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Kälber, 203 Schafe 1909. htgewicht: schlachtwertes Nart e und ältere e ältere.. s zu 5 Jahren enährte ältere **** der höchsten sten Schlachtmig gut entcht.) te Saugkälber er ring genährte nmel e(Merzschafe) d deren Kreuren * Eber 70—72 66—69 60—65 54—59 59—61 55—58 48—54 70—71 65—69 58—64 50—57 55—57 51—54 46—50 70—75 60—69 76 72—75 63—71 A Amtuelses für den kreis börde Scbwerter Volksblaut — Die“Schwerter Zeitung“ erscheint täglich, ausser Feiertags. Vezugspreis: Mk. 1.6s vierteljährlich, bei der Post für Bestellgeld 42 Pig. mehr. Wöchentliche Gratis-Beilagen: a“Illustrierter Familientreund“ und Unterhaltungs-Blatt. o 1e Pf., Auzeigen von auswarts 18 PI., Reklamezeile 40 Pf. Die Schwerter währt ihren jeden mit Cod fall gemäss ungen Zeitung“ geAbonnenten für endenden Unihrer BedingUnterstützung I H und ältestes Tagesorgan des Kreises S Haupt-Annoncenbiall Alie kreis- und lokalpollzeilichen Verordnungen für den Kreis Hörde erlangen gemäss Bekanntmachung der Königl. Regierung durch Ueröffentlichung in der“Schwerter Zeitung“ rechtso o o o o o verbindliche Kraft o o cc c e Druck und Verlag von Garl Braus, Schwerze= Gu7. Fernsprecher Nr. 62 Celegr.=Räresse: Braus, Schwene-Ruhr Nr. 246. Erstes Blatt. Neueste Nachrichten Das Urteit in der Stendaler Fähnrichstragödie. Magdeburg, 20. Okt. In dem gestern vor dem Krieggericht, der 7. Division verhandelten Prozeß gegen den Einjährigen Baumgarten vom 10. Husaren=Regiment gaben die drei medizinischen Sachverständigen ihr Gutachten dahin ab, daß die Tat im Dämmerzustande geschehen sei. Der Verteidiger des Angeklagten beantragte Freisprechung, während der Vertreter der Anklage eine Zuchthausstrafe von 6 Jahren wegen Totschlags beantragte.— Der Gerichtshof erkannte auf Freisprechung,weil Baumgarten nach dem Gutachten der Sachverständigen unter Ausschluß der freien Willensbestimmung gehandelt habe. * Jusubordination im schwedischen Heere. Gotenburg, 20. Okt. Bei der Auflösung einer Kompagnie eines hiesigen Grenadieregiments befahlen die Offiziere den Mannschaften, das übliche Gott schütze den König und das Vaterland“ zu rufen. Da aber kein einziger von der Kompagnie auf den Befehl antwortete, wurde die ganze Kompagnie verhaftet und eingesperrt. Der neue Reichshaushaltsetat im Druck. Berlin, 20. Okt. Die Verhandlungen zwischen der finanzverwaltung und den verschiedenen Ressorts des Reiches über die Feststellung des Reichshaushaltsetats für 1910 im wesentlichen beendigt. Der Etat befindet sich im und wird im Verlaufe der nächsten Wochen dem Bundesra zugehen. Ein Ferrer=Denkmal vor dem Vatikan geplant. Paris, 20. Okt. Die Freimaurerloge in Troyes machte di Hauptloge in Poris den Vorschlag, sich mit den italienischer Brüderlogen ins Einvernehmen zu setzen, um vor kan ein Denkmal Ferrers zu errichten. Sie habe zu dieser Zweck bereits 200 Francs bewilligt. Weitere Meldungen f. unter Letzte Drahtmeldungen. Mittwoch, den 20. Oktober 1909. Der neue Pariser Skandal=Prozeß. Es war vor zehn Jahren. Der Präsident der französischen Republick hieß damals Felix Faure, der in seinem Leben den Weg vom Gerberei=Volontair zum Großkaufmann, Abgeordneten, Minister und Staatsoberhaupt in verhältnismäßig kurzer Zeit zurückgelegt hatte. Die Pariser witzelten weidlich über seine Eitelkeit, aber sie schauten doch wieder respektvoll zu ihm auf, denn er hatte den russischen Zaren bei dessen Besuch in Frankreich leibhaftig geküßt und wurde von den kleinen russischen Kaiserkindern Onkel genannt. Und Herr Faure weidete sich gerade damals an der Vorfreude über die Triumphe, die er bei der Eröffnung der Weltausstellung von 1900 feiern würde. Da kam eines schönen Tages die Kunde, daß der lebenslustige, erst in den fünfziger Jahren stehende Präsident plötzlich gestorben sei. Maustot war er mit einem Male ohne alle Krankheit. Es kann ja allen Leuten geschehen, daß diesem schönen Leben plötzlich Lebewohl sagen müssen, aber bei dieser Todesbotschaft des Präsidenten der Republick ging es sehr rätselhaft Das erste Telegramm lautete, Felix Faure ist abends um 41. Jahrg. zu. sieben Uhr gestorben. Nach einem zweiten war der Präsident abends um neun Uhr von einem Schlaganfall getroffen und in der Nacht gestorben. Nach einem dritten Telegramm war er auf einer Ausfahrt erkrankt, ins Elysee=Palais gebracht, dort von einem Herzschlage betroffen und danach verschieden. Dablieb es. Die Wahrheit, die man offiziell nicht sagte, war, daß er bei einem Rendezvous mit der schönen blonden Gattin des Malers Steinheil, die er zuerst während einer Parade gesehen hatte, von einemAnfall überrascht wurde. Mit Mühe und Not konnte man den republikanischen Landesvater nach Haus bringen, wo er eine halbe Stunde später entschlief, ohne das Beiußtsein wiedererlangt zu haben. Der Präsident hatte Frau Steinheil gegenüber stets offene Kasse gehabt. Nun, nach seinem Tode war es mit seinem pompösen Leben für das leichtsinnige Weib vorbei. An Einfachheit vermochte sie sich nicht wieder gewöhnen, und so folgte ein ceicher Liebbaber dem andern. Die Beziehungen zu dem Präsidenten der Republik hatten sie interessant gemacht, und so konnte sie eine ganze Reihe politischer Größen ihre Verehrer nennen. Diese Lebensweise war bald auch ihrer Familie kein Erheimnis mehr, alle erfreuten sich der traurigen Gelder, die aus den Händen der Liebhaber in diejenigen der Madame Steinheil flossen. Da eines Tages wurden der Maler Steinheil und seine Schwiegermutter ermordet aufgefunden, während die Frau und Tochter ohnmächtig und gefesselt dalag. Bald genug tauchte das Gerücht auf, die leichtsinnige Frau sei auch die Mörderin oder doch die Anstifterin zum Morde, die mit Hilfe eines Helfershelfers oder Liebhabers sich von der strengen Mutter und dem ihr unbequem gewordenen Manne habe trennen wollen. Sie wurde verhaftet und suchte in jeder Weise sich aus dem Gewebe des Verdachtes zu befreien. Alle ihre Behauptungen erwiesen sich aber als Phantasiegebilde und so kam das Gericht zur Aufstellung eines Indizienbeweises, über den nunmehr die Geschworenen urteilen sollen. Wie es heißt, wollen die Angeklagte und ihr Verteidiger durch die Aufrollung der Liebesabenteuer der Madame Steinheil den Nachweis zu führen versuchen, daß die blonde Schönheit gar keine Veranlassung zum Morde gehabt habe, und da kann leicht eine Charakterisierung des heutigen politischen Frankreich mit unterlaufen, die gerade nicht symphatisch wirken wird. Eine Anzahl bloßgestellter Herren sollen bereits weite Reisen angetreten haben, andere suchen nach plausiblen Gründen zum Verschwinden. Alles in Allem beweist auch die neue Affäre, daß das Thema:„la femme“ in Paris noch weit mehr als in tausend und einer Variation behandelt werden kann. Feuilleton. Merkspruch. In der Wahrheit liegt ein starker Schutz gegen das Böse. Der Bruder von der Landstraße. Von G. von Bodelschwingh. 1. Wie es war. Die Kinder einer Witwe in Gütersloh hatten ein Haus aus Pappe, das von außen ganz mit einzelner, Piennig. titen belebt war. Es waren zulammen 40 gsegen Getleg, Pennige. Die Rutter Ihlug vor, be Hemt gäzachen abbre. der ins Haus käme, einen Pfennig von den und mitgeben. Dus wuten v., 1, vig, 30 sagenamnter varen alle Bsennige fortgegeben. Tagg in dem Handwerksburschen“ hatten an dem einzigen„e, unggzäg, Hause der Witwe vorgesprochen. Das ien dscscide Sete gald e iun bezgen des Beoseggete dile Minden eine berühmte Kneipe. Von allen Seiten zu... das Bettlervolk zusammen. Sie hatten es elend genut Wer es aber gut hatte, das waren die Schweine wirts. Denn die wurden mit Hausen von Butter. füttert. Die Butterbrote waren ringsum im Lande zusammengebettelt worden. Die Handwerksburschen hatten sie ken lassen, auch wenn sie keinen Hunger hatten, da sie wußten, daß sie die Butterbrote in jener Kneipe zum Besten Schweine gegen Branntwein umtauschen konnten. So wuchs durch die Pfennige und Butterbrote, die von einer kalchen Karnherzigtet Oesvende,„eagen, gran, Bicht Bagabunden und elenden Sklaven des Alkohols die Vagabunden allein trugen die Schuld. Die falsche Barmherzigkeit trug die Hauptschuld. Denn Almosen geben ohne Arbeit ist keine Barmherzigkeit, sondern Unbarmherzigkeit. Sie entwöhnt die Menschen von der großen Wohltat, die Gott in die Arbeit gelegt hat, erzieht sie zum Müßiggange und treibt zum langsamen, aber sicheren Verderben an Leib und Seele. Ungezählt die Schar der armen Brüder von der Landstraße, die durch unbarmherzige Barmherzigkeit ihrer vermeintlichen Wohltäter zum Müßiggang und Alkoholismus erzogen sind. 2. Wie es ist. Kürzlich fuhr ich mit einem alten Manne in der Eisenbahn durch die Senne hindurch von Paderborn nach Bielefeld. Unverwandt sah er zum Fenster hinaus in das hohe wogende Roggenfeld. Immer wieder sagte er leise vor sich hin:„Was ist aus dieser Wüste geworden! Was ist aus der Wüste geworden!". Vor dreißig Jahren stand hier öde Heide oder armseliger Kiefernbusch und nur hier und da erfreue die kümmerliche Ernte des Sandbauern. Und nun? Welche Veränderung! Ja, der alte Mann konnte mit Recht staunen. Aber wie war es dahin gekommen? Die Brüder von der Landstraße hatten ihren Einzug gehalten. Unter der Parole „Arbeit statt Almosen“ hatten sie angefangen, die Eisensteinschicht, die die ganze Senne in etwa Metertiefe durchzieht, umzubrechen. An der Luft zerbrach der Eisenstein und verwandelte sich in fruchtbare Ackerkrume. Nun hatte das Wasser freie Zirkulation im Boden. Nun konnten bald v. Feld u. Wies: die und die Forstkultur fing an, sich zu lohnen. Das stehung der Arbeiterkolonie Wilhelmsdorf im Jahre 1882. J der ganzen Provinz Westfalen aber verbreitete sich schnell die Kunde:„In Wilhelmsdorf gibt es Arbeit statt Almosen“. Und alle die, die sich von der unbarmherzigen Barmherzigkeit Arbeit zuwandten, wiesen das das arbeitslose Volk, statt ihm weiter Almosen zu geben, zur Arbeit in die Senne. Nun Politische Uebersicht. Deutschland. Der Entwurf des neuen Strafgesetzbuches. In dem Entwurf des neuen Strafgesetzbuches, der von einer besonderen juristischen Sachverständigen=Kommission unter Mitwirkung amtlicher Kreise ausgearbeitet worden ist, wird, wie hiesige Blätter weiter darüber hören, die Strafbarkeit für öffentliche Gotteslästerungen oder öffentliche Beschimpfungen einer mit Korporationsrechten ausgestatteten Kirche oder Religionsgemeinschaft an den Nachweis der Böswilligkeit geknüpft, indem bekam nicht nur die eine Witwe in Gütersloh, sondern mehr und mehr ganz Westfalen Ruhe vor den Bettlern und das Mastvieh der Branntweinwirte wurde nicht mehr mit Leckerbissen gefüttert. Die Bauern aber rings um Wilhelmsdorf her, die erst auf die Vagabunden geschimpft hatten, fingen an, von ihnen zu lernen weiter bis zum heutigen Tage, so daß jetzt weite Strecken der ehemaligen Wüste in ihr Gegenteil verkehrt sind. Aber wie konnte der Bruder von der Landstraße Wilhelmsdorf erreichen, ohne zu betteln? Mit Hilfe der Wanderarbeitsstätten. Die große Arbeitsstätte Wilhelmsdorf hat in der ganrufen, die darum, weil sie von dem wandernden Volke in Holzstall und Steinklopfbude Arbeit gewähren, den Namen Wanderarbeitsstätte führen. In 25 westfälischen Kreisen wurden im Anschluß an die Herberge zur Heimat solche Wanderarbeitsstätten errichtet. Es gibt kein noch so entlegenes Dorf in ganz Westfalen, von dem aus ein arbeit= und mittelloser Wanderer nicht an dem gleichen Tage eine dieser 25 Arbeitsstätten auf seinen eigenen Füßen wandernd erreichen kann. Dort erhält er in der Steinklopfbude oder im Holzstall Wanderschein und Arbeit, bekommt für seine Arbeit Kost und Nachtquartier und kann am nächsten Mittag zur nächsten Wanderarbeitsstätte weiter wandern. Jede Wanderarbeitsstätte aber ist mit einem Arbeitsnachweis verbunden. Kann dem Wanderer dauernde Arbeit nachgewiesen werden, desto besser für ihn. Aber auch wenn er, ohne Arbeit zu finden, weiter wandern muß, braucht er nicht aufs neue dem Bettlerelend zu verfallen. Dann kann er weiter wandern bis Wilhelmsdorf. Dort oder in der Zweigkolonie Freistatt findet er für längere Dauer, was gehend schon in der Wanderarbeitsstätte sand: Arbeit. Aber nicht nur das. Er findet dort auch einen stillen heimatliche Platz, wo er sich auf sich selbst und seinen Gott besinnen kann. wo alte längst zerrissene Fäden wieder angeknüpft können und wo manche Eisenschicht eines hart gewordenen Herzens an der Sonne barmherziger Zucht zerbröckelt. un es heißt: Wer öffentlich und böswillig Gott lästert usw.“ Gotteslästerungen und Beschimpjungen der anerkannten Retigionsgemeinschaften sollen also in Zukunft nicht schon dann strafbar sein, wenn sie öffentlich, sondern erst, wenn sie in böswilliger Absicht erfolgt sind. Die Worte in dem bisherigen § 166“Einrichtungen und Gebräuche“ sind in dem neuen Entwurf gestrichen und sind die Strafen gemildert. Bei dem Entwurf handelt es sich bekanntlich noch nicht um um eine ähnliche Manifestation handele, wie sich vor einiger Zeit in Italien von einsichtslosen, jetzt bereits eines Besseren belehrten Politikern in Parlament und Volksschichten veranstaltet wurde, um die Zarenreise zu hintertreiben. Jetzt, wo die italienische Reise des Zaren über München gehen sollte, habe der bayrische Landtag diese Mittel gewählt, um die Reise de slawischen Monarchen zum lateinischen zu verhindern. Der Artikel schließt mit den Worten:„Wir wünschten nicht, daß sich Bei dem Entwurf handelt es sich bekanntlich noch nicht um Artikel schließt mit den Worten:„Wir wünschten nicht, daß sich Vorlage der Verbündeten Regierungen, vielmehr wird] die politischen Maßnahmen Deutschlands in Rußland einbüreine Vorlage das Reichsjustizamt zur Vorlage für den Bunderat Stellung nehmen. Der Entwurf nebst einer ausführlichen Begründung der vielen einschneidenden Aenderungen des bisherigen Rechtszustandes wird in der letzten Woche dieses Monats im Buchhandel erscheinen. Der Entwurf wird, wie das B. T.“ noch hört, Mittwoch oder Donnerstag den einzelstaatlichen Regierungen zugehen und noch Ende dieser Woche veröffentlicht werden. Das braunschweigische Staatsministerium und die welfischen Bestrebungen. Die amtlichen Braunschw. Anzeigen“ bringen nachstehende offizielle Erklärung: In die Tagespresse haben in legr. Fen. Angrisse Eingerten. Wir wünschen nur, daß diejenigen russischen Politiker, die ihre Staatsweisheit und ihr positives politisches Programm von jenseits Eydtkuhnen beziehen, durch diese bayrische Handlung zur Besinnung gebracht werden“. Dänemark. Der König nahm Montag das Abschiedsgesuch des Landesverteidigungsministers Christensen entgegen und übertrug dem Präsidenten des Ministerrats Grafen Holstein die interimistische Leitung des Landesverteidigungsministeriums. Der Dank von San Francisko. Der Maire von San Franzisko wird bei der deutschen Regierung die Dankbarkeit letzter Zeit Angriffe Ein= der Bevölkerung von San Francisko wegen der Anwesenheit gang gefunden, welche sich gegen die Stellungnahme Seine:I der„Arcona“ bei der Feier der Wiederherstellung der Stadt Hoheit des Herzogregenten gegenüber welfischen Bestrebungen zum Ausdruck bringen. Die Offiziere und die Mannschaften und Vereinen richten. Die Behauptungen, auf welche die An=l des Schiffes sind willkomemne Gäste bei der Feier. Auch der griffe gestützt werden, stehen zum Teil mit den Tatsachen im deutschen Presse spendet der Maire den Ausdruck seiner dankWiderspruch, zum Teil werden sie zu unzutreffenden Schluß= baren Gefühle. folgerungen benutzt. In Nr. 486 der National=Zeitung“ vom 16. d. Mts. ist jetzt wieder eine an diese Zeitung gelangte Zuschrift erschienen, die, heftigen Angriffen fernbleibend, besondere Bedenken gegen die Haltung der höchsten Stelle im Herzogtume gegenüber dn schon erwähnten welfischen Bestrebungen erhebt und nach höchster Anordnung sind wir von dem herzoglichen Staatsministerium mit nachfolgender Kundgebung beaustragt.— An höchster Stelle besteht, wie wiederholt erklart worven, die für sie allein maßgebende Auffassung, daß nur auf dem Boden des einstimmig gefaßten Bundesratsbeschlusses vom 28. Februar 1907(Gesetz= und Verordnungsammlung von 1907, Seite 339) und auf den aus diesen sich erhebenden Grundlagen, auf welche sich zugleich die Rechtmäßigkeit der gegenwärtigen Regentschaft stützt, die künftige Gestaltung der Regierungsverhältnisse im Herzogtum möglich und zulässig sei. Dementspricht die fernere Auffassung der höchsten Stelle, daß gegenüber allen Versuchen, außerhalb des Rahmens dieses Beschlusses oder gar im Gegensatze zu demselben auf die Gestaltung der Regierungsverhältnisse im Herzogtum einzuwirken, ein abweisendes Verhalten geboten sei. Damit werden die ernsten Pflichten gegenüber dem Reiche erfüllt, deren sich die höchste Stelle im Herzogtum bei der Behandlung der Aus Stadt und Unigedung. Schwerte, 20. Oktober. **(Die Retrutierung 1909.) Bei Gelegenheit der Einstellung der Rekruten hat das preußische Kriegsministerium die Truppenteile besonders aufmerksam gemacht, daß Mannschaften, deren Dienstuntauglichkeit festgestellt ist, nicht länger als unbedingt erforderlich im Dienst zurückbehalten und mittelst eines beschleunigten Verfahrens von den Generalkommandos entlassen werden sollen. Mit dieser Verordnung hat die Heeresverwaltung Anregungen entsprochen, die ihr bei der zweiten Lesung des Militäretats während der Reichstagsverhandlungen des letzten Winters aus dem Hause zugegangen sind. Verschiedene Abgeordnete haben im Plenum wie in der Kommission einige der Abstellung bedürftige Einzelfälle aus den Vorjahren zur Sprache gebracht. **(Stempelmarken=Automaten.) Die neuen Scheck= und Quittungsstempelmarken bereiten im Handelsverkehr noch mancherlei Schwierigkeiten. Namentlich haben die größeren Bankgeschäfte unter den fortgesetzten Nachfragen, nach diesem Wertdie höchste Stelle im Herzogtum bei der Behandlung der geschäfte unter den fortgesetzten Nachfragen, nach diese braunschweigischen Frage stets bewußt gewesen ist und bewußt zeichen zu leiden, deren Verabfolgung sie ihren Kunden nicht bleibt. gern abschlagen möchten. Diesem Uebelstande soll jetzt in den Weitere Ferrer=Demonstrationen in Berlin. Am Dienstag größeren Städten durch Einrichtung von Stempelmarken=Auwird in Schöneberg eine liberale Wählerversammlung, in der romaten abgeholfen werden, die den Postwertzeichen=AutoGeheimrat von Liszt sprechen wird, Stellung zu den spanischen maten gleichen. Die neuen Apparate verabfolgen nach EinVorgängen nehmen. Im Namen der liberalen Fraktion der wurf eines 10 Pfennigstücks eine Stempelmarke, die von der Schöneberger Stadtverordnetenversammlung wird Graf Ma= Rolle selbsttätig abgeschnitten wird und herausfällt, ohne daß der Käufer sich weiter zu bemühen braucht. Die Reichsdruckerei wird demnächst auch die Stempelmarken in langen tuschka Protest gegen die Erschießung Ferrers erheben. Auch der Verein Berliner Journalisten wird sich dem Protest anschließen, und zwar in einer speziell hierfür einzuberufenden Streifen herstellen, wie sie für die Rolle der Automaten erVersammlung. In Kellers Neuer Philharmonie wird eben= forderlich sind, falls am Dienstag abend eine große Kundgebung stattfinden, in der Lilly Braun über„ Die Hinrichtung Ferrers und die schwarze Gefahr“ sprechen wird. Ein Komitee von Frauen aus allen Kreisen der Berliner Gesellschaft— es seien hier nur die Namen Adele Schreiber, Toni Breitscheid, Minna Cauer ermähn:— hat sich für diese Protestversammlung eigens gebildet. Schließlich hal auch der Goethebund in einer Vorstandssitzung, an der, dem B. T. zufolge, auch Sudermann und Fulda teilnahmen, Mittel und Wege erörtert, um eine Ferrer=Kundgebung seitens des Bundes abzuhalten. Bund der Landr irte. Wie die Deutsche Tigeszeitung meldet, hat eine Delegierten= und Vrtrauensmänne; versammlung des Bundes der Landwirte für den 4. mecklenburgischen Reichstagswahlkreis eine Entschließung angenommen, in der die Haltung des Bundesvorstandes in Sachen der Reichsfinanzreform durchaus gebilligt wird. An dem Berichte fällt auf, daß jede Angabe über die Mehrheit, die diese Entschließung angenommen hat, durchaus fehlt. Zum Entwurf der Reichversicherungsordnung. Iu der Frage, wann die Reichsregierung beabsichtige, den Entwurf der Reichsversicherungs=Ordnung dem Reichstag vorzulegen, schreibt eine oft offiziöse Korrespondenz: Sobald die Bundesratsausschüsse ihre Arbeit abgeschlossen haben, wird der Entwurf in der Gestalt, die der Bundesrat ihm gibt, ohne Verzug und auf jeden Fall noch in diesem Winter dem Reichstag zugehen. (Abgabe alkoholfreier, von der Eisenbahnverwaltung hergestellter Getränke.) Um den beteiligten Erwerbskreisen keinen Anlaß zu Beschwerden zu geben, hat der Eisenbahnminister es als nicht erwünscht bezeichnet, daß alkoholfreie Getränkt, die in eisenbahnseitig errichteten und betriebenen Anstalten hergestellt sind, auch an die Familie der Eisenbahnbediensteten für ihren häuslichen Bedarf abgegeben werden. Unbedingt vermieden werden soll die Abgabe solcher Erzeugnisse un außerhalb der Eisenbahnverwaltung stehende Personen. **(Das Feuerlöschmuseum) der Feuerwehrverbände von Rheinland und Westfalen, dessen Entstehung der Initiative des Vorsitzenden des westfälischen Feuerwehrverbandes, Hermann Franken, zu danken ist, wird am Samstag, den 23. d. M., nachmittags 4 Uhr, im früheren Amtshause zu Schalke, Oststraße, eröffnet werden. Vormittags 11 Uhr wird eine Sitzung des Ausschusses und der Kommissionen des westfäl. Provinzialverbandes in Gelsenkirchen abgehalten, in der die Statuten für die neu zu bildenden Kreisverbände beraten werden sollen. Bekanntlich soll der große ca. 40000 Mitglieder zählende Westf. Verband in Kreiverbände eingeteilt werden. Als Delegierter für den Kreis Hörde wird Herr Tillmann von hier an den Beratungen teilnehmen. *:(Soziale Fürsorge.) Eine Reihe Zechenverwaltungen im Ruhrrevier geht in neuerer Zeit dazu über, jedem vernoch in diesem Winter dem Reichstag zugehen.: heirateten Bergmann, dessen Frau ein Wochenbett abhält, von Deutsche Kolonien. Die Aufschließung und Ueberwachung der Zeche aus eine Wöchnerinnenpflegerin zehn Tage lang undes goldführenden Grenzgebietes am Adolfhafen an der Ost entgeltlich zu stellen. Diese Einrichtung hat jetzt auch die Zeche arenze von Neu=Guinea hat die Anlage einer neuen Station] Ludwig, wie der Essener General=Anzeiger berichtet, durch geenge von Neu=Gutnen hat die Antage einer neuen Statton daselbst notwendig gemacht. Auf einer Reise im Jahre 1908 traf der deutsche Gouverneur 18 englische Goldwäscher in den an der Grenze gelegenen Baubebergen. Der Gouverneuer verfügte sofort, daß ein Posten an die Grenze gelegt wird, an dessen Stelle jedoch bei der Bedeutung des Grenzgebietes kürzlich eine Regierungsstation errichtet wurde, die mit einem. Stationsleiter, einem Polizeimeister und 50 farbigen Soldaten besetzt wurde. Ausland. Rußland und Bayern. Die russische Regierung soll zum Einspruch gegen den Beschluß des bayrischen Landtages die Regierung um Kündigung des russisch=bayrischen Auslieferungsvertrages von 1885 ersucht und den russischen Gesandten in München mit unbegrenztem Urlaub abberufen haben.— einem„Bayrische Apachen" betitelten Leitartikel, der überaus scharf gehalten und Zeitungsmeldungen zufolge augenscheinlich inspiriert ist, wendet sich die Nowoje Wremja gegen den bekannten Beschluß des bayrischen Landtags, den Vertrag wegen Auslieferung von Verbrechern gegen das Zarenhaus aufzuheben. Diese interessante Geschichte sei überhaupt nicht ausgeheckt worden, um einen Vertrag aus der Welt zu schaffen. der niemand interessiere, sondern es sei klar, daß es sich hier Anschlag der Belegschaft bekanntgegeben. Die Pflegerin erhält von der Zechenverwaltung täglich 2 Mk. und freie Kost. Dem verheirateten Arbeiter, der in diese Lage kommt, wird zur Bedingung gemacht, daß er mindestens 4 Wochen vor der zu erwartenden Niederkunft s. Frau der Zechenverwaltung Mitteilung macht, damit die Zeche rechtzeitig eine geeignete Pflegerin oder Wärterin zur Verfügung bereit halten kann. *(Stadtverordneten=Sitzung.) Nach längerer Ferienpause werden am Freitag unsere Stadtväter wieder zu einer Sitzung zusammentreten. Auf der Tageordnung der öffentlichen Sitzung stehen 10 Punkte, die jedoch sämtlich von geringerer Bedeutung sind. Außer der Bewilligung von Kosten für die Anlage einer Rinnenpflasterung und eines Bürgersteiges, ssowie Niederschlagung undeibringlicher Hundesteuer und Kommunalsteuer und Genehmigung des Hauungs= und Kulturplanes des Stadtwaldes sollen verschiedene Wahlen getätigt werden. Es handelt sich um die Neuwahl von Armenund Waisenpflegern, Wahl von 4 Beisitzern und 4 Stellvertretern für die im November stattfindende StadtverordnetenWahl und Wahl von Schiedsmännern und Stellvertretern. **(Eine Sitzung des Provinzialausschusses) findet am Donnerstag, den 4., und Freitag, den 5. November d. J. im Provinzialverwaltungsgebäude zu Münster statt. **(Der Evangelische Frauenverein) veranstaltet am Donnerstag nachmittag 5 Uhr im Saale des Herrn Quadbeck eine Versammlung, in der Herr Pfarrer Dreyer aus Münster über Die Mitarbeit der Frau in der Gemeinde“ spricht. Nachdem das Kgl. Amtsgericht schon etliche Damen zu Vormünderinnen bestellt hat, geht jetzt auch die städtische Armenverwaltung mit dem Plane um, in jedem der 14 Pflegebezirke eine besondere weibliche Armen= und Waisenpflegerin dem männlichen Pfleger zur Seite zu stellen. **(Bahnbau Schwerte=Dortmund.) Wir machen auch an dieser Stelle noch darauf aufmerksam, daß der Plan für das zum Bahnbau Schwerte=Dortmund zu enteignende Grundeigentum, soweit solches in der Gemeinde Schwerte belegen ist, vom 21. Oktober bis 4. November im Sitzungssaale des Stadthauses zur Einsicht der Beteiligten ausgelegt ist. **(Der hiesige Blaukreuz=Verein) feiert am Sonntag, den 24. Oktober sein siebentes Jahresfest. Für die Festpredigt vormittags 9,30 Uhr in der großen evangelischen Kirche ist Pastor Greve aus Hohenlimburg gewonnen. Die Festversammlung beginnt nachmittags um 3,30 Uhr im Saale der Stadtmission und ist für diese Feier ein sehr reichhaltiges Programm aufgestellt; Musik= und Gesangvorträge werden mit Deklamationen, Ansprachen, gemeinschaftlichen Liedern usw. in bunter Folge abwechseln, sodaß sich die Feier zweifellos zu einer recht genußreichen gestalten dürfte. **(Einen traurigen Anblick) bot gestern abend ein an eptleptischen Anfällen leidender Arbeiter, der an der Bahnhofstraße von einem Anfalle seines Leidens betroffen wurde und sich in krampfhaften Zuckungen auf der Erde wand. Von mitleidigen Straßenpassanten wurde der Aermste, der sich bei dem Fall auch eine stark blutende Verletzung an der Stirn zugezogen hatte, schließlich nach seiner in den Rosen belegenen Wohnung gebracht. **(Besid tigung.) Die Arbeiten an dem Bahnbau Schwerte=Iserlohn, vor allem die im Bau begriffene ca. 100 Meter lange Flutbrücke wurden gestern durch den Eisenbahndirektionspräsidenten Hoeft eingehend besichtigt. Wie es heißt, sollen noch mehr Arbeiter eingestellt werden, damit die Arbeiten beschleunigt werden können. Die gewaltigen Eisentonstruktionen werden non der Dortmunder Union geliefert. **(Einbruch.) Ein äußerst frecher Einbruch ist in der vergangenen Nacht bei dem Wirt Fritz Nehring ausgeführt worden. Die Diebe sind durch das hochgelegene Abortfenster eingestiegen, haben, da der Abort verschlossen war, die Türfüllung herausgeschlagen und sind durch das sogenannte Kläppchen in die Wirtsstube gelangt. Hier haben sie die Kasse erbrochen und den Automaten ausgeräumt. Außer Kupfergeld und Chokolade haben sie einen Schiuten und ein paar Schuhe mitgenommen. Hoffentlich wird man die frechen Spitzbuben bald fassen. ** Villigst, 20. Oktbr.(Selbstmord.) Der Arbeiter Liesenhoff von hier hat seinem Leben durch Erhängen ein Ende gemacht. Man fand die Leiche gestern morgen im Ohl an einer Buche hängen. L. hatte sich schon längere Zeit herumgetrieben und auch schon verschiedentlich geäußert, daß er sich erhängen werde. ** Aplerbeck, 19. Oktbr.(Ein betrüben der Unglücksfall) ereignete sich auf Zeche„Holstein". Der Bergmann Bernh. Schmergalzki von hier war mit seinen Arbeiten beschäftigt, als plötzlich aus der Höhe von 30 Metern ein beladener Steinwagen abstürzte. Sch. wurde von dem schweren Wagen getroffen und zerschmettert. Die schweren Verletzungen führten den sofortigen Tod herbei. Der Unglücksfall erregt um so größere Teilnahme, weil die um ihren Gatten trauernde Frau noch seit einiger Zeit um das in ernster Gefahr schwebende Leben eines Kindes bangt. Sch. war 38 Jahre alt, er hinterläßt eine Witwe und drei unmündige Kinder. Westfalen und Rheinland. ** Unna, 19. Okt.(Nach längerem Leiden) verstarb hier Herr Superintendent a. D. Dr. theol. Ludwig Polscher, der frühere langjährige Präses der westfälischen Provinzialsynode, im Alter von 90 Jahren. Der Verstorbene war länger als 50 Jahre als Pfarrer in ger benachbarten evangelischen Kirchengemeinde Lünern tätig und wohnte seit seinem vor einigen Jahren erfolgten Uebertritt in den wohlverdienten Ruhestand in unserer Stadt. ** Dortmund, 19. Okt.(Tödliche Unglücksfälle.) Vorgestern geriet der Hülfsarbeiter Josef Kellas auf dem Eisen= und Stahlwerk Hösch zwischen die Puffer von zwei in Bewegung befindl. Wagen, er erlitt derart. Brustquetschungen, daß auf der Stelle der Tod eintrat. Ferner erlitt der Bergmann Karl Kramer am vorgestrigen Nachmittage auf Zeche Tremonia durch Steinfall auf dem Hangenden eine Zertrümmerung der Schädeldecke, infolgedessen er sofort verstarb. ** Herten bei Recklinghausen, 19. Okt.(Ein Lohnbuchmarder) wurde vorgestern vormittag auf der Zeche Ewald 1=2 hierselbst auf frischer Tat ertappt. Es ist der 20jährige Bergmann Johann Woitkowiak. Teils ließ er sich von dem betreffenden Steiger das Lohnbuch eines anderen unter Angabe von dessen Markennummer und Namen geben, teils wußte er sich auf andere spitzbübische Art in den Besitz der Lohn bücher zu setzen. So hat er mehrere seiner Kameraden um ganz erhebliche Beträge geprellt. Der Bursche wurde in das Amtsgericht Recklinghausen eingeliefert. ** Dahlhausen, 19. Okt. Der Familie Bergmann Gilbe sind innerhalb acht Tagen drei größere Kinder am Scharlach gestorben. ** Hamborn, 19. Okt. Durch Reißen einer Kette kippte auf d. Spulschacht b. Ronsberghof die Schwebebühne um. Hierbei stürzte der Schachthauer Hermann Winkendiek aus Walsum in die Tiefe und war sofort tot. Die übrigen Arbeiter retteten sich durch rechtzeitiges Festhalten. W. ist verheiratet und hat mehrere Kinder. ** Gummersbach, 19. Okt.(Vier Geschwister im Alter von 353 Jahren!) Hier leben drei Schwestern und ein Bruder, von denen die älteste 93, die zweite 91, die dritte 85 Jahre alt ist, während der Bruder, der jüngste der vier Geschwister,"erst“ 84 Jahre zählt. ** Hervest, 19. Okt.(Unglück.) Ein auf Zeche Potsdam bei Feldhausen beschäftigter jugendlicher Arbeiter von eranstaltet am DonHerrn Quadbeck eine r aus Münster über e“ spricht. Nachdem zu Vormünderinnen rmenverwaltung mit ezirke eine besondere im männlichen PfleWir machen auch an ß der Plan für das nteignende GrundeiSchwerte belegen ist, Sitzungssaale des iusgelegt ist. ert am Sonntag, den die Festpredigt vorhen Kirche ist Pastor die Festversammlung ale der Stadtmission iges Programm ausi mit Deklamationen, w. in bunter Folge zu einer recht genußrn abend ein an epter an der Bahnhofbetroffen wurde und rde wand. Von mitnste, der sich bei dem an der Stirn zugezoosen belegenen Wohan dem Bahnbau zu begriffene ca. 100 surch den Eisenbahnichtigt. Wie es heißt, sen, damit die Arbeijewaltigen EisentonUnion geliefert. r Einbruch ist in der Nehring ausgeführt gelegene Abortfenster lossen war, die Türirch das sogenannte Hier haben sie die ausgeräumt. Außer en Schinten und ein wird man die frechen ord.) Der Arbeiter ch Erhängen ein Ende rgen im Ohl an einer Zeit herumgetrieben daß er sich erhängen sender Unglücksn“. Der Bergmann inen Arbeiten beschäfMetern ein beladener dem schweren Wagen Verletzungen führten cksfall erregt um so atten trauernde Frau r Gefahr schwebende Jahre alt, er hinterinder. einland. rem Leiden) vert. theol. Ludwig Polwestfälischen ProvinDer Verstorbene war benachbarten evangeid wohnte seit seinem in den wohlverdienten Unglücksfälle.) f Kellas auf dem EiPuffer von zwei in irt. Brustquetschungen, erner erlitt der Bergkachmittage auf Zeche genden eine Zertrümr s o f o r t v e r s t a r b. Okt.(Ein Lohnnittag auf der Zeche tappt. Es ist der 20Teils ließ er sich von eines anderen unter Namen geben, teils Urt in den Besitz der seiner Kameraden um Bursche wurde in das tilie Bergmann Gilbe Kinder am Scharlach sen einer Kette kippte chwebebühne um. HierWinkendiek aus WalDie übrigen Arbeiter m. W. ist verheiratet r Geschwister im leben drei Schwestern 93, die zweite 91, die fruder, der jüngste der Ein auf Zeche Potsndlicher Arbeiter von Amtkches Kreseialt für den kreis börce Nr. 246. Mittwoch, den 20. Oktober 1909. 41. Jahrg. senamme Zweites Wlatt. Die Schundliteratur und§ 360,11. Schon vieles ist geredet, gesprochen und geschrieben worden über die sich immer mehr ausbreitende Schundliteratur, Nicht hilflos einzustimmen in dieses allgemeine Klagelied soll unsere Aufgabe sein. Es ist vielmehr anläßlich der Tatsache, daß fast stets bei Erörterung dieser leidigen Frage erwähnt zu werden pflegt, daß es wohl kaum einen wirksamen unmittelbaren Schutz gegen das Ueberhandnehmen dieser Kunstprodukte gebe, demgegenüber betonen, daß es doch nicht so ist. Wir weisen darauf hin, daß hier einmal eine ganz vorzügliche Gelegenheit sich bietet zu einer richtigen, energischen Darassehung des so Viersach fürsch ungewenderen„Stoden Untistik darüber aufzustellen, in wieviel Fällen jungendlicher Ver“ Düren, 18. Oktbr. Ein schiefes Licht auf die Gutachten gehen die Lektüre solcher Literatur nicht nur in den jugendli= von Schreibsachverständigen warf eine Verhandlung vor der chen Gemütern Verrohung und Unsittlichkeit zur Folge ge= Strafkammer in Aachen gegen den Zahntechniker Franz Wehabt, sondern auch unmittelbar den Anstoß zur Begehung straf, ber von hier, der beschuldigt war, durch anonyme Postkarten barer Handlungen gegeben hat,diemitbloßen Dummenjungens= eine Urkundenfälschung begangen zu haben. Die Anzeige war streichen nichts mehr zu tun haben. Der Junge, der mit bren= von einem früher hier und jetzt in Koblenz wohnenden Zahnnenden Wangen und blitzenden Augen seinen Lederstrumpf techniker Alexander Vigano und die Anklage war im wesentliverschligt, der tobt sich nachher in harmlosen Indianerspielen chen auf ein Gutachten des Schreiblehrers Reiermann aus aus und hat keinen Grund, später einmal kein tüchtiger Mann Düren gestützt. Durch die Beweisaufnahme und das Gutachzu werden; derjenige aber, welcher am düsteren Treppenfenster#ten eines Aachener Sachverständigen wurde die Schuldlosigoder abends noch verstohlen beim Kerzenschein im Bette die keit des Angeklagten festgestellt, weshalb der Staatsanwalt dunkelen Abenteuer eines Nick Karter in seinem unreifen Hirn selbst die Freisprechung des Angeklagten beantragte. Das Gedunkelen Abenteuer eines Nick Karter in seinem unreisen Birn selbst die Freisprechung des Angeklagten beantragte. Das Geaufnimmt, ein solcher Junge steigert sich gar leicht in jugend; richt erkannte demgemäß, da sich die völlige Schuldlosigkeit erlicher Begeisterung in ein falsches Heldentum hinein, und es geben hätte, und legte sämtliche Kosten, auch die dem Angeist keine Seltenheit, daß er später einmal als mißratenes Mit klagten entstanden waren, der Staatskasse auf. slied der menschlichen Gesellschaft auf irgend einer Anklage,.. Homhruch, 19. Ot.(Einbruch.) In der Nacht von durchsetzung des so vielfach falsch angewendeten„Groben Un bank Platz nehmen muß. Wer es nicht glauben will, der lese 11. zum 12, d. M. wurde bei dem Anstreichermeister Dreier ug Paragraphen. Gegenstand dieser Betrachtung soll daher nur die Zeitungsberichte über jugendliche Hayzt=egotächtäpte, vier ein Einbruch verübt und in dessen Werstätte sämtliche ein: Grober Unfug, verübt durch zur Schaustellen und Ver: mit und ohne Wassen, oder rghergehers geizmal Gerog,.(Behälter mit Farben auf den Fußboden geworfen. Der entuf von unküntlerischen, literarisch total vertiosen Schriften von zutr gais, Gester, haus fächlos, versagt die häusliche Erzie, stundene Schaden Lträigt etug Jag Ma. e Sbe..., Aähgte fachet uus v. hung so aibt es zur einen Ausoeg nach, vie meiten den der Was am meisten die niederen Intinite sachelt, was ve, staatlichen Hilfe. Die Anscht gegen den Verkauf und das Ausan beauemsten, d. d. mit möglicht wenig Nachdenten, best, stellen von weder unzüchtigen, noch auch beleidigenden Schrifwird am meisten gekauft, ergo wird mit solchen Produkten ten und Darstellungen ließe sich nichts tun, ist nicht richtig. auch am meisten verdient. So kalkulieren die Verfasser dieser Sehen wir einmal von solchen Produkten ab, die in keiner HinVerte: Man sehe sch nur einmnal eine solche Schauauslage scht schaden können, die nur einfach als dumm zu bezeichnen gibt es doch eine ganze Flut von künstlerischen Machan! Das Wichtigste, Eigentliche, die neuesten Zeitungen, die besseren Zeitschriften, die liegen weit hinten irgendwo versteckt oder gucken unter dem Simplizissimus kaum noch hervor. Vorn aber und an allen Seiten, im Vollgefühl ihrer Wichtigkeit sich brüstend, hängen und liegen Heftchen und Broschüren mit wundervoll bunten Titelbildern und mit fettgedruckten, Grausen verheißenden Titeln und Inhaltsangaben. So lesen wir z. B. während tiefe Ehrfurcht vor dem Verfasser uns erfüllt, während blasses Entsetzen uns die Haare sträuben macht, wie: Nick Karter, Texas Jack, Aus den geheimen Weltdetektivs, und anderen Blödsinn mehr. Auf keinem der Bilder darf selbstverständlich der blitzende Dolch oder der blutrot knallende Revolver nicht fehlen. An den etwa noch verfügbaren Wänden hängen oder lehnen, mit ebenso geschmackvollen Titelbildern Heftchen weniger blutdürstiger, dafür aber um so geheimnisvolleren chiken oder pikanten Inhalts grob erotischer Sinnesrichtung. Wir lesen da Titel wie: Chaiselonguegeschichten, Intime Geschichten, Was man nicht laut erzählt. Nicht fehlen darf natürlich Die Schönheit des Weibes. Davor aber steht, besonders in den Abendstunden, in Menge unsere liebe Jugend, die Zukunft Deutschlands, halbwüchsige schulpflichtige, schmalbrüstige Lehrlinge,— und verschlingt mit allen Sinnen die vielversprechenden Bilder und Titel, die für einen Groschen Geld herrliches an Sumpf und Abenteuern verheißen. Und der Schund findet reißenden Absatz. Die Folgen aber davon macht sich jeder klar, der nur ein penig weiter schaut. Es lohnte sich wirklich, einmal eine Sta. sind, so gibt es doch eine ganze Flut von küinstlerischen. Ma werken, deren Feilbieten einfach als grober Unfug zu bezeichnen ist. Sie haben keinen Kunstwert, keine literarische Bedeutung, keinen Bildungswert, sie schaden vielmehr nur, indem sie die Jugend verderben und verohen. Und dagegen soll der Staat nicht einschreiten dürfen, der sich in unserer Zeit doch gerade den Schutz der Heranwachsenden zur Aufgabe gemacht hat? Der Begriff des groben Unfugs ist ja allerdings sehr bestritten, wir glauben aber doch, allgemeine Zustimmung zu finden, wenn wir das Ausstellen solcher Schriften und Bilder als dem Verbot des Paragraphen 360, 11 St.=G.=B''s anheimfallend bezeichnen. Mit ihrer Konfiskation würde nicht bloß ein Feinfühlender und um die Jugend Besorgter aufatmen; dem Vaterlande aber würde ein kaum schätzbarer Dienst geleistet werden. Westfalen und Rheinland. ** Aplerbeck, 19. Okt.(Verunglückt.) Ein in der Brikettfabrik der Zeche Schürbank und Charlottenburg hier beschäftigter Italiener geriet zwischen das Räderwerk. Der Verunglückte war sofort tot. ** Lütgendortmund, 19. Okt.(Achtuhr=Ladenschluß.) Auf Antrag der Gewerbetreibenden hierselbst hat der Herr Regierungspräsident den Schluß der Läden auf 8 Uhr von 21. des Mits ab versügt. standene Schaden beträgt etwa 500 Mark. Den Bemühungen des Polizeisergeanten Westheide ist es jetzt gelungen, den Täter in der Person des Anstreichers Karl Bunse zu ermitteln. Bunse war früher bei Dreier in Stellung, er hat die Tat aus Rache gegen seinen früheren Meister ausgeführt. ** Siegen, 19. Okt. Ein Soldat des 69. Infanterieregiments in Trier, der vorgestern desertierte, ist hier festgenommen worden. Bei der Prüfung seiner Vergangenheit stellte sich heraus, daß er vor etwa acht Jahren schon einmal fahnenflüchtig geworden war. Damals ging er nach Frankreich, wo er einem Werber in die Hände fiel und Fremdenlegionär wurde. Nach fünf Jahren kehrte er nach Deutschland zurück, erhielt wegen Fahnenflucht 18 Monate Festungshaft und wurde nach dessen Verbüßung abermals eingestellt. Nunmehr ist er aufs neue desertiert. * Düsseldorf, 19. Oktbr. An einem Schulneubau auf der Fürstenwallstraße stürzte einem Bauarbeiter ein gefüllter Mörtlekasten auf den Kopf. Dem Verunglückten wurde das Genick gebrochen. Er war sofort tot. ** Düsseldorf, 19. Okt. In Dellhofen erlitten zwei Kinder, die von ihren Eltern allein gelassen waren, beim Spielen mit Zündhölzchen schwere Brandwunden. Ein Kind ist bereits gestorben, das zweite schwebt in Lebensgefahr. ** Essen, 19. Okt. Der Vorstand der vier BergarbeiterOrganisationen hat in einer gestern abgehaltenen Konferenz einstimmig beschlossen, an die Vorstände der Zechen eine Eingabe zu richten, in der die Aufhebung der Beschlüsse über die Einführung eines Zwangsarbeitsnachweises gefordert wird. Gleichzeitig soll auch in Anbetracht der ernsten Situation je eine Eingabe an das Königliche Oberbergamt und an den Minister für Handel und Industrie gerichtet werden, in der diese Instanzen um ihre Vermittelungen angerusen werden. Die Die Schwarmgeister. Historischer Roman von Gustav Lange. 16. Fortsetzung.) Nachdruck verboten. „Verzeihe mir, Kuno, ich glaube, Du hast recht; phantasiere— ich bin krank! Die mit Schreckensgestalten bevölkerte Welt meines Innern wird meine wahre Welt in Nacht und Tod verkehren...“ Der Junker schloß die heftig zitternde Jungfrau in seine Arme, als wolle er sie vor allen drohenden Gefahren beschützen... z 4, 2 Sachste „Ich will zu meiner Mutten“ schluchzte das Kind der Wiedertäufer.„Zu meiner Mutter, die mich auf ihren Knieen mit jenem Liede einwiegte.“ „Fasse Dich, Divara,“ entgegnete Kuno von Rauschenburg in fost vorwurfsvollem Tone.„Wie leicht könnte uns Jemand aus dem Schlosse beobachten.“ „Divara beherrschte sich mit Gewalt und ging, ihre Trauer unterdrückend, mit Kuno von Rauschenburg der Burg zu. 9. Kapitel. Obgleich Kuno von Rauschenburg sich den Anschein gab, als wenn er der Erscheinung des Krämers nicht die geringste Bedeutung beilege, so schnürte ihm doch der Gebanke an den Fremden die Brust zu. In welchem Zusammenhang stand der Krämer mit Divara? War es mehr als der bloße Zufall, als er dieses Lied anstimmte, welches in Divara so schmerzliche Ernerungen erweckte! Und kannte er sie, hatte er beabsichgt gerade durch dieses Lied, welches zwar so unverfängerschien, ein Erkennungszeichen zu geben! Was wollte dr Krämer! 8— m Sahm.. Es hatte sich in den verstoffenen elf Jahren nie die geringste Spur gezeigt, daß die etwa noch lebenden Verwanden Divaras versucht hätten, sich ihr Was mußte sich ereignet haben, welche Ereignisse waren eingetreten, die einen Angehörigen nach so langer Zeit bewegen konnten, das ihm ganz fremd gewordene Mädchen aufzusuchen. u6 uungt,— dar T.che##. Jedenfalls wollte uno mußte er der Sache auf den Grund kommen. Das geheimnisvoll nach Divara seinen Arm ausstreckende Unheil mußte abgewendet werden, bevor dasselbe weiter um sich griff. Einen Augenblick dachte Kuno von Rauschenburg daran, seine Muttee in dieses Vorkommnis einzuweihen und ihren Rat einzuholen. Er ließ diese Absicht aber gleich wieder fallen. Er wußte, daß seine Mutter Divara wie ihr eigenes Kind liebte und sie würde nur in große Angst und Aufregung geraten, ohne ihm raten zu können. Nachdem Kuno von Rauschenburg Divara bis an das Ritterhaus geleitet hatte, beschloß er, den Krämer aufzusuchen und ihn zur Rede zu setzen. Er ging in das Reithaus, sattelte seinen Schimmel und ließ sich, da ein Gewitter im Anzug war, seinen Mantel holen. Eben war er im Begriff, das Pferd zu besteigen, als Divara zurlickam. Ihre Miene war ernst, beinahe feierlich. „Wohin noch so spät, Kuno? Ich beschwöre Dich, denke ja nicht daran, dem armen Krämer ein Leid zuzuDer Innker gab sich den Anschein, unbefangen zu sein und zwang sich zu einem Lächeln. „Glaubst Du, ich suche meine Kraft und Gewandtheit an einem waffenlosen Krämer zu probieren? Was soll ich von ihm. Kaum würde ich mich des Menschen wieder erinnert haben, wenn Du ihn nicht soeben erwähnt hättest. „Du versuchst mich in diesem Augenblick zu täuschen, Kuno," flüsterte Divara.„Was bewegt Dich, trotz des drohenden Unwetters auszureiten... Du bist nicht zur Jagd gerüstet... Sicher hast Du es auf den Hausierer abgeschen. Sch holl ur uch hnas elichechaet chdsen danrte Divara! Auf mir lastet eine drückendere Gewitterschwüle, als draußen auf der Natur. Ich muß aufatmen frei und krafvoll wie sonst oder es wird mich ersticken.“ Er schwang sich auf sein Pferd, winkte mit der Hand und sprengte über den Schloßhof hin und zum Burgtor Binaus.. Kall, Nr 50 Wenn er geglaubt hatte, den Hausierer in guer'scpe ge Burg anzutreffen, so war das ein Irrtum. Der Frezu, war ringsum nirgends zu erspähen.„Indeß. Auge des geübten Jagers die unten ausgebrettete Land, schaft genauer durchmusterte, glaubte er fern am des Waldes, unfern des Heerweges, eine langsam fortschleichende Gestalt zu erkennen... 2 een fodaß Der Junker gab seinem Schimmel die Sportrt,## er kräftig ausgrif und pfeilschnell die Landstraße dahinflog. Der Hausierer mußte den hinter sich herstürmenden Reiter bemerkt haben, denn er blieb stehen und schaute rückwärts. Die Entfernung, die ihn von dem Reiter trennte, wurde immer geringer. Er warf seinen Kasten ab und setzte sich am Rande des Weges nieder und erwartete den Reiter unbeweglich und unbefangen, denn wenn dieser seinetwegen nachkam, würde er ihn doch bald einholen und da war es doch gleich besser, er blieb hier sitzen. Dicht vor dem Fremden parierte Kuno von Rauschenburg sein schäumendes Roß. Nachdenklich betrachtete er einen Augenblick das sonnengebräunte Gesicht des Hausierers, dessen Miene so unbeweglich wie aus Bronze gegossen erschien. Seltsam! Auch Kuno von Rauschenburg meinte in diesen intelligenten Zügen etwas ihm Bekanntes zu gewahren... Suc, KKäint Ers „Freund, der Weg nach der Sparenburg scheint Euch etwas sauer geworden zu sein?“ „Ich weiß nicht, welchen Weg Ihr meint,“ antwortete der Hausierer mit vollkommenster Ruhe, indem er sich aus seiner sitzenden Stellung erhob. weiter in dieser Sache zu unternehmenden Schritte sollen einer später einzuberufenden Vorstandskonfernz vorbehalten sein, die stattfinden soll, nachdem die Antworten der Zechen und der anderen angerufenen Instanzen angelangt sind. * Bonn, 18. Oktbr. Dem Maschinenschlosser Karl Nowotnick zu Bonn ist von der Königlichen Prüfungskommission für Einjährig=Freiwillige zu Köln in der wissenschaftlichen Prüfung die Berechtigung zum einjährig=freiwilligen Dienste zuerkannt worden. Nowotnick hat ohne fremde Hilfe in Ueberstunden verschiedene Entwürfe und Zeichnungen gefertigt und eine zweizylindrige Dampfmaschine mit Kesselanlage gebaut. * Koblenz, 18. Oktbr. Wegen einer falschen Nachricht, die ein junger Seminarist aus Neumünsterfeld einer hiesigen Zeitung übersandt hatte, wurde der Seminarist gestern von der Strafkammer zu drei Tagen Gefängnis verurteilt. Das Gericht nahm Urkundenfälschung an, weil der Einsender den Namen eines Lehrers unter seinen Zeitungsartikel gesetzt hatte. Anscheinend hat es sich um einen Ulk gehandelt; in dem Artikel war gesagt worden, ein Professor feierte seine goldene Hochzeit. * Koblenz, 18. Oktbr. Das Schwurgericht sprach gestern im Wiederaufnahmeverfahren den Tagelöhner Jakob Knopp aus Boppard von der Anklage des Mordes, begangen an seinem Stiefsohn Andreas Schmidt, frei, und verurteilte ihn nur wegen Körperverletzung, begangen an zweien seiner Söhne, zu einem Jahr Gefängnis. Das erste Urteil, durch welches Knopp zum Tode verurteilt worden war, hat das Reichsgericht wegen eines Formfehlers— in der Rechtsbelehrung in der Verhandlung im April wurde eine Beeinflussung seiner gegen ihn aussagenden Kinder erblickt— aufgehoben. Bunte Chronik. Angriffe gegen die Führer des Handwerks. Gegen den Vorsitzenden des Zenttalverbandes der Vereinigten Innungsverbände Teutschlands, Ehrenobermeister Richt, und den Vorsitzenden des Tischlerinnungsverbandes und Obermeister der Berliner Tischlerinnung Rahardt waren in letzter Zeit besonders wegen ihrer Stellung zum Hansabund Angriffe erhoben worden, deren Bedeutung in Fachkreisen allerdings von Ansang an nicht überschätzt worden war. Zuletzt hatten sich noch 6 Tischlermeister unter Führung eines dem Bunde der Landwirte nahestehenden Herrn durch Vermittelung einer Korrespondenz ähnlich geäußert. Die letzte Sitzung der Tischler=Innung in Berlin hat nun zu diesen Angriffen Stellung genommen und einstimmig erklärt, daß die Innung durchaus hinter ihren Obermeistern steht und deren Verdienste und Bemühungen zum Besten des Handwerks gerade in ihrer Stellungnahme zum Hansabunde anerkennt; was die Herren Richt und Rahardt erklärt hätten, das sei auch die Meinung ihrer Innungen. Eine Seminar für soziale Arbeit hat der durch die Einrichtung eines Freiwilligenjahres in der Krankenpflege in weiten Kreisen bekannte Ev. Diakonieverein in Gummersbach eröffnet. Den gebildeten Frauen unseres Volkes, die aus irgend aus einem Grunde das Freiwilligenjahr in der Krankenpflege nicht durchmachen wollen oder können, aber doch eine abgeschlossene Berufsbildung erstreben, bietet sich hier Gelegenheit, sich eine solche für soziale Tätigkeit anzueignen, ohne ; daß sie für ihre Zukunft irgend welche Verpflichtung zu übernehmen brauchen. Wie in den Seminaren für Krankenpflege wird auch hier diese Ausbildung vollständig unentgeltlich geboten. Die so Ausgebildeten erhalten nachher durch den Verein eine entsprechende Anstellung. Nur für die Verpflegung und Wäschereinigung ist für den Kursus von 9 Monaten ein Entgelt von 385 Mark zu entrichten, ein äußerst niedriger Satz, wenn man bedenkt, daß im Erkrankungsfalle ärztliche Behandlung und Verpflegung bis zur Dauer von 13 Wochen gewährleistet wird. Gebildeten evangelischen Jungfrauen wird in Gummersbach Gelegenheit geboten, sich zur Arbeit in Fürsorge und Mädchenheimen, in Martha= und Waisenhäusern, als Armen= und Fabrikpflegerin, als Gewerbe= u. Polizei=Assistentin usw. auszubilden. Es ist äußerst dankenswert von dem Ev. Diakonieverein in Berlin=Zehlendorf, daß er immer wieder neue Weg findet, unsern Frauen einen sie wirklich befriedigenden Beruf zu erschließen. Interessante Prozesse. Nevision im Mordprozeß Hachradt. Der Verteidiger des am 11. Oktober von dem Schwurgericht in Potsdam zum Tode verurteilten Raubmörders Hackradt hat gegen dieses Urteil Revision beim Reichsgericht angemeldet. Die Revision stützt sich auf mehrere Formfehler, die während d. Prozeßverhandlung vorkamen. Revision im Dahselprozesse. In dem Erpressungsprozeß Dahsel=Schuwardt ist eine teilweise Revision angemeldet worden, und zwar von Seiten des Anwalts der Frau Schuwardt, die bekanntlich zu acht Monaten Gefängnis verurteilt wurde. Di Revision erstreckt sich auf die Fälle Graf Frankenberg und Fürst Hohenlohe und gründet sich darauf, daß angeblich während der Verhandlung mehrere Verstöße gegen die Strasprozeßordnung gefunden. Auch Dahsels Verteidiger soll die Anmeldung der Revision beabsichtigen, doch ist bis zur Stunde ein derartiger Schritt von seiner Seite nicht erfolgt. Ein neuer Beleidigungsprozeß gegen die„Wahrheit“. Ein neuer Beleidigungsprozeß gegen die Wahrheit wird im nächsten Monat vor dem hiesigen Schöffengericht zur Verhandlung kommen. Im Sommer dieses Jahres erschienen in verschiedenen Blättern Mitteilungen darüber, daß der Geheime Intendanzrat Ludwig Barney der geschiedenen Frau seines Sohnes, die sich angeblich in größter Not befände, jegliche Unterstützung verweigert und dadurch veranlaßt habe, daß die kränkliche Frau mit ihren Kindern in höchste Not geraten sei. Die Wahrheit nahm dies zum Anlaß, auch andere Angriffe rein privater Natur gegen Geheimrat Barney zu richten. Barney, der die hauptungen des Blattes als gehässige Erfindungen und Entstellungen bezeichnet, hat jetzt durch seinen Rechtsbeistand Strafantrag gegen die Wahrheit gestellt. Termin zur Hauptverhandlung ist auf die Mitte November vor dem Schöffengericht anberaumt worden. Was mancher nicht weiß. Persianer. Nicht aus Persien, wie der Name vermuten lassen könnte, stammt dieses von unseren Damen heute so ge, schätzte Pelzwerk, sondern aus dem russischen VasallenstaatBuchara. Die Lämmer der hier heimischen Karakulschafe, diTräger dieses lockigen Felles, müssen zwischen dem fünften und zehnten Tage ihres Lebens geschlachtet werden, da sich sonst die Locke löst. Der Durchschnittswert eines solchen Felles beträgt 20 Mark. Sorgfältig getrocknet und verpackt gelangen die Felle auf den Leipziger Markt, den einzigen Ort der wo sie richtig gefärbt werden können. Buchara liefert alljährlig etwa eine Million Felle. Noch wertvoller als diese ist der sogenannte Breitschwanz, der von„ungeborenen“ Lämmern herstammt. Dieser irreführende Ausdruck ist der Anlaß zu der Legende geworden, daß zur Gewinnung dieser Felle das tragende Muttertier geschlachtet werde. Es handelt sich jedoch nur um Früh= oder Fehlgeburten der Lämmer, hervorgerufen durch das sehr rauhe Wetter der zentralasiatischen Steppen, dem die Tiere während der in die Monate März und April fallenden Geburts, zeit schutzlos preisgegeben sind. Diese Lämmer sind so schwach. daß sie wenige Stunden nach der Geburt sterben würden; man nimmt deshalb die Rohschlachtung vor, und diese Tiere liefern dann die durch prachtvoll glänzende Moireezeichnung ausgezeich. neten Breitschwanzfelle, von denen jährlich nur etwa 50.000 Stück geliefert werden. Sie sind noch wertvoller als Persianer und kosten 30 Mark das Stück. Die höchste Brücke der Welt. In Gegenwart des französischen Ministers der öffentlichen Arbeiten hat vor kurzem die feierliche Einweihung der neuen Bahnstrecke von Lapeyrouse nach Volvio stattgefunden, der neuen Strecke, die die Fahrt von Paris nach Clermont=Ferrand erheblich abkürzt. Damit ist auch die große Brücke von Fades dem Verkehr übergeben, an deren Bau man acht Jahre rastlos gearbeitet hat und die heute als die größte Brücke der Welt gilt. Der imposante Viadukt liegt zwischen den Stationen St. Priest=Sauret und Ancizes=SaintGeorges; in einer Höhe von nicht weniger als 123,5 Metern. Ueber die Talsohle überspannt die Brücke mit einer Länge von über 480 Metern das weite Tal der Sicule. Ein gewaltiger gerader Stahlbalken von 11,60 Meter Höhe und 6,88 Meter Brei, te strebt von einem Brückenende zum anderen. Drei weitaus. ladende, hohe Brückenöffnungen werden von diesem Stahlgerüst überspannt; die mittlere Oeffnung hat eine Breite von 144 Metern, die beiden seitlichen haben eine solche von je 116 Metern. Die obere Stahlplattform mit ihren 2400000 Kilogromm Gewicht wird von mächtigen kraftvollen Steinpfeilern getragen, die über eine massive Unterlage von rund 22 Metern noch um 92 Meter emporragen. Das riesige Werk, das jetzt vollendet ist, hat einen Kostenaufwand von über 4 Millionen beansprucht. Verantwortlich: Für Politik, Feuilleton und verwandte Gebiete: Waldemar Gröhn; Lokales, Provinzielles und Inserate: Friedrich Kraas; Druck und Verlag von Carl Braus, sämtlich in Schwerte. ist für die Insfandhalfung der Wäsche unserer Kleinen wie keine andere geeignet. Sie verleiht ihr köstliche Frische und Reinheit im begensatz zu schlechten Seifen, die in den Wäschesfücken ätzende und die Haut reizende Bestandteile zurücklassen Die Behaglichkeit der jungen Weitburger wird daher durch Sunlichtseife geförder!! Die Schwarmgeister. Htstorischer Roman von Gustav Lange. 17. Fortsetzung.) Nachdruck verboten. „Denjenigen, welchen Ihr vorhin verfolgt habt.“ „Gut, der Weg war mir zu sauer, nehme ich an— was weiter?“ „Obgleich Ihr den Leuten von der Sparenburg den Rücken gekehrt habt, so gibt es unter ihnen doch wenigstens einen, der neugierig ist, Euere nähere Bekanntschaft zu machen.“ Der Haufierer blickte den Junker mit einem Ausdruck unergründlicher Verschlagenheit an. wollt sagen, daß die Leute dort oben Lust haben, mir etwas abzukaufen?“ „Das könnte der Fall sein.“ Der Hausierer machte Anstalt, seinen Kasten aufzunehmen. „Hoho!“ rief Kuno von Rauschenburg,„so rasch wie Ihr meint, geht es nicht. Bevor Ihr in die Burg eingelassen werdet, müßt Ihr mir Rede stehen, woher Ihr kommt und wie Ihr heißt.“ Der Hausierer besann sich einige Sekunden. „Das könnt Ihr morgen alles erfahren,“ junger Herr, sagte er dann frostig.„Heute Abend will ich eilen, daß ich vor dem Hereinbruch des Wetters eine wohlfeile Herberge finde. Ich bin zu müde, den Berg noch hinauf zu steigen und das war auch die Ursache, weshalb ich auf halbem Wege wieder umkehrte.“ „Ihr wollt Euren Namen nicht nennen?“ „Was sollte der Euch nützen?“ „Ich vermute, daß ich Euch schon einmal früher bebegnet bin und hierüber will ich Gewißheit haben.“ „Da irrt Ihr,“ sagte der Krämer und bückte sich zu seinem Kasten nieder. „Warum versteckt Ihr Euer Gesicht!“ rief Kuno von Rauschenburg. „Ich mag nichts mit Euch zu tun haben,“ antwortete der Fremde trotzig.„Also verschont mich mit Euren weiteren Fragen und laßt mich gehen.“ „Nein, erst sollt Ihr mir Rede stehen, oder ich erwürge Euch, so wahr jetzt der Donner rollt!“ Der Hausierer wickelte den Mantel um seinen linken Arm und zog ein Faustrohr mit langem messingenen Lauf aus einer bisher durch den Mantel bedeckten Ledertasche. „Hier,“ sagte der Hausierer, den Hahn der Waffe spannend,„hier ist der gute Freund Eures Schwertes. Hütet Euch, Euer Roß nur noch einen Schritt vorwärts zu treiben... Und da jetzt die beste Garantie für gegenseitige Höflichkeit geleistet ist, so habe ich gegen die Fortsetzung des Gesprächs nichts mehr einzuwenden.“ „Hah, Ihr seid nicht der harmlose Hausierer, der Ihr scheinen wollt. Ihr gwört zu der Bande, die vor Jahren auf der Sparenburg gefangen eingebracht wurde, der es aber gelang, zu entfliehen— vielleicht ist Divara gar Eure Schwester?“ „Und wenn sie es wäre?“ fragte der Hausierer grimwig lachend...... gm...(uch d „So habt Ihr in mir einen Wächter vor Euch, der Euch nie verlassen wird, bis Ihr mir geschworen habt, Euch nie Divara zu nähern, ihr mit keiner Silbe eine Mitteilung über ihre Eltern zukommen zu lassen. Erfreut Euch schweigend am Anblick Divaras und ziehet friedlich weiter Eures Weges, ohne zu versuchen, sie der Stellung zu entfremden, welche sie in unserem kleinen Familienkreise einnimmt. Divara, welche durch die Vorsehung auf meine Mutter angewiesen wurde, ist ihr eine liebe Tochter geworden. Zeigt Eure brüderliche Gesinnung dadurch, daß Ihr sie nicht aus einem ihr liebgewordenen Kreis jetzt entreißt.“....... Mohr: wich nicht „Ich schwore nicht, aber ich wehre nich nicht nur, wenn Ihr mich bedroht, sondern ich werde mich auch Euer zu entledigen wissen, wenn Ihr nicht sofort fortreitet!“ „Ach, ich ahnte ja, daß Ihr Böses im Schilde führt. Ein Blick in Euer tückisches, fanatisches Auge genügt mir, um mir dieses zu bestätigen!“ rief Kuno von Rauschenburg, der seinen Zorn kaum noch bemeistern konnte.„Seid Ihr nicht gekommen, um Divara wieder in den Strudel Eures landstreicherischen Lebens hinabzuziehen, dem sie durch eine gnädige Fügung des Schicksals entronnen ist? Welche teuflische Pläne bewegen Euch zu einem Anschlag auf das Glück eines wehrlosen Mädchens.“ „Diese Anschuldigung trifft Euch, nicht mich!“ schrie der Hausierer wütend. Er schlug seine Waffe an. Der Junker hatte gerade noch Zeit, sein Roß herumzureißen, als der Schuß krachte. Ueber den Bug des Schimmels zog sich ein breiter, blutiger Striemen. Die Kugel hatte das Tier nur gestreift Mit einem gewaltigen Satz war Kuno von Rauschenburg an der Seite des Hausierers. Das Schwert blitzte ir seiner Hand— ein furchtbarer Hieb, der Schulter und Brust des Fremden traf, streckte diesen zu Boden. Kuno von Rauschenburg stieg vom Pferde und beugt sich zu dem Getroffenen herab. Er wartete beklommenen Herzens auf ein Lebenszeichen, aber der Fremde blieb unbeweglich, wie vom Blitz getroffen, welche anfingen, in kurzen Zwischenräumen am dunklen Himmel ihre glühen. den Bahnen zu ziehen. Er richtete den Getroffenen auf, aber derselbe fiel wie eine leblose Masse zurück. Nun wurde der Junker dock von einem heftigen Schauder ergriffen. Zum ersten Malt stand er vor der Leiche eines von ihm erschlagenen Feindes. War er ein ritterlicher Sieger oder ein gewöhnlie##e Mörder? Er wagte diesen Gedanken nicht auszudenken, sondern ergriff den Erschlagenen, schleppte ihn ins Gebitsch und stellte den Warenkasten neben ihn hin. Dann ritt er, wie von Furien verfolgt, so schnell der Schimmel zu laufen vermochte, auf dem schnellsten Wege der Sparenburg zu. % S 8 S 582-8 SSEn *- 8• . 5 Sgs BSggaaS n „n 95 S esten„Deiue AOTTTSOENSAE „ S = SOEg —BAESS BEAET = SSEy„-SS“ SERRR“ # S WS SSS Sag e son W Saß 22.82. S SSpAT Sag SasuEn gEET E.0 0 G S S S%8 S 9 S S0S We S 06 Sa S—9. S S. P# * MoSSE 5% — Haus und Küche bearbeitet von Laura Vincent. Einkaufen von Geflügel. Wie manche Hausfrau hat sich sichon über eine alte Suppenhenne geärgert, die durchaus nicht wesich werden wollte, über eine zähe Gans oder Ente, über einen „urigen“ Truthahn, denen nichts so sehr ähnelte als Leder! Bei Gefli'gel heißt es eben, sehr vorsichtig beim Einkaufen sein ur besonders anf kleine Merkmale achten, die uns den Unterschi zwischen alt und jung erkennen lassen. Albe Gänse haben einen großen Kopf, einen lange Schnabel, der sich nicht durchbrechen läßt, knochige Beine, graue, großporige Haut. Das Fettpolster unter den Flügeln ist gelb, die Rückenknochen vorstehend. Beim Einkauf biege man den oberen Sctpatchtenl eunbehng, bng.,#nich denrtele, Makasbend AlteEnten kann man ahnlich deurtetten. Maßgek ist bei ihnen der sehr breite Kopf. Alte Truthühner erkennt man an den Schwielen auf der Fußsohle, die bei den jungen fehlen. Ein Jahr alte eignen Alte Hühner haben an den Veinen muhe Schuppen, steise Unterbeine, einen dicken rauhen Kamm. Beim Hahn ist der Sporn sehr spitz. Bei jungen Hühnern ist der Kamm zart und weich, die Sporen sind nur wenig entwickelt. dürfen nicht zu fett sein, besonders soll das Fett nicht gelblich erscheinen, doch sehe man auf eine fleischige Brust. Alte Tauben haben rote Beine, die jungen zeigen glatte Füße, ein blasses, wenig glänzendes Gefieder und weichen gelblchen Flaum. 661 Wer seiner Famitie oder seinen Gästen zartes, schmaahaftes Geflügel vorsetzen und sich vor Aerger bewahren will, der achte auf diese Merkmale. Ersatz für Kleinholz. Es geschieht manchmal, daß im Haushalt das Kleinholz ausgeht, aber an Zeitungsbogen ist in unseim papierenen Zeitalter gewöhnlich Ueberfluß. Man nehme einen großen Bogen, rolle ihn fest zusammen und mache dann an jedes Ende einen Knoten. Fünf oder sechs so vorbereitete Bogen Zeitungspapier genügen, um ein Feuer ohne Holz angpdinbe. Vegetarische Küche. Gemüse. Mangoldgemüse(Römischer Kohl). Ein sehr feines Gemüse, das als Ersatz für Spargel dienen kann. Von den Blattstielen wird alles Grün abgestreift, dann schneidet man sie in fingergliedlange Stückchen und dünstet sie in Salzwasser weich. Unterdessen bereitet man zu etwa zwei Suppentellern voll Stielen eine weiße Sauce. 45 Gramm Butter werden mit einem Kochlöffel Mehl auf dem Feuer innig verrührt, worauf langsam Wasser von den Stielen zugefügt wird, bis man eine dickliche Sauce hat. Man gießt jetzt die übrige Brühe von den Stielen ab, gibt diese in die Sauce, würzt mit wenig Muskatnuß, 1 Eßlöffel voll Zitronensaft und läßt aufkochen. Zuletzt zieht man das Gemüse mit einem Aus dem Grün des Mangold läßt sich ebenfalls ein wohlschmeckendes Gemüse herstellen, das wie Spinat zubereitet und durch Beigabe einer Handvoll Sauerampferblätter im Geschmack gehoben wird. Man kann auch beides zusammengeben; in diesem Fall richtet man das Stielgemüse gehäuft in der Mitte der Schüssel an und gibt das Grüne im Kranze Petersiliengemüse. Bier Hände voll Petersilie und eine Handvoll Kerbel und Sauerampfer werden fein gewiegt und in 40 Gramm Butter(oder Palmin) weich gedünstet, dann fügt man drei Eßlöffel voll geriebene Semme und Salz, sowie etwas Kunstwürze zu, quirlt durch und noch eine Viertelstunde kochen. Ist das Gemüse zu dick, so gibt man noch etwas Wasser dazu, doch darf es nicht suppig sein, sondern püreeartig. Man serviert mit in Butter braun gerösteter, geriebener Semmel, die über das angerichtete Gemüse gestreut wird. Kräutergemüse. Hierzu nimmt man eine Handvoll Petersilie, ebensoviel Kerbel, Sauerampfer, Portulak und junge Brennesseln, im ganzen also fünf Hände voll. Die Zubereitung ist genau wie bei dem Petersiliengemüse. Kochsalat. Fünf schöne große Salatköpfe werden von den äußeren Blättern befreit, in Viertel geschnitten, gewaschen und in kochendem Salzwasser weich gedünstet. Nun werden sie herausgenommen, ausgedrückt und grob gewiegt. Nun verquirlt man einen Löffel voll Mehl mit einer halben Tasse kalter Milch, gibt eine kleine, feingeschnittene Zwiebel hinein, “ t e i n e r W ü r z e v o n w e n i g S a l z, M u s k a l n u ß bringt Milch, gibt eine kleine, feingeschnitte. 4n, dies mit einer Wurze von weng Eurg, Muslalnuß und Soja aufs Feuer und fügt unter anhaltendem Rühren Wasser von dem Salat hinzu. Dies läßt man kochen, bis die Zwiebel weich ist, passiert durch ein Sieb, gibt 60 Gramm Butter dazu, tut den Salat in die Sauce und läßt das Ganze auf schwachem Feuer noch eine Viertelstunde ziehen, nicht kochen. Feiner wird das Gemüse, wenn man statt der Milch süße Sahne nimmt. Ersatz für Fleischgerichte. Falsche Fische. Für 10 Pfennig Weißbrot reibt man ab und schneidet es in fingerdicke Scheiben, die man in Milch, in der zwei Eier verquirlt sind, weicht, doch so, daß sie nicht zerfallen. Inzwischen bereitet man einen Eierkuchenteig aus ¼ Pfund Mehl, einem Ei, einer halben Tasse Milch, Salz, etwas feingewiegtem Schnittlauch und Petersilie. In diesen werden die Schnitten eine nach der andern getaucht und in Butter von beiden Seiten schön braun geQuarkkuchen. ½ Pfund gekochte, erkaltete und geriebene, oder durch die Fruchtpresse gequetschte Kartoffeln, Pfund Mehl, für 20 Pf. Quark(weißen Käse), drei Eßlöffel voll Zucker, zwei Eier, etwas abgeriebene Zitronenschale wenig Muskatnuß werden zu einem Teig gut verarbeitet. Man k st daraus Klöße, die man zu flachen Kuchen bäckt sie in Butter von beiden Seiten gologelo und wälzt sie noch heiß in feinem Zucker, dem eine Messerspitze voll Zimt zugefügt wurde. Sie werden warm mit einer Beigabe von Kompott zu Tisch gegeben. Reisstrudel. Aus 250 Gramm Mehl, zwei Eiern, 50 Gramm Butter und zwei Eierschalen voll einem Teelöffel Salz knetet man einen festen Teig, den zugedeckt eine halbe Stunde an einen warmen Ort stellt. Unterdessen hat man ½ Pfund Reis in einem Liter Milch und ¼ Pfund Butter weich gekocht und zum Abkühlen gestellt. Nun gibt man acht Eigelb unter die Masse, fügt etwas Salz hinzu und quirlt tüchtig, zuletzt zieht man den festen Schnee Man kann diese Spes auch süßz bereiten. In diesen Fall fügt man der Fülle drei Eßlöffel Zucker, einen Teelöffel Vanillin, ebensoviel feingewiegte Zitronenschale und eine Korinthen zu und bestreut den fertigen Strudel mit Zucker. Seuogzsg gun 1. S e Wre ni 85 9#8 8 5 S 2 55 85 S S 8 SS * 5 S 8 S S 0 — 8 # 3* # 5 85 63 SB5ss ### S9 S 9 5 S Sm S 5 B S 2. 9** S 8 S 8 8 P#Fs. # 5g S S—• * a S g 2 0•32 Se a 6 Sn Gs 9 S 8— # S SE: S S 8—S S 2 SFFSSE 5 W Amtliches Kreisblatt für den kreis börde 41. Jahrgung. O Grlles und Alenes Unterhaltungs=Beilage zu Nr. 246. Mittwoch, 20. Oktober 1909. leandesverrat. Roman von E. Oh. Oppenbeim. (32. Fortsetzung.) (Dachdrutk verboten! etzt dachte sie augenscheinlich nicht mehr “ d a r a n, m i r z u g e f a l l e n. S e l b s t i h r e Stimme hatte einen anderen Klang angenommen. Sie war verschleiert und heiser geworden in der Erregugge, die sich ihrer bemächtigt hatte. Ihr aber schien plötzlich um Jahre gealtert. Die Adern an ihren Schläfen traten stärker hervor, und ich sah die Krähenfüße an ihren Augenwinkeln. In ihren Augen aber war ein Flimmern wie von Angst oder Schmerz, die Offenbarung einer Empfindung. nach meinem Gefühl unzweifelhaft echt sein mußte. „Es ist Ihnen widerwärtig, mit mir zu sprechen,“ sagte sie, da ich ihr die Antwort schuldig geblieben war, indem sie sich gleichzeitig mit einer ungestümen Bewegung gegen mich neigte.—„Ich habe Ihr nie in meinem Leben ein Leid Auggionent etwas wie Ich gestehe, daß sich in diesem Mo#####s ein Gefühl des Mitleids in meinem Herzen legte. Aber ich wollte und durfte ihm nicht Gehör geben. Mit aller Kraft meines Willens mußte ich mich vielmehr. gege jede Anwandlung unzezige rauswächgger ich ta „Vielleicht nicht, gnävige Frau:— Abei ich kann trotzdem nur wiederholen, was ich Ihnen bereits sagte. Ich sehe weder für Sie noch für mich einen Nutzen von der Erörterung dieser Dinge, die für mich wenigstens üder ale Maben krourg hnd, weitersagen. Siemirden „Gut denn— so willich nichts weller jagen. Siewulben zu einer anderen Auffassung gerommen sein, michangehört hätten. Aber ichkann Sie nicht dazu zwingen, Auf eine Frage aber müssen Sie mir antworten, Georg! Ich habe ein heiliges Recht darauf, diese, nt verlangen.— Sie müssen mir sagen, wo er suh besanbet.“ „Wo wer sich befindet?“ Ihre Augenbrauen zogen sich zusammen, und ihre Lippen kräuselten sich, so daß ich den mattei glanz ihrer wunderschönen Zähne sehen konnte. „Wollen. Sie mich verspotten.“ sagte sie.„Von wem sollte ich sprechen, wenn nicht von Ihrem Vater? Sie mögen mir die Antwort verweigern, wenn über's Herz bringen, aber Sie sollen mich nicht belügen. Denn ich weiß, daß Sie imstande sind, mir Auskunft über seinen gegenwärtigen geben. Und ich würde Sie längst darum befragt haben, wenn es mir nicht bis zu dieser Stunde an Mut gefehlt hätte, mich Ihnen zu erkennen zu geben.“ 21. Kapitel. Ich sah, daß sie mit fieberhafter Spannung auf meine Erwiderung wartete. Und der Ausdruck ihre Züge war Beweis genug dafür, einen wie furchtbaren Kampf es sie gekostet haben mußte, die Frage an mich zu richten, auf die ihr doch niemand weniger zu antworten vermochte als gerade sch. B. 1164, „Ich weiß nichts von meinem Vater, sagte ich. „Man hat mir erzählt, daß er tot ift. Das ist alles, was ich Ihnen sagen kann.“ „Das ist unmöglich!“ rief sie aus.„Weni wäre, so würde ich etwas davon gehört haben. ja auch vollständig gesund, als er mich verließ, gesün! ivn Dass“, eo wohl sein, aber es ändert nichts an meiner Unkenntnis über sein Schicksal. Bis zu dem heutigen Tage war ich der Meinung, daß mein Vater durch eigene Hand gestorben sei, als— nun, als seine Verfehlung entdeckt worden war. Heute erst bin ich darüber aufgeklärt worden, daß es nicht so war. Wenn ich den Herrn, der mir von diesen Dingen sprach, richtig verstanden habe, ist der Tod meines Vaters in daß man Sie damit aufs neue belogen hat. Wer immer es Ihnen gesagt haben mag, er hat ein Interesse daran gehabt, Sie zu belügen.“ „Sie glauben also, daß mein Vater noch am Leben „Mein Gott, können Sie denn in Abrede stellen, ihn noch vor kurzem selbst gesehen zu haben? Warum, da ich es doch weiß, wollen Sie es mir durchaus ver„Isch habe ihn mit meinem Wissen nie in meinem ihr Bück bis auf den Grund meiner Sele dringen sollte, und ihre Stimme klang noch heiserer als zuvor, „Ihr Vater verließ mich an einem der ersten Tage dieses Jahres, weil er dem Verlangen nicht mehr widerstehen konnte, seinen Sohn zu sehen. Er wuprt, wo er Sie zu suchen habe, und doch sollte er nicht 99 dove oder gesehen als se Monaten ebensowenig gesprochen oder gescyen als se Ich hatte die letzten Worte nur mit der furchtbarsten Anstrengung über die Lippen bringen können, denn eine entsetzliche Ahnung war in meiner Seele aufgestiegen und hatte meinen Körper wie mit eisigen Schauern überschüttet. Ich sah das bleiche Gesicht vor 8 S 97 2 E 41- 5 S S S S 5 Subusi 2 „„„* mir, das sich in der Nacht meiner Erkrankung an die Fensterscheibe der armseligen Hütte zu Potesci gepreßt hatte; greifbar lebendig stand das Bild des Toten, den ich am Strande von Potesci gefunden, vor meinem geistigen Auge, und mir war, als griffe mit zerfleischenden Krallen der Wahnsinn nach meinem schmerzenden Hirn. Etwas von dem namenlosen Grauen, das mich gepackt hatte, mußte wohl auch auf meinem Gesicht zu lesen sein, denn meine Reisegefährtin, die nicht für einen Moment aufhörte, mich zu ber bachten, sagte mit dem Ausdruck einer aufrichtigen Besorgnis: „Was ist Ihnen?— Sie sehen mit einem Mal sehr schlecht aus. Fühlen Sie sich nicht wohl?“ Da raffte ich noch einmal all meine Kraft zusammen. „Doch!— Ich fühle mich ganz wohl.“ „Umso besser!— Denn ich kann es Ihnen nicht ersparen, noch weiter von diesen Dingen zu reden. Hier gibt es ein Geheimnis, das unter allen Umständen aufgeklärt werden muß. Und Sie haben an dieser Aufklärung kein geringeres Interesse als ich selbst. Der Mann, von dem wir sprechen, war nicht der lieblose Vater, als den seine Feinde ihn Ihnen geschildert haben mögen. Er war mit seinen Gedanken beständig bei Ihnen, und er wurde nicht müde, von Ihnen zu sprechen. Ueber alle Vorkommnisse Ihres Lebens war er auf das Genaueste unterrichtet bis zu dem Augenblick, wo widrige Umstände Sie genötigt hatten, Ihren Abschied aus dem Milifärdienst zu nehmen. Daß er von da an nichts mehr über Sie in Erfahrung bringen konnte, beunruhigte und quälte ihn auf das äußerste. Und obwohl er die allertriftigsten Gründe hatte, den Boden Rumäniens nie wieder zu betreten, ließ er sich doch von seiner Vaterliebe dazu bestimmen. Wie ich Ihnen bereits gesagt habe, verabschiedete er sich von mir an einem der ersten Januartage dieses Jahres, mit dem festen Versprechen, mir unverzüglich Nachricht zu geben, sobald es ihm gelungen sei, Sie zu finden. Aber ich habe nach jenem Tage kein Wort mehr von ihm gehört. Das ist der Grund, weshalb ich jetzt nach Rumänien gekommen bin.“ „Der einzige Grund?“ fragte ich, ohne in meiner Erregung recht zu wissen, wie ich dazu kam, diese Frage zu stellen. Sie aber erwiderte einfach und im Tone der vollsten Wahrhaftigkeit: „Ja, der einzige Grund.“ Gewaltsam suchte ich die furchtbaren Vorstellungen abzuschütteln, die meine Seele peinigten. Es war ja Wahnsinn, anzunehmen, daß der Ermordete mein Vater gewesen sei, und ich wollte nicht daran glauben. „Wenn er gekommen wäre,“ sagte ich hart,„so würde ich ihm gesagt haben, daß ich niemals den Wunsch gehegt hätte, ihn zu sehen, und ich würde ihn gebeten haben, mich auch künftighin meinen Weg allein gehen zu lassen.“ „Es war sein Leben lang der sehnlichste seiner Wünsche gewesen, daß Sie die Geschichte seines Lebens von ihm selbst hören sollten, Georg! „Aber ich würde ihn nicht angehört haben,“ schrie ich mehr heraus, als ich es sprach. Mit einem tiefen Seufzer schüttelte sie den Kopf. „Sie sind noch sehr jung. Und Sie haben bisher schwerlich erfahren, was in eines Mannes Leben die Versuchung bedeuten kann, wenn sie in einem verhängnisvollen Augenblick an ihn herantritt. Sie haben die Geschichte Ihres Vaters, wenn Sie sie überhaupt kennen, nur von denen gehört, die ihn hassen. Er ist jetzt ein alter Mann, und wenn Sie ihn gesehen hätten, so würden Sie Mitleid mit ihm gehabt haben.“ „Möglich!" erwiderte ich.„Aber auch dies Mitleid würde mich niemals bewogen haben, ihm meine Tür oder gar mein Herz zu öffnen. Er hat mich all diese freudlosen Jahre hindurch allein gelassen, und alles, was ich ihm hätte sagen können, wäre der Wunsch gewesen, daß er es dabei nun auch für alle Zukunft bewenden ließe.“ „So glauben Sie also blindlings alles, was Fremde Ihnen erzählen?" „Niemand auf der Welt kann mir fremder sein als mein Vater.“ „Sie wollen mir nicht gestatten, Ihre Freundin zu sein. Aber Sie tun vielleicht weder recht noch klug daran, meine Freundschaft zurückzuweisen. Sie sind jung, und Sie sehen nicht aus wie jemand, der keinerlei Ehrgeiz und keine stolzen Zukunftsträume hegt. Wer weiß, ob ich Ihnen nicht in der einen oder der anderen Weise von Nutzen sein könnte!" „So wie Sie es meinem Vater gewesen sind?“ fragte ich scharf, mir des höhnischen Klanges meiner Worte voll bewußt. Denn ich hatte die Regung von Schwäche überwunden, und ich sah in ihr nur noch, was sie ohne Zweifel war, das Verhängnis meines Lebens und eine Todfeindin, die ich mit der ganzen Kraft meiner Seele hassen mußte.„Ich danke Ihnen, aber ich bedarf keiner Freundschaften— am wenigsten, wenn sie von dieser Art sind.“ „Von dieser Art— was heißt das?— Warum sollte meine Freundschaft schlechter sein als irgendeine andere?— Und wie kommen Sie dazu, Ihre Situation mit der Ihres Vaters zu vergleichen? Er befand sich in einer verantwortungsschweren Vertrauensstellung. Sie aber sind offenbar ohne Beschäftigung und Amt. Es ist notwendig, daß Ihnen irgendeine aussichtsreiche Laufbahn erschlossen wird. Und Sie wissen doch wohl selbst, wie wenig in dieser Hinsicht Ihr kleines Vaterland einem ehrgeizigen jungen Manne zu bieten hat. In einem anderen Lande dagegen——“ „Noch einmal: ich danke Ihnen für den guten Willen,“ unterbrach ich sie brüsk.„Die einzige Anforderung, die ich an meine künftige Laufbahn stelle, ist die, daß es eine ehrenhafte sei; darauf, daß sie auch ehrenvoll sei, lege ich kein ausschlaggebendes Gewicht. Und Sie sind außerdem im Irrtum, gnädige Frau, wenn Sie glauben, daß ich ohne Beschäftigung sei.“ Sie spielte die Erstaunte. „So?— Darf ich vielleicht auch fragen, welcher Art diese Beschäftigung ist?“ „Ich stehe in den Diensten des Fürsten Potesci.“ „In den Diensten eines Privatmannes?— Und als was?“ „Als sein Sekretär.“ „O, das wäre nicht eben viel.— Oder ist dieser Fürst, der doch meines Wissens kein Amt bekleidet, vielleicht eine Persönlichkeit von politischer Bedeutung, so daß Sie es als ehrenvoll ansehen könnten, ihm als Sekretär zu dienen?" „Ich kenne seine politische Bedeutung nicht. Aber er hat allerdings eine große Anzahl von Aemtern. So ist er zum Beispiel Ehrenvorsitzender des Bukarester Tierschutzvereins, des Vereins für die Unterstützung armer Wöchnerinnen und einer großen Anzahl ähnlicher wichtiger Gesellschaften. Sie können sich denken, gnädige Frau, daß es da eine außerordentlich starke Korrespondenz zu bewältigen gibt.“ Der unverstellte Spott meiner Erwiderungen brachte endlich doch ihre Hartnäckigkeit ins Wanken. „Es tut mir sehr leid, daß Sie es für angezeigt halten, mich auf diese Art zu behandeln,“ sagte sie in mehr schmerzlichem als vorwurfsvollem Tone.„Ich glaube wohl, etwas Besseres um Sie verdient zu haben. Und es ist meine heilige Ueberzeugung, daß Sie klüger daran getan hätten, die Freundschaftshand anzunehmen, die ich Ihnen bot, statt sich willenlos von Leuten bestimmen zu lassen, die es in Wahrheit mit Ihnen ebensowenig gut meinen wie einst mit Ihrem Vater. Aber Sie sind der Herr Ihres Willens, und Sie mögen handeln, wie Sie es für gut halten.“ (Fortsetzung folgt.) M i u upin gun sbigsmmpzag M„Mi“. u buung Denkspruch. Den Gesetzen des großen Ganzen willig und sanft zu gehorchen, das nenne ich Gottergebenheit. R. Kleinpaul. Der Archivar. Von Dr. Otto Weddigen(Charlottenburg). (Nachdruck verboten.) Er war einer der seltsamsten Menschen, welche je auf Erden gewandelt und die Leiden und Freuden dieser Welt mit der Ruhe und dem Gleichmut eines stoischen Philosophen getragen haben. Aber er war nicht immer der Stoiker gewesen. In seinen Jugendjahren hatte ihn ein dunkler Tatendrang beseilt, ein Streben, sich über den engen Kreis und die beschränkten und dürftigen Verhältnisse hinauszuarbeiten, in welche das Schicksal ihn gebannt hatte. Peter Merklinghaus war der älteste von acht Geschwistern, womit die Ehe seiner Eltern gesegnet war. Diese hatten bis an ihr seliges Ende einen kleinen Krämerladen in der rheinischen Universitätsstadt inne, und sie mußten sich von morgens früh bis abends spät redlich plagen, um aus dem Handel mit Heringen, grüner Seife, Mostrich, Glanzwichse, Baldrian= und Kamillentee und dergleichen so viel herauszuschlagen, als für Lebensunterhalt, Kleidung, Steuern und Schulgeld unbedingt notwendig war. Herr und Frau Merklinghaus verstanden sich auf das Rechnen wie selten jemand und waren fleißige Leute; aber daß sie bei der Bilanz zu Neujahr jeden Jahres jemals einige Taler Ueberschuß gegenüber ihren Ausgaben. herausgerechnet hätten, davon wußten die sauber und gewissenhaft geführten Geschäftsbücher der Handelsfirma Karl Merklinghaus nichts zu berichten. Sie hielt, wie man zu sagen pflegt, sich nur so eben über Wasser, dank der Konkurrenz von seiten der wohlhabenden Kaufherren in den Hauptstraßen der Stadt, welche bei ihrer Verbindung mit den ersten Exporthäusern Hamburgs und Bremens, bei ihrem größeren Warenbezug und Warenumsatz und ihrem Kredit alles ebenso billig und jedenfalls viel frischer und besser feilbieten konnten, als Karl Merklinghaus. Nur einmal in den letzten zehn Jahren hatte ihm das Glück gelächelt. Infolge günstiger Umstände war er durch Vermittlung eines Kapitäns, dessen Bekanntschaft Karl Merklinghaus zufällig am Schiffslandungsplatz gemacht hatte, um einen äußerst günstigen Preis in den Besitz von zehn großen Fässern eingesalzener Heringe gelangt, deren Güte und Wohlgeschmack unter seinen Kunden und in seiner Familie, wo man ihrer zwei bis drei mit Pellkartoffeln und Zwiebelsauce als köstliche Mittagsmahlzeit verzehrte, laute Anerkennung gefunden hatte. Wie geflügelt war die Kunde von Karl Merklinghaus' eingesalzenen Heringen bald durch die ganze Stadt gezogen, und jener hatte die Anzeigenkosten in dem„Tageblatt“ während einer ganzen Woche nicht gescheut, um seine besonders feine Ware anzubieten. Die Ankündigung hatte Wunderdinge gewirkt. Karl Merklinghaus' eingesalzene Heringe waren das Tagesgespräch und Losungswort unter den Studierenden der Universität geworden, und ein Spaßvogel hatte sogar das fettgedruckte Inserat aus dem „Tageblatt“ auf dem„schwarzen Brett“ der alma mater angeklebt, just über der amtlichen Bekanntmachung seiner Magnifizenz des Herrn Rektors der Universität, worin die Herren Studierenden bei Strafe der Relegation vor nächtlichen Unfug, wie er letzthin häufig vorgekommen sein sollte, gewarnt wurden. Ganze Gruppen von Musensöhnen, selbst solche, die bisher noch nie von der Existenz des„schwarzen Brettes“ Kenntnis genommen, scharten sich vor demselben und lachten und ulkten, bis der Universitätspedell kraft seines Amtes mit sauersüßer Miene einschritt und das fragliche und fluchwürdige Inserat von Karl Merklinghaus' eingesalzenen Heringen jäh entfernte. Aber seine Wirkung war nur um so größer geworden. Man sah in der Folge Hausknechte und Dienst=, mädchen morgens, mittags und abends in den Merklinghausschen Laden eintreten, um eingesalzene Heringe für die Hausbewohner zu holen, und mancher Studiosus huschte selbst hinein, um direkt aus dem Faß das kostbare Heilmittel gegen gewisse Magenbeschwerden, welches wegen der noch anhaftenden salzigen Flüssigkeiten in dichtes Papier gut eingewickelt wurde, mit nach Hause zu nehmen, um es auf der„Bude“ zu verzehren. Reißend war der Absatz der eingesalzenen Heringe, so daß die zehn Fässer bald leer dastanden, und in dem Jahre, wo ihr Fang und Verkauf stattgefunden, hatte Karl Merklinghaus einen Ueberschuß von 46 Talern 35 Pfennigen erzielt, die er im Einvernehmen mit seiner wackeren Ehefrau Thusnelda der Sparkasse anvertraute, damit jene Summe einen Grundstock bildete für das Studium ihres ältesten Sohnes, welcher von seinen Geschwistern allein wegen seiner ausgezeichneten Anlagen die„hohe“ Schule besuchte. Peter Merklinghaus wußte dieses wohl zu schätzen, denn während seine jüngeren Geschwister im Laden des Vaters helfen mußten und dann zu einem Handwerker in die Lehre gegeben wurden, studierte er oben auf seinem Kämmerlein Lateinisch, Griechisch und mathematische Wissenschaften, und er erhielt auch stets einen besseren Anzug als seine Brüder, da er in der hohen Schule regelmäßig über den Söhnen der reichen Bürger und des Adels seinen Platz hatte. Der Ehrgeiz beflügelte Peter Merklinghaus' Fleiß noch mehr; er strebte über die beschränkte und armselige Sphäre seiner Eltern hinaus; er arbeitete und legte im frühen Alter eine so glänzende Abiturientenprüfung ab, daß selbst seine Lehrer den Eltern dringend rieten, ihn zum Studium der Philologie und Geschichte auf der Universität übergehen zu lassen. Karl Merklinghaus und seine Ehefrau Thusnelda seufzten zwar schwer unter der Last des Lebens und den Sorgen für ihre Kinder, denn solch ein fettes Jahr, wie zur Zeit des wohlfeilen Heringsein= und=verkaufes erlebten sie nicht wieder; allein sie gaben den von allen Seiten auf sie eindringenden Vorstellungen nach, als sich für Peter die Aussicht auf ein Stipendium eröffnete. Bald war dieser bei der philosophischen Fakultät der heimischen alma mater eingeschrieben. Er wurde einer der fleißigsten Zuhörer und betrieb anfangs sein Studium so planmäßig, wie irgendeiner, welcher ein Brotstudium und eine baldige Anstellung vor Augen hat. Da vollzog sich plötzlich in seinem Innern und Aeußern eine Wandlung. Peters einziger, freilich entfernter Verwandter mütterlicherseits, der Herr Aktuarius Jeremias Tidemann, segnete das Zeitliche. Er war ein alter Junggeselle und Filz gewesen, der sich aus„Sparsamkeitsrücksichten“, nur halb satt gegessen, stets den altmodischsten Rock getragen und immer das Wort von den teuren Zeiten und seiner dürftigen Besoldung im Munde geführt, aus Furcht, in eine höhere Steuerklasse gesetzt oder von Frau Thusnelda Merklinghaus ersucht zu werden, schon während seiner Lebzeiten einiges für ihren Peter zu tun und den Eltern die auf ihren Schultern ruhenden Lasten somit zu erleichtern. Das veröffentlichte Testament und die Ordnung der Hinterlassenschaft des Herrn Aktuarius Feremias Tidemann ergaben wundersame Dinge. (Fortsetzung folgt.) B ch hier kam der elektrischen Straßenstromleitung zu nahe und wurde auf der Stelle getötet. ** Barmen, 19. Okt.(Ein Eisenbahnunfall) hat sich auf der hiesigen Station vorgestern zugetragen. Gegen 11 Uhr abends stießen ein Personenzug und ein Luxuszug im Geleise 3 zusammen. Der Materialschaden ist erheblich. Einige Versonen erhielten leichtere Verletzungen. * Elberfeld, 19.Oktbr. Im Kinderhort auf der Moritzstraße versuchte, die 38jährige Dienstmagd Anna Nöhrig das Feuer im Waschkeller durch Anblasen zu entfachen. Die Flamme schlug aus dem Herd hervor und setzte die Kleider des Mädchens in Brand. Es wurde mit lebensgefährlichen Verletzungen ins Krankenhaus geschafft. Eine herbeigeeilte Schwester erlitt ebenfalls erhebliche Brandwunden. z ** Wald, 19. Okt.(Dreiste Vogelfänger) sind augenblicklich hier am Werke. Schon seit längerer Zeit hatte man einen Schleifer zu Wittkuhle in Verdacht, Singvögel zu fangen. Nachdem man sein Treiben beobachtet hatte, gelang es dieser Tage, ihn auf frischer Tat zu ertappen. Er hatte nämlich von dem Fenster seiner Arbeitsstelle aus eine Zugleine in den benachbarten Garten gelegt, wo in der Erde ein Loch zum Aufstellen eines Vogelkäfigs mit Lockvögeln gegraben war. Auch hingen an der Schleiferei noch drei Körbe mit Lockvögeln. Die vielen Vorfälle in der letzten Zeit beweisen zur Genüge, daß Geldstrafen absolut nichts fruchten; es müssen hier unbedingt Freiheitsstrafen eintreten. **Gymnich, 19. Okt.(Vom Unglück verfolgt.) Auf der Grube Hubertus in Brüggen geriet ein 21jähr. Arbeiter, der kürzlich als einziger Ernährer seiner Mutter vom Militärdienst befreit worden war, zwischen die Puffer zweier Waggons und erlitt lebensgefährliche Verletzungen. Der Vater des Verunglückten ist vor einiger Zeit auf dem Felde vom Blitz erschlagen worden. Bunte Chronik. Analphabeten in Frankreich. Sollte man es glauben, so schreibt die Zeitschrift„Nos Loisirs", daß sich bei der militärischen Aushebung von 1908 noch rund 10000 Rekruten(genau 9853) fanden, die weder lesen noch schreiben konnten, und 4185, die nicht zu schreiben vermochten. Gewiß bedeutet dies gegenüber dem Zustand vor 40 Jahren einen Fortschritt, damals betrug die Zahl der Analphabeten 58180. Aber in jener Zeit gab es auch noch keinen obligatorischen Schulunterricht, und da dieser seit mehr als 20 Jahren eingeführt ist, so hätte er doch der ganzen heutigen Generation, die in den Heeresdienst eintritt, zugute kommen müssen. Wenn es bei einer einzigen Aushebung 10000 Analphabeten gibt, so bedeutet dies 5 bis 100 für eine Generation junger Leute, und wenn man dieselben für die Frauen annimmt, so kommt man zu dem Ergebnis, daß es im ganzen 60000 Franzosen gibt, die weder lesen noch schreiben können. Man muß daraus den Schluß ziehen, daß der Schulunterricht in der Theorie zwar obligatorisch ist, in der Praxis aber doch nicht so rigoros durchgesetzt wird. 68 Millionen Pasetas für den Feldzug bei Melilla. Der Finanzminister hat der Kammer einen Gesetzentwurf vorgelegt betreffend einen außerordentlichen Kredit von 68 Mill. Pasetas für den Feldzug bei Melilla bis zum Ende des Jahres. Taft und Diaz. Die Präsidenten Taft und Diaz hatten Sonntag vormittag 11 Uhr in dem Hause des Direktors in El Paso der Handelskammer eine Unterredung hinter verschlossenen Türen, in der sie den Wünschen für den geegnseitigen guten Willen und für die Freundschaft beider Länder Ausdruck verliehen. Das Haus, in dem die Zusammenkunft stattfand, war von amerikanischen Truppen umgeben und die Brücke über den Rio Grande als neutrales Territorium von den Truppen beider Nationen bewacht. Hygienische Regeln zur Zimmerheizung. Der Staub auf Ofen und Röhre muß jeden Tag vor dem Heizen entfernt werden, weil er beim Heizen schädliche Gase entwickelt.— Die Asche ist sehr vorsichtig herauszunehmen, damit im Zimmer kein Staub entsteht.— Durch Risse und Sprünge des Ofens treten giftige Verbrennungsgase aus.— Beim Beginn der Heizung müssen die Fenster offen stehen; je mehr frische Luft, um so besser zieht der Ofen und raucht nicht.— Mit Springbrunnen, Aquarien, Wasserschalen oder Bespritzen von Blatt= und Schlingpflanzen kann man der Zimmerluft den nötigen Feuchtigkeitsgehalt verschaffen.— Für gesunde Menschen soll die Luftwärme nicht mehr als 18—20 Grad Celsius betragen; bei Kindern kann sie niedriger, bei älteren Leuten etwas höher zu sein. Nationalspende an die Hinterbliebenen Liliencrons. Wir werden um die Veröffentlichung folgenden Aufrufes gebeten: Am 22. Juli ist Detlev v. Liliencron, 65 Jahre alt, plötzlich gestorben. Erst mit 40 Jahren als Dichter hervorgetreten, erst mit 60 Jahren zu allgemeiner Anerkennung gelangt, konnte er nicht mehr für den kunftigen Wohlstand seiner nächsten Angehörigen sorgen. Die Einahmen aus seinen Werken reichten nicht aus, um seiner Witwe einen standesgemäßen Haushalt und seinen Kindern eine der Bedeutung ihres Vaters angemessene Erziehung zu sichern. Liliencron ist der einzige Dichter, aus dem der Geist der Bismarckschen Zeitwende spricht, der Aufschwung des deutschen Selbstgefühls; mit ebenso volkstümlicher Natürlichkeit wie eigentümlicher Phantasie faßt die männlichsten und menschlichsten Züge jener bewegten Zeit zusammen, und es würde nicht rühmlich für Deutschlad sein, wenn die Kinder gerade dieses Dichters auf private Almosen angewiesen blieben. Wir halten es für eine Herzenspflicht unseres Volkes, für eine Ehrenpflicht jedes Gebildeten, das zu verhüten, und ersuchen alle Gleichgesinnten, zu einer Nationalspende an die Hinterbliebenen des Dichters beizusteuern. Alle Zeitungen bitten wir um Nachdruck dieses Aufrufes. Zur Einsammlung der Beiträge hat die Reichshauptbank in Berlin ein Girokonto unter dem Titel Liliencron=Spende“ eingerichtet, auf das bei allen Reichsbankanstalten(auch Nebenstellen) Einzahlungen bis Ende des Jahres(für die Einzahler gebührenfrei) erfolgen können. Am 3. Januar 1910 wird die Sammlung geschlossen. Das Bankhaus M. M. Warburg u. Co. in Hamburg hat sich bereit erklärt, die mündelsichere Verwaltung des gesammelten Vermögens zu übernehmen und wird den Ertrag der Spende binnen vier Wochen nach Schluß der Sammlung im Reichs=Anzeiger“ bekannt machen.“— Unterzeichnet ist der Aufruf von einer großen Zahl erster Wissenschaftler, Industrieller, Beamter usw. Internationale Kunstausstellung in Rom. Dem Reichsanzeiger“ zufolge ist der Präsident der Königlichen Akademie der Künste, Professor Arthur Kampf=Berlin zum Generalkommissar der deutschen Abteilung auf der internationalen Kunstausstellung in Rom 1911 bestellt worden. Letzte Drahtmeldungen. Die Krise in Griechenland Athen, 20. Okt. Die den Wünschen des Militärbundes entsprechenden Regierungsvorlagen werden von der Kammer debattelos en bloc angenommen. Niemand wagt es, Aenderungen vorzuschlagen oder auch nur ein Interpellation zu stellen. Eine vom Militärbunde entsandte Kommission von Offizieren weilt ständig im Kammergebäude und hält sich dort in einem Raume unmittelbar neben dem Verhandlungssaale auf. Unter den Abgeordneten herrscht über diesen Druck eine dumpfe Unzufriedenheit, die sich nicht zu äußern wagt. Dagegen scheuen sich die Offiziere nicht mehr, ihre antidynastische Haltung offen zur Schau zu tragen.— Die Telegraphenbeamten des ganzen Landes haben sich zu einem Bund vereinigt. Die Bemühungen der Regierung, die Gründung dieser Vereinigung zu verhindern, blieben erfolglos. Veränderungen in der belgischen Diplomatie. Frankfurt a. M., 20. Okt. Die Frankf. Ztg.“ meldet aus Brüssel: Im belgischen diplomatischen Dienste stehen einige wichtige Aenderungen bevor. Der Gesandte in Paris wird demnächst zurücktreten. Als sein Nachfolger wird der Gesandte im Haag, Baron Dijon genannt, der durch verschiedene wissenschaftliche Arbeiten, zuletzt bei der Friedenskonferenz, sich einen Namen gemacht hat. Auch Baron Greindl in Berlin dürfte demnächst wegen eines Augenleidens seinen Abschied nehmen. Für ihn wird Baron Beyens, der bisherige Gesandte in Rumänien, genannt. Zum Barcelona, 20. Okt. Der Staatsanwalt, der den Prozeß Ferrer geleitet hat, ist auf der Straße mit zwei Revolverschüssen tot aufgefunden worden. v. d. Goltz. Konstantinopel, 20. Okt. Generaloberst Frhr. v. d. ist gestern hier eingetroffen. Auf dem Bahnsteige, wo eine Ehrenkompagnie Aufstellung genommen hatte, wurde er im Namen des deutschen Botschafters von Botschaftsrat v. Miquel empfangen. Zur Begrüßung hatten sich ferner zahlreiche Mitglieder der deutschen Kolonie und viele türkische Offiziere, unter ihnen Schefket Pascha und Izzit Pascha sowie Prinz Wie= änestinten. Schweinemarkt. Der heutige Markt war nur von ca. 50 bis 60 Tieren beschickt. Gezahlt wurden 16 bis 20 Mark für 6 WochenFerkel, 24 bis 28 Mark für 10 bis 12 Wochen alte Tiere; ältere Schweine wurden je nach Qualität bezahlt. Der Handel war trot dieser niedrigen Preise ziemlich matt. Stadttheater in Dortmund. Mittwoch, den 20. Oktober. Anfang 7,30 Uhr. Johannisseuer. Schauspiel in vier Aufzügen von Hermann Sudermann. Donnerstag, den 21. Oktober. Anfang 7,30 Uhr. Martha od. der Markt zu Richmond. Romantischkomische Oper in vier Aufzügen von Friedrich v. Flotow. Stadttheater in Barmen. Mittwoch, 20. Oktober: Der letzte Kaiser. Schauspiel in vier Aufzügen von Rud. Herzog. Donnerstag, 21. Oktober: Carmen. Große Oper in 4 Akten von dearzes ibek Verantwortlich: Für Politik, Feuilleton und verwandte Gebiete: Waldemar Gröhn; Lokales, Provinzieller und Inserate: Friedrich Kraas; Druck und Verlag von Carl Braus, sämtlich in Schwerte Der heutigen Nummer unseres Blattes liegt ein ausführlicher Prospekt der Buchhandlung Carl Braus, Gr. Marktstr. 3—5 bei über Goldene Leier, Perlen der Tonkunst, ausgewählt, von C. Morena. Musikverlag Rich. Bong. Eine überaus reichhaltige und sorgfältig ausgewählte Sammlung von Musikstücken für Klavier und für Gesang wird in diesem geschmackvoll und reich ausgestatteten Bande„Goldene Leier“ geboten. Das Werk bringt den Musikfreunden eine vollkommene Ergänzung zu jedem vorhandenen musikalischen Sammelwerk, indem es dem Schatze der Musik, der dem deutschen Volke vertraut geworden ist, eine reichliche Erweiterung zuführt. Das schöne Werk kann in seiner handlichen und geschmackvollen Form und durch seinen gediegenen Inhalt wohl als hervorragendes Gescherkwerk gelten. Der Preis von 12 Mark entspricht der Reichhaltigkeit des nicht weniger als 96 Tonstücke umfassenden Sammelwerkes, das in der Tat eine köstliche Fülle des musikalisch Schönen und Anregenden bietet. Ein wohlschmeckendes Famillengetränk statt Kaffee und Tee bildet eine Abkochung von„Kufeke“ in Milch(1 Teelöffel auf 1 Tasse Milch 5 Minuten gekocht), welches von Kindern und Erwachsenen gern genommen wird und sich in vielen Familien eingeführt hat. Auch als Suppe(Vorspeise) wird es in vielen Familien gegessen(1 Eßlöffel auf 1 Teller) und als sehr angenehme Krankenspeise für Kinder und Erwachsene bevorzugt. Wie gründlich jeder einzelne Gegenstand in Meyers Großem Konversations=Lexikon 6. Auflage behandelt wird, erkennt man auch an dem Artikel über Backpulver. Es heißt da zum Schluß:„Man kann mit Hilfe dieses Verfahrens in zwei Stunden aus Mehl fertiges Brot bereiten und erzielt in Anbetracht des größeren Nahreungswertes dieses Brotes eine Ersparnis von 10 Prozent. Durch die Bemühungen des Apothekers Dr. Oetker in Bielefeld st das Backpulver auch in Deutschland sehr populär geworden und wird jetzt in der Küche für allerlei Gebäck angewendet, da es vor dem alten Hefeverfahren viele Vorteile gewährt.“ oderne Frauen achten darauf, dass ihre Wäsche(besonders die empfindliche) nicht durch Reiben und Bürsten oder scharfe Mittel verdorben, sondern mit Ozonit gereinigt wird! Ozonit macht alle jene schädlichen Behandlungsmethoden überflüssig! Es vereinfacht die Arbeit auf verblüffende Weise und liefert eine prachtvolle, tadellose Wäsche! 5496 Das moderne Waschmittel Garantiert frei von Chlor etc. Ueberall erhältlich. OLUHTe a. d. Fabriken v. Dr. Thompson’s Seifenpulver G. m.b H. Düsseldorf. D. R.-P. Eine Wohnung 3 Zimmer mit Stall und Garten zu vermieten. 5462 Holzener Weg 10. Kinderloses, paar sucht besseres Eheherrschaftl. Etage von 6 Räumen mit Badezimmer und sonstigem Zubehör in besserem Hause. Angebote unt. A. 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Grunderwerbskarte in der Zeit vom 21. Oktober bis zum 4. November 1909 in Schwerte im Sitzungssaal des Stadthauses zu jedermanns Einsicht aus. Während dieser Zeit kann jeder Beteiligte im Umfange seines Interesses Einwendungen gegen den Plan erheben. Auch der Vorstand des Gemeinde= oder Gutsbezirks hat das Recht, Einwendungen zu erheben, die sich auf die Richtung des Unternehmens oder auf Anlagen an Wegen, Ueberfahrten, Triften, Einfriedigungen, Bewässerungs= und Vorflutsanlagen beziehen. Solche Einwendungen sind bei dem Bürgermeister in Schwerte schriftlich einzureichen oder mündlich zu Protokoll zu erklären. Arnsberg, den 16. Oktober 1909. 5502 Der Regierungspräsivent. 22 Nr. 1999 J. B.: Gsepus. Steckbrief. Gegen den Reservisten, ehemaligen Musketier Schlepper Gustav Schwarzkopf, geboren am 27. Mai 1878 zu Sölde, Kreis Hörde, zuletzt in Aplerbeck aufhaltsam, welcher sich verborgen hält, ist die Untersuchungshaft wegen Beharrens im Ungehorsam verhängt. Es wird ersucht, denselben zu verhaften, an die nächste Militärbehörde abzuliefern und sofort nach hier Mitteilung zu machen. Dortmund. 18. Oktober 1909. 5504 I.=Nr. 15771 Gericht des Bezirkskommandos II Dortmund. =Batter allerfeinste Qualität per Pfund Mark 1.38 empfiehlt 5506 K garantiert rein empfiehlt CaftWeg S F uT Voranzeige. Im kommenden Winterhalbjahr sollen in Schwerke sechs Volkskunstabende stattfinden. Dieselben sollen Vortrag, Gesang, Rezitation und Lichtbilder bieten und zwar ist bisher folgendes Programm vorgesehen: Oktober: Elternabend zur Aufklärung über die Schundliteratur. November: Detlev v. Liliencron=Abend(aus Anlaß seines Todes im Juli d. J.) Dezember: Deutsche Weihnacht in Dichtung, Musik und Bild. Januar: Fontane=Abend. Februar: Deutscher Humor in Dichtung, Musik und Bild März: Westfalens Dichter. Es wird streng darauf gehalten werden, daß weder politische noch religiöse Momente in das Programm hineingetragen werden und daß nur wirklich Gediegenes zur Darstellung kommt. Als Lokal hat der Magistrat bereitwilligst die Aula der höheren Töchlerschule zur Verfügung gestellt Der Eintrittspreis ist ganz gering gehalten, damit jeder, gleichgültig wes Standes und Alters er sei, das Kommen ermöglichen kann. Der Einzelabend kostet nur 25 Pfg., alle sechs Abende zusammen 1.20 Mark. Ein eventueller Reingewinn wird der städtischen Armenkasse zugewiesen werden. Näheres wird noch bekannt gegeben. Waldemar Gröhn Redakteur der„Schwerter Zeitung". Cnterricht. Am Montag, den 25. Oktober, eröffne ich in Schwerte im Hotel Ostermann rages- und Abendkurse in Schönschnellschreiben; jede noch so schlechte Schrift wird in kurzer Zeit dauernd schön und geläufig, einf., dopp. u. amerik. Buchführung für alle Branchen. Wechsellehre, element. u. kaufm. Rechnen, Effektenkunde, Rechtschreiben. Correspondenz. 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