für den Kreis börde. Amtliches Kreisblatt umrechruerermruern Verbunden mit: Schwerter Volksblatt O. General-Anzeiger für den Kreis horge Schwerter Volks-Zeitung Die“Schwerter Zeitung“ erscheint täglich, ausser Feiertags. Bezugspreis: Mk. 1.6s vierteljährlich, bei der Post für Bestellgeld 42 Pig. mehr. Wöchentliche Gratis-Beilage: -Mustrierter Familienfreund" und tägl. Unterhaltungs-Blatt. Anzeigenpreis: Die sechsgespaltene Petitzeile oder deren Raum 10 PI., Anzeigen von auswärts 1S Pf., Reklamezeile 40 Pf. Die Schwerter währt Ihren jeden mit Cod tall gemäss ungen 500 HIm Zeitung“ geAbonnenten für endenden UnIhrer BedingII. Unterstützung Erstes und ältestes Tagesorgan des Rreises □ Alie kreis- und lokalpollzeilichen Verordnungen für den Kreis Hörde erlangen gemäss Bekanntmachung der Königl. Regierung durch Ueröffentlichung in der“schwerter Zeitung" rechtso o o o o o verbindliche Kraft o o o o c o Druck und Uerlag von Carl Braus,(Inhaber Paul Schlemann) Schwerte-(Ruhr)= 2 Fernsprecher Nr. 62. Haupt-Annoncenblatt Nr. 71. Erstes Wlatt. Politische Uebersicht. Deutschland. Die Nationalliberalen. Ueber die künftige Haltung der Nationalliberalen zur Wahlrechtsreform gab dieser Tage im jungliberalen Verein zu Halle a. S. der nationalliberale Abgeordnete Justizrat Dr. Keil die uneingeschränkte Versicherung ab, daß die Nationalliberalen bestimmt fest bleiben werden. Er sagte:„Ob die Freikonservativen durchhalten werden, weiß ich nicht. Wir Nationalliberalen werden bestimmt durchhalten und Zweifler, die hier und da ihre Stimme erheben, unbedingt ins Unrecht setzen. Die Wahlreform, wie sie Konservative und Zentrum beschlossen haben, bleibt für uns absolut unannehmbar.“ In der Diskussion sprach Universitätsprofessor von Blume aus, daß trotz allem und allem eine freiheitliche Wahlreform sich nicht mehr aufhalten lasse. Sie komme mit Naturnotwendigkeit, und zwar bald. Ein anderer Redner sagte unter allgemeiner Zustimmung:„Wir begrüßen das erlösende Wort: Die Nationalliberalen bleiben fest in dieser wichtigsten politischen Frage.“ Der Reichstagsabgeordnete Lic. Everling nannte es öden, lächerlichen Klatsch, wenn jüngst behauptet sei, der Abgeordnete Bassermann, der die Partei nach links gerichtet habe, sei wegen Kriselns in der Fraktion plötzlich aus Berlin abgereist. Die Partei sei sich in der Wahlrechtsfrage einig, einig auch in der entschiedenen Opposition. Es sei für die Nationalliberalen eine ausgemachte Tatsache, daß eine dünne Oberschicht nicht auf die Dauer ein Volk beherrschen könne, das lesen kann, die Preßfreiheit besitzt, von zahllosen Agitatoren aufgeklärt wird und wirtschaftlich aufsteigt. Auch nach unseren Informationen entspricht die obige Darstellung durchaus den Tatsachen. Die Nationalliberalen werden sich jeder konservativ=klerikalen Reformklitterei gegenüber durchaus ablehnend verhalten. Die Befestigung von Borkum. Die ostfriesischen Inseln, die in der Nordsee unserer Küste vorgelagert sind, werden in einem Seekriege eine bedeutsame Rolle spielen. Eine der wichtigsten dieser Inseln ist das große Borkum. Es sind deshalb schon seit längerer Zeit Befestigungen auf der Insel ausgeführt worden, die namentlich in der Anlage von Batterien für weittragende Geschütze bestehen. Ueber diese Befestigungen dringt natürlich nur sehr selten etwas in die Oeffentlichkeit. Das Kriegsministerium hat soeben bestimmt, daß von dem Fußartillerie=Regiment 2, das allein von den Landregimentern in der Bedienung der Küstengeschütze und im Seeschießen ausgebildet ist, drei Kompagnien unter einem Stabsoffizier nach Borkum verlegt werden sollen. Diese Kompagnien bilden gewissermaßen ein viertes Bataillon. Die Verlegung soll bereits zum 15. April beendet sein. — Ausland. Oesterreich=Ungarn. Polonyi, Urheber des Parlamentsskandals. Die polizeiliche Untersuchung hat, der„Frkf. Ztg.“ zufolge, ergeben, daß der gewesene Minister Polonyi die Skandale eingeleitet und den ganzen Plan des Ueberfalles ausgeheckt und den Angriff auch tatsächlich eröffnet hat. Gegen Polonyi wird deshalb Anklage wegen Aufreizung zu Gewalttätigkeiten gegen die Behörde erhoben. Bisher ist gegen fünf gewesene Abgeordnete eine Untersuchung eingeleitet, worden. Wie weiter festgestellt wurde, sollte auf Grund einer vorherigen Abmachung Graf Khuen=Hedervary aus dem Sitzungssaal in den Korridor gedrängt und dort insultiert werden, welche Absicht durch das mutige Verhalten Khuens und Graf Serenyi vereitelt wurde. England. Der parlamentarische Mitarbeiter des„Daily Expreß" erfährt aus angeblich absolut zuverlässiger Quelle, daß der König sehr entschieden gegen eine neuerliche Auflösung des Parlaments und die Abhaltung von Neuwahlen nach so kurzer Frist sei. Er hat der Besorgnis Ausdruck gegeben, daß die wirtschaftlichen Interessen des Landes darunter leiden könnten, zumal die Neuwahlen gerade in eine der wichtigsten Perioden des Jahres für den Handel und Wandel fallen. Es sei als sicher anzunehmen, daß diese Befürchtung des Königs bei der politischen Entwicklung während der nächsten Woche sehr gewichtig mitsprechen werde, wenn es auch verfehlt wäre, davon einen dominierenden Einfluß auf den Gang der ErSamstag, den 26. März 1910. eignisse zu erwarten. Was die Meinung des Königs zu den Garantien für die Aufhebung des Vetorechts der Lords betrifft, so erfährt derselbe Korrespondent, daß diese Frage zwischen dem Monarchen und dem Premierminister noch nicht einmal berührt worden sei. Minister Asquith steht auf dem Standpunkte, daß der Augenblick hierfür erst dann kommen werde, wenn die Lords die Resolutionen wirklich zurückgewiesen haben sollten. Diese Entscheidung des Oberhauses steht aber den letzten Berechnungen zufolge nicht vor der zweiten Maiwoche zu erwarten. Natürlich ist bei diesen Kalkulationen nicht ausgeschlossen, daß infolge der Haltung der Iren zu der Budgetfrage das Kabinett bis dahin zu Fall gebracht sein werde. Aus Stadt und Umgebung. Schwerte, 26. März. **(Das Osterfest) ist von altersher dem deutschen Volke an das Herz gewachsen, weil es die Erneuerung der Natur und die Auferstehung des Weltenheilands glücklich vereinigt. Hinaus ins Freie! ist die Losung des durch des Winters Bann gefesselten Menschenherzens, hinaus, wo die dichtgrünen Saatfelder im ersten Lenzesschmucke prangen und die Lerche in der blauen, linden Luft ihre Triller erschallen läßt: Es muß doch Frühling werden! Diese frohe Hoffnung läßt in keinem Jahre zuschanden werden und verwischt Eis und Schnee, Frost und Ungemach des langen, unwirtlichen Winters. Wie schauten auch unsere Vorfahren, die alten Germanen, um die Österzeit, wenn Tag und Nacht gleich geworden waren, sehnend nach der höher steigenden Sonne aus, und wie leuchteten ihre Freudenfeuer auf den Bergen auf, wenn der Landmann zum ersten Male seiner] Pflug zur Frühjahrsbestellung durch den Acker ziehen oder der Hirt zum ersten Male seine Herde austreiben konnte! Dann zog man am Morgen auf eine Anhöhe, um die Sonne aufgehen zu sehen, und wenn sie sich am Horizonte erhob, dann gab es Freude und Jubel. Den Frühlingsgottheiten, die die Menschen so milde mit ihrem Segen bedachten, brachte man Ostereier als Opfer dar, oder man umging die Saatfelder und steckte auf die vier Ecken geweihte Weidenzweige.— Wie unsere Altvordern das Osterfest gefeiert haben, so ist es bis auf den heutigen Tag geblieben; ihre Gebräuche sind auf uns gekommen und erhalten als ein Stück unseres innersten Volkslebens. Und wenn nun wie seit alters her in diesem Jahre die Freudenbotschaft des Osterfestes in die junge Frühlingswelt hineintönt, so möge sie allen Freude, allen Segen bedeuten. Ostern, das Fest des Lenzes, des Lichtes und der Liebe, möge es strahlen in aller Menschen Herzen und sie erleuchten und erwärmen, auf daß die Krone der Schöpfung uns werde mit der übrigen Schöpfung in starker Zuversicht und fröhlichem Vertrauen. In diesm Sinne wünschen wir allen unseren Leserinnen und Lesern ein recht fröhliches Osterfest! **(Unser neuer Roman.) In der heutigen Nummer beginnen wir mit dem Abdruck eines neuen Romans„Schwer geprüft“ aus der Feder von Georg Gertz. Aeußerst flott und interessant geschrieben, zeichnet sich der Roman durch eine spannende Handlung aus und dürfte das Interesse unserer Leserinnen und Leser bis zum Schluß wachhalten. **(Aus dem Stadtrat.) So ist denn in vorgestriger Sitzung unseres Stadtparlamentes der Etat für das Jahr 1910 unter Dach und Fach gebracht. Auch für dieses Jahr wären wir an einer Erhöhung der Steuersätze nochmals glücklich vorbeigekommen, trotzdem bei einem Etat von 549 896,56 M die Ausgaben um ca. 20000 M gestiegen und die Steuer=Einnahmen mit 47000 A niedriger angesetzt sind. Als Helfer in der Not bewähren sich nun die nicht unerheblichen Ueberschüsse aus dem Jahre 1908, welche uns über die Finanznöte des neuen Etatsjahres hinweghelfen. Wie das Jahr 1909 abschneidet, kann noch nicht bestimmt angegeben werden, doch wollen wir gern hoffen, daß auch hier etwas„übrig" bleiben wird. Sehr interessant waren in der Sitzung die Ausführungen des Herrn Bürgermeisters über die allgemeine Finanzlage der Stadt. Die Mitteilung, daß die Stadt Schwerte trotz der vielen und umfangreichen Neuanlagen der letzten Jahre(Schlachthaus und Kühlhaus, Progymnasium, Freischütz, Schule in der Sedanstraße usw.) ein Vermögen von ca. 1½Millionen besitzt, dürfte unsere Bürgerschaft sicherlich höchst angenehm berühren, umso mehr, wenn man berücksichtigt, daß die Bewertung der städtischen Vermögensstücke seitens der Baukommission mit größter Vorsicht erfolgt ist, und dieselben eher zu niedrig als zu hoch angesetzt sind. Schwerte ist also, wenn auch keine reiche, so doch eine verhältnismäßig recht wohlhabende Stadt, und unsere 42. Jahrg. a Schulden wachsen uns noch lange nicht über den Kopf, wenn auch die Mahnung des Herrn Bürgermeisters an die städtischen Vertretungen, auch für die Zukunft die größte Sparsamkeit walten zu lassen, eine wohl zu beherzigende ist. Die übrigen Gegenstände der 14 Punkte umfassenden Tagesordnung der öffentlichen Sitzung boten weniger Interesse und wurden auch schnell erledigt. Im übrigen verweisen wir auf den ausführlichen Bericht an anderer Stelle. **(Oster=Beilage.) Der heutigen Ausgabe unseres Blattes haben wir eine hübsch ausgestattete vierseitige Osterzeitung beigelegt, deren gediegener Inhalt jedenfalls bei Groß und Klein allseitigen Beifall finden wird. **(Gerichtskosten.) Auf die in heutiger Nummer veröffentlichte Bekanntmachung betr. Gerichtskosten machen wir auch an dieser Stelle noch besonders aufmerksam. **(Aus Anlaß des tödlichen Unfalls durch die Elektrische,) über die wir in letzter Nummer berichteten, richten wir an die Eltern die dringende Bitte, ihre Kinder immer wieder zur Vorsicht zu ermahnen. Dann aber noch eins, und dies für die Straßenbahnverwaltung: Es muß mit Recht bemängelt werden, daß am Eingang der Kleppingstraße, wo das Ostermannsche Haus bis fast direkt an das Gleis stößt, in der Richtung MarktFreischütz der Schaffner nicht vor dem Wagen hergehen muß, wie es beim Hotel Sternberg bereits geschieht. Diese Ecke ist bei dem lebhaften Verkehr auf der Hüsingstraße mindestens ebenso gefährlich. Hoffentlich wird diesem Bedürfnis bald entsprochen, zumal der Zeitverlust ein ganz verschwindender ist. **(Schwerte ist Garnisonstadt geworden,) wenigstens für einige Tage. Die Öster=Urlauber sind bereits in großer Anzahl eingetroffen und beleben mit ihren bunten Uniformen das Straßenbild. Hoffentlich werden unseren braven Vaterlandsverteidigern die Ruhetage bei Muttern recht gut bekommen. **(Am Freischütz) dürfte es an den beiden Ostertagen recht lebhaft hergehen. Herr Straetmanns hat für beide Tage die Kapelle der 5. Dragoner aus Hofgeismar verpflichtet, die mit hübschen, abwechselungsreichen Programmen aufwarten. Am 2. Feiertage ist außerdem ein Frühkonzert, welches durch Choralblasen vom Turm eingeleitet wird, während am Nachmittag das Konzert des Gesangvereins„Cäcilia“ stattfindet. (Siehe Inserat.) **(Das Reichskronen=Kino) hat für die Ostertage ein ganz hervorragend schönes Programm aufgestellt, welches ernste und heitere Sachen in bunter Reihenfolge bringt. Gleich das erste Bild„Besuch einer Pariserin in Venedig" fesselt ungemein durch den Reiz der Farbenstimmungen. Auch das prächtige Drama„Adel verpflichtet“, eine ergreifende Episode aus der Zeit der französischen Revolution, wird vielen Beifall finden; desgleichen die Detektivgeschichte„Die Frau mit den drei Fingern“. Wir können den Besuch der Reichskrone nur warm empfehlen und machen auf das ausführliche Programm im Inseratenteil der heutigen Nummer aufmerksam. **(Fortbildungsschule.) Nach einer Verfügung des Oberpräsidenten können an staatlich unterstützten Fortbildungsschulen solche Schüler, die die Schule drei Jahre besucht und sich während dieser Zeit durch hervorragende Leistungen und mustergiltiges Betragen ausgezeichnet haben, durch Verleihung einer bronzenen Medaille ausgezeichnet werden. Eine solche Preismedaille ist in diesem Jahre dem Fortbildungsschüler Fritz Wagner verliehen und durch Herrn Rektor Lecking überreicht worden. ** Westhosen, 26. März.(Die Freiwillige Feuerwehr) veranstaltet am 2. Ostertage im Fritzenkötterschen Saal ein Frühjahrs=Kränzchen. Bei dem hübschen, abwechselungsreichen Programm, welches der Vorstand für die Feier aufgestellt hat, dürften den Besuchern einige recht vergnügte Stunden bevorstehen. * Holzen, 26. März.(Theaterverein Fröhlichkeit.) Im Saale des Herrn Holtmann(früher Amecke) veranstaltet der Verein„Fröhlichkeit“ am 2. Ostertage eine Festlichkeit durch Konzert, Theater und Ball. An der Feier werden sich auch mehrere auswärtige Vereine beteiligen.(S. Ins.) ** Ergste, 26. März. Laut Inserat in heutiger Nummer veranstaltet der Lotterie=Verein„Goldener Stern“ am 2. Ostertage im Lokale des Herrn Pütter eine Festlichkeit durch Konzert, Verlosung und Ball. Wir wünschen den Festteilnehmern recht viel Vergnügen. —— * Bochum, 25. März.(Liedes=Drama.) Heute vormittag ereignete sich in einem Hause der Helenenstraße ein blutiges Drama. Dort wohnt ein junges Ehepaar. Die Frau war allein anwesend, als ihr früherer Liebhaber Strömer in Seite 2 Schwerter Zeitung.(Amtliches Kreisblatt.) Samstag, den 26. März 1910. Nr. 71. der Wohnung erschien. Die Frau griff zu einem Revolver und gab 3 Schüsse auf den Mann ab, die ihn so schwer verletzten, daß er nach der Ueberlieferung ins Krankenhaus starb. Die Frau gibt an, in Notwehr gehandelt zu haben. * Gelsenkirchen, 25. März.(Falschmünzer.) In der vergangenen Nacht wurde hier in der Seidlitzstraße eine Falschmünzerwerkstätte aufgehoben. Bereits seit längerer Zeit waren hier falsche Fünfmarkstücke im Umlauf, ohne daß die Kriminalpolizei die Hersteller ermitteln konnte. Gestern wurden als solche ein Schlosser namens Krolletzik sowei drei Helfershelfer verhaftet.„ * Gelsenkirchen, 25. März.(Das Petroleum.) Der in der Rasselkolonie wohnende 70 Jahre alte Invalide Heinrich Walkenhorst wollte mit Petroleum Feuer anmachen. Hierbei schlug die Flamme heraus und zündete die Kleider des Mannes an. Er erlitt so schwere Brandwunden, daß er alsbald Köln, 25. März.(Das fünfte Opfer.) Die Explosion der Maschinenfabrik Hiedemann hat nunmehr das fünfte Opfer gefordert. Der 54jährige Nachtwächter der Fabrik, der gleichfalls durch das Einatmen der Schwefeldämpfe schwer verletzt wurde, ist heute im Hospital gestorben. * Trier, 25. März.(Im Wahnsinn!) Der frühere Wirt und jetzige Brauereiarbeiter Georg Vetter hat in der vergangenen Nacht seinen beiden Kindern, einem Mädchen von 5 Jahren und einem Knaben von 11 Jahren, mit einem Rasiermesser die Hälse bis auf die Wirbelsäule durchschnitten und sich dann selbst mit dem Rasiermesser eine tiefe Halswunde beigebracht. Er ist dann in das Erdgeschoß hinuntergestürzt. Man brachte ihn sofort in das Krankenhaus, es besteht jedoch wenig Hoffnung, ihn am Leben zu erhalten. Seine Frau sollte heute aus dem Krankenhause entlassen werden. Man nimmt an, daß Vetter die Tat im Irrsinn begangen hat. Stadtverordnetensitzung. ** Schwerte, 25. März. gen auf Kosten der Stadt angelegt wird; Wilhelm Körner verlangt außerdem noch die Anlage eines Holzzaunes. Kollegium erklärt sich mit diesem Projekt einverstanden und bewilligt die Kosten im Betrage von 770.K. Ein Nachtrag zum Gebührentarif des Schlachthauses, wonach die Gebühren um 10 pCt. erhöht werden, sand debattenlose Annahme, desgleichen ein weiterer Antrag, wonach der Preis für den Zentner Eis auf 60§ festgesetzt wurde. Sodann wurde noch beschlossen, von eingeführtem Fleisch, welches nicht tierärztlich untersucht ist, eine besondere Gebühr von 1 A zu erheben. An unbeibringlichen Gemeindesteuern mußte der Betrag von 765,94 M niedergeschlagen werden, an Hundesteuern ein solcher von 24 M. Gegen die Abrechnung über die Neulegung der Gasleitung in der Hagenerstraße, welche einen Kostenaufwand von 526 M erforderte, fand sich nichts zu erinnern, auch nicht gegen die Abrechnung über die Anlage der Gasleitung im Dortmunder Weg. Letztere Anlage hat 1403,89 M gekostet. Auf die öffentliche Sitzung folgte noch eine geheime. Unter dem Vorsitz des Herrn Direktor Terbrüggen wurde gestern eine Stadtverordneten=Sitzung abgehalten, zu welcher 14 Mitglieder des Kollegiums erschienen waren. Den Magistrat vertrat Herr Bürgermeister Rohrmann; außerdem war Herr Stadtbaumeister Bierbach anwesend. Zunächst waren verschiedene Haushaltspläne zu genehmigen, und zwar wurde derjenige der evangelischen Volksschulen auf die Summe von 92 146,95 M festgesetzt, derjenige der kathol. Volksschulen auf 53 854,66 J und derjenige des Progymnasiums auf 69149,59 MA; bei dieser Anstalt leistet der Staat einen Zuschuß von 9000 M pro Jahr. Der Haushaltsplan des städtischen Schlachthauses und Kühlhauses balanziert in Einnahme und Ausgabe mit 42122,48 M. Die Ausgaben für die Elektrizitätsversorgung der Stadt Schwerte stellen sich auf 4 257,18 J. Ueber die Einnahmen lassen sich noch keine bestimmten Angaben machen, doch rechnet man nach den Ausführungen des Herrn Bürgermeisters mit einer Einnahme von ca. 8000 M. Im Jahre 1909 vertellte das Elektrizitätswerk„Mark“ bekanntlich eine Dividende von 3 PC1 Es folgte sodann die Beratung über den Hauptetat der Stadt Schwerte, der auf die Summe von 549 896,56 M festgesetzt ist. Das durch Steuern aufzubringende Defizit stellt sich auf 399 455,34 M, und sollen zur Deckung dieses Fehlbetrages gemäß dem Vorschlage des Magistrats und der Finanzkommission die gleichen Steuersätze wie im Vorjahre erhoben werden: 240 pEt. der Einkommensteuer, 265 pEt. der Realsteuern, 100 pEt. der Betriebssteuern. Ueber die Finanzlage der Stadt machte Herr Bürgermeister Rohrmann bei dieser Gelegenheit folgende Angaben: Einem Vermögen von 3185 774 A stehen Schulden im Betrage von 1 448 964 M gegenüber, demnach ist der Stand unseres städtischen Finanzwesens kein ungünstiger zu nennen. Wenn nun auch der größte Teil des städtischen Vermögens in gewinnbringenden Anlagen angelegt ist, so befinden sich doch auch unter den städtischen Werten einige, die nicht nur nichts einbringen, sondern noch einen jährlichen Zuschuß aus der Stadtkasse erfordern. Der Stadtwald erfordert einen Zuschuß von einigen Hundert Mark, da vorläufig nur Durchforstungen vorgenommen werden können. Einen Zuschuß von 4000. erfordern die „Freischütz“=Anlagen, doch ist in diesem Betrage auch der Tilgungssatz für das aufgenommene Kapital von 203000 M enthalten, so daß diese Anleihe im Jahre 1933 getilgt ist. Ganz erheblich sind auch die Zuschüsse für das Schlachthaus und das Kühlhaus. Die letztere Anlage, die seinerzeit einen Kostenaufwand von 100 000 M erforderte, bringt jährlich nur 2000 M ein, anstatt der 6000, die sie einbringen müßte. Der Zuschuß, den die Stadtkasse für das Schlachthaus in den letzten Jahren geleistet hat, beläuft sich bereits auf 13000 M. Was den Haushaltsplan selbst anbetrifft, so sind die Ausgaben gegen das Vorjahr um ca. 20000 M gewachsen. In der Hauptsache sind diese Mehrausgaben entstanden durch die Steigerung der Lasten für die Volksschulen und das Armenwesen, sowie für die Pflasterung und Beleuchtung der Straßen. Zu diesen erhöhten Ausgaben kommen nun noch verringerte Steuereinnahmen in Höhe von 47000 Al. Es treten nämlich im neuen Etatsjahr die Wirkungen des Kinderprivileges und der allgemeine wirtschaftliche Rückgang der letzten Jahre unangenehm in die Erscheinung. Auch die Steuerleistungen der Eisenbahn sind gegen das Vorjahr um die Hälfte zurückgegangen. Trotz dieses Minus von 67·000 M ist es jedoch möglich, auch für das neue Etatsjahr mit den Steuersätzen des Vorjahres auszukommen, da das Jahr 1908 mit einem Ueberschuß abgeschlossen hat, der sich nach Abzug verschiedener Zuschüsse auf 63 964,80 A stellt, welcher Betrag in den Haushaltsplan für 1910 eingesetzt ist. Nach diesen Erläuterungen des Herrn Bürgermeisters wurde der Etat und auch die in Vorschlag gebrachten Steuersätze vom Kollegium genehmigt. Der Haushaltsplan über die außerordentlichen Einnahmen und Ausgaben der Stadt wurde auf die Summe von 33 300 M festgesetzt. g„„ Die Herren Wilhelm und Karl Korner wollen das in die Fluchtlinie der Kleppingstraße fallende Land kostenlos an die Stadt abtreten, wenn ihnen ein Bürgersteig vor ihren BesitzunLetzte Drahtmeldungen. Die Italienfahrt des Kölner Männergesangvereins. Köln, 26. März. Der Kölner Männergesangverein hat Donnerstag abend seine Italienfahrt angetreten. Er reist in Stärke von 150 Sängern. Als Solisten gehen mit Lilly Hafgnenwaag, Professor Card Friedberg und Erik Hafgren. Das erste Ziel ist Mailand, wo am Sonnabend in der Scala ein Konzert gegeben wird. Millionenschwindeleien in Hamburg. Hamburg, 26. März. Der 49jährige, aus Kiel stammende Kaufmann Salau, der hier in der Büschstraße ein Zigarrengeschäft betrieb, ist heute wegen Millionenschwindeleien und betrügerischen Bankerotts verhaftet worden. Salau hat mehrere Firmen um 900000 Mark bezw. 250000 Mark, 200 000 und 80000 Mark geschädigt. Nennenswerte Geldbeträge wurden bei ihm nicht gefunden. Ein hiesiger Cafetier verlor die erwähnten 900000 Mark durch Uebernahme minderwertiger Grundstücke und Kuxe auf Wechsel. Mordversuch. Leipzig, 26. März. Heute früh kurz vor 8 Uhr wurde im Hause Liviastraße 2 in der Wohnung der alten Privatiere Rauer das 20 Jahre alte Dienstmädchen Frieda Seiferth bewußtlos in einer großen Blutlache mit acht Wunden am Kopf aufgefunden. Die Verletzungen sind nach Ansicht der Aerzte durch Schläge mit einem stumpfen Instrument hervorgerufen worden. Das Mädchen hat das Bewußtsein noch nicht wiedererlangt. Die Reinigung der französischen Armee. Paris, 26. März. Die Deputiertenkammer begann die Beratung über den Gesetzentwurf betreffend die Ausschließung strafrechtlich Verurteilter aus der Armee des Mutterlandes und ihre Einreihung in afrikanische oder Spezialbataillone. Der Berichterstatter Raiberti wies auf die Notwendigkeit der Vorlage hin und führte aus, die Ursache für die Zunahme der militärischen Kriminalität und der Desertation beruhe zumteil in der Straffreiheit der antimilitaristischen Propaganda. Artikel 1, der den Ausschluß solcher Personen aus der Armee vorsieht, die wegen Spionage bestraft sind, wurde angenommen. Jaurés protestierte gegen die Entsendung in Spezialbataillone von solchen Militärpflichtigen, die zu weniger als drei Monaten Gefängnis verurteilt worden sind. Pulverschuppen in die Luft geflogen. Tanger, 26. März. Heute vormittag flog in dem Augenblick, in dem aus Anlaß des Hammelfestes die Batterien an der Zollstation den üblichen Salut abfeuern wollten, ein Pulverschuppen in die Luft, wodurch acht Soldaten getötet und zahlreiche verletzt wurden. Die Explosion wird auf die Unvorsichtigkeit eines Soldaten zurückgeführt, der den Pulverschuppen mit einer brennenden Zigarette betreten hatte. Der Ausbruch des Aetnas. Catania, 26. März. Die Lava hat die Umgegend von Galvagna, drei Kilometer südlich vom Monte San Leo, erreicht und nähert sich dem Orte Pallazalle, der vier Kilometer von Berelle entsernt liegt. Ein Arm schiebt sich über die Lava das Ausbruchs im Jahre 1892 in der Richtung auf Nicolosi vor. Die beiden Ströme zerstörten auf ihrem Wege alle Kastanien= und Apfelbaumkulturen. Der Hauptarm, der aus dem Krater Albanelle hervorbricht, gleitet in einer Breite von 200 Metern auf die Straße von Nicolosi nach Belcasso zu. Ununterbrochen vernimmt man starkes Rollen. Der Präfekt, der Erzbischof und der Polizeichef sind nach den vom Ausbruch bedrohten Orten abgereist. Es sind Wagen nach Borello gesandt worden, um den Wegzug der Einwohner zu erleichtern. Eine unmittelbare Gefahr besteht für die bewohnten Teile des betroffenen Gebietes nicht. Unglück auf dem Schiff. Libau, 26. März. Bei Artillerie=Schießübungen auf dem Kriegsschiff„Wodolej Nr. 1“ wurde ein Geschützverschluß herausgeschleubert, wobei ein Matrose getötet und zwei schwer verwundet worden sind. Kaiser Menelik im Sterben. Addis Abeba, 24. März. Kaiser Menelik liegt in den letzten Zügen. Kaiserin Taitu ist abgesetzt und gezwungen worden, das kaiserliche Palais zu verlassen. Alle Häuptlinge haben dem neuen Negus den Eid der Treue geleistet. Alles ist g„„ H Addis Abeba, 26. Marz. Die Hauptlinge der SchoaStämme, die mit der Regierung unzufrieden sind, hatten sich zusammengetan und beschlossen, die Kaiserin von jeder Einmischung in die Staatsgeschäfte auszuschließen. Sie ließen den Rastassama, den Kriegsminister Fitaurari, Apte Giorgis und andere Mitglieder der Regierung in die Hände des Bischofs Abuna Mattheos schwören: In Uebereinstimmung mit dem letzten Willen des Negus zu handeln. Sie beschlossen ferner, daß alle Veränderungen in den Kommandostellen, die in dieser Zeit auf Verfügung der Kaiserin in den Provinzen stattfanden, für ungiltig erklärt und die früheren Inhaber in ihre rechtmäßigen Kommandostellen wieder eingesetzt werden sollen. Der Oberstatthalter von Tigre, Dedjas Abate, wurde beauftragt, sich unverzüglich nach Addis Abeba zu begeben. Die auswärtigen Regierungsvertreter halten sich vollommen neutral. Die Sicherheit der Europäer ist für den Augenblick nicht in Frage gestellt. Nordamerika und Liberia. Washington, 26. März. Präsident Taft ließ dem Kongreß in einer Sonderbotschaft die Vorschläge der amerikanischen Kommission, die ganz Liberia besucht hat, zugehen. Danach sollen die Vereinigten Staaten zu einer schnellen Beilegung der Grenzstreitigkeiten beitragen und Liberia in den Stand setzen, mit Hilfe einer Anleihe bei den Vereinigten Staaten seine Gläubiger zu befriedigen. Als Garantie dafür sollen die Vereinigten Staaten die Kontrolle über die liberischen Zölle, Mitwirkung bei der Regelung der Finanzverhältnisse und bei der Einrichtung einer ausreichenden Polizei und endlich die Wiederaufnahme des Planes, in Liberia eine Kohlenstation zu errichten, verlangen. Hinrichtung. Schanghai, 26. März. Der Mitte Januar in Port Arthur zum Tode verurteilte Mörder des Fürsten Ito, Angai, st geitern norgen dort bingerichtet worden. Eingesandt! Die in Nr. 63 der„Schwerter Zeitung“ enthaltene Notiz, betreffend Gemeindevorsteherwahl in Lichtendorf, enthält einige Unrichtigkeiten, welche hiermit richtig gestellt werden. Richtig ist, daß bis jetzt vier Personen zum Vorsteher gewählt worden sind. Falsch ist, daß einige die Wahl abgelehnt und einige nicht bestätigt worden sind. Alle vier haben die Wahl angenommen und alle vier sind von der vorgesetzten Behörde ohne jegliche Angabe von Gründen nicht bestätigt worden. Von der ersten Wahl bis jetzt sind reichlich 1¼ Jahre verflossen, ohne daß ein definitives Resultat erzielt worden ist Wie man hört, wird jetzt wohl bald, allerdings für die meisten Bewohner von Lichtendorf in überraschender und wohl nicht geahnter Weise die Vorsteherwahl im Sinne der in Lichtendorf wohl bekannten sehr kleinen Minorität ihre Erledigung finden. Gottesdienste. Evang.=ref. Gemeinde. 1. Ostertag, 9 Uhr: Beichte; 9,30 Uhr: hl. Abendmahl, P. Terberger. 2. Ostertag, 9,30: Derselbe. Evang.=luther. Gemeinde. 1. Ostertag, 8 Uhr: P. Wischnath; 9 Uhr: Beichte; 9,30 Uhr: P. Graeve, hl. Abendmahl; 11 Uhr: Kindergottesdienst.— 2. Ostertag, 8 Uhr: P. Heinenberg; 9,30 Uhr: P. Wischnath; 11 Uhr: Kindergottesdienst; 2 Uhr: Gottesdienst zu Höchsten. Vereine u. Versammlungen. Dienstag, 8 Uhr: Jungfrauenverein. Freitag, 8,15 Uhr: Vorbereitungsstunde. Samstag, 2 Uhr: Beichte. Evang. Stadtmission Schwerte. 1. Ostertag, nachm. 3 Uhr: Abschiedsfeier. Dienstag, 8,30 Uhr: Gem. Chor. Mittwoch, 8,30 Uhr: Gebetstunde. Evang. Männer= u. Jünglingsverein Schwerte. 1. Ostertag, abends 8 Uhr: Vereinsstunde. Donnerstag, 8,30 Uhr: Männerchor. Freitag, 8,30 Uhr: Bibelbesprechung. Samstag, 8 Uhr: Turnen in der städt. Turnhalle. Katholische Pfarrkirche. 1. Ostertag, vorm. 6 Uhr: Auferstehungsfeier; 6,30 Uhr: Stille hl. Messe(Gem. hl. Österkommunion des Josefs= und Cäcilienvereins); 7,45 Uhr: Frühmesse, Pater Steyl; 9 Uhr: Schulmesse, Pfr. Schnurbus; 10,15 Uhr: Hochamt mit Predigt und Segen.— Nachm. 2,30 Uhr: Vesper.— 2. Ostertag, vorm. 6,30 Uhr: Stille hl. Messe, Pfr. Schnurbus; 7,45 Uhr: Frühmesse(Gem. hl. Kommunion des Arbeitervereins St. Stephanus); 9 Uhr: Schulmesse mit Predigt, Pater Steyl; 10,15 Uhr: Hochamt mit Predigt.— Nachm. 2,30 Uhr: Vesper. Lichtendorf. 1. Ostertag, 7,30 Uhr: Frühmesse, P. Böddicker; 10 Uhr: Hochamt mit Predigt; 2 Uhr: Andacht.— 2. Ostertag, 7,30 Uhr: Frühmesse, P. Böddicker; 10 Uhr: Hochamt mit Predigt; 2 Uhr: Andacht. Stadttheater Dortmund. Sonntag, 27. März(Ostersonntag), 3 Uhr:„Martha“ oder „Der Markt zu Richmond“.— 7,30 Uhr:„Der Graf von Luxemburg". Montag, 28. März(Ostermontag), 3 Uhr:„Ein Herbstmanöver“.— 730 Uhr:„Carmen“. Verantwortlich für die Redaktion: Friedr. Kraas; Druck und Verlag von Carl Braus(Inh. Paul Schiemann), beite zu Schwerte. „Bitte Herr Dokior soick n Sie mich nach Bad Soden am Taunus.“ Oft hört man diese Anrede von Leulen, die an chronischen Nasen=. Rachen= und Kehlkopfkatarrhen, an Magen=, Darm katarirhen oder an Herzerkrankung leiden und welche während der rauhen Jahreszeiten sehr von diesen Erkrankungen mitgenommen wurden Von altersher hat Bad Soden am Taunus den Ruf, für die Heilung genannter Erkrankungen besonders geeignet zu sein. Bade=Prospekt kostenlos durch die Kurdiraklion„...16 Jurch Gi. S 1716 Versand des Sodener Mineratwassers burch die Brunnenverwaltung Bad Soden am Taunus, G. m b H. Fay's ächte Sodener Mineral=Pastillen werden aus den Heilguellen der Gemeinde bergessellt. Schon seit 40 Jahren wird mit ausgezeichneten Erfolgen von ärztlichen Autoritäten dis Restle'sche Kindermehl angewandt weil es sich bei Verdauungsstörungen aller Art am besten bewährt hat. Die von einem Kinderarzte verfaßte, illustrierte Broschüre versendet nebst Probedose kostenfrei die Nestle's Kindermehl=Ges., Berlin S42. 1373 Vertreter: CARL FEIT. 3 Nr. 71. utral. Die Sinicht in Frage a. t ließ dem Konr amerikanischen gehen. Danach in Beilegung der in Stand setzen, Staaten seine sollen die Verschen Zölle, Mitisse und bei der dlich die Wiederenstation zu eranuar in Port isten Ito, Angai, enthaltene Notiz, dorf, enthält eigestellt werden. Vorsteher gewählt abgelehnt haben vier haben die r vorgesetzten Becht bestätigt woreichlich 1¼ Jahre erzielt worden ist gs für die meisten und wohl nicht der in Lichtendorf Erledigung finden. X. hr: Beichte; 9,30 ag, 9,30: Derselbe. Ihr: P. Wischnath; sendmahl; 11 Uhr: . Heinenberg; 9,30 enst;. 2 Uhr: GotUhr: Jungfrauensstunde. Samstag, ag, nachm. 3 Uhr: Chor. Mittwoch, werte. 1. Ostertag, , 8,30 Uhr: MänSamstag, 8 Uhr: m. 6 Uhr: Aufer(Gem. hl. Öster): 7,45 Uhr: Frühc. Schnurbus; 10,15 Nachm. 2,30 Uhr: ille hl. Messe, Pfr. . Kommunion des Schulmesse mit PrePredigt.— Nachm. messe, P. Böddicker; acht.— 2. Ostertag, : H o c h a m t m i t P r e Nr. 71. 2. Beilage. Schierter Zeiluil Samstag, 26. März 1910 (Amtliches Kreisblatt.) „Martha“ oder „Der Graf von „Ein Herbstmanöiedr. Kraas: us(Inh. Pau erte. n Sie mich Taunus. an chronischen Nasen=. Darm katarirhen oder der rauhen Jahreszeiten purden Von altersher die Heilung genannter ade=Prospekt kostenlos 1716 surch die Brunnenver3. werden aus den Heilsichneten Erfolgen von nehl angewandt weil im besten bewährt hat. rie Broschüre versendet mehl=Ges., Berlin S42. WE 13 WE FEIT. Zum Isterfest. Ueber dem Osterfest ruht wie über keinem anderen unserer hohen christlichen Feste der Glanz freudiger und unerschütterlicher Hoffnung ausgebreitet. Ein Teil der Frühlingsfreudigkeit hat sich von dem alten Ostarafest unserer heidnischen Vorfahren, welche dieses Fest als Frühlingsfest, als Feier der Auferstehung der Natur aus dem langen Winterschlaf, begingen, auch auf unser heutiges Osterfest übertragen. Für die chvistliche Religion bedeutet dieses Fest die schmerzliche und glorreiche Erinnerungsfeier an den Versöhnungstod und die Auferstehung Christi. Aber es wäre eine schwächliche und kümmerliche Auffassung des Osterfestes und der Osterbotschaft, wenn man darin nur den Ausdruck der Hoffnung auf ein neues, besseres Leben nach dem Tode erblicken wollte. Für den weltumwälzenden Beruf des Christentums, für die Aufgabe, die es auf Erden zu erfüllen hatte, ist nicht der Tod Christi von entscheidender Bedeutung gewesen, sondern das Werk, das er lebend und sterbend vollbracht. Die unerschütterliche Zuversicht, mit der die Anhänger des Christentums die neue Lehre verkündeten und ihr zu Liebe und zu ihrem Preis Tod und Gefahren trotzten, erwuchs aus dem festen Glauben, daß der Heiland nicht mit dem Tode geendet habe, sondern daß er fortlebt, lebt in seinem Tun und seinen Werken. Diese Gewißheit, daß das, was wir tun und schaffen, nicht nur für die kurze Spanne dieses vergänglichen Lebens geschaffen worden ist, sondern daß jedes treu und gewissenhaft verrichtete Tagewerk weit über die Zeit unseres Lebens hinaus Früchte trägt, diese Gewißheit haben auch wir. Das Göttliche im Menschen ist der Geist, und der Geist kann nicht sterben. Mag seine irdische Hülle, der Körper, vergehen, der Geist bleibt lebendig und wirkt über die Jahrhunderte und Jahrtausende hinaus. Auch derjenige, dem die Hoffnung auf eine Zeit, da wir uns jenseits vom Gut und Böse befinden, zu fern und zu unsicher erscheint, um seinen Trost darin zu finden für die Arbeit an Werken, deren Vollendung er nicht mehr erblikken, deren Vorteile er nicht mehr genießen kann, wird sich doch der Erkenntnis nicht verschließen, daß sein Leben, sein Wirken und Schaffen mit seinem Tode nicht ganz erlischt. Erfüllt uns doch mit Befriedigung das sichere Bewußtsein, daß, was wir gewirkt, fortlebt und weiter wirkt in unseren Kindern, in unserem Volke, in der Entwicklung der Menschheit überhaupt. Aber nicht nur für unser persönliches Leben und Wirken, sondern auch in den Kämpfen auf dem Gebiete des politischen, sozialen und wirtschaftlichen Lebens erwächst uns aus diesem festen Glauben, daß früher oder später auf die Saat die Zeit der Ernte folgt, ein reicher Trost und die Zuversicht, daß auch in den Irrungen und Wirrungen der kampfbewegten Gegenwart, die uns vor so viele neue Probleme gestellt hat, dereinst aus der Gärung die Klärung, der heißersehnte soziale Friede, hervorgehen wird. Vielleicht nicht der Friede, wie ihn die Optimisten erhoffen, nicht jener Zustand der Volks= und Weltverbrüderung, wie ihn die Schwärmer als Zukunftsideal erträumen. Aber wenn die alte Wahrheit, daß Mensch sein heißt Kämpfer sein, in absehbarer Zeit schwerlich einer neuen Wahrheit weichen wird, so lehrt uns doch die Entwicklungsgeschichte der Menschheit, lehren uns gerade die Ereignisse der jüngsten Zeit, daß diese Entwicklung einen Fortschritt darstellt. Brauchen wir uns doch nur der Haager Konferenzen zu erinnern, um zu erkennen, daß, mögen wir auch vom„ewigen Frieden“ so weit wie jemals entfernt sein, doch nicht nur die Formen des Krieges mildere, menschlichere geworden sind, sondern auch die Möglichkeit, ja die Sicherheit einer Vermeidung der Kriege verstärkt ist. Mit dem Anwachsen jener Bewegung, welche den Appell an das Schwert durch eine schiedsgerichtliche Lösung der Zeit= und Streitfragen zu ersetzen sucht, geht Hand in Hand das Bestreben, auf dem Wege der Verständigung, der Ententen, oder wie man es sonst nennen mag, Konflikte nicht nur beizulegen, sondern ihnen vorzubeugen. Ist es doch glücklich gelungen, die Spannung zwischen Deutschland und Großbritannien zu beseitigen, in der Marokkofrage eine Einigung mit Frankreich zu erzielen, und ein weiteres Glied in dieser Kette der Friedensgarantien bedeutet die soeben zustande gekommene Verständigung zwischen Oesterreich=Ungarn und Rußland. Wenn so die Verträglichkeit der Nationen untereinander erfreuliche Fortschritte feiert, weshalb sollten wir da nicht die Hoffnung hegen dürfen, daß auch in unserem Volke selbst, mögen wir zurzeit auch noch recht fern davon sein, einmal der Heist der Versöhnlichkeit siegen, das Verständnis für die Interessen der Allgemeinheit sich stärker erweisen wird als die verwerfliche Politik selbstsüchtiger Interessen. Und mag es auch noch lange Zeit währen, bis dies Ziel, des Schweißes der Edlen wert, erreicht ist, so wissen wir doch, daß, wie jetzt der Winter dem Frühling gewichen ist, so dem Frühling der Sommer, der Saat die Ernte folgen muß. Aber freilich, wer Früchte einheimsen will, der sei dessen eingedenk, daß er heizeiten und sorgsam das Saatkorn streue! Westfalen und Rheinland. * Barop, 24. März.(Drei Hundertmarkscheine und ein Sparkassenbuch) wurden einer Witwe aus Menglinghausen aus einem Schrank, der in einem verschlossenen Zimmer stand, gestohlen. Der Barbetrag war etwa ¼ Stunde vorher auf das Buch von der Sparkasse in Annen abgehoben worden. Diese kurze Frist hat dem Spitzbuben für die Ausführung seines Diebstahls genügt. Rätselhaft erscheint der Diebstahl in Anbetracht des Umstandes, daß zwei weitere Sparkassenbücher, die dem Schwiegersohn der Witwe gehörten, unberührt liegen geblieben sind. * Wambel, 24. März.(Drahtdiebstahl.) In der Nacht vom 21. zum 22. d. Mts. sind von der elektrischen Leitung am Nußbaumweg hierselbst etwa 90 Meter Leitungsdraht abgeschnitten und entwendet worden. Da die Leitung Strom enthielt, kann nur von Kundigen der Diebstahl ausgeführt worden sein. * Hamm, 24. März.(Kreisturnfest.) Die Vorbereitungen für das in diesem Jahre hierselbst stattfindende Kreisturnfest sind in vollem Gange. Anfang April finden in Hamm Versammlungen der Gauturnwarte des Kreises 8a(Westfalen und Lippe) statt, welche sich auch mit den Vorbereitungen für das Fest beschäftigen werden. Der Kreis 8a hat im letzten Jahre wieder einen schönen Aufschwung genommen. Er hat einen Zuwachs von 24 Vereinen mit 3695 Vereinsangehörigen zu verzeichnen. Der Kreis hat damit die respektable Höhe von 465 Vereinen mit 52 428 Vereinsangehörigen erreicht. Unter den Vereinsangehörigen befinden sich 43915 steuerpflichtige Mitglieder, 7417 Zöglinge und 2267 turnende Damen über 14 Jahre. Da Hamm ziemlich im Mittelpunkt des Kreises liegt, wird es somit wohl zum Kreisturnfest auf eine große Anzahl fremder Turner rechnen können. * Duisburg, 24. März.(Wegen 22 schwerer Diebstähle) wurde heute von der hiesigen Strafkammer der schon erheblich vorbestrafte Arbeiter Josef Dülisch zu 4 Jahren Zuchthaus verurteilt. * Duisburg, 24. März.(Ein fast unglaubliches Vorkommnis,) das wie ein Kapitel aus dem Kolportageroman anmutet, hat sich nach dem„Düsseldorfer General=Anz.“ im nahen Bruckhausen ereignet. Vor einiger Zeit wurde auf der Straße von Wesel nach Friedrichsfeld ein Soldat von einem Automobil überfahren und getötet. Der Chauffeur raste, ohne sich überhaupt umzusehen, mit seinem Gefährt weiter und schleifte die Leiche in den Rädern mit, bis diese in einer Kurve in weitem Bogen auf die Seite und in den Chausseegraben geschleudert wurde. Am nächsten Morgen wurde sie dort gefunden. Von dem Chauffeur, der das Unglück verschuldet hatte, hatte man keine Spur. Nun ging die Polizei bei der Suche nach dem Schuldigen mit einem Scharfsinn vor, der einem Sherlock Holmes alle Ehre gemacht haben würde. Durch eingehende Untersuchung der Spur, die das Automobil hinterlassen hatte, wurde festgestellt, daß an einem Reifen des Wagens einige Beschlagnägel fehlten. Die Polizei untersuchte nun in der ganzen Gegend alle Automobile, die in Frage kommen konnten, und das Ergebnis war, daß der gesuchte Wagen und mit ihm der schuldige Chauffeur ausfindig gemacht wurden. Der Chauffeur wurde verhaftet und hat eingestanden, daß er den Soldaten überfahren hat, als er eine unerlaubte Vergnügungsfahrt nach Wesel unternommen habe. Frohliche Ostern: Und wieder ist in Stadt und Land Der Frühling eingezogen, Er macht die Tage int'ressant Und ist der Welt gewogen; Es bringt sein erster Sonntag schon Nach Kampf und Mühen reichen Lohn, Hell klingt's im Festgeläute: Wach auf,'s ist Ostern heute! So führt der Lenz sich freundlich ein, Bannt Sorge, Müh und Plage, Und bringt der Menschheit allgemein Vergnügte Feiertage; Drum rüstet wieder Klein und Groß Und Jung und Alt, sich sorgenlos Ein Kurzes zu vergessen: Geschäftliche Int'ressen! Die Arbeit ruht, drum sind ja auch Die Schulen all' geschlossen. Das ist ein alter Österbrauch, Der keinen noch verdrossen; Im Gegenteil, es wird erklärt: Wie schade, daß so kurz nur währt Die Osterferien=Pause,—— Man ist so gern zu Hause! Die Parlamente schlossen auch, Des langen Haders müde. Daheim im linden Frühlingshauch Herrscht süßer Osterfriede; Da gibt es keinen Wahlrechtsstreit, Und wenn der Hirsch nach Wasser schreit, Im Stillen sich zu stärken, Wird's niemand mehr vermerken; Gern rüsten zum Erholungsgang Des Volksrechts treue Hüter; Der Osterglocken Feierklang Beruhigt die Gemüter, Der gröbste Streiter sieht alsdann Die Welt so mild und freundlich an Und denkt am frohen Feste: Der Frieden ist das Beste! Der Osterglocken Feierklang Hallt allenthalben wieder. Es tönt ein and'rer Freiheitssang, Als wie nur Wahlrechtslieder. Nun widmet sich im Festgewand Sogar der Wahlrechtsdemonstrant Nur seinen Angehör'gen.— Auch er hat Oster=Ferien! Die Arbeit ruht— nur einer regt Sich brav im jungen Grase: Der ins Versteck die Eier legt, Der wack're Osterhase; Er hat jetzt seinen Strang zu ziehn, Jung=Deutschland denkt ja nur an ihn Und sucht zur Osterfeier Die bunten Ostereier! Der Frühling kam, die Sonne lacht, Es klingt ein hell Geläute In seines ersten Sonntags=Pracht: Wach auf,'s ist Ostern heute! Wach auf und wandre zielbewußt Mit neuer Kraft und Schaffenslust Den Weg zur Höhe weiter. Glückauf zum Fest! Wone Ein Offizier als Erfinder. Die Erscheinung, daß bahnbrechende Erfindungen oft nicht von Fachleuten, sondern von Amateuren ausgehen, hat sich wieder einmal bewahrheitet. Das größte Schmerzenskind des Autowesens ist die Pneumatikbereifung, von deren Versagen jeder Kraftwagenbesitzer ein Lied zu singen weiß. Alle Ersatzmittel, wie jedernde Räder oder mit Füllmasse versehene Luftschläuche, waren unzureichend und haben daher den Luftreifen auch nicht verdrängen können. Vollgummibereifung ist zu teuer; auch hat Vollgummi bei weitem nicht die genügende Elastizität Einem früheren Infanterieoffizier, Hauptmann a. D. Deussen, ist es jetzt gelungen, diese brennende Frage anscheinend einwandfrei zu lösen. Er verlegt die Federung des Wagens, die früher in Gestalt der sogenannten Blattjederung unter dem Wagenkasten war, in die Radachse, und zwar in einem sehr sinnreichen Winkelhebelsystem. Die Wirkung ist verblüffend. Selbst mit Holzrädern— der Erfinder bedient sich gewöhnlicher Schiffstaue als Bereifung— ist se möglich, über Kopfpflaster, Feldwege usw. einen völlig elastischen Gang zu erzielen, da die Stöße, die der Wagen erhält, nicht mehr wie früher nach oben gehen, sondern in die Horizontalebene, nach vorn und hinten abgelenkt werden. Eine Bordschwelle des Trottoirs kann überfahren werden, ohne daß die Insassen etwas davon verspüren; dabei hebt sich der Wagenkasten nicht wie sonst nach oben, sondern er wird nach unten gezogen. Auch in militärischen Kreisen, besonders bei den Verkehrstruppen, hat die Erfindung Aufsehen erregt und unterliegt zurzeit eingehenden Versuchen. Vermischtes. Wahrsager im vornehmen London.„Die Tragödien nehmen kein Ende, die durch den unheilvollen Einfluß von Wahrsagern hervorgerufen werden,“ so äußerte sich ein bekannter Londoner Detektiv zu dem Vertreter einer englischen Wochenschrift, als er ihm Mitteilung über den immer mehr um sich greifenden Schwindel machte, der mit Prophezeiungen getrieben wird. Besonders die Damen der vornehmen englischen Gesellschaft sind die eifrigsten Klientinnen der zahlreichen Prophezeiungsinstitute, die sich im Londoner Westend befinden. Da wird aus der Hand und aus der Schrift gewahrsagt, die Zukunft verkündet mit Hilfe der Astrologie und der Hypnose; alles kann der Hilfesuchende von dem Professor der Wahrsagekunst erlangen; der Junggeselle erhält eine reiche Frau, die alte Jungfer den ersehnten Gatten, dem Kranken wird Gesundheit versprochen, jedem Notleidenden das nabende Glück. Dem Treiben einer solchen Gesellschaft, die drei verschiedene, vielbesuchte Etablissements der schwarzen Kunst hatte, ist man erst jüngst auf die Spur gekommen. Als Hindus verkleidet und in phantastischer Amgebung walteten die Propheten gegen ein Honorar von 200 bis 1000 A für die Konsultation ihres dunklen Amtes; zahlreich waren ihre Komplicen, ihre Beziehungen weit verbreitet. Die Entdeckung erfolgte, als ein Baronet bemerkte, daß seine Tochter Beziehungen zu einem Manne unterhielt, der ihr als Gatte vorausgesagt worden war, und der als ein Komplice der Wahrsager entlarvt wurde. Durch diese modernen Kollegen der alten Pythia werden besonders reiche Erbinnen Mitgiftjägern in die Hände getrieben, die sich mit ihnen in Verbindung setzen. Viele Damen der Londoner Gesellschaft, die sich in Börsenspekulationen eingelassen haben, suchen ihre Informationen bei den Hellsehern und lassen sich von ihnen ihre Finanzoperationen vorschreiben. Eine vornehme Dame, die vor kurzer Zeit auf solchen Rat hin spekulierte und riesige Verluste hatte, machte einen Selbstmordversuch, der großes Aufsehen erregte. Manche Frauen gehen in ihrem Aberglauben so weit, daß sie vor dem Einkauf eines Hutes oder einer Toilette erst ihren Wahrsager konsultieren, und sich von ihm verraten lassen, welchen Einfluß das auf ihr Schicksol haben werde. Hauptklientinnen sind auch Schauspieterinnen. Städt. Schauspielhaus Hagen. Sonntag, 27. März(Ostersonntag), 3,30 Uhr:„Pension Schöl„Dr. Klaus“.— ler“.— 7 Uhr:„Faust“. Montag, 28. März(Ostermontag), 3,30 Uhr: 8 Uhr:„Maria Stuart“. Dienstag, 29. März. 8 Uhr:„Frau Warrens Gewerbe“. Mittwoch, 30. März. 8 Uhr:„Kean“ oder„Genie und Leidenbs„„ Donnerstag, 31. März, 7,30 Uhr:„Die Flau im Fenster“. Hierauf:„Die Neuvermählten“ Freitag, 1. April, 8 Uhr:„Der Graf von Luxemburg“ Verantwortlich für die Redaktion: Friedr. Kraas; Truck und Verlag von Carl Braus(Inh. Paul Schlemang), seibe n Schperts. Prüfet alles und behaltet das Beste. Während der Nachsatz jederzeit unbedingte Gültigkeit behält, dürfte es unseren Hausfrauen im Zeitalter der Nachahmungen doch ein großes Loch in die Wirtschaftskasse reißen, wollten sie jede Neuheit, die in der Regel mit angeblich billigerem Preise durchproben. So werden z. B. neuerdings Küchenhilfsmittet unter allen möglichen Ramen angeboten. Geraye die Zeiten teuer sind, wird die praktische Haus#####s#ch nur an die bekannte Marke halten, deren bewährter Name, wie z. B. der von Maggi, ihr von vornherein echte, beste Qualität ver8 88 Das erste Deutsche Frauen=Polytechnikum bildet eine teilung der Ing.=Akademie zu Wismar a. d. Ostsee und bietet Frauen und Mädchen die beste Gelegenheit, sich in den an benanntem Institut bestehenden Abteilungen für Architekten und Bau=Ingenieure, Maschinen= und Elektro=Ingenieure in derselben Weise wie die männlichen Studierenden auszubilden Die praktische Ausbildung in dem gewählten Fache kann durch diese höhere Lehranstalt ebenfalls bewirkt werden. Nähere Mitteilungen, sowie das neue Programm sind im Sekretariat der Akademie erhältlich. Seite 10. Schwerter Zeitung.(Amtliches Kreisblaut.) Samstag, den 26. März 1910. Nr. 71. Bekanntmachung. Gemäß§ 65 des Kommunalabgabengesetzes vom 14. Juli 1898 wird hiermit bekannt gemacht, daß für das Rechnungsjahr 1910 zur Deckung des Gemeindekassenfehlbetrages als Gemeindesteuer folgende Iuschläge erhoben werden: in der Gemeinde 1. Hacheney 2. Lücklemberg 3. Niederhofen 4. Wellinghofen 5. Wichlinghofen Wellinghofen, den 14. März 1910. Gelegenheitskauf wegen Wegzugs! Ein großer Eisschrank, 10 kompl. Federbetten, 3 Sofa mit Tisch und Decken, 4 Zimmerteppiche, 1 Posten bunte Tischwäsche, 1 Hotelkarre, 1 Schiebkarre, 1 Posten Gläser ¼ Liter, 3 Tische. 1696 Brückner, Hotel Ostermann. Der Amtmann: Hartung. 1450 Gutes Branrholz hat täglich abzugeben Brauckmann& Hahn, Gesellschaft m beschränkter Haftung Schwerte=Ruhr. 1695 Bekanntmachung betreffend die Entrichtung von Gerichtskosten durch Verwendung von Kostenmarken. Vom 1. April 1910 ab ist im Interesse der Vereinfachung und Verbilligung der Kosteneinziehung versuchsweise den Parteien gestattet, Kosten, welche aus Anlaß von Anträgen auf Erlassung von Zahlungs= und Vollstreckungsbefehlen, auf Festsetzung der vom Gegner zu erstattenden Kosten, auf Pfändung und Ueberweisung von Forderungen, auf Erlassung von Arrestbefehlen und einstweiligen Verfügungen und bei sonstigen vorschußpflichtigen Parteihandlungen zu entrichten sind, im voraus, also eher der Partei eine Kostenrechnung mitgeteilt wird, in Kostenmarken zu entrichten. Art der Verwendung der Kostenmarken. Die Kostenmarken sind am oberen Rande der Vorderseite des veranlassenden oder Begleitschreibens aufzukleben. Wird das Schriftstück in Urschrift und Abschrift eingereicht, so sind die Kostenmarken auf der für die Gerichtsakten bestimmten Schrift aufzukleben. Bei Zahlungs= und Vollstreckungsbefehlen sollen die Kostenmarken, wenn ein sonstiges veranlassendes Schriftstück nicht vorhanden ist, auf einem besonderen Umschlagblatt aufgeklebt werden. Art der Entwertung der Kostenmarken. Zum Zwecke der Entwertung soll jede einzelne Marke von der Partei oder deren Beauftragten derart mit dem Namen oder der Firma der Partei, für deren Rechnung die Marken verwendet werden, mit Tintenschrift überschrieben oder mittels des Firmen= oder Namenstempels überdruckt werden, daß die Schriftzeichen seitwärts oder wenigstens nach einer Seite hin über den Rand der Marke auf das sie umgebende Papier übergreifen. In die Marke kann außerdem auch das Datum der Verwendung in üblicher Abkürzung(z. B. 10./10. 10 oder 10. Okt. 10) eingetragen werden. Vertrieb der Kostenmarken. Der Verkauf der Kostenmarken erfolgt in der Gerichtskasse. Bekanntmachung. Auf Grund des§ 4 der Polizei=Verordnung, betreffend die Bullenkörung für die Provinz Westfalen, vom 30. Juli 1901 sind die diesjährigen Termine der Bullen=Hauptkörung wie folgt festgesetzt: I. Donnerstag, den 14. Aprik 1910. a) vormittags 9 Uhr in Hengsen, Wirtschaft Becker; b) vormittags 11 Uhr in Geisecke, Wirtsch. Bährensmann; c) nachmittags 2,30 Uhr in Westhofen, Gasth Wittekindshof; d) nachmittags 4 Uhr in Holzen, Wirtschaft van Ackern. II Freitag, den 15. April 1910. a) vormittags 8 Uhr in Sölde, Wirtschaft Möller; b) vormittags 9 Uhr in Aplerbeck, Wirtschaft Westermann; c) vormittags 10 Uhr in Wellinghofen, Wirtschaft Aßhoff: d) vormittags 11 Uhr in Barop, Wirtschaft Grasekamp; e) nachmittags 2,30 Uhr in Annen, Wirtschaft Beckhoff; f) nachmitt. 4 Uhr in Löttringhausen, Wirtsch. Meinberg. Die anzukörenden Bullen, welche mindestens 12 Monate alt sein müssen, sind zu den angegebenen Terminen an den betreffenden Orten vorzuführen. Die Bullen müssen bei der Vorführung mit Nasenring versehen sein, widrigenfalls sie von der Körung ausgeschlossen werden. 1640 Deckbücher von 1909 sind in den Terminen vorzulegen. Hörde, den 18. März 1910. Der Landrat: I. V.: Dr. Haslinde Regierungs=Assessor. 1— Es giebt viele Malzkaffees aber nur einen Kathreiners Malzkaffee Dieser hat sich seit 20 jahren bewährt und wird von den Aerzten empfohlen. 1710 Fui emng =s giebt keinen Private kaufm. Fortbildungsschule Hagen i. W. von B. Cahn. Bergstraße 69. 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Nachm. 4 Uhr: Grosses Konzert des M.-G.-V.„Cäcilia“ Schwerte, Dirigent: Herr Ritz aus Hagen unter Mitwirkung des ganzen Trompeterkorps des 5. Dragoner-Regiments. Eintrittspreise: Am 1. Tage 50 Pf., 10 Karten 3 Mk., am 2. Tage Frühkonzert 80 Pf., Nachmittag 60 Pfg. Vorverkauf 50 Pfg., Abonnenten 20 Pfg. Aufschlag. 65 g 1688 Viel Zeit und Mühe erspart sich die Hausfrau mit * * * * sichert bei. Mast und Aufzucht guten Erfolg! man verlange daher ausdrücklich M. Brockmanns Zwerg-Marke und lasse sich nichts anderes als ebenso gut aufreden! Echt nur, wo unser Zwergschild aushängt! Allein. Fabr. M. Brockmannn Chem. Fabr. m. b. H., Leipzig=Eutritzsch 133e Zu Fabrikpreisen zu haben bei: Wilh. Heppe Nachf. 1713 Fleine Dampfmahlmühle sowie Sägewerk ist unter Leitung des Herrn Auferodt wieder in vollem Betriebe. Heinr. Möller 1683 Schwerte Schützenstrasse. Lotterie-Llub Goldner Stern, Ergste feiert am 2. Ostertage im Lokale Fritz Pütter sein 1. Fest in Würfeln zu 10 Pfg. für 2—3 Teller Suppe. 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Vor Eintritt in die Verhandlungen stellte der Vorsitzende die beiden dem Landratsamt zur Dienstleistung überwiesenen Regierungsassessoren Dr. Haslinde und Nülle dem Kreistage vor und widmete dann dem verstorbenen Milgliede des Kreistages, San.=Rat Dr. Broelemann einen warmen Nachruf. Die Versammlung ehrte das Andenken des Verstorbenen durch Erheben von den Sitzen. Zur Beratung standen 23 Gegenstände. Zunächst waren verschiedene Wahlen zu erledigen und zwar wurden die ausscheidenden Mitglieder des Kreisausschusses, Gutsbesitzer Kahmann=Salingen und Fabrikant Utermann=Annen, für eine 6jährige Wahlperiode wiedergewählt. Anstelle des Gutsbesitzers Dieckerhoff=Lichtendorf sen., der sein Amt als Beisitzer der Anerben=Kommission niedergelegt hat, wurde der Gutsbesitzer Fr. Wortmann gewählt. Wiedergewählt wurden auch die Mitglieder der Einkommensteuer=Veranlagungs=Kommission; aus unserem Bezirk gehören zu dieser Kommission: Freiherr v. Rheinbaben, Taxator Hohenschwert=Schwerte, Gutsbesitzer Dieckerhoff=Lichtendorf und Gutsbesitzer Ostermann=Holzen. Zu den gleichfalls wiedergewählen Vertrauensmännern zur Auswahl der Schöffen und Geschworenen gehören aus dem Amtsgerichtsbezirk Schwerte folgende Herren: Hohenschwen, Uffelmann, Schumacher, A. Sieberg=Schwerte, Gockel=Geisecke, Dieckerhoff=Lichtendorf und Ostermann=Holzen. Desgleichen wurden auch die Mitglieder folgender Kommissionen zum größten Teil wiedergewählt: Sachverständige für die Festsetzung der Vergütung für Kriegsleistungen, für Naturalleistungen für die bewaffnete Macht im Frieden, für die Kreisobstbau=Anlage und die Mitglieder der Miltär=Ersatz=Kommission; zur letzteren gehören u. a. Hohenschwert=Schwerte und Hohenschwert=Lichtendorf. Nach Vornahme dieser Wahlen, die alle durch Zuruf erfolgten, bewilligte der Kreistag nach warmer Befürwortung durch den Landrat 1200 Mark zur Errichtung einer Fürsorgestelle für Lungenkranke. Die Fürsorgestelle, deren Einrichtung auf die Initative des Vaterländischen Frauenvereins zurückzuführen ist, soll in Hörde untergebracht werden, und bezweckt wor allen Dingen, durch Naterteilung und eventl. zweckmäßige Pflege die Tuberkulose wirksam zu bekämpfen. Vorläufig. wird wöchentlich eine Sprechstunde abgehalten; die Untersuchung der Kranken wird von dem Kreisarzt ausgeführt Die Kreisumsatzsteuer=Ordnung wird in einigen Punkten wie folgt abgeändert: Die Umsatzsteuer gelangt auch im Falle des Wechsels im Personenbestande von Gesellschaften mit beschränkter Haftung, Kommanditgesellschaften und eingetragenen Vereinen, sowie offenen Handelsgesellschaften, von deren Grundeigentum insoweit zur Erhebung, als es der Beteiligung des ausscheidenden oder hinzutrerenden Gesellschafters oder Mitgliedes an der Gesellschaft entspricht. Die Steuer kommt nicht zur Erhebung, wenn der Ersteher Gläubiger einer spätestens 6 Monate vor Anordnung der Zwangsversteigerung(§ 15 des Gesetzes über die Zwangsversteigerung und die Zwangsverwaltung vom 24. März 1897) von ihm erworbenen Hypothek oder Grundschuld ist und er an der Zwangsversteigerung nachweislich in der Weise beteiligt ist, daß er nur durch die Ansteigerung Verluste abwenden kann. Diese Befreiung tritt nicht ein, wenn der Zuschlag auf Grund eines höheren Gebots geschehen ist, als zur Wahrung der Rechte erforderlich gewesen wäre. Desgleichen erteilt der Kreistag zu einer Abänderung der Konzessionssteuer=Oordnung seine Zustimmung. Der Absatz 2 des Paragraphen 5 erhält folgende neue Fassung: „Wird ein Wirtschaftsbetrieb durch Anbau, Umbau oder Ausdehnung auf noch nicht konzessionierte Räume in einem UmFange von mehr als 20 am, aber weniger als 60 am vergrößert, so sind 20% der im§ 2 vorgesehenen Sätze zu zahlen. Beträg: die Vergrößerung 60 am oder mehr, so sind 50% der letztgenannten Steuersätze zu entrichten, falls nicht überhaupt die Erweiterung pp. den Uebergang eines bisher gewerbeHeuerfreien Betriebes in eine Gewerbesteuerklasse oder eines bereits gewerbesteuerpflichtigen Betriebes in eine höhere Gewerbesteuerklasse zur Folge hat. In diesem Falle hat der In haber ohne Rücksicht darauf, ob er für die Erlangung der Erlaubnis vorher eine Steuer entrichtet hat, den nach§ 2 zu berechnenden Unterschied der Steuersätze, für die in Betracht kommenden Steuerklassen als Abgabe zu entrichten, unbeschadet der für die ältere Erlaubnis etwa noch zu entrichtenden Steuer. Bildet der Wirtschaftsbetrieb nur einen Teil des Gewerbebetriebes des die Erlaubnis Nachsuchenden, so ist für die Höhe der Steuer nicht die Gewerbesteuerklasse, in die der Gesamtbetrieb gehört, maßgebend, sondern die Gewerbesteuerklasse, in welchem der Wirtschafts= pp. Betrieb für sich allein fallen würde“. Gegen die Uebernahme von Wegeteilen in Syburg auf den Kreis sowie gegen die Verlegung des Kreisweges vor der Zeche„Crone“ fand sich nichts zu erinnern; desgleichen erteilte der Kreistag auch seine Genehmigung zu dem Verkauf einer Wegefläche in Westhofen an den Wirt Neuhaus zum Preise von 4 Mark. Der Etat der landwirtschaftlichen Winterschule, über den Gutsbesitzer Meinberg=Schüren referierte, schließt ab in Einnahme mit 16 908 M, in Ausgabe mit 16 352 M. Die Kreisobstbau=Kasse hatte eine Einnahme von 3425 M, eine Ausgabe von 3152 M. Der Zuschuß des Kreises stellt sich auf 500.„ Das Kreisgewerbegericht hat im verfrossenen Jahre 33 Sitzungen abgehalten; der Kreis hat einen Zuschuß von 3500 M zu leisten. Die Gemeinde Garenfeld hat bekanntlich vor einiger Zeit, beschlossen, den Verbindungsweg von Westhofen bis Berchum auszubauen. Die Kosten stellem sich auf 74000 M. Gegen die Uebernahme dieses Weges in die Unterhaltung des Kreises fand sich nichts zu erinnern. Nachdem die Beratung über die neue Besoldungs=Ordnung für die Kreisbeamten in die geheime Sitzung verwiesen war, folgte die Beratung des Haushaltsplanes für das Jahr 1910. Die einzelnen Positionen des Etats wurden von dem Vorsitzenden eingehend erläutert und der Etat dann auf die Summe von 756 942 M in Einnahme und Ausgabe festgesetzt. Gegen das Vorjahr bedeutet das ein Mehr von 66277 M. Direktor Leopold beantragte, aus der Position„Steuern“ einen Betrag von 14000 M zu streichen und gleichzeitig den für die Vorarbeiten des Kreiswasserwerks eingesetzten Betrag von 32000 M abzusetzen. Die Vorarbeiten für das Wasserwerk seien längst erledigt, man sei ja mitten in den Hauptarbeiten; ferner empfehle es sich, die Umsatz= und Konzessionssteuer mit dem gleich hohen Betrage in den Etat einzustellen, so daß sich insgesamt ein Plus von 66000 A ergebe. Der durch Steuern zu deckende Fehlbetrag werde hierdurch auf 419 000 M ermäßigt, so daß man mit 34 pCt. Kreissteuern auskomme. Seitens des Vorsitzenden wie auch des Bürgermeisters Rohrmann=Schwerte wurde dem Antrage widersprochen, der dann auch mit erheblicher Mehrheit abgelehnt wurde. Der Etat wurde sodann in der vorliegenden Fassung genehmigt und die Steuersätze auf 39 pCt. festgesetzt. Es wurden dann einige Spezialetats genehmigt, und zwar der des Wasserwerkes Westhofen, des Hochwasserwerks und des Wegebaues, welch letzterer abschließt mit 141000 M. Auf eine Anfrage bemerkte Landrat Dr. Luckhaus, daß die Arbeiten für das Kreiswasserwerk alle vergeben sind und die Abschlüsse ließen berechtigte Hoffnung zu, daß die Kostenanschläge nicht überschritten werden. Da der Vertrag mit Dortmund 1913 ablaufe, müsse dann der Betrieb des neuen Werkes in vollem Umfange eröffnet sein. Die Sache sei indessen so gefördert, daß bereits am 1. Oktober 1912 die Abnahme des Werkes erfolgen könne. Rittergutsbesitzer Overweg=Reichsmark führte namens der Anwohner seines Bezirks Klage über den hohen Wasserpreis und sprach den Wunsch aus, es möge nach dieser Richtung alsbald eine günstigere Wendung eintreten. Der Vorsitzende bemerkt indessen, an eine Ermäßigung des Wasserpreises könne einstweilen nicht gedacht werden. Bemerkt mag noch werden, daß für das Kreiswasserwerk bis jetzt 2 400000 M Anleihemittel ausgenommen worden sind. Westfalen und Rheinland. Sölde, 23. März.(Zeche ver.„Margarethe“.) Laut Geschäftsbericht für 1909 verlief der Grubenbetrieb regelmäßig. Die Förderung betrug 274797 Tonnen(i. V. 280 919 To.). Zum Verkauf kamen 136148 To.(126 703 To.) als Sieberzeugnisse, 45 615 To.(50 602 To.) als unaufbereitete Sorten und 75988 To.(87125 To.) als Brikettkohlen zur Brikettfabrik. An Briketts wurden 78 867 To.(91 383 To.) hergestellt. Der Durchschnittsverkaufspreis für Kohlen war um 3,6%, der für Briketts um 4,3% niedriger. Wie der Bericht ausführt, gestaltete sich mit Beginn des letzten Jahresviertels die Abnahme für industrielle Zwecke etwas günstiger. Der auf der Kohlenindustrie lastende Druck wurde dadurch aber nicht behoben, denn die Anforderungen für Hausbrandzwecke waren bei dem gelinden Wetter sehr gering. Die Förderung blieb gegen das Vorjahr um 2,2% zurück. Ganz besonders aber ließ der Absatz in Briketts zu wünschen übrig infolge starker Vermehrung der Erzeugung durch Hinzukommen neuer Fabriken. Die Zugänge auf den Anlagen betrugen insgesamt 328 369 Jl. Einschließlich 48569 J(26 905.) Vortrag ergab sich nach 300 682 MA(300062 M) Abschreibungen ein Reingewinn von 289 440+(288 569 M) zur folgenden Verwendung: 10% Dividende= 240000 A(wie i. V.) und Vortrag 49 440 A. Nach dem Vermögensausweis betrugen bei 2400000 M Aktienkapital und 866000 M(912000 M) Anleiheschulden die laufenden Verbindlichkeiten 331 270 M(198 560 M), dagegen die Ausstände einschließlich 262 655 J(190 658 J) Bankguthaben 578 406+(487522 M). Wie sich die Lage im Jahre 1910 gestalten werde, hänge lediglich von der Entwicklung des Eisenmarktes und der sonstigen Gewerbe ab, dann aber auch davon, ob es gelinge, den bestehenden Frieden zu erhalten. * Hörde, 23. März.(Vom Bezirksausschuß Arnsberg.) Eine Klage des Gemeindevorstandes zu Hacheney richtete sich gegen die Wegepolizeibehörde zu Wellinghosen wegen Aushebung einer polizeilichen Verfügung, betreffend Instandsetzung des Gayerweges. In dieser Angelegenheit schwebt bereits seit 3 Jahren ein Prozeß; den Bezirksausschuß beschäftigt die Angelegenheit seit 1½ Jahren. Hacheney hatte sich früher bereits bereit erklärt, den Weg instand zu setzen, wenn die Interessenten den erforderlichen Grund und Boden unentgeltlich abgäben. Diese weigerten sich aber, und es ging die Angelegenheit auf dem Klagewege weiter. Der genannte Weg ist eine Verlängerung der Bruchstraße, die immer stückweise ausgebaut wurde. Streitig war jetzt nur noch das Stück, das sich von der Querstraße bis nach Hörde zieht. Der Kreisausschuß hatte letzthin Hacheney von einer etwaigen Verpflichtung der Instandsetzung dieses Stückes entbunden. Gegen dieses Urteil hatte die Wegepolizeibehörde zu Wellinghofen nunmehr Berufung eingelegt. In der letzten Sitzung handelte es sich u. a. um die Streitfrage: Ist der Weg als öffentlich oder als nicht öffentlich anzusehen? Hacheney behauptete, der Weg sei nicht öffentlich, und Wellinghofen wollte aus einer von Hacheney freiwillig geleisteten Ausbesserung für den Weg(die Kosten betrugen 249 M) die Oeffentlichkeit und damit die weitere Verpflichtung Hacheneys herleiten. Der Bezirksausschuß wies jedoch die Berufung der Gemeinde Wellinghofen zurück. Die Gründe gehen den Parteien schriftlich zu. * Köln, 23. März.(Das Amt der Blumenkönigin) für die diesjährigen Kölner Blumenspiele hat Fräulein Margarethe Bruch in Berlin, die Tochter des berühmten Komponisten Max Bruch, übernommen. Sie ist zugleich vom Preisgericht mit dem Stiftungspreis für das beste Liebesgedicht ausgezeichnet worden, so daß sie noch in einem besonderen Sinne sich zur Königin des Festes eignet. Stadttheater Barmen. Samstag, 26. März, 7.30 Uhr:„Don Carlos, Infant von Spanien“. Sonntag, 27. März, 3 Uhr:„Miß Dudelsack“.— 7,00 Uhr: Sestwpanns Eröhtnges ANIwas Tastliehng und Einladendes hat ElWAS PeStHeNOS stets frische, schneeweiße Wäsche. Darum sollte jede Hausfrau nur mit Luhns waschen, jeder Hausherr nur mit Luhns waschen lassen, und überhaust jeder dafür sorgen, daß seine Wäsche, auf deren Erhaltung und Aussehen er Wert tenf nur mtt Kuchns bechondott wich, es sohut lsich sochestastel Schwei gepran. Roman von Georg Gertz. 1. Einquartierung. Es war ein schöner, klarer Herbsttag; die Sonne schien hell herab auf die große, alte Handelsstadt und tauchte die spitzgiebeligen Häuser, welche den umgeben, in ein Meer von Licht. Hundertfach brechen sich die Strahlen der Septembersonne in den hohen Bogensenstern des Artushofes und ließen jede Kante, jede vergoldete Steinverzierung des alten Baues deutlicher hervortreten. Wie flüssiges Silber erglänzten die Wasserkrahlen des alten Neptunbrunnens, der sich dicht vor dem Artushofe erhebt, gleichsam ein Wahrzeichen alter Meeresverrschaft der Stadt. Wohl nur wenige Städte in Deutschland haben den Charakter des Mittelalters in Mauern und Türmen, an Coren und Türen, in Farben und Formen so treu bebahrt, wie die alte Hansestadt Danzig. Es erfrischt Herz Gemüt, wenn man, ermüdet von den steifen Palastder neueren Großstädte und von dem Kasernenstyl Wohnhäuser in eine Stadt kommt, die noch die alte sich bewahrt hat. Zwar schlingt sich ein Kranz von Neubauten um den alten kern, zwar fällt auch hier ab und zu ein Haus als„altsäterisch“, um nach dem verfeinerten Geschmack des Be#ders in den gefälligeren Formen des zwanzigsten Jahrmnderts neu zu erstehen, aber im Großen und Ganzen it doch, und namentlich in den öffentlichen Neubauten, un Festhalten an dem alten Banstyl zu rühmen. #iich wohltnend bleiben sie doch für den Besucher alle die tranlichm, funigen Formen des deutschen Baustyls mit im Grkern und Türmchen, mit den wechselnden Fommn der Etoboseller und Eimse, der Feuster und spitzen Giebel mit ihrer reichen Bildhauerarbeit, und die vielen Türme endlich schauen heute noch wie vor fünfhundert Jahren auf das geschäftliche Leben und Treiben der Menschen wie ernste, treue Hüter herab. An einem Fenster der zweiten Etage eines Hauses, dessen hohe Giebelfronte sich durch reichere Bildhauerarbeit vor den Nachbarhäusern auszeichnete, stand ein junges Mädchen von vielleicht achtzehn Jahren. Eine Fülle dunkelblonden Haares umrahmte das jugendfrische, rosige Gesichtchen und fiel in zwei langen, dicken Zöpfen über den Nacken herab. Aus ihrem Antlitz sprechen herzgewinnende Freundlichkeit und Milde, wenn auch die tiefdunklen Augen ein munteres Temperament verrieten, so konnten sie doch bisweilen recht träumerisch blicken. Auch jetzt schaute das Mädchen sinnend hinab auf das bunte Gewimmel des Marktes; aber in seinem Blick lag jener eigentümliche Ausdruck, welcher verriet, daß die Gedanken keinen Anteil nahmen, an dem engen Treiben dort unten, sondern in die Ferne schweiften, über Täler und Höhen, hin zu den rebenumkränzten Ufern des Rheines, wo ihre Wiege gestanden und wo sie ihre Jugend verlebt Martha Kraft war die Tochter eines reichen Kaufherrn in Cöln am Rhein. Ihr Vater aber war früh gestorben und nur noch dunkel konnte sie sich seiner erinnern. Desto lebhafter stand das Bild ihrer Mutter vor ihrem Auge, die ihre Erziehung geleitet und mit sorgender Liebe sie beschirmt und beschutzt hatte, bis auch diese vor zwei Jahren ihr durch den unerbittlichen Tod war entrissen worden. Dann hatte ihr Onkel, der Bruder ihrer seligen Mutter, Wilhelm Behrends, Chef des weitbekannsich woh einsam in dem großen Hause gefühlt, wenn es nicht an Brigitte, der langjährigen treuen Haushälterin, eine liebe mütterliche Freundin gefunden hätte, der es nun stets alle seine kleinen Sorgen anvertraute.„ So hatte sich denn der Aufenthalt Marthas im Hause des Onkels zu einem recht angenehmen gestaltet. Die dunklen Schatten, welche der Tod ihrer Mutter auf ihr junges Leben geworfen hatte, waren allmählig verschwunden und nun wiegte sie sich wieder im hellen, goldigen Frühlingslicht der Jugend und wand sich aus den Blüter. und Blumen am Wege den buten Kranz des Lebens. In der letzten Zeit hatten sich freilich einige stachliche Ranken und Zweige in diesen und Befürchtungen, wie sie wohl jedes Mädchenherz in diesem Alter mehr und minder beschleichen und diese waren es auch wohl, welche heute ihr Herz bewegten, so daß sie gar nicht hörte, als die Tür ihrer Zimmers aufging und die alte Brigitte eintrat. Leisen Schrittes ging sie auf Martha zu, die noch immer gedankenvoll zum Fenster hinaussah, legte ihr sanft die Hand auf die Schulter und sagte: „Nun, was bewegt denn das Herz meines Vieo#### daß es gar so tief in Gedanken versunken dasteht, und nicht einmal hört, wenn seine treue Freundin kommt?“ „Ach, Brigitte, erwiderte Martha,“ denke Dir nur, der Onkel hat mir heute Morgen zu verstehen gegeben, daß es sein sehnlichster Wunsch sei, mich bald vermählt zu sehen. Er sei alt und könne bald sterben, da möchte er mich vor seinem Tode noch versorgt und in der Her eines guten, tüchtigen Mannes wissen. Und wen glaubt Du wohl, daß er mir zum Manne bestimmt hat? mand anders als Vetter Hermann!" „Nun, und darüber bist Du so betrübt?“ antwertetr Brigitte. und Seite 6. Schwerter Zeitung.(Amtliches Kreisblatt). Samstag, den 26. Marz 1910. Nr. 71. PIRAOT u. Flügel in altbewährter Güte, IBACH-PIANOLAPIANOS, d. h. IBACH Plninos mit eingebautem Klavierspielapparat, Pianolas mit Themodist und Metrostyle, sowie Harmoniums, empfiehlt in reicher Auswahl zu bequemen Bedingungen Rud. HBAEEISOHR Kais. u. Kgl. Hof-Flügel- u. Piano-Fabr. gegr. 1794 Barmen 5168 Neuerweg 40 Bei Kauf, Miete, Umtausch, Reparatur oder Stimmung wende man sich an die mehr als hundertjährige Erfahrung des durch vier Generationen bestehenden Hauses VORUN. Orig. franz. Notwein garantiert rein, pro Flasche aus d. Haus 1,00 Mk. im Ausschank per Glas 20 Pfg. 32 Franz. Cognac, reines Weindestillat, pro Liter 14,00 Mk. empfiehlt Carl Raffin, Gasthof z. Helle. Telephon 251. 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Adieu, Liebling.“ Die junge Frau schlich sich leise hinaus, der Gatte wartete bis drei Uhr, ging dann allein essen und zerbrach sich den Kopf, warum seine kleine Frau ihr Versprechen nicht eingehalten hatte. Ganz beunruhigt eilte er um sechs Uhr nach Hause, und seine Unruhe steigerte sich noch, als sie ihn nicht wie gewöhnlich am Gartenter empfing. War sie krank? Drinnen in dem gemütlichen Eßzimmer saß sie mit rotgeweinten Augen auf dem Sofa. „Was ist denn passiert, Schatz?“ fragte er,„warum bist du nicht gekommen?“ „Sag' mal, Georg,“ fragte sie dagegen,„gehst du gewöhnlich allein zum Frühstück?“ „Meistens ja,“ erwiderte er erstannt.„Manchmal allerdings geht Liebling mit.“ „Liebling? Georg! Um Gottes willen, wer ist denn das?“ „Aber Kind, Paul Liebling, du weißt doch Da sprang sie auf und warf sich ihm schluchzend an den Hals, und es dauerte lange, bis er sie so weit beruhigt hatte, daß sie ihm erklären konnte, warum sie heute nicht mit ihm frühstücken gegangen war. frieden. Seine Erfolge waren jedoch so beispiellos, daß Moritz Grau fürchtete, der Stern könne ihm entrissen werden und das Honorar in rascher Folge bis auf 12000 Mark erhöhte. Nimmt man nun an, daß er viermal in der Woche sang, so betrug seine wöchentliche Einnahme 48000 Mark, eine Summe, die mancher sroh wäre, jährlich sein eigen nennen zu dürfen. Madame Nordica verdient durchschnittlich 300000 Mark im Jahr und singt dafür an ungefähr 60 Abenden; ähnlich ergeht es den Damen Calvé, Melba und Sembrich, die ebenfalls in den Staaten goldene Ernten halten. Als es Moritz Erau zuerst gelang, Taruso zu verpflichten, zahlte er ihm 4000 Mark pro Abend, unter Direktor Conried wurde diese Summe auf 4400 und später auf 6000 Mark erhöht, und als Gefahr drohte, daß der große Tenor von Direktor Hammerstein für die Konkurrenzbühne eingefangen werden könne, schloß Conried für die fabelhafte Su.mme von 10 000 Mark pro Abend mit ihm ab. Ebenso kolossal sind die Honorare, die bedeutenden Instrumentalisten gezahlt werden. Paderewski bringt von jeder Amerikafahrt 600 000 bis 800000 Mark nach Hause, ein Konzert in dem Carnegiesaal in Neuyork trägt ihm etwa 20000 Mark ein. Auch Kubelik, Joseph Hofmann und andere bedeutende Künstler werden glänzend bezahlt. Aber nicht nur Solisten, auch beliebte Orchesterdirigenten erhalten in Amerika großartige Gagen. Gericke bekam für die Leitung des Sinfonie=Orchesters in Boston jährlich 40000 Mark, Theodor Thomas hatte ein Gehalt von über 50000 Mark, und Nikisch kann jährlich auf rund 100000 Mark rechnen. Im Geschäftsleben werden nicht minder hohe Summen gezahlt. Als Pierpont Morgan seinerzeit daran lag, sich der Dienste von Sir Clinton Dawkins zu versichern, bot er ihm ein Gehalt, das ungefähr das sechssache von dem des englischen Finanzministers betrug, während Charles Schwab als Direttor des Stahltrust 3¼ Millionen Mark jährlich erhiett. Der berühmte Verteidiger Delmas hat für seine Tätigkeit in dem bekannten Prozeß des Millionärs Thaw eine Vergütung erhalten, die sich auf 400 000 bis 800 000 Mark belaufen soll. Ein anderer beliebter Neuyorker Anwalt hat Honorare von 200 000, 400000 und 1200000 Mark eingenommen. Die beiden Kommissare Day und Reed, die im Auftrag der amerikanischen Regierung den Friedensvertrag mit Spanien ausarbeiteten, erhielten für diese Mühe je 200000 Mark. Herr Chauncey Depew ver diente durch die erfolgreiche Turchführung einer Konkurssache mit einem Schlage 800000 Mark, und Herrn Parsons Honorar für juristischen Rat bei dem Zuckertrust betrug 400000 Mark. Auch die Leistungen berühmter Aerzte werden von den Amerikanern oft sehr hoch bewertet. So zahlte vor nicht allzu langer Zeit Armour einer europäischen Berühmtheit, die seinetwegen die Ozeanfahrt unternommen hatte, 100000 Mark. Der Hausarzt des verstorbenen Jay Gould bezog neben seiner sonstigen ausgedehnten Praxis unter den Milliardären von dem erwähnten Patienten ein festes jährliches Gehalt von 100000 Mark, und ein anderer Neuyorker Arzt erhielt für seine Anwesenheit auf der Vanderbiltschen Jacht„Valiant“ während einer vier Monate dauernden Vergnügungsfahrt ein Honorar von einer Viertelmillion Mark. Liebling. Sie hatte ihrem Mann versprochen, ihn mittags vom Geschäft abzuholen und mit ihm in ein Restaurant frühstücken zu gehen. Punkt zwölf öffnete sie die äußere Bureautür und wollte eben das Privatkontor betreten, als sie die Stimme ihres Mannes am Teiephon hörte. Unwillkürlich blieb sie stehen und lauschte. „Wer ist dort?“ hörte sie ihn sagen.„Du, Liebling? Geslern und Heute Das Telegramm. Eine sehr aufgeregte junge Dame kommt in ein Telegraphenbureau gestürzt und erklärt dem Schalterbeamten, sie wolle eine Depesche an ihren Gatten ausgeben.„Tort hängen Formulare“, sagt der Beamte, „wollen Sie, bitte, eins davon ausfüllen, meine Dame? Die junge Frau beginnt zu schreiben, und der Telegraphist wundert sich, wie lange sie dazu braucht. Endlich überreicht sie ihm sieben engbeschriebene Formulare, und er liest: Lieber Georg, ich muß dir etwas ganz Schreckliches mitteilen, aber bitte, erschrick nicht allzu sehr darüber, denn es ist ja jetzt doch nicht mehr zu ändern, und der Kleine und ich sind unverletzt. Ich weiß nicht, wie es zuging, die Köchin weiß es auch nicht, überhaupt niemand weiß es, aber denke dir nur, unser hübsches kleines Haus ist gestern abend vollständig niedergebrannt. Hast du jemals etwas so Schreckliches gehört? Ich bin ganz außer mir. Aber bleibe nur ruhig, Liebster. Dem Kleinen ist nichts geschehen und mir auch nicht, und du brauchst dir nicht auszumalen, wie es hätte werden können. Denke nur, wenn das Kind verbrannt wäre! O Georg, ist es nicht zu schrecklich, es auszudenken? Aber der liebe kleine Kerl ist ganz gesund und munter, und natürlich gingen wir gleich zu Mama, und du kannst dir denken, wie sie erschrak, bis sie begriff, daß uns nichts geschehen war. Ich weiß wohl, daß du auch erschrecken wirst, aber beruhige dich, wir sind ja gerettet, und das ist doch die Hauptsache! Wie kann es nur gekommen sein? Meinst du, es könnte Brandstiftung gewesen sein? O, es ist wirklich zu schrecklich! Komm sofort nach Hause! Mietze. Nachschrift: Denke daran, daß uns "*.**— 9 2.803* 8 5s 5. . S 22 5 Sss 6 3 23 ** S 8 85 S 5 8 5 S# s2 So 2. 5 Tentter! Amtliches Kreisblatt für den Kreis börde 42. Jahrgang O Grites und älteltes Cagesorgan des Kreiles. O Haupt-Annoncenblatt Unterhaltungs=Beilage zu Nr. 71. Samstag, 26. März 1910. cK Hoßen und Elelen. 25 (seas war eine lange Zeit des Wartens bis zum nächsten Morgen. Da traf die Depesche des Grafen ein:„Schwer krank, aber nicht hoffnungslos. Näheres nch Rücksprache mit dem Arzt.“ Das sollte beDE ruhigen und konnte doch nicht. Am frühen Morgen war der Graf in Berlin eingetroffen und ohne Zögern vom Bahnhof aus zur Wohnung des Barons in der Tiergartenstraße gefahren. Dort kam ihm der Bursche entgegen, und auf die Frage des Grafen: „Wie steht es mit dem Herrn Baron?“ schüttelte er nur traurig den Kopf. „Was ist geschehen? fragte der Graf schnell. „Der Herr Baron wollte nicht mehr leben,“ war des Burschen Antwort. Der Graf entgegnete nichts. Er hatte eine ähnliche Antwort erwartet.„Der Herr Baron weiß durch die Depesche, daß ich komme?“ fragte er noch. „Ja, Herr Graf.“ „Führen Sie mich zu ihm. Ist der Arzt da?“ „Nein, Herr Graf, aber er muß bald wiederkommen. Er war vor einer Stunde hier.“ Der Graf betrat die mit ausgesuchtem Luxus ausgestatteten Zimmer des Barons und ging in das Schlafzimmer, wohin der Bursche vorauseilte. „Herr Baron erwarten den Herrn Grafen,“ meldete der Bursche. Der Graf schritt vorwärts. Totenbleich lag Baron Erwin im Bett. „Verzeihen Sie, Graf,“ sagte er unter großer Anstrengung,„daß ich solch ein schlechter Schütze gewesen bin. Statt ins Herz, ist der Schuß in die Lunge gegangen. Wenn Sie sich als guter Kamerad fühlen, so würden Sie mir den größten Dienst erweisen, wenn Sie mir rasch den richtigen Schuß geben wollten. Tod und Teufel, ich bin zu schwach dazu!“ Der Graf zog einen Stuhl an das Lager und sagte ernst:„Baron Erwin, denken Sie denn nur an sich selbst und gar nicht an Ihre Schwester? Ich meine, sie hat Leid genug zu durchkämpfen gehabt; ein neues war gerade nicht nötig.“ Unruhig flackerten die Augen des Kranken; die Fieberhitze schien urplötzlich aufzusteigen. „Ich kann und darf nicht leben, Graf,“ sagte er,„es ist unmöglich. Sie wissen nicht, wie es mit mir steht. Das Leben ist mir längst zum Ekel geworden, und jetzt muß ich es fortwerfen, soll ich nicht...“ Er schwieg plötzlich, von Schmerz gepeinigt. „Sie brauchen nichts weiter zu sagen, Baron," begann Roman von M. Eitner. (13. Fortsetzung.)(Nachdruck verboten.) der Graf.„Sie haben vergessen, daß ich durch den Wunsch Ihres Papas in den Stand gesetzt bin, über den Verbrauch der Gelder aus Ihrer Besitzung orientiert zu sein. Ich weiß, wie die Sachen stehen, weiß, daß Sie bereits mehr Geld verbraucht haben, als Sie Ihren Geschwistern gegenüber verantworten können. Sie haben alles verspielt, Baron, fast Ihr ganzes Vermögen, und"... „Und,“ stieß der Kranke hervor,„meine Ehre, wenn nicht bis morgen mittag eine Schuld von zehntausend Mark bezahlt ist. Nur gegen Verpfändung des Doppelten hätte ich das Geld bis morgen bekommen. Sie sehen, Graf, eine richtige Kugel ist das einzige Hilfsmittel.“ Der Graf schüttelte den Kopf:„Als alter Freund,“ sagte er,„habe ich Sie im vorigen Jahre gewarnt, weil ich von Ihrer Leidenschaft wußte, obgleich ich ahnte, daß es vergeblich sein würde. Morgen früh, Baron, wird Ihre Schuld gedeckt sein,— um Ihrer Schwester willen. Doch ich verlange Ihr Ehrenwort, daß keine Silbe darüber über Ihre Lippen kommt. Geben Sie mir die nötige Adresse. Sobald ich den Arzt gesprochen habe, fahre ich zu meinem Bankier.“ Mit letzter Kraftanstrenzung flüsterte der Baron den Namen. Dann fiel er in tiefe Ohnmacht. Zur rechten Zeit kam der Arzt. Nachdem der Kranke wieder zum Bewußtsein erwacht war, großer Schwäche wegen jedoch nicht sprechen durfte, betrat der Graf mit dem Arzt ein anderes Zimmer. Der Graf verlangte die Wahrheit zu hören in bezug auf den Zustand des Kranken Sie wurde ihm gesagt. „Die Kugel hat die Lunge verletzt,“ erklärte der Arzt,„die ohnehin bei dem Baron angegriffen war. Augenblicklicher Tod ist nicht zu fürchten, doch ist der Herbst die längste Frist, die ich als Mensch und Arzt ihm setzen kann.“ „Ich danke Ihnen,“ antwortete der Graf.„Ich mußte klar sehen. Wann halten Sie den Kranken für reisefähig? Es wird der Wunsch der Seinen sein, ihn zu Hause zu haben, „In acht bis zehn Tagen, Herr Graf.“ 8. Kapitel. Ueber Alt=Heidelberg lag Maienglanz. Als habe eine Mutter ihren Liebling geschmückt, so schien die Natur ihre verschwenderischste Frühlingspracht über dieses Fleckchen Erde ausgestreut zu haben. Das grünte und knospete, das blühte und dustete, das legte sich weich und schimmernd an die Berge und Hügel hin, das schmückte die Ufer des Neckar und machte jeden, der darauf hinblickte, in Frühlingswonne erschauern. Ueber das frische Frühlingsgrün hinaus ragten die Ruinen des Schlosses, die gewaltigen . Reste eines gewaltigen Baues, von Efeu umzogen und umrankt. Das flüsterte und rauschte, das sang und klang, vom Neckartal hinauf zum Schloßberg, von diesem wieder hinab in das Tal. Das huschte um Altane und Erker her, das kletterte empor an den Türmen, zu den Zinnen, das ging durch die offenen Tore und glitt hin und her durch die Säle des alten Pfalzgrafenschlosses. Wie ein wunderliches, geheimes Leben spielte es sich ab. Die Geschichte erzählte, die Sage flüsterte, legte den Finger auf den Mund und verhüllte das Gesicht. Die Poesie im rosa Gewand, Blumen im Haar, schien über die Ruinen hinzuschweben, die geborstenen Mauern verherrlichend, einen Schleier über Zeiten des Schreckens und Entsetzens breitend. Es war derselbe Tag, an welchem im Schloß der Wellinghausen die Depesche eintraf, welche Baron Erwins Erkrankung mitteilte und dadurch die Herzen beschwerte. Um die zwölfte Mittagsstunde stand Baron Gerhard in seiner, in der Nähe der Neckar=Brücke gelegenen Wohnung am Fenster. Er erschien viel ernster als im vorigen Jahr, noch ernster als zur Zeit, da er am Sarge des Vaters gestanden hatte. Es war ein Zug in seinem Gesicht, es lag ein Ausdruck in seinen Augen, der auf einen Kampf hindeutete, der sein Herz in seinen tiefsten Tiefen erschütterte. Das Vorhaben, sich in Heidelberg zu habilitieren, hatte er bis jetzt noch nicht ausgeführt. Er war geblieben wie einer, der hier und da sammelt, um Ideenschätze aufz speichern, der wie mit einem Spaten in die Tiefen gräbt, um der Wissenschaft ihre Geheimnisse zu entlocken, die durch so und so viele Schi##ten verdeckt sind. Das Lernen und Forschen war seiner Natur konformer als das Lehren. Das Versenken in alte Zeiten mit ihren Sitten und Gebräuchen, das Forschen nach Fäden, die verloren oder nur zerrissen schienen, das Kominieren der einen Erscheinung mit der anderen, das Schließen von der Wirkung auf die Ursache, gaben seinem ganzen Sein und Wesen ein Gepräge, das eigentlich mit seinen jungen Jahren in Mißklang stand. Er dachte jetzt an seine Heimat. Seine Gedanken weilten in der Gruft bei des Vaters Sarg. Es war eigentlich seine Arsicht gewesen, während dieser Tage persönlich in seiner Heimat zu sein, aber er hatte den Plan nicht ausgeführt, und eine geringe Verrentung, die er sich vor kurzem am Fuß zugezogen hatte, ohne daß sie ihn jedoch irgendwie belästigte, gab ihm einen willtommenen Vorwand, sein Nichtkommen zu entschuldigen, ohne daß Hildegard sich dadurch betrübt oder verletzt fühlen konnte. Er konnte selbst für Tage nicht fort von Heidelberg. Er wurde hier festgehalten durch ein Augenpaar, das ihn wie mit magnetischer Kraft fesselte, und zwar fester von einem Tag zum anderen. Wie eine Erscheinung, die in diese sagenumwobene, herrliche Gegend hineingehörte, stand Maria Langheld vor ihm, die zarte Gestalt mit goldigem Haar und tiefblauen Augen, die stets mehr zu sehen schienen als andere Augen, aus denen ein Märchenglanz hervorbrach, der fast blendete. Sie war die einzige Tochter des Professors Langheld. Trüben, an der anderen Seite des Neckars wohnte dieser. Gerhard liebte seine eigene Wohnung hauptsächlich, weil er von ihr aus mit seinen Blicken jenes Haus umfassen konnte, in welches er wieder und wieder selber einkehrte, wo seine Gedanken unaufhörlich verweitten. Der Professor Langheld war ein ernster Mann in den Fünfzigen. Seine Mutter stand seinem Haushalt vor. Sie war eine prächtige Greisin mit weitem Haar und jungem Herzen. Sie wurde von allen verehrt, die im Hause verkehrten, besonders von der akademischen Jugend, für deren Streben und Interessen sie stets ein warmes Verständnis zeigte. Manches ernste Wort aus ihrem Munde hatte schon dem einen und dem anderen Studenten gegolten. Mancher Mutter war auf diese Weise eine Träue des Kummers erspart worden. Wie ein Sonnenstrahl, der von der Erde aufgefangen und festgehalten worden ist, erschien Maria neben dem ernsten Vater. Sie war so lieblich, daß ein Professor bemerkt hatte, die Grazien hätten für lange Zeit keine Gabmehr auszuteilen, da sie Maria gegenüber zu verschwenderisch vorgegangen seien. Maria hing mit großer Liebe an dem ernsten Vater. Für die Großmutter jedoch empfand sie eine Hingabe, die sie nie zärtlich genug meinte zum Ausdruck bringen zu können. Für den, der zuerst dieses Haus betrat, war es ein wunderbarer Anblick, dieses junge liebliche Menschenkind zwischen der Greisin und dem ernsten Gelehrten zu sehen, zu hören wie Maria über ernsthafte, wissenschaftliche Probleme sich unterhielt, als seien sie ein Paragraph aus dem ABC=Buch, und zu beobachten, wie plötzlich ihre Augen glänzten, und sie dann einen Gedanken aussprach, der einer Sphäre entsprungen schien, die aller Wissenschaft lachte, nur von Märchenglanz und Licht durchflutet schien.„Die Fee des Neckar=Tales“ wurde sie oft genannt, oder„die Schutzheilige der Jünger der Ruperta Carolina“. Sie wußte das und hörte das oft mit einem Lächeln an, das über ihr Gesicht hinglitt, als habe ein Sonnenstrahl eine rosige Blüte gestreift. Mit den Studenten, die öfter in das Haus kamen, verkehrte sie wie mit Brüdern, harmlos und fröhlich, und der übermütigste Student hätte nicht gewagt und nicht vermocht, ein Wort zu sagen, das ihr mißfallen konnte. Wie ein noli me tangere, das geseit und geheiligt war, erschien sie allen. Keiner unter ihnen hatte sich einer besonderen Bevorzugung zu erfreuen.— Als sie ein Kind von fünf Jahren war, hatte sie den Studenten die Hand zum Willkommensgruß gereicht. Und so tat sie es auch heut Die Großmutter nannte sie meist„Mütterchen". War sie doch erst vier Jahre alt gewesen, als ihre Mutter starb, an die sie kaum eine Erinnerung hatte. Als Baron Gerhard vor ungefähr fünf Vierteljahren Heidelberg zum Ausenthalt erkor, um dort seinem Hang zur Wissenschaft obzuliegen, machte er den Professoren, bei denen er hospitieren wollte, Besuche. Sein erster Besuch galt Professor Langheld, der ihm als hervorragende Kapazität genannt worden war. Da der Prosessor im Augenblick nicht zu Hause war, jedoch erwartet wurde, wurde der Baron von der alten Dame empfangen, die sosort sein Interesse aufs höchste erregte. Als Maria dann eintrat, die einen neuen Studenten zu begrüßen glaubte und nun einer Persönlichkeit gegenüberstand, die durchaus nichts Studentenhaftes an sich hatte, worüber sie in augenblickliche Verwirrung geriet, erschien sie so lieblich, daß Gerhard momentan die Hand auf seine Stirn legte und darüber hinstrich. Ihm war, als müsse er sich aufwecken, um nicht ein entzückendes Traumgebilde für Wirklichkeit zu halten. Er meinte noch nie etwas so Liebreizendes gesehen zu haben. Er erklärte den Damen, daß er, wenn auch kein Student, so doch ein Lernender sei, der aus dem Born der Wissenschaft schöpfen wolle, solange und sooft ihm Gelegenheit dazu geboten werde. Er hatte mit Interesse in das Gesicht der jugendfrischen Greisin geblickt, aber wieder und wieder, wie ein Magnet, zogen ihn jetzt Marias Augen an. Er blickte hinein wie m einen Himmel, der kaum faßbare Seligkeit barg. Dann war der daß Be achtet. um Beden Ne Professor gekommen. Er hatte gehört, Jesuch da sei. Auf den Namen hatte er nicht geOeshalb sagte er, als er Gerhard begrüßte:„Bitte zeihung, ich bin etwas zerstreut, ich habe nicht auf kamen meines Gastes geachtet.“ „Baron Wellinohausen,“ hatte Gerhard geantwortet. „Baron Wellinghausen,“ hatte der Professor wiederholt. Dabei war in seinem Gesicht ein eiskalter Zug zutage getreten, und in seinen Augen war etwas ausgelodert, das dem Haß ähnlich sah. „Is Ihnen unser Name bekannt?“ hatte Gerhard gefragt, um sein Befremden über den Eindruck, den die nung seines Namens hervorgebracht hatte, zu verbergen. „C ja, als ich ein junger Mann war, war mir der icht fremd,“ war des Professors Entgegnung geName wesen, deutlich darauf und sie war in einem Ton gegeben worden, der bemerkba daß ngel wollte. der Professor nicht weiter (Fortsetzung folgt). S.65 * E 5 8 #2 0 — — 8 9 6 5 — □ — — *% ∆ 69 # — * 63 □ * Denkspruch. Andere beglücken, ist das reinste Glück auf dieser Erde. Heinrich von Kleift. Mein großes Glück. Von Wilhelm Nordin. (Schluß)(Nachdruck verboten.) Nun sollte man aus dem Berichteten annehmen, daß Thors Herz sich, wie es in den Romanen heißt, zusammenschnürte. Der Kuß auf die Stirn oder vielmehr das ungekünstelte Hinreichen des kleinen Mundes wurde aber der Schluß der Eisperiode. Thors Gedanken sprangen von der kleinen Maja und ihrer Puppe zu Gretchen Lindberg über. Sie war auch hellblond, hatte auch klare, blaue Augen und konnte auch so munter, froh und schelmisch lächeln. Sie war in den besten Jahren, nicht mehr ganz jung, etwa Mitte der Zwanzig, aus angesehener Familie, wohlerzogen und begehrenswert. Thor Stallmann wollte mit seiner Arbeit beginnen, die er sich für heute vorgenommen hatte. Es war ihm aber unmöglich, seine Gedanken zu sammeln. Sie kehrten zu Gretchen Lindberg zurück und wollten nicht von ihr lassen. Kurz entschlossen sprang er auf und verschwand in seinem Ankleidezimmer. Er wechselte die Kleider, machte einen Spaziergang, speiste zu Mittag, trank seinen Kaffee und wartete auf die Stunde, wann er seinen Nachmittagsbesuch bei der Familie Lindberg machen konnte. Als Thor Stallmann den großen Marktplatz durchquerte und festen Schritts dem alten, würdigen Landratsamt zusteuerte, trat aus diesem eine schlanke Mädchengestalt in einfacher, leichter Sommerkleidung heraus. Es war Fräulein Gretchen Lindberg. „Guten Tag, Herr Doktor!“, sagte sie freudig überrascht,„es ist sehr freundlich von Ihnen, daß Sie sich einmal wieder nach uns umsehen.“ „Sie wollten aber gerade ausgehen?“ „Ich hatte allerdings einen kleinen Spaziergang vor. Aber kommen Sie herein und trinken Sie eine Tasse Kaffee bei uns.“ „Danke sehr, ich habe schon getrunken. Wenn Sie gestatten, schließe ich mich Ihnen an. Wie geht es bei Ihnen zu Hause?“ „Danke sehr. Der Vater war, als ich fortging, gerade über seiner Zeitung eingeschlafen, und die Mutter stickt augenblicklich meinen Namenszug in die Taschentücher, mit denen sie mich am Dienstag zu meinem Geburtstage überraschen will. Was bekomme ich von Ihnen, Herr Doktor?“ „Ach ja, richtig. Ihr Geburtstag ist ja am Dienstag. Wie denken Sie über eine Puppe?“ „Wie kommen Sie gerade darauf?“ „Weil ich den ganzen Morgen mit Puppen gespielt habe.“ „Wohl zur Beruhigung Ihrer Nerven,“ sagte sie lächelnd. Thor erzählte nun sein Erlebnis vom Vormittag, seine Unterhaltung mit Maja und schilderte den eigenartigen Eindruck, den die kindliche Naivität der Kleinen und ihre mütterliche Fürsorge für die blasse Rosa auf ihn gemacht habe. Inzwischen hatten sie den Aussichtspunkt erklommen, von dem sie einen herrlichen Fernblick über Feld und Wald hatten. Hier setzten sie sich, und bald waren sie so in ihre Unterhaltung vertieft, daß sie gar nicht wahrnahmen, wie sich die Sonnenscheibe immer mehr dem Horizont näherte, bis ein leichter Abendwind sie aus ihren Gedanken aufrüttelte. Er hatte ihr seinen ganzen Lebenslauf geschildert, ihr von seinen heißgeliebten Eltern erzählt, die er— nur zu früh verloren hatte— und schließlich hatte er ihr seinen einzigen dringenden Wunsch vorgetragen, hatte er sie gebeten, die Seine für das ganze Leben zu werden. Sie hatte ihm ruhig und glücklich lächelnd zugehört. Von Anfang an wußte sie, was kommen mußte, und sie hatte ihm ihre Rechte gelassen, die er zum Schlusse ergriff, und hatte ihm ihr Ja! offen und ohne Zögern gegeben, als er sie bat, die kleine Hand für immer behalten zu dürfen. Als er sie dann umschlang und ihre Lippen sich trafen, sagte sie lächelnd: „Daß du, böser Mensch, mich auch so lange warten ließest!“ „Ich hätte dich noch länger warten lassen,“ antwortete er,„wenn ich nicht heute morgen die Unterredung mit der kleinen Maja gehabt hätte.“ „Also der kleinen Maja habe ich mein große Glück zu verdanken?" fragte sie. „Ja,“ antwortete er.„Die Unterhaltung mit ihr hat mir erst klargemacht, wie öde mein Junggesellendasein ist, und hat mir den Mut gegeben, dir, die du mein Herz schon lange besaßest, meine warme, innige Liebe zu gestehen.“ Dabei drückte er einen herzhaften Kuß auf den Mund seiner süßen, jungen Braut. „Nun gut,“ antwortete Grete,„dann soll deine kleine Freundin auch belohnt werden. Du versprachst mir zum Geburtstag eine Puppe. Wir schenken sie Maja, und ich bringe sie ihr selbst.“ So geschah es auch. An Tante Gretchen Lindbergs Geburtstag erschien sie in Begleitung ihres glücklichen Verlobten bei Maja und brachte ihr eine schöne, große Puppe mit frischen, roten Wangen und goldigem, lockigem Haar, mit Schuhen zum Ausziehen und einer schönen Perlenschnur um den Hals. Dann hob die junge Braut die überglückliche Maja — ihren Postillon d’amour— auf den Arm und küßte sie zum Dank auf den kleinen, rosigen Mund. Ungeheure Gagen und Gehälter. Amerika, das Land der unbegrenzten Möglichkeiten, ist auch das Land der unbegrenzten Gehälter. Variétskünstler erhalten dort oft eine Bezahlung, gegen die ein Ministergehalt kaum nennenswert ist. So hat man kürzlich über dem großen Teich zwei englische Brettlgrößen, einen Herrn und eine Dame, engagiert, die je 10000 Mark wöchentliche Gage erhalten. Noch bedeutend größere Summen erhalten oft Sänger und Sängerinnen, Klavier= und Violinvirtuosen, aber auch Anwälte und Aerzte. Diese Glücklichen verdienen zuweilen in einer Woche eine Summe, für die ein anderer sich ein ganzes Leben lang schinden und plagen muß. Es ist noch nicht sehr lange her, daß Adelina Patti einen Kontrakt für eine sechsmonatliche Tournee unterzeichnete, von der sie 2 Millionen Mark heimzubringen dachte. Für jedes einzelne Konzert waren 20 Mark festgesetzt, außerdem sollte sie die Hälfte von halten, was die Veranstaltung über 30000 Mark einbrachte, so daß sie oft an einem Abend 30,000 Mark und mehr ersang Bei einer Privat=Matinee erhielt sie für zwei Lieder ul Zugabe 20 000 Mark, was für jede von ihr gesungene Note ca. 125 Mark betrug. Hier ist allerdings das Wort vom in der Kehle" buchstäblich wahr. Und diese ungeheuren Gagen steigen immer noch. Als Jean de Reszke zum erstenmal in Amerika sang, war er mit 4000 Mark pro Abend ganz zu Oster hase und Östereier. Von Eduard Arendt. oher sti immt wohl der eigenartige Glaube an den * Tierle genden Hasen?— Genaues weiß man darüber r icht; aber Freund Lampe mit dem Österfeste in Verbindt ing zu bringen, lag sehr nahe, schon deshalb, weil zur Zeit des Auferstehungsfestes die ersten jungen Häslein draußer i ihre possierlichen Sprünge machen. Dazu kommt, daß der Hase bei den Griechen und Germanen zu den geheiligten Tieren gehörte. Im Mittelalter galt das Eierlegen des Hasen als feststehende Tatsache. So findet sich in Ansbach ein beglaubigtes Protokoll über die l#idesstattliche Erzählung eines Försters, der im Besitz einer derart begabten Häsin war. In dem Schriftstück heißt es u. a.: „Er(der Förstier) habe den Hasen, als er anno 1755 mit seiner Frau, wielche von Langenaltheim gebürthig, an Bartholomä auf dasige Kirchweih gegangen, unterwegs an eyner Eichen auf einer pfälzischen Wildfuhr in der s. g. Haart gefangen und mit nach Hauß getragen. Dieser Haaß, den er mit Saamen und Getreyd aufgezogen, seye so groß als eine andere Häsin der Wildnüß worden, und habe das frühe Jahr darauf im Monat Martz in einer alt hölzernen Truhen, worin es beständig gesperrt gewesen, ein Ey gelegt. Anno 1757 auch im Monat Martz habe solcher das 2. und im Monath April das 3., dann anno 1758 in obiger Zeit in etzlichen Wochen nach einander das 4. und 5. Ey gelegt, welch 4 letztere ganz rund geformt gewesen. Von diesen 5 Eyern habe eines Herr Reichs=Erbmarschall Graf von Pappenheim geöffnet, worinnen nichts als weißes Wasser gewesen, und eines habe der Herr Forstmeister von Drechsel zu Wendelstein bekommen, die übrigen 3 aber habe er nebst der Häßin, die sie gelegt, nach Friesdorf geliefert.“ Aus diesem Schriftstück geht hervor, daß um die Mitte des 18. Jahrhunderts der Glaube an den Osterhasen schon verbreitet gewesen sein muß. Sonst wäre das Jägerlatein sicher nicht in eine amtliche Urkunde ausgenommen worden. Daß etwa 30 Jahre später der Brauch, Ostereier zu verstecken, gang und gäbe gewesen sein muß, geht aus einem Briefe Friedrich Matthissons aus dem Jahre 1783 hervor. Es heißt dort:„Ich lernte Goethe an einem Tage zuerst per10 sönlich kennen, wo seine Menschlichkeit sich ganz rein offenbarte. Er gab ein Kinderfest in einem Garten unweit Weimar. Es galt Ostereier aufzuwittern. Die muntere Jugend, worunter auch kleine Herder und Wielande waren, zerschlug sich durch den Garten und balgte bei dem Entdecken der schlau versteckten Schätze mitunter nicht wenig.“ Hierbei ist der Osterhase nicht erwähnt. Dagegen findet sich in einem um die Mitte des vorigen Jahrhunderts erschienenen Werkchen über Volkssitten folgender Passus:„In einigen Gegenden Deutschlands hat sich noch ein seltsamer Gebrauch erhalten, dessen Bedeutung ziemlich rätselhaft und dunkel ist. Es wird nämlich im Volksglauben, und vorzüglich in der Anschauung der Kinderwelt, des Hasen als eines Eier produzierenden Tieres gedacht. In den Schaufenstern der Konditoreien erblickt man häufig Tiere dieser Gattung, aus Zucker verfertigt, in verschiedenen Größen aufrecht sitzend und rings umgeben von einer Menge von Eiern. Auch versteckt man die Eier, welche die Kinder zu Ostern erhalten, wenn möglich im Garten, wo sie dann von den Kindern gesucht werden müssen, und sagt alsdann, der Österhase habe sie gelegt. Oft auch legt man zu den Eiern zuckerne Häschen in die Büsche, wo die Kinder die Eier finden sollen.“ Wenn man jetzt durch die Straßen der Städte schreitet, an den modernen Schaufenstern vorbei, so sieht man allenthalben Freund Osterhase oder das ihm unterschobene Produkt, das Osterei. Hier ist's ein Aschenbecher, dort ein Briefbeschwerer oder eine Attrappe für Süßigkeiten. Seltener sind die Angebinde in lururiöser Aufmachung. Da war es früher anders. Außerordentlich kostbar in jeder Hinsicht waren die Ostereier, die Zar Nikolaus l. seinen Günstlingen zu schenken pflegte. Feinster Kristall stellte das Weiße des Eies dar, während die Stelle des Dotters durch Goldstücke ausgefüllt wurde. Bei uns in Deutschland ist besonders die Attrappe beliebt, die das eigentliche Geschenk, Konfekt, Blumen oder Nippes verhüllt. Auch das künstlerische Bemalen der Eierschalen führt sich allmählich wieder ein. Ungleich sinniger aber ist und bleibt die Kunst im Hause. Mit Eierfarben und Zwiebelschalen, mit Marmorierpapier und Speckschwarten werden jene anspruchslosen Östereier gefärbt, die wohl gerade ihrer Einfachheit wegen mehr von dem sinnigen Zauber der Ostergabe an sich haben als die kostbarsten Stücke von Künstlerhand. Erwachen. uf ihrem weißen Lager, tief verhüllet, 99 Im Schmerz erstarret ruht die Mutter Erde. CKein Tropfen schleicht von ihrer grauen Wimper, Kein Stöhnen dringt aus ihrem bangen Munde. Tot— alles tot!— Gestorben ihre holden Blütenkinder, Entflohen alle süßen Waldessänger, Der Quell vereist— der starke Strom in Ketten. Da fallen aus den Wolken warme Tropfen. Die Himmelstränen rieseln auf ihr Antlitz. Ein Beben geht durch ihre Brust— sie wacht! Primeln und Veilchen sprossen aus dem Boden, Ein Lerchenlied steigt jubelnd in die Lüfte, Mit Jauchzen schäumt der wilde Quell vom Felsen. Das große Wunder hat sich neu vollzogen: Sie lebt, sie blüht, die große Mutter Erde. Und aus dem Dom erklingt der Orgel Brausen, Vom Turme schweben mächt'ge Glockenklänge: Christus erstand! Sylvia. Vster=Veilage der„Schwertel Heilung. 40 Erstanden ist Herr Jesu Christ, 5 All unser Leid vergangen ist. Er starb den bittren Kreuzestod Und löste uns aus Schmach und Not. 44 Halleluja! „ A 1 1 A ∆ 0 A" 1 0 0 Gacer A. Nun glänzt die Welt mit einemmal,„ Der Frühling schmückte Berg und Tal.„ Des Himmels Gnade tut sich kund, Wir loben Gott mit frohem Mund— Halleluja! 0 Die Schöpfung trägt ein neues Kleid, Anbetend singt die Christenheit: All unser Leid vergangen ist, Erstanden ist Herr Jesu Christ— Halleluja! Gregartas. A 0 0 0 Frohe Osterbotschaft er dumpfe Schlummer des Winters zerbricht. Mutter Erde erwacht. In ihrem dunklen Schoße regt sich der Lenz. In die dürren Reiser drang die heilige Sehnsucht nach Knospen. Wiese und Anger träumen vom Duft bunter Blüten und ihre Glöcklein läuten zum Feste des Herrn. Die Sonne ist neu erstanden im Osten. Und da sie aufging, hüpfte sie dreimal in der Freude ob der Auferstehung des Heilands. Also dachte einst das Volk. Mit den verklärten Augen junger Seligkeit geschmückt, mit dem Glorienschein goldiger Hoffnung, die Sinne verzaubert von dem alten und doch so ewig jungen Wunder des Weltenwerde:— also lebten unsere Vorfahren einst die Wonnen des Osterfestes. Im Zeichen der sieghaften Sonne stand das Fest. Der Herr ist erstanden nach den Zeiten, da die Finsternisse mächtige Schatten auf die Erde legten. Der die versöhnende Liebe ist, stand auf nach den Kämpfen, da der Haß seine Pranken in unsere Seele schlug. Der Herr ist erstanden, und dieser selige Glaube weihet unsere Herzen in der Gewißheit, daß die Güte, die Milde, die Reinheit der Sitte, der Adel des Gemütes auch in den Zeiten roher Genußsucht nicht enden können für immer. Sie werden auferstehen und ein Segen sein den Menschen, so im Winterfroste vom Sommer träumen, so in dem Frevel selbst der Ichsucht beben um die Gnade des Herrn. Es war einst ein lieber Glaube, daß die ersten Strahlen der Ostersonne den Wässern wundersame Kräfte gäben. Die Mägdelein standen schon am frühen Morgen schweigend am Bach und schöpften das Osterwasser, dieweil es den Mienen die Unschuld des Kindes, dieweil es dem Antlitz den Glanz neuer Schönheit gäbe. Sinnige Sitte! In ihrer eifrigen übung liegt der gewaltige Gedanke der Auferstehung beschlossen, den uns das Osterfest kündet. Er führt unsere Seelen hin zu den Wassern des Lebens, und wir dürfen aus den geweihten Wellen die Kraft der ewigen Verjüngung, der neuerstehenden Unschuld, der Wiedergeburt unserer sittlichen Reinheit schöpfen. Auferstehung! Was zagst du, Menschensohn? Was willst du dein Leben eitel verwerfen in der törichten Lust der Sinne! Du sprichst das Wort:„Wir leben nur einmal auf der Welt, laßt uns schwelgen, bis daß wir verenden." Das ist ein frevles Wort. Aber die Milde sagt uns: Das ist das trunkene Gestammel der Verzweiflung, das Lallen der Armseligen im Geiste, so wie das Gezücht der Würmer am Staube der Erde kleben. Auferstehung! Sie weitet den Raum: Sie hebt uns über die Erde empor und gibt uns die süße Tröstung des Himmels. Nicht die Gruft ist das Ziel deiner Erdenwanderung. Wenn die Bretter der Särge morschen, wenn dein Gebein— das staubgeborene— zum Staube wird, dann lebt deine Seele noch. Und lobpreiset den Herrn und singet ihm Ruhm. Auferstehung! Sie weitet die engen Grenzen unseres Daseins. Unser Leben— also singt der Psalmist— währet siebzig Jahre, und wenn es hoch geht, achtzig Jahre. Wie armselig ist die Spanne der Erdentage gegen die Ewigkeit. Was ist dem gläubigen Gemüt unser Erdenleben, was ist ihm der Tod! Ein deutscher Dichter sprach einst das tiefe Wort:„Der Tod ist verleumdet worden, das ist der ärgste Betrug in der Welt! Der Tod ist die, Mighriz, Far des Lebens: der ewigen Liebe Meisterstück.“ Way, e 2od ist die Auferstehung zu einem neuen, zu einem hoheren Sein. Er ist nicht ein Ende. Er ist ein Anfang. Der Glaube an * 0 0 0 9 Oeeeeee Re — — S: 0 BS SS 199.127 AB WUE S.1E # S Siihi B88S 5 S SBSRSEEEL 8 b S S 5 88 8 0 b N 3 GSi -85 80 958 5 0 88 5 8— 29 5 Se 8 # S 6 .S 8 8 S # 8 ##. S S 8 S. Sa SER 9 85 ∆ ∆ 5 0 Fs0I 8 85 8 8 S S. 93 8 5 9: ∆ -—8 8 S De Se S#####g 80 8 * 9855 9 S 5 # 8 S. 5 S S. 5 5 Asag 9 S 8 * 965 2.94 amp 0 BSS S e 5 5 PC 85 S9.5828. 2. S. 8 B S1AE Ser e S S. ##5S 5 50 S SSpsE ######g S 22. 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Pe N8.# 6 9 9 S3S 2 Sf5S SSESR 8.3 R: b: 85# R5SS: Gbooe Seite 3. Schwerter Zeitung.(Amtliches Kreisblatt). Samstag, den 26. Marz 1910. Nr. 71. Verringung. Die umfangreichen Ambanarbeiten auf Gut Steinhausen sollen möglichst ungeteilt vergeben werden. Zeichnungen liegen bei dem Unterzeichneten zur Einsicht auf, daselbst können auch die Verdingungsunterlagen bezogen werden. Die Offerten werden bis zum 5. April 1910 an den Unterzeichneten erbeten. Hagen, den 26. März 1910. 1734 e G. Lippner, Architel. 100 Kopf 15 Pfd. 40 „ 120 „ 90 „ 50 „ 55 40 55 14 garantiert frische Eier Pariser Kopfsalat, groß Tomaten, frisch la. la. Traubenrosinen feinste Aprikosen, großstückig „ Apfelringe, schneeweiß „ ital. Birnen „ französische Pflaumen „ Mischobst „ Feigen Pfd. 40 u. 80 Preißelbeeren Pfd. 40 ff. 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Adele hat große Wäsche. Humor aus dem Kindesleben. 8. Einlage. 1719 8 83 HörnSiemal! Wo gehen wir am 2. Osterfeiertage hin? Zum Reihentanz im„Reiche des Wassers“, 1739 wozu freundl. einladet Thealer-Verein Humer. 84 8ma 8ma 8 8 8m m tlge Züfrtschweine hat abzugeben 1737 Rutenborn, Geisecke. Möbelfabrik und kunstgewerbl. Werkstätten Hohe Strasse 128—130. KoUr G 90. Möbel-Fabrik DORTMUND Ausstellung und Verkaufsräume s: Westenhellweg 57, 59, 61, 63.:: Grosse sehenswerte Ausstellung vollsländiger Wobnungseinriehtungen in einfacher, sewie vornehmer Ausführung und allen Preislagen. Ausstattung von Villen a Einrichtung von Geschäftshäusern und Verwaltungsgebäuden. Teppiche## Gardinen# Dekoratienen. Architektur-Bureau Bigene kunstgewerbliche Werkstätten für Möbel und bessere Bauarbeiten. Bildbauerei, Polsterund Dekerations- Werkstätten. Durch eigene bedeutende Fabrikation sind wir hinsichtlich der Preise besonders leistungsfähig. 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