Amtliches Kreisblatt für den kreis börde De d. Sdmstn Zeiug aichcnt thalch. außer Feiertags. Bezugspreis M. 1.80 viertelfahrlich, bei der Post für Bestellgeld 42 Pfg. mehr. Wöchentl. Gratisbeilage:„Illustrierter Familienfreund“ u. tägl. Unterhaltungsbiatt. Anzeigenpreis: Die siebengespaltene Petitzeile oder deren Raum 10 Pfg., Anzeigen von aus. warks 15 Pfg. Rehlamezeile 40 Pfg. Jeder Rovati gilt a's Kassarabalt u erlischt bei Konkursen Zwangsvergleichen, gerichtl. stlagen u. beachtung d. gemacht. Zahlungsbedingung. Westhofener Zeitung Langscheder Zeitung Schwerter Volksblatt Holzwickeder Zeitung Aplerbecker Zeitung Schwerter Volkszeitung Verbunden mit: Schwerter Cageblatt S Schwerter Anzeiger Gistes und ältestes Cagesorgan des Kreises o General-Anzeiger für den Kreis Hörde o Haupt-Annoncenblatt Aüe duene und Acholast güchen Beroodt. nungen für den hireis Horde erlangen gemäß Bekanntmachung der Honiglichen Regierung durch Veroffentlichung in der Schwerter Zeitung rechtsvervindliche Kraft.— Die Schwerter Zeitung gewahrt ihren Abonnenten für jeden mit Tod endenden Ugsall gebagungen 300 Mk. Unfall. Drucku Verlago Car! Braus. Schwerte=7 Fernsp 62. Telegr. Adr Braus Schwerte=Ruhr Nr. 59 Samstag, den 9. März 44. Jahrg. Erstes Blatt. Jur Bergarbeiterbewegung. Ssssssss u— Berlin 9 Märe Eine Konferenz der Die heutige Ausgabe umfaßt mit dem„Illustr. Sonntagsblatt“ 22 Seiten!— Deutscher Reichstag. 23. Sitzung vom 8. März. Am Bundesratstische einige Vertreter kleiner Bundesstaaten; auf dem Platze des Staatssekretärs Delbrück seine Mappe. Haus und Tribünen sind dicht besetzt. Der bisherige Präsident Dr. Kämpf eröffnet die Sitzung und erteilt unter allseitiger Spannung dem Abg. Dr. Spahn das Wort. Abg. Dr. Spahn(Zentrum) teilt mit, daß die Budgetkommission vormittags beschlossen hat, das Plenum um Ueberweisung noch einiger weiterer Titel des Postetats zu ersuchen. Der lident stellt die Zustimmung des Hauses fest und übergibt sodann das Präsidium dem ersten Vizepräsidenten. Vizepräsident Scheidemann: Nach Paragr. s der Geschäftsordnung(soll ich ihn verlesen? Allseitiges: Nein!) erfolgt der Namensaufruf. Er beginnt mit dem Buchstaben K.(Viele Rufe: Mit welchem Buchstaben?) Mit K— Kamel(Schallende, andauernde Heiterkeit.) Die Schriftführer Abg. Fischer(Soz.) und Belzer(Ztr.) vollziehen den Namensaufruf für die Wahl des Präsidenten. Um 2 Uhr ist der Wahlakt beendet. Vizepräsident Scheidemann verkündet das Ergebnis: Es sind abgegeben 383 gültige Stimmen. Davon haben erhalten: Dr. Kämpf 192, Dr. Spahn 187, Graf Schwerin=Löwitz 2, Dr. von Heydebrand 2. Die absolute Mehrheit beträgt 192 Stimmen. Danach ist Dr. Kämpf(Vp.) genau mit der absoluten Mehrheit zum: Präsidenten gewählt. Für Dr. Kämpf hatte die gesamte Linke, einschließlich der Sozialdemokraten, für Dr. Spahn die gesamte Rechte mit dem Zentrum und den Polen gestimmt. Präsident Kämpf beauftragt nunmehr die Schriftführer mit dem Namensaufruf für die Wahl des ersten Vizepräsidenten. Präsident Kämpf verkündigt das Ergebnis: Abgegeben sind 383 Stimmen, davon 25 ungültig; es bleiben also 358 gültige Stimmen. Die absolute Mehrheit ist 180. Es haben erhalten: Abg. Paasche 197. Abg. Scheidemann 155, Abg. Dietrich(kons.) 2; die Abgg. Frank(Soz.) Stadthagen(Soz.), Cohn(Soz.), Davidsohn(Soz.) je eine. Abg. Paasche(natl.) ist also zum ersten Vizepräsidenten gewählt. Auf die Frage des Präsidenten, ob er die Wahl annehme, erklärt Abg. Paasche: Ich nehme an.(Lebhafder Beifall links.) Die fortschrittliche Volkspartei hatte mit den Sozialdemokraten für Scheidemann gestimmt, die anderen Parteien für Dr. Paasche. Präsident Kämpf eröffnet nach der Pause die Sitzung von neuem. Der Namensaufruf für den zweiten Vizepräsidenten erfolgt. Präsident Kämpf verländet das Ergebnis: Es sind abgegeben 378 Stimmzettel, davon ungültig 18. es bleiben also 366 gübtige Stimmen, die absolute Mehrheit beträgt 181. Es haben erhalten: Abg. Dove(Vp.) 209 Stimmen(Bewegung.) Scheidemann(Soz.) 147 Stimmen. Je eine Stimme erhielten die Abgg. Eraf Posadowsky(wild), Bassermann(ntl.), Müller=Meiningen(Vp.) und Davidsohn(Soz.). Abg. Dove(Pp.) ist somit zum zweiten Vizepräsidenten gewählt. Für Scheidemann stimmten mit den Sozialdemokraten auch die fortschrittliche Volkspartei, für Dove die Nationalliberalen, die Parteien der Rechten und das Zentrum. Die Polen enthielten sich, wie schon bei der Wahl des ersten Vizepräsidenten, der Abstimmung. Auf die Frage des Präsidenten erklärt Abg. Dove: Herr Präsident, ich nehme die Wahl an. Die gesamte Linke bricht in Armischen Beifall aus; Abg. Dove wird von den Nationalliberalen lebhaft beglückwünscht. Im Zentrum und auf der Rechten erhebt sich tosendes Gelächter. In der andauernden Bewegung des Hauses macht Präsident Kämpf den Vorschlag, in die sachliche Verhandlung nicht mehr einzutreten, sondem Haus zu vertagen. Dienstag 1 Uhr: Forts. der Beratung des Etats des Reichsamts des Innoon. Schluß halb fünf Uhr. Berlin, 5. Mulg. Eine Konferenz der Regierung mit den Bergarbeiterführern hat gestern beim Staatssekretär des Innern stattgefunden. Dem Lokalanzeiger zufolge nahmen an der Konferenz teil die Abgeordneten Behrens(wirtschaftl. Ver.), Giesberts(Zentrum), Sachse(Sozialdemo= krat), Sowinski(Pole) und der frühere Abgeordnete Hue(Sozialdemokrat). Es verlautet, daß von den Teilnehmern der Konferenz der Standpunkt vertreten wurde, die Regierung möge die Grubenbesitzer veranlassen, die Arbeiterausschüsse einzuberufen, um ihnen bindende Zusagen wegen der Lohnerhöhung zu machen. Anderenfalls sei damit zu rechnen, daß von den 350000 Grubenarbeitern am Montag 150 000 die Arbeit niederlegen würden. — Bochum, 9. März. Die Vorbereitungen der Behörden für den Ausbruch des Streiks sind insofern getroffen worden, als etwa 400 Gendarmen und 200 Polizeimannschaften von auswärts in das Ruhrkohlengebiet entsandt worden sind. Lohnerhöhungen auf Ruhrzechen. — Duisburg, 9. März. Auf der Phönix=Zeche „Westende“ und den Zechen der Gewerkschaft„Deutscher Kaiser“ wurden die Schichtlöhne um 37 J pro Schicht und die Gesamtlöhne um 8 bis 10 Prozent erhöht. Die Belegschaften zeigen keine Streikgelüste mehr. Auch einige Zechen des Oberhausener Reviers haben die Schichtlöhne erhöht. 1— Bochum, 9. März. In nicht weniger als 70 Versammlungen werden am Sonntag nachmittag den Ruhrbergarbeitern die Beschlüsse der Revierkonferenz bekannt gegeben. Die entscheidenden Versammlungen, von denen die Bochumer und die Dortmunder die größten sein werden, beginnen sämtlich um 5 Uhr. Bis dahin wird der Beschluß der Konferenz streng geheim gehalten. Schwerte, 9. März. S#t#; und Ilmaohung; mittelt. Der Bursche hatte verschiedene Paar Stadr und Umgebung Schuhe gestohlen und diese dann weiter verkauft, bis es gestern gelang, ihn festzunehmen und die Schuhe zu beschlagnahmen. Die Polizeiverwaltung bittet alle diejenigen, denen in der letzten Zeit gebrauchte Schuhe abhanden gekommen sind, sich zu melden. **(Lichtspiel=Theater.) Auf die Programme unserer beiden Kinos„Reichskrone" und „Altes Rathaus“ sei auch an dieser Stelle noch besonders aufmerksam gemacht. In beiden Theatern werden ganz hervorragende Meisterwerke der Kinematographie geboten, sodaß jeder Besucher vollauf befriedigt sein dürfte.(Siehe auch Ins.). Italienisch= türkischer Krieg. Die Dardanellenbefestigung. Die türkische Heeresverwaltung hat die für die Verteidigung der Dardanellen günstige Stelle, wo diese nur 1900 bis 2500 Meter breit sind, ganz besonders stark armiert. An dieser Stelle, wo Kriegsschiffe gezwungen sind, im Kielwasser zu fahren, befinden sich auf beiden Seiten Forts als Beginn einer Reihe von Befestigungen, die fast eine Meile lang sind. Diese Forts haben zwar zum Teil noch Mauerwerk, sind aber auch teilweise schon umgebaut und mit modernen Kruppschen Geschützen ausgerüstet. Der Schwerpunkt der ganzen Verteidigung liegt jedoch auf drei sehr starken und völlig modernen Forts mit Panzerschutz bei Abydos und Sestos. Zwischen den erstgenannten Werken und diesen Forts befinden sich nun noch eine ganze Reihe von Strandbatterien und Verteidigungsanlagen, von denen die Meerenge aus erhöhter Stellung bestrichen werden kann. So würden die angreifenden Schiffe fast eine Meile lang dem Feuer aus diesen Werken ausgesetzt sein. Alle diese Verteidigungswerke sind mit etwa 200 schweren und mittleren modernen Geschützen armiert. Bevor der Feind jedoch bis zu diesen Befestigungen gelangt, muß er aber erst den Eingang zur Meerenge passiert haben, der gleichfalls stark befestigt ist. Die etwa 4 Kilometer breite Einfahrt wird durch moderne Befestigungen auf beiden Seiten wirksam verteidigt. Dort sind augenblicklich 200 Geschütze, zum Teil schwerste Kaliber Kruppschen Systems vereinigt. Da die Anlagen teilweise terrassenförmig errichtet sind, kann auf weite Entfernungen eine sehr günstige Feuerwirkung erzielt werden. Eine dritte Gruppe von Befestigungen ist bei Gallipoli vorhanden, das den Ausgang in das MarmaraMeer sperrt. Auch diese Werke sind teilweise ausgebaut und mit 60 modernen Geschützen ausgestattet. Für die Verteidigung der Werke ist ein besonderes Fußartillerie=Regiment und ein FestungsPionier=Regiment bestimmt, das auch für die Befestigungen des Bosporus Verwendung findet. Die Italiener werden also an den Dardanellen Positionen finden, die zur Verteidigung wirklich gerüftet sind. **(Durch Dienen groß.) In Berlin tagte in den letzten Tagen der Frauenkongreß. Viel Vortreffliches ist von klugen und guten Frauen auf demselben geredet worden. Alle, denen die Zukunft unseres Volkes am Herzen liegt, werden es mit uns wünschen, daß der Einfluß der Frau im öffentlichen wie im häuslichen Leben erstarke. Es kann keine Frage sein, daß der Einfluß der Frau als solcher immer der Gesittung dient. Die besten Männer zu allen Zeiten haben unter dem Einfluß edler Mütter gestanden. Ist der direkte Einfluß der Frauen auf die Geschichte auch selten ein heilsamer gewesen, so ist der direkte Einfluß edler Frauen auf die führenden Geister der Geschichte um so segensreicher zu spüren. Darin liegt aber auch unsers Erachtens ein Fingerzeig dafür, worin die Frau ihre Bedeutung zu bewähren hat. Mütterlichkeit hat ein hervorragender Vertreter moderner Frauenerziehung als das eigentliche Wesen der Frau bezeichnet. Goethe sagt:„Dienen lerne bei Zeiten das Weib nach ihrer Bestimmung; denn durch Dienen allein gelangt sie schließlich zum Herrschen, zu der verdienten Gewalt, die ihr doch im Hause gebühret". Da spricht Goethe beides aus: das eine, daß der Frau ein beherrschender Einfluß zukommt, und das andere, daß der Weg dazu die hingebende Mütterlichkeit ist, das„Dienen". Der Grundgedanke seiner Worte gilt freilich allgemein. Ihn hat Goethe einem Größeren entlehnt. Christus hat zuerst ausgesprochen, daß dienen der Weg zur Größe ist. Wer unter euch groß werden will, der soll euer Diener sein; und wer unter euch will der Vornehmste werden, der soll aller Knecht sein"“. Es wäre gut, wenn das auf den Frauenkongressen ebenso wie im Wettbewerb der Männer unvergessen bliebe. *(Vorsicht!) Es ist in letzter Zeit verschiedentlich vorgekommen, daß alte Taler schön blank geputzt in Zahlung gegeben worden sind. Die alten Taler sind aber nicht mehr gültig und werden auf den Banken und bei den Postanstalten bei Einzahlung entzwei geschnitten, so daß der jeweilige Besitzer den Schaden tragen muß. Wer sich vor Verlust hüten will, achte darauf, daß die„neuen Taler“ auf der Rückseite die Bezeichnung„Drei Mark" tragen! **(Die Monatsversammlung des evangelischen Arbeiter= u. Bürgervereins) findet am morgigen Sonntag abends um 8 Uhr statt. Herr Generalsekretär Martin aus Witten wird einen Vortrag über die Frage der obligatorischen Einführung des Verbandsorgans der evangelischen Arbeitervereine, des„Evangelischen Arbeiterboten“, halten. Bei der Wichtigkeit dieser Frage sei um tunlichst zahlreichen Besuch dringlichst gebeten. (Tagesordnung siehe Inserat in heutiger Nummer.) **(Pfadfinder.) Wir machen nochmals aufmerksam auf den im Anzeigenteil enthaltenen Aufruf zur Bildung eines Pfadfinderkorps und bemerken, daß es bezweckt, mit den Jungen Wanderungen zu unternehmen, dabei die Liebe zu Volk und Heimat und den Sinn für liebevolle Betrachtung der Dinge und ihres geschichtlichen Werdens zu wecken, mit ihnen Kriegs= und Sportspiele, Geländeerkundigungen, Marsch= und Lauf=, Abkoch= und Lager=Uebungen, zu unternehmen, die sie lehren, den Feind zu finden, ihn anzuschleichen, zu sehen, zu hören und zu handeln, ihren Mut zu stählen, Kameradschaft zu pflegen und deutsche Lieder zu singen, mit ihnen zu turnen und zu schwimmen, ihnen von den vaterländischen Helden zu erzählen, sie über Verhalten bei Unglücksfällen, Hygiene und Wundbehandlung zu unterrichten. **(Aus den katholischen Vereinen.) Am Dienstag abend 8 Uhr findet im Restaurant Pferdekämper eine Sitzung der Vorstände sämtlicher kath. Vereine statt. Es soll über die Feier eines gemeinsamen Festes Beschluß gefaßt werden; weiter steht die Frage bezüglich Bau eines Vereinshauses auf der Tagesordnung. *r(Ein Schuhdieb) wurde gestern in der Person eines„armen Reisenden“ auf der Herberge er— Bielefeld, 9. März.(Folgende originelle Geschichte) wird aus einem Orte der Umgegend gemeldet: In der Schule wurden die Kinder mit Fremdwörtern, die im täglichen Leben gebräuchlich sind, vertraut gemacht. Eine Anzahl Wörter, wie Portier, Menagerie usw. sind zur Zufriedenheit des Lehrers gedeutet. Nun kommt das Wort„Schatulle". Was denkst du darunter, fragt der Lehrer ein Mädchen.„Schatulle ist eine alte Frau,“ erwidert dieses prompt. Daß dieser Auslegung allseitiges Gelächter folgte, ist wohl selbstverständlich. * Siegen, 9. März.(Fabrikbrand.) Die Knierohrfabrik von Heinrich Bertram ist in vergangener Nacht vollständig niedergebrannt. Das Feuer brach um 2 Uhr aus unbekannter Ursache aus und verbreitete sich mit rasender Geschwindigkeit über sämtliche Gebäude, die in kaum einer halben Stunde vollständig in Asche gelegt wurden. Zweihundert Arbeiter, die zur Zeit beschäftigt wurden, sind brotlos. * Barmen, 9. März.(Schutz vor Hutnadeln.) Die Stadtverwaltung erläßt eine Bekanntmachung, worin die Damen im Interesse der Sicherheit der Fahrgäste gebeten werden, in den Straßenbahnen keine Hutnadeln mehr zu tragen, deren Spitzen ungeschützt sind. Auf den Linien der Barmer Straßenbahn, der Straßenbahn BarmenSchwelm=Milspe und der Barmer Bergbahn sind die Damen, die Hutnadeln ohne Schutz tragen, von der Mitfahrt auszuschließen. * Meddersheim, 9. März.(Eine interessante Trauung) findet dieser Tage hier statt. Der 76jährige Raute hat sich aus Aerger darüber, daß ihn sein Sohn vom Hofe verwiesen hat, mit einer 69jährigen armen Witwe verlobt. Erst vor kurzem hatte er aus England eine Erbschaft von 150000 Mark empfangen. Der hitzige Sohn kommt auf diese Weise um seine Erbschaft. 9r Handwerkerfragen. Wie es der frühere preußische Finanzminister Freiherr von Rheinbaben, der jetzige Oberpräsident der Rheinprovinz, wiederholt getan, hat auch Staatssekretär des Innern Dr. Delbrück die drir gende Mahnung an das Handwerk gerichtet, vorzugsweise auf die eigene Kraft und Selbsthilfe im wirtschaftlichen Daseinskampfe das Hauptgewicht zu legen. Damit sollte nicht etwa gesagt sein, daß die Gesetzgebung in der Handwerkerfrage untätig gewesen wäre. Der Staatssekretär konnte das Gegenteil feststellen, er mußte aber auch die Frage aufwerfen, ob sich das Handwerk die Gesetzgebung in der richtigen Weise zu nutze gemacht hat. Zum Beispiel ist das deutsche Genossenschaftsgesetz in erster Linie durch die Not des Kleingewerbes zu Stande gekommen, aber erst andere Zweige unserer Volkswirtschaft haben es sich dienstbar gemacht, hauptsächlich gerade die Landwirtschaft, die das Genossenschaftswesen weit mehr benutzt als das Hand werk. Auch andere gesetzliche Maßnahmen, die Neuregelung des Prüfungswesens, die Einrichtung der Handwerkskammern, der kleine Befähigungsnachweis sind in diesem Sinne von der Reichsgesetzgebung geschaffen worden, sie sächlich dem Handwerk genunt. Eine stritt (Amtl' des Kreisbkatt.) Zamstag, den 9. März 1912. Personen mehr oder weniger schwer verlett. Eia betrunkener Chauffeur, der eine Gesellschaft eingeladen hatte, fuhr mit seinem unbeleuchteten WaEr selbst wurde leicht, ein ung des Rathauses in der Altstadt wird unhast, darin sind sich alle einig, sehr zur Hees Verkehrs in der inneren Stadt beitragen, is zu tun, ist doch mit die vornehmste Aufgabe städtischen Körperschaften. Wir richten daunsere Stadtvertretung die dringende Bitte: ab von falsch angebrachter Sparsamkeit retet ein für unsere wohlbegründete ForEs dürfte wohl auch im Interesse des hochherzigen Spenders der H.rrn Kommerzienrats Fleitmann, liegen, wenn verdurch der Blick auf das Geburtshaus seines seligen Vaters, des Herrn Dr. Fleitmann, am Ostentore freigelegt würde. Wie sehr die Bürgerschaft der Altstadt dem Neubau des Rathauses auf dem Ostermann=HaverVogt'schen Grundstück im Mittelpunkt der Altstadt herbeisehnt, mag schon daraus hervorgehen, daß bereits namhafte Spenden von Bürgern der Alt stadt gezeichnet sind, um der Stadt diesen Bauplatz noch billiger anbieten zu können. Wenn man, dem Beispiel Elberselds folgend, führung des Wunsches, daß die Industrie für die Kosten der Lehrlingsausbildung mit in Anspruch genommen werden soll, würde das Handwerk vielleicht eher schädigen als fördern. Die Regierung ist aber geneigt, eine Möglichkeit zu schaffen, daß der Industrie eine Beitragspflicht zu den Kosten der Lehrlingsausbildung auferlegt wied. Man steht schon aus diesen wenigen Beispielen, daß es mit der Gesetzgebung allein nicht getan ist; deshalb bleibt die Mahnung nach wie vor berechtigt, daß das Handwerk nicht weiter in den Fehler verfallen soll, auf Unterstützung von außen her zu rechnen; es wird aus der schwierigen Lage, in der es sich zweifellos befindet, nur herauskommen, wenn es gleichzeitig aus der bisherigen Sphäre keiner Geschäftstätigkeit heraustritt und nach Möglichkeit diejenigen Methoden, mit denen das Großgewerbe seine glänzenden Erfolge erzrelt hat, gen gegen einen Baum. Juwelier und eine Kaffeehausköchin wurden schwer verletzt. Eineganze Familie getötet. Paris, 9. März. In einem Vorort von Melilla wurde die Gärtnersfamilie Gonzalez von Marokkanern überfallen. Gonzalez, seine Frau und seine 10jährige Tochter wurden getötet, während zwei andere Kinder der Familie verschwunden sind. Man nimmt an, daß sie von den Marokkanern verschleppt worden sind. Das Besitztum wurde vollständig ausgeraubt. Zur Lage in China. Mukden, 9. März. Im Zusammenhang mit den Pekinger Ereignissen erteilte Juanschikai dem Generalgouverneur die Weisung, die Truppen von ihren Polizeipflichten zu befreien und sie außerhalb der Stadt zu halten, verdächtige Truppenteile zu entwaffnen und den Schutz der Städte ausschließlich der Polizei anzuvertrauen. Tientsin, 9. März. Französische Truppen hielten vorgestern abend am Bahnhofe 200 sische Soldaten an und entwaffneten 80. Die übrigen luden ihre Gewehre, und die Lage wurde fahrvoll, bis ein chinesischer Offizier eingriff und die chinesischen Soldaten überredete, sich zurückzuziehen. Nachmittags wurde eine starke Abteilung chinesischer Soldaten, die sich Tientsin auf dem großen Kanal näherten, angehalten u. von französtschen und japanischen Truppen entwaffnet. Die nischen Kreuzer„Cincinnati“ und„Bufsako“ sind vorgestern Nacht in Takr angekommen. Letzte Drahtmeldungen Der Streik im Dortmunder Bezirk. Dortmund, 9. Mürz. Auf Zeche„Scharnhorst“ sind heute früh von 1150 Mann unter Tage nur 82 eingefahren. Banunglück. Trier, 9. März. In Hagendingen in Loth= ringen stürzte auf dem Thyssenschen Werk eine im Bau begriffene Betonmauer ein. 15 Arbeiter wurden verletzt, darunter mehrere schwer. Ein Arbeiter wurde getötet. Revolverattentat im Theater. Halle, 9. März. Während der gestrigen Vorstellung im Apollotheater schoß im Zuschauerraum eine Modistin auf ihren Geliebten, einen Referendar, und verletzte ihn im Rücken. Der größte Flugapparat der Welt. Johannisthal, 9. März. Gestern nachmittag wurde in Gegenwart amtlicher Persönlichkeiten, darunter des russischen Generaladjutanten Tatischtschew und des Marinebevollmächtigten bei der Berliner russischen Botschaft von Berens, auf dem Flugplatze Johannisthal der größte Flugapparat der Welt vom russischen Ingenieur Boris Loutztoy vorgeführt. Nach vierjährigen Versuchen mit diesem Apparate wurde zum ersten Male eine Flugmaschine mit zwei Motoren und zwei Propellern geschaffen, deren Vorzüge darin bestehen, Eingesandt! Für Artikel unter dieser Rubrik übernimmt die Redaktion nur die preßgesetzliche Verantwortung. Zum Rathaus=Neubau. Es ist wohl die allgemeine Ansicht der Schwerter Bürgerschaft, daß das Rathaus in die Altstadt gehört und zwar möglichst in das Zentrum. Man begreift es nicht, wie ein Platz weit außerhalb der Altstadt— hoch oben an der Hörder Straße— überhaupt in Frage kommen kann, zumal ein sehr preiswertes Grundstück im Zentrum der Altstadt angeboten ist. Der Platz Ostermann=Haver=Vogt ist mit der dann fortfallenden Mittelstraße 199 Ruthen groß, bietet also hinreichenden Platz für einen würdigen Neubau. Der Preis von 170000 Mark ist bei der zentralen und besten Geschäftslage desselben als sehr preiswert“, zu bezeichnen. Bei Berücksichtigung und Ausnutzung dieser Lage— etwa durch Einbau einer Glaspassage mit Läden, oder einiger Läden im Parterre— würde sich der Ankaufspreis des Grundstücks zum größten Teile verzinsen. Auch würde durch ein würdiges Eintrittsportal in die Räume des Rathauses die Gesamtansicht des Baues nicht leiden. Bei Errichtung des Rathauses auf dem Östermann=Haver=Vogt'schen Grundstücke würde auch die Verlängerunger der Hauptgeschäftsstraße von Schwerte(Hüsingstraße), nämlich die Brückstraße zum Teil und die Ostenstraße fast vollständig in würdiger Erbreiterung aufgeschlossen. Die Niederlegung des noch vorspringenden Beßlichchen Hauses(früher Solinus) ist schon gesichert. tig entschieden werden soll. Nach allem, was man bisher gehört hat, neigt die Mehrheit unserer Stadtvertreter immer mehr dem Norden(Bahnhofund Hörderstraße) zu, angeblich, weil dort die angebotenen Plätze billiger als in der Altstadt sind. In letzter Stunde möchten wir daher nochmals eine Lanze für die vernachlässigte Altstadt brechen. Gewiß ist es richtig, daß der Platz OstermannHaver=Vogt ziemlich große Aufwendungen verursacht, aber unter unserer Bürgerschaft ist auch noch viel Opfermut und Bürgersinn vorhanden. In der Altstadt ist nämlich eine Liste zur Zeichnung von Beiträgen in Umlauf gesetzt worden. Die Gelder, die auf diese Weise zusammengebracht werden, will man der Stadt zur Versügung stellen, wenn das Rathaus der Altstadt erhalten bleibt. Es sollen schon ziemlich hohe Beträge gezeichnet sein, sodaß der Kaufpreis für den Bauplatz sich um ein beträchtliches ermäßigen würde. Dann möchten wir : Stille hl. Mosse. 7½ Uhr: redigt. Gemeinschaftliche hl. ivereins. 8¾ Uhr: SchulKollekte für den neuen Hoch2½ Uhr: Andacht.— FeeiFastenandacht Sonntag Frühmesse Kommunion des Marienvereins. messe mit Predigt. Koll altar.— Nachmittags 29 tag, den 15. März. abends 8 Uhr: mit Predigt. Filiale Lichtendorf. Sonntag 7½ Uhr: Frühmesse m. P Hochamt mit Predigt.— Nachi landung nicht erforderlich ist und daß ein Grad von Stabilität erreicht wird. Loutzkoy beabsichtigt, mit dem Apparat nach Petersburg zu fliegen. Durch Starkstrom getötet. Innsbruck, 9. März. Bei Uebungen der Kaiserjäger unweit des Iselberges legten die Soldaten die Fernsprechdrähte über die Hochspannung der Innsbrucker elektrischen Starkstromleitung. Der Strom zerriß alle Apparate, tötete einen Soldaten und betäubte einen anderen. Automobilunglück. Wien, 9. März. Durch ein Automobilunglück Kreuzweg=Andacht. Metterbericht den Verüchen Semante. 10. März: Wolkig mit Sonnenschein, wärmer, trocken. 11. März: Bewölkt, milde, teils heiter. 12. März: Vielfach heiter, angenehm. Friedr. Noaas. SCHAUFENSTER-ERÖFFNLNG SAMSTAG, 9. MARZ, ABENDS. BECNN DER AUSSTELLUNG MI NNERN UNSERES HAUSES MONTAG, DEN H. MARZ. ZUR ZWANCLOSEN BESICHTIGLNG LADEN WRR HÖFL. EN. WAHREND DER AUSSTELLUNG„SPEZIAL-VERKAUF“ VON S INAUG TEDENT AMAZONEN PLEUREUSEN AMAZONEN Regulär 13.50 für Regulär 21.50 für Regulär 32.— für Regulär 38.— für Schwarz od. weiß Halb-Amazone Schwarz Schwarz Schwarz Regulär 5.25 für 50 Regulär 8.50 für 650 Regulär 18.50 für 1350 Regulär 20.— für 1450 Schwarz Schwarz Schwarz Moderne Farben Regulär 2.50 für Regulär 4.— für Regulär 6.— für Regulär 11.50 für Schwarz Schwarz Schwarz Schwarz oder wein ISERLOHN. Nr. 59. 1. Beilage Schwerter Zeitung. Politische Wochenschau. Zeigt sich der Winter in seinem Ausgang als ein nachsichtiger Regent, lassen zahlreiche Frühgewitter nach dem alten Volksglauben auf eine gute Ernte hoffen, so ziehen am Himmel des Arbeitslebens um so drohendere Wolken auf; die Gefahren eines Bergarbeiterstreiks, der in England seit acht Tagen bereits besteht, sind auch für die übrigen Kohlenländer in eine bedenkliche Nähe gerückt. Solche Ausstände sind schon öfter dagewesen und sind überwunden. Die Gefahr des englischen Vorgehens liegt aber bekanntlich darin, daß dort Mindestlöhne verlangt werden, die aber keineswegs für immer Geltung behalten sollen, für die vielmehr eine Weiterentwickelung vorbehalten wird. Für alles Arbeits= und Verkehrsleben; ist der schwarze Diamant unentbehrlich; daß aber alle Handelsverträge in ihrem Wert bedeutend sinken müssen, wenn die Produktionskosten der Kohlen einseitig verteuert werden können, liegt auf der Hand, denn die Wettbewerbsmöglichkeit muß dann fallen. Darum wollen wir hoffen, daß wenigstens unsere Bergleute an das alte Wort denken: Allzuscharf macht leicht schartig! Die parlamentarischen Verhandlungen galten zumeist diesen Vorgängen wie den inneren wirtschaftlichen Verhältnissen überhaupt. Wir erkennen deutlich, wie die Klagen darüber immer lauter werden, daß so manche Gesetze, die als sozialpolitische Wohltaten gedacht waren, mehr Plage als Segen bringen, daß heute vielfach der mittlere und kleinere Arbeitgeber vor allen anderen Bevölkerungsklassen ein Recht auf Berücksichtigung hat. Licht und Luft sind bei den so außerordentlich verschiedenen Kapitalsverhältnissen im gewerblichen Leben sehr ungleich verteilt, so ungleich, daß, wie auch im Reichstag hervorgehoben ist, der Andrang zu allen festbesoldeten Laufbahnen über das wünschenswerte Maß hinausgeht. Es sollen ernstliche Anstrengungen gemacht werden, um einen Ausgleich herbei zu führen, und wir wollen wünschen, daß aus der Zukunftsmusik wirkliche Tatsachen werden. Daß unser ganzes Leben noch viel teurer werden muß, wenn es lediglich auf den Großbetrieb angewiesen ist, ist selbstverständlich. Während unser Kaiser bei vielfach stürmischem Wetter seinen alljähr. Besuch in Wilhelmshaven u. an der Nordseeküste machte, um dann über Bremen nach Berlin heimzukehren, sind im Bundesrat die neuen Wehrvorlagen, deren Kosten auf 80 bis 100 Millionen jetzt geschätzt werden, beraten. Ihre Annahme dort ist vorauszusehen, und auch der Reichstag hat sich, wie bekannt, der Ueberzeugung nicht verschlossen, daß mehr geschehen muß zu unserer Verteidigung angesichts der gewaltigen Anstrengungen in Frankreich und England. Namentlich in der Herstellung der Flugfahrzeuge ist alles aufgeboten, das Geld spielt dort keine Rolle. Nur gut, daß man nicht auch dem Wind kommandieren kann! Ueber den Stand der deutsch=englischen, von dem Kriegsminister Haldane eingeleiteten Besprechungen gehen die Meldungen hin und her, genügsam sind die Erwartungen wohl von vornherein einzustellen gewesen. Im bayerischen Laodtagg hot der Altostterpichdent von hertitng! seine Programmrede gehalten, in der er die Wahrung von Autorität und Religion betonte, die Stellung der Regierung über den Parteien bestimmt hervorhob und die Pflege der guten Beziehungen zum Reiche als.selbstverständlich bezeichnete. Das„große“ französische Ministerium Poincaree hat jetzt auch gemerkt, daß ein Vorschuß auf Lorbeeren in Paris selten etwas taugt. Wegen der chauvinistischen Nedewendungen in dar Marokkoangelegenheit war es bejubelt worden, heute wird es wegen fseiner Lauheit in der seit Jahren schwebenden Frage der Wahlreform lebhaft angegriffen. Seit Anfang vorigen Jahres ist die Amtszeit für die französischen Ministerien auf vier bis sechs Monate herabgedrückt worden, und länger wird auch das jetzige nicht seines Amtes walten. In Ungarn ist das dortige Ministerium des Grafen. Khuen=Hedervary, des tüchtigsten Staatsmannes, den das Magyarenland heute besitzt, zurückgetreten. Es handelt sich um Meinungsverschiedenheiten auf militärischem Gebiete. Die Friedenshoffnungen im Tripoliskriege haben sich abermals eitel erwiesen, die Türkei will nicht nachgeben, wenn sie nicht die Oberhoheit über ihren afrikanischen Besitz behalten kann. Und darauf gehen die Italiener nicht ein, weil sie Tripolis in aller Form durch Gesetz annektiert haben. Ein Ausweg aus der Sackgasse ist allein in einer energischen Aufnahme der militärischen Aktion zu finden, aber dabei können wieder leicht die Kosten höher werden, wie ganz Tripolis wert ist. And einen Angriff auf Konstantinopel haben die im Mittelmeer interessierten Mächte Italien immer noch nicht zugestanden. Auch in China bleiben die Verhältnisse unerfreulich; die Militär=Revolution ist zwar in Peking niedergeschlagen, hält aber anderswo an, wowobei auch mehrere Europäer im Gewühl ermordet sind, weil es an Geld zur Soldzahlung fehlt. Die Inhaber chinesischer Papiere brauchen zum Glück wegen der pünktlichen Zinsenzahlung, für die die Zölle verpfändet sind, nicht besorgt zu sein. —— Der Frühling kommt mit Brausen! Längst ist die Regel aufgestellt: Der Frühling kommt mit Brausen! Nun stürmt und braust es in der Welt, Fast möcht es einem grausen. Es stürmt nicht nur in Flur und Hain, Es greift der Sturm viel tiefer ein, Will an Terrain gewinnen, Nach außen wie nach innen! Es stürmt in allen Lagern jetzt, Und selbst in Parlamenten, Im Reichstag wurden neu ersetzt Die Notstands=Präsidenten. Doch unfreiwill'ge Pausen hat Das Parlament zu Rudolstadt, Man sieht an solchen Pausen: Der Frühling kommt mit Brausen! Der Frühling sprengt mit starker Hand, Des Winters feste Ketten, Er stärtte auch im Engel.=Land Den Mut der Suffragetten; Sie wollen keine Engel sein, Sie wersen lieber Fenster ein, Es braust auf Markt und Gassen: Weh, wenn sie losgelassen! In England herrscht viel Kampfesmut, Nicht nur in Wortgefechten, Es tobt der Streik, die Arbeit ruht In allen Kohlenschächten. Der Sturm brach los, das Unheil droht, Das reiche England kommt in Not, Und es erfährt mit Grausen: Der Frühling kommt mit Brausen! Allüberall mit Streik man droht, Es streiken selbst die Schneider, Ein warmer Frühling tut sehr not, Da braucht man wen'ger Kleider. Weil sich im Frühling alles regt Sind diese Tage sehr bewegt, Doch bleibt die Lohnbewegung Die wirkungsvollste Regung! Es muß die unvollkommne Welt Sich hier und dort noch läutern, Doch böse ists mit ihr bestellt, Wo selbst Soldaten meutern. In China, dem„modernen“ Staat, Sind jetzt die Truppen rabiat, Sie sollen schlimm dort hausen, Das ist kein Frühlingsbrausen! Ob draußen auch die Knospe schwoll, Ob sonnig lacht der Morgen, Die Welt ist noch der Leiden voll Und überreich an Sorgen. Noch immer fördern Rassenkampf Und Klassenkampf den Massenkampf, Trotzdem soll mit Vertrauen Man in die Zukunft schauen! So braust und wogt es rings umher, Und ohne Zwischenpausen, Und Stürme bieten die Gewähr: Der Frühling kommt mit Brausen! Doch hofft die Welt von Tag zu Tag, Daß sich das Brausen legen mag, Und daß als Lenz=Begleiter Der Frieden kommt! Ernst Heiter. Westfalen und Rheinland. * Hörde, 8. März.(Grubenunfall.) Gestern gerieten auf Zeche Glückaufsegen die beiden Bergleute Goßmann und Walkenhorst unter hereinbrechendes Gestein. Wahrend es gelang, ersteren noch lebend aber mit schweren Verletzungen zu Tage zu bringen, konnte W nur als Leiche geborgen werden. Die Verunglückten sind unverheiratet und erst seit einiger Zeit auf der Zeche beschäftigt. * Vorhalle, 8. März.(Kind verbrüht.) Als sich vor 2 Tagen die Frau des Maschinisten Kläserner auf einen Augenblick aus dem Zimmer entfernt hatte, um die Flurtür zu öffnen, riß das zweijährige Söhnchen eine Wanne mit heißer Lauge um. Das Kind wurde schwer verbrüht und ist jetzt im Hasper Krankenhaus seinen Brandwunden erlegen Samstag, 9. März 1912. Wetter, 8. März.(Im Streit erschossen.) In der benachbarten Ortschaft Langendrerholz bekam der Anstreichermeister M. wegen der Lohnzahlung mit seinem Gesellen Streit, der dahin ausartete, daß M. zum Revolver griff und den Gesellen durch einen Schuß in den Kopf tödlich verletzte. Die Bluttat rief in der Ortschaft eine große Aufregung hervor. * Ostönnen, 8. März.(Einen inte ressanten Fund) machte hier der Landwirt Klöver bei Gartennivellierungsarbeiten. In etwa ein Meter Tiefe stieß er auf verschiedene Urnen, in denen große Mengen schwarz verkohlter Weizenkörner sich befanden. Der Garten liegt am sog. alten Hellwege, einem alten Verbindungswege zwischen der Weser und dem Rhein. Die Nachforschungen werden vorsichtig fortgesetzt. Soest, 7. März.(Ausnutzung der Möhnetalsperre.) Der Ruhrtalsperrenverein will die enorme Wasserkraft der im Bau begriffenen Möhnetalsperre für die Herstellung elektrischer Energie ausnutzen. Er baut dort zwei größere Ueberlandzentralen mit einem Gesamtkostenaufwand von 900000 A. Den gesamten Strom übernimmt das Westfälische Verbands=Elektrizitätswerk, das sein Stromversorgungsgebiet auch auf die Kreise Soest und Arnsberg weiter ausdehnen will; auch ist man bereits mit der Elektrizitätslieferungs=A.=G. zu Berlin wegen Stromlieferung nach Werl, Soest usw. in Verhandlungen getreten. Olpe, 8. März.(Ein nettes Kleinbahnidyl!) weiß die„Siegener Zeitung“ von der Kleinbahn Olpe=Kirchen zu berichten. Sie schreibt in Nr. 55 vom 5. März 1912:„Fischbacherhütte, 5. März. Einen wagehalsigen Streich erlaubten sich dieser Tage vier etwa 12jährige Jungen. Bekanntlich verfallen die auf der Strecke Freudenberg=Kirchen verkehrenden Züge seit einiger Zeit in ein sehr langsames Fahrtempo, sobald sie die an der Straße vorbeiführenden Teile der Strecke passieren. Als nun am Freitag abend kurz nach 6 Uhr ein Personenzug unsern Oct durchfuhr, kletterten die Burschen auf das Trittbrett des letzten Wagens und bestiegen diesen, um als blinde Passagiere zur Station Niederfischbach mitzufahren, wo sie sich schleunigst aus dem Staube machten. Wenn auch die langsame Fahrt durch die Or ten empfehlenswert ist im Interesse der öffentlichen Sicherheit, so dürfte es doch wohl sich empfehlen, die Jugend darauf aufmerksam zu machen, daß die Eisenbahnverwaltung dergleichen Vorkommnisse streng bestraft, sobald sie der Uebeltäter habhaft wird.“ * Münster, 8. März.(In der 6. Vollsitzung des westfälischen Provinziallandtages) wurden die Haushaltspläne der ProvinzialHeilanstalten zu Aplerbeck und zu Warstein angenommen, desgleichen der Etat des Landarmenund Krankenhauses zu Gesecke, ferner der Haushalsplan der Provinzial=Augenheilanstalt zu Münster. Bei dem Plan über die Kosten der Fürsorge=Erziehung Minderjähriger entsteht eine längere Debatte, wobei Geheimrat Windthorst aus Hamm fragt, warum der Provinzialausschuß den Antrag des Oberlandesgerichtspräsidenten von Hamm, die Ausgestaltung der Fürsorgeerziehung nach§ 1666 zu fördern, abgelehnt habe. Landeshauptmann Hammerschmidt erklärt, wenn der Anendbue und ug,„# enden eign.,, daunesichudt elirt, ven der. Aer. Landtage bat der Ministerpräsdent von Heiting! lIr sottre uig in, Tugenttun#„„ Gufé Bucher Snie dle Besiell Oslergeschemne! Schloß Hinkenstein. Roman von Clarissa Lohde. 36 „Ists denn so schlimm?“ fragte Otmar nun im höchsten Grade bengruhigt. 7.5 „Sehr schlimm, Durchlaucht, es tut mir leid, daß ich Ihnen gegenüber so etwas Peinliches berührt habe. Aber Sie würden es ja doch bald genug erfahren. Wenn die Sache an die große Glocke kommt, wirds ein schlichter Abschied, wenn nicht noch Aergeres. Im Offizierstande kann Ihr Herr Schwager vicht ferner verv iz. Seiungristokratsches Der Fürst zuckte zusammen. Sein artsrotratisches Bewußtsein empörte sich gegen die einem Gliede seiner Familie drohende Schmach. „Bitte, weiter," kam es tonlos von seinen LipEine häßliche Geschichte, Durchlaucht, die wie Sie begreifen werden, das ganze Offizierkorps in Aufregung versetzt. Sie wissen, oder wissen es vielleicht auch nicht, Durchlaucht, daß Ihr Sa dem Spielteufel verfallen ist. Nur zu oft versammelt er gleichgesinnte Kameraden in conwohnung und dann wird gejeut, oft die ganze Nacht hindurch. Unter seinen Gästen befand sich auch ein Leutnant Hermann, der Sohn eines bekannten Millionärs. Kürzlich nun vermißte der junge Mann, als das Spiel beendet und man sich zum Aufbruch rüstete, eine Tausendmarknote, von der er ganz genau wußte, daß er sie vor sich auf den Tisch gelegt hatte. Alles wird durchsucht, die ganzeWohnung umgekehrt, der Schein ist und bleibt verschwunden. „Und er hat sich auch bis heute nicht gefunden?“ fragte der Fürst, der ganz bleich geworden.“ „Auch bis heute nicht. Der Bursche steht außer Frage, denn er war wohlmeislich fortgeschickt.“ „Ein Rätsel, das sich klären wird, klären muß,“ „Las sich leider schon gellärt hat. Einige meraden, die ihre Ehre bedroht fühlten, giugen Herrn von Aruhelm zu Leibe, er wurde in die Enge getrieben, die Banknote, so suchte er sich zu entschuldigen, habe sich am andern Morgen erst wiedergefunden. Er habe sie dem Besitzer sogleich einhändigen wollen, sei aber durch irgend ein Ungefähr daran verhindert worden, und so weiter. Man schwieg und dachte sich das Seinige. „Aber man wird doch nicht Anzeige von dem Vorfal machen?“. gt, Gatn, gan Der Rittmeister zuckte die Achseln.„Wenn er sich nicht bald von selber drückt.. Ich weiß, was ich unter solchen Umständen täte, aber ich fürchte. Herr von Arnhelm findet den Mut nicht dazu und wartet, bis er infam kassiert wird.“ „Um Himmelswillen, nein, das darf, das soll nicht geschehen.“ „Wenn Sie das verhindern wollen, Durchlaucht, so rate ich Ihnen, spedieren Sie den Burschen sobald als möglich über das große Wasser. Anfangs freilich wird er sich sträuben, man kann ihm ja auch etwas Bestimmtes nicht nachweisen. Hoch fällt ins Gewicht, daß er gerade an diesem Tage eine ziemlich hohe Wechselschuld zu bezahlen hatte,“ „Er muß fort.. muß!“ stieß der Fürst finster hervor.„Sagen Sie das den beteiligten Kameraden, oder soll ich selbst... „Ich werde die Sache hinzuhalten versuchen, Durchlaucht. Vielleicht ist es doch besser, Sie mischen ihren Namen nicht hinein, es müßte denn gerade zum äußersten kommen. Aber der Starrkopf wird sich ja doch beugen müssen, und wer reichte nicht gern die Hand dazu, einer hochverehrten Familie die Schande zu ersparen, ein Mitglied von K zu machen, an, da er sich freute, vor des Fürsten Abreise noch mit Alwin zusammen zu treffen. Die beiden Herren warteten schon im Lichthof. Otmar nahm Karl sofort beiseite und erzählte ihm in abgerissenen Worten, was er soeben vernomwen., seich nach Fischa z: Mar „Ich muß gleich nach Tische zu Max,“ mitle die Schände zu ersparen, ein Wingier dem Ehrengericht verurteilt zu sehen. Der Fürst drückte dem Rittmeister warm die Hand. Sie waren vor dem Hotel Bristol angelangt, der Fürst bat seinen Begleiter, mit ihm einzutreten, er habe außer seinem Freunde Jux auch den jungen Maler Sommer zum Frühstück geladen.“ Der Rittmeister nahm, ohne weitere Umstände er,„und sollte ich ihn nicht zu Hause treffen, warte ich auf ihn, bis er heimkehrt.“ „Ich begleite Dich,“ sagte Karl, von dem Gehörten bis aufs tiefste erschüttert.„Du darfst mit diesem unberechenbaren Menschen nicht allein verbandeln.. P Kei sich#.r Sitzmeiste Während dessen hatte sich der Rittmeister an Alwins Seite gesetzt und betrachtete ihn mit prüsendem Blick.„ Geanem 61 u2 1. „Die Falte zwischen Ihren Brauen ist noch tiefer geworden, Sommer,“ bemerkte er kopfschütAlwin lachte.„Man wird alt, mein lieber Ba„Oder man hat die Marotte, unglücklich sein zu wollen.. und ganz ohne Grund kann ich versichern.“ „Versichern Sie nicht zu viel!“ „Warum haben Sie meine Cousine denn nicht aufgesucht?“ neigte der Rittmeister sich jetzt an Alwins Ohr.„Sie wären versöhnlich empfangen worden, ich glaube Ihnen das bestimmt verbürgen zu „Nach jenem eisigen Abend im Theater sollte ich mich zuerst der Baronin nähern?“ sagte Alwin zu dem Rittmeister.„Wo denken Sie denn sin? „Sie haben aber doch eingesehen, daß Ihre Eifersucht damals auf Arnhelm unbegründet war.“ „Was hilft das mir? Bleibe ich doch allezeit der einfache Maler, dem man nur so lange ein wohlwollendes Interesse zeigt, als er sich in respektvoller Ferne hält!“ !“„Wenn „Ich bin zu stolz, zweimal zu werben.“ „Und Adolfine ist zu stolz sich Ihnen anzutragen. So werden Sie sich wohl nimmer zusammenfinden.“ „Für jetzt zum mindesten verzichte ich auf eine Wiederbegegnung. Wenn ich aus Italien zurückschloß kehre und die Baronin,“ erlächelteironisch, inzwi„Wenn Sie sich nun doch irrten?“ schen nicht eine würdigere Wahl getroffen haben sollte, wäre der Versuch eher zu wagen.“ „Oder wenn Sie im Lande der Kunst beim Blick in die dunklen Augen einer schönen Römerin die Baronin nicht vergessen haben sollten,“ grollte der Rittmeister nun ernstlich.„Auf eins aber möchte ich Sie noch aufmerksam machen, Sommer. Ich glaube nicht, daß eine so stolze Natur wie die Adolfines, eine Untreue des Herzens je verzeihen könnte," „Wer trüge die Schuld daran, wenn es nun wirklich so käme? Doch nur sie selbst. Man soll nicht mit der Liebe spielen. Ich aber bin ler, das heißt, ein Mensch mit empfänglichen Sinnen. Eine hoffnungsvolle Verehrung aus der Ferne kann nur einem Schwärmer, der kein Blut in den Adern hat, auf die Dauer genügen. Ich halte mich nicht für fähig dazu.“ „Da steht man nun zwischen zwei Feuern." sprach der Rittmeister unmutig.„Trotz und Stolz hier, Trotz und Stolz dort. Es bedürfte nur eines raschen Entschlusses, und allen Zweifeln wäre ein Ende gemacht.“ „Oder mir würde eine zweite beschämende Niederlage zu teil.“ „So gehe es denn wie es wolle! Ich wasche meine Hände in Unschuld. Sie wollen alle beide mit dem Kopfe durch die Wand, und zerschellen sich dabei schließlich noch die Schädel.“ „Seis drum! Auch ich wasche meine Hände in Unschuld, gleich Ihnen. Ich habe der Baronin gegenüber aus meiner Liebe für sie kein Hehl gemacht, sie hat mich abgewiesen, an ihr ists nun, mich zurückzuruerückzurusen, wenn sie mich wirklich liebt.“ 189,16 Nr. 59. Seite 6. Schwerter Zeitung.(Amtlichee Rr##sblatt.) Samotag den 9. März 1912. trag angenommen worden wäre, so würde eine doppelte Einrichtung geschaffen worden sein. Der Provinzialausschuß lege großen Wert darauf. festzustellen, daß die Fürsorgeerziehung in ihren Ergebnissen immer besser werde. Im übrigen verweist er auf den dem Abgordnetenhause vorliegenden Antrag Schmedding, wonach das FürsorgeErziehungsgesetz noch mehr wirken werde wie jetzt. Nach Erledigung weiterer Etats kommt die Eingabe des Kreisausschusses und Magistrats zu Paderborn betresfend die Erhöhung der vom Paderborner Elektrizitätswerk und der Straßenbahngesellschaft für die Benutzung der Straßen zu zahlenden Gebühr zur Sprache. Der Provinziallandtag beriet in erster Lesung den Entwurf über die Umwandlung des Ruhrtalsperrenvereins in eine öffentliche Gesellschaft. * Münster, 8. März.(Ganz gewaltige Verkehrsstörungen) bestehen schon seit geraumer Zeit in der Güterbeförderung aus dem Industriegebiet nach Hamburg, da die nach dort bestimmten Güter zurzeit in Hamburg zur Weiterbeförderung nicht angenommen werden können, wenigstens nicht so schnell, als sie angeliefert werden. So warteten unlängst auf der Strecke Recklinghausen=Münster tagelang zirka 25 Güterzüge auf Weiterbeförderung. Die Ursache dieser Verkehrsstockungen ist wohl darin zu suchen, daß der englische Schiffsverkehr wegen Kohlenmangels infolge des Bergarbeiterstreiks auf das Mindestmaß eingeschränkt ist. 8686 * Delmenhorst, 8. März.(Für ern Pau Turnschuhe— ein Jahr Zuchthaus.) Eine Strase, die auf den ersten Blick überaus hart zu sein scheint, verhängte die hiefige Strafkammer über einen Arbeiter. Er hatte aus einer Schule ein Paar Turnschuhe gestohlen und an einen Trödler für 75 Pfennig verkauft. Den Erlös legte er schleunigst in Schnaps an. Er wurde aber bald als der Dieb ermittelt und hatte sich nun vor Gericht zu verantworten, das ihn für ein Jahr ins Zuchthaus schickte. Die Höhe der Strafe erklärt sich aus den Vorstrafen des Verurteilten. schon sehr viele Male mit dem Gesetze in Kons#### gekommen und hat unter anderem eine Zuchthausstrafe von drei Jahren wegen schweren Raubes hinter sich. Auch wegen Diebstahls und Betruges ist der Mann schon wiederholt verurteilt worden. Unter diesen Umständen konnte auf die Geringfügigkeit des gestohlenen Gutes keine Rücksicht genommen werden, da Rückfälligkeit vorlag und der Gerichtshof erkannte wie angegeben. * Varel, 8. März.(In den glühenden Backofen gefallen.) Der Lehrling eines hiesigen Bäckermeisters fiel in einem Anfalle von Krämpfen in den glühenden Backofen. Er trug am ganzen Körper furchtbare Verbrennungen davon. Man brachte ihn in das Krankenhaus, wo er bald darauf verstarb. * Bochum, 8. März.(Das Schwurgericht) verurteilte den vorbestraften Bergmann Franz de Reuß von Eickel wegen Raubes unter Zubilligung mildernder Umstände zu 1 Jahr 6 Monaten Gesängnis. In der Trunkenheit überfiel der Angeklagte in der Nacht zum 9. September in Eickel vor der Villa Schleier den Oesterreicher Stephan Gaides und beraubte ihn der Uhr, Kette und des Geldbeutels mit 6# Inhalt. Nach der Tat floh de Reuß nach Belgien, das ihn aber auslieferte. * Herne, 8. März.(Spielhölle ausgehoben.) In einem hiesigen Restaurant wurde von der Polizei eine Spielhölle aufgehoben. Die Anzeige soll von einem Dortmunder Herrn ausgegangen sein, der am grünen Tisch in einer Nacht 1000 Mark verlor. * Duisburg, 8. März.(Kesselexplosion.) Kurz nach Mittag fand gestern auf der Hütte „Phönix“ in Ruhrort eine Kesselexplosion statt. 8 Personen erlitten schwere Brandwunden. * Elberfeld, 8. März.(Der Detaillistenverband von Rheinland und Westfalen) hielt heute hier unter dem Vorsitz des Kommerzienrats Wahl(Barmen) seine diesjährige Generalversammlung ab. Der Vorsitzende führte u. a. aus, daß dem Verband zurzeit 50 Ortsgruppen mit 3500 Mitgliedern angehören. Das Geschäft sei gut gewesen. Der unlautere Geschäftsverkehr, namentlich die 95 Pfg.=Wochen müßten energisch weiter bekämpft werden. Namens der Stadt begrüßte Beigeordneter Dr. Hopf die Versammlung. Handelsschuldirektor Dr. Dörr sprach über die Beziehungen zwischen Handelsschule und Detaillistenverband. Nach dem Kassenbericht betrugen die Ausgaben 7400 M, die Einnahmen 7950 M. Das Vermögen des Verbandes beziffert sich auf 17 Mark. Der Vorstand wurde wiedergewählt. Es folgte dann ein Vortrag des Kaufmanns Grünebaum über die Ausbildung weiblicher Angestellten. Krefeld, 7. März.(Mädchenhändler verhaftet.) Ein elegant gekleideter Mann trat dieser Tage an ein 19jähriges Mädchen heran und suchte es zu bewegen, mit ihm zu gehen, er Geld in Hülle und Fülle habe. Das Mädchen gewährte ihm am Abend ein Stelldichein. Er wollte das Mädchen hierbei überreden, mit einige Flaschen Wein zu trinken. Das Mädchen schlug dieses jedoch ab. Vorher hatte es der Polizei Mitteilung gemacht, die ihnen beiden nun auf dem Fuße folgte. Unterwegs drückte der Mann dem Mädchen noch ein Geldstück in die Hand. Darauf gingen beide zum Bahnhof, wo der Händler beim Lösen der Fahrkarten überrumpett wurde. * Köln, 7. März.(Die abgebissene Rase.) Der Schutzmannssohn Mich. Merzel hatte einer Frau Schmitz im Verlaufe eines Streites die Nase abgebissen. Der ärztlichen Kunst war es jedoch gelungen, den Gesichtsvorsprung kunstgerecht durch Entnehmen von Fleisch aus der Stirn wieder zu rekonstruieren. Das Gericht erkannte gestern gegen Merzel wegen schwerer Körperverletzung auf zwei Jahre Zuchthaus. * Aachen, 8. März.(Der älteste, aktive Schwimmer Deu:schlands.) Vor einigen Tagen konnte Herr Leo Lammertz sen., Aachen, Ehrenmitglied der Deutschen Schwimmerschaft, als ältester aktiver Schwimmet Deutschlands seinen 90. Geburtstag seiern. Kein Tag vergeht, an dem der alte Herr nicht die Schwimmhalle betrit:. frohem Eifer macht er täglich seinen 50—60jähr Schwimmkameraden Freiübungen am Drahiseil und Geländer vor. Der deste Beweis seiner Leistungsfähigkeit ist, daß Herr Lammertz heute noch in der Schwimmhalle eine Vierielstunde ohne Unterdrechung schwimmt, was in Anbetracht seines hehen Albers eine Leistung ist, die in der Schwimmerwelt einzig dastegt Was mancher nicht weiß Wenn der Kaiser telegraphiert. Der Kaiser genießt, wie alle regierenden Bundesfürsten, im ganzen Deutschen Reiche Portofreiheit und braucht also keine Gebühren für seine Telegramme zu bezahlen. Und zwar gilt dies Vorrecht nicht nur für ihn persönlich, sondern ebenso gut für die Kaiserin, die kaiserlichen Prinzen, ja den ganzen Hofhalt, die Theaterintendanturen usw. Hierbei werden Depeschenformulare der verschiedensten Größen verwendet, welche die Aufschrift tragen„Telegramme Seiner Majestät des Kaisers". Die meisten dieser Telegramme gehen vom Kaiser selbst aus. Entweder er schreibt sie persönlich, oder er diktiert sie einem Minister oder Flügeladjudanten und unterzeichnet alsdann. Weniger wichtige Depeschen werden„im Auftrage des Kaisers“ vom Geheimen Zivilkabinett abgefaßt u. von dessen Chef unterzeichnet. Im Königlichen Schlosse in Berlin befindet sich ein Telegraphenamt, das Tag und Nacht geöffnet ist, aber nur zur Bearbeitung der kaiserlichen Telegramme. In dies Amt werden die Depeschen des Kaisers in verschlossener Mappe vom Flügeladjudanten oder von Dienern gebracht, und dies gibt sie an das Haupitelegraphenamt, von wo sie dann sofort erledigt werden. Nur mit Potsdam kann das Schloßtelegraphenamt direkt verkehren. Weilt der Kaiser irgendwo im Reiche, so gehen seine Telegramme an die nächste Haupttelegraphenstation, um von dort befördert zu werden. Ins Ausland gerichtete Telegramme des Kaisers müssen übrigens, was nicht bekannt ist, sofort genau so bezahlt werden. wie es von jedem Privatmann verlangt wird. —— Dortmunder Stadttheater. Sonntag, 10. März, nachmittags 3½ Uhr:„Das starke Geschlecht.“ Komödie von John Valentine. Abends 7½ Uhr:„Königskinder". Märchenoper von E. Humperdinck. Montag, 11. März, abends 7½ Uhr:„Wilhelm Tell". Schauspiel von Friedrich von Schiller. Dienstag, 12. März, abends 7½ Uhr:„Stella maris". Musikalisches Schauspiel von Alfred Kasser. Mittwoch, 13. März, abends 7½ Uhr:„Der Strom“ Drama von Max Halbe. Donnerstag, 14. März, abende 7½ Uhr:„Cavalle= ria rusticana“. Oper von P. Mascagni. Hierauf:„Der Bazazzo.“ Oper von N. U. März, abend 78 Uhr:„Heihigngalt (Das Märchen vom Heiligenwald). Tastswer von Alfred Halm und Nobert Saudek. Sonnabend, 16. März, abende 7½ Uhr:„Carmen“ Große Oper von Georg Bizet. — Stadttheater Hagen. Sonntag, 10. März, nachmittags 3½ Uhr:„Glaube und Heimat". Tragödie von Abends 8 Uhr:„Madame sans von Socdos. Dienstag, 12. März:„Francoi=Billon, Noman= tische Komödie von Leo Lenz. Donnerstag, 14. März:„Büxl“. Arno Holz und Oskar Jerschke. 15 März:„Der Wildschüt“, Oper.„ Sonntag, 17. März, nachmittags 3½ nische Wirtschaft“. Abends 8 Uhr:„Bürt. Gottesdienste. Evang.=res. Gemeinde. Sonntag 9½ Uhr Gpang,=inth. Gemeinde, Sonntag 3½2 Uhr: Bastor Teiner aus Anhalt, Festredigt. 11 Uhr: Kindergottesdienst. Vereine und Versammlungen. Sonntag 3 Uhr: Nachversammlung bei Qund. beck. Montag 8 Uhr: Hustao Adolf. Fragepgereig. Dienstag 8 Uhr: Jungfrauen=Verein. 2 Uhr: Missions=Verein. Donnerstag 8 Uhr Passionsgottesdienst in der kleinen Ki Freitag 5 Uhr: Passionsgottesdienst in der sroßen Kirche. 8¼ Uhr: Vorbereitsstunde. 2 Uhr: prasung der Konfitrmanden.(Poyer, gugtuche 1. Evangelische Stadtmission Schwell,#r##ge Sonntag 8 Uhr: Blaukreuzstunde und tungsgelegenheit. 4 Uhr: Bibelstunde. Montag 3 Uhr: Frauen= und Jungfrauenmissionsstunde. Dienstag 8½ Uhr: Gemischter Chor. Evangel. Männer= und Jünglingsverein Scwerte. Sonntag 2 Uhr: Soldatensektion. 8 Uhr: Vereinsstunde. Montag 8½ Uhr:## nenchor. Mittwoch 8½ Uhr: Gebetsstunde. Donnerstag 8½ Uhr: Männerchor. Freitag 8½ Uhr: Bibelbesprechung. Samstag 8¼ Uhr: Turnen i der städtischen Turnhalle. Evangelischer Jugendverein. Sonntag 4 Uhr: Lesestunde. 5 Uhr: Vereinsstunde. Samstag 8¼ Uhr: Turnen in der Turnhalle. Weschosen. Sonntag 10 Uhr: Gottesdienst, nachm. 2 Uhr: Kindergottesdtenk. Verantwortlich für die Redaktion: Friedr. Kraas. Druck u. Verlag von Cael Braus, beide in Echwerte. M ST Sinla die besten. 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Aufnahme finden Schülerinnen aus Mittel coisighögeer Mädchenschulen und solche mit guter VolkAnmeldungen für das neue Schuljahr müssen bald erfolgen, mündliche werden vormittags von 11—1 Uhr im Schulgebaude, Hochstraße 80, entgegengenommen, wo auch Prospekte und Auskünfte zu haben sind. 1315 Der Direktor: Dörner. des Ortsausschusses für Jugendpflege ein Psadfinderkorps zu gründen, das jedernDämpf-u. Reini— gungsanstalt mit elektrischem Betrieb. Der Unterausschuß II Stad: Schwerte beabsichtigt, en T#ub lö#perliche und sittliche Kräftigung der Jugend in vaterländischem erstrebt. Junge Leute im Alter von 14—20 Jahren, die diesem Korps treten wollen, werden ersucht, sich am Sonntag, den 10. März d. I., vormittags 11 Uhr im Lokale„Im Reiche des Wassers"(Jockenhöfer) einzufinden oder vorher bei den Unterzeichneten zu melden. Bekanntmachung. Es wird empfohlen zu kochen: Der Vorsitzende: Thoholte, Rechtsanwalt v. Notar. Der Schriftführer: Althoff, Lehrer. Alle Arten Güera und bauhe Kals. und Königl. Hof- FlügelPlanino-Fabrikant, gegr. 1794 enplichltin reicher DlANIONS:4 Flügel Answahl zu beque- 1A115 währter Güte, men Bedingengen“— PIANOLA-PIANOS d. h. 1B ACH-Pianos mit eingebautem Klavierspielapparat, Pianolas mit Themodist und Metrostyle, sowie Harmoniums.— Bei Kauf Miete, Umtausch Repuratur oder Stimmung wende man sich an die mehr als hundertjährige Briahrung des durch vier Generationen bestehenden Hauses IBACH RUD. IBACH SOHN, BARMEN Neuerweg 38-42 werden nach dem neuesten Verfahren tadellos gereinigt. Alte Bettfedern werden wie neu. Die Reinigung findet täglich statt. Die Bettfedern werden franko abgeholt eventuell sofort im Beisein der werten Kundschaft gereinigt und am gleichen Tage wieder zugestellt Wir empfehlen unser grosses Lager in Bettfedern und Daunen sowie Bettbarchend garantiert federdicht. 625 Ruhr& Co Schwerte. Markt 1. Fernsprecher 220. 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Dieser Kräuterwein ist aus vorzüglichen, hellkräftig befundenen Kräutern mit gutem Wein bereitet, und stärkt und belebt den Verdauungsorganismus des Menschen. Kräuterwein beseitigt Verdauungsstörungen und wirkt fördernd auf die Neubildung gesunden Blutes. Durch rechtzeitigen Gebrauch des Kräuterweins werden Magenübel meist schon im Keime erstickt. Man sollte also nicht säumen, ihn rechtzeitig zu gebrauchen. Symptome wie: Kopfschmerzen, Aufstoßen, Sodbrennen, Blähungen, Uebelkeit mit Erbrechen, die bei chronischen(veralteten Magenleiden um so heftiger auftreten, verschwinden oft nach einigen Mal Trinken. Strh'nerstanfung und deren unangenehme Folgen, wie BeStahrverstopfung klemmung, Kolikschmerzen, Herzklopfen, Schlaflosigkeit, sowie Blutanstauungen in Leber, Milz und Pfortadersystem (Hämorthoidalleiden) werden durch Kräulerwein oft rasch beseitigt. KräuterWein behebt Un verdaulichkeit urd entfernt durch einen leichten Stuhl untaugliche Stoffe aus dem Magen und Gedärmen " Hageres bleiches Aussehen, Blutmangel, kräfeurg sind meist die Folge schlechter Verdauung, mangelhafter Bluttrustung bildung und eines krankhaften Justandes der Leder. Bei Appelitlosigkeit, unter nervöser Abspannung und Gemütsverstimmung, sowie häusigen Kopfschmerzen, schlaflosen Nächten, fiechen oft solche Personen langsam dahin. Kräuterwein gibt der geschwächten Lebenskraft einen frischen Impuls. S#- Kräuterwein steigert den Appetit, befördert Verdauung und Ernährung, regt den Stoffwechsel an, beschleunigt die Blutbildung, beruhigt die erregten Nerven und schafft neue Lebenslust. Zahlreiche Unerkennungen und Dankschreiben beweisen dies. Kräuterwein ist zu haben in Flaschen à M 1.50 und 2.00 in den Apotheken von Schwerte, Berghofen, Hörde, Aplerbeck, Holzwickede, Unna, Königsborn, Fröndenberg, Menden, Hemer. Iserlohn, Lelmathe, Hohenlimburg. 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Humoristisch. durch Süd1715 Heute morgen 5 Uhr entschlief sanft nach langem mit grosser Geduld ertragenem Leiden meine innigstgeliebte Frau, unsere gute Mutter, Schwiegermutter. Grossmutter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Diedrich Danlbuduliig im Alter von 67 jahren und 3 Monaten. Um stille Teilnahme bittet Familie Diedrich Dahlbüdding. Holzen, Schwerte, Villigst, Hagen, Herdecke-Nord, Selbecke, Barmen, Massen u. Brambauer, d. 8. März 1912 Die Beerdigung findet Sonntag, den 10. März, nachmittags 2½ Uhr, vom Trauerhause, Holzen, Roonstr. 2 aus statt. Trauerfeier ¼ Stunde vorher. 1691 K ∆ 5 4 8 I Neu erschienen! ubiläums-Ausgabe, daher besonders reichhaltig! Favorit-Mloden-Album Preis 60 Pfg. Favorit-Jugend-Album Preis 60 Pfg. Ausgabe für Frühjahr und Sommer 1912. Allein-Verkauf: Kaufhaus Otto Marx 1716 ? SCHWERTE Ostenstr. 20 Fischmehl Gröbste Mahlung. 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Wir laden zu der Wahl hierdurch mit dem Bemerken ein, daß die Wähler ihre Stimmen dem Wahlvorstande mündlich zu Protokoll zu geben haben. Nach§ 16 der Städteordnung muß die Hälfte der Stadtverordneten jeder Abteilung aus Hausbesitzern Nießbrauchern und solchen, die ein erbliches Besitzrecht haben) bestehen. Die 4 Stadtverordneten, welche zur Zeit der 2. Abteilung angehören, sind sämtlich Hausbesitzer. Schwerte, den 6. März 1612. 1628 Der Magistrat: Rohrmann. a Schwerte(Ru Salzgurken Stück 5 Pfg. 1707 Rollmops 3 Stück 20 Pfg. iur Gerhold. Hüsingstr. 8. Holländische Glogt„Hangeschoten“ empfiehlt 1711 L. Weinberg. unkelsamen Eckendorfer Elite-Nachzucht solange Vorrat per Pfd. 1,30 Mk. empfiehlt L. Weinberg. 1710 Für Handwerker Gewerbetreibende und Kaufleute! Grosses Handbuch des gesamten Mahn- und Magewesens von Dr. jur Ed. Karlemeyer Preis Mk. 3. ist vorrätig in der Buchhandlung Carl Braus Schwerte(Ruhr) Grosse Marktstrasse 3—5.