fürden Kleis Berth General-Anzeiger für den Kreis Hörde O Schwerter Volks-Zeitung— Zeitung“ geAbonnenten für endenden UnIhrer BedingUnterstützung Alle kreis- und lokalpolizeilichen Verordnungen für den Kreis Hörde erlangen gemäss Bekanntmachung der Königl. Regierung durch Veröffentlichung in der„Schwerter Zeitung“ rechtso o o o o o verbindliche Kraft o o o o c o Druck und Verlag von Carl Braus, Schwerte-(Ruhr). Fernsprecher Nr. 62. Celegr.-Adresse: Braus, Schwerte-Ruhr. Erstes und ältestes Tagesorgan des Rreises O Haupt-Annoncenblatt Dienstag, den 29 August 1911. 43. Jahrg. Der sterbende Reichstag. Es herrscht nach wie vor Angewißheit darüber, wann die Neuwahlen zum Reichstag stattfinden werden. Bishe man allgemein der Ansicht, daß die Regierung Mitte nächsten Jahres die Neuwahlen vornehmen lassen will. Vorläufig scheint sie sich selbst aber noch nicht schlüssig darüber denn gegenüber der Meldung eines Blattes, daß der 15. Januar als Termin in Aussicht genommen sei, ließ sie ausdrücklich ertlären, daß noch keinerlei Bestimnmung eejegatg aer. Bägt gefaßt ist, am 15. Januar, oder an einem anderen Tage, der nicht weit entfernt ist, tatsächlich stattfinden werden. ab, um diese Zeit herum müssen also die Neuwahlen gorgenommen werden. Schon Anfang dieses Jahres hat die Regierung verkünden lassen, sie denke nicht daran, den Reichstag vorzeitig aufzulösen und das Land mit einer unerwartet frühen Vornahme der Neuwahlen zu überraschen. Es sei zwar verständlich, daß Parteien, die mit der Wahlvorbereitung fertig zu sein glauben und unter Umständen gegenwärtig vorhandene Stimmungen befürchten, aus wahlraktischen Gründen auf einen schnellen Abbruch der Reichstagssession hinarbeiten. Die Regierung dagegen legt Wert darauf, daß der Reichstag hinreichend Zeit behält, seine wichtigen Aufgaben in aller Ruhe und Sorgfalt zum Abschluß zu bringen, um sie nicht mitten auf dem Wege stecken zu lassen. Inzwischen hat der Reichstag im Frühjahr eine Anzahl von Gesetzentwürfen verabschiedet, darunter die elsaßlothringische Verfassungsreform und die außergewöhnlich umsangreiche Reichsversicherungsordnung. Vor seiner Auflösung soll er aber noch einige große Aufgaben zustande bringen. An erster Stelle die Strafprozeßordnung mit dem Gerichtsverfassungsgesetz. Die Strafprozeßordnung allein umfaßt ohne die Nebengesetze 500 Paragraphen und bietet in sachlicher Hinsicht die denkbar größten Schwierigkeiten. Deshalb klang es auch nicht unglaubwürdig, daß die Regierung angeblich auf die Erledigung dieses Gesetzentwurfes jetzt keinen Wert mehr lege. Ofjiziös wurde aber demgegenüber betont, daß die Regierung die Hoffnung nicht aufgegeben habe, daß die Strafprozeßreform noch von dem gegenwärtigen Reichstag zum Abschluß gebracht werde. Ob sie ihre Ansicht auch durchsetzen kann, das ist eine große Frage. Auch das Hausarbeitsgesetz, welches bereits zur Beratung gestanden hat, soll noch in den nächsten Monaten erledigt werden. Wie es heißt, will die Regierung diese Vorlage dadurch schmackhafter machen, daß sie jetzt sich für die Einführung von Lohnämtern ausspricht, die sie früher bekämpft hatte. Endlich soll bekanntlich auch noch der große Entwurf einer Pensionsversicherung erledigt werden Vermutlich wird das Parlament sich auch noch sehr eingehend mit der Marokkofrage zu beschäftigen haben, denn es ist anzunehmen, daß inzwischen ein Abkommen vorgelegt werden wird. Dazu kommt noch manche Interpellation über die eine oder andere Tagesfrage, sodaß der Reichstag stramm zu arbeiten haben wird, wenn er bis Weihnachten auch nur das Wichtigste erledigen will. Daher können auch die Ersatzmänner für die drei verstorbenen Zentrumsabgeordneten in Düsseldorf, Konstanz und Natibor sich an den Verhandlungen noch rege beteiligen, wenn die Landesregierung die Ersatzwahlen möglichst bald vornehmen läßt. Daß die Reichsregierung Wert darauf legt, geht aus einer dieser Tage veröffentlichten offiziösen Notiz deutlich hervor, — Politische Uebersicht. Die Dispositionen des Kaisers. Am gestrigen Montag traf das Kaiserpaar in Stettin ein, wo es im dortigen Schloß Wohnung nahm. Am heutigen Dienstag nimmt der Kaiser die große Parade über das 2. Armeekorps auf dem Krekower Exerzierplatz ab. An dieser Parade nimmt u. a. auch das schwedische Königspaar teil. Der Parade folgt eine solche der Flotte bei Swinemünde. Am Mittwoch begibt sich das Kaiserpaar nach Stargard zur Teilnahme an der Einweihung der St. Marien= kirche. Von Stargard aus erfolgt die Rückkehr nach Berlin, wo am 1. September die große Parade des Gardekorps auf dem Tempelhofer Felde stattfindet. Am 5. September begibt sich der Kaiser nach Kiel, um die Flottenparade abzunehmen. Ein paar Ruhetage folgen und dann nimmt der Monarch vom 11. bis 14. Septomber am Kaisermanöver teil, mit dem die große Heerschau für dieses Jahr ihr Ende findet. Vom deutschen Kronprinzen. Eine Meldung türkischer Blätter, der deutsche Kronprinz werde demnächst zu 12tägigem Aufenthalt nach Konstatinopel kommen, wird amtlich als unrichtig bezeichnet.— Die Söhne des Kronprinzenpaares, die während des Aufenthaltes der Kronprinzessin in Hopfreben auf Schloß Schorßo unter der Obhut der früheren Oberhofmeisterin von Thiele=Winckler weilten, sind wieder nach Potsdam zurückAnschluß Bayerns an das norddeutsche Stromgebiet? Der Hersfelder Verein zur Schiffbarmachung der Werra hat einen Plan ausarbeiten lassen, welcher für die Schiffbarmachung dieses Stromes 23 Talsperren vorsieht. Davon sollen auf den Thüringer Wald 11, auf das Rhöngebiet 3, auf das Hörselgebiet 3, auf das Meistergebiet 2 und auf das Eichsfeld 4 Talsperren entfallen. Sollte dieser Plon zur Ausführung kommen, so wäre damit der Lieblingsgedanke des Prinzen Leopold von Bayern, eine Kanalverbindung zwischen dem Main und der Weser herzustellen, der Verwirklichung erheblich näher gerückt. Wichtige militärische Veränderungen. Ein Stellenwechsel steht nach dem„Tag“ in der militärischen Umgebung des Kaisers bevor. Der diensttuende Generaladjutant und Kommandant des Hauptquartiers, Generaloberst mit dem Rang als Generalfeldmarschall von Plessen, wird in den Ruhestand treten und durch den Kommandeur der Garde=Kavallerie=Division, General a la suite des Kaisers, Generalleutnant Burggrafen und Grafen zu Dohna=Schlobitten, ersetzt werden. Eine militärische Kundgebung gegen die Alldeutschen. In Worms hatten die Alldeutschen einen Marokkoabend veranstaltet, dessen Zweck es war, gegen die Marokkopolitik des Staatssekretärs von Kiderlen=Wächter zu protestieren. Auch Offiziere waren anwesend. Als aber der Vorsitzende Dr. Göbel ausführte. Deutschland habe 1866 eine starke Regierung, aber ein schwaches Volk gehabt, jetzt sei es umgekehrt, wir hätten ein starkes Volk, aber eine schwache Regierung, erhoben sich sämtliche anwesenden Offiziere, der Oberst des Regiments an der Spitze, und verließen demonstrativ den Saal. Die Erhaltung der Invalidenhäuser, in denen Offiziere, Unteroffiziere und Mannschaften, im Ganzen etwa 200 Personen, für Alter, Krankheit Zuflucht oder Pflege finden, belastet den Militäretat nicht stärker, als wenn die Betreffenden Pension bekommen. Die Invalidenhäuser, die segensreich wirken, sollen daher auch nicht aufgehoben werden, sondern bestehen dieiben. Die englische Spionage. Im Verfahren gegen den in Bremen wegen Spionage verhafteten englischen Rechstanwalt ist ein neues Moment zu verzeichnen. Der Reichsanwalt verfügte, daß der Verhaftete nach Leipzig überführt wird, wo auch die weitere Erledigung der Affäre vor sich gehen wird. Zur Durchsicht des russisch=deutschen Handelsvertrages soll im Herbst im Handelsministerium zu Petersburg eine ständige Konferenz aus Vertretern der Ministerien, der Industrie und der Handelsorganisationen gebildet werden. Diese Konferenz soll alle Arbeiten zur Revision der Handelsverträge zwischen Rußland und Deutschland vereinheitlichen und die Tätigkeit der lokalen Organisationen leiten, die es übernommen haben, für die Bearbeitung dieser Frage Material zu sammeln. Die militärische Kleidung. Vielfach wird gewünscht, daß die jetzige blaue Uniform des deutschen Heeres ganz der bekannten kriegsmäßigen feldgrauen Bekleidung weichen möge. Das ist aber schon im rein militärischen Interesse garnicht wünschenswert. Die feldgraue Uniform muß für den Ernstfall erhalten bleiben, da sie einen wesentlichen Teil des Schutzes der Truppe ausmacht aus Gründen, die wohl nicht besonders beleuchtet zu werden brauchem. Das Gouvernement von Deutschostafrika. Dem jetzigen Gouverneur von Deutschostafrika, Frhrn. von Rechenberg, deisen Rücktritt im Laufe des kommenden Winters erfolgen soll, wurde oft zum Vorwurf gemacht, daß er die Interessen der weißen Farmer hinter denen der schwarzen Eingeborenen zurücktreten lasse. Zugängliche Beweise für diese Behauptung haben aber die Gegner des Herrn von Rechenberg nie vorzubringen vermocht. Die Kolonie hat unter ihm vielmehr eine Epoche des wirtschaftlichen Aufstieges zu verzeichnen gehabt und ihr Reichtum ist durchaus gewachsen. Und das Prinzip, die Eingeborenen dem bloßen Arbeitnehmer=Verhältnis zu entwöhnen und sie an eigene Farmerarbeit, namentlich an den Baumwollbau zu gewöhnen, kann dem mutmaßlichen Nachfolger des Gouverneurs von Rechenberg, dem Oberregierungsrat Dr. Schnee, zur Weiterentwicklung nur empfohlen werden. Belgien. Englische Ordensverleihung an den König. König Georg von England beschloß, dem Könige Albert von Belgien durch eine besondere Mission unter Führung des Prinzen von Connaught den Hosenbandorden überreichen zu lassen. Die Insignien des Ordens werden dieselben sein, die der verstorbene König Leopold getragen hat. Auch Lord Roberts wird der Mission angehören. Zusammenstoß mit Parteigegnern. Am Schluß der Kundgebung der katholischen Partei, an der sich 100000 Personen beteiligten, kam es an vielen Stellen zu Zusammenstößen mit den Parteigegnern, bei denen auch aus den Häusern mit Flaschen geworfen wurde. Gendarmerie stellte Ruhe wieder her. Acht Verhaftungen wurden vorgenommen. Oesterreich= Ungarn. Nach Abschluß der Flottenmanöver erließ Erzherzog Franz Ferdinand einen Manöverbefehl, in welchem er seiner außerordentlichen Befriedigung über die Landungsmanöver Ausdruck verlieh. Die Kriegsmarine habe aufs neue bewiesen, daß sie auf der höchsten Stufe der maritimen Tüchtigkeit stehe und auch bei den Operationen zu Lande aufs vorzüglichste mitzuwirken verstehe. Die Truppen des Heeres und der Landwehr hätten vollkommen den strengsten Anforderungen entsprochen. Schließlich sprach der Erzherzog den Kommandanten und Offizieren sein vollstes uneingeschränktes Lob und den wärmsten Dank aus. Am Abend reiste der Erzherzog nach Werfen=Salzburg wieder ab. Frankreich. Der Antimilitarismus im Heere. Infolge der in der Angelegenheit des„Sous de Soldat“ eingeleiteten strafrechtlichen Verfolgungen wurden auch von der Militärbehörde in Rennes Untersuchungen eingeleitet Bei zwölf Soldaten, die von dem allgemeinen Arbeiterstande Geldsendungen erhielten, wurden revolutionäre Schriften gefunden. Die Soldaten werden strafweise nach Garnisonen in Südostfrankreich verschickt. Italien. Der gestrandete italienische Kreuzer. Durch den Verlust des gestrandeten italienischen Kreuzers„San Giorgi“ entsteht der italienischen Regierung ein Schaden von über 20 Millionen Mark. Gerettet zum vollen Wert konnte eigentlich nur die Artillerie des Schiffes werden. Selbst die Schornsteine wurden zum Teil entfernt. Die Sprengungen, die zur Befreiung des Schifses in den Riffelfelsen vorgenommen wurden, haben eigentlich nur den Effekt gehabt, daß sich das Schiff auf eine Seite gelegt hat. Man befürchtet, daß beim Abbringen das Schiff kentern kann. Es ist nicht unwahrscheinlich, daß die Regierung das Rettungswerk einer Privatwerft übertragen wird. England. Englische Judenhetzen. In Südwales, wo der Ausstand der englischen Eisenbahner bekanntlich zu Ausschreitungen gegen die jüdischen Kaufleute geführt hat, ist die Stimmung gegen die Arbeiter noch immer sehr erregt. Die Arbeiter behaupten nämlich, die Kaufleute hätten aus der durch den Lebensmittelmangel geschaffenen Notlage der Bevölkerung Nutzen gezogen, indem sie die Lebensmittel zu teueren Preisen verkauften. Es ist dies eine Beweisführung, die die Streikleitung der englischen Arbeiter da unternimmt, die einfach klassisch ist. Die Kaufleute können infolge des Streiks nur wenig Lebensmittel und zu sehr teuren Preisen aufkaufen und müssen infolgedessen auch keurer verkaufen, die Streikenden plündern dafür die Läden! Die Notlage, die die Streikenden geschaffen haben, müssen andere entgelten!! Die Angabe, die Plünderungen der Läden seien nur durch den Pöbel bewirkt worden, mit dem die„ordentlichen, organisierten“ Arbeiter nichts zu tun hätten, entlastet letztere nicht, gereicht ihnen vielmehr zum Vorwurf. Sie hätten ja, wenn sie stark genug waren, das ganze Wirtschaftsleben für Tage lahm zu legen, sich eine eigene Polizei schaffen können, die das Privateigentum schützte. Aus dem noch heute sehr unsicheren Städten Südwales sind die meisten Juden geflohen. Die Zurückgebliebenen haben ihre Häuser und Läden verbarrikadiert und sich bewaffnet. Persien. Fortschritte des Exschahs. Die Petersburger Tel.=Ag. meldet aus Baferusch: Nordpersien von Kotschan bis Kadjur befindet sich in den Händen Mohammed Alis. Eine Truppenabteilung aus Teheran versuchte die Truppen des Exschahs zu umgehen und Kadjur zu erreichen, stieß aber auf Turkmenen und kehrte zurück. Privatmeldungen aus Teheran, die von einem Siege der Regierungstruppen und der Auflösung der Truppen Mohammed Alis berichten, sind falsch. Vereinigte Staaten. Zolltarise. Präsident Taft sagte in einer Rede im republikanischen Klub zu Seamilton(Massachussetts), er erkenne die allgemeine Forderung des Landes nach einer Herabminderung 4 Seite 2. Schuertr Zeitung.(Amtliches Kreisblatt.) Dienstag, den 29. August 1911. Nr. 202. A M 5 der Einfuhrzölle an, soweit sie mit der Aufrechterhaltung der Schutzmaßnahmen, die die heimische Industrie lebensfähig machen sollten, in Einklang gebracht werden könne. Wenn das Tarisamt seinen Dezemberbericht über Wolle und Baumwolle herausgegeben habe, werde er selbst dem Kongreß eine Revision der beiden Tarife empfehlen. Das Kaiserpaar in Stettin. Unter lebhaftem Jubel der Bevölkerung hat das Kaiserpaar, von Hamburg kommend, in dem festlichen Stettin seinen Einzug gehalten. Auf dem Bahnsteig waren der Kronprinz und die anderen Prinzen des königlichen Hauses erschienen, serner die Spitzen der militärischen Behörden. Der Kaiser hielt großen militärischen Empfang ab. Vor dem Stettiner Rathaus begrüßte an der Spitze der städtischen Behörden Oberbürgermeister Dr. Ackermann die Majestäten und bot dem Kaiser einen Ehrentrunk. In seiner Rede gab der Oberbürgermeister einen Ueberblick über die Geschichte Stettins in den letzten Jahren, teilte mit, daß ein Denkmal für Kaiser Friedrich 3. errichtet werden sollte, und schloß mit den Worten:„Daß noch wieder einmal ein Stadthalter von Pommern aus dem erlauchten Hause Eurer Majestät auf dem alten Greifenschlosse residieren möchte, wo über ein halbes Jahrtausend die Pommernherzöge gesessen haben— das ist ein Traum, auf dessen Erfüllung wir noch zu hoffen haben!" Der Kaiser dankte im Namen seiner hohen. Gemahlin und in seinem Namen dem Oberbürgermeister für den festlichen und herzlichen Empfang. Es sei ihm immer eine Freude gewesen, im Laufe der Zeit zu beobachten, wie Stettin unter Schwierigkeiten mit zäher Energie seine Entwickelung durchzuführen verstehe. Er hoffe, daß die Staatsregierung den Wünschen der Stadt inbezug auf den Großschiffahrtsweg Stettin=Berlin entgegenkommen werde. Die Arbeiten an der Wasserstraße, die Stettin das Hinterland eröffnen solle, machten Fortschritte und er hoffe, daß sie Segen und Nutzen bringen. Junge Damen überreichten der Kaiserin und den beiden Prinzessinnen Blumensträuße, und der Oberbrügermeister brachte ein dreifaches Hurra auf die Majestäten aus. Der Einzug setzte sich dann zum königlichen Schloß fort, wo das Kaiserpaar Wohnung nahm. Alsbald nach der Ankunft hielt es großen Zivilempfang ab. Wenige Stunden nach der Ankunft des Kaiserpaares kam auf der Oder das Panzerschiff„Oskar 2“ mit dem schwedischen König und der Königin an Bord in Sicht. Kurz vorher waren der Kaiser und die Kaiserin an der Landungsstelle vor der Hafenterrasse erschienen. Der Kaiser trug schwedische Admiralsuniform, der König von Schweden die Uniform seines Grenadierregiments zu Pierde Freiherr v. Derfflinger(Neumärkisches) Nr. 3. Nach der Begrüßung an Bord begaben sich die Fürstlichkeiten an Land. Der Kaiser reichte der Königin von Schweden den Arm und schritt mit ihr die Front der Ehrenkompagnie ab. Der König von Schweden geleitete die Kaiserin und schritt mit dieser die Front der Ehreneskadron der Derfflinger Grenadiere ab. Dann bestieg der Kaiser mit seinem Gaste einen a la Daumont bespannten Wagen und fuhr zum Schlosse. Im zweiten Wagen folgte die Kaiserin mit der Königin von Schweden. Eine Eskorte der Derfflinger Grenadiere geleitete die Wagen. Truppen bildeten bis zum Schlosse Spalier. Im Schlosse fand Familientafel statt, wobei zwischen dem Kaiser und dem König Trinksprüche gewechselt wurden. Der Streit um Marokko. Französische Ministerreden über Krieg und Frieden. — Mamers, 28. Aug. Bei einem vom hiesigen Landwirtschaftlichen Verein gegebenen Festmahl hielt Ministerpräsident Caillaux eine Rede, in der er u. a. sagke: Ihnen, meine lieben Freunde, die Sie mich seit langer Zeit kennen, habe ich kaum nötig zu sagen, daß Sie bei der Regierung, deren Präsident ich bin, vollkommen darauf rechnen können, daß sie Ihnen die Ordnung im Innern sichern wird. Sie wissen auch, daß alle unsere Anstrengungen, daß alle meine Anstrengungen auf die Aufrechterhaltung des Friedens, eines ehrenvollen Friedens, abzielen werden, es versteht sich, eines Friedens, der mit eifersüchtiger Sorge über die Würde, die Rechte und die wesentlichen Interessen Frankreichs wacht. — Lyon, 28. Aug. Der Minister für öffentliche Arbeiten Augagneur sprach sich gestern auf einem Bankett gegen das Streikrecht der im öffentlichen Dienste Angestellten aus. Er erklärte ferner, er sei überzeugt, daß Konflikte zwischen den Völkern immer seltener und schwieriger würden. Sehr unklug seien diejenigen, die behaupten wollten, daß solche überhaupt nicht mehr entstehen könnten. Die größte Unklugheit für ein Land würde es sein, ohne Machtmittel und Waffen zu bleiben, wo andere ihre militärische Stärke aufrecht erhielten. Das sei der Grund, warum die Regierung die Antimilitaristen bekämpfe. Auf wen England rechnet. — Belgrad, 28. Aug. Die hiesige Zeitung„Pravda“ läßt sich aus London berichten: Großbritannien rechnet bei einer bevorstehenden kriegerischen Abrechnung mit Deutschland auch auf die Hilfe kleinerer Staaten, wie beispielsweise auf die Serbiens; einzig deswegen habe Großbritannien seinerzeit die Aussöhnung mit dem königsmörderischen Lande zugelassen. Der Londoner Gewährsmann der„Pravda“ meint, mit dieser Möglichkeit sollten die serbischen Politiker zum Nutzen des serbischen Volkes rechnen. Die französischen Forderungen. — Paris, 28. Aug.„Echo de Paris“ glaubt, daß die Punkte, über welche Cambon und von Kiderlen=Wächter die Verhandlungen wieder aufnehmen werden, folgende sind: 1. Militärische, politische und administrative Regierung Marokkos durch Frankreich.(!) Französisch=marokkanische Mahalla, französisch=marokkanische Polizei, Eisenbahnen, Zollämter, Posten und Telegraphen. Die Residenz des französischen Geschäftsträgers wird von Tanger nach Fez verlegt werden, welch' letztere Stadt der Mittelpunkt der Einflußsphäre bilden wird. Zolleinnahmen, Zivilliste des Sultans und Abbezahlung der Kosten, welche durch die Expedition verursacht worden sind. 2. Garantien, welche für die deutsch=wirtschaftlichen Interessen zu gewähren sind: Gleichheit in den Zöllen, Prozentsatz Deutschlands bei den öffentlichen Bauten und bei den Verdinggaben unter Vorbehalt der Rechte Frankreichs. Regelung der Grubentätigkeit, wobei den Rechten, welche die französischen Grubengesellschaften besitzen, Rechnung getragen werden muß. Zusprechung der Gebiete, welche als erzhaltig und der Firma Gebrüder Mannesmann gehörig betrachtet werden. 3. Territoriale Kompensationen außerhalb Marokkos entsprechend den Vorteilen, welche Frankreich innerhalb Marokkos erlangt. Echo de Paris fügt hinzu, daß es sich um Kongogebiete handelt in der Form einer 8, wie sie von dem Gouverneur von Kamerun in Aussicht gestellt worden sind. „Fest bleiben.“ Unter der Ueberschrift„Fest bleiben!" veröffentlicht die „Nationall. Korr.“, anscheinend parteioffiziell, eine Auslassung, in der zunächst ausgeführt wird, daß in der Tat die Stimmung in allen national empfindenden Kreisen des deutschen Volkes äußerst erregt ist. Die unverhüllten Drohungen leitender englischer Minister, die anmaßende und provozierende Sprache offiziöser französischer Zeitschriften ließen in manchem die Frage entstehen, ob das Ansehen des Deutschen Reiches denn in den letzten Jahren eine merkbare Einbuße erlitten habe, so daß man sich eine solche Sprache gegenüber dem Reiche überhaupt herausnehmen dürfe. Kein Diplomat dürfe an solchen Volkserregungen achtlos vorübergehen, kein Abkommen habe Aussicht auf Verwirklichung, das die deutschen Interessen in Marokko preisgibt und dieses selbst an Frankreich ausliefert. Die Ausführungen schließen mit den Worten: Nicht„um Marokko“ handelt es sich jetzt allein, sondern um die Frage der weltpolitischen Stellung der führenden Kulturvölker, die für die Zukunft entscheiden wird. Eine Milliardenlast hat das deutsche Volk jahrzehntelang auf sich genommen, um sich in Heer und Flotte eine Rüstung zu schaffen, die der Erhaltung des mit den Waffen gewonnenen Deutschen Reiches und der Wahrung seiner Interessen gelten sollte. Man wird im Volke erwarten dürfen, daß das Schwergewicht dieser Rüstung auch bei diesen Verhandlungen in die Wagschale geworfen wird, und man täte auch im Auslande gut, darauf Rücksicht zu nehmen.“ Kämpfe der Spanier in Marokko. — Madrid, 28. Aug. Es wird amtlich bestätigt, daß vier Soldaten, darunter zwei Eingeborene, gestern bei einem Angriff auf die spanischen Truppen am Ued Kert getötet worden sind. Vier Kompagnien mit Maschinengewehren sind von Melilla zu Hilfe geeilt und haben den Marokkanern beträchtliche Verluste an Toten beigebracht. Die maurischen Notabeln boten Spanien ihre Hilfe an, um die Schuldigen zu bestrafen. — Aus Stadt und Umgebung. ** Schwerte, 29. August. (Hundertjähriger Geburtstag der Kaiserin Augusta.) Der Unterrichtsminister hat angeordnet, daß am 30. September dieses Jahres, dem hundertjährigen Geburtstage der Kaiserin Augusta(der Gemahlin Kaiser Wilhelms 1.) oder, falls er in die Herbstferien fällt am letzten Schultage vor diesem Tage in allen Schulen im Unterricht in geeigneter Weise der verewigten Kaiserin und ihrer Zeit gedacht wird. **(Bessere Erntehoffnungen.) Die allerdings nur geringen Niederschläge der letzten Tage haben der Landwirtschaft wenigstens etwas geholfen. In erster Reihe trifft dies nach dem Saatenstandsbericht des deutschen Landwirtschaftsrats in der verflossenen Woche für die Provinzen Ost= und Westpreußen zu, wo man sich von den Niederschlägen einen günstigen Einfluß auf die Hackfrüchte, teilweise auch eine Besserung der Futterpflanzen verspricht. Aber auch aus den übrigen Gebieten wird berichtet, daß der Regen die Kartoffeln und Rüben, soweit sie nicht schon abgestorben waren, erfrischt oder doch vor einer weiteren Verschlechterung bewahrt hat. Mehr läßt sich bisher allerdings nicht feststellen, denn für eine Wachstumszunahme war die Feuchtigkeit mit Ausnahme der oben erwähnten Provinzen keineswegs ausreichend, und es bedarf jedenfalls weiterer durchdringender Niederschläge, um namentlich bei den Zuckerrüben den Rückstand nur einigermaßen einzuholen. Auch die späten Kartoffeln lassen inbezug auf Größe der Knollen meist zu wünschen übrig, dagegen ist der Ertrag bei den frühen und mittelfrühen Sorten vielfach besser als erwartet. Neue Befürchtungen verursacht in der Provinz Sachsen. in Braunschweig sowie in Anhalt das Auftreten der grauen Made, besonders in den Rübenfeldern. Für die Futterpflanzen war der Regen stellenweise auch von Nutzen, im allgemeinen aber lassen nur nasse Wiesen noch einen schwachen Schnitt zu. **(Ende der Ferien.) An der Volksschule auf der Schwerterheide und den Schulen des Amtes Westhofen gehen die Sommerferien mit dem morgigen Tage zu Ende. Am Donnerstag wird der Unterricht wieder ausgenommen. **(Geringe Honigernte in der Lüneburger Heide.) Ueber den Ausfall der diesjährigen Honigernte in der Lüneburger Heide wird von einem dortigen Bienenzüchter berichtet: Der 24. August(Bartholomäus) ist für die Bienenzüchter der Lüneburger Heide der Höhepunkt der Heideblüte. Hatten schon im Frühjahr die Spätfröste die Entwickelung der Heide sehr beeinträchtigt, so ließ der trockene Sommer die Bildung des Nektars überhaupt nicht zu. Höhere Honigpreise dürften daher zu erwarten sein. Die vorhergehenden schlechten Jahre 1907•09 haben schon der Bienenzucht einen empfindlichen Schaden zugefügt. Die Mitgliederzahl des Hannoverschen bienenwirtschaftlichen Vereins ist in einem Jahre um 340 Mitglieder heruntergegangen, die Zahl der Standvölker um 20000. Man trifft ganze Ortschaften, die keinen Bienenstand mehr aufzuweisen haben, während früher auf jedem Bauernhofe ein solcher zu finden war. Die Verluste sind in schlechten Jahren eben zu groß. Berufsimker mit 70—80 Standvölkern haben in schlechten Jahren 700—800 Mark(pro Zuchtstock 10.K) zugesetzt, wobei zu berücksichtigen ist, daß die geleistete Arbeit noch nicht voll in Anrechnung gebracht ist. Von dem in der Ausarbeitung befindlichen Honigschutzgesetz wird es abhängen, ob eine Hebung der Bienenzucht noch möglich sein wird. *(Sparprämien.) Die Hebung des Sparsinns sucht die Stadt Köln durch Gewährung von Sparprämien zu erreichen, indem sie ihren Sparkassenbestimmungen folgendes eingefügt hat: Es sollen an minderbemittelte eifrige Sparer Prämien gewährt werden. Voraussetzung der Prämienzuteilung ist: daß der Einleger 1. seinen Wohnsitz im Stadtbezirk Köln hat, 2. der arbeitenden Klasse angehört oder angehört hat und kein höheres Jahreseinkommen als 2000 MA besitzt, was er durch Vorlegung der Versicherungskarte, des Steuerzettels, einer Verdienstbescheinigung, deren Beglaubigung verlangt werden kann, oder in sonst geeignet erscheinender Weise nachweisen muß, 3. nicht mehr schulpflichtig ist, 4. im letzten Rechnungsjahre seinen Einlagebestand um mindestens 10 Prozent erhöht hat. In diesen Betrag werden die ordentlichen, nicht abgehobenen Zinsen der Rechnungsjahres eingerechnet. Die Prämie besteht in einer Erhöhung des ordentlichen Zinsfußes auf 5 Prozent bei einem Einlagebestande bis 1000 M, auf 4,5 Prozent bei einem Einlagebestande von mehr als 1000 bis 1500 M dem Gesamtbetrage nach, auf 4 Prozent bei einem Einlagebestande von mehr als 1500 bis 2000 M dem Gesamtbetrage nach. Sie wird zu dem Satze, der dem Höchstguthaben des letzten Rechnungsjahres entspricht, berechnet, bis Ende Juni dem Konto gutgeschrieben und, wie die ordentlichen Zinsen, schon vom 1. April an als Kapita: mitverzinst. Sie endigt mit dem Tage, an dem das Guthaben den Betrag von 2000 M übersteigt, und wird nicht gewährt, wenn das Guthaben schon vor der wirklich erfolgten Zuteilung zurückgezogen ist. **(Die Likörbonbons.) Ueber den Alkoholinhalt der verschiedenartigsten Erzeugnisse der Schokoladen= und Zuckerbäckerindustrie, wie Pralinees, Bohnen usw. werden in einer Statistik bemerkenswerte Mitteilungen gemacht. Von der amblichen Nahrungsmittelkontrolle wurden in verschiedenen Konfitürengeschäften eine Anzahl Proben entnommen und untersucht. Dabei stellte sich heraus, daß in den Näschereien recht ansehnliche Mengen Likör und Branntwein enthalten sind. Diese alkoholische Füllung betrug per Kilogramm durchschnittlich unter anderen bei„Souverän S. M.“ 32 Gramm, bei Arrakbohnen 40.4 Gramm, bei Punschbohnen 39,3 Gramm, Kognakbohnen 37,2 Gramm, Melange 36 Gramm, Weichselkirschen 31 Gramm, Likörbohnen 29,2 Gram, Burgunderpunschbohnen 22,4 Gramm, Kognakkirschen 17,2 Gramm. Aufs Stück berechnet, betrugen die Mengen 0,30 Gramm bis hinab zu den einfachsten Zuckernäschereien 0,01 Gramm. Wenn man bedenkt, daß auch kleinen zweibis dreijährigen Kindern solche„Leckereien“ eingeflößt werden, dann muß die Füllung dieser Schokoladen= und Zuckersächelchen mit Likör und Branntwein im höchsten Maße bedenklich erscheinen. (Westfälischer Provinzial=Handwerkertag.) Am 17. und 18. September findet in Waltrop der Westfälische ProvinzialHandwerkertag statt. Die Tagung wird eingeleitet mit einer Vorversammlung am Sonntag, den 17. September, vormittags 11 Uhr. Der eigentliche Handwerkertag beginnt nachmittag3 coyr. Die vorläufige Tagesordnung lautet: 1. Begrüßungen, 2. Vorrrag über die Lage des Handwerks, 3. Die Reichslagswahlen, Kommunal= und Gemeinderatswahlen usw. 4. Die Zentrale der vereinigten deutschen Handwerkerverbände, Die Handwerkerpresse, 6. Die Sterbekasse des Bundes, 7. Die Larenhäuser, Filialunwesen und die daraus entspringenden Schäden. Weitere Anträge zur Tagesordnung müssen bis zum 10. September bei dem Vorsitzenden des Westfälischen Handwerkerbundes, Franz Möller=Dortmund angemeldet werden. Am Montag, 18. September, morgens 9 Uhr, findet ein Delegiertentag statt, dessen Tagesordnung folgende Gegenstände umfaßt: 1. Jahresbericht und Kassenabschluß, 2. Die Handwerkerpresse, 3. Die Konsumvereine, 4. Wahl des Vorstandes und des Vorortes, 5. Wahl des Ortes für den nächstjährigen Handwerkertag. Anschließend an den Delegiertentag hält die Sterbekasse des Bundes ihre außerordentliche Generalversammlung ab. Für den Sonntag abend und die nach den geschäftlichen Verhandlungen am Montag noch freibleibende Zeit sind gesellige Veranstaltungen und Besichtigungen vorgesehen; u. a. soll ein Ausflug nach dem Henrichenburger Schiffshebewerk unternommen werden. (Briefschaften, die weiterbesördert werden sollen!) Es ist vielfach noch unbekannt, daß gewöhnliche Briefe und Postkarten, nach der Bestellung oder Abholung von der Post, mit neuem Bestimmungsort versehen, zur Weiterbeförderung in die Briefkästen gelegt werden können. Sie brauchen nicht an den Briefträger zurückgegeben zu werden. Drucksachen, Geschäftspapiere und Warenproben müssen jedoch neu frankiert werden. jährend der Reisezeit ist dies insbesondere zu beachten. (Opfer des Verkehrs.) Im vergangenen Quartal erlitten auf den Eisenbahnen des Ruhrkohlenreviers 15 Bahnangestellte in Ausübung ihres gefahrvollen Berufes teils leichte, teils schwere Verletzungen. Von letzteren verliefen einige segür köbrich. (Eine weitere Verhaftung) ist gestern in der TotschlagAffäre Bohn erfolgt. Durch den Polizeisergeanten Hatleif aus Aplerbeck wurde der Bergmann Heinrich Werbinski gen. Drees aus Aplerbeckermark, der dringend verdächtig ist, an der Untat beteiligt zu sein, festgenommen und ins hiesige Gerichtsgefängnis eingeliefert. W. ist ein sehr gefährlicher Bursche und schon häufig wegen schwerer Körperverletzung und sonstiger Roheitsdelikte erheblich vorbestraft.— Imlause dieser Woche wird höchstwahrscheinlich ein Lokaltermin in der traurigen Angelegenheit abgehalten und die Verhafteten dann nach Hagen überführt. **(Glücklich verhütet) wurde heute Nacht im hiesigen Bahnhof ein Eisenbahnunfall. Der von Holzwickede einfahrende Güterzug 7356 war in ein besetztes Rangiergleise geleitet worden. Der Aufmerksamkeit des Lokomotivführers ist es zu verdanken, daß ein vielleicht folgenschwerer Zusammenstoß vermieden und die Eisenbahnverwaltung vor großen Schaden bewahrt geblieben ist. **(Ein zärtlicher Gatte und Schwiegersohn) ist der Arbeiter B. an der Moltkestraße. Dem noch jungen Manne, der bei seinen Schwiegereltern wohnt, waren von seiner Frau u. seiner Schwiegermutter seines leichtsinnigen Lebenswandels wegen Vorwürfe gemacht worden und es kam zu einer erregten Ausandersetzung zwischen den Parteien. In seiner Wut ergriff B. eine große Fleischgabel, verletzte seine Schwiegermutter am rechten Arm und seine Frau durch einen Stich unterhalb des Auges. Die Sache ist zur Anzeige gebracht. Westhofen, 29. Aug.(Ein Kammermusik Abend) soll Ende September hier veranstaltet werden. ist beabsichtigt, ein Streich=Quartett des rühmlichst bekann Betzel'schen Solisten=Orchesters aus Dortmund und eine Köl Sängerin für diesen Abend zu gewinnen und steht zu erwarten. daß die diesbezüglichen Unterhandlungen von Erfolg gekrönt werden. Unser musikliebendes Publikum sei schon jetzt auf dieser Konzert, welches einen hohen künstlerischen Genuß versorichi, aufmerksam gemacht. ** Ergste, 28. Aug.(Gemeiner Streich.) Dem Wirt D. Brinkmann hier wurde in vergangener Nacht in seinem Garten ein prachtvoller Spalierobstbaum, welcher voll der schönsten Birnen hing, von ruchloser Hand mitten durchgebrochen. Von dem Täter fehlt noch jede Spur. Ergste, 29. Aug.(Eisenbahnpersonalie.) Dem Bahnhofsaufseher Schröer von hier, der seit Eröffnung der 1 Es ter sen Nr. 202. 1 Beilage Invaliden= und Hinterbliebenenversicherung. Zuerst von allen Neuerungen der Reichsversicherungsordnung wird am 1. Januar 1912 die neue Invaliden= und Hinterbliebenenversicherung ins Leben treten. Es ist deshalb von Interesse, eine Darstellung der zuständigsten Stellen über die hie für in Betracht kommenden neuen Bestimmungen kennen zu lernen. Das Reichsversicherungsamt schreibt über die lung auf diesem Gebiet: Der Kreis der versicherten Personen ist gegenüber der Vorlage in einigen Beziehungeg##### Der Bundesrat kann die Versicherungspflicht auf Grewbervet. bende und andere Betriebsunternehmer nur noch erstrecken, wenn sie„in ihren Betrieben“ keine oder höchstens einen Vi rungspflichtigen beschäftigen. Für versicherungsfrei sind erklä Personen des Soldatenstandes, die eine an sich die pflicht begründende Tätigkeit im Dienste oder„währ Vorbereitung zu einer bürgertichen Verschrguuggzzsben, u. auf ihren Antrag werden befreit Versicherung=pflichtige, die während oder nach der Zeit eines Hochschulunterrichts zur Ausbildung für ihren künftigen Beruf oder in einer Stellung beschäftigt werden, die den Uebergang zu einer der Hochschulbikdung entsprechenden versicherungsfreien Beschäftigung..“ Wer aus einem versicherungspflichtigen Verhältnis ausschewei, kann die Versicherung nicht nur te.wiu1,„igergulg gendern auch später nach den Grundsätzen über das Wieder####ooen Anwarischaft erneuern. Bei den Bestimmungep, Hhder du„r löschen der Anwarschaft ist für die Verechrugg gustellunssteg der, wie im Invalidenversicherungsgesetz, ber der Luittungskarte als maßgebend bezeichnet. Di. keit der Entrichtung von mindestens 40 Beiträgen zweier Jahre nach dem Ausstellungstage der Quittungskart für die Aufrechterhaltung der sicherungspflichtigen Beschäftigung und danach Zurücklegung Versicherte das 60. Lebensjahr schaft nur auf, wenn vor dem Erlöschen 1000 Beitrags verwendet waren und bei einem Vierzigjährigen durch lige Beitragsleistung nur, wenn er vor Erlöschen,#ug## es Vin desbene od bezig Pestizepoten zuräcklegt. Iu bi. Ver und Anfaung der beisiumertzit ager meist ur 8 nb eer„ Ve, Die Bersicherungeräger heblicke.e. bedeutung un, dag die Verscherunz u al e bod, vit Hen bun n„Wzahnen zur Verhitung dis Eirned den, un.,Zurglihität unter den Verscherten oder o i„heisliken Verhältnisse der versicherungepflickSebung der geskundboe..., Ve 9, Zurcezgistzreg, Eine Ar. en Beobhterung in gepilt, sehigich sahl von Bestimmungen ewtan 45i8l9) vex Hufal it eud odenden Ve ,ezuige gegen Berzolgzeierordnungen g dop vew), pitz gf, Verrchen daß dentiche Stutund Seemannsordnung nicht ars Verg#gen, di gebiete als Inland gelten und daß Rückstände an Rente Todestage des Berechtigten u. a. auch an Geschwist Sch Dienstag, 29. August 1911. (Amtliches Kreisblatt.) vom Eingange des Antrages an sollte nach der Vorlage keine Rente gezahlt werden; das ist dahin eingeschränkt, daß es nicht gilt, sofern der Berechtigte durch Verhältnisse, die außerhalb seines Willens lagen, verhindert worden ist, den Antrag zu stellen, und wenn er den Antrag binnen drei Monaten nach Wegfall des Hindernisses stellt. Invalidenrente einschließlich Witwenrente erhält ein nicht dauernd invalider Versicherter (Witwe) für die weitere Dauer der Invalidität nicht nur, wenn während 26 Wochen ununterbrochen Invalidität bestand, sondern auch, wenn sie nach Wegfall des Krankengeldes bestand. Für Empfänger mit Kindern unter 15 Jahren ist die Iwvalidenrente für jedes dieser Kinder um ein Begiug., piszin höchtens anderthalbsachen Verrog erzapte gten ggetche in der Gemeinlat der Verscherung. I. ginteit zn ein KranZustimmung des Versicherten ist für den um orberh, venr iuen eigeren Halshalt hat; Art der Krankheit und Verhalten bilden nicht mehr, wie in der Unsalversicherung, Gründe, die die Zutziugugg. zum 1. September liefern wir a Abonnenten die bis die auf der Vorlage erer en jetzt neu eintretenden „Schwerter Zeitung“ io einzige in Schwerte hergestellte Zeitung, welche trotz ihres reichen, gediegenen Lesestoffes, mit besonderer Berücksichtigung aller Vorgänge in Stadt und Land, monatlich nur 55 unserer Geschätstele(Fr. Martslraßze), von unseren Bolen, nung von Arbeitsunfähigkeit durch Niederkunft gegenüber der Vorlage dahin geändert, daß— ohne Unterscheidung zwischen Zeiten vor und nach der Niederkunft— für die Dauer von 8 Wochen als Krankheit gilt eine Arbeitsunfähigkeit, die durch eine Schwangerschaft oder ein regelmäßig verlaufenes Wochenbett veranlaßt ist. Hinsichtlich der Zeit, zu der die Marken einist zukleben sit nicht stattfindet, zu tleben ist, daß bei Vericherten, die g5tex zeit(al. mindestens ein Vierteljahr gebunden sind, zu ankcier Jen(un zum aussind. Auch die Vorschriften über das Ruhen und die Auszahlung von Renten ins Ausland Regel auf den dreisachen u. bei Waisenrenten auf den and halbfachen Betrag der Jahresrente fengenen eines Ausländers die sich zur Zeit des Todes im Inland aufhielten, sollen die Hälfte der Bezüge ohne Reichs zuschuß erhalten— nach der Vorlage hatten sie gar einen. spruch— und auch diese Beschränkung der Höhe des unrachs kann— wie in den anderen Fällen der Ansprüche von Ausländern— vom Bundesrate für Grenzgebiete und Angehörige von Staaten, die der deutschen entsprechende Fürsorge gewährleisten, e ich dich uhg tt i#.# Auf dornenvollem Pfade. Roman von M. Weidenau. neu bestimmt, daß, wenn eine Lohnzahlung spätestens mit Beendigug der Beschäftigung bei Versicherten, die durch Arbeitsvertrag auf ihr gebunden sind, zi bei der Lohnzahlung), spätestens in der letzten Woche jeden Vierteljahres, jedenfals aber bei Ablauf der Bestäftisung zu kleben ist, und daß Abschlagszahlungen nicht als Lohnzuhlungen gelten. Bei Entwertung der Marken, die schon die Vorlage durch weg vorschrieb, soll als Tag der Entwertung der letzte Tag desjenigen Zeitraumes angegeben werden, für den die Marke gilt. Bei den Vorsu##. der die von Pflichtbeiträgen ist ein rschriften über die Unwirksamkeit die Unwirksamkeit wegen verspäteten Einklebens bedingendes Verschulden des Versichekten verneint, wenn der Arbeitgeber; die Luittungskarte aufbewahr. und sie nicht zur richtigen Zeit ordnungsmäßig umgetauscht hat. Der Versicherte kann jetzt von der Versicherungsanstalt mit Wirkung für deren Rentenpflicht die Feststellung der Gültigkeit der verwerteten Marken verlangen, und 10 Jahre nach der Aufrech55 „Ach, als ich jung und hübsch war und auf der Bühne Triumphe feierte, da trug ich auch solche Wunderdinge,“ sagte sie, die überhaupt von jener entschwundenen Glanzzeit oft sprach und stets mit schmerzlich=süßem Bedauern., 6u6, Eri, „Ra, na, nur nicht wiederaufschneiden, Mama,### a rücksichtslos dazwischen.„Solche Sachen wirst Du vva, nicht getragen haben. Das können sich nur Millionäre keisten und die werden wohl kaum Dir zu Füßen gelegen sein.“ Mit großen Augen blickte Iduna auf; eine solche Sprache der Mutter gegenüber war ihr neu und höchst befremdlich. „Ich bitte Dich Frieda, wie kannst Du nur so reden? Diese aber lachte nur ungeniert.„Mama ist nicht so zimperlich und kennt mich schon. Also Idunchen, wohin mit all den Herrlichkeiten? Papa muß für Dich wenigstens zwei neue Kasten anschaffen. Gleich heute noch. Man kann das doch „Ich werde die einfacheren Toiletten heraussuchen und die andern verkaufen, entgegnete Iduna. E Ver.. kau. fen? Bist Du verrnat: schrie Frieda s0 entsetzt auf, als hätte man ihr zugemutet, sich den Kopf abWas tue ich denn jetzt damit? Wir beide können doch in unseren Verhältnissen unmöglich so etwas tragen, bemerkte Iduna, unwillkürlich lächelnd über der Schwester „Aber, Idunchen,“ mischte sich nun die Mutter lebhaft ein, Frieda hat da einmal recht. Und dann, wenn Du Baronin von Friedloff sein wirst, mußt Du doch elegante, schicke Toiletten haben. „Na, bis sie das wird, wenn's noch so weit kommt, sind diese Dingelchen da längst nicht mehr auf der Höhe der Saison,“ lachte Frieda mit schnellem, forschendem Bl#u nach der bei diesen rücksichtslosen Worten erblassenden Schwester spöticd aun, wird doch Iduna nicht „Sitzen lassen, meinst Du, Mamachen? Nun, wenn er's auch nicht will, so muß er's tun, denn zwei Nullen geben benung der Quittungskarte kann— außer dem Falle betrügerischer Verwendung— die Gültigkeit der in der Aufgechnung bescheinigten Marken nicht mehr angefochten werden. Tellag rische Verwendung schließt auch die Rückforderung der Beiträge seitens des Versicherten, für die die Frist auf 10 Jahre erstreckt ist, aus kanntlich keine Ziffer und ein armer Baron kann kein armes „Du hast nur meine eigensten Gedanken ausgesprochen,“ wandte sich Iduna mit seltsamer Ruhe an die Sehrgcftgrz;( wie die Verhältnisse heute liegen, ist an eine He„„ mir und Baron von Friedloff nicht mehr zu denten. Aber, was wird denn dann aus Dir werden, Iduna?“ frag ängstlich Frau Gerlich:„Du hast doch am Ende Deine VerDas Mädchen erbebte bei den Worten der Mutter, aus Euch nicht zur Last fallen. Gönnt mir nur eine kurze Zeit der Erholung, dann werdet ihr mich bald los sein. halb verblüßt halb Zuerst blieben Mutter und Tochter hate ertslufft, hate verlegen stumm, dann aber eilte Frau Gerlich mit theatralischer, ihr schon zur Gewohnheit gewordener Geste auf Iduna zu, wie um sie in die Arme zu schließen. Aber, so war es doch nicht gemeint, teures Kind! „Wenn Du klug bist, meine reizende Schwester, wird sich für Deinen Georg bald glänzender Ersatz finden, und Du Leider werde ich nicht klug sein in Deinem Sinn,“ entgegnete Iduna stolz und begann die kostbarsten Stücke aus der Garderobe herauszusuchen, um sie wieder in den Korb zu legen, wobei Frieda ihr mit verschränkten Armen und hämischem Lächeln zuschaute, als wollte sie sagen:„Packe nur ein, Du wirst bald und recht gern wieder danach greifen!“ „Wo hast Du denn Deinen Schmuck!" fragte sie plötzlich. Laß doch sehen! Wenn nur der Papa käme, den interessiert so etwas, da er, wie auch Erwin, Kenner von Juwelen sind. Iduna ging ruhig ins Nebenzimmer, um mit einer eleganten, ziemlich großen Ledertasche an starkem Silberkettchen „Ahl= machten Mutter und Schwester, die es angenscheinlich kaum erwarten konnten, bis Idung das kleine Schloß aufsperrte. Ui je, der Papa!“ rief dann Frieda, die in diesem ungenblick den Vater bemerkte, der unbemerkt eingetreten war. „Komm nur schnell, die Iduna wird ihre Schätze ausbreiten!“ fügte sie hinzu und führte den mitten im Zimmer Stehenden zum Tisch. Westfalen und Rheinland. Dortmund, 28. Aug.(Tödlicher Sturz.) Auf dem Martinswerk der Union stürzte gestern abend der Arbeiter Karl Spieß bei Ausführung von Dachreparaturen von einem Dach, wobei er so schwere Verletzungen erlitt, daß er alsbald starb. Hagen, 28. Aug.(Die Kindesentführung im Auto.) In Neuhaus am Sennelager bei Paderborn wohnt eine aus Hagen stammende Gärtnersfamilie, die seit etwa zwe Jahren verheiratet ist. Nach der Geburt eines Kindes verließ die Mutter ihren Mann u. lebt schon über 1 Jahr von ihm getrennt, ohne daß dem Manne kaum eine Schuld an dieser unglücklichen Ehe nachzuweisen wäre. Das Kind blieb bei ihm, während die Mutter wieder nach Hagen zog. Die Liebe zu ihrem Kinde ließ ihr aber keine Ruhe. Die Sehnsucht, es einmal wiederzusehen, wurde immer größer. Um ihr Ziel zu erreichen, wandte sie ein ganz modernes Mittel an. Vergangenen Sonntag fuhr vor der Wohnung des Vaters in Neuhaus ein Automobil vor. Ein Herr springt heraus, geht in den Laden und kauft einen Blumenstrauß, um so die Aufmerksamkeit des Vaters von seinem Kinde abzulenken. Das Kind wurde unterdessen ins Auto gehoben und in eiliger Fahrt fahren Mutter und Kind nach Hagen zurück. Der Vater brachte die Kindesentführung zur Anzeige, die Hagener Kriminalpolizei stellte Ermittelungen an, und es gelang ihr auch gestern, den Aufenthaltsort des Kindes ausfindig zu machen, so daß das Kind seinem Vater heute morgen wieder übergeben werden konnte. Altena, 28. Aug.(Talsperre.) In dem oberen Nettetal wird der Nettesammelteich in eine kleine Talsperre verwandelt. Der Teich wird mindestens sechsmal so groß wie er heute ist. Diese kleine Sperre wird durch den Ruhrtalsperrenverein angelegt. Bei der günstigen Bauwitterung hofft man die Arbeiten soweit zu fördern, daß die Sperre schon bald in Betrieb genommen werden kann, was den vielen kleinen Hammerwerken in diesem Tale sehr angenehm sein wird. * Hamm, 28. Aug.(Ein eigenartiger Unglücksfall) ereignete sich in der Nähe der Zeche Radbod. Ein 12= jähriger Junge eines Zechenarbeiters war mit mehreren Kameraden damit beschäftigt, eine Uferteufe an der Lippe zu unterwühlen, wobei plötzlich ein großer Teil des sandigen Ufers einstürzte und drei der Jungen mit ins Wasser riß. Zwei konnten mit knapper Not gerettet werden, während der 12jährige Junge den Tod fand. 16 Gevelsberg, 28. Aug.(Auf einen alten Gaunertrick) fiel gestern nachmittag in Duisburg ein 17jähriger Schlossergeselle herein, der sich dorthin begeben hatte, um Arbeit zu suchen. Am Bahnhof wurde er von einem etwa 40jährigen Manne angesprochen, der ihm im Laufe des Gespräches eine Stelle in Aussicht stellte. Der junge Mann wurde zu einem Glase Bier eingeladen und begab sich mit dem neue Bekannten in die Stadt. Aus einem Geschäfte holte der Mann ein umfangreiches Paket und sagte seinem Begleiter beiläufig. darin sei für 80 Mark Wäsche enthalten, kaust habe. Als beide Rinter einen Plos;, 16. und sagte er der Gauner einen Haufen Papier aus der Ausae un müsse noch eine Rechnung bezahlen, hätte aber so viel# nicht mehr in der Tasche. Bereitwillig bot ihm unser Held sei Hilfe an und lieh ihm 15 M, seine ganze Barschaft. Dei Schwindler ließ ihm das Paket zurück und versprach, in fün * Finnentrop, 28 Aug.(Unglücksfall.) Als h Finnenttor, T. aug.„rücksfall.) Als heute morgen der Rangierer August Schürmann von hier hinter eifertig gestellten Rangierzug auf das nächste Gleise zuschritt. wurde er von dem ausfahrenden Personenzug nach Wennemen faßt wehei dem Manne beide Beine im Oberschenkel und erfaßt, wödel dem Männe eeirt Zeine im Oberst Arm abgefahren wurden. Man brachte den schwer Verletzten zwar noch lebend ins Krankenhaus, doch ist dort inzwischen seinen Verletzungen erlegen. Sch. war verheiratet. Bottrop. 28. Aug.(Eine Familientragödie) ereignete sich gestern abend in dem Hause Hermannstraße 17. Dort erschien der Arbeiter Heinrich Middeldorf. um seine von ihm getrennt lebende Ehefrau aufzusuchen, angeblich, um sich Gerlich, heute im Anfang der Sechzig stehend, mußte früheren Jahren ein hübscher Mann gewesen sein; der bei den Damen bekeptesten wohlhabend war; Fedor aber, an ein Leben ungehundener wenn ich will, jede Stunde meine Wahl treffen. Laßt mir nur noch meine goldene Freiheit!“ So hatte er auf alle dies bezüglichen Vorstellungen seiner Eltern lachend geantworObwohl er ziemlich flott gelebt, hatte er doch bislang keine Schulden gemacht und war mit seiner Oberleutnantsgage und dem vom Vater ihm ausgesetzten Taschengeld ausgekommen. Dann aber war plötzlich eine Wandlung eingetreten: Gage und Zuschuß hatten für den junger## nicht mehr zugelangt und er hatte sich um Hilfe an seinen Later, einem Gutsbesitzer in Salzvurg, wenden müssen.„Spielschulden," hatte er auf die erstaunte Frage des alten Herrn verlegen geantwortet. „Du hast doch, soviel ich weiß, niemals eine Karte angerührt, wie kommst Du jetzt auf einmal dazu?“ Freunde, denen man nicht gut aus dem Weg gehen konnte und die sich über seine anfängliche Weigerung lustig gemacht, hatte die Entschuldigung gelautet und der Herr Vater hatte, natürlich mit entsprechender energischer Warnung vor Freunden, die solche Wege gingen und auch den Sohn verführen wollten, geholfen. 186, Monate waren vergangen, ohne daß Fedor, eingedenk der Ermahnungen des Vaters und seines Versprechens, ihnen nachzukommen, sich genötigt gesehen hätte, mit neuen forderungen an Herrn Gerlich senior heranzutreten, und dieser hatte bereits jene Episode ganz vergessen, als er plötzlich, in höchst unliebsamer Weise aus seiner Ruhr aufgestört wurde 89 18 Seite 6 Schwerter Zeitung.(Amtliches Kreisblait.) Dienstag den 29. August 191. Nr. 202. mit ihr wieder auszusöhnen. Es kam zum Wortwechsel, wähvend dessen M. einen Revolver hervorzog nud seine Frau durch einen Schuß in die Brust schwer verletzte. Dann schoß er auf seinen anwesenden Schwiegervater, den Berginvaliden Johann Terwellen, ohne jedoch zu treffen. Zum Schluß richtete M. die Waffe gegen sich selbst und verletzte sich lebensgefährlich durch einen Schuß in die Brust. Die lebensgefährlich verletzte Frau wurde ins Krankenhaus gebracht, während der Mann in Haft genommen wurde. Jedoch wurde er heute vormittag dem Krankenhause überwiesen. Die Eheleute M. sind erst seit einigen Jahren verheiratet und haben drei Kinder. Der Ehemann war früher Postunterbeamter, ist aber wegen Unregelmäßigkeiten im Amte entlassen worden, worauf hauptsächlich der Familienzwist zurückzuführen ist. * Gelsenkirchen, 28. Aug.(Die alte Geschichte.) In der Bergmannstraße in Ueckendorf zündete die 13jährige Tochter eines Bergmanns in Abwesenheit der Mutter den Ofen mit Petroleum an. Dabei muß sie mit der Kanne der hoch aufflackernden Flamme zu nahe gekommen sein, denn im Nu standen ihre Kleider in Flammen. Das Mädchen ist den Brandwunden erlegen. * Gelsenkirchen, 28. Aug.(Einen außergewöhnlich großen Kindersegen) weist die Gemeinde Schalke auf. Es sind dort innerhalb acht Tagen drei Familien mit dem siebten bezw. achten Sohne beschenkt worden. Bei dem siebten Sohne des Fabrikarbeiters Heinrich Höfner, Mathiasstraße Nr. 7, und dem siebten Sohne des Fabrikarbeiters Freise, Herbertstraße Nr. 9, hat der Regierungspräsident die Ermächtigung zur Eintragung des Namens des Kaisers in das Kirchenbuch erteilt. Auch ist den beiden Kindern ein Patengeschenk überwiesen worden. Bei dem im Jahre 1909 geborenen siebten Sohne des Fabrikarbeiters Wilhelm Sager ist bereits der Name des Kaisers in das Kirchenbuch eingetragen. Der Landesvater hat nunmehr bei dem jetzt geborenen achten Sohne eine persönliche Patenstelle übernommen und ebenfalls ein Patengeschenk bewilligt. * Bodelschwingh, 28. Aug.(Reicher Kindersegen.) Die Eheleute Landwirt Heinrich Hohe erfreuen sich einer staltlichen Kinderschar. Nicht weniger als 14 Kinder sind den glücklichen Eltern gegeben worden, davon sind 11 Knaben. Alle sind gesund und munter und auch die Eltern erfreuen sich des besten Wohlseins. Der Kaiser hat bei dem elften Sohne Patenstelle angenommen. * Wesel, 28. Aug.(Entziehung der Wehrpflicht.) Der Geheimkämmerer und Hausprälat des Papstes, Monsignore Johann Würg, der jüngst vom Kriegsgericht in Trier wegen Entziehung der Wehrpflicht zu drei Monaten Gefängnis verurteilt, vom Kaiser aber zu Festungshaft begnadigt wurde, ist zur Verbüßung seiner Strafe hier eingetroffen. Würg hatte sich als junger Mann seiner Dienstpflicht entzogen und war ins Ausland gegangen, wo er schließlich Theologie studierte. Dank seiner außerordentlichen Begabung brachte er es mit der Zeit zum Geheimkämmerer und Hausprälaten des Papstes Pius 10. In Rom war er als eifriger Förderer des Deutschtums bekannt. Vor kurzem stellte er sich der Militärbehörde, um die alte Schuld zu sühnen. * Münster, 28. Aug.(Bestätigung der Wahl des Bischofs von Münster.) Die Bestätigung der Wahl des Domkapitulars Dr. von Hartmann zum Bischof von Münster durch den Papst ist nunmehr erfolgt. Die päpstlichen Bullen, die das Datum vom 27. Juli tragen, sind heute beim hiesigen Domkapitel eingegangen. * Düsseldorf, 28. Aug.(Ein schlimmer Spitzb ube), der seine Opfer in den Wartesälen der Bahnhöfe aufsucht, ist der schon häufig vorbestrafte Arbeiter Johann Nonburs. Am 4. August hatte er auf dem hiesigen Hauptbahnhof einem Reisenden aus Galizien den Koffer gestohlen. Nur einem glücklichen Zufall ist es zuzuschreiben, daß ihm nicht die Brieftasche mit 12 000 in die Hände fiel. Den rückfälligen Dieb traf vor der hiesigen Strafkammer eine Gefängnisstrafe von 18 Monaten und die üblichen Nebenstrafen. * Duisburg, 28. Aug.(Ein eigen artiger Brandherd) wird seit zwei Tagen von dem hiesigen Hafenlöschboot „Gent“ bekämpft. Im Kaiserhafen von Duisburg=Ruhrort brach in den Magazinen 241 und 245 ein großer Kohlenbrand aus, der einen gefährlichen Umfang annahm. Das im Innern der großen Kohlenmengen wütende Feuer ließ hohe Flammen aus den aufgestapelten Vorräten hervorschlagen. Die angestellten Löschversuche konnten nicht verhindern, daß das Feuer die Umfassungszäune ergriff und bis in die benachbarten Magazine hinüberfraß. Das Hasenboot„Gent“ trat nun in Tätigkeit und überschüttete den Brandherd zwei Tage lang ununterbrochen mit riesigen Wassermengen. Nunmehr ist dem Brande Einhalt getan, doch sind bereits über 10 000 Tonnen Kohlen, die einen Werk von über 100000 M repräsentierten, dem Feuer zum Opfer gefallen. Ein Teil der Kohlen ist infolge des Luftabschlusses zu Koks verbrannt und kann daher noch zum halben Preise veräußert werden. " Duisburg, 28. Aug.(Wegen Beleidigung verurteilt.) Der Reichstagsabgeordnete des hiesigen Wahlkreises, Hengsbach(Soz.), hatte gegen das ehemalige nationalliberale Vorstandsmitglied Jugelt wegen verleumderischer Beleidigung geklagt; das Ruhrorter Schöffengericht verurteilte Jugelt nach längerer Verhandlung zu drei Monaten Gefängnis. * Godesberg, 28. Aug.(Zu dem Raubmord) wird noch mitgeteilt: Der noch nicht 18 Jahre alte Täter Johann Biermann aus Görkendorf in Ostpreußen war zuletzt in Stoppenberg bei Essen als Schlosser und dann als Schlepper auf einem Rheindampfer tätig. Seit Samstag wohnte er im Kölner Hof, welcher der ermordeten Witwe Sauer gehörte. Er drang in ihr Schlafzimmer, und als die Witwe Sauer schrie, erstickte er sie in den Bettkissen. Die anwesende Kellnerin sprang aus dem Fenster, und fiel auf eine Laterne, sie brach einen Arm und verletzte sich am Halse. Der Täter entwendete die Geldkassette, trug sie auf sein Zimmer und entleerte sie. Dann erst ergriff er die Flucht, wurde aber auf der Koblenzerstraße durch den Polizeiwachtmeister Brack festgenommen. Als dringendste gesetzgeberische Aufgabe wird von der konservativen Parteileitung der Erlaß von Bestimmungen zum Schutze der Arbeitswilligen gegen Bedrohung und Mißhandlung und zum Schutze der Gewerbetreibenden gegen Verrufserklärungen, Boykott usw. gefordert. Zur Begründung wird ausgeführt, daß der§ 153 der Gewerbeordnung. der für die in Rede stehenden Vergehen Gefängnisstrafe bis zu 3 Monaten androht, versagt habe, u. daß das sogen. Zuchthausgesetz vom Jahre 1899 an dem Widerstand der Linken, der Nationalliberalen und des Zentrums gescheitert sei. Der Vorentwurf zu einem neuen Strafgesetzbuch will durch die Bestimmung die Frage erledigen, wonach„derjenige, der durch gefährliche Drohung einen anderen in seinem Frieden stört, mit Gefängnis oder Haft bis zu einem Jahre, oder mit Geldstrafe bis zu 1000 Mark bestraft werden soll.“ Mit Recht hat hierzu der Zentralverband deutscher Industrieller durch eine Eingabe an den Reichskanzler folgenden Zusatz beantragt:„Einer gefährlichen Drohung macht sich auch derjenige schuldig, der es unternimmt, Arbeitgeber, Arbeitnehmer, Arbeitsstätten, Wege, Straßen, Plätze, Bahnhöfe, Wasserstraßen, Häfen oder sonstige Verkehrsanlagen planmäßig zu überwachen“. Das ist dieselbe Bestimmung, die auch schon in dem Gesetzentwurf von 1899 vorgeschlagen war. Inzwischen hat sich bei den maßgebenden Instanzen eine erdrückende Menge von Material über schwere Schädigungen des Wirtschaftslebens durch Koalitionsausschreitungen angesammelt. Moabit, Wedding, Köln, M.=Gladbach und andere Orte sind in der letzten Zeit die Schauplätze von Arbeitskämpfen gewesen, wo Bedrohungen Arbeitswilliger, Boykott von Gewerbetreibenden nud Lieferanten an der Tagesordnung waren. Solchen Ausschreitungen soll durch gesetzgeberische Maßnahmen energisch und bald entgegengetreten werden, ehe es überhaupt zu spät ist. Viele andere Staaten, selbst Republiken, wie die Vereinigten Staaten von Nordamerika und die Schweiz, haben sich in dieser Beziehung besser gesichert als das„rückschrittliche“ Deutschland. Humoristische Ecke Der unterrichtete Buchbinder. An den Atlanten und Landkarten einer Schule in einer deutschen Mittelstadt hatte ein Buchbindermeister einige Ausbesserungen vorgenommen und mit der fertigen Arbeit dem Schulleiter folge di zeitgemäße Rechnung übersandt: 1. Ueber die„Donau bei Wien“ einen Streifen geklebt 25 J. 2. Die„Verkehrswege der Schweiz“ ausgebessert 2 M. 3.„Elsaß=Lothringen“ an Deutschland geAuf dornenvollem Roman von M. Weidenau. 56 Eines Tages traf auf dem Gut unter anderen Briefen auch die Zuschrift eines gewissen Isidor Löwe ein, der, wie dem alten Herrn nicht fremd war, zu den bekanntesten Geldverleihern der Residenzstadt gehörte. Von schlimmer Ahnung erfaßt, überflog der alte Herr den ziemlich kurzen, doch seine Befürchtungen bestätigenden Inhalt des Briefes: Fedor schuldete dem Geldverleiher, zu Wucherzinsen, eine bedeutende Summe, auf deren Bezahlung dieser nun drängte. Erbleichend und zitternd vernahm auch die eben im Zimmer anwesende Frau Gerlich diese Botschaft. „Was wirst Du tun, Otto?“ Zum ersten Mal in seiner langjährigen Ehe schrie Gerlich seine zarte Frau grob an. „Diesem Kerl, diesem Blutsauger das Geld hinwerfen, weißt Du etwas anderes? Dann aber unserm netten Herrn Sohn den Kopf energisch zurechtsetzen.“ Noch am selben Tag war dann der alte Herr, ohne den Sohn davon zu verständigen, nach Wien gefahren und was er dort bald in Erfahrung gebracht hatte, war wohl geeignet, seinen gerechten Zorn zu entfachen: Fedor hatte nie gespielt, sondern war in die Netze einer ebenso pikanten, wie koketten, kleinen Schauspielerin gefallen, die an einer der ersten hauptstädtischen Variteebühnen auftrat. Es hatte natürlich dann eine äußerst erregte, nahezu zum Bruche führende Auseinandersetzung zwischen Vater und Sohn gegeben, da jeder halsstarrig auf seinem Standpunkte verharrte, ja Fedor unverhohlen die Absicht kundgegeben hatte, Lisette Raspail zu heiraten. „Wenn Du im Ernst daran denkst, diese Komödiantin, die Dich rein verhext haben muß, zu heiraten, lass' ich Dich ins Narrenhaus stecken,“ hatte, dunkelrot vor Zorn, der alte Herr schließlich dem Sohn zugeschrien, sodann weiter gedroht, „diese Dirne polizeilich abschaffen zu lassen,“ und was ihm sonst in den Sinn kam. Für die Behauptung Fedors, daß Lisette ihn liebe, hatte der Erzürnte zuerst nur ein lautes Hohngelächter als Entgegnung gehabt, hierauf aber neuerdings seinem Einzigen die ernstesten Vorstellungen über seinen beabsichtigten„Wahnsinn“ gemacht. Jedes Wort war indes an den tauben Ohren und dem trotzig verschlossenen Herzen des Sohnes abgeprallt, so daß dann beide in tiefstem Groll von einander geschieden waren, ohne zu ahnen, daß sie sich in diesem Leben nicht mehr sehen sollten. Als die Mutter eingreifen wollte, hatte Herr Gerlich es ihr in solch herrischer Weise verboten, daß die an Gehorsam gewöhnte, zarte, kränkelnde Frau nicht den leisesten Widerstand gewagt hatte, worauf die Ereignisse einander rasch gefolgt waren: Zuerst Fedors Quittierung, seine Heirat mit Lisette Raspeil, deren wirklicher Name Charlotte Pfeiffer war, dann der Frau Gerlich Krankheit und rascher Tod aus Kummer über den„verlorenen Sohn“, den sie nicht mehr hatte sehen dürfen. Erst durch die Zeitung hatte Fedor von der Mutter Tod erfahren, denn er selbst war ja, seit seiner Heirat, moralisch tot sowohl für seine Familie wie für seine Freunde und ehemaligen Regimentskameraden, die demjenigen auswichen, der sich in ihren Augen selbst deklassiert hatte. Mehr und mehr hatte er sich in der Folge in seine vier Wände zurückgezogen, ohne indes seine Heirat zu bereuen, die Liebe stand als helleuchtender Stern über seinem Eheleben, Lisette liebte ihn wirklich, tief und ehrlich, so flatterhaft, leichtlebig und genußsüchtig sie auch sein, im geheimen sich wohl auch oft genug nach dem Glanz und Luxus sehnen mochte, den ihr der Gatte nicht bieten konnte: bislang war dessen Macht über sie noch immer stärker gewesen als ihre geheimen Wünsche, die ihm daher auch nicht zur Kenntnis kamen. Dann war aber seine pekuniäre Lage allmählich immer ungünstiger geworden: es hatte sich Familie eingestellt und sein Gehalt als kleiner Beamter zur Bestreitung des Haushaltes nicht mehr ausgereicht, so daß bald Tage kamen, wo „Schmalhans“ Küchenmeister war. Auch in seiner Erscheinung war dies zum Ausdruck gekommen, dennoch hatte er der wiederholt geäußerten Absicht seiner Frau, die es insgeheim doch zur Bühne zog, wieder ein Engagement anzunehmen, hartnäckigen Widerstand entgegengesetzt. Zu dieser kritischen Zeit hatte ein seltsamer Zufall Frau Lisette mit Wilhelmine Dessart zusammengeführt und letztere leimt 75 J. 4. Dem„Atlantischen Ozean“ einen neuen Untergrund angesertigt 2.25 M. 5. Die„Japanischen Inseln“ in Ordnung gebracht 1,75 JA. 6. Den„Dreibund“ geflickt 10 4. 7. Den„Aermel=Kanal“ gereinigt 40 MA. 8. An„Nordamerika“ neue Leisten und Oesen gemacht 1,50 J. 9. Die„Balkanstaaten“ gründlich gesäubert 12,30 M. Der biedere Meister wußte ziemlich genau, woran es im einzelnen fehlte. — Feiner Unterschied.„Sie sind der Körperverletzung beschuldigt, weil Sie dem Kläger ein paar Zähne ausgeschlagen haben!“„Ich bitte nur auf Sachbeschädigung zu erk nnen; die Zähne waren falsch!“ Büchertisch Alle unter dieser Rubrik besprochenen Bücher sind in der Carl Braus'schen Buchhandlung zu haben. Zeit und Ewigkeit, Kalender für jedermann, für 1912. Preis 15 4. Buch= und Traktat=Gesellschaft, Berlin, Ackerstr. 142. Der„Zeit und Ewigkeit"=Kalender für das Jahr 1912(64 Seiten mit 8 Bildern und dem Umschlag:„Die Verkündigung der Geburt an die Hirten“, ist erschienen und bietet sich somit zum 15. Male dem Leserkreise an. Die Sprüche für die einzelnen Monate sind über das Thema:„Fürchte dich nicht“ gewählt und jedem ein kleiner Originalvers beigefügt.— Wir wünschen dem hübsch ausgestatteten Kalender eine recht weite Verbreitung in allen Volkskreisen. Für die Mehrzahl der Jäger beginnt mit dem Monat September das eigentliche Jagdjahr. Die Hühnerjagd ist in vollem Gange und nicht mehr lange dauert es, dann ist es auch mit der Schonzeit der Hasen zu Ende. Ende des Monats beginnt auch die Jagd auf Fasanen nud anders Wildgeflügel. Die Wälder mit Rotwildbeständen hallen jetzt vom Brunstschrei des Edelhirsches wieder, den zu strecken allerdings nur einer kleinen Auslese von Jägern vergönnt ist. Doch gleichviel, jedenfalls bietet der Herbst für jeden Waidmann der Freuden viele. Auch in den Jagdzeitschriften wird dieser herbstlichen Poesie des Waidwerks Rechnung getragen, und ist es vornehmlich„St. Hubertus“, der darin allen ähnlichen Unternehmungen voranmarschiert. Diese illustrierte Jagdwochenschrift ist in Jägerkreisen sehr wohl bekannt und erfreut sich wegen seiner vornehmen Haltung, seines gediegenen, belehrenden und unterhaltenden Inhalts, sowie seines Bilderschmuckes und seiner wertvollen Kunstbeilagen allgemeiner Wertschätzung. Für das 4. Quartal, welches am 1. Oktober beginnt, veröffentlicht der„St. Hubertus“ ein Preisrätsel, auf dessen Lösung 100 sehr wertvolle Gewinne, u. a. Gewehre usw., ausgesetzt sind. An dieser Preisrätsel=Konkurrenz kann sich jedermann beteiligen. Ein vierteljährliches Abonnement kostet, bei der. Post oder dem Buchhandel bewirkt, nur 2,50 M und ist gerade jetzt, vor Beginn des neuen Quartals, bestens zu empfehlen. Probenummern versendet der Verlag des„St. Hubertus“. Cöthen(Anh.) auf Verlangen gratis und franko. Ein Freund des Landmanns wie des Städters hat sich abermals auf die Wanderschaft gemacht, getreu einer allen Ueberlieferung. Es ist der„Lahrer Hinkende Bote“ und er kommt trotz der Sommerhitze mit reichem Gepäck. Dem geneigten Leser will er, wie sonst, mit ernsten und lustigen Erzählungen die Zeit vertreiben; er will ihm aber auch mit vielem Nützlichen zu Rate gehen. Ein Goethe'sches Sprüchlein sagt:„Wer vieles bringt, wird manchem etwas bringen“— das gilt auch von unserem Hinkenden. Der„Lahrer Hinkende Bote“ erscheint in 3 Ausgaben: Billige Ausgabe 30(, Erweiterte Ausgabe 50 Pfg., Großer Volkskalender 1 M. Wetterbericht der Deutschen Seewarte. 29. Aug.: Wärmer, veränderlich, wolkig, strichweise Regen. 30. Aug.: Wolkig mit Sonnenschein, wärmer, strichweise Gewitterregen. 31. Aug.: Heiter bei Wolkenzug, warm, lebhafte Winde, strichweise Regen mit Gewitter. 1. September: Kühl, bewölkt, zeitweise heiter, Regenfälle, starke Winde. 2. September: Bewölkt, starke Winde, kühl, Regenfälle. Verantwortlich für die Redaktion: Friedrich Kraas. Druck und Verlag von Carl Braus, beide in Schwerte. bald erkannt, wie es eigentlich um die Leute stand und daß sie unfähig wären, sich aus dem Schlamme, in welchem sie in nicht zu ferner Zeit zu versinken drohten, wieder herauszuarbeiten. Einem warmen Impulse folgend, hatte sie daher den Gerlichs eines Tages den Antrag gestellt, deren jüngstes Kind, dessen engelhafter Liebreiz es der damals schon wohlhabenden Frau angetan hatte, zu sich zu nehmen, und nach mehrtägigen Verhandlungen, in deren Verlauf es Frau Lisette auch an rührenden theatralischen Szenen nicht fehlen ließ, war die damals kaum zweijährige Iduna der Frau Dessart übergeben worden. Spätere sentimentale Anwandlungen seiner Frau hatte Gerlich mit dem Hinweis darauf, daß Iduna fraglos einer glanzvollen Zukunft entgegenging, widerlegt und schließlich hatte man sich mit diesem Bewußtsein völlig getröstet. So waren die Jahre dahingegangen, der alte Herr Gerlich war, ohne sich mit dem Sohne ausgesöhnt zu haben, gestorben und dieser hatte nur seinen Pflichtteil an dem, übrigens im Lauf der Jahre ziemlich zusammengeschmolzenen, Vermögen erhalten, während als Haupterbe laut vorgefundenem Testament ein entfernter Verwandter, den Fedor kaum zweimal gesehen hatte, eingesetzt worden war. Erst seit dieser schlimmen Erfahrung hatte Gerlich, der ja im geheimen stets noch auf eine Sinnesänderung des Vaters gehofft hatte und vor dessen geistigen Augen nun eine düstere Zukunft sich aufzurollen begann, seine Heirat als Torheit zu erkennen angefangen und in der Folge war es dann auch zwischen den trotz Armut und Entbehrungen bisher nie ganz unzufriedenen Gatten zu heftigen Szenen gekommen, nach deren Schluß der Mann gewöhnlich davongestürmt war, um erst am nächsten Morgen, bleich, mißmutig und erschöpft aussehend, heimzukommen, während die Frau, apathisch auf dem Diwan liegend, jener Zeiten sich zu erinnern pflegte, wo sie noch als„Star“ auf der Bühne geglänzt hatte. Obwohl sie, soweit es ihrer seichten Natur möglich war, Erwin und Frieda liebte, hatte sie es doch nicht verstanden, die Herzen beider so an sich zu fesseln, um jetzt Trost und Glück in ihrer Liebe zu suchen und zu finden. Sie hatte sich auch im allgemeinen nicht viel um das Tun und Lassen der beiden gekümmert. 186,20 8 .— SS%Sa 8%%S G6TTaggug-e STSASS SEERSDSTSSS SSS ESSSSGRTSSS " B Sx. BgEE S S 5 S 9 5.5 K: . • WSge #.#. S S e. 2. * d **** diese Zeit kommen, so werde ich Ihnen gern Ihr Lied vorsingen.“ 8, u, kate Delavan war sofort vazu beren. Er halle schon darüber nachgegrübelt, unter welchem Vorwande er wiederkommen könnte. Am Abend wurde ein Strauß der schönsten Rosen mit Delavans Karte über die Lampen vor Miß Linds Füße geworfen und Delavan selbst saß in der ersten Reihe und erfreute sich an ihrer Schönheit und ihrem Geange. Nach einer schlaflosen Nacht erschien er am nächsten Tage zur festgesetzten Zeit wieder in der Wohnung der Damen. Miß Lind empfing ihn sehr freundlich und sagte gleich in ruhigem Tone: „Mr. Delavan, meine Tante, von der ich meinen einzigen Unterricht empfangen habe, ist durch Narben entstellt, die sie sich vor mehreren Jahren bei einer Feuersbrunst zugezogen hat. Sie läßt sich höchst ungern von Fremden sehen und ich bitte Sie deshalb, im Nebenzimmer zu bleiben, während sie mich begleitet.“ (Schluß folgt.) Geistesgegenwart. Herr Dr. Schetzler wartet schon seit einer halben Stunde darauf, mit seiner Frau sprechen zu können, der er eine wichtige Mitteilung zu machen hat. Aber im Salon ist Besuch, und zwar eine von jenen unglückseligen Damen, die sich nicht fortfinden können. Ungeduldig geht der Doktor in seinem Arbeitszimmer auf und ab; da hört er endlich die Korridortür gehen. In dem Glauben, der Besuch sei gegangen, öffnet er seine Tür und ruft seiner Frau zu:„Na Lucy, ist die langweilige alte Schachtel endlich weg? Ich habe mit dir zu sprechen.“ Schnell gefaßt erwidert die Gattin:„Ach, die ist schon seit mehr als einer halben Stunde fort, aber unsre liebe Frau Kleber ist da. Komm doch einmal herüber, du wirst sie gewiß begrüßen wollen.“ Der Doktor kam, und die liebe Frau Kleber blieb noch weitere drei Viertelstunden. Denkspruchz. Rettre ar: Schritt für Schriu bergan: Der mu Mühe den Ziptel gewann. #u auch die Welt zu Füßen liegen. Blülbgen. Humor. Ach so! Fritz:„Nein, weißt du, Hans, ich habe mir die Geschichte überlegt, die du mir neulich erzählt hast, und ich kann sie wirklich nicht glauben.“ Hans:„So? Und warum denn nicht?“ „Na, höre mal, du hast erzählt, du seist per Rad nach Neuhausen gefahren,— eine Entfernung von 120 Kilometern—, und dein Vater, der den Zug benutzt habe, sei erst nach dir angekommen! Das ist doch ein bißchen stark!“ „Wieso? Es stimmt auffallend; allerdings ist er erst den nächsten Tag gefahren!“ a Auflösung des Rebus aus voriger Nummer: Wer mahlen will, muß in der Mühle bleiben. Bearbeitet von E. Schallopp. Aufgabe Nr. 165. Von W. Arntz in Kopenhagen.(„Nationaltidende.“) Schwarz: 11 Steine. 1 ab d f g h Weiß: 12 Steine. Weiß zieht an und setzt mit dem 3. Zuge matt. bPXceS S 90—FPN+0— S **** 4— 88/1 s 00—1PA+80—89 L T 9p—ro••* 48p— 29S S 90—PI+19—80L ·7 99—8S** pS XSST SPN• 4PX'sp—ges·9 gun 00 91 9p—99H 66—9911 7 90-PA 410—98 3 SeXfIA 4 99X19S ·7 00—29S 9—3 Partie Nr. 168. Zehnte und letzte Partie des Wettkampfs, gespielt zu Paris am 9. November 1909. Sizilianische Partic. Schwarz: Dr. E. Lasker. 16. S44—b5 T48X42 17. Sb5Xa3 Ta2Xa2 18. Sa3—b5 Lc8—f5 19. Le2—04 Sc6—a5 20. Lo4—d5 Lf5—c2 21. 0—0 Es ist gleichgültig, was Weiß zieht. 21... Lezxdl 22. TIIXd1 Ta8—08 Da Weiß auf Matt steht, braucht Schwarz 23. Ldöx 17+ nicht zu fürchten. Weiß: D. Janowski.— Weiß. Schwarz. l. e2—64 07—05 2. Sbl—c3 Sb8—c6 3. Sgl—13 g7—86 4. d2—44 c5X04 5. S13X04 L18—67 6. Lol—es Sg8—f6 7. Lf1-e2 0—0 8. Ddl—42 47—45 Gilt an dieser Stelle für ungünstig; aber Lasker geht oft seine eigenen Wege. 9. e4X05 SI6Xd5 10. Se3Xd5 DasXas 11. Le2—f3 D45—04 12. 62—63 Weiß mußte den Springer tauschen. 12.. De4—a6 13. L3—e2 Da6—a3 14. 02—03 T18—08 15. Tal—41 Am besten war noch 15. 12—f4. Aus 15. Sd4—b5 Da3—a5 kommt für Weiß nichts heraus. 15. e7—65 23. g2—g3 Sa5—06 24. 03—04 Sc6— d4 25. Sb5—03 Ta2-b2 26. Sc3—64 Tb2xb3 27. Le3—g5 844—13+ 28. Kgl—82 S13Xg5 29. Se4Xg5 T48—47 Weiß gibt die Partie auf. Dies ist die von Janowski am schlechtesten gespielte Partie des Wettkampfs. (Nach dem „Deutschen Wochenschach“ bzw.„the Field“.) 49 S 0.8 S 0* 0• S61—s . SRE. 2* Snn" S ES E " a. S S. u SS „„„„„** su gäsge Sgss S° HöTSZRLESSTS ** S S 1——* = 8— S E 15 —** #S FBTGAETE, * F•i * K SSTHTTT .„.""*..„ Bg: „###g S a“ E 9 1 *„ „FAGER S an 2. S* TS#ggSgg! :0·28 S##ss : 2 82* 8 88 a5 S S 3 9 S 25.—S *"***** #42 Amtliches Kreisblatt für den kreis börde 43. Jabrgans O Grite. und dltelles Cagesorgan des Kreiles. O haup Unterhaltungs=Beilage zu Nr. 202. Dienstag, 29. August 1911. Delr Erg 3 Von E. v. Hilden. (2. Fortsetzung.s Page e. ee Venn sie nur wüßte, wie es anfangen? Hält Leo es schon für hoffnungslos? — Ein Blitzstrahl fällt in Astas trubselige Grübeleien: Frau von Gernsbach! Morgen gehe ich zu ihr und ) e r b i t t e m i r i h r e n R a t. S i e i s t s o g ü t i g, und ihr kluger, praktischer Sinn wird meine Unerfahrenheit leiten. Leo hat recht, ich ga zu wenig acht auf meine äußere Erscheinung, und sein Schönheitssinn wurde dadurch verletzt. Er soll künftig mit seiner Frau zufriedener sein. Das gute Größing war in Toilettenfragen wohl nicht die rechte Lehrmeisterin gewesen! Bei diesem Gedanken muß sie lächeln. Aber nicht nur ihre weibliche Eitelkeit ist erwacht, sondern auch der Stolz. Sie will dem geliebten Manne beweisen, daß sie nicht das unbedeutende Gänschen ist, für das er sie hält, fühlt sie doch, daß strebsame Kräfte in ihr ruhen. O, sie will sich solche Mühe geben, mehr aus sich herauszukommen, wenn sie doch nur erst die törichte Verlegenheit überwunden hätte!— Und nun hellt sich ihr Gesicht vollends auf. sie hat den herrlichen Flügel mit dem Blick gestreift, den der Großvater ihr zur Hochzeit geschenkt. In Stettin hatte man ihre gute Altstimme gelobt, die es wohl verdiene, ausgebildet zu werden. Frau von Gernsbach, die selbst so musikalisch— Asta hatte kürzlich Gelegenheit gehabt, ihren selten schönen Sopran zu bewundern—. würde ihr auch nach dieser Richtung hin behilflich sein und einen guten Gesanglehrer für sie finden.„ 4„ i5 Welche Freude hatte der Großvaler an iyrem Singen gehabt! Die alten Volkslieder waren ihm die liebsten gewesen, und sie hatte sie frisch und fröhlich hinausgesungen, wie der Vogel im Walde singt. Im Geiste sieht sie das altmodische, aber so trauliche Wohnzimmer in Stettin. Im lederüberzogenen Lehnstuhl ruht Großväterchen, seine lange Pfeife rauchend, und ihm zur Seite sitzt seine treue Gattin in der Sofaecke. Sie liest die Zeitung und strickt dabei,— jetzt ist die Brille auf die Nasenspitze gerutscht,— die liebe Alte ist über ihrer Zeitung eingenickt,— kein Wunder; sie hat tagsüber so fleißig gewirtschaftet und für ihren lieben Mann so treu gesorgt.— Da ist das Heimweh schon wieder— die dummen Tränen drängen sich hervor,— aber nein— sie will nicht traurig und mutlos sein.„Weinen macht häßlich“, sagte Großmutter immer, und sie will nicht häßlich sein. Leo soll Freude an seiner Frau haben—— nein, nie wieder soll er die ihm so verhaßten Tränen zu Gesicht bekommen. Rasch entschlossen öffnet sie den Flügel und sucht ihre Vereinsamung in Tönen zu vergessen.—— Ein Lächeln auf den Lippen, betritt Leo den Ballsaal. Liebenswürdig begrüßt er die Damen, zuvorkommend wendet er sich den älteren Herren zu, ei bon mot nach rechts und links, und bald sieht man ihn umringt von einer Schar lachender, junger Mädchen, er ist trotz seiner Verheiratung noch immer der Löwe Oeseue zimmischen Walzer, wie Herr von Degen. hardt tanzt sonst keiner," flüsterte eine junge Blondine ihrer Freundin Annie zu. „Ja, tanzen tut er tadellos, und als Tischnachbar ist er auch unbezahlbar, aber sonst’ne leichte Fliege, erwidert die Angeredete unwillig. Ihr worrage, Herz leidet mit der armen jungen Frau, die heut aus#### Hause sitzt. Sie ist nicht die einzige, die Degenhardts Erscheinen mißbilligend bemerkt hat, noch ein ar Augenpaar folgt ärgerlich den Bewegungen des jungen „Warum bleibt er nicht daheim, wenn seine Frau durch Migräne verhindert ist, auf den Ball zu gehen;? Scheint östers vorzukommen, daß er se alpig, 8ggen o5t, denn im Kosino lol. g. Nacht hinein gesessen haben!“ brummt der Oberst zum Major Lindheim gewandt Er läßt sch micht d„„enschen, die sich heute gerade im hellsten Lichte zeigt, beeinflussen. sames Auge heißt's fortan auf den jungen Offizier Leo hat die Eingangstür immer im Auge. Jetzt hat er die hohe, schlanke Gestalt entdeckt. Das Kerzenlicht fällt auf blendend weiße Schultern und eine Fülle von rötlichem Haar und läßt es wie Gold erglänzen. Bei Gott, sie ist schön! Schnell ist er an ihrer Seite. „Der gnädigsten Frau ergebenster Diener erinnert an den versprochenen Tischtanz.„. g, Tans Lächelnd reicht die schöne Frau iynchte Tung„Ich mußte ein wahres Spießrutenlaufen bestehen. Aber Sie wissen, wenn ich etwas versprochen... Bedeutungsvoll blickt das leuchtende Antlitz zu ihm „Und ich werde versuchen, mich der Ehre würdig zu zeigen, die Königin des Balles zu Tische führen zu düren.“ Näher an sie beranpezergggr, ger dann mit verhaltener Stimme:„Auf Ihr.! S., sel wieder bezaubernd aus. Dürfte ich heute den P 0 2%" 5 S S 8 * 55 FS SESEESE 10 S* GVEEE * g— * 2 S—* S 2 9 S5 # S 281 S##5 B5 2#* ASSELER G 2 9 5 5 SSE TOETSSSAGSNAS 2 E ge S 3•21 5 S S SCSULESUESS spielen, ich wüßte meine Göttin zu finden, um ihr den goldenen Apfel zu reichen.“ Er fühlt einen leichten Fächerschlag auf seinem Arm. Ihre Lippen sprechen:„Sie Schmeichler!“ Aber die schillernden Augen bohren sich begehrlich in die seinigen. Ist die einsame Frau daheim ganz vergessen? Leo hat nicht Zeit, an sie zu denken. Er kanzt und schaut in zwei blitzende, grüne Augen! Der Landrat von Gernsbach und seine Gattin meiden, insoweit dies mit ihrer Stellung vereinbar, die größere Geselligkeit. Jetzt haben sie sich ganz von derselben zurückgezogen, da er vor kurzem seinen Vater verloren hat. Um so mehr lieben sie es, allwöchentlich einen Kreis kunstsinniger Freunde zwanglos um sich zu versammeln. An diesen Mittwochabenden— die ästhetischen in der Stadt genannt— wird immer für irgendwelche Anregung gesorgt. Sei es, daß ein neues Drama mit verteilten Rollen gelesen wird, sei es, daß musikalische Elemente sich zusammenfinden— oder gleichgestimmte Seelen an der Hand von Stichen und Photographien das schöne Land der Kunst bereisen,— immer herrscht ein geistig angeregter, fröhlicher Ton, und jeder trägt sein Bestes zur Unterhaltung bei. Hier sühlt auch Asta sich bald heimisch, und mancher Mittwochabend, den Leo im Kasino bei den Kameraden verbringt, findet sie an diesem gastlichen Teetisch. Das überaus glückliche Familienleben der netten Gernsbachs übt einen eignen Zauber auf sie aus— bisweilen kann sie eine Regung des Neides nicht unterdrücken, wenn sie dies völlige Ineinanderaufgehen der beiden Gatten wahrnimmt und sieht, wie jeder schon am Blick des anderen Wunsch errät— und leise streift sie der Gedauke:„Liegt es nur an mir, daß es bei uns anders ist?" Vergebens hat sie bislang versucht, sich ihres Mannes Anerkennung zu erwerben. Und sie hat sich doch solche Mühe gegeben, sich nach jeder Richtung hin zu ändern und so zu werden, daß er mit ihr zufrieden sein könnte. Immer, immer denkt sie daran und arbeitet an sich und ihrem äußeren Menschen. Und etwas muß sie sich auch schon zu ihrem Vorteil verändert haben, denn man begegnet ihr jetzt freundlicher in größeren Kreisen, auch wird es ihr gar nicht mehr so schwer, sich an einer leichten Salonplauderei zu beteiligen. In der Tat hat ihr Auftreten an Sicherheit gewonnen und ihre, jetzt sehr geschmackvollen, Toiletten heben ihre schlanke Figur auf das vorteilhafteste hervor. Frau von Gernsbach hat sich ihres inneren und äußeren Menschen wahrhaft mütterlich angenommen und sieht nun mit Freude, wie schon nach wenigen Monaten ihre Ratschläge und Bemühungen mit Erfolg gekrönt sind. Alle Welt sieht die Veränderung, nur Leo geht blind an der vorteilhaften Entwicklung seiner Frau vorüber, und diese Gleichgültigkeit schmerzt sie tiefer noch, als alle früheren Vorwürfe, in welchen sie doch ein liebendes Interesse zu sehen glaubte. Mürrisch und müde kehrt er oft vom Dienst heim, muß dann gleich wieder hinaus— der Aermste ist auch gar zu abgehetzt, da ist es kein Wunder, so denkt sie, wenn ihm keine Zeit bleibt, sich noch geistig mit ihr zu beschäftigen und ihre unreifen, sicher sehr dummen Fragen zu beantworten. Aber sie will alles, was ihr fehlt, nachholen, sie liest viel und versucht sich immer mehr zu bilden, dann wird Leo auch mit der Zeit Freude haben, mit ihr über dies oder jenes zu sprechen und ihr von seinen Kenntnissen mitzuteilen, so wie es daheim der Großvater getan, der immer aus den Zeitungen vorlas und ein reges Interesse für die Tagesfragen bei der Enkelin zu wecken suchte. Allerdings hatte der gute Großvater keinen anstrengenden Dienst den ganzen Tag, ihm blieb so manche Stunde für seine Damen übrig.— Aber daß Leo so gar keinen Sinn für Musik empfindet, betrübt sie sehr; sie hatte sich's so schön gedacht, ihn abends mit ihrem Gesang und Spiel zu erfreuen, aber schon beim ersten Versuch hatte er ihr rundweg erklärt: „Ne, mit deinem Sing=Sang verschone mich, bitte. Mir ist Musik ein unangenehmes Geräusch.“ Traurig hatte sie den Flügel geschlossen und ihn nie wieder in seiner Gegenwart geöffnet.— Um eine Illusion war sie damals ärmer geworden. War es möglich, daß man Musik nicht lieben konnte? Ihr war sie die beste Trösterin in einsamen Stunden.— Heute abend geht es besonders lebhaft zu im Landratshause. Hell klingt Annie Lindheims Lachen dem Eintretenden entgegen, und angeregte Unterhaltung schlägt an sein Ohr. Werder hat heute einen Freund mitgebracht, den kürzlich herversetzten Stabsarzt Morbach: „Gnädigste Frau, darf ich Ihnen einen Kenner und glühenden Verehrer der edlen Frau Musika vorstellen? Doktor Morbach bittet unter die Gäste der ästhetischen Abende ausgenommen zu werden.“ Voll Interesse blickt Frau von Gernsbach auf den Neuangekommenen, der ihr schon als tüchtiger Arzt und angenehmer Gesellschafter gerühmt worden ist, und dessen charaktervolle Gesichtszüge, von Geist und Tatkraft zeugend, dies günstige Urteil zu bestätigen scheinen. Asta hat bei Nennung des Namens aufgehorcht: Morbach? So hieß ja Großvaters Schützling, der früher, als sie noch ein kleines Kind war, oft bei den Groß eltern zu Besuch gewesen und sie, Asta, dann immer sehr verwöhnt hatte. Ob es wohl derselbe war? Auch Annie hat den neuen Ankömmling neugierig gemustert und Wohlgefallen an der hohen, geschmeidigen Gestalt gefunden. „Du, ich finde, er sieht tadellos aus, nicht wahr?“ raunt sie ihrer Freundin Asta ins Ohr.„Warum er aber nur solch böses Gesicht macht? Er kann ja kleine Kinder bange machen.“ In der Tat geben die, über der Nase sich schließenden dunklen Brauen und die tiefe Stirnfalte dem Gesichte etwas Finsteres, sobald aber die Augen in angeregter Unterhaltung aufblicken, tritt ein Leuchten hinein, das das ganze Gesicht beinahe schön erscheinen läßt. „Nein, böse, finde ich, sieht er nicht aus, nur sehr ernst und nachdenklich, als blicke er mehr nach innen, wie nach außen. Denk' dir, Annie, ich glaube fast, ich habe ihn als Kind schon einmal gesehen, bin nur meiner Sache nicht ganz sicher." „So frag' ihn doch. Soll ich es für dich tun? Ich freue mich, wenn ich einen Vorwand habe, ihn anzureden. Scheint ja ein recht schlaues Huhn zu sein. Am meisten imponieren mir die witzigen Randglossen, die er immer so trocken dazwischen wirft." „Nein, Annie, störe ihn jetzt nicht mit so gleichgültigen Fragen, höre lieber zu.“ Aufmerksam folgt Asta der geistreichen, von etwas Sarkasmus untermischten Unterhaltung. Jetzt erzählt der Besprochene von einer Reise durch Norwegen und weiß so fesselnd die ernste Schönheit dieses großartigen Landes zu schildern, daß eine mächtige Sehnsucht zum Reisen sie ergreift— eine neue Welt öffnet sich vor ihr bei diesen begeisterten, anschaulichen Beschreibungen kein Wort möchte sie verlieren— jetzt führt der junge Arzt seine Zuhörer in das Thorwaldsenmuseum zu Kopenhagen. „Du, Asting, über dein andächtiges Gesicht könnte ich mich totlachen,“ flüstert die redelustige Annie.„Ich glaube, du hast Anlage zum Blaustrumpf. Jetzt wird mir die Unterhaltung zu öde.“ „Ich ein Blaustrumpf?" versetzt lächelnd die also Beschuldigte.„Heute fühle ich mehr denn je, wie schrecklich dumm und unwissend ich bin, und wie herrlich es sein muß, so viele Kenntnisse zu besitzen und alles Schöne mit solchem Verständnis genießen zu können.“ (Fortsetzung folgt.) S S 0iTESN EEES S SSSSEGSSSS K 5 E S S•SL 0 S 22 Die stumme Nachtigall. Von L. Gordon Giltner. (Nachdrus verboten.) Delavan lehnte sich verdrießlich in seinen Sessel zurück und grübelte darüber nach, unter welchem Vorwande er wohl das Theater verlassen könnte, in welches ihn sein Freund Gregory wider Willen geschleppt hatte, als das Orchester das Vorspiel zu der großen Arie von „Simson und Delilah“ begann. Im nächsten Augenblick ertönte eine Stimme, und von jetzt an sah und hörte Delavan weiter nichts, als diese wunderbare, weiche, glockenreine Altstimme. Delavan war ein tüchtiger Komponist, und wäre er genötigt gewesen, durch seine Fähigkeiten sein Brot zu verdienen, hätte er sich jedenfalls einen Namen in der musikalischen Welt erworben. Da er aber ein großes Vermögen besaß, hatte er es nicht weiter gebracht, als zu einem gewissen Dilettantismus. Er schuf hin und wieder eine hübsche Fantasie oder komponierte Melodien zu Gedichten, die ihm gerade gefielen. Seine Lieder waren in die Mode gekommen, und er hatte sie mehr oder weniger gut singen gehört, aber noch nie so, wie er sie in seinen Träumen gehört hatte. Er hatte stets behauptet, daß eine Stimme mehr für ihn bedeutete, als eine Persönlichkeit, und daß er, wenn er jemals eine Frauenstimme fände, die seinen musikalischen Sinn vollständig befriedigte, er ihre Besitzerin heiraten würde und wenn sie einen Buckel und eine Nase wie Lyrand hätte. Und jetzt, wo er gefunden hatte, was er suchte, hatte er nicht den Mut, die Sängerin anzusehen. „Sieh sie doch an, Delavan,“ flüsterte Gregory, „sie ist es wirklich wert,“ Delavan atmete tief auf, richtete den Blick auf die Bühne— und ließ ihn dort. Er konnte keine Worte finden für Miß Linds blendende, jugendfrische Schönheit. Sie konnte sich mit Recht neben ihre Stimme stellen— das sagte alles. Das Publikum war außer sich vor Entzücken, und sie wurde nach Beendigung der Arie immer aufs neue hervorgerufen. Sie verbeugte sich wieder und wieder, aber das genügte nicht. Dann fing sie wieder an zu singen, und zwar— Delavan wagte nicht, seinen Ohren zu trauen— eine seiner eigenen Kompositionen. Sie sang das kleine Lied, wie er es noch nie singen gehört hatte. Er saß wie verzaubert da. „Nun, was sagst du? Hatte ich dir zuviel gesagt?“ fragte Gregory stolz, als der letzte Ton verhallt war. Delavan antwortete nicht. Gregory wandte sich empört nach ihm um. „Bist du eigentlich taub, stumm und blind, daß dich ein solches Gesicht und eine solche Stimme nicht begeistern? Hast du kein Wort dafür?“ Delavans blasses Gesicht hatte einen gespannten, zerstreuten Ausdruck. „Gregory,“ fragte er leise,„kennst du den Regisseur?“ „Ja, ich kenne ihn. Warum?“ „Kannst du mir eine Unterredung mit ihm verschaffen? Ich muß Fräulein Lind sehen, bevor sie das Theater verläßt.“ Gregory ging mit seinem Freunde in das Kontor des Regisseurs. „Es kommen viele Herren zu mir, die denselben Wunsch haben,“ sagte der Regisseur lächelnd, als Delavan ihm die Bitte ausgesprochen hatte, ihn Miß Lind vorzustellen,„aber ich kann ihm leider nicht willfahren. Miß Lind hat ein altes Angeheuer von einer Tante, die wie eine Klette an ihr hängt. Niemand kann sich Miß Hilda nähern, wenn die Tante auf Deck ist, und das ist sie immer.“ „Sie mißverstehen die Situation, Brenner," unterbrach Gregory ihn ungeduldig.„Mr. Delavan ist Komponist und wünscht Miß Lind in Geschäftsangelegenheiten zu sprechen.“ Fünf Minuten später stand Delavan Miß Lind gegenüber und sprach seine Freude über die Ehre aus, die sie ihm dadurch erwiesen, daß sie eins seiner Lieder in ihr Repertoire aufgenommen hatte. Die Schönheit des jungen Mädchens verlor nicht, wenn man sie in der Nähe sah. Sie erschien Delavan in ihrem einfachen Hauskleide sogar noch reizender, als in dem eleganten Kostüm, welches sie auf der Bühne getragen hatte. Ihre Stimme aber ließ beim Sprechen viel zu wünschen übrig. Sie war matt, monoton und ziemlich hart, aber Delavan stand noch viel zu sehr unter dem Banne des Zaubers, den ihr Gesang auf ihn ausgeübt hatte, um darauf zu achten. Dem Winke folgend, den Gregory ihm bei seiner Verhandlung mit dem Regisseur gegeben hatte, bat er um die Erlaubnis, Miß Lind am folgenden Tage besuchen zu dürfen, um ein Lied mit ihr durchzugehen, welches er ihr zuzueignen wünschte. Das junge Mädchen zögerte einen Augenblick und wandte sich dann mit einem fragenden Blick an ihre Tante, Miß Ames. Delavan war dieser, die anscheinend eine ältere Dame war, gleich vorgestellt worden, aber der dichte Schleier, den sie trug, verhinderte ihn, ihre Züge zu erkennen. Auch ihre Haltung verriet ein kurzes Zögern, aber dann antwortete sie in einem sanften, höflichen Tone: „Es wird uns freuen, Sie morgen vormittag um elf bei uns zu sehen. Wir wohnen North Street 123.“ Delavan schlief nicht viel in dieser Nacht. Unter dem Eindruck von Miß Linds herrlichem Gesang kom, ponierte er ein Lied, welches ihm selbst äußerst gelungen erschien, und erst, als sich das erste Tageslicht in sein Zimmer stahl, legte er mit einem Gefühl des Triumphes die Feder nieder und begab sich zur Ruhe. Um elf war er in der Wohnung der Säugerin. Miß Lind empfing ihn sofort, nachdem er seine Karte hereingeschickt hatte. Sie dankte ihm sehr freundlich für die Ehre, die er ihr erweisen wollte, und bat ihn, das Lied vorzutragen, welches er ihr widmen wollte. „Ich muß Ihnen vorher ein Geständnis machen, Miß Lind,“ sagte er lächelnd.„Dieses Lied existierte gestern abend erst in meiner Phantasie, aber von Ihrem Gesange begeistert, habe ich es in dieser Nacht komponiert. Ich weiß nicht, ob es Wert hat und Ihnen gefallen wird, aber——“ Er setzte sich an das Klavier und begann. Er hatte einen gut ausgebildeten Bariton und sang mit Geschmack und Gefühl. Von allem, was er komponiert hatte, trug nichts so sehr den Stempel des Genies, wie diese einfache reizende Melodie. Als er endete, standen die Augen des jungen Mädchens voll Tränen. „Es ist schön— wunderbar schön,“ flüsterte sie. „Und dieses Lied ist mir gewidmet? 9, könnte ich es doch singen!“ „Es singen!“ unterbrach er sie.„Das kann ja niemand besser als Sie. Ihre Stimme und Ihr Vortrag verwandeln ja alles in Gold, wie es die Berührung jenes Königs im Altertum tat. Wollen Sie versuchen, das Lied zu meiner Begleitung zu singen?“ Ein Ausdruck der Verlegenheit überflog das Gesicht der jungen Dame. „Aein, Mr. Delavan,“ sagte sie zögernd,„ich singe nicht gut vom Blatt. Meine Tante Helen lehrt mich alle meine Lieder. Ich fürchte, daß ich sehr viele Fehler machen würde, wenn ich versuchte, vor Ihnen zu singen, ohne vorher geübt zu haben. Wollen Sie morgen um Seite 3 Schw rter Zeitung.(Amtliches K#reieblait.) Dienstag, den 29 August.1911. Nr 202 neuen Streche Schwerte=Iserlohn hier tätig ist, wurde die unkündbare Anstellung verliehen. ** Ergste, 28. Aug.(Das Fahrrad), welches hier vor einigen Tagen gefunden worden ist, gehörte dem Maler St. in Schwerte und ist von diesem wieder in Empfang genommen worden. ** Hennen, 28. Aug.(Unglücksfall.) Der berittene Gendarmerie=Wachtmeister Kahrger kam am Samstag abend auf einem Dienstgange so unglücklich zu Fall, daß er sich einen Beinbruch zuzog. Dieser Unglücksfall trifft Herrn K. um so empfindlicher, weil er zum 1. Oktober auf seinen Wunsch pensioniert worden ist und an diesem Tage mit seiner Familie nach Mülheim=Ruhr übersiedeln wollte, um dort eine Privatstelle zu übernehmen. Ueber den Nachfolger des Herrn K. ist noch nichts bekannt geworden. Asseln, 28. Aug.(Auf tragische und eigenartige Weise) kam hier der Ackerwirt J. Hustedte zu Tode. Als der Mann die Haustür schließen wollte, fiel die obere der vier großen Türen aus den Angeln. H. wurde von ihr im Rürken derart getroffen, daß der Tod bald eintrat. ** Wellinghosen, 28. Aug.(Gewerkschaft„Adm ral.) Ueber den Stand des Werkes wird berichtet, daß das Schachtabteusen des Hauptförderschachtes zum 1. August eingestellt wurde, nachdem die vorgesehene Endteuse von 135 Meter erreicht worden ist; inzwischen sind drei weitere Flöze von 0,45, 0,76 und 0,60 Meter reiner Kohlenmächtigkeit angetroffen worden, von denen die beiden ersteren als Flöze des Eßkohlenhorizonts mit hohem Gasgehalt identifiziert worden sind. Die Vorrichtungsarbeiten bewegen sich heute in drei Flözen. Insgesamt wurden bisher fünf Flöze mit Kohlenmächtigkeit von 2.76 Meter aufgeschlossen. Die arbeitstägliche Förderung beträgt heute 40 To., die, soweit sie nicht zum eigenen Bedarf verfeuert werden, im Landdebit abgesetzt werden. Der Bau der Grubenanschlußbahn konnte, nachdem das Enteignungsverfahren in erster Instanz beendet worden ist, ebenfalls mit dem Juni in Angriff genommen werden. Die Fertigstellung wird sich bis in den Spätherbst hinziehen. Die Belegschaft war 175 Mann stark, die sich mit nur 93 Arbeitern auf die unterirdischen Anlagen und mit 82 auf die Tagesbelegschaft verteilt. Hörde, 29. Aug.(In der Mordsache Jost) hatte die Polizei im Interesse der Untersuchung die Verhaftung der Arbeiter Schwärzel, Weber und Kramer für erforderlich gehalten, doch konnte infolge der weiteren Ermittelung die Haftentlassung der drei von der Staatsanwaltschaft angeordnet werden. Der Tat beschuldigt wird nunmehr der Arbeiter Redegeld. Dieser war ebenso wie Jost, der nicht als Gelegenheitsarbeiter im Sinne der Eckensteher galt, an dem Tage mit größeren Barmitteln versehen und benutzte das Geld, eine Einberufung zur militärischen Uebung gehörig zu begießen. Jost, der sich daran beteiligte, scheint in rauflustiger Stimmung gewesen zu sein. Er trug ein Hackmesser bei sich und bedrohte mit diesem andere Personen. Nach einer Darstellung soll Redegeld dem Jost has gefährliche Werkzeug fortgenommen und eingesteckt haben. Jedenfalls kam es später zwischen den beiden Kneipkumpanen zum Streit, in dessen Verlauf Jost sein Leben lassen mußte, und zwar hatte das Hackmesser als Mordwerkzeug gedient. Der Ermordete hatte schwere Verletzungen erhalten. Die Nase war durchschlagen, ein Auge ausgestochen, die Stirn zeigte Wunden und am Halse war ein jedenfalls tödlich gewesener Stich, der die Schlagader durchschnitten hatte. Der blutige Vorgang muß sich ziemlich lautlos und unmittelbar nach Verlassen eines Lokals abgespielt haben. Redegeld, der sofort nach der Tat verschwunden ist, hatte vorher noch geäußert, daß er von Jost angegriffen worden sei und in Notwehr gehandelt habe. Durch die weitere Untersuchung wird sich ergeben müssen, in welchem Umfange dem Redegeld die Schuld an dem Tode zufällt. Gattenmord. Brünn, 29. August. In Praskowitz wurde der 84jährige Grundbesitzer Franz Sverak von seiner 40jährigen Frau mit Phosphor vergiftet, da sie ihren jungen Geliebten heiraten wollte. Die Mörderin konnte nur mit Mühe vor der Volkewut geschützt werden. Unwetter=Katastrophe. Odessa, 29. August. Hier hat ein surchtbares Urwetter verbunden mit einem Zyklon gewaltigen Schaden angerichtet. In den Straßen stand das Wasser meterhoch. 50 Personen wurden durch herabstürzende Dachziegel schwer verletzt, viele Menschen sind ertrunken und etwa 20 Personen durch Blitzschläge getötet. c 3„„ Epidemische Kinderlähmung in Bänemarl und Schweden. Kopenhagen, 29. August. In den nordischen Ländern ist die Kinderlähmung epidemisch aufgetreten. Von der Insei Bornholm breitet sich die Epidemie über ganz Dänemark aus. Am häusigsten tritt die Krankheit jedoch in Schweden auf, besonders in Stockholm. Gestern sind in Stockholm Aerzte zusammen getreten, um über eine etwaige Schließung der Schulen zu beraten. Zur Fortsetzung der Marokkoverhandlungen. Paris, 29. August. Man legt hier Wert auf die Konstatierung der Tatsache, daß zum Wiederbeginn der deutsch=französischen Verhandlungen der Reichskanzler in Berlin eintrifft und dort einige Tage zu verweilen gedenkt. Aus diesem Umstande wird geschlossen, daß die von Cambon mitzubringenden Vorschläge ohne Aufschub den Gegenstand gründlicher Erörterungen zwischen dem Kanzler und dem Staatssekretär bilden werden. Dieses abgekürzte Verfahren entspricht durchaus den Wünschen der hiesigen leitenden Kreise. Die Abendblätter geben denn auch der Hoffnung Ausdruck, daß die Veröffentlichung der in Berlin und Paris gleichzeitig aufzugebenden Noten über die prinzipiellen Entschließungen in den Hauptfragen in der nächsten Woche erfolgen können. Dann werde man, so heißt es weiter, allerdings sich eine gute Weile in Geduld zu fassen haben, da bei den Angelegenheiten der neuen Abgrenzung die fachmännischen Autoritäten mitzuwirken haben. Es ist bekannt, daß das vom hiesigen Kolonialministerium Herrn Cambon zur Verfügung gestellte Material sehr reichhaltig ist. Libertee gibi ihrem Befremden Ausdruck, daß in Berlin die friedliche: Absichten des sranzösischen Ministerpräsidenten nicht die hier erwartete Würdigung zu finden scheinen. Englische Flotten zusammenziehung. London, 29. August. Dem Evening Standard wird aus Edinburg gemeldet: In Firth of Forth sand gestern Morgen eine außerordentliche Zusammenziehung von Torpedofahrzeugen statt. Sie dehnen sich in zwei langen Parallel=Linien oberhalb der Firth=of=Forth=Brücke aus, zusammen sind es 22 Torpedoboote. Außerdem sind vier Schlachtschiffe dort und weitere Schlachtschiffe werden erwartet. Die Mündung ist so gedräng: voll, daß Lord Roseberys Yacht am Sonnabend ihren gewöhnlichen Ankerplatz nicht erhalten konnte. Es wird nur kurzer Landurlaub erteilt und aus den Gesprächen der Mannschaften geht hervor, daß die Flotte auf einen Monat verprovinntiert ist. Ein Kulturbild aus Italien. Cosenza, 29. August. In Verbicaro kam es infolge sanitärer Maßnahmen zu ernsthaften Ausschreitungen. Die Menge, die sich in dem Wahn befand, daß die ansteckenden Krankheiten künstlich verbreitet würden, soll 2 Leute vom Roten Kreuz und einen Gemeindebeamten getötet und das Rathaus angezündet, die Telegraphenlinien zerstört und Straßen verbarrikardiert haben. Der Unterpräfekt von Paola ist sofort mit Truppen Krankenpflegern und ärztlichen Hilsomitteln ausgebrochen. Es sind strenge Anordnungen getrossen worden, die Ruhe und Ordnung unverzüglich wiederherzustellen. Ingenieur Richter. Saloniki, 29. August. Richter ist in Kozwani eingetroffen und hat von dort an einen ihm bekannten deutschen Herrn gedrahtet, dieser möge heute abend nach Karaseria kommen, um ihn dort zu erwarten. Somit kann Richter erst Mittwoch abend in Saloniki sein. Rußland und Japan. Petersburg, 29. August. Der Kaiser von Japan hat an den Kaiser von Rußland folgendes Telegramm gerichtet: Sehr glücklich über das endgültige Einvernehmen, das zwischen unseren Regierungen hergestellt wurde, im aufrichtigen Geist der Verständigung über einige Fragen, die bisher ohne Lösung geblieben waren, ist es mir besonders angenehm, Ew. Majestät mitzuteilen, daß ich befohlen habe, daß das Schiff„Angara“ der russischen Regierung zurückgegeben werden soll, als Beweis der Gefühle unwandelbarer Freundschaft, die ich für Sie hege. Ich bin gewiß, daß Ew. Majestät mit mir der Ueberzeugung sind, daß die endgültige Regelung unserer strittigen Fragen dazu beitragen wird, die guten Beziehungen, die zwischen unseren beiden Ländern bestehen, noch mehr zu festigen. Der Kaiser von Rußland gab folgende Antwort: Ich danke Ew. Majestät von ganzem Herzen für die Gefühle, der Sie Ausdruck verliehen haben gelegentlich der auf der Grundlage von beiderseitigen Zugeständnissen über einige Fragen, die bishei zwischen unseren Regierungen ungelöst geblieben waren, so glücklich zustande gebrachten Entente. Ich teile vollkommen die Gefühle, die die endgültige Regelung dieser strittigen Frage mit sich brachten. Ich sehe in der Maßnahme, die Sie mit dem Befehl, meiner Regierung das Schiff„Angara“ zurückzugeben, getroffen haben, einen neuen Beweis und ein sehr wertvolles Unterpfand der gegenseitigen Freundschaft, die uns vereinigt. Panik in einem Kloster. Pjaetigorsk, 29. August. Bei der während des gestrigen Abendgottesdienstes im Uspenskitloster ausgebrochenen Panik sind 7 Frauen umgekommen. Die Zahl der Verwundeten beträgt 20. Verhängnisvoller Sturm. Neuyork, 29. August. An der Küste von Südkarolina hat in der vorvergangenen Nacht ein schwerer Sturm mannigfachen Schade angerichtet. Wie der Korrespondent der Accosiated Preß aus Charleston meldet, sollen etwa 20 Menschen getötet und viele verletzt worden sein. Handel. Neuß, 28. Aug. Rüböl 66,50, faßweise 68,50, gereinigtes 69.50 M für 100 Kgl., Rübkuchen, große 104, kleine 108.K für 1000 Klg. waggonweise. Weizen 1. Sorte 19,30, 2. Sorte 18,30 M, Roggen 1. Sorte 16,10, 2. Sorte 15,10 M. Hafer 1. Sorte 17,00, 2. Sorte 16,00 M, für 100 Klg. Kartoffeln 3.30—3,70 M. Heu 2,70—3,20 M, Luzerner Heu 3.70—4,20.A für 50 Klg. Krummstroh 16,00, Breitdruschstroh 18,00 A für 500 Klg. Kleie 5,50 M für 50 Klg. Köln, 28. Aug. Luzerner Heu 10,00—10,50 M, Wiesenheu 6,00—6,50 M, Roggen Breitdruschstroh 4,20—4,60 MA, Krummund Preßstroh 2,75—3,25 M. Bad Königsborn bei Unna. Wie die Badeverwaltung bekannt macht, treten vom 1. bis 30. Sepiember ds. Is. für sämtliche Besucher des Bades um zirka 20, ermäßigte Preise für Bäder in Kraft. Der Preis eines Solbades ist von 1,30 M auf 1.— M und derjenige eines Thermalbades von 1,50+ auf 19 K eersscher Arbeiterbewegung. Aussperrung in der sächsischen Metallindustrie. Die Aussperrung der Arbeiter in der Metallindustrie ist Samstag in Chemnitz und in Dresden mit 60 vom Hundert der Arbeiter vollzogen worden. Die Hoffnungen auf Einigung haben sich also nicht erfüllt. Ueber die Gründe des Scheiterns der Verhandlungen zwischen den Kommissionen der Arbeiter und der Arbeitgeber von Freitag konnten nicht bis zur Beratung der eigentlichen Forderungen gelangen, weil die Arbeiterkommission verlangte, daß die Arbeitgeber schriftlich erklären sollten, daß der Chemnitzer und Dresdener Arbeitgeberverband an die Arbeiterschaft herangetreten wäre zwecks Herbeiführung von Verindlungen. Da diese Erklärung mit den Tatsachen in Widerspruch gestanden haben würde, konnten die Arbeitgeber sie nicht abgeben. Deswegen wurden die Verhandlungen wirder abgebrochen und die Aussperrung ist in dem erwähnten Maße erfolgt. General=Aussperrung? Erfurt, 28. Aug. Die Verhandlungen in der Metallindustrie in Erfurt sind gescheitert, weil die Arbeiter die Bedingungen der Arbeitgeber mit sehr großer Mehrheit abgelehnt haben. Morgen beginnen die Verhandlungen wegen der GGesamtaussperrung in Berlin. Letzte Drahtmeldungen. Schweres Unwetter im Kreise Worms. Worms, 29. August. Der Kreis Worms ist gestern von einem furchtbaren Unwetter heimgesucht worden. Durch einen Wolkenbruch wurden die Straßen einzelner Ortschaften meterhoch unter Wasser gesetzt. Im Augenblick bildeten sich große Seen. Ganze Weinberge und Weinpflanzungen riß das Wasser mit sich fort. Hunderte Stück Vieh sind ertrunken. Viele Gebäude sind eingestürzt. Besonders schwer sind die Beschädignngen der Kuranlagen in Schlangenbad. Todessturz eines Arztes in den Bergen. Oberstdorf, 29. August. Im Allgäu hat sich gestern ein erschütterndes Unglück zugetragen. Der prakt. Arzt Dr. Schwarz aus Memmingen, der gestern mit seinem Sohn den Kleinen Wilden besteigen wollte, ist infolge Versehlens eines Griffes in die Tiefe gestürzt und blieb mit zerschmetterten Gliedmaßen tot liegen. Seinem Sohn gelang es, ohne fremde Hilfe abzusteigen. Er überbrachte der im Oytal zurückgebliebenen Mutter die Todesnachricht. Opfer der Hitze. Stettin, 29. August. Beim Einzug des Kaiserpaares erlitten zwei Soldaten Hitzschläge. Es sind ferner 50 der infolge der Hitze erkrankt. Wilhelm Hampe, Ingenieur Bureau Konzessioniert bei den Werken:— 1. Kommunal. Elektrizitätswerk Mark 2. Westf. Verbands-Elektrizitätswerk. Elektr. Licht- und Kraft- Anlagen. Original-Osramlampen in jeder Kerzenstärke u. Spannung zu billigsten Preisen. = Motore, Ventilatoren, Beleuchtungskörper, Heizkörper jeder Art! Ingenieurbesuch und Kostenanschläge frei. Vertreter: Monteur Oreibholz, Schwerte, Schulstr. 2. 1908 325 ! 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Der Plan über die beabsichtigte Verlegung liegt im hiesigen Amtshaus— Baubüro— während der gewöhnlichen Dienststunden zur Einsicht der Interessenten offen. Gemäß§ 57 des Zugeständigkeitsgesetzes mache ich dieses Vorhaben mit der Aufforderung bekannt, Einsprüche binnen 4 Wochen bei der unterzeichneten Wegepolizeibehörde anzubringen. 5211 Annen, den 26. August 1911. Die Wegepolizeibehörde. Drees, Amtmann. Schlachthof. Mittwoch, den 30. ds. Mis., vormillags 8 Uhr wird auf der Freibank das Fleisch einer Kuh und eines Schweines verkauft. Die Schlachthosverwaltung. Modernes Haus (Villenstil), 12 Räume, mit Garten ist wegzugshalber sofort billig bei kleiner Anzahlung zu verkaufen. Offerten unter HN 5141 befördert die Geschäflstelle dieser Zeitung, Bekanntmachung. Mit Rücksicht auf den gegenwärtigen Stand der Maul= und Klauenseuche in den Regierungsbezirken Arnsberg, Münster, Minden, Osnabrück und Hannover, von welchen aus der hiesige monatliche Viehmarkt hauptsächlich beschickt wird, und die große Gefahr der Weiterverbreitung der Seuche wird auf Grund des§ 64 des Ausführungsgesetzes zum Reichsviehseuchen=Gesetz der am 31. August d. Is. in hiesiger Stadt anstehende Viehmarkt hiermit aufgehoben. Hamm,(Westf.), den 22. August 1911. Die Polizei=Verwallung: 5213 gez. R. Matthai. Oberbürgermeister. Nachtrag. Bad Königsborn bei Unna. Vom 1. bis 30. September ds. Is. gelten für sucher des Bades um ca. 20% sämtliche Beermässigte Bäderpreise 1 Solbad Mk. 1 Termalbad 1.— statt Mk. 1.30, 1.20„„ 1 50. 5208 Die Badeverwaltung. Sparkasse der e. C. m. b. u. Schwerte. Der zum Ortsstalut betreffend die gewerbliche Fortbildungsschule in Schwerte vom 10. März 1904 erlassene Nachtrag vom 17./ Jawaphabar!. Februar 1911(Gesamtstundenplan) wird nach Anhörung der betei= DU WeTDCBAUA, ligten Gewertreibenden und Arbeiter mit Justimmung der Stadtver=) ordneten=Versammlung wie folgt ergänzt: Reichsbank-Giro-Konto, Fernspr. 18. Postscheckkto. No. 1 765 Köln. In Jeile 16 hinter dem Worte„Nahrungsmittelgewerhler“ sind„„ J. 10 1Uhn vtorm 8 80 bi- 5 30 Uhr wech einzusetzen die Worte:„einschließlich der Gärtner=, der Keuner= und lassenstunden: 9 bis 12 Uhr vorm., 3.30 bis 5.30 Uhr nachm. der Friseurlehrlinge". In Zeile 27 hinter dem Worte:„das schmückende Gewerbe“ sind einzusetzen die Worte:„einschließlich der Gärtnerlehrlinge“. Vorstehender Nachtrag tritt mit dem Tage der Veröffentlichung in Kraft. Schwerke, den 10. August 1911. Der Magistrat. (L. S.) gez.: Rohrmann. gez.: Niederstadt. Genehmigt. Arnsberg, den 17. August 1911. Namens des Bezirks=Ausschusses, Abt. I. Der Vorsitzende: (L. S.) In Vertretung. gez.: Frhr. Quadt. C. VIa. 12/11 Auswärt. Beamter sucht zum 1. Jan. 1912 abgeschl. 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Donnerstag 7—9„ III„„„„ 7—9„ „ III—I Bauhandwerker Dienstag u. Freitag 7—9„„ „ III—I Bekleidungs= und Nahrungsmittelgewerbler, einschließlich der Gärtner=, der Kellner= und der Friseur=Lehrlinge.. Montag und Donnerstag 7—9 Uhr abends. „ III—I Kaufmännische Abteilung Dienstag und Freitag 7—9„„ „ BI Schlosser...... Sonntag 7—9„ vorm. „ B IIa Klempner...... Sonntag 7—9„„ „ B llb Klempner und Maurer. Sonntag 11—1„„ BIlI Schlosser... Sonntag 7—9„„ „ B III-I Schlosser und Holzarbeiter Sonntag 7—9„„ „A III-Ia Berufe für das Bekleidungs=Gewerbe Sonntag 7—9„ „A lll-Ib Berufe für das schmückende Gewerbe einschließlich der Gärtnerlehrlinge Sonntag 7—9„„ Die Zeichenklassen B III, B III-I, A III-Ia und A Ill-lb werden im Winterhalbjahre des Sonntags von 11—1 Uhr vormittags unterrichtet. 5207 gegen hohen Accord oder später gesucht. s che sofort 5208 Ende September findet ein junges Rädchen freundliche Aufnahme zur Erlernung der Küche und des Haushalts. Hotel Hencke, 5133 Dahlerbrück a. d. Vollme. 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Bullen: a) vollfleischige ausgewachs. höchsten Schlachtwertes b) vollfleischige jüngere Bullen... e:. c) mäßig genährte jüngere und gut genährre altere Rinder und Kühe: a) vollfleischige, ausgemästete Rinder höchsten Schlacktwertes.....,„ b) vollfleischige ausgemästete Kühe höchsten Schlachtwertes bis zu 7 Jahren... c) ältere ausgemästete Kühe und wenig gut entwickelte jüngere Kühe und Rinder..... d) mäßig genährte Kühe und Rinder..... e) gering genährte Kühe und Rinder..... Kälber: a) Doppelender, feinste Mast b) feinste Mastkälber......... c) mittlere Mast= und beste Saugraiber.... d) geringere Mast= und gute Saugkälber e) geringere Saugkälber Schafe: a) Mastlämmer und jüngere Masthammel... d) ältere Masthammel, geringere Mastlämmer und und gut genährte junge Schafe........ c) mäßig genährte Hammel und Schafe(Merzschafe) Schweine: a) vollfleischige der feineren Rassen und deren Kreuzungen im Alter bis zu 1½ Jahren.... b) fleischige..... c) gering entwickelte, sowie Sauen und Eber 80—84 77—82 70—76 66—70 60—64 95—99 90—95 83—89 77—82 82—85 63—64 62—64 60—63 * * i zu 101 Pfg.,735 Pfg., 60 Pfg. und 1 Mk. empfiehlt Buchhandlung Carl Braus. Zwangsverkeigerung Am 30. d. Mis., vorm. 10 Uhr werde ich beim Wirt Raih, hier 1 Ladentheke, 1 Schaukasten, 1 Glasschrank mit Schokolade, 2 Kuchenteller u. 1 Partie Klümpchen mit Gläsern öffentlich gegen bar versteigern. 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