Verbunden mit: — Schwerter Volksblatt O. General-Anzeiger für den Kreis horde für den kreis börde M O Schwerter Volks-Zeitung Die“schwerter Zeitung“ erscheint täglich, ausser Feiertags. Bezugspreis: Mk. 1.6s vierteljährlich, bei der Post für Bestellgeld 42 Pig. mehr. Wöchentliche Gratis-Beilage illustrierter Famillenfreund“ und tägl. Unterhaltungs-Blatt Anzeigenpreis. Die sechsgespaltene Petitzeile oder deren Raum 10 Pf., Anzeigen von auswärts 1S Pf., Reklamezeile 40 Pf Die Schwerter währt ihren jeden mit Cod fall gemäss ungen Zeitung" geAbonnenten für endenden Unihrer BedingIs Unterstützung Alle kreis- und lokalpolizeilichen Verordnungen für den Kreis Hörde erlangen gemäss Bekanntmachung der Königl. Regierung durch Veröffentlichung in der“schwerter Zeitung" rechtso o o o o o verbindliche Kraft o c o o c o Druck und Verlag von Carl Braus,(Inhaber Paul Schiemann) Schwerte-(Ruhr)= 2 Fernsprecher Nr. 62. Nr. 286. ältestes Tagesorgan des Kreises Dienstag, den 7. Dezember 1909. Annoncenblatt 41. Jahrg. Erstes Wlatt. Neueste Nachrichten. 50jähriges Bürgerschaftsjubiläum. Hamburg, 7. Dez. Aus Anlaß der Feier des 50jährigen Jubiläums der Bürgerschaft wurde gestern mittag im großen Saal des Rathauses ein Festakt gehalten, woran der gesamte Senat in Amtstracht, die Bürgerschaft, die Mitglieder der Verwaltungsbehörden usw., ferner der preußische Gesandte Graf Götzen, der russische Ministerresident v. Arseniew u. a. teilnahmen. Bürgermeister Dr. Burchard hielt die Festrede. Die Strafe des Mörders. Berlin, 7. Dez. Das Schwurgericht Berlin I verurteilte den Droschkenkutscher Albert Meyer, welcher beschuldigt ist, am 13. September seine Ehefrau nach einem voraufgegangenen Streit durch Beilhiebe getötet zu haben, wegen Totschlags zu sieben Jahren Zuchthaus und zehn Jahren Ehrverlust. Der Staatsanwalt hatte 12 Jahre Zuchthaus beantragt. Aufgehobenes Todesurteil. Leipzig, 7. Dez. Das Reichsgericht hob auf die Nevision des Angeklagten das Urteil des Schwurgerichts Erfurt vom 19. Oktober auf, wodurch der Glasbläser August Lutz wegen der Ermordung des Jagdaufsehers Walter am 6. September zum Tode verurteilt wurde. Ein weiterer Erfolg der Bodenreform. Detmold, 7. Dez. Der Landtag des Fürstentums beschloß in dritter Lesung die obligatorische Einführung der Wertzuwachssteuer für das gesamte Staatsgebiet mit Einschluß des Staatsdomanismus, für welches die Krone nachträglich sich entschlossen hat, die Wertzuwachssteuer gleichfalls zahlen zu wollen, und von dem Steuerprivilegium Abstand zu nehmen. Für die Wahlresorm. Berlin, 7. Dez. Das„Berl. Tagebl.“ veröffentlicht eine von ihm einer großen Anzahl bekannter Persönlichkeiten auf den verschiedenen Gebieten des Wissens= und des Erwerbslebens mit dem Ersuchen um ihre Zustimmung zur Unterschrift vorgelegte Kundgebung für die preußische Wahlreform und eine erste Liste von ungefähr 550 Unterschriften, darunter die von 12 Stadtverordnetenvorstehern, 250 Universitätsprofessoren, 13 Prosessoren aus Bonn, 2 aus Aachen, 3 aus Köln und 1 aus Essen, 150 hervorragenden Führern des Handels und der Industrie, einer großen Anzahl der namhaftesten Schriftsteller Deutschlands, vieler Künstler und vieler der bekanntesten Aerzte und Rechtsanwälte des Deutschen Reiches. Weitere Meldungen s. unter Letzte Drahtmeldungen. Die Kieler Werst im Reichstag. Die Angeklagten sind freigesprochen, das S.y, stem ist verurteilt! Dies ist das Ergebnis des sensationellen Kieler Prozesses, der 1 Jahr vorbereitet war. der lange Wochen hindurch verhandelt worden war u. bei dem trotz des ungeheuren Apparates, der hier aufgeboten wurde, nicht mehr herauskam als— bei den Alteisenverkäufen der Kieler Werft. Die Entscheidung der Geschworenen konnte nur den überraschen, der den langwierigen Verhandlungen nicht mit Aufmerksamkeit gefolgt war. Je länger der Prozeß sich hinzog, desto mehr zeigte sich, daß die Staatsanwaltschaft trotz der ungeheuren Vorbereitungen des Verfahrens bei der Vernietung der Beweiskette nur zu oft Bronze nicht von Alteisen hatte unterscheiden können, und so ließen die Geschworenen angesichts der Brüchigkeit dieser Kette das in dubio pro reo gelten und sprachen zum Schluß die Angeklagten frei, die als schwere Betrüger auf die Anklagebank gezogen waren, aber sich allgemach in allzu smarte„Menager" wandelten, die ebenso gut in den Paragraphen des Strafgesetzbuches wie im Alteisen der Werft Bescheid wußten. Es war ein Freispruch nicht wegen erwiesenre Unschuld, sondern wegen nicht oder doch wenigstens einwandfrei erwiesener Schuld, und an diesem Ergebnis wird auch die von der Staatsanwaltschaft bereits eingelegte Nevision schwerlich etwas zu ändern vermögen, ebenso wie die Aussichten des von der Werftverwaltung angekündigten Entschädigungsprozesses nach diesem Ausgang des Strafprozesses nichts weniger als günstig stehen. Die Werftverwaltung hat also den Prozeß verloren, und zwar dreifach verloren, nämlich juristisch, finanztell und moralisch, denn im Laufe der Verhandlungen rückte sie immer mehr auf die von den Herren Frankenthal und Genossen besetzte Anklagebank, während man die Herren Frankenthal und Genossen nach ihrer Freisprechung kaum noch beim rechten Namen nennen kann, ohne sich eine Beleidigungsklage auf den Hals zu ziehen. Ja, diese verehrlichen Mitglieder der„Chabruse" spielen sich gar noch als die verfolgte Unschuld auf, und einer von ihnen hat bereits Entschädigungsansprüche wegen unschuldig erlittener Untersuchungshaft erhoben. Nun, vielleicht werden wenigstens die anderen, die es ja, wie der Umstand, daß der Herr Frankenthal 600000 Mark Kaution stellen konnte, zeigt, dazu haben, so anständig sein, die Staatskasse, die für sie schon soviel getan hat, daß ihr zu tun fast nichts mehr übrig bleibt, nicht noch weiter zu belasten und vielmehr dem Gott, der Alteisen wachsen ließ, für ihre unverdiente Freisprechung zu danken. Ihr Dank gebührt aber vor allem auch der Staatsanwaltschaft. Während das so viel angefeindete Geschworenengericht sich hierbei, wie das ja auch der Vorsitzende des Gerichtshofes in seinen Dankworten an die Geschworenen zum Ausdruck brachte, wieder durchaus bewährte, hat sich auch diesmal wieder ein Mißstand herausgestellt, der bei vielen unserer großen Sensationsprozesse in geradezu erschreckender Weise ans Tageslicht getreten ist, nämlich die völlig unzureichende Vorbereitung des Verfahrens, das von vornherein— verfahren war. Ungetrübt durch Sachkenntnis waren die beteiligten Faktoren an diesen Prozeß herangegangen, und erst imlaufe der Verhandlungen gelang es, wenigstens eine Klarheit in diesen Wirrwarr zu bringen, nämlich die, daß man darüber nicht klar werden konnte. Wie schon so oft, hat sich auch diesmal wieder ein völliges Versagen des Vorverfahrens ergeben, dessen unzureichende Vorbereitung nicht zuletzt daran Schuld war, wenn dieser Riesenprozeß ausging wie das Horberger Schießen. Zu der höchst dringlichen Frage der Reform der Voruntersuchung bringt auch der Kieler Prozeß wichtiges Material bei, welches kein Altmaterial ist. Als Altmaterial hat sich dagegen die bisherige Organisation der Kieler Werft erwiesen, deren Reorganisation ja freilich laut amtlicher Versicherung bereits in die Hand genommen worden ist. Beruht doch das freisprechende Urteil der Geschworenen in erster Reihe auf der Erwägung, daß die Handhabung der Geschäfte auf der Kieler Werft zur Bemogelung des Fiskus geradezu herausforderte. Und insofern hat jedenfalls der Prozeß doch ein Gutes gehabt, daß er die allgemeine Aufmerksamkeit auf diese unhaltbaren Zustände, auf diese Verschleuderung des Geldes der Steuerzahler lenkte. Daß dem leider so war, wird der Staatssekretär des Reichsmarineamts, Hrr v. Tirpitz, in seiner für morgen angekündigten Beantwortung der Interpellationen schwerlich bestreiten können, und er wird sich darauf beschränken müssen, Garantien dafür zu geben, daß es in Zukunft anders, besser werden wird. Wir wollen ja gewiß nicht dafür plaidieren, daß man den sachund fachkundigen Frankenthal zum Direktor der Kieler Werft macht, aber lernen kann die Verwaltung von den Herren „Meschores" und Genossen. Daß eine kaufmännische Handhabung des Werftbetriebes durchaus vereinbar ist mit der Sorgfalt für die Schlagfertigkeit der deutschen Flotte, darüber dürfte jetzt wohl allseits Klarheit herrschen. Fehlt nur noch, daß diese etwas teuer erkaufte Erkenntnis nun auch in die praktische Tat übersetzt wird! Politische Uebersicht. Deutschland. Das Präsidium der polnischen Fraktion hat Fürst Radziwill übernommen, sein Vertreter ist Abg. Czarlinski. Auffallend ist, daß die Vertreter der radikalen Richtung, Kulerski und Korfanty, keinem Parlamentsausschuß mehr angehören. Man hat sie anscheinend wegen Bruchs der nationalen Solidarität gestraft. Polnische Banken in Westfalen. Zur Erledigung von polnischen Bankgeschäften, namentlich auch Gewährung von Warenkredit, ist, wie bereits gemeldet, in Recklinghausen=Süd und Gelsenkirchen die Firma Johann Kwiatkowski in eine Genossenschaft mit einem Anlagekapital von 100000 Mark umgewandelt worden. Aber auch die Errichtung einer polnischen Bank im rheinisch=westfälischen Industriebezirk ist beschlossene Sache. Polnische Kapttalisten aus Posen und Oberschlesten haben die Begründung in die Hand genommen. Sitz der Band soll Essen oder Bochum werden. Das Heilverfahren der Berufsgenossenschaften. Im Reichsversicherungsamt fand unter Vorsitz des Präsidenten Kaufmann eine Sitzung statt, an der unter Zuziehung zahlreicher Mitglieder des Amtes die Vertreter der gewerblichen Berufsgenossenschaften und zahlreiche Aerzte teilnahmen. Es wurden in dieser Sitzung eingehende Erörterungen über das Heilverfahren bei den Berufsgenossenschaften gepflogen. Es ergas sich unter den Anwesenden volle Einmütigkeit darüber, daß das Heilverfahren der Berufsgenossenschaften in dem Sinne reformbedürftig sei, daß ein früheres Eintreten für die Behandlung der Unfallverletzten dringend notwendig erscheint. Nur hierdurch könnte die stetig wachsende Rentenlast der Berufsgenossenschaften herabgemindert werden. Es wurde ein Ausschuß gewählt, der Vorschläge ausarbeiten soll. Zur Steuerpflicht der Zinsbogen. Der Vorstand des Deutschen Städtetages beantragt in einer Eingabe an Bundesrat und Reichstag in einer Novelle zum Reichsstempelgesetz die Steuerpflicht der Zinsbogen von Renten und Schuldverschreibungen der öffentlich=rechtlichen Verbände zu beseitigen. Verstärkung der Reichsbetriebsmittel. Es ist erfreulich, daß auch in den nächstjährigen Haushaltsetat ein bedeutender Posten zur Verstärkung der Betriebsmittel des Reichs eingestellt werden konnte. Diese Betriebsmittel sind immer unzureichend gewesen, ein Umstand, der mit zu viel stetigen Ausgaben gewaltiger Summen von Schatzanweisungen beigetragen hat. Werden die Betriebsmittel der Reichshauptkasse auf eine zureichende Höhe gebracht, so wird nicht nur die Reichsfinanzorganisation gebessert, es werden auch beträchtliche Summen an Zinsen gespart. Infolge des neuen Münzgesetzes ist es möglich gewesen, an die stetige Verstärkung der Betriebsmittel des Reichs heranzugehen. Der Gewinn aus der Prägung von Reichs=, Silber=, Nickel= und Kupfermünzen wird dem Betriebs fonds zugeführt. Schon im laufenden Jahre ist dieser Münzgewinn auf rund 20 Millionen Mark geschätzt. In den Etat für 1910 ist dafür die Summe von 18 Millionen Mark eingestellt. Ob die Etatsanschläge in der Wirklichkeit werden erreicht werden, steht zwar dahin, sicher ist jedoch, daß jetzt endlich einmal auch Aussicht auf die Ansammlung eines zulänglichen Reichsbetriebsfonds vorhanden ist. An dieser Stelle erfahren die Reichsfinanzen jetzt jährlich und stetig eine Besserung. a Kolonial=Kriegerdenkmal. Der Reichstag hatte im Frühjahr 1909 den Betrag von 10000 Mk. für den Entwurf eines Kriegerdenkmals für die in Südwestafrika gefallenen Deutschen bewilligt. Das Kolonialamt hat sich nunmehr entschlossen, das beabsichtigte Denkmal nicht allein dem Andenken der in Südwestafrika Gefallenen zu widmen, sondern allen denjenigen Streitern, die auf außereuropäischem Boden im Kampfe für Deutschlands Ruhm und Ehre geblieben sind. Das Denkmab soll höchstens 70= bis 80000 Mark kosten. Ausland. Schweiz. Ein neuer Zollkonflikt mit Deutschland. Der Bundesrat ist bei der deutschen Regierung vorstellig geworden, weil deutscherseits die Einführung von Wein aus Deutschland erschwert wird, indem die Weinempfänger sehr hohe Gebühren für chemische Analyse bezahlen müssen. Die deutschen Zollbehörden erkennen die von schweizerischen Kantonchemikern beglaubigten Analysenzeugnisse nicht an. Die hiesigen Zeitungen besprechen die Angelegenheit unter der Ueberschrift„Der friedscr Bacher. e e en Großbritannien. Aus dem britischen Kolonialreich. Die London Gazette bringt die königliche Bekanntmachung de: Vereinigung der vier Kolonien Südafrikas vom 1. Juni 1910 ab. Türkei. Der Konflikt mit Persien. Im außerordentlichen Ministerrate, welchem der Chef des Generalstabes beiwohnte, beriet man über einen drohenden Zusammenstoß türkischer Truppen mit persischen Irregulären in der strittigen türkischpersischen Zone und beschloß, den türkischen Truppen zu befehlen, nicht weiter vorzurücken. Terroristen. In Tiflis gaben vorgestern abend drei Terroristen auf offener Straße aus Mausergewehren mehrere Schüs. se auf Passanten ab. Von Schutzleuten in eine Sackgasse getrieben, wurden sie nach zweistündigem Widerstande tötlich vorletzt. Sterbend gestanden sie, in Jelissawetpol verschiedene de an Amtspersonen begangen zu haben. Seite 2. Schwerter Zeitung.(Amtliches Kreisblatt.) Dienstag, den 7. Dezember 1909. Nr. 286. Griechenland. Der König von Griechenland über die politische Krisis. Der Pariser„Gaulois“ veröffentlicht einen Bericht des Schriftstellers Bois über eine ihm vom Könige von Griechenland gewährte Audienz, in deren Verlauf der König unter anderem gesagt habe: Ich bin König und zugleich; dieses Volk ist mein Adoptivkind. Ich habe als Vater und König gelitten. Die gegen die Prinzen getroffenen Maßnahmen muß ich als einen Ausbruch vorübergehender Verstimmung ansehen, als das Ergebnis der allgemeinen Unzufriedenheit die die große Enttäuschung wegen Kreta hervorgerufen hat. Man habe darauf gerechnet, das Unbehagen durch die Zufuhr neuen Blutes und durch Verwirklichung der lange gehegten Hoffnungen zu heilen. Kreta ist nicht annektiert worden, und Griechenland hat jemand gesucht, um an ihm den Groll wegen der begangenen Irrtümer und der Selbsttäuschung auszulassen. Aus alledem ist die Militärbewegung entstanden. von der ich glaube, daß es besser wäre, sie zu amnestieren. Amerika. Der Konflikt zwischen den Ver. Staaten und Ritaragua. Nach einer Meldung der„Frkf. Ztg.“ aus Newyor ließ das Staatsdepartement verlauten, Präsident Zelaya unterhalte in Washington eine Kommission, welche versuchen werde, die Kongreßmitglieder gegen die Politik des Präsidenten Taft zu beeinflussen. Die Bundesregierung vesucht, sich der Person Zelayas zu sichern. Zelaya emittierte zwei Millionen Dollars Banknoten mit Zwangskurs. Aus Stadt und Umgebung. Schwerte, den 7. Dezember. *(St. Nikolaus.) Der gestrige 6. Dezember war der St. Nikolaustag; für viele ist er ein gar angesehener Tag vor dem Weihnachtsfeste, auf den sich die Kleinen lange vorher freuen. In manchen Gegenden stellen die Kinder abends die Schuhe vor die Tür der Schlafkammer, und am nächsten Morgen hat dann der Heilige seine Spenden hier niedergelegt. St. Nikolaus verrichtet die Funktionen des Weihnachtsmannes. Und wie dieser erkundigt er sich vorher, ob die Kinder brav und fleißig in der Schule sind. Allerdings ist es heute immer schweter geworden, in den Kindern den Respekt vor den guten Geistern der Weihnachtszeit aufrecht zu erhalten. Heute wo die Buben und Mädel die Automobile auf den Straßen umherslitzen und den Luftballon hoch droben am Himmel nach dem Willen seines Leiters seine Kreise ziehen sehen, bilden sie sich schon früh ein eigenes Urteil. Der Knecht Ruprecht kann eben nicht mehr alles, denn die Lenkfahrzeuge hoch oben kommen nicht von ihm, sondern von Zeppelin; der letztere kann also mehr! Aber neben diesen aufgeklärten kleinen Zeitgenossen sind doch noch Tausende von kleinen Dreikäsehochs, die ihren Wunschzettel pflichtgetreu aufschreiben und sich freuen, wenn ihre Erwartungen sich erfüllen. **(Der Bund Heimatschutz) ermahnt dringend, den Sinn und die Liebe für die Eigenart und Schönheit alter und schmückender Bäume in weiten Kreisen wieder zu wecken und führt folgendes aus:„Außer den Alleen sind es einzelnstehende beachtenswerte Bäume, gegen die neuerdings unter dem Vorwande aller möglicher nichtigen Gründe aus Unverstand oder Geldgier vorgegangen wird. Ganz besonders oft beseitigt man die für das Landschaftsbild so charakteristischen Pyramidenpappeln, sowohl die in den Alleen als auch die einzel An manchen Orten hat man sogar die alten Dorflinden nicht geschont. Die Anpflanzung von Obstbäumen an den an sich gewiß sehr erfreulich, aber daneben sollte man doch die Anpflanzung von anderen Bäumen nicht ganz vernachlässigen. Vor allem aber ist es bedauerlich, wenn bestehende schöne Alleen von Pappeln, Birken usw. den Obstbäumen weichen müssen. Es ist oft genug darauf hingewiesen worden, welche Schäden unserem Volkstum drohen, wenn die nur materiellen Gesichtspunkte alle anderen ohne weiteres in den Hintergrund drängen. Außerdem ist auch die in letzter Zeit vielfach beobachtete Beseitigung der lebenden Hecken und ihr Ersatz durch Drahtzäune im Interesse des Heimatschutzes recht zu **(Die Uebungen der Reserve) im nächsten Jahre sind nach mehr als einer Richtung hin bemerkenswert. Bisher wurden in Preußen 13 Reserve=Infanterieregimenter aufgestellt. Künftig sollen, wie die„R.=W. Z.“ erfährt, im Interesse der Schlagfertigkeit des Beurlaubtenstandes 34 Regimenter, also 21 Regimenter jährlich mehr aufgestellt werden. Es werden also bei jedem Armeekorps je zwei Reserve Infanterieregimenter üben. **(Auskunft für Auswanderer.) In letzter Zeit ist wiederholt zu Tage getreten, daß die„Zentralauskunftsstelle für Auswanderer“ in Berlin W. 9, Schellingstraße 4, obwohl mehrsach in der Presse auf ihre Tätigkeit hingewiesen worden ist, nicht genügend bekannt gewesen und daher von Ausgewanderten, die dann in ihrer neuen Heimat Enttäuschungen erfuhren, nicht benutzt worden ist. Es kann nur den zur Auswanderung entschlossenen Personen nur angeraten werden, flicht eher auszuwandern, als bis sie sich bei der Stelle oder einer Zweigstellen Auskunft über die Verhältnisse des Auswanderungsziels, die kostenlos erfolgt, eingeholt haben. **(Haus= und Grundbesitzer=Verein.) Unter dem Vorsitz des Herrn Schermeng fand gestern abend im Hotel Sternberg (Jungesblut) eine außerordentlich zahlreich besuchte Versammlung des Haus= und Grundbesitzer=Vereins statt, in der Herr Paulig aus Frankfurt(Oder) einen interessanten Vortrag über „Die Lasten des Haus= und Grundbesitzers unter besonderer Berücksichtigung der neuesten Finanzreform“ Architekt Paulig, der Verbandsredner des Verbandes städt. Haus= und Grundbesitzer Deutschlands, hatte sich anscheinend sehr eifrig mit dem Studium der Materie beschäftigt und verstand es, die Aufmerksamkeit seiner Zuhörer in hohem Grade zu fesseln. Ausgehend von der in diesem Sommer verabschiedeten Finanzreform, die Redner nicht für die endgiltige Lösung der finanziellen Schwierigkeiten des Reiches hielt, da die dauernden Ausgaben, namentlich diejenigen für Heer und Flotte, in stetigem Wachstum begriffen seien, kam er dann auf die enorme Belastung des Haus= und Grundbesitzers durch Steuern aller Art zu sprechen und wies überzeugend nach, daß auch durch die neue Finanzreform der Mittelstand wieder in erhöhtem Maße neu und schwer belastet worden sei. Die Reform sei größtenteils nur auf Kosten des Mittelstandes zu Stande gekommen und gegen eine weitere Steigerung der Lasten müsse sich dieser Stand energisch wehren. Die gerechte Forderung der Haus= und Grundbesitzer=Vereine sei die Aufhebung der Gewerdesteuer oder doch ein Ausbau derselben, der den Interessen aller Stände entspreche, eine Reform der Grund= und G:bäudesteuer mit besonderer Berücksichtigung des eventl. Mietsausfalles bei leerstehenden Wohnungen, eine anderweitige Regelung des Einquartierungswesens, der Straßenreinigung, der Kanalgebühren, der Baukonzessionen usw. Der Hausbesitzer und überhaupt der Mittelstand habe nicht allein Pflichten, er habe auch Rechte und diese wolle er jetzt mit allem Nachdruck geltend machen, u. a. auch in einer großen Protestkundgebung des Verbandes in einer im Februar dieses Jahres in Berlin stattfindenden Versamlung. Mit einem warmen Appell an die Anwesenden, stets und mit allem Nachdruck für die Bestrebungen des Vereins einzutreten, schloß der Redner. Da eine Diskussion über den Vortrag nicht beliebt wurde, konnte Herr Paulig in einem Schlußwort seine Ausführungen nochmals kurz zusammenfassen und mit einigen Dankesworten an den Redner des Abends schloß Herr Schermeng die sehr anregend verlaufene Versammlung. **(An den Folgen der Blutvergiftung,) die, wie wir berichteten, sich vor einigen Tagen der Fabrikschreiner Schütte in der Bruchstraße durch Verletzung eines Fingers zugezogen hatte, ist der Bedauernswerte, ein rüstiger Mann in den vierziger Jahren, gestern gestorben. Der Familie wird allgemeine Teilnahme entgegengebracht; der Fall selbst lehrt wieder, wie vorsichtig man bei Verletzungen und Verwundungen sein muß. **(Reichstagsabgeordneter Dr. Stresemann) wird am Sonntag, den 12. Dezember, abends 6 Uhr im Rath'schen Saale auf Veranlassung des hiesigen nationalen Wahlvereins über die politischen Verhältnisse der Gegenwart einen Vortrag halten. Ein Geheimnis ist es gerade nicht, daß jeder Geschäftsmann Reklame machen muß, wenn er zu Weihnachten Erfolg haben will. Aber es kommt darauf an, wie er dieses Reklamemachen anfängt, ob er den richtigen Text und die rechte Form findet und ob er auch die richtige Zeitung auswählt. Es geht von Mund zu Mund in der Schwerter Geschäftswelt, daß die„Schwerter Zeitung“ bei ihrer großen Verbreitung das beste Insertionsorgan ist und wird auf Wunsch in Reklamesachen auch gern Rat erteilt. **(Vereinigte Gesellen=Auflage.) In der gestern abend im Winkelmann'schen Lokale abgehaltenen General=Versammlung der Gesellen=Auflage wurde als Kassierer der Schreinermeister Kogelheide einstimmig wiedergewählt, als weiteres Vorstandsmitglied wählte die Versammlung den Sattlermeister Hosang. Die Wahl der Kassenärzte soll in einer späteren Versammlung getätigt werden. **(Postpersonalie.) Der Postassistent Braatz ist von Geseke an das hiesige Postamt versetzt worden. **(Der Windthorstbund) hielt gestern abend im Restaurant„Zur Glocke“ eine gut besuchte Versammlung ab, in welcher der erste Vortrag aus dem Zyklus des Winterprogramms gehalten wurde. Der Vorsitzende des Bundes, Herr Liese, sprach über die Bedeutung der Kommunalpolitik und führte eingehend aus, wie das politische Leben gerade bei der Kommunalpolitik beginne. Der Bund zählt zur Zeit 35 Mitglieder. **(3. Vortragsabend der Vortragsvereinigung Schwerte.) Gestern abend wurde den ziemlich zahlreich erschienenen Besuchern der für unsere Stadt so wertvollen Veranstaltungen der Vortragsvereinigung Schwerte als dritter der diejährigen Vorträge ein interessanter und wichtiger Beitrag zu unserer deutschen Heimatkunde geboten. Prof. Dr. Höfker=Dortmund sprach über:„Naturdenkmalpflege“ und erläuterte seine vielseitigen Ausführungen durch eine Anzahl gelungener Lichtbilder. Er sprach davon, wie seit längerer Zeit es schon notwendig geworden, die Natur und ihre für unser Heimat= und Schönheitsgefühl so kostbaren seltenen Denkmäler, vor der rastlos aber auch unbarmherzig erobernden technischen Kultur zu schützen. Er zeigte, wie Staat, Behörden und Private zusammen in diesem Sinne wirken, und versuchen, unersetzliche Werte im großen Naturleben freier Landschaft zu bewahren, die sonst sicher das Opfer einer fortschreitenden Kulturentwickelung werden würden. Gerade in Preußen sei man hier weit voran. Und auch für unsere Provinz Westfalen seien diese Bestrebungen außerordentlich wichtig. Ob es sich um Tropfsteinhöhlen oder um hervorragende Eichen und Linden handele, sei gleich, überall müsse man versuchen, die Naturdenkmale zu hüten, um so unsere Heimatsliebe zu stärken und unserem Volke einen innigeren Konnex mit der Natur zu wahren. Ein reicher Beifall dankte dem Redner und bewies, daß seine Anregungen auch bei uns hier in Schwerte auf fruchtbaren Boden gefallen sind. **(Zu dem gestrigen Unfall) auf der Eisenindustrie möchten wir heute mitteilen, daß auch der verletzte Arbeiter Tillmann aus Villigst im evangelischen Krankenhause untergebracht ist. Die Tartarennachricht eines Dortmunder Blattes, wonach Tillmann bei dem Absturz zu Tode gekommen sei, bewahrheitet sich nicht; ihm wie auch dem Arbeiter Hesche geht es verhältnismäßig ganz gut und ist begründete Aussicht auf deren baldige Wiederherstellung vorhanden. **(Sein Züchtigungsrecht sehr überschritten) hat vor einigen Tagen ein Anwohner der Bismarckstraße, der eines kleinen Vergehens halber sein achtjähriges Töchterchen schwer mißhandelte und dasselbe mehrere Tage in den Keller einsperrte. Die Polizei hat sich der Sache bereits angenommen, und dürfte die eingeleitete Untersuchung wohl bald Klarheit schaffen. **(Verunglückt) ist gestern der Brotkutscher August Rost von hier, der, auf einer Geschäftstour begriffen, bei Iserlohn so unglücklich von seinem Wagen stürzte, daß er eine schwere Kopfverletzung erlitt und sich in ärztliche Behandlung begeben mußte. Von einem telephonisch herbeigerufenen anderen Kutscher mußte der Wagen und auch der Verletzte nach hier gebracht werden. ** Wandhofen, 6. Dez. Der Dilettantenverein„Niegedacht" beschloß in seiner vorgestrigen Versammlung, am Silvesterabend einen Kouplet=Wettstreit unter seinen Mitgliedern zu veranstalten. Am 20. Februar gedenkt der Verein einen Preis=Maskenball zu veranstalten und im Sommer nächsten Jahres sein 10. Stiftungsfest durch einen Theater=Wettstreit zu feiern. Westfalen und Rheinland. Gladbeck, 6. Dez.(In der Gladbecker Riesendiebstahlsgeschichte) ist noch ergänzend zu berichten, daß der Diebstahl in seinem Ausführungsplan bereits vor länger als einem Vierteljahr festlag. Schon Mitte dieses Jahres waren die Nachschlüssel hergestellt von dem jetzt ebenfalls verhafteten Lampenmeister Neuß, einem Bruder des Maschinensteigers Neuß. Zur Unterlage dienten Zeichnungen. Die Schlüssel wurden von Neuß in roher Form fabriziert und dann zurechtgeschliffen und gefeilt. Die im Keller des Neuß vermauert aufgefundene Summe von 151000 Mark befand sich in drei Blechkästen, die 60000 Mark, 50000 Mark und 41000 Mk. enthielten. Das Geld war dermaßen eingemauert, daß die Beamten nur mit Hülfe schwerer Eisen das Geld bergen konnten. Der Bruder des Maschinensteigers Neuß lieferte auch noch 500 Mark aus, die ihm als Schweigegeld gegeben worden waren. Gestern weilte die Polizei in Hagen und beschlagnahmte daselbst bei Verwandten des Neuß 4000 Mark, die auf ein Sparkassenbuch eingezahlt worden waren. Gleichzeitig wurde ihnen ein Betrag von 500 Mark in bar ausgeliefert, der als Schweigegeld zu dienen hatte. Alles in allem genommen fehlen noch vielleicht 15000 Mark von der gestohlenen Summe, wenn man 18000 Mark als aus Unterschlagungen herrührend betrachtet. Letzte Drahtmeldungen. Verhütetes Eisenbahnunglück. Berlin, 7. Dez. Infolge von Nauchvergiftung wurden der Lokomotivführer und der Heizer eines Güterzuges im Arlbergtunnel plötzlich bewußtlos. Der Heizer vermochte noch im letzten Augenblick den Regulator anzuziehen und dadurch den Zug zum Halten zu bringen. Eine Hilfslokomotive zog den Zug aus dem Tunnel. Vor den Augen der Mutter ertrunken. Posen, 7. Dez. Auf dem Gutsteiche in Radlin brachen vier Schulknaben ein. Die zu Hilfe herbeieilende Mutter des einen Knaben konnte drei der Knaben retten, während ihr eigener Sohn vor ihren Augen ertrank. Ein schwerer Grubenunfall. Hildesheim, 7. Dez. Auf dem 720 Meter tiefen Kallschacht der Gewerkschaft Hildesia bei Hildesheim ereignete sich gestern morgen 6 Uhr ein bedauerlicher schwerer Unglücksfall dadurch, daß sich ein Keil an den Steuerorganen der Fördermaschine löste und hierdurch der Fördermaschinist die Gewalt über die Maschine verlor. Das südliche Fördergestell wurde mit Gewalt gegen die Seilscheibe gezogen, während das nördPon-Paufik en detail. Koder! Pippure“. Hüsingstr. 4 Schwerte Hüsingstr. 4 Neben Hotel Ostermann. Fernspr. 266. Hervorragend darch: Rieseuhalte Auswahl! Tadellosse Qnaliläten! Unrergl.ichlich billige Preise. Pelz-Collfers aller Art vom einfachsten bis zum feinsten Genre. 6418 Nr. 286. 1. Beilage. Schwerter Zeitung.(Amtl. Kreisblatt.) Dienstag, 7. Dezbr. 1909. Eine gefährliche Fahrt auf treibender Eisscholle.“) Von Leutnant Shakleton. Am 24. bis 25. Januar entging diese Truppe nur mit knapper Not einem schweren Unglück. Ihr Lager stand auf See=Eise am Fuße des Dutter=Point und sie hatten beschlossen, am frühen Morgen des 25. ihren Rückmarsch anzutreten. Ihren Lagerplatz hielten sie für durchaus sicher. Armytage hatte die Flutspaltung an der Küste entlang untersucht und dort keine über das normale Maß hinausgehende Bewegung gefunden; auch das Eis in der Nachbarschaft schien ziemlich fest zu liegen. Um 7 Uhr morgens des 24. Januar ging Priestley als erster aus dem Zelt heraus, kam aber schon nach wenigen Minuten mit der Meldung zurückgelaufen, daß das Eis, auf dem sie lagen abgebrochen war und in die offene See nordwärts zu treiben begann. Sofort kamen zwei seiner Kameraden aus dem Zelt heraus und fanden, daß Priestleys Angabe nur zu wahr war. Ein zwei Seemeilen breites offenes Wasser lag zwischen der Eisscholle und der Küste, und sie schienen in die See hinauszutreiben.„Als wir fanden, daß sich das Eis auf die Reise begeben hatte“, schrieb Armytage in dem mir überreichten Bericht, brach wir sofort das Lager ab, luden alles auf Schlitten und marschierten sofort ab, um eine Stelle zu finden, wo wir von der Eisscholle nach Norden kommen konnten. Die Lage schien sehr ernst, denn wir konnten nicht hoffen, über die offenen Wasserstraßen hinüberzukommen, noch durften wir auch nur mit einiger Gewißheit auf Hilfe vom Schiffe rechnen und alle unsere Vorräte lagen am Butter=Point. Wir waren noch nicht weit nach Norden marschiert, als wir an einen unpassierbaren offenen Wasserweg kamen; es blieb uns deswegen nichts weiter übrig, als zu unserem alten Platze zurückzukehren. Wir schlugen unser Lager wieder auf und frühstückten am 11. a. m. Dann berateten wir über unsere Lage und stimmten darin überein, daß es am besten wäre, an Ort und Stelle zu bleiben, auf jeden Fall für die nächsten Stunden, da wir auf die Möglichkeit spekulierten, daß das Schiff eine der offenen Wasserstraßen passieren und uns aufnehmen, oder die Strömung umschlagen und das Eis wieder an die Küste treiben werde. Wir warteten bis 3 Uhr nachmittags, doch unsere Lage schien sich nicht im geringsten bessern zu wollen. Die Raubwale ließen in den Kanälen ihre Fontänen steigen und stießen gelegentlich mit den Köpfen an das unter uns liegende Eis. Abermals marschierten wir nordwärts, doch fanden wir in allen Richtungen offenes Wasser. Gegen Abend schritten wir nochmals den Rand der Eisscholle ab und gingen dann um 10 v. m. in das noch immer auf dem alten Fleck stehende Lager. Wir aßen nur ein kleines Näpfchen unserer gewöhnlichen Ration und einen Biskuit pro Mann, denn wir hatten bei uns auf der Scholle nur Proviant für vier Tage, und hatten deswegen beschlossen, sofort die Nationen zu kürzen. Die augenscheinliche Tatsache, daß wir nicht weiter nach Norden trieben, verlieh uns neuen Mut, denn sie ließ erwarten, daß wir vielleicht wieder näher an das feste Eis herankamen. Um uns warm zu halten krochen wir in die Schlafsäcke. Um 11.30 v. m. ging Brocklehurst hinaus, um zu sehen, ob sich unsere Position verändert hatte und berichtete, daß wir nur wenige hundert Meter vom festen Eis entfernt zu sein schienen und die Bewegung der Scholle nach der Richtung des Landes anhielt. Ich verließ sofort den Schlafsack, zog meine Finneskos an und sah gegen Mittemnacht, daß wir ganze nahe am festen Eise waren, möglicherweise nur noch wenige hundert Meter von diesem entfernt. Ich rannte so schnell mich meine Füße tragen konnten, zurück, da ich mir sofort darüber klar war, daß sich hier eine Erfolg versprechende Gelegenheit bot auf Land zu kommen. Schon von weitem rief ich dies meinen Kameraden zu, die sofort das Lager abbrachen und innerhalb weniger Minuten alles aufgeladen hatten. Inzwischen kehrte ich zu derjenigen Stelle am Rande der Scholle zurück, wohin das Glück zuerst meine Schritte gelenkt und wo ich eine Uebergangsstelle gesunden hatte. Gerade als ich diesen Platz wieder erreichte, fühlte ich die Scholle gegen das feste Eis schlagen. Der Uebergang war nur 6 Fuß breit. Meine Kameraden werden inzwischen herangekommen. Wir stürzten über die Brücke und waren gerade hinüber, als die Scholle ihre Reise fortsetzte und zwar diesmal geradeswegs nach Norden der offenen See zu. Die einzige Stelle an der sie mit dem festen Eise in Berührung kam, war die, wohin ich mich begeben hatte, als ich das Zelt verließ; hätte ich meine Schritte nach einer anderen Richtung gelenkt, wäre unsere Rettung unmöglich gewesen. Westfalen und Rheinland. *)(Der vorstehende Artikel ist dem berühmten Neisewerk des Leutnants Shakleton, das unter dem Titel„21 Meilen vom Südpol“ eben im Verlag von Wilh. Süsserott, Berlin W30, erschienen ist, entnommen worden. Das herrlich illustrierte, sein gebundene zweibändige Werk ist sicherlich das schönste Weihnachtsgeschenk. Es kostet nur 20 Mk., ist aber auch in 40 Lieferungen zu 50 Pf. zu beziehen und liegt in allen guten Buchhandlungen zur Ansicht aus. D. Red.) ** Aplerbeck, 5. Dez.(Bei der Viehzählung) wurde folgendes Resultat festgestellt: Gesamtzahl der Gehöfte 900, darunter mit Viehbestand 595, Vieh haltende Haushaltungen 783, mit 178 Pferden, 284 Rindern, 201 Schafen und 1339 Schweinen.„ K4 * Hörde, 6. Dez.(Nahrungsmirrelfalschung.) Ende August wurden bei einem hiesigen Milchhändler Proben entnommen; die Milch stammte vom Kötter Achenbach in Höchsten. Durch die Untersuchung des Kreischemikers Herrn Dr. Kuhn, Dortmund, wurde festgestellt, daß die Milch um 20 Prozent verwässert war. Die einige Tage später untersuchte Milch, die vor Ablieferung an den Milchhändler entnommen war, wies ebenfalls eine Verwässerung um mindestens 30 Prozent auf. Es ist deshalb Anklage erhoben worden. Die Schwiegermutter des A., Wwe. Günther, gab heute vor dem Schöffengericht zu, der Milch in beiden Fällen Wasser zugesetzt zu haben; sie führte zu ihrer Entschuldigung an, die Kuh habe ihr beide Male den Eimer umgeworfen; um dem Milchhändler das nötige Quantum liefern zu können, habe sie den Zusatz gemacht. Der Amtsanwalt beantragte eine Geldstrafe von 100 c; das Gericht ließ in anbetracht der bisherigen Straflosigkeit Milde walten u. verurteilte die Frau Günther zu 30 M Geldstrafe und in die Kosten der Untersuchung usw. * Dortmund, 6. Dez.(Familien=Tragik.) Vor kurzem starb die 18jährige Tochter eines hiesigen Wirtes plötzlich in einem Pensionat, aus dem sie nach 14 Tagen entlassen werden sollte. Die Trauerbotschaft wurde dem 20jährigen Soyn, der in Nordamerika weilt, übermittelt. Der junge Mann fuyr sofort in die Heimat, wo er vergangene Woche eintraf und jetzt chenfals starb.en S4 * Arnsberg, 4. Dez.(Einem geriebenen Schwindler) ist in Hachen der Meister der Papierfabrik Stemel in die Hände gefallen. Kommt da ein elegant gekleideter Herr angeblich zur Inspektion der Fabrikräume, den jetzigen Meister gleichzeitig auffordernd, ihm einen Einblick in die Fabrikräume zu gestatten. Dieser erblickte in dem glaubwürdigen Auftreten des Herrn keinen Grund zur Beanstandung, zumal der„feine Herr“ eine Legitimation von den Inhabern der genannten Fabrik vorzeigte. Nach ein paar Tagen kehrte derselbe Herr in Gemeinschaft mit einem engagierten Meister zurück und eröffnete diesem, daß er unter Hinterlegung einer Kaution von 1000 Mark die Stelle eines Werkführers übernehmen könne. Völlig eingenommen durch das sichere und gewandte Auftreten des Gauners händigte ihm dieser die Summe ein. Kurz darauf brachte er in Erfahrung, daß er das Opfer eines durchtriebenen Schwindlers geworden war. Alle Nachforschungen nach dem sauberen Patron waren ohne Erfolg. * Münster, 6. Dez.(Hundetreue.) Vor 14 Tagen erkrankte hier ein kleines Mädchen aus Einbeck bei Bekannten an der Lungenentzündung, an der es starb. Schon während der ganzen Krankheitsdauer des Kindes hielt am Krankenlager ein Teckel treue Wacht. Am Tage der Beerdigung des Kindes verfolgte der treue Teckel den Leichenzug bis zum Grabe, von wo er nicht fortzubringen war und wo er, am Grabe seines Spielgefährten, jetzt schon seit drei Tagen die Wache hält. * Ahlen, 6. Dez.(Use Schwiene.) Am 1. Dezember, bei der Viehzählung trug sich laut„Glocke“ folgendes wahre Geschichtchen zu. Der Zähler kommt auf einen kleinen Kotten, tritt ins Haus und trifft nur die Hausfrau an. Der Viehbestang wird so gut aufgenommen, wie eben möglich. Ueber das Alter der Kühe ist die Frau unterrichtet, doch das Alter der Schweine weiß sie nicht. Die Frau tritt in die Küche und ruft so laut als möglich:„Pa—a—pe! Hinnick!“ Endlich schallt es vom Boden zurück:„Wa—at?“ Die Frau:„Du, Hinnick, wu olt sind use Schwiene?“ Er weiß nichts von der Viehzählung und noch weniger von dem Zähler in seiner Behausung und sagt ganz trocken:„Use Fränzken is 2¼ Johr olt und Kathrin 6 Monat.“ * Essen, 4. Dez.(Falschmünzer.) Im benachbarten Stoppenberg wurde eine Falschmünzerwerkstatt mit großem Betriebe entdeckt. Eine Frau, ein Bergmann und ein Uhrmacher wurden bereits verhaftet und gestanden die Anfertigung und Verausgabung falscher 5 Markstücke ein. * Köln, 5. Nov.(Familiendrama.) Die Frau des Gewerkschaftssekretärs Paul Schneider aus Elberfeld lebte von ihrem Manne getrennt. Zuletzt war sie in Dortmund beschäftigt. Sie beschwerte sich darüber, daß ihr Mann nichts zu ihrem und dem Unterhalt der Kinder beitrage, dabei suche er, wenn sie wieder Stellung gefunden habe, sie arbeitslos zu machen. Als ihm dies wieder gelungen war, äußerte sie, ihren Mann töten zu wollen. Sie reiste nach Köln, kaufte sich hier einen Revolver den sie scharf laden ließ, und begab sich in die Wohnung ihres Mannes.„Gehe, ich kenne kein Zurück,“ rief der Mann,„ich will von Dir nichts mehr wissen.“ Als er dann fortging, gab sie einen Nevolverschuß auf ihn ab, ohne zu treffen. Die Frau wurde verhaftet und blieb sechs Wochen unter der Beschuldigung des Mordversuchs in Untersuchung. Gestern hatte ssich die Frau vor dem hiesigen Schwurgericht wegen versuchten Totschlags zu verantworten. Die Geschworenen erklärten die Frau für nicht schuldig, das Gericht verurteilte sie nur wegen unerlaubten Waffentragens und unbefugten Schießens zu sechs Wochen Haft und 15 Mk. Geldstrafe. Vier Wochen Haft und die Geldstrafe wurden für verbüßt erklärt. Bunte Chronik. Der Fall Hofrichter. Seit Freitag gehen in Linz Gerüchte um, daß die Behörde neue Spuren in der Zyankaliaffäre gefunden und eine Militärperson verhaftet habe. Da die Gerüchte von den Behörden bisher nicht dementiert wurden, nehmen jene Kreise, die auf die Unschuld Hofrichters schwören, an, daß die Meldungen auf Wahrheit beruhen. Andererseits wird behauptet, daß zu jenen Indizien, die zur Verhaftung Hofrichters führten, neue,„aus der militärischen Untersuchung stammende“, gekommen sind, die aber vorläufig geheim gehalten werden. Die Beweiskette gegen Hofrichter sei angeblich lückenlos geschlossen. Aus Linz wird noch gemeldet: Sowohl Ritzberger, wie dessen Schwägerin und Angestellte vermochten aus der ihnen vorgeführten Mannschaft jenen Soldaten nicht herausfinden, der bei ihnen Zyankali zu kaufen versucht hat. Bei der am Freitag vorgenommenen Haussuchung in Hofrichters Wohnung sollen Flecke von Hektographentinte gefunden worden sein, die auf Benutzung eines Schapirographen schließen lasse. Der Hund Hofrichters wurde im Tierarzneiinstitut untersucht, da er Pulver aber sowohl in Oplaten als ohne Hülle fraß, erscheint Hofrichters Angabe, er habe für die Wurmpulper Oblaten kaufen müssen, weil der Hund das blanke Palver nicht aufnahm, hinfällig. Die Nachforschungen in der Angelegenheit der Zyankalibriefe führen jetzt auch zu der Notwendigkeit, das Grab einer verstorbenen Geliebten Hofrichters zu öffnen. Oberleutnant Hofrichter besuchte, als er vor vier Jahren in Theresienstadt in Garnison stand, häufig seinen Bruder, der in Leitmeritz eine Schirmfabrik betreibt. Hofrichter knüpfte ein Verhältnig mit der jungen Schwägerin seines Bruders an, das er löste, als er zum Generalstab kam. Das Mädchen starb plötzlich und man legte ihr einen versiegelten Brief Hofrichters in den Sarg, der am Todestage in Leitmeritz eintraf. Dieses Briefes wegen soll die Leiche exhumiert werden. Die Verwandten Hofrichters haben einen Wiener Anwalt beauftragt, die Interessen des Angeschuldigten, soweit dies im militärgerichtlichen Verfahren möglich ist, zu vertreten. Lehrjahre. Roman von Emmy v. Borgstede. 281(Nachdruck verboten.) „Ueber das Nähere sprechen wir noch später eingehend. Drei Zimmer behalte ich mir vor, das möchte ich schon jetzt erwähnen, die übrigen Räume des Herrenhauses überlasse ich Dir. Und nun noch eins, Kurti! Du hast alle Brücken hinter Dir abgebrochen, also nun mutig vorwärts in ein neues Leben! Laß um Gottes willen den Mut nicht sinken. Die Ansichten von Glück sind eben sehr verschieden. Du hast die Liebe gewählt rund ein bescheidenes Los, sorge nun auch dafür, daß dies helle Licht für Dich und Reine nicht erlischt. Du bast ein Kind an Dein Herz genommen, kein gereiftes Weib, bedenke das wohl und richte Dein Verhalten darnach ein. Von guter Kameradschaft zwischen Euch wird vorerst noch keine Rede sein können. Du wirst Geduld haben müssen, viel Geduld, Kurti.“ Und dann noch eins, mein Junge. Die Leute in Lindenhof sind Deiner Sorge unterstellt, ich erwarte von Dir, daß Du menschlich fühlend und gerecht gegen sie handelst. Ich mache Dich für ihr Wohl verantwortlich und würde es Dir nicht verzeihen, Kurt, wenn Du den Wahlspruch unseres Geschlechts: „Milde den Schwachen“ u. s. w. zu schanden machen könntest. Ich dachte, Du begegnetest Deinem Vater jetzt besser nicht mehr. Ich werde ihm unsere Pläne mitteilen und dafür sorgen, daß das alte, gute Einvernehmen zwischen Euch wiederbergestellt wird.“ Kurt verließ die Wohnung durch eine Hinterthür, und Wolf begab sich zu dem Bruder, der, noch immer nervös aufgeregt, ihm entgegeneilte. „Du behandelst mich wie ein Kind, Wolf! Wo ist Kurt?“ „Vermutlich auf dem Wege zu Reine. Ich habe ihn beulacht: „Nun— und— ich meine, was habt Ihr besprochen, was gedenkt Kurt zu thun?“ Wolf setzte in bunzen Werten den Sachverhalt anseinander. „Hm, hm, das läßt sich allenfalls hören. Lindenhof liegt einsam, da kann erst über die unliebsame Geschichte dieser verrückten Heirat Gras wachsen. Mein Himmel, wenn ich hätte ahnen können, daß die Tochter dieser schönen Hexe, dieser Mira Andrasson, mir meinen Sohn entreißen würde, ermordet hätte ich das Weib.“ „Stecke Dir mal vor allen Dingen erst eine meiner Cigarren an, Axel, damit Du Dein Gleichgewicht wiederfindest. Und dann frage Dein Rechtsbewußtsein, Dein Gerechtigkeitsgefühl, ob Kurt anders handeln konnte, nachdem Reine ihm vor den Augen aller an die Brust gesunken war.“ „Du hast recht, Wölfchen, aber ich könnte rasend werden.“ „Das wäre das Unklügste, was Du thun könntest. Hilf jetzt lieber Deinem Jungen eine möglichst angenehme Stellung schaffen. Als zürnender Vater gefällst Du mir garnicht.“ „Diese Rolle wäre mir selbst höchst zuwider, aber schließlich verliert bei solchen Vorkommnissen ein Lamm seine Geduld. Du mußt mir meine Lamentationen nicht übelnehmen, lieber Wolf, aber Du bist der einzige, zu dem ich mich darüber aussprechen kann. Amanda gegenüber wäre mir die Sache doppelt peinlich.“ Gräfin Lindberg mutzte sehr lange auf die Rückkehr ihres Gemahls warten, der noch immer bei seinem Bruder verweilte, während Kurt bei seiner Braut und Irenen sich befand. Fräulein Mainau gewahrte sogleich das ernste Aussehen des jungen Mannes, während Reine tausend Fragen an ihn stellte. „Kurti, was ich Dich fragen wollte“, rief sie plötzlich,„wenn Du General und Excellenz sein wirst, werde ich dann Frau Gräfin oder Excellenz angeredet?“ Kurt nahm das blonde Köpfchen in beide Hände. „Liebling. Du wirst Dich mit dem Titel einer Gräfin begnügen müssen. Meine Militärlaufbahn muß ich aufgeben!“ „Kurti“, Reine schrie es fast,„o Gott, nein, wie kannst Du so scherzen! Denkst Du denn garnicht daran, daß Deine kleine Frau sehr angebetet und bewundert sein will, und zwar von all den glänzenden Offizieren Deiner Bekanntschaft!“ Der junge Graf warf einen bilfesuchenden Blick auf Ireue. Baiche Rich ud dauncd unt deihe shate. dan mntgete er leise: „Süße Reine, Du wirst Dich an den Gedanken gewöhnen müssen, an meiner Seite ein einfaches Leben zu führen. Mein Vermögen ist viel zu unbedeutend, um Dir als verheirateter Offizier eine standesgemäße Existenz bereiten zu können. Onkei Wolf giebt mir Lindenhof in Pacht— und—“ Das Mädchen war weit von ihrem Verlobten zurückgewichen, mit großen, entsetzten Augen zu ihm hinüberstarrend. Da erhob sich Irene. Sie erfaßte des Grafen Hand und zog ihn dur Thir.. 44 uus JJ, u. Kam. 1. „Ich bitte, lassen Sie uns jetzt etwas allein, bis Reine sich gefaßt hat“, sagte sie eindringlich,„und vertrauen Sie mir. Willenlos gehorchte Kurt und zog sich ins Nebenzimmer zurück. Er fürchtete sich ordentlich vor Reines Leidenschaftlichkeit und war Irene dankbar, die den ersten Sturm über sich ergehen ließ.“ Reine stand noch immer auf derselben Stelle, auf ihren Zügen lag es wie ein Krampf, ihre Hände waren geballt. „Reine“, Irene Mainau stand dicht vor dem leidenschaftlichen, jungen Geschöpf, ihre schönen Augen tauchten ernst und forschend in die sich beinahe drobend auf sie richtenden dunklen Sterne— „nimm Dich zusammen!“ „Laß mich los!“ Die Hand wurde zurückgeschleudert, Reine zischte es beinahe.„Es ist eigentlich zum Totlachen!“ „Mir ist bitter ernst zu Mut“, kam es klar und deutlich von Fräulein Mainaus Lippen,„es thut mir viel weher, als ich Dir sagen kann, daß Du Deinem Verlobten in dieser ernsten Zeit so schwere Stunden bereitest.“ „Sollte ich etwa dankbar seine Hand küssen, weil er mie den Traum meines Lebens zerschlagen hat!“ „Welchen Traum?“ in den braunen Augen slammte es gu. „den Traum, sein geliebtes und liebendes Weib zu sein, darfs Du nicht als zerschlagen betrachten! Das andere freilich, auf das Du. trot Deines Leugnens von neulich. Dein Lebensglück gebaut hattest, war ein thönernes Bild und zerschelte.“ „Webe ihm, der as zerschlug!“(Fortsetzung folgto Seite 6. Schwerter Jeitung.(Amtliches Kreisblath. Dienstag, den 7. Dezember 1909. Nr. 286. Die beste und billigste ist das Hamb. Engros-Lager Schwerte, Ostenstrasse 20. 6413 Fernsprecher 233.= Zuerst kommt Palmona, denn sie ist reine Pflanzen-Butter-Margarine, erletzt die unerschwinglich teure Kubbutter vollkommen und übertrifft alle anderen Fette an Reinheit und Wohlgelchmack. H. Schlinck& Cie. Alleinige Produzenten von- Palmin- und *-PalmonaWesten-A Es liegt in jedermanns Interesse, vor dem Einkauf unsere Läger und Preise## Vesten07— anzuschen= 70—72 MHeinlage&am Se!, Vestenhellweg 70—1. empfehlen in grossartigster Auswahl solld und gediegen angefertigt, in nur haltbaren erprobten Qualitäten und tadelloser Ausstattung zu aussergewöhnlich billigen festen Preisen. 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Gib ihm morgen etwas.“ „Aber heute ist ein so schöner Tag, und es scheint mir unfreundlich, ihn zu vernachlässigen, während ich so glücklich bin. Schau, er hat mich gesehen— er blickt ganz nachdenklich herüber! Bleibe hier, ich bin in einem Augenblick zurück.“ „Warte— warte, bis dieser Pferdebahnwagen vorüber ist!“ rief er aus, aber sie war schon von seiner Seite weggeellt. (Fortsetzung folgt.) Humor. Zwiebel weichgedünsteten Mohrrübenwürfeln vermengt. Dies wird mit einem Stückchen Butter belegt, mit etwas Mehl überstäubt, mit Salz, Pseffer und Muskat gewürzt, mit etwas Wasser oder Rübenbrühe übergossen und noch eine halbe Stunde ziehen gelassen. Zuletzt fügt man feingewiegte Petersilie hinzu. * Kartoffelragout. Zwei bis drei Löffel Mehl werden in Palmin recht braungedünstet. Dann fügt man nach und nach so viel Wasser hinzu, daß es eine dickliche Sauce wird. In dieser kocht man eine in Würfel geschnittene Zwiebel und zwei geschälte und ebenfalls in Würfel geschnittene saure Gurken(Salzgurken) mit, bis die Zwiebel weich ist und würzt mit Salz und wenig Pfeffer. Jetzt gibt man etwa 2—3 Pfund in der Schale gekochte und in Scheiben geschnittene Kartoffeln hinein, schüttelt gut durch und läßt noch eine Zeitlang ziehen. Gut herausgeredet. Käufer:„Hören Sie mal, in dem Anzug, den ich gestern bei Ihnen kaufte, sind verschiedene Mottenlöcher!“ 6— Kleiderhändler:„Um so besser, mein Herr, um so besser! Sie wissen doch, die Motten gehen niemals in Baumwolle; wenn also Ihre Bekannten die Löcher sehen, wissen sie sofort, daß Sie nur erstkllassige, reinwollene Stoffe tragen!" Es kommt darauf an. Sie Majolika, gnädige Frau?“ Frau von Neureich:„Majolika? Hm ganz darauf an, wie es zubereitet ist.“ Frau von Altenburg:„Lieben 0— es kommt Von Laura Uincent. Vegetarische Küche. Rhabarberpastete(englisch). Aus einem halben Pfund Mehl, 60 Gramm feingewiegtem Rindertalg(oder noch besser Mark), einem Ei und einem Eigelb, einer Messerspitze Salz und einer Eierschale voll Wasser macht man einen einsachen Teig, den man messerrückendick ausrollt. Eine längliche Schüssel wird mit Butter bestrichen und mit der Hälfte des Teiges ausgelegt. Unterdessen hat man 1½ Pfund in kleine Stücke geschnittenen Rhabarber mit ¾ Pfund Zucker, Zitronenschale, Zimt und einem Stückchen Ingwerwurzel weichgekocht. Dies wird nach einigem Abkühlen in die Schüssel gefüllt, wobei man vermeiden muß, zuviel Saft hineinzugeben. Aus der anderen Hälfte des Teiges wird ein passender Deckel ausgeschnitten, über die Schüssel gedeckt und mit dem darin befindlichen Teig an den Rändern fest zusammengedrückt. Aus den Resten des Teiges formt man Streifen, Ringe, Blätter usw., um die Oberfläche der Pastete zu verzieren. Das Ganze wird dann mit dem übrigen Eiweiß angestrichen und im heißen Ofen gebacken. Auf dieselbe Weise lassen sich diese englischen Pasteten (vies) aus allen möglichen Obstarten herstellen. Zu dem Teig kann für die vegetarische Küche statt des Rindertalgs Palmin genommen werden. * Bohnen und Mohrrüben. Ein Pfunö weiße Bohnen werden weichgekocht und mit zwei Pfund mit einer Tomatenkartoffeln(italienisch). Aus etwa drei Pfund Kartoffeln bereitet man ein steifes Kartoffelmus (=brei), rührt 5—6 Eigelb, sowie 90 Gramm Butter nach und nach darunter und mischt es mit dem festen Schnee von drei Eiern. Aus drei Pfund Tomaten hat man mit Butter und zwei Zwiebeln sowie etwas Mehl ein dick gehaltenes Püree hergestellt. Nun bestreicht man eine runde flache Schüssel mit Butter, legt darauf eine gut zwei Finger hohe Schicht Kartoffeln, darauf eine kleinfingerhohe Schicht Tomaten. Dies wiederholt man, bis alles aufgebraucht ist, doch so, daß jede folgende Schicht kleiner wird, so daß das Ganze eine kegelartige Form erhält. Auf die oberste Kartoffelschicht legt man ein Stückchen Butter, bestreut den Kegel mit Parmesankäse und geriebener Semmel und überzieht ihn mit den übrigen zwei Eiweiß, die zu festem Schnee geschlagen wurden. Die Speise wird dann im Ofen zu goldbrauner Farbe gebacken. Kartoffeln mit Rührei. Abgezogene Pellkartoffeln oder übriggebliebene Salzkartoffeln werden in Scheiben oder Würfel geschnitten und mit einer kleingeschnittenen Zwiebel in der Pfanne gebraten. Kurz vor dem Anrichten gibt man verquirlte Eier darüber, würzt mit Salz und Schnittlauch und sticht die Speise mit einer Schaufel so lange um, bis die Eier ziemlich fest geworden sind. Englischer Obstpudding. Eine runde Form oder ein Porzellantopf wird mit einfachem Mürbeteig ausgefüttert. Vorher hat man das Obst halb weichgekocht, mit etwas Zitronenschale, Zimt und einem Eßlöffel Rum gewürzt. Bei sehr saftigen Früchten nimmt man den allzu vielen Saft davon. Nun füllt man das Obst in die Puddingform, bedeckt sie mit einer Scheibe aus dem übrigen Teig, in die man mit einer Tranchiergabel einige Löcher sticht, und kocht den Pudding im Wasserbad 1½ Stunde. Mit Vorliebe verwendet man hierzu Aepfel, doch kann jede Sorte Obst, wie Aprikosen, Zwetschen, Reineclauden und anderes dazu genommen werden.— Englische Obstpastete wird ebenso zubereitet, nur nimmt man zum Pudding eine hohe, zur Pastete eine längliche Form, am besten aus sogenanntem feuerfesten Geschirr, und die Pastete wird im Ofen gebacken. Amtliches Kreisblatt für den Kreis börde 41. Jahrgang. O Grites und ättelles Cagesorgan des Kreiles. O haupt-Annoncenblatt. S 1erio. Roman von C. Dressel. (10. Fortsetzung.) (Dachdrutk verboten.) uf solche Kränkung sollte ich noch ferner gute Worte geben? Fällt mir nicht ein. Ich kann's einfach nicht, ebensowenig wie ich meine Kunst lassen kann.“ „Was fängst du denn nun an?“ „Nun, der lange Sommer steht vor der Tür, da gehe ich natürlich wieder ans Meer. Die Küsten der Normandie, der Bretagne, die nahen Inseln— Himmel, was ist's da malerisch! Endlose Studien kann man machen. Darüber vergesse ich wohl, daß mir die Heimat verschlossen ist.“ „Vorübergehend, Sven, du meinst es ja selber. Ich bitte dich, der einzige Sohn,— und ihr Deutschen mit eurer Sentimentalität dazu. Das wird sich schon zurechtziehen, du darfst nur nicht zu querköpfig sein.“ „Davon schweige. Das steht auf einem andern Blatt, denn Vater ist mir durchaus unbegreiflich in seiner jetzigen Härte. Ach, wenn ich an meine Kindheit denke. Da gab's nur Liebe und Verwöhnung, selten einen versagten Wunsch. Und so viel Treue soll plötzlich wie ausgelöscht sein, bloß weil ich keine Neigung und Befähigung habe, Vaters Gewerbe fortzusetzen? Deshalb bin ich nicht ein Unwürdiger geworden, dem man das Elternhaus mit Berechtigung verschließen dürfte.“ Mit einer wilden gereizten Gebärde fuhr er durch den dichten blonden Schopf. „Na, sie können nun auch mal warten. Nicht eher kriegen sie mich zu sehen, als bis ich als berühmter Mann stolz anklopfen kann. Ha, sie sollen mir diese Härte, diese Nichtachtung noch abbitten.“ „Ich will dir Erfolg wünschen, Sven. Ist er aber gewiß? Wie viele haben den nicht in diesem selben Zimmer erwartet! Alle wollten sie die Welt aus den Angeln heben. Keiner hat's gekonnt, oder hat sich sonst hervorgetan. Sie haben sich alle in der Menge verloren, und viele gingen unter im reißenden Strom der Konkurrenz, der alles Feuer dieser lodernden Seelen löschte. Ach, wie oft habe ich das später gehört.“ „Und ich fühle mich gar nicht mal als solch himmelstürmender Uebermensch,“ scherzte er matt. „Werde vielleicht erst recht nichts erreichen. Kommt es so, gebe ich noch weniger klein bei. Dann gehe ich überhaupt nicht wieder zurück. Dann werde ich Seemann oder Seeräuber. Gleichviel was, sofern ich nur auf und am Wasser bleiben kann. Denn meine rechte Heimat ist wohl nur das Meer. Jedenfalls ist's meine stärkste Leidenschaft.“ Danke, das war nichts für sie. Ihr Lebenselement hieß Pariser Luft. So wäre wirklich nichts Reelles mit Studentenliebe anzufangen? Auch dieser blonde Hüne veragte? Er zählte ein paar Jahre weniger als sie, nun ja, aber es hätte ihr nichts ausgemacht, das kommt in vielen Ehen vor. Sie hatte ihn mit seiner stattlichen Krafterscheinung für einen ganzen Mann gehalten, und nun war er doch nur ein grüner Junge, viel Schwärmerei im Kopf und wenige Frank in der Tasche, wie die andern auch. Alles in allem ein unpraktischer Mensch, der seinen Vorteil total übersah. Um das herauszufinden, hätte sie sich wahrlich nicht so mühsam zurechtmachen brauchen. Immerhin, sie war nun mal hier, und schließlich reizte es sie noch immer, ihn anderen Sinnes zu machen. Steckte er die Nase noch so hoch in die Luft, der stolze Schwärmer, auf der soliden Basis seines wohlhabenden Elternhauses fußte er trotzdem. Unsinniger Gedanke, sich völlig loszulösen. Sie würde schon dafür sorgen, daß nicht alle Stränge rissen. Und sie lachte plötzlich hellauf. Ganz unbändig lachte sie, so wie man eine kindische Torheit belacht. „Kleiner, das kann nicht dein Ernst sein.“ „Vollkommen.“ „Ja, denkst du denn, ich würde auf so rauhen Wegen in plumpen Holzschuhen neben dir hertrappsen?“ Aus schrägen Augen sah sie ihn lauernd an. „Nee, m'amie, das hab' ich nie erwartet, diese netten Füßchen bleiben hübsch auf Pariser Pflaster. Hast ja auch keinen Augenblick daran gedacht, mir irgendwohin folgen zu wollen,— wie kommst du jetzt darauf?“ „Scherz natürlich,“ lachte sie wieder.„Weshalb soll ich nicht auch ein bissel ulken?“ Trotzdem, es war kein echter lustiger Klang darin. Auf Sieg war nicht mehr zu rechnen, das sah sie. Nun galt's den ehrenvollen Rückzug. „Also glückliche Reise, pauvre garcon. Und denk' auch mal an die fröhliche mouche. Wir sind doch oft recht vergnügt gewesen. Das wirst du nicht gleich vergessen, wenn du am kahlen Strand sitzest und dir bloß der Sturm um die Ohren pfeift.“ „Hast recht,“ nickte er.„An gute Stunden denkt man gern zurück. Warst ein munterer Kamerad, ich habe hier gern gehaust. Nun sagen wir uns Adieu, und kein Leid oder Vorwurf ist dabei, und es ist gut so. Das Leben ist wie das Meer, ein beständiges Kommen und Gehen der Wogen.“ Grün umrankte, vornehmlich der üppig wuchernde, wilde Wein. Der glühte jetzt unter der Oktobersonne in buntem Feuer und fügte mitsamt den roten Geranien, dieser ausdauerndsten und dekorativsten Balkonpflanze, einen lustigen und geschmackvollen Ton in das Grau der Mauern...6„ 6 Derartige Hinterhäuser gao es in Hannover nicht, Lisa wenigstens hatte nie eins gesehen; drum fiel ihr zunächst das Gartenhaus befremdlich auf, immer häufiger aber schaute sie hinüber mit ihren aufmerkenden Augen und gewann Interesse an dem Treiben dieser Hinterhausbewohner.. 1. Min: 9at. 8.. Das waren sogenannte kleine Leute, die meist einen handwerksmäßigen Beruf im Hause übten oder ihm auswärts nachgingen. Doch auch andere Gewerbetreibende, Kontoristen und Schreiber hatten in dem Haus ihr Domizil aufgeschlagen, das richtige Bienenhaus, in dem die fleißigen Erwerbler beständig ausund einschwirrten. An warmen Tagen spielte sich das arbeitsame Getriebe vielfach auf den Balkons ab. Da saßen Frauen und Mädchen über den Stickrahmen gebückt, an der Näh= oder Schreibmaschine, auch Männer darunter mit irgendwelchem Handgewerbe, das keinen großen Werkraum bedurfte. Die Räder surrten, die Typen klapperten, überall rührten sich fleißige Hände, und die Lippen standen nicht still dabei. Wie oft drang ein gedämpftes Plaudern und Lachen, ein halblautes Singen oder Summen zu Lisa hinüber. Nie aber hörte sie einen rohen Zank, einen keifenden Streit. In dem netten, sauberen Haus, das so patent aussah, als sei es eben einer Spielzeugschachtel entnommen, schien es nur ordentliche und gesittete Mieter 3u geven.....(a, ein zumsten Sleiß Und Lisa, die selver den ernsten Fleiß auf ihren Lebensplan gestellt, hatte wirkliche Freude an den Regungen und Segnungen der Arbeit dort drüben. Ja, da war sie nun in der Kaiserstadt Berlin. Vater/ hatte endlich nachgegeben. Nicht allzu willig, ebensowenig aber notgedrungenen Zwanges. Er gab es einfach auf, gegen den Strom zu schwimmen. Die alte Rüstigkeit hatte er nicht verloren, schien aber im ganzen stiller, lässiger geworden zu sein, ließ eher die Dinge gehen, wie sie wollten. Lisa kannte die Ursache seiner müden Gleichgültigkeit. Vater vermochte Svens Abfall nicht zu verwinden, der zum vollständigen Bruch ausgeartet schien. Lisa selber war fassungslos. Svens Fernbleiben, sein absolutes Schweigen auf ihre ängstlich besorgten Briefe, sie begriff das nicht, stand vor einem schweren Räsel. Gefühlsroheit sah Sven nicht ähnlich. Er, der kein Tier leiden sehen konnte, ohne ihm Erleichterung zu verschaffen, sollte gegen Elternschmerz und Sehnsucht empfindungslos sein? Andererseits mußten die Briefe in seinen Besitz gelangt sein, da nicht einer zurückkam als unbestellbar. Sie gab es auf, gegen seinen Starrsinn mit milden, liebevollen Worten zu kämpfen, und ließ das Schreiben sein, auf das nie eine Antwort kam. Aber die innere Unruhe blieb. Der Gedanke, nur ein Unglück könne diesem permanenten Schweigen zugrunde liegen, ließ sich kaum mehr zurückweisen. Als sie ihn einmal gegen Vater aussprach, hatte er nur ein grimmes Lachen. Gar nicht dran zu denken. Verschwinden tut heutzutage kein Mensch ohne weiteres in einem zivilisierten Lande. Wäre der Junge verunglückt oder gar jählings gestorben, man hätte es dorthin gemeldet, wo er heimatberechtigt war. Gott bewahre, der hielt seinen Dickkopf steif, nach wie vor, war vermutlich kreuzfidel im tollen Paris, und falls er da nicht ganz und gar verlotterte, würde er schon eines Tages wiederkommen, wenn eben die Herrlichkeit— alle war. Auch die wildesten Ausreißer treibt der Hunger zur Krippe zurück. (Fortsetzung folgt.) „Ach, dein greuliches Salzwasser. Aber er paßt schon, der Vergleich. Es schwemmt auch bereits eine neue Welle heran, ich meine den andern Mieter, der morgen einzieht.“.... g-dnung 186, „So ist ja alles in schönster Oronung. und komme ich mal durch Paris, besuche ich dich natürlich. Nur werde ich vermutlich ein Stückchen weiter gehen müssen, bis zum nächsten Eckladen. Du bist dann längst Madame Louis, des Zigarrenhändlers junge Frau, wie?“ „Vielleicht,“ lachte sie.„Oder nein, vielmehr gewiß. Wir sind so gut wie verlobt.“ „Was du sagst. Nun, alles Glück der Welt, mouche.“ „Danke, mon camarade.“ Sie reichten sich die Hände. Und dann wippte sie mit ihrem tänzelnden Gange hochgetragenen Hauptes dmaus. Jn B 4: em Shri. Sie hatte ihren ehrenvoulen Ruckzug. Im übrigen, was nicht ist, kann werden. Es lag nur an ihr, die Notlüge zur soliden Wahrheit zu stempeln. Die Dreißig standen vor der Tür, ja, sie würde Monsieur Louis zum Antrag bringen. Der war kein Dickkopf wie der Deutsche. Einige Tage nach Svens Abreise kam ein Brief für ihn aus Deutschland. Wäre Blanche des Deutschen mächtig gewesen, sie hätte ihn ohne Skrupel gelesen, denn die Aufschrift zeigte eine Damenhand. Vermutlich hatte Svens Pflegeschwester geschrieben, von der er öfter gesprochen und viel Aufheben gemacht, und Blanche hätte auch jetzt noch gern gewußt, wie ihres einstigen Kameraden Chancen denn nun eigentlich daheim stünden. Indes, sie stand vor dem Brief wie der Fuchs vor der Flasche und warf ihn schließlich achtlos in irgendwelches Schubfach. Von Nachsendungen hatte Sven nichts gesagt. Mit den Kunsthändlern und Bekannten mochte er ja ein Arrangement getroffen haben, sie selber kannte seinen Aufenthalt nicht. Er stromerte nun den lieben Sommer lang durch die Küstenlande, war heute hier, morgen da. Vielleicht wehten ihn die Herbststürme wieder her. Das hatten sie voriges Jahr auch getan. Zum mindesten würde er doch einer Zeit wegen seiner Kiste kommen oder nachfragen, dann konnte er seinen Brief haben. Ah bah, deswegen machte sie wirklich keine besonderen Umstände oder lief von Herodes zu Pilatus, um des verflossenen Freundes Adresse auszukundschaften. Sie hatte Besseres zu tun. Die Lebenden haben recht. Und dies Frohrecht der Gegenwart nötigte ihr angenehmere Pflichten auf. So blieb der Brief einfach liegen. Dann eines Tages war er verschwunden. Verlegt — verbrannt? Blanche hätte es nicht sagen können. Es kam ihr auch nicht darauf an. So hat Lisas frohe Botschaft, Vater wäre nun seinerseits zu einem Kompromiß geneigt, Sven möge sofort heimkommen, ihn nie erreicht. * Lisa stand am Fenster ihres hofwärts gelegenen Pensionszimmers. Sie wohnte zwar in einer erstklassigen, ihren Pflegeeltern besonders empfohlenen Familienpension an der schönen Kleiststraße, hatte indes bei der starken Besetzung des Hauses mit einem Hinterzimmer vorliebnehmen müssen. Das machte ihr nichts aus. Das Zimmer war geräumig und nett möbliert, die zwei breiten Fenster ließen genügend Licht und Luft ein, denn die quadratförmigen Höfe der neueren Stadtteile sind groß, dazu sehr sauber gehalten und nicht selten mit Baum= und Blumenschmuck bestellt, so daß sie einen gar freundlichen Eindruck machen. Und das war hier der Fall. Den Hintergrund dieser im Herbstflor prangenden Blumenoase bildete ein sogenanntes Gartenhaus, das allerdings gleich dem Vorderhaus eine hochstöckige Mietskaserne war, aber wie dieses bis obenhinan von kleinen, zierlichen Balkons aufgeputzt wurde, die die tödliche Einförmigkeit freundlich belebten, zumal sie allerlei * #* m B0E —*— 8 I Alle Knechte können gleiche Gaben. Alle Steine gleiches Licht nicht haben; Eines fragt der Meister: ob man treu Ueber dem vertrauten Pfunde sei. Gerok. geheimnisvolle Hausgenosse. Nacherzählt von Klara Rheinau. (Fortsetzung.)(Nachdruck verboten.) II. Mehrere Wochen waren vergangen. Zum ersten Male war Herr Simon so weit von seinen regelmäßigen Gewohnheiten abgewichen, daß er erst des Nachmittags sein Heim verließ. Frau Everards Dienstmädchen stürmte sehr unehrerbietig in das Besuchszimmer, in welchem ihre Herrin allein sich befand, um dies wichtige Ereignis anzukündigen.„Und er war wie ein Prinz gekleidet, gnädige Frau! Ein funkelnagelneuer Ueberrock und ein Hut so spiegelblank, daß man sich darin sehen konnte. Ich soll seine besten Empfehlungen ausrichten und sagen, er würde sich die Ehre geben, um vier Uhr seine Aufwartung zu machen, da er hoffe, dann auch Fräulein Renée zu Hause zu treffen.“ „Hm, ich glaube, ich weiß, was das bedeutet,“ dachte die Witwe, während sie ihre Brille abnahm und die Zeitung beiseite legte, in welcher sie gelesen;„er kommt, um in aller Form seinen Antrag zu machen. Es war die ganze Zeit schon deutlich zu bemerken, daß er diese Absicht hatte, nur Renée wollte nichts davon sehen und fährt fort, ihn zu behandeln, als wenn er ihr Großvater wäre, ohne zu bedenken, daß ihre freundliche Vertraulichkeit ihn in seinen Hoffnungen bestärken mußte. Und um die Sache noch schwieriger zu machen, kommt nun gerade heute abend jener lästige junge Mann, der, wie ich hoffe, sie vergessen würde! Was soll ich nur zu Herrn Simon sagen? Aun,“ schloß sie achselzuckend,„ich habe mein Bestes für ihn getan, mag die Sache nun ihren Lauf haben.“ Während Frau Everard diese Betrachtungen anstellte, wandelte ihr Hausgenosse im Glanze seiner neuen Kleidung und in glücklichster Stimmung über den Fluß, den Boulevard entlang, bis zum Palais Royal, wo er einen Blumenladen betrat und zu einem hohen Preise ein herrliches Blumenbukett erstand. Nach einem Gang durch die glänzend erleuchteten Hallen des Palais wandte er sich heimwärts und traf kurz vor vier Uhr in seiner Wohnung ein. „Die Damen sind im Besuchszimmer,“ sagte Martha, ihn mit einem seltsamen Blick betrachtend; „es ist Besuch bei ihnen, ein Freund von Fräulein Renée, der gerade ankam.“ „Schön, schön," antwortete er zerstreut, kaum hörend, was sie sagte. Seine Wangen glühten und sein Herz pochte heftig, als er sich der Tür des Wohnzimmers näherte. Sie war halb geöffnet und als er stehenblieb, um verstohlen Kragen und Krawatte hörte er drinnen fröhliches Lachen— Renées melodische Stimme, vermischt mit den tieferen Tönen eines Mannes. Ueberrascht öffnete er vorsichtig die Tür ein wenig weiter und lugte hinein. Drinnen auf dem Sofa saß Frau Everard, neben dem Kamin stand ein schöner, stattlicher junger Herr von drei= oder vierundzwanzig Jahren; sein rechter Arm umschlang Renée, die sich zärtlich an ihn schmiegte und mit leuchtenden Augen zu ihm aufschaute. Dieser Anblick war nicht mißzuverstehen, und der stille Beobachter schrak zusammen, als ob er einen Schlag erhalten. Er trat hastig zurück, ehe jemand feine Anwesenheit bemerkt hatte. Martha, die ihn weggehen hörte, kam aus der Küche und blickte ihn überrascht an. „Empfehlen Sie mich den Damen und sagen Sie, ich wollte heute abend nicht stören, da sie Besuch hätten.“ Mit diesen Worten entfernte er sich und betrat sein eigenes Zimmer, dessen Türe er hinter sich abschloß. Eine Sekunde blickte er sich um, als ob er aus einem Traume erwache, dann, als er der Rosen in seiner Hand gewahr wurde, schleuderte er sie mit einem leidenschaftlichen Ausruf in die Ecke. Hierauf setzte er sich am Tisch nieder, ließ den Kopf auf seine verschränkten Arme sinken und weinte und schluchzte wie ein Kind. Seine Erregung hatte sich ein wenig gelegt, aber er befand sich noch immer in derselben niedergedrückten Stellung, als ein leises Klopfen an der äußeren Tür ertönte. Er ließ dasselbe zweimal wiederholen, ehe er sich mit einer ungeduldigen Bewegung erhob, um zu öffnen. Zu seiner größten Ueberraschung sah er sich Renée gegenüber. „Ich komme, um Sie zu schelten, herr Simon,“ begann sie mit ihrem süßen Lächeln.„Martha sagte uns, daß Sie nicht eintreten wollten, weil wir Besuch hätten. Wie konnten Sie nur denken, daß Sie uns stören würden? Herr Vertram wünscht, Ihnen vorgestellt zu werden. Ich muß Ihnen sagen,“ fügte sie schüchtern bei,„daß wir— daß wir verlobt sind, obschon unsere Verlobung noch nicht die Zustimmung seiner Familie hat und—“ Sie hielt plötzlich inne, zum erstenmal seine verstörten Züge und seine ungewöhnliche Blässe bemerkend. „Sie sind doch nicht unwohl, Herr Simon?“ Er schüttelte den Kopf und lächelte gezwungen. „Nein, nicht unwohl, nur ein wenig niedergeschlagen und deshalb kein guter Gesellschafter heute abend. Ich möchte darum bitten, mich zu entschuldigen.“ „Es tut mir sehr leid,“ sagte sie sanft, ihm die Hand reichend. Er nahm sie in seine beiden eigenen und blickte sie mit einem so liebevoll ernsten Ausdruck an, wie sie ihn nie zuvor bei ihm gesehen. „Wir haben alle unseren Kummer— auch Sie haben den Ihrigen, nicht wahr, mein Kind? Aber Sie sind jung und Sie wissen: trüber Morgen, goldner Sag“ „Mein goldner Tag scheint noch in weiter Ferne,“ antwortete sie mit einem leichten Seufzer. „Haben Sie Geduld, Kind, er wird kommen— früher vielleicht, als Sie erwarten. Ich danke Ihnen für Ihre Teilnahme, meine liebe Freundin, und wunsche Ihnen einen vergnügten Abend.“ „Also bis morgen,“ rief sie. Er blickte ihr nach und blieb dann, in tiefen Gedanken versunken, eine Weile stehen. Als er sein einsames Zimmer betrat, zeigte sein Gesicht wieder den gewohnten, heiteren Ausdruck und einen Zug der Entschlossenheit, der ihm eine neue Würde verlieh. „Ja,“ murmelte er,„ich will es tun, sie soll glücklich werden. Und was mich betrifft— nun, ich werde nicht schlimmer daran sein, wie früher.“ *** Der folgende Tag brachte strahlenden Sonnenschein und einen wolkenlosen Himmel. Ganz Paris schien auf den Beinen zu sein. Die Straßen waren mit Spaziergängern überfüllt, und auch Renée und ihr Verlobter hatten den sonnigen Nachmittag zu einem Gange durch die Straßen benutzt. Von dem lebhaften Treiben und der allgemeinen Fröhlichkeit angesteckt, drängten sie für eine Zeitlang alle Sorgen für die Zukunft beiseite und überließen sich einzig dem Glück der Gegenwart. Morgen werden sie wieder getrennt sein— und wer konnte sagen, auf wie lange? Aber der heutige Tag gehörte ihnen und sie wollten ihn ohne Rückhalt genießen. 46iu5u2. wachtan si, 6h. Als die Dämmerung hereinorach, machren sie sich auf den Heimweg. Als sie halbwegs der Neuen Brücke gekommen waren, blieb Renée stehen und rief bedauernd: Seite 3. Schwerter Zeitung. liche in die Schachttiefe ging, und das zum Seilausgleich dienende Unterseil zerriß und in den Schacht stürzte. Auf dem südlichen Fördergestell befanden sich ein Grubensteiger und drei Vergarbeiter; dieselben haben leichte Kopfhautverletzungen davongetragen. Von den auf dem nördlichen Fördergestell besind. lichen vier Vergleuten werden, soweit es sich übersehen läßt, drei getötet sein, der vierte ist schwerverletzt geborgen. Die Bergungsarbeiten werden nach Kräften gesördert. Die nähe. ren Untersuchungen über den Unfall sind im Gange. 18 Personen von tollen Hunden gebissen. Trier, 7. Dez. Els Personen in der Umgegend von Schweich sind von einem tollwütigen Hunde gebissen worden. Infolge dessen ist über sechs Bürgermeistereien des Landkreises Trier die Hundesperre verhängt worden. Nach einer amtlichen Meldung haben sich bis jetzt nicht weniger als 18 Personen als von dem tollwütigen Hunde gebissen bei den Behörden gemeldet. Elf sind bereits am Sonnabend zum Zweck der amtlichen Untersuchung nach Berlin abgereist, um die Hilfe des Pasteurschen Institutes in Anspruch zu nehmen. Die sieben anderen werden wahrscheinlich heute folgen. Des tollwütigen Hundes ist man immer noch nicht habhaft geworden. Aus 25 Meter Höhe abgestürzt. Nizza, 7. Dez. Als der Aviatiker Fernandez gestern bei Flugvorführungen mit seinem Aeroplan eine Höhe von 25 Metern erreicht hatte, explodierte der Motor und Fernandez stürzte zur Erde, wo er tot liegen blieb. Der tötliche Unfall ereignete sich in der Nähe von Ambillo. Die Tragödie im Krankenhaus. Oppeln, 7. Dez. Vorgestern hat in Oppeln im AdalbertHospital ein Kranker eine Schwester erwürgt. Eine Millionen= Fälschung. Paris, 7. Dez. Das Finanzministerium in Paris hat festgestellt, daß in letzter Zeit französische Renten=Titres in Höhe von 3 bis 4 Millionen Francs gefälscht worden sind. Die mutmaßlichen Täter, zwei Männer und eine Frau, sind verhaftet. (Amtliches Kreisblaty). Dienstag, den 7. Dezember 1909. Der Nr. 286. Gottesdienst der katholischen Pfarrkirche. Vormittags: 6½ Uhr: Stille heil. Messe. Pfr. Schnurbus. 7¾ Uhr: Frühmesse mit Predigt.(Gem. heil. Kommunion der Jungfrauen=Kongregation.) 9 Uhr: Schulmesse m. Predigt. Kapl. Rieke. 10¼ Uhr: Hochamt mit Predigt u. Segen. Nachmittags: 2½ Uhr: Andacht. 5 Uhr: Jungfrauen=Kongregation. 6415 für unsere Buchdruckerei per sofort gesucht. Buchdruckerei Carl Braus, (Inh.: P. Schiemann.) Gerstenmehl garantiert rein 6422 eigene Mahlung empfiehlt billigst L. Weinberg. Halte mich zum 6409 Schlachten von Privatschweinen sowie zum de Wurstmachen bestens empfohlen. 6409 Andreas Bischoff, Molkkestraße 44. Grüne Heriüge Zwangs= Versteigerung. Am 8. ds. Mts., vormittags 10 Uhr, werde ich beim Wirt Rath folgende Gegenstände öffentlich gegen bar versteigern 1 Kommode. Grothaus, 6426 Gerichtsvollzieher. 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Kälber: (für 100 Pfund Lebendgewicht.) a) feinste Mast=(Voll=Mast) und beste Saugkälber b) mittlere Mast= und gute Saugkälber.... c) geringe Saugkälber und ältere gering genährte (Fresser) Schafe: a) Mastlämmer und jüngere Masthammel... b) ältere Masthammel...... c) mäßig genährte Hammel und Schafe(Merzschafe) Schweine: a) vollfleischige der feineren Rassen und deren Kreuzungen im Alter bis zu 1½ Jahren.... b) fleischige c) gering entwickelte, sowie Sauen und Eber... Tendenz: zieal ich gut. 71—75 64—70 54—63 65—68 60—64 56—59 50—55 72—74 67—71 60—66 50—59 53—55 48—52 40—47 65—70 60—64 55—59 72 69—71 60—68 * Auf 5 * * ia Rindleder-Arbeitsschu. jetzt nur 4.45„ Schaftstiefel gewähre 20% Rab. Werr bis 10.— nur Ein grosser Posten Lodenjoppen ganz gefüttert, Grösse 3-6, sonstiger 495 Preis bis 4.50... jetzt nur# Ein grosser Posten Lodenjoppen ganz gefüttert, Grösse 7—10, sonst 295 Preis bis 6.— Mk., jetzt nur 4p; Ein grosser Posten Paletots. 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Und die Magazinaufseher, ehemalige Militäranwärter, bekommen noch dazu ein so geringes Gehalt, daß es ein Wunder wäre, wenn nicht ab und zu einmal einer einer Versuchung ausgesetzt wäre. Eine.,. ge ordnete kaufmännische Buchführung ferner fehlt auf ben Dabei sind im Vorjahre 480 Zentner Papier auf der Kieler Werft verschrieben worden. Buchmäßig freilich unseren Werften alles, aber an einer materiellen Kontrolle fehlt es, diese ist ganz ungenügend, so daß es sehr leicht möglich ist, einmal ein paar Zentner Material verschwinden zu lassen. Der Magazindirektor ist ein Mann von 74 Jahren, also von mehr als biblischem Alter. Bei keiner anderen Vexwaltung hält man die Verwaltungsbeamten so lange! Was soll nun geschehen? Im Frühjahr ist ja im Marineamt eine Kommission eingesetzt worden, der aber fast nur Verwaltungsbeamte angehören. Und was in einer Kommission herauskommt, der zum größten Teil Verwaltungsbeamte angehören, kann man sich ungefähr vorstellen! Worauf es ankommt, ist: den einzelnen Beamten eine größere Verantwortlichkeit aufzuladen. Aus den Vorschlägen der Kommission ist besonders hervorzuheben: man will einen neuen Assessor haben. Das scheint mir die Krone dieser Vorschläge zu sein. uggg, sese ansehien Ver 1ch bese, Seserdu Ce Aasce erche eihsche i. seschce Arsicht, das Gelb unserer Steuerzahler bürse nicht verpulbert Abg, Leg in(Soz) beleuchtet zunächst namentlich die in gefallene Aeußerung eines Intendanturheganten, o6 die Vorizähigenr hrauchare Fiztine hätten. Da bei Geeimem Antrag seiner Freunde auf Einsetzung einer parlamenburse Baihse um Voder, uangeshsager aöchislion der Vernatzung, auch der technischen Zeamten, wertvolles Material wieder ei dum eiseun oswpo,, z. Mort, von der Rebnertribüne aud, Lehreiter Firpitz: M. 9, die beiden Intervo Haker ihrem Inhalte, obwohl die zweite Pestottonen one„rsähtiger zehalten ist. Die Unterschleise, e Peood r 4 sht gan, aus, weil das Schwurgericht die angeklagten Beamten freigesprochen hat.(Gelächter links). Die bpohn zuis einich dem des Altmatcrlalct, ahzehzt, untgikt pus das ist auch der Grund, wesbalb Mir Hr., ee bose u zlten haben. Was den Betrieb mit AltWter“, 1, long, so habe ich Anordnungen getroffen, daß solche Fände, wig“: her auf der Werst nicht mehr eintreten können. VPrcnde, v, sich zanächst eine verstärte Auscht, angeordnet Angeordnet habe meine Herren, ist alles, was möglich ist. Gegen direkte UnLegien hat eine Leußerung eines höheren Werstbeamten vor zu sorgen, schließe natktrlich nicht aus, daß auch auf Versten hoben keine GelegerHhaite ireatigmuch Hat man um (Lachen links).„Auch zupiel Bureaukragomur v#, man zum Vorwurf gemacht. 3ch, Burgautratse. Herr Dr. Leonhart betriebe frei gemacht von Durenuttutr. gFe.:„—. gegeher“ aber mängelte die niedrigen Gehälter der Magazin=Aufseher. A gerade diese sind im Behalt beper=Herrent Heonhark und Legien, daß auf den Schisen die etwa überschuszgen, Pehiede nicht blick in die Werftverhätnisse genommen, unabhängig genacht von der Bureaukratie. Ich habe also genau das Gegenteil von dem etan, was Herr Leonhart behauptete. Wo mir nicht sparsam genug gewirtschaftet zu werden schien, habe ich eingegriffen, habe zu dem Behuf Sitzungen an Ort und Stelle abgehalten. Einblick in den Erfolg dieses sparsamen Wirtschaftens und den Kosten der Werstbetriebe. Die Veriepestzggn##e##t Prozent des gesamten Marinetats ahigrhierzte, in Etal 1910 dagegen 27,5 Prozent, hat der Werstverteo zu Beginn der gestegen, de Unbosten geringer geworden, Weiter, abgz Preise pro Tonne bei den Schifsneubauten sind von Jahr zu Eelche on Tease de Johzeschelung dit oden segeli. verlangt wurde. Gerade gegenüber der Veunruhigung, die der auszusprechen, auf die große Leistungsfähigkeit unserer Werften über den von bsgag Pesihrten robez, eie Hearsam u Piet. scsten is nich de Versechen uid auscadicheh. Sostel. seset“e Stelleggaser e. Peas sehen Paickemeinerungen aus den sehens unserer Marine und im Interesse des Landes energisch Singer findet Die Verlogenheit einer gewissen Presse Crlächter linsh), De. Vetala, die die Brtzggelsiche souen. und vornehmlich auch auf ein sparsames Wirtschaften Abg. Erzberger(8.): Es bleibt trotz der Erklärungen des Staatssekretärs doch noch manches übrig. Die Angeist doch etwas nicht in Ordnung. Der Staatssekretür ist im regelmäßigkeiten seien nur in einem einzigen Betriebsdie größte Oeffentlichkeit eintrete, dann würden solche Prozesse, Abg. Semler(nl): Daß der Herr Staatsekretär die Vertverwoltung becktrs hat piefmehr vies Gepichtskontrolle für Sesce e sit e biretor, über den ie Franlentbal iu. Gen, scherlich, i. gaten Kämmerlein und auch wohl noch im Gefängnis gelacht, haben In der Verwaltung müßten unter allen Umständen Beamte sitzen, die auch genügend kaufmännisch gebildet seien. Die Oberwerstdir Ha Hießze zürt ben Vetrieß schädlich sei. wie auch auf sparsams Wirschasten halten.(Hesel) senden auch iug den Stanserntsge. a. de Jedingungen sind so— ich weiß das aus persönlicher Erfahuno, ale Hols'geserane site bin wünzuiche ersallen Kann, Ruch aber Mittellung machen, denn gegen so schnsden Mi beit nicht mehr durch jüngere, sondern durch ältere Versagen, er. sche g 0 die dweit Hontrole, be, ürc alters Persanen erFerner, daß Berladen nur während, der pureaulor. Hosgt und ein=Verstpersonal nicht durch Fremde. Angeordnet ist weiter eine verschärste Hontrolle seitens der heit vorgehen. Ferner ist es ja gerade meine Absicht, die technische Kontrolle in die Hand eines Technikers zu legen. Der Verwaltungsdirektor soll nur die allgemeine Oekonomie behalten, von der technischen Kontrolle entlastet werden. An der Spitze der Werft muß aber unbedingt ein Seeoffizier stehen. Vorredner gebe ich zu, daß das Submissionsverfahren noch nicht auf der Höhe steht, ich werde dem die größte AufAbg. Spahn(Z.) nimmt gegenüber einer lers die Prozaßführung in Schutz und namentlich den Untersuchungsrichter. Wenn die Untersuchzung so lanesarg.vorgeschritten sei, so liege das hauptsächlich an dem einen ungerlagten, der seine Aussagen verweigert und erst im Prozeß selbst ausgesagt habe. Rorgen 1 Uhr: Fortsetzung; bann dritte Lesung des Haudelsprovisoriums mit England, dritte Lesung des § 15 des Zolltarifgesetzes; Weiterberatung des Handelsvertrages mit Portugal usw. Schluß nach 6½ Uhr. wpeige vorgeibomnen, aber schon fmahaptseh) ferner enich 3 Unregelmohie= Kieger gekannt.“ Redner legt dann dar, daß die Easbantsondpesen bei de Morine. Eo Zuschlag erfolgt sei. Wenn über alle Käufe und Verkäufe der Werften Parlamentarische Nachrichten. Dem Reichstage ist ein Antrag Bassermann und Genossen zugegangen auf Vorlegung eines Gesetzentwurfes über die Einführung einer Pensions= und Hinterbliebenenversicherung der Privatbseanten.. 1. J.71.ptuns eints 2. Die Nationalliberalen haben mit Unterstützung eines Teiles der Freisinnigen im Reichstage einen Antrag Dr. Hieber eingebracht, der ersucht, eine Kommission einzuberufen, die, aus amtlichen Vertretern des Reichs und einzelner Bundesstaaten, aus Mitgliedern des Reichstags und anderer in der Wissenschaft und Praxis der Wohnungsfrage erfahrenen Männern bestehend, ein einheitliches Programm für Lösung der Wohnungsfrage schaffen. 1276 Die Wirtschaftliche Vereinigung beantragt 1) eine Untersuchung über den Umfang der Einwanderung ausländischer Arbeiter und deren Einfluß auf die kulturelle, soziale und wirtschaftliche Lage der deutschen Arbeiterschaft; 2) die Verleihungen des Rechts an die Innungen, unter Mitwirkung der Aufsichtsbehörde ihren Mitgliedern Mindestpreise vorzuschreiben, Tehtohr Roman von Emmy v. Borgstede. 29)(Nachdruck verboten.) „Reine“, Irene Mainau hatte die kleine, geballte Rechte des Mädchens ergriffen, ein Gefühl unsäglicher Bitterkeit erfüllte sie und sprach aus ihren Worten,„Du stehst einem Wendepunkt Deines Lebens gegenüber. Du hast heute zu zeigen, daß Du kein Kind mehr bist, sondern ein Weib, das den Mann, den es sich selbst erwählte, auch zu behaupten weiß. Du bist ihm freiwillig, hörst Du mich. Reine? freiwillig an die Brust gesunken, Du mußtest ihn also lieben—“ „Laß mich los und schweig!“ „Wenn Du gespielt hättest mit dem Besten und Höchsten. was ein Mensch empfinden soll, dann Reine—“ =Num, und bans—.. 44gt mie uin. 84i-Ats. „Dann würfe ich Dir unsere Freundschaft wie ein schlechtes. abgetragenes Kleid vor die Füße, dann wärest Du aus meinem Gedächtnis fortan ausgetilgt, als eine Unwürdige!“ Der hoheitsvolle, tiefernite Klang dieser Worte verfehlte seinen Eindruck auf das trotzige Mädchen nicht. Sie zuckte zusammen und wollte der älteren um den Hals fliegen, Irene aber riß sie zurück. „Nicht so! Erst muß es klar werden zwischen uns. Wenn Du in dieser Stunde niedrig und unedel gegen einen Mann handelst, dessen Verwandte Dich mit Güte überschüttet haben, dessen Stern und Glück Du bist, sind wir getrennt auf immer. Du weißt, ich habe Dich mit meiner Liebe vor mancher Unbill geschützt, ich habe Dich bedingungslos an mein Herz genommen, Du weißt aber auch, daß ich mein Wort nie zurücknehme!“ „Ach, Irene, liebe, gute Irene! Mache doch nicht dies finstere Gesicht! Wie könntest Du Deine arme, kleine Reine jetzt verlassen wollen, wo sie so unglücklich ist“, schluchzte das Mädchen fassungslos und umklammerte Irene mit beiden Armen,„wenn : ich doch bloß sterben könnte.“ Irene Mainan ließ lande Kumm und geduldig Klagen und Thränen über sich ergehen, dann zog sie die Weinende wie ein Kind auf ihre Kniee nieder. „Trockne jetzt Deine Augen, liebe Reine, wir müssen nun zu Kurt geben.“ „Ich mag ihn heute nicht seben.“. 1 „Glaubst Du, es wird einem Mann wie dem Grafen leicht, seine Lebenspläne aufzugeben? Du mutzt jetzt doppelt lieb und zärtlich zu ihm sein.“ „Das kannst Du nicht verlangen, Irene.“ „Doch, Kind, das kann und muß ich, und wirst Deiner Irene gebhorchen. Mein Himmel, Lindenhof soll entzückend sein, Umgegend giebt es dort auch und somit Verkehr." „Und Du versprichst mir, daß Du immer, wenn ich unglücklich bin und Dich rufe, zu mir kommen willst.“ „Gewiß, Reine, wenn Du meiner bedarfst, werde ich Dich „Nun habe ich gar keine Freude mehr daran. Grästn an werden, wenn mich niemand schön finden und bewundern kann „Einige Anbeter werden sich schon finden, Kindchen! Lindenhof liegt doch nicht in Grönland.“ „Ach Du, Irene, ich weiß garnicht, wie Du bist! Für Dich sind gar keine Tändelei und keine Männer da.“ Ein beinah verklärtes Lächeln spielte um Irenes Lippen. „Was fragst Du nach den andern. Reine, wenn Du den einen hast, den Du liebst“, sagte sie unbeschreiblich milde.„Ich will Dir wünschen, daß Dir einst die Stunde kommt, wo Dein Kurt Dir mehr gilt, als die ganze Welt!“ Reine Andrasson verstand die Freundin nicht. Der Zuspruch Irenes jedoch und ihre Energie hatten sichtlich Eindruck auf sie gemacht, sodaß sie Kaurts überströmende Zaurtshgzigt, egäpte, b nahm. Irene wollte sich zurückziehen, Aurt Vine##### mit Bitten, eine Besorgung mit ihr zu machen, sodaß sie, ohne unhöslich zu sein, nicht nein sagen konnte. Und De. sehrte z. nach Einsamkeit, nach Ruhe. Noch brannte Mannes auf ihren Lippen, ebe sie ihn hatte, mochte sie keinem ins Auge schauen. Sie börts kaum, was Lisa sprach und das Mädchen war sehr redselig. Eben als sie bei Gerson heraustraten, ging ein junger Offizier an über. Einen Augenblick sah ihm Irene fest ins Gesicht, dann hielt sie ihm die Hand hin. „Harrv, Du! Guten Tag!“ „Irene, Schwesterherz, Du! Welche herrliche Ueber„Wußtest Du denn nicht, daß ich hier sei? Hatte Martin Dir denn nicht geschrieben—“ „Du glaubst wohl, der geliebte Bruder beehrte mich so ott mit Briefen, wie Dich! Da irrst Du gründlich. Dein Hiersein hatte er mir indessen doch gemeldet.“ „Und da hast Du mich während der ganzen Zeit nicht einmal besucht, Harry, das war sehr unrecht von Dir.“ „Ja, das war es auch, doch ließ es sich nicht anders machen. Ich erkläre Dir später einmal, was mich fernhielt.“ Sein Blick auf Lisa war jedoch so bezeichnend, daß Ireue halb und halb verstand und erwiderte: „Ich wohne im Hotel, Harrv, Du kennst ja meine Froiheitsüü B U Dann trat eine Pause ein, während welcher Fräulein Mainau den jungen Mann aufmerksam betrachtete. Er sah bleich und angegriffen aus, seine Haltung war müde. „Kleiner Harro“, sie berührte seinen Arm, ein warmer Strabl ihrer Augen traf ihn—„Du kostest das Leben der Großstadt doch auch nicht allzu sehr? Du gefällst mir, offen gestanden, nicht recht.“ „Ich gefalle mir selbst auch nicht, Schwesterchen, aber was soll ich dabei thun?“ „Wenn ich wüßte, an welcher Krankheit Du leides, kleiner Bruder—“ „Himmlisch gut, wie immer! Wie habe ich es nur all die Zeit ohne Deine Nähe ertragen, aber weißt Du, das war eine lange Geschichte, en lang, um sie hier zu erzählen.“ Gertebung foln) Schwerter wtliches Kosedlatt) Olenetag den I. Sezenber 1666. juristische Personen zu ihren Kosten heranzuziehen, die Eröffnun eines Wanderlagers von dem Nachweis eines Bedürfnisses abhängig zu machen und eine staffelweise ansteigende Umsatzsteuer für Warenhäuser, Beamten= und Konsumvereine und dergleichen; 3) Vereinbarungen zwischen den Bundesregierungen herbeizuführen, durch welche das den nationalen und wirtschaftlichen Interessen gefährliche Vordringen des Ausländertums an deutschen Hochschulen verhindert wird und 4) einen Gesetzentwurf über die Staats= und Reichsangehörigkeit vorzulegen. Die Elsässer, unterstützt von Zentrum und Polen, bringen in einem weiteren Antrage einen Gesetzentwurf in Vorschlag, der die Wahlen zum Landesausschuß neu regelt. Eine Eingabe des Steigerverbandes ist an den Reichstag gelangt. In der Eingabe wird die Regelung der Dienstverhältnisse der technischen Grubenbeamten durch ein Reichsberggesetz verlangt. Sturm und Hochwassergefahr. in den Provinzen an der Maas hat sich die Situation nicht gebebessert. Eine Fischerschaluppe, die mit fünf Mann Besatzung Ostende verlassen hat, ist noch nicht zurückgekehrt. Man befürchret don Untergang des Fahrzeuges und der Mannschaft. ihm nicht ein Sohn geworden sei, wie er es nach der ihm zuteit gewordenen Erziehung hätte werden müssen. Nach dem verheesenden Sturm, der in den letzten Tagen in Westdeutschland und an der Nordsceküste herrschte, ist jetzt Hochwassergefahr eingerreten, die namentlich das deutsche Rheinund Moselgebiet und auch Belgien in Mitleidenschaft gezogen hat. Wir verzeichnen folgende telegraphische Meldungen: Köln, 6 Dezember. Im Ruhrgebiet ist Hochwasser eingetreten, wodurch der Verladeverkehr gehemmt ist. Fortgesetzt tieffen Hievsposten öber Anglücksfälle ein, die durch den Orkan veruracht sind. In Bocholt wurde ein Radfahrer vom Rade geschleudert und sterbend in das Hospital gebracht. Ein von Euskirchen nach Düren fahrender Zug mußte umkehren, weil die Bahnstrecke mit Trümmern bedeckt war. In Neuendorf wurde ein Schornstein umgeriht, dessen Trümmer, eine Veranda durchschlugen und auf eine beim Kaffee sitzende Gesellschaft niederfielen. Es wurde bei dieser Gelegenheit niemand verletzt. Zahlreiche Häuser sind abgedeckt. Aehnliches wird aus dem Nahetal gemeldet. Trier, 6. Dezember. Wegen Moselhochwasser ist der Verkehr auf der Moseltalbahn zwischen den Stationen Andel und Zeltingen gesperrt. Die Mosel steigt nach kurzem Fallen wieder stark. Der Pegelstand war 4,10 Meter. Bremen, 6. Dezember. Die Rettungsstation Helgoland der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger telegraphiert: Am 4. Dezember von dem Fischerewer H. F. 186, Schiffer Albert Rolf, drei Personen durch das Rettungsboot „Dora“ der Station gerettet. Sturm Südwest. Rettungsboot 2,30 Stunden unterwegs. Brüssel, 6. Dezember. Die Hochwassergefahr wächst andauernd in den belgischen Provinzen. In Westflandern ist die Schelde bis 280 Zentimeter über ihr gewöhnliches Niveau gestiegen. Viele Dörfer, die an den Zuflüssen der Schelde liegen. sind überschwemmt. Die Bauern müssen teilweise mit dem Vieh auf höhergelegene Landesteile flüchten. Im Waesgebiet und Eine Berliner Familientragödie. Freitag früh erschoß in der Weinstraße Nr. 30 der 35 Jahre alte Barbier Otto Poboß seine am 22. Februar 1880 in Hastings bei London geborene Frau Harriet geb. Gibbons und verletzte seine drei Kinder und sich selbst durch Revolverschüsse lebensgefährlich. Zu der Verzweiflungstat wird uns folgendes Poboß war früher in London tätig und heitratete dort seine Frau. Die beiden ältesten Kinder sind dort geboren, das jüngste kam hier vor drei Monaten zur Welt. Die Familie bewohnte seit fünf Monaten in der Weinstraße 14a im 4. Stock unter dem Dach nur einen einzigen Raum. Mit einer Einrichtung die 450 Mark kostete und auf Abzahlung genommen war, hatte Poboß diesen Raum bei seinem Einzug ausgestattet. In der letzten Zeit aber erhielt dieser Raum nur noch einen einzigen Tisch, einen Stuhl, einen alten Reisekorb und Lumpen. Die ganze Einrichtung hatte Poboß nach und nach verkauft, obwohl sie noch nicht bezahlt war. Die Familie lebte im größten Elend, und hatte zum Schluß nicht einmal das Notwendigste mehr, überall, beim Bäcker, beim Milchhändgler, beim Vorkosthändler waren Schulden gemacht. Das Elend hat der Mann verschuldet, die Frau konnte es nicht aufhalten, sie nahm hin und wieder Aufwartestellen an, hielt sie aber nie lange aus. Sie hatte in ihrer Heimat bessere Tage gesehen und war die Arbeit nicht gewöhnt. Dazu kam die Geburt des jüngsten Kindes. Poboß hatte in der letzten Zeit nur hin und wieder einmal Gelegenheitsarbeit angenommen. Jetzt drängte das Abzahlungsgeschäft auf Zahlung des Restkaufpreises, oder Wiederherbeischaffung der Sachen. Sorge er nicht für das eine od. das andere, so drohe man ihm mit Strafanzeige. Das mag wohl den letzten Anstoß zu der furchtbaren Tat gegeben haben. Zum 1. Dezember hatte auch der Wirt gekündigt. Er ließ aber die Familie ohne Miete noch weiter wohnen, weil sie ein anderes Unterkommen noch nicht gefunden hatte. Freitag früh um 6¾ Uhr hörte man im Hause hintereinander fünf Schüsse fallen. Der Hausverwalter drang in die Wohnung. Frau Poboß war tot. Während sie noch schlief, hatte ihr Mann ihr den Nevolver auf die Brust gesetzt und sie durch einen Schuß in das Herz getötet. Seine Kinder und sich selbst hatte er in die rechte Schläfe geschossen, Revier= und Kriminalpolizei ließen den schwer verwundeten Vater und die drei Kinder in die Charitee bringen, während die Leiche der Frau bis zur Aufnahme des genaueren Befundes noch in der Stube blieb. Von den Kindern ist das älteste Mädchen im Krankenhause gestorben, die beiden anderen und Poboß liegen hoffnungslos darnieder. An seinen Vater hatte Poboß einen Brief hinterlassen, in dem er sein Bedaueren und seine Neue aussprach, daß er Bunte Chronik. Eine sette Ente. Die über die ganze Welt verbreitete und auch von uns wiedergegebene Meldung von dem ungeheuren Brande, der Baltimore in Asche gelegt haben sollte, erweist sich als unrichtig. Die Meldung stammt aus Newyork und nahm dementsprechend echt amerikanischen Umfang an. Inzwischen in Newyork eingezogene Erkundigungen haben ergeben, daß der Alarmnachricht jede Unterlage fehlt. 762 Erkrankungen in Friedrichsberg. Die neuesten Feststellungen in der Vergiftungsaffäre in der Irrenanstalt Friedrichsberg ergaben 762 Erkrankungen. Zwei Speisewärter sind verdächtig. Man nimmt einen Racheakt an. Pest. Es steht jetzt fest, daß die verdächtigen Krankheitsfülle in Rotterdam an Bord der englischen Bark„Lenore“ auf Pest zurückzuführen sind. Auf der Jagd erschossen. Auf der Jagd wurde der Gutsbesitzer Preschmann in Verla bei Homberg von dem Jagdpächter Eber aus Barmen erschossen. Spiritusexplosion. Der Handelsmann Wirsching aus Ochsenfurth erlitt durch Explosion von Spiritus so schwere Brandwunden, daß er alsbald starb. Seine zu Hilfe eilende Tochter erlitt lebensgefährliche Verletzungen. Wetterbericht der Deutschen Seewarte. 7 Dez. Bedeckt, trübe, nahe Null, rauher Wind. 8 Dez. Kalt, trübe, windig, Niederschläge. 9. Dezember: Bedeckt, trübe, frostig, Niederschläge. 10. Dez.: Wenig verändert, trübe, um Null herum. 11. Dez.: Bedeckt trübe, nahe Null, strichweise Schnee Stadttheater in Hagen. Dienstag, 7. Dez. 1909. Abends 8 Uhr:„Der fidele Bauer“. Operette in 1 Vorspiel und 2 Akten von Leo Fall. Mittwoch, 8. Dez. 1909. Abends ½8 Uhr: Neu einstudiert: „Husarenfieber.“ Lustspiel in 4 Akten von Gustav Kadelburg und Richard Skowronnek. Freitag, 10. Dez. 1909. Abends 8 Uhr:„Die Rabensteinerin“ Schauspiel in 4 Akten von Ernst von Wildenbruch. Stadttheater in Barmen. Dienstag, 7. Dezember. Elektra. Mittwoch, 8. Dezember. Gastspiel Köln. Residenztheater. Der König. Donnerstag, 9. Dezember. Die Gemsjagd. Freitag, 19. Dezember. Gastspiel Köner Residenztheater. Der König. Sonnabend 11. Dezember. Die Förster=Christ'l. Sonntag, 12. Dezember. 3 Uhr: Tannhäuser. 7½ Uhr: Dollarprinzessin. Komt=Arundsutstott Jedermann etwas zu bringen und zwar: Das Enfaste und Salde bülg Das Hessekl naßerst Preiswert und das 6417 Allerbeste mentsprechendem Preis Vergleichen Sie nicht nur den Preis, sondern auch die Qualität, dann finden Sie bestimmt Ihre Vorteile und kaufen nur in Sonters-Gonunnaus, Gonworte, Anerkannt billigste Bezugsquelle für Jedermann. hat dieses Extra-Angebot Gültigkeit. 6411 Saiese hretrTarbonstene sollen bis Weihnachten verschenkt werden und erhält jeder Käufer beim Einkauf von 10 Mk. ausser den schon gewährten 10% Rabatt noch 1 Meter Schürzenstoff gratis. DiSe WMhUP Schwerte, Bahnhofstr.