N RS 90 225 Itnitrisches Rreisblall Somrurrmmmmermmmmmerrmmrrngemmmmmemmurmrr t. 5e. r AT —*—— 2 fün den kreis börde. burd urmnr anthruene mmrerrmrmmerr Verbunden mit der„Schwerter Volkszeitung“ und dem„Schwerter Volksblatt“ Die„Schwerter Zeitung“ erscheint täglich, ausser Feiertags. Bezugspreis: Mk. 1.6s vierteljährlich, bei der Post 42 Hf. für Bestellgeld mehr. Wöchentliche Gratis-Beilage:„Illustrierter Familientreund“. o 0 0 0 0 0 C 0 C O O 0 0 0 Anzeigenpreis: Die sechsgespaltene Petitzeile oder deren Raum 10 P., Anzeigen von auswärts IS Pf., Reklamezeile 40 Pf. Die„Schwerter währt ihren jeden mit Cod fal! gemäss unungen KIA. Zeitung“ geAbonnenten für endenden Unseren BedingUnterstützung. 92 Alle Kreis- und Lokalpolizeilichen Verordnungen für den Kreis Hörde erlangen gemäss Bekanntmachung der Königl. Regierung durch Ueroffentlichung in der„Schwerter Zeitung“ rechtsverbinckliche Kraft. 5 C OCOCOOOODO0 Druck u. Verlag von Carl Braus, Schwerte Fernsprech-Anschluss Nr. 62 Ami Schwerte. Telegr.-Adresse: Braus, Schwerte-Ruhr Erstes und ältestes Tagesorgan des Kreises. Ö Haupt=Annoncenblatt. Nr. 47. Donnerstag, den 25. Februar 1909. 41. Jahrg. tes Wlatt. Deutscher Reichstag. 242. Sitzung. Mittwoch, den 24. Februar, 2 Uhr. Auf der Tagesordnung steht zunächst der Etat für den Rechnungshof. Die Kommission beantragt hierzu eine Resolution, betr. Vereinfachung der gesamten Rechnungslegung. Der Referent Abg. Nacken berichtet ausführlich über die Verhandlungen der Kommission. Diese sei einmütig der Ansicht gewesen, daß die Errichtung eines selbständigen Rechnungshofes für das Deutsche Reich wünschenswert sei. Eine mehr kaufmännische Methode bei der Kontrolle der Rechnungen erscheine geboten. Erfreulich sei, daß der Rechnungshof die Bildung von Monopolen für Lieferungen möglichst zu verhindern bestrebt sei. Abg. Erzberger(Z.) erkennt an, daß der Vertreter des Rechnungshofes in der Kommission dankenswerte Anregungen zur Vereinfachung der Rechnungskontrolle gegeben habe. Auf jeden Fall verdienten die Arbeiten der— vielfach zu Unrecht angegriffenen— Rechnungskommission Anerkennung. Abg. Wagner(k.) erklärt, daß seine Freunde der Resolution zustimmen würden. Es empfehle sich, die Gutachten des Rechnungshofes dem Bundesrate und dem Reichstage mitzuteilen. Auch müßten die Mitglieder des Rechnungshofes das Recht haben, den Sitzungen der Budgetkommission beizuwohnen. Der Etat des Rechnungshofes wird sodann genehmigt und die Resolution angenommen. In dritter Lesung wird die Postdampfer=Subventions=Vor. lage debattelos angenommen. Ebenso die Vorlage betr. Einwirkung von Armenunterstützungen auf öffentliche Rechte. Es folgen dann noch einige Rechnungs=Vorlagen, Allgemeine Rechnungen und Uebersichten über Einnahmen und Ausgaben. Bei der zweiten Beratung der Uebersicht für Kiautschou pro 1906 beantragt der Referent der Kommission, die Uebersicht durch Kenntnisnahme für erledigt zu erklären. Ein Antrag Erzberger will hinzufügen:„vorbehaltlich der sich etwa seitens des Rechnungshofes ergebenden Erinnerungen. Abg. Erzberger(Z.) bedauert, daß er hier über wichtige Rechnungssachen wieder vor einem so schwach besetzten Hause reden müsse. Wenn nicht die Rechnungskontrolle eine sehr strenge sei, werde das Uebermaß von Etatsüberschreitungen niemals aufhören. Unerläßlich sei schriftliche Berichterstattung. Der Etat sei dazu da, eingehalten zu werden(Sehr richtig!), der Gouverneur in Kiautschou dürfe nicht schalten nach Belieben. Abg. Goercke(nl.): Die Rechnungskommission hat durchaus ihre Schuldigkeit getan und der Regierung auf den Zahn gefühlt. Wenn schriftlicher Bericht erstattet wird, so wird er noch viel weniger hier Beachtung finden, als der mündliche Bericht. Die meisten Bemängelungen des Vorredners sind auch in der Kommission schon geprüft worden, so auch die Mehrausgabe bei Dienstgebäuden und bei der Munition. Wenn die Kommission trotzdem zu ihrem Antrage gekommen ist, so liegt das daran, daß trotz allem der Etat im ganzen noch mit einem Ueberschuß abschließt. Erst seitdem der Reichszuschuß dahin aufgefaßt wird, daß irgendwo entstehende Ueberschüsse den Zuschuß des Reiches herabmindern, ist dieser Gesichtspunkt hinfällig. Das war aber 1906 noch nicht der Fall. Korvettenkapitän Drenkmann legt unter Hinweis auf die analogen Verhältnisse in Hongkong dar, daß die Bauleitungskosten in Kiautschou, wenn auch hoch, so doch nicht übermäßig hoch gewesen seien, sie seien niedriger als in Hongkong. Auch der bemängelte Mehrverbrauch an Munition rechtfertige sich durch besondere Umstände. Was die einmaligen Ausgaben für Bauten anlange, so würden Mehrausgaben an der einen Stelle durch Minderausgaben an anderer Stelle, und zwar bei Hafenbauten, ausgeglichen. Nach Bedarf werde hier ein Bau beschleunigt, dort verzögert, das sei erklärlich bei einer in Entwicklung begriffenen Kolonie. Abg. Erzberger: Diese dankenswerten Erläuterungen Sekräftigen,„wie wichtig mein Wunsch wegen einer schriftlichen werichterstattung ist. Teshalb bestehe ich auf meinem Antrage. Kiautschou ist doch übrigens ein kleines Gebiet, wo man den Bedarf an Mitteln für Bauzwecke doch bei der Etatsaufstellung überschen kann. Hierauf wird der Antrag der Kommission mit dem Zusatz Erzberger angenommen. Bei der zweiten Beratung der Rechnung für die afrikanischen Schutzgebiete pro 1896/97 und 1899 weist Abg. Erzberger darauf hin, daß nach den Mitteilungen in der Kommission namentlich in Ostafrika damals auscheinend geradezu märchenhaft gewirtschaftet worden sei. Die Beamten scheinen geglaubt zu haben, sie dürften die Gelder ausgeben, ohne jemals Rechenschaft ablegen zu müssen. Auch die Klagen des Rechnungshofes bezögen sich alle auf Ostafrika. In naressalam habe man Grundstücke gekauft und Bauten aufals wolle man aus Daressalam ein kleines Potsbam machen. Jetzt, nach 13 Jahren, wisse man nun, daß sch lich kein Geld mehr da war, aber über die Verwendung wist man nichts, alle Nachweise fehlten. Der Rechnungshof rüge das, und mit Recht. Die Frage entstehe, od da flicht letzt noch eine Untersuchung nötig sei, welche Personen zur Verantwortung zu ziehen seien. Ministerialdirektor Contze: Tas Kolonialamt erkennt durchaus die##i#tigkeit der Rechnungskommission und des Rechnungshofes verdienstvoll an. Die von dem Rechnungsho aufgestellten#undsätze werden auch von dem Kolonialamt als richtig angesehen, auch wird das Kolonialamt. bestrebt sein, darauf hinzuwirken, daß diese Grundsätze eingehalten werden. Redner tritt dann noch einigen Tetailbemerkungen Erzbergers entgegen, indem er namentlich auch hervorhebt, wie notwendig seinerzeit die schleunige Inangriffnahme des Bahnbaues. in Ostafrika mit Rücksicht auf die Rinderpest gewesen sei. Nach unwesentlicher weiterer Tebatte wird die Vorlage für erledigt erklärt. Morgen, 2 Uhr: Initiativanträge usw.; zuerst der polnische Antrag wegen Freiheit des Grundeigentumerwerbs. Schluß gegen 5 Uhr. Dreußischer Landtag. 39. Sitzung vom 24. Februar. Am Ministertisch: v. Arnim. Präsident v. Kröcher eröffnet die Sitzung um 11 Uhr 15 Minuten. Die zweite Lesung des Landwirtschaftsetats wird fortgesetzt bei den„einmaligen und außerordentlichen Ausgaben“. Zur Förderung der inneren Kolonisation in den Provinzen Ostpreußen und Pommern sind 2 Millionen Mark ausgeworfen. Hierzu liegt ein Antrag des Abg. Graf v. d. Gröben(k.) vor, der die Regierung ersucht, unter Zuziehung von Interessenten und Sachverständigen eine Konferenz zu berufen, die prüfen soll, wie die vom Landes=Oekonomie=Kollegium gewünschte Organisation des Ansiedlungswesens zu gestalten, wie insbesondere unbeschadet der Verschiedenheiten in den einzelnen Provinzen eine Zusammenfassung der ganzen Arbeit in einer Zentralstelle zu ermöglichen ist. Abg. Graf v. d. Gröben(k.) begründet den Antrag. Der Worte über die innere Kolonisation sind genug gewechselt, jetzt laßt uns endlich Taten sehen.(Sehr richtig! rechts.) Die Gegensätze, die wir in Ostpreußen unter den leitenden Männern der inneren Kolonisation gegenwärtig haben, werden sich hofsentlich mit der Zeit ausgleichen. Wo so ausgezeichnete Männer dasselbe Ziel verfolgen, ist mit Sicherheit zu erwarten, daß sie sich auch über den Weg einigen. Der Grundbesitz darf nicht untergehen. Er hat auch noch in der Zukunft große Aufgaben zu erfüllen. Die Ansiedlung kleiner Besitzer auf dem platten Lande ist aber auch ein Kulturwerk ersten Ranges.(Beifall rechts.) Abg. Glatzel(nl.) bespricht die Tifferenzen wegen der Form der Besiedelung in Ostpreußen. Gesellschaften mit beschränkter Haftung, die kaufmännisch geleitet werden, eignen sich nicht zur Ansiedlung. Unsere Sozialpolitik ist leider vornehmlich auf die industriellen Verhältnisse zugeschnitten, sie muß für das platte Land ausgebaut werden. Wir brauchen eine gesunde Boden= und Heimatspolitik. Wir werden künftig große Aufwendungen für die ländliche Wohlfahrtspflege machen müssen. Das erkennt man offenbar auch schon im Finanzministerium; man glaubt aber dort, sie auf die G. m. b. H. abschieben zu können. Das ist ein durchaus kurzsichtiger Standpunkt. Wie gewaltige Opfer bringt Frankreich heute schon für die innere Kolonisation! Es handelt sich hier um eine Aufgabe für ein Jahrhundert. Aber nicht in dem Sinne, daß wir nun noch ein Jahrhundert warten könnten, ehe wir an sie herangehen. Wir müssen schleunigst zugreifen.(Beifall.) Abg. Graw(Z.) bedauert, daß in Ostpreußen eine so scharfe Polemik über diese Frage entstanden ist und daß konfessionelle Momente mit hineingezogen worden sind. Abg. Rewoldt(fk.): Es genügt nicht, den Arbeitern ein paar Morgen zu geben. Man muß ihnen die Möglichkeit schaffen, allmählich aufzusteigen auf der sozialen Stufenleiter.(Beifall.) Abg. Dr. Crüger=Hagen(Fr. Vp.): Der Arbeiter wird nur dann auf dem Lande bleiben, wenn ihm ermöglicht wird, wirtschaftlich und sozial vorwärts zu kommen. Im Osten herrscht der Großgrundbesitz noch zu sehr vor. Die ostpreußische Landgesellschaft hat sich um Tinge gekümmert, die sie nichts angehen. Sie hat konfessionelle Gegensätze hervorgerufen, die man bisher in Ostpreußen nicht kannte. Mit der Abhaltung einer Konferenz sind wir einverstanden. Tamit erkennen wir aber nicht die Beschlüsse des Landes=Oekonomie=Kollegiums als Richtschnur für die Konferenz an. Teutschland wird immer mehr Industriestaat. Wir verkennen aber keineswegs die große volkswirtschaftliche Bedeutung der Landwirtschaft. Tarum sind auch wir für Besiedelung des platten Landes.(Beifall links.) Abg. v. Bockelberg(k.): Ein Mißtrauen der ländlichen Arbeiter gegen den Großgrundbesitz besteht nicht. Der Abg. Crüger hat überhaupt ein mangelhaftes Verständnis für die ländlichen Verhältnisse. Wir werden mit dem Ansiedlungswerk nur vorwärts kommen, wenn wir die Arbeiter vollkommen frei hinstellen. Landwirtschaftsminister v. Arnim: An der ostpreußischen sind der Provinzialausschuß, die meisten Kr Bandge die st sunn der Provinzialausschuß, die meisten Kreise, Landwirtschaftskammer usw. beteiligr. Ihre Aufgabe ist: Bauernansiedlungen und Arbeiteransiedlungen. Ich sehe nicht Und wären die Schätze Indiens dein, Und tausend Schlösser, Banken und Minen; Detn tägliches Quantum Sonnenschein Mußt du dir täglich selbst verdienen. Endermann. ein, weshalb man nicht private Erwerbsgesellschaften unterstützen soll, wenn sie so kolonisieren, wie die Generalkommission es fordert. Sehr bedaure ich, daß die Polemik in Ostpreußen einen derartigen Umfang angenommen hat. Es ist anzuerkennen, daß durch das Vorgehen der ostpreußischen Landschaft überhaupt erst ordentlich Stimmung für die Kolonisation gemacht worden ist. Wir haben bereits eine Reihe von Tomänen verkauft zu Zwecken der inneren Kolonisation und werden das auch weiter tun. Ob durch eine Konferenz viel erreicht werden kann, scheint mir sehr zweiselhaft. Trotzdem bin ich gern bereit, wenn das Haus darauf Wert legt, dem Antrage zu entsprechen.(Beifall.) Abg. Dr. v. Pachnicke(Fr. Vgg.) polemisiert gegen den Abg. v. Bockelberg, der die nötige Objektivität habe vermissen lassen. Wer sind denn die Leute, die die gemeinnützigen Baugenossenschaften in den Städten ins Leben rusen und fördern? Und wo waren die Konservativen, als es sich vor fünf Jahren um ein Wohnungsgesetz handelte? Taß wir auf die Unabhänzigkeit der Landarbeiter hinarbeiten, geben wir gern zu. Die Kolonisation ist notwendig, schon um das geschichtliche Unrecht wieder gut zu machen, das dem Bauernstande zugefügt worden ist, die Tragödie des Bauernstandes, das Bauernlegen. Hierauf wird die Sitzung abgebrochen bis abends 7½ Uhr. (Hochwasserinterpellation.) Schluß 4¼ Uhr. Abendsitzung. In der Abendsitzung des Abgeordnetenhauses beantwortete der Minister des Innern von Moltke die Zentrums=Interpellation betr. die Hochwasser=Katastrophen. Der nationalliberale Antrag betr. Bereitstellung von Staatsmitteln zur Behebung der Hochwasserschäden wurde an die Bungetkommission verwiesen. Politische Uebersicht. Deutschland. Zur Reichsfinanzreform. Die Vorschläge des Unterausschusses, mit denen sich die Steuerkommission des Reichstags am Donnerstag beschäftigen wird, haben so zahlreiche Bedenken erweckt, daß es noch immer recht fraglich erscheint, ob auf Grund jener Vorschläge eine Verständigung erzielt werden wird. Die Erhebung des Zuschlages zu den Matrikularbeiträgen ist so gedacht, daß die Einzelstaaten die Steuer erheben, die Verteilung der Steuer aber nach reichsgesetzlichen Bestimmungen erfolgt. Man hat es also mit einer Reichsvermögenssteuer unter Wahrung der finanziellen Selbständigkeit der Einzelstaaten zu tun.— Die Reform auf Grund einer Erhöhung der Matrikularbeiträge würde, wie die„Kreuzztg.“ schreibt, die diesen Weg begrüßt, den großen Vorteil haben, daß sie die Einzelstaaten nötigte, im Reiche auf Sparsamkeit zu dringen. Der Reichshaushalt wird im Bundesrat von den Einzelstaaten beschlossen. Die Regierungen der Einzelstaaten können auch am besten beurteilen, wo Ersparnisse möglich sind, und wenn sie ein großes eigenes Interesse an der Sparsamkeit des Reiches haben, können sie im Bundesrat leicht Abstriche durchsetzen. Die große landwirtschaftliche Woche sand am Dienstag ihre Fortsetzung mit der 34. Generalversammlung der Vereinigung der Steuer= und Wirtschafts=Reformer. Außerdem tagten sechs öffentliche und 23 geschlossene Versammlungen. Das politische Hauptthema bildete auch hier, wie beim Landwirtschaftsrat und beim Bunde der Landwirte die Reichsfinanzreform.— Ueber Erbschaftssteuer, Wehrsteuer und Erbrecht des Staates referierte Professor Gerlach=Königsberg(Pr.). Es folgte ein Referat über die Erhöhung der Branntweinsteuer wie über das Thema: Was kann auf dem Gebiete der Verwaltung Preßen und das Reich für eine ersprießlichere Lösung der Finanzfrage tun? Es wurde dabei auf die Möglichkeit weiterer Ersparnisse und die Verbilligung der staatlichen Betriebe hingewiesen.— Die von der Deutschen Landwirtschafts=Gesellschaft nach Anhörung eines Ausschusses von Kolonial=Sachverständigen geplante Errichtung einer Kolonialabteilung wurde am Mittwoch vollzogen. Zweck und Ziel dieser neuen Kolonialabteilung ist die Weckung und Förderung des kolonialen Verständnisses bei den deutschen Landwirten, sowie die unmittelbare Förderung der kolonialen Landwirtschaft.— Die Vereinigung der Wirtschafts=Reformer forderte in einer mit großer Mehrheit angenommenen Resolution Durchsetzung der Reichsfinanzreform durch den Ausbau der Verbrauchs= und Verkehrssteuern, unter entschiedenster Ablehnung der Nachlaß=, der Erbschaftssteuer und des Erbrechts des Staates. Die Generalversammlung des Bundes der Landwirte. Zum ersten Male hatte der alljährlich zu seiner großen Heerschau in Berlin versammelte Bund der Landwirte in seiner am vergan genen Montag abgehaltenen 16. Generalversammlung ein Huldigungstelegramm an den Kaiser abgesandt, wofür der Monarch umgehend auf telegraphischem Wege seinen wärmsten Dank aussprach. Der kaiserliche Dank erging auch direkt von dem Herrscher und wurde nicht etwa, wie dies sehr häufig geschieht, durch Vermittlung des Zivilkabinetts übersandt. Gegen die luxuriösen Dienstwohnungen. Die luxuriösen Dienstwohnungen der höheren Beamten sind wiederholt Gegenstand der Debatte im Parlament gewesen; es wurde darauf hingewiesen, daß manches an den teuren Dienstwohnungen gespart werden könne. Das soll nach Anweisung der Regierung nun geschehen. In einem Rundschreiben des Finanzministers und des Ministers der öffentlichen Arbeiten heißt es: „In den letzten Jahren haben sich die Ansprüche an Dienstwohnungen, insbesondere an solche Dienstwohnungen, die staatlich anerkannte Repräsentationsräume enthalten, sowohl in und ob der zu zahlende Betrag diesem Konto gutgeschrieben werden soll. Trifft beides zu, so schickt der Kontoinhaber, welcher die Zahlung leisten will, eine Giropostkarte(Nr. 1) oder ein rotes Formular in Blattform(Nr. 2), dem Vordruck entsprechend ausgefüllt, frankiert an das Postscheckamt, bei dem sein Konto geführt wird. Hier wird die Gutschrift auf das Konto des Empfängers veranlaßt. Der Höchstbetrag, über den eine Giropostkarte ausgestellt werden kann, ist auf 1000 Mark festgesetzt, während bei Verwendung des roten Blattformulars die Höhe des Betrages undroht wird.— Eine Verschärfung der ohnehin kritischen Lage beschränkt ist. würde aber eine Abweichung der einen oder anderen Großmacht] Die Gebühr für jede Ueberweisung von einem Konto auf von dieser gemeinschaftlich geplanten Friedensaktion bedeuten. ein anderes beträgt ohne Rücksicht auf die Höhe des Betrages Es muß daher einstweilen abgewartet werden, ob die Behaup= 3 Pfg.; dies Gebühr wird dem Konto des Ausstellers der Uebertung Serbiens, hinter ihm stände eine oder gar eine zweite weisung zur Last geschrieben. regeln zu ergreifen, so hält es doch an der Auffassung fest, daß es sich vorläufig hüben wie drüben nur um Vorsichtsmaßregeln handelt, die bei der gespannten Lage vollauf begreiflich sind. Dem Vorschlage Frankreichs, in Wien freundschaftliche Vorstellungen im Interesse der Erhaltung des europäischen Friedens zu erheben, konnte Deutschland nicht entsprechen, weil sein Verbündeter Oesterreich=Ungarn derartige Vorstellungen mit gutem Recht abgelehnt hätte. Dagegen hat Deutschland in Anregung gebracht, daß die Mächte gemeinschaftliche Schritte in Belgrad tun, zumal der Friede von dorther ausschließlich beGroßmacht, die bereit sei, den serbischen Standpunkt zu unterWenn der Zahlungsempfänger kein Postscheckkonto hat, oder wenn der Kontoinhaber dem Empfänger eine Barzahlung „Tägl. Rdsch.“ erfährt dazu noch un zustunvigrr Stelle: leisten will, muß er das Scheckformular benutzen. Ein ein groöberes Alopouten, Per, te. Behandf,.—— 1. x. J. hp den wüchten uogen hur),=Ziesgrad tun werden die dahin werden. Die Scheas ind stets frantiert bei dem Vostschedamt lich anerkannte Repräsentationsräume enthalten, sowohl in Hz##rst Bezug auf die erstnalige Einrichtung und Ausstattung als an stützen, zuteffend ist. 106 an zuhändiger Stelle: die regelmäßige Unterhaltung erheblich gesteigert, so daß hierin] Die„Tägl. Rdsch.“ erfährt dazu noch an zustanviger Stelle: Maßhalten geboten erscheint. Es ompfiehlt sich besonders pflegliche Behanolung der auf Staats=mächte noch weitere Schritte in Belgrad tun werden, die dahin kosten einzurichtenden und zu unterhaltenden Räume wie ihrer gehen, daß Serbien von seinen Forderungen absteht. Hierbei Ausstattungsstücke, namentlich aber beim Wechsel eines Dienst=s wird es sich dann zeigen, ob Rußland sich dem Vorgehen anGewährung von Mirein für Iustandsetzungen und Neubeschafs, Aus Ssterreichischen Miltärktreisen verlautet auf das bewerben. Die Scheus find sters ftantiert dei dem Postscheuumt einzureichen, bei welchem das Konto des Ausstellers geführt wird. Das Postscheckamt schreibt den Betrag des Schecks von dem Guthaben des Ausstellers ab und beauftragt, sofern der Zahlungsempfänger im Deutschen Reiche wohnt, die für ihn an Türen und Fenstern, ase uesecaen hgshe Keleaui dus Feasaheiase u hoil, vencheng sesg uigh eie i daue Bode halt der echiag, struichen urdet. Modn izes=ogensals Katatete sen und in den Kostenanschlägen tunlichst Sparsamkeit zu be= Kronprinz Georg von Serbien hielt in en und u eer scu nationale Verteidigung eine Brandrede, in der ersagte, wenn Zu bemerlen ist noch, daß die Postschecks... ergebnisse der Viebzählung im Deutschen Reiche i die serbische Regierung in einen schimpflichen Frieden mit gewöhnliche Briefe verschickt werden können, weil die Vorschrifdie Sauptergtousse der Steuzung iu euuge Lesterreich willigen sollte so würde er sich mit den wohlgerüste, ten über die Auszahlung durch die Postanstalten derart sind, von 2 Dezender ao verden im„Reichangeiger“ belannt ger Lestereich wiungen solte, so würde er sich mit den. Jun sgI der, Beisanen als der im Scheck Hezeichne— Aus öterreichischen Miltärktreisen verlautet auf das de. Jahlungsempfänger im Deutschen, Reiche, pohnt. stimmteste, daß Oesterreich nicht beabsichtige, loszuschlagen, ehe zuständige Postanstalt mit der Auszahlung. Natürlich kann sei, daß es aber seine Rüstun=, der Aussteller des Schecks auch sich selbst als Zahlungsempfänlande, so wird ihm der Betrag des Schecks mittels Wertbriefes oder Postanweisung zugesandt. Zu bemerken ist noch, daß die Postschecks unbedenklich als 1904 und geben. Wir setzen die Vergleichszahlen der Jahre 1873 in Klammern dabei. Es wurden gezählt: Pserde 4345 043 Stück, einschließlich der Fohlen(4267 403; 3352231). Maul= tiere 942(649; 1626). Esel 10349(7199; 11 689). Rindvieh, einschließlich der Kälber 20 630 544(19 331 568; 15 776 702). ten 40000 serbischen Freiwilligen, hinter denen noch eben so viele russische ständen, erheben, um die Ehre des Vaterlandes zu verteidigen. Die Befürchtungen wegen eines Kriegsausbruches führten an der Berliner Börse nicht nur zu nennenswerten KursSchweine 22 146 532(18920 666; 7124 088). (7! 173 24999 406). Ziegen 3533970(3329881; 2 320 002). Schafe 7703 710 rückgängen an der Effektenbörse, sondern auch zu starken Preisrückgängen an der Essektenbörse, sondern auch zu starken Preis. Lote zur gast geschrieße steigerungen an der Produktenbörse. Weizen zog um 2. Roggen Schecks zur Last geschrieben. Wie sehr durch da un daß andere Personen als der im Scheck bezeichnete Empfänger mit demselben nichts anfangen können. Für jede Barrückzahlung innerhalb Deutschlands wird eine feste Gebühr von 5 Pfg. und eine Steigerungsgebühr von ein Zehntel vom Tausend des auszuzahlenden Betrages erhoben; diese Beträge werden stets dem Konto des Ausstellers des Federvieh 77 103 045 gegen 64 453 171 im Jahre 1900. stöcke 2594 690 gegen 2 605 350 im Jahre 1900. Die Einführung von Schiffahrtsabgaben auf den natürlichen Wasserstraßen ist trotz des preußischen Antrages im Bundesrat noch keineswegs gesichert. Da es sich bei dem Plane um eine Verfassungs=Aenderung handelt, so genügen 14 von den 58 Stimmen des Bundesrats zur Ablehnung des preußischen Antrages. Gegen die Errichtung paritätischer Arbeitskammern werden auch in den Großstädten Bedenken laut. So sprach sich das Kartell der 17 Arbeitgeber=Verbände in dem Baugewerbe Groß=Berlins in einer Eingabe an den Reichstag gegen die Regierungs=Vorlage über die paritätischen Kammern aus. Die geplanten Arbeitskammern würden nicht nur den sozialen Frieden nicht fördern, sondern die Ursache unzähliger Konflikte und den Grund erneuter Verschärfung der alten Gegensätze bilden. Die Gesellschaft für soziale Reform hält vom 4. bis 6. März in Frankfurt a. Main ihre Generalversammlung ab. Auf der Tagesordnung steht u. a. die Versicherung der Privat=Angestellten. Aus dem Auslande. Oesterreich=Ungarn. Prag, 24. Febr. Die Boykottierung der deutschen Industrie durch die Tschechen wird fortgesetzt. So320 002).1 steigerungen an der Produk Bienen= bis 2¾ Mark pro Tonne an. Vom Postscheck=Verkehr. Der seit dem 1. Januar d. Is. eingeführte Post=Ueberweisungs= und Scheckverkehr hat trotz seiner vielen Vorteile unter dem hiesigen Publikum wenig Verbreitung gefunden. Nachstehend soll daher Zweck und Art der neuen Einrichtung kurz beschrieben werden. 4.64 Das Recht, sich ein Postscheckkonto eröffnen zu lassen, steht jedermann zu; auch ist es zulässig, sich mehrere Konten eröffnen zu lassen, was z. B. für solche Firmen usw. angenehm ist, welche für einzelne Zweige ihres Unternehmens je ein besonderes Wie sehr durch das neue Versahren der Jahlungsvertehr verbilligt wird, ist aus folgendem Beispiel zu ersehen: Werden 4 Einzahlungen zu je 200 Mark auf dasselbe Konto gemacht, und wird der Gesamtbetrag von 800 Mark mittels Schecks bar abgeschrieben, so entstehen folgende Gebühren: a) für 4 Bareinzahlungen 4X5 Pfg.— 20 Pfg. b) die Rückzahlung 5 Pfg. ein Zehntel vom Tausend von 800 Mk.= 13 Pfg. e) für ein Scheckformular= 1 Psg. Zusammen 34 Pfg. Die Kosten für die Uebersendung mittels Postanweisung würden 4X30 Pfg.= 1,20 Mk. betragen. Die Einzelheiten des geschilderten Verfahrens sind in der für einzelne Zweige ihres Unternehmens je ein besonderes Postscheckordnung übersichtlich zusammengestellt, welche rom Konto führen wollen. Die Eröffnung eines Kontos erfolgt in Preise von 20 Pfg, an den Postschaltern käuflich ist. der Regel bei dem Postscheckamt, in dessen Bezirk der Wohnsitz ris= un= des Antragstellers liegt, das ist für Schwerte das Postscheckamt in Köln—, auf Verlangen jedoch auch bei anderen Postscheckämtern. Zu den Anträgen auf Eröffnung eines Kontos werden Formulare an den Postschaltern unentgeltlich abgegeben. Auf jedes Konto muß eine Stammeinlage von 100 Mark eingezahlt werden, über welche der Kontoinhaber, so lange sein Konto besteht, nicht verfügen kann. Zu Zahlungen zwischen dem Kontoinhaber und anderen Stadt und Umgebung. Schwerte, den 25. Februar. **(Gleichzeitiger Bezug von Krankengeld und Invalidenrente.) Der gleichzeitige Bezug von Krankengeld und Invalidenrente ist gesetzlich nicht unzulässig. Dies Urteil des Bayerider deuschen Sadutie durh die rscheten vitd bortgesegzt g5o, 3u Zahtungen zwschen den Kentointsaber und anderen schen Verpaltungegerichtehoses wied let den utiäpsig eben wurde von der Stadt Prag für die Lieferung von 24 Kilo=) Personen wird das neue Verfahren in folgender Weise benutzt: schen Verwaltungsgerichtshofes wird jetzt den zuständigen Vermeter Schienen der städtischen elektrischen Straßenbahnen die 24 Barzahlungen an Kontoinhaber werden Zahlkarten waltungsbehörden des Reiches mitgeteilt. In den Gründen eben wurde von der Stadt Prag für die Lieferung von 24 Kilo= Personen wird das neue Verfahren in folgender Weise benutzt: prter Schienen der subtischin.### g##m die Zu Barzahlungen an Kontoinhaber werden Zahlkarten Offertenausschreibung erneuert, weil die billigste Offerte des verwendet, welche ähnlich den Postanweisungen dem Vordruck belgischen Werkes Urggre einen längeren Termin erforderte, entsprechend auszufüllen und am Postschalter einer beliebigen Die Oferte des deutschen Stahlverbandes wurde nicht berück Postanstalt— auch bei Rostagenturen— einzvliefern sind Auf — Off belgischen Werkes Urggre einen längeren Ternin erfordert Die Offerte des deutschen Stahlverbandes wurde nicht berücksichtigt, weil, wie in einem tschechischen Zeitungsbericht erklärt wird, es sich um ein fremdes Unternehmen handle. Frankreich. Paris, 24. Febr. Die französischen Fremdenlegionäre bereiten den Afrikanern viel Not. Ein Trupp von Mannschaften, keine Deserteure, hat in den EingeborenenDörfern von Tunis einen regelrechten Plünderungszug unternommen. Bevölkerung und Gendarmen mußten den Kerlen mit den Waffen entgegentreten. Frankreich hat sich mit der Fremdenlegion in der Tat eine Rute aufgebunden. England. London, 24. Febr. Das Invasionsstück und vor allem die an den letzten Sonnabenden unternommenen Märsche von Abteilungen der Territorial=Armee durch London haben der Sache dieses Heeres tatsächlich stark genützt. Es ergibt sich, daß sich während der letzten 14 Tage ungefähr 6000 Rekruten für die Territorialarmee in London gemeldet haben, so daß an dem Londoner Kontingent ungefähr noch 5000 Mann fehlen dürften. Norwegen. Christiania, 24. Febr. Ein deutschevangelischer Gottesdienst wird in Norwegen, wo er in den letzten Jahren ganz fehlte, wieder eingerichtet, nachdem sich in Christiania eine Gemeinde gebildet hat, zu deren Pfarrer Herr Pastor Viktor Hermann Günther aus Auerbach(Vogtland) gewählt wurde, der auch in anderen norwegischen Städten predigen soll. Die neue Gemeinde wird vom Berliner Oberkirchenrat unterstützt. Die Balkan=Wirren. Die Möglichkeit kriegerischer Verwicklungen zwischen Oesterreich=Ungarn und Serbien ist näher gerückt. An der schlimmeren Wendung der Dinge trägt Rußland die Hauptschuld. Rußland verlangt, daß die Mächte sich mit einer gemeinsamen Intervention nicht an Serbien, sondern an Oesterreich=Ungarn wenden. Dieses Verlangen wird in Belgrad mit Fug und Recht als eine Parteinahme Rußlands für Serbien angesehen. Die Folge dieser Auffassung ist eine Stärkung der serbischen Kriegsstimmung. Frankreich bemüht sich fortgesetzt um eine gemeinsame Intervention der Mächte und rechnet dabei namentlich auf Deutschland. Die französische Regierung übersieht jedoch, daß die Mitwirkung Deutschlands nur möglich ist, wenn die Intervention in Belgrad einsetzt. In diesem Falle würde Deutschland die gemeinsame Intervention gern unterstützen und seinen Einfluß auf Oesterreich nach Möglichkeit gern zur Geltung bringen. Man soll also nichts Unmögliches von der deutschen Reichsregierung verlangen.— In Wien glaubt man bis zur Stunde nicht an eine Unterstützung Serbiens durch Nußland. Entschlösse sich Rußland dazu, so könnte der größte und schrecklichste Weltkrieg aller Zeiten entdrennen. Daß Rußland kriegerische Vorbereitungen trifft und besonders Truppenansammlungen an der galizischen Grenze vornimmt, ist richtig. Aber wenn dadurch Oesterreich auch genötigt wird, Gegenmaßwaltungsbehörden des Reiches mitgeteilt. In den(ründen heißt es, feststeht, daß die Krankheit mit Erwerbsunfähigkeit verbunden war, sowie der Bezug einer Invalidenrente bestand. muszufüllen und am Postschalter einer beliebigen D: Frage.h dig Gameindefrankenversicherung trotz der B. Postanstalt— auch bei Postagenturen— einzuliefern sind. Auf Die Frage, oo die Gemeinverkantenversicherung Aot des Beeine Zahlkarte darf ein Betrag bis zu 10000 Mark(gegen 800 zugs der Invalidenrente Krankengeld gewähre, will die GeMark bei Postanweisungen) eingezahlt werden. Die Formu= meinde verneinen, weil sie als eine unbillige Belastung der lare zu den Zahllarten können die Kontoinhaber zum Preise Gerstechof gast Zieße grschatngriche perden müsse. Der von 25 Pfg. für je 50 Stück von ihrem Postscheckamt beziehen;] Gerichtsyof halt diese unschauung nicht für stichhaltig. Allereinzelne Formulare werden an das Publikum an den Post= dings tritt nach dem Invalidenversicherungsgesetze die Gewähi schaltern unentgeltlich abgegeben. Am sich einer Zahlkarte be= rung von Invalidenrente, wie nach dem Krankenversicherungsdienen zu können, muß der Einzahler die Nummer des Kontos j gesetze die Gewährung von Krankengeld im Falle der Erwerbswissen, zu dessen Gunsten er die Zahlung leisten will. Jeder unfähigkeit ein. Allein der Begriff der Erwerbsunfähigkeit ist Kontoinhaber hat also ein Interesse daran, daß die Nummer 1 für die Frage der Unterstützungsberechtigung nach dem Kranseines Postscheckkontos in möglichst weiten Kreisen bekannt wird, kenversicherungsgesetze ein anderer als Es wird sich daher empfehlen, auf den Geschäftsbriefen, Rech= I gung nach dem Invalidenversicherungsgesetze. Im Invalidennungen, auch in den Adreßbüchern und Mitgliederverzeichnissen versicherungsgesetz ist wohl über den ganzen oder teilweisen usw. die Kontonummer angeben zu lassen. Ferner erscheint das Ausschluß der Invalidenrente durch Unfallrente während des jetzt schon viel geübte Verfahren zweckmäßig, daß Kontoinhaber] Bezugs von Invalidenrente Bestimmung getroffen, nirgends augg=füllte Zohlkartenformulare an ihre Kunden zugleich mit aber findet sich im Gesetze eine Bestimmung, wonach Kranken..:. garg. uim übersenden Dera=, geld und Invalidenrente nicht nebeneinander bestehen könnten. Die Verhandlungen der gesetzgebenden Körperschaften würden dies bestätigen. Es bestehe kein Zweifel und wäre in der Rechtslehre anerkannt, daß Ansprüche aus dem Krankenversicherungsgesetze und Ansprüche aus. dem Invalidenversicherungsgesetz einander nicht berühren. **(Ueber den Bezug von Zeitungen durch Posthilfsstellen) sind vom Reichspostamt neue, zumteil abgeänderte Bestimmungen getroffen worden. Bei derartigen Zeitungen ist die Bestimmung des Beziehers darüber einzuholen, ob er die Zeitung bei der Posthilfsstelle abzuholen oder durch den Landbriefträger zu erhalten wünscht. Im ersteren Falle wird das Bestellgeld nicht eingezogen, dagegen wird im anderen Falle das tarifmäßige Bestellgeld erhoben. Dies geschieht auch, wenn der Bezieher verlangt, daß die Zeitung nur dann dem Landbriefträger zur Bestellung übergeben werde, wenn sie bei dessen Erscheinen im Orte noch nicht von der Posthilfsstelle abgeholt ist. Den Posthilfsstellen ist für die ihnen zuzuführenden Zeitungen ein Verzeichnis der Bezieher mitzuteilen, worin die Bezieher besonders kenntlich gemacht sind, die das postordnungsmäßige Bestellgeld entrichtet haben. **(Landwirtschaftlicher Kreisverein.) Unter dem Vorsitz des Herrn Landrat Dr. Luckhaus fand vorgestern in Hörde eine Generalversammlung des landwirtschaftlichen Kreisvereins statt. Als 1. Punkt stand auf der reichhaltigen Tagesordnung ein Vortrag des Rechtsanwalts Dr. Reinecke=Münster:„Aus dem Rechtsleben des Landwirts". Redner leitete seinen allgemein verständlichen Vortrag mit dem Anerbengesetz ein, dasselbe aus der Praxis für die Praxis erläuternd, wobei er die lokalen Verhältnisse in Berücksichtigung zog. Er mißt diesem Gesetz keine große Bedeutung bei, da es allerhand Fehler an sich habe, wennschon auch die Vorteile desselben inbezug auf die Erhaltung des ländlichen Grundbesitzes nicht zu verkennen sind. Das Gesetz hat für den Amtsgerichtsbezirk Hörde nur bedingte Gültigkeit, indem es nur in Wirkung tritt, wenn ein Antrag des Besitzers und die Eintragung eines diesbezüglichen Verder Rechnung über gelieferte Waren usw, übersenden. Derartig vorbereitete Formulare erleichtern die Einzahlungen sehr, und werden sicher dazu beitragen, die Pünktlichkeit in der Abtragung der Schuld zu fördern. Die Zahlkarte wird von dem Einzahler nicht frankiert. Die Gebühr(5 Pfg. für je 500 Mk.) wird von dem Konto des Zahlungsempfängers abgeschrieben. Falls also jemand 300 Mark spesenfrei zu zahlen hat, muß er eine Zahlkarte übre 300 Mark 5 Pfg. ausstellen. Die eingelieferte Zahlkarte wird von der Postanstalt direkt an das Postscheckamt gesandt, bei dem das Konto des Empfängers geführt wird. Das Postscheckamt schreibt den Betrag dem Empfänger gut und benachrichtigt ihn hiervon portofrei unter gleichzeitiger Uebersendung des an der Zahlkarte befindlichen Abschnittes; letzterer kann mithin von dem Einzahler zu Mitteilungen an den Kontoinhaber benutzt werden. Jeder Kontoinhaber kann die Beträge der für ihn eingehenden Postanweisungen seinem Postscheckkonto gut schreiben lassen; er hat dies bei der Postanstalt, von welcher er seine Postsachen erhält, zu beantragen. In diesem Falle wird der Tagesbetrag der eingegangenen Postanweisungen von der Postanstalt dem Postscheckamt zur Aufschrift an das Konto des Adressaten mitgeteilt. Die Abschnitte der Postanweisungen werden bei der Postanstalt abgetrennt und in einem Briefumschlage gebührenfrei dem Adressaten übersandt. Der Kontoinhaber kann über sein Guthaben, soweit es die Stammeinlage von 100 Mk. übersteigt, jederzeit verfügen, und zwar entweder durch Ueberweisung auf ein anderes Postscheckkonto oder mittels Schecks. Für dieses Verfahren sind drei „Arten von Formularen eingeführt, nämlich 1. Giropostkarten, 2. Ueberweisungen in Blattform(zot) und 3. Scheckformulare. Die Formulare zu 1 u. 2 werden den Kontoinhabern vom Postscheckamt unentgeltlich, die Formulare zu 3 in Heften von 50 Stück zum Preise von 50 Pfg. für das Heft geliefert. Will ein Kontoinhaber aus dem auf seinem Postscheckkonto gebuchten Guthaben eine Zahlung leisten, so kommt zunächst in Frage, ob der Zahlungsempfänger auch ein Postscheckkonto hat L Antthiches Rrebolalt a farden Rieis Borck. me chmrrren Nr. 47. Donnerstag, den 25. Februar 1909. 41. Jahrg. Zweites Mlalt. Ein Blick ins Ruhrtal und drüber hinaus. Wenn allseitig von Arbeitsmangel gesprochen und über Arbeiterentlassungen geklagt wird, ein Spaziergang von Schwerte nach Ergste belehrt den Wanderer, wenigstens auf genannter Strecke, eines anderen: Zahlreiche Hände haben hier vollauf zu tun, und an der Iserlohnerstraße die durch des Wasfers Gewalt aus ihrer Fassung gebrachten und bunt durchein ander gewürfelten Chaussee= und Prellsteine bereits wieder' in Reih' und Richtung gebracht, wie der Unteroffizier seine Rekruten auf dem Exerzierplatz. Auch wird eifrig an der stark beschädigten Straßendecke gearbeitet, wenn auch die fortgespülte Packlage der Westseite erst nach ergiebigem Regenfall in Angriff genommen werden soll. Etwas weiter wird emsig an der Notbrücke gebaut, welche im Bogen um die eingestürzte Betonbrücke herumführt. Freitag dürfte sie der Benutzung übergeben werden, und die Fuhrwerksbesitzer von hüben und drüben werden sich nicht wenig freuen, war doch der Umweg durch die Wiesen für sie nicht nur äußerst unbequem, sondern bei offenem Wetter geradezu grundlos geworden. Ein gutes Stück Werk und Verdienst aber winkt noch dem Arbeiter bei Wiederherstellung der eingestürzten Betonbrücke, wo die Aufräumungsarbeiten nicht so bald beendigt sein können. Das eingestürzte und noch in einem festgefügten Ganzen herabhängende Gewölbe ist wohl nur durch Sprengen zu beseitigen. Es werden Stimmen laut welche behaupten, ein Rohrbruch in der Leitung des Dortmunder Wasserwerks trage Mitschuld an dem Einsturz der Brücke. Wie dem auch sein mag, jedenfalls werden gegenwärtig die von einem zum andern Ende diagonal unter der Brück: herführenden Rohre aus der Erde wieder herausgebuddelt und verlegt. Schon bei Herstellung der Brücke im vorigen Jahre soll die ausführende Baufirma, als sie in der Erde auf die ominösen Rohre stieß, die Arbeiten eingestellt und erst auf ausdrückliche Erlaubnis seitens maßgebender St lle zu Ende geführt haben. Uebrigens scheint die Unfallstelle bei Hochwasser der ausgesuchte Angriffspunkt der sich dahinwälzenden Fluten z: sein. Schon 1900 gab es hier zwei Dammbrüche, und heute scheint die Erkenntnis gewonnen zu sein, daß die eingestürzte Flutbrücke wohl einen Bogen mehr erhalten müsse, um dem Wasser breiteren Durchlaß zu gewähren. Auch die Länge der Notbrücke scheint auf solche Absicht einen Rückschluß zuzulassen. Bei Ueberschlagen all dieser umfangreichen Arbeiten entringt sich dem Schwerter Bürger ein Erleichterungsseufzer, hat doch der Stadtsäckel diesmal nicht herzuhalten, und wie leicht hätte das der Fall sein können, wenn wir seinerzeit das Danaergeschenk, das man vor Jahren uns anbot, annahmen. Die dem offenen Auge schöne Landschaftsbilder bietende Straße führt den rüstig dahinschreitenden Wanderer bald zu einem bedeutend umfangreicheren Arbeitsfeld. dem Streckenbau der neuen Bahnlinie Schwerte=Iserlohn. Man sieht die ArbeiK ten dort erfreulich wachsen und kann nicht nur die ganze Strecke von der Höhe aus verfolgen, sondern mit munterem Geklapper schnurren schon kleine Lokomotiven auf dem Damm hin und her, eine Reihe jener erdbeschmutzten Kippwagen nachziehend, und im Geiste sieht man den ersten Personenzug durch das liebliche Tal von Villigst stolz daherstürmen, die gute alte Zeit weit hinter sich lassend. Doch ein kalter abendlicher Windstoß ruft den Träumer in die Wirklichkeit zurück, stellt ihn urplötzlich wieder vor schwere Pflichten daheim und zerrt den gern noch verweilenden Wanderer geradezu auf den Heimweg. Mutlos will er ihn antreten, und siehe, im Wenden fällt sein Auge auf die stolze himmelragende Sigiburg, deren Denkmäler die sinkende Sonne als prächtige Silhouette auf feurigrotem Untergrunde am Horizont scharf sich abheben läßt, die wie ein Finger nach oben weisen. Weiter hinauf zeigt der Himmel alle Nuancen eines mächtig breiten Regenbogens, des Bundesbogens zwischen Gott und den Menschen, bis zum tiefsten Blau, aus dem die Silbersichel des Mondes sanft herabblinkt und sich in den wieder klaren und smaragdgrünen Wassern des beruhigten Ruhrflusses spiegelt. Der friedlich schöne Winterabend läßt auf ein gleichartiges Morgen und weiter auf einen nahenden Lenz hoffen, draußen in der Natur und drinnen im Herzen. Denn der die Schleusen der Wassermassen plötzlich auftut und hinwieder„das Meer zusammenhält wie in einem Schlauch“, sollte der sich nicht liebend bemühen um das Wohl und Wehe seiner Menschenkinder? Sollte der nicht auch wieder aufbauen, was seine Hand erziehungshalber im Winter des Lebens bösen Menschen oder rauhen Verhältnissen preisgeben mußte? Westfalen und Rheinland. * Dortmund, 24. Febr. Der 23 Jahre alte Maler Julius Karpewski aus Lünen und seine Begleiterin Martha Meyer aus Derne wurden erschossen in einem hiesigen Hotel aufgesunden, und zwar hatte Karpewski zunächst das Mädchen und dann sich erschossen. In den hinterlassenen Briefen haben die beiden von ihren Eltern und Freunden Abschied genommen und den Wunsch ausgesprochen, gemeinsam bestattet zu werden. * Bochum, 24. Febr. Der Beringhauser Butterstreik. Im Verwaltungsbureau des Allgemeinen Knappschaftsvereins erschien ein Abgesandter der streikenden Heilstättenpfleglinge aus der Lungenheilstätte in Beringhausen und trug die Wünsche der Streikenden vor. Nach der von der Anstaltsleitung getroffenen Anordnung sollen fortan jedem Patienten täglich 25 Gramm Butter zugemessen werden. Dieses Quantum erscheint den Pfleglingen, die die Anstalt verlassen haben, zu gering. Sie verlangen, daß mindestens jeder Patient täglich 40 Gramm Butter erhalte. Seitens der Knappschaftsverwaltung wurde die Sache zu Protokoll genommen. Ein bestimmter Bescheid wurde dem Abgesandten nicht erteilt; wahrscheinlich wird sich demnächst der Kurausschuß mit der Angelegenheit zu befassen haben. * Hamm, 24. Febr.(Radbod.) Wie aus sicherster Quelle verlautet, ist das Geld der Kronprinzensammlung in Höhe von 300 000 Mark beim Schaaffhausenschen Bankverein in Potsdam deponiert. Ehe es zur Verteilung gebracht werden kann, werden wohl noch einige Wochen vergehen, da die gewissenhafte Prüfung namentlich der Gesuche von Arbeitslosen durch den Allgemeinen Knappschaftsverein eine längere Frist beanspruche. Jedenfalls werde nichts versäumt, um diese Prüfung möglichst zu beschleunigen.— Auf Zeche„Radbod“ ist von der Bergbehörde seit gestern auch der Hauptförderschacht zur Wasserbeförderung freigegeben. Es werden nun durch den Schacht 2 rund 2000 Kubikmeter, durch den Hauptförderschacht rund 1000 Kubikmeter Wasser täglich heraufbefördert. * Paderborn, 24. Febr. Das vom Westdeutschen Jünglingsbund in der. Senne errichtete Soldatenheim soll im Mai eingeweiht werden. Für den Bau sind seither 103 385 M gesammelt, für d. innere Einrichtung stehen außerdem noch 1867 M zur Verfügung, sodaß einschließlich der Zinsen 109 256 MA zur Einnahme gelangten. * Siegen, 24. Febr. Der Plan einer Eisenbahn CreuzthalMeinerzhagen soll noch in diesem Jahre zur Ausführung kommen. Vermessungen dieser überaus wichtigen Bahnlinie haben bereits im vergangenen Jahre stattgefunden. Die Linie bringt die beiden Kreise Siegen und Olpe in eine um 30 Kilometer kürzere Verbindung mit dem Industriegebiet, was für die Kreise allein im Bezug von Kohlen eine bedeutende Frach sparnis bedeutet. Ganz bedeutende Steinlager werden im Listertal erschlossen. Auch für den Bau der Listertalsperre wird die Bahn von Nutzen sein. Der jetzt schon starke Verkehr auf der Strecke Hagen=Betzdorf wird nach Fertigstellung der im Bau begriffenen Linie Weidenau=Dillenburg noch lebhafter werden, sodaß die notwendige Entlastung durch eine Eisenbahn Creuzthal=Olpe=Meinerzhagen eintreten wird. * Düsseldorf, 24. Febr. Den Ankauf des Schlosses Jägerhof soll sich zu einem Preise von 1100000 Mark die Stadt Düsseldorf gesichert haben. Ein entsprechender Antrag soll, nach einer Zeitungsmeldung, den Stadtverordneten unterbreitet werden und dessen Annahme soll zweifellos sein. * Bielefeld, 24. Febr. Das Programm der 300 Jahrfeier ist jetzt festgesetzt und dem Hofmarschallamt vorgelegt worden. Vorgesehen sind: Empfang der Majestäten am Bahnhof Brake und Begleitung durch die Eskorte Reiter von Jöllenbeck. Nach der Denkmalsfeier Besuch eines westfälischen Hofes(Upmeier zu Belzen) von hier per Automobil nach Voltmanns Hof und von da über die Dornbergerstraße zum Johannisberg. Hier große Huldigung. Zum Schluß nach Brackwede zur Bahn. * S o l i n g e n, 2 3. F e b r. D i e u n g ü n s t i g e L a g e d e s A r b e i t s marktes in der Solinger Stahlwaren= und Bergischen Kleineisenindustrie kennzeichnet recht deutlich die Tatsache, daß die Solinger Gewerkschaften im Jahre 1908 über ein viertel Millionen, nämlich rund 265 000 M. an Arbeitslosenunterstützung gezahlt haben. Von den 265000 M entfallen 157000 M auf den Metallarbeiterverband. * Hattingen, 24. Febr. Wer in unserer Gegend Loose heißt oder auch nur mit jemandem dieses Namens verwandt ist, trägt sich augenblicklich mit dem Gedanken an eine Millionenerbschaft. Erblasser soll der in Rotterdam verstorbene Reedereibesitzer Loose sein, der aus dem benachbarten Orte Sprockhövel stammte. Seine Hinterlassenschaft soll 125 Millionen Gulden betragen Schicksalsgenossen. Roman von G. Rosen. 3 Robert Bergner war Bankier, Paul Kaufmann. Beide Brüder nahmen eine beneidenswerte Stellung ein. Von den Väternererbter großer Reichtum und verwandtschaftliche Beziehungen zu den vornehmsten Familien der Stadt verlieh ihnen Ansehen, Einfluß und Auszeichnungen aller Art. Während die Musik in fröhlichen Rythmen zu ihnen herüber drang, und das vergnügte Lachen der Jugend selbst bis in dieses entlegene Zimmer tönte, schienen die Bruder nach ihren umwölbten Stirnen zu schließen, nicht so glücklich, wie die heitere Szene vermuten ließ. Paul Bergner war ein ernster mürrischer Mann, stolz auf seine Familie, seinen Reichtum und sich selbst. Er bewohnte sein herrschaftlich eingerichtetes Haus in der Stadt ganz Eine Frau in mittleren Jahren, von zahlreicher Dienerschaft unterstützt, führte ihm die Wirtschaft. Robert hielt ein ihm von seinem Bruder gereichtes offenes Medaillon in der Hand, das Bild einer schönen jungen Frau und das eines hellängigen, hübschen Knaben betrachtend, das ihn aus der goldenen Umrahmung grüßend anzu.„ten. Der Jahrestag Deines Unglücks kehr nemals zurück, seufzte Robert, die Kapsel schließend, und Paul zurückgebend, ohne daß ich Deinen schmerzlichen Verlust aufs tiefste mit Dir empfinde.“ „Wenn mein Sohn noch lebte,“ entgegnete Paul, das Mebaillon von neuem öffnend und das schöne Kypgergerchnguit zärtlichem Blick streifend,„wäre er jetzt beinahe dreiun##.# „Wir müssen das Gute wie das Böse, welches das Schicksal uns bringt, nehmen, wie es kommt. Ich hättest Dichwieder verheiratet. Du bist noch ein junger Mann, Bruder. Am sechsundzwanzigsten Juli, unserem Geburtstag, werden wir erst sechsundvierzig Jahre....wanzig Jah„Ich fühle mich auch noch so jung, wie vor Wiederverbei, ren und habe in der Tat selbst schon an eine ratung gedacht, aber noch keine Person gefunden, die meinen Anspruchen genügt hätte, wenigstens bis vor kurzem nicht. bemerkte Paul, das Medaillon in die Tasche steckend „Bis vor kurzem?“ wiederholte Robert überrascht. „Ja, Robert, und das ist die Angelegenheit, über die ich mit Dir zu sprechen wünschte. Du könntest mich wesentlich unterstützen, wenn Du wolltest.“ „Dann darfst Du unbedingt auf meinen Beistand und meine Sympathierechnen. Aber wer ist die Schöne, die Du begünstigst?“ „Ich war stets ein offener gerader Mensch, Robert.“ „Das ist noch von niemand bezweifelt worden.“ „Es ist fast allgemein bekannt, daß Dora nicht Eure Tochter ist, obwohl, wie ich glaube, sie selbst keine Ahnung davon hat.“ „Sie ist trotz alledem unser Kind.“ „Ja, durch Adoption, und Ihr hättet wahrlich nicht mehr für Dora tun können, wie Ihr getan, wenn sie Euer Fleisch und Blut gewesen wäre. Heute sind es genau achtzehn Jahre, daß sie, ein wenige Wochen altes Kind, auf Eurer Schwelle niedergelegt wurde. Das Versprechen, das auf dem an ihrem Hemdchen befestigten Zettel stand, eines Tages sollte ihre Zukunftenthüllt werden, scheint nicht eingelöst zu werden, wie das in solchen Fällen gewöhnlich geschieht.“ Ich sehne mich auch nicht nach dieser Enthüllung. Gewiß nicht, Robert. Das Kind ist herangewachsen und der Liebling Eurer Herzen, und ein selten schönes Mädchen geworden. Merkst Du jetzt, wo ich hinaus will?“ Noch nicht ganz... g. 97eu kem Wahert#. „So will ich frei und ruchaltslos sprechen, Roberl. Ich liebe Dora, und mit Deiner und Julies Genehmigung möchte ich sie noch im Laufe dieses Jahres heiraten.“ „Du scherzest doch nur, Paul.“ Sehe ich aus wie ein Mann der scherzt?“ „Nein, denn Du siehst niemals scherzhaft aus, aber Du kannst doch nicht im Ernst meinen, was Du eben sagtest, Paul?“ Es war mein heiliger Ernst,“ rief Paul, seine fast aufgerauchte Zigarre in den vor ihm stehenden bronzenen Aschenbecher schleudernd und den Bruder mit einem Blick unverkennbarer, fast grausamer Entschiedenheit ansehend. Robert war im Begriff, fast ebenso entschieden zu antworten, als Dora, von Arthur Röder begleitet, eintrat, und sich den Brüdern näherte. Ehe einer von ihnen sprechen konnte, faltete Dora ein Zeitungsblatt auseinander, und hielt es ihrem „Hier ist ein Abendblatt, Onkel,“ rief sie,„das Herr Röder mir soeben zeigte, und das eine Nachricht enthält, die auch Dich lebhaft interessieren wird." „Mich?“, lächelte Paul, nach seinem an einer Schnur befestigten Augenglas tastend, und das Zeitungsblatt nehmend. „Ja, Dich, lieber Onkel.“„. 4, Gar „Und worum handelt es sich, Vora?“ fragte Paui, das Augenglas auf die Nase schiebend. „Um den jungen Menschen, den Paul Helm?" Paul Helm?" „Ja, Onkel. Du wirst den hubschen Buchhalter mit den treuherzigen, dunklen Augen nicht vergessen haben, der, wie ich fest überzeugt bin, ungerechterweise wegen Falschmünzerei zu einer Gefängnisstrafeverurteilt wurde.“ „Gewiß, aber was ist mit ihm?“ „Nun, er wurde heute morgen entlassen.“ „Ach ja, da steht die wichtige Mitteilung," lachte Paul, die wenigen Zeilen überfliegend, die diese Tatsache meldeten. „Hast Du denn alles Interesse für ihn verloren, Onkel?" rief Dora beinahe zürnend, als Paul Bergner das Blatt gleichgültig auf den Tisch fallen ließ. „Ich hatte wenig Gelegenheit, mich um den jungen Mann zu kümmern, als er in meinem Geschäft war, und bedauerte, seine Aufnahme in mein Haus leichtfertig gestattet zu haben, als sich seine Unredlichkeit in nicht zu widerlegender Weise herausgestellt.“ Weige K „Du siehst also in Paul pHelm einen Schuloigen, Onter„Die Geschworenen und das Gericht entschieden gegen ihn. und ich habe nicht den leisesten Grund an der Gerechtigkeit ihres Urteils zu zweifeln. Aber, mein liebes Kind, wir haben jetzt Besseres zu tun, als uns mit jenem Verlorenen zu beschäftigen. Hast Du heute abend schon viel getanzt?“ „O, sehr viel, doch würde ich Dir keinen Tanz verweigern, den Du von mir begehrtest, Onkel.“ „Ich habe zwar seit zwanzig Jahren nicht mehr getanzt, Dora, Du sollst mich aber nicht vergebens an meine Pflicht erinnert haben. Darf ich Dich um den Walzer bitten, der soeben angestimmt wird?“ Dora hatte nicht erwartet, daß Paul Bergner, der Mann mit dem ewig ernsten Gesicht, auf ihre Neckerei eingehen würde, und war nicht wenig erstaunt, als er ihr den Arm bot, und sich mit ihr in die Reihen der Tanzenden drängte. 163 20 und ganz seinen deutschen Verwandten zugefallen sein. Auf Grund einer Zeitungsanzeige fanden sich über 300 nahe und ententfernte Verwandten Looses in Sprockhövel ein und berieten über die Mittel und Wege zur Erlangung der Erbschaft. Es wurde ein engerer Ausschuß mit den nötigen Erkundigungen usw. an Ort und Stelle in Rotterdam betraut. * Echthausen, 24. Febr. Dem Gendarmeriewachtmeister aus Wickede(Ruhr) wurde als er hier in unserer Ortschaft dienstlich zu tun hatte, sein Dienstfahrrad und sein Seitengewehr, welches am Rad befestigt war, gestohlen. Das Rad ist ein Brennaborrad und trägt auf der Lenkstange die Bezeichnung T. B. und die Nummer 150. Telgte, 24. Febr. In der Nacht entstand in der nach der vor 4 Wochen erfolgten Explosion provisorisch hergerichteten Gasanstalt Feuer. Das Dach des seiner Zeit von der Explosion verschonten Gebäudes brannte zum Teil nieder und die neuen Apparate wurde unbrauchbar gemacht. Alle Anzeichen deuten diesmal auf Brandstiftung hin. Möge es gelingen, des Täters habhaft zu werden. Voraussichtlich kann die Anlage in 3—4 Tagen wieder betriebsfertig gemacht werden. Kleine Chronik. Aus der überschwemmten Altmark sind, obwohl die Schäden sehr groß sind, doch nun schon wieder Kundgebungen der Zuversicht und des guten Mutes gekommen. Die Organisation ist ausgezeichnet; aus den überschwemmten Höfen ist das Vieh, um eine Verschleuderung zu verhüten, in näherer und fernerer Nachbarschaft überall untergebracht, auch materielle Hilfe läuft reichlich ein. Ganz bescheidene Leute steuern nach Kräften, viele Handwerker, die es wahrlich nicht so reichlich haben, geben zehn Mark und mehr. Unbegründet sind auch die Meldungen großer Kindersterblichkeit; im Gegenteil haben die Aerzte wenig zu tun. Man ist eifrig bemüht, aus dem überfluteten Gebiet die Kadaver der ertrunkenen Tiere fortzuschaffen, um den Ausbruch von Seuchen zu verhüten. Die Pioniere, die sich unablässig gemüht haben, finden höchste Anerkennung; rührend sah es aus, wenn sie mit den kleinen Kindern auf den Armen aus den überschwemmten Gebäuden zurückkamen. Aus den Städten und den höher gelegenen Ortschaften des Ueberschwemmungsgebietes dürfte das Wasser in diesen Tagen weichen, aber bis es aus der weiten eigentlichen Wische=Niederung entfernt ist, darüber mögen noch Wochen vergehen. Die Eisstauung an der Dammbruchstelle dürfte jetzt entfernt und der neu hinter dem gestörten Damm aufgeführte zweite Damm bald vollendet sein. Bezüglich der Ursache der Hochflut tritt in der betroffenen Gegend die Ansicht auf, an der Elbbrücke in Wittenberge, wo sich das Eis am meisten staute, hätten früher Sprengungen vorgenommen werden müssen. Der Zugverkehr hätte dann freilich eingestellt, auch mit einer Beschädigung der Brücke gerechnet werden müssen, aber heute ist der Schade noch weit größer.— Die Stadt Seehausen ist jetzt in der Hauptsache wieder wasserfrei, dagegen die Wiederherstellung der EisenbahnVerbindungnoch nicht gelungen. Die Eisbeseitigung konnte nicht allein durch die Eisbrecher herbeigeführt werden, die Pioniere mußten mit Sprengungen gewaltig helfen. In der Stadt Werben fehlte es mehrere Nächte an Licht, da das Petroleum aufgebraucht war. Auch im nördlichsten Teile des Kreises Osterburg an der hannoverschen Grenze sind Ueberschwemmusigen vorgekommen, aber dort ist es nicht so gefährlich. Die Gräfin=Kwilecka, die Heldin in dem bekannten Prozesse wegen Kindes=Unterschiebung, ist in einem für die ganze Angelegenheit sehr kritschen Zeitpunkt gestorben. Der Gräfir jetzt von dem Oberlandesgericht in Posen der Eid auferlegt, zu schwören, daß der kleine Graf wirklich ihr Sohn sei. Nun ist der Tod dazwischen getreten. Die Klage der Bahnwärterfrau Meyer, die in dem Knaben ein ihr abgenommenes Kind erblicken will, geht aber weiter, da sie sich gegen Grafen und Gräfin richtete. Ein häusliches Drama. In Kairo starb dieser Tage die 16jährige Tochter des Herrn Arnold von Siemens aus Berlin an Blutvergiftung. Das junge Mädchen hatte sich vor ihrer Abreise aus der Heimat ein Hühnerauge von ihrer alten Kammerjungfer schneiden lassen und war dabei verletzt. Sie legte darauf schwarze Strümpfe an und achtete nicht darauf, als sich auf der Reise heftige Schmerzen einstellten. In Kairo stellte der Arzt dann Blutvergiftung fest. Als die Kunde in Berlin eintraf, öffnete sich die Kammerfrau, die sich die Schuld an dem Unglück beimaß, die Pulsadern und verblutete. Die Ostsee starrt von Eis. Ein Stettiner Dampfer blieb auf der Fahrt nach Danzig sechs Tage fest im Eise stecken, bis es ihm endlich gelang, weiter zu kommen. Der Berliner Messerstecher hat nicht allein in Kopenhagen. wo zwei Fälle vorkamen, sondern auch in Wien Schule gemacht. Ein Gaderobiere erhielt am späten Abend auf dem Heimwege vom Theater einen Stich in den Rücken. Der Attentäter ist nicht ergriffen. Eine Bombe für den Duma=Präsidenten. Als schlechten Scherz nimmt man in Petersburg eine Bombe an, die vor dem Hause des Herrn Chomjakow, des Präsidenten des russischen Reichstags, niedergelegt worden war. Der Täter ist unermittelt geblieben. Einzelne Bezirke Spaniens sind wieder von einem Erdbeben heimgesucht, das aber weniger Schaden anrichtet wie die unter der Bevölkerung ausgebrochene Panik. Namentlich unter den in den Kirchen Versammelten kamen im Gedränge viele Verletzungen vor. Eine Ehrung Ernst Haeckels. Ein Aufruf zur Sammlung einer Ehrengabe für Professor Häckel anläßlich der Vollendung seines 75. Lebensjahres und seines Rücktritts von der Lehrtätigkeit wird von seinen Anhängern und Freunden erlassen. Alle Freunde einer freien, vorurteilsfreien Forschung werden zur Beisteuer aufgefordert. Häckel habe durch seine volkstümlichen Schriften in der ganzen Welt die Freude an den Schönheiten der Natur und die Liebe zur Wahrheit geweckt und gefördert. Das deutsche Volk möge sich jetzt daran erinnern, was es diesem Manne verdankt. Wer die Sache nur vom Wahrheits=Standpunkt besieht, der hat wohl ein Recht, anders darüber zu denken und den Erfolg der „Welträtsel“, mit Paulsen für eine Schmach der deutschen „Bildung“ zu halten. Häckels„vorurteilslose Forschung" und „Liebe zur Wahrheit“ ist ja bekanntlich so weit gegangen, daß er nicht blos alle Gegner mit wüsten Schimpfereien überhäuft hat, sondern um seiner Vorurteile willen sogar vor bewußten wissenschaftlichen Fälschungen nicht zurückgeschreckt ist. Und was das deutsche Volk diesem Manne verdankt, daran möchten wir am liebsten nicht erinnert sein. Das wird wohl am besten durch die Erfahrung eines bekannten Erangelisten beleuchtet, der jüngst in öffentlicher Versammlung mitteilte, es seien ihm innerhalb kurzer Zeit dreimal Briefe von jugendlichen Selbstmördern, Söhnen achtbarer Eltern, zugegangen, denen durch Häckels„Welträtsel“ Glauben und Hoffen und damit innerer Halt und Lebensfreudigkeit abhanden gekommen war. Ilse Frapan, die bekannte Dichterin und Schriftstellerin, die vor einigen Monaten zusammen mit einer Freundin im Selbstmord endete, hat die Kraft Häckelscher Weltanschauungen auch an ihrem Leben erfahren müssen. Sie war Lehrerin.„Dann“ so heißt es in ihrer selbstverfaßten Lebensbeschreibung—„aus dem warmen Neste weggelaufen, nicht um einer Liebschaft willen, nein um Darwin und Häckel, um Descendenztheorie und Evolution.“ Nun folgt ein glückliches Schwärmen in Begeisterung, Leichtsinn, Gesundheit, Naturschönheit Erfolgen, Freundschaft, Eheglück. Soweit reicht die Tragkraft jener Weltanschauung. Dann kommt die Not und der Kummer, dann fehlt der Halt. Dann greift man zum Revolver und wirft das Leben weg, das zu tragen man zu schwach oder zu feige ist. Und eine solche Weltanschauung soll Glück und Wahrheit sein! Ja, wir sind uns dessen wohl bewußt, was unser Volk seinem Häckel, verdankt, und wollen am liebsten gar nicht daran erinnert sein. Weiter zur Klarheit kommen wir wohl erst, nachdem wir wieder allgemeiner lernen, was Darwin verstand: Wahrheitswert und Phantasiewert auseinander zu halten. Haus= und Landwirtschaft. Für die Fruchtbarkeit trockener Ländereien und trockener Gärten ist es von großer Bedeutung. ob der Winter viel oder wenig Schnee bringt, ob dem Boden durch Tau= und Regenwasser viel oder wenig Feuchtigkeit zugeführt wird. Jeder Tropfen Wasser, der im Winter aufgespeichert wird, kann im kommenden Sommer Segen stiften.— Wer gut wirtschaftet, sucht deshalb dem Boden alles Winterwasser zu erhalten, indem er ihn im Herbst bearbeitet und in grober Scholle liegen läßt. Aber bei hängigem Gelände genügt das nicht, namentlich nicht, wenn plötzliches Tauwetter eintritt wie am 3. Februar, Ströme wertvollen Wassers sind damals von Land und Gärten fortgeflossen. Im praktischen Ratgeber wird nun * der Rat gegeben, unter Bäumen und Sträuchern Sammelgruben für das Wasser einzurichten oder doch wenigstens Vertiefungen herzustellen, in welchen das wertvolle Winterwasser festgehalten wird und später in den Boden einziehen kann. Wer sich hierfür interessiert, lasse sich vom Geschäftsamt des praktischen Ratgeber in Frankfurt a. O. die Nummer kommen über das Sammeln von Wasser im Garten. Die Zusendung erfolgt kostenfrei. Büchertisch. Alle unter dieser Rubrik besprochenen Bücher sind in der Carl Braus'schen Buchhandlung zu haben. Das Preußische Gewerbesteuergesetz, amtliche, jetzt giltige Fassung. Verlag: L. Schwarz u. Comp., Berlin S. 14, Dresde. nerstr. 80. Preis 60 Pfg. In dem gleichen Verlage und zu gleichem Preise wie 1. „Der Praktische Ratgeber bei Steuer=Reklamation nebst Preuß. Einkommensteuergesetz", 2.„Das neue Preußische Ergänzungssteuergesetz“ ist obiges für jeden gewerblich tätigen Steuerzahler überaus wichtige Gesetz erschienen. Gerade auf dem Gebiete der Gewerbesteuer herrschen bei den Gewerbetreibenden die meisten Unklarheiten. Jeder Handwerks=, Geschäfts= und Fabrikbetrieb, jeder zur Gewerbesteuer veranlagte Bürger sollte im Besitz eines„Gewerbesteuergesetzes“. sein, denn nur wer die gesetzlichen Bestimmungen genau kennt, wird imstande sein, zu hohe Veranlagung erfolgreich abzuwenden. Die Anschaffung des Gewerbesteuergesetzes ist ebenso wie der„Ratgeber bei Steuerreklamation“ und das„Preuß. gänzungssteuergesetz" als nützlich zu empfehlen. Gottesdienst in Westhofen. Freitag Nachmittag 4 Uhr: Passions=Gottesdienst. Theater=Spielplan. Stadttheater Dortmund. Donnerstag. 25. Febr., 7,30 Uhr:„Tiefland“, Musikdrama in 1 Vorspiel und 2 Aufzügen von Eugen d'Albert. Freitag; 26. Febr., 7,30 Uhr:„Rosmersholm“, Schauspiel in 4 Aufzügen von Henrik Ibsen. Sonnabend, 27. Febr., 7,30 Uhr:„Faust", 1. Teil, 1. Tagewerk, in 5 Aufzügen von W. v. Goethe. Sonntag, 28. Febr., nachm. 3 Uhr:„Faust", 1. Teil, 2. Tagewerk, in 5 Aufzügen von W. v. Goethe.— Abends 7,30 Uhr: „Faust's Tod“. Aus Goethe's Faust 2. Teil. Bearbeitet in 5 Aufzügen von Adolf L’Arronge. Städt. Schauspielhaus, Hagen. Donnerstag, 25. Febr., 730 Uhr:„Die Frau vom Meer“. Schauspiel in fünf Aufzügen von Henrik Ibsen. Freitag, 26. Febr., 8 Uhr:„Fidelio". Sonnabend, 27. Febr.: Sondervorstellung. Sonntag, 28. Febr., 3,30 Uhr:„Jungfrau von Orleans“. Eine romantische Tragödie in einem Prolog und fünf Aufzügen von Fr. Schiller.— Abends 8 Uhr:„Die Brüder“. Schauspiel in vier Akten von Robert Achenbach. Stadttheater Barmen. Donnerstag, 25. Febr. 8 Uhr:„Elektra“. Musikdrama von Richard Strauß. Freitag, 26. Febr., 8 Uhr:„Wuppertaler Fahrten". Große Karnevalsposse mit Gesang und Tanz von Ferd. Ahnelt und Konrad Dreher. Samstag, 27. Febr., 8 Uhr:„Moral“. Komödie in drei Akten von Ludwig Thoma. Sonntag, 28. Febr., vorm. 11 Uhr:„Frau Warrens Gewerbe“. Komödie in drei Akten von Bernhard Shaw.— Nachmittags 3 Uhr:„Lohengrin“. Romantische Oper von Rich. Wagner. Abends 7,30 Uhr:„Fra Diavolo“, Komische Oper in drei Akten von F. Auber. Wetterbericht der Deutschen Seewarte. 25. Febr.: Vielfach heiter, angenehm milde. 26. Febr.: Wolkig mit Sonnenschein, Temperatur um Null herum, milde. 27. Febr.: Heiter bei Wolkenzug, tags milde, nachts Frost. Verantwortlich: Für Politik, Feuilleton und verwandt### Gebiete: Hans Schlinzigk; für Lokales, Provinzielles und Inserate: Friedrich Kraas, Druck und Verlag von Curl Braus, sämtlich zu Schwerte Schicksalsgenossen. Roman von G. Rosen. 4 Arthur Röder folgte dem enteilenden Paar in den Ballsaal. Seine Miene verriet Unzufriedenheit und Mißtrauen, und ein kalter, fast gehässiger Blick streifte den selbstbewußten Handelsherrn, als er mit Dora an ihm vorüberflog. „Arthur, mein Junge, wer ist der ältliche Herr, mit dem die Schöne vom Eichengrund jetzt walzt?" fragte Siegfried von Lorm, ein junger Stutzer, den finster dreinschauenden Freund. „Der Onkel des Fräuleins," erwiderte Arthur. „Das hätte ich, auf Ehre, nicht gedacht,“ schnarrte Lorm, sein Monocle in das rechte Auge drückend.„Der alte Knabe tut wahrhaftig, als ober in das junge Mädchen verliebt wäre.“ „* * Paul Helm sah Hans Krämer die schweren Stiefel von den Füßen ziehen, und sich in eine Hängematte werfen. In wenigen Minuten verkündete sein Schnarchen, daß er fest einseschlafen war. Die Ankunft des verabscheuten Tyrannen, der seine Kindheit vergiftet hatte, ließ Paul nicht mehr zur Ruhe kommen. Bei dem ersten Schein der Dämmerung, der sich durch das kleine Fenster des öden Schlafkämmerchens stahl, erhob er sich, in das angrenzende Zimmer zu treten, wo Otto Michels schon mit der Bereitung des Frühstücks beschäftigt war. „Was trieb Sie so früh von Ihrem Lager auf, Freund?“ seagte Michels. „Ich war nicht mehr müde und konnte nicht mehr weiter schlafen. „Hat Sie der Alte, der so spät heraufkam, mit seinem Gepolter gestört?“ „O, nein, ich glaube, ich war schon wach, als er seine Hängematte aufsuchte. Aber wer ist der Mann, der offenbar angetrunken war?“ „Er nennt sich Hans Krämer und ist ein alter Taugenichts, der auch jetzt wenig Gutes im Schilde führt. Kommen Sie, Freund, und trinken Sie eine Tasse Kaffee mit mir, Betty Klaus ist eine Langschläferin und dürfte Sie noch viele Stunden auf Ihr Frühstück warten lassen.“ Paul folgte bereitwillig der Einladung und schloß sich dem jungen Menschen ebenso unbedenklich an, als dieser ihn aufforderte, ihn ans Ufer zu begleiten. „Wir scheinen vom Schicksal zu Gefährten bestimmt," begann Otto Michels, an Pauls Seite am Ufer einherschreitend. „Auch ich habe keine Verwandten, keinen Beruf und keinen Erwerb, und wurde wie Sie, von dem alten Klaus aufgenommen, der mich in seine Gilde einzureihen hoffte, aber der Schlaukopf hat sich in mir geirrt, wenn er in mir ein gefügiges Werkzeug zu finden glaubte. Ich werde mich dem tückischen Flußpiraten so wenig anschließen, wie Sie, den er gleichfalls zu ködern gedenkt.“ Paul hatte dem selsamen jungen Burschen schweigend zugehört, der nach kurzer Pause zu erzählen fortfuhr. Bald kannte Paul alle Erlebnisse, alle Abenteuer Otto Michels. „Ich war von Kindheit an nicht auf Rosen gebettet,“ plauderte Otto weiter.„Einige wenige Jahre schien mein Geschick freundlicher werden zu wollen. Ein alter Herr hatte mich in seine Dienste genommen, mich aber, als er Talent und Lernbegier entdeckte, das Gymnasium besuchen lassen. Ichsollte studieren, und auf diese Weise für meine Zukunft sorgen. In meinen freien Stunden mußte ich meinem Gönner vorlesen, und seine ausgedehnte Korrespondenz erledigen. Ich lebte glücklich und unbekümmert, mich auf mein Abiturientenexamen vorbereitend, als der edle Mann starb, und ich mich aufs neue dem bitteren Kampf ums Dasein ausgesetzt sah. Mittellos wie ich war, durfte ich nicht mehr ans Studieren denken. Mein Wohltäter war ein Sonderlinggewesen, der mit niemand verkehrte. So fehlte mir jede Verbindung, durch die ich hätte vorwärts kommen können. Meine Lehrer erteilten mir gut gemeinte Ratschläge, die sich leider nur als zu unpraktisch erwiesen. Ichwollte Unterricht geben, man bedurfte dessen nirgends, ich bewarb mich um eine Lehrlingsstelle in diesem und jenem Geschäft, man verlangte Auskunft über meine Familie, die ich nicht zu erteilen vermochte. Genug, ich versuchte alles, alles, mich ehrlich durchs Leben zu schlagen. Umsonst!“ „Angesichts des Hafens hatte ich Schiffbruch gelitten, und nirgends, nirgends winkte mir Rettung. Da lernte ich Klaus kennen. Er versprach mir einen sicheren Broterwerb, und wochenlang arbeitete ich an seiner Seite, ehe ich ahnte, welch' dunkler Ehrenmann er in Wirklichkeit war. Jetzt muß ich abermals auf Wege sinnen, mich ehrlich durch die Welt zu schlagen, in meiner Lage eine furchtbar schwere Aufgabe.“ „Ich begreife recht gut, wie Sie, unter ähnlichen Verhältnissen von den Menschen verlassen, beim besten Willen auf Irrpfade gerieten, denn daß Sie nicht aus Neigung dem Gesetz ein Schnippchen schlugen, sieht man Ihnen an.“ „Vielen Dank für Ihre günstige Meinung, Herr Michels. Sie ermutigen mich, Ihnen meine volle Unschuld an dem mir zur Last gelegten Verbrechen zu beteuern, denn jetzt bin ich gewiß, daß Sie meinen Worten nicht Hohn und Zweifel gegenübersetzen werden. Niemals gab ich wissentlich einen Heller falschen Geldes aus. Ich wurde das Opfer einer tückischen Verschwörung, ohne daß ich zu sagen weiß, wer sie anzetteltoo und wer ein Interesse daran hatte, mich ins Elend zu stoßen, mir noch das letzte, das ich besaß, meinen guten Namen zu rauben.“ „Und taten Sie nichts, Ihren geheimen Feind zu entdekken?“ „Er verstand sich so erfolgreich zu verbergen, daß ich gewiß bin, ihn nie ans Licht ziehen zu können.“ „Und was haben Sie jetzt vor?“ „Arbeit zu suchen, wie Sie, mein Freund.“ „Und was sind Sie zu leisten im stande?“ „Ich war ein sehr tüchtiger Buchhalter und meine Vor gesetzten waren bis zu dem Augenblick meiner unvermuteten Verhaftung immer außerordentlich zufrieden mit mir.“ Jetzt war es an Paul Helm, seinem jungen Begleiter zu erzählen, was er erlebt und erduldet hatte. Otto Michels lauschte voll Teilnahme, und reichte dem Gefährten die Hand, um ihm in jugendlichem Eifer ewige Freundschaft zu geloben. „Wenn ich nichts anderes finde,“ fuhr Paul fort,„gehe ich wieder zur See. Für einen Ausgeschlossenen wie ich, ist der schwanke Boden eines Schiffes die beste Heimat.“ „Nicht doch, mein Lieber,“ wendete Otto Michels ein,„Sie sind nicht für das rauhe Seemannsleben geschaffen, und werden Ihre Fähigkeiten am Lande besser verwerten können, als unter den Teerjacken. Wenn ich über Ihre praktischen Kenntnisse verfügte, wäre mir eine Stelle in einem sehr geachteten hiesigen Handlungshause sicher. Bei dem alten Herrn, der dort gebietet, habe ich einen Stein im Brett." 163,20 K —.— — 9 — * — — F G ——. POgE S 8 0D S 63 80 2. 2.C) 9 85 2 * S: 8 m S 55 S 83 □ ah * 2 S 3 5 S S 9E S S S =() 5 " S 5 . 8 5 bg 8 8 S G 35 0 0 5 5. 5 *S SE 9 S 5 — S Se 85 " 9„ : 835 3 2 S S 5 ∆ 195 a S 8 8 8 ns SOSS6 c S 8 8 9 Se S 2.40 2— 887 S SSyE 2. 2 85 5 : 75 Se 9— S Sa#o S 9 5 2 5 2• 550 S— S 5 8 8 S S S 2 5 5 8 S 5 Sa 8 5 5 S 8 8 538 5 9.5 95 Po—en 2 5 □ 5 9. OS S * 6 R 5c D S 27 S S 20 S 0 S—pODGE 8 8 7 9 8 B 8 5 S S 0SgSS 2 9 c 8 8 03S 555 SSsmsn * SE #TI G0S S S. 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SEE 5g2 80 8 5 : 823S — 985 S 2 2 2 e 2 —. ; S 9 9 8 2.8 25 5 2 65 merks im Grundbuche vorliegen; in den Bezirken der Amtsgerichte Schwerte und Unna dagegen hat das Anerbengesetz unbedingte Gültigkeit. Durch das letztere wird der Anerbe insofern günstiger seinen Geschwistern gegenüber gestellt, als bei der Erbaufteilung nicht der Verkaufs=, sondern nur der Ertragswert in Ansatz kommt, und zwar mit 2 Prozent. Ein Gut z B., das einen Wert von 90000 Mark besitzt, hat einen Jahresertragswert von 180 Mark, der, mit 25fachem Betrage kapitalisiert, nur die Hälfte(45000 Mark) des wirklichen Verkaufswertes darstellt. Von diesem Betrage erhält der Anerbe ein Drittel vorweg, so daß noch 30000 Mark verbleiben, worin sich Erbberechtigten einschließlich des Anerben zu gleichen Bezügen teilen. Das Anerbengesetz tritt nur dann in Kraft, wenn kein Testament oder Uebertragsvertrag gemacht ist. Redner hält es aber für das Beste, schon frühzeitig ein rechtsgültiges Testament zu machen und darin die Erbfolge zu regeln; er warnt vor dem eigenhändigen Testament, das er für ein Unglück hält, denn in 8 von 10 Fällen wäre es ungültig. Das beste und billigste wäre das gerichtliche oder notarielle Testament, wobei man die Gewähr habe, daß es nicht angefochten werden könne. Nach einigen Bemerkungen über den Uebertragsvertrag und die westfälische provinzielle Gütergemeinschaft, die durch das Bürgerliche Gesetzbuch aufgehoben worden ist, geht Redner zum Grundbesitz inbezug auf das Wasserrecht und das Bergbaurecht über, zum Schluß seiner interessanten Ausführungen noch kurz den Tierhalterparagraph 883 in seiner neuen Fassung und das Automobilgésetz streifend. An den beifällig aufgenommenen Vortrag schloß sich eine anregende Diskussion.— Im weiteren Verlaufe der Verhandlung wurden die Besoldungsverhältnisse des Schriftführers und Rendanten des Kreisvereins anderweitig festgestellt und die Vergütung von 180 auf 300 Mark erhöht.— Aus der Jahresrechnung für 1908 ist zu erwähnen, daß einer Einnahme von 8981,97 Mk. eine Ausgabe von 8289,17 Mark gegenübersteht, so daß ein Ueberschuß von 692,80 Mark erzielt worden ist. Das Vermögen des Kreisvereins beträgt 4270,74 Mk., an Mitgliedern zählt der= zig Meter. Daselbe 293.— Der Etat für 1909 schließt in Einnahme und Ausgabe mit 5934 Mark ab.— Ueber Kartoffel= und HaferanbauVersuche im Kreise Hörde referierte Dr. Müller=Dortmund, der als beste Kartoffelsorten„Bellona",„Vesta" und„Hilda“ und als besten Hafer den Struweschen bezeichnete. Die Versammlung bewilligte Direktor Dr. Müller eine Entschädigung von 200 Mark für die außerordentliche Belastung mit Geschäften für die Jubiläums=Ausstellung der Landeskultur=Gesellschaft in Dortmund und nahm sodann die Bestimmungen für diese Ausstellung entgegen, womit die Tagesordnung erschöpft war. (Evang. Bund.) Das Provinzialfest des evang. Bundes für die Provinz Westsalen wird in diesem Jahre in unserer Stadt gefeiert. Als Festtage sind der 6. und 7. Juni(Sonntag und Montag nach Pfingsten) in Aussicht genommen. **(Gesangabteilungen.) Wie im kathol. Arbeiterverein St. Stephanus ist jetzt auch innerhalb der Jungfrauen=Kongregation eine Gesangabteilung ins Leben gerufen. Die Leitung dieses letzteren Chores, der seine Uebungen vorläufig in der kathol. Handarbeitsschule in der Haselackstraße abhält, hat Herr Fr. Sczimarowsky übemnommen. **(Infolge der Glätte.) welche der plötzlich eingetretene Schneefall verursacht hatte stürzte gestern abend an der Ecke der Hagenerstraße ein Pferd der Gebr. Sohlenkamp. Erst nach längeren Bemühungen gelang es, das Tier, welches glücklicherweise keine Verletzungen davongetragen hatte, wieder auf die Beine zu bringen. Der Vorfall hutte einen großen Menschenauflauf an der Straße zur Folge. **(Besitzwechsel.) Das alte Pastoratgrundstück der hiesigen kathol. Kirchengemeinde mit aufstehendem Gebäude ist durch Kauf in den Besitz des Herrn L. Weinberg übergegangen. Der Kaufpreis beträgt ca. 33000 Mark, pro Rute 250 Mark. Ein Teil des Grundstücks gehört zum Pfarrfonds. Die erforderliche Zustimmung des Kirchenvorstandes und der Gemeindevertretung ist gesichert; auch dürfte die Aussichtsbehörde ihre Zustimmung zu dem Verkauf wohl nicht versagen. **(Der kathol. Kirchenchor) veranstaltet am Sonntag, den 28. März, im früher Schwermann'schen Saale eine größerFestlichkeit. Zur Aufführung gelangt u. a. ein religiöses Schauspiel aus der Zeit der Kreuzzüge„Das Heiligtum von Antiochien“ mit Solo= und Chorgesang. Die Vorbereitungen zu der Feier, der ein Fest=Gottesdienst in der Kirche vorangeht. sind in vollem Gange. **(Unfall.) Durch voreiliges und dazu noch verkehrtes Abspringen von der Straßenbahn an der Hohenzollernstraße erklärlich aus dem Bestreben, den Kasseler Schnellzug noch erreichen, kam gestern Nachmittag ein Geschäftsreisender zu Fall, schlug auf den Bordstein und zog sich Verletzungen am Knie und einem Handgelenk zu, abgesehen von dem Schaden, den seine Kleidung erlitt. Hinkend pilgerte er dem Bahnhofe.... zu. Daß der Zug versäumt wurde, bedarf keiner besonderen Erwähnung.* **(Lernanfänger.) Die Zahl der fur das neue Schuljahr angemeldeten A=B=C=Schützen betrug für die evangelischen Volksschulen der Stadt Schwerte 215.— In der kath. Schule gelangten ca. 140 Kinder zur Anmeldung. **(Zu der Mandatsniederlegung) des Herrn Stadtv. Schermeng erfahren wir, daß derselbe auf dringendes Ersuchen des Herrn Bürgermeisters Rohrmann sein Amt weiter ausübt. **(Die Vorführungen im Kinematographen.) das Leben und Leiden Jesu zum Gegenstand habend, bildeten in den letzten Tagen das Ziel vieler Besucher. Außer den zahlreichen Erwachsenen, welche diese ergreifenden Bilder an sich vorüberziehen ließen, waren an den Nachmittagen der letzten drei Tage die Schüler der evangelischen und katholischen Volksschulen unserer Stadt Schwerte und der Heide, sowie die Klassen der angrenzenden Gemeinden des Amtes Westhofen unter Fführung der Lehrerschaft erschienen, um durch die Bilder, zu denen als Anhang noch Messina vor und nach der Zerstörung und der Einzug des englischen Königspaares in die deutsche Reichshauptstadt gezeigt wurden, eine Bereicherung ihres Anschauungskreises zu erfahren. *(Auf Wunsch) der im„Grüntal“ wohnenden Witwe Grund teilen wir gern mit, daß ihr 9jähriger Sohn mit der Diebstahlsgeschichte, über die wir in gestriger Nummer unter der Spitzmarke„Früh verdorben" berichteten, nichts zu tun hat. Der Knabe liegt übrigens auch schon längere Zeit schwer erkrankt darnieder. ** Lichtendorf, 25. Fedr.(Gemeinde=Vorsteher.) Der langjährige stellvertretende Gemeindevorsteher Herr Fr. Hohenschwert ist vom Landratsamt zum Vorsteher der Gemeinde Lichtendorf ernannt nachdem bereits zwei von der GemeindeVertretung getätigte Vorsteher=Wahlen nicht die Bestätigung der Behörde gefunden hatten. ** Höchsten, 25. Febr.(Schulpersonalie.) Herrn Lehrer Hermann Kipper von hier ist eine Lehrerstelle an der evang. Volksschule zu Brackel(Kr. Dortmund) übertragen worden. (—) Ergste, 24. Febr.(Amtsversammlung.) Am 4. März, nachmittags 4 Uhr, findet im hiesigen Amtshause eine Sitzung der Amtsverordneten des Amtes Ergste statt. Auf der Tagesordnung steht„Wahl eines stellvertretenden Mitgliedes des Sparkassenvorstandes, Aufbringung der Kosten für das Gewerbegericht und verschiedene kleinere Sachen. (—) Ergste, 24. Febr.(Recht ungemütlich) haben sich gestern abend hier einige Karnevalsbrüder benommen. Nachdem sie erst tobend das Dorf durchzogen hatten, warfen sie an dem Hause eines hiesigen Einwohners eine Eisglasscheibe im Werte von 15 Mark ein. (—) Ergste, 24. Febr.(Diebstahl.) Dem Landwirt Heinrich Selve wurde in einer der letzten Nächte ein wertvoller Hund gestohlen. Der Täter ist ermittelt und zur Anzeige gebracht worden. (—) Bürenbruch, 24. Febr.(Neuer Verein.) Hier hat sich in den letzten Tagen ein neuer Verein unter dem Namen„Dramtischer Dilettanten=Verein Linde“ gebildet." Das Vereinslokal ist beim Wirt Tönnies. Zum Vorstand wählte man die Herren Gust. Caspari, Diedr. Gerling. Wilh. Eirmbter, O. Schäfer, Louis Tönnies. O. Peuckmann und E. Schäfer. ** Hörde, 24. Febr. Im hiesigen Pionierverein, der bekanntlich im Sommer dieses Jahres, voraussichtlich in der ersten Hälfte des Juni, das Fest der Fahnenweihe begeht, herrscht schon seit längerer Zeit rege Tätigkeit, um den bedeutungsvollen Tag würdig vorzubereiten. Es ist bereits bekannt geworden, daß der Verein beabsichtigt, an der Buschmühle am Nachmittage des Festtages ein militärisches Schauspiel zur Aufführung zu bringen, wie es in unserer Gegend bisher noch nicht gesehen worden ist, nämlich der streckenweise Bau einer Pontonbrücke mit Normalspannung und einer Länge von fünfBelgrad und Cetinje zu bändigen. Gewisse Balkanvölker mißbrauchen die Geduld Europas schon allzulange. Die Behauptung, daß Frhr. von Aehrenthal Serbien und Montenegro umzingele, ist eine alberne Lüge. 20 Personen ertrunten. Hamburg, 25. Febr. Im Kuhwerder Hasen am Kaiser Wilhelmhöft ereignete sich gestern abend ein schweres Unglück. Der Passagierdampfer der Hamburg=Amerika=Linie„Kaiserin Auguste Viktoria“, der am 27. Februar seine Fahrt nach Newyork antreten soll, wird augenblicklich im hiesigen Hafen befrachtet. Für diesen Zweck ist das Deck des Schiffes und der Kai durch eine lange Laufbrücke verbunden. Gestern abend 8 Uhr brach die Brücke in dem Augenblick, als sich 30 darauf befanden, in der Mitte durch. Sämtliche Personen fielen ins Wasser. Nach den ersten Feststellungen, die in der Dunkelheit gemacht werden konnten, sollen 20 Personen ertrunken sein. Die Feuerwehr, die sofort zur Hilfe gerufen wurde, konnte sieben schwerverletzte Personen retten, darunter drei Knaben. Die Verunglückten sind Schauerleute und Bedienstete des Schiffes. Wen die Schuld an dem Unglück trifft, ist noch nicht feststehend. Furchtbares Erdbeben. Konstantinopel, 25. Febr. Einer Depesche aus Siwas zufolge sind in Kotsch Hisar durch Erdbeben 1500 Häuser zerstört, 37 Menschen getötet, und eine Anzahl Personen verletzt worden. Die Regierung hat eine Hilfsaktion eingesetzt. Wochenmarktspreise. Schwerte, 24. Febr. Kartoffeln, per Zentner 3,50 Mk., Butter, per Pfd. 1,20—1,30 Mk., Eier, 12 Stück 1,00 Mk.; Rindfleisch, per Pfd. 75, Schweinefleisch 80, Kalbfleisch 75, Hammelfleisch 70, geräucherter Speck 80—90 Pfg. erforderliche Material ist dem Verein von dem Westfälischen Pionierbataillon Nr.. 7 in Deutz bereitwilligst zur Verfügung gestellt worden, das zu dem Feste auch eine Delegation von 30 Angehörigen des Bataillons entsendet. Das Pontonieren bezweckt die gründliche Ausbildung der Pioniere in der Handhabung und Verwendung des Kriegsbrückengeräts; es soll sie befähigen, das auf den Uebungsplätzen Erlernte im Kriege der Lage entsprechend schnell und richtig anzuwenden. Das Ponton ist ein Brückenschiff aus verzinktem Stahl= oder Eisenblech. 7,50 Meter lang, 1,50 Meter breit und im Lichten 0,81 Meter hoch; die beiden spitz zulaufenden Enden heißen Kaffen, die Langseiten Borde, das Gerippe bilden 13 Knie aus Winkeleisen. Das Gewicht eines Stahlpontons beträgt ungefähr 395 Kilogramm, es hat unbelastet 0,72 Meter Bordhöhe und eine Tragfähigkeit von 6000 Kilogramm.— Der Pon#brückenbau wird von den Mitgliedern des festgebenden Vereins, nicht etwa von den aktiven Angehörigen des Bataillons. ausgeführt. Drahtmeldungen. Konferenz sämtlicher deutschen Finanzminister. Berlin, 25. Febr. Sämtliche deutsche Finanzminister hielten gestern hier eine mehrstündige Beratung ab und beschlossen, an der Nachlaßsteuer festzuhalten und eine Reichseinkommenoder Vermögenssteuer in jeder Form abzulehnen. Krieg oder Frieden? Paris, 25. Febr. Der Wiener Korrespondent des„Matin“. will an zuverlässiger Stelle erfahren haben, daß Oesterreich die drei Armeekorps von Arad, Agram und Laibach bereits vollständig mobilisiert und den Armeelieferanten Auftrag für schleunigste Lieferung erteilt habe. In Wiener militärischen Kreisen sei man überzeugt, daß ein Krieg unvermeidlich ist. Wien, 25. Febr. Zur Beurteilung der Situation wird dem Berliner Korrespondenten der„N. Fr. Pr.“ die Tatsache bezeichnet, daß zwei Mächte, nämlich Frankreich und Deutschland, fest entschlossen sind, es unter keinen Umständen zum Kriege kommen zu lassen. Kriegsstimmung in Rußland. Wien, 25. Febr. Wie aus Petersburg gemeldet wird, wird dort die panslavistische Bewegung immer weiter geschürt. Die Begeisterung für die serbische Sache ist im Wachsen begriffen, und eine große Anzahl Freiwilliger meldet sich zum Eintritt in die serbische Armee. Großbritannien hetzt. London, 25. Febr. Nach den Londoner Morgenblättern zu urteilen, steht Europa am Vorabend eines Krieges, der sich leicht aus einem lokalen Konflikt zwischen Serbien und Oesterreich=Ungarn zu einem großen europäischen Kriege entwickeln Verantwortlich: Für Politik, Feuilleton und verwandte Gebiete: Hans Schlinzigk; für Lokales. Provinzielles und Inserate: Friedrich Kraas, Druck und Verlag von Carl Braus, sämtlich zu Schwerte Die Morgenblätter nehmen fast ohne Ausnahme eine feindselige Haltung gegen Oesterreich=Ungarn an. Es scheint, daß die serbischen Hetzer nicht nur von den russischen Panslawisten, sondern auch von einem Teil der englischen Presse eine gefährliche Aufmunterung erhalten. Demonstration in Serbien. Belgrad, 25. Febr. Gestern Nachmittag fand vor dem Konak des Königs eine Demonstration zugunsten der neuen Regierung statt. Die Menge schrie:„Es lebe die starke Regierung! Hoch König Peter!" und ähnliches. Für heute sind neue Kundgebungen geplant. Die Universitätsjugend beabsichtigt vor dem Gebäude der Skupschtina eine Manifestation für die neue Regierung, die sich in der heutigen Kammersitzung vorstellen und ihr Programm entwickeln wird. Tätige Nächstenliebe. Magdeburg, 25. Febr. 80 Familien haben sich bereit erklärt, Kinder aus dem Ueberschwemmungsgebiet in Verpflegung zu nehmen. Einschreiten der Mächte. Paris, 25. Febr. Die meisten Morgenblätter sprechen sich mit großem Nachdruck für ein energisches Einschreiten der Mächte in Belgrad aus. So schreibt„Radical“: Man muß die Serben wissen lassen, daß Europa ihretwegen keinen Krieg sich entfesseln lassen wird. Man muß in Belgrad zu verstehen geben, daß die Serben auf keinerlei Hilfe zu rechnen haben.— „Eclair“ sagt: Oesterreich hat zu viele Bürgschaften für seine friedlichen Absichten gegeben. als daß die Gefahr, es könne die Regelung der Frage selbst in die Hand nehmen, sehr groß wäre. Nichtsdestoweniger ist die Lage gespannt genug, daß Europa endlich in Serbien die Stimme der Vernunft hören lassen sollte. —„Republice Francaise“ schreibt: Muß man deswegen, weil wahnwitzige panserbische Prätentionen vorhanden sind, in ganz Euxopa einen Kriegsbrand entfachen? Das ist unmöglich Wenn es noch ein Europa gibt, so muß es alle zur Verfügung stehenden Zwangsmittel gebrauchen, um die Tobsüchtigen von Komitee für die durch Hochwasser betroffenen Hilfsbedürftigen. Protektor: Seine Kaiserliche und Königliche Hoheit der Kronprinz des Deutschen Reiches und von Preußen. Aufruf! Weite Gebiete unseres Vaterlandes sind durch Hochwasserschäden schwer betroffen. Hilfe— und zwar baldige und ausgiebige Hilfe— tul dringend not, um viele unverschuldet ins Unglück geratene Mitbürger vor Not und wirtschaftlichem Verfall zu bewahren. Neben der vom Staat und den beteiligten Kommunalverbänden zu erwartenden Hilfe ist ein kraftvolles Eingreifen der freiwilligen Liebestätigkeit dringend erforderlich. Unser Volk, das schon bei so mancher Notlage im Inland wie im Ausland noch bis in die jüngsten Tage Hilfsbereitschaft und Opferwilligkeit gezeigt hat, wird mit warmem Herzen und offener Hand auch für diese unsere notleidenden Brüder eintreten. Wir bitten demgemäß alle hilfsbereiten Frauen und Männer unseres Vaterlandes, überall Sammlungen zu veranstalten und alle Spenden, auch die kleinsten, entweder durch Vermittlung der zu errichtenden Provinzialkomitees oder direkt hierher abzuführen. Ueber die eingehenden Gaben wird demnächst öffentlich quittiert werden. Bureau des Komitees befindet sich Berlin N. Alsenstraße 10. Das Präsidium: von Moltke, von Kröcher, Staatsminister.., Wirklicher Geh. Rat. Präsident des Abgeordnetenhauses. B. von dem Knesebeck, Emil Selberg, Vize=Oberzeremonienmeister. Kommerzienrat. Vorsitzender der Preußischen Lanvesvereine vom Roten Kreuz. Geldspenden nehmen entgegen: Die Reichsbank=Haupt=, Reichsbank= und Reichsbank=Nebenstellen, die Königlich Preußische Seehandlung, sämtliche Reichspostanstalten, Bank für Handel und Industrie, Berliner Handelsgesellschaft, S. Bleichröder, Commerz= und Diskontobank, Deutsche Bank. DiskontoGesellschaft, Mendelssohn& Co., Mitteldeutsche Creditbank, Nationalbank für Deutschland, A. Schaaffhausenscher Bankverein. Dresdner Bank, sowie die sämtlichen Depositenkassen vorstehender Banken Georg Fromberg& Co., Delbrück, Leo& Co., F. W. Krause& Co., von der Hevdt& Co., Jacquier& Securius. Bekanntmachung. Die am 27. November v. Is. getatigte Wahl des Bergmanns Louis Ledüc zu Loh als Gemeindeverordneter der 3. Abteilung der Gemeinde Hacheney ist durch Beschluß der Gemeindevertretung vom 14. Dezember 1908 für ungültig erklärt worden. Zur nochmaligen Vornahme der Wahl habe ich Termin 01„ Freitag, den 2. April cr., vormittags von 10 bis mittags 12½ und nachmittags von 3½ bis 6 Uhr in dem Lokale des Wirts Wienold zu Benninghofen anberaumt. Es wählt nur die dritte Abteilung. Das Verzeichnis der stimmberechtigten Gemeindeeingesessenen ist vom 27. d. Mts. an auf 4 Wochen bei dem Herrn Gemeindevorsteher zu Brücherhof und eine Abschrift der Abteilungsliste bei dem Herrn Ortsvorsteher zu Brünninghausen zur Einsicht offin gelegt.. k.; aum an. Reklamationen gegen dasselbe, welche dei dem Gemeindevorsteher anzubringen sind, machen die spätere Wahlhandlung nur dann ungü tig, wenn erst nachher eine Abänderung des Verzeichnisses verfügt wird, durch welche der Gewählte die absolute Stimmenmehrheit verliert. Zur Teilnahme an der Wahl sind nur diejenigen Mitglieder der Gemeinde berechtigt, welche I. preußische Untertanen und selbständig sind und II. seit einem Jahre 1. keine Armenunterstützung aus öffentlichen Mitteln empfangen, 2. die sie betreffenden Gemeindeabgaben bezahlt u. 3. von ihrem Grundbesitz in der Gemeinde mindestens zu 6 M. Prinzipalgrundsteuer oder zu mindestens 6. Mk Einkommensteuer bezw. 4 Mk. singierter Einkommensteuet gegenlagt sind. Wellinghofen, den 23. Februgr. 1909. Der Amimann. 933 Hartung. nstmädchen auf sofort gesucht. Von wem zu erfr. in der Geschäftsstelle d. Blattes. Aelteres. 930 Landmädchen sucht Stellung gegen geringen Lohn. Frau Christine Duisdicker, Stellervermittlerin, Teichstr. 3. Zu April ein 894 junges Mädchen gesucht zur gründlichen Erlernung d. feineren Küche u. d. Haushalts. Gasthof Westermans, Aplerbeck. Ein ordentliches 900 Dienstmädchen gesicht. D. Mayer, Oftenstr. 12. Zu Ostern suche intelligenten für Kontor und Lager. Wilh. Vorggräfe, Westhofen. 925 Sohn ordentlicher Eltern mit guter Schulbildung sofort als 902 Lehrling gesucht. Schwerter Brotfabrik, Holzen. Per sofort mehrere jugendliche Arbeiter gesucht. 924 Wilh. Borggräfe, Westhofen. Modl. Humer mit voller Pension und elektrischem Licht an besseren Herrn zu vermieten. 923 Zu erfragen in der Geschäftsstelle dieser Zeitung. 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Margarine per Pfd. 60, 70, 80 Pfg., Schweizerbutter per Pfd. 1.00 Mk., Kaffee in allen Preisen, Preisselbeeren Gurken, Kraut, Gelee, Schrubber, Abseifbürste, Besen, Schweizerkäse, Holländerkäse, Edamerkäse kaufen Sie am billigsten bei Wilkes, Behchotstroses 25. Bei der feuren Zeit welche zum Rechnen zwingt, (12 verteilen einsichtsvolle Eltern die Ausgaben für die Konfirmation ihres Kindes auf eine grössere Spanne Zeit und sehen sich jetzt schon nach einem hübschen und preiswerten Gesangbuch um Verschiedene Vorteile bieten sich solch rechtzeitigem Einkauf: Die Auswahl ist jetzt noch bedeutend grösser als 8 Tage vor der Konfirmation: der Namen-Aufdruck kann in Ruhe vorgenommen werden, eventl. Umtausch ist noch möglich; allerlei Wünsche können berücksichtigt werden usw. Grosses Lager in Gesangbüchern aller Preislagen hält vorrätig Carl Braus Gr. Marktstrasse 3—5. Von heute ab 931 4 Kalbfleisch — per Pfd. 70 Pfg.— Adolf Schäfer, Wilhelmstraße. Sämtliche 926 Waldeck-Pyrmonter Landsleute werden freundlichst ersucht, sich Sonntag, den 28. Februar, nachmittags 4 Uhr, beim Wirt Kordeck, Bahnhofstraße zu einer Besprechung einzufinden. Mehrere Landsleute. Alle Vögel wenn sie nur mit dem vielfach preisgekrönten Voß'schen Vogelfutter gefüttert werden. „Sanssouci“ ist das neue Futter f. d. Vögel, welche krank u. i. d. Mauser sind. Naturg Mischung f j. Vogelart. Cinz. Empf. 1. Aut or. Illustr. Preisl= öb. Bögel, Käfige Aquarten erc. durch Gust. Voß, Hofl., Köln Rh., umsonst. In Schwerte bei 714 L. Weinberg, Adolf Kalsbach. Gut erhaltene Bettstelle mit Matratze billig zu verkaufen. Zu erfragen in der Expedition der Schwerter Zeitung. 932 Bekanntmachung. Der Kaufmann Ernst Klein in Schwerte ist als Schiedsmann für den Schiedsmannsbezirk II und als Schiedsmannsstellvertreter für den Bezirk I der Stadt Schwerte für eine weitere Amtsdauer von 3 Jahren bestellt und beeidigt. 928 Schwerte, den 23. Februar 1909. Königliches Amtsgericht. 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Seebataillon in Tsingiau(China). Einstellung: Oktober 1909, Ausreise nach Tsingtau: Januar 1910, Heimreise Frühjahr 1912. Bedingungen: Mindestens 1.65 m groß, kräftig. vor dem 1. Oktober 1890 geboren(jüngere Leute nur bei besonders guter körperlicher Entwicklung). Bauhandwerker (Maurer, Zimmerleute, Dachdecker, Tischler, Glaser, Töpfer, Klempner uso) und andere Handwerker(Schuster, Schneider, Gärtner usw.) bevorzugt. In Tsingtau wird außer Löhnung und Verpflegung täglich 0,50 Mark Teuerungszulage gewährt. Meldungen mit genauer Adresse sind unter Beifügung eines vom Zivilvorsitzenden der Ersatzkommission ausgestellten Meldescheins zum freiwilligen Diensteintritt auf drei Jahre zu richten an: Kommando des III. Stammseebataillons, 935. Wilhelmshaven. Ialte ständig großes Lager in Tiliten Etikett und Monogramm Buchtinte verschiedener renommiertester Fabriken. Desgleichen leiste für die Tinten mit eigenem weitgehendste ae Garantie. 5 - Buch= u. Kopiertinte. Farbige Tinten, Tuschen, Hektographentinte,*** Stempelfarben 2c. 2c.— Carl Braus, Schwerte Gr. Marktflkr. 3—5. Bekannfmachung. Einstellung von Dreijährig=Freiwilligen für die Matrosenartillerie. — Abteilung Kiautschau in Tsingtau(China). Einstellung: Oktober 1909. Ausreise nach Tsingkau: Januar 1910 bezw. 1911, Heimreise: Frühjahr 1912. Bedingungen: Mindestens 1.67 m groß, kräftig. vor dem 1. Oktober 1890 geboren(jüngere Leute nur bei besonders guter körperlicher Entwickelung). In Tsingtau wird außer Löhnung und Verpflegung täglich 0.50 Mark Teuerungszulage gewährt. Meldungen mit genauer Adresse sind unter Beifügung eines vom Ziviloorsitzenden der Ersatzkommission ausgestellten Meldescheins zum freiwilligen Diensteintritt auf drei Jahre zu richten an: Kommando der Skammabteilung der Matrosenartillerie Kiautschau, Curhaven. 936