Uier! Amtuches Kressenat für den kreis Schwerter Volksblatt Verbunden mit: General-Anzeiger für den Kreis horde Die„Schwerter Zeitung“ erscheint täglich, ausser Feiertags. Bezugspreis: Mk. 1.6s vierteljährlich, bei der Post für Bestellgeld 42 Pig. mehr. Wöchentliche Gratis-Beilage: „Illustrierter Familienkreund“ und tägl. Unterhaltungs-Blatt. Anzeigenpreis. Die sechsgespaltene Petitzeile oder deren Raum 1° PI., Anzeigen von auswärts 1S Pf., Reklamezeile 40 Pf. Die„Schwerter währt Ihren jeden mit Cod tall gemäss ungen Zeitung" geAbonnenten für endenden UnIhrer BeckingUnterstütrung 0 Schwerter Volks-Zeitung Alie kreis- und lokalpolizeilichen Verordnungen für den Kreis Hörde erlangen gemäss Bekanntmachung der Königl. Regierung durch Veröstenttichung in der„Schwerter Zeitung“ rechtse o o o o o verbinckliche Kraft o c c c c e Druck und Verlag von Sarl Braus, Schwerte-(Ruht). Femsprecher Dr. 62. Celegr.-Adresse: Braus. Schwerte-Ruhr. Erstes und ältestes Tagesorgan des Kreises S haupt-Annoncenblatt Nr. 119. Erstes Blatt. Für die neuen Abonnenten der„Schwerter Zeitung“ besteht eine besonderer Vorteil darin, daß ihnen die Zeitung schon von heute ab gratis geliefert wird. Bestellungen werden jederzeit von den Boten und in unserer Geschäftsstelle entgegen genommen. Des Kaisers Heimkehr aus London. Nach dem pompösen Leichenbegängnis seines Oheims hat der deutsche Kaiser London wieder verlassen. Es ist nicht das erste Mal, daß ein Mitglied des Hohenzollernhauses zu Pferde die Straßen der englischen Hauptstadt durchritt. Kaiser Friedrich gehörte als Kronprinz dem Gefolge an, welches den Wagen der Königin Viktoria bei deren Regierungsjubiläum begleitete. Er ritt damals neben seinem Schwager, dem nunmehr verstorbenen König Eduard. Die beiden Herren galten als intime Freunde; ob die bekannte englische Mißtrauenskrönung gegen Deutschland ausgeblieben wäre, wenn Kaiser Friedrich, der in diesem Jahre 79 Jahre alt geworden wäre, länger regiert hätte? Wohl kaum! Denn der Vater unseres Kaisers hätte keine andere auswärtige Politik gutheißen können, wie nach ihm sein Sohn. Die Verhältnisse bleiben immer mächtiger, wie die Menschen. Der letzteren Schuld ist es leider nur zu oft, daß sie die wahren Tatsachen nicht anerkennen wollen, sondern noch entstellen. Und wie das bei der englischen Invasions= und Spionagefurcht geschehen ist, wissen wir. Der gegenwärtig beendete Besuch Kaiser Wilhelms in London ist von einem Teil der Londoner Zeitungen als ein so bedeutsames Ereignis aufgefaßt worden, daß sie allen Ernstes den Vorschlag machen, durch alles Vorangegangene einen dicken Strich zu machen und mit einer ganz neuen Auffassung der beiderseitigen Beziehungen zu beginnen. Sie führen hierzu aus, König Eduard lebe nicht mehr, wobei sie vergessen, daß die von ihm angeregten und abgeschlossenen Verträge ihn überleben, und Kaiser Wilhelm sei nicht mehr der junge Kaiser von ehedem, sein Haar sei grau geworden. Deutschland hat sich nie geweigert, zu vergessen, was gesprochen, geschrieben und gehandelt ist, es hat dies Vergessen auch betätigt. Wir erinnern nur an die Beschlagnahme deutscher Postdampfer durch britische Kriegsschiffe während des Burenkrieges. Wenn allerdings die Londoner Blätter unter diesem„Vergessen“ die Aufgabe von deutschen Lebens=Interessen verstehen, oder gar an eine Rückgabe von Elsaß=Lothringen an Englands Freund Frankreich denken, dann müßten sie sofort erkennen, daß es nicht das geringste ausmacht, ob das Haar Kaiser Wilhelms II. von blondem oder grauem Hage geziert ist. Zu einer freundlichen Gestaltung der deutsch=englischen Beziehungen gehört die schon oben erwähnte klare Erkenntnis der wahren Tatsachen. Woraus ist das britische Mißtrauen auf Deutschland entstanden? Nicht in allererster Reihe aus dem notwendigen Wachstum unserer Seemacht, die unseren Welthandel sichern soll, sondern aus Aerger über eben diesen riesig angewachsenen internationalen deutschen Handel. Der Engländer ist ein ausgezeichneter Kolonisator, Industrieller und Kaufmann, aber er kann sich nicht mit der neuen Geschäfts=Methode vertraut machen, die Wünsche seiner Abnehmer zu erforschen und zu erfüllen. John Bull meint, mit dem, was er auf den Weltmarkt bringe, womit er selbst zufrieden sei, damit müßten auch die anderen Nationen einverstanden sein. Und so weit ging diese Bequemlichkeit, daß der Brite seinen Kunden zumutete, die englische Sprache zu lernen, während er es nicht für nötig hielt, fremde Idiome sich anzueignen. Darin ist infolge der deutschen Gewandheit eine starke Aenderung eingetreten, wir haben manches Geschäft gewonnen; und diese unsere Konkurrenz=Erfolge, welche die Engländer verdrossen, sind der Kern der bisherigen Verstimmungen. Soll eine neue Freundschaft kommen, müssen also unsere Vettern jenseits des Kanals vor Allem erkennen:„Genau so gut, wie wir, kann des Deutsche Mittwoch, den 25. Mai 1910. für seine Geschäftstätigkeit Gewinn in aller Welt suchen, und er hat auch das Recht, diesen seinen Handel zu schützen.„Der Deutsche arbeitet auf dem Weltmarkte nicht, um uns zu schikanieren, sondern, weil er leben muß!" Diese Tatsache erkannt und gewürdigt, bringt mit einem Schlage eine ehrliche Freundschaft zu stande; wird sie nicht erkannt und nicht gewürdigt, dann— ja dann mag man mit Engelszungen reden, und die beiden Monarchen mögen einander noch so oft besuchen, es bleibt doch Alles. Alles beim Alten. Politische Uebersicht. Deutschland. Der Kaiser hat der Witwe des kürzlich verstorbenen Geh. Rats Dr. Plank ein Beileidstelegramm zugehen lassen, in dem der Monarch besonders die hervorragenden Verdienste des Verewigten um das bedeutungsvolle Einigungswerk des Bürgerlichen Gesetzbuches hervorhebt. Erkrankung des zweitältesten Kronprinzensohnes. Prinz Louis Ferdinand von Preußen, der am 9. November 1907 geborene zweite Sohn des Kronprinzenpaares, ist an einem fieberhaften Bronchial=Katarrh und einer akuten rechtsseitigen Mittelohr=Entzündung erkrankt. Die kronprinzlichen Eltern des erkrankten Kindes, die sich zurzeit in Oels aufhalten, wurden telegraphisch von der Erkrankung verständigt. Die Erkrankung des kleinen Prinzen nimmt einen befriedigenden Verlauf und gibt zu Bedenken keinen Anlaß. Am Krankenlager des Kleinen weilt häufig die Kaiserin. Die Wahlrechtsvorlage und die nationalliberale Partei der Provinz Hannover. Der Provinzialvorstand der nationalliberalen Partei der Provinz Hannover, der am Sonntag in Hannover zu einer Sitzung zusammengetreten war, nahm folgende Resolution an:„Der Provinzialvorstand der nationalliberalen Partei in Hannover erklärt sich einstimmig mit aller Entschiedenheit gegen die Herrenhausbeschlüsse in der Wahlrechtsvorlage. Er hält an der Forderung der direkten und geheimen Wahl fest und spricht zugleich die Hoffnung aus, daß es gelinge, in dieser wichtigen Frage eine geschlossene Haltung der Landtagsfraktion zu erzielen.“ Die Beschließung neuer Steuern im Reiche wird für den Fall angekündigt, daß die Reichseinnahmen im Mai ebenso ungünstig sein sollten, wie die im April waren. So wenigstens weiß die Augsburger Abendzeitung, keinem Steuerzahler zur Freude, zu melden. Vielleicht ist die Mitteilung jedoch auf den Wunsch der Regierung zurückzuführen, möglichst bald die Reichswertzuwachssteuer zu erhalten; denn für eine neue Finanzreform könnten sich bis auf weiteres weder Volk noch Reichstag erwärmen. Deutschland und Persien. Die Meldung, Kaiser Wilhelm habe in London persönlich wegen der deutsch=russischen Differenzen interveniert, ist— sie trug von vornherein den Stempel der Unwahrscheinlichkeit an der Stirne— der B. Z. als vollkommen erfunden bezeichnet worden. Die russische Presse ist bekanntlich unzufrieden mit den Erfolgen, die deutsche Banken in Persien zu verzeichnen hatten und hat geradeheraus erklärt, Deutschland habe politische Hintergedanken, die auf Verdrängung der englisch=russischen Einflusses in Persien abzielen. Welcher Art die deutschen Interessen in Persien sind und wie sehr die russischen Verdächtigungen der tatsächlichen Unterlage entbehren, darüber wird wahrscheinlich bald eine deutsche amtliche Erklärung Aufschluß geben. Zollerschwerungen in Bulgarien. Dem Hansabunde gehen aus Mitgliederkreisen fortgesetzt Klagen zu über neue Schwierigkeiten, die dem Export deutscher Erzeugnisse ins Ausland begegnen. So hat neuerdings die bulgarische Zollbehörde durch ungerechtfertigte Tarifierung von Britanniawaren die exorbitante Zollerhöhung von 200% vorgenommen. Es liegt auf der Hand, daß hierdurch der deutsche Exporthandel in den betreffenden Waren direkt lahmgelegt wird. Da gegenwärtig mit Bulgarien Verhandlungen über die Auslegung einzelner Bestimmungen des deutsch=bulgarischen Handelsvertrages schweben, ist es unabweisliche Pflicht unserer Behörden, die Interessen der betreffenden Exportindustrie hierbei auf das nachdrücklichste zu vertreten. Zur Reichsversicherungs=Ordnung. Die Gehaltsgrenze von 2000 M, auf die die Versicherungspflicht der technischen und kaufmännischen Beamten in der Invaliden= und Krankenversicherung beschränkt ist, findet sich auch in dem zweiten Entwurfe der Reichsversicherungsordnung. Für die Anfallversicherung ist 42. Jahrg. die Versicherungspflicht auf 3000 M beschränkt. Bei Unfällen deckt der technische Betriebsbeamte, der über 2000 M Gehalt bezieht, die Unkosten für Aerzte und Medizin, weiter seinen Unterhalt, aus eigener Tasche. Die Regierung nimmt an, daß diese Personen so gut situiert sind, daß sie die Kosten selbst tragen können, sich also eine Zwangsversicherung erübrige. Material zur Entkräftung dieser Behauptung beschafft zurzeit der Werkmeister=Verband. Es wird Reichstag und Regierung vorgelegt. Die nächsten Reichstagswahlen finden im Jahre 1912 statt. In der Bundesratsverordnung über die am 1. Dezember 1910 stattfindende allgemeine Volkszählung wird eine schleunige Fertigstellung des Zählungsergebnisses empfohlen, damit dasselbe bei den für Januar 1912 bevorstehenden Wahlen zum Reichstag Verwendung finden könne. Zum Stand der Reichseinnahmen wird mitgeteilt: Die berichtigte Solleinnahme hat das Ergebnis des April 1909 nur um 7 Millionen Mark, die Isteinnahme nur um 10 Millionen Mark überstiegen. Ein Vergleich der Isteinnahme des April mit einem durchschnittlichen Monatsetatsanschlag zeigt, wie schon im allgemeinen erwähnt, daß sie hinter diesen ganz bedeutend zurückgeblieben ist. Eingenommen sind im Monat April an Zöllen, Steuern und Gebühren 106,3 Millionen Mark., Der Etatsanschlag für das ganze laufende Finanzjahr beziffert sich auf 1441,5 Millionen Mark. Der durchschnittliche Monatsertrag würde demgegenüber 120,1 Millionen Mark ausmachen müssen, wenn er den Etat erreichen soll. Die Einnahme des April ist um 13,8 Millionen Mark dahinter zurückgeblieben. Zu dem ungünstigen Ergebnis haben in erster Linie die Zölle beigetragen. Sie sollten 52,6 Millionen Mark erbringen, haben aber nur eine Isteinnahme von 44,5 Millionen geliefert, sind also hinter dem Etatsanschlage um 8,1 Millionen Mark zurückgeblieben. Bei der Branntweinverbrauchsabgabe beläuft sich der Fehlbetrag auf rund 3½ Millionen, bei der Brausteuer auf rund 3,7, bei der Erbschaftssteuer auf 0,3 Mill. Mark. Ausland. Frankreich. Aussöhnung mit dem Vatikan? Die französische Regierung bemüht sich, italienischen Blättern zufolge ernstlich darum, Frieden mit dem Vatikan zu machen, da der gegenwärtige Zustand des offenen Kampfes für die Dauer unerträglich ist und den Frieden im Lande bedroht. Die Meldungen bedürfen zwar noch der Bestätigung, klingen aber keineswegs unwahrscheinlich. Dabei ist es interessant zu sehen, wie die Regierung der Republik, die den Kampf begann, jetzt um gut' Wetter bittet. Die vatikanische Politik läßt sich durch nichts aus dem Gleise bringen. Italien. König und Sozialist. Die gestrige Zentenarfeier der Unabhängigkeit Argentiniens auf dem Kapitol zu Rom erhielt ein besonderes Gepräge durch die Anwesenheit des Königs und die Festrede des sozialistischen Deputierten Professors Enrico Ferri. Als Ferri geendet hatte und das Rednerpult verließ, ging der König auf ihn zu, reichte ihm die Hand und sagte:„Es freut mich, Ihre schöne Rede gehört zu haben.“ Ferri antwortete mit bewegtem:„Danke, Majestät", worauf der König und der Sozialist sich einige Minuten lang unterhielten. Das Publikum erhob sich von den Plätzen und klatschte stürmisch Beifall. Ferri hat sich in den letzten Jahren aus einem wütenden Revolutionär in einen Anhänger der Evolutionstheorie verwandelt, und sogar die Beteiligung der Sozialisten an der Regierung gewünscht, weswegen er von seinen Parteigenossen angefeindet wird. Türkei. Die kretische Frage. Die„Köln. Ztg.“ meldet aus Konstantinopel: Die Abfahrt der türkischen Flotte nach dem Mittelmeer ist aufgeschoben worden; sie bleibt vorläufig manövrierend im Marmarameer. Der türkische Thronfolger wird am Donnerstag auch im Namen des Sultans dem österreichischen Kaiser in Budapest einen Besuch abstatten, dem, da der Minister des Auswärtigen in Budapest anwesend ist, politische Bedeutung beigelegt wird. Ueber hundert Deputierte, verschiedene Senatoren, Journalisten und andere Personen richteten an die mohammedanischen Deputierten der kretischen Kammer ein Telegramm, in welchem sie diese zu ihrem energischen Auftreten beglückwünschen und versichern, daß die Ottomanen keinen Augenblick zögern werden, ihr Leben zu opfern. Marokko. Mulay Hafids Regiment lebt sich in echt ortentalischer Grausamkeit aus. Die Verhaftung des dem Sultan mißliebigen Paschas von Fez vollzog sich unter unglaublich Seite 2. Schwerker Zeitung.(Amtliches Kreisblatt). Mittwoch, den 25. Mai 1910. Vorschrift erfolgter Frühtause, ein so kur, sorat finde Nr. 119. brutalen Formen. Die Angehörigen des Harems wurden von der Soldateska vergewaltigt und ihrer Kleider und Juwelen beraubt. Muley Hafid befahl, ihm den Diamantring des Paschas zu reichen. Sofort stürzten sich die Soldaten auf den Verhafteten und entrissen ihm den Ring mit solcher Gewalt, daß der Finger brach.— Bei Unterdrückung der letzten Unruhen in seinem Reich ging Mulay Hafid bekanntlich mit solcher Grausamkeit vor, daß die europäischen Gesandten intervenierten. Vereinigte Staaten. Das Flottengesetz. Der Senat hat das Flottengesetz angenommen, in dem 130 Millionen Dollars bewilligt wurden. In diese Summe sind die Kost für zwei Wagehälse einbegriffen. Der Betrag überschreitet vom Hause bisher jemals für eine gesetzliche Maßnahme bewilligten Höchstbetrag von 3 Millionen Dollars. Preußischer Landtag. Das Abgeordnetenhaus, das am Dienstag nach den Pfingstferien zum erstenmal wieder beisammen war, nahm den Gesetzentwurf über die Bewilligung weiterer 12 Millionen Mark zur Verbesserung der Wohnungsverhältnisse der Staat: arbeiter und der Unterbeamten an. Ein sozialdemokratischer Antrag auf Aufhebung der Paragraphen des preußischen Preßgesetzes, die den Zettelanschlag privater Mitteilungen betreffen, wurde abgelehnt, ein Antrag des Zentrums, diese Paragraphen den modernen Verhältnissen entsprechend nommen. Schließlich eröffnete das Haus noch die Beratung eines sozialdemokratischen Antrages auf Aenderung des Aufnahmegesetzes(Vagabundenparagraph). Der Abg. Liebknecht(Sozd.) zog hierbei den Fau des Hauptmanns von Köpenick an, der von Ort zu Ort gehetzt und so dem Verbrechen in die Arme getrieben wurde.— Das Haus vertagte sich Mittwoch, 12 Uhr: 3. Lesung des Gesetzes über Veriätergen, ungen, Gesetz betr. Feuerversicherungsanstalten, Gerichtskostengesetz und Gebührenordnung für Notare. Schluß der Sitzung 5 Uhr. Zum Kaiseraufenthalt in London. London, 24. Mai.„Daily Telegraph“ schreibt in einem tikel über die Anwesenheit des deutschen Kaisers in England: Trotz aller nationalen Verschiedenheiten zwischen Deutschlano und England bleibt soviel Gemeinsames, eine so breite Basi guten Willens, so unendliche Interessen an der Ausbreitung der Zivilisation durch friedlichen Handel, daß der Gedanke eines dauernden Mißverständnisses hinfällig und fast bedeutungslos erscheint. Wir sehen mit Vertrauen auf unsere große Schwesternation. Die Deutschen arbeiten Hand in Hand mit uns dem hohen Ideal des allgemeinen Friedens und guten Willens entoegen. „Daily Chronicle“ spricht die Genugtuung aus, vuß der Besuch des Kaisers in London und die dadurch gegebene, Möglichkeit eines Verkehrs mit Pichon der Erhaltung der sten Beziehungen zwischen den drei Ländern derlich sein werde. Das Blatt betont namentlich die Bewunderung, die das ritterliche Verhalten des Kaisers, sein erhabener Charakter, seine glänzende Begabung und ferz#. licher Eifer in England hervorgerufen haben, und schließt: Wenn die Rüstungen auch noch eine Zeitlang in beiden Ländern fortgesetzt werden müssen, so möge man die Fortschritte auf der gemeinsamen Grundlage sehen, daß jedes Land tigt ist, seine eigenen nationalen Interessen zu wahren,# dem Verdachte einer Drohung gegen andere dabei auss zu sein. Auf diese Weise können wir alle dazu beitragen, di wirklichung der an der Bahre König Eduards versammelt gewesenen Friedenskonferenz fördern zu helfen. Zum Kampf im Baugewerbe. 3 Einigungs=Verhandlungen. der Arbeitgeberbund für das deutsche Baugewerbeut. iy, einen Mitgliede des Neichamts des Imern und beipebne vn, Schuag, Verling, sovie Gewerbegerichtes. Herren, sowie den von den Arbeitaebern angegeStatsekreriär Delbrück lowohl die betier u. hestgetzern angege benen Vertreter und noch einen fünften Herrn zu Mitgliedern samtes bestellen. Am Donnerstag oder Freitag s Einioung., osehen, Arbeitgeber und Arbeitniehmer: bsuce ubomnwenteen..amte Vorstand ercheiten, nähgrkäcde nionnegziezgeg, Von Deutcher,— und je 7 vom Verband der baugewerblichen Hilsarbe.1 und je 7 vom Vilrunr der baugewerblichen Hilfsarbeiter vom Zentralverband der christlichen Bauhandwerker sein wird. In dieser ersten Konferenz, die wahrscheinlich unter dem Vorsitz des Staatssekretärs selbst stattfinden soll, soll er werden, ob Verhandlungen von einem Einigungsamt zu führen sind oder nicht. Aus Stadt und Umgebung. * Smepte von 25 M-i 1010. Schwerte, den 25. Mai 1910. **(Der Kaiser als Pate.) Der Minister des Innern hat vordnet daß die Eintragung des kaiserlichen Namens in das Kirchenbuch als Pate bei dem in einer Ehe in ununter. de uochichen wgerheg foagte. Adweichungen fnd zur dart oder nach kirchlicher Vorschrift erfolgter Frühluse ein#— kurzer Zeitraum liegt, daß die vorgeschriebene amtliche Genehmigung nicht hat eingeholt werden können. Aber auch in diesen Fällen müssen die Anträge unverzüglich eingeholt werden. (Maiblumen sind giftig!) In diesem Monat werden uns auch die Maiblumen wieder durch ihren Duft erfreuen. In ungeheuren Mengen werden sie gehandelt. Aber immer von neuem muß darauf hingewiesen werden, daß nicht nur die Blüten, sondern auch die Stengel außerordentlich giftig sind. Sie enthalten eins der stärksten bekannten Gifte, die Blausäure. Man nehme deshalb nie eine Maiblume zwischen die Lippen und belehre auch die Kinder hierüber, besonders, wenn man auf Waldspaziergängen da und dort die Glöckchen blühen sieht, die ja immer Alt und Jung begehrenswert erscheinen. Natürmuß man auch Sorge tragen, daß nicht Tiere, namentlich Geflügel, wie Hühner, Tauben, die alles anpicken, zu etwa weggeworfenen, welken Blüten gelangen könnten, da die Tiere unfehlbar verenden würden. Andererseits sei man aber nicht gar zu ängstlich: der Duft der Maiblume ist nicht schädlich, und man kann deshalb ruhig so viele Sträußchen anstecken oder ins Zimmer stellen, wie man nur Lust hat. **(Außerkurssetzung der Talerstücke alten Geprages.) Auf Grund des Münzgesetzes vom 1. Juni 1909 hat der Bundesrat im Verfolg der am 27. Juni 1907 beschlossenen Außerkurssetzung der Eintalerstücke deutschen(alten) Gepräges Bestimmunz dahin getroffen, daß die bei den Reichs= und Landeskassen noch eingehenden Talerstücke durch Zerschlagen oder Einschneiden unbrauchbar gemacht werden sollen. Die unbrauchbar gemachten Stücke sind den Einzahlern alsdann zurückzugeben. Die Reichsbankkassen sind gleichfalls zum Zerschlagen usw. berechtigt. **(Das große Los,) das, wie wir berichteten, auf die Nummer 137.015 der Preußischen Klassenlotterie fiel, ist zu acht Zehnteln nach Gumbinnen, zu zwei Zehnteln nach Berlin gefallen und zum größten Teil kleinen Leuten zugute gekommen. Sechs Zehntel des Loses, das zur Kollekte des Lotterieeinnehmers Krauseneck in Gumbinnen gehörte, spielten Handwerker in Gemeinschaft mit Familienangehörigen und Bekannten; eines war in den Händen eines höheren Verwaltungsbeamten, ein weiteres spielte ein Kaufmänn, der als wohlhabend gilt Während diese acht Teile sämtlich in Gumbinnen selbst gespielt wurden, entfielen die beiden restlichen Zehntel nach Berlin. Zwei Reisende, die zufällig kurz vor Beginn der Ziehung nach Gumbinnen kamen, hatten dort gute Geschäfte gemacht; schlossen nun, einen Teil ihres Verdienstes„in Klassenlotterie anzulegen“. Und siehe da! Der Zufall, oder, wie es in der Lotteriesprache heißt, Fortuna war ihnen hold; jetzt bekommt jeder von ihnen etwa 50000 Mark. **(Ferienordnung in Westfalen.) Der oft verlangte Ausgleich zwischen der Rheinprovinz und Westfalen ist jetzt in der Weise geschehen, als der Minister angeordnet hat, daß die großen Ferien in beiden Provinzen am 10. August beginnen und so erst anfangen, wenn die in Berlin zu Ende sind, was wegen des Wechsels in den Sommerfrischen zweckmäßig ist. war im Rheinland der 5. August, bei uns der 9. als Tag des Anfangs angesetzt gewesen. Die befürchtete Venachteiligung der Westfalen bei den Feriensonderzügen tritt also nin, ein. **(Müssen Pferde automobilfromm sein?) Das Oberlandesgericht München hat sich in einem Zivilprozeß mit der Frage beschäftigt, ob derjenige fahrlässig handle, der ein noch nicht gewöhntes Pferd auf öffentlicher Straße benutze. Es verneint dies. Die Entscheidung vertritt ung:„Das Zusammenspannen eines jungen, erst gekauften und gegenüber Kraftwagen noch nicht erprobten Pferdes mit einen älteren zuverlässigen Pferde ist kein Verschulden: Der Fuhrwerksbesitzer braucht seine Fahrt nicht aufzuschieben oder mit fremdem Gespann zu besorgen, bis das eigene automobilfromm ist; der Kraftwagenführer hat keinen Anspruch darauf, daß auf der Straße nur Pferde verkehren, die gegen Automobile Am Freitag, 27. Mai, im Kreishause zu Hörde eine Sitzung des Kreisausschusses abgehalten. Zur mündlichen Verhandlung stehen nur Am 3, 4. und 5. Jui. das 6. Rhein. Infanterie=Regiment Nr. 68 sein 50jahlges I. biläum. In unserer Stadt befinden sich ungefähr 20 ehemalige D ne be e De Mauschnemn en der Resten. Aaste eiuen beichen Duh, oau voryostigen Tage as hesser zu Seher des Kometen, der gerade vom gesteigen L#ge ab besser zu sehFabrikarbeiters Albert in der Snchstrche, weiche ein bersch von g. zund um sel auf wollte, schlug mit dem Stuhl, auf dem zi. stun-, um, fiel auf den Herd und zerbrach den rechten Oberarm.— Der t7jächrige Fabrikarbeiter Halver von der Schwerterheide kam auf seine. Arbeitsstelle, der Aplerbecker Hütte, mit der rechten Hand unter die Schere und erlitt derartige Verletzungen, daß er in das besteht Hoffnung, daß die drei durchschnittenen Finger nicht *( D e r E i c h e n w i c k l e r,) d e r i n d e n l e t z t e n Schaden anrichtete, scheint uns in diesem Jahre verschonen zu un wibhe un Ston Beitchontbe Ver Wbr. u *(Das Bezirksturnfest) des 1. Bezirkes des Ie—.— Eintracht vorbereitet st, werden etwa 20 d odevn eu Zilmzgngschgen, Sale in der Wichelntaßze eront ud. Mettergot Hossentich auch auten b#g,###den unsere Leser im Inseratenteil der heutigen .„. Mal.(Der Turnverein Ergste,) Mitglied der Deutschen Turnerschaft, hielt am Sonntag im Vereinslokale eine gutbesuchte Generalversammlung ab, in welcher 3 neue Mitglieder aufgenommen werden konnten. Sodann wurde beschlossen, an den Jubelfesten der Turnvereine Berchum und Garenfeld teilzunehmen. Das Bezirksfest beMärkischen Turngaues, welches am 10. Juli in Elsey stattf det, wird ebenfalls besucht werden und meldeten Turner zur Tellmahne an den mit demnferlb zg, gagn, ae. Wetturnen. Zur Gauvorturnerstunde, welche in Juhen### halten wird, entsendet der Verein den Turnwart und einen Vorturner. Dem Verein ein kräftiges Gut Heil! ** Höchsten, 24. Mai.(Dankbare Hühner) hat der Kötter Werner hierselbst, die in edlem Wettstreit sich gegenseitig überbieten, immer dickere Eier zu legen. So zeigte nachmittag die glückliche Besitzerin ein Hühnerei vor,„ die schwerste Gans als Produzentin nicht hätte gu„ men brauchen; das Ei hatte ein Gewicht von 110 Gramm und stammte von einem Huhn der bekannten Minorkarasse. Westfalen und Rheinland. * Hörde, 24. Mai.(Tödlicher Unfall.) Der Bergmann Heinrich Moritz aus Lücklemberg verunglückte am Sonnabend auf der Zeche„Felicitas“. Er hinterläßt Frau und * Langschede, 24. Mai.(Ev. Arbeiter= und Bürgerverein.) Mitglieder des ev. Arbeiter= und in Fröndenberg hatten hier am letzten Sonntag eine Versammlung einberufen zur Gründung eines Evangelischen albeiterid Bürgervereins für das Kirchspiel Dellwig=Langschede. Die Versammlung fand im Saale der Witwe Bote statt und war gut besucht. Etwa 40 Mitglieder des Fröndenberger Vereins waren erschienen. Diese kamen in geschlossenem Zuge, unter Vorantritt der Kapelle des Evangelischen Jünglingsvereins, Langschede an. In der um 4 Uhr beginnenden Versammlung Herr Verbandssekretär Knollmann=Unna über Zweck und Peons.— ver daundebhetveih), roeteine, Seise Alisfähungen fanden allgemeinen Beifall. Eine ganze Anzahl Herren waren durch die Ausführungen von der Notwendigkeit eines evangelischen Arbeitervereins in Es waren etwa 30 Personen, Arbeiter und Handwerker. Diese even so hasß an 12 Juri Hensalls bei Wiwe Vote, eine weitere Versammlung stattfinden kann. Iu Bseger## lung, welche eine geschlossene sein wird, werden besonete Einichungen erochen. Coesfeld, 24. Mai.(Teles sich heute Morgen eine Auf dem hiesigen Amtsgericht sander Hrtischaften ein, die alle Anzsaht Leute aus den verscheo gaßrZmtsgericht erhalten zu boupeten, eine Erelärung des Amtsrichters hin, daß weder eie wiesen enige ein Teleponm Begzlung von Erbschasts. vor dos Amtepe gertzielt.=„=Aig Absender der Telegramme voren, von dem u porden istr Pro Kopf hatte der Ueber* Bielefeld, 24. Mai.(Aussperrung.) und den Fabrikantenvereinen angekündigten Aussperrungen der Nähmaschinenabteilung der Firma Dürkopp. Ausgesperrt wurden rund 750 Arbeiter. Duisburg, 24. Mai.(Vergiftung) Jrlh krankten nach dem Genuß von Erbsensuppe und Po. plötzlich zwei Erwachsene und vier Kinder. Die Kinder mun. ten ins Krankenhaus geschafft werden, wo zwei von ihnen : Elberseld, 24. Mai.(Für das Stadtjubiläum) wurden zur Ausschmückung, Herstellung von Tanzböden im Freien, Festspiel, Speisen der Armen usw. von den Stadtverodneter 600 A bewilligt.„u, E5841 * Essen, 24. Mai.(Erholungsurlaus fürstabtl sche Arbeiter.) Den„Stadtarbeitern“ wird jetzt ebenfall: ein jährlicher Erholungsurlaub bis zur Dauer von 10 Tagen unter Fortzahlung ihres Lohnes nach Maßgabe der für städtisaod nue die durch das beitern der Stadt kann nach einer Verfügung des Oberbürger* Horst=Emscher, 24. Mai.(Durch eigene Schuld!) der Acbeiter Wlilheim Sepei aus Beithausen babete an gesbotener Stelle im Enscherregulterungskanal, an bge Jog g am Fürstenberger Walde. Er führte den Hund. virtes, einen deutschen Schäferhund, mit h., g., ereg Tier, dus sich bestig sträubte, mit ine Wose, aser, unb glam. badete, vermochte ihm nicht zu helfen, und der erst 19 Jahre alte Mann Einen Revor“ der gst ee. Nai.(Gattenmord.) Der Arbester, Sitz fand. Mittwoch, 25. Mai 1910. Nr. 119. 1. Beilage. Deutschland und England. Der Berliner Berichterstatter der„Daily News“ telegraphiert, daß die Haltung der deutschen Nation und der deutschen Presse während der letzten Tage keinen Zweifel darüber offen lassen könne, daß das Verhältnis der beiden Völker zu einander einen völligen Umschwung erfahren habe. Die Beziehungen der beiden Regierungen seien heute nicht nur korrekt, sondern ausgesprochen freundlich, wenn auch die schwebenden politischen Fragen noch nicht besprochen wurden. In erster Linie komme Persien in Frage, und es sei wohl anzunehmen, daß der Kaiser diese Frage während seines Aufenthaltes auf englischem Boden in Unterredungen mit den leitenden Persönlichkeiten in Erwägung gezogen hat. Denn Deutschland könnte es nur allzu schwer vermeiden, daß aus dieser Frage eine zweite MarohkoGeschichte gemacht werde. Aber auf der anderen Seite lasse es sich nicht leugnen, daß die Unzufriedenheit und der Aerger über die Bestrebungen, Deutschland in der persischen Frage auszuschalten, von Tag zu Tag zunehme. Der genannte Berichterstatter erfährt, daß erfreuliche Verhandlungen zwischen Berlin, Petersburg und London bereits eingeleitet worden seien, um eine gütliche Verständigung zu erzielen. An leitender Stelle treten„Daily News“ sehr entschieden für eine weitere Besserung der Beziehungen zwischen Deutschland und England ein und sagen, daß der Kaiser durch seine liebenswürdige Haltung während der Zeit der britischen Trauer sowohl die Bewunderung der Engländer wie auch der Franzosen gewonnen hat. Die „allgemeine Unpopularität Deutschlands“ sei zum Teil auf Mißverständnisse und Fehler der auswärtigen Politik dieser Macht zurückzuführen, aber es sprächen hierbei auch unbegründete Vorurteile mit. Man könne nur hoffen, daß diese einmal verschwinden werden, wie ja auch die alte Feindschaft zwischen den Briten und den Franzosen mit einem Schlage beseitigt worden sei. Kirche und Schule. Unna, 24 Mai. Die gestern und heute hierselbst stattgehabte Jahresversammlung der Märkischen Missionskonferenz, welche sich die Förderung und Unterstützung der Rheinischen Mission(Barmen) zur Aufgabe gemacht hat, erfreute in allen den verschiedenen Feiern sich eines guten Besuches. Erfreuliche Tatsachen konnten in der Festversammlung berichtet werden. Die Rheinische Mission hat jetzt insgesamt 145000 Christen aus den Heiden gesammelt. Ein außerordentlich starkes Wachstum der Gemeinden hat sich im letzten Jahre bemerkbar gemacht und zwar nicht weniger als 7000 Personen. Ein Hauptgewicht legt die Rheinische Mission auf die unterrichtliche und erziehliche Arbeit: z. Z. werden von ihr 35 000 Schüler unterrichtet. Der Unterricht erstreckt sich bei weitem nicht allein auf religiöse Dinge. Sie leistet somit, vor allem auch in unseren Kolonien, ein schwieriges, gutes Stück wertvoller Kulturarbeit, die noch jüngst die volle Anerkennung unserer Reichsbehörden gefunden hat. Wie sehr die christlichen Farbigen selbst den Wert der Arbeit immer mehr anerkennen und fühlen, wird am eklatantesten bewiesen durch den großen Prozentsatz finanzieller Beihilfe, welcher der Mission von dieser Seite zu Teil wird, in wachsendem Maße; im letzten Jahre allein 200000 J. Allerdings sind die neuen, wichtigen Aufgaben der Mission groß und machen die freudigste, tatkräftigste Unterstützung zur Notwendigkeit und Pflicht. Die Mission hatte in dem Missionar Meyer einen Berufsarbeiter zu der Tagung entsandt, welcher nach einigen Erlebnissen berichtete, welche hohe Freude und Genugtuung augenblicklich durch die Reihen der Missionare gehe über das sichtbare lebhafte Bestreben ganzer heidnischer Völkerstämme, den alten Aberglauben und die heidnische Unkultur abzuwerfen. Im Mittelpunkte der Verhandlungen der Generalversammlung, welche vom Vorsitzenden Sup. Sybrecht=Frömern mit einer Ansprache eröffnet wurde, stand ein ebenfalls auf eigenen Erfahrungen fußender Vortrag des Missionsinspektors Kriele=Barmen über das Thema: Eindrücke und Erfahrungen einer Studienreise in China und Neu=Guinea. Der Redner brachte eine Fülle interessanten und wertvollen Tatsachenmaterials zum Vortrag, insbesondere über die Zweimillionenstadt Kanton, der ein eingehender Besuch galt. Der 1½ stündige Vortrag wurde Schirerter Henl..g. (Amtliches Kreisblatt). mit großem Beifall ausgenommen. Mit einem Bericht der sich günstig gestaltenden Kindergottesdienstversammlungen schloß die Tagung der Märkischen Missionskonserenz ab, deren bedeutungsvollen Bestrebungen für das neue Jahr wärmste Unterstützung dringend zu wünschen ist. Westfalen und Rheinland. * Hagen, 25. Mai.(G.=A. H.) Der große Erfolg der Gewerbe=Ausstellung Hagen ist nun nicht mehr abzustreiten, auch nicht von den Gegnern der Ausstellung. Wenn der enorme Besuch, den die Ausstellung Tag um Tag aufweist, ihren äußeren Erfolg klar vor Augen führt, so ist nunmehr auch festgestellt, daß der innere Wert der Veranstaltung zweifellos ist. Das zahlreiche„Verkauft!", das an den Ausstellungs=Objekten prangt, würde ja nicht immer maßgebend sein; allein die Aussteller, insbesondere die Maschinenfabriken, sprechen selbst ihre Zufriedenheit über die zahlreichen und guten Abschlüsse aus, die sie machen, und betonen, daß die materielle und ideelle Bedeutung dieser Ausstellung weit über ihre Erwartungen hinausgehe. Die namentlich am Nachmittag und Abend erscheinenden Besucherscharen betrachten vielfach die Ausstellung als Rendezvousort für einige in Gemütlichkeit und bei gutem Konzert(unter Leitung des Musikdirektors Pelz) zuzubringende Erholungsstunden. Möglich, daß die Ausstellungsdauer noch um eine Woche verlängert wird. * Soest, 24. Mai.(In Notwehr.) Im benachbarten Delecke hat ein Verwalter des Rittergutes„Haus Delecke“ einen Kuhschweizer, der ihn angriff, durch einen Revolverschuß in den Mund getötet. Der Viehschweizer war nachmittags wegen Rauferei auf dem Hofe vom Verwalter entlassen worden, war in das Zimmer des letzteren eingedrungen und hatte diesen angegriffen. Der Verwalter griff in der Angst zu einem Revolver und tötete den Schweizer durch einen Schuß. Er stellte sich sofort dem Gericht. Dieses nahm Notwehr an und ließ ihn auf freiem Fuß. * Soest, 24. Mai.(Beim Bau der Möhnetalsperre) werden täglich über 1000 Kbm. Mauerwerk fertiggestellt, eine Masse, die der zweier großen städtischen Wohngebäude gleichkommt. Es ist dies weitaus die größte Leistung, die bisher in Europa an einem einzelnen Bauwerk erzielt worden ist. Bei gleichem Fortschritt würde der Mauerkörper der bekannten Talsperre bei Remscheid in 17 Tagen vollendet gewesen sein. Die Bauleitung erwartet, daß die Talsperre unter diesen Umständen schon Ende des Jahres 1912 in Betrieb genommen werden kann, ein Jahr früher, als bisher angenommen wurde. * Bochum, 24. Mai.(Ueber eine unglaublich rohe Tat) hatte die hiesige Strafkammer abzuurteilen. Der Bergmann Ewald Kirchmeyer aus Holsterhausen war am 11. April mit seinem Vetter, dem Arbeiter Heinrich Jäckel, beim Kartenspiel in Meinungsverschiedenheiten geraten. Kirchmeyer, der den ganzen Nachmittag über gekneipt hatte, zog sein Messer und bohrte seinem Vetter den Stahl mit so furchtbarer Gewalt in den Kopf, daß der Schädel gespalten und das Gehirn verletzt wurde. Man mußte die Wunde ausmeißeln lassen, damit das Messer aus dem Kopf gezogen werden konnte. Der schwerverletzte Jäckel hat die Sprache verloren, außerdem ist der rechte Arm gelähmt. Ob die Zeit Heilung bringen wird, ist nicht vorauszusehen. Der Angeklagte war geständig, zeigte jedoch wenig Neue. Der Staatsanwalt beantragte gegen ihn eine Gefängnisstrafe von vier Jahren. Das Urteil lautete auf zwei Jahre und sechs Monate Gefängnis. Vor dem Zuchthaus blieb Kirchmeyer bewahrt, weil er bisher unbestraft ist und unter der Einwirkung des Alkohols gehandelt hat. * Gelsenkirchen, 24. Mai.(Polizeibeamter als Leiche gefunden.) In der Nähe des alten Kirchhofes im Stadtteil Aeckendorf wurde am Festwege heute vormittag gegen 11 Uhr ein Schutzmann der königlichen Polizei erschossen aufgefunden. Die Behörde ist geneigt, anzunehmen, daß der Schutzmann Selbstmord verübt hat, obwohl Motive für die Tat bisher nicht ermittelt werden konnten. Dienstliche Verfehlungen liegen nicht vor. Der Schutzmann hatte bis 2 Uhr nachts Dienst getan und sich dann von seinen Kollegen verabschiedet, um angeblich einen Betrunkenen nach Hause zu geleiten. Seitdem war er verschwunden. * Essen, 24. Mai.(Ein schweres Unglück) ereignete sich heute beim Abteufen eines Schachtes auf Zeche„Helene Amalie". Durch die Oeffnung im Schachtverschluß fiel ein schwerer Bohrer in den Schacht; es wurden davon drei Arbeiter getroffen, und zwar der Drittelführer Veutgen, der Bergschüler Schröppner und der Bergmann Schulte. Die beiden Erstgenannten blieben sofort tot, Schulte wurde schwer verletzt. * Essen, 24. Mai.(Gipfel der Reklame.) Ein Logenplatz für 95 Pfg. ist das Neueste, was die Reklame bietet. Ein großes hiesiges Kaufhaus hat für die 51. Wiederholung der„Geschiedenen Frau“ im Kolosseum den alleinigen Billettverkauf übernommen und verkauft einen Logenplatz oder zwei Mittel=Balkons oder drei sonstige Plätze für 95 Pfg. * Mülheim=Ruhr, 24. Mai.(Opfer der Ruhr.) Beim Baden in der Ruhr ertrank der auf der Friedrich=Wilhelmshütte beschäftigte 16jährige Schlosserlehrling Hermann Loh aus M.=Holthausen. * Bassum, 24. Mai.(Teufel Alkohol) hat auf neue Weise ein Opfer gesordert. Der Schweizer Senti aus Bramstedt hatte mit Bekannten an einem Richtfest teilgenommen und dem Alkohol zu reichlich zugesprochen. Auf dem Nachhausewege ermüdete er und legte sich mit den anderen in den Chausseegraben, um auszuruhen. Es machte ihm in seinem Dusel Vergnügen, Gefährte anzuhalten, indem er ihnen mit hochgestreckten Armen entgegenlief. Bei einem Fuhrwerk gelang ihm das auch. Als dann aber ein Auto nahte und er denselben „Scherz“ wiederholen wollte, wurde er, obgleich der Wagen sofort bremste und seitwärts ausbog, doch noch von einem Rade erfaßt und zu Boden geschleudert. Besinnungslos wurde der Mann ins Krankenhaus übergeführt, wo er seinen Verletzungen erlegen ist. Das Auto selbst war bei dem Unfall gegen einen Baum gerannt, und die beiden Insassen waren hinausgeschleudert worden, hatten aber nur geringere Verletzungen davongetragen. * Warstein, 24. Mai.(Glückliche Stadt.) Die vor einiger Zeit verbreitete Meldung, daß die Stadt Warstein für das Etatsjahr 1910 zum ersten Male seit vielen Jahren einen Kommunalsteuerprozentsatz erheben müsse, trifft nicht zu. Unsere Stadt ist auch in diesem Jahre noch in der Lage, ohne Erhebung einer Kommunalsteuer auszukommen. Im nächsten Jahre wird der Ertrag aus den ausgedehnten Waldungen wieder größer sein, wie in diesem Jahre, so daß auch im nächsten Jahre keine Kommunalsteuern erhoben werden * Remscheid, 24. Mai.(Bestrafter Leichtsinn.) Ein Telegraphenarbeiter von hier hatte mit einem Kollegen gewettet, daß er die hiesige Talsperre durchschwimmen könne. Heute morgen gegen 5 Uhr wollte er seine Absicht ausführen. Aber schon nach wenigen Augenblicken verließen ihn die Kräfte und er ertrank vor den Augen einer zahlreichen Zuschauermenge Rettungsversuche, die sofort unternommen wurden, waren erfolglos. Der auf so tragische Weise Verunglückte hinterläßt eine Witwe und mehrere kleine Kinder. * Düsseldorf, 24. Mai.(Kriegsgericht.) Vor dem Kriegsgericht hatte sich heute wegen Einbruchsdiebstahls, Fahnenflucht und Mordversuchs der 23jährige Husar Wilh. Theisen von der 1. Eskadron des 11. Husaren=Regts. aus Krefeld zu verantworten. Im dritten Dienstjahr, und zwar am 8. April, beabsichtigte der Angeklagte, fahnenflüchtig zu werden, nachdem er sich Veruntreuungen zum Nachteil eines Offiziers hatte zuschulden kommen lassen. Vovher ließ er die Fabrikarbeiterin Amalie Royleck, mit der er seit 1½ Jahren ein Verhältnis hatte, zu sich in sein Burschenzimmer kommen. Er fiel dann über das Mädchen her und brachte ihm mittels Rasiermessers drei lebensgefährliche Verletzungen am Halse bei. Nur einem glücklichen Zufall verdankt die Ueberfallene ihr Leben.— Am 28. April wurde Th. von dem Rittmeister seiner Eskadron auf dem hiesigen Hauptbahnhof verhaftet. Er machte vor Gericht geltend, daß er damals in großer Aufregung gehandelt habe und das Mädchen nicht habe töten wollen. Ein Arzt bezeichnet den Angeklagten als geistig minderwertig und dem Alkohol ergeben. Er sei für seine Handlungsweise verantwortlich, habe aber keineswegs die Tat von langer Hand vorbereitet. Das Kriegsgericht nahm nicht Mordversuch, sondern schwere KörperRoman von Reinhold Ortmann. (Nachdruck verboten.) In der Nähe der Ausgangstür sah er sich plötzlich unmittelbar neben Astrid Lindholm, die aus einer Gruppe junger Damen hervorgetreten war— vielleicht weil sie den Premier= leutnant gesehen hatte und eine Anrede von ihm erwartete. Ihre Blicke begegneten sich, und da sie vorhin in der mit der kleinen Aufführung verbundenen Erregung kaum einige gleichgültige Worte hatte wechseln können, so wäre es geradezu unhöflich gewesen, wenn Kainach stumm hätte an ihr vorübergehen wollen.(Der Befreier 11. Nr. 8.) Er blieb steben; aber dem wohlerzogenen und weltgewandten Kavalier fehlten in diesem Augenblick unter dem mächtigen Eindruck dessen, was er soeben gehört hatte, die rechten Worte für eine heitere und unverfängliche Anrede, wie sie durch die Situation geboten gewesen wäre. Verwundert sab Astrid zu ihm auf. da er ein paar Sekunden lang schweigend vor ihr stand. Dann sagte sie selbst mit lächelndem Munde, wenn auch mit einem kleinen Anflug von Befangenheit in der Stimme: „Sie sind, wie es scheint, durch Ihre Regiepflichten so sehr in Anspruch genommen worden, daß Ihnen darüber ein guter Teil des Vergnügens verloren gegangen ist. Haben Sie denn überhaupt schon getanzt?“ „Nein!— Und ich werde mir diese Freude heute voraussichtlich ganz versagen müssen, da ich morgen früh von sieben Uhr ab dienstlich in Anspruch genommen din und einen recht anstreugenden Tag vor mir habe. 31 :„ K a n n d a s f ü r e i n e n M a n n i n I h r e n J a h r e n u n d f ü r e i n e n Soldaten ein Hindernis sein, sich zu amüsieren?" fragte sie neckend. Aber es war ihr doch anzumerken, daß sie ein wenig bestürzt war über die kühle Zurückhaltung im Ton seiner Antwort, und es kam recht unsicher heraus, als sie hinzufügte: „Wissen Sie auch, daß ich Ihnen bis jetzt den Walzer frei geHalten habe, für den Sie mich schon vor acht Tagen engagierten?“ Unwillkürlich hatte sie bei den letzten Worten die Augen niedergeschlagen, und Kainachs Blick ruhte auf ihrem reizenden Gesichtchen mit einem Ausdruck des Entzückens, das plötzlich wieder über jede andere Empfindung in seinem Herzen die Herrschaft gewonnen zu haben schien. „Ich bin durch meine vorige Erklärung allerdings wohl jedes rechtmäßigen Anspruchs auf solche Gunst verlustig geworden", erwiderte er,„aber wenn Sie nach der schönen Gepflogenheit Ihres Geschlechts Gnade für Recht ergehen lassen wollten—“. g. et bi: O* Mit großem Lärm setzten in diesem Mcoment die Instrumente der Zigeunerkapelle zu einer feurigen Tanzweise ein, und wie aus der Erde gewachsen, stand zugleich Willy Brandsböfers baumlange, in dem soldatischen Kostüm noch reckenhafter erscheinende Gestalt neben ihnen. 32 „Darf ich bitten, Fräulein Astrid?“ sagte er, ohne von dem Premierleutnant Notiz zu nehmen.„Da haben wir endlich den Galopp, nach welchem Sie vorhin so lebhaftes Verlangen enpfanden.. g. I. ,. Linn Vurch. u22 5 Fast bestürzt hatte sich Astrid bei seiner Alrebe nac iom umgewendet. Ehe sie ihm antwortete. suchten ihre Augen wieder Horst von Kainachs Gesicht: aber der Offizier war sogleich um einige Schritte zurückgetreten, und sie konnte ihn doch nicht geradezu auffordern, seinen zuletzt begonnenen Satz zu vollenden. So legte sie denn ihre Hand auf Willy Brandshöfers Arm: aber auf ihrem Antlitz war ein leichter Schatten des Mißmuts oder der Traurigkeit, als sie an seiner Brust in dem raschen Wirbel des Tanzes dahinflog. Kainach blickte ihnen nicht nach, sondern verließ den improvisierten Tanzsaal und trat, nachdem er hier und da einige höfliche Worte ausgetauscht hatte, in ein kleines, nur mit einigen Bücherschränken ausgestattetes Seitenzimmer, das der joviale Hausherr hochtrabend seine Bibliothek zu nennen pflegte. Wie er es erwartet hatte, fand er dort niemand vor, vielleicht mehr, um bei etwaiger Ueberraschung seine Anwesin diesem stillen Winkel zu erklären, als weil er wirBedürfnis nach solcher Zerstreuung fühlte, begann er in einem kunstgeschichtlichen Werke zu blättern, das auf dem runden Tischchen inmitten des Gemaches lag. 33„ Er hätte vorhin, nachdem er unfreiwillig zum Zeugen jenes Gespräches geworden war, am liebsten das Fest sogleich verlassen, obwohl er fürchten mußte, durch eine solche vorzeitige Entfernung die gebotene Rücksicht auf die befreundeten Gastgeber zu verletzen. Nun aber, nach seiner kurzen Unterhaltung mit Astrid Lindbolm, dachte er nicht mehr an heimliche Flucht. Nur nach vorübergehendem Alleinsein verlangte ihn, nach einer Möglichkeit, seine erschütterte Fassung wieder zu gewinnen und die widerstreitenden Empfindungen zum Schweigen zu bringen, die so schmerzlich sein Herz durchwühlten. Die kleine Szene zwischen Reimar Lindholms Tochter und ihrem anscheinend begünstigten Verehrer,— die vertrauliche Art, in welcher Willy Brandshöfer sie angeredet und mit unverkennbarer Absichtlichkeit ein gewisses Reckt auf sie geltend gemacht hatte, war besser als lange Kämpfe und Erwägungen darnach angetan gewesen, ihn zur klaren Erkenntnis der Situation zu bringen und gewisse törichte Hoffnungen, die sich, halb uneingestanden, während der letzten Wochen in ihm geregt hatten, mit einem einzigen Schlage in nichts zerfließen zu lassen. Astrid Lindbolm durfte hinfort so wenig mehr ein Gegenstand seiner sehnsüchtigen Wünsche und Gedanken sein. wie wenn sie bereits das Eigentum eines andern gewesen wäre. und er hatte in dem weiteren Verkehr mit ihr nur dafür Sorge zu tragen, daß sie aus seinem Benehmen nichts von jenen vermessenen Träumen erriet, denen er sich unter dem bestrickenden Zauber ihrer Nähe eine kurze Zeit lang hingegeben hatte. Schon um die Ungeschicklichkeit wieder gut zu machen, die er sich in bezug auf sein Verhalten bei ihrer kurzen Begegnung am Eingange des Tanzsaals vorwarf, wollte er jetzt wenigstens noch so lange auf dem Feste verweilen, bis er Gelegenheit gefunden hatte. Astrid abermals zu sprechen und sie durch seine beitere Unbefangenheit davon zu überzeugen, daß nichts geschehen sei, was eine Aenderung in ihrem harmlos freundschaftlichen Verkehr hätte berbeiführen müssen.(Fortsetzung folgt) Seite 6. Schwerter Zeitung.(Amtliches Kreisvlatt.) Miltwoch, den 25. Mai 1910. Nr. 119. ehe Wrg BRRRT R K R KO M K 15148 L E A K R endeke verletzung an und verurteilte im übrigen den Angeklagten zu 5 Jahren 6 Monaten Zuchthaus und Ausschließung aus dem =Heere. Der öffentliche Ankläger hatte 8 Jahre 2 Monate Zuchthaus beantragt. Bunte Chronik. Verzweiflungstat eines Familienvaters. In Sunderland in der englischen Grafschaft Ducham ermordete ein Werftarbeiter seine Frau und seine vier Kinder und versuchte sich dann selbst die Kehle zu durchschneiden. Der Mann soll jahrelang ohne Arbeit gewesen sein. Erdbeben. In verschiedenen Ortschaften des Rhonedeparte= ments wurden gestern nacht mehrere starke Erderschütterungen verspürt, die in der Bevölkerung große Angst verursachten. Feuer im Zirkus Barnum. In Shenectady im Staate Neuyork geriet der Barnumsche Zirkus in Brand, in dem sich gegen 10000 Menschen befanden. Durch Zerreißen der Zeltwände gelang es, soviel Ausgänge zu schaffen, daß das Zelt geräumt werden konnte, ohne daß ernstere Verletzungen vorkamen. Vermächtnis. Die„Frankf. Ztg.“ meldet: Ein gewisser Isaak Nymann, der jahrzehntelang in Salem von aller Welt abgeschlossen gelebt hatte, vermachte sein gesamtes Vermögen von 10 Millionen Dollars der Princetown=Universität. Fabrikbrand. Gestern nacht ist die der Aktiengesellschaft der vereinigten Bautzener Papierfabriken gehörige Papierfabrik Obergurig, die 300 Arbeiter beschäftigt, einem Brande zum Opfer gefallen und bis auf wenige Nebengebäude niedergebrannt. Elf Spritzen sind zur Bekämpfung der Feuersbrunst erschienen. Ein Feuerwehrmann wurde erheblich verletzt. Der Schaden ist groß. Das älteste Ehepaar der Welt. Bei der Volkszählung, die gegenwärtig in den Vereinigten Staaten vorgenommen wiro, hat sich herausgestellt, daß in der kalifornischen Stadt Florenze ein greises Ehepaar lebt, das wohl das älteste der Welt ist. Der Gatte hat sein 110. Lebensjahr vollendet, während„sie“ 107 Jahre alt ist. Seit 90 Jahren sind die beiden glücklich verheiratet. Er wurde in Neu=Mexiko im Jahre 1800 als Kind französischer Eltern geboren, sie erblickte drei Jahre später in Mexiko das Licht der Welt. Im Jahre 1820 traten die beiden in Santa Fé vor den Traualtar. In ihrer 90jährigen Ehe wurden sie mit 10 Kindern gesegnet, von denen eines noch lebt: ein ehrwürdiger Greis von 85 Jahren. Die Erdbebenwarten haben ein außerordentlich starkes katastrophales Fernbeben registriert, das verschiedene Kreise mit dem Auftreten des Kometen in Zusammenhang zu bringen geneigt sind. Auffallend ist das Zusammentreffen des schweren Erdbebens mit magnetischen und seismischen Stürmen bei gleichzeitigem Auftreten von vehementen Eruptionsvorgängen auf der Sonne. Die Astronomen lehnen es jedoch ab, irgend einen Zusammenhang zwischen diesen Erscheinungen und dem Kometen zu konstruieren. Sie sind ja auch nichts Außergewöhnliches. Hartnäckige Duellanten. Der französische Leutnant von Lesseps, ein Bruder des Lesseps, der dieser Tage den Kanal überflog, hatte im April mit dem Grafen Poligny ein Degenduell auszufechten; der Zweikampf konnte nicht stattfinden, weil am Bein Polignys eine alte Wunde aufbrach. Ein Duell am 3. Mai verlief ebenfalls ergebnislos. Ein Pistolenduell wenige Tage darauf hatte dasselbe Resultat. Jetzt duellierten sich, wie dem„B. L.=A.“ gemeldet wird, Poligny und Lesseps zum vierten Male. Dem Leutnant wurde ein Bein durchschossen. Auch ein Kernspruch. Die„Frankf. Ztg." teilt mit: Der Seelsorger von Vierschach in Tyrol, der Pfarrkinder zu haben scheint, die der modernen Hygiene abhold sind, hat an der Kirchentür, fein säuberlich eingerahmt, folgenden Spruch anbringen lassen:„Betritt mit Andacht dieses Haus— und geh' stets schweigsam ein und aus.— Blick' nicht auf andre kreuz und quer— und spuck' nicht auf den Boden her.— Bedenke es, mein lieber Christ,— daß Gottes Haus kein Spucknapf ist.“ Arbeitslos. In Berlin wollte ein Kaufmann, der stellungslos geworden war, seine aus vier Köpfen bestehende Familie mit Leuchtgas vergiften. Die 10jährige Tochter starb, die andern liegen schwer krank darnieder. Der älteste Vordeaux. Auf einem antiken Gräberfelde bei Vordeaux wurde eine große Flasche gefunden, die Reste einer eingetrockneten Substanz enthielt. Es war Tannin darin enthalten, so daß der Inhalt Wein gewesen sein muß. Die Flasche stellt demnach den ältesten Bordeaux, der aus dem 1. Jahrhundert v. Chr. stammt, dar.— Der älteste deutsche Wein ist alt zähflüssige Masse in einer Flasche enthalten, die im Pfälzischen Weinmuseum aufbewahrt wird. Luftschiffahrt. Zeppekin in Wien. Nach den neuesten Dispositionen wird die Ankunft des Zeppelinschen Luftschiffes in Wien zwischen dem 8. und 8. Juni erfolgen. Die Fahrt geht von Friedrichshafen längs der Westbahnstrecke bis St. Pölten. Das Luftschiff übergwert dann die Donau und nimmt eine Zwischenlandung in Kor=Neuburg vor. Der Kaiser und die Empfangskommissionen werden bereits vorher von der Ankunft des Ballons verständigt werden und den Grafen Zeppelin schon in Kor=Neuburg begrüßen. Graf Zeppelin begibt sich dann im Ballon nach Schönbrunn und nimmt eine kleine Umkreisung der ganzen Stadt vor. Die Landung in Wien erfolgt schließlich auf der Semmeringer Heide in Gegenwart des Kaisers Umbau des„Z. 3“. Es ist dies das Luftschiff, das die bekannte Reise nach Berlin gemacht hat. Der Umbau dieses für militärische Zwecke erbauten Luftschiffes ist nun soweit beendet. daß es nächste Woche seine ersten Probeflüge machen wird. Auch dieses Luftschiff erhielt, wie das Passagierluftschiff, drei Motoren: in der vorderen Führergondel ein 150 PS=Motor, der die vorderen beiden Luftschrauben treibt, welche die Zweiflügelkonstruktion aufweisen und in der hinteren Gondel zwei Motoren von je 120 PS, welche jeder eine Vierflügel=Luftschraube neuer Konstruktion und größeren Durchmessers treibt; dieses Luftschiff erhält also 390 PS und dürfte eine Geschwindigkeit von wohl über 16 Sekunden=Meter erreichen. Die SchraubenAnordnung ist also die gleiche wie beim Passagierluftschiff und auch die Steuerung wird die gleiche werden: ohne das große fischschwanzartige hintere Hecksteuer, im übrigen sind Höhenund Seiten=Steuerung die gleiche geblieben. Im Zeichen des Kometen. Sowie eine Mitteilung von irgend einer Sternwarte über den seit September 1909 wahrgenommenen Halleyschen Kometen veröffentlicht wird, ist in allen Tageszeitungen gleich eine Angabe hiervon zu finden; dies ist ein Zeichen, daß die Laienwelt jenen Fragen großes Interee entgegenbringt. Und es gibt wohl keine Zeitung, der nicht viele Aufsätze zugegangen sind. sei es von berufener oder unberufener Seite. Wie aber immer, so wächst auch hier neben populär=wissenschaftlichen Darstellungen von Fachleuten eine große Menge von vollständig unbrauchbaren Artikeln. Für das große Publikum, das die meisten Angaben als Tatsachen hinnehmen muß, ist es daher sehr vorteilhaft, auch eine brauchbare, angenehm belehrende Lektüre verwiesen zu werden; eine solche finden sie in Dr. F. S. Archenholds Buch: „Kometen, Weltuntergangsprophezeiungen und der Halleysche Komet". Verlag der Treptow=Sternwarte, Berlin=Treptow, Preis A 1.—, zuzüglich A—20 für freie Zusendung, dessen zweite Auflage jetzt fünf Wochen nach dem Erscheinen der ersten notwendig wurde. Nach einleitenden Bemerkungen wendet sich der Verfasser den Kometen und ihrer Sonderstellung in der Sternenwelt zu. Fällt dem Beobachter am Himmelszelt ein Nebelfleck auf, von dem er entscheiden will, ob es ein Sternennebel oder ein Komet ist, so muß er an mehreren aufeinanderfolgenden Tagen beobachten, ob dieser Fleck im Verhältnis zu den umgebenden Sternen feststehen bleibt oder sich ändert. Im ersten Falle ist es ein Nebelfleck, im zweiten ein Komet. Kommt nun der Komet näher an die Sonne, so tritt meistenteils eine Schweifbildung ein, die dann diesem Gestirn das merkwürdige Aussehen gibt. Dieser Schweif bildet sich oft in wenigen Tagen und erreicht sehr beträchtliche Größen; trotz der gewaltigen Ausdehnung ist aber die Gesamtmasse so klein, daß sie im Verhältnis zu unserer Erde kaum in Betracht kommt. Die Schweife bestehen aus feinsten Staubteilchen, die durch den Druck, den die Sonnenstrahlen auf sie ausüben, stets von der Sonne abgelenkt sind. Diesen vom Verfasser allgemein verständlich und anziehend dargestellten physikalischen Erklärungen folgt noch ein Kapitel über die verschiedenen Bahnen der Kometen. Hieran schließt sich der historische Teil. Zunächst wird Kometenfurcht und Aberglaube behandelt. Es wird hierin erzählt, wie das unerwartete Auftreten der Kometen und ihre oft gewaltige Größe als Zeichen Gottes angesehen wurden. Die alten bildlichen Darstellungen, die hier zumeist zum ersten Male zur Veröffentlichung gelangen und sehr schön wiedergegeben sind, lassen bald Schwerter, Ruten, glühende Feuermeere u. a. erkennen; die Schriften dieser Zeit erzählen von Pest, Tod, Mißernten, Hungersnöten u. a., die der Komet als Folgeerscheinungen hat; sie gewähren einen belehrenden Einblick in die Anschauungen der Völker. Auch Weltuntergangsprophezeiungen, denen ein besonderes Kapitel gewidmet wird, wurden an vielen Orten zu damaliger Zeit gegeben. Das Erscheinen des Halleyschen Kometen wird bis 240 v. Chr. verfolgt. Das letzte Kapitel endlich befaßt sich mit den Begleiterscheinungen, die die Erde beim Durchgang des Halleyschen Kometen zu befürchten hat. Ein Anhang, der ein Verzeichnis von 75 alten Eindruckblättern enthält, dürfte auch für den Fachastronomen von nicht geringem Interesse sein.— Alles in allem ist das Buch als ein wohlgelungenes zu bezeichnen und für den Laien, der mit offenen Augen gern die Erscheinungen des Himmels betrachtet, besitzenswert.— Das Werk ist auch durch die Buchhandlung Carl Braus zu beziehen. Verantwortlich für die Nedaktion: Friedr. Kraas Druck und Verlag von Carl Braus, beide zu Schwerte. Veranntmachung, betreffend den Achtuhrladenschluß in der Stadt Schwerte, Kreis Hörde. Mehr als ein Drittel der Geschäftsinhaber in Schwerte hat die Einführung des Achtuhrladenschlusses für sämtliche offene Verkaufsstellen mit der Maßgabe beantragt, daß die Sonnabende und die gesetzlichen Ausnahmetage davon unberührt bleiben sollen. Ich bestelle hiermit den Herrn Bürgermeister in Schwerte zur Vornahme der gemäß§§ 5 ff. der Bekanntmachung des Herrn Reichskanzlers vom 25. Januar 1902(Amisblatt Seite 123) zu treffenden Feststellungen und Maßnahmen zu meinem Beauftragten. Die beteiligten Geschäftsinhaber fordere ich auf, sich über die beantragte Einführung des Achtuhrladenschlusses in der Zeit vom 25. Mai bis 7. Juni 1910 während der Geschäftsstunden auf dem Amtszimmer zur Niederschrift meines Beauftragten zu äußern. Die Aeußerungen können in den genannten Tagen auch schriftlich zu Händen meines Beauftragten eingereicht werden. Ich weise besonders darauf hin, daß bei der Feststellung der für die etwaige Abänderung der Ladenschlußzeit erforderlichen Mehrheit von zwei Dritteln der beteiligten Geschäftsinhaber nur die Stimmen der Geschäftsinhaber gezählt werden, welche eine bestimmte Aeußerung für oder gegen die beabsichtigte Aenderung der Ladenschlußzeit innerhalb der vorbezeichneten Frist abgegeben haben. Es müssen daher auch die bisherigen Antragsteller nochmals abstimmen, wenn ihre Stimmen gezählt werden sollen. Nach Schluß der Abstimmung wird die Liste noch weitere 14 Tage bei meinem Beauftragten zur öffentlichen Einsicht ausgelegt bleiben; während dieser Zeit können Einsprüche gegen die Richtigkeit und Vollständigkeit der Liste von den beteiligten Geschäftsinhabern schriftlich oder zur Niederschrift bei dem Beauftragten erhoben werden. Näheres über Zeit und Ort der Offenlage der Abstimmungsliste wird durch meinen Beauftragten bekannt gegeben werden. Nach Ablauf der Frist angebrachte Einsprüche bleiben unberücksichtigt. Arnsberg, den 13. Mai 1910. Der Regierungspräsident: I. V. gez. Koch Vorstehende Bekanntmachung wird hiermit zur öffentlichen Kenntnis gebracht. Schwerte, den 21. Mai 1910. Der Bürgermeister: Rohrmann. 3 : 3 3 3 = Halbfertige Roben= neu aufgenommen, daher nur moderne, preiswerte Sachen. Seidenbatist weiss, hellblau, Ccru v. 10.50-45 M. Tüll in weiss und schwarz Leinen in solider Ausführung 2902 Ernst Müller, Schwerte — Ostenstrasse 18.— : : 3 3 Das Jahres=Fest des Hellweger Erziehungshauses soll am Sonntag, den 29. Mai, nachmittags 3 Uhr anfangend, in Holzwickede in herkömmlicher Weise gefeiert werden. Festredner werden sein die Herren Pastoren Fliedner aus Münster, Böckmann aus Aplerbeck und Probsting aus Kamen. Es ladet herzlich ein 2848 Das Kuratorium. Alle Welt putzt mit In Dosen AOROg“ Vüberall Verhälslich K Das derzeit ohne Zweifel deste Schuh. putzmittel Pllo erhält das Leder und erzeugt im Nu eleganten dauerhaften Nochglang. Pllo ist in Schwerte zu haben bei: Franz Gessinger Emil Löher H. v. der Heyde, Wwe. L. Weinberg Adolf Kalsbach. 70 5 * 7.50 — P chs SSSSE„ S. 8g3 " ags 62 S 291—(0 * 9 T ∆ 00 0 8 3*** muß. Saloniki hat nie den Vorzug gehabt, Sultane auf längere Zeit zu beherbergen, sie kamen und gingen, wenn sie auf ihren Eroberungszügen begriffen waren, ohne je ein freudiges Andenken zurückzulassen. Saloniki erhält indessen nicht zum ersten Male die Bedeutung eines Verbannungsortes. Schon in römischer Zeit schob man mit Vorliebe die Exulanten nach der makedonischen Hauptstadt ab, und es hat sich hier nacheinander eine ganze Reihe von Leuten niedergelassen, die Rom ausgestoßen hatte. Näheres über die Maßregeln gegen die Exilierten ist nicht überliefert; aber wir wissen, daß in der Zeit nach dem Sturze Justinians II. Saloniki als Verbannungsort in Blüte stand. Geistliche, Staatsmänner, Hofleute, ja selbst Mitglieder des Kaiserhauses wurden gezwungen, sich hier zeitweilig unter strenger Aufsicht, in freier Haft aufzuhalten, und mit geringen Unterbrechungen, die auf die Glanzzeit der Stadt fallen, vermögen wir diese eigenartige Bedeutung des Ortes bis in spätbyzantinische Zeit zu verfolgen. Der vornehmste Hästling, den Saloniki beherbergte, war 58 v. Chr. Cicero. Dieser war auf 3750 Stadien von Rom verbannt worden. Er floh nach Sizilien und gelangte von hier nach Saloniki, wo Lucius Apulejos Prätor war und wo er in der Amtswohnung des Quästors Cnejus Plancius ausgenommen wurde. Schon im September 57 durfte Cicero jedoch heimkehren, so daß er kaum ein volles Jahr verbannt gewesen ist. B Auflösung des Rebus aus voriger Nummer: Der Wein erfreut des Menschen Herz. Schach. Bearbeitet von E. Schallopp. Aufgabe Nr. 172. Von B. Hülsen in Pechüle.(„Reichsbote“.) Schwarz: 4 Steine. ab d" 1 g h Weiß: 7 Steine. Weiß zieht an und setzt mit dem 2. Zuge matt. 44— 482)1—981 3 49—# 3 450—70 7 7 Suagu OPXIe FOXOPA #XXVI v0—iI **** Partie Nr. 175. Aus einem vor kurzem in Berlin ausgefochtenen Wettkampf. (Nach dem„Deutschen Wochenschach“.) Spanische Partie. Weiß: R. Teichmann.— Schwarz: K. v. Bardeleben. 21. Db5—47 06—45 Schwarz. 67—65 Sb8—06 Sg8—f6 Sf6Xe4 L18—67 Se4—06 b7X06 Sd6—b7 0—0 Sb7—05 Sc5—eß Sd6Xd4 c6—05 47—45 Le7Xd6 Weiß. 1. e2—64 2. Sgl—13 3. Lfl—55 4. 0—0 5. 42—d4 6. Ddl—e2 7. Lb5Xc6 8. d4Xe5 9. Sbl—c3 10. TfI—el 11. S13—44 12. Lol—e3 13. Le3Xd4 14. Ld4—e3 15. e5X06 16. Sc3—64 Wahrscheinlich die stärkste Fortsetzung; das sich ergebende Endspiel mit ungleichen Läufern scheint für Schwarz sehr ungünstig zu sein. 16. Le8—b7 17. Se4Xd6 C7X06 18. Tal—d1 D48—16 19. 12—13 T18—e8 Der bessere Zug scheint T18—48 zu sein. 20. De2—b5 Te8—b8 Auf 1a8—b8 folgt natürlich Lesxc5; besser war aber wohl Te8—67. DféXb2 ging natürlich nicht, da nach 22. T4l—b1 Db2—63 23. Le3—12 Weiß eine Figur gewinnen würde. Df6—66 Lb7Xc6 Th8—es war wohl Tasxes Te8—a8 Ta8Xa2 22. L=3Xc5 23. Da7Xc6 24. b2—b2 Etwas besser Tb8—b7. 25. TelXe8+ 26. Lc5Xa7 27. L17—c5 28. 62—04 Diesen Zug, zweiten Bauern und damit die Partie gewinnt, hatte Schwarz übersehen, als er T58—e8 spielte. 28. 29. c4X05 30. b3—b4 31. T4l—e1! 32. Tel—e7 der einen 33. Te7-b7 34. 45—46 35. b4—b5 36. b5—b6 Ta2-b2 Le6—47 T52—a2 17—f6 La7-b5 Lb5—e8 Ta2—42 T42—45 Le8—c6 Wenn Td5Xc5, so 37. 06 —47 LesXd7 38. Tb7Xd7 Te5—b5 39. b6—b7 nebst 40. T47—48- und gewinnt. 37. Ub7—07 Aufgegeben. Humor. Ach so!„Macht Gustav Singer immer noch Emma Haller den Hof?“ fragte der junge Mann, der lange verreist gewesen. „Sie sehen sich gegenseitig kaum noch an,“ war die Antwort. „Wirklich? Und wie kommt das?“ „Nun, sie sind verheiratet!“ Dankbar. Gatte:„Du mußt mir zugestehen, Maria, daß ich nicht geizig bin; ich habe 30 Mark für deinen Hut und 90 Mark für dein Kleid bezahlt. Ich habe es gern, wenn meine Frau elegant angezogen ist!“— Frau: „Es ist wirklich lieb von dir, Richard. Nun darfst du aber auch nicht mehr mit dem schäbigen Hut gehen. Gib ihn her, ich werde ihn mit Aufbürstfarbe behandeln.“ Der Glückliche. Fritz:„Ich wollte wirklich, ich hätte auch so'nen Dusel wie Karl!“ Franz:„Hat denn der so ein ganz besonderes Glück?“ Fritz:„Na, ich kann dir sagen, wenn der ein Nachtwandler wäre und mitten in der Nacht aus einem Fenster des dritten Stockes herausfiele, so ginge sicher gerade unten einer mit einem Federbett auf dem Rücken vorbei.“ — 8 5 S SSSSSEBSSES FSUHAESDSS SS--TMBSTMOODOSEE SJogann #case ##S ETE # 25 E. S-BN SE S S91. ** HEwES 5—2 Bontter! Amtliches Kreisblatt für den kreis börde 42. Jahrgang O Grites und älteltes Cagesergan des Kreiles. 0 Unterhaltungs=Beilage zu Nr. 119. Mittwoch, 25. Mai 1910. Die Töchter der Frau Konsul. Roman von Fritz Gantzer. (30. Fortsetzung.) r umspannte ihre Rechte lange mit der seinen, in der das Blut schnell und heiß seine Wege lief, und sagte, trotz aller ihn bestürmenden Gefühle, die nach beredten Worten auf der Suche waren, nur ein schlichtes einziges:„Dank, Fräu# l e i n G a r d i n g!“ A b e r e s l i e f s o z i t t e r n d über seine Lippen und wurde von einem so heiß aufflammenden Blick begleitet, daß Regine seines Herzens Sinnen plötzlich mit einem klaren Erkennen verstand. Und nicht minder klar und gewiß zuckte ihr als nächstes sofort der Gedanke an heilige Pflicht auf: durch nichts zu ermutigen, ihm zeigen: Ich kann nie erwidern, was du mir schenken willst. Gib alles, alles Hoffen und Warten auf. Selbst das leiseste und heimlichste.. Mi“.. gtschich, Sie entzog ihm ihre Hanv mir einer entschiebenen Bewegung und sprang hastig auf. Ihre Stimme klang hart, als sie sagte:„Wir müssen wohl nun an den Heimweg denken, Herr Holleben?... Wo ist übrigens die Sonne geblieben? Es ist ja ringsum düster und grau! Sehen Sie nur! Und so beklemmend still. Nun vermochte sich auch endlich Otto aus dem wunderlichen Wirrwarr seiner Gefühle, deren letztes ihm wie ein wehes Zucken durch die Seele bebte, in die nüchterne Wirklichkeit zurückzufinden. Er erhob sich mechanisch und ließ seine Augen in die Runde schweifen. Ja, die Sonne war fort! Wie dies Wort in diese Stunde paßte! Er lächelte bitter und schloß seine Finger hart um das Manuskript seiner„Goldsucher". Ach, er sah Gold, so vieles edle, lautre Gold, er hatte es gefunden— und mußte sich doch abwenden, ohne es nehmen zu dür'en. Denn sie gab es ihm wohl nie! Er richtete sich energich auf.„Ja, die Sonne ist wirklich verschwunden,“ sagte er, noch nicht vermögend, den letzten wehen Unterton aus seiner Stimme zu bannen. Erst als er weitersprach, klang sie ruhig und leiden chaftslos.„Wir haben nicht darauf geachtet, daß ein Gewitter im Anzuge ist. Wir wollen eilen. Vielleicht kommen wir noch vor dem Ausbruch des Unwetters hinab.“ Sie machten sich in Hast auf den Weg und schritten stumm dahin. Sie ging jetzt vorauf, sich nicht ein einziges Mal nach ihm umwendend. Und er hatte stille Muße, sie unverwandt mit traurigen Blicken zu betrachten. Er ahnte immer gewisser, daß sein Empfinden vorhin nicht falsch gewesen: sie wollte ihn nicht. Und er wußte: wir werden nie wieder gemeinsam durch einen frühlingsseligen Bergwald wandern. Sie ging (Nachdruck verboten.) so dicht vor ihm. Er brauchte nur seine Hand aus zustrecken, um sie zu berühren. Und sie war ihm doch unerreichbar fern. Wie auf einer anderen Welt.... Das Gewitter kam gewiß und schnell. Schon grollte es dumpf in der Ferne. Der Buchenwald war allen Lichts und aller heiteren Farbentöne beraubt. Das rauschende Wasser zu ihrer Seite, das bei ihrem Aufstiege so eigen keck und lustig zu Tal gegangen war, schien jetzt ein brausendes Ungeheuer mit finsteren, wild aufschäumenden Wassern. Sein rauschendes Tönen klang schier unheimlich in der stillen, dämmerhaften Sie hatten die knappe Hälfte des Weges zurückgelegt, als Otto stehenblieb und Regine auch darum bat. „Es ist nutzlos. Wir haben das Wetter in fünf Minuten. Ich möchte nicht, daß Sie durchnäßt daheim ankommen. Sind Sie damit einverstanden, daß wir in einer nahen Waldhütte untertreten und das Gewitter Sie schien zaudernd zu überlegen.„Vielleicht erreichen wir die Stadt doch noch rechtzeitig,“ stockte sie endlich heraus. 4— „Eine Unmöglichkeit, erwibelte er lurz, an ihr vorübersehend. Und in Gedanken fügte er verbissen hinzu:„Sie will nicht mehr länger als nötig mit dir zusammen sein.“ Schon hatte er den Gedanken, ihr zu sagen:„Seien Sie ohne Sorge, Fräulein Garding! werde meine Augen nicht abermals zum Verräter an mir werden lassen," als ein greller Blitz aufleuchtete und die ersten Tropfen fielen. Da drängte er alles wehe, bittere Empfinden in der Sorge für sie zurück und forderte fest:„Kommen Sie schnell!“ Voraufeilend wies er den Weg zur Waldhütte. Als beide den kleinen Raum kaum betreten hatten, brach es mit wilder Gewalt los. Ein heulender Sturm fuhr durch die Buchen und schüttelte sie, daß dürres Holz in Mengen prasselnd zu Boden schlug. Zuckende Blitze krochen gleich feurigen Schlangen daher, und knatternde Donnerschläge lösten ein hundertfaches Echo an den Berglehnen. Und dann setzte ein rauschender Regen ein und brach den beklemmenden Bann.— Eine Stunde lang starrten die beiden Menschen in der Waldhütte schon in das unverminderte Strömen. Der Himmel hing wie ein riesiges graues Tuch über dem Walde und half dem Abend zu schnellem Kommen. Regine hockte auf einer niedrigen Bank aus rohem Tannenholz im Hintergrunde der Hütte, Otto stand mit übereinandergeschlagenen Armen hart am Eingang und empfand es als eine Wohltat, daß ihm einzelne ver S BaMsTSURRNSE! * # SSdurg#SSrEgE ##s KpSrxSSEESE: sprühte Regentropfen in das heiße Gesicht schlugen. Es war kaum ein knappes Wort zwischen ihnen gefallen. Nur einmal hatte Otto bemerkt, daß sie wohl einregnen und erst spät nach Hause kommen würden, welche Mitteilung sie ohne eine Erwiderung entgegengenommen hatte, anscheinend gleichgültig. Aber allgemach begann ihr die dunkle Stille unheimlich, schier unerträglich zu werden. Ihre Augen hingen mit einem verängstigten Ausdruck an seiner regungslosen, leicht nach vornüber geneigten Gestalt. Wie eine ungewiß umrissene Silhouette ragte sie in der Tür auf. Drüben, über seinen Kopf weg, hob sich der Wald gleich einer düsteren, massigen Wand gegen den grauen Abendhimmel ab. Das klatschende, prasselnde Geräusch unzähliger, fallender Regentropfen, die auf das Borkendach der Hütte schlugen und raschelnd durch die jungbelaubten Kronen der Buchen glitten, um endlich von dem Moosteppich am Boden lautlos aufgesogen zu werden, vermochte sie in seiner Eintön gkeit kaum noch zu vernehmen. Das Begehren nach einem Klang aus Menschenmund erstand schließlich mit unüberwindlicher Stärke in ihr. Und da er immer noch schwieg, sprach sie endlich selbst. „Werden wir noch lange warten müssen, Holleben?“ Ihre Stimme schien ihm merkwürdig weich zu klingen, so weich und warm, daß ihm der Ton bis zum Herzen rann. Er wandte sich unwillkürlich nach ihr um. „Ich hoffe, daß es bald vorüber sein wird, Fräulein Garding. Etwas Bestimmtes kann ich Ihnen leider auch nicht sagen.“ „O!“ seufzte sie leise auf, und es schien ihm, als wenn ein Frösteln ihren Körper schüttele. Ein vorwurfsvoll durch seinen Sinn zuckender Gedanke packte ihn plötzlich. Da saß sie nun schon über eine Stunde in ihrem hellen, gewiß nur leichten Kleide, nur notdürftig durch das kurze Jäckchen geschützt, und er hatte noch nicht daran gedacht, ihr seinen Lodenumhang anzubieten! Nun riß er ihn mit einer hastigen Bewegung ab und trat dicht vor sie hin.„Verzeihen Sie meine Rücksichtslosigkeit!“ bat er.„Hüllen Sie sich, bitte, ein! Sie müssen ja frieren und werden sich erkälten. Wie konnte ich nur vergessen, Ihnen meinen Ueberwurf zu geben! Zu allen Unannehmlichkeiten, die ich verschuldete, tritt nun schließlich eine starke Erkältung.“ Sie wollte den schützenden Mantel nicht annehmen und behauptete, nicht zu frieren.„Ich möchte Sie auch nicht Ihres Mantels berauben,“ sagte sie zuletzt. Er lächelte.„Wie Sie das sagen! Mich berauben! Ich bin Ihnen diese Rücksichtnahme einfach schuldig, hätte mich ihrer als einer billigen Pflicht schon längst erinnern müssen. Gestatten Sie!“ Ohne ihre Entgegnung abzuwarten, trat er neben sie und legte ihr den Ueberwurf um die Schultern. Die fast völlig hereingebrochene Dunkelheit ließ ihn nur ungewiß erkennen, und von ihm nicht gewollt, geschah es, daß seine Finger leise an ihrem Halse hinglitten. Für Sekunden em fand er die lebensgesättigte Wärme ihres Blutes. Ein zuckendes Jagen kam in das seine. Er fühlte, daß ein Taumel auf dem Wege zu seinen Sinnen war und daß er, wenn er ihn hinzuließ, im nächsten Augenblick vor ihr auf den Knien liegen und sein Gesicht in ihr Kleid pressen würde. Daß er dies tun müsse. Und noch mehr. Mit leidenschaftlichen Worten seine Liebe bekennen. Sie an sich reißen und.... Es bedurfte der Aufwendung seiner ganzen sittlichen Energie, diesem wilden Taumel im letzten Augenblicke ein hartes Halt zu gebieten, ihm den Weg zu versperren, daß er, kurz vor dem Ziele schon, zurückflutete und sein Opfer ließ. Er schämte sich seiner rohen Leidenschaft, die ihn fast getrieben, so unritterlich zu handeln, eine unter seinem Schutze stehende Dame in abendlicher Waldeinsamkeit mit ungestümer Werbung zu überrumpeln und zu erschrecken. Und die Scham packte ihn so heiß und hart an, daß er nach dem sekundenlangen wilden Toben in ihm heflich=kühl bitten konnte:„O, verzeihen Sie, Fräulein Garding: Es ist so dunkel.“ Nun lag der Mantel auf ihren Schultern.„Nicht wahr, es ist doch besser so?“ Sie hüllte sich fröstelnd fester ein.„O ja, ich merke jetzt, wie wohl es tut. Vielen Dank! Aber Sie werden nun frieren...2 hak. auhtst: u. Lemassen umd t. „Durchaus nicht, behauptete er gemessen und trat wieder in die Tür der Hütte. Er brauchte noch Minuten, ehe er das Gleichgewicht völlig wiederfand. Und dann fragte er sich: Wie war es möglich, daß mich diese feige Schwäche vorhin fast übermannt hätte? Unmöglich— das sagte er sich— konnte er in jenen Sekunden heißen Begehrens Herr seiner Sinne gewesen sein. Aber nun wollte er hart und fest bleiben. Damit schloß er endgültig ab.— Mirtsuns. Der Regen ließ nach. Etwa eine Viertelstunde warteten sie noch. Dann, als ein leises Versprühen letzter Tropfen begann, sagte er, daß sie nun gehen könnten. Regine erhob sich, erleichternd aufatmend. Sie traten ins Freie. Ueber ihnen glomm mattes, verschwommenes Licht einzelner Sterne, und weitum in den Buchen war ein lautes, eintöniges Tropfen. Regine wollte den Mantel zurückgeben; aber er bat, sie möchte ihn noch benutzen, da es nach dem starken Gewitterregen empfindlich kühl geworden sei. Da fügte sie sich schweigend. Sie mußten langsam und vorsichtig zu Tal steigen, denn der Pfad war schlüpfrig. Als seine Breite zunahm und ein Nebeneinandergehen möglich wurde, bot Otto der ziemlich unsicher schreitenden Regine seinen Arm. Sie nahm seine Unterstützung dankend an. Nun kamen sie gewisser und schneller vorwärts. Ihre von Zeit zu Zeit wie ein mattes Licht aufflackernde Unterhaltung war ein unpersönliches Hin und Her über Weg, Wetter und Zeit, etwas, das ihnen Qual bereitete und begehrlich auf das Freikommen von ihr wartete... Endlich die ersten Häuser der Stadt. Gott sei Dank! Sie dachten es beide. Ihr Abschied stand unter den Augen einer treibenden Hast. Ganz lose lagen ihre Hände ineinander. Augenblickslang zuckte die Sehnsucht in Reginens Seele auf, ihm ein letztes freundliches Wort zu sagen, nicht so kalt, wie fremd von ihm zu gehen. Aber sie brachte es nur zu einem schlichten Dank, den er ebenso schlicht ablehnte...“ Und dann ging er schon die Straße zurück. Ganz mählich verklangen seine Schritte. Sie lauschte ihnen nach, als sie nach ihrem einlaßbegehrenden Läuten wartend vor der Haustür stand, bis der Nachtwind, der die Kronen der Linden leise rauschen machte, den letzten Hall mit diesem Blättergewisper verschmolz. Regine beugte sich lauschend vor und wollte danach mit ihrer Rechten tastend über die Stirn gleiten, als müsse sie einen letzten peinigenden Gedanken hinwegwischen. Aber sie vermochte die Hand nicht frei und ungehindert zu erheben. Und nun kam es ihr erst zum Bewußtsein, daß sie noch seinen Mantel trug. 10. Kapitel. Was sollte das alles? Was hatte das alles zu bedeuten? fragte Regine sich nun schon zum so und so vielten Male. Gestern abend hatte die Frau Rendant sie keines Blickes gewürdigt. Wie eine Marmorstatue hatte sie mit hochgehobener Lampe nach dem Oeffnen der Haustür im Flur gestanden, den Gruß Reginens nicht erwidert und steif und unverwandt geradeaus gesehen. Nur dem Stück Herrengarderobe, das mit ihr kam, hatte ein langer, höhnischer Blick gegolten. Und die Entschuldigung wegen des späten Kommens war mit der sitzen Entgegnung:„Wenn man freilich solche nette Gesellschaft hat!“ abgetan worden. (Fortsetzung folgt.) —910 Es steht in den Sternen ein großes Gesetz mit goldenen Lettern geschrieben; Das schönste von allen: Dein Vaterland, Das sollft über alles du lieben! J. Neruda. Instinkt des Herzens. Von Bois=Plessis. (Schluß.)(Nachdruck verboten.) IV. So standen die Dinge, als Mastre Desalles aus Paris einen Brief erhielt, der eigentümliche Gedanken in ihm auslöste. „Verehrter Freund,“ schrieb iym einer seiner Pariser Kollegen,„haben Sie die Güte, mir so schnell wie möglich mitzuteilen, ob es in Nivolas=d'Armagnac oder in der Umgegend direkte oder indirekte Erben meines Klienten, des verstorbenen Herrn Claude Martel, gibt, der, wenn ich nicht sehr irre, aus dieser Gegend stammte, soeben ohne Erben verstorben ist und ein ziemlich bedeutendes Vermögen hinterlassen hat.“ Als die erste Ueberraschung vorüber war, überließ sich Mastre Desalles einem eifrigen Nachdenken. Er hatte diesen Claude Martel, den älteren Bruder von Céciles Vater, ganz genau gekannt. Er gehörte in seiner Jugend jener nicht seltenen Klasse von unleidlichen Menschen an, denen man prophezeit, sie würden einmal auf dem Schaffott enden. Im Alter von zwanzig Jahren war er verschwunden, und die öffentliche Meinung erklärte, es hätte ein schlimmes Ende mit ihm genommen. Und nun war dieses„mauvais sujet“ gegen alle Voraussicht als Millionär gestorben, und seine einzige Erbin war die „kleine Cécile“, die Mastre Desalles seinem Sohne dummerweise einmal ausgeredet hatte. Ja, wenn er das gewußt hätte!! Das Resultat seines Nachdenkens war, daß er seinen Hut ergriff und sich in eigener Person nach dem Häuschen begab, das Cécile gemeinsam mit einer alten Verwandten in der Vorstadt bewohnte. Sie lebte dort seit einiger Zeit sehr zurückgezogen, und teilte jedenfalls nicht mehr Laures Anschauungsweise, denn sie erschien nicht mehr wie früher im Gefolge ihrer unbeständigen Freundin. Sie wurde etwas verwirrt über den unerwarteten Besuch von Frédérics Vater, gewann aber bei der erstaunlichen Nachricht, die der Notar ihr mitteilte, ihre volle Ruhe wieder. Der Notar versuchte, das junge Mädchen über seine Zukunftspläne zu sondieren, doch sie blieb unergründlich, und er mußte sich zurückziehen, und gestehen, daß man ein so unerwartetes Vermögen nicht mit größerer Ruhe entgegennehmen kann. Er bekam bei dieser Begegnung einen großen Respekt vor der„kleinen Cécile“, wie er sie noch kurz vorher genannt, und betrachtete sie fast mit ehrfürchtigen Blicken. Einige Tage später wurde die Sache offiziell; unter einer Aufregung, die keine Feder zu beschreiben vermag, erfuhr ganz Nivolas=d'Armagnac, daß die„kleine Céecile“ eine Mitgift besaß, wie man sie zwanzig Meilen in der Runde nicht wieder traf. V. Als die glückliche Erbin sich im Besitze des Vermögens ihres Onkels befand, zeigte sie nicht die geringste Absicht, ihre ruhigen, bescheidenen Gewohnheiten zu ändern; sie schien keineswegs geblendet, blieb dieselbe und schien sich um die Aufmerksamkeiten, mit denen man sie überschüttete, gar nicht zu kümmern. Zur großen Erleichterung des Mastre Desalles, der sich mit der von ihm begangenen Dummheit nicht so leicht abfand, wies sie Schlag auf Schlag drei vorteilhafte Partien zurück, worüber sich die Leute im höchsten Grade wunderten. Darum erzählte man sich auch ganz leise, das reizende Kind trüge eine geheime Liebe im Herzen. Der Notar beschloß, in Erfahrung zu bringen, wie es um dieses Gerücht stand. Im Einverständnis mit seiner Frau, aber ohne Wissen Frédérics, der immer düsterer wurde, schickte er der Erbin eine schlaue Person, die die Aufgabe hatte, der Kleinen ihr Geheimnis zu entreißen. Die Aufgabe war nicht leicht. Da die Dame im Rufe einer zähen und durchaus nicht uneigennützigen Heiratsvermittlerin stand, so weigerte sich Cécile zuerst und verschanzte sich hinter ein hartnäckiges Schweigen. Sie hatte es aber mit einer tüchtigen Person zu tun, und da sie schließlich nicht mehr ausweichen konnte, so entschloß sie sich zum Sprechen. „Nun denn, Madame,“ sagte das junge Mädchen mit einfacher Würde,„ich will Ihnen gestehen, was Sie so gern wissen wollen; ich habe nicht die Absicht, mich zu verheiraten. Wenn ich es aber täte, so geschähe es nur mit Herrn Frédéric Desalles, der ja jetzt frei sein soll.“ Die andere hörte nichts weiter; ihre Aufgabe war ihr über Erwarten gelungen. Mit tiefer Bewegung erfuhr Frédéric die Wahl, deren Gegenstand er in diesem jungen Herzen geworden war. Plötzlich aus diesem moralischen Stumpssinn erwacht, eilte er zu Cécile; sie geriet in tiefe Verwirrung, als sie ihn erscheinen sah, um so mehr, als er, außer sich, stammelte: „Cécile, ist es wahr?... Man sagt mir, Sie lieben mich?“ Blutrot erwiderte sie:„Ja, es ist wahr.“ Er wankte. „Auf ein solches Glück war ich nicht vorbereitet, denn Sie liebten mich doch früher nicht, Cécile?“ „Immer aufrichtig,“ erwiderte sie.„Nein, ich liebte Sie nicht.“ „Ja, aber warum jetzt?“ Da versetzte sie mit bedeutungsvollem Lächeln: „Weil Sie unglücklich sind.“ Das Glück ist ein wunderbarer Arzt; in wenig Tagen wurde Céciles Verlobter wieder der elegante Kavalier, der Laure entzückt hatte. Diese empfand allerdings einigen Aerger über diese Wunderkur und versuchte, ihren alten Einfluß wieder geltend zu machen, doch sie machte sich bei diesem Versuch nur lächerlich und war schließlich glücklich, als sie ihrem Vater einen Nachfolger geben konnte, indem sie den Provisor heiratete. Frédéric war glücklich. Es existierte für ihn keine andere Frau mehr, als die, die ihm gezeigt, was ein großer Dichter den„Instinkt für das Unglück“ genannt hat, was aber im Grund nichts weiter, als der Instinkt des Herzens ist. * Cicero als Vorgänger Abdul Hamids. Zeichen der Zeit, daß Abdul Hamid in die Stadt verdannt wurde, gegen die er seinen letzten Schlag gerichtet hatte, in die Stadt, in der er am meisten gehaßt und gefürchtet, gegen die er immer vergebens anzukämpfen versucht hat. Abdul Hamid ist der erste türkische Herrscher, der nach seiner Entthronung fern von seiner Residenz ins Exil wandern — Nr. 119. Schwerter 86 Ein Bombenattentat in Spanien. Madrid, 24. Mai. Bei dem Denkmal, das zur Erinnerung die Opfer des am Hochzeitstage des Königs verübten Bombenanschlage errichtet wurde, ist gestern eine die ein Knarchse in einem boste, zuichte, gzesz u autflichen und gab dann zwei Revolverschüsse auf sich ab, denen er erlegen st. Er st ein gugelleideter Mann von 35—40 Joszg. Vie Aus webepwpien, be." die„Ipgaurtäalft meldet, sate Seicher, enternt voven.„Wie—. Laufmnertan genacht worbovr Pontzenanschag gepiant fei, ale uostwuerdigen od Po) v, Raiter Die, Perschlicheit des Anarchsten, in Seundet so in den Trhchrigen Vo=gatglgnig, aug Mischl. Barzelona. Er gab sich für einen Kala#oner aus. B.rt dige sind bisher nicht bekannt. Zeitung.(Amtliches Kreisblatt.) Mittwoch, den 25. Mai 1910. Schiffskatastrophen Oranienbaum b. Kronstadt, 25. Mai. Ein Steuger:„Owwodoy“ vi Geitg, Marn fud erranten. Ein eines Windstoßes umgekippt, wechs Mann sino erti Mann wurde halb erstarrt auf dem Kiel des Boote: London, 25. Mai. Eine Lloydmeldung besagt, die deutsche von even in Heriche, baißz sie mit dem englischen Danp3371 Tonnen Fahrt nach Southampton. Der Dampfer hatte er war voen Bilarteos nach Naterdam Setimnt. Soodpear“ sank gestern abend nach einem Zusammenstoß in der Thunder Bay. 19 Personen sind ertrunken. os de Srstude den Vyvo,„palatez sechien ein Faunke athzusBreshtuguiben Pun tu. Mohel Buche ebendig, Riedas Luftschiff plötzlich zu einem lenkbaren Wesen. Es erhob be boede bnd eun galtent. Ein neuer Grsf in die Klosia. Saal. So dirigiert der Ingenient en ened u. eue an eer ur arg beb d, gagiche Gewalt, und bene Aun, gur aun. Gihsfke and i. e. Konstrution des Apearates. Am Linteren Esgee der Kontrole denen. In den langen Nahnenwert das unter. die brahtlosen Besche auftinmnt und automatisch ausfüht Vin, vondbenen Peh der urteisten langen Stange, des Geund Abwärtsbewegung bewirken. —0 Das Torpedoluftschiff. Eine neue furchtbare Kriegsmaschine ist von einem englischen Ingenieur erfunden worden: ein regelrechtes Torpedo der Lüfte, das der Erfinder in dem großen Saale des Londoner Hippodroms bereits einer großen Versammlung von ten vorgeführt hat. Es handelt sich um ein lenkbares Luftschiff, das keinerlei Bemannung bedarf; bequem in Sessel sitzend, kann der Erfinder von London aus das Fe die Lüfte dirigieren, kann es steigen und fallen lassen, kann es drehen und wenden lassen. Mit einem einfachen Druck auf die Klaviatur eines drahtlosen Telegraphenapparates wird dem Lufttorpedo die gewünschte Bewegung vorgeschrieben, man kann es an einem gewählten Platze zum Halten bringen, ein neuer Druck auf eine bestimmte Taste, und oben am Luftschiff öffnet sich eine Falltüre, durch die Bomben und Sprengstoffe zur Erde hemniederstürzen. Der Erfinder dieses Luftschiffes Thomas Naymand Phillips, ein bekannter Ingestengz, aue Liverpool. Der Apparat, den er vorführte, war: Fuß langes Modell, das in seiner Form an das Zeppelinsche Lu### schiff gemahnte. Er saß gemächlich hinter seinem drahtlosen Uebermittlungsapparatz während in der Mitte des Saales Luftschiff von der Decke herabhing Dann wurden die TauLetzte Drahtmeldungen. Veteranenfürsorge. Wga Berlin, 25. Mai. Der Staatssekretär des Reichsschugdie Leiter sämtlicher Fraktionen des am 10. Juni im Reichsschatzamte stattfinden. Wechselprozeß. Berlin, 25. Mai. Im Prozeß wegen der Wechsel des Peinen von Benoonge vundv, ben Zahe, Gesäingnitg verurteilt, Angeklagte Clarke wurde zu zwei Jahren Sejungnis die übrigen Angeklagten wurden freigesprochen. Schwerer Unglücksfall. Berlin 25. Mai. Ein schweres Unglück ereignete . Uhr an der Ecke der Bismarck= und Wilgeitern abend gegen b uy.—. Alig eine Frau mit ei kleine Kinder befanden, einen Kinderwogen, in den)) 1 gangweichen wollte, geriet einen wpe belodenen Soudu Gefäzrt, Mähend die beiden sie mit den Kindern unter das G#/##rt. Währen. Siuder nu: Bontoukh hag ge bwvonte. granepart starch. De. so schwere Verletzungen, daß sie auf dem T-a-Port stat Knecht wurde verhaftet. Bischofskonserenz. ulda, 25. Mai. Die Bischofskonferenz für 1910 tritt wieder hier, und zwar in der zweiten Augusthälfte, zusammen. berichtet zum Prozeh Hofrichter, doß die Rede des Anditeurs Kunz mit den Stuang shlot, Das Urteil wich morgen oder überggige## fällt werden. Das Befinden Hofrichters wird als so.— ede. Eittlichteitsverbeecher. Würzburg, 25. Mai. Drei Schutzleute, die sich wiederholt an schulpflichtigen Mädchen vergangen hatten, wurden gestern aus dem Dienst entlassen. Sie sind nach der Schweiz geBreslau, 24. Mai. Heute vormittag um 9 Uhr entgleiste Unruhen. Paris, 25. Mai. 3000 streikende Steinbrucharbeiter von Bil, waren sia vus Die Wagen, andere Kaster Bahrhof nicht verlasen konnte. Vot, Vegse, gagt ve. hgerhe bestun de beserho), Patahg v.#. on ausgerisenen bv ein Feuer anzindeten. Gendarmnen und Miltikr Rad nach Meri abgegangen, um weitere Ruhestörungen zu verhüten. Aus der französischen Armee. Mai. Im Lager von Massillan weigerten sich eun Gersd und worsche ugz her geisele gen. Sie Burden —s Ain ven zuei Homzagnier aufgehalten und nach der Kaserne gebracht, von wo sie heute morgen nach dem e ee ee. e es iun Bunsden. k, 25. Mai. Ein Telegramm aus Bluefielde n bo h, den d gaustäahisgen dei Bluseo, Gottesdienste. Uhr: Stille hl. Messe; 7,45 Uhr: Sothet, Geneinve. 4. uhr: Hahant mit Gredigt Feühnese: 9 Uh: Schlpese, 1o,9„glnche, nachm. 230 Uh: Soen, vode Degse hen Machertagen der Fronleichnans. oktav ist morgens 7 Uhr Sakramentshochamt, abends 8 Uhr Sthonatercbsch. Schweinemarkt. der deutig Schoeinenart vor mit ziagerigen Höße 6. De Poeste Beten ich voch wagte Fertet a6. 27. 4, für 8 bi. Tiere 32—33 M, je nach Qualität. Der Handel war recht lebhaft. Wetterbericht der Deutschen Seewarte. 26. Mai: Bewölkt Gewitter. Demn Wöhle Ihrer Kinder die geistige und körperliche Entvickelung der Kleinen, stärkt Vanillinzucker als Ersatz für Schotenvanille und Raeses Salizyl. vammnssens. als Ersatz für Schotenvanille und Reeses Salizyl. vlelen Vorzüge nur 10P Reese Gesellsch., Hameln Pesdr ene uurrunrur. S Sraie 1 Uose u. Soiktes für 5d cutscheine. Gemeinnützer Vauverein, e. G. m. b. H. zu Holzwiacde. Bilanz für den 31. Dezember 1909. Druck und Verlag von Cail Braus, beide zu Schwerte. 9 1. 2. 8. Aktiva. Bau= und Bodenwerte a. 31.12. 09 Verschiedene Forderungen Einlagen bei der Sparkasse Apler= beck Mk. 18208 1040 70 Pf. 16 9906 51 37 Gelomiumme((0245 Gewinn= und Verlustrechnung. Passiva. Oes i. Hezember 1900 Hypotheken.... Reservefonos... Zinsen, Wegevaukosten Reingewinn Beckamiiumme Mk. 6739 14800 142 340 86 221 13 22243 7 1. 2. 3. Ausgabe. Zinsen für Hypotheken.... Geschäftsunkosten...... Reingewinn...... Gesamtsumme Mk. 39 171 221 789 Pf. 86 79 13 78 Gianchene Vom Häuserkonto Iinsen von der Sparkasse AplerSeckamsuumme 7 432 76 Von dem Reingewinn werden 22,11 Mk. dem Reservesonds. 199.02 Mk. dem Zahl der eingetretenen Genossen 19, der ausgeschiedenen 25; Bestand am Schlusse des Jahres eid Die estanhzestsunns inr Gaohen bertig m 2wp“=Hoigt, Brger. Fiuger. Nach Gottes unerforschlichem Ratschluss starb Montag Morgen 10 Uhr plötzlich und unerwartet mein innigst geliebter Mann, unser stets treusorgender Vater, Schwiegervater, Grossvater, Schwager und Onkel der Herr Andreas Genuit Er starb im beinahe vollendeten 58. Lebensjahre. Um stille Teilnahme bitten Die trauernden Hinterbliebenen. Rosen bei Schwerte a. d. Ruhr,„Greggigt, helmshafen, Rüdinghausen, Willingen, Los-Angel-4 Cal., Black bunen Mo. U. S. A., den 23. Mai 1910. findet Donnerstag, den 26. Mai, nachmittage 3 Uhr Die beerülgung auest um dpununtern— vom Trauerhause, Rosenweg 43/24, aus statt. Ia. Stdckköurg karrenweise frei Haus im Stadtgebiet 85 Pf. p. Ztr. 2382„ ab Waggon Schwerte 76„„„ Zachungen büllgst#E. Homel, Schwerte. F„yOnyg mit und ohne Druck sind Kuvorts ie: zu haben in Cart brbes Buchdruckerei. Seite 4. Schwerker Jeitung.(Amtliches Kreisblatt.) Mittwoch, den 25. Mai 1910. Nr. 119. Bekanntmachung. I. Die Hufbeschlagprüfungen vor der staatlichen Prüfungskommission für den Regierungsbezirk Arnsberg finden regelmäßig am zweiten Mittwoch eines jeden Vierteljahres statt. Die nächste Prüfung ist dementsprechend am 13. Juli 1910. Die weiteren Angaben über den Ort und die Schmiede werden den Prüflingen durch die Ladung bekanntgegeben. Den hiesigen Departements=Tierarzt, Herrn Veterinärrat Blome, welcher als Regierungskommissar an den Prüfungen teilnimmt, habe ich zum Vorsitzenden der aus 3 Mitgliedern bestehenden Prüfungskommission ernannt. Der Meldung zur Prüfung, welche an den genannten Vorsitzenden zu richten ist, hat der Prüfling folgende Nachweise beizufügen: 1. die amtliche Bescheinigung, daß er das 19. Lebensjahr vollendet hat(Geburtsschein), 2. die amtliche Bescheinigung, daß er mindestens die letzten drei Monate vor der Meldung im Bezirke der Prüfungskommission sich aufgehalten hat, 3. die Versicherung, daß er innerhalb der letzten 6 Monate einer Hufbeschlagprüfung nicht erfolglos sich unterzogen hat, 4. die Bescheinigung über die erlangte theoretische und praktische Ausbildung. Der Vorsitzende entscheidet über die Zulassung zur Prüfung und beruft die Prüflinge zur Prüfung ein. Im Falle der Zulassung hat der Prüfling 10 M Prüfungsgebühr porto= und bestellgeldgebührenfrei an die Königliche Regierungs=Hauptkasse in Arnsberg mit dem Vermerk„Gebühr für Hufbeschlagprüfung“ einzureichen. Von der erfolgten Einzahlung der Gebühr setzt der Prüfling den Vorsitzenden durch Einsendung des Posteinlieferungsscheines, mit seiner Namensunterschrift versehen, in Kenntnis. Die Prüfungsgebühr ist auch verfallen, wenn der Prüfling ohne genügende Entschuldigung im Termin nicht erscheint oder die Prüfung nicht besteht. Bei nachgewiesener Bedürftigkeit kann die Gebühr ganz oder teilweise erlassen werden. Zur Prüfung hat der Prüfling ein Rinnmesser und einen Unterhauer mitzubringen. Das übrige Handwerkszeug, die Schmiedeeinrichtungen und die nötigen Pferde werden von der Kommission zur Verfügung gestellt. II. Ich mache ferner darauf aufmerksam, daß, abgesehen von den Schmiedeinnungen in Gelsenkirchen, Bochum und Witten, in den unter tierärztlicher Leitung stehenden Hufbeschlaglehranstalten zu Herdecke a. R.— Lehrschmiede von Duhme, zu Dortmund— Lehrschmiede von Wagner, und zu NiederMarsberg— Lehrschmiede von Köhler, alljährlich mehrere, bis 3(drei) Monate dauernde theoretisch=praktische Kurse über Hufbeschlag stattfinden. Die Kurse schließen mit einer Prüfung ab, welche gleichwie die staatliche Prüfung vor einer aus drei Mitgliedern bestehenden Kommission unter dem Vorsitze des Herrn Veterinärrat Blome zu Arnsberg abgelegt und durch deren Bestehen ebenfalls die Berechtigung(Zeugnis) zur selbstständigen Ausübung des Hufbeschlaggewerbes erworben wird. Meldungen sind an die betreffenden Anstalten zu richten. Der Besuch dieser Lehranstalten ist sehr zu empfehlen. Arnsberg, den 9. Mai 1910. 2981 Der Regierungs=Präsident: I. 15 Nr. 552. J. A.: v. Blomberg. Bekanntmachung. Hierdurch mache ich bekannt, daß die Außerungen für oder gegen die Errichtung einer Zwangs=Innung für das Stellmacherhandwerk für den Bezirk des Stadt= und Landkreises Dortmund und des Kreises Hörde schriftlich oder mündlich bis zum 4. Juni d. Is. bei mir abzugeben sind. Die Abgabe der munolichen Außerung kann wayrend des angegebenen Zeitraumes werktäglich von 9 bis 12 Uhr vormittags oder von 3 bis 5 Uhr nachmittags in dem städtischen Verwaltungsgebäude. Am Spitthof 2. Zimmer Nr. 1, erfolgen. Ich fordere hierdurch alle Handwerker, die im Stadt= und Landkreise Dortmund und im Kreise Hörde das Stellmacherhandwerk betreiben, zur Abgabe der Außerung mit dem Bemerken auf, daß nur solche Erklärungen, die erkennen lassen, ob der Erklärende der Errichtung der Zwangs=Innung zustimmt oder nicht, gültig sind und daß nach Ablauf des obigen Zeitpunktes eingehende Außerungen urM.„ unberlcksichtigt bleiben..6 Die Abgabe einer Außerung ist auch fur diejenigen Handwerker erforderlich, die den Antrag auf Errichtung einer Zwangs=Innung gestellt haben. 2996 Dortmund, den 17. Mai 1910. Der Kommissar: Dr. Pieper, Magistrats=Assessor werden unter Garantie gegen Motten- und Feuerschaden zu soliden Preisen nur- aufbewahrt. Rob. Enppmahn, — Schwerte-Ruhr. n! Was ist das beste Gewürz für Milch- und Mehlspeisen, für Kakao und Tee? Nar Dr. Oelker’s Vanillinzucker. Derselbe ersetzt die teure Vanilleschote vollständig und ist ausgezeichnet durch seine Billigkeit und Ausgiebigkeit. 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Festzug 2 Uhr mittags vom Vereinslokal durch die Stadt zum Festlokal„Schützenhof“. 3 Uhr Beginn des Wettkampfes und des Konzerts. 8 Uhr Proklamation der Sieger. 9 Uhr Beginn des Festballes. Entree: Sonnabend, 28. Mai: Kommers à Person 20 Pf. Sonntag, 29. Mai: Konzert und Turnen à Person im Vorverkauf 40 Pf., an der Kasse 50 Pf. Ball 75 Pf., ganze Festkarte 1.— Mk. Die Musik wird ausgeführt am Sonnabend, durch die Herlinghaus'sche und am Sonntag durch die Branscheid'sche Kapelle. Die Bewohner der Stadt werden gebeten, an den Feststagen zu flaggen. Um zahlreichen Besuch bittet 2993— Der Vorstand. Der Festkomitee. NB. Die passiven Mitglieder werden hierdurch besonders eingeladen. n" erstklassig, Gahrrädar direkt von der Pallffäder Fabrik an Private u. Händler von Mk. 54,— an. " M ä n t e l Zubehorteile, 2.80 an. D auch an Kopdra B, Fabrikat, prompt und villigst. Nähmaschinenge an Katalog umeonst u. portofrei. Duisburger Fahrradfabrik „Schwalbe“ Akt-Ges. Duisburg-Wanheimerort. 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