonwände zu diffundieren, ebenso hat das Gemisch von Stickstoff und Wasserstoff einen sehr geringen Diffusions=Koéffizienten. Wenn also auch aus den Wasserstoffzellen im Laufe der Zeit Wasserstoff in die Stickstoffumgebung eindringt, so wird er in dieser Umgebung zurückgehalten und dringt nicht weiter nach außen in die Luft. Bei der Füllung für den Betrieb wird nicht so viel Wasserstoff in die Behälter hineingefüllt, daß sie prall sind, sondern nur 75 Prz. des Inhalts, so daß für die Stickstoffüllung und die Füllung der Luftsäcke noch etwa 40000 Kubikmeter übrig bleiben. Dadurch ist das Schiff in die Lage versetzt, alle für die Praxis wünschenswerten Höhen zu erreichen, ohne daß Betriebsgas entweicht. Dehnt sich das Gas durch Steigen des Luftschiffes oder durch Sonnenbestrahlung aus, so drückt der sich ausdehnende Wasserstoff zunächst auf das Stickstoffballonett, dieses auf die Luftsäcke, und inAmtliches Kreisblatt. folge des Ueberdruckes entweicht durch die Ventile Luft nach außen. Die Raumverhältnisse sind so bemessen, daß das Schiff selbst in den größten praktisch verwertbaren Höhen immer noch etwas übrige Luft in den Luftsäcken hat. Dadurch und durch die eigenartige Einrichtung der Propeller ist das Schiff in die Lage versetzt, meteorologisch zu navigieren, d. h., es kann sich immer diejenige Höhe im Luftraum aussuchen, die für seine jeweilige Fahrt den günstigsten Wind und überhaupt die günstigsten meteorologischen Verhältnisse aufweist. Die Propeller sind so eingerichtet, daß sie in jede nur mögliche Richtung eingestellt werden können. Das Schiff erhält seine Vorwärtsbewegung durch 34 Motoren, die je acht Propeller treiben, und die zusammen 6500 Pferdekräfte entwickeln. Soll das Schiff steigen, so wird dies nicht, wie bei den bisherigen Schiffen, durch Ballastausgabe bewirkt, damit der nötige Auftrieb vorhanden ist, sondern das Schiff' wird als Körper, der schwerer ist als die Luft, durch seine als Hubschrauben wirkenden Propeller in die Höhe gehoben. Allmählich verliert es durch Verbrauch von Betriebsmaterial an Gewicht und gelangt in die Gleichgewichtslage. In dieser Gleichgewichtslage können sämtliche Propeller zur Vorwärtsbewegung benutzt werden und geben dem Schiff alsdann eine Eigengeschwindigkeit von 120 Kilometer in der Stunde. Berücksichtigt man, daß die mittlere Windgeschwindigkeit über Norddeutschland in 1000 Meter 35 Klm. pro Stunde beträgt, und in 3000 Meter Höhe 41 Kilometer und daß über dem atlantischen Ozean im Mittel nicht ganz 45 Kilometer gemessen werden, so erkennt man unschwer die Vorzüge des Boernerschen Schiffes infolge seiner Fortbewegungsgeschwindigkeit vor allen anderen Typen. Die Tatsache, daß Geschwindigkeiten von 100 Klm. pro Stde. auch über dem Ozean nur selten vorkommen, eröffnet dem Ozeanluftschiffe die Möglichkeit nahezu ununterbrochener Fahrten. Wird im Laufe der Fahrt das Schiff leichter als die Luft infolge Verbrauchs von Betriebsmaterial, so kann mit Hülfe von abwärts gestellten Propellern dieses Leichterwerden kompensiert werden. Andererseits hat Boerner auch die Möglichkeit vorgesehen, einen Teil der Gasfüllung als Betriebsmaterial zu verwenden und dadurch die Gleichgewichtslage zu erhalten. Auch für die Landung bietet das System schätzenswerte Vorteile, so kann es mit Hülfe der abwärts gerichteten Propeller stelbsttätig landen, ohne daß Bedienungsmannschaften dazu notwendig sind. Die Dimensionen des geplanten Schiffes ermöglichen die Mitnahme von 300 bis 600 Personen je nach der Dauer der Fahrt. Bei der Mitnahme von 300 Personen können 6000 Kilometer überflogen werden. Dabei werden die Schiffe ausgestattet mit Schlafkabinen, Unterhaltungs= und Speiseräumen und Promenadendecks, ähnlich wie die Ozeandampfer. Da sie eine schnellere und bequemere Ueberquerung des Ozeans ermöglichen wie die Dampfschiffe, so ist an der Rentabilität derselben nicht zu zweifeln, und es ist nur eine Frage der Zeit, daß die großen OzeandampferGesellschaften selbst den Bau und Betrieb derartiger Schiffe in die Hand nehmen. Zunächst handelt es sich darum, eine Aktiengesellschaft zum Bau und zur Ausprobierung des Schiffes ins Leben zu rufen. Das System hat den Vorzug, daß es in kleinem Maßstabe begonnen werden kann und nachdem die konstruierten Größen ausprobiert worden sind, sich Schritt für Schritt vergrößern läßt. Der Brückenbau des Chassis sowie die Tatsache, daß jede Sektion von Gassäcken gewissermaßen ein selbständiges Ganzes bildet, ermöglichen Neueinfügung anderer Sektionen in wenigen Stunden, u. diese Tatsache, sowie daß klein begonnen werden kann, daß auch verhältnismäßig geringe Mittel für den Anfang notwendig sind, läßt das Gelingen des Planes in besonders günstigem Lichte erscheinen. Es ist zu wünschen, daß das Unternehmen, da es auch von weittragender nationaler Bedeutung ist, die nötige pekuniäre Unterstützung findet, denn es erscheint als zweifellos, daß das Boernersche System einen enormen Fortschritt gegenüber allen anderen bisherigen Luftschiffen bedeutet. Es wäre höchst bedauerlich, wenn sich Deutschland eine deutsche Erfindung entgehen ließe, damit sie im Auslande ausgeführt wird und wenn wir nicht im Stande wären, den Vorsprung auf dem Gebiete der Motorlustschiffahrt, den wir dem Auslande gegenüber haben, uns auch erhalten zu können.(Rh.=Westf. Ztg.) Westfalen und Rheinland. * Dortmund, 15. August. Beim Anwärmen von Bohnerwachs auf einem Ofen hatte die 26= jährige Dienstmagd Helene Knopp nicht genügend Obacht gegeben. Die bei der Hitze sich entwickelnden Gase explodierten, wobei die ganze kochende Flüssigkeit dem Mädchen über den Leib geflossen ist. Es trug schwere Verbrennungen davon und mußte nach Anlegung eines Notverbandes durch einen Arzt dem Krankenhause zugeführt werden. * Hilchenbach, 15. August.(Todessturz.) In Allenbach stürzte ein beim Neubau eines Puddelwerks beschäftigter Zimmergeselle heute morgen in einer Höhe von etwa 7 Metern ab und schlug hierbei mit dem Kopf auf einen eisernen Trog, sodaß das Gehirn hervortrat. Man brachte den Mann gleich in das Siegener Krankenhaus, wo der verheiratete Mann inzwischen gestorben ist. * Warendorf, 15. August.(Bluttat.) Zwischen ausländischen landwirtschaftlichen Arbeitern kam es in einer Wirtschaft im benachbarten Ostbevern zu einem Wortwechsel, der sich auf der Straße fortsetzte. Hierbei wurde der 20jährige Arbeiter Josef Neugebauer durch einen Messerstich so schwer verletzt, daß er nach ganz kurzer Zeit eine Leiche war. Als Täter kommen die Arbeiter Hodala und Kemsche in Frage, die in Haft genommen sind. * Gerthe, 15. August.(Nicht weniger wie 17 Einbruchsdiebstähle) wurden, während sich fast die gesamte Bewohnerschaft unserer auf so traurige Weise berühmt gewordenen Gemeinde an dem Bergknappen=Massenbegräbnis beteiligte, hier ausgeführt. Die Einbruchsdiebstähle scheinen von mehreren Diebesbanden verübt worden zu sein, denn während man es in einer Neihe von Fällen ausschließlich auf Geld abgesehen hatte, wurden in anderen Fällen auch Wertgegenstände, wie Uhren, Ketten, Ringe, Broschen, Nevolver, Ferngläser usw., mitgehen geheißen.„In einem Hause lag ein dreijähriges Kind zu Bett, das durch das Eindringen der Spitzbuben derartig in Schrecken gejagt wurde, daß es in seiner Angst auf und davon lief; erst heute früh konnte das bedauernswerte Kind im benachbarten Holthausen ermittelt werden. Freitag, 16. August 1912. * Barmen, 15. August.(Kindesentführung.) Die Polizei verhaftete einen Aegypter, der aus einem Vorort Berlins sein neunjähriges Kind gewaltsam entführt hatte. Er hatte vor 8 Jahren seine Frau, eine Deutsche, mit ihren zwei Kindern verlassen und war nach Aegypten zurückgekehrt. Seine Frau war in einem Berliner Vorort zurückgeblieben. Vor einigen Wochen ist eins der Kinder gestorben. Während das andere sich in der Schule befand, wurde dem Lehrer mitgeteilt, daß sein Onkel aus Amerika, den Kleinen zu sprechen wünsche. Der Lehrer gab dem Knaben die Erlaubnis, den draußen im Kraftwagen wartenden Onkel zu begrüßen. Dort wurde das Kind von den vier Insassen des Wagens, drei Männern und einer Frauensperson, gewaltsam ins Gefährt gezogen und davon geführt. Die Polizei ermittelte die Nummer des Kraftwagens. Auch stellte sie fest, daß einer der Entführer nach Barmen gefahren sei, um hier Geschäfte in Bändern zu machen. Durch die telegraphische Benachrichtigung der Barmer Kriminalpolizei gelang es, diese Person festzunehmen. Es war der eigene Vater des Knaben. Der Knabe war nicht mehr aufzufinden, wahrscheinlich ist er vom Bruder des Vaters, der sich mit in dem Kraftwagen befunden haben soll, nach Aegypten geschafft worden. Die Frauensperson, die sich in dem Wagen befand, ist eine Freundin des Vaters und inzwischen in Berlin festgenommen worden. Bei der vierten Person handelt es sich um einen Berliner Detektiven. * Köln, 15. August.(In eine exemplarische Strafe) nahm die heutige Strafkammer den Heiratsschwindler Emil Hardt, der es auf die Spargroschen der Dienstmädchen abgesehen hatte und in vielen Fällen dieserhalb bestraft ist. Auch in Köln knüpfte er mit einem Dienstmädchen an, dem er die Ehe versprach und vorschwindelte, er habe eine Einrichtung für fünf Zimmer, die aber erst in seinen Besitz übergehe, wenn er seine Schwester mit 300 Mark abgefunden habe. Das Mädchen erklärte, ihr Geld stehe in Goch aus der Sparkasse. Sofort telefonierte der Gauner im Namen des Mädchens, man möge ihr das Geld schicken. Das Mädchen sandte aber das Geld sofort an die Sparkasse zurück. Nun suchte Hardt das Mädchen durch Drohungen schwerwiegender Art zur Hergabe des Geldes zu bewegen. Der Staatsanwalt meinte, man müsse den gemeingefährlichen Menschen auf längere Zeit unschädlich machen und beantragte 2 Jahre Zuchthaus. Das Gericht aber ging über diesen Antrag hinaus, verhängte über den gewissenlosen Burschen eine Zuchthausstrafe von drei Jahren und sprach ihm auf fünf Jahre die bürgerlichen Ehrenrechte ab. Deutscher Handwerkertag. Der 13. deutsche Handwerkertag beschäftigte sich nach Annahme der Resolution wegen Aenderung der Bestimmungen über das Submissionswesen am Mittwoch mit den Konsumvereinen und wurde dann geschlossen. Syndikus Dr. Schellen=Münster führte in seinem Referate aus, die Regierung gerate den mächtigen Konsumvereinen gegenüber in dieselbe Gefahr der Abhängigkeit wie bei den großen Trusts. Die Zahl der Konsumvereine überstiege heute schon 2500 mit über 2 Millionen Mitgliedern. Die Konsumvereine seien keine sozialen Einrichtungen mehr; in der Organisation des Konsums M Kosen und Dornen. Roman von Arthur Zapp. 50 Drei Tage später, als Wanda schon völlig wieder hergestellt, wenn auch noch etwas schwach auf dem Sofa im Wohnzimmer ruhte, hatte Herwart eine Unterredung unter vier Augen mit ihr. Der Leutnant saß neben dem Sofa und hielt die Hand seiner Schwester in der seinen. „Nun erkläre mir bloß, Wanda," redete er ernst und dringlich, wenn auch in freundlichem Ton, auf sie ein,„was hat Dich denn eigentlich zu dieser unsinnigen, verzweifelten Handlung getrieben? Du weißt doch, daß wir, die Eltern und ich, Dich zu nichts zwingen, was über Deine Kräfte geht und wozu Du selbst nicht aus freier Entschließung einwilligst.“ Die Gefragte legte ihre freie Hand über die Augen; leise, beschämt erwiderte sie:„Ich wußte ja nicht, was ich tat, Herwart. Ich war ja wie von Sinnen. Ich begreife ja selbst nicht"— Als sie stockte, fragte er sanft, sich zu ihr hinabbeugend:„War es, weil Du Dich vor der— Heirat mit Scholz fürchtest?“ Ein Schauder lief durch die zarte Gestalt der Liegenden. Der Offizier bewegte voll Befremden und Mißbilligung sein Haupt. „Aber,“ fuhr er erregter, lauter fort,„aber warum hast Du denn seinen Antrag angenommen? Warum hast Du uns denn nicht gleich erklärt, daß Du ihn nicht magst?“ Wanda von Sterneck machte eine lebhafte Bewegung, ließ ihre Hand von den Augen sinken und richtete ihren Blick mit einem Ausdruck von Verzweiflung auf den Bruder. „Ich muß ja doch, ich kann ja doch nicht anders! Was soll denn sonst aus Dietrich werden?“ Herwart von Sterneck sah eine Weile schweigend in die vibrierenden Züge seiner Schwester, in denen Resignation und ein leidenschaftlicher Schmerz miteinander rangen. Rührung und Ergriffenhe## malten sich in seinen Mienen. Seine Finger schlossen sich mit innigem Druck um die Hand, die kalt, schwer in der seinen lag. „Du wolltest Dich für Dietrich, für uns alle opfern?" fragte er weich. „Kann ich denn anders? Ist es nicht meine Pflicht? Ach, Herwart, wäre es doch nur nicht so furchtbar schwer!“ Der Leutnant beugte sich erschüttert über die Ruhende, und es war eine unbewußte, impulsive Handlung, als er sie nun auf die blassen Wangen küßte. Seine Augen schimmerten feucht, und eine tiefe Gemütsbewegung erstickte fast seine Stimme. „Nein!“ sagte er, mühsam atmend.„Das sollst Du nicht. Niemand verlangt es von Dir, Wanda.“ In den Augen der auf dem Sofa Ruhenden glomm ein stilles Strahlen, ihre Hand preßte sich auf die Herzgegend und ein tiefer Atemzug hob ihre Brust. Aber gleich darauf schüttelte sie schwermütig, resigniert mit dem Kopf. „Es muß ja doch sein. Was soll denn sonst werden?“ Herwart richtete sich straff in die Höhe; der Blick seiner Augen und der Zug um die sich fest aufeinander pressenden Lippen verrieten einenenergischen Willen. Seine Hand machte eine halb abweisende Bewegung. „Nein! Davon kann keine Rede mehr sein. Solch ein Opfer von Dir anzunehmen, wäre Verbrechen. Zulassen, daß Du Dich an einen Mann verkaufst, vor dem Du ein Grauen empfindest— nein, nimmermehr!... Ju Man 72189. Stuh Seine Erregung trieb iyn von seinem Stühl auf; er ging ein paarmal mit stürmischen Schritten im Zimmer auf und ab. Wanda blickte starr nach der Decke. Ihre Häude hatte sie ineinandergefaltet. Mit ihrem bleichen Antlitz, das noch deutlich die Spuren der überstandenen körperlichen und mehr der durchkämpften seelischen Leiden trug, mit den großen, dunklen Augen, aus denen ein verklärender Strahl stiller Hoffnung brach, sah sie wie eine Märtyrerin aus. wird Rat werden, es muß!" stieß der Leutnant aufgeregt hervor.„Papa und ich, wir werden einen Ausweg finden. Sollen wir Dich zur Verzweiflung, in den Tod treiben?" Er trat wieder an das Sofa heran und betrachtete das rührend schöne Antlitz mit dem Ausdruck sanfter Ergebung. Und wieder beugte er sich, von seinen Empfindungen übermannt, tief herab und drückte seine zuckenden Lippen auf die Stirn der Schwester. Und dann ließ er sich wieder auf den Stuhl nieder, der dicht am Sofa stand, erfaßte von neuem ihre Hand und legte seinen Mund dicht an ihren Mund und flüsterte der Ruhenden eine Frage ins Chr „Liebst Du ihn denn, Wanda, liebst Du Ewald Bohm?" Er fühlte, wie sie heftig zusammenzuckte. Mit einem Male schlang sie ihre Arme um seinen Hals und preßte ihre glühenden Wangen an die seinen, und statt einer Antwort brach sie in ein erlösendes Schluchzen aus. 19. Kapitel. Als Arno Zöller von der Ostsee mit seiner kleinen Familie nach Hause zurückgekehrt war, schrieb er über Hals und Kopf sein neues Schauspiel zu Ende, denn der Direktor drängte. Am liebsten hätte er die Saison mit Arno Zöllers neuem Werk eröffnet. Nun mußte er sich mit Wiederholungen von einigen Erfolgen der früheren Saison helfen. Bevor Arno Zöller sein neues Stück dem Theater übergab, veranstaltete er eine große Vorlesung, zu der er eine Anzahl von Kollegen, Freunden, Kunstkennern und Schauspielern in seine Wohnung einlud; auch Fräulein Seehofer befand sich darunter. Else konnte, wenn sie auch all ihre Gäste mit höflicher Freundlichkeit begrüßte, ein leises Unbehagen nicht unterdrücken, daß sie die Schauspielerin, deren Wesen ihr in tiefster Seele unsympathisch war, bei sich empfangen mußte. Schon der blode Anblick der schönen, koketten Künstlerin machte sie nervös; ihre herausfordernde Art, ihre Gewohnheit, sich gegen Arno zu benehmen, als wenn sie irgend welche Anrechte an ihn habe, empörte sie. Neuerdings hatte sich die Schauspielerin angewöhnt, ihn beim Vornamen zu nennen. Das Erscheinen der beliebten Künstlerin machte Sensation. Man umringte sie und beeilte sich, ihr Komplimente zu sagen. Es hatte für ein paar Minuten den Anschein, als ob Fräulein Seehofer der Mittelpunkt der Gesellschaft sei, als ob sie in der Wohnung des Dichters Cercle abhielt. Da drehte sie sich plötzlich lebhaft herum und brach sich Bahn durch die sie umgebende dichte Kette. „Wo ist er denn? Wo ist denn mein Dichter?“ Als sie Arno, der eben ein paar eintretende Gäste begrüßte, erblickt hatte, rief sie:„Kommens mal daher, Arno!“ Und als er sich ihr lächelnd genäherthatte, strich sie ihm mit ungenierter Bewegung mit der Hand über das Gesicht. „Na, wie ist Ihnen denn nun zu Mute? A bisserl Angst, nit? Macht nix! Das gibt sich. Wenns stecken bleiben, spring' ich für Sie ein und les' Ihr Stück zu End'. Ich kann's ja ohnedies bald auswendig.“ Und dann fuhr ste ihm noch ein paarmal tätschelnd über Wangen und Kinn. „Armer Schneck! Ganz blaß schauens aus! Nur Courage, mein Lieber, Courage!“ Die Vorlesung begann. Arno las anfangs etwas stockend und monoton. Man merkte ihm an, daß er befangen war. Aber nach und nach geriet er in Feuer, er berauschte sich an seiner eigenen Dichtung. Hie und da unterbrach ihn lauter Beifall, der seine Aufregung noch steigerte und seinem Vortrag noch mehr Schwung und Berve lieh. 195.16 Seite 6. * Schwerter Zeitung.(Amtkiches Kreisblatt.) Freitag, den 16. August 1912. Nr. 192. und der Konzentration der Produktion der Vereine sprächen die schwersten sozialen Bedenken, denn sie gefährde unsern selbständigen Mittelstand, verschärfe die Klassengegensätze und schüre den Klassenhaß. Gegen die Gefahr sei außer gesetzlichen Maßnahmen die Selbsthilfe der Gewerbebreibenden geboten. Als gesetzliche Schutzmaßnahmen fordert eine einstimmig angenommene Resolution, die Gründung neuer Beamtenkonsumvereine von der Bedürfnisfrage abhängig zu machen, den Beamten die Beteiligung an der Verwaltung der Vereine zu verbieten, gesetzliches Verbot, selbstproduzierte Waren an Richtmitglieder zu verkaufen, Einführung einer progressiven Umsatzsteuer der Vereine. An Maßnahmen der Selbsthilfe werden empfohlen Stärkung der einzelnen selbständigen Existenzen durch Barzahlung, enger Zusammenschluß auf wirtschftlichem wie ideellem Gebiete, Anschluß der Handwerkerkorporationen aneinander und Aufklärung über die Konsumvereinsgefahren. Endlich wurde die Gründung einer Zentralstelle zur Entgegennahme und Sammlung der Beschwerden des Mittelstandes über vorhandene Mißstände beschlossen. Vermischtes. Dekorierte Frauen. Jüngst ging die richt durch die Blätter, daß Frau Notar Pauline Hitzfeld die einzige lebende Inhaberin des eisernen Kreuzes sei. Nun befindet sich aber noch in Posen in verhältnismäßiger Frische und Gesundheit eine zweite Trägerin dieser ehrenvollen Auszeichnung. Ihr Name ist Frau Gutsbesitzer Emma Wildt, geborene Auffahrt. Sie ist in Hersfeld im Hessichen geboren und hat sich bereits in jungen fahren mit großem organisatorischen Geschick der Gründung des dortigen Vaterländischen Frauenvereins unterzogen. Durch ihre hervorragenden Leistungen in den Kriegsjahren 70·71 verdiente sie mit Recht die Dekoration, der später noch in warmer Anerkennung all ihrer Verdienste das Frauenverdienstkreuz u. die Zentenarmedaille folgten. Sie ist jetzt im 67. Lebensjahr. 1910 im August wurde sie anläßlich der Einweihung des Posener Residenzschlosses der Kaiserin vorgestellt, die das lebhafteste Interesse an ihren Kriegs=Erzählungen, die sie sich ausdrücklich erbat, nahm. Von Japaus Presse. Die japanische Presse hat es nicht zum wenigsten der Anregung und tatkräftigen Unterstützung des verstorbenen Kaisers Mutsuhito zu danken, daß sie sich zu einer achtunggebietenden Stellung emporgearbeitet hat. Die beiden ältesten Zeitungen Japans sind der„Mai Nitchi“ und der„Tokio Nitchi“, die vor 36 Jahren gegründet wurden. Sie erscheinen in einer Auflage von je 180000 Exemplaren und kosten im Monat nach unserem Gelde 1,20 Mk. Für diesen Preis erhält der Abonnent täglich 10 große auf grobes Papier eng gedruckte Textseiten und eine illustrierte Beilage. Die Setzer arbeiten für einen festen Tagelohn von 1,35 Mk. Was die Illustration anbetrifft, einfache Federskizzen, in denen die Künstler im Reiche der aufgehenden Sonne bekanntlich Glänzendes leisten, so erhält man diese für ein Butterbrot, zuweilen auch ganz umsonst. Die Redakteure beziehen ein Monatsgehalt, das zwischen 96 und 100 Mark schwankt. Unter den Reportern gibt es daher einige, die im Jahre 4—5000 Mk. verdienen. Von den 10 seiten des Blattes bleiben 3 für Inserate bestimmt, 3 enthalten den Leitartikel, Korrespondenzen und Telegramme, 2 literarische und künstlerische Nachrichten, den Gerichtsbericht und die fast immer illustrierte Beilage, Nachrichten aus dem Industrie= und Geschäftsleben und lokale und vermischte Notizen. der Pflege ist die Bahn in vorzüglichen Verfassung und ist daher, zumal schon zahlreiche BoxenBestellungen vorliegen, ein guter Sport zu erwarten. Wenn das Wetter nun noch Sonnenschein spendet, so sind alle Vorbedingungen für einen glänzenden Verlauf des Jubiläumsrennens gegeben. Auch können wir mitteilen, daß Se. Durchlaucht Prinz von Natibor u. Corvey, Oberpräsident der Provinz Westfalen, sein Erscheinen in sichere Aussicht gestellt hat. Büchertisch. Alle unter dieser Rubrik besprochenen Bücher sind in der Carl Braus'schen Buchhandlung zu haben. In der Broschüre„Was können Herzkranke zu ihrer Gesundung tun?“ erklärt der bekannte Spezialarzt für Herzkrankenheiten Sanitätsrat Dr. Wachenfeld in allgemein verständlicher Weise die Entstehung und das Wesen der Herzkrankheiten und gibt an der Hand dieser Erklärungen an, was Herzkranke zu ihrer Gesundung tun können, und weshalb sie dies und jenes tun oder lassen müssen. Der billige Preis □1 Mark) ermöglicht jedem Herzkranken die Anschäffung dieser empfehlenswerten Broschüre, welche soeben im Verlage von Oskar Coblentz in Berlin W. 30 erschienen ist. Sport. Raogo on bünder. * Hüsten, 15. August.(Rennen.) Für das am Sonntag, dem 18. August, stattfindende Jubiläumsrennen sind 70 Meldungen abgegeben. Die Rennstallbesitzer haben hierdurch gleichsam als Jubiläums=Geschenk erneut ihre Sympathie für den prächtigen mit herrlichen Eichen begrenzten Hüstener Turf=Platz„Klosfuhr“ aufrecht erhalten. Am Samstag hoffen wir die Pferde nennen zu können, die für den Wettkampf auf grünem Rasen in Hüsten anwesend sind. Infolge jahrelandas echte SicherheitsBackpulver! Das ganse Lun geben wir ausser auf Eier und Süssrahmbutter —.— auf alle Waren Rabatt und auf Margarine, Malzkaffee i. P., Kornkaffee, Nährsalzkaffee und gemahl. Kaffee-Ersatz " Teesemarken and Bond also bis zu 23 Prozent Rabatt was von keiner Konkurrenz geboten wird. Durch den direkten waggonweisen Einkauf vom Ausland liefern wir Eler! Eler! in bekannt feinster Qualität zu staunend billigen Preisen. 5552 A. Peitter’s Spezial-Geschäft G. m. b. H. Schwerte: Hagenerstrasse 1. Westhofen: Bahnholstr. 41. Ergste: Chausseestr. all 1½ Holzen: Rosenweg 80. Sarr Braus Buchhandlung Schwerte-Ruhr, Gr. Marktstrasse 3-5 empfiehlt sich zur schnellsten Lieferung jeglichen — Merartschen Bräuris. Grosse Auswahl Gebiete der Gesamtliteratur. Ansichtssendungen bereitwilligst. WVarl1m populären und wissenWOrke schaftlichen Inhalts. 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Die entzündete Haut stößt viel Schüppchen ab, die sich mit dem reichlichen Hauttalg der gleichfalls mitentzündeten Talgdrüsen zu einen mehr oder weniger trockenen Masse vereinigen. die Absonderung der Talgdrüsen gering, so bilden sich nur kleieartige Massen auf der Kopfhaut. Zuweilen tritt diese Schuppenbildung in derartig starken Mengen auf, daß die Haare der davon befallenen Personen wie gepudert aussehen, und deren Oberkleidung ständig mit Schüppchen besät ist. In Anfangsstadium fällt eben nur diese Schuppenabsonderung auf, die in den meisten Fällen nicht weiter beachtet wird. Aber nach Verlauf von einigen Jahren tritt auffallender Haarausfall und Stirnscheitelgegend. Es genügt schon, mit den Fingern durch das Haar zu fahren, um eine ganze Anzahl Haare mitgehen zu heißen. Von der chemischen Industrie sind eine Menge Mittel zur Beseitigung der Kopfschuppen hergestellt worden. Unter diesen tritt das seit vielen Jahren bewährte, aus chemisch völlig unschädlichen Substanzen zusammengesetzte Haarpflegemittet „Champoon mit dem schwarzen Kopf“ immer mehr in den Vordergrund. Wöchentlich ein bis zweimal angewendet und dauernd benutzt, hebt es die physiologischen Funktionen der Haare und gewährleistet infolge seiner vorzüglichen Reinigungsfähigkeit und seines kosmetischen Effekts ein schuppenfreies, volles, nicht fettiges und doch glänzendes Haar. Beim Einkauf muß man aber seine Fordern „Shampoon mit dem schwarzen Kopf“ besondert betonen, um das echte Original=Fabrikat zu erhalten. In allen Verkaufsstellen ist übrigens dieses Originalpräparat auch mit Teer=, Eigelb= und Kamillenzusätzen erhältlich. Verantwortlich für die Redaktion: Friedr. Kraas. Druck u. Verlag von Carl Braus, beide in Schwerte. Einmachfruchtt schützt sicher vor dem Verderben mein Garicht Srraute.,„ Alle anderen Einmachartikel bekannt gut und preiswürdig bei 5370 Ernst arlein, Tustagst Proviantamt Münster i. W. kauft guten trockenen Roggenstroh und Hafer, gutes Heu vom I. Schnitt und Roggen neuer Ernte. Stroh muß indes vorher angemeldet werden. 5336 Schmückt Euer Helm im Winter, Euren Garten für den Frühling mit Echten Haarlemer Blumenzwiebeln Gegen Postanweisung von M. 6.25(Holl. 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SS0 8, — □ 3 ##p0 9—0 F8875 2 E: S. 9 #7 2 6 5 □ 5 * 6 5 Uberall zu haben. 8m S 8 S 3•2 Ihnen das danken, was Sie für mich Leise küßte er ihre Hand. Nie kann ich getan haben.“ Leise küßte er ihr und dann wurde Schwester Marie rot, und in fast atemloser Verlegenheit entgegnete sie:„Aber ich tu' doch nur meine Pflicht, Herr Weber.“ Lächelnd verneinte er.„Nein, Sie tun mehr, das fühle und empfinde ich wohl,“ sagte er leise, und küßte wieder ihre Hand. Als der Frühling kam, durfte der Kranke zum erstenmal ins Freie hinaus, freilich nur eine halbe Stunde in der Mittagszeit. Am Arm der Wärterin ging er hinaus in den Garten, und setzte sich in einen der bequemen Stühle. Schwester Marie saß neben ihm. Rings stand die Welt in all ihrer wunderbaren Blütenherrlichkeit. Die Sonne strahlte vom wolkenlosen Himmel. Aus allen Zweigen jubelte der junge Lenz. Und die Luft war voll von süßen Düften. Ueberwältigt von all der Pracht schloß der Kranke die Augen, und dann faßte er nach den Händen der Wärterin, und ganz leise sprach er:„Ach, Schwester Marie, das Leben ist doch herrlich, wenn man gesund und jung ist.“ Und ebenso leise antwortete sie:„Aber Sie werden jetzt ja wieder gesund, Herr Weber, und jung sind Sie ja auch noch.“ „Wie alt sind Sie, Schwester Marie?“ fragte er fast schüchtern. (Schluß folgt.) * Jehach. Bearbeitet von E. Schallopp. Aufgabe Nr. 272. Von B. Saalkind in Moskau. Schwarz: 7 Steine. ab d 1 g h Weiß: 5 Steine. Weiß zieht an und se mit dem 2. Zuge matt. 499—9PM'3 493—9PM'7 Suogu. 9—9|2 63—93 —A 1—9|2 Partie Nr. 274. Turnierpartie, gespielt zu Karlsbad am 22. September 1911. Unregelmäßige Eröffnung. Weiß: Chajes, Chicago. Dr. S. Tartakower, Rostow a. Don. 31. Dd2—14 f7—16 Schwarz will Lh6—g5—f6 verhindern, gerät aber nun aus dem Regen in die Traufe. 32. Df4—h4 c3—c22 33. Lh6—65-+ Kh7—67 34. Sg3—15-1 g6X15 35. Dh4—h6- Kg7—68 36. LgöXf6 D48—07+ 37. 82—g3 T47—h7 38. Dh6—g6+ K68-18 Oder Th7—g7 39. Lf6X g7 DeTxg7 40. Dg6—66+ 39. Dg6Xf5 c2—c1D 40. TalXcl DeTXcl 41. L16—c3+ Kf8—e7 42. Df5—e6+ Ke7-98 43. Lc3—f6+ K08—07 44. Lf6—65- Kc7—48 45. De6—88- K08-47 46. Dg8Xh7+ K07-e8 47. Dh7—68+ Ke8—e7 48. d5—46+ Ke7—47 49. Dg8—g4- Kd7-e8 50. Dg4—66+ Ke8—48 51. De6—e7t. (Nach dem „Deutschen Wochenschach".) Der Führer der weißen Steine erhielt für diese Partie einen Schönheitspreis von 50 Kronen. Weiß: 1. 42—04 2. Sgl—13 3. c2—c3 4. Sb1—42 5. e2—e4 6. Lf1—43 „7. S02—f1 8. S11—83 9. 0—0 10. TfI—el 11. Lc1—42 12. h2—53 13. S13—65 14. Sg5Xeß 15. Ld2—e3 16. L03—c2 17. Dal—42 18. 12—14 19. Le3xf4 20. L/4—e3 21. Tel—d1 22. c3X04 23. Lc2—a4 Schwarz: S88—16 47—46 Sb8—47 87—86 118—67. 0—0 e7—e5 T18—68 c7—c6 Da8—c7 S47—18 Lc8—eß h7—h6 SI8Xeß S16—47 Ta8—48 Kg8—17 e5Xs4 c6—05 Dc7-b6 c5Xd4 T48—08 Te8—e7? Statt dessen wäre Db6— d8 am Platze gewesen. 24. La4Xd7 TeTXd7 25. 44—05 26. b2—54 27. TdIXal 28. b4Xc5 29. Kgl—h2 30. Le3xh6 Se6—65 Lg7Xal Db6—08 40Xe 05—04 04—C3 Humor. Woher er's wußte. Sie:„Ist denn der Herr verheiratet, den du gestern kennen gelernt hast? Ja? Woher weißt du es denn? Hat er dir's gesagt?“ Er:„Nein, aber er hat mich so mitfühlend angesehen, als ich ihm sagte, daß ich verheiratet sei.“ * Höflichkeit.„Papa, worin besteht eigentlich Höflichkeit?“ fragte der kleine Jakob. „Höflichkeit,“ mein Sohn, erklärte der Vater,„besteht darin, daß man andere Leute nicht merken läßt, was man wirklich von ihnen denkt.“ * Der Wißbegierige. Lehrer:„Warum hast du denn Kurt von Alten so geprügelt, Willi? Du bist doch ein ganz ungezogener Junge!“. F6sge Glams Glet „Ach, der Kurt behauptet immer, er hatte viaues Blut, da wollt' ich nur mal sehen, ob's wahr ist, und wie ich sah, daß er gelogen hatte, da hab' ich ihn natürlich erst recht verhauen!" Auflösung des Rebus aus voriger Nummer: Aus künft'gen Zielen sprüht dir Leben, doch im Vergang'nen wohnt der Tod. 2 X# —* ** G S 8 5 * * 6 ## e: 8 * 2 9 ** 8 95 5 85 S 9 * 5 25 S 2 8 * G 5 5 S 8* 2 6 S 6 * 8 ** S 8 " a——*—* B8T59 8.5 #### SaSxS * 8 SSxs. B 8 5b BSTERRE E. Geg S S a5 S858.4 FIIEN S 8 8 9 4 SS—ER § S 873S 8935. * 23 à„n3nsA s a I S Bga.g „Tässge S9T 122 * 3 * .* S S KROES ** S* S00 SBSTBr ** 018 # Set * S K*. FSSse 2 9 85 5 S 2 * * a S 2 E 6 2 2 * 1 42. Jahrgang O Grites und älteltes Cagesorgan des Kreiles. O Haupt-Annoncenbig## Unterhaltungs=Beilage zu Nr. 192. Freitag, 16. August 1912. Satralt. Ronan von heinz ermont. Galgung ucholns ne Vunn u. Agenzgu. albe Jahen ihn zum Mier Igat Zz. Kihiesen Schgieser sohn nicht zu verarbeiten. Er läßt sich völlig goezrz, unterhalten, meine Geschwister folgen seinem Am Abend des gleichen Tages, an welchum Feschieg einige kurze Stunden zu mir herüberkamst, um Abschl zu nehmen, erschien er persönlich und verlangte eine größere Summe, angeblich, um ein Geschäft zu ge Ich mußte sie ihm verweigern. Was ich an Erspe gchschtete; eastee ie. i.die Mittel, bie Zorinte urng gebigkeit mir einst zur Verfügung stellten, konnte und durfte ich nicht angreifen. Ich habe mir seinerzeit geschworen, mich aus eigener Kraft zu erhalten bis z1 dem Tage, an dem Du mich heimholen würdest. Eine fürchterliche Szene war die Folge meiner Weigerung. Er beschimpfte mich in unerhörter Weise, die Pensi lch beim Paseren die grübenden Klaggen;, Potern, rusen sch habe eine schlasose Nacht Hinter, mir, Alein alcher und geschwentte 7..——u,— zu der Heimat mir Erleuchtung und wies mnag u—, den ie waren kaum an Deck, als das Schiff sich drehte und die Maschigen zu urveiten begannen. Um das im Morgengold liegende Vorgebirge Karmel herum ging es direkt nach Süden. Die Ufer sind flach. Man sieht über ihr weißumce säumtes Geglitzer hinweg bis hinaus in die Ebene von Saron; weit im Osten blauen die sanftgewellten Höhen von Samaria. Sandige Ufer, öde Felder und dahinter vegetationsarme Berge! Die Rose von Saron hat hier geblüht, und sie würde heute keinen Sänger mehr finden.„ Es war gegen Mittag, als Jassa, das Joppe der Alten, aus grünblanken Wellen emporstieg. Der direkt von Europa kommende Postdampfer verließ gerade den ungeschützten Hafen und strebte mit qualmenden Schornsteinen nach Norden zu. Hüben und drüben sich beim Passieren die grüßenden Flaggen; flatternde Hüte. Man wußte, er hatte in Jaffa Nachrichten von au den Lieben zurückgelassen und fühlte sich zu ihm hingezogen, wie zu einem alten, lieben Bekannten. Nervös erwartete Holday das Niederrasseln des Ankers. Er fühlte sich zu Boden gedrückt in der Erinnerung an all das, was seit seinem Anbordkommen in seiner Seele aufgetaucht war, und er lechzte nach einem Brief von Grete, wie der Verschmachtende nach einem Trunk Wasser. Er hatte gekämpft und gerungen mit sich selbst, der heilige Boden rund umher hatte zu ihm gesprochen in beredten, eindringlichen Worten ein Zwiespalt war doch in seiner Seele, und er erhob immer wieder gebieterisch das Haupt, sooft er auch glaubte, ihn niedergerungen zu haben. Nun lehnte er mit todbleichem Antlitz an der Reeling der verlassenen Brücke. Er hielt ihren Abschied in Händen. Unendliche Liebe klang heraus aus jedem Wort, unendliche Liebe, die in der Entsagung bis zu einer gigantischen Höhe sich erhebt,„ krieg g. Wenn „Es ist besser so, mein lieber Wilm," schrieb sie.„Wenn Deine lieben, treuen Augen auf meine Zeilen niederschauen, habe ich Deutschland bereits verlassen. Gib Dir keine Mühe, mich zu finden. Und wer. es Dir auch glücken sollte, mich irgendwo zu entdegen, mich umstimmen würdest Du nie und nimmer. Ich könnte Deinen Worten doch nichts gegenübersetzen, als ein hartes, unbeugsames Nein. Wie alles kam? Ich es Dir sagen in einigen schlichten. Sutzen. Seit einem Jahr verfolgt mich der zweite Mann meiner Mutter sie brachte, mut etleuchtugg und w.“.Hören. Meine richtigen Weg. Ich darf Dir nicht angere## Verwandtschaft wurde sich wie Blei an Drt, zein zm hängen. Also gehe ich. Es wird mir leicht se##, Ausland so viel zu erwerben, um auch meine axme Mutter gebührend unterstützen zu können. Ihr ich mich nicht entziehen..9 zugte das alte Von einem mäßig hohen Hüget, v. Mann und Jaffa neugierig herab auf den einsamen. meiz, blizte dann achtunggebietend hinaus auumworbene Mittelmeer, als sei es noch immer die viel Stadt, um deren Besitz Simon, der Makkabäer, und Richard Löwenherz so heldenmüttsz neher Mittags, der Ebene schlief das Jafa der Reuzehage, Schornsteine sonnenglut. Geschästig sandten Zwehzurchzitterte, durchihren dunklen Odem in die Lichrou., deg Materialis. lichtige Lust; eine uner5) zogzimus, der, von diesem mus gegen den bsich zie ronv zu erobern suchte. Boden ausgehend, zu, uie Welt„„ Unbeweglich Holday sah aues wie im Traum. hatten und unter großem Geschrel den abschüssgen Ee haite baradbe die Aalterpeise an en. g) 6e be. Dm eine, namt rudern zu lassen. Doch er ließ e dr lagen in enigen selichten Sohen, Sot unzgen Pvt,„elgeaphenanz. ig eeer. Doch er lech Juyr verfolgt mucg ver gutur Mann meiner Mutler dem Telegrapberne Pug uugeper sinten. ensesich u Gechordenngen Er vur ihen in dus lane Wban. 0 Es würde vergebens sein. Er wußte ja nicht, nach welcher Richtung der Windrose Grete sich gewandt. Was sollte er beginnen, was sollte er tun? Eine neue Hetzjagd in Szene setzen, abermals die Spalten von zahllosen Blättern füllen mit Aufrufen nach der verschwundenen Geliebten? Holday schüttelte den Kopf. Nein, er war müde geworden. Seine ganze Spannkraft war ins Wanken geraten; etwas Fremdes hatte Besitz ergriffen von seiner Seele seit jenem Karnevalstage, an welchem er die größte Enttäuschung seines Lebens erüt. Kapitän Grotjan war nicht wenig erstaunt, am nächsten Morgen seinen Ersten Offizier noch am Frühstückstisch vorzufinden.„„ geusealam 6 „Ich wähnte Sie langst in Jerusalent, Herr von Holday. Allerdings, einem Mann wie Sie kann selbst die Heilige Stadt nicht mehr imponieren.“ Holday rührte mechanisch in seiner Tasse. „Ich habe den Ausflug aufgegeben, Herr Kapitän. Ich— ich fühle mich nicht ganz wohl.“ Kapitän Grotjan hatte den Offizier verstohlen gemustert. Das Unwohlsein Holdays erschien ihm lediglich als Vorwand. Die nächsten Tage zerstreuten den leise in ihm aufgestiegenen Verdacht jedoch ganz. Holday schien wirklich krank. Die bleiche Gesichtsfarbe, die tief in ihren Höhlen glühenden Augen, der müde, schleppende Gang— das alles sprach zu deutlich. Der Kommandant der„Deutschland“ war daher nicht wenig verwundert, als am Abend des fünften Liegetages in Jaffa Hans Holday mit allen Anzeichen höchster Aufregung in sein Arbeitszimmer stürzte und in lallenden, unzusammenhängenden Worten auf unbestimmte Zeit hinaus um sofortigen Urlaub bat. Allein die gefurchte Stirn glättete sich sofort, und er sprang erschrocken aus seinem Sessel auf, als er einen Blick in die Depesche warf, die Holday, aller weiteren Worte unfähig, vor ihm ausgebreitet hatte. „Unsere Karawane am Abend des vierten Tages überfallen. Miß Cowland entführt, wir gesamter Habe beraubt in Dschakara, ein Dorf am Ostabhang des Dschebl Effridgebirges, erbitten dringend Hilfe, da Behörden völlig unfähig. Nächster Weg Haifa—Damaskus, dann per Bahn bis Kissa, dann südwestlich, Karawanenstraße folgen bis Omdja. Keur rron Dr. Willenot.“ „Ja— ja— was soll— was soll man da denn bloß tun? Ich kann ohne Anweisung der Company unmöglich die Reise unterbrechen, und irgendwelche Geldmittel stehen mir erst recht nicht zur Verfügung.“ Kapitän Grotjan fuhr sich mit den ausgespreizten Fingern der Rechten durch das bereits etwas gelichtete Haupthaar. Er war Seemann durch und durch und stellte auch im Salon jederzeit seinen Mann. Aber dieser Geschichte stand er ziemlich ratlos gegenüber. Ja, wenn seine„Deutschland“ statt eines der prächtigsten Passagierdampfer ein Kriegsschiff gewesen wäre, wenn statt der blitzenden Kabinenfenster ebensoviele Kanonenmäuler die Bordwand geziert hätten! Dann——— Allein so; da blieb nichts übrig, als den diplomatischen Apparat in Bewegung zu setzen. Mochte der dann versuchen, etwas Wind in die schwerfälligen Flügel der türkischen Behördenmühle zu bringen. Allerdings, bis die aus ihrem Schlaf erwachten und sich zu drehen begannen in ihren verrosteten Lagern, darüber konnten lange Tage vergehen. Holday hörte die Meinungsäußerung des Kommandanten ruhig an. Wenn auch der Sturm an jeder Faser seines Körpers rüttelte, die Gegenwart des Kapitäns genügte, um ihn die Beherrschung wiederfinden zu lassen. „Ich wiederhole mein Ersuchen um Urlaub auf unbegrenzte Zeit. Mit Geld ist im Lande des Bachschischs alles zu erreichen und ich werde es daran nicht sehlen lassen.„.. u1. Jamächlich sei. Kapitän Grotjan prasekuette gemachlich seinem Ersten eine auf dem Schreibtisch stehende Schachtel mit Zigaretten..„.., Eamisigt 6. „Ist bewilligt, ist bewilligt, Herr von Holday. In zwei Stunden können wir Dampf haben und ich gondele Sie selbst zurück nach Haifa. Das Resultat ihrer Bemühungen wird die„Deutschland“ zwar nicht abwarten können; ich hoffe indessen zuversichtlich, Sie werden die Herrschaften und vor allem unsere schöne Nachtigall unversehrt wieder an die Küste geleiten.“ Er zwinkerte Holday dabei so verständnisinnig zu, daß der sich sofort zu einer Erklärung veranlaßt sah. „Die Holdays erfreuen sich des Vorzuges, Miß Reeb=Cowland zu den Ihren zu zählen. Sie ist eine Cousine von mir.“ „Ah!“ Verblüfft reichte Kapitän Grotjan dem Offizier die „Dann wünsche ich Ihnen doppelt Glück. Und nun mit Volldampf nach Haifa. Das Vorgebirge Karmel träumte im ringenden Mondlicht, und aus den Fenstern seines Klosters schimmerten noch vereinzelte Lichter, als die„Deutschland“ zum zweiten Male in der Bucht von Haifa den Anker in die blaugoldenen Fluten rasseln ließ. Der von Jaffa aus telegraphisch von dem Ueberfall in Kenntnis gesetzte deutsche Konsul, ein angesehener dortiger Kaufmann, erwartete seit zwei Stunden mit Ungeduld die Ankunft des Schiffes. Als erste erfreuliche Nachricht brachte er die Mitteilung, daß die deutsche Kolonie erbötig sei, den völlig mittellosen Landsleuten die nötigen Gelder bis auf weiteres vorzustrecken. Weniger gut stehe es um die Befreiung der entführten Dame. Die türkische Polizei zeige die gewöhnliche Schläfrigkeit. Es sei höchstwahrscheinlich, daß die Dame entführt wurde, um ein hohes Lösegeld zu erpressen, und er neige beinahe zu der Ansicht, daß man dieses opfern solle... uzinunes mus „Der kranke Mann in Konstannnopel muß dann natürlich die Summe zurückerstatten,“ schloß er:„die volle Summe und dann noch ein bißchen mehr als Entschädigung für ausgestandene Angst usw. Mit einer Handbewegung seitens Holdays wurde diese Frage rasch gelöst. Er zog ein umfangreiches Scheckbuch, und mit einem fragenden Blick auf den Konsul machte er sich zum Herrn der Situation. Gegen Morgen erwarteten Holday und ein von dem Konsul empfohlener Dragoman in einem Hotel den Beduinenscheich, der mit einigen seiner Leute die kleine Expedition als Eskorte bis Damaskus geleiten sollte. Die Karawanenstraße von der Küste nach jener Stadt wird zwar stets sehr lebhaft begangen, allein man war vorsichtig geworden, und nicht zuletzt schützt man sich im Orient am besten dadurch von Räubern, indem man mit irgendeinem angesehenen Vertreter dieses ehrbaren Handwerks einen regelrechten Schutzvertrag abschließt..„ust, 646 dunn uud vicht Der braune Sohn der Wüste ließ venn auch nicht lange auf sich warten. Mit etwa zwei Dutzend seiner Stammesgenossen kam er unter einer gewaltigen Staubwolke die ungepflasterte Straße heraufgesprengt und parierte dicht unter dem Balkon sein prächtiges Tier; eine hohe, sehnige Gestalt in weißem Ueberwurf mit gleicher Kapuze, jeder Zoll ein König, betritt er im nächsten Augenblick den Saal. Sein Adlerblick sucht den Dragoman und seine stolzen braunen Züge gewinnen mit einem Male den Ausdruck verbindlicher Postichtei.(Fortsetzung folgt,) ucuue sichmuc Denkspruch. Was mich süßer kaft wie au, Lenz, erquickt und tränkt? Sonnenklare Herbstesruh'. Welche dein gedenkt. Emanuel Geibel. Der Ursprung des Ringes. Den eigentlichen Erfinder des Ringes, des beliebtesten Schmuckstückes, feststellen zu wollen, wäre ein unmögliches Beginnen. Wir müssen uns begnügen, zu wissen, daß man in den Pyramiden und in Ninive bereits Ringe vorfindet. Die Genesis erzählt, daß der Patriarch Juda der Tamar einen Ring und einen Stab schenkte, daß der Pharao mit einem Ringe dem Joseph die Regierung seines Reiches übertrug, daß Ahasver dem Mardokhaj als Zeichen höchster Ehre einen Ring verehrte, wie auch nach Thukydides die Perserkönige ihre Vasallen mit Ringen beschenkten. Zu Solons Zeiten waren die Ringe und die Kunst, ihre Inschriften zu fälschen, wohl bekannt, wie seine Gesetze beweisen; dasselbe erzählt Diogenes Laertios. Doch scheinen damals mehr die Männer als die Frauen Ringe getragen zu haben; letztere bevorzugten Ringe von Bernstein, die Lakedämonier solche von Eisen. Besonders schön waren die Ringe der Etrusker, die wir in ihren Gräbern zahlreich finden. Die Römer gebrauchten solche aus massivem oder getriebenem Gold oder Silber, meist mit geschnittenen Steinen verziert. So war auf dem Ringe Sullas die Gefangennahme Jugurthas dargestellt; der Ring des Augustus zeigte zuerst eine Sphinx, dann das Bild Alexanders, zuletzt sein eigenes. Seinem Beispiel folgten die meisten Imperatoren. Im Morgen= wie im Abendland war allerlei Aberglaube mit den Ringen verbunden, und auch die ersten Christen trugen ihn schon, wie wir aus den Schriften des Clemens von Alexandria erfahren. 4 Stille Liebe. Novellette von B. Paul. (Nachdruuck verboten.) Sie war Sängerin. Er war Kapellmeister. Beide waren am Stadttheater engagiert. Er liebte sie mit der ganzen Glut seiner junsundzwanzig Jahre. Es war jene hohe wahre Liebe, die den Mann für ewig festhält, wenn sie über ihn kommt. Aber sie versprach nichts. Wohl ließ sie sich seine Aufmerksamkeiten gefallen, und auch manche kleine lose Zärtlichkeit gestattete sie ihm, denn sie hatte bald einsehen gelernt, daß er ein tüchtiger Musiker war, ein gediegenes Wissen hatte, und daß sie viel von ihm lernen konnte. Deshalb war sie bestrebt, seine Gunst sich zu erhalten. Sie war arm und von maßlosem Ehrgeiz beseelt, sie wollte empor, groß, gefeiert und berühmt werden. Aber sie konnte ihr bißchen Gage nicht für teuere Lehrstunden ausgeben, weil sie ihre alte Mutter unterstützen mußte. Und deshalb hielt sie sich gut mit dem jungen Kapellmeister, der sie umsonst unterrichten wollte. alles wußte er wohl. Er fühlte auch, daß sie sich oft zwang, lieb zu ihm zu sein, und er merkte es, daß all ihr Interesse immer nur ihrer Kunst galt, aber trotz alledem liebte er sie, und je länger sie ihn auf ein liebevolles Wort warten ließ, desto heißer nur wurde sein Sehnen, desto leidenschaftlicher liebte er sie. Sein Gefühl war für sie so hoch und hehr, so rein seine echte Liebe, daß er stets voll froher Hoffnung auf die Zukunft war; oh, er wollte warten, bis sie selbst zu ihm kam, bis sie selbst sich ihm an die Brust warf— er wollte werben um sie, bis er sie errungen hatte. So wartete er zwei Jahre.„ Nun war sie fertig. Alles was sie war, dankte sie ihm. Sein ganzes Wissen und Können hatte er an sie gewendet. Aber nun war sie auch heraus aus dem Nichts, jetzt stand ihr die Welt offen, ein Weg empor zum Ruhm und Glanz. Als sie zum erstenmal die Carmen sang, da war ihr Schicksal entschieden. Sie hatte einen wahren Triumpherfolg, und mit einem Schlage war sie berühmt. Sie wurde gefeiert, und die Engagementsangebote kamen mit jedem Tage glänzender. Sie schwamm in Wonne und Entzücken. Mit nassen Augen kam sie zu ihm, der sie zu dem gemacht, was sie nun war, und mit heißen Dankesworten stand sie vor ihm. Auch er war überglücklich. Er hielt ihre zitternde Hand fest umfaßt, und während sie vor ihm stand. kam all seine heiße Liebe lodernd empor, und plötzlich zog er das geliebte Weib an sich, umfaßte sie und mit bebender Stimme flüsterte er:„Paula, ich habe dich über alles lieb! Komm, werde nun mein Weib!“ Da aber entwand sie sich seinen Armen und rief: „Nein, nein! Ich muß hinaus in die Welt, mich lockt der Ruhm und der Erfolg! In diesen engen Mauern würde ich verkümmern; mein Element ist die Bühne mit ihren tausend Reizen und Enttäuschungen; für die Familie bin ich nicht geschaffen.“ Sie verließ ihn und ging nach der Hauptstadt in ein glänzenderes Engagement. Und er ließ sie ziehen. Mit keinem Wort hieit er sie zurück. Aber in seiner Brust blieb eine Wunde zurück, blutend und schmerzvoll, und ob er selbe blieb, innerlich wurde er krank, denn der Gram nagte an ihm und raubte ihm die Ruhe seiner Tage und den Schlaf seiner Nächte, denn er liebte sie noc So vergingen ein paar Jahre. Er hatte sie nicht wieder gesehen. Und sie hatte auch nichts lassen. Aber dennoch war er genau unterrichtet, wo sie war und was für Erfolge sie errungen hatte. Alles pußte er, was sie berof.(euin Har dr.— Er war nun dreißig Jahre, se. Fun sing an, grau zu werden, und auf sein Gesicht lamen die Falten des heimlichen Kummers. Eines Tages wurde er krank, ernsthaft. Er kam in eine Privatklinik. Eine barmherzige Schwester slecte bn.—. Ein heftiges Nervenfieber hatte ihn gepaar. lang lag er schwer danieder, oft war er ganze Tage lang bewußtlos und raste in wilden Fieberanfälten, und immer verfolgte ihn das Bild der stolzen Geliebten, oft rief er ihren Namen, wenn er in tollen Phantasien von der alten Sehnsucht befallen wurde. Mit nie ermüdender Geduld saß Schwester Marie an seinem Lager und pflegte ihn, Tag und Nacht, wenn er dann ein paar Tage fieberfrei war, dann nahm er wohl die schmale, zarte Hand der Wärterin, ur streichelte sie zärtlich und voll inniger mit seiner Stimme sprach er dann:„Fieg, ligh, ven guter Engel, Schwester Marie; Ihre wunden Geese, Behandlung ist wie Balsam auf meiner wunden Seele. G Seite 3. *(Vom Krieg im Frieden.) Heute vormittag passierte eine Abteilung des 7. Artillerie=Regiments unsere Stadt. Die Truppen, welche gestern in Asbeck bei Haspe einquartiert gewesen waren, befinden sich auf dem Marsch ins Manövergelände und beziehen heute Quartier in Hennen. ** Westhosen, 16. Aug.(Anfall.) Der bei den Bahnarbeiten beschäftigte Arbeiter Robert Stahn, ein verheirateter Mann von etwa 30 Jahven, zog sich gestern eine schwere Verletzung an einer Hand zu, die den Verlust eines Fingers im Gefolge haben wird. Nachdem ihm Herr San.= Rat Dr. Klug die erste Hilfe geleistet hatte, wurde er in das Krankenhaus nach Schwerte gebracht. ** Bürenbruch, 16. August.(Turnfest.) Der Turnverein„Grüne Eiche“ feiert am Sonntag, 18. August dieses Jahres unter Mitwirkung des Landwehr=Vereins Bürenbruch in den Lokalitäten des Vereinswirtes Louis Tönnis zu Kreuzschlenke sein diesjähriges Rekrutenabschiedskränzchen durch Konzert, Schau=, Preis= und Ehrenpreisturnen. An der Feier werden auch mehrere auswärtige Turnvereine teilnehmen.(Siehe Inserat.) ** Berchum, 16. Aug.(Feuer.) In der Nacht zum Donnerstag wurden die Bewohner unseres Oertchens gegen 3 Uhr morgens durch Feuerlärm geweckt. Das Wohnhaus des Fabrikarbeiters Fritz Schewe zu Lichtenböcken stand in Flammen. Da der Hausboden mit allerlei Heu= und Erntevorräten angefüllt war, so nahm das Feuer bald einen bedrohlichen Charakter an. Die hinzueilende Feuerwehr, die bekanntlich erst vor kurzem gegründet wurde, konnte jedoch sämtliches Inventar retten. Nach langer, hartnäckiger Arbeit gelang es, des Feuers Herr zu werden, sodaß von dem eigentlichen massiven Wohnhaus nur das Dach zerstört wurde. Die angebauten Stallungen sind allerdings ausgebrannt. Der Schaden ist zum größten Teil durch Versicherung gedeckt. * Aplerbeck, 15. Aug.(Ueberfallen.) Am Dienstag abend passierte der Fuhrmann Heinrich Regelmann mit seinem Fuhrwerk die hiesige Märkischestraße, wo sich die Gelegenheitsarbeiter G. Wörtler aus Hörde und H. Werbinski von hier aufhielten und ohne weiteres auf die Pferde einschlugen. Als Regelmann sich dieses verbat, wurde er mit einem Stock in roher Weise zu Boden geschlagen. Auch ein sodann dem Regelmann zur Hilfe gekommener Fuhrmann erhielt Schläge mit einem Stock. Den Regelmann hatte man außerdem durch 3 Messerstiche in den Rücken schwer verletzt, sodaß er sich in ärztliche Behandlung begeben mußte. Wörtler und Werbinski wurden festgenommen und gestern dem Amtsgericht Hörde vorgeführt. Außerdem wurde ein Bergmann aus Schüren nach Hörde gebracht, der mit Werbinski am Samstag abend die Messerstecherei in der Erlenbach ausgeführt haben soll. ** Schüren, 15. Aug.(Von einer niedrigen Gesinnung) zeugt die Handlungsweise des Bergmanns Josef Konitzni von hier, der sich gestern wegen falscher Anschuldigung in zwei Fällen vor der Dortmunder Strafkammer zu verantworten hatte. Der Mann trat im September vorigen Jahres an den Polizeisergeanten Michel von hier heran und machte ihm die Anzeige, daß eine Frau Bergmann Sippel dem Landwirt Märtmann Erbsen im Werte von 15 bis 18 Mark vom Felde gestohlen habe. Der Beamte gab pflichtmäßig die Anzeige weiter, aber das Verfahren gegen Frau Sippel wurde nicht eingeleitet, weil sich keine Anhaltspunkte für die Schuld der Frau finden ließen. Das war der erste Fall wissentlich falscher Anschuldigung. Der zweite Fall konstruierte sich folgendermaßen: Michel wurde in einem Verfahren gegen den Angeklagten als Leumundszeuge vernommen, und sein Zeugnis siel nicht zugunsten des Konitzni, der sich damals wegen schwerer Körperverletzung des Ehemanns Sippel zu verantworten hatte, aus. Da kam ihm der Gedanke, du willst dem mal einen stecken! Er ging zu einem Bekannten und veranlaßte diesen, ihm ein Schreiben an die Staatsanwaltschaft in Dortmund zu verfertigen, des Inhalts, das Michel, um die Sippels zu schützen, die Anzeige gegen die Frau nicht erstattet habe. Das tat er wider besseres Wissen, denn der Beamte hatte ihm gesagt, daß er die Anzeige erstattet habe. Daß der Beamte„zurchaus einwandsfrei war, ergab die gestrige Veryandlung in vollem Umfange. Das Gericht fand den Angeklagten der wissentlich falschen Anschuldigung in zwei Fällen schuldig und verurteilte ihn zu drei Monaten Gefängnis. Westfalen und Rheinland Dortmund, 15. Aug.(Niederdeutsche Bank.) In der Voruntersuchung in Sachen der Niederdeutschen Bank sind gestern sämtliche Gründungen zum Abschluß gebracht und das Gesamtmaterial an die Staatsanwaltschaft zur Erledigung der Anklage abgegeben worden. Die noch nicht erledigte Voruntersuchung in der Angelegenheit der Bank selbst glaubt man in etwa sechs Wochen unter der Voraussetzung erledigen zu können, daß Ohm, der dieser Tage aus dem Kölner Krankenhaus wieder ins Lazarett zu Werl übergeführt wird, in der vorgesehenen Weise vernommen werden kann. * Essen, 15. Aug.(Entarteter Sohn.) Der in der Parallelstraße bei seiner Mutter und Schwester wohnende 20jährige Arbeiter Karl Vierau geriet aus ganz geringfügiger Ursache mit seiner Mutter und Schwester in Streit und mißhandelte diese in der rohesten Weise. Als die Mutter flüchtete, gab er ihr auf der Treppe einen Stoß, so daß sie diese herunterstürzte. Die Frau erlitt einen Beinbruch und andere Verletzungen. Nachbarn schützten die Mutter und Schwester des Unmenschen vor weiteren Mißhandlungen und benachrichtigten die Polizei, die den gesährlichen Burschen festnahm. Mörs, 15. Aug.(Totschlag.) Beim Oeffnen der Haustüre fand ein Hausbesitzer in Lintfort den Klempnergesellen Disch, der seit einigen Tagen bei ihm wohnte, in einer großen Blutlache. Der junge Mann lebte noch und gab an, von drei Männern geschlagen worden zu sein. Ehe der Arzt erschien, trat der Tod ein. Bisher konnten die Täter noch nicht ermittelt werden, da andauernde Regengüsse die Spuren verwischt hatten. * Jülich, 15. Aug.(Flugmaschine und Weltuntergang.) Der Flug des kühnen französischen Fliegers de Moulinais am 8. dieses Monats von Paris bis Attendorn i. W. hat einem Bäuerlein des Jülicher Landes einen furchtbaren Schrecken eingeflößt. Besagtes Bäuerlein war auf seinem Aeckerchen beschäftigt, als mit einem mal das Surren und Knattern einer mit rasender Geschwindigkeit vorbeisausenden Flugmaschine es derart erschreckte, daß es schleunigst auf und davon laufen wollte, just in dem Augenblick, als ein Bekannter mit ihm zusammentraf. Das Bäuerlein stottert in seiner Weltuntergangsangst:„Gott— Gott weß, wat dat gitt, de Welt jeht onger; jrad eß e gruß Krüz he eröfser gefloge met vill Spektakel!“ Als darauf der andere im Stillen bei sich lachend fragte, ob man auch die Posaunen des jüngsten Gerichts hätte hören können, gab das noch immer in Todesangst schwebende Bäuerlein zur Antwort:„Der Düfel däht su e Spektakel mache, dat mer de Posaune net hüre konnt.“— Als schließlich dem Bäuerlein mit aller Mühe die Gewißheit beigebracht worden war, daß das jüngste Gericht noch nicht da sei, und daß das vermeintliche„Kreuz“ da oben am Himmel nichts anderes als eine von einem Menschen gelenkte Flugmaschine sei, da meinte es in seiner naiven Denkungsart:„Dann eß dat secher de Flugspende gewäß, di he vorbei gefloge eß. Hät ich dat gewoß, dat ich mich för de Flugspend esu verschräcke wüet, dann Abdul Asie" Mulay Jussur Dis marokkanischen Thronenwarten hät ich an dat domme Denk keen fönf Grosche gegäffe.“ Kunst und Wissenschaft. Den Erreger des Krebses, dieser furchtbaren Krankheit, gegen die es bisher kein Heilmittel gibt, will der Pariser Arzt Odin nach dem von Pasteur und Koch angegebenen Verfahren entdeckt haben. Der Erreger soll eine Amöbe sein, die in ihrer Urform als plattes mit ungleichmäßig ausgezackten Rändern versehenes und einen Kern enthaltendes Gebilde auftritt. Diese Amöbe entwickelt sich einer Pariser Meldung der„B. Z.“ zufolge, indem nach allen Seiten Verlängerungen hervorsprießen, die die gesunden Zellen umringen und gewissermaßen erdrosseln. Dr. Odin behanptet, daß das von ihm hergestellte Serum die Krebsbazillen tötet, wenn das Leiden noch nicht weit fortgeschritten ist. Bekanntlich wird die Krebsforschung schon seit Jahrzehnten systematisch und unausgesetzt von den ersten Bakteriologen des Reiches wie die Auslandes betrieben; ob Herrn Dr. Odin jetzt wirklich der große Wurf gelungen ist, zu dem die ganze Menschheit zu beglückwünschen wäre, bleibt leider noch abzuwarten. Jules Massenet+. Der Komponist Jules Massenet ist gestern vormittag im Alter von 70 Jahren gestorben. Er hatte den Sommer auf seinem Landgut im Osten von Paris zugebracht, wo er arbeitete. Vor drei Tagen fühlte er sich nicht wohl und kam nach Paris, um seinen Arzt zu konsultieren. Dort ist er unerwartet an einem Schlaganfall gestorben. Letzte Drahtmeldungen. Aus Liebesgram. Berlin, 16. Aug. In einem Charlottenbur= ger Hotel versuchte in der letzten Nacht die 25jährige Gertrud Pollack aus Essen sich das Leben zu nehmen. Die junge Dame war mit einem in Berlin wohnenden Ingenieur verlobt, der vor kurzer Zeit jedoch das Verhältnis gelöst hatte. Daraufhin war sie nach Berlin gefahren, um durch mündliche Aussprache eine Aussöhnung mit ihrem Bräutigam herbeizuführen. Dieser Versuch schlug jedoch fehl. Das verzweifelte Mädchen mietete sich gestern abend ein Hotelzimmer und nahm eine größere Menge eines Schlafmittels zu sich. Heute früh wurde die Dame besinnungslos aufgefunden. Man schaffte sie nach der Unfallstation in der Berliner Straße, wo es dem Arzt nach längeren Bemühungen gelang, sie wieder ins Leben zurückzurufen. Ihr Zustand war jedoch so bedenklich, daß sie ins Krankenhaus gebracht werden mußte. Erdbeben in Schwaben. Stuttgart, 16. Aug. Im alten Erdbebengebiet auf der schwäbischen Alp, wo das große Erdbeben vom 16. November vorigen Jahres seinen Herd hatte, ist gestern abend 7 Uhr ein neues Erdbeben erfolgt, das namentlich in den Städten Balingen, Ebingen und Hechingen verspürt wurde. Es war ein kräftiger Erdstoß, der etwa acht Sekunden dauerte und von einem deutlich vernehmbaren Rollen begleitet war, das die Häuser erzittern machte. Ein Schaden ist bis jetzt nicht entdeckt worden. Methylalkoholvergistung. Budapest, 16. Aug. Vor einigen Tagen erkrankten in Fertömajor eine große Anzahl Einwohner unter schweren Vergiftungserscheinungen. Die Untersuchung hat nun ergeben, daß es sich um Methylalkoholvergiftung handelt. Beschwerde beim roten Kreuz. Genf, 16. Aug. Das internationale Komitee vom roten Kreuz erhielt von der türkischen Regierung ein Telegramm, in dem mit Entrüstung gegen das am 9. August durch einen italienischen Aeroplan auf die Krankenhäuser von Benghasi, die die rote Kreuzflagge trugen, ausgeführte Bombardement Einspruch erhoben wird. Gustav Ador, der Präsident des internationalen Komitees, stellte den Protest dem italienischen roten Kreuz zu mit dem Ersuchen, ihn der italienischen Regierung zum Zwecke der Einleitung einer Untersuchung zu unterbreiten und das Resultat dem Genfer Komitee mitzuteilen. Türkische Kriegsbestellungen. Paris, 16. Aug. Der zur Zeit in Toulon weilende türkische Minister für öffentliche Arbeiten begibt sich von dort nach den Schneiderschen Werkstätten in Creuzot. Es handelt sich um Vorstudien für größere Bestellungen, die in Frankreich und anderen Ländern gemacht werden sollen. Angriff auf türkische Truppen. Konstantinopel, 16. Aug. Bei der Pforte eingegangene Nachrichten besagen, die Harka Said Adris, 3000 Mann mit drei Kanonen, haber, einen Angriff auf die türkischen Truppen bei El Hafa unternommen, sei aber mit Verlusten zurückgeschlagen worden. Die türkischen Truppen hätten 6 Tote und einen Verwundeten gehabt. Mukey Hafids Abdankung. Madrid, 16. Aug. Muley Hafid soll in keiner Weise die Absicht gehabt haben, abzudanken oder nach Frankreich zu gehen. Muley Hafid ist, wie sein Vorgänger Abdul Afis, lediglich französischen Intrigen zum Opfer gefallen und ist nicht gegangen, sondern gegangen worden. Er ist auf dem Schiff„Mazedonia“ wie ein Gefangener, allerdings mit höchsten Ehren, gehalten worden. Er hat in Tanger nicht landen dürfen, und es ist ihm untersagt gewesen, mit irgend einem Europäer zu sprechen. In Madrid ist man sehr unzufrieden mit der Haltung Frankreichs. Dazu kommt noch, daß die Ausrufung Muley Jussufs zum Sultan von Marokko in der marokkanischen Bevökerung nicht den geringsten Eindruck macht. Frankreich wird deshab noch manche schwere Stunde in Marokko haben und dürfte sich so leicht nicht des unbestrittenen Besitzes und der Nutznießung Marokkos erfreuen. Das Unwetter in Spanien. Madrid, 16. Aug. Die seit zwei Tagen hier eintreffenden Nachrichten über das Sturmwetter in der Biskayabucht lauten sehr pessimistisch. Es haben sich die Gerüchte über den Verlust von weit über 100 Menschenleben bestätigt. Die Gesamtzahl der ertrunkenen Fischer beträgt 119, davon entfallen allein 116 Opfer auf das Fischerdorf Bermao bei Bilbao. Der König von Spanien, der sich zurzeit in San Sebastian aufhält, hat den Familien der Verunglückten bedeutende Summen überwiesen. Die bevorstehenden Segelregatten, an denen der König persönlich teilzunehmen gedachte, sind definitiv abgesagt worden. In Madrid werden Sammlungen für die Hinterbliebenen veranstaltet. Verantwortlich für die Redaktion: Friedr. Kraas. Druck u. Verlag von Carl Braus, beide in Schwerte. 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August 1912 in den Lokalitäten des Schützenhofes seinen diesjährigen Schützentag nach folgendem Programm: 1 Uhr: Antreten im Vereinslokal Kordeck. Punkt 2 Uhr: Abholen des Königspaares. Darnach: Abmarsch zum Schützenhof. Von 4 Uhr ab: Konzert u. Preisschiessen. Nach dem Preisschießen Preisverteilung an die besten Schützen. Abends 8 Uhr: Grosser Festball. Entree zum Konzert Mk. 0,50. Ball Mk. 0.75, ganze Festkarte Mk. 1.00.(Eine Dame frei.) Die Musik wird ausgeführt vom Schwerter Orchester unter persönlicher Leitung ihres Kapellmeisters Herrn Bommert. Um zahlreichen Besuch ladet ergebenst ein Der Vorstand. NB. Die passiven Mitglieder werden zu dem Feste Ifreundlichst eingeladen. 5559 Sonntag, 18. d. Mts., nachmittags 5 Uhr: Rangsieheriegung am Denkmal. Die Kameraden werden gebeten, recht zahlreich zu erscheinen. 5553 Der Vorstand. Sonnlag, den 18. August, abends 8½ Uhr im Vereinslokal C. Hlempl 5562 General= Versammlung. Tagesordnung: 1. Jahlung der Beiträge. 2. Aufnahme neuer Mitglieder. 3. Mitteilungen über das Preisschießen. 4. Beschlußfassung über Kaiser Geburtstagsseier 1913. 5. Verschiedenes. Der Vorstand. Zwangsversteigerung. Am 17. d. Mis., vorm. 10 Uhr werde ich im Pfandlokal Gasthof zum alten Rathaus hier 5570 2 Sofas, 3 Tische, 1 vollst. Beit, 1 Vertikow, 1 Schreibpult u. s. w. öffentlich gegen bar versteigern. Grothaus, Gerichtsvollzieher. Zwangsversteigerung. Am 17. d. Mts., vermillags 10 Uhr werde ich bei dem Wirt A. Müller Gasthof zum alten Rathaus hier 5569 6 Stühle mit Ledersitz, 1 Serviertisch, 1 Sofa, 1 Wäscheschrank, 1 Tisch usw. öffentlich gegen bar versteigern. Grothaus, Gerichtsvollzieher. Krankentischchen Rückenstütze bei jedem Leidenden unentbehrlich. WIlh. Streck, Bonn. Umsonst reichhalt. Muster8416 buch Nr. 10. Alleinverkauf 5450 Drogerie Heppe Nachf. Max Hehlhose. Orig. franz. Bordeaux. garantiert rein, ##t# pro Flasche aus d. Haus 1.10 Mk., im Ausschank per Glas 20 Pfg. Franz. 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