Antrlches Rresseicht für den Kreis börde. Aummmmrchee chmmmeermmrrenn! Verbunden mit der„Schwerter Volkszeitung“ und dem„Schwerter Volksblatt“ Die„Schwerter Zeitung“ erscheint täglich, ausser Feiertags. Bezugspreis: Mk. 1.6s vierteljährlich, bei der Post 42 Pf. für Bestellgeld mehr. Wöchentliche Gratis-Beilage:„Illustrierter Famlientreund“. o 0 0 0 0 0 O OOOOOC o Auzeigenpreis: Die sechsgespaltene Peilizeile oder deren Raum 10 M., Anzeigen von auswärts IS Pf., Reklamezeile 40 Pf. Die„Schwerter währt Ihren jeden mit Cod fall gemäss unungen Zeitung" geAbonnenten für endenden Unseren BedingII. Unterstürzung Alie Kreis- und Lokalpollzeilichen Verordnungen für den Kreis Hörde erlangen gemäss Bekanntmachung der Königl. Regierung durch Uerötfentlichung in der„Schwerter Zeitung“ rechtsverbinckliche Kraft, o c 0 0CCCOCC CC 0 Druck u. Uerlag von Carl Braus, Schwerte. Fernsprech-Anschluss Nr. 62 Ami Schwerte. Celegr.-Adresse: Braus, Schwerte-Ruhr Erstes und ältestes Tagesorgan des Kreises. O Haupt-Annoncenblatt. Nr. 63. Sestes Wrart. Worauf es ankam. Sraf Zeppelin hat am letzten Freitag vielleicht die größte Freude während seiner ganzen Erfinder=Laufbahn gehabt. Der Flug über den Vierwaldstätter=See, die Reise nach Mainz, die dann auf dem Rückwege infolge des bekannten Malheurs leider einen vorzeitigen Abschluß erhielt, waren Stunden des Triumphs, aber der jetzt stattgehabte Aufstieg des gewaltigen Fahrzeuges bis zu einer Höhe von 1500—1800 Metern und ein einstündiges Verweilen in diesem Luftraum von rund 5000 Fuß über dem Meeresspiegel, das war doch wohl der Glanzpunkt aller Leistungen. Der Ballon war damit allen Möglichkeiten, von unten her beschossen zu werden, entrückt; damit ist seine Befähigung erwiesen, nicht allein aus den Wolken feindliche Bewegungen beobachten zu können, sondern auch, wenn es sein muß, einen Gegner mit furchtbaren Machtmitteln aus der Luft her bekämpfen zu können. Darauf kam es in letzter Linie an. Und wenn das Deutsche Reich selbst nicht zu einem solchen verheerenden Angriff vorschreiten wollte, wir müssen doch imstande sein, solche Attacken, die in kurzer Zeit ein ganzes Geschwader auf dem Meere vernichten könnten, abzuwehren. Graf Zeppelin hat das Große erreicht, einen Verkehr in der Luft zu ermöglichen, und das Größere, einem möglichen furchtbaren Angriff die Verteidigung gegenüber zu stellen. Die Welt, in der man sich heute überall mit Ballon=Fahrten befaßt, wird aufblicken. Im geheimen und unausgesprochen haben alle Flug=Techniker die Erreichung des Zieles angestrebt, das dem Grafen Zeppelin gelungen ist. Wenn wir auch vom Standpunkte der Kultur und Zivilisation annehmen wollen, es wird niemals dahin kommen; eine feindliche Festung, Flotte oder Armee mit Dynamit=Bomben zu bewerfen, wer will die Hand dafür ins Feuer legen? Die Engländer bedienten sich in ihren letzten Kolonialkriegen bereits der furchtbaren DumDum=Geschosse, die jeden Menschen, den sie treffen, unheilbar zerreißen. Im russisch=japanischen Kriege sind Untersee=Minen mit Erfolg angewendet worden: Unterseeboote haben heute alle Kriegs=Marinen, Torpedos sind schon lange gehandhabt, und alle diese Kriegswerkzeuge sind Instrumente von einer mörderischen Wirkung. Wenn also die Lenkballons die Garantie geben, eine Schlacht oder gar einen Krieg entscheiden zu können, wer mag da behaupten, daß sie nicht im weitesten Umfange als Machtmittel wider den Gegner Verwendung finden werde Das ist eine Möglichkeit, wie sie kaum einem phantasievollen Zukunfts=Schilderer bisher vorgeschwebt hat, aber es ist eine Möglichkeit. Die Erfahrungen im Seekriege zwischen Rußland und Japan und allerlei Ereignisse bei Uebungen mit Unterseebooten haben deutlich erwiesen, wie schwer es ist, diese komplizierten Maschinen zu beherrschen, immer kaltes Blut in dem Augenblick der höchsten Gefahr, selbst angesichts des gewissen Todes, zu behalten. Diese Geistesgegenwart und maschinelle Fertigkeit muß bei den Lenkballons sich bis zum Aeußersten entwickeln, sonst hilft alle Mühe nichts. Bei der Luftflotte kommt es nicht nur auf die Zahl, sondern auf die Tüchtigkeit der Besatzung in erster Reihe an, und was geschehen mag, wenn zwei feindliche Fahrzeuge hoch oben in den Lüften aufeinander prallen, das kann jeder Leser sich schaudernd ausmalen. Großes und Fürchterliches steht hier zu gleicher Zeit vor uns. Aber wenden wir uns zum Schluß friedlichen Bildern zu. Die jetzigen Fahrten des Zeppelin=Ballons vollzogen sich— und wir wollen für alle kommenden Fälle sagen unberufen— mit einer solchen spielenden Eleganz, daß man beinahe sagen kann, ob nun ein Wagen aus dem Torweg oder ein Ballon aus seiner Halle fährt, das ist ziemlich dasselbe. Der oben erwähnte Unfall bei Stuttgart, wo der alte Zeppelin=Ballon verbrannte, hat das Gute gehabt, daß nun so ziemlich alle Unheils=Möglichkeiten bekannt sind. Was in Zukunft an Großartigkeit auf dem Gediete der Ballon=Fahrten geleistet werden wird, steht dahin; aber daß eine feste„Ballon=Bahn“ sich in unserer Zeit verwirklichen wird, können wir wohl annehmen. Und wünschen wollen wir, daß die Engländer sich nicht schon wieder aufregen und deutsche Spione in den Lüften fliegen sehen. Politische Uebersicht. Deutschland. Ueber die Reichofinanzreform— unerwähnt kann man diese Vorlage, die sich wie eine Niesen=Boa konstriktor durch alle innerpolitischen Erörterungen zieht, ja keinen Tag mehr lassen Dienstag, den 16. März 1909. beginnen die Meinungen der Auguren etwas günstiger zu werden. Man fängt an zu hoffen, daß doch noch etwas zustande gebracht werden wird. Die Verständigung über eine direkte Reichssteuer, deren Gesamtertrag sich nur auf 100 Mill. Mark, belaufen soll, bietet den Schlüssel zur Lösung aller übrigen Schwierigkeiten. Die lebhaften Proteste der Bundesstaaten gegen das Kompromiß der Finanzkommission sind nicht ungehört geblieben, und eine Einigung über jene direkte Steuer, in die auch die Einzelstaaten willigen können, im Anzuge. Es macht dann wenig aus, ob diese Steuer Nachlaß= oder Erbanfallsteuer, ausgedehnt auf Kinder und Ehegatten, heißt. Der Gesetzentwurf über die Sicherung der BauhandwerkerForderungen, mit dem sich der Reichstag alsbald in zweiter Lesung zu beschäftigen haben wird, ist insofern nichts Ganzes, als er die Sicherung jener Forderungen nur in den„bauschwindeldurchseuchten Gebieten“ durch die Schaffung von Bauhypotheken garantiert. Es liegt bei dieser Handhabung die Gefahr vor, daß sich die Bauschwindler in die für„seuchenfrei“, erklärten Gebiete eindrängen und dort ungestraft ihr Handwerk treiben werden. Anderseits ist es richtig, daß die komplizierten gesetzgeberischen Schutzbestimmungen die reelle Bautätigkeit auf dem Lande erschweren würden. Was ein richtiger Bauschwindler ist, gibt sich ja auch mit Lappalien gar nicht erst ab. Sein Weizen würde unter den schlichten Bauverhältnissen des Landes doch nicht blühen. Er kann nur in der Großstadt atmen. Und die Großstädte besonders sollen daher durch das Gesetz von den Schwindlern gesäubert werden. Gelingt das, so können wir uns eines Kulturfortschrittes rühmen. Die segen. große Gewerbeordnungs=Novelle, in welche die Reichstagskommission jetzt auch den gesetzlichen Achtuhr=Ladenschluß hineingearbeitet hat, ist nachgerade bis zur Unübersichtlichkeit umfangreich geworden und wird von den Verbündeten Regierungen demnächst zurückgezogen werden. Der Inhalt des Riesenentwurfs soll in eine Reihe selbständiger Gesetze aufgelöst werden, die dann dem Reichstage einzeln zur Beratung und Beschlußfassung zugehen sollen. Ueber die Gefahren des Lehrerbesoldungsgesetzes in seiner Wirkung auf die Gemeinde=Etats äußert sich Generalsekretär Dr. Sperling in der„Rhein.=Westf. Gemeinde=Zeitung". Er hofft, daß das Herrenhaus sich erinnern werde, daß dieselben Lasten, welche der Staat durch die neuen Besoldungsgesetze auf sich nimmt, auch den Gemeinden erwachsen, und fährt dann fort: Auf der einen Seite werden immer neue Lasten den Gemeinden aufgebürdet, auf der anderen Seite heißt es: Wo ihr Kommunen die Deckung dafür hernehmt, das sei eure Sache! Bitter rächen dürfte sich diese— etwas sehr bequeme — Taktik in der Ausführung des neuen Lehrerbesoldungsgesetzes. Die Bestimmungen des Gesetzes betr. Gewährung von Ortszulagen werden vielfach, das zeigt sich schon jetzt in der Stellungnahme zahlreicher Gemeinden, vorläufig fromme Wünsche bleiben müssen. Blutenden Herzens wird so manche Gemeinde die Gewährung höherer Bezüge an die Lehrer sich vorläufig versagen müssen, weil eben die Belastung der Gemeinde eine unerträglich hohe geworden ist.„Leistungsschwachen“, Gemeinden werden Staatszuschüsse in Aussicht gestellt. Wird es nach der Durchführung der Reform noch„leistungsfähige“ Gemeinden in diesem Sinne geben? Der Verfasser schließt mit dem Wunsche, daß der Beschluß des Abgeordnetenhauses wieder aufgehoben werden möge und die Staatsbeihilfen nach wie vor gesetzliche bleiben möchten. Eine einzige machtvolle Vertretung der gesamten deutschen Arbeitgeberschaft in Industrie, Handwerk und Handel ist das letzte Ziel der Bestrebungen, die soeben zu einer weiteren Annäherung des Vereins deutscher Arbeitgeber=Verbände und der Hauptstelle deutscher Arbeitgeber=Verbände, beide mit dem Sitze Berlin, durch einen neuen Kartell=Vertrag geführt haben. Beide Verbände sollen möglichst zu einer gemeinsamen Spitze aller Arbeitgeber=Verbände verschmolzen werden. Der abgeschlossene Vertrag betont als oberste gemeinsame Aufgabe, den Zusammenschluß der Arbeitgeber zu Arbeitgeber=Verbänden zu fördern. Kein Bestreben, möglichst viel Mitglieder in den Verband zu bekommen, sondern das Bestreben, die Arbeitgeber sachgemäß zu organisieren, soll maßgebend sein. Die VertragSchließenden verpflichten sich, bei Streiks und Sperren sich moralisch zu unterstützen und gemeinsam die Arbeitsnachweise der Arbeitgeber, den Schutz der Arbeitswilligen und die Durchführung der Streikklausel zu fördern. Auch soll der Versuch gemacht werden, gegenseitige Streik=Versicherungs=Einrichtungen ins Leben zu rufen. Die pensionierten Beamten im Reiche wie in den Bundesstaaten, die von den Aufbesserungen der aktiven Kollegen nicht berührt wurden, beginnen sich jetzt auch energischer allenthalben zu regen. Sie haben eine Zentralstelle in Berlin eingesetzt, die 41. Jahrg. alles einschlägige Material sammelt und zu Eingaben und Denkschriften an die Reichsregierung wie an die gesetzgebenden Körperschaften verarbeitet. Das Königl. Polizei=Präsidium in Berlin besteht am 25. März 100 Jahre. Eine besondere Feier findet nicht statt. Zum Wechsel im preußischen Kultusministerium. Da das Befinden des preußischen Kultusministers Dr. Holle sich nicht zu bessern scheint, denkt die Regierung an einen Wechsel im Ministerium. Es scheint zurzeit fast so, als ob der langjährige Ministerialdirektor Dr. Schwartzkopff die Nachfolgerschaft erhalten soll. Immerhin verdient es Erwähnung, daß Oberpräsident von Wentzel I Oberpräsident von Hegel (nanmover)—„(Provinz Sachsen) Zum bevorsteheriden Wechsel im preussischen Kulfusministerium neben dieser Persönlichkeit in erster Linie der Oberpräsident von Hannover v. Wentzel und der Oberpräsident der Provinz Sachsen, Hegel, genannt werden. Auch der Name des Oberpräsidenten von Westpreußen, v. Jagow, wird erwähnt. Dieser letztere wird aber fast bei jedem Ministerwechsel genannt, und es erscheint doch mehr als fraglich, ob Herr v. Jagow bei seiner Vorliebe für die landwirtschaftliche Kultur Lust hätte, sich in das Joch des Kultus spannen zu lassen. Unsere Bilder bringen unseren Lesern die Hauptkandidaten. Aus den Schutzgebieten. Deutsche Kriegsschiffe nach Samoa. Die bevorstehende Wahl eines Oberhäuptlings in Samoa hat unter den Eingeborenen eine gewisse Erregung verursacht, die auch zu einer Bewegung gegen die deutsche Herrschaft unter der Führung des angesehenen Sprecher Lauaki von der Insel Sawaii geführt hat. Gouverneur Solf vermochte mit seinem bewährten Takt sowohl tätliche Ausschreitungen dieser widerspenstigen Gesellschaft, wie eine Reaktion der der Regierung treu gebliebenen Samoaner darauf zu verhindern, erbat jedoch zur Sicherung der Lage der weißen Bevölkerung sowie im Interesse der Wiederherstellung der Ordnung die Entsendung einiger Kriegsschiffe nach Samoa. Diesem Ersuchen ist sofort entsprochen worden, und drei Kriegsschiffe des ostasiatischen Kreuzer=Geschwaders wurden sofort nach Samoa dirigiert. Der Kreuzer Leipzig ist bereits in Apia eingetroffen.— Auf Samoa gärt es bekanntlich schon seit längerer Zeit, gleichwohl sind ernstere Unruhen kaum zu befürchten, und sollten sie dennoch ausbrechen, so würden sie dank der getroffenen Vorsichtsmaßregeln im Keime erstickt werden. Eine neue deutsche Diamanten=Gesellschaft mit einem Kapital von 2½ Millionen Mark ist soeben begründet worden. Dieselbe soll unter Uebernahme der betreffenden Gerechtsame der Deutschen Kolonial=Gesellschaft den Diamanten=Bergbau in Südwest=Afrika betreiben. A M Aus dem G#slande. Oesterreich=Ungarn. Wien, 15. März. Die Illusionen auf einen verhältnismäßig friedlichen Verlauf der Reichsratssitzungen sind gründlich zu Schanden geworden, nachdem in der jüngsten Sturmsitzung des Hauses der Sitzungssaal nicht nur einer Arena für einzelne Faustfechter, sondern einem Kampfplatze glich, auf dem zwei geschlossene Heere gegen einander anstürmen. Der Vorgang ist jedenfalls ohne Beispiel in der parlamentarischen Geschichte. Auf der einen Seite standen die Tschechen mit ihrem Anhang schlachtbereit, auf der anderen die Antitschechen mit den Ministern. Bei der furchtbaren Erregung der Gemüter ist es eigentlich nur einem Glücksumstande zu danken, daß die Stimme einiger besonnener Abgeordneter und Regierungsvertreter den Zusammenstoß verhindert, der einfach fürchterlich geworden wäre. England. London, 15. März. Rund 750 Millionen Mk. zahlt England jetzt alljährlich für seine Kriegs=Marine. An neuen Schiffsbauten sind für jetzt vorgesehen 4 Linienschiffe, 6 gepanzerte Kreuzer, 20 Torpedoboot=Zerstörer und eine Anzahl Unterseeboote. Mit den Lenkballons will es in England noch nicht so recht. Dänemark. Kopenhagen, 15. März. Dänemark, das moderne Musterländel, so kann man jetzt sagen, nachdem die Stadtvertretung Kopenhagens sich auf Grund der jüngsten Kommunalwahlen aus 20 Sozialdemokraten und aus nur 16 Mitgliedern der bürgerlichen Parteien zusammensetzt. Und was das Beste ist: Unter den Neugewählten befinden sich sieben Frauen! Auch in den Provinzstädten kandidieren zahlreiche Frauen für die Kommunalvertretung.— Auf die Gefahr hin, für schrecklich unmodern zu gelten, bekennen wir doch freimütig, daß wir unsere Frauen lieber im Hause und am Herde, als in irgend einem Staats= oder Stadtparlament wirken sehen. Serbien. Belgrad, 15. März. Die kriegstollen Serben, die durch ihre Winkelzüge und Doppelzüngigkeiten die europäische Lage über Gebühr in Unsicherheit halten, sollte man am Rockhaken fassen und so lange niederducken, bis der ganze Schnee, der in der zweiten Märzhälfte eine grobe Ungehörigkeit ist, geschmolzen wäre. Das wäre eine heilsame Abkühlung, die sie zur Vernunft bringen würde. Ihr jetziges Treiben entspringt einer krankhaften Fieberhitze.— Die Nachrichten von russischen Rüstungen, d. h. von Verschiebungen russischer Truppen an die deutsche und die österreichische Grenze bestätigen sich, nur erklärte der zuständige russische General, daß sich diese Verschiebungen keinesfalls gegen Oesterreich richteten, das seinerseits aber Unsummen für Truppenverschiebungen an seine Grenzen ausgegeben habe!(?) Vereinigte Staaten. Washington, 15. März. Die nordamerikanische Union und Mexiko wollen nicht dulden, daß die zwischen den beiden zentralamerikanischen Republiken Nicaragua und San Salvador nach einiger Pause aufs neue ausgebrochenen Feindseligkeiten einen größeren Umfang gewinnen und den Handel stören Beide amerikanische Großmächte wollen eventuell mit Gewalt intervenieren. Viel wird es sowieso nicht werden, denn bei den beiden Kampfhähnen fehlt das erste Kriegsmittel, das Geld So sind auf ihren Kriegsschiffen weder genügend Kohlen, noch Munition. Aus Stadt und Umgebung. Schwerte, den 16. März. **(Die Umwandlung aller Schnellzüge in D=Züge) hat sich bekanntlich die preußische Eisenbahnverwaltung zum Ziel gesetzt. Sie geht damit je nach Ablieferung der erforderlichen Wagen vor. Im ganzen dürfte die Maßregel zwei bis drei Jahre beanspruchen. Am 1. Mai mit der Einführung des Sommerfahrplanes werden wieder verschiedene Schnellzüge mit D=Zug=Wagen ausgerüstet. **(Die Durchschnittspreise der wichtigsten Lebens= und Verpflegungsmittel) im Monat Januar 1909 stellten sich laut amtlicher Statistik in unserer Stadt wie folgt(a—gute, b= mittlere, c—geringe Ware): Weizen: a) 20,17, b) 19,50, c) 18.— Roggen: a) 16.25, b) 16.—, c) 15,50; Futtergerste: a) 15.—, b) 14,50, c) 14.—; Hafer(ausländischer) a) 20.—. b) 19,50, c) 18.—; Erbsen(im Großhandel, 100 Kg.): 32,50; Speisebohnen(weiße) 37,50; Linsen 42,50; Erbsen(im Kleinhandel, 1 Kg.): 34 Pfg., Speisebohnen 30 Pfg., Linsen 54 Pfg.; Eßkartoffeln(im Großhandel, 100 Kg.): 6,50,(im Kleinhandel, 1 Kg.): 8 Pfg.; Heu 6,50, Richtstroh 5.0, Krumm= und Preßstroh 4.—; Eßbutter(1 Kg.): 2,70, Eier(1 Schock): 6,10, Vollmilch (1 Liter): 20 Pfg.; Rindfleisch(im Großhandel, 100 Kg.): 140 (im Kleinhandel, 1 Kg.): Keule 1,40, Bug 1,30, Bauch 1,30; Kalbfleisch: Keule 1,60, Bug 1,50; Hammelfleisch: Keule 1,40, Bug 1,30; Schweinefleisch: Keule 1,80, Bug 1,70, Kopf und Beine 1,20, Rückenfett(frisch) 1,70, Schinken 2,40, ger. Speck 1,80; Roßfleisch 0,80 Mark. **(Stellen für Militär=Anwärter) im Bezirk des 7. Armeekorps. Die ausgeschriebenen Stellen sind nur für solche Personen bestimmt, welche den Zivilversorgungsschein besitzen. — Aplerbeck, Amt: Verwaltungssekretär, 1350 bis 2100 Mark Gehalt.— Fröndenberg, Amt: Bureauassistent, 1200 bis 2200 Mark Gehalt.— Hamborn(Rhld.), Bürgermeisteramt: Verwaltungsassistent, 1900 bis 2620 Mark Gehalt.— Herzfeld, Ortsbehörde Herzfeld. Amt Liesborn(Meldungen beim Amt): Polizeisergeant, 750 Mark Grundgehalt.— Im Bezirk der Kaiserl. Oberpostdirektion Dortmund, Postanstalt: Postschaffner 900Mark Anfangsgehalt.— Königsteele, Amt: Polizeisergeant, 1200 bis 1800 Mark Gehalt.— Mengede, Amt: Amtsbote und Hilfspolizeisergeant, 1200 bis 1800 Mark Gehalt.— Münster (Westf.), im Bezirk der Kaiserl. Oberpostdirektion: Landbriefträger, 800 bis 1000 Mark Gehalt.— Münster(Westf.), im Bezirk der Kaiserl. Oberpostdirektion: Postschaffner bezw. Briefträger, 900 bis 1500 Mark Gehalt.— Recklinghausen, Amt: Polizeisergeant, 1200 Mark Gehalt.— Velbert, Polizeiverwaltung: Polizeisergeant für den Nachtdienst, 1200 bis 2100 Mark Gehalt.— Werne, Landkr. Bochum. Amt: Verwaltungsassistent, 1200 bis 2400 Mark Gehalt. **(Meisterkurse für die Provinz Westfalen.) Am 7. Juni d. Is. beginnen wieder die nächsten Zwöchigen großen Meisterkurse in Dortmund, und zwar der 15. für Schreiner, der 14. für Schlosser, der 14. für Schuhmacher und der 17. für Schneider. Anmeldungen von Meistern und solchen Gehilfen, die sich baldigst selbständig machen wollen, werden bevorzugt. In der Regel erhalten die Kursisten reichliche Beihilfen zum Lebensunterhalt. Unterrichtsmittel, Maschinen, Werkzeuge, Materialien u. a. werden unentgeltlich zur Verfügung gestellt.— Die Meisterkurse werden in einem eigens dazu erbauten Werkstatthause abgehalten, das mit den modernsten Einrichtungen, Werkzeugen, Maschinen usw. ausgestattet ist. Der Unterricht wird von anerkannt tüchtigen Fachlehrern erteilt. Die bisher abgeDie Fremdenlegionäre vor dem Kriegsgericht. In Oran hat dieser Tage vor dem Kriegsgericht die Verhandlung gegen die deutschen Deserteure stattgefunden, die am 14. Dezember v. Is. unter Führung des Deutschen Kadur, gen. de Pal, den Zug von Colomb=Bechar anhielten. Nach Aussagen seiner Kameraden und Kadurs eigenem Geständnis sind die Deserteure dem Anführer Kadur einfach nachgegangen, ohne sich die Folgen ihrer Handlung zu überlegen. Es waren alles Rekruten, von denen manche überhaupt kein Wort französisch sprachen. Einigen soll Kadur sogar gesagt haben: Ich bin mit einem Auftrag betraut, ihr habt zu gehorchen. Kadur galt in seiner Kompagnie als intelligenter Mann und guter Instrukhaltenen Kurse, in denen bereits über 450 Handwerker seit 1904 ausgebildet worden sind, haben beste Erfolge gehabt. Der Zuspruch hat sich derart gemehrt, daß in den letzten Winterkursen kaum die Hälfte der Gemeldeten aufgenommen werden konnten. Anmeldungen sind deshalb umgehend an den Leiter der Meisterkurse, Direktor Regling, Dortmund, Schwanenwall 41, zu richten. Die Handwerkskammern sind gern bereit zu Auskünften und Vermittelungen. **(Stehen die Mannschaften des Beurlaubtenstandes während des ganzen Kontrollversammlungstages unter dem Militärgesetz?) Diese Frage war bisher von den Gerichten stets bejaht worden. In der letzten Zeit aber haben zwei Kriegsgerichte in entgegengesetztem Sinne entschieden, nämlich das Kriegsgericht der 4. bayerischen Division in Würzburg und das Oberkriegsgericht des 10. Armeekorps. Das erstere entschied, daß das Militärgericht nur für Verfehlungen, die während der Kontrollversammlung, nicht aber für solche, die während der übrigen Tagesstunden begangen würden, zuständig sein könne. Das Oberkriegsgericht erklärte gleichfalls bei einem Vergehen, das von Reservisten nach der Kontrollversammlung verübt worden war, seine Unzuständigkeit, indem es betonte, daß es positive gesetzliche Bestimmungen gäbe, denen zufolge die Mannschaft während der aktiven Dienstzeit und der Uebungszeit einschließlich des vollen Entlassungstages unter dem Militärgericht stehen. Für die Tage der Kontrollversammlungen aber fehle eine solche gesetzliche Bestimmung, und sie würde gewiß von dem Gesetzgeber getroffen worden sei, wenn dieser die Mannschaft nicht nur während der Kontrollversammlung selbst, sondern auch für die übrigen Stunden des Tages dem Militärgericht hätte unterstellen wollen. **(Jungfrauen=Kongregation.) Am 25. März feiert die hiesige Marianische Jungfrauen=Kongregation(kathol. Jungfrauen=Verein) das Fest ihres 10jährigen Bestehens. Am Morgen des genannten Tages ist gemeinschaftliche heil. Kommunion, nachmittags Aufnahme neuer Mitglieder, abends Festversammlung mit Festrede und religiösem Theaterstück. Bei dieser Gelegenheit wird auch der vor kurzem gegründete Gesangchor zum erstenmal auftreten. An den vier vorhergehenden Abenden werden in der Pfarrkirche religiöse Vorträge für die Mitglieder gehalten. Die Vorbereitungen für das Fest sind in vollem Gange, und es ist zu erwarten, daß der Verlauf derselben ein recht schöner wird. **(Schlecht belohntes Vertrauen.) Der Eisenbahnbeamte Paschang mußte trübe Erfahrungen mit einem fremden Reisenden machen, dem er Gastfreundschaft in seiner Wohnung gewährt hatte. Nach eingenommenem Mittagsmahl nickte P. ein wenig ein, während seine Frau auf kurze Zeit das Zimmer verließ. Diese Gelegenheit benutzte der Fremde, 18 Mark und eine Damenuhr zu rauben, worauf er sich dann schleunigst aus dem Staube machte. Zwar wurde der Diebstahl sofort bemerkt und auch die Verfolgung des Spitzbuben aufgenommen, leide# jedoch vergeblich. Bis zur Stunde hat man seiner noch nicht habhaft werden können. **(Verkehrsstörung.) Bei der Ausfahrt eines Güterzuges von Schwerte nach Westhofen entgleisten gestern abend gegen 6 Uhr bei Block Steinhausen drei Wagen, wodurch beide Hauptgleise gesperrt wurden. Der gesamte Personenzugverkehr war über eine Stunde vollständig unterbrochen und konnte dann auch nur in beschränktem Umfange wieder ausgenommen werden. Erst nach 11 Uhr waren die Aufräumungsarbeiten, welche von der hiesigen Betriebswerkstatt ausgeführt wurden, beendet und beide Gleise wieder freigelegt. Wodurch die Wagen zur Entgleisung gebracht wurden, ist noch nicht aufgeklärt. **(Stenographen=Fest.) Imlaufe dieses Sommers kann der hiesige Arends'sche Stenographenverein auf ein 25jähriges Bestehen zurückblicken, und wird er aus diesem Anlaß eine größere Festlichkeit veranstalten. Die Vorbereitungen für diese Feier, mit der auch der Verbandstag rhein.=westfäl. Stenographen verbunden ist, sind in vollem Gange, und dürfte sich das Fest äußerst glanzvoll gestalten. Heute abend findet eine Versammlung des Vereins statt, in der die Musik= und andere Fragen endgültig geregelt werden sollen. (—) Ergste, 15. März.(Sparkassenvorstand.) Nach Bestätigung der Wahlen durch den Herrn Landrat in Iserlohn teur, aber als ruhmredig und lügnerisch. Er behauptete, er sei Offizier im Generalstabe Waldersees gewesen, und übte in der Kompagnie großen Einfluß auf seine Landsleute aus. Außer ihm erhielten noch drei Legionäre namens Kaminski, Knauer und Radke schwerere Strafen, da sie an den Vorbereitungen zur Flucht tätigen Anteil genommen haben. Für die übrigen hatte der Regierungsvertreter Milde empfohlen, da sie nur aus Dummheit mitgelaufen sind. Das Urteil gegen den Rädelsführer Kadur lautete auf 20 Jahre Zwangsarbeit, Degradation, 100 Francs Geldstrafe und 20 Jahre Aufenthaltsverbot. Von den Mitangeklagten wurden 17 Personen mildernde Umstände bewilligt. besteht der Vorstand der hiesigen Amtssparkasse für das Geschäftsjahr 1909 aus den Herren Gutsbesitzer Wilhelm Bimberg, Drüpplingsen, Gutsbesitzer Friedrich Schulte=Kalthof zu Kalthof, Landwirt Dietr. Stork in Hennen, Landwirt Friedrich Schulte=Heethoff, Höfen, Kaufmann Wilh. Liesenhoff in Ergste. Stellvertreter sind: Hüttenbeamter Heinrich Kockelke zu Knapp, Landwirt Heinrich Thümer, Ergste, Landwirt Wilh. Müddecke gen. Hagedorn in Drüpplingsen, Gutsbesitzer Heinrich Keppmann in Refflingsen, Gutsbesitzer Friedrich Benking, Drüpplingsen. Vorsitzender des Sparkassenvorstandes ist Herr Wilh. Bimberg in Drüpplingsen. S Ergste, 15. März.(Krieger=Denkmal.) Im Vereinslokal unseres Krieger= und Landwehr=Vereins(Ww. KageBeckmann) tagte gestern eine imposante Versammlung der Vertreter der sämtlichen Vereine der Gemeinde mit dem Festausschuß des Krieger= und Landwehrvereins zur Besprechung des Weihefestes am Tage der Enthüllung des neuen Krieger=Denkmals. Anwesend waren die Vorsitzenden und je ein Vorstandsmitglied der Gesangvereine„Sängerbund" und„Eintracht", der Turnverein„Ergste",„Germania“ und„Grüne Eiche“, des „Handwerker=Unterstützungsvereins“, des Gewerkvereins der deutschen Maschinen= und Metallarbeiter“, des Gewerkvereins der Maschinen= und Metallarbeiter(„Hirsch=Duncker"), des „Dilettanten=Vereins Hohenzollern“, sowie des„Stenographen= vereins Arend". Die seitens der Vertreter unverbindlich und vorbehaltlich der Genehmigung und Zustimmung der Hauptversammlungen ihrer Vereine geführten Verhandlungen gaben das Bild schönster Einmütigkeit. Hiernach werden unsere Sänger dem Enthüllungsakt die rechte Weihe geben und das Fest durch ihre Liederspenden verschönen, während die wackere Turnerschar durch Kunstreigen und turnerische Darbietungen Herz und Auge der Besucher erfreuen wird. Wer gestern Zeuge der zündenden Begeisterung war, womit d. Vertreter der 11 Vereine für die gute gemeinsame Sache eintraten, der mußte zugeben, daß alle Garantien für ein Volksfest geboten sind, wie wir es seit dem großen, unvergeßlichen schönen Freudenfeste im Jahre 1871 nicht wieder in unserer Gemeinde gefeiert haben. ** Bürenbruch, 15. März.(Arg zugerichte) wurde gestern Nacht der Heizer Emil Schäfer aus Ergste, der in der Nähe des Althoff'schen Hauses von dem Kettenschmied M. überfallen und durch einen Stich in den Kopf schwer verletzt wurde. Der Ueberfallene blieb längere Zeit bewußtlos liegen und befindet sich jetzt in ärztlicher Behandlung. M. ist schon verschiedentlich mit den Strafgesetzen in Konflikt gekommen, und wird jedenfalls auch jetzt die gerechte Strafe nicht ausbleiben. ** Westhosen, 16. März.(Personalie.) Dem Verwalter des hiesigen Postamtes, Herrn Böttcher, ist der Titel Postsekretär verliehen. ** Berghofen, 16. März. Bei der Beerdigung eines Dissidenten, die gestern Nachmittag stattfand, kam es zu einem peinlichen Aufsehen. Auf Anordnung der Polizei mußte vor dem Kirchhofe von einem Kranz, den eine Frau trug, eine große Schleife entfernt werden. Darauf wurde dem Gefolge eröffnet, daß nur die Träger und Anverwandten den Kirchhof betreten dürften. Hierauf weigerten sich die Träger zunächst, den Sarg vom Totenwagen auf den Kirchhof zu tragen. Sie gaben schließlich ihren Widerstand doch auf und schafften den Sarg unter Pfuirufen und Protesten gegen die polizeilichen Maßnahmen zur Gruft. ** Hacheney, 15. März.(Ermittelt.) Der Täter, welcher am letzten Lohntage seinem Arbeitskollegen 50 Mark entwendet hat, ist ermittelt, festgenommen und dem Königl. Amtsgericht zu Hörde übermittelt worden. ** Westhofen, 16. März.(Schlaganfall.) Der auf dem Nickelwerk beschäftigte Arbeiter Fritz Weber, ein Mann von ca. 50 Jahren, wurde am Samstag von einem Schlaganfall betroffen; eine Seite ist vollständig gelähmt. Letzte Drahtmeldungen. Zeppelin 1. Friedrichshafen, 16. März. Gestern vormittag 8,30 Uhr erfolgte ein neuer Aufstieg des Reichsluftschiffes„Zeppelin!“ Das Herausholen aus der Halle und der Aufstieg vollzogen sich Nr. 63. Dienstag, den 16. März 1909. 41. Jahrg. Zweites Mlatt. Westfalen und Rheinland. * Herdecke, 15. März. Das letzte Hochwasser hat auch hier im Flußbett der Ruhr erhebliche Veränderungen zur Folge gehabt. So sind einige Fundamente von den Brückenpfeilern bloßgelegt worden, ohne daß jedoch vorläufig eine Gefahr besteht. Unterhalb der Ruhrbrücke ist eine ziemlich große Insel verschwunden, dagegen am Hoesch'schen Wehr oberhalb der Brücke eine neue entstanden. Am Bahnhofsweg nach Vorhalle ist die Gehbahn zumteil fortgerissen und die Straßendecke stark beschädigt. Die Stadtverordneten werden über Maßnahmen zur Beseitigung der Hochwasserschäden beraten. * Hamm, 15. März. In Bönen und in den benachbarten Gemeinden ist eine ausgedehnte Masern=Epidemie ausgebrochen, von der bereits etwa 300 Kinder befallen sind. Dem Landwirte M. starben innerhalb 3 Tagen drei Kinder an dieser Krankheit. * Bochum, 15. März. In eine gefährliche Lage geriet in der Nacht des 14. Dezember v. Is. der Polizeiwachtmeister Schweickhardt im Stadtteil Hamme, als er nach einer Revolverschießerei an der Robertstraße den Bergmann Adolf Nowatzki nach der Schußwaffe durchsuchen wollte. Nowatzki zog plötzlich den Revolver und legte auf den Beamten an. Der Hahn knackte, aber glücklicherweise versagte die mit noch fünf scharfen Schüssen geladene Waffe. Adolf Nowatzki stand unter der Anklage des versuchten Totschlages, der Uebertretung des Waffen verbots und des Schießens in der Nähe von Menschen vor der Strafkammer. Das Gericht glaubte dem Adolf Nowatzki, daß der Hahn des Revolvers sich zufällig gelöst habe, und verurteilte ihn nur zu 6 Monaten Gefängnis und 50 Mark Geldstrafe. * Lünen, 15. März.(Unfug.) Im jugendlichen Leichtsinn warfen schulpflichtige Kinder wiederholt von d. Eisenbahnbrücke an der Dortmunder Chaussee auf ein= und ausfahrende Züge größere und kleinere Steine, zum Glück ohne einen Beam ten zu treffen. Nun ist es gelungen, die kleinen Uebeltäter auf frischer Tat zu ertappen. Da die Sache zur Anzeige gebracht worden ist, so wird für die Kinder und deren Eltern das dicke Ende wohl noch nachkommen. * Essen, 15. März. In Gegenwart des Majors Groß vom Luftschifferbetaillon und anderer Offiziere sind auf dem Kruppschen Uebunzsplatze Schießversuche unternommen worden, die den Zweck hitten, Fesselballons mit einer neuen von Krupp konstruierten Kanone zur Explosion zu bringen. Die Versuche sollen gut ausgefallen sein. Gleichzeitig wurde ein neues Schnellfeuergeschütz vorgeführt, das als Armierung für Motorluftschiffe gebaut worden ist, und dessen Gewicht nur 75 Kg. sein soll. * Waltvp, 15. März.(Was eine ersoffene Zeche kostet.) Aurch die Wasserkatastrophe auf der staatlichen Zeche Waltrop ervächst dem Fiskus ein recht erheblicher Schaden. Daß die Gribe in anderthalb Jahren wieder betriebsfähig ist, ist eine sehr sptimistische Auffassung, nach anderen Erfahrungen muß man sogar mit der Möglichkeit, daß die Zeche völlig verloren ist, rechnen. In diesem Falle sind auch alle dafür gemachten Aufwendungen, die in die Millionen gehen, verloren. Selbstverständlich erfordern die Ursachen des Unglücks eine sorgfältige Prüfung. Die Behauptung, es habe zu große Sorglosigkeit obgewaltet, ist nicht bewiesen. * Barmen, 15. März. In dem Polizeibericht werden die Eltern und Erzieher nachdrücklich darauf hingewiesen, sorgsam auf die Lektüre ihrer Schutzbefohlenen zu achten. In den letzten Wochen seien verschiedene Straftaten jugendlicher Personen zur Anzeige gekommen, bei deren Untersuchung es sich herausstellte, daß sie auf das Lesen von Schundliteratur, wie man sie in verschiedenen Schaufenstern ausgehängt finde, zurückzuführen seien. Die jugendlichen Einbrecher hatten sich bandenartig zusammengeschlossen und einander strengste Verschwiegenheit gelobt. In den letzten Wochen mußten verschiedene Schüler höherer Lehranstalten auf Grund ihrer Straftaten entlassen werden, um nicht einen verderblichen Einfluß auf die Mitschüler auszuüben. * Vlotho, 15. März.(Germanisches Hügelgrab.) Dieser Tage ist im nahen Veltheim auf dem Simonsmeierschen Gehöft ein wichtiger Altertumsfund gemacht worden. Auf dem Hofe selbst, ganz nahe dem Wohnhause, befindet sich ein langgestreckter Kieshügel, der abgetragen werden sollte. Beim Arbeiten stießen die Leute auf Scherben; man wurde aufmerksam und förderte nun eine Anzahl Urnen, bis jetzt etwa 16—17, zutage. Der bis jetzt unbeachtete Kieshügel war also ein regelrechtes germanisches Hügelgrab. Die Bedeutung des Fundes wird aber noch ganz besonders durch die Art und die Form der Urnen wesentlich erhöht, denn vier dieser Gefäße bestehen aus feinster Bronze und, haben die Form eines Eimere nit Henkel und schön geschwungenem Fuß. Eines dieser„zegefäße ist mit Menschen= und Tiergestalten, sowie Orne##en künstlerisch verziert. Aber auch noch Kleingefäße aus kanntem Ton, sowie metallene Teile von Pferdezaumzeug und Holzkohlen als Ueberreste von der stattgehabten Leichenverbrennung wurden dem Grabe entnommen. Die Bronzegfäße geben dem Funde eine erhöhte Bedeutung, denn diese Gefäße sind zweifellos römischen Ursprungs, dafür spricht auch schon die künstlerische Form resp. die Verzierungen. Man kann hierbei eigentlich nicht von Urnen sprechen, wenngleich sie auch als solche verwandt worden sind, denn man fand in denselben noch Reste von feinem Leinen und menschliche Knochenteile, die bei der Verbrennung übrig geblieben sind. Es ist anzunehmen, daß diese Bronzegefäße von den Römern, die hier bei den germanischen Stämmen mit ihren Erzeugnissen Handel trieben, gekauft worden. dann aber teilweise, wie hier der Fall zeigt, zur Beisetzung der Asche Verstorbener, wahrscheinlich von Stammeshäuptlingen, verwandt worden sind. Das interessante Grab dürfte der Zeit um Christi Geburt oder dem ersten bis dritten Jahrhundert nach Christi angehören. Leider ist bei den Arbeiten nicht mit der nötigen Vorsicht verfahren worden; einige von den gebrannten Urnen sind daher zerbrochen, ebenso haben auch die Bronzegefäße teilweise Schäden erlitten. Kleine Chronik. Eine Spionageuntersuchung ist von der Mainzer Militär= behörde eingeleitet worden. Der wegen Diebstahls vorbestrafte, langjährige Depotarbeiter Wehrum aus Mainz hat auf einem Artilleriedepot ein Militärfernglas im Werte von über 1000 Mark gestohlen und dieses nach Frankreich verkauft. Wehrum, der nach einigen Tagen nach Deutschland zurückgekehrt ist, an der Grenze verhaftet. Er soll mit einem Mainzer Spion in Verbindung stehen, nach dem eifrig gesucht wird. Zur Abwehr eines möglichen neuen Elbe=Hochwassers sind zahlreiche Sandsäcke, Faschinen und anderes Material zur 189 Meter breiten Durchbruchstelle gebracht. Von Böhmen her braucht das Wasser etwa vier Tage, um bei der drohenden Stelle anzukommen. Die Arbeiten für die Dammschließung sind im vollen Gange, Hunderte von Leuten sind tätig. Die Werft=Diebereien in Kiel scheinen, wie aus bei einem Trödler aufgefundenen Torpedo=Material hervorgeht, bis in die jüngste Zeit gedauert zu haben. Solche Vertrauensbrüche in Staatsbetrieben sind äußerst bedauerlich. Betrüger. Der flüchtige Aktienfälscher Stöcklin, früher Direktor der sächsischen Maschinen=Fabrik in Chemnitz, ist in München verhaftet und nach Chemnitz transportiert worden. Er hat für etwa 100000 Mark Aktien seiner Gesellschaft in den Handel gebracht. Das ist also ein Pendent des Berliner Reichs=Banknoten=Fälscher Grünenthal. Die nahende Österzeit ist die Zeit der bedauerlichen Schüler Selbstmorde, zu denen in unseren Tagen wahrhaftig kein Grund vorliegt. Wie soll ein junger Mensch etwas im Leben aushalten, wenn er nicht mal einen Schulzwischenfall vertragen kann? Das kommt später noch ganz anders. In diesem März wird der erste Fall aus Mariazell in Oesterreich gemeldet, wo sich zwei junge Leute erschossen; der eine wegen gekränkten Jugendstolzes der andere aus Freundschaft zu seinem Kameraden. Das sind, wie gesagt, krankhafte Augenblicke, denen sich Schüler überhaupt nicht überlassen dürfen. Streikausschreitungen. Wie aus Brüssel gemeldet wird, haben ausständige Weber in Alost Arbeitswillige angegriffen. Als die Polizei dazwischentrat, wurde sie ebenfalls angegriffen. Mehrere Personen wurden verwundet. Typhusepidemie. Aus Madrid wird gemeldet: Es läßt sich nicht länger verheimlichen, daß zurzeit hier Typhus herrscht. Im Sanjuanhospital befinden sich über 300 Kranke, von denen zahlreiche im Sterben liegen. Die Presse verlangt strenge Maß#rk5. Kaufmannsschule der Handelskammer zu Hagen. Wir machen auf die Bekanntmachung der Kaufmannsschule der Handelskammer zu Hagen im Anzeigenteil dieses Blattes mit dem Hinweis aufmerksam, daß die Anmeldungen zum Besuch der Handelsschule für Mädchen und der Handelsschule mit vollem Tagesunterricht schon recht bald erfolgen müssen. Beide Anstalten bieten jungen Leuten Gelegenheit, sich vor der Praxis für die Praxis auszubilden. Die Handelsschule für Mädchen hat den Zweck, jungen Mädchen, die später im Geschäft ihrer Eltern oder ihres ManSchicksalsgenossen. ben und Stampfen rasender Pferde und das Rasseln schnell heraurollender Räder klang ihnen entgegen. Roman von G. Rosen. ist air nicht hübsch von Euch,“ bemerkte Betty, nachdem sie den Feunden grüßend die Hand gereicht,„daß Ihr uns jetzt, wo es Gich gut geht, so links liegen laßt und noch nicht ein einziges Aal gekommen seid, Euch nach uns umzusehen. Auch Ella magnichts mehr von uns wissen und doch haben wir uns schon nanchmal ihrer angenommen.“ Paul und Atto versicherten, ihre Vernachlässigung sei nicht der Undankbarkit, sondern dem Mangel an Zeit zuzuschreiben „Wissen Sie auch, Paul, daß der arme Krämer tot ist?“ fragte Klaus mitGrabesstimme. Tot? Krämenst tot?“ wiederholte Paul überrascht.„Nein, davon hörte ich nists. Was fehlte ihm? War er lange krank?“ Betty erzählte iun, sich oft die Augen trocknend, daß Krämer schon seit zwei Nonaten nicht bei ihnen gewesen war und sie deshalb vermute hatten, er sei, wie das häufig vorgekommen, ohne Abschiedavongegangen, um dann wieder ebenso plötzlich bei ihnen zierscheinen.„8 Aber,“ schloß si„vorgestern wurde eine Leiche ans Lano geschwemmt, in derwir Krämer erkannten, der wahrscheinlich aus einer Kneie heimkehrend, ins Wasser gefallen war. Gestern wurde er ohn Sang und Klang auf dem Armenfriedhof beerdigt.“ Paul drückte sein jedauern über das jähe Ende des alten Mannes aus, dessen Eab er mit einem Kreuz zu schmücken Ehe Klaus und sein Frau sich verabschiedeten, baten sie Paul, ihnen doch einnl die Ehre seines Besuchs zu schenken und bei dieser Gehenheit einen kleinen Koffer in Empfang zu nehmen, der Krner gehört hatte und allerlei Papiere enthielt, die vielleicht r den jungen Mann von Wert sein „Mit dem Besuch bKKlaus mußt Du sehr vorsichtig sein, Paul,“ bemerkte Otto. Ich traue ihm nicht über den Weg. In Krämer hat die Mechheit keinen Verlust zu beklagen.“ Es war schon spät, a die Freunde in das Gäßchen einbogen, in dem sie zu Hausearen. Wildes Geschrei, das Schnauchen gewordene Pferde, rief Otto, ein leichtes Gefährt erblickend, in dem eine junge Dame saß, die in um so größerer Lebensgefahr schwebte, als die Tiere aus einen mitten im Wege liegenden Haufen von Pflastersteinen losstürmten, der hier zum Ausbessern des schadhaften Dammes aufgestapelt war. Ohne sich zu bedenken, sprang er mit der Schnelligkeit eines Panters zwischen die Pferde. Erschrockene Frauen, entsetzte Männer und Kinder schrien ihm zu, auszuweichen, wenn er nicht von den wutschnaubenden Pferden zerstampft werden wollte, aber unbeirrt fiel Otto den Tieren in die Zügel und breichte sie auf einen Augenblick zum Stehen. „Umi Gottes willen, springen Sie heraus, rasch, rasch!“ rief Otto dem jungen Mädchen zu.„Ich bin außer stande, die Tiere lange zu halten.. gr.. 4t6 Vermigelte a Die junge Dame, Ottilie nover, gehorchte, Verwillelle aber beim Aussteigen ihr Kleid am Wagenschlag und fiel schwer zu Boden. In demselben Augenblick war Ottos Kraft zu Ende und die Tiere setzten, ihn niederreißend, über ihn hinweg. Er wäre getötet worden, wenn nicht Paul mit übermenschlicher Anstrengung den Wagen zur Seite geschleudert und die Pferde so.lange, gehändigt hatte, bis heransprengende Schutzleute ihm „In wenigen Wochen das dritte Unglück an derselben Stelle,“ grollten die Polizeibeamten.„Der Sache muß ein Ende gemacht Robert Bergner und Dorabefanden sich in ihrem Gärtchen, als der Unfall sich zutrug und Ottilie war kaum niedergesunken, als Vater und Tochter neben ihr knieten. „Meine arme Otti,“ schluchzte Dora, während ihr Vater die Bewußtlose in seine Arme nahm und in seine Wohnung Paul hatte sich inzwischen seinem Freunde zugewendet, der wie tot auf dem Pflaster hingestreckt lag. Mit einer Kraft, die ihn selbst überraschte, hob er Otto auf seine Schulter, die Menge machte ihm ehrerbietig Platz, zwei Männer gesellten sich zu ihm und halfen ihm den offenbar Schwerverwundeten in das kleine Zimmer tragen, das er am Morgen so heiter und hoffnungsfroh verlassen hatte. „Allbarmherziger Himmel!“ rief Ella.„Otto, unser armer Otto ist tot!“„„ Nach wenigen Minuten war ein arzt zur Steue. An der Unglücksstätte sah man Siegfried von Lorm, der bei dem ersten Zeichen der Gefahr aus dem Wagen gesprungen war und jetzt den Polizeibeamten und dem passenden Publikum erklärte, wie sich alles zugetragen hatte. Ottilie Röder hatte auf den Umgang mit ihrer Freundin Dora, auch unter den so vollständig veränderten Verhältnissen, nicht verzichten mögen. Sie war sehr oft in dem kleinen Vorstadthäuschen erschienen und immer ein willkommener Gast gewesen, ihr Bruder aber hatte sich, Doras dringendem Wunsch gehorchend, dem geliebten Mädchen fern gehalten, der Unfall jedoch, welcher der Schwester begegnet war, hob alle Förmlichkeiten auf.„„.. 90.Emnm, Boh, In Begleitung des Vaters eilte er in die Wöhnung Rovert Bergners, zu sehen, wie Ottilie sich befinde. „Ottilie ist außer jeder Gefahr," flüsterte Dora deren Vater und Bruder zu.„Der Arzt versichert, sie werde sehr bald aus ihrer Betäubung erwachen und in wenigen Tagen genesen sein.“ Mit zitternder Stimme dankte der alte Röder Dora für ihre Fürsorge, dann setzte er sich schweigend neben das Sofa, auf das man seine Tochter gebettet hatte. Sie lag noch immer bewußtlos da, während Dr. Ulrich sich unaufhörlich um sie bemühte..... g7.2 Li. Musen guch Wo bin ich?“ rief sie, endlich die Augen aufschlagend. „Hier bei mir, Otti,“ sagte Dora, die Freundin umarmend Ach, ja, ich erinnere mich, die Pferde wurden scheu, Herr von Lorm ließ vor Angst die Zügel fallen, brachte sich zunächst in Sicherheit, die Tiere gingen durch, ich sank zu Boden, wo aber ist mein Retter, der gute tapfere Otto Michels?“ „Nicht so viel sprechen, Fräulein!" warnte der Arzt. „O, jetzt fehlt mir gar nichts mehr, Herr Doktor," beteuerte Ottilie sich aufrichtend.„Es war nichts, als eine vom Schreck Verürfach,„„„„„ f ame Berden wunverursachte Ohnmacht. Im übrigen sind meine Nerven wunderbar widerstandsfahig und ich vin so gesund und munter wie zuvor. Weiß niemand, wie es Herrn Michels geht?“ „Der junge Mann wohnt uns gegenüber und ist wie ich „Dre sa g. Bann Wehin uns gegenur. und ist, wie sah höre, verwundet." berichtete Dora. 163,20 Bahnhofstrasse 19. nes tätig sein, oder sich ein eigenes Geschäft kleineren Umfanges gründen, oder in ein fremdes Geschäft als Handlungsgehülfin eintreten wollen, Gelegenheit zu geben, sich eine hierzu geeignete Vorbildung zu verschaffen. Die Anstalt ist auf Anregung des Vereins„Frauenwohl“ vor 5 Jahren mit Unterstützung hochherziger Damen und Herren, sowie der Stadt und der Handelskammer gegründet worden und hat in allen Kreisen der Stadt und Umgegend freundliche Aufnahme und größte Anerkennung gefunden. Der Kursus ist zweijährig. Damit die Mädchen des Vormittags noch unter den Augen der Mutter den Haushalt erlernen können, wird der Unterricht nachmittags von 2—4 bezw. 5 Uhr erteilt. Er erstreckt sich auf: Deutsch und Korrespondenz, Handels= und Wechsellehre mit Kontorpraxis, kaufmännisches Rechnen, einfache, doppelte und amerikanische Buchführung, Handelsgeographie, Stenographie, Schönschreiben und Maschinenschreiben(auch Rundschrift), sowie Englisch. Die Handelsschule mit vollem Tagesunterricht ist Ostern 1906 ins Leben getreten und gibt in einem einjährigen Lehrgang bei wöchentlich 30 Stunden solchen jungen Leuten beiderlei Geschlechts, die aus den Mittelklassen der höheren Knabenschulen und aus den Mittel= und Oberklassen der höheren Mädchenschulen abgegangen sind, sowie befähigten Absolventen der Volksschule eine systemathische und abgerundete Ausbildung für den kaufmännischen Beruf. Die Lehrgegenstände sind dieselben wie in der Handelsschule für Mädchen, doch können befähigte Schüler außerdem noch am Unterricht in der französischen Korrespondenz und Konversation teilnehmen.— Wer die Handelsschule mit Erfolg absolviert hat, kann bei seinem Eintritt ins Geschäft gleich etwas Tüchtiges leisten und ist vom Besuch der Fortbildungsschule befreit. Daß die Prinzipale den ausgebildeten Handelsschülern gern eine kürzere Lehrzeit und ein höheres Salär gewähren, hat die Erfahrung gelehrt. Mit der Einrichtung der Handelsschule mit vollem Tagesunterricht hat die Handelskammer einem dringenden Bildungsbedürfnis abgeholfen. Vor allem hat nunmehr der kaufmännische Nachwuchs nicht mehr nötig, kostspieligen und meist ganz unzureichenden Privatunterricht zu suchen. In der Kaufmannsschule unterrichten nur Personen, die sich Jahre lang mit den kaufmännischen Wissenschaften beschäftigt. haben. Außer dem Direktor sind im Hauptamte 3 staatlich geprüfte, akademisch gebildete Handelslehrer und eine Handelslehrerin tätig, und im Nebenamte im ganzen 38 Lehrer, Rektoren, Professoren, Juristen, Verwaltungsbeamte und Kaufleute beschäftigt. Im laufenden Schuljahr beträgt die Zahl der Schüler in der Handelsschule 104, in der Handelsschule für Mädchen 89. Sämtliche Abteilungen der Kaufmannsschule werden im ganzen von 1033 Personen besucht. Prospekte sind von der Direktion der Kaufmannsschule zu beziehen. Gesundheitspflege Ueber Dr. Fehrlins Histosan, das nach den vorliegenden medizinischen Berichten aus Universitätskliniken und Lungenheilstätten mit so trefflichem Erfolge bei tuberkulösen Leiden angewandt wird, sind neue Veröffentlichungen erfolgt, aus denen hervorgeht, daß wir es in Histosan wirklich einmal mit einem Mittel zu tun haben, welches bei tuberkulösen und sonstigen Erkrankungen der Atmungsorgane mit sehr großen Erfolgen angewandt wird. So berichtet z. B. die Eisenbahnheilstätte Melsungen bei Kassel in einer deutschen medizinischen Zeitschrift:„Das Histosan wirkt sehr günstig bei nicht tuberkulösen bronchitischen Erkrankungen, und zwar sowohl auf die subjektiven Beschwerden, als auf den Krankheitsprozeß selbst.“ Besonders auffallend ist, wie schnell sich das Aussehen der Patienten ändert. Die blasse kränkliche Farbe verschwindet schon nach wenigen Wochen, der Körper erhält ein frisches, gesundes Aussehen und der Patient fühlt wieder neue Arbeitsund Lebenslust. Nach den neuesten Veröffentlichungen der Universität Genua beruht die prompte und außerordentliche Wirksamkeit des Histosans auf einer gründlichen Sanierung des Blutes und der Gewebesäfte, wodurch der erkrankte Organismus schnell in einen Zustand versetzt wird, in welchem dann die Natur eingreifen und die völlige Genesung herbeiführen kann. Das Histosan(Guajacoleiweißverbindung(D. R. P. 162,056) wird nirgends offen nach Maß oder Gewicht, sondern nur in Originalflaschen zum Preise von Rm. 3.20 in den Apotheken verkauft. Wo es nicht erhältlich ist, wende man sich direkt an die Histosan=Fabrik in Singen a. H., Hegaustraße. Theater=Spielplan. Stadttheater Dortmund. Dienstag, 16. März, 7,30 Uhr:„Die Zauberflöte". Oper in drei Aufzügen von W. A. Mozart. Mittwoch, 17. März, 7,30 Uhr:„Die Jungfrau von Orleans.“ Romantische Tragödie in einem Vorspiel und fünf Aufzügen von Friedrich Schiller. Städt. Schauspielhaus, Hagen. Dienstag, 16. März, 8 Uhr:„Die Bluthochzeit“. Ein geschichtliches Trauerspiel in vier Akten von Albert Lindner. Mittwoch, 17. März, 8 Uhr:„Vater und Sohn". Lustspiel in drei Akten von Gustav Esmann. Donnerstag, 18. März, 7,30 Uhr:„Die Dollarprinzessin". Operette in drei Akten von Leo Fall. Stadttheater Barmen. Dienstag, 16. März, 8 Uhr:„Versiegelt". Komische Oper in 1 Akt von Leo Blech. Hierauf:„Der Postillon von Lonjumeau". Komische Oper in drei Akten von Adam. Mittwoch, 17. März, 8 Uhr:„Elektra“. Musikdrama von Richard Strauß. Wetterbericht der Deutschen Seewarte. 17. März: Heiter bei Wolkenzug, rauher Wind, strichweise Niederschläge. 18. März: Wolkig mit Sonnenschein, milde, angenehm. 19. März: Bedeckt, meist trübe, normal, strichweise heiter 20. März: Meist heiter bei Wolkenzug, milde, Nachtfrost. Verantwortlich: Für Politik, Feuilleton und verwandte Gebiete: Hans Schlinzigk; für Lokales, Provinzielles und Inserate: Friedrich Kraas; Druck und Verlag von Carl Braus, sämtlich zu Schwerte. Bamton Core verleiht Gardinen„Spitzen und zarten Stoffen, ob einfach oder kunstvoll, jenen Zauber von Frische und Reinheit, der das Heim gemüllich und anziehend staltef.SunlichtSeife verwende man ohne Zutaten. Aus reinsten und besten Rohmaterialien hergestellt. reinigt sie durch eigene Kraft. Man verwende nurSunlichtseife. Zing. Mäddens für Küche und Haus zum 1. 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Behutsam und sanft hob er das von Schmerz und Schreck ohnmächtig gewordene Kind empor und trug es auf seinen Armen nach dem Landhaus der Tante zurück.— Als Ellen aus ihrer Bewußtlosigkeit erwachte, oesano sie sich in ihrem Bett, und das erste, was sie sah, war das bleiche, tränenüberströmte Gesicht ihrer Tante. „Wenn ich jetzt spreche,“ sagte sie sich,„und ihr die ganze Wahrheit gestehe, wird sie mich aus dem Hause weisen und mir fluchen.“ Feige Angst vor den Folgen ihres Geständnisses kam über das sonst gute, rechtlich denkende Kind.„Ich kann es ihr nicht sagen, nein, ich kann es nicht. Was soll aus mir werden, wenn sie mich von sich stößt!“. Während sie noch so dachte, fuhlte sie sich plotzlich umschlungen und die Tränen der armen Mutter auf ihren wie im Fieber glühenden Wangen. Tieferschüttert erwiderte sie scheu die Liebkosungen der Tante und brach dann, von den entsetzlichen Aufregungen der letzten Stunden überwältigt, ebenfalls in heftiges Weinen aus. Erst allmählich vermochte sie zu sprechen. Sie erzählte nun, daß Ruth auf den Steg geklettert und trotz ihres Flehens nicht heruntergekommen wäre. Dann plötzlich sei sie ausgeglitten und ins Wasser gestürzt. Kein menschliches Wesen sei bei dem Unglück in der Nähe gewesen. Niemand habe ihre Hilferufe gehört. Auf alles Spätere konnte sie sich nicht mehr besinnen. Vom Landhaus waren bereits Boten an den Strand geschickt worden, nachdem Dietrich mit der bewußtlosen Ellen allein gekommen war. Da hatte man schon sofort das Schlimmste befürchtet. Am ersten Abend kehrten die Leute unverrichteter Sache wieder heim. Mehrere Tage darauf wurde die kleine Leiche in der Nähe des Damenbades ans Land gespült und auf dem einsamen Dünenkirchhof in aller Stille beerdigt.— Es war so natürlich, daß die noch junge Mutter Ruths, nachdem sich ihr erster, heftiger Schmerz über den jähen Tod ihres Kindes gemildert und nach und nach in leise Wehmut verwandelt hatte, jetzt ihre ganze Zärtlichkeit und Liebe auf ihre kleine Pflegetochter ubertrug. Etwas wie Scheu und Unterwürfigkeit lag in der Art und Weise, mit der Ellen diese Liebe erwiderte. Sie tat alles, was sie nur der Tante an den Augen absehen konnte, bestrebte sich, jeden ihrer Wünsche zu erfüllen und sie nie durch Ungehorsam zu betrüben. (Fortsetzung folgt.) se Für solche, die nicht alle werden. In einer großen Zeitung erschien eines Tages folgende Aunonge: „Gegen Einsendung von 50 Pfennig in Marken erteile ich einen praktischen Rat, der für jedermann in jeder Lebenslage und zu jeder Zeit anwendbar ist.“ Nach Empfang der Marken schickte er seinen zahlreichen Opfern einen gedruckten Zettel, der also lautete: „Gebt niemals einem Jungen 10 Pfennig, damit er Euren Schatten halte, während Ihr auf einen Baum klettert, um in die nächste Woche zu schauen.“ s Humor. Zeitgemäß.„Sie haben ja Amor mit einem Revolver versehen,“ sagte der Verleger zu seinem Zeichner.„Pflegt man den Gott der Liebe nicht mit Bogen und Pfeil darzustellen?“ „Das war früher, aber auch der Künstler muß mit seiner Zeit gehen!“ Benden. S S#.#. S S 8.2 S s. 1#IE Bearbeitet von E. Schallopp. Aufgabe Nr. 113. Von J. Fridlizius in Göteborg. (In einem böhmischen Problemturnier preisgekrönt.) Schwarz: 8 Steine. es Wii. a un A* 8 a b c d f Weiß: 6 Steine. Weiß zieht an und setzt mit dem 3. Zuge matt. c PS S V ge al +9PX90 S 7 80X79A +(zr(np) 10—110•3 ge gS S(00) XN 29— ( 20•3 70—89 70— 490— g 100—5#N+10—99S 3 2A0 T 78—##* 490—80LL 99—108 . Partie Nr. 115. Gespielt zu Köln im Jahre 1906. (Nach der„Kölnischen Zeitung“.) Abgelehntes Königsgambit. Weiß: Deichmann.— Schwarz: W. Schwan. 15. d4Xc5 d6Xc5 16. TfI—g! 0—0—0 17. Lel—42 Der Angriff des ziehenden wird in Fall überwiegend. len Opfermanövers. 13. d2—44 13. g2—g3 mußte geschehen. 13.. 8g6—h4 14. Df5—f2 De'Xe4 Nachjedem 17..... 65—04! 18. Lb3—a4 04—03 19. Df2Xa7 63X0220. Kel—d1 b7—b6 21. La4—b5 Sh4Xg2 22. Lb5—43 Th8—e8 23. TgIXg2 DetXg2 24. Ld3—a6+ K08—47 25. Laß—b5+ K07—e7 26. Da7—a3 T48—d6 27. Se2—g3 Dg2—g1+ 28. Sg3—f1 K07—18 Weiß gibt die Partie auf, da unmittelbarer Verlust nicht mehr zu vermeiden ist. BBSE G * 8 2 Set F5ER S 8 S S9 Das 5 8 8 8 e s F 3 *** *" 6 6# S g *— s 69 ** 9—* *** S 8 2 41. Jahrgang, C Grite. und äulelles Cagesergan des Ireues. O haups-Annencenbiatt GUu. ie schlenderten langsam durch die Hauptstraße, die drei, Arm in Arm. Eva von Sidow ging in der Mitte. Sie war die * größte— wundervoll ebenmäßig war sie gebaut, und schlank und biegsam wie junges Rohr. Hübsch war sie mit den großen Träumeraugen, dem feinen Näschen und dem herrischen, kleinen Mund. Aber sie hatte zuweilen so ihre Art, den Kopf zurückzuwerfen, und konnte recht kalt und recht hochmütig aussehen— wie zum Beispiel eben jetzt. „Nein, ich finde durchaus nicht, daß ihr Betragen zu rechtfertigen ist,“ sagte sie fest.„Und ich weiß nicht, ob ich noch weiter so freundschaftlich mit ihr verkehren werde— Die kleine Else Lorenz, die so rundlich uno so gutmütig war, und immer zwei Schritte trippeln mußte, wo die anderen einen machten, entgegnete ganz be„Aber, Evlieb, du wirst doch nicht—.—. Bedenk“ doch, er ist von hinten an sie herangetreten, sie hat ihn nicht gesehen. Er heiratet sie doch auch wahrscheinlich; und dann— so ein richtiger Kuß war es schließlich gar nicht—“„„„— Und Herta Behrendt, die auf Evas linter Seite ging, summte vor sich hin: „Und ich hab'— sie doch nur— auf die Schul—ter geküßt—“ „Wißt ihr— ich finde euch heute einfach— einfach komisch, sagte Eva da eisig.„Ihr nehmt das ja sehr leicht. Am Ende würdet ihr euch auch so von einem xbeliebigen Herrn küssen lassen.“ „Ich glaube nicht,“ meinte Herta Behrendt phlegmatisch.„Von einem xbeliebigen gewiß nicht. Aber wenn mir mal einer, der sonst mein guter Freund ist, auf einem Ball in aller Harmlosigkeit einen Kuß raubt — du lieber Himmel! Warum denn nicht?“ „Herta!“ „Ja?“ „Hast du— bist du— hat dir am Ende schon mal— wirklich— jemand—“ „Einen Kuß geraubt? Natürlich.“ „Na—türlich!“ „Aber, Kind— ich bin doch kein Eisblock.— Es ist allerdings schon ein Weilchen her. Er hieß Zitroen— hübscher Name, nicht?—, besuchte das Gymnasium und trug wunderschöne Schlipse. Ich war zwölf Jahre alt— er war meine erste Liebe. Sie hat mir meine letzten Ohrfeigen eingetragen—“ Novelle von Helmuth tan Mor. (Ratdruck verboten.) „Herta— wenn du dich über mich lustig machen willst— mir ist die Sache sehr ernst!" „Mir nicht. Trude hat uns erzählt, daß ihr Meinhardt einen halben Kuß gegeben hat— eine Sache, die so harmlos wie möglich ist. Es war durchaus vernünftig und natürlich, daß sie deswegen weder lange mit ihm schmollte, noch es für ein großes Unglück nahm. Und ich begreife deinen Standpunkt nicht. Meine Anschauung ist eben, daß ein Kuß kein Verbrechen ist, und daß sich junge Leute gern mal küssen dürfen— auch wenn nicht gleich eine Verlobung daraus wird.“ „Sehr hübsch!“ erwiderte Eva spöttisch und rümpfte das Näschen noch mehr.„De gustibus non est disputandum. Ich bin durchaus keine Männerfeindin und gedenke mich zu verheiraten, sobald sich der Rechte gefunden hat. Aber mich von einem anderen Menschen als meinem zukünftigen Mann küssen lassen— nie!“ Das kam so energisch, daß die beiden anderen unwillkürlich lachten. Evas Wangen färbten sich dunkler. „So etwas wagt ein Mann überhaupt nur, wenn das ganze Benehmen eines jungen Mädchens ihm Mut gemacht hat,“ sagte sie heftiger als zuvor.„Und es werden doch nur die geküßt, die darauf ausgehen. Das lasse ich mir nicht ausreden. Mir könnte so etwas nie passieren.“ Herta räusperte sich. Da blieb Eva stehen und zog ihren Arm mit einem zornigen Ruck aus dem der Freundin. „Bezweifelst du es etwa?“ fragte sie in größter Erregung. „Aber, Kind, Kind, Evlieb,“ suchte die zu Tode erschrockene Else zu begütigen. Herta aber beharrte in ihrem Phlegma. „Wir brauchen uns deshalb durchaus nicht zu zanken,“ sagte sie.„Ich meine nur, so etwas wie der Trude kann jeder passieren, solange nicht alle Männer in Stocksische verwandelt werden— was der Himmel verhüten möge. Was jeder passieren kann, kann dir auch geschehen. Ich weiß also nicht, weshalb du dich aufregst—“ „Nie— nie könnte es mir geschehen,“ wiederholte Eva pathetisch. Herta Behrendt zuckte ein wenig mit den Schultern. „Da gehen unsere Ansichten eben auseinander!— Höre— ich will dir etwas vorschlagen. Jede, die zwischen heute und Weihnachten— das heißt also im Verlauf von sechs Monaten— von einem Manne geküßt wird, der nicht ihr Bräutigam ist, muß es zu Weihnachten den beiden anderen beichten— nebst 2 2 ### 5 SS 5 8 892 S a! ##4 S 2 2 S25- FE S ExVAS5E: B SHG 2 59•2 ###2 S 5 5 * genauer Schilderung der Umstände, unter denen das Unglück geschehen ist. Bist du nicht davon betroffen, so will ich mich für besiegt erklären, mich zu deiner Auffassung bekehren und zu der Bescherung armer Kinder zwanzig Mark stiften. Bist du dagegen im Laufe der sechs Monate von einem Mann geküßt worden, mit dem du nicht verlobt bist— Vater und Brüder natürlich ausgenommen— so hatte ich recht, und du mußt dich der Buße unterziehen. Einverstanden?“„ „Meinetwegen,“ erklärte Eva halv wider Willen. Stbwot—* „Also— Schluß dann mit dem Thema!— Kommt ihr wohl ein bißchen zu mir herauf, Kinder?" Eva verneinte. Sie hatte einen weiten Weg vor sich— aus dem Städtchen bis zum Sidowschen Gutsbesitz hinaus waren's anderthalb Stunden. Da mußte sie eilen, wenn sie noch vor Eintritt der Dunkelheit heimkommen sollte. So verabschiedete sie sich von den Freundinnen— etwas weniger herzlich als sonst, denn Hertas Zweifel hatten sie ernstlich gekränkt.——— Heiß war's, sehr heiß und still. Irgendwo weit, weit entfernt sang eine Lerche, und zuweilen drang ein verlorener Ton herüber wie Menschenlachen, oder Singen vom Felde her, wo die Schnitter bei der Arbeit waren. Hier im entlegensten Winkel des Parks rührte sich nichts. Die Blätter der Büsche und Bäume hingen schwer in der weißlich flimmernden Luft, heiß und müde lag der Sonnenschein auf dem Kieswege, selbst der Himmel hatte etwas Ermüdendes in seinem tiefen, von keiner Wolke unterbrochenen Blau. Neben dem Kiesweg standen zwei Bäume— eine Eiche und eine Linde. Sie waren beide noch jung— nicht über zwanzigmal mochte es geschehen sein, daß ihre Aeste sich im Lenz mit jungem Grün bekleidet hatten. Aber es war kein weiser Gärtner gewesen, der sie gepflanzt hatte— sie standen einander viel zu nah. Jetzt freilich tat es ihnen noch keinen Schaden, daß ihre Kronen sich so innig einten— daß sie nur ein einziges Blätterhaus zu bilden schienen. Später aber mußten sie sich Licht und Luft nehmen; später, wenn sie wuchsen und größer wurden, würde das Stückchen Erde, das ihre Wurzeln bespannten, nicht mehr Kraft genug haben, sie beide zu erhalten. Und im Kampfe miteinander würden sie beide zugrunde gehen. Um den glatten Stamm der Linde, gerade über einem Vorsprung, an dem einmal ein Ast gesessen haben mochte, war ein Strick geschlungen— und in gleicher Höhe ein gleicher Strick um den rauhen, knorrigen Stamm der Eiche. In der Hängematte, die diese beiden Stricke hielten, lag Eva von Sidow. Vor zwei Stunden war sie mit einem Buche gekommen— sie hatte sich's so schön gedacht, hier zu liegen und „Little Dorrit“ zu lesen. Aber das Lesen war durchaus nicht so bequem, wie sie sich's vorgestellt. Es war viel zu anstrengend, das Buch zu halten— wie sie's auch machte, die Arme taten ihr schließlich weh, der Nacken schmerzte vom Hochhalten des Kopfes— und das Ende war, daß sie das Buch mit einem kleinen Seufzer auf den Rasen fallen ließ, die Hände in den Schoß faltete und die Augen schloß. So war's besser. Sie stieß mit dem Fuß ein wenig an den Eichenstamm, daß die Hängematte leise schaukelte, und begann zu träumen. Zuerst von dem Buch, in dem sie gelesen. Sie war Klein=Dorrit, die durch das düstere Tor des Londoner Schuldgefängnisses schlüpfte, die einem alten Vater das Leben erleichterte. Dann war sie mit einem Male nicht mehr Klein=Dorrit, sondern Eva von Sidow. Nein— so schlecht wie ihre geliebte, kleine Romanheldin hatte sie's noch nie gehabt. Sie hatte es sogar recht gut— viel zu gut. Nichts brauchte sie zu tun, als was ihr Vergnügen machte— der Papa verhätschelte das einzige Töchterchen über Gebühr, und Harry war wirklich ein reizend galanter Bruder. Wenn man's aber so sehr gut hatte, dann war's am Ende keine große Kunst, tugendhaft zu sein, und kein großes Verdienst, sondern eine selbstverständliche Sache. Klein=Dorrit dagegen...—9 7.5 blinzelns Eva seufzte ein klein wenig und sah vunzelnd in das winzige Stückchen blauen Himmels, dessen Anblick ihr die dichte Lindenkrone gestattete. Ach, sie war ja für gewöhnlich ganz zufrieden, und es lag ihr nicht so viel daran, es schlecht zu haben, um ihre Tugenden in ein helles Licht setzen zu können. Aber zuweilen wurde das gute Leben langweilig— und dann hatte sie ein Verlangen, fortzulaufen— zu laufen und zu laufen— immer weiter, irgendwohin, in die weite Welt hinein. Es kam wie eine große Sehnsucht über sie— und es war so schmerzlich=süß, sich dieser Sehnsucht hinzugeben, besonders wenn man in einer bequemen Hängematte lag und sich gar nicht anzustrengen brauchte dabei... WBgst in 9 a Ja, die Welt da draußen, die Wen, in der all die Romane spielten, die sie las— wie es da wohl sein mochte! Die Welt, in der die Menschen so stark und treu und heiß liebten, die ganz erfüllt schien von dem geheimnisreichen Zauber der Liebe. Eva schloß die Augen fest und drehte den Kopf auf die Seite, um sich vor der Helligkeit zu schützen, die rot durch die geschlossenen Lider schimmerte. Dabei löste sich einer ihrer dicken, schwarzen Zöpfe und fiel herab. Sie wußte nicht, wie schön und lieblich sie war— mit den sanft geröteten Wangen, auf die die dichten Wimpern zarte, feine Schatten warfen, und den ein wenig geöffneten Lippen, wie sie dalag und schwer und bang atmete in der Mittagsglut. Sie träumte von Liebe. Nein, sie kannte es nicht, dieses große, starke, überwältigende Gefühl. Gewiß liebte sie ihren Vater und ihren Bruder sehr. Aber einen fremden Mann? Sich nach der Gegenwart eines fremden Mannes in Sehnsucht verzehren— ihn bewundern, anbeten, in ihm das Höchste verehren—, wie war denn das möglich? Sie mochte ihren Vetter Kurt sehr gern und freute sich auch, wenn er kam, weil er lustig und nett war. Aber wenn er einmal längere Zeit fortblieb, so verzehrte sie sich deswegen nicht vor Kummer und jauchzte nicht auf, wenn er wiederkam. Sie würde ihn einmal heiraten— vielleicht früher, vielleicht später; die Sidows hatten ja fast alle Bredens geheiratet, hundertfach waren die beiden Familien verschwägert. Die Güter lagen alle hier in der Gegend beieinander, die Kinder wuchsen miteinander auf, wurden zusammen unterrichtet— und später heirateten sie. Ja, sie würde Kurt heiraten— das war schon so gut wie abgemacht. Deswegen glaubte sie jedoch durchaus nicht blind zu sein, seit sie ihn gesehen. Du lieber Himmel— da wäre sie ja vierzehn Jahre lang blind durch die Welt gelaufen, denn so lange kannten sie sich schon. Sie sah im Gegenteil ganz gut, daß Kurt mancherlei Schwächen und Fehler hatte und kein Ausbund von Gelehrsamkeit war, nur ein tüchtiger Landwirt. Wieder seufzte sie schwach. Sie verstand so gar nichts von der Landwirtschaft und interessierte sich durchaus nicht dafür. Und da war sie nun eine Gutstochter und sollte eine Gutsfrau werden! Ihre Gedanken kamen und gingen immer matter und schläfriger. Sie war noch wach, aber ganz sanft glitt sie in jenen Dämmerzustand hinüber, in dem die Dinge der Wirklichkeit ein so traumhaft seltsames Aussehen annehmen, da die Phantasie ihre Herrschaft antritt und sacht die bunten Fäden des Traumteppichs zu knüpfen beginnt, auf dem sich's so leicht und köstlich geht. (Fortsetzung folgt.) B 5 S a 22 □ S— I 22 S S * ** 8 688 ## 00 5 * 6 Ger 60 * E S 2 B 3 0 * 58•. EE 895 Denkspruch. Ein liebeleeres Menschenieben Ist wie ein Quell, verliegt im Sand, Weil er den Weg zum Meer nicht fand, Wohin die Quellen alle streben. Bodenstedt. Ein Schicksal. Nach einem wahren Geschehnis. Von Klara Voigt. (Nachdruck verboten.) Gestern war ich auf dem alten Schöneberger Friedhof am Grabe einer jetzt beinahe Vergessenen. Mein weißer Rosenkranz, den ich mit tiefer Wehmut dort niederlegte, war die einzige Blumenspende auf dem efeuumsponnenen Hügel, den schon die erste leichte Schneeschicht des Winters bedeckte. Zehn Jahre ist es gerade her, als man an dieser Stätte ein junges Menschenkind in die Gruft hinabsenkte. Damals war das offene Grab von einem großen Trauergefolge umgeben. Darunter befanden sich der Bräutigam der Verstorbenen und ihre Pflegemutter, die beide völlig untröstlich schienen. Die alte Dame ist inzwischen ebenfalls heimgegangen. Der jugendschöne, geistvolle Mann hat sich vor kurzem mit einer Dame aus der Aristokratie vermählt. G In den ersten Jayren war das Grab immer verschwenderisch mit den kostbarsten Blumen überhäuft. Nun, von einer längeren Reise zurückgekehrt, fand ich es völlig ungeschmückt. Die letzten Kränze waren bereits ganz verdorrt, der in den schlichten Marmorstein eingehauene Name„Ellen“ und die Jahreszahlen kaum noch erkennbar. Eine Flut von Erinnerungen wurde beim Betrachten des Steins mit der fast erloschenen Inschrift in mir lebendig. gin ung 6. Sie war meine beste Freunoin und starb mit achtzehn Jahren zwei Tage vor ihrer Hochzeit. Man konnte sie keine regelmäßige Schönheit nennen, aber sie war in meinen Augen das anmutigste Geschöpf der Welt. Ihre Erscheinung wie ihr Wesen, beides atmete sanfte Schwermut, die den Zauber ihrer Persönlichkeit noch erhöhte. Mit Vorliebe trug sie Weiß. In der Erinnerung sehe ich sie niemals anders vor mir. Große, dunkelblaue Angen leuchteten aus dem überzarten Gesichtchen und bildeten mit ihren schwarzen Wimpern und Brauen einen fesselnden Gegensatz zu dem aschblonden Haar, das sich ihr in natürlichen Locken um Stirn und Schläfen drängte. Auch die strahlenden Augen meiner Freundin konnten oft tief schwermütig blicken. Selbst in der Zeit, als sie Braut geworden war und den im geheimen schon längst Geliebten ihr eigen nennen durfte. Damals vermochte ich mir das nie zu erklären. Erschien sie mir doch die beneidenswerteste Braut, die man sich denken konnte. Erst ganz kurz vor ihrem Tode erfuhr ich dann das Geheimnis ihres jungen Lebens, die Ursache Ellen G. wurde als Tochter eines Offiziers in einer rheinischen Garnison geboren. Als sie sieben Jahre war, starb ihr Vater infolge eines unglücklichen Sturzes mit dem Pferde. Ihre von Natur schwächliche Mutter konnte den Tod des Gatten nicht überwinden. Durch den steten Kummer genährt, trat ein früher kaum beachtetes Herzleiden plötzlich sehr gefährlich auf und ward binnen Jahresfrist die Ursache ihres Todes. Eine ältere Schwester von ihr nahm sich sofort des verwaisten Kindes an. Sie war die Witwe eines Rittergutsbesitzers und bewohnte im Sommer ihren prächtigen Landsitz in der Nähe der Ostsee, während sie den Winter in der Hauptstadt verbrachte. Diese Tante, zu der Ellen nach dem Tode ihrer Eltern kam, besaß eine kleine Tochter Ruth, ein auffallend schönes Kind, doch von unbändigem Trotz und Eigensinn, das seiner Umgebung viel zu schaffen machte und mit seinen sechs Jahren das ganze Haus tyrannisierte. Die Mutter Ruths nahm Ellen mit zärtlicher Liebe auf. Im Gegensatz zu ihrem Töchterchen war die kleine Waise ein leicht lenkbares Kind mit weichem, liebevollem Gemüt. Nur wenn etwas ihren Zorn erregte, konnte sie von großer Leidenschaftlichkeit sein. Da sie sehr begabt war, wurde sie auch bald der Liebling der französischen Erzieherin und Ruth häufig als Vorbild hingestellt. Diese selbst empfand vom ersten Tage an gegen ihre ältere Cousine eine gewisse Abneigung, die sich mit der Zeit sogar in eifersüchtigen Haß wandelte. Ihr herrisches Temperament wollte nicht die Liebe der Mutter mit einem anderen Kinde teilen. So quälte sie Ellen auf alle nur denkbare Weise und spielte ihr fast täglich einen anderen Streich. Mit Betrübnis sah Ellens Tante das beinahe feindselige Verhältnis zwischen Tochter und Nichte. Sie hoffte indes, daß, wenn beide erst älter und verständiger wären, der stete Zank zwischen ihnen von selbst aufhören würde. Es war Sommer, und man befand sich draußen auf dem Lande. Da das Gut in der Nähe der See lag, pflegten die Kinder jeden Nachmittag in Begleitung ihres Fräuleins an den Strand zu gehen, um dort Muscheln zu suchen und sich im Sande zu lagern. Nun kam es eines Tages, daß die Erzieherin, durch häusliche Arbeit zurückgehalten, ihre Zöglinge allein gehen ließ. Ruth mußte natürlich versprechen, recht brav und artig zu sein und der jetzt zehnjährigen Ellen in allen Stücken zu gehorchen. Unterwegs blieb auch das Kind ruhig an ihrer Seite. Wie erschraf aber Ellen, als es, am Strande angekommen, sich plötzlich von ihrer Hand losriß, ein Stück voranlief und dann auf den Steg kletterte, der, auf Pfählen ruhend, eine Strecke weit ins Meer hineingeschlagen war, um das Anlegen der Fischboote an stürmischen Tagen zu erleichtern. Durch das Bespülen der Wellen bei hohem Seegang war er häufig glatt und schlüpfrig, und von seiner Mitte an hatte das Wasser bereits eine beträchtliche Tiefe. Es war beiden Kindern streng verboten, ihn zu Wr-8e9.„ e 4. f Uür 6 Als Ellen nun Ruth dort erblickte, lief sie ihr sofort angsterfüllt nach und bat sie, doch wieder herunterzukommen..K 1.529 Katus 9ach Das Kind straubte sich indes heftig. Nach mehrmaligem vergeblichen Flehen bemächtigte sich Ellens ein leidenschaftlicher Zorn. Sie versuchte jetzt die Consine mit Gewalt an sich zu ziehen. Aber wütend schlug das Kind nach ihr. Es entstand ein kurzer Kampf zwischen den beiden, auf dem schmalen Stege doppelt gefahrvoll. Durch Ruths Widerstand aufs höchste erregt und ihrer Sinne kaum mehr mächtig, versetzte schließlich Ellen dem Kinde einen heftigen Stoß, so daß es hinfiel, ausglitt und mit dem Kopf voran ins Meer hinabstürzte. Das alles vollzog sich in wenigen Sekunden. Während der Körper der unglückseligen Ruth noch ein paarmal zur Oberfläche emportauchte, bevor ihn die Wogen in die Tiefe rissen, rang Ellen oben auf dem Steg die Hände und vereinte ihre Hilferufe mit denen der Ertrinkenden. Doch die heute sehr unruhig gehende See übertönte mit ihrem Rauschen das angstvolle Geschrei. Auch war niemand zur Rettung in der Nähe. Todesschrecken im Herzen, lief das Mädchen den Weg am Strande zurück und stieß halb wahnsinnig vor Erregung ab und zu mit versagender Stimme einen Endlich kam jemand von der Düne her dem wild dahinjagenden Kinde entgegen. Es war der sechzehnjährige Sohn des Oberförsters Dietrich R., der Spielkamerad der beiden Mädchen. Auf seinem hübschen 5 glatt. Das Luftschiff treuzte über Friedrichshafen und schlug dann die Richtung nach dem Areal der Luftschiffonds=Gesellschaft im Ridelpark ein, wo die längst geplante Landung auf festem Boden erfolgen sollte. Ein leichtes Schneegestöher durchwehte das Gelände, auf dem sich eine große Anzahl Neugieriger eingefunden hatte. Der Platz der Landung war durch eine Flagge gekennzeichnet. Von 8¾ bis 9¼ Uhr umkreiste das Luftschiff mehrere Male das Areal in Höhe von 50 Meter und führte dabei zahlreiche Manöver aus, die den Anschein erweckten, als ob es nunmahr landen wolle. Die Hoffnung war jedoch vergebens, denn als das Militär, welches bei der Landung behilflich sein sollte, auf dem Platze erschien, hatte das Luftschiff signalisiert, daß es auf eine Landung verzichte. Das Luftschiff entschwand sodann in der Richtung nach dem See und landete um 10.80 Uhr glatt bei der schwimmenden Halle. Der Grund, weshalb das Landungsmanöver nicht zur Ausführung kam, ist nicht bekannt. Luftmanöver. Berlin, 16. März. Das Parseval=Luftschiff der Motorluftschiff=Studien=Gesellschaft unternahm gestern von Bitterfeld aus zwei kürzere Uebungsfahrten. Beide glatt und in jeder Beziehung befriedigend verlaufenen Fahrten haben zurzeit nur den Zweck, weiteres Personal in der Bedienung des Luftschiffes auszubilden. Beide Fahrten fanden unter Führung des Ober leutnants Stelling und des Ingenieurs Kiefer statt. Keine Kaiserreise nach Korfu. Berlin, 16. März. Die„Neue Ges. Corr.“ meldet, daß die Meldung über eine Reise des Kaisers nach Korfu falsch ist, und fügt hinzu:„Wir haben Grund zur Annahme, daß die Ausstreuung der falschen Nachrichten den Unwillen des Kaisers erregt hat, weil sie den Glauben erwecken könnten, der Kaiser unterschätze den Ernst der Situation und wollte ein Friedensbedürfnis à tout prix bekunden, das natürlich den Gegnern Oesterreich=Ungarns sehr willkommen gewesen wäre. In Wahr heit hält der Kaiser an der Bündnistreue zu Oesterreich=Ungarn mit allen ihren etwaigen Konsequenzen absolut fest.“ Vor dem Ultimatum. Wien, 16. März. In Wien ist man nunmehr entschlossen, den weiteren Treibereien Serbiens ein Ende zu machen und schon in den nächsten Tagen noch einmal eine Anfrage in Belgrad zu stellen, die dann die Bedeutung eines Ultimatums haben würde. Die Tatsache, daß in Konstäntinopel fortgesetzt ein Druck ausgeübt wird, um die Durchfuhr von Munition und Waffen nach Serbien zu ermöglichen, hat das Mißtrauen gegen Rußland degreiflicherweise sehr gesteigert. An der Wiener Vorbörse sind infolge der politischen Befürchtungen neuerliche scharfe Kursrückgänge eingetreten. Der Postbeamtenstreik in Frankreich. Paris, 16. März. Wie aus der Provinz berichtet wird, dehnt sich die Streikbewegung der Postbeamten auch dort aus, namentlich in Lyon, wo die Postbeamten beschlossen haben, sich mit den Pariser Kollegen solidarisch zu erklären, ebenso in Marseille, wo Mittwoch eine große Versammlung der Postbeamten abgehalten wird, um zu der Streikbewegung Stellung zu nehmen.— Die Telegraphenverbindung zwischen Paris und Berlin, die durch den Streik der Pariser Postbeamten eine Störung erlitten hat, ist noch nicht wieder hergestellt. Paris, 16. März. Gestern Nachmittag veranstalteten Angestellte der Hauptpost, als sie von der Verurteilung mehrerer Postbeamten erfuhren, neuerdings Kundgebungen gegen die Verwaltung. Um 4,30 Uhr erschienen Unterstaatssekretär Simyan und Polizeipräfekt Lepine mit 50 Gardisten, die die Kundgebungen vor dem Hauptpostamt unterdrückten und 4 Beamte verhafteten. Nachher begab sich Lepine zum Ministerpräsidenten Clemenceau zu einer Konferenz. Paris, 16. März. Von der Polizei wird behauptet, daß von ausständigen Telegraphenbediensteten mehrere Telegraphendrähte in den Kellerräumen des Hauptpostamts durchschnitten worden seien, wodurch für einige Zeit einige Linien unbenutzbar geworden seien. Es heißt auch, daß zahlreiche Telegraphenbeamte ihren Dienst sehr lässig versehen, und daß da durch in der Uebermittlung der Depeschen eine starke Verzögerung eintritt.— Die Post= und Telegraphenbeamten haben den Generalstreik beschlossen. Grubenkatastrophe. Essen(Ruhr), 16. März. Infolge einer telegraphischen Benachrichtigung, daß in der Grube Bliesenbach ein Grubenbrand ausgebrochen sei, wurden durch Vermittelung des Bergbauvereins Rettungsmannschaften der Gelsenkirchener Bergwerks=Gesellschaft und der Gesellschaft Hibernia ersucht, sofort Hilfe zu leisten. Diese sind sogleich abgegangen, und kurze Zeit nach der Benachrichtigung eingetroffen. Infolgedessen gelang es, die in großer Gefahr schwebende Zeche zu retten. Handel und Verkehr. Niederdeutsche Bank, Kommanditgesellschaft auf Aktien, in Dortmund. Aus dem soeben erschienenen Geschäftsbericht für 1908 seien folgende, allgemein interessierende Tatsachen hervorgehoben: Der Reingewinn im Berichtsjahre beträgt 834 603,43 Mark, es kommt eine Dividende von 7 pCt. zur Verteilung. Das Grundkapital betrug am 31. 12. 07: 5 Mill. Mk. und wurde um 3 Mill. Mk. erhöht, so daß es zurzeit 8 Mill. M:. berrägt. Der Gesamtumsatz bezifferte sich auf 896 097 459,81°Mk. gegen 665 370 652,65 Mk. im Jahre 1907. Die Bank besitzt Zweigniederlassungen in 21 deutschen Städten, darunter auch in Hörde i. W. Neuß, 15. März.(Fruchtmarkt.) Weizen, neuer, 1. Sorte 23.20 M., 2. Sorte 21.20 Mk.; Roggen, neuer, 1. Sorte 17.30 Mk., 2. Sorte 16,30 Mk.; Hafer, 1. Sorte 16,00 Mk., 2. Sorte 14,50 Mk., 3. Sorte 13,00 Mk. für 100 Kg. Kartoffeln 3.00—3,20 Mk., Heu 3.40—3,80 Mk., Luzerner Heu 4,20 Mk. für 50 Kg. Krummstroh 16,00 Mk., Breitdruschstroh 18,00 Mk. für 500 Kg. Kleie 6,00 Mk. für 50 Kg. Essen, 15. März. Produktenbörse.(Nicht amtlich.) Weizen, inl. 23,50—24,00 Mk., dto. fremder 24,50—25,50 Mt., Roggen, inl. 17,75—18,30 Mk., dto. fremder 21,25—22,00 Mk., Haser, fremder 17,25—20,00 Mk., Buchweizen 21,50 Mk., Futtergerste 14,40—14,90 Mk., Mais 16,60—19,20 Mk., Weizenvorschuß 30,80—32,50 Mk., Roggenvorschuß 25,75—26,00 Mk., Weizenkleie (mit Sack) 11,00 Mk. Alles per 100 Kg. frachtparität Essen ohne Sack bei Abnahme von Doppelladungen mit Ausnahme von Kleie, die mit Sack gehandelt wird. SU00 Nedeclct übertreffen alle deutschen und fremden Fabrikate durch saubere Herstellung und appetitliches Trockenverfahren, welche hohen Wohlgeschmack und schönstes Aussehen gewährleisten. Jedes Paket enthdlt— Gutschein für Knorr. Sos.) Ich suche zu Ostern für mein Kontor Sohn ordentlicher Eltern mit guter Schulbildung in die Lehre. Gründliche Ausbildung in allen kaufmännischen Arbeiten. Selbstgeschriebene Offerten erbeten. 1327 Carl Braus. 1329 Sofort ein 1829 Nachmittags mädchen gesucht. 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Angebotshefte können für 60 Pfg. abgegeben oder gegen Einsendung dieses Betrages in bar zugesandt werden. Die Oeffnung der Angebote findet am Dienstag, den 30. März d. J. vorm. 10½ Uhr statt. Zuschlagsfrist 4 Wochen. 1330 Hagen, im März 1909. Kgl. Eisenb.=Betr.=Insp. 3. Oeffentliche Bekanntmachung. In dem Konkursverfahren über das Vermögen des Allgemeinen Konsum=Vereins zu Schwerte und Umgegend, G. m. b. H. ist eine Berechnung über die von den Genossen zur Deckung des in der Bilanz bezeichneten Fehlbetrages vorschußweise zu entrichtenden Beträge auf der Gerichtsschreiberei 3— Zimmer 13— des hiesigen Amtsgerichts zur Einsicht der Beteiligten niedergelegt. Zur Erklärung über die Berechnung ist Termin auf den 23. März 1909, vormittags 10½ Uhr vor dem Königlichen Amtsgericht in Schwerte— Zimmer Nr. 6— bestimmt. Schwerte, den 9. März 1909. Der Gerichtsschreiber 1314 Liese, Justizanwärter. Jum 1. Mai ein in allen Hausarbeiten erfahrenes evangelisches properes 1331 mädchen getch Frau Heinrich 1oul, Hagen i. W., Eckeseyerstr. 124. von 2 eventl. 3 Zimmern zum 1. April zu vermieten Otto Bartels, =„Zum Markaner"= Hagenerstraße 7. 1320 in allen Preislagen. Anf. auch von ausgekämmt. Haar. 86 F. L. Strack, Wilhelmstraße. Damenkanfmaiche. eis WH Am Mittwoch, den 17 März er., vormittags 10 Uhr, werde ich im Pfandlokale beim Wirth Rath hierselbst 1 Sopha, 1 Tisch u. 4 Stühle gegen bar versteigern. 1335 Schwerte, 16. März 1909. Morgenroth, Gerichtsvollzieher. D me Nour-Akademnie a f Betceg Für lngenieure und Architekten. arui Jeitidbr Antnahmebedingungen im Progr. Mark 64—68 57—63 50—56 Ich habe in Schwerte und Umgegend mehrere schöne Landhäuser mit und ehne Garten, besonders für Rentner und Beamte geeignet, sowie Ackerland und Baupjätze in jeder deliebigen Größe zu verkaufen. 1319 V. Tacobs, = Holzen bei Schwerte— Fernsprecher Amt Schwerte Nr. 35. Geehrter Herr! Meine Frau litt seit mehreren Jahren an einem bösen Fuß(Krampfader am Knöchel); alle Mittel, die ich beschaffte, waren erfolglos, erst als ich von Ihrer Rino=Salbe erfuhr, wurde der Fuß nach Gebrauch der ersten Dose bedeutend besser und nach Gebrauch der zweiten Dose ist der Fuß völlig eckel“: 30 spreche Ihnen meinen ###n Dank aus und werde Ihre RinoSalbe allen Mitleidenden auf das Wärmste empfehlen. Ofterode, 16./8. 08. J. Schreier. Diese Rino=Salbe wird mit Erfolg gegen Beinleiden, Flechten und Hautleiden angewandt und ist in Dosen 2 Nr. 1.15 und Ml. 2.25 in den Apotheken vorrätig; aber nur echt in Originalpackung weiß= Früu=rot und Firme Schubert& Co., Weinböhla=Dresden. Totilschzungen weite man zuric. Städtischer Viehhof, Dortmund. Zum heutigen Schlachtviehmarkte waren aufgetrieben 994 Stück Großvieh, 2063 Schweine, 580 Kälber, 82 Schafe Dortmund, den 15. März 1909. Bezahlt für 100 Pfund Schlachtgewicht: Ochsen: a) vollfleischige, ausgemästete höchsten Schlachtwertes höchstens 7 Jahre alt.... b) junge fleischige, nicht ausgemästete und ältere ausgemästete..... 46u.„.... c) mäßig genährte junge, gut genährte altere.. d) gering genährte jeden Alters Bullen: a) vollfleischige ausgemästete Bullen bis zu 5 Jahren b) vollfleischige jüngere Bullen. c) mäßig genährte jüngere und gut genährte ältere d) gering genährte. Rinder und Kühe: a) vollfleischige, ausgemästete Rinder höchsten Schlacktwertes„„ Sc b) vollfleischige ausgemastete Kuhe höchsten Schlchtwertes bis zu 7 Jahren....... c) ältere ausgemästete Kühe und wenig gut entwickelte jüngere Kühe und Rinder d) mäßig genährte Kühe und Rinder.... Kälber: (für 100 Pfund Lebendgewicht.) a) feinste Mast=(Voll=Mast) und beste Saugkälber b) mittlere Mast= und gute Saugkälber... c) geringe Saugkälber und ältere gering genährte (Frcher). Schafe: a) Mastlämmer und jüngere Masthammel... b) ältere Masthammel. c) mäßig genährte Hammel und Schafe(Merzschafe) Schweine: a) vollfleischige der feineren Rassen und deren Kreuzungen im Alter bis zu 1½ Jahren.... gelscs egentcäatz swpie Saun und Ghar. Wsendenz laggsam. Kaufmannsschule der Handelskammer zu Hagen. Das neue Schuljahr beginnt Donnerstag. den 22. April 1909. Damit rechtzeitig hinreichende Klassenzimmer eingerichtet werden können, sind baldige Anmeldungen zum Besuch der Handelsschule und der Handelsschule für Mädchen dringend erwünscht. Nur diese Anstalten— keine privaten Handelsschulen— befreien vom Besuch der Fortbildungsschule. Hagen, im März 1909. 1315 Direktor 66—68 61—65 55—60 48—54 35—41 65—73 55—64 67 63—66 55—62 2. habe diese Woche prima AE Pferse s geschlachtet und halte mich bestens empfohlen. P 821321 F. L. Goecke, Nur Mährstrasse 5. 1323 Dienstag, Mittwoch werden auf Kusser und Matzrasser i. P. doppelte Peiffer's Rabattmarken verabreicht. 1. Hagenerstr. 1. Peral Ausverhauf, wegen vollsländiger Aufgabe unseres Geschäftes. Unser Warenlager besteht aus: Schürzen Damen-Wäsche Herren-Wäsche Kinder-Wäsche Unterröcken Wollwaren Unterzeugen Blaue jacken Blaue Hosen Blaue Kittel Normal-Wäsche Cravatten Hosenträger Corsets Gürtel Strümpfe Socken Seide Sammet Blumen Federn Schirmen. 1312 Es liegt uns daran, unser enormes Warenlager in ganz kurzer Zeit vollständig zu räumen und haben wir deshalb die Preise für sämtliche Waren ganz kolossal erwässigt. Die Ausverkaufspreise sind mit Blaustift auf jedem Stück deutlich verzeichnet. Unser Total-Ausverkauf bietet eine besonders günstige Gelegenheit zum Einkauf für die bevorstehenden Konfirmationen und Kommunion. Wichtig für Schneiderinnen: Sämtliche Bedarfsartikel zur Schneiderei geben wir zu und unter Einkaufspreis ab. G Ss. Unser Warenlager besteht aus: Kinderkleidchen Taufkleidchen Wickelkleidchen Mützen Damen-Hüten Kinder-Hüten Besätzen Futtersachen Schürzensiamosen Schürzendruck Bettkattunen Betttüchern Taschentüchern Handschuhen Handarbeiten Strickwolle Kämmen Brochen Halsketten Seifen Spielwaren Umschlagtüchern. Schwerte Seleselee Hüsingstrasse 4 Hüsingstrasse 4. □ Zur Konfirmation sempfehle in grosserk Auswahl Gesangbücher, Bibeln und Gebetbücher sowie Gedichtbücher und Gratulations-Karten. Carl Braus, Buchhandlung Schwerte-Ruhr. G Bgch wissenscb. Vortrag. Mitwocz=den 117.1 März 1900, abends 8¼ Uhr im Hotel Ostermann(Brückner): Reuter=Abend dee Hherrn Ferd Aieter=Oenabrich. Eintrittskarten. à 1 Mk., Schüler 0.50 Mh., in der Buchhandlung von C. Braus und abends an der Kas! 1316 Troganmpmang! chinweis! sam machen. Der heutigen Auflage ist ein Prospekt der Firma Ruhr& Co., beigelegt, worauf wir ganz besonders aufmerk1332 Die Geschäftsstelle. 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Juni 1900 vom 17. dieses Monats ab während zweier Wochen zur Einsicht der Beteiligten im alten Rathause hier. Zimmer Nr. 3, aus. Binnen einer weiteren Frist von 2 Wochen kann der Betriebsunternehmer. unbeschadet der Verpflichtung zur vorläufigen Zahlung, gegen die Beitragsberechnung bei dem Genossenschaftsvorstande in Münster i. W Widerspruch erheben. Gegen den auf den Einspruch schriftlich zu erteilenden Bescheid steht dem Betriebsunternehmer binnen zwei Wochen nach der Zustellung die Beschwerde an den Genossenschaftsausschuß und gegen die Entscheidung des letzteren binnen gleicher Frist die Berufung an das Reichsversicherungsamt in Berlin zu. Schwerte, den 13. März 1909. 1322.. Her Magistrat: Rohrmann. Drahtgeflecht angekommen!! Frechtungsdraht 5 Stacheldrabt o o Klammern. a R. Landmann, 1204 Schwerke. nach Schwerte liefern kann. Oferten mit. Dher gesghgesege Wer Schreter Bechind bbce 8 err