Geser Seiuust uibern Batpwpreig. 1.Woieutelden der Post für Bastrlgeo 4e Sth. Sehr. Wöchentl. Grotisbeilage:„Büuktrierter Jomisseatreund" u. ägl. Untecdastungsblatt. Anzelgenprets: Die hebengespattene Getstzeile oder deren Raum 10 Pfg., Anzeigen von auswäns 1S Pio, Retziamezeite 40 Pig. Joder Rabalt gilt ols Kassarabakl u. erlischt bei Ronauisen Zwangsvergleichen gerichtl. Klagen u. Aessschenddernes. Jehtesscheturs Amtuches Kreiscialt Westhofener Zeitung s4 Langscheder Zeitung lar den Rreis werth Schwerter Oolksblatt Holzwickeder Zeitung Aplerbecker Zeitung Schwerter Volkszeitung Verbunden mit: Schwerter Tageblatt O Schwerter Anzeiger Grites und ältestes Cagesorgan des Kreises o General-Anzeiger für den kreis Hörde 0 Haupt=Annoncenblatt unn dee und inhgerbenee e#ngen für den Auets Börde erlangen Becdounwrachung der Königüchen Reziumg duuch Betösfenlüchuog in der„Schmerd# Jettung“ tchtaneebindliche Kraft.— 220 „Schwester Jeltung“ gemöhrt thren Abonuan. ten ür jeden mit Dod endenden Untel gebegzungen: 300 Mk. Unfall. Druchk u. Bertag v. Cari Braus, Schmarte=Ruhr Fernsp. 62. Telegr.=Adr. Braus Schwerte=Rutze Nr.! Dienstag. den 2. Januar 1912. 44. Jahrg. Deutschland im neuen Jahre Ein neues Jahr bringt neues Schaffen. Das gilt auch für 1912 und ganz unabhängig davon, wie die Reichstagswahlen ausfallen werden, stellen sich uns eine ganze Reihe von Aufgaben dar, die an die Arbeitskraft der Reichsregierung wie des Reichstages, an die Einzelstaaten, wie überhaupt an jede Gemeindeverwaltung große Ansprüche stellen werden. Ueberall werden neue Anforderungen taut, die dringend dazu ermahnen, den kaum betretenen Boden einer gesunden Sparsamkeit nicht vorschnell wieder zu verlassen, überall macht die Ausführung von neuen Gesetzen eine umsichtige Beachtung ihrer Bestimmungen geltend. Das gilt besonders von den einzelnen und zum Teil neuen Vorschriften der großen Reichsversicherungsordnung, die in das praktische Leben eingefügt werden müssen und auf den Uebergang abzustimmen sind. Was speziell Reichsangelegenheiten betrifft, so gilt es hier, die erste Erbschaft aus dem verflossenen Jahre 1911 zu erledigen, das heißt, eine Entscheidung darüber herbeizuführen, was mit dem von Frankreich an uns abgetretenen Gebiet von Neu=Kamerun geschehen soll. Der Kolonialstaatssekretär Dr. Solf will selbst dies so verschieden beurteilte Territorium aufsuchen, um aus eigener Anschauung Land u. Leute kennen zu lernen. Es ist daher dringend zu wünschen, daß Dr. Solf seinem Amte für längere Zeit erhalten bleibt, damit nicht ein Personenwechsel Schwankungen in der Behandlung dieses neuen Erwerbes herbeiführt. Im Reichstage ist man sich heute schon klar darüber, daß eine ganze Anzahl Millionen erforderlich sein werden, um Deutsch=Mittelafrika zu einem lohnenden Besitz zu machen. Nachdem der Erwerb von Frankreich nun einmal übernommen ist, können wir ihn nicht bei Seite liegen lassen, sondern haben für die Aufrechterhaltung von Ordnung und Sicherheit tunlichst Sorge zu tragen. Diese Sicherheit können natürlich auch die bisher französischen Kolonialgesellschaften beanspruchen. Im übrigen werden wir darauf zu achten haben, daß uns von dieser Seite her nicht etwa Opfer zugemutet werden, für die wir keinen Dank zu erwarten haben. Das Reich wird also hier eine Kolonialpolitik innerhalb von begrenzten Möglichkeiten befolgen müssen, das heißt, es wird von der festen Grundlage unseres alten Kamerun=Gebietes Schritt für Schritt vorzugehen haben. Daß die Militärverwaltung an der erst im letzten Frühling beschlossenen Feststellung der Friedensstärke der Armee keine nennenswerten Aenderungen vorzunehmen gedenkt, das dürfen wir zuversichtlich annehmen. Unsere militärische Organisation ist heute so vollendet, daß wir unverzüglich mehrere Millionen=Armeen aufstellen können. Und die Stärke aller Heere findet ihre selbstverständliche Grenze innerhalb der Möglichkeit, sie zu ernähren. Schon im letzten Kriege war, wie unsere Veteranen wissen, Schmalhans mehr als einmal Küchenmeister, und diese Fälle müssen sich verstärken, wenn der Umfang der Heere auf das Doppelte oder noch mehr erhöht wird. Selbst eine so vorzügliche Verproviantierung, wie wir sie besitzen, muß da schließlich auf Schwierigkeiten stoßen. Die brennendste Frage nach den bekannten Vorgängen der letzten Monate und den Enthüllungen in den Spionage=Prozessen vor dem Leipziger Reichsgericht ist unstreitig die, ob und in welcher Frist die Reichsflotte eines weiteres Ausbaues bedarf. In Paris und in London war es wiederholt Mode, daß die Volksvertretungen der Regierung Flottenverstärkungen direkt anboten, während unser Reichstag einen solchen Schritt bisher nicht getan hat. Wenn der deutsche Flottenverein sich in diesem Sinne wiederholt ausgesprochen hat, so ist das mit dem Pariser und Londoner Vorgang nicht zu vergleichen, denn der Verein ist keine verantwortliche Körperschaft. In erster Reihe liegt es natürlich der Reichsregierung ob, festzustellen, ob wir stark genug sind oder nicht; sie weiß mehr, als alle anderen Kreise, und sie hat die erste Pflicht der Verantwortung. Um eine ruhige Prüfung unserer Reichsfinanzen werden wir im neuen Jahre nicht herumkommen Wenn auch Reichsregierung und Reichstag darin übereinstimmen, daß dem deutschen Volke weitere Lasten nicht auferlegt werden sollen, so ist doch zu beachten, daß die letzten Steuergesetzentwürfe teilweise in ziemlicher Eile fertig gestellt worden sind, so daß manche Bestimmung nicht den Erfolg hatte, den sie eigentlich haben sollte, während auf der anderen Seite sich Härten zeigen, die nicht aufrecht gehalten zu werden brauchen. Es sind keine politischen Parteifragen. die hier in Betracht kommen, sondern Angelegenheiten des praktischen Lebens, an die vorurteilsfrei herangetreten werden kann. Wir sehen, Arbeit harrt unser im neuen Jahre, mag sie nur eine recht gedeihliche werden! Politische Uebersicht. Kronprinz Georg von Sachsen wird Mitte April eine Indienreise antreten. Der Kronprinz begibt sich zunächst nach Ceylon, wo er mit dem Prinzen Heinrich von Neuß zusammentrifft. Beide werden von hieraus Indien bereisen. Die Reise trägt lediglich privaten Charakter, wenn auch verschiedene Empfänge durch die englischen Behörden vorgesehen sind. Die Rückkehr von der Indienreise ist in der zweiten Hälfte des Sommers zu erwarten. Der getreue Sekundant. An der Rede des Ministers des Auswärtigen, Grafen Aehrenthal, in der österreichisch=ungarischen Delegation hat man bemängelt, daß der Minister für den Dreibund nur einige wenige Worte hatte und auch die Marokkopolitik Deutschlands ohne rechte Wärme erörterte. Das Urteil ist ungerecht. Graf Aehrenthal ist ein nüchtern abwägender Staatsmann und kein schwärmerischer Gefühlsmensch. Was er sagt, das entspricht dafür aber auch seiner innersten Ueberzeugung und danach handelt er auch. Sein Vorgänger, Graf Goluchowski, fand freundlichere Worte, mit der Tat und mit dem Herzen steht sein Nachfolger Graf Aehrenthal Deutschland und dem Dreibundgedanken so nahe wie er. Das bewies der gegenwärtige Leiter ger auswärtigen Politik mit den Worten ehrlicher Anerkennung, die er der Marokkopolitik des verbündeten deutschen Reiches zollte, sowie mit der Hervorhebung des Umstandes, daß Oesterreich=Ungarn nicht nur bereit, sondern auch in der Lage gewesen sei, zu einem friedlichen Ausgang der deutsch=französischen Marokkoverhandlungen beizutragen. Oesterreich=Ungarn war unter Leitung Aeherenthals in dem gegenwärtigen Marokkohandel im gleichen Maße Deutschlands treuer Sekundant wie in den Tagen der Algecirasakte, als Graf Goluchowski die auswärtige Politik der habsburgischen Doppelmonarchie leitete. Der neue Reichstag, Mit dem Eifer der Wahlagitation wächst auch das Verlangen, irgend einen Anhalt für die voraussichtliche Zusammensetzung des neuen Reichstags zu gewinnen. Wie vor fünf Jahren, so sind auch jetzt wieder von Zeitschriften Preisausschreiben veranstaltet worden, in denen zu einer Voraussage der Zusammensetzung des neuen Reichstags aufgefordert und dem Einsender der zutreffendsten Lösung eine Geldsumme in Aussicht gestellt wird. Es liegt nahe, die Voraussage auf die Entwickelung der Fraktionsverhältnisse des alten Reichstags während dessen fünfjähriger Legislaturperiode aufzubauen. Diese Entwickelung stellt einen starken Zug nach links dar, wie der soeben vom Direktor des Reichstags, Geheimrat Jungheim veröffentlichte amtliche Nachweis erkennen läßt. Die deutschkonservative Fraktion, die zu Beginn der Periode 62 Mitglieder zählte, verlor 4, die freikonservative, die 25 Mandate innehatte, 1. Die Mitgliederzahl der deutschen Reformpartei sank von 6 auf 3, die der wirtschaftlichen Vereinigr### von 19 auf 17, des Zentrums von 10s auf 103, der Nationalliberalen von 55 auf 51. Während die Polen ihre 20 Mandate unverändert behaupteten, vermehrte sich die Volkspartei von 48 auf 49 und die Sozialdemokratie von 43 auf 53; die Zahl der Wilden stieg von 15 auf 17. Das Mandat des verstorbenen Abgeordneten von Libermann blieb unerledigt. Ob sich diese Entwickelung nach links bei den bevorstehenden Neuwahlen noch fortsetzen wird, bleibt immerhin abzuwarten. Man braucht das nationale Momenr nicht zu unterschätzen, das durch die von England heraufbeschworene Kriegsgefahr in die Wahlbewegung geworfen wurde. Die Lustbarkeitssteuer ist in Preußen jetzt auch auf die Ringkämpfe ausgedehnt worden. Der Finanzminister und der Minister des Innern haben bestimmt, daß die Veranstaltungen von Ring= und Boxkämpfen im Umherziehen unter den Begriff der Lustbarkeiten fallen. Viel eintragen wird die Steuer allerdings nicht. Denn den öffentlichen Ring= und Boxkämpfen ist seit längerer Zeit die Polizei nicht gewogen und sie verbietet sie, wo es nur angeht. Die Erbschaftssteuer und die Konservativen. Die Leitung der konservativen Partei tritt offiziell der Auffassung entgegen, daß die Partei jetzt der 1909 von ihr abgelehnten Reichserbschaftssteuer zuzustimmen geneigt sei. Man hatle vielfach aus der Maroktorede des Abgeordneten von Heydebrand, in der es hieß:„Im Interesse einer starken Wehrmacht ist die konservative Partei zu jedend Opfer bereit", gefolgert, daß damit der Entschluß, auch in eine Erschaftssteuer zu willigen, angedeutet worden sei. Ferner war behauptet worden, der konservative Reichstagskandidat für Oberbarnim habe in einer Wählerversammlung gesagt, Herr von Heydebrand habe erklärt und die konservative Partei habe eingesehen, daß die Ablehnung der Erbschaftssteuer ein finanz= und volkswirtschaftlicher Fehler gewesen sei. Die Parteileitung erklärt diese Auffassungen und Behauptungen für grundlos. Es bleibt also dabei, daß die konservative Reichstagsfraktion die Erbschaftssteuer wiederum ablehnen würde, wenn sie dem neuen Reichstage, wie behauptet worden ist, noch einmal vorgelegt werden sollte.. Frankreich. Die Marokkoverhandlungen der Senatskommission ziehen sich mehr in die Länge und gestalteten sich lebhafter, als man erwartet hatte. Die Senatsmitglieder legen noch höheren Wert darauf als vor ihnen die Kammerdeputierten festzustellen, daß der Marokkovertrag keine allgemeine deutschfranzösische Annäherung darstelle. Andererseits würde durch die Kommissionsverhandlungen zum erstenmale bekannt, daß in den Besprechungen des Botschafters Cambon mit dem deutschen Staatssekretär v. Kiderlen=Wächter der beiderseitige Entschluß bekundet wurde, mit der Politik der Nadelstiche aufzuhören.— Sehr eingehend wurde von der Senatskommission die Frage erörtert, von welcher Seite eigentlich eine Entschädigung Deutschlands durch französische Kongoteile aufgeregt worden sei. Die diplomatischen Aktenstücke geben darüber keine Auskunft, ebenso wenig die Depeschen, die Cambon über seine Kissinger Unterredungen mit Kiderlen nach Paris sandte. Nach diesem telegraphischen Bericht antwortete Cambon auf Kiderlens Aeußerung: Deutschland will auf Marokko verzichten, wenn es Entschädigungen erhält, wo soll Frankreich denn solche gewähren, worauf Kiderlen erwiderte: Sie gehen bald nach Paris, bringen Sie uns von dort etwas mit! Italien. Die Beziehungen zu Oesterreich. Die„Tribuna“. schreibt: Die Erklärung des Grafen Aehrenthe ist ein Beweis für die Identität der Ziele Absichten Oesterreich=Ungarns und Italien= Balkanfragen: Es ist ein Veizze grachten Oesterauch die anderen Gasienz Heainsch der Aufrechtichdeun gozieg paritorialen Satuts guo auf der teilen. Aus uns erscheint es wünsch=nswert, daß der Friede, wenn er einmal geschlossen ist, für beide Kriegführende ehrenvoll ist. Es ist überflüssig, hinzuzufügen, daß ein ehrenvoller Friede für Italien auf der Grundlage seiner vollständigen Souveränität in Tripolis und Korenaika beruhen muß. Im übrigen fehlt es nicht an Mitteln, die Eigenliebe und die Interessen der Türkei so zu wahren, daß sie von den beständigen Ursachen der Schwierigkeiten und Unstimmigkeiten befreit wird, und im höheren Maße ein Element des Friedens und der Stabilität auf der Balkanhalbinsel darstellt, als früher. England. Von England überrascht? Nach dem Marokkoabkommen glaubte man, daß die von Deutsch=Neukamerun umschlossenen spanischen und portugiesischen Gebiete der Guineaküste Deutschland zufallen würden. England hat es jedoch auf diese Besitzungen abgesehen. Laut„Deutscher Post“ schickt sich das englische Kapital an, die„Perle“ des voctugiesischen Kolonialbesitzes, St. Thome und Principe, in englische Abhängigkeit zu bringen, midem es sich bereit erklärte, unter verlockenden Bedingungen die ganze jährliche Kakaobohnenproduktion der Inseln im Werte von über 40 Millionen## fest zu übernehmen und außerdem jede Pflinzung der Inseln(ihr Gesamtwert wird auf etwa 250 Millionen A geschätzt), deren Verkauf ihre Besizer beabsichtigen, käuflich zu übernehmen. Die Tragweite dieses Vorgehens erhellt aus dem Umstande, daß erstens bisher die deutschen 200 Fabriken von Schokolade und Kakaopulver als bedeutendsten Lieferanten jene portugiesischen Inseln haben, mithin in Zukunft ihr Rohmaterial von den englischen Spekulanten kaufen müßten, und daß zwei ns jene Inseln bei Kamerun inmitten des spanischen Guineabesitzes liegen, worauf wir das Verkunfsrecht erworben haben. —— Die Neujahrsfeier von 1912 hat, wie schon seit manchem Jahr, die Hofmarschälle und die Staatswürdenträger mehr in Bewegung gesetzt, wie die Diplomaten und Politiker. Es ist beinahe ein ungeschriebenes Gesetz geworden, internationale Fragen nicht schon am ersten Tage des neuen Jahres aufzurollen. Für den deutschen Kaiserhof Hauptstädte der deutschen Bundesstaaten si nn. äußeren Formen der Neujahrsgratulation fest. In München mußte sich der an stuhl gefesselte greise Prinzregent L###o von Bayern durch seinen ältesten Sohn, den Prinzen Ludwig, vertreten lassen. In Berlin empfing das Kaiserpaar am Morgen die Glückwünsche der Mitglieder der Familie und sodann die der übrigen Fürstlichkeiten. In der Schloßkapelle fand wie üblich der Neujahrsgottesdienst statt, dem in dem künstlich verdunkelten und sodann durch die prächtige elektrische Beleuchtung wieder tageshell erleuchteten Weißen Saale die Gcatulationscour vor dem Thron folgte. Der Reichskapzler, der Reichstagspräsident und andere Herreywurden sprachen ausgezeichnet. Währnd der glänzenden Zeremonie wurde im Lustga#ten vor dem Schlosse von der Garde=Leibbatterh“ Weihen, Gagfe, ze gegeben. Dem Vorgangm ten Sonder=Empfänge r Botschafter der fremden Mächte, der hohen Eleralität, mit der der oberste Kriegsherr bei diee belegenheit militärische Angelegenheiten#besprechen pflegt, und der Minister und Chez der Reichsämter. # gabe der Neujahrs=Parole„Berlinin der Ruhmeshalle, die sich der Feier gcflosse anreihte, war in diesem Jahre eine Scheiterung durch die Weihe und Nagelung der Fahne des neuen Fußartillerie=Regimentes in Pillau(Ostpreußen) gegeben. an welcher die Mojestäten und Prinzen teilnahmen. Vor der Ruhmeshalle war eine Ehrenkompagnie aufgestellt, die Begrüßung durch die Bevölkerung beim Hin= und Herwege war die herzlichste. Bei der Frühstückstafel im Schlosse, welches die kaiserliche Familie und ihre Gäste vereinte, brachten die Halloren aus dem Tale bei Halle an der Saale ihre Geschenke (Wurst, Eier usw.) dar. Nachmittags fuhr der Kaiser bei dem Reichokanzler und den fremden Botschaftern vor und ließ dort seine Karte abgeben Seite 2. Schnerter Zeitung.(Amtliches Kreisblatt). Dienstag, den 2. Januar 1912. Nr. 1. Der türkisch=italien. Krieg. Die italienische Heeresleitung ist sehr aufgebracht über den italienischen Zeitungsberichterstatter, der die Niederlage von Birtobras in aller Ausführlichkeit dem Blatt„Stampa“ meldete. Der Journalist soll ausgewiesen werden. Sein Bericht wird für erfunden erklärt, doch glaubt man selbst in Italien, daß bei Birtobras die italienischen Truppen sich eine empfindliche Schlappe geholt haben.— Auch bei Tobruk haben die Italiener nach dem amtlichen türtischen Berichte eine Niederlage erlitten, die größer ist, als anfänglich angenommen wurde. In dem türtischen Bericht heißt es: Trotz des Feuers der Kriegsschiffe und der Batterien des Forts drangen wir in das Fort ein, dessen Besatzung vernichtet wurde. Munition, Lebensmittel, Kriegsmaterial und ein Maschinengewehr wurden in unser Lager gebracht. Im Verlaufe des Angriffs schnitt einer unserer Flügel die Rückzugslinie des Feindes ab, der sich nach der Küste hin zerstreute. Während des Rückzugs verlor der Feind die Hälfte seiner Streitkräfte. Der Kampf dauerte den ganzen Tag und die Nacht. Unter den Gefallenen auf gegnerischer Seite befanden sich drei Offiziere. Unsere Verluste betrugen sieben Tote und einige Verwundete. Der Scheik Meri, der mit seinen fünf Söhnen an der Spitze seines Stammes gekommen war, fand ebenfalls den Tod. —„ Zur Berliner Massen=Vergiftung ist weiter zu melden: Der Minister des Innern hat dem Kaiser über die Massenvergiftung Vortrag gehalten. Die erforderlichen Arbeiten waren dem Ministerialdirektor Dr. Kirchner aus dem Ministerium des Innern übertragen worden. der Reichskanzler von Bethmann Hollweg ließ dem Berliner Magistrat seine Teilnahme aussprechen. Die mit Spannung erwarteten Untersuchungen im Institut für Infektionskrankheiten sind beendet worden. Das Institut hat folgendes Urteil über die Tier=Versuche abgegeben:„Die Experimente haben in zwingender Weise den Beweis erbracht, daß die Annahme einer Nahrungsmittelvergiftung mit dem Bazillus botulinus absolut zu Recht besteht. Von einer epidemischen Erkrankung kann danach unter keinen Umständen die Ein Grund zur Beunruhigung des wie er etwa durch das stete Auftreten nkungsfälle vielleicht gegeben sein cherlich nicht vor.“ Alkohol=Vergiftung? Jan. Nachdem in den 24 Stunden er abends acht Uhr bis zum 31. Dezemoer 8 Uhr abends. kein Todesfall unter den Asylisten vorgekommen ist und 7 neue Erkrankungen vorgekommen sind, von denen sofort 4 als höchst zweifelhaft ausscheiden, während die andern drei leichter Natur sind. find in den folgenden 24 Stunden wieder eine größe Anzahl von Erkrankungen vorgekommen. Allein von 3 Uhr nachmittags bis 8 Uhr abends sind am 1. Januar 20 Kranke in den verschiedenen Krankenhäusern untergebracht. In der Nacht zum 1. Januar ereignete sich ein schwerer Fall im Asyl. Der Kranke wurde mit Kochsalz behandelt und dann dem Krankenhause zugeführt. Um Uhr kam wieder eine schwere Ervor. Der Kranke liegt im Sterben. Au##orm sind noch mehrere Erkrankungen auf den * Fen und im Polizeigewahrsam vorgekommen. die Ansicht, daß es sich in vielen Fällen um Alkry#.Vergiftung handelt. Im ganzen ist die Situation eine bessere geworden, da sich innerhalb der letzten 48 Stunden tatsächlich nur ein Todesfall ereignete. Der Rückgang wird darauf zurückgeführt, daß die Destillation von Isaak am Sonnabend geschossen worden ist, nachdem festgestellt werden konnte, daß dortselbst Schnaps in großen Pteng. Sunvarsen, Prasident der Rezublik China China, dessen südliche Hälfte schon einmal während des großen Taipingaufstandes, der von 1850 bis 1861 dauerte, acht Jahre lang Republik war, wird jetzt zweifellos wiederum eine republikanische Verfassung erhalten. Die Mitglieder der kaiserlichen Familie mit dem sechsjährigen Kaiser Puyi scheinen Peking bereits verlassen zu haben. Vorher gab es großes Wehklagen im Kaiserpalast, die Kaiserinmutter fiel wiederholt in Ohnmacht. Einige Prinzen erklärten, lieber sterben, als sich vem Beschlusse der Nationalversammlung fügen zu wollen schlossen sich nach ruhigerer Ueberlegung jedoch den anderen Mitgliedern des Hofes an. Viele Millionen in barem Gelde und an Kunstschätzen waren für die Angehörigen des Kaiserhauses schon vorher in Sicherheit gebracht worden. F Tortselrs. Scilprin n Mengen verkauft worden ist, der, in groin genossen, unbedingt den Tod zur Folge haben mußte. Det Lieferant desselben, der Charlottenburger Dregist Scharnach, wurde verhaftet, nachdem festgestell: worden ist, daß er in großen Mengen Schnaps hbriziert hat, der zwei Drittel Menthyl=Alkohol und gur ein Drittel Spiritus enthielt. Der neue Plisident der Republik Gina. Die in Ranking zusammengetret, Hinesische Nationalversammlung hat den bekann Führer der Revolutionäre Dr. Sunyatsen zum Fräßden, ten der Republik China gewählt. Ob die Sunyatsen zum Präsidenten der neuen Repuszt China auch von den anderen Teilen des Reiches anerkannt werden wird, steht dahin, die Taktik des Hofes, die endgültige Entscheidung erst einer nach umständlichen Verhandlungen zu berufenden Nationalversammlung anheimzustellen, dürfte in dessen kaum Erfolg haben. Bei der allgemeinen Auflösung, in der die staatliche Ordnung mitsamt den militärischen Machtmitteln der Dynastie sich befindet, haben die tatkräftigen Nebellen aussicht, verhältnismäßig leicht zu ihrem Ziele zu gelangen. Unser Bild zeigt den neuen chinesischen Präsidenten, der nach jahrelangem Exil soeben wieder den Boden seines Vaterlandes betrat. Aus Stadt und Umgebung. ** Schwerte, 2. Januar. **(Nun schreiben wir 1912.) Die guten Wünsche gehen von Mund zu Mund und von Haus zu Haus, daß die Postverwaltung besondere Hilfskräfte für die Neujahrstage einstellen muß. Gule Wünsche, wahrhafte Wünsche, konventionelle Wünsche, fromme Wünsche, kindliche Wünsche! Wer wird die seinen erfüllt sehen? Daß die Zukunft etwas absolut Ungewisses ist, wird zwar von niemand bestritten, aber von Wenigen ernstlich geglaubt. Ungefähr ebenso steht es mit der Erfahrung, daß die sogenannten Glücksgüter des Lebens — Reichtum, Gesundheit— nicht immer Gewähr für ein glückliches Leben bieten. In einem kannten Badeort schrieb jemand ins Fremdenbuch: „Voll Freuden kehr ich nach Haus zurück, Gesundheit fand ich hier, des Lebens höchstes Glua. Von anderer Land befanden sich darunter di „Gesundheit macht das Lebensglück erst halb, Glückselig wäre sonst auch ein gesundes Kalb.“ Und doch ist die Frage nach dem Weg zum Glück eine der tiefsten Fragen des Menschenherzens und eine der berechtigsten. Gewiß aber ist nur dies, daß ein gutes Gewissen die Quelle aller inneren Befriedigung bleibt. Wer in ehrlicher Arbeit und treuer Pflichterfüllung, in aufrichtiger Gesinnung und ernster Selbstbeherrschung seinen Weg vollendet, der wird auch sein reiches oder bescheidenes Maß von Glück davontragen. Das sind die Grundlagen, auf denen wir das neue Jahr, das Gott uns schenkt, aufbauen sollten. **(In den zwölf Nächten!) Es ist das eine wundersame Zeit zwischen dem Heiligen Abend und dem Dreikönigstag. Da steht die Sonne still, so sagten die Alten. Und weil ihr Rad sich nicht bewegte, so sollte auch bei den Menschen kein S kein Wagen= und kein Mühlenrad sich drehen. Die Götter gingen auf Erholungsreisen und ließen es sich gut sein im fernen, mythischen Aethiopierlande. Begegneten sie einem Sterblichen, so konnte es dessen Glück fürs Leben sein, denn sie waren heiter und leutselig gestimmt. Immerhin, es ziemte sich nicht, der Gottheit sich mutwillig in den Wig zu stellen. Man hatte lieber ruhig daheim zu warten, ob sie den Menschen mit ihrem Geisteshauche anwehen und ihm z. B. auch einen Blick in die Zukunft vergönnen würden. Zwölf Tage, oder wie die Germanen zählten, zwölf Nächte. Sie wiesen auf die kommenden zwölf Monde. Jeder Traum in der soundsovielsten Nacht findet seine Erfüllung in dem entsprechenden Monat. In der Stille der heiligen Zwölftenzeit bereitet sich überhaupt das der Menschheit vor. Sie hört, sie ihnt das Uebersinnliche und legt es sich volkstümlich zurecht, sucht es durch wunderliche Gebräuche im einzelnen herauszukriegen. Es ist die Zeit der vielen Lostage, und besonders wichtig sind die drei Heilignächte Christabend, Neujahrsnacht und Dreikönigsabend. Schmausereien gehören auch dazu. Ja, ja. die alten Germanen feierten die Wiederkehr ihrer Götter durch stattliche Opfermahlzeiten. Da kam das Christentum und wollte den heidnischen Zauber nicht leiden. Die lichten, holdseligen Götter wurden zu Eimmsten Dämonen gemacht. Aus der Götterkense wurde Wodans, des wilden Jägers, gespen4s6 da2brausendes Heer. Frau Holle, auch Frick, Herkat, Ber#ta, verdirbt die mühsame Arbeit, und dem Vieh wig auch ernas angehängt. Weihwasser und Weidauch sollen gelfen. Nur tüchtig vor allem räuchern. Man sprach t#in auch von den Rauch= oder Rauhnächten. Uebeigen sind es derer, wenn man genau zählt, ei##entlich dre u hn. Aber das Volkstum kümmert sich nicht umathematische Logik. Man sagt ja auch„aller echte Tage“, und die Woche hat es doch im Grunde mit einer Sieben zu tun. Und die Zwölf war nun einmal die heilige Mondenzahl. Auch in der Wiltbi####tur kommen die Zwölften vor. In„Hamiet“ wird der Ansicht gedacht, daß der die ganze Nacht krähende Hahn allen bösen Spuk fernhalte:„Dann darf kein Geist umhergehen, sagen sie, die Nächte sind gesund, dann trifft kein Stern, kein Elfe naht, noch mögen Hexen zaubern; so gnadenvoll und heilich ist die Zeit“.......... *(Der Januar) auch Eismonat oder Hartung (Zeit der frosterstarrten Erde) genannt, hat seinen Namen nach Janus, der alten italienischen und römischen Gottheit, dem Regierer des Jahres. Gebieter über Krieg und Frieden, Gott der Zeit und alles Anfangs erhalte:. Bekannt ist uns diese Gottheit bildlich durch das vor= und rückwärts schauende Doppelgesicht. Ein richtiger Januar soll hart und reich an Eis und Schnee sein; niemand erwartet auch etwas anderes von ihm! Ist der Monat dagegen lau und naß, so blickt der mann betrübt in die Zukunft und fürchtet sich schon jetzt vor den später nachhinkenden Eismännern und einem regenreichen Sommer. Hoffen wir also, daß uns das vorschauende Janusgesicht Wege zeigt, sein rückschauendes Antlitz blickt au ein verworrenes Jahr der Hitzekalamitäten, der Kriege und der Teuerung! 6106 **(Die Sylvester=Nacht) ist in unserer Slndt, wenn man von der Knallerei absieht, im großen und ganzen recht still verlaufen. In den Lokalen und auch auf den Straßen wurde es zu vorgerückter Stunde zwar etwas lebhafter, aber de hielt sich doch in recht bescheidenen Grenzen. Ausschreitungen waren nirgends zu verzeichnen, die festlichen Veranstaltungen, die von verschiel neue Jahr, möge es für uns alle ein (Gasahte an Vrischit) ein getage, esevten einige rh„unag galb bas Tronse unden er Munsterschen Feld=ArileriesegChoral bos veu, Jotzem Ruhrtaler benthich Vehoheoto gesen Fraunde in helen Shoren uu den bozerat gefilt, doßz der grofe Sal wor ber.. v., grog iommen Ueber die Darbietungen dieses erstklassigen Vereins läßt sich auch diesmal nur Eitez g Musikdirektor Haselhoff hat seinen kleine. „Sabbatfrühe“ von Kempter und„Eifelwind“ von Baumann seinen Höhepunkt fand. Die sieghafte stimmliche Kraft des Chores läßt den Leiter nie im Stich und trat auch beim gestrigen Konzert erneut in die Erscheinung. Einen besonderen Reiz hatte das Konzert noch insofern, als der bekannte Komponist Kahl=Barmen, der neben seiner listisch mitwirkte, zwei seiner Kompositionen„Mein Mütterl“ und„Im Walde ist Ruh““ selbst dirigierte. Im übrigen zeigte sich das Ehepaar Kal auch als tüchtige Pianisten, unter deren Hände der siemlich trockene Ton des Flügels Leben bekam; sowohl die„Faustouvertüre“ von auch der„Totentanz“ von Saint=Saèns wurden äußerst stimmungsvoll zum Vortrag gebracht und die Feinheiten der Komposition restlos erschöpft. Auch als sehr guten Geiger lernten wir Herrn Kahl kennen, der mit brillanter Technik tiefes seelisches Empfinden verbindet. Daß auch unsere heimischen Solisten, die Herren Dahlbüdding und Schäfer, auf dem Programm nicht fehlten und jubelnden Beifall fanden, sei nur der Vollständigkeit halber er**(Statistisches aus den hiesigen evangelischen Gemeinden.) In der größeren evangelischen Gemeinde wurden laut Bekanntgabe im Hauptgottesdienste am gestrigen Neujahrstage im vergangenen Jahre 277 Kinder getauft, nämlich 134 Knaben und 143 Mädchen, gegen 125 Knaben und 120 Mädchen des Jahres 1910. Es starben 152 Personen, 70 männlichen und 82 weiblichen Geschlechts; im Jahre 1910 wurden 111 Personen, nämlich 55 männliche und 56 weibliche beerdigt. Das Wachstum der Gemeinde betrug bei Vergleich burts= und Sterbeziffern im verflossenen Jahre 125 Selen gegen 134 des Jahres 1910. In den Konfirmationsterminen sämtlicher drei Bezirke wurden zusammen 120 Knaben und 116 Mädae, confirmiert. Den Bund fürs Leben schlossen am Traualtare 79 Paare. Die Zahl der Abendmahlsteilnehmer belief sich auf 945 männliche und 1166 weibliche Erwachsene, zusammen also 2111 Personen; die Zahl der Hausausteilungen des Sakrament# betrug 47. Im Jahre 1910 waren 982 männliche und 1612 weibliche, insgesamt also 2594 Abendmahlsbesucher zu verzeichnen.— In der reft ten Gemeinde wurden im verflossenen Jahre Kinder, nämlich 49 Knaben und 39 Mädchen getauft. Die Schamtzahl der Täuflinge stimmt genau mit der des Jahres 1910 ühe ein, im welchem Jahre 88 Kinder, 47 Knaben und 41 Mädchen getauft wurden. Es starben 47 Personen gegen 42 des Jahres 1910. Getraut wurden 33 Paare gegen 23 des Vorjahres. Konfirmiert wurden am Palmsonntage 72 Kinder, nämlich 49 Knaben und 33 Mädchen; das Jahr 1910 hatte 71, nämlich 40 Knaben und 31 Mädchen zu verzeichnen. Am hl. Abendmahl nahmen teil 336 männliche und 390 weibliche Erwachsene, insgesamt 726 Personen gegen 717 im Jahre 1910, nämlich 328 männliche und 389 weibliche Teilnehmer. Die Zunahme der Gemeindeziffer belief sich bei Berücksichtigung von Geburten und Todesfällen im vergangenen Jahre auf 41 gegen 46 Seelen des Jahres 1910. Endlich waren im Vorjahre keine Austritte aus der Kirche gegen 2 im Jahre 1910 zu konstatieren; das vergangene Jahr brachte ferner im Gegensatz zum Jahre 1910 zwei Uebertritte. 66 *“(Aufhebung katholischer Feiertage.) Der schof von Paderborn hat unterm 27. Dezember eine Verordnung erlassen, wonach auf Grund des päpstlichen Motu proprio vom 2. Juli dieses Jahres für den Bereich der Diözese Paderborn und des Apostolischen Vikariates Anhalt die Feste Mariä Lichtmeß(2. Februar) und Mariä Verkündigung (25. März) als gebotene Feiertage zukünftig in Wegfall kommen, dagegen alle anderen Feiertage bestehen bleiben sollen. *•(Einführung.) Am Schlusse des gestrigen Hauptgottesdienstes wurden in der größeren evangelischen Gemeinde hierselbst die Herren Kaufmann August Sieberg von hier und Gutsbesitzer Heinrich Westhoff von Rheinen als Alteste sowie Kaufmann D. Büschek von hier und Landwirt Schoof aus Westhofen als Diakon durch Herrn Past. Heinenberg eingeführt. *(Statistisches aus der katholischen Gemeinde.) Im verflossenen Jahre waren in der kath. meinde 191 Geburten zu verzeichnen gegen 10## im Vorjahre, 48 Paare schlossen den Bund für Leben(31), die Zahl der Sterbefälle betrug 91 (84) und die der Erstkommunikanten 152(87 Mädchen, 65 Knaben), 24000 Kommunionen wurden öffentliche Volksversammlung) findet am Mittwoch abend 8 Uhr im Östermannschen Saale(Hanefeld) statt. Dieselbe ist von den rechtsstehenden Parteien, welche in der Person des Prof. Dr. Eickhoff=Hamm einen Kandidaten aufgestellt haben, einberufen worden. Der Geschäftsführer des Bundes der Landwirte Buhl=Unna wird über„Die heimische Landwirtschaft und die Reichstagswahlen“ und Professor Helmke=Dortmund uner „Die Reichstagswahlen und die Parteien“, chen. Da eine freie Diskussion den Referaten folgen wird, so ist jedem Besucher Gelegenheit gegeben, seine Ansichten frei auszusprechen.(Siehe auch ::(Zur Reichstagswahl.) Am Sonntag fand im„Schwarzen Raben“ zu Dortmund eine Vertrauensmänner=Versammlung der rechtsstehenden Parteien des hiesigen Wahlkreises statt, in der einstimmig beschlossen wurde, an der Kandidatu Eickhoff festzuhalten. Die Versammlung war außerordentlich gut besucht. **(Aufgehobener Markt.) Wegen des Ausbruches der Maul= und Klauenseuche unter dem Rindviehbestande des Brennereibesitzers Färber ist der Schweinemarkt bis auf weiteres aufgehoben. 1912. Willkommen sei uns, neues Jahr Und hör’ uns freundlich an, Worin es in dem alten fehlt, Das bringe du heran. Schaff fort die Teuerung, die uns quält Gedeihen laß die Saat, Und mach, daß immer fester wird Der deutschen Ein'gung Naht. Und uns'rer Arbeit Segen gib In Stadt, wie auf dem Land, Es mögen wert einander sein Der Kopf und auch die Hand. Der deutschen Mädchen holde Schar Laß blühen und gedeihen, Auf das sie stets dem deutschen Haus Mag höchste Ehre sein. Und unsere Jungen sollen sehn, Was Deutschland groß gemacht, Kein Tändeln, sondern Knochenmark Gebraucht des Reiches Wacht. Wer immer von der Fremde sagt, Daß sie das Größte hat, Den lehre, daß das Vaterland Stets macht am besten satt. Und wachsen laß am deutschen Strom Uns recht den deutschen Wein, Und will uns Einer an den Leib, Dem soll's versalzen sein! —— Letzte Drahtmeldungen Schweres Grubenunglück. Essen, 2. Jan. Auf der Zeche„Eintracht= Tiefbau“ wurde der Hauer Förster von Gesteinsmassen erschlagen. Dem Aufseher Werner wurde durch den Fahrstuhl der Kopf vom Rumpfe getrennt. Naubmord. Essen, 2. Jan. Im nahen Osterfeld wurde der Arbeiter Prone von einem Arbeitskollegen erschos Dienstag, 2. Januar 1912. Nr. 1. I. Beilage Schilerter=Heinng. (Amtliches Kreisblatt) pooonsnonnennosnoneene We. auch im neuen Jahre auf eine interessante, gutgeleitete Tageszeitung reflektiert, die mit ganz besonderer Sorgfalt den lokalen Teil pflegt und allen Begebenheiten in Stadt u. Land besondere Aufmerksamkeit schenkt, der bestelle die Schwerter Zeitung das einzigste Heimatsorgan, welches trotz des reichen gediegenen Inhalts monatlich nur 60 Pfg. kostet. Die ständig steigende Abonnentenzahl der Schwerter Zeitung ist wohl der beste Beweis für die grosse Beliebtheit, deren sich unser Blatt in allen Kreisen d. Bürgerschaft erfreut. Bestellungen werden jederzeit in unserer Geschäftsstelle, von unsern Boten und in unserer Filiale A. Neumann(Hüsingstrasse) entgegengenommen. gern Ponann Das Arbeitspensum des preußischen Landlages. Die beiden preußischen Kammern sind zum 15. Januar einberufen worden, d. h. reichlich spät. un wartet ihrer ein reiches Arbeitsmaterial. Da ist zunächst der Etat, dessen sachliche Behandlung immer langwieriger und schwerfälliger wird. Das Wassergesetz liefert einen außerordentlich schwierigen Beratungsstoff. Es ist von größter Bedeutung und wird sehr viel Zeit in Anspruch nehmen. Auch eine Vorlage über die Parzellierungskontrolle steht in Aussicht, neue Steuervorlagen, die die Ver anlagungsform, aber auch die Höhe und Art der Einkommen=Besteuerung ändern wollen, sind bereits angekündigt worden. Weiter stehen in Aussicht: ein Gesetzentwurf über Arbeitsscheue und Erhaltungspflichtige, eine Vorlage zum Fürsorge erziehungsgesetz, ein Gesetzentwurf über die Reinigung der öffentlichen Wege, das Fischereigesetz, das Fideikomißgesetz, vielleicht auch ein Wohnungsgesetz. Weiter wird zur Debatte stehen die Stadtwerdung von Steglitz. das neue Motuproprio „Quantavis diligentia“, Ferner erwartet man noch eine Vorlage über die rheinische Landgemeindeordnung, mehrere Eingemeindungsvorlagen und die üblichen Interpellationen, Anträge und Petitionen. Das Pflichtfortbildungsschulgesetz soll vorläufig den Landtag nicht beschäftigen. Ohnedies ist aber diese Session bereits so reich belastet, daß der neue Präsident, der Nachfolgék des Herrn von Kröcher, alle Kunst wird anwenden müssen, um die Geschäfte gedeihlich zu fördern. Als erster Anwärter auf den Präsidentenposten gilt immer noch der konservative Abgeordnete Freiherr von Erffa. —— Westfalentund Aheinland. * Haspe, 29. Dezember.(An Alkoholver giftung) starb in einer hiesigen Wirtschaft ein Arbeiter, der sich dort zum Schlafen niedergelegt hatte. * Scharnhorst, 30. Dezember.(Eine wüste Messerstecherei) fand hier vorgestern nachmit tag statt. Der Bergmann Burdajewitz war mit seinem Mieter, Bergmann Mussial, in Streit geraten, weil M. ausziehen wollte, ohne die noch rückständige Miete gezahlt zu haben. Es kam vor dem Hause zu Tätlichkeiten. Von der Frau Burdajewitz wurden dann mehrere, zufällig vorbeikommende Arbeiter aus Brackel, welche den vierten Weih nachtstag feierten, unter diesen die Gebrüder Ibsen, zu Hülfe gerufen. Diese befanden sich gerade in der richtigen Stimmung, um sich an der Rauferei zu beteiligen. In dem Verlaufe wurde einer der Gebrüder Mussial derart mit einem Messer in der Brust verletzt, daß seine sofortige Unterbringung in ein Krankenhaus erfolgen mußte. Es soll Lebens gefahr vorliegen, weil beide Lungenflügel verletzt sind. Als Täter ist der Bergmann Ibsen von Brackel verhaftet worden. * Oberaden, 30. Dezember.(Falsches Ge rücht.) Die Nachricht über die Ermordung und Auffindung des Schutzmannes Kreienfels entspricht wie der„Westf. Volksfreund“ mitteilt, nicht den Tatsachen. Wahr ist, daß Kreienfels seit Freitagabend von hier verschwunden ist. Ob Kreienfels einem Unglück oder einem Verbrechen zum Opfer gefallen ist, wird sich vielleicht im Laufe der Zeit aufklären. Ein dienstliches Vergehen des Beemten lag nicht vor, so daß sein Verschwinden von hier für jeden Bewohner ein Rätsel ist. Die nahe liegenden Waldungen und Wasserläufe sind schon am Montag von der hiesigen Feuerwehr abgesucht worden, ohne daß man eine Spur gefunden hat. * Halver, 29. Dezember.(Undankbarer Bettler.) Ein wandernder Handwerksbursche erbat bei dem hiesigen Vollziehungsbeamten Kind eine milde Gabe. Mit Erfolg. Zum Dank dafür stahl er später in der Wohnung des Beamten einen Anzug. Der Besitzer bemerkte den Verlust des Kleidungsstückes aber sehr bald und setzte mit seinem Fahrrade dem Diebe nach. In der Nähe von Radevormwalde holte er ihn ein, just in dem Augenblicke, als er den Anzug bei einem Althändler versilbern wollte. Der Beamte übergab den undankbaren Menschen der Polizei. * Essen, 29. Dezember.(Reiche Beute) machten Diebe im Nachbarorte Rotthausen. Sie erbrachen die Wohnung eines Geschäftsmannes und stahlen eine Kassette mit 1400 c Bargeld und Schmuck sachen im Werte von 1100 MK. * Bielefeld, 29. Dez.(Tod durch Unvor sichtigkeit.) In Huchzen begab sich der 20jährige Artillerist Friedrich Brosend, der auf Weihnachtsurlaub hier anwesend war, mit einem Gewehr seines Vaters in den Wald. Kurze Zeit darauf wurde er von seinem Bruder als Leiche aufgefunden. Er hatte am Hinterkopfe eine Schußwunde, die den Tod herbeigeführt hat; das abgeschossene Gewehr lag neben ihm. Wahrscheinlich ist die Entladung auf ein unvorsichtiges Hantiren des Berunglückten mit der Waffe zurückzuführen. * Elberfeld, 29. Dezember.(Fischvergif tungen.) Auch in Elberfeld sind Fischvergiftungen vorgekommen. In der Familie eines Schreiners an der Genügsamkeitstraße erkrankten vier erwachjene Kinder nach dem Genusse von Bückingen. Das Familienoberhaupt sowie ein weiteres Kind. die beide ebenfalls von den Fischen genossen hatten, blieben verschont. Zum Glück liegen Besorgnisse für das Leben der Erkrankten nicht vor. Sie befinden sich inzwischen bereits wieder auf dem Wege der Besserung. Ob die Bückinge verdorben gewesen sind oder worauf sonst die Vergiftung zurückzu führen ist, muß die Untersuchung ergeben. * Duisburg, 30. Dezember.(Vergiftung.) Der Bauinspektor Schwartz wurde gestern morgen im Bett schwer krank, seine Frau tot aufgesunden. Es liegt anscheinend eine Nahrungsmittelvergiftung vor. Näheres hat die Untersuchung aber noch nicht ergeben. Den Mann hoffen die Aerzte am Leben erhalten zu können. * Düsseldorf, 30. Dezember.(Das gemein gefährliche Treiben eines Darlehns schwindlers) wurde heute in einer Verhandlung vor der hiesigen Strafkammer, gegen den Agenten Kurt Dräger aufgedeckt. Der Genannte machte durch Zeitungsinserate bekannt, daß er Dar lehen und Hypotheken unter den günstigsten Bedingungen und in kürzester Zeit verschaffen könne. Den Geldsuchenden stellte er sich als Generalagent der Hypotheken=Sparbank in Berlin vor, eines Bankinstituts, das den Zweck verfolge, den ung. sunden Kreditverhältnissen abzuhelfen und Dar lehen unter voller selbstschuldnerischer Bürgschaft zu vermitteln. Bedingung sei, daß der Darlehnssuchende der Bank als Geossenschaftsmitglied mit einem Anteil von mindestens 200 Mark beitrete. (Die Hypotheken=Sparbank, Berlin, hat auch wirk lich eine Zeitlang bestanden; sie war aber ohne einen Pfennig Geld gegründet worden und ist alsbald wieder verkracht. Und zwar für zahlreiche also gewonnene Genossenschaftsmitglieder mit dem traurigen Resultate, daß sie nach Ausbruch des Konkurses mit ihren vollen Anteilen haftpflichtig gemacht wurden). In zahlreichen Fällen hatte sich der„Generalagent“ obendrein auch noch Vor schüsse und„Besichtigungsgebühren“ zahlen ohne daß nur ein Geldsuchender das gewünschte Kapital erhalten hätte. Unter Einschluß einer Strafe, die bereits die Strafkammer in Minden gegen ihn festsetzte, wurde Dräger heute wegen seiner Schwindeleien zu insgesamt 1 Jahr 1 Monat Gefängnis verurteilt. * Köln, 30. Dezember.(Vom Automovil getötet.) Heute vormittag 11 Uhr ist am Niederländer Ufer ein zwölfjähriger Junge, der dort mit seiner Schwester spazieren ging, gegen ein Automobil gelaufen, dessen Räder ihm dann über den Leib fuhren. Der Bedauernswerte, der bewußtlos war, wurde von Insassen eines Düsseldorfer Automobils in das Vinzenzhaus in Nippes gebracht, wo man aber nur noch den Tod des Kin des feststellen konnte. Den Führer des Automo bils soll keine Schuld treffen. * Köln, 30. Dezember.(Kind verbrannt.) In der vergangenen Nacht gegen 2½ Uhr brach in einem Hause auf dem Eigelstein Feuer aus dadurch, daß Wäschestücke, die an einem noch brennenden Ofen zum Trocknen aufgehängt waren, Feuer fingen. Die Flammen ergriffen ein in der Nähe stehendes Kinderbett. Als Rettung herbeikam, war das darin schlafende Kind, ein Mädchen, be reits verbrannt. Der schnell herbeigerufenen Feuerwehr gelang es bald, das Feuer zu löschen. * Köln, 30. Dezember.(Von einem Polizeihunde zerfleischt) wurde während der Nacht ein Mann, der sich in ein Haus an der Schillingstraße geschlichen hatte, um einen Einbruchdiebstahl zu begehen. Er hatte bereits zwei Türen gewaltsam geöffnet, als die Hausbewohner erwachten und den nunmehr flüchtenden Einbrecher per folgten. Ein des Weges kommender Schutzmann hetzte seinen Polizeihund auf den Ausreißer. Das wütende Tier holte ihn ein, riß ihm die Kleider vom Leibe und brachte dem Mann surchtbare Bißwunden bei. Selbst als der Einbrecher schon auf der Erde lag, riß der Hund ihm noch Fleischstücke aus dem Arm. Der Schwerverletzte mußte ins Hospital geschafft werden. Es handelte sich hier wahrscheinlich um eine sehr mangelhafte Dressur des in den öffentlichen Dienst gestellten Hundes. Zülpich, 30. Dezember.(In der Kirche verunglückt.) Am zweiten Weihnachtstage fiel hier in der alten, vor einigen Jahren renovierten Kirche während des Gottesdienstes ein Stück Deckenverputz herunter, wodurch eine 70jäh rige Frau so schwer verletzt wurde, daß sie am Abend gestorben ist. * Moselkern, 29. Dezember.(Blahende Kirschzweige) im Freien fand man hier auf dem Gelände der zukünftigen Bahnhofsgartenrestauration. * Kassel, 30. Dezember.(Ueber abergläubische Schatzgräber) berichtet die„Kasseler Allgemeine Zeitung": Ein Zuchthäusler brachte es fertig, den Aufseher einer Strafanstalt und einen Arbeiter zu veranlassen, im benachbarten Zierenberg im Hause eines Handelsmanns in der Mittelstraße nach einem angeblich verborgenen Schatze, bestehend, in Diamanten, Goldgehängen, Perlen und Ketten im Werte von 35000 Mark, zu suchen, Beiden wurde aber von dem erst kurze Zeit in dem Hause wohnenden Handelsmann und seiner Frau energisch die Tür gewiesen und ihre Festnahme erfolgte auf Betreiben der letzteren. Gegen Quittung hatte der Zuchthäusler dem Strafanstaltsaufseher einen Liegeplan und einen schriftlichen Auftrag zur Hebung des Schatzes überreicht, und ein Schriftstück verlangt und erhalten, wonach sich der Aufseher verpflichtete, nach Abzug eines Gewinnanteils von 10000 Mark den Schatz an einer bestimmten Stelle zu vergraben Nach Beendigung der Vorvernehmung und Feststellungen wurden die beiden Festgenommenen wieder in Freiheit gesetzt. Dortmunder Stadttheater Dienstag, 2. Jan., abends 7½ Uhr:„Aida“. Große Oper von G. Verdi. Mittwoch, 3. Jan., abends 7½ Uhr:„Im weißer Röß'l." Lustspiel von Oskar Blumenthal Gustav Kadelburg. Donnerstag, 4. Jan., abends 6½ Uhr:„D stersinger von Nürnberg.“ Freitag, 5. Jan., abends 7½ Uhr:„John Borkmann.“ Schauspiel von Henrik Ib Sonnabend, 6. Jan., abends 7½ Uhr:„Tannhäuser und der Sängerkrieg auf der Wartburg". Handlung in 3 Aufzügen von Richard Wagner. —— Stadttheater Dienstag. 2. Jan., abends 7½ Uhr:„Hans Stößers Höllenfahrt.“ Donnerstag, 4. Jan., abends 7½ Uhr:„Tannhäuser“. Große Oper von Richard Wagner. Freitag, 5. Jan., abends 8 Uhr:„Strom“ von Halbe. Verantwortlich für die Redaktion: Friedr. Kraas. Druck u. Verlag von Carl Braus, beide in Schwerte. Das Geheimnis der Fluten. Roman von Jenny Hirsch. 24 Nun begann Ludolf nach einem tiefen Atemzug erst leise und bedächtig, aber je weiter er sprach, immer lebhafter werdend:„Sie haben mich gefragt, Herr Amtsrichter, ob ich mit Lydia von Ruffer verlobt gewesen sei, und ich habe das bejaht. Ich füge jetzt hinzu, daß wir uns geliebt haben und seit den Tagen der Kindheit, daß ich, um sie zu erringen, statt schlecht und recht dem Berufe meines Vaters zu folgen und sein Amtsnachfolger in Lindental zu werden, wie er der seines Vaters gewesen ist, die höhere Forstkarriere eingeschlagen habe, und daß ich Lydia mit dem Wissen und dem Segen ihrer Mutter seit dem vorigen Sommer schon meine Braut genannt habe. „Es wußte aber sonst niemand von der Verlobung?“ schaltete hier der Untersuchungsrichter ein.„Weshalb diese Heimlichkeit?“ „Brauche ich das erst zu sagen?“ fragte Ludolf. „Frau von Ruffer fürchtete den Widerstand ihres Schwiegersohnes, wie des Konsuls Elster, der Lydias Vormund ist. Es konnte ja immerhin noch ein paar Jahre dauern, ehe ich Oberförster wurde. „Bei Fräulein von Ruffers Vermögensverhältnissen hätten Sie darauf nicht zu warten brauchen, bemerkte der Amtsrichter. Pöplau aber entgegnete sehr lebhaft: Gerade bei ihrem Vermögen war es für mich Ehrensache, sie erst heimzuführen, wenn ich ihr eine Stellung bieten konnte. Wir gedachten unsere Verlobung vielleicht noch zwei Jahre geheim zu halten, bis zu Lydias Mündigkeit. Hätten wir vorhersehen können, daß der Tod uns sobald unsere teuere Beschützerin, Lydias gütige Mutter, entreißen würde, wir hätten vielleicht anders entschieden. So erschien uns die Zeit des Wartens nicht schwer, schien uns das Geheimnis, in das sich unsere Liebe hüllte, so lük, schien uns die Treunung und das Wiedersinden hier auf dem Schauplatze unserer Kinderspiele ein unbeschreibliches Glück.“. an 2 „Und Sie wußten sich die Zeit des Wanens auch noch in anderer Weise zuverkürzen," fiel Momsen ein. Der warme Ton, in welchem Ludolf die Schilderung seiner Liebe zu Lydia gab, erschien ihm nach allem, was sich ereignet hatte, eine Komödie, die ihn empörte.„„ Alles, was man Lydia von Ruffer uver mich gesagt hat, ist eine schändliche, nichtswürdige Verleumdung," fuhr Ludolf auf.„Ich habe jene Person in Berlin, mit der man mich in Verbindung gebracht hat, nie gekannt, habe nie einen jener Briese geschrieben.. „Bedenken Sie, was Sie sagen, rief Momsen. Wissen Sie, wen Sie der Verleumdung, des falschen Zeugnisses zeihen? Zwei hochangesehene, ehrenhafte Manner, Herrn von Noßwitz und den Konsul Elster.“ „Die beiden Gegner meiner Verbindung mit Lydia,“ sagte Ludolf bitter. „Das ist eine schwere Beschuldigung.“ Man lege mir die Briefe vor, man lasse sie auf ihre Echtheit durch Schriftverständige prüfen. „Sie wissen, daß das nicht möglich ist, weil Fräulein von Ruffer sie verbrannt hat. So stelle man mir das elende Weib gegenüber, das sich zum Werkzeuge dieser Intrige her„Dieser Wunsch dürfte Ihnen vielleicht ehererfüllt werden, als Ihnen lieb ist," versetzte Momsen.„Die Beweise müssen aber doch sehr überzengend gewesen sein, da Fräulein von Ruffer ihnen „Ja, es wareinsehr geschicktes teustisches Machwerk, würdig eines..“ er verschluckte den Namen, und meine arme, unerfahrene Lidya ging in ihre „Die junge Dame wird allgemein als sehr veruns woeben erzählt, welch iunige Liebe sie mit Ihneu verbunden haben soll, da ist es doch auffallend, daß sie sich so gänzlich von Ihnen abwenden konnte, ohne zu prüfen, ohne Ihre Rechtfertigung hören zu wollen.“ „Ich sagte bereits, die Fälschung war sehr geschickt ausgeführt. Hätte Lydia auch selbst Herrn von Noßwitz mißtraut, ihrem Vormunde glaubte sie. Eben weil sie so besonnen und verständig war und mich so innig liebte, handelte sie, wie sie es getan. Obwohl man sie von meiner Schuld überzeugt hatte, traute sie doch ihrem Herzen nicht, darum schrieb sie mir den Absagebrief, darum wollte sie mich nicht wieder sprechen, nicht wieder sehen. Sie scheinen sich sehr genau in das Wesen der jungen Dame versetzt zu haben, daß sie so anschaulich schildern können,“ spottete Momsen. „Das wäre nicht verwunderlich, da ich sie seit so vielen Jahren kenne und liebe. Indes ist diese Erklärung keine Kombination von mir, sondern ich habe sie aus Lydias eigenem Munde.“ „Wann hätte sie Ihnen diese gegeben? „An dem Tage, an welchem man sie vermißt hat.“ „Sie geben also zu, daß Sie sie an jenem Nachmittag gesprochen haben?“ „Ja.“ „Am Obersee?“ „Dort auch.„ Leugnen Sie doch nicht langer. Sie haven am Obersee eine Auseinandersetzung mit Fräulein von Ruffer gehabt, sie hat nichts von Ihnen wissen wollen, der Zorn hat Sie übermannt, und Sie haben sie ins Wasser geschleudert.“ Ich, ich soll Lydia ins Wasser geschleudert haben? Ich, dessen Leben, dessen Glück, dessen Seligkeit in ihr beruht," schrie der junge Mann und sprang Die tiefe Leidenschaft, die Wahrheit, welche in diesem Ausspruch lag, machte die Zuhörer betrofsen; sie tauschten Blicke miteinander, und der Untersuchungsrichter sagte in milderem Tone:„Sie begingen die Tat in halber Unzurechnungsfähigkeit, und mögen sie bereut haben, sobald sie geschehen war. Sie befanden sich schon länger nicht in normalem Zustande. Förster Horn hat Sie sagen hören, Sie würden ein Ende mit Schrecken machen, man hat auch anderweitig solche Aeußerungen von Ihnen vernommen.“ „Ich leugne nicht, daß ich sie getan habe; ich war außer mir, aber mein Zorn richtete sich weniger gegen Lydia, als gegen die, welche sie mir abwendig gemacht hatten. Hätte ich einen von ihnen vor der Mündung meiner Büchse gehabt, ich stehe nichtdafür, daß etwas Schreckliches geschehen wäre.“ Sein bleiches Gesicht hatte sich gerotet, die dunklen Augen rollten, sein ganzer Körper bebte. Knauthestieß den Amtsrichter leise an. Da stand ja der Mensch vor ihnen, wie er in dem Augenblicke der unseligen Tat gewesen sein mußte. „Da die beiden Herren vor ihrer Rache bewahrt blieben, ward Ihre ehemalige Braut das Opfer, sagte der Amtsrichter.„Als sie Ihren Beteuerungen keinen Glauben schenken wollte, ergriffen Sie die leichte Gestalt.. „Sie glauben immer noch, ich hätte Lydia in den See geschleudert?“ unterbrach ihn Ludolf glühend vor Zorn.„Hätte mich der Wahnsinn gepackt, hätte ichs getan, so würde ich ihr im nächsten Augenblicke nachgestürzt sein und hätte sie entweder lebend wieder heraufgebracht oder gemeinschaftlich mit ihr den Tod in den Fluten gefunden. „So hätte ich an Ihrer Stelle auch gehandelt, der Augenschein lehrt nur, daß Sie es nicht getan haben, spottete Momsen. Ihr armes Opfer liegt draußen im Schauhause, Sie stehen lebendig vor uns und haben recht umsichtig alle Anstalten getroffen, sich den Folgen Ihres Verbrechens durch die Flucht zu entziehen. „Ich wiederhole Ihnen, daß sich alles ganz anders verhält, und daß die Leiche im Schauhause nicht Lydia von Ruffers Leiche ist,“ versetzte Ludolf. 191,16 S Seite 6 Zeitung.(Amtliches Kreisblatt.) Dienstag,Eden 2. Januar 1912. le tbe 446..„ I Auf Grund des§ 8 des Wahlreglements vom 28. Mai 1870 und 28. April 1903 zur Ausführung des Wahlgesetzes für den Deutschen Reichstag vom 31. Mai 1869 sind für die Landgemeinden des Landkreises Hörde für die am 12. Januar 1912 stattfindende Neuwahl hinsichtlich der Wahlbezirke, der Wahllokale und der Wahlvorsteher die nuchstehenden Festsetzungen getroffen worden: 1. Wahlbezirk Annen I, Seelenzahl 2155, Name der dazu gehörigen Ortschaften: Albertstr., Annenerberg. Bahnhofstr., Gartenstr., Kirchstr., Moltkestr., Salingerstr., Tiefendorf, Märkischestr., Wilhelmstr., Baroperstr., Dorfstr., Wahlvorsteher Utermann. Wilhelm jun., Glasfabrikant, Annen, Stellvertreter: Grotrian, Karl, nieur, Annen, Wahllokal: Gastwirtschaft W. Wibelitz, Annen, Bahnhofstraße 11. 2. Wahlbezirk: Annen II, Seelenzahl: 2145, Name der dazugehörigen Ortschaften: Bebbelsdorf, Bochumerstr., Friedhofstr., Göthestr., Hellweg, Karlstr., Roonstr., Stockumerstr., Weststr., Wullenerstr., Wahlvorsteher: Hoinkiß, Reinhold, Fabrikant, Annen. Stellvertreter: Cheist, Gustar, Fahrsteiger, Annen, Wahllokal: Gastwirtschaft Robert Lent, Annen, Wullenerstraße 5. 3. Wahlbezirk: Annen II1, Seelenzahl: 3286, Name der dazu gehörigen Ortschaften: Ardeystr., Vergstr., Johannisstr., Königstr., Kolonie Krupp, Sedanstr., Steinstr., Werderstr., Wittenerstraße, Wahlvorsteher: Körver, Josef, Ingenieur. Annen, Stellvertreter: Höschen, Ernst, TiefbauUnternehmer, Annen, Wahllokal: Gastwirtschaft Wilhelm Kutscher, Annen, Wittenerstr. 21. 4. Wahlbezirk: Annen IV, Seelenzahl: 3065, Nume der dazu gehörig. Ortschaften: Bachstr., Biemar straße, Blücherstr., Egge, Friedrichstr., kerstr., Hüllberg, Oststr., Ob. Rüdinghauserstr., Unt. Rüdinghauserstr., Kampstr., Schulstraße, Wahlvorsteher: Haarmann, Emil. Kaufmann, Annen, Stellvertreter: Specht, Heinrich, Landwirt und Kaufmann, Annen, Wahl' al: Gastwirtschaft W. Langmann, An= Bismarckstraße 11. 5. Wahlbezirk: Annen I, S). Name 590 Hohettelstr., ildstr., 2ouis, K. Hust. 11. Wahlbezirk: Schüren I, Seelenzahl: 2564, Name der dazu gehörigen Ortschaften: Südlich der Emscher, Wahlvorsteher: Erlenbauer, Gisbert, Rektor, Stellvertreter: Großmann, Johann, Hauptlehrer, Wahllokal: Saal des Wirtes Meinhövel. 12. Wahlbezirk: Schüren II, Seelenzahl: 2469, Name der dazu gehörigen Ortschaften: Nördlich der Emscher, Wahlvorsteher: Meinberg, A., Gemeindevorsteher, Stellvertreter: Schulte: Schüren, Eduard, Gutsbesitzer, Wahllokal: Saal des Wirts Wilberg. 13. Wahlbezirk: Sölde I, Seelenzahl: 2883, Name der dazu gehörigen Ortschaften: Nördlich der Eisenbahn Holzwickede=Schwerte, umfassend folgende Straßen: Köln=Berliner=, Brackeler=, Flügel=, Kurze=, Emscher=, Ost=, König=, Eck=, Mittel=, Linden=, Bismarck=, Moltke=, Roon=, Freiberg=, Holzwickeder=, Schäfer=, Kamp=, Mühlen=, West=, Paradies=, Hövelteich=, Friedhof=, Bruch=, Kirch=, Wilhelm=, Bach=, Bahnhof=, Margarethen= und Gustavstraße, Wahlvorsteher: Eickhoff, Karl, Gemeindevorsteher, Stellvertreter: Spaemann, Hermann, Rektor, Wahllokal: Das südliche Klassenzimmer(unten) in der alten evangelischen Schule zu Dorf Sölde. der letzteren gelegene Teil des Hombruch, Wahl He1o Schmidt -kenzahl: 3448, chorigen Ortschaften: Chausvon 1 und 2 bis einschließlich 21(Drechsler Osthoff) und 20(Einwohnerhaus Demandt), Acker=, Burghof=, Bahnhofs=, Feldchengarten=, Hörder=, Halden=, König=, Kemna=, Kurzestraße, Markt, Matena=, Marien=, Moritzstr., Ost=, Pellinghoff=, Rodenberg=, Ringofen=, Sölder=, Ufer=, West=, Berghofener=, Bickefeldstraße und Sterie, Wahlvorsteher: Vieseler. Heinrich, Gemeindevorsteher. Stellvertreter: Grügelsiepe, Friedrich, Kaufmann, Wahllokal: Saal der Wirtin Westermann. 7. Wahlbezirk:„Aplerbeck II, Seelenzahl: 3486. Name der dazu gehörigen Ortschaften: Chausseestraße von Nr. 22(Demandt, Wirt) und 23 (Nasse, Kaufmann) bis Ende, Asselner=, Arendt=, Bismarck=, Charlotten=, Ewald=, Kirch=, Kattenbruch=, Kaiser=. Moltke=, Maßbrucherstraße einschließlich Heilanstalt, Potsdamer=, Roonstr., Ravensweg, Schürbank=, Staatsbusch=, Schmerkotten= und Brackelerstr. Elisabethstraße, Wahlvorsteher: Segering, Wilhelm. Rektor, Stellvertreter: Demandt, Fr., Wirt, Wahllokal: Saal der Wirtin Witwe Erdmann. 8. Wahlbezirk:„Aplerbeck III. Seelenzahl: 3462, Name der dazu gehörigen Ortschaften: Augusta=, Friedrich=, Hermann=, Gr. Herdecker=, Kl. Herdeckerstr., Hohleweg, Kleine=, Kluse=, Ludwig=, Margarethen=, Märkische=, Gr. Metzer=, Kl. Metzer=, Provinzial=, Pariser=, Kl. Schwerter=, Gr. Schwerter=, Sedan=, Straßburger=, Spichern=, Schützen=, Schulstraße, Schmalerweg, Schlagbaum=, Wiesen=, Wald=, Weißenburger=, Wörth= und Wilhelmstraße, Wahlvorsteher: Michel, Friedrich, Lehrer, Stellvertreter: Kamp, August, Anstreichermeister, Wahllokal: Saal des Wirtes Theodor Doert, Große Herdeckerstraße. 9. Wahlbezirk: Berghofen I, Seelenzahl: 3390, Name der dazu gehörigen Ortschaften: Chausseestraße Nr. 34 bis 125a einschließlich, Köln Berlinerstr., Schulstr., alter Schulhof, Freistr., Nordstr., Windmühlenstr., Gasenberg, Busenberg. Sülpke, Benninghoferstraße, Wahlvorsteher: Wilberg, Gustav, Gemeindevorsteher, Stellvertreter: Heimsoth, Heinrich, Wirt, Wahllokal: Klasse 3 in der katholischen Schule. 10. Wahlbezirk: Berghofen II, Seelenzahl: 3388, Name der dazu gehörigen Ortschaften: Chausseestraße Nr. 1 bis 33a einschließlich, Südstraße. Vaerst=Aplerbeckerstraße, Berghofermark, Sälzer=, Schwerterstraße, Herdeckerstraße, grüner Weg, Ostkirchstraße, Brennerstraße, Ringelo=, Adolfstraße, Bismarkstraße, Wahlvorsteher: Beyer, Heinrich, Lehrer, Stellvertreter: Arrenberg, Karl, Lehrer, Wahllokal: Saal der alten Kagellenschalle 14. Wahlbezirk: Sölde II, Seelenzahl: 2354, Name der dazu gehörigen Ortschaften: Südlich der Eisenbahn Holzwickede=Schwerte, umfassend folgende Straßen: Dellinghauser=, Stein=, Broteich=, Sedan=, Heinrich=, Karl=, Friedrich=, Hoch=, Römer=, Kronen=, Landskroner=, Hohenleuchtstr., Breiterweg, Kolonie=, Schwerter=, Weißenburger=, Winkel=, Ludwig=, Schützen=, Berg=, Dornbusch= und Stallbaumstraße, Wahlvorsteher: Falkenroth, Gustav, Gutsbesitzer, Stellvertreter: Wiebecke, Fr., Lehrer, Wahllokal: Saal der 1. Klasse(östlich unten) der Schule zu Sölderholz. 15. Wahlbezirk: Holzwickede I, Seelenzahl: 3021, Name der dazu gehörigen Ortschaften: Sämtliche Straßen nördlich der Eisenbahn und sämtliche Eisenbahndienstwohnungen in der Bahnhofstraße, Wahlvorsteher: Büddemann, Ludwig, Gutsbesitzer, Stellvertreter: König, Theodor, Betriebsführer, Wahllokal: Saal der 1. Klasse der evangelischen Nordschule(unten links.) 16. Wahlbezirk: Holzwickede II, Seelenzahl: 3033, Sämtliche Straßen südlich der Eisenbahn mit Ausnahme der sämtlichen Eisenbahndienstwohnungen in der Bahnhofstraße, Wahlvorsteher: Rosendahl, Wilhelm, Hauptlehrer, Stellvertreter: Schröer, Wilh., Gemeindevorsteher, Wahllokal: Saal der 3. Klasse der alten evangelischen Südschule. 17. Wahlbezirk: Hengsen=Opherdicke, Seelenzahl: 1713, Nam: der dazugehörigen Ortschaften: Gemeinde Hengsen und Gemeinde Opherdicke, Wahlvorsteher: Cordes, Wilhelm, Lehrer, Stellvertreter: Saatmann, Karl, Gemeindevorsteher, Wahllokal: Saal der 2. Klasse der evangelischen Schule zu Opherdicke. 18. Wahlbezirk: Barop I, Seelenzahl: 2314, Name der dazu gehörigen Ortschaften: Dorf=, Eichlinghofer=, Hof=, Höh=, Martener=, Acker=, Frieden=, Haken=, Ostenberg=, Dortmunder=, Heinrich=, Heide=, Barop=, Kurze=, Vereins=, Kreuzstraße, Kirchweg, Wahlvorsteher: Thieheuer, stellv. Gemeindevorsteher, Stellvertreter: Wickel, Werkmeister, Wahllokal: Wirtschaft Eisenhuth. 19. Wahlbezirk: Barop II, Seelenzahl: 2667, Name der dazu gehörigen Ortschaften: Provinzial=, Hombrucher=, Albert=, Zechen=, Bismarck=, Wiesen=, Amts=, Moltke=, Roon=, Menglinghauser=, Augusta=, Viktoria=, Westfälische=, Pulverstraße, Zechenplatz, Kleinberlin, Wahlvorsteher: Dr. Käß. Gemeindevorsteher, Stellvertreter: Dahlhaus, Kaufmann, Wahllokal: Wirtschaft Bergmann. 20. Wahlbezirk: Eichlinghofen= Salingen, Seelenzahl: 2600 und 226, Name der dazu gehörigen Ortschaften: Gemeinden Eichlinghofen und Salingen, Wahlvorsteher: Reinold, Gemeindevorsteher, Stellvertreter: Heinrichs, stellv. Gemeindevorsteher, Wahllokal: Wirtschaft Knappmann in Eichlinghofen. 21. Wahlbezirk: Menglinghausen, Persebeck, Seelenzahl: 2354 und 384, Name der dazu gehörigen Ortschaften: Gemeinden Menglinghausen und Persebeck, Wahlvorsteher: Brandhoff, Gemeindevorsteher. Stellvertreter: Overbeck, Gemeindevorsteher, Wahllokal: Wirtschaft Fleiter in Menglinghausen. 22. Wahlbezirk: Kirchhörde I, Seelenzahl: 2903, Name der dazu gehörigen Ortschaften: Kirchhörde, Löttringhausen und Kleinholthauson, Wahlvorsteher: Gemeindevorsteher Storck zu Kleinholthausen, Stellvertreter: Gutsbesitzer Dietrich Lenz zu Kleinholthausen, Wahllokal: Saal des Wirts Wittich zu Löttringhausen. 23. Wahlbezirk: Kirchhörde II, Seelenzahl: 1668, Name der dazu gehörigen Ortschaften: Großholthausen, Persebeckerheide, Kruckel und Schnee. Wahlvorsteher: Betriebsführer K. Hilgenstock zu Kruckel, Stellvertreter: Berginvalide Friedrich Osthold zu Kruckel, Wahllokal: Saal des Wirts Hättasch zu Großholthausen. 24. Wahlbezirk: Hombruch I, Seelenzahl: 3413, Name der dazu gehörigen Ortschaften: Die obere Bahnhofstraße und die nördliche Seite der Bahnhofstraße zu Hombruch sowie der nördlich vorsteher: Schlossermeister Bage Schmiel zu Hombruch, Stellvertreter: Betriebsführer F. Flamkamp zu Hombruch, Wahllokal: Saal des Wirts Sasse zu Hombruch. 25. Wahlbezirk: Hombruch II, Seelenzahl: 3448, Name der dazu gehörigen Ortschaften: Die südliche Seite der Bahnhofstraße zu Hombruch und der zwischen dieser und der Schleppbahn gelegene Teil des Hombruch, Wahlvorsteher: vatier Christian Kuhn zu Hombruch, Stellver treter: Kaufmann Franz Steemann zu Hombruch, Wahllokal: Saal des Wirts Wiethoff zu Hombruch. 26. Wahlbezirk: Hombruch III, Seelenzahl: Name der dazu gehörigen Ortschaften: Der süd. lich der Schleppbahn zu Hombruch gelegene Teil des Hombruch, Schacht Gotthelf, am Ringofen, Schacht Gisbert und Harkortshof zu Hombruch, Wahlvorsteher: Lehrer Heinrich Bramann zu Hombruch, Stellvertreter: Ziegeleibesitzer F. Westermann zu Hombruch, Wahllokal: Saal des Wirts Ries zu Hombruch. 27. Wahlbezirk: Rüdinghausen 1, Seelenzahl: 2483. Name der dazu gehörigen Ortschaften: Rüding= hausen und Brunebeck, Wahlvorsteher: Gemeinvorsteher Manns zu Rüdinghausen, Stellvertreter: Landwirt Gustav Korfmann zu Rüdinghausen, Wahllokal: Saal des Wirts Eckardt zu Rüdinshausen.. 1 Selienichl 28. Wahlbezirk: Rüdinghausen#, Seelenzuhl! 1221, Name der dazu gehörigen Ortschaften: Schnee. Wahlvorsteher: Hauptlehrer Wilhelm Hacker zu Schnee, Stellvertreter: Berginvalide H. Hartz zu Schnee, Wahllokal: Wirtschaft SchulteMunkenbeck zu Schnee. 29. Wahlbezirk: Bennighofen, Seelenzahl: 2736, Name der dazu gehörigen Ortschaften: Ben ninghofen mit Brücherhof, Loh, Stuchtey und Höchsten, soweit dieser zur Gemeinde Hacheney gehört, Wahlvorsteher: Gehres. Heinrich, Gemeindevorsteher zu Brücherhof, Stellvertreter: Beisenherz, Wilhelm 2. GemeindevorsteherStellvertreter zu Höchsten, Wahllokal: Saal des Wirts Wienold zu Benninghofen. 30. Wahlbezark: Hacheney, Seelenzahl: 1990, Name der dazu gehörigen Ortschaften: Hacheney, Brünninghausen mit Brünninghauserheide und Renninghausen, Wahlvorsteher: Mellinghaus, Heinr., 1. Gemeindevorsteher=Stellvertreter, Stellvertreter: Wiemer. Heinrich, Rentner zu Brünninghausen, Wahllokal: Saal des Wirts Kesper zu Brünninghausen=Kaiserbrauerei. 31. Wahlbezirk: Lücklemberg. Seelenzahl: 2380, Name der dazu gehörigen Ortschaften: Lücklemberg mit dem zugehörigen Teile der Wellinghoferheide und Bittermark, Wahlvorsteher: Lutter Friedr., Gemeindevorsteher zu Lücklemberg. Stellvertreter: Schulte, Friedrich, Gemeindevorsteher=Stellvertreter zu Lücklemberg, Wahllokal: Saal des Wirts A. Blisner zu Wellinghoferheide. 32. Wahlbezirk: Niederhofen: Seelenzahl: 402, Name der dazu gehörigen Ortschaften: Niederhofen mit dem zugehörigen Teile der Wellinghoferheide und Höchsten, Wahlvorsteher: Stratmann, Gustav, Gemeindevorsteher zu Niederhofen, Stellvertreter: Meininghaus, Gustav, 1. Gemeindevorsteher=Stellvertreter zu Höchsten, Wahllokal: Saal des Wirts Overkamp zu Höch33. Wahlbezirk: Wellinghofen, Seelenzahl: 1742, Name der dazu gehörigen Ortschaften Wellinghofen mit dem zugehörigen Teile der Wellinghoferheide und Höchsten, Wahlvorsteher Dr. Grothaus, Wilhelm, Gemeindevorsteher zu Wellinghofen, Stellvertreter: Schlapbach, Karl, 1. Gemeindevorsteher=Stellvertreter zu Holtbrügge, Wahllokal: Saal des Wirts Aßhoff zu Wellinghofen. 34. Wahlbezirk: Wichlinghofen, Seelenzahl: 385, Name der dazu gehörigen Ortschaften: Wichlinghofen mit dem zugehörigen Teile der Wer linghoferheide, Wahlvorsteher: Huntermann, Diedrich, Gemeindevorsteher zu Wichlinghofen, Stellvertreter Beckmann, Lud., 1. Gemeindevorsteher=Stellvertreter zu Wichlinghofen, Wahllokal: Lokal der Witwe Arends zu Wichling35. Wahlbezirk: Westhofen, Seelenzahl: 2303, Name der hierzu gehörigen Ortschaft: Westhofen, Wahlvorsteher: von Daniels, Amtmann, Stellvertreter: Westerhoff, Gemeindevorsteher, Wahllokal: Wirtschaft Fritzenkötter. 36. Wahlbezirk: Garenfeld, Seelenzahl: 517, Name der hierzu gehörigen Ortschaften: Wahlvorsteher: Kockelke, Gemeindevorsteher, Stellvertreter: Schulte, Heinrich, Lehrer, Wahl lokal: Wirtschaft Söding. 37. Wahlbezirk: Wandhofen, Seelenzahl: 659, Name der hierzu gehörigen Ortschaft: Wandhofen, Wahlvorsteher: Klempt, Gemeindevorsteher, Schulte gt. Nähring, W., Landwirt, Wahllokal: Evangelische Schule in Wandhofen. 38. Wahlbezirk: Holzen, Seelenzahl 2275, Name der hierzu gehörenden Ortschaft: Holzen, Wahlvorsteher: Jacobs, Diedrich, Gemeindevorsteher, Hohenschwert, H., Wahllokal: Alte Schule in Holzen. 39. Wahlbezirk: Syburg, Seelenzahl: 746, hierzu gehörenden Ortschaft: Syburg, Wahlvorsteher: Grieb, W., Gemeindevorsteher, StellNr. 1 vertreter: Braß. W., Landwirt, Wahllokal: Schule in Syburg. 40. Wahlbezirk: Lichtendorf, Seelenzahl: 1087, Name der hierzu gehörenden Ortschaft: Lichtendorf, Wahlvorsteher: Dieckerhoff, Fr., Beigeordneter, Stellvertreter: Hohenschwert, Gemeindevorsteher, Wahllokal: Neue Schule im hl. Geist. 41. Wahlbezirk: Geisecke, Seelenzahl: 621. der hierzu gehörenden Ortschaften Geisecke und Villigst, Wahlvorsteher: Gockel, August, Gemeindevorsteher, Stellvertreter: Rutenborn, Hugo, Landwirt, Wahllokal: Saal der Witwe Externbrink am Wellenbad. Die Wahl findet am 12. Januar 1912 in den Stunden von 10 Uhr vormittags bis 7 Uhr nachmittags statt. Für die Kreise Dortmund=Stadt und Land und Hörde=Stadt und Land ist ein Abgeordneter zu be. Bestinnungen der 88 10 Auf die nachstehenden Bestimmungen der ss 10 und 11 des Gesetzes und§§ 11 Abs. 3, 13 Abs. 1, 14, 15 und 19 des Reglements wird aufmerksam S 10 des Gesetzes. Das Wahlrecht wird in Person durch verdeckte, in eine Wahlurne niederzulegende Stimmzettel ohne Unterschrift ausgeübt. Die Stimmzettel müssen von weißem Papiei und dürfen mit keinem äußeren Kennzeichen verdes Gesetzes. Die Stimmzettel sind außerhalb des Wahllokals mit dem Namen des Kandidaten, welchem der Wähler seine Stimme geben will, handschriftlich oder im Wege der Vervielfäl§ 12, Abs. 3 des Reglements. Die Stimmzettel müssen von weißem Papier und dürfen mit keinem Kennzeichen versehen sein(§ 10, Abs. 2 de Gesetzes); sie sollen 9 zu 12 Zentimeter groß und von mittelstarkem Schreibpapier sein und sind von dem Wähler in einem mit amtlichem Stempel versehenen Umschlage, der sonst kein Kennzeichen haben darf, abzugeben. Die Umschläge sollen 12 zu 15 Zentimeter groß und aus undurchsichtigem P vier hergestellt sein; sie sind in der erforderlichen S 13, Abf. 1 des Reglements: Während der Wahlhandlung dürfen in dem Wahllokale weder Beratungen stattfinden, noch Ansprachen gehalten, noch Beschlüsse gefaßt, noch Stimmzettel aufgelegt oder verteilt werden. § 14 des Reglements. Zur Stimmavgabe sind nur diejenigen zugelassen, welche in die Wählerliste aufgenommen sind(§ 8 des Gesetzes). Abwesende können in keiner Weise durch Stellvertreter oder sonst an der Wahl teilnehmen. § 15 des Reglements. Der Wähler, welch seine Stimme abgeben will, nimmt von einer durch den Wahlvorstand in der Nähe des Zuganges zu dem Nebenarum oder Nebentisch(§ 11 Abs. 4) aufzustellenden Person einen abgestempelten Umschlag an sich. Er begibt sich sodann in den Nebenraum oder an den Nebentisch, wo er seinen Stimmzettel unbeobachtet in den Umschlag steckt. tritt an den Vorstandstisch, nennt seinen Namen sowie auf Erfordern seine Wohnung und übergibt, sobald der Protokollführer den Namen in der Wählerliste aufgefunden hat, den Umschlag gut Stimmzettel dem Wahlvorsteher oder dessen Bellleter(§ 12), der ihn sofort uneröffnet in die WahlWähler, welche durch körperliche Gebrechen behindert sind, ihren Stimmzettel eigenhändig in den Umschlag zu legen und diesen dem. steher zu übergeben, dürfen sich der Beihutse Vertrauensperson bedienen. Stimmzettel, welche die Wähler nicht in dem abgestempelten Umschlag oder welche sie in einem mit einem Kennzeichen versehenen Umschlag abgeben wollen, hat der Wahlvorsteher zurückzuweisen, ebenso die Stimmzettel solcher Wähler, welche sich in den Nebenraum oder an den Nebentisch(Abs. 1) nicht begeben haben.. gallen Bat Der Wahlvorsteher hat darauf zu hatten, ruß die Wähler in dem Nebenraum oder an dem Nebentisch(Abs. 1) nur so lange verweilen, als unbedingt erforderlich ist, um den Stimmzettel in den Umschlag zu stecken. § 19 des Reglements. Ungültig sind: 1) Stimmzettel, welche nicht in einem amtlich abgestempelten Umschlag oder welche in einem mit einem Kennzeichen versehenen Umschlag übergeben worden sind; 2) Stimmzettel, welche nicht von weißem Pavier sind; 3) Stimmzettel, welche mit einem Kennzeichen versehen sind; 4) Stimmzettel, welche keinen oder keinen lesbaren Namen enthalten; 5) Stimmzettel, aus welchen die Person des Gewählten nicht unzweiselhaft zu erkennen ist; 6) Stimmzettel, welche auf eine nicht wählbare Person lauten; 7) Stimmzettel, welche eine Verwahrung oder einen Vorbehalt gegenüber dem Gewählten enthalten. Mehrere in einem Umschlag enthaltende gleichlautende Stimmzettel gelten als eine Stimme; in einem Umschlag enthaltene, auf verschiedene Personen lautende Stimmzettel sind unglütig. Für die Städte erfolgt die betreffende Bekanntmachung durch die Magistrate. Hörde, den 23. Dezember 1911. 8237. Der Landrat: Dr. Luckhaus. llokal: 1087, LichtenmeindeI. Geist. Name cke und bemein= Hugo, ExternIhr vorand und ieter zu er S§ 10 Abs. 1, merksam in Perederzule. übt. Papier chen versind audes Kanme geben servielfälkeides und von verha2 zu Pahrend der ale weder i gehalten, aufgelegt bgabe sind ie WählerWers * SA## •Tn S%8 E SESEEE 5B#ng . E#SERE 3 S e1cs0 S•• 9— 1 SSEE SSMSn BSE SaOEPEm S###s geg —. S 8.5 ,**—— * * g g GI. OEE“, S S.S SL □ 05„ SEWSS• Ss S, WEOxS#LSoSSgSS# SSrren P.n. SSxEOBESBSS SE S 8. S 810 SSs ## eer as en 95 GS E S o M UzE 58.252 ZGu: B6238 S S. 8 S 305 9528 Sa- S• 9FOE S S## Smt= D 4 015 S EES• 5#%S9 ##5# #S Samg. 9 8 5505 ger S S 56 7 *• □ □ USE. 5 9 * S aE =• UE S 2.— S 80• 115 * 5• SS#505 SacgE 2 2 . S B.g •* * S. BS E 6 *5 698 TALTT 0TRR E.SESUES9 □„ 6 * S )9 S 3„ 9 2 2 S S iz 2 E S 2 8—* S i—— 8 B 8 2E S. 16 2 * S• Se G. 5 • E S# SSSnSES„ *bEUE„LET 8•5 NSU 3nem m 5. B1OW0MCS Gge“en Pgane 5S e. SSPg5gE —SUPONT .—.—*." L.„ P OOPLENN — 62 S S10• Onu-anS En —„** O. 0 0— U,•— 0— □ C ·4-·½ ESor- VauSte. 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Mich stören Sie hatte sich auf einen der Divans niedergelassen und dieAugen geschlossen. In der sanften sah sie berückend schön aus. Der rosige Lichteffekt ge ihrem blassen Gesichtchen Farbe, und über dem dunklen Haar funkelte zauberhaft der Stern von Diamanten. Ein Seufzer hob Annelieses Brust, ihre Gedanker weilten im Schattenlande bei ihren Toten. Da fühlte sie, daß ihre Hand von einer anderen fest umschlossen wurde, und zugleich begann Horst mit seiner sympathischen Stimme leise und zärtlich auf si „Meine teure, geliebte Anneliese, nicht wahr. Sie haben es längst gesehen, daß mein ganzes Herz Ihnen gehört, daß ich nur noch in Ihrer Nähe Glück und Anneliese saß mit einem Ruck aufrecht, blauen Augen blickten unendlich traurig. Herr Romar, bitte, sprechen Sie nicht weiter— „Doch, Anneliese, doch! Ich muß Ihnen von meiner unendlichen Liebe sprechen, und wenz. Sie, eine Träumerin dahingelebt haben und nichts beme. so will ich warten, bis Sie sich in den Gedanren, mei Weib zu werden, hineingesunden haben; aber hören müssen Sie mich und erfahren, daß ich ohne Sie nicht mehr leben kann.“„„.4 bin „Um Himmels willen, Herr von Romar, ich bin untröstlich. Habe ich Sie etwa durch mein Verhalten „Jein, Anneliese, nein! Die Sonne leuchtet uud jeder fühlt ihre Strahlen. Dasselbe gilt für Sie. in Ihre schönen, klaren Augen sieht, wer den Zauber Ihres Wesens atmen darf, muß sich glücklich, schäßen. Um wieviel mehr aber mußte auf mich Ihre Nähe einwirken, wo ich so unendlich viel durch eine Frau gelitten hatte. Ich war auss grausamste enttäuscht worden, im Innersten zerrissen, todwund. Die Frauen waren mir verhaßt, ich mißtraute eiger jeden, bis ich in Ihre lieben blauen Augen„Bag ia zing, Augenblick an gesundete ich, erkannte, daß einer Irrlicht nachgegangen und in blindem Groll aue Frauei nach der einen Unwürdigen beurteilt hatte. Ich warb täglich mit Wort und Blick um Sie, freilich, ohne daß es Ihnen zum Bewußtsein kam. Ihre Gedanken waren ja weitab— bei Ihren Toten. Anneliefe senkte den Blick, große Tränen fielen auf ihre weißen Hände.„Meine Toten,“ wiederholte sie fast unhörbar,„ich gehöre zu ihnen.“ „Das verhüte der Himmel. Sie werden ganz gesunden, Herzensliebling, und dann Ihr Glück in meiner Liebe finden. Ich bin unabhängig, reich, wir können ebensowohl in meinem schönen, alten Schlosse leben, das von den blauen Wogen der See bespül wird, wie in der Fremde, wo tausend neue Eindrücke sucht hat die Natur tief in unsere Brust gesenkt, und O bitte, bite, Liebste, Einzige, sagen Sie heute nichts, ich will geduldig warten, rauben Sie mir nicht allen Trost, Anneliese, meine Liebe ist so groß und ungestüm, daß sie Gegenliebe erzwingen wird. Ich dränge Sie ja nicht, trotzdem ich gehofft hatte Anneliese, welche mehrmals versucht hatte, tieferregten Mann zu unterbrechen, fiel ihm jetzt ernst ng besiun mein Freund, ich muß sprechen, mein e„Ainneliese!- schrie er auf,„Anneliese, nein, nicht „Jürnen Sie mir nicht; brachte sie mit versagender nicht erwidern. Ich schätze und ehre in Ihnen den besten der Männer, und von ganzem Herzes, gstzische ich, daß Ihnen diejenige begegnen möge, wer.,„, durch Ihre treue Lieve beselgt— sftöxe; ertlang in 1 „Ah— Verzeihung, wenn ich störe,„er#kau in diesem Augenblick Egons Stimme,„ich freue mich,#### Erst jetzt bemerkte er die verstörten Gesichter der eden. Ton, ltichthabe ein Recht zu dieser Fra „Daß du noch fragen kannst,; entgegnete tonlos,„deine Cousine hat mir soeben erklärt, daß sie Egons Stirn särdte sich mit einer dunklen Röte. 11 sich sa ausgleichen lassen. Wir wollen sie schon über 1. reden, morgen wird die kleine Widerspenstige sicher zu### üv g ich mnöchte dich doch biten, sprache der Komtesse und mir allein zu überlassen. Es soll kein Zwang auf diejenige ausgeübt werden, die „IJh dante Iyen, Herr von Ronar, ZHagen, Ihnen tausendmal,“ sagte unter lautlosem Schluchzen Anneliese,„oh, ich bin untröstlich, Ihnen so großen# Schmerz bereiten zu müssen, und dennoch kann ich nur wiederholen, daß meine Empfindungen nie eine Wandlung erfahren werden. Ich schätze Sie hoch, aber mein Herz gehört für alle Ewigkeit einem anderen.“ Sie reichte ihm wie zum Abschied die Hand.„Ich gehe nicht wieder zur Gesellschaft zurück, denn ich bedarf der Ruhe. Sie werden niemals im Groll an denken, Herr von Romar?“ sie nur dir und keinem anderen; sie ist ein liebes, gutes Kind, ein wirkliches Kleinod, aber der Abenteurer hat sond vos sich biüte dich, nicht weiter in diesem Ton. Und versprich mir, Anneliese nicht zu beeinflussen. Ich könnte den Gedanken nicht ertragen, daß sie gezwungenermaßen die Meine würde. Dabei wäre dang kein Glück. Wenn Anneliese mich nicht mag, s# muß ich abreisen, meine Gegenwart muß ihr nach dem heutigen Abend unerträglich in.“ „Du bleibst, Horst, und mit meiner widerspenstigen kleinen Cousine werde ich ein ernstes Wort reden. Es ist doch nur zu ihrem Besten."(Fortsetzung folgt.) — # □ 9 * — 2 E 2 S. — S 2 — Bumor. Auszüge aus einem Musikkatalog.„Trau' ihr nicht" für 4 Mark.„Niemals möcht' ich leben“ ohne Begleitung.„Seht, dort kommt der starke Held“ mit großem Orchester.„Mein Liebchen liegt am Strand und träumt“, mit farbigem Deckel.„War einst eine kleine Fischermaid“ in drei Teilen. B. dm gl. Achso! Landmann zum Bettler:„Wollen Sie vielleicht Kartoffeln buddeln?“ Bettler:„Jerne, wenn ick se aus ene jute Sauce buddeln kann!“ Mama ist nervös. Humoristische Skizze von Fritz Ewald, Naumburg. (Fortsetzung.)(Nachdruck verboten.) „Liebes Kind, laß dich nicht auslachen, was hast du denn groß zu tun? Eigentlich doch so gut wie nichts. Du bist nur jetzt nervös und bildest es dir ein, so ein Haushalt ist wie eine Maschine, die geht schließlich von selbst.“..„„ „Ja, aber jede Maschine bleibt stehen, wenn sie nicht in Betrieb gesetzt, geölt und versorgt wird.“ „Kleinigkeit,“ der Hausherr lehnte sich in dem bequemen Schreibtischsessel zurück,„was ihr Frauen leistet, ist alles Spielerei, Arbeit kennt nur der Mann.“ „Eure Kopfarbeit in allen Ehren, aber ihr richtet eure ganze Kraft auf eine Sache, wir Frauen haben überall aufzupassen und zu schaffen, da heißt es auch denken, aber du hörst und siehst nie etwas davon. Wenn du erscheinst, sind alle Steine aus dem Wege gerollt.“ Herr v. Reesow lächelte mitleidig überlegen,„ich habe zwar keine Zeit, mich eingehend um das Programm deiner Haushaltungsgeschäfte zu kümmern, aber ich wette mit dir, daß ich die paar Kleinigkeiten ganz nebenbei erledigen würde, es ist ja nichts.“ „Gut, angenommen,“ seine Frau streckte ihm die Hand entgegen,„du vertrittst heute den ganzen Nachmittag meine Stelle, Lotte geht zum Tennis und ich verschanze mich hinter meine Näherei, wo ich für niemand auf der Welt bin, ich werde alle an deine Adresse als stellvertretende Hausfrau verweisen.“ Papa zündete sich behaglich eine Havanna an, Lotte stürzte jubelnd davon, und in Mamas gutherzigen, blauen Augen blitzte es schalkhaft auf, als sie im Hinausgehen dem Gatten mit der Hand ein Lebewohl zuwinkte. Er sah es, fühlte sich seinem Amte völlig gewachsen und streckte die Rechte nach einem Buche aus. Doch schon in dem nämlichen Augenblick wurde die Tür geräuschvoll geöffnet, und seine ältliche Schwester, welche gerade wochenlanges Gastrecht im Hause genoß, erschien auf der Schwelle. „Ottokar, ich muß dich stören,“ begann sie,„mir wurde gesagt, daß du heute Haus hältst, ich habe wieder meine Herzunruhe bekommen, drei Pulsschläge mehr wie gewöhnlich in der Minute, dies ist der Vorbote zu Schlimmerem, man muß rechtzeitig einschreiten, du bist wohl so gut und besorgst mir meinen Baldrian=Tee, I der beruhigt mich. Ich habe mich vorhin so alteriert, wie ich Minna weinen hörte, solcher Schreck ist mir 1 schädlich, deine Frau fürchte ich, ist etwas nervös.“ „Sie macht es wie alle Frauen und sieht ihre Tätigkeit zuweilen durch ein Vergrößerungsglas an, ein Mann, der an Arbeit gewöhnt ist, macht so etwas in den Erholungsstunden nebenbei. Also Baldrian=Tee willst du haben, schön, ich werde Minna klingeln.“ „Um Himmels willen,“ die alte Dame streckte abzI wehrend die Hände aus,„die würde mich vergisten, sie hat keine Ahnung von der Zubereitung, der Tee darf weder zu kurz noch zu lange ziehen, nur fünf Minuten. Das besorgt mir deine Frau immer selber, und es wäre wohl nicht zu viel, wenn du in ihrer Vertretung, bei meinem leidenden Zustand——“ „Na gut,“ der Rat erhob sich und verfügte sich angesichts der in der Sofaecke mit geschlossenen Augen ruhenden Schwester in die Küchenregionen. Minna war gerade in die Stadt gegangen und es hieß sich selber bedienen. Das erste Ergebnis seiner Tätigkeit war ein umgestürzter Topf mit kochendem Wasser und eine verbrühte Hand. Der Rat machte gerade seinem Herzen durch ein grollendes Selbstgespräch Luft, als Lotte erschien. „Ach, Papa, bitte mach' mir doch mal meine Kleidertaille zu, sie wird hinten geschlossen, Minna ist nicht da, und Mama macht das sonst immer. Viermal hakte der Vater verkehrt, schob sämtliche Schuld auf die albernen Haken, Lotte wurde ungeduldig und die beiderseitige Stimmung trübte sich. „Papa,“ ermahnte das Töchterchen,„ich soll dir auch bestellen, du möchtest nicht vergessen, den Brief an den Bankier zu schreiben, das erledigt sonst Mama immer und er müsse heute noch fort. Und nicht wahr, du hilfst mir auch gleich noch die Kiste für Tante Adele zu packen, sie hat morgen Geburtstag, die Glassachen versenden sich so schlecht, ich übernehme die Verantwortung nicht, Mama packt das sonst immer alles selbst ein.“ „Ja, ja, Kind, eins nach dem anderen, ich kann doch nicht alles auf einmal machen,“ klang es ungeduldig Da zeigte sich die Gestalt des Gärtners in der Küche. „Herr Rat werden entschuldigen, aber der eine Waschkorb ist voll, die Aepfel müssen ausgelegt werden, es ist die feine Sorte, da ist die Frau Rätin heikel drin.“ Der Angeredete nickte.„Jawohl, soll geschehen. Lotte, du gehst gleich mit hinunter und besorgst den Apfelkeller.“ „Ich!?“ Das mache ich sicher nicht richtig, das Obst besorgt Mama immer allein, und ich wollte doch zum Tennis gehen!“. ug gaine m. de. mehr.. „Jetzt kann doch davon wohl keine Reve mehr sein, ich verstehe dich nicht,“ ereiserte sich der Vater,„soll ich hier etwa alles allein machen?" Sehr mißgestimmt verzog sich Lotte, während die jüngsten Brüder mit Kriegsgeschrei den Vater umkreisten. Vatti, du bist heute Mutti, das ist ja ein Hauptspaß. Da, sieh mal, unser Drachen ist entzweigegangen, nicht wahr, du machst ihn wieder ganz und malst ihn schön an, die Farbe ist ganz runter, das macht uns Mutter immer, und bitte, mach recht fix.“ „Laßt mich in Ruhe, ihr seht, ich koche Tee,“ tönte es nicht gerade zustimmend. „Ach, das macht Mutti so nebenbei, bei Mutti wäre der Drachen schon beinah fertig, denn———“ Doch ehe sie sich weiter auslassen konnten, hatte väterliche Gewalt die beiden Bittgesucher samt ihrem Drachen ziemlich unsanft zur Tür hinausbefördert. Zum Glück erschien Minna wieder auf der Bildfläche und nahm sich des Tees an, hatte dafür aber so viel Anfragen an das Familienoberhaupt, daß sich die Zornesader an seiner linken Schläfe bedenklich verdickte. Er sollte Seife herausgeben, Bestimmungen für den Fleischer treffen, den Biermann bezahlen, das Verlangen nach reiner Küchenwäsche befriedigen, den Salat zum Abendbrot ausschmecken, das Futter für den Haushund zurechtmachen und ähnliches; alles Dinge, an welche gnädige Frau sonst niemand anderes„drag ließe“ welche ihr Vertreter aber mit den Worten,„zum Dennerwetter, lassen Sie mich in Frieden,“ von sich abschüttelte. (Fortsetzung folgt.) Seite 8. Schwerter Zeitung. Amtliches Kreisblau. Dienstag, den 2. Januar 1912. Nr. 1. Bergistung durch Wasserschierling. Lobberich(Rheinpr.), 2. Jan. Hier aßen zwei 19jährige Knaben auf einem Spaziergange Wasserschierling. Der eine stard eine halbe Stunde später. Der andere schwebt in Lebensgefahr. Schrecklicher Fund. Berlin, 2. Jan. In einer Pension in der Luisenstraße sand man gestern in der Kommode einee 19jährigen Mädchens die Leiche eines etwa zehn Tage alten Kindes, dem die Arme und die Beine abgeschnitten waren. Opfer der See. Kiel, 2. Jan. Beim Aufnehmen von Dorschangeln kenterte ein Segelboot und zwei junge Leute ertranken. Zwei Mädchen in den Flammen umgekommen. Frankfurt a. M., 2. Jan. Durch Unvorsichtigkeit wurde in der städtischen Herberge in Wacha eine brennenden Petroleumlampe umgestoßen, die sesort explodierte und in wenigen Augenblicken das Haus in Brand setzte. Die beiden 16 und 20 Jahre alten Töchter des Herbergsvaters konnten sich nicht rechtzeitig in Sicherheit bringen und kamen in den Flammen um. Der Spionen=Hauptmann. Paris, 2. Jan. Der aus der Festung Glatz entwichene Hauptmann Lux ist hier eingetroffen. Minenbrand. Krakau, 2. Jan. In dem Dorfe Zajecze bei Bronovice wurde eine große Mine vollständig eingeäichert. Das Feuer überraschte die Familie des Minenbesitzers Tell. Zwei seiner Kinder fanden den Tod in den Flammen, das dritte wurde von einem Leutnant gerettet. Der Minenbesitzer erlitt schwere Verletzungen, an seinem Aufkommen wird gezweiselt. Tunneleinsturz. Nisch, 2. Jan. Bei Sorlji ist am Sonntag ein im Bau befindlicher Tunnel an der neu projektierten Eisenbahnlinie Kujaschevatz=Nisch eingestürzt. Dabei sind 19 Arbeiter verschüttet worden. Die Rettungsarbeiten wurden sofort in Angriff genommen, es konnte aber noch nicht festgestellt werden, ob sich die Verschütteten noch am Leben befinden. Furchtbare Folgen einer Flutwelle. London, 2. Jan. Der Hafen von Folkesstone wurde in der Sylvesternacht von einer Sturmflut heimgesucht, wie man sie dort seit Menschengedenken nicht mehr erlebt hat. Das Wasser stieg plötzlich um mehrere Fuß. Eine Anzahl Kohlendampfer brachen von ihren Ankerketten los und verursachten große Verwirrung im Hasen. Die Fischerboote tanzten wie Korte auf dem Wasser herum. Der Donner der Flutwelle wurde mehrere Meilen weit vernommen. Aus Liverpool wird gemeldet, daß zwischen dort und Foltestone ein ungeheurer Absturz von Klippen stattfand, die in den Ozean rutschten. Aus Wales wird gemeldet, daß Waunardwydd durch einen Felssturz bedroht sei. Große Scharen Arbeiter sind bemüht, die Gefahr abzuwenden. Der neue Ris=Feldzug. Madrid, 2. Jan. Der neue Rif=Feldzug scheint ungeahnte Dimensionen annehmen zu wollen. In Melilla befanden sich beim Beginn der Feindseligkeiten 25 000 Mann. Dazu sind dort 2000 Mann Verstärkungen aus Ceuta und 4000 aus Malaga eingetroffen. In Malaga sind außerdem weitere 6000 Mann zur Abfahrt bereit. 10000 Mann werden außerdem in den Südhäfen bereit gehalten. Auf dem Schlachtfeld am Kertfluß wurden gestern 250 Maurenleichen begraben. In der Schlacht vom 27. Dezember sollen 800 Mann getötet worden sein. Die Verluste der Spanier sollen insgesamt 9 Offiziere und 63 Gemeine betragen, verwundet wurden 21 Offiziere und 203 Mann. Die feindliche Harka am Kertflusse soll auf 20000 Mann angewachsen sein, so daß den Spaniern noch harte Arbeit bevorsteht. Sprechsaal. Ergste, 2. Jan. Auf das Eingesandt vom 30. Dezember, betreffend Schullasten, wollen wir kurz folgendes erwidern: Es wäre uns sehr angenehm gewesen, wenn man uns durch genauere Angabe von Zahlen und Vergleiche eines besseren belehrt hätte; mit langen Reden ist uns und den lieben Lesern in dieser Angelegenheit nicht gedient.— Da der Einsender in seinen sehr interessanten Ausführungen nun nicht sachlich bleibt—„Jeder gibt den Wert sich selbst“.—„Bange maken gilt nit“— so widersteht es uns, an dieser Stelle weiter darauf einzugehen, überhaupt weiter mit demselben zu disputieren. Allen Interessenten sei jedoch das Studium des Gemeinde= und Schuletats dringend empfohlen, denn so ein Etat redet eine klare Sprache und schlägt oft seinen eignen— Herrn! Briefkasten. I. W. Die Beantwortung Ihrer Fragen in Form einer Briefkastennotiz, würde zu weit führen. Wir werden die betreffenden Zahlen gelegentlich der demnächstigen Reichstagswahl veröffentlichen. Wetterbericht der Deutschen Seewarte. 2. Jan.: Bewölkt, feucht, nahe Null, windig, Niederschläge, windig. 3. Jan.: Bewölkt, feucht, nahe Null, windig, Niederschläge. Neue Quittungskarten und neue Versicherungsmarken werden vom 1. Januar 1912 ab zur Ausgabe gelangen. Quittungskarten alten Musters werden nach diesem Zeitraume nicht mehr ausgegeben. Die vorher ausgefertigten Quittungskarten können indes weiter benutzt werden. Die neuen Versicherungsmarken sind nur für eine versicherungspflichtige Tätigkeit oder eine freiwillige Versicherung nach dem 1. Januar zu verwenden. Mit diesem Zeitpunkte tritt erst die Hinterbliebenenversicherung hinzu, zu deren Bestreitung die neuen Marken in ihrem Werte erhöht sind. Für eine versicherungspflichtige Tätigkeit vor dem 1. Januar 1912 sind auch nach diesem Zeitpunkte die bisherigen Marken zu verwenden. Das muß z. B. geschehen, wenn für eine solche Tätigkeit vor dem 1. Januar der Lohn erst nachher gezahlt wird und nunmehr bei der Lohnzahlung die Markenverwendung erfolgt. Die alten Marken werden deshalb auch noch bis zum 30. Juli 1912 von allen Postanstalten verkauft, nach diesem Tage sind sie nur noch von der LandesVersicherungsanstalt zu beziehen. Es ist dringend anzuraten, daß alle Arbeitgeber und Versicherten, insbesondere auch die freiwillig sich versichernden Personen bis zum 31. Dezember d. Is. in allen Fällen die Markenverwendung in alten Marken erledigen, sodaß sie von da ab dann nur die neuen Marken zu benutzen hätten. Auf einige Neuerungen an den Karten und Marken mag noch hingewiesen werden: Eine Verlängerung der Gültigkeit der Quittungskarten und eine Anerkennung ihrer fortdauernden Gültigkeit findet nicht mehr statt. Wer die Karte nicht binnen 2 Jahren nach dem Tage der Ausstellung umtauscht, muß im Streitfalle beweisen, daß die Anwartschaft erhalten ist. Neu ist, daß die Karten zunächst auf der linken inneren Seite von oben links nach rechts, dann erst auf der rechten ebenso zu bekleben sind. Der Vordruck für die Aufrechnung ist zur Aufnahme auch von Zusatzmarken eingerichtet. Die Marken haben einen anderen Wert erhalten und geben in der Zeichnung ein anderes Bild, ihre Grundfarbe ist für die einzelnen Lohnklassen dieselbe geblieben, hinzugekommen ist die violette Zusatzmarke(für freiwillige Zusatzversicherung) in der doppelten Größe einer Einwochenmarke. Der Wertunterschied zwischen den Marken der einzelnen Lohnklassen beträgt jedesmal 8 3. Eine Marke 1. Lohnklasse ist rot und kostet 16 (bisher 14 4), eine Marke 2. Lohnklasse ist blau und kostet 24 J(bisher 205), eine Marke 3. Lohnklasse ist grün und kostet 32 S(bisher 24 S), eine Marke 4. Lohnklasse ist rotbraun und kostet 40 J (bisher 30 S), eine Marke 5. Lohnklasse ist gelb und kostet 48 4(bisher 36 J). Die Zusatzmarke ist violett und kostet 1 K. Arbeitgeber und Versicherte, die Beitragsmarken oder Zusatzmarken in die Quittungskarten einkleben, sind zum Entwerten sämtlicher Marken verpflichtet. Die Entwertung geschieht dadurch, daß auf die einzelnen Beitragsmarken der letzte Tag desjenigen Zeitraums in Zahlen handschriftlich oder durch Stempel gesetzt wird, für welchen die Marke gilt, auf Zusatzmarken der Tag, an dem die Marke in die Quittungskarte eingeklebt wird(z. B. 14. 1. 12= 14. Januar 1912). Unterlassene Entwertung kann mit Strafen bis zu 20 A belegt werden. Bekanntmachung Militär=Ersatz=Aushebung für 1912. Unter Bezugnahme auf Paragraph 25 der schen Wehrordnung vom 22. November 1888 wird hierdurch zur öffentlichen Kenntnis gebracht, daß alle Militärpflichtigen, welche sich im hiesigen Verwaltungsbezirke aufhalten, in der Zeit vom 15. Januar bis 1. Februar 1912 im Büro des Meldeamts(altes Rathaus Zimmer Nr. 2) sich zur Aufnahme in die Rekrutierungsstammrolle zu melden haben und zwar vormittags. Hierzu gehören: a) männliche Personen, welche im Jahre 1992 im hiesigen Bezirk geboren sind; b) militärpflichtige Personen, welche im Jahre 1892 in anderen Bezirken geboren sind, hier aber ihren Aufenthalt haben; c) Militärpflichtige der älteren Jahrgänge 1880, 1890, 1891, welche noch keine, endgültige Entscheidung über ihre Dienstverpflichtung durch die Ersatz=Behörden erhalten haben. Die unter b. gedachten Personen müssen bei dei Anmeldung ein Geburtszeugnis(vom Standesamt ausgestellt) vorlegen. Bei Wiederholung der Agmeldung zur Stammrolle ist der im ersten Militäepflichtjahre erhaltene Losungsschein vorzulegen. Außerdem sind etwa eingetretene Veränderungen in Betreff des Wohnsitzes, des Gewerbes, des Standes usw. anzuzeigen. Sind die Militärpflichtigen vom Orte ihres Aufenthaltes(Wohnsitzes) vorübergehend abwesend, so haben ihre Eltern, Vormünder, Lehr=, Brot=, Fabrikherren die Verpflichtung sie bis zum obigen Termin zur Stammrolle anzumelden. Wer die vorgeschriebene Meldung zur Stammrolle oder zur Berichtigung derselben unterlätzt, wird gemäß Paragraph 25,11 der W. 6. mit Geldstrafe bis zu 30 c oder mit Hast bis zu 3 Tage bestraft. Schwerte, den 27. Dezember 1911. 8222. Der Bürgermeister: Rohliann. Verantwortlich für die Redaktion: Friede. Kraaa Druck u. Verlag von Carl Braus, beide in Schwerte. Citder zur Frie drichs d. Großen von A. v. Menzel. Preis 75 Pfg. Buchhandlung Die beste und billigste Bezugsquele für Schneiderinnen :::: ist das:::: Kaufhaus Otto Marx = Hamburger Engros-Lager= Schwerte, Ostenstr. 20. — Fernsprecher 233.— 6323 1 Wöhllung von 3 bis 4 Zimmern Stallung und Gartenland pei 18125 sofort oder später zu vermieten. Diekmann, Schützenstr. 52. Ruhige kinderlose Familie sucht zum 1. April 1912 mit per Freundl. ruhige Wohnung 3 Zimmer, I. Etage, zum 1. April oder früher zu vermieten. 8105 Hörderstr. 65. 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Oeffnung der Angebote am 17. Januar 1912, vorm. 10½ Uhr. Zuschlagsfrist bis 1. März 1912. 18 Hagen, im Dezember 1911. Kal Eis.=Beir=Amt 3. Zwangsverkauf. Am Mittwoch, den 3. Januar cr., vormittags 10 Uhr werde ich im Pfandlokale beim Wirt Rath hierselbst 1 Kiste Seife, 1 Kiste Palmin, 3 kl. Kisten Margarine, 1 Suppenwürfel, 1 Sack Nüsse usw., ferner: 27 1 Tisch, 1 11 Bilder, 1 chen, sowie 1 Partie Kartoffeln gegen bar versteigern. Schwerte, 2. Jan. 1912. Morgenroth Gerichtsvollzieher. 27 i allem Zubehör in ruhigem gesucht. Von wem sagt T#och, c— hate Ausitl. Osferzasge Greb b.36.— s.. 4 Jur, te nt. Puppeaklinik! Heararbeiten! n Bigent Herichen ie weide Pgige gaes ehcieten. Büder und Hemüde.— Jipseistgesgisgengaurtgn von s A on in allen Preislagen. Anton Suttmann, Bismarck- u. Wilhelmstr.-Ecke. Diejenigen Personen, welche noch weitere Angaben über den Italiener Louis Pogge und dessen Verhältnis zu der Privatklage gegen meine Frau machen können, werden um ihre Adresse gebeten. 14 Rich. Löwen, Holzen. Hause. unter A. 8116 an die Expedition dieser Ztg. erbeten. Erhalte Mittwoch u. Freitag neue Sendung große u. kleine Faselschweine und empfehle solche billigst. August Schulle, 29 Westhofen. Keikung von 5 Zimmern mit sämtl. Zubehör per sofort oder 1. April zu vermieten. 8128 Kuhstr. 28. Sauberes, an Ordnung gewöhntes, kräftiges von 4 Zimmern(abgeschl. Erage) per sofbel billig zu vermieten. Wo, sagt die Exped. dieser Ztg. 24 Tanzkursus. Eröffne am Donnerstag, den 4. Januar, im Lokale des Herrn Demmer„Zur Glocke“ im neuen Saale am Markt einen Tanz- u Anstandskursus Unterrichtsstunden Donnerstags und Montags abends von 8½ Uhr bis 11 Uhr. Anmeldungen werden daselbst und in meiner Wohnung Mährst 13 angenommen. 8210 Oswald Kumper. sofort gesucht. Von wem sagt die Geschäftsstelle der Schwerter Zeitung. Hohnung von 4 Zimmern(abgeschl. Etage) mit sämtl. Zuvehor zum 1. April 1912 zu vermieten. 11 Rosenweg 63. 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Nr 1. Bekanntnachung, Unter dem Rindviehbestande des Brennereibesitzers Färber ist die Maul= und Klauenseuche ausgebrochen. Da der Stadtbezirk Schwerte als Beobachtungsgebiet erklärt ist und die dafür getroffenen Anordnungen in Kraft getreten sind, so wird der bisher an jedem Mittwoch abgehaltene Schweinemarkt bis auf Weiteres aufgehoben. Schwerte, den 31. Dezember 1911. Die Polizei=Verwattung: Rohrmann. Hehentliche Wähler=Versammtung in Schwerte Todes-Anzeige. Heute nachmittag 5 Uhr entschlicf sanft nach längerem, schwerem Leiden mein innigstgeliebter Mann, unser guter Vater. Sohn. Schwiegersohn, Bruder. Schwager und Onkel, der Wirt und Postagent Heinrich Netz im 39. Lebensjahre. Um stille Teilnahme bitten Namens der trauernden Hiaterbliebenen: Alwine Netz u. Kinder. Hennen, den 30. Dezember 1911. Die Berdigung ündet Wienstag, den 2. Januar. nachmittags 4 Uhr statt. 17 Bekanntmachung. Die Dienststunden für die Büros und Kassen der städtischen Verwaltung sind vom 1. Januar 1912 ab auf die Zeit von 8.30 Uhr vormittags bis 1 Uhr mittags und von 3— 0 Uhr nachmittags festgesetzt. Für das Publikum sind die Büros, soweit nicht eilige Sachen vorliegen, am Nachmittag geschlossen, ausgenommen ist jedoch das Polizei=Büro, welches auch am Nachmittag geöffnet bleibt. 8191 Schwerte, den 27. Dezember 1911. Der Magistrat: Rohrmann. Bekanntmachung. Die seitens der Gemeindevertretung zu Hengsen unterm 15. Dezember 1911 getätigte Wahl des Rentner Heinrich Kissing zu Hengsen als Gemeinde=Vorsteher der Gemeinde Hengsen auf eine gesetzmäßige Amtsdauer von 6 Jahren ist von mir in Gemäßheit des§ 38 der Landgemeinde- Ordnung vom 19. März 1856 und des§ 25 der Kreis= Ordnung vom 81. Juli 1886 am heutigen Tage bestätigt worden. Hörde, den 27. Dezember 1911... Der Königliche Landrat: Luckhau: Mittwoch, den 3. Januar, abends 8 Uhr im Ostermann'schen Saale(Inh. Hanefeld): 1. Die Reichstagswahlen und die heimische Landwirtschaft. Referent: Herr Geschäftsführer des Bundes der Landwirte Buhl=Unna. 2. Die Reichstagswahlen und die Parteien. Referent: Herr Professor Helmke=Dortmund. Diskussion. Diskussion. Jedermann freundlichst eingeladen. Der Wahlausschuß der rechtsstehenden Parteien. Büddemann, Wah vorstand. Tiberate Parkel. Liberate Wählerversammtung Verkauf von Daltterr findet statt am Mittwoch, 3. Januar, abends 8 Uhr zu Garenfeld im Söding'schen Saale. 19 [Redner: Generalsekretär ZabelDortmund. ROittenk Alle Freunde unserer Bestrebungen sind hierzu eind Das üiberale Kreiswahikomite. Otto Marr’s 3 Hark Korsen 6482 ist das beste Hamburger Engros-Lage: Schwerte. Ostenstr. 20 Orig. franz. Vordeaux= Notwein garantiert rein, mo Flasche aus Kk., im Aus10 Pfg -ognac, lat, pro Lite hit Jagd-. Luxus- u. Scheiben-Gewehre in erstklassiger Ausführung fertigt zu billigsten Preisen zu staunend billigen Preisen. Erhste. Wilhelm Fahner, Suhl.18. Gewehrfbr Haufnaus Eite- Mark Beparaturepsol. iolid u.preisv. 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