% Amtliches Kreisblatt far den Kleis wörch. Verbunden mit der„Schwerter Volkszeitung“ und dem„Scbwerter Volksblatt“. Die„Schwenter Leituag“ erscheimn sägsch, auder Felenag. Bezugspreis: Mk. 1.6s vierteljährlich, bei der Post 42 PI. für Bestellgeld mehr. Wöchentliche Gratis-Beilage:„Illustrierter Faunsientreund“. u CCCOOOOOOH0O0 Nazeigenpreis: Die sechsgespaltene Petitzelle oder deren Raum 10 M., Anzeigen von auswärts 1S Pf., Reklamezeile 40 Pf. Die„Schwerter währt ihren jeden mit Cod fall gemäss unungen Zeitung" geAbonnenten für endenden Unseren BedingUnterstüzung. Aile Kreis- und Lokalpollzeilichen Uerordnungen für den Kreis Hörde erlangen gemäss Bekanntmachung der Königl. Regierung durch Verötfentlichung in der„Schwerter Zeitung“ rechtsverdingliche Kraft, o o o oooooo o o e e Druck u. Verlag von Garl Braus, Schwerte Fernsprech-Anschlus: Dr. 62 Ami Schwerte. Celegr.-Adresse: Braus, Schwerte-Rudr Erstes und ältestes Tagesorgan des Kreises. O Haupt-Annoncenblatt. Nr. 84. Sonnabend, den 10. April 1909. 41. Jahrg. 5 Zum Osterfeste. Mächtiges Festgeläute tönt von den Türmen der Gotteshäuser zur Menschheit hernieder.— In unzähligen Herzen findet es jubelnden Widerhall. Ein wurderbares Erwachen geht durch die Seelen, ein Zug nach oben ist da, und anstelle der müden, trüben Allagstretmühle reden hohe, hehre Lichtund Himmelsgedanken eine gewaltige Sprache. Woher dieses Wunder? In seinem„Messias“, hat Klopstock eine poetisch rauschende Antwort gegeben: „Da die Wolken rissen, da Gabriel dort, eine Flamme Gottes, herabfuhr, da er von Bethlehem über die Schädelstätte zum Grabe flog, da von Euphratas Hütte bis hin zu dem kreuze, vom Kreuze bis hinunter ins Grab die Erde bebte, da Satan wie ein Gebirge dahin, des Leichnams Hüter wie Hügel stürzten, da weg von dem Grabe den Fels der Unsterbliche wälzte, da sich mit Freuden Gottes Jehova freute,— da Jesus auferstand!“ Ostern ist gekommen. Und es ist mehr als bloße fromme Phantasie und Poesie. Es wird in seines Wesens Fülle längst nicht erschöpft und begriffen, wenn man's nur mit der altgermanischen Frühlingsfreude zusammenbringt. Das christliche Österfest ist etwas Besonderes. Es redet von dem Fürsten des Lebens, den das Grab nicht behalten durfte. Auferstehungstatsache und froher, zuversichtlicher Auferstehungsglaube, das klingt ineinander wie helles, klares Erz. Es ist etwas so Großes und Erhabenes, daß kein Verstand der Verständigen es jemals ergründen wird, aber auch etwas so Schlichtes und Inniges, daß es wie von selbst in die tiefsten Tiefen einer trostverlangenden Menschenbrust eindringt und dort Freude schafft. Die Geschichte der christlichen Kirche ist der großartige Epilog zum leeren Grabe am Ostermorgen. Um einen toten Christus hätte sich keine Gemeinde geschart. So aber jauchzt man einem lebendigen Heiland zu. POSTert! Die Lerche stieg am Ostermorgen Empor ins klare Luftgebiet Und schmettert, hoch im Blau verborgen, Ein freudig Auferstehungslied. Und wie sie schmetterte, da klangen Es tausend Stimmen nach im Feld: Wach auf, das Alte ist vergangen, Wach auf, du frisch verjüngte Welt! Wacht auf und rauscht durchs Tal, ihr Bre Und lobt den Herrn mit frohem Schall Wacht auf im Frühlingsglanz der Sonnen, Ihr grünen Halm und Lauben all Ihr Veilchen in den Waldesgründen, Ihr Primeln weiss, ihr Blüten ret, Ihr sollt es alle mir verkünden: Die Lieb ist stärker, als der Tod. onnen, Wacht auf. ihr trägen Menschenherzen, Die ihr im Wintersehlafe säumt, In dumpfen Lüsten, dumpfen Schmerzen Gebanrt, ein welkes Dasein träumt: Die Kraft des Herrn weht durch die Wie Jugendhauch, o lasst sie ein! Zerreisst, wie Simson, eure Bande. Und wie die Adler sollt ihr sein Lande Wacht auf, ihr Geister, deren Sehnen Gebrochen an den Gräbern steht: Ihr trüben Augen, die vor Tränen Ihr nicht des Frühlings Blüten seht: Ihr Grübler, die ihr, fern verloren, Traumwandelnd irrt auf wüster Bahn Wacht auf, die Welt ist neugeboren, Hier ist ein Wunder, nehmt es an! 61 Ihr sollt euch all des Heiles treuen. Das über euch ergossen ward, Es ist ein inniges Erneuen Im Bild des Frühlings offenbart. Was dürr war, grünt im Wehn der Lüfte. Jung wird das Alte fern und nah; Der Odem Gottes sprengt die Grüfte Wacht auf! Der Östertag ist da! Emanuel Geibel. Es ist ein tiefes, tiefes Aufatmen im deutschen Volke, daß das Osterfest uns gekommen ist, die schöne Feier, die die Tatkraft stählt und Herz und Sinn erhebt. Wir haben die Segnungen, die wir von dem hohen Feste erwarten, in diesem Jahre besonders verdient; ein langer, langer Winter, ein hartes Ringen um das tägliche Brot liegen hinter uns. Und wohl denen, die arbeiten und schaffen konnten, wie sie wollten. Nicht allen ist das beschieden gewesen, die rüstige Hand manches Familienvaters hat wider seinen Willen feiern müssen, und ihm mochte wohl die Furcht beikommen, das tägliche Brot könnte knapp werden. Aber gerade in diesen Winterwochen hat sich auch die deutsche Teilnahme und Hilfsfreudigkeit gezeigt, überall ist für Arbeitsgelegenheit gesorgt, und so sind wir ohne eigentliche Notzeit durch die schlimmen Monate hindurch zum Frühling gelangt. Diese vergangene Zeit ist eine Ehre für den deutschen Nährstand gewesen, denn sie hat bewiesen, daß das Bürgertum auch unter mißlichen Verhältnissen den Kopf nicht hängen läßt, sondern tapfer vorwärts ringt. Die ganze deutsche Volksvertretung und mit ihr die Nation haben es dankend anerkannt, wie die deutsche Politik unter der kaum merklichen Führung von Kaiser und Kanzler für den Frieden Europas und damit zugleich für das Recht seines Verbündeten gearbeitet hat. Was der Neid sprach, daß es Deutschlands Verhalten gewesen sei, welches den Frieden gewahrt und die europäische Politik in einen sichern Hafen hineinbugsiert hat, das ist reine und edle Wahrheit, deren wir uns erfreuen können. Ja, es war kein leichter Winter, der vor diesem Frühlingsfest lag, es waren anstrengende u. verantwortungsvolle Wochen. Aber die Ostersonne scheint herab auf ein zuversichtliches, an seiner Zukunft nicht zweifelndes Volk. Oben sind wir und oben wollen wir bleiben, das ist unser herzlicher und treuer Osterwunsch! Unsere heutige Ausgabe umsaßt mit dem täglichen Unterhaltungsblatt und dem„Illustrierten Familienfreund“ 20 Seiten! Politische Uebersicht. Deutschland. Vom Kaiserhose. Zum Osterfeste wird die ganze kaiserliche Familie im Neuen Palais bei Potsdam vereinigt sein. Am dritten Feiertage wird dann die Reise nach Korfu über Venedig angetreten.0 Zum Ostersest hat die Weltpolitik schnell ein freundliches Gesicht aufgesteckt; gerade wie das Wetter nach dem langen, langen Winter. Kann man auch noch nicht für jeden Tag gut sagen, denn wir befinden uns ja erst am Ende des ersten AprilDrittels, so steht doch die Tatsache fest, daß im Vertrauen auf schöne Tage die Zahl der Glücklichen,, die sich eine Osterreise gönnen, in diesem Jahre besonders groß ist. Die gekrönten Häupter und die Staatswürdenträger haben, wie sich's gebührt, den Reigen eröffnet. Allein die Tatsache, daß unser Kaiser nach Korfu gehen und gleichzeitig der Reichskanzler Fürst Bülow einen, wenn auch nur kurzen Osterurlaub in Italien verleben kann, ist eine Friedensbürgschaft. Sollten gelegentlich der Kaiserreise Begegnungen zwischen unserm kaiserlichen Herrn und dem Könige von Italien oder dem Könige von England stattfinden, so würde das die vorhandenen Garantien noch verstärken. In Italien macht sich zurzeit jedenfalls wieder ein# deutschfreundliche Stimmung recht lebhaft geltend, von der man freilich nicht weiß, wie weit sie durch den Beginn der Reisezeit veranlaßt ist. Römische Blätter erinnern im Anschluß daran, daß Fürst Bülow in seiner jüngsten Reichstagsrede über die auswärtige Politik Italiens nicht erwähnte, an das Wort des deutschen Reichskanzlers:„Der Dreibund ist so fest verankert. daß nicht alle Augenblicke ein Zeugnis für seine Sicherheit nötig ist“„„ Zur Reichsfinanzreform. Bemerkenswert ist es, daß die Zahl der konservativen Gegner einer Nachlaß= oder ErbanfallSteuer immer mehr zusammenschmilzt. Nachdem die Konservativen Badens und Bayerns für die Nachlaßsteuer eingetreten sind, hat der konservative Wahlverein des Königreichs Sachsen offiziell mit 121 gegen nur 9 Stimmen seine Zustimmung zu der Ausdehnung der Erbanfallsteuer auf Kinder und kinderlose Ehegatten ausgesprochen. Nach diesem Beispiel werden wohl auch die Konservativen Preußens ihren Widerstand aufgeben müssen. Auch die Beamten=Verbände Berlins, die doch der konservativen Partei nahe stehen und ihr zum guten Teil angehören, verlangen die Nachlaßsteuer als eine Forderung des Tages. Die„Kreuzztg.“ wehrt sich zunächst noch gegen den Gedanken einer Nachlaß= oder Erbanfall=Steuer, empfiehlt Luxus=, Wertzuwachs= und andere Steuern und meint, alle Familienväter würden ausatmen, wenn das Gespenst der Nachlaßsteuer für Kinder und Ehegatten endlich gebannt wäre. Hochwasser=Schaden. Der Schaden, den die letzten WinterUeberschwemmungen angerichtet haben, ist leider groß genug. In Bayern ist er soeben auf über acht Millionen ermittelt worden, wovon allein auf die Stadt Nürnberg drei Millionen entfallen. In Preußen wird der Verlust auf über zwanzig Millionen bemessen, wovon wohl gut die Hälfte auf die über35 schwemmte Niederung der altmärkischen Wische entfällt. In Bayern sind schon nicht rückzahlbare Zuschüsse aus der eine Million betragenden Landessammlung gemacht, und es ist für Preußen gerade keine Ehre, daß in Bayern im Verhältnis viel mehr Geld für die Ueberschwemmten gesammelt ist. Außerdem hat sich die bayerische Regierung schon bereit erklärt, an einzelnen schwer geschädigten Personen zur Wiedereinrichtung des gestörten Wirtschaftsbetriebes und zur Erhaltung ihrer Existenz unverzinsliche oder geringverzinsliche Darlehen, sowie nicht rückzahlbare Zuschüsse aus Staatsmitteln zur Verfügung zu stellen. Der Deutsche Flottenverein ist aus seiner letzten großen Krisis, in deren Mittelpunkt der Generalmajor v. Keim stand, ziemlich unbeschädigt hervorgegangen. Allerdings hat, dem Jahresberichte zufolge, eine Abnahme der Mitgliederzahl in dem verflossenen Jahre um 5 pCt. stattgefunden. Dank der unermüdlichen Tätigkeit des neuen Präsidenten, des Großadmirals von Köster, der sich bereits großer allseitiger Beliebtheit erfreut, ist zu erwarten, daß schon im Hinblick auf Englands Flottenrüstungen das Flottenvereins=Leben einen neuen kräftigen Aufschwung nehmen wird. Die nächste Hauptversammlung findet am 2. Juni in Kiel statt. Der deutsche Außenhandel steht noch unter dem Zeichen der ungünstigen wirtschaftlichen Konjunktur. Das haben auch die Ergebnisse im März wieder bewiesen. Nur bei wenigen Waren ist die Ausfuhr oder Einfuhr dem Vorjahre gleichgekommen, während bei vielen erhebliche Schwankungen zu verzeichnen sind. Am deutlichsten zeigt sich das bei der Eisen=Einund Ausfuhr. Ueber das Arbeitskammer=Gesetz sind die Meinungen bekanntlich noch immer sehr geteilt. Von praktischer Bedeutung ist namentlich die Frage, wer die Kosten der neuen Einrichtung tragen soll. Die Regierungsvorlage sagt, die Gemeinden, in deren Bezirk die Arbeitskammer gelegen ist. Die Gemeinden haben aber überall schon gerade genug Lasten zu tragen, so daß ihnen neue unmöglich mehr aufgebürdet werden können. Die Reichstagsabgeordneten werden bei der Beratung der Vorlage diesen Gesichtspunkt besonders scharf im Auge behalten müssen. Den Gesetzentwurf über die Erhebung von Schiffahrtsabgaben auf natürlichen Wasserstraßen wünscht der Bundesrat noch in dieser Session, d. h. also noch vor der Vertagung des Reichstags zur Verabschiedung zu bringen, hauptsächlich darum, um endlich die Main=Kanalisierung von Offenbach nach Aschaffenburg in Angriff nehmen zu können. Das neue preußische Berggesetz soll unmittelbar nach den Osterferien sofort in der Kommission fertiggestellt werden. Zur zweiten Lesung liegen 60 Anträge, zur Hälfte dagegen, vor. Der Verbrauch von ausländischem Fleisch in unserer Marine ist erheblich geringer, als im allgemeinen angenommen wird. Der Gesamtverbrauch an frischem und konserviertem Fleisch in unserer Marine beträgt jährlich 3½ Millionen Mark. Davon entfallen 3 Millionen auf inländisches und nur eine halbe Million auf ausländisches Fleisch. Aus den Schutzgebieten. Blaugrund bei Lüderitzbucht. Die Nachricht, daß bei Lüderitzbucht Diamanten führender Blaugrund gefunden ist, scheint sich zu bestätigen. Neuerdings wird aus Johannesburg telegraphiert, daß das Johannesburger Syndikat, welches ein Diamantenvorkommen 11 Meilen südlich der Lüderitzbucht bearbeitet, das Vorhandensein gelben Grundes unter einer 15 Fuß tiefen Tonschicht und blauen Grundes bei einer Tiefe von 55 Fuß mit gutem Diamantgehalt festgestellt hat. Aus dem Auslande. Frankreich. Paris 8. April. Ein Preis=Ausschreiben für einen neuen Lenkballon hat die Pariser Militär=Verwaltung nach den letzten Erfolgen des„Zeppelin“ erlassen. Die Forderungen sind ziemlich mäßig: Der Ballon soll 50 Kilometer pro Stunde fahren, 6 Passagiere zu 150 Pfund tragen, 15 Stunden in der Luft bleiben, eine Höhe von 2000 Metern erreichen und 90 Meter lang und 20 Meter hoch sein. Der erste Preis ist auf 5000 Francs festgesetzt. Ebenso wird in England mächtig für eine Luftflotte weiter agitiert.— Drei französische Bischöfe, darunter der Erzbischof Amette von Paris, sollen laut Matin wegen allzu toleranter oder freigeistiger Richtung demnächst zur Verantwortung gezogen werden. Der Papst soll entschlossen sein, einen Nuntius nach Paris zu entsenden, der die katholische Geistlichkeit der Republik zu überwachen habe; die Ausführung dieses Planes könnte leicht Verwickelungen nach sich ziehen. England. London, 9. April. Eine energische FlottenAgitation soll während der ganzen Osterzeit in England unternommen werden, um die Regierung zum Bau von noch mehr schweren Schlachtschiffen, als bisher geplant sind, zu bewegen. Dabei werden schon Stimmen von Sachverständigen laut, die dringend warnen, die Bedeutung dieser größten Panzer nicht zu überschätzen. Es wird gesagt, die Dreadnoughts wären hauptsächlich für die hohe See bestimmt, zum Kampfe außerhalb des Bereiches der Torpedos und der schwimmenden Seeminen. In den verhältnismäßig flachen Gewässern an der deutschen Küste ist sicher die Schiffahrt für Dreadnoughts, wenn alle Leuchtschiffe und Landmarken entfernt sind, recht gefährlich. Türkei. Konstantinopel, 8. April. Rußland ist durchaus entschlossen, den glücklich gelöschten Balkanbrand nicht aufs neue zu entfachen. Es wird daher in Konstantinopel auch keine Schritte tun, um die Erlaubnis zur freien Durchfahrt seiner Kriegsschiffe durch die Dardanellen zu erreichen.— Für den neuen österreichisch=serbischen Handelsvertrag ist zwar noch keine Basis geschaffen worden; doch schweben zwischen dem österreichischen Gesandten Grafen Forgach und dem serbischen Minister des Auswärtigen Milowanowitsch Verhandlungen, die hoffentlich bald zu einem Erfolge führen werden. Leider sind auch die türkisch=bulgarischen Verhandlungen noch immer nicht bis zum Tüpfelchen über dem i zum Abschluß gelangt, obgleich die Gesamtsumme der von Oesterreich zu zahlenden Entschädigung längst festgelegt ist und es sich nur noch um die Verteilung dieser Summe handelt. Aus Stadt und Umgebung. Schwerte, den 10. April. **(Unsere Osterfreude.) So schön und bedeutungsvoll auch das Osterfest ist, so wenig weiß unsere moderne Zeit diese Bedeutung in ihrer christlichen Tiefe zu würdigen. In den Leitartikeln vieler Tageszeitungen, in Gedichten oder Büchern weiß man den Lesern keine anderen Ostergedanken vorzusetzen, als allgemeine Frühlingsbetrachtungen, welche schon unsere heidnischen Vorfahren ebenso schön und poetisch hatten. Man redet vom Erwachen, der Wiedergeburt der Natur, von jungen Saaten und Blumen, von Vogelsang und Lenzessonne, ein Vorgang, der auch auf das menschliche Gemüt einen wohltuenden Einfluß hat und neues Hoffen und Schaffen hervorruft. Das ist alles, was man über Ostern zu sagen hat, aber herzlich wenig. Mögen auch Tausende an solchen schönen Redensarten auf Augenblicke sich berauschen, nachdenkliche Menschen werden auf solche Redensarten nicht viel geben. Das Neuaufleben der Lenznatur hat nur dann eine tiefere Bedeutung für uns Menschen, wenn sie uns zum Gleichnis der Auferstehung der Menschheit wird und uns auf das christliche Osterevangelium hinweist, wenn sie uns predigt: Seht, darum läßt der gütige Schöpfer jedes Jahr das Leben in der Natur neu hervorbrechen, damit in euch die Hoffnung nicht erstirbt, daß nicht der Tod, sondern das Leben auch in der Menschenwelt das letzte Wort behalten soll. Auch in unserem Denken und Hoffen soll je länger je mehr neues Leben herrschen. Aufwärts soll es gehen einem niemals mehr sterbenden ewigen Leben aus Gott entgegen, und auch aus den Gräbern soll neues, ewiges Leben erstehen. Davon redet das Osterevangelium, wenn es von der lebendigen Hoffnung spricht, zu der wir durch Gottes Barmherzigkeit wiedergeboren sind, von der Hoffnung auf ein unvergängliches, unbeflecktes und unverwelkliches Erbe, das behalten wird im Himmel. Das soll bedeuten, daß uns in der christlichen Ostergeschichte eine solche Hoffnung dargereicht ist, ein neuanbrechendes Leben durch den heiligen Geist, welches immer höher hinaufgeht, sich immer mehr entfaltet in ein himmlisches, göttliches Leben hinein und auch durch den Tod nicht vernichtet werden kann. Und an diesem durch den Geist des Christentums in die Welt gekommenen und in ihr sich immer mehr ausbreitenden göttlichen Leben soll die Menschheit in ihrer Gesamtheit wie jeder einzelne teilnehmen. Dieses neue Leben soll Freudigkeit, Frieden, neues Schaffen und Streben aus dem Guten und zum Guten unter die Menschen bringen. Ja, Ostern bedeutet ein Frühlingsfest, aber in höherer, vollendeter Weise, als es unsere oberflächliche Zeit versteht; Ostern bedeutet nicht nur neues Leben, sondern göttliches, ewiges Leben. In diesem Sinne wünschen wir allen unseren Lesern und Freunden ein recht fröhliches Osterfest! **(Radler=Pech.) Ein junger Mann, der offenbar in der Kunst des Radfahrens noch großer Neuling war, mußte gestern bei seinen Versuchen, das Stahlroß zu lenken, schweres Lehrgeld zahlen. Auf der Schützenstraße in der Nähe des Messingwerkes kam er mit seiner Maschine so unglücklich zu Fall, daß er eine stark blutende Verletzung im Gesicht erhielt. Auch sein neues Rad wurde schwer beschädigt, und mit der Ausübung des schönen Sports war es für gestern vorbei. **(Von der Straßenbahn.) Wir machen darauf aufmerksam, daß an beiden Ostertagen Spätwagen der elektrischen Straßenbahn verkehren. Auch die Bergbahn nach Hohensyburg wird an beiden Tagen im Betriebe sein, so daß der Besuch der stolzen Wittekindsfeste an den beiden Feiertagen, zu denen uns hoffentlich auch herrliches Wetter beschert wird, sehr erleichtert ist. **(Kinematograph„Reichskrone".) Mit einem prächtigen Programm wartet Herr Stamm für die Ostertage auf. Ernste und heitere Bilder wechseln in bunter Reihenfolge mit einander ab und sichern dem Besucher einige recht genußreiche Stunden. **(Der Freischütz) wird voraussichtlich an beiden Feiertagen das Ziel vieler Ausflügler werden. Für den 1. Festtag hat Herr Straetmanns das Trompeterkorps des 7. ArtillerieRegiments aus Wesel für 2 Konzerte— vormittags 11 Uhr und nachmittags 4 Uhr— gewonnen.— Am zweiten Festtage findet bekanntlich das große Konzert des M.=G.=V.„Cäcilia" unter Mitwirkung der Konzertsängerin Frl. Henze=Essen(Sopran) und des Betzel'schen Solisten=Orchesters statt. **(Traurige Ostern) begeht diesmal die Familie G. von hier. Ein 19jähriger Sohn, zurzeit in D., setzte dortselbst seinem Leben ein vorzeitiges Ziel. Der schwergeprüften Familie wird allgemeine Teilnahme entgegengebracht. **(Der gemischte Chor„Harmonie") wird morgen im Hauptgottesdienst in der größeren evang. Kirche einen Choral und eine Motette vortragen. Bekanntlich hat der unter der Leitung des Herrn Klempt stehende Chor schon verschiedentlich den Gottesdienst durch seine Vorträge verschönern helfen und sich dadurch stets den wärmsten Dank der Gemeinde erworben. **(Im Friseurgewerbe) wird an den ersten Oster=, Pfingstund Weihnachtsfeiertagen der Betrieb wie an gewöhnlichen Sonntagen aufrecht erhalten; dagegen bleiben die betr. Geschäfte an den 2. Feiertagen vollständig geschlossen. Wer des Verschönerungsrates bedarf, mag sich also danach richten. **(Unfall.) Gestern nachmittag versuchten mehrere junge Leute mit einem Motorrad die steile Straße von der Ruhrbrücke nach Villigst hinaufzufahren. Während zwei der kühnen Fahrer ohne Unfall die Höhe erreichten, verlor ein anderer, der Sohn des Kaufmanns P. aus der Hellpothstraße, der mit dem Mechanismus des Rades wohl noch nicht genügend vertraut war, die Herrschaft über die Maschine und fuhr gegen einen am Wege stehenden Baum. Der junge Mann flog kopfüber zur Erde, hatte aber insofern noch Glück beim Unglück, als er mit einer verhältnismäßig leichten Verletzung im Gesicht davongekommen ist. ** Geisecke, 8. April.(Mit dem Bau des Güterbahnhofes) in unserem Gebiete soll in etwa 14 Tagen begonnen werden, das Gelände hierfür ist schon bereit gestellt. Dieser Umbau des Bahnhofes wird für die Stadt Dortmund von größtem Interesse sein, da diese gerade in unserem Gebiete viele Neuanlagen zur Wassergewinnung geschaffen hat und deswegen auch ein großes Interesse daran hat, ihre benötigten Kohlen auf billigem Wege zur Verbrauchsstelle zu schaffen. Westfalen und Rheinland. ** Hörde, 10. April.(Den Verletzungen erlegen) ist das Töchterchen Josefine der Eheleute Feller auf dem evang. Friedhofe, das am Montag Mittag einem Feuerchen zu nahe gekommen und in Brand geraten war. Gestern wurde das unglückliche Kind im evang. Krankenhause von seinen schrecklichen und schmerzvollen Leiden durch den Tod erlöst. Wir wollen bei dieser Gelegenheit nicht verfehlen, nochmals auf die großen Gefahren hinzuweisen, denen die Kinder, besonders aber die Mädchen, bei derartigen Spielen mit dem tückischen Element ausgesetzt sind. Ein Funke, der nicht gleich beachtet wird, kann das schrecklichste Unglück im Gefolge haben, wie es hier wieder einmal traurige Tatsache geworden ist. ** Hörde, 10. April.(Bergmannslos.) Am Donnerstag vormittag fanden auf der Zeche„Freie Vogel und Unverhofft“ schon wieder zwei brave Knappen durch Unglücksfall ihren Tod, die Kohlenhauer Franz Klaas aus BerghofenBickefeld und Wilh. Dahm vom Remberg. Beide Verunglückte waren im Neuflötz tätig, als plötzlich unter großem Getöse und mit starker Wucht sich ein Berg Kohlen von dem Flötz löste, wovon beide Verunglückte getroffen wurden. Klaas, welchem das Genick durchschlagen wurde, war auf der Stelle tot; Dahm wurde noch lebend zutage gefördert, verschied aber alsbald in der Verbandsstube der Zeche.— Die Zeche„Freie Vogel und Unverhofft“ wird in letzter Zeit von dem Unglück sozusagen verfolgt; sind doch in den letzten vier Wochen nicht weniger als sechs tötliche Unfälle vorgekommen. ** Hörde, 10. Juli.(Ein schreckliches Unglück) ereignete sich am Freitag Morgen auf dem Stahlwerke der „Phönix“. Ein Korb mit glühenden Schlacken fiel infolge Seilbruches herab und verbrannte drei Arbeiter lebensgefährlich. Zwei derselben, Treuf und Litkowski, starben kurz nach der Einlieferung ins Hüttenhospital, während der dritte auch derartig schwere Brandwunden erlitt, daß er schwerlich mit dem Leben davonkommen wird. * Hagen, 8. April. Zu einer leichtfinnigen Tat ließ sich der 27jährige Schutzmann Mette von hier hinreißen. Er hatte mit anderen Personen eine Kneiperei gemacht, von wo er sich abends zur Wache zwecks Dienstmeldung begab. Anstatt sich sodann zum Nachtdienst zu begeben, kehrte M. in die Wirtschaft zurück und kneipte weiter. Der die Posten revidierende Kommissar fand ihn bei der Kontrolle nicht vor. Um nun eine Entschuldigung zu haben, verfiel M. auf eine sonderbare Idee. Er begab sich zur Geitebrücke und ging dann in die Volme; auf sein Hilferufen wurde er dann von Bahnbeamten herausgeholt. M. gab dann, wie berichtet, an, er sei von italienischen Arbeitern, die er zur Ruhe verwiesen habe, über das Brückengeländer in die Volme geworfen worden. Bei der Untersuchung ergab sich nun, daß die Angaben Mette's nicht auf Wahrheit beruhen könnten; es wurde festgestellt, daß er den Ueberfall erdichtet habe, um sich einer dienstlichen Strafe wogen Dienstversäumnis zu entziehen. M. begab sich nach dem Verhör nach Hause und schoß sich eine Kugel in den Kopf. Die Verletzungen führten den Tod des jungen Beamten herbei. Er hinterläßt Frau und ein Kind. * Herdecke, 9. April.(Ein furchtbarer Wald. brand) wütet hier seit heute Nachmittag. Das der Stadtgemeinde Hagen gehörende, zwischen Herdecke und Hohensyburg belegene Terrain, beginnend am sogen. Sonnenstein, ist größtenteils zerstört. Bis zum Abend dehnte sich das Feuer immer noch mehr aus. An der Brandstelle hatten sich Tausende Ausflügler, die heute die Ruhrberge belebten, angesammelt, die dem schaurig=schönen Schauspiel zusahen. Das Feuer ist böswilliger Weise angelegt worden; die Täter sind der Behörde bekannt und dürften einer exemplarischen Bestrafung entgegen sehen. Letzte Brahtmeldungen. Reichsluftschiffe. Köln, 9. April. Das im Bau befindliche Luftschiff„Z. 2“ soll nach Fertigstellung sofort in den Besitz des Reiches übergehen und nach Köln geschafft werden, wo auch das Parsevalsche und Groß'sche Luftschiff stationiert werden. Köln, 10. April. Endgiltiges darüber, ob das Luftschiff „Z. 2“ oder ein anderer Ballon hierherkommt, ist noch nicht beschlossen. In Düsseldorf fand gestern eine Komiteesitzung zur Förderung der Luftschiffahrt statt. Der Plan einer Luftschifffahrtsverbindung Frankfurt=Düsseldorf wurde besonders von Großindustriellen und Bankinstituten befürwortet. Besuch der deutschen Schlachtfelder durch englische Offiziere. Metz, 10. April. Der Kaiser hat genehmigt, daß 60 englische Offiziere und Kriegsakademie=Schüler in zwei Abteilungen Ende April bis Mitte Mai die auf deutschem Gebiet liegenden Schlachtfelder bei Weickenburg, Wörth, Spichern und um Metz zu Studienzwecken aufsuchen. Zur Führung wird ein deutscher Offizier für die Metzer Schlachtfelder zur Verfügung gestellt. Ex=Präsident Castro. Fort de France, 10. April. Castro ist nach seiner Rückreise plötzlich wieder erkrankt. Er leidet große Schmerzen, da sich die Operationswunde wieder geöffnet hat. Sein Zustand ist zweifellos ernst.: Er legte anscheinend der Nachricht, daß die französische Regierung seine Ausweisung aus Martinique verfügt habe, keinen Glauben bei.— Späteren Meldungen zufolge hat sich sein Befinden jedoch wieder gebessert. Ein französischer Erfolg. Paris, 10. April. Wie der Gouverneur von Westafrika telegraphisch meldet, hat Kapitän Monbeot am 11. März ein wichtiges Lager der abtrünnigen Lakiais zerstreut und dabei 40 Eingeborene getötet. Die Franzosen hatten keine Verluste. Der Anführer der Lakiais unterwarf sich am 20. März mit etwa 1000 Zelten. Dieser Erfolg sichert die Pazifikation des Gebietes zwischen dem Flusse Sahel und dem nördlichen Mauretanien. Explosion. Rom, 10. April. In einem etwa 500 Meter vom Vatikan gelegenen Gasthofe ereignete sich gestern vormittag eine Explosion, durch die die Fußböden des vierten und fünften Stockwerks zum Einsturz gebracht und drei Personen verletzt wurden. Die Explosion, die in der Bevölkerung des Stadtteils großen Schrecken hervorrief, ist auf die verstellung von Sprengmitteln zurückzuführen, die beim Fischfang im Tiber Verwendung finden sollten. Der Versertiger des Sprengmaterials befindet sich unter den Verwundeten, seine Verletzungen sind sehr schwer. Kirchen=Einsturz. Hohensalza, 10. April. Infolge einer Erdsenkung ist gestern Nachmittag während des Gottesdienstes die Nordwand der kathol. Marienkirche eingestürzt. Die Kirche und die Propstei mußten geräumt werden. Verluste an Menschenleben sind nicht zu beklagen. Es wird eine weitere Senkung des Erdbodens und der völlige Einsturz der Kirche befürchtet. Das Gelände ist vom Militär bewacht. Gottesdienste Evangelisch=reformierte Gemeinde. 1. Ostertag 9 Uhr: Beichte. „ ½10 Uhr: Pastor Terberger, hl. Abendmahl. 2. Ostertag ½10 Uhr: Pastor Terberger. Evangelisch=lutherische Gemeinde. 1. Ostertag 8 Uhr: Pastor Graeve, Beichte. „ 9½ Uhr: Pastor Heinenberg. „ 11 Uhr: Kindergottesdienst. 2. Ostertag 8 Uhr: Pastor Wischnath. „ 9½ Uhr: Pastor Graeve. „ 11 Uhr: Kindergottesdienst. Evang. Stadtmission Schwerte, Kuhstr. 7. 2. Ostertag vorm. 8 Uhr: Blaukreuzstunde und Verpflichtungsgelegenheit. „ nachm. 4 Uhr: Bibelstunde. Dienstag abends 8 Uhr: Gemischter Chor. Evang. Männer= und Jünglingsverein Schwerte. 1. Ostertag nachm. 2 Uhr: Weißkreuzstunde. „ abends 8 Uhr: Vereinsstunde. Gottesdienst für Westhofen. 1. heil. Ostertag, den 11. April. Vorm. 9½ Uhr: Festgottesdienst. Nachm. 2 Uhr: Kindergottesdienst. 2. Ostertag, den 12. April. Vorm. 9½ Uhr: Predigtgottesdienst. Sottesdienstordnung der kathol. Kirche. Hochheiliges Osterfest. Vorm. 6 Uhr: Auferstehungsfeier, Kaplan Nieke. 6½ Uhr: Stille hl. Messe. 7¾ Uhr: Frühmesse, Pater Heines.(Gemeinschaftl. hl. Kommunion des Josefsund Cäcilen=Vereins. 9 Uhr: Schulmesse, Pfarrer Schnurbus. 10¼ Uhr: Leviten=Hochamt mit Predigt und Segen.— Nachm. 2½ Uhr: Vesper. Von 3—7 Uhr ist Gelegenheit zum Beichten. 2. Ostertag. Vorm. 6½ Uhr: Stille hl. Messe, Pfarrer Schnurbus. 7¾ Uhr: Frühmesse.(Gemeinschaftl. hl. Kommunion des Stephanus=Vereins.) 9 Uhr: Schulmesse, Pater Heines. 10¼ Uhr: Hochamt mit Predigt, Kaplan Nieke.— Nachm. 2½ Uhr: Pesper. Lichtendort,(1. u. 2., Ostertag.) ½8 Uhr: Frühmesse. 10 Uhr: Hochamt mit Predigt. 2 Uhr: Andacht. Verantwoertlich: Für Polteik, Feuillaton und nerwandte Gebiete: Haus Schlinzigk: Aür Lokales, pinzielles und Inserate: Friedricch und Verlag von Carl Braus, sämtlich zu Schwerte. Nr. 84. Unsere heutige Ausgabe umsaßt mit dem täglichen Unterhaltungsblatt und dem„Illustrierten Familienfreund“ 20 Seiten!— Kann England überfallen werden? (Fortsetzung.) a) Krieg zwischen England und Deutschland. In dem Zeppelintyp besitzt Deutschland ein Fahrzeug, welches imstande ist, rund 15 Personen und eine große Reserve an Betriebsmaterial und Vorräten mit sich zu führen. Es steht nichts im Wege, solch ein Fahrzeug mit drahtloser Telegraphie, Lufttorpedos, Sprengstoffen und Spezialgeschützen auszurüsten. Damit ist mit anderen Worten das Luft=Kriegsschiff fertig un steht da als Beherrscher seines Elements. Es kann gegen Windgeschwindigkeiten bis zu 30 Meilen ankommen und bei günstiger Brise Geschwindigkeiten von 50 bis 60 Meilen in der Stunde herausbekommen. Der Aktionsradius der neueren Schiffe wird aller Wahrscheinlichkeit nach über 800 Meilen betragen, d. h. sie können sich bis über 400 Meilen von ihrem Standort entfernen und immer noch nach ihm zurückkehren. Wenn es auf dem Hin= oder Rückwege, oder ckuf beiden, noch günstige Winde ausnutzen kann, wird solch ein Schiff unter Umständen 1000 Meilen zurücklegen können, bevor seine Betriebsmaterialien verbraucht sind. Es könnte aber seine Vorräte auch durch Troßschiffe auf hoher See ergänzen. Diese Zahlen beruhen auf keiner voreiligen Vermutung, sie sind durch technisch mögliche Tatsachen begründet. Die Hebekraft hängt von dem Inhalt des Gasbehälters und bei dem Zeppelin außerdem noch von der Stärke der Motoren und der Wirksamkeit der Hebeflossen ab. Ein Fahrzeug dieses Typs hat schon eine Last von 20 Personen mit hochgenommen und konnte seine Manöver mit Leichtigkeit durchführen. Wir stehen also der Tatsache gegenüber, daß Deutschland ein Luftschiff besitzt, welches imstande ist, für eine lange Fahrt die nötige Besatzung und das erforderliche Betriebsmaterial zu tragen und außerdem noch einen beträchtlichen Vorrat an Zerstörungsmitteln fassen kann. Bei dem neuesten Schiff können wir gut mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 30 Meilen die Stunde Werfen wir jetzt einen Blick auf meine Skizze, so sehen wir, daß der Zeppelin die Entfernung von 380 Meilen vom Bodensee bis Sheerneß bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 30 Meilen in der Stunde in weniger als 13 Stunden zurück legen kann. Will das Luftschiff dann auf diesen Punkt, einen unserer wichtigsten Flottenstützpunkte, einen Angriff ausführen, so haben wir effektiv nicht das geringste Mittel, es daran zu Es kann bei Nacht seinen Weg über Deutschland, Frank reich den Kanal und England nehmen, ohne die geringste Furcht, entdeckt zu werden, und dann seinen Schlag mit buchstäblich blitzartiger Plötzlichkeit ausführen. Und wir haben ihm tatsächlich nichts entgegen zu setzen, als allenfalls ein paar Steilfeuergeschütze mit eigens dafür ausgebildeter Bedienung, welche es mit Schrapnells beschießen können. Selbst wenn wir durch einen gütigen Zufall das Glück haben sollten, solch einen Sonnabend, den 10. April 1909. Angreifer wirklich herunterzuholen, so würde er vorher doch sicher noch Zeit finden, seinen Vernichtungsschlag zu führen. Er kann ungeheuren Schaden anrichten, Nachrichten von unschätzbarem Werte durch Funkspruch an das Hauptquartier in die Heimat gelangen lassen, und geht er tatsächlich verloren, so würde sein Verlust allenfalls 200000 Mark und ein paar Menschenleben kosten. Ein einziger Torpedobootsangriff wird an Leben und Geldwert der dabei zerstörten Fahrzeuge teurer zu stehen kommen und nicht annähernd den vernichtenden Erfolg erzielen Ein modernes Luftschiff ist im Gebrauch ein Gegner, der unsichtbar und schneller wie jedes Kriegsschiff ist, und kann von Punkt zu Punkt, gleichgültig. ob durch Land oder Wasser getrennt, schneller gelangen wie jedes andere militärische Fortbewegungsmittel, da es sein Ziel fast immer in der Luftlinie ansteuern kann. Die Fahrt durch die oberen Luftregionen ist frei, und ein deutsches Luftschiff kann ohne Protest seinen Weg über Frankreich und jedes andere Land nehmen. In Wirklichkeit wird es überhaupt kaum gesichtet werden, und gerade dieser Angriff, von dem man vorher gar nichts sehen kann, ist der schrecklichste Zug des Luftkrieges. Nichts kann ein feindliches Luftschiff hindern, bei Nacht bis zu einer gewissen Entfernung an unsere Küste heranzufahren und dort schwebend zu harren, bis der Augenblick des Losschlagens gekommen ist. Schon vor der Kriegserklärung, wenn die Lage nur bedenklich ist, könnte die feindliche Luftflotte 40 oder 50 Meilen von unseren Küsten entfernt sich sammeln und auf einen Funkspruch hin zwei Stunden nach der Kriegserklärung schon seinen Angriff ausführen. Keine Flotte kann etwas Derartiges leisten, und auch keine Landtruppe kann mit einer solchen Schnelligkeit angreifen, weil der Aufmarsch der Truppen schon viele Stunden vor dem Angriff vom Feinde bemerkt werden muß. Je mehr man sich in das Problem der Luftwaffe vertieft, umso mehr findet man in der Tat, wie überraschend sie auftreten und welch ungeheuren Schaden sie anrichten kann. (Schluß folgt.) 41. Jahrg. Rosa-Marina. Roman von Melati von Java. Aus dem Holländischen übersetzt von Leo van Heemstede. 15(Nachdruck verboten.) Der Doktor fand sich bald ein, um seine Schützlinge zu besuchen; seinen Neffen hatte er ersucht, nicht ohne ihn im Hotel vorzusprechen. Rose=Marie kam ihm mit freudestrahlendem Antlitz entgearn. „Frank hat recht", dachte Adrichem.„das Kind hat ein GeSchtchen, bei dessen Anblick ein Eisklumpen schmelzen muß. Er wußte in seiner gemütlichen Weise die beiden zum Sprechen zu bringen, und in kurzer Zeit war er ganz auf der Höhe ihrer traurigen Verhältnisse. Rose=Maries Mutter hatte sich als Witwe zum zweitenmal verbeiratet mit Giesinger, der Offizier an Bord eines Dampfschiffes war, auf welchem sie nebst ihrem Töchterchen aus Indien nach Holland heimkehrte. Giesinger war ein stattlicher Mann, die Witwe war nicht ohne Vermögen: er verließ dann den Seedienst und suchte sich eine andere Stelle. Jans kam zur Welt. „Und ich bin buckelig geworden, weil er einmal betrunken nach Hause kam und mich beim Spielen fallen ließ“, sagte das Kind mit einer Stimme, aus welcher dar bitterste Haß brach „Rein, Jans“, sagte Rose=Marie wie zur Entschuldigung, s darfst Du nicht sagen, es liegt an Deinem Knochenbau.“ Sie beeilte sich, die traurige Geschichte weiter zu erzählen. a Stiefvater ging es schlecht in seinen Geschäften, er brachte das Geld seiner Frau und seiner Stieftochter durch und sank immer tiefer. Die Mutter starb, und an ihrem Sterbelager gelobte Rose=Marie, für das verkrüppelte Kind wie eine Mutter zu sorgen. Nun war es so weit gekommen, daß Giesinger in Stadtviertel in Amsterdam eine Branntweinkneive hatte. Westfalen und Rheinland. * Rüdinghausen, 8. April.(Genickstarre.) Die 22= jährige Weißnäherin Anna Schröter hierselbst ist an Genickstarre erkrankt. Aerztlicherseits sind umfassende Vorsichtsmaßregeln gegen die Weiterverbreitung getroffen. * Dortmund, 8. April. Ein eigenartiges Ungrua widerfuhr gestern abend in der 10. Stunde dem„Buttermarkt“ in den Wandelhallen. Dort waren in dem einen Schaufenster mehrere tausend Eier zur Schau gestellt worden. Durch den ungeheuren Druck, den diese auf das Fenster ausübten, geschah es nun, daß die Glasscheibe barst und sämtliche Eier auf die Straße rutschten. Ganz blieb natürlich kein einziges. Dem„Buttermarkt“ entstand dadurch ein Schaden von über 1000 Mark. * Börnig, 7. April.(Reuiger Dieb.) Dem Bäckermeister W. waren vor acht Tagen, als er mit seiner Familie einige Stunden abwesend war, 240 Mark in barem Gelde gestohlen. Das Papiergeld wurde jetzt unberührt am gleichen Platze aufgefunden. Den Dieb müssen nun wohl Gewissensbisse „Aber haben Sie denn keine Familie von väterlicher oder von mütterlicher Seite, die sich Ihrer annehmen könnte?“ fragte der Doktor. „Nein“, entgegnete das Mädchen leise; aber der Doktor sab es ihr an ihrem Gesicht an, daß sie nicht die volle Wahrheit sagte. Er stand auf und lud die Mädchen ein, sobald es gutes Wetter sei, ihn einmal zu besuchen. Rose=Marie gab ihm das Geleite. „Sie haben gewiß noch Familie“, sagte der Doktor, als sie aus dem Zimmer traten.„Sie haben mir nicht die Wahrheit gesagt.“ „Es ist so“, entgegnete sie einfach,„ich wollte nicht davon reden in Gegenwart meiner armen Schwester. Sie möchten mich gerne bei sich aufnehmen, und es sind ganz woblhabende Leute, aber sie wollen nichts von Jans wissen und ich darf sie doch nicht verlassen. Als unsere Mama noch lebte, haben sie sich auch von ihr zurückgezogen, nur weil Mama mit ihm so schlimm gefahren war.“ „Das ist aber kein Leben für Sie! Fühlen Sie sich denn nicht sehr unglücklich dort?“ „O. Herr Doktor, wenn Sie wüßten!“ Sie dämpfte ihre Stimme zu einem Flüsterton.„Ich will nicht, daß Jans erfährt, daß ich es Ihnen sage, denn er bleibt immer ihr Vater, und es ist schon traurig genug, daß sie ihn haßt, obwohl er es eigentlich nicht anders verdient— er ist selbst sein bester Kunde. er trinkt und flucht und schlägt— o!“ Sie streckte die Hände aus, als wenn sie etwas Häßliches und Widerwärtiges von sich abwehren wollte.„Deshalb fand ich es selbst bei Frau Kreins so herrlich, weil die Leutchen so ruhig und so anständig sind. O. wäre es nicht wegen Jans, ich bliebe keine Stunde länger dort im Hause.“ Na, Fräulein Röschen, behalten Sie nur guten Mut und besuchen Sie mich recht bald. Meine Hausfee rechnet bestimmt Doraut! geplagt haben, oder er fühlte sich seiner Beute nicht sicher, kurzum: der gestohlene Betrag fand sich im Hausflur in einer Ecke liegend vor und war vorsichtig in eine Zeitungsnummer eingewickelt. 5 * Herdecke, 8. April. Ein schwerer unfau eleignere sich gestern im Steinbruchbetriebe am Kaisberge. Dort waren mehrere Schüsse gesetzt, von d nen man annahm, daß sie alle losgegangen seien. Als später weiter gearbeitet wurde, entzündete sich ein nicht losgegangener Schuß, wobei ein italienischer Steinbrucharbeiter durch umherfliegende Steine so schwer verletzt wurde, daß seine Aufnahme in das Krankenhaus nötig wurde. Wie es heißt, soll Gefahr für sein Augenlicht bestehen. * Recklinghausen, 8. April. Die Stadtverordneten beschlossen, eine Anleihe von 1 Mill. Mark zu 4 pCt. Verzinsung und 1¼ pCt. Tilgung aufzunehmen. * Oberhausen, 8. April.(Verrohung der Jugend.) Im benachbarten Sterkrade stießen Schüler ein siebenjähriges Mädchen in ein Feuer, das auf dem Felde angezündet war. Das Kind verbrannte. * Bottrop, 8. April. Hier wurde in der Naye der Post der dort spielende dreijährige Sohn des Gastwirts Bechhoff von dem Fuhrwerk des Landwirts Schulte=Ostrov aus Buschhausen überfahren und sofort getötet. Eines der Pferde, über die Sch. die Gewalt verloren hatte, verletzte sich beim Sturz derartig, daß es auf der Stelle abgeschlachtet werden mußte. Der Wagen wurde zertrümmert.e. * Bochum, 8. April. Den„Boa zum Gartner machte die Wittener Wach= und Schließgesellschaft, als sie den Invaliden Ferdinand Biere von Witten zum Oberwächter machte, der seine Vertrauensstellung zu nächtlichen Diebstahlszügen ausnutzte. Wirte, Metzger und Geschäftsinhaber, deren Häuser zu bewachen ihm Pflicht war, bestahl er; und als er schließlich entlassen wurde und als Laternenanzünder Stellung fand, nutzte er auch diesen Posten zu Diebeszwecken aus. Die Untersuchung überführte nun den Wächter der Nacht 4 schwerer und 8 einfacher Diebstähle. Die Strafkammer verurteilte Biere zu ein Jahr Gefängnis. * Köln, 8. April. Vandalen hausten in der Nacht auf dem alten Friedhofe in Köln=Nippes, wo sie große Verwüstungen anrichteten. Steinerne Kreuze wurden umgestürzt und demoliert, das Erdreich aufgewühlt, hölzerne Kreuze zertrümmert. Zerbrochene Porzellan= und Glasschilder bedecken die Gräber. Die eisernen Grabeinfassungen wurden zu Boden gerissen. Am meisten machte sich die Roheit an den in den großen Glaskäste Bezugsqdenlt für die Damenschneiderel Seidenbaus M. Wietgensteiner 1480 Dortmund, Westenhellweg III, Fernruf 2228 „O sehr gern, Herr Doktor!“. In ihrem Innern sprach es: „Der Onkel ist mir weit lieber als der Neffe!“ Jungfer Bols ungnädige Laune erreichte ihren höchsten Grad, als sie, nachdem der Doktor ihr ein vaar Tage zuvor den erwarteten Besuch angekündigt hatte, eines Nachmittags die beiden Schwestern berannahen sab. Jans schleppte sich auf ihren Krücken fort: Rose=Marie aber — in einem einfachen blauen, baumwollenen Kleidchen, ohne Hut oder Handschube— sah lieblich aus wie der Frühling. Der Doktor war mit Lesen beschäftigt und Frank mu seinem Skizzenbuch, als die Haushälterin die Türe öffuete und in mürrischem Tone rief:„Da ist der Besuch! „Ah so, unsere Badegäste!“ sagte Adrichem. sich erhebend und ihnen entgegengehend; auch Frank legte sein Album fort und begrüßte die Schwestern. „Herr Doktor“, sagte Rose=Marie,„wir kommen, um Ihnen für Ihre Güte zu danken, und hier— hier ist eine Kleinigkeit, die Jans und ich—“. In allerliebster Verwirrung überreichte sie ihm ein Bäckchen. „Ei, meine lieben Kinder, es freut mich herzuch, Euch einmal hier zu sehen, aber das ist wirklich nicht nötig.— Was ist es denn? Eine Schlummerrolle? Habt Ihr die denn selbst gemacht? Sehr hübsch, nicht wahr, Frank? Ich danke auch vielmals und werde sie als ein Andenken an Euch in Ehren halten..2 ben Bar Frank schob Stuhle bervei; er vatte vorher den Volhang vor dem sogenannten Seefenster niedergelassen. Nachdem man eine Weile über gleichgültige Dinge geredet hatte, tauschten Onkel und Neffe einen Blick des(einverständnisses. „Fräulein Rose=Marie“, sagte Frank sehr höflich,„ich hatte neulich das Vergnügen, Ihnen zuerst das Meer vorzustellen. darf ich Sie fragen, ob die Bekanntschaft Ihnen noch i gefut?“ „O ja, gewiß, des Meer is so prächtiol“ (Fortsetzung folgt.) eingerahmten Perlenkränzen bemerkbar. Ueber 30 Denkmäler wurden dem Boden gleich gemacht. Die Behörden sind eifrigst bemüht, der Vandalen habhaft zu werden. Königin Wilhelmine von Holland. In fieberhafter Aufregung erwartet ganz Holland die nahe bevorstehende Entbindung seiner Königin in der festen Hoffnung, daß diesmal der Storch ein Einsehen haben und dem Lande den seit acht Jahren ersehnten Prinzen bescheren werde. Aus allen Städten und von vielen Privatpersonen sind bereits Königin v.Holland unendlich viele, zumteil sehr kostbare Geschenke im Haag eingetroffen, Spielsachen und Gebrauchsgegenstände für den Thronfolger. Wir bringen unsern Lesern heute das Bild von„ons Wilhelmintje“ der jungen, erst im 29. Lebensjahre stehenden, sehr sympathischen Herrscherin, die von ihrem Volke überaus verehrt wird. Kleine Chronik. Hochwasser wird erneut aus der Glatzer Gegend gemeldet. In den Bergen lag noch viel Schnee, und die Flüsse richten abermals Ueberflutungen an. Auch in der Zülichauer Gegend stehen viele Strecken unter Wasser. Streik. Die Hamburger Schneider und Schneiderinnen haben angesichts des Osterfestes die Arbeit eingestellt. Bisher waren alle Einigungsversuche resultatlos. In dem ganzen Erdbebengebiet von Messina steht es so, daß es wirklich an der Zeit war, daß König Viktor Emanuel und Königin Helena wieder einmal nach dem Rechten sahen. Die Bummelei war mehr wie stark. Aber was noch ärger ist, das ist die Tatsache, daß die deutsche Hilfsbereitschaft auch heute noch nicht anerkannt wird. Dem Berl. Tagebl. wird aus Paler= mo telegraphiert:„Was an barem Geld aus Deutschland kam, übertrifft die Spenden aus allen übrigen europäischen Ländern zusammengenommen; kein Land hat soviel Kleider, Lebensmittel, Helfer und Helferinnen, Baracken, Hospital=Einrichtungen, Medikamente gesandt. Man dankt dafür, sogar überschwenglich, aber nur nicht den Deutschen. Die wenigen englischen Gaben werden in den Himmel gehoben, und Frankreichs geringe Beisteuer erweckt Enthusiasmus. Nur die deutschen Zuwendungen sind selbstverständlich, man fordert und schilt noch obendrein“ Ein neuer Bombenfund ist in einem Brüsseler Neubau gemacht. Man glaubt es wieder mit einem russischen AnarchistenAnschlage zu tun zu haben. Neger=Bestialitäten. In Kuba wurden drei Neger zum Tode verurteilt, weil sie ein kleines weißes Mädchen geraubt, geschlachtet und mit seinem Blute eine kranke Negerin kuriert hatten. Scherben sollen Glück bedeuten, doch kommt es auch einmal anders. In Losmica in Serbien zerstachen drei Bauern, die in einer Wirtschaft ein zerbrochenes Glas bezahlen sollten, die Wirtin, den Kellner und dessen zufällig anwesenden Bruder. Ostereier! Es kam nach langem Winterleid Die langersehnte Frühlingszeit, Sie bringt„vergnügte Feiertage“ Und turze Rast nach langer Plage; Die alten bösen Stürme ruh'n, Höchst friedlich ist der Menschheit Tun, Und Väter, Mütter, Vettern, Basen Empfangen jetzt den Osterhasen. Der Osterhase ist bekannt Als generös in Stadt und Land, Er legt zur schönen Osterfeier Die sogenannten Ostereier. Den Kleinen bringt er zum Genuß Die Eier sein aus Zuckerguß, Aus Marzipan und Schokolade, Das Beste ist hier nicht zu schade! Da gibt es keinen Schabernack, Der Osterhase hat Geschmack, Er wird den Jungen wie den Alten Das Osterei nicht vorenthalten; Nach all' dem bösen Kriegsgeschrei Hat er der Welt ein Österei So zart und pflaumenweich beschieden, Das trägt die schöne Aufschrift„Frieden“! Ein jeder kriegt sein Osterei, Der Steuerfiskus aber zwei; Er wird mit Freuden sich bequemen, Die kleine Stärkung einzunehmen. Die Eier sind aus purem Gold, Drum sind sie hart, man nennt sie heuer „Finanzreform" und„Nachlaßsteuer“ Das Österhäschen, kühn und keck, Legt fleißig Eier ins Versteck, Um brav und gut aus freien Stücken Die Menschen möglichst zu beglücken; Nicht achtlos es vorübergeht Am Kanzler, der am Ruder steht, Bringt ihm ein Ei mit art'gen Reimen, Gefüllt mit Stoff, den Block zu leimen! Das Österhäslein hüpft dann gleich Hinüber nach dem Britenreich Und bringt dem lieben Vetter drüben Ein Ei, drauf„Invasion“ geschrieben; Drauf trägt es mit geschäft'gem Sinn Sein Osterei dem Franzmann hin, Drauf steht ein Gruß aus fernem Osten, Doch schmeckt es faul, trotz hoher Kosten! Des Österhasen Rest=Bestand Geht franco hin zum Serbenland, Dort wird man kaum behaglich schmalzen, Das Osterei ist stark versalzen; Und so bekommt zu seinem Heil Ein jeder nur sein rechtlich Teil, Der Österhase wandert weiter Und wünscht„vergnügtes Fest“! Ernst Heiter. Sport. Dortmund. Die Rennen am Ostermontag werden einen ebenso interessanten Verlauf nehmen, wie am 4. April. Für den zweiten Tag sind 74 Pferde genannt, also zehn mehr als für den verflossenen Sonntag. Gelaufen werden ein Flach= und fünf Hindernis=Rennen. Das bestdotierte Rennen ist das Buschmühler Jagdrennen, Preis 2600 Mark. Die 74 Nennungen verteilen sich auf nachstehende Rennen: 1. April FlachRennen, Preis 1800 Mk., Distanz 1500 Meter, 11 Unterschriften; 2. Markgrafen Jagd=Rennen, Preis 1800 Mk., Distanz 3000 Meter, 13 Unterschriften; 3. Kronen Jagd=Rennen, Preis 2000 Mk., Distanz 3400 Meter, 11 Unterschriften; 4. Limburger JagdRennen, Preis 1800 Mk., Distanz 3200 Meter, 15 Unterschriften; 5. Ardey Jagd=Rennen, Preis 1800 Mk., 12 Unterschriften; 6. Buschmühler Jagd=Rennen, Preis 2600 Mk., Distanz 3500 Mtr., 11 Unterschriften. Die Gesamtpreise betragen ca. 12.000 Mk. Die Polizeibehörde geht gegen die Buchmacher und die des Buchmachens verdächtigen Personen scharf vor. Der Verein mußte auf Erfordern der Behörden dieserhalb 45 Personen das Betreten des Rennplatzes untersagen. Was mancher nicht weiß. Wer hat die Zündhölzer erfunden? Um diese Frage streiten sich mehr Nationen, als ehemals Städte um die Ehre, die Heimat Homers zu sein. Wie die Forschungen indes ergeben haben, gebührt dem ungarischen Chemiker Johann Irinyi zweifellos die Priorität der Erfindung der Zündhölzer, und zwar geschah diese im Jahre 1836 beim Nachdenken über ein mißlungenes Experiment des Professors Meißner, der in Wien Chemie lehrte. Meißner wünschte, daß sich Schwefel in Verbindung mit dem Hyperoxyd des Bleies durch Reiben entzünden sollte. Das gelang aber nicht, und so kam Irinyi auf die Idee, anstelle des Schwefels Phosphor zu verwenden. Er experimentierte und stellte noch am gleichen Tage die ersten Streichhölzer nach seiner Idee her. Er ahnte freilich nicht, welch ungeheuren Wert seine Erfindung habe, und war sofort damit einverstanden, daß auf Betreiben eines befreundeten Mechanikers der in Wien wohnhafte Landsmann Stephan Römer das Privilegium zur Herstellung der Streichhölzer übernahm. Als bald darauf auf der Straße Zündhölzer feilgeboten wurden, und ein Freund ihm dieses„Ereignis“ erzählte, meinte Irinyi lächerlich:„Lassen Sie mich mit dieser Lappalie in Ruhe. Es wäre schlimm, wenn ich meine Chemie nicht zu besserem ausnutzen könnte!“ Theater=Spielplan. Stadttheater Dortmund. Sonnabend, 10. April, 3,30 Uhr:„Die Jungfrau von Orleans“ Romantische Tragödie von Friedr. Schiller.— Abends 7,30 Uhr:„Fidelio“, Große Oper in 2 Aufzügen von Ludwig van Beethoven. Sonntag, 11. April, nachm. 3,30 Uhr:„Der Waffenschmied“ Komische Oper mit Ballett in 3 Aufzügen von Alb. Lortzing. Abends 7,30 Uhr:„Tiefland". Musikdrama in 1 Vorspiel und 2 Aufzügen von Eugen d'Albert. Montag, 12. April, 3 Uhr:„Alt=Heidelberg". Schauspiel in 5 Aufzügen von Wilh. Meyer=Förster.— Abends 7,30 Uhr: „Carmen“, Große Oper mit Ballett in 4 Aufzügen von Georges Bizet. Dienstag, 13. April, 7,30 Uhr:„Der Prophet“. Große Oper mit Ballett in 5 Aufzügen von G. Meyerbeer. Mittwoch, 14. April, 7,30 Uhr:„Die Rabensteinerin“ Schauspiel in 4 Aufzügen von Ernst von Wildenbruch. Donnerstag, 15. April, 7,30 Uhr:„Romeo und Julia“, Große Oper in 1 Vorspiel und 5 Aufzügen von Charles Gounod. Freitag, 16. April, 7,30 Uhr:„König Richard II“. Historie in 5 Aufzügen von William Shakespeare. Sonnabend, 17. April, 7,30 Uhr:„Der Bajazzo“. Oper in zwei Aufzügen und 1 Prolog von R. Leoncavallo.— Hierauf: „Cavalleria rusticana“. Oper in 1 Aufzug von Pietro Mascagni. Sonntag, 18. April, 3 Uhr:„Des Meercs u. der Liebe Wellen“ Trauerspiel in fünf Aufzügen von Franz Gvillparzer.— Abends 7,30 Uhr:„Der Freischütz“., Romantische Oper in 3 Aufzügen von Carl Maria von Weber. Stadttheater Barmen. Sonntag, 11. April, nachm. 3 Uhr:„Mein Leopold“.— Abends 7 Uhr:„Die Walküre". Musikdrama von R. Wagner. Sonntag, 11. April(1. Feiertag), nachm. 3 Uhr: Unbestimmt. Abends 7 Uhr: Unbestimmt. Montag, 12. April(2. Feiertag), nachm. 3 Uhr:„Der Trompeter von Säkkingen“. Romantische Oper von Viktor Neßler. — Abends 7 Uhr:„Das Versprechen hinterm Herd“. Singspiel in einem Aufzug von Alexander Baumann. Hierauf: „Der Postillon von Lonjumeau“, Komische Oper in dri Akten von Adam. Wetterbericht der Deutschen Seewarte. 11. April: Bewölkt, kühler, windig. 12. April: Wolkig mit Sonnenschein, im Schatten kühl, nachts kalt. 13. April: Meist bedeckt, teils heiter, kühl. 14. April: Abwechselnd mit Niederschlägen, kühl, windig. Für einen kleinen Haushalt (3 Personen) in Barmen wird ein tüchtiges 1920 Dienstmädchen mit guten Zeugnissen Näheres zu erfragen bei Carl Trog, Hagenerstraße 9. Wohnung von 3 Zimmern mit Jubehör und Stallung zum 1. Juli zu vermieten. Zu erfragen in der Geschäftsstelle der Schwerter Zeitung.(1721 2 scöne Wohnungen je 2 Zimmer, ganz od. geteilt per 1. Juli zu vermieten. 1887 Holzenerweg 19. I. Etage g mit 5 Zimmern und allem Zubehör per 1. Juli z. vermieten. Märkischestrasse 3. Abgeschr. Etage 5 Zimmern z. 1. 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Falkenberg, Wandhofen. Fahnen Reinecke, Hannover. 493 Ordentliches Dienstmädchen sof. od. später gesucht. 1678 Adressen in der Expedition der Schwerter Zig. abgegeben. Kavallerie- Verein Schwerte. * Die Versammlung Generel 87 Sonntag 11. April 1909 1942 fällt aus. Die Versammlung findet am Sonntag 18. Aptil 1900, abends 8½ Uhr statt. eetbehcher Die Verlobung unserer Tochter!Magdalena mit dem Kaufmann Herrn Christian Thomé in Schwerte, Ruhr, beehren wir uns hiermit anzuzeigen. J. Wagner und Frau Magdalena geb. Gerlach. Wald, Rhld., Ostern 1909. Magdalena Wagner Christian Thomé Verlobte. Wald, Rhld. Schwerte, Ruhr. Holzen. Ostern 1909. 1945 8. Hübsche 1915 Wohnung von 3 Zimmern in besserem Hause an ruhige Leute per sofort oder später zu vermieten. Näheres in der Geschäftsstelle der„Schwerter Ztg.“ Kitematog“. Reichskrone. 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Gemäß§ 123 Jisser 7 der Wehr=Ordnung werden die Namen der für den Fall einer Mobilmachung zurückgestellten Mannschaften nachstehend bekannt gemacht. . I. R e s e r v i s t e n. P r e i n, R u d o l f i n W e l l i n g h o s e n. II. Landwehrleute. Koeper, Heinrich August in Wotlinghofen. Hörde, den 3. April 1909. Der Jivil=Vorsitzende. 1865* J. B.: Frhr von Steingecher. Zentral-Hotel Sternberg— — Carl Jungesblut.— Am 1. Osterfeiertage: Grosses " TeienKonzert.H NI Entree frei! Entree frei! " Zum Desuch lader Freunünchst ein# Iad Bescht Zwangsversteigerung. Im Wege der Zwangsvollstreckung sollen die in der Gemeinde Syburg belegenen, im Grundbuche von Syburg, Band I, Artikel 3, zur Zeit der Eintragung des Versteigerungsvermerkes auf den Namen des Wirts Josef Weber in Syburg eingetragenen Grundstücke, Flur 2, Parzelle 108, 112, 113, 114, am 8. Juni 1909, vormittags 11 Uhr durch das unterzeichnete Gericht— an Gerichtsstelle Zimmer Nr. 11 versteigert werden. Das Grundstück Flur 2, Parzelle 112, groß 23 ar, 12 am, ist Acker und hat einen Reinertrag von 0,91 Tlr., die übrigen Grundstücke, zusammen 20 ar, 22 gm, sind Holzung und haben einen Reinertrag von 0,73 Tlr. Sämtliche Grundstücke sind in der Grundsteuermutterrolle unter Artikel Nr. 86 nachgewiesen. 95 gwzr. 1688 Der Versteigerungsvermerk ist am 22. Marz 1909 in das Grundbuch eingetragen. Schwerte, den 5. April 1909. 1958 Königliches Städt.Progymnasium "„ Stune Oster-Post, 1342 Entree freil Entree frei! Tym Besuch ledet freundlichst ein Carl Jungesblut.„ Aitiac crech. gefleckter Tagbhaus auf den Namen„Tell“ hörend ab* lhanden gekommen. 1883 Wiederbringer erhält Belohnung. Schwarzelühr, Holzen. Weitgaag für 1 Pferd## gesucht. 1884 Carl Funke, Hagen=Eckesen. Mageneic teile ich aus Dankbarkeit gern und unentgeltlich mit, was mir von jahrelangen qualvoll. Magen= und Verdauungsbeschwerden geholfen hat.[2] A. Hoeck, Lehrerin. Sachsenhausen b. Frankfurt a. M. — Iu Germässeil der Vetinmungen in S 74 der Kriteordug für ger Praishzamestelche fise des Zechuns. und vom Kreistage unterm 27. März d. Is. festgestellt und entlastet worden ist. (" grosser Auswahl — bel (r (1 Carl Braus, (0 (n Schwerte, Grosse Marktstrasse 3—5. 240 Die Aufnahmeprüfung findet Mittwoch den 21. April, morgens 9 Uhr statt. Anmeldungen werden noch am Dienstag, den 20. April, morgens von 10—12 Uhr im Schulgebäude entgegengenommen. 1945 Der Direktor: Dr. Renz. 4 Soll nach dem Etat Zugang Abgang Wolic- Veroboung. Auf Grund des§ 10 Teil II Titel 17 des Allgemeinen Landrechts und der§§ 5 und 6 des Gesetzes über die Polizeiverwaltung vom 11. März 1850 sowie des§ 143 des Gesetzes über die allgemeine Landesverwaltung vom 30. Juli 1883(Gesetz=Sammlung Seite 195) wird nach Beratung mit den Gemeindeoorständen für den Bezirk der Gemeinden Hacheney, Niederhofen und Wellinghofen folgende Polizeiverordnung erlassen. S 1. Jedes bebaute oder zur Bebauung gelangende Grundstück der Gemeinden Hacheney, Niederhofen, und Wellinghofen welches an einen mit einem Leitungsrohr der Hochwasserleitung versehenen öffentlichen oder Privatweg grenzt, muß an die Wasserleitung angeschlossen werden nach Maßgabe des zwischen den einzelnen Gemeinden und dem Kreise abgeschlossenen Vertrages nebst Tarifes vom 20 Februar 1909. Die Verpflichtung liegt dem Eigentümer des betreffenden Grundstücks ob. .. ane Grsmhitächeeie Jeder an die Wasserleitung angeschlossene Grundstückseigentümer ist verpflichtet, die Legung und den Betrieb von Haus=Anschlußleitungen durch sein Grundstück zum Zweck weiterer Anschlüsse gegen Erstattung des etwa hierdurch entstehenden Schadens zu gestatten. Bei der Durchlegung durch die Grundstücke und den Betrieb ist auf möglichste Schonung der Grundstücke Bedacht zu nehmen. S 4. Wer es unterläßt, sein Grundstück an die Hochwasserleitung binnen der in der polizeilichen Aufforderung gestellten Frist in der vorgeschriebenen Weise anzuschließen oder der in§ 3 vorgesehenen Verpflichtung zu entsprechen, verfällt, abgesehen von der im Zwangswege zu bewirkenden Herbeiführung des Anschlusses in eine Geldstrafe von 3 bis 9 Mark, an deren Stelle im Unvermögensfalle verhältnismäßige Haft tritt., S 5. Die Polizeiverordnung tritt mit dem Tage ihrer! Bekanntmachung in Kraft Wellinghofen, den 5. April 1909. Die Polizei=Verwaltug: 1895„„„ Hartung, Amtmann. Einige Jungen als Lehrlinge Rechnungsmäßiges Soll Mk. Pf Einnahmen 53 96 1 837/24 5715 50 38569 413 301 4954 31 800 372734 73600 234 51 30 59 70 12 32973 1154-47715239 14.500— 87525 969 39288 14 110 56 307/— 176 500.— 24 825— 2.824s15 2 500 2 237/20 40 960— 21739 123 600— 14 645 6 200— 620 7 9056 165 6 000 13 500 499 115/74 Wiederholung der Einnahmen. Titel I. Ueberschüsse aus dem Vorjahre.... II. Zinsen von Aktiv=Kapitalien III. Einnahmen aus Kreis=Einrichtungen und KreisEigentum IV. Steuern und Gebühren...... V. Ueberweisungen aus anderen Beständen: VI. Wieder einzuziehende Posten.... VlI. Durchlaufende Einnahmen..... VIII. Abgehobene Kapitalien Lt.... IX. Kaiser Wilhelm=Auguste=Stiftung... Opsgemeiy„Läg, für hen ushtrugliggn G. Provinziarzuschüsse für den ersrmaligen Ausbau von Straßen Aus vorhandenen Beständen.. aller Einnahmen X. XI. XII. Summa Titel für Graveur=, Dreher=, Schleifer=, Galvaniseur=Werkstatt und Werkstättenbureau gesucht. 1890 Wiederholung der Ausgaben. I. Vorschüsse II. Sachliche Kosten der Kreisverwaltung III. Persönliche Kosten der Kreisverwaltung IV. Provinzialbeiträge V. Zinsen der Kreisschuld VI. Gebühren, Beiträge und Steuern VII. Jagdscheingelder VIII. Auszuzahlende Posten IX. Durchlaufende Ausgaben. X. Vorübergehend verzinslich angelegte Kapi XI. Kaiser Wilhelm=Auguste=Stiftung.. XII. Unterhaltung der Kreisstraßen... XIII. Kreiseinrichtungen XIV. Kosten der Impfung XV. Tagegelder der Kommissionsmitglieder XVI. Zu Wohlfahrtszwecken..... XVII. Rücklagen XVIII. Insgemein XIV. Außerordentliche Ausgaben.... Summe aller Ausgaben 1 837•24 5 715— 50 38569 413301|51 4954•30 31 80059 372734/70 73600— 234/12 329/73 14 500.— 969 392/88 galen 14 515/13 56 531/79 173 962/24 24825— 4 066/70 2 443/60 3 281/89 372 434/83 54 000— 217/39 138 205/82 16 028/47 6 166.— 43350 9 723/61 6 540/91 8 539/58 71 829/12 963 74558 969 392 188 963 745/58 5 647 30 96 Schluß der Rechnung. Summe aller Einnahmen..... Summe aller Ausgaben....... Bestand wörtlich:„fünftansendsechshundertsiebenun dvierzig Mark 30 Pfg.“ Hörde, den 17. Oktober 1908. Der Rendank: Templin. Die Uebereinstimmung dieses Rechnungsauszuges mit der am 27. März 1909 festgestellten Jahresrechnung der Kreiskommualkasse des Kreises Hörde bescheinigt Serde, in t Der Vorsitzende des Kreisausschusses 1932 Luchhaus, Königlicher Landrat. 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Jedes bebaute oder zur Bebauung gelangende Grundstück der Gemeinde Kirchhörde, welches an einem mit einem Leitungsrohr der Hochwasserleitung versehenen öffentlichen oder Privatweg grenzt muß an die Wasserleitung angeschlossen werden nach Maßgabe des zwischen den einzelnen Gemeinden und dem Kreise abgeschlossenen Vertrages nebst Tarifes vom 20. Februar 1909. Die Verpflichtung liegt dem Eigentümer des betreffenden Grundstückes ob. S 3. Jeder an die Wasserleitung angeschlossene Grundstückseigentümer ist verpstichtet, die Legung und den Betrieb von Haus=Anschlußleitungen durch sein Grundstück zum Zweck weiterer Anschlüsse gegen Erstattung des etwa entstehenden Schadens zu gestatten Bei der Durchlegung durch die Grundstücke und den Betrieb ist auf möglichste Schonung der Grundstücke Bedacht zu nehmen. Wer es unterläßt, sein Grundstück an die Hochwasserleitung binnen der in der polizeilichen Aufforderung gestellten Frist in der vorgeschriebenen Weise anzuschließen oder der in§ 3 vorgesehenen Verpflichtung zu entsprechen, verfällt abgesehen von der im Zwangswege zu bewirkenden Herbeiführung des Anschlusses. in eine Geldstrafe von 3 bis 9 Mark, an deren Stelle im Unvermögensfalle verhältnismäßige Haft tritt. § 5. Diese Polizeiverordnung trilt mit dem Tage ihrer Bekanntmachung in Kraft. Kirchhörde, den 5. April 1909 Die Polizeiverwaltung: Kuntze. Empfehlenswerte Firmen # Anfertigung eleg. Herrengarderobe W. Ortmann, Massgesch. Or. Lager in in- u. ausl. Stolf. Wer Wert a.eleg. Herrenkleid. legt, wende sich an mich. Einzig. Annahme der Pärberei H. W. Lindacker, Wetter-Ruhr. Heinrich Rickert, Ostenstr. 21. Oross. Auswahl der neuesten MMusterkollektionen. Adolf Schiefelbein Sedanstrasse 28. Feinstes Mazsgeschäft am Platze. Wilhelm Schoppe, Brückstrasse 22. Ludwig Ufer, Hagenerstr. 26. 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Im Verkauf soll dadurch, sowie während der ganzen Bauzeit keinerlei Unterbrechung eintreten, sondern es erfolgt nur lediglich eine Verlegung * des Haupt-Einganges durch die neue Passage! Um nun bis zu dem Umzug der Verkaufsläger noch möglichst zu räumen, mache ich hiermit bekannt, dass ich auch in kommender Oster-Woche, also bis zum Abbruch. trotz ohnehin schon bekannt billigen Preisen noch die seitherige Extra-Vergütung gewähre. Auf sämtliche Einkäute in Möbel, Betten, Gardinen, Läufer Dekorationen, Teppichen, Damenu. Mädchen., Herren u. KnabenKonfektion bleibt demnach die sehr beachtenswerte Preis-Vergütung in Kraft und liegt es in Jedermanns Interesse, diese aussergewöhnlich günstige Kaufgelegenheit zu benutzen. Hermann Hagen 1. W. 1962 Aruekssehoraner Soo tm lan K ∆ lielert RUr AUe DORTMUND MOBELFABRIK 1 M AUSSTELLUNGS-HAUS WESTENHELLWEG 57=63 Möbel 8 Dekorationen leppichee Gardinen Möbelstoffe □ ::: FABRIK-ANLAGE::: HOHESTRASSE 128•130 Innenausbau von Villen Nehnrauflien, Bänlken und Geschaffs-Käusern : PRIMA REFERENZEN::: LANGIAHRIGE GARANTIE Eigent Voister-Verkbtätten Zeichen- und Bildbauer-Ateliers 1966 Der diesjährige Kursus im Lokal des Wirts Herrn Pütter zu Ergste beginnt Freitag, den 16. April nachmittags 5½ Uhr für Kinder, abends 8 Uhr für Erwachsene. 1972 Bartsch, Tanzlehrer. Daupulder mit Prämienbons 3 Pakete 20 Sammeln Sie gefl. meine Backpulverdüten ich vergüte bei Rückgabe von 50 Stück lechten silbernen Kaffee=Löffel oder 1Dosefein. Cakes bei Rückgabe von 125 Stück 3 echte silberne Kaffee=Löffel in hocheleganten Etuis. In das Vereinsregister ist heute der Bezirksverein Stadt und Kreis Hörde des Verbandes selbständiger deutscher Installateure, Klempner und Kupferschmiede, eingetragener Verein zu Düsseldorf, Hörde eingetragen worden. Hörde, den 27. März 1909. 1970 Königliches Amtsgericht. Bekanntmachung. Die Pläne nebst Unterlagen über die Enteignung von Grundstücken in der Gemeinde Berghofen für den Bahnbau Dortmund=Hörde=Schwerte werden nach Vorschrift des§ 19 des Gesetzes über die Enteignung von Grundeigentum vom 11. Juni 1874(Gesetz=Sammlung Seite 221) während der Zeit vom 15. bis 29. April d. bei dem Gemeindevorsteher in Berghofen zu Jedermanns Einsicht offengelegt. Einwendungen gegen die Pläne sind während der Dauer der Offenlegung bei mir schriftlich einzureichen oder mündlich zu Protokoll zu geben. Diese dürfen aber nur die Gestaltung des Planes, nicht aber die Entschädigungsfrage zum Gegenstande haben. Hörde, den 7. April 1909. Der Königliche Landrat. 1964 Luckhaus. Bekanntmachung. Die durch die Herstellung von Genickstarre=Serum dem Königl. Institut für Infektionskrankheiten hierselbst, Nr. 39, Norduser, erwachsenden Kosten haben mit der Zeit eine solche Höhe erreicht, daß eine unentgeltliche Abgabe des Serums zu meinem Bedauern nicht mehr erfolgen kann. Zur teilweisen Deckung der Herstellungskosten habe ich den Preis für die Dose von 20 ccm Genickstarre=Serum auf zwei Mark festgesetzt. 1931 Berlin W. 64, den 19. März 1909. Der Minister der geistlichen Unterrichts= und Medizinal=Angelegenheiten. S. A: gez. Schmidtmann. Nachstehend verzeichnete Grundstücke sind unter der Hand zu kaufen. Nr. Flur Parzelle 1977 Habe an der tollen Straße ein Gartenstua zu verpachten. 1965 Uffelmann Abgeschl. Wohnung von 5 Räumen, mit Nebenräumen nach Wunsch, in gesunder Lage zu vermieten. 1940 Wo sagt die Exped. d. Bl. 2: Küchenmädchen. Haus=, Zweit= und Landmädchen, sowie, 1967 Schweitzer u. Ackerknechte erhalten kostenfreie Stellung gegen hohen Lohn. Frau Christine Duisdicker, Stellenvermittlerin, Teichstraße Nr. 3. Bekanntmachung. Gemäß§ 65 des Kommunalabgabengesetzes vom 14. Juli 1893 wird hiermit bekannt gemachi, daß für das Rechnungsjahr 1909 folgende Prozentsätze der vom Staate veranlagten Realsteuern, sowie Zuschläge zur Staatseinkommensteuer einschl. der sing Normalsteuersätze in den Gemeinden des hiefigen Amtsbezirks als Kommunal= teuer erhoben werden: 221 Acker am hohen Stein 227 desgl.„„„ 228„„„„ 74 Acker zw. Ruhren 75„„„ 24 Garten auf dem Kämpchen 950/394 Acker im Speckebruch 8 951/394 desgleichen 5 222 Wohnhaus mit Stall und Hofraum in Westhofen belegen Näheres zu erfragen bei Große 24,75 20,14 23.55 11,88 34,75 2.45 0,04 9.78 2,06 719 Namen der Gemeinde Belastung der Grund= u. GewerbeGebäude. ston.6 4 stener pctlstrurt vot Betriebssteuer pCt. 66 Restaurant „Zum Schwau. Während der Ostertage: Großes 1971 Coaviersest! Süddeutsche Bedienung. Zu zahlreichem Besuch ladet ein H. 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Norduser, ere solche Höhe erreicht, daß u meinem Bedauern nicht ung der Herstellungskosten 0 ccm Genickstarre=Serum 1931 Unterrichts= und heiten. nann. dstücke sind unter der ämpchen kebruch 24,75 ar 20,14 23.55 11,88 34,75 2.45 0,04 9.18 Stall und en belegen 2,06 1719 Koschg etenstraße 4. heutigen Auflage ist ein ekt der Firma Sinn& G. m. b. H., Hagen elegt, den wir geneigter 1963 Die Geschäftsstelle. ische TieT " Alsteawurt lüget 9 FEHE S 55S9 GCPGLSSSpg5T S GEE B S 6070Un PeT• *S S4S. S S . S S.2 5 * E 200 2 7 S#nggE LO LyÖTTN SOEESTEE oun PSBERNSE 9.5• S s S 8.— 3ann S.= S 580 S UDNE „ SSEgt.* S E* bseg S•—# -9 548 OS5SS S OgMEG VOERS * 3Uugm GSOFEZ ER. 55• ** 2 S 5SES 1ie 5 *—*"—— &a S S#pg * S#.# SSnggg. * TGSSSCEGESESS SES„BNSR * oG G FEEUE S 2 * S.m 8 ** 9— „=S C E, 97.980 =S S 8— Pügn WEn S5oT1—28 S SSOPE S MEEELePS ESSPTEESSD EHSEEMESSE 5s Sg a S###SS N0 9.— JEgss *. 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Nach einigen kurzen weiteren Bemerkungen empfahl sie sich, indem sie erklärte, sie sei von der Ueberfahrt über den Kanal noch sehr mitgenommen und müsse Kraft für den folgenden Tag sammeln. Als sie den Speisesaal verlassen hatte, sagte Ewald leise:. „Ich traue der Person nicht. Wir hätten vorsichtiger ihr gegenüber sein sollen.“ „Was hast du denn gegen sie?“ fragte Helen erstaunt.„Ich finde sie reizend.“ „Das tat ich auch, bis du erwähntest, daß der Vater die Dokumente mit sich führe. Da flog ein triumphierender Zug über ihr Gesicht. Hast du das nicht bemerkt?“ „Keine Spur habe ich davon gesehen!" „O doch, Mama!“ rief Alice.„Und dann kam mir das ganze Gesicht, aller Regelmäßigkeit zum Trotz, doch so sonderbar vor: bald war es alt, bald jung, bald sah es verfallen, bald wie von Gesundheit strotzend aus. Wie geschickt sie auch von dir alles über die Art deiner Bekanntschaft mit Papa herauszubringen wußte, und wo du mit Großpapa gelebt hast.“ „Kinder,“ rief die Mutter,„das ist nichts als Schwarzseherei. Die Dame gefällt mir, und damit gut!" Dann erhoben sich alle drei und suchten ihre Schlafzimmer auf. *** Als die fremde Dame in ihr Zimmer trat, schloß sie vorsichtig die Tür hinter sich ab, setzte sich an ihren Schreibtisch, entzündete die elektrische Lampe und warf flüchtig den folgenden Brief aufs Papier: Mein Herzens=Kurt! Triumph, ich weiß alles! Werner hat die Dokumente! Die Trauung hat in Abbeville bei Edinburgh stattgefunden, und Helens eigener Vater, der Reverend Taylor, hat sie vollzogen. Sie ist übrigens ein prächtiges Weib, ihren beiden Kindern zum Trotz noch immer schön— und so gut und vertrauensvoll. Es tut mir in der Seele weh, daß ich sie so täuschen muß. Wäre es nicht um Deinet= und natürlich auch meinetwillen, ich brächte es nicht übers Herz! Morgen früh reist nach Schottland Deine getreue Cecily Warden, alias Ellen Hamilton. In diesem Augenblick klopfte es an die Tür. Cecily deckte schnell den Brief zu und öffnete. Der Kellner stand da und übergab ihr ein Telegramm, indem er hinzufügte: Aus Koblenz! „Warten Sie einen Augenblick,“ sagte Cecily auf englisch, öffnete das Telegramm und las. Es stand nichts darin als: „W. gefesselt nach Laristan abgeführt.“ Schnell fügte sie dem Brief noch die folgenden Worte hinzu: „Telegramm soeben erhalten. Der arme Kerl tut mir leid.“ Dann schloß sie den Umschlag, übergab den Brief dem Kellner und sagte zu ihm abermals auf englisch: „Der Brief muß sofort zur Post. Bestellen Sie den Herrschaften, mit denen ich an der Tafel saß, daß ich durch ein Telegramm plötzlich abberufen bin. Bringen Sie mir morgen früh um fünf Uhr meine Rechnung. Ich fahre um diese Zeit ab.“ Dabei drückte sie ihm ein Geldstück in die Hand, während er mit tiefer Verbeugung das Zimmer verließ. Als am nächsten Morgen die Familie Werner das Frühstückszimmer betrat und sich nach Miß Mary Douglas erkundigte, erfuhr sie zu ihrer Ueberraschung, daß die Dame nach Empfang eines aus Koblenz noch gestern abend an sie eingetroffenen Telegramms schon in früher Morgenstunde abgereist sei und sich ihnen bestens empfehlen lasse. Besonders Frau Helen bedauerte dies, da sie auf die Gesellschaft ihrer neuen Bekannten während der Fahrt gerechnet hatte. Als sie nun den Fahrplan in Augenschein nahmen, um die Stunde ihrer eigenen Abreise zu bestimmen, entdeckten sie, daß zu so früher Stunde gar kein Zug nach dem Rhein abging, und daß die Dame, wie sich durch Befragen des Kutschers ergab, mit dem Kanaldampfer nach England gefahren sei. Das erschien ihnen nach der Unterhaltung des gestrigen Abends so rätselhaft, daß sie den Kellner, der die Dame bedient hatte, persönlich um Auskunft ersuchten. Nachdem sie ihm durch ein angemessenes Douceur die Zunge gelöst hatten, erfuhren sie denn auch von ihm, daß die Dame nach dem Empfang des Telegramms noch einen eiligen Brief nach einem an der Mosel gelegenen Schloß abgesendet habe. Als der Kellner die von allen wie aus einem Munde an ihn gerichtete angstvolle Frage, ob der Name Schloß Moselhorst gelautet habe, bejahte, brach Frau Helen mit einem Schreckensschrei ohnmächtig zusammen. Als sie wieder erwachte, lag sie in wilden Fieberphantasien. Der herbeigerufene Arzt machte ein bedenkliches Gesicht, erklärte die Dame für untransportabel und stellte ein Krankenlager von acht bis vierzehn Tagen in Aussicht, das sie natürlich in einem Krankenhause verbringen müsse. Da der Hotelbesitzer sich dieser Forderung unbedingt anschloß, mußte ihr sofort Folge gegeben werden. Die beiden Geschwister waren zunächst völlig ratlos. Am liebsten wäre Ewald unverzüglich hinter der rätselhaften Femden her nach Abbeville gereist. Aber er konnte unmöglich die schwerkranke Mutter und seine jugendliche Schwester allein lassen. Nach langer Beratung beschlossen die beiden Geschwister, ein schleuniges Telegramm und einen ausführlichen Brief an Oberst von Leppel zu senden und ihn zu bitten, wo möglich einen halben Tag zu ihnen nach Bremerhaven zu einer gemeinsamen Beratung zu kommen. Schon wenige Stunden nach Absendung des Telegramms kam die Antwort. Der Oberst versprach, sofort für eine Vertretung zu sorgen und spätestens am dritten Tage in Bremerhaven einzutreffen, hoffentlich auf mehrere Tage. Während die Geschwister ungeduldig seiner Ankunft harrten, stieg das Fieber Frau Helens noch immer. In ihren Phantasien schuldigte sie sich an, ihren Mann verraten und in die Hände seiner Feinde geliefert zu haben. Sie sah ihn von diesen aufs furchtbarste gefoltert, um von ihm zu erpressen, wo er die Dokumente verborgen haben konnte. Und in der Tat war die Möglichkeit solcher Vorgänge auch nicht zu bestreiten. Als endlich am dritten Tage der Oberst eintraf, war Frau Helens Zustand so bedenklich, daß Ewald seine völlig trostlose Schwester nicht mit dem ihr doch immerhin noch fremden Herrn allein zu lassen wagte. Erst als am fünften Tage die Macht des Fiebers sich brach und Frau Helen ihre Kinder wiedererkannte, konnte Ewald daran denken, die Spur von Miß Mary Douglas falls dies ihr richtiger Name war— wieder aufzunehmen. (Fortsetzung folgt.) = „ Aou#.„ KPhsuhauubutt uac Wungg. G but aun ch ung hung„buuii 1 Wenkspruch. keiner lei gleich dem andern. Doch gleiche ein jeder dem Höchlten! Wie das zu machen? Es lei Jeder vollendet in licht Schiller. licht und Schatten. Von Thora Lundh. (Nachdruck verdoten. Wie glücklich und reich er sich fühlte, als er schnellen Schrittes auf sein Bureau eilte. Nicht ein Schatten der nächtlichen Angst war zurückgeblieben. Er war heute so früh herausgekommen, sie hatte ihn ja förmlich zur Tür hinausgejagt, denn er hatte nur Lärm und Unruhe gemacht, während er doch ganz ruhig sein sollte. Wie kann man auch fortwährend flüstern und auf den Zehenspitzen gehen, wenn man so froh ist, daß man die ganze Welt, ja sogar die Schwiegermutter umfassen möchte, die den ganzen Morgen zur Ruhe ermahnt. Sie hatte es sich herausgenommen, dem Hausherrn den Rat zu geben, er möge machen, daß er fortkäme, denn sonst würde er Thora und den Sohn wecken. „Sohn!" Ja, hierin lag das ganze Glück. Der Junge war ja die Veranlassung zu seiner unbändigen Freude. Es war ja sein Sohn und ihr Sohn, die jetzt so still und blaß dalag, aber sich doch so unsagbar glücklich als Mutter fühlte. Er war sich dessen sicher, er sah es ihr ja an, wie sie ihn so warm und weich anlächelte und gleichzeitig einen strahlenden Blick auf den Knaben in der Wiege warf. Wie schön doch das Leben im Grunde war! Und die Menschen! Sie sahen alle so froh und morgenfrisch aus, wie sie an ihm vorbeieilten, einer nach dem andern, jeder an sein Tagewerk, jeder mit seinen Gedanken. Da kam er auf den Marktplatz. Hier begegnete ihm ein junger Mann mit seiner Frau am Arm. Sie grüßte ernst und still. Beide trugen Trauer und sie einen Kranz am Arm. Der Bureauchef Storm blieb stehen und blickte ihnen nach. Dabei glitt ein Schatten über sein freudestrahlendes Antlitz.— Er wußte, daß die beiden jungen Leute auf dem Wege zum Friedhof sich befanden. Denn heute war die Beerdigung ihres ersten, ihres einzigen Kindes. Dies erweckte traurige Gedanken in ihm. Mein Gott, wenn ihn dasselbe Schicksal träfe! Er gab seinen Spaziergang auf und ging, obgleich es noch reichlich früh war, geradeswegs auf das Bureau. Hier durchwanderte er mehrere Räume, ohne auch nur einen einzigen Menschen zu finden. Doch da hinten in einer Ecke des letzten Zimmers saß ja der Hilfsschreiber Hjort. Er war immer der erste im Bureau. Hjort war wie gewöhnlich eifrig beschäftigt und bemerkte das Nahen seines Vorgesetzten erst, als dieser ihm einen guten Morgen bot. Da erhob er sich und machte seine Verbeugung, nahm aber sofort seine Arbeit wieder auf. „Sie sitzen dort ganz hinten in der dunklen Ecke, Herr Hjort! Rücken Sie doch hierher in die Sonne! Da haben Sie einen schönen Platz,“ sagte er.„Das Leben draußen hat schon Schatten genug. Warum ihn hier im Bureau aufsuchen?" „Ja, ja! Das ganze Leben ist eigentlich ein einziger Schatten, wenigstens für mich,“ entgegnete der andere. Der Bureauchef ging einige Male in dem Zimmer auf und ab, dann blieb er vor Hjort stehen:„Damit wollen Sie sagen, daß Ihr Gehalt für Ihren Lebensunterhalt nicht ausreicht!“. ung grst oi dem „Ach ja, zur Ernährung von Frau und drei Kindern genügt es kaum, und die Aussichten sind keine besonders lichte.“ Er seufzte tief.„Aber solange ich noch arbeiten kann—“ „Warum befolgen Sie meinen Rat nicht? Warum arbeiten Sie nicht zum Examen? Haben Sie es erst bestanden, so steht Ihnen ja auch eine höhere Laufbahn offen.“ „Sie mögen recht haben. Aber es ist nicht leicht, sein Examen zu machen, wenn man Tag und Nacht für sich und die Existenz seiner Familie kämpfen soll.“ „Das ist allerdings wahr. Man sollte aber nicht eher eine Familie gründen, als bis man seine Examina bestanden und ein anständiges Unterkommen gefunden hat.“ „Ganz recht. Jedenfalls wäre es das Klügste. Aber sehen Sie,“ Hjort blickte Storm gerade ins Gesicht— „sie war sehr arm und ohne Heim, deshalb—“ „Hielten Sie es für Ihre Pflicht, sie zu heiraten. Nun ja, geschehen ist geschehen. Ihr Examen wird gemacht. Dafür sorge ich. Die Zeit sollen Sie haben. Ich werde darüber mit dem Herrn Staatsrat reden. Ich möchte Sie nicht so traurig sehen. Sie müssen ebenso froh und heiter wie ich sein. Ach, wie glücklich ich heute bin! Wissen Sie, weshalb?“ „Nein.“ „Ich bin Vater geworden— ein Junge!“ „Ach, da gratuliere ich gehorsamst!“ Inzwischen erschien das Bureaupersonal, einer nach dem andern. Der Bureauchef begrüßte sie alle mit vergnügtem Lächeln. Sie sahen, daß er in besonders guter Laune war. Weshalb wußte niemand. Storm setzte sich an die Arbeit. Nein, es wollte nicht gehen. Er hatte keine Ruhe. Wie mochte es zu Hause aussehen? Er bekam Sehnsucht nach seiner Frau und seinem Sohn. Ob der Kleine wohl gedieh? Der Anblick des jungen Ehepaares hatte ihn in seiner Freude unsicher gemacht. In großer Eile verließ er das Bureau. Er mußte wissen, wie es zu Hause aussah. Vor der Wohnungstür machte er Halt. Durfte er klingeln? Was die Schwiegermutter wohl zu der Störung sagen würde? war ja nicht mehr Herr in seinem eigenen Hause. Das beste wäre, wenn er den Weg durch die Küche nähme. Inzwischen aber hörte er jemand im Vorderflur, und er klopfte vorsichtig. Es war das Stubenmädchen, das öfnete.. 2. Mu 2 un 4#. „Nun, wie geht's meiner Frau und dem Jungen?“ fragte er eifrig. „Danke, ich glaube gut.“ Diese Antwort genügte ihm aber nicht. Er mußte sich selbst überzeugen. Vorsichtig und auf den Zehenspitzen, gerade wie die Schwiegermutter, ging er durch das Wohnzimmer, öffnete die Tür zum Schlafzimmer und blickte hinein. „Pst! Pst!“ scholl es ihm entgegen, und er beeilte sich, die Tür wieder zu schließen. Die Schwiegermutter wußte, wer es war und trat zu ihm heraus. „Nun, schon wieder da, Störenfried?“ „Ich hatte einige Papiere vergessen und dann—“ sein ganzes Gesicht strahlte.. g en 1 „Mit anderen Worten— wir sind neugierig.“ „Darf ich hinein, Großmama? Ach bitte, nur einen „Augenblick!“— Das Wort„Großmama“ sagte er ein„DBu bist ein großes Kind, Karl,; sagte sie lächelnd. „In deinem Alter sollte man sich doch beherrschen können. Komm!“. de hätte g. 2it Jk. umdermues. Aus reiner Freude hatte er mit ihr umherwalzen können.„Pst, Pst!“ aber genügte, um ihn zur Ruhe zu bringen. Auf den Zehenspitzen näherte er sich der Wiege, beugte sich über sie und blickte den kleinen Weltbürger ernst an. „Ist er nicht reichlich klein?“ fragte er. „Ach, Unsinn!“ sagte die Schwiegermutter.„Nun aber geh'! Marsch, aus dem Hause!“