Amtliches Kreisblatt = für den Kreis börde. mhmmmmrni nrachrmmmmrmmrrmmmmrruc grmrrn Verbunden mit der„Schwerter Volkszeitung“ und dem„Schwerter Volksblatt“ Die„Schwerter Zeitung“ erscheint täglich, ausser Feiertags. Bezugspreis: Mk. 1.6s vierteljährlich, bei der Post 42 Pf. für Bestellgeld mehr. Wöchentliche Gratis-Beilage:„Illustrierter Familientreund“. 9 0 0 COOOOOOOOO 0 Anzeigenpreis. Die sechsgespaltene Petitzeile oder deren Raum 10 Pf., Anzeigen von auswärts 1S Pf., Reklamezeile 40 Pf. 2 Die„Schwerter währt Ihrer jeden mit Cod fal) gemäss unungen H. Zeitung" geAbonnenten für endenden Unseren BedingUnterstützung. 25 Alle Kreis- und Lokalpolizeilichen Verordnungen für den Kreis Hörde erlangen gemäss Bekanntmachung der Königl. Regierung durch Veröffentlichung in der„Schwerter Zeitung“ rechtsverbincliche Kraft. o o 0 CCC0C0CC 0 0 Druck u. Uerlag von Carl Eraus, Schwerte. Fernsprech-Anschluss Nr. 62 Amt Schwerte. Telegr.-Adresse: Braus, Schwerte-Ruhr Erstes und ältestes Tagesorgan des Kreises. Ö Haupt-Annoncenblatt. Nr. 46. Mittwoch, den 24. Februar 1909. 41. Jahrg. Sestes Wrart. Dreußischer Landtag. 38. Sitzung. Dienstag, 23. Februar. Am Ministertisch: v. Arnim. Präsident v. Kröcher eröffnet die Sitzung um 11¼ Uhr. Die zweite Lesung des Landwittscha tsetats wird fortgesetzt. BBeim Titel„Veterinärwesen“ beklagt Abg. Klausener(Z.) die Ueberwachung des Fleischverkehrs im Landtreise Köln von der Stadt Köln aus. Geheimrat Schröter erwidert, daß das aus finanziellen Gründen die vorteilhafteste Art der Ueberwachung ist. Abg. Frhr. v. Maltzahn(k.) fordert energische Bekämpfung der Tierkrankheiten durch den Staat. Es handle sich darum, große Werte der Landwirtschaft zu schützen. Eine Entschädigungspflicht bei Maul= und Klauenseuche sei notwendig. Landwirtschaftsminister v. Arnim: Was zur Bekämpfung der Tierkrankheiten geschehen kann, ist und wird geschehen. Wir können aber nicht ohne weiteres die gewünschte Entschädigungspflicht des Staates einführen. Dazu wäre ein besonderes Gesetz esbenoge..... Zitionssonds zu Prämien bei Wie Beim Titel„Dispositionsfonos zu Pramien bei Pferderennen“ beantragen die Abgg. Schulze(k.) und v. Oertzen(fk.) 300 000 U, die jetzt unter den außerordentlichen Ausgaben angefordert werden, auf dauernde Ausgaben zu übernehmen. Abg. Hertzen(ft.) begründet den Antrag. Eine gute sordert werden, auf dauernde Ausgaben zu v. werpen gst, vegrundet, den Antrag. Eine gute Pserdezucht sei nur möglich, wenn die Pferde auf der Rennbahn erprobt werden. In Frankreich würden die Rennvereine staatlicherseits weit mehr unterstützt, als bei uns. Wenn die Regierung sich weiter auf diesem Gebiet so zurückhält, würde uns Frankreich bald überflügeln.(Beifall.) Landwirtschaftsminister v. Arnim: Den Ausführungen des Vorredners über die Bedeutung der Pferdezucht stimme ich zu, muß aber dem Antrage entschieden entgegentreten. Abg. Graf Henckel=Donnersmarck(Z.) empfiehlt den Antrag vom militärischen Standpunkt aus. Man müsse für eine gute Pferdezucht sorgen, damit wir im Kriegsfalle nicht Mangel an Pferden haben, wie es England beim Burenkriege ergangen I/.. i, Mastur Ki## m. un. uunb fastAbg. Schulze(k.): Wir wollen die 300000 A dauernd festlegen gerade im Interesse der kleinen Rennvereine. Da der iinister dem Antrage widersprochen hat, ziehe ich ihn zurück, bitte aber eine Resolution anzunehmen, die für den nächsten Etat die Uebernahme ins Ordinarium fordert. Ein Regierungskommissar vom Finanzministerium bittet, auch die Resolution abzulehnen.(in wautn Ei.#. Abg. Funck(Fr. Vp.) lehnt namens seiner Partei die Resolution ab.„„ k.hA-fe Asg. Glatzel(nl.): Die kleinen Rennvereine bedürfen einer gewissen Sicherheit. Meine Partei wird daher zum größten Teil für die Resolution stimmen. Die Resolution wird gegen die Linke angenommen. Beim„Dispositionssonds zur Förderung des Molkereiveiens“ empfiehlt.) 5i, Masiters Einrichtung wan Abg. Dr. Hoeveler(Z.) die weitere Einrichtung von Mil schankstellen. Das liege besonders im Interesse der Arbeiter. Au in Fabriken und Wirkstätten sollte man Milch ausschenken. Der Redner empfiehlt die Unterstützung der Milchschankgesellschaf für Rheinland und Westfalen.„ 611 Minister v. Arnim: Wir erkennen die Bedeutung dieser dieser Bestrebungen für die Volksgesundheit durchaus an. Beim Kapitel„Förderung der Fischerei“ bedauert Abg. v. Klöden(B. d. L.) die Verunreinigung des Mains und des Rheins durch Abwässer. Den Schiffer im kleinen Kahne ergreife es mit wildem Weh, wenn er diese Mißstände sehe(Heiterteit) 4 P411, Li, Baaiarung un nersn Abg. Schwabach(nl.) bittet die Regierung, zu versuchen, den Fischstand zu vermehren und geeignete Mittel zur Erreichung dies.3 Zieles zu erwägen. 6richtung man 2. Abg. Kreth(k.) empfiehlt Einrichtung von Fortbildungskursen zur Weckung des Verständnisses für die Bedeutung der Fischerei, namentlich im Osten. Beim Kapitel„Landesmeliorationen, Moor=, Deich=, Uferund Dünenwesen besürwortet Abg. v. d. Hagen(3.) eine Neugestaltung des Meliorationsplans, da, vor dre ßig Jahr n aufgestellt, heute teilweise veraltet sei. Die Moorkultur müsse träftig gesördert werden. Abg. Dr. v. Woynalst.): Die Förderung der Moorkultur ist dringend nötig. Die Kanäle, namentlich in Hannover bedürfen des weiteren Ausbaues... Gundmirtschaftsminister Abg. Graf Spee(Z.) bittet den Landwirtschaftsminister, am Niederrhein geschädigte Landeskulturinteressen gegenüber dem Strombaufiskus zu vertreten. Kinister v. Arnim: Der Moorkultur haben wir unser Au imerk längst zugewandt. Die Tatsache, daß immer weniger Tor, bei uns verkauft wird, hat uns dazu geführt, es mit einer neuen Art der Torfverwertung auf elektrischem Wege zu versuchen. Hoffentlich wird das von anderen Unternehmern nachgeahmt. Abg. Heine(nl.) regt umfassendere Aufforstungen auf dem Eichsselde an. Die Forsten sind der einzige Schutz gegen die großen Unwetter, von denen das Eichsfeld heimgesucht wird. Abg. Tourneau(Z.) unterstützt die Anregung. Abg. Westermann(nl.) betont die Notwendigkeit der Forderung der landwirtschaftlichen Vereine. Abg. Dietrich(Fr. Vp.) bittet um Unterstützung der Obstbaugenossenschaften. Abg. Wallenborn(Z.) tritt ebenfalls für den heimischen Obstbau ein. Abg. Tourneau(Z.) empfiehlt eine mildere Praxis bei der Verteilung von Mitteln an die Landwirte in den westlichen Provinzen. Das Haus vertagt sich. Mittwoch, 11 Uhr: Landwirtschafts= und Gestütsetat, Hochwasserinterpellation. Schluß nach 4 Uhr. Politische Uebersicht. Deutschland. Der Kaiser wird am Dienstag kommender Woche zur Rekrutenvereidigung nach Wilhelmshaven fahren und bei günstigem Wetter Helgoland besuchen und über Bremen nach Berlin heimkehren.— Der Stadtrat von Messina hat dem Kaiser seinen Dank für alle zuteil gewordene Unterstützung ausgesprochen. Die Verständigung in Sachen der Reichssinanzresorm ist zwar noch nicht erzielt, wird aber gefunden werden, so meint die freisinnige Frankf. Ztg. Das Blatt bestreitet die Richtigkeit der von der Kreuzztg. erhobenen Behauptung, daß das Zentrum die Führung in Sachen der Finanzreform übernommen habe und sagt dann weiter: Wenn die Linke Gewißheit haben will, daß ein Teil der Bedürfnisse der Steuerreform durch direkte Steuern auf den Besitz aufgebracht wird, so liegt darin keine Beleidigung der Konservativen, sondern nur eine durchaus angebrachte Vorsicht. Die Frage wird sich einfacher lösen lassen, wenn sich erst herausstellt, daß die Verbündeten Regierungen auf den Gedanken der Erhebung einer Besitzsteuer in den Einzelstaaten eingehen. Es wird ihnen nichts anderes übrig bleiben, und sie sind schon auf dem Wege dazu. Mittelmeerreise des Königs August von Sachsen. Der König wird am 27. Februar, abends 7,15 Uhr, sich mit dem Schnellzug über Köln nach Antwerpen begeben und dort am 1. März an Bord des Reichspostdampfers„Bülow“ des Norddeutschen Lloyds die Seereise nach Süditalien antreten. Neapel verläßt der König den Dampfer und nimmt daselbst einen mehrtägigen Aufenthalt. Die Rückreise wird bis Genua zu Schiff und von dort mit der Eisenbahn erfolgen. Das Wiedereintreffen in Dresden ist für den 29. März früh in Aussicht genommen. Die nächste Sitzung des Herrenhauses, die sich mit der Gehaltsaufbesserungsvorlage für die Beamten, Lehrer und Geistlichen zu befassen haben wird, wird bereits Anfang März stattfinden. Nachdem die Vorlagen in einer Kommission durchberaten sind, sollen sie unverzüglich dem Plenum zugehen, so daß alle Hoffnung vorhanden ist, daß sie gegen Ende des Etatsjahres zu verabschieden ist, um die Beamten. Lehrer und Geistlichen bald in den Genuß der ihnen zugedachten Unterstützung zu setzen. Die Familiensprache der Schulkinder in Preußen. Nach einer Feststellung des Königl. Statistischen Landesamtes über das gesamte niedere Schulwesen in Preußen im Jahre 1906 sprachen von 6554 837 Kindern: nur deutsch 5645 342. nur polnisch 611190, polnisch und deutsch 125 361, nur kassubisch 26 350. kassubisch und deutsch 3592, nur masurisch 40 107. masurisch und deutsch 17647, nur litauisch 10775, litauisch und deutsch 7864, nur mährisch 8134, mährisch und deutsch 5187, nur tschechisch 3233, tschechisch und deutsch 2001, nur wendisch 9073, wendisch und deutsch 3029, nur sonst slawisch 605, nur dänisch 22291, dänisch und deutsch 2153. Seit 1891 hat sich die Zahl der nur polnisch sprechenden Kinder von 498585 auf 611 190 vermehrk. Eine neue Laufbahn in der Marine. Wie nicht allgemein bekannt sein dürfte, hat die Marineverwaltung die Bildung einer neuen Mannschaftslaufbahn in die Wege geleitet, der im besonderen die Instandhaltung der maschinellen und elektrischen Einrichtungen der Artillerieanlagen zufallen soll. Bisher geschah dies teils durch das Büchsenmacher= teils durch das Feuerwerker= und teils durch das Maschinenpersonal. Die immer komplizierter werdenden, stetig sich vergrößernden Artillerieanlagen an Bord der modernen Schiffe stellen jedoch heute an das zu ihrer Beaussichtigung und Instandhaltung bestimmte Personal so hohe Anforderungen und verlangen so eingehende Fachkenntnisse, daß es notwendig erschien, ein lediglich hierfür bestimmtes Personal zu schaffen, das sich vor allem aus jungen Elektrotechnikern, Waffentechnikern, Mechanikern und Schlossern ergänzen soll und in das, wie verlautet, auch das zurzeit vorhandene Büchsenmacherpersonal als Personalstock übernommen werden wird.— Anmeldungen für die neue Laufbahn(Artilleriemechanikerlaufbahn) nehmen die I. Werftdivision in Kiel und die II. Werftdivision in Wilhelmshaven entgegen. Die Artilleriemechanikerlaufbahn soll mit dem„Artillerieobermechaniker“ enden, der zur Klasse der„Deckoffiziere“ gehört. Dieser Dienstgrad, den es nur in der Marine gibt, bildet den Abschluß der meisten Unteroffizierlaufbahnen in der Marine, soweit sie nicht, wie z. B. die Feuerwerkerlaufbahn, noch eine Offizierlaufbahn eröffnen. Die„Deckoffiziere" beziehen Gehalt und sind pensionsberechtigt, weshalb sie oft in mit Marineverhältnissen nicht vertrauten Kreisen für eine Klasse der Offiziere gehalten werden, zumal wenn sie nach ihrer Verabschiedung nicht die ihrem früheren Dienstzweig entsprechende Bezeichnung, wie z. B. Obersteuermann a. D. oder Maschinist a. D., sondern die allgemeinere, alle Dienstzweige umfassende des„Deckoffiziers" oder„Oberdeckoffizers a. D.“ wählen. Große Pionierübungen. Bei Posen, Karlsruhe und am Niederrhein sollen in diesem Jahre unter Leitung der PionierInspekteure große Uebungen abgehalten werden. Laut kaiserlicher Anordnung müssen alle Fußtruppen bis zum 30. September 1909 in ihre Quartiere zurückgekehrt sein. Die 22. Hauptversammlung des Evangelischen Bundes wird vom 23. September bis 27. September in Mannheim stattfinden. Vor einigen Tagen fand die erste Sitzung des vorläufigen Festausschusses statt. Es ist folgendes Programm festgesetzt worden: Am 23. und 24. September sind geschlossene Beratungen der Vorstände, am 25. September Mitgliederversammlung und große Volksversammlung, am 26. September Hauptversammlung und Volksversammlungen, am 27. September gemeinsame Fahrt nach Heidelberg. Vergarbeiter=Versammlungen. In allen preußischen Bergrevieren finden kommenden Sonntag Bergarbeiter=Versammlungen statt, die sich mit dem neuen preußischen Berggesetz, sowie mit den verschiedentlich vorgekommenen Kündigungen und Lohnherabsetzungen befassen werden. Zu Gunsten der Finanzreform. Die Nordd. Allg. Itg. stellt mit Genugtuung fest, daß in 42 deutschen Städten Versammlungen zugunsten der Reichsfinanzreform stattfanden und in 14 anderen bevorstehen. Aus dem Auslande. Oesterreich=Ungarn. Wien, 23. Febr. In der Ausgleichsfrage mit Ungarn führt Kaiser Franz Joseph wieder eifrige Verhandlungen. Sowohl der österreichische Ministerpräsident Bienerth wie der ungarische Handelsminister wurden vom Monarchen empfangen, auch der ungarische Minister des Innern Graf Andrassy hat dieser Tage eine Audienz beim Kaiser. Danach sollen die Entscheidungen fallen. Am Mittwoch tritt der ungarische Reichstag zusammen, um die Rekruten=Vorlage zu erledigen.— Die Gärung in der inneren Politik Oesterreichs dauert fort. Die Tschechen wollen, wie auch die gelegentlichen Ausschreitungen am Sonntag in Prag wieder zeigten, um keinen Preis Frieden mit den Deutschen halten. Auch die strafferen Maßnahmen der österreichischen Regierung haben keine dauernde und gründliche Besserung gebracht. Frankreich. Paris, 23. Febr. Der französische General und Draufgänger d'Amade hat Marokko verlassen, um nach Frankreich zurückzukehren. Diese Tatsache bietet eine starke Gewähr dafür, daß neue Schwierigkeiten in Marokko einstweilen nicht zu befürchten sind. D'Amades Anwesenheit in Marokko war eine fortdauernde Kriegsgefahr, seine Abreise ist eine Friedensgarantie. Schweiz. Bern, 23. Febr. Ein großer Eisenbahnbeamten= streik droht in der Schweiz. Am 1. Mai wird die Gotthardtbahn eine Schweizer Staatsbahn; die Staatsbahnbeamten erhalten aber weniger Gehalt, wie die Gotthardtbahn zahlte, deren Angestellte sich also verschlechtern würden. Sie verlangen deshalb ihr bisheriges Gehalt weiter und wollen eventuell mit einem Streik antworten. England. London, 23. Febr. Der englische Armeeaeroplan. Die Versuche mit dem Armeeaeroplan sind gestern erfolgreich fortgesetzt worden. Es wurden 300 Pards zurückgelegt, die beste bisher erreichte Leistung. Da der Aeroplan so plötzlich niederging, wurde er zum Schlusse leicht beschädigt. Serbien. Belgrad, 23. Febr. Auf dem Balkan hat sich das Blatt wieder einmal gewendet, und statt der friedlichen Aussichten werden einem höchst kriegerische Perspektiven eröffnet. Serbiens Regierung behauptet, sich dem Verlangen der Mächte gefügt und ihre Rüstungen keineswegs nur gegen Oesterreich, sondern für alle Fälle getroffen zu haben. Oesterreich suche Serbien jede Entschädigung vorzuenthalten; werde ihm aber von Oesterreich ein Ultimatum gestellt, so könne es im In* teresse der Aufrechterhaltung seiner Unabhängigkeit nicht zurückweichen.— In Belgrad werden höchst kriegerische Reden gehalten, besonders agitiert Kronprinz Georg mehr als je für den Krieg. Der Ernst der Situation ist unverkennbar; es liegen aber keine Maßnahmen vor, die darauf hindeuteten, daß Oesterreich seine friedliche Politik verlassen wolle.— In den leitenden Kreisen Deutschlands hält man die Erhaltung des Friedens auf dem Balkan so lange für gesichert, als die Großmächte in ihre Gesamtheit entschlossen sind, alles zu tun, um den zwischen Oesterreich=Ungarn und Serbien drohenden Konflikt zu vermeiden und vor allem die maßlosen Wünsche der Belgrader Regierung auf ein bescheidenes Maß zurückzuführen. Persien. Täbris, 23. Febr. Die Lage in Persien. Bei dem 10 Werst entfernten Dorfe an der Straße nach Chzulfa kam es zwischen Reitern Sattar Khans und Rahim Kjans zu einem Zusammenstoß. Die Leute Sattar Khans, wovon 40 getötet und verwundet wurden, wurden zurückgeworfen. Der Postverkehr zwischen Täbris und Chzulfa ist seit einem Monat eingestellt. Die Konsularpost ist vorgestern von Reitern mit Schüssen empfangen worden, und ist nach Täbris zurückgekehrt. Vereinigte Staaten. Washington, 23. Febr. Die Reise um die Erde, welche die nordamerikanische Panzerflotte vor einem Jahre angetreten hatte, ist jetzt ohne irgend einen größeren Unfall beendet. Präsident Roosevelt, der dem Geschwader bei seiner Ausreise Lebewohl sagte, hat es auch bei der Heimkehr begrüßt; es war die letzte große Amtsleistung des Präsidenten, dessen Wahlperiode am 4. März abläuft, worauf sein Nachfolger Taft die„Regierung“ für die kommenden vier Jahre antritt.— Diese in ihrer Art bisher einzig dastehende Flottenfahrt, die zwanzig Millionen gekostet hat, war in erster Linie veranstaltet, um den Japanern einen rechten Eindruck von der amerikanischen Macht=Entfaltung zu machen. Inzwischen haben sich ja zufolge der unausgesetzten Bemühungen des Präsidenten Roofevelt die Beziehungen zwischen beiden Staaten besser gestaltet, es ist auch ein Vertrag über die ostasiatischen Interessensphären vereinbart. So wurde aus dem politischen Zweck der Fahrt, die um die Südspitze von Amerika herum durch den großen Ozean nach Japan, von dort durch den Suez=Kanal nach Europa und weiter durch die Meerenge von Gibraltar nach Amerika zurückging, eine seemännische Leistung. In allen Stürmen, die die Armada trafen, haben sich die Schiffe und Mannschaften gut gehalten. In Hampton Roads, von wo sie auch ausgefahren waren, kamen die Schiffe wieder an, von Präsident Roosevelt, der Regierung und Tausenden von Menschen begrüßt. Bei Roosevelt befand sich auch seine Familie. Der Präsident nahm eine Revue über die Armada ab und brachte den Offizieren wie der Besatzung seinen Dank dar. Auf dem folgenden großen Bankett feierte Roosevelt die Flotte als die beste Hüterin des Friedens und das festeste Bollwerk der Vereinigten Staaten. Zum hundertsten Geburtstage des Generalfeldmarschalls von Manteuffel. Edwin Hans Karl Frhr. v. Manteuffel, der Besieger Bourbakis, wurde am 24. Februar 1809 in Dresden geboren, für den Militärdienst bestimmt und dementsprechend erzogen. Mit 18 Jahren trat er in das preußische Dragonerregiment ein und wurde im nächsten Jahre Leutnant. Nach erfolgreichem Besuch der Kriegsschule wurde er Regimentsadjutant, Adjutant des Gouverneurs von Berlin und schließlich Flügeladjutant des Königs Friedrich Wilhelm IV, der ihn auch zu diplomatischen Diensten heranzog. 1853 erhielt er das Kommando der Düsseldorfer 5. Alanen, 1857 wurde er Chef des Militärkabinetts. In dieser Stellung war es ihm möglich, die Reorganisation des preußischen Heeres tatkräftig zu fördern. Sein Prinzip indessen, die Verjüngung des Offizierkorps mit allen Mitteln so schnell General u. Manteuffel als möglich durchzusetzen, zog ihm auch viele Gegner zu. Mit einem dieser Gegner, Twesten, kam es sogar zum Duell. Trotzdem setzte Manteufel unbeirrt seinen Weg fort, bis er, der indessen zum Generalleutnant und Generaladjutanten des Königs Wilhelm avanziert war, 1865 feierlich aus seiner Stellung schied, um in Schleswig=Holstein wieder in der Front tätig zu sein. Seine diplomatischen Fähigkeiten kamen ihm hier insbesondere zustatten, als er hier Gouverneur der Provinz wurde und das eben errungene Land für Preußen gewinnen sollte. Den Krieg von 1866 begann er, indem er die Oesterreicher nötigte, Holstein zu räumen, der Vertrag von Langensalza ist sein Werk und als Führer der Mainarmee bestand er mit Ehren. 1870 befehligte er die 1. Armee, siegte bei Colombey und Noisseville, bei Amiens und an der Hallue und trieb Borbaki über die schweizerische Grenze. Er befehligte die Okkupa tionsarmee in Frankreich, wurde dann Generalfeldmarschall und erster Statthalter in Elsaß=Lothringen. Er starb 1885 in Karlebad Aus Stadt und Umgebung. Schwerte, den 24. Februar. Es trifft die Freude, trifft der Schmerz Mit Pfeilen beide unser Doch Freude trifft nur, wie zum Spiel, Der Bolzen haftet nicht am Ziel. Des Schmerzes Pfeil, wen der durchdrang Der schleppt ihn nach sein Leben lang. **(Karnevals=Ausgang ist nun erreicht.) Der Aschermittwoch ist der erste in der Reihe der folgenden Fastentage bis Ostern. An Vergnügungen und Veranstaltungen aller Art hat es ja wohl nirgends gefehlt, aber daß diese Amüsements nicht besagten, es sei überall heidenmäßig viel Geld, ist bekannt. Die Zeitlage bedeutet zum Glück nicht, daß einer rechten Arbeitslust kein voller Lohn winkt. Die Tausende von jungen Leuten, die zu Ostern die Schule verlassen, um ins Leben einzutreten, dürfen guten Mutes sein; tüchtige junge Leute mit offenem Kopf und geschickter Hand schlagen sich stets durch und bleiben gesucht. Als die vielen modernen Maschinen aufkamen, hieß es auch: Wieviel Leute werden nun wieder brotlos werden? In normalen Zeiten gab es aber keinerlei Arbeitslosigkeit, es wurde vielmehr stets nach Arbeitskräften gesucht. Nur sich nicht durch den äußeren Schein verleiten lassen, in unbestimmte Verhältnisse hinauszuspringen, dann bleiben Enttäuschungen nicht aus. Vor allem sollten die Eltern sich hüten, in ihren Söhnen den Glauben zu erwecken, daß sie für ein rechtes Zufassen zu gut seien. Von der Pike auf zu dienen, hat noch keinem geschadet, und wer eine gewisse Arbeit nicht zu tun braucht, dem kann es doch nützen, wenn er weiß, wie sie vor sich geht. **(Stellen für Militäranwärter) im Bezirk des 7. Armeekorps. Die ausgeschriebenen Stellen sind nur für solche Personen bestimmt, welche den Zivilversorgungsschein besitzen. Arnsberg, Königl. Lehrerinnen=Seminar: Schuldiener 900 bis 1200 Mark Gehalt.— Blasheim, Polizeiverwaltung: Polizeisergeant, 750 bis 1000 Mark Gehalt.— Castrop, städt. Sparkasse: Sparkassenbuchhalter, 1500 bis 2400 Mark Gehalt. Der Amtsort im Bezirk der Kaiserl. Oberpostdirektion Münster (Westf.) wird bei der Einberufung bestimmt: Landbriefträger, 800 bis 1000 Mark Gehalt.— Der Dienstort wird bei der Einberufung bestimmt, Königl. Eisenbahndirektion in Essen: 30 Anwärter für den Zugbegleitungsdienst, 900 bis 1900 Mark Gehalt.— Dortmund, Amtsgericht: Kanzleigehilfe, 6 bis 16 Pfg. für die Seite Schreibwerk.— Gelsenkirchen, städt. Gymnasium: Schuldiener, 1200 bis 1600 Mark Gehalt.— Gevelsberg, Stadtgemeinde: 1. Vollziehungsbeamter, 1400 bis 2205 M. Gehalt.— Höhscheid, Gemeindeverwaltungsbehörde: Wegebauaufseher, 900 Mark Gehalt.— Innerhalb des Amtsbezirks Sodingen, Landkr. Dortmund, Polizeiverwaltung Sodingen: Amtspolizeisergeant, 1200 bis 1800 Mark Gehalt.— Königsteele, Amt: Polizeisergeant, 1200 bis 1800 Mark Gehalt.— Lübbecke, Kreisausschuß: Kreisausschußsekretär, 1800 bis 3000 Mark Gehalt.— Minden, Polizeiverwaltung: Polizeisergeant für den Tages= und Nachtdienst, 1400 bis 1900 Mark Gehalt. Moers, Stadtkasse: Vollziehungsbeamter, 1225 Mk. Gehalt. Recklinghausen, Amt: 2 Polizeisergeanten, 1200 Mark Gehalt. — Rheine i. W., Amtsverwaltung: Amtspolizeisergeant. 1300 bis 1800 Mk. Gehalt.— Witten(Ruhr), Polizeiverwaltung: 3 Polizeisergeanten, 1450 bis 2050 Mark Gehalt. **(Das Ende des Beschwerdebuches.) Das letzte Stündlein des amtlichen Beschwerdebuches ist bald gekommen. In Gasthäusern und Hotels wird man zwar noch weiterhin über mürrische Kellner und schlechte Speisen schriftliche Klage führen können; auf den deutschen Eisenbahnstationen wird aber der letzte Protest in das geduldige Beschwerdebuch bald geschrieben sein Denn die neue Eisenbahnverkehrsordnung, die am 1. April d. Is. im Deutschen Reiche zur Einführung gelangt, räumt mit dieser alten Institution volltommen auf. Die neue Verkehrsordnung kennt das Beschwerdebuch, das bisher amtlich auf allen Eisenbahnstationen vorgeschrieben war, nicht mehr. Man hat es fallen lassen, weil es nur selten noch eine nützliche Verwendung fand. Das Beschwerderecht des Publikums soll aber unter der neuen Ordnung der Dinge nicht leiden. Nach wie vor steht es jedem frei, etwaige Beschwerden zu Protokoll zu geben; nur werden sie nicht, wie bisher, in einem schön gebundenen Buche zum Ergötzen der Leser gesammelt. Man wird dem Beschwerdebuch keine Träne nachweinen. Es war mit der Zeit ein veraltetes Stück Möbel geworden. Poesiedurchhauchte Gemüter wußten es freilich zu schätzen. Papier ist geduldig, und das gute Beschwerdebuch nahm ohne Murren die schönsten gereimten Beschwerden in seinem Innern auf. Auf den mittleren und kleinen Stationen führte das Beschwerdebuch ein beschauliches Dasein. In verkehrsreichen Stationen aber ist allerdings manchmal das Buch der Klagen dem Stationsvorsteher schon sehr unangenehm geworden, wenn die Vorgesetzten die Anschuldigungen lasen. Es sind im Grunde immer dieselben Klagen, die wiederkehren: Ueberfüllung des Abteils, Belästigung durch mitgebrachte Hunde, ungenügende Heizung, verfehlte Anschlüsse, die Streitigkeiten, ob ein Fenstet trotz des Widerspruchs eines Reisenden geöffnet werden darf oder nicht. Ueber diese letzte Frage wird wohl nie Einigkeit unter den Fahrgästen erzielt werden, obwohl genaue Bestimmungen darüber in jedem Abteil aushängen. Kurzum, es ist nicht schade, wenn auf einmal so und so viel Tausende Beschwerdebücher eingestampft werden und die Dichterlinge sich künftig mit den Fremdenbüchern in den Sommerfrischen begnügen müssen. **(Konzert.) Wie wir bereits vor einiger Zeit mitteilten, hat Musikdirektor Laugs=Hagen, Leiter des dortigen Konservatoriums der Musik, die Absicht, den bekannten Baritonisten der„Ruhrtaler“, Herrn Fr. Schäfer, zum Opernsänger auszubilden, damit sich auch noch weitere Kreise an den prächtigen Stimmitteln des Sänges erfreuen können. Schon seit dem Herbst vorigen Jahres besucht Herr Schäfer mit bestem Erfolge die Opernschule in Hagen. Um nun dem Sänger eine Beihilfe zu den immerhin nicht unbeträchtlichen Kosten des Studiums zuwenden zu können, veranstaltet der Ruhrtaler Sänger=Verein unter Mitwirkung hervorragender Solokräfte Mitte März ein großes Konzert am„Freischütz“, auf welches wir schon jetzt aufmerksam machen. Wir sind der festen Ueberzeugung, daß auch die musikliebende Bürgerschaft Schwertes sich für dieses Unternehmen interessieren und gern dazu beitragen wird, einem Kunstjünger die Wege zu den steilen Höhen der Kunst ebnen zu helfen, umso mehr, als es sich um einen Sohn unserer Stadt handelt, dem von den berufensten Seiten eine glänzende Zukunfk prophezeit wird. **(Das zweite Trottoir an der Hörderstraße,) von der Post bis zur Unterführung der Arnsberger Strecke reichend, wird im Laufe des Frühjahrs, und zwar zunächst als Aschenbürgersteig. zur Ausführung gelangen. Die im Zuge des Trottoir stehenden Bäume des Brüggeman'schen Restgrundstückes sind bereits niedergelegt; die Anlage der Eingrenzung der Grundstücke ist, wie wir hören, der Gärtnerei Mendel hierselbst übertragen worden. **(Ueber die Unterbringung junger Mädchen in den gen) besteht eine Verfügung des Eisenbahnministers, in welcher die Schaffner angewiesen werden, junge Mädchen, die ohne Begleitung Erwachsener reisen, möglichst in Frauenabteilen unterzubringen. Sollten die Frauenabteile besetzt und die Einrichtung weiterer Frauenabteile nicht angängig sein, so ist dafür zu sorgen, daß den jungen Mädchen tunlichst zu solchen Abteilen Plätze angewiesen werden, in denen sich bereits andere weibliche Personen befinden. Da immer wieder Verschleppungen von jungen Mädchen auf der Reise vorkommen, so sei auf diese Verfügung ausdrücklich hingewiesen. **(Verlosung.) Morgen(Donnerstag), nachmittags 2 Uhr findet„im Reiche des Wassers“ die Verlosung statt, welche der hiesige Frauen= und Jungfrauenverein alljährlich zum Besten der Armen unserer Stadt veranstaltet. Gewinngeschenke werden morgens von 9 Uhr an im genannten Lokale dankbar entgegen genommen. **(Preuß. Klassen=Lotterie.) Die Erneuerung der Lose zur 3. Klasse 220. Lottevie muß mit Vorlegung der Lose 2. Kl. bis zum 8. März, abends 8 Uhr, getätigt werden. Die Ziehung der 3. Klasse erfolgt am 12. und 13. März. **(Von einem herben Schicksalsschlage) wurde die in der Bruchstraße wohnende Familie Sonntag betroffen. Vor eini gen Tagen hatte ein 2jähriges Söhnchen in einem unbewachten Augenblick kochend heißen Kaffee aus einer auf dem Ofen stehenden Kaffeekanne getrunken und sich dadurch so schwere innere Verletzungen zugezogen, daß es vorgestern im Krankenhause, wohin man es gebracht hatte, gestorben ist. Den Schmerz der Eltern, auf so schreckliche Weise ihr Kind zu verlieren, kann man sich lebhaft denken. **(Früh verdorben) ist ein ca. 11jähriger Sohn der Witwe Gr. Der Junge kam gestern nachmittag zu dem an der Osten straße wohnenden Schneidermeister Rickert mit der Anfrage, ob er keine Scheren zu schleifen habe. Als R. dieses verneinte, entfernte sich der Junge wieder. Kurze Zeit darauf mußte eine Tochter des Herrn R. die unangenehme Entdeckung machen, daß ihr auf dem Flur hängender Mantel verschwunden war. Der Verdacht lenkte sich sofort auf den Jungen, und später fand man ihn auch auf dem Hofe eines Hauses an der Brückstr., den gestohlenen Mantel zusammengerollt unter dem Arm. Den Mantel hatte der Bursche jedoch total zerschnitten und unbrauchbar gemacht. Da der Junge bereits verschiedene derartige„Heldentaten“ auf dem Kerbholz hat, wäre es gewiß angebracht, ihn in Fürsorge=Erziehung zu geben. **(Eine zweite Sitzung) der Finanz= und Werbekommission des Bürger=Schützenvereins fand gestern abend in der Wirtschaft des Herrn Anton Feit in der Mährstraße statt. Zur Aufnahme gelangten wiederum zehn Mitglieder, so daß die Zahl der seit der Generalversammlung neu eingetretenen Mitglieder nunmehr bereits fünfzig beträgt. **(Telegraphendrähte dürfen nicht überklebt oder überpinselt werden.) Viele Fernsprech=Vermittlungsämter haben darüber hinweggesehen, wenn die Inhaber von FernsprechAnschlüssen die Zuführungsdrähte zu den Apparaten bei der Instandsetzung der Räumlichkeiten überkleben oder übertünchen ließen. Hierdurch entstanden häufig Betriebsschwierigkeiten, da die Isolierungsmasse der Drähte angegriffen und zerstört wurde. Das Reichspostamt hat daher angeordnet, daß die Drähte nicht mehr überklebt oder überpinselt werden dürfen. Wo dies ferner noch geschehen sollte, sind auf Kosten der Fernsprechteilnehmer neue Drahtleitungen anzubringen. Wenn ein Fern sprechteilnehmer in seinen Wohn= oder Geschäftsräumen Arbeiten ausführen lassen will, bei welchen die Drahtleitungen hinderlich sind, so ist bei der zuständigen Vermittlungsanstalt deren einstweilige Abnahme und demnächstige Neuanbringung zu beantragen. Der Betrieb wird dadurch nicht gestört. **(Schwerter Turnverein.) Gestern abend hielt der Schwerter Turnverein im„Reiche des Wassers“, eine sehr gut besuchte Generalversammlung ab. Als Delegierte für den in Hamm stattfindenden Gauturntag wurden die Herren Protz, Pötzsch und G. Schmalz gewählt. Aus dem sodann von dem Vorsitzenden erstatteten Jahresbericht ist zu ersehen, daß sich der Verein auch im verflossenen Jahre sehr günstig entwickelt hat. Der Kassenbericht wie auch eine beantragte Aenderung der Statuten sollen bis zur nächsten Versammlung vertagt werden. Das ausscheidende Vorstandsmitglied H. Rösener wurde wiedergewählt. Wir wünschen dem Verein, der ältesten Pflegestätte der edlen Turnsache in unserer Stadt, auch für die Zukunft ein kräftiges Gut Heil! **(Ein schwerer Unfall) ereignete sich gestern Mittag auf der Hüsingstraße. Wahrscheinlich infolge eines Schwächeanfalles stürzte der 66jährige Reichsinvalide Jakob Henning aus den Höfen und schlug so unglücklich auf das Pflaster auf, daß er bewußtlos liegen blieb und verschiedene Verletzungen am Kopf davontrug. Auf Veranlassung des Arztes und der Polizei wurde Henning sodann von Mitgliedern der Sanitätskolonne ins kathol. Krankenhaus gebracht. Der Anstaltsarzt stellte eine schwere Gehirnerschütterung fest. **(Krankheits=Statistik.) In der Woche vom 7. bis 13. Februar gelangten im Regierungsbezirk Arnsberg folgende Fälle von ansteckenden Krankheiten zur Anmeldung: Unterleibstyphus 9, Kindbettfieber 6, Scharlach 218(1 Schwerte, 1 Holzen, 1 Aplerbeck, 4 Hörde, 2 Annen, 1 Barop), Diphterie 118(1 Schwerte, 1 Hörde, 4 Aplerbeck), Genickstarre 8, Granulose 6 Fälle. Im gleichen Zeitraum starben 42 Personen an Krämpfen(1 Schüren), 23 an Magen= und Darmentzündung. 17 an Krebs, 16 an Gehirnleiden, 82 an Lüngenentzündung(1 Schwerte, 2 Hombruch, 1 Annen), 69 an Tuberkulose. An anderen Krankheiten sind im gleichen Zeitraum 390 Personen gestorben. ** Ergste, 24. Febr.(Volksbibliothek.) Die hiesige Volksbibliothek erfreut sich fortgesetzt regen Zuspruchs. In nächster Zeit soll der Bestand der Bibliothek wieder durch eine größere Anzahl Bücher und Zeitschriften ergänzt werden. Wir können die Benutzung der Volksbibliothek nur dringend empfehlen. Eine neue Sekte. In Schwerte geht ein Mann umher, der durch sein Aeußeres einen pastoralen Eindruck erwecken möchte und Stadt und Umgebung„bearbeitet“. Einmal„arbeitet“ er für Zeitungen, und gibt dabei Ereignisse aus anderen Gegenden auch wohl als hierorts geschehen an, ein anderes Mal vertreibt er Bücher, welche im Interesse irgend eines christlichen Vereins seinerseits bestellt wurden, um den nötigen Kredit zu bekommen; hauptsächlich aber scheint er für eine neue Sekte zu werben, über die wir zur Aufklärung nachstehend einige Zeilen zu bringen uns verpflichtet fühlen. In der Nähe von Bielefeld wohnt ein einsacher Mann, der kaum theologische Kenntnisse besitzt, aber von mehreren tausend Menschen als der Apostelvater verehrt wird. Mit den übrigen „Aposteln",„Engeln“ und„Propheten“ leitet er die sogenannte neuapostolische Gemeinde Erst hatte in London ein hochkirch I1 Antruches Rresslall mmur S Nr. 46. Mittwoch, den 24. Februar 1909. 41. Jahrg Hireites Wratt. Die General=Versammlung des Bundes der Landwirte im Zirkus Busch zu Berlin hatte wiederum aus allen Gauen des deutschen Vaterlandes tausende und abertausende deutscher Landwirte angezogen, von denen viele mit ihren Frauen oder erwachsenen Töchtern gekommen waren. Und sie waren nicht blos aus Ostelbien, sondern auch aus dem Westen des Reiches und aus den süddeutschen Bundesstaaten herbeigekommen. Der gewaltige Zirkusbau vermochte die Menge der wettergebräunten Gestalten nicht zu fassen. Der Bund hat seine Gegner, aber auch diese müssen anerkennen, daß es eine ungemein kraftvolle und zielbewußte Bewegung ist, die von dem Bunde der deutschen Landwirte vertreten wird. Dem Tapferen steht das Glück zur Seite. Prächtiges sonnenhelles Winterwetter begünstigte die Veranstaltung des Bundes der deutschen Landwirte. Vor dem als Versammlungslokal dienenden Zirkus war eine Menge Maschinen neuester Konstruktion aufgestellt, die von den Landwirten eifrig studiert wurden. Die preußische Eisenbahn=Verwaltung hatte von den Knotenpuunkten des Ostens nach Berlin Extrazüge eingelegt, um den Verkehr bewältigen zu können. Schon am Sonntag waren sehr viele Versammlungsbesucher in Berlin eingetroffen, so daß Abends die Restaurants und Kaffeehäuser mit auswärtigen Gästen überfüllt waren. Die Bundesmitglieder waren mit dem Vorstand im„Weihenstephan“ zu einem geselligen Beisammensein vereinigt, nachdem schon vorher Sitzungen des Gesamtvorstandes und des Ausschusses stattgefunden hatten. Die 16. Generalversamlung, zu der mehr als 8000 Mitglieder aus allen Gauen des Reiches herbeigeströmt waren, wurde von dem Präsidenten des Bundes, Freiherrn v. Wangenheim mit einer Ansprache eröffnet. Er führte darin u. a. aus: Die wirtschaftlichen Widerwärtigkeiten des verflossenen Berichtsjahres waren verursacht durch die Höhe des Bankdiskonts, die auf unsere verkehrte Bank= und Börsenpolit k zurückzuführen ist. Die wirtschaftliche Krise des Jahres haben wir in Deutschland nur deshalb leichter überwunden, weil die deutsche Landwirschaft vermöge des Zollschutzes und der besseren wirtschaftlichen Ergiebigkeit im letzten Jahre eine größere Kaufkraft an den Tag legte und den Ausfall auf ausländischem Gebiete einigermaßen decken konnte. Gegenüber den Arbeiterentlassungen in der Industrie und der Arbeitslosigkeit in den großen Städten besteht noch immer ein gewaltiger Arbeitermangel auf dem Lande. Die Landwirtschaft hatte unter dem ungünstigen Stande der Hackfrüchte, den übertriebenen Viehpreisen, namentlich aber unter den Ueberschwemmungen zu leiden. Für die durch die Wasserkatastrophe Geschadigten wird der Bund eine Sammlung eröffnen. Auch in der großen Politik war das vergangene Jahr nicht erfolgreich. Die stückweise Finanzreform können wir nicht mitmachen. An dem Reichskanzler persönlich haben wir nichts auszusetzen, erkennen vielmehr die großen Verdienste dieses agrarischen Kanzlers wohl an; aber die Finanzpolitik des Fürsten Bülow würde zur völligen Demokratisierung des Staates führen. Die November=Ereignisse waren betrübend. In der Kritik des Reichstags war eine Beschimpfung des Kaisers enthalten. Möge der Reichstag sich erst selbst regieren lernen und dann dem Fürsten einen Weg weisen! Die Bestrebungen des Reichstags gingen nur auf die Einführung des parlamentarischen Regimes hinaus. Wir bleiben die Alten. Wir wissen, daß wir in unserm Kaiser einen Mann von starker Macht und starkem Interesse, von Stahl und Mut haben. Das Kaiser=Hoch wurde von der Versammlung mit stürmischer Begeisterung aufgenommen, und in einem Huldigungstelegramm dem Schirmherrn der deutschen Landwirtschaft die alte und unerschütterliche Treue gelobt. Der Vorsitzende des Bundes Reichstagsabgeordn. Rösicke, hielt darauf eine Ansprache, die in einem Hoch auf das deutsche Vaterland gipfelte. Redner erinnerte namentlich daran, daß im Jahre 1905, nach der Erledigung der Handelsverträge, die die Frage aufgeworfen wurde, ob eine Notwendigkeit dafür vorliege, daß der Bund noch weiter arbeite. Damals wurde die Frage mit ja beantwortet, und gegenüber der Finanzpolitik des Reiches zeigt es sich, wie recht der Bund daran tat, weiter zu arbeiten; er hat noch viele und große Aufgaben zu erfüllen. Der Direktor des Bundes, Reichtagsabg. Dr. Diederich Hahn, erstattete darauf den Geschäftsbericht, der den Mitgliedern gedruckt überreicht worden war. Der Bund der Landwirte zählt jetzt 309000 Mitglieder und hat im verflossenen Jahre 8915 Versammlungen abgehalten. Dem Bunde ist es zu danken, daß die Nachlaßsteuer so gut wie gefallen ist. Auf den Einfluß des Bundes hin wirkten auch viele liberale Wähler auf ihre Abgeordneten ein und bestimmten sie, die Nachlaßsteuer fallen zu lassen. Das Zentrum hat den Bund dabei getreulich unterstützt. Von dem Einfluß des jetzigen preußischen Landwirtschaftsministers v. Arnim in der Politik merkt man wenig, im Gegensatz zu der Tätigkeit des früheren Ministers v. Podbielski, den wir zu unserer Freude in unserer Mitte haben.(Stürmischer Beifall und begeisterte Hochrufe auf Podbielski). Redner gibt dann noch der Freude des Bundes über die Aufstellung der Bismarck=Büste in der Walhalla zu Regensburg Ausdruck. Danach begründet der Rittergutsbesitzer Aus dem Winkel die Resolution zur Reichsfinanzreform. An sein Referat schloß sich eine längere Diskussion, die ihren Höhepunkt erreichte, als der frühere Minister v. Podbielski, der sich wieder blühender Gesundheit erfreut, das Wort ergreift, um gegen direkte Reichssteuern Front zu machen. Nach einstimmiger Annahme der Resolution, deren Wortlaut wir bereits gestern mitteilten, wurde die Versammlung unter brausenden Hochrufen auf den Bund der Landwirte geschlossen. Westfalen und Rheinland. * Hörde, 23. Febr. Menschliche Skelette wurden bei den Ausschachtungsarbeiten auf dem Grundstücke der früheren kleinen reformierten Kirche gefunden. In einer Tiefe von ca 1,5 Meter fand man auch ein Skelett einer weiblichen Leiche mit einem sehr gut erhaltenen reichlichen und langen Haarschmuck, in dem noch ein Haarpfeil steckte. Die Leichen liegen schon über 100 Jahre hier, so daß man sich über die gute Erhaltung des Haarschmuckes wundern muß. Die einzelnen Bestandteile der Skelette wurden sorgfältig gesammelt und auf dem neuen Friedhofe der geweihten Erde übergeben. * Hagen, 23. Febr.(Ein frivoler Streich.) Lebensmüde schienen zwei junge Leute zu sein, die sich gestern morgen vor einen Zug in Delstern warfen, um sich überfahren zu lassen. Der Lokomotivführer brachte den Zug zum Stehen. Als die Burschen dies merkten, nahmen sie in der Richtung nach Dahl Reißaus, ohne erkannt zu werden. Es ist wohl anzunehmen, daß die beiden sich einen frivolen Scherz erlauben wollten. * Bochum, 23. Febr. Krankenstreik in der Lungenheilstätte. In der Augusta Viktoria=Lungenheilstätte des Allgemeinen Knappschaftsvereins in Beringhausen ist ein Streik der Kranken ausgebrochen. Am Sonntag vormittag verließen von den 110 Patienten, die sich zurzeit dort in Pflege befanden, 76 die Anstalt, weil ihnen eine von der Anstaltsleitung getroffene Anordnung nicht behagte. Wie wir hören, ist die Veranlassung des eigenartigen Streiks eine Neuerung in der Zumessung der Butterrationen. Im Interesse einer gleichmäßigen Verteilung war verfügt worden, daß fortan jedem Kranken das auf ihn entfallende Quantum Butter verabfolgt werden solle. Damit war die Mehrzahl der Pfleglinge nicht einverstanden und da die Anstaltsleitung keine Beranlassung sah, zu dem früheren Modus zurückzukehren, verließen 76 Kranke unter Protest die Anstalt. * Hamm, 23. Febr. An den deutschen Kronprinzen beschloß eine Bergarbeiter=Versammlung in Hamm die Absendung eines Telegramms, worin diesem mitgeteilt wird, die Verteilung seiner Spende von 300000 Mark an die Hinterbliebenen der Radbod=Katastrophe sei noch nicht erfolgt. Es wird um schnellste Verteilung an die Witwen und Waisen und an die brotlos gewordenen Bergleute ersucht. * Essen, 22. Febr. Gestern abend gegen 7,30 Uhr hat der Schlosser Paul Alm aus Herne auf seine Geliebte, das Dienstmädchen Margarethe Jeziorowski einen Mordversuch verübt, indem er ihr mit einem eigens dafür angefertigten Stilet 9 Stiche in Hals und Kopf beibrachte. Nach der Tat hat er sich selbst einige ungefährliche Verletzungen beigebracht. Der Täter gibt an, er habe beabsichtigt, erst das Mädchen und dann sich selbst zu töten. Die Verletzungen des Mädchens sind ernst, jedoch liegt eine direkte Lebensgefahr nicht vor. Der Täter wurde in Haft genommen; er will die Tat aus Eisersucht verübt haben, weil seine Braut ihm den Abschied gegeben hatte. * Wattenscheid, 23. Febr. Vor einigen Wochen wurde berichtet, daß zwei der an dem Günnigfelder Morde beteiligten Personen in Amerika verhaftet worden seien. Die von den deutschen Behörden eingeleiteten Auslieferungsverhandlungen sind beendet worden; jetzt traf bereits einer der beiden Verhafteten über Hamburg ein und wurde unter sicherer Bedeckung in das Bochumer Gerichtsgefängnis eingeliefert, wo sich bekanntlich auch der zuerst festgenommene Soldat Maschefski in Untersuchungshaft befindet. Der dritte Beteiligte wird in Schicksatsgenossen. Roman von G. Rosen. 1 (Nachdruck nicht gestattet.) Der Wind fegte schnaufend durch die schneebedeckten Straßen Hamburgs, die zu dieser späten Stunde fast ausgestorben schienen. Ratlos durchwanderte Paul Helm, ein kaum zweiundzwanzigjähriger Mensch, mit fast mädchenhaften bleichen Zügen, die alte Handelsstadt. Seine Kleidung war dürftig, er besaß weder Geld, noch Freunde, noch ein Obdach und kehrte soeben aus dem Gefängnis zurück, in dem er, der Falschmünzerei angeklagt, eine längere Strafe verbüßt hatte. Das hübsche, geistvolle Gesicht des jungen Mannes trug das Gepräge tiefen Seelenleidens, nicht das verbrecherischer Neigungen. Die großen, dunklen Augen blickten schwermütig vor sich hin, sein Schritt war unentschlossen, wie der eines zielos Umherirrenden. Die vornehmen Straßen vermeidend, wendete er sich den düsteren Gassen in der Nähe des Hafens zu, in denen die Armut hauste. Er wäre immer weiter und weiter gegangen, wenn ihn nicht plötzlich ein vor ihm aufragender Pfeiler aufgehalten hätte, gegenden die rastlos flutenden Wellen dumpfbrausend anschlugen. Mit einer müden Bewegung schwang er sich auf den Rand des zerbröckelnden Gemauers. Große und kleine Bote glitten den Fluß hinab. Ein Wald von Masten türmte sich vor ihm auf. Die Stadt schimmerte in flackerndem Lichterglanz zu ihm herüber, aber er schien von dem reizvollem Bilde, das sich vor ihm ausbreitete, nichts zu bemerken. Er dachte an seine sonnenlose Vergangenheit, seine düstere, freudenarme Kindheit. Eltern und Geschwister hatte er nicht gekannt und Hans Krämer, der rohe Trunkenbold, der sich für seinen Vater ausgab, und bis zu des Knaben achtem Jahre abenteuernd mit ihm die Welt durchstreifte, war ihm, dessen fühlte er sich gewiß, ein Fremder. Paul erinnerte sich, in England, wo er lange Zeit mit Krämer gelebt, von Bekannten gehört zu haben, daß er und sein angeblicher Beschützer bei na Schiffbruch eines aus Spanien kommenden Dampfers gerettet worden seien. Krämer war es, der den Knaben einem nach den südameekanischen Gewässern segelnden Schiffskapitän zur Ausbildung ür den seemännischen Beruf anvertraute. Kapitän Martin nahm sich des kleinen Burschen wie ein Vater an und ließ ihm eine so gute Erziehuug zu teil werden, wie ein sechsjähriger beständiger Aufenthalt auf dem Meere es gestattete. Frau Martin. die ihren Mann auf allen seinen Fahrten begleitete, gewann den schönen, sanften Knaben gleichfalls lieb, und da das Ehepaar eigene Kinder nicht besaß, betrachtete es den Verwaisten wie einen Sohn. Als Paul achtzehn Jahre alt war, kehrte Kapitän Martin mit seinem Schiff nach Hamburg, seiner Heimat zurück. Hans Krämer erwartete die Ankommenden bereits, um Paul wieder zu sich zu nehmen, und das, was er erworben hatte, zu beanspruchen. In seinem Abscheu vor Krämer, den das Gesetz dem minderjährigen, jungen Menschen gegenüber unterstützte, lief er, sich einen anderen Namen beilegend, davon, sich der drückenden Vormundschaft des Alten ein für allemal zu entziehen. In Berlin, wohin er sich zunächst wendete, suchte er vergebens nach einer Stellung. Ueberall begegneten dem jungen Fremden ohne jegliche Empfehlung Kälte und Mißtrauen. Schweren Herzens zog er wieder in die Hansastadt ein, die er so hoffnungsfroh verlassen hatte. Kapitän Martin und seine Frau, die er hier zu finden erwartete, waren wenige Tage zuvor wieder abgesegelt, aber auch Krämer schien verschwunden Nach zahllosen vergeblichen Bemühungen glückte es Paul, in dem weltbekannten Exportgeschäft von Robert Bergner eine Anstellung zu erlangen. In den drei Jahren, in welchen er im Dienst dieses reichen Handelsherrn stand, war es ihm gelungen, dessen volles Vertrauen und nach und nach Bedeutung und Ansehen in dem vielverzweigten Geschäftshause zu Vemittersfturmesichkeit eines AAibittersturmes von dem Arm des Gesetzes ergriffen, und wie in einem besinnungraubenden Wirbel der Falschmunzerei angeklagt, auf Grund unwiderleglicher Beweise verurteilt und in einer Gefängniszelle untergebracht sah. Den Unschuldbeteuerungen Paul Helms wurde nicht das geringste Gewicht beigelegt Als Paul in seinem düfteren Sinne dem Rauschen der Flut lauschend, auf seinem gefährlichen Sitz hin= und herschaukelte, tönte das Plätschern vorsichtig bewegter Ruder, und das leise Flüstern mehrerer Männerstimmen an sein Ohr. All“ seine Erinnerungen waren mit dem Meer und dessen beständig wechselnder Bevölkerung auf's Innigste verbunden, so daß das Geräusch der Ruder ihn wie Musik aus den Kindertagen berührte, die in späteren Jahren vernommen, unsere Seele mit traumhaften Vorstellungen aus der Vergangenheit erfüllt. „Heda! Wer zum Kuckuck sind Sie da oben?“ fragte eine heisere Stimme dicht unter Pauls Ruheplatz, während zwei starke Hände des jungen Menschen Knöchel umspannten und ihn in das lange schmale Boot niederzogen, das sich wie eine Riesenschnecke dem morschen Pfeiler näherte. Paul schien weder erschrocken noch ärgerlich. „Ihr würdet doch nicht wissen, wer ich bin, Leute; auch wenn ich Euch meinen Namen sagte,“ erwiderte er ruhig. Einer der Männer im Boot öffnete eine Blendlaterne und leuchtete Paul voll ins Gesicht. „Ah, das ist offenbar ein armer Teufel wie wir, Otto," wendete sich der Mann mit der Laterne an den jüngeren Gefährten. „So lassen Sie ihn ungestört auf seinen Platz zurückklettern, Klaus. Was sollen wir auch mit dem schwächlichen Burschen anfangen?“ „Na, ich möchte ihn doch erst n' wenig aushorchen, mein Junge," entgegnete Klaus, seinen langen Vollbart streichelnd und die Laterne wieder in die Brusttasche versenkend. Paul regte sich nicht. „Sind Sie hier in der Nähe zu Hause?" forschte Klaus. „Nein.“ „Wo kommen Sie her, junger Mensch?“ „Geraden Wegs aus dem Gefäugnis.“ „Ah, zum Teufel, Sie scherzen?“ „Nicht doch, ich sage Ihnen die Wahrheit.“ „Sie sind also ein Unglücklicher, den die Reichen nicht unter sich dulden wollten und für eine Tat der Not erbarmungslos einsperren ließen. Und wessen beschuldigte man Sie?“ „Der Falschmünzerei.“ „Gefährliches. Gewerbe, junger Mensch! Aber noch einmal, wie heißen Sie?“ „Paul Helm. „Und Sie haben keine Gefährten, keine Freunde?“ „Nein, ich stehe ganz allein in der Welt." 168.29 S etwal4 Tagen erwartet. Falls die Voruntersuchung rechtzeitig beendet werden kann, wird die Verhandlung wegen des Raubmordes an dem Gutsbesitzer Reick schon im April das Schwurgericht beschäftigen. * Siegen, 22. Febr. Ein eigentümliches Geschick erfuhren einige unter Kreuzband nach Siegen gerichtete Exemplare der „Kölnischen Zeitung“ vom 11. d. Mts. Nachdem der Empfänger derselben mehrere Tage vergeblich auf sie gewartet hatte, erschienen die fehlenden Nummern sechs Tage später mit in Konstantinopel abgestempelten Freimarken. Jedenfalls sind die Zeitungen in einen falschen Kurssack geraten, der erst in Konstantinopel geöffnet worden ist. * Barmen, 23. Febr.(Opfer des Rodelns.) Beim Schlittenfahren sind verunglückt: ein 14 Jahre alter Schulknabe aus der Heckinghauserstraße, der einen Bruch des rechten Unterschenkels erlitt; eine 9 Jahre alte Schülerin aus der Pfeilstraße in der Schüllerallee: Bruch des linken Oberschenkels; ein 14 Jahre alter Schüler aus der Luisenstraße in der Schüllerallee: Bruch des rechten Unterschenkels; ein Polierer aus der Ziegelstraße in der Kohlenstraße: Bruch des rechten Fußgelenks, sowie ein Oberrealschüler vom Neuerweg: Knöchelbruch des rechten Fußes. Fünf Unfälle an einem Tage— das ist doch etwas zu viel! * Remscheid, 23. Febr.(Wie man zu Geld kommt.) Die 15jährige Tochter eines in Köln=Kalk wohnenden Arbeiters wurde vor einigen Tagen von der Mutter mit 55 Pfg. zum Einholen fortgeschickt. Das Mädchen vernaschte 5 Pfg. fuhr dann 4. Klasse auf Kinderbillett nach Remscheid(das Mädchen hat die Statur einer Zehnjährigen) und kam mit 5 Pfg. hier an, wo es den nächsten Laden betrat. Dort kaufte es eine Kleinigkeit, behauptete aber dann, ein 50 Pfg.=Stück in Zahlung gegeben zu haben, und trat so bestimmt auf, daß man ihm auch auf 50 Pfg. herausgab. Der gleiche Trick glückte dem Mädchen noch in zahlreichen anderen Geschäften. Nachdem es ein Zweimarkstück eingewechselt hatte, gab es dieses in Zahlung und wandte nun ein neues Verfahren an. Die jugendliche Betrügerin ließ von dem aufgezählten Wechselgelde das Einmarkstück verschwinden und legte dafür ein Zehnpfennigstück hin, worauf sie behauptete, der Verkäufer müsse sich geirrt haben. Mit diesem Rezept hatte das Mädchen wiederum in verschiedenen Geschäften Erfolg. Als es durch einen Schutzmann, der auf sein Treiben aufmerksam geworden war, festgenommen wurde, waren— laut dem„Düss. G.=A.“— aus den fünf Pfennigen, die es nach Remscheid mitgebracht hatte, über dreizehn Mark geworden. * Köln, 23. Febr. Der Rosen=Montags=Zug erfuhr hier infolge des günstigen Wetters einen außerordentlich starken Zulauf. Die glänzend ausgeführte Idee„Verkehrte Welt“ fand viel Bewunderung. Am großartigsten war das Schlußbild „Prinz Karneval als Beschützer des Rheingoldes". Kleine Chronik. Das Hochwasser in der Altmark wird in der Tat noch mehrere Wochen zu seinem Ablaufen bedürfen, wenn es auch am Dienstag gelungen ist, den Rest der Eisstauung zu beseitigen, so daß nun kein Stromwasser mehr durch den geborstenen Damm in die Niederung fließt. Der Damm wird jetzt von neuem hergestellt. Jedoch der Wasserabfluß aus dem tiefgelegenen Lande ist recht schwierig, die Pioniere haben ebenfalls noch zwei Wochen zu tun. Im Norden der Altmark sind die Dörfer Wanzer und Crüden neu überschwemmt. Die Stadt Österburg ist wieder wasserfrei, dagegen ist in Seehausen noch alles beim Alten. Die Flut sinkt langsam. Die Pioniere haben andere Uniformen erhalten, die alten konnten infolge der angestrengten Arbeit nicht mehr getragen werden. Die Kadaver der umgekommenen Tiere werden eilig fortgeschafft, um Epidemien zu verhüten. In zahlreichen vom Wasser umschlossenen Häusern sind noch die Bewohner, die ihr Eigentum nicht verlassen wollen. Die Soldaten bringen ihnen Lebensmittel. Das unter dem Protektorat des Kronprinzen stehende Hilfskomitee hat seinen Aufruf erlassen. Allein an Gebäude= und InventarSchaden dürften 8 Millionen herauskommen. Dazu kommt der Ernte=Verlust und die Versandung der Felder. Auch Mangel an Viehfutter ist schon bemerkbar, so daß Notschlachtungene erforderlich werden. Gegen die Verseuchung der Trinkbrunnen sind strenge Kontroll=Maßnahmen ergriffen. Der Kwilecka=Prozeß. Nicht beendet wird durch den soeben erfolgten Tod der 62jährigen Gräfin Kwilecka der Prozeß um die Herausgabe ihres Sohnes Joseph, den die Bahnwär“ Zur bevorstehenden Verlobung des Königs Manuel von Portugal. 9 PMgngng Prinzess Beatrix v.Sachsen-Coburg Hönig Manuelll vonfortvaal Wie von gut unterrichteten Kreisen mit größter Bestimmtheit behauptet wird, hat die Zusammenkunft des Königs von Spanien mit dem jungen Herrscher Portugals den Hauptzweck gehabt, letzteren für eine Vermählung mit der Prinzessin Beatrix von Sachsen Coburg zu gewinnen. Die Verlobung soll bevorstehen und soll die Hochzeit bereits im Herbst d. J. stattfinden. Wir bringen heute die Bilder des am 15. November 1889 geborenen Königs, der vor mehr als jahresirist durch den grauenvollen Tod seines Vaters und seines älteren Bruders zur Regierung gelangte, und der Prinzessin Beatrix, der 4. Tochter des 1900 verstorbenen Herzogs Alfied von Sachsen=Koburg=Gotha. Prinzessin Beatrix steht im 25. Lebensjahre. Cäcilie Meyer in Posen angestrengt hat. Die Meyer behauptet bekanntlich, der kleine Graf sei ihr Sohn, der ihr vor Jahren unter allerlei Vorspiegelungen abgenommen sei, um als Erbe des Majorates Kwilecki zu figurieren. Der Prozeß, in welchem die Gräfin Kwilecka wegen Kindesunterschiebung angeklagt wurde, liegt heute schon sechs Jahre zurück, die Gräfin ist damals freigesprochen. Die Bahnwärterfrau Meyer klagte aber im Wege des Zivilprozesses weiter, und hier ist noch keine Erkenntnis herausgekommen. Wird der kleine Graf Joseph nicht als Erbe anerkannt, so würde das Majorat an den Grafen Hektor Kwilecki, der aus seiner Seitenfamilie stammt, fallen. Die Gräfin ist ohne Krankheit verstorben. Gescheiterte Existenzen. Ein Berliner Zahnarzt, der zu keiner einträglichen Praxis kommen konnte, erhängte sich, nachdem er sein letztes Geld verkneipt hatte, am Fensterkreuz seines Zimmers.— Ein Tischler=Ehepaar aus der kleinen märkischen Stadt Alt=Landsberg sprang aus dem dritten Stock eines Berliner Hotels, wo es sich einquartiert hatte, und verletzte sich sehr schwer. Auch hier trägt die schlechte Zeit die Schuld. Im Kieler Hafen stellten die Arbeiter den Kohlentransport wegen Lohnherabsetzungen ein. Die Arbeitgeber drohen mit einer Aussperrung in allen Hafenstädten, wenn die Wiederaufnahme der Arbeit nicht bald erfolgt. Feuerwerk im Ballsaal taugt nie etwas. In Berlin fiel ein Funke auf das Kleid einer jungen Dame, die im Nu in Flammen stand und schwer verletzt ist. Eine Touristen=Kolonne von Innsbrucker Gymnasiasten wurde von einer Lawine verschüttet. Einer blieb tot. Ein 19jähriger Nefse des Präsidenten Roosevelt stürzte schlaftrunken aus einem Fenster seines Zimmers. Der junge Mann, ein Student Robinsen, wurde tot aufgehoben. Zum Morde in der deutschen Gesandtschaft wird aus Santiago de Chile gemeldet: Der öffentliche Ankläger hegt die Meinung, daß der Kanzlist Becker tatsächlich die Absicht hatte, den deutschen Gesandten Freiherrn von Bodman zu ermorden. Dieser hatte nachmittags zür Unterzeichnung von Schriftstücken in die Gesandtschaftskanzlei kommen sollen. Dort habe ihn Becker erschießen und den Revolver neben dem Gesandten liegen lassen wollen. Der Umstand, daß 15000 Pfund Sterling unterschlagen waren, hätte nach der Ansicht Beckers den vermeintlichen Selbstmord des Gesandten begründet. In der Aufregung, welche dem Brande, und der Auffindung der Leiche des Gesandten u. des Dieners gefolgt wäre, wäre dann der chilenische Diener, dem er seine Kleider anzog, als Becker begraben worden. Dieser Plan wurde dadurch gestört, daß wider Erwarten Freiherr v. Wilczek den Gesandten in die Kanzlei begleitete. Vierzehn Personen totgedrückt. Bei der Panik, die in Tula während einer Kinematographen=Vorstellung infolge der Entzündung eines Apparates entstand, wurden beim Gedränge 14 Personen totgedrückt und 30 verletzt. Kase.— Freund:„Richts Ich dente, un bst jett— Kas. senarzt?!“ Deutlich. Junggeselle(als ihm die Wäscherin die frische Wäsche bringt):„Was ist denn das für ein dunkler Fleck auf der Manschette?“— Wäscherin:„Ach, da hatten Sie sich verschiedenes notiert, auch das, was ich vom vorigen Male noch zu kriegen habe, und da habe ich's eben stehen lassen, damit's nicht wieder vergessen wird!“ Begründung. Sonntagsjäger(zum Treiber):„Wie? Sie sind heut' überhaupt zum erstenmal angeschossen worden, und da verlangen Sie so viel?!“—„Ja, lieber Herr, wenn Sie's erste Loch ins Billard reißen, müssen Sie auch mehr blechen als für die späteren.“ Salomonische Entscheidung. Kellner(zum Wirt):„Ich weiß wahrhaftig nicht, was ich tun soll: der Herr auf dem Sofa wünscht das Fenster geschlossen und der am Pfeiler dort offen.“ „Der auf dem Sofa hat schon gegessen und getrunken; also kümmern Sie sich um den anderen!" Nur nobel.„Dieser Schmuck kostet 250 Mark, Herr Baron bei Barzahlung aber nur 230 Mark.“—„Glauben Sie, mir liegt an lumpigen 20 Mark etwas?... Ich bleib’ ihn schuldig.“ Ein Geriebener. Kastellan:„... Und nun kommen wir zum Schluß noch zu dem Bildnis der unglücklichen Gräfin Kunigunde, die wegen ihres Geizes im ganzen Lande berüchtigt war und ein elendes Ende fand. Ja, Geiz ist die Wurzel alles Uebels!— Dürfte ich vielleicht um ein kleines Trinkgeld bitten?“ Freundlicher Auftrag.„Mayer“, sagt der Prinzipal am neunundzwanzigsten zu einem Gehilfen, mit dem er sehr unzufrieden ist,„ich hab' so ein schlechtes Gedächtnis— ich vergesse alles! Erinnern Sie mich am ersten, daß ich Ihnen kündige!“ Entsetzlich. A.:„Fünf Jahr hat der Meier schon im Zuchthaus gesessen, hör' ich eben,(entrüstet) und den Lump hätt' ich beinahe angepumpt!“ Der brave Chauffeur.„Glauben Sie, daß Sie den Motor wieder in Gang bringen?“— Ich? Noi, gewiß net— gar koi Spur.“—„Zu was arbeiten Sie denn daran herum?“— „Gucket Se, ich will mir doch mei Gehalt net umesonst verdiene.“ Humor. Irrige Auffassung. Freund:„Kannst du mir nicht 20 Mk. pumpen, Emil?“— Junger Arzt:„Ich bin momentan nicht bei Theater=Spielplan. Stadttheater Dortmund. Mittwoch, 24. Febr., 7,30 Uhr:„Sappho“. Trauerspiel in fünf Aufzügen von Franz Grillparzer. Donnerstag, 25. Febr., 7,30 Uhr:„Tiefland“, Musikdrama in 1 Vorspiel und 2 Aufzügen von Eugen d'Albert. Städt. Schauspielhaus, Hagen. Mittwoch, 24. Febr.: Keine Vorstellung. Donnerstag, 25. Febr., 7.30 Uhr:„Die Frau vom Meer“. Schauspiel in fünf Aufzügen von Henrik Ibsen. Stadttheater Barmen. Mittwoch, 24. Febr., 8 Uhr:„Frühlingsluft“. Operette in drei Akten von Josef Strauß. Donnerstag, 25. Febr., 8 Uhr:„Elektra". Musikdrama von Richard Strauß. Schicksalsgenossen. Roman von G. Rosen. 2 „Die Armen sind verpflichtet, einander zu helfen, lieber Helm, und da Sie mittellos sind, wie ich vermute, bin ich gern bereit, Ihnen ein bescheidenes Obdach in meiner schwimmenden Behausung anzubieten. Otto Michels und ich, wir sind im Begriff, nach der Magdalene, meiner Barke, zu rudern, wo Ihnen eine Hängematte für die Nacht zur Verfügung „Ich nehme Ihr Anerbieten mit vielem Dank an,“ erwiderte Paul sich neben Klaus auf der Bank niederlassend. Die Männer setzten ihre Ruder wieder in Bewegung, bis sie, sich beständig im Schatten haltend, ein Fahrzeug erreichten, aus dessen Fenstern Licht schimmerte. Auf einer Strickleiter emporkletternd, gelangten sie an Bord. „Wer ist da?“ rief ihnen eine rauhe Frauenstimme entgegen. „Ich bin's Betty,“ erwiderte Klaus. „Und wer kommt mit Dir?“ fragte Betty, deren scharfes Ohr fremde Fußtritte erkannte. „Ein junger Mensch, Paul Helm, den wir in der Nähe des Hafens auflasen. Oeffne die Tür, Frau.“ Ein schmales Pförtchen am Fuße der hölzernen Treppe, welche die Männer heruntergestiegen waren, flog auf, den Eintritt in ein geräumiges Zimmer gestattend, in dessen Mitte eine große starke Frau stand. Von der niedrigen Decke hing eine Lampe herab, auf dem kleinen Kochherd in der Ecke, knisterte ein Kohlenfeuer. Klaus, der jetzt, wo sein Gesicht hell beleuchtet war, die verschmitzten Augen des Flußdiebes und die Gestalt eines Riesen zeigte, stellte seiner Frau den fremden Gast vor. Betty erkundigte sich nicht, was den jungen Menschen zu so später Stunde zu ihr führte. Sie kümmerte sich um das Tun und Treiben ihres Mannes nicht vr“ gierig, zu erfahren, woher er die Mit nehme. Auf einen Wink ihres Mannes setzte Betty dem Fremden ein reichliches Abendessen vor, das Paul mit großem Behagen vderzehrte. und war niemals neuRittel für ihren Unterhalt „Wenn Sie fertig sind, Herr Helm, werde ich Sie zu Ihrer Schlafstelle geleiten," bemerkte Otto Michels. Wenige Minuten später folgte Paul seinem jungen Gönner in einen Raum, in dem mehrere Hängematten an den Wänden niederhingen. „Schlafen Sie so lange Ihnen beliebt, Herr Helm, und lassen Sie sich nicht stören, wenn noch andere von den Kameraden hierherkommen, um zu übemnachten.“ Von Müdigkeit überwältigt, entschlummerte Paul sehr bald. Er erwachte zu wiederholten Malen, wie er glaubte, von dem Geräusch lauter Stimmen erweckt, überzeugte sich aber, daß ihn nur das Aechzen und Stöhnen der Wellen oder das schrille Pfeisen des Windes, der die Barke umheulte, aufgeschreckt hatte. Der Morgen war nahe, als er schwere Fußtritte und eine ihm seltsam vertraute Stimme vernahm. Er richtete sich verwundert in die Höhe und rieb sich die Augen. Ein kleiner untersetzter Mann, eine brennende Kerze in der Hand, erschien im Türrahmen. Es bedurfte keines zweiten Blickes für Paul, der Mann, der so plötzlich vor ihm auftauchte, war Hans Krämer, vor dem er wie vor seinem bösen Dämon geflohen war. „„„ * Von dem Deck der Magdalena konnte man in der Ferne den prächtigen Landsitz Robert Bergners, eines der reichsten Bankiers nicht nur der Stadt, sondern des Kontinents, erblikken. Ein herrlicher Eichenhain umgab das schöne palastartige Herrenhaus, das in seiner vornehmen, stolzen Abgeschlossenheit der Residenz eines Fürsten glich. Robert Bergner, ein Mann von noch nicht fünfzig Jahren, lebte an der Seite seiner wenig jüngeren Frau und Dora, der von beiden Eltern vergötterten einzigen Tochter, der sie alles gewährten, was Reichtum und die zärtlichste Liebe zu bieten vermögen. Jeder kaum geahnte Wunsch des Mädchens war von Vater und Mutter wetteifernd erfüllt worden, aber Dora gehörte zu jenen seltenen Kindern, die weder durch Nachsicht verdorben, noch durch beständige Liebkosungen zur Eitelkeit und Selbstsucht erzogen werden. Ihre Natur war so rein und edel, daß der Sonnenschein des Glücks, unter dem ihre Jugend sich entwickeln durfte, nur die besten Eigenschaften in ihr reifte und sie befähigte, auch in Sturm und Drang festzustehen und die Freudigkeit des Gemütes nicht zu verlieren. Ueber Doras Herzensgüte, ihre umfassende Bildung, ihren Geist und ihre Anmut, waren die Urteile aller derer, die sie kannten, einstimmig, über ihre Schönheit waren die Meinungen sehr verschieden. Sie war weder dem Vater noch der Mutter ähnlich. Manche Leute fanden sie zu bleich, während andere gerade diese Marmorblässe entzückend nannten. Ihr Gesicht empfing seinen größten Reiz durch den schnellwechselnden Ausdruck, der jeden Vorgang in ihrer Seele in den feinen Zügen wiederspiegelte. An diesem Abend, demselben, an welchem Paul Unterkunft auf der armseligen Barke des Schiffers Klaus erhalten hatte, war dem achtzehnten Geburtstag Doras zu Ehren eine glänzende Gesellschaft in den Festräumen des Bergnerschen Landhauses versammelt. Ein Meer von Licht ergoß sich aus den Fenstern über den schneebedeckten Garten, und die kahlaufragenden, in phantastischem Eisschmuck schimmerden Bäume, an welchenbunte Glaslaternen wie Früchte aus kostbarem Edelgestein von allen Zweigen in die dunkle Nacht hinausglühten. Das weite, glasumschlossene Treibhaus, das die jungen Leute mit Vorliebe aufsuchten, glich einem tropischen Wald, mit seiner Farbenpracht und den berauschenden Wohlgerüchen, die es durchströmten. Unter dem Krystalldach dieses Zaubergartens bewegten sich hunderte von frohen, in Atlas, Seide, Brokat und Spitzen, oder in zarte duftige Gewänder gekleidete Mädchen am Arm stattlicher junger Männer, die alle erschienen waren, dem strahlend schönen Geburtstagskind zu huldigen. Hinter Palmengebüschen verborgen spielte eine Zigeunerkapelle einladende Tanzweisen, die Paar um Paar in den großen Tanzsaal lockten. In dem traulichen, von den Gesellschaftsräumen am weitesten entfernten Gemach, das Robert Bergner als Arbeitszimmer benützte, saß der Hausherr mit seinem Zwillingsbruder Paul in eifrigem Gespräch. Paul Bergner war seit achtzehn Jahren Witwer. Er hatte seine Frau und sein Söhnchen bei einer Fahrt nach England durch einen Schiffsbrand verloren, und die Erinnerung an jenen schauerlichen Unglücksfall umdüsterte ihm auch die Gegenwart mit finsteren nur selten zu bannenden Schatten. 168.20 Ktagal. teten Kreisen it behauptet nenkunft des dem jungen Hauptzweck Vermählung Beattix von oinnen. Die hen und soll Herbst d. J. en heute die sember 1889 vor mehr als grauenvollen eines älteren zelangte, und der 4. Tochnen Herzogs burg=Gotha. hi im 25. jetzt— Kasi die frische er Fleck auf Sie sich verRale noch zu damit's nicht „Wie? Sie oorden, und wenn Sie's mehr blechen Pirt):„Ich uf dem Sofa dort offen.“ runken; also Herr Baron den Sie, mir hn schuldig.“ kommen wir Gräfin Kuberüchtigt Wurzel alles Trinkgeld rinzipal am sehr unzuich vergesse n kündige!“ n im Zuchtmp hätt' ich S E S C 6.2 9 ∆ E"** 5 8855 □ OSUEE S 2 58.0 2 S 5 50 2 T 9.8# S.# S :∆"— S S# S. OTUE VenS 6 8 : 60 E Ee* 5 S• EH 2590 S S GSS SS 9eg. — *#2: 9. E E T. □SU•ECL S• 0 25 *.8E SOOEEEE G F 61—g P O8ET S 9— E E5PS 8 0E E S:a a0 E SEETN SaEs "•0: GEISTEE * 90 S E 9.86• 5855S: B SEEer Zeba GexsmSSRSSHSFAE a SSöHETPSOSDEE S G— SAEEBESSSLg“ #8OS LESSSGSSES S FPSEEN 2 8 ** n DUESS E 0 0•— „GohE SOP- SaC. E9*** * 29 1— SEEEP SS 5c SSETS F 0E 12 SSagn —„„9ES: * 0 S„ S GET SE 36 15 6.15— S SES.2U 5SS“ FS 55 E SanoESTUTLEEGGC S SÖ9pCT S S„SESP Sage! 5 EEEBESO FHSESG „SSPSSGSTL K. gSLSESOESE 9 Böss.— 5 SSS FLOUGIE ShSbo„gPEESE STg.= S CDSgHSSDOSDDSE BOSSSHOESGSPST 5SLTSDES2 2.%n-,n PSO E. 8½5 E SSESUTEE Cn.S5 SE2 *„e* FLStE „.SS CSALS“ * S-TSO ESSEGEgUFS: S S95ESS S EFSESS ses ge 8 5 SD SEGE 1 1—* *•* S E E n. 8 S•5 6e --TOSATET 8.0 GSTUE SE S S S.9 8 SSSLOS9" 25. SSao SxieSs. en BU POEgUET „FSUPAE, PCE• : 80• S S•T S• B.3 OETE S5SLERSEESS E =„·ou SO„WE S ASATRNE S5 Sagen * SSSE S - un —"„„— JGOEEEE *"** S G S 0.—9.— OG 9 2 8 C. S 6.s 0 S 10•2 .F• B. S* 8 S. *"• E 9 5 255 Sua0 SeS 5 ° S SSge. 86.—9 *" 0 1E S•US OE" Feet "S 5* S C g * 85 —.. 7 * S 958 S 8 S 9 5505 3% 8 S S:25— S* G1 S 2 □ 0 S S# Si S..5 5 **** S89E S S. 0•253 * S SGOL 6 9 80 S S5S9ME BSSPT # 5 —-„ E. 9S% S E85S39 0S * * 5888 1 E 8" 9 PEOES .0 E 80511 S S 120 S. 8 * S. * 5••" a— *= S.2 S S99. S" 9. 9— FUnEEE S S E E So•E m S S:2S0 * S S 2 0 —.-* S SCE 80 S. S 5 S SBUE! S a as; S E5S m Sce " T ST • TELU: * S.— S*• E 9 S 0 SOEI. *. S C SaSE 5 S EE 8 88•s EUTEE S 9— S9.9 8 2. 8 8.90 S#e S&E CE. 8 S. S S.5%: 2EF8Pn # S OES S 5— SOEER „ GES• S 1 0 S 8201 9 E 56E s E 2 *"P#T , C F 00•2 Sis LuES S8.801—.9 1S S *.. 100.2. S 8—— „BT%ES Se. S9EE 0 SpoE 8 B 5.9881 453 58 5 * OSS EHAEAN•• SSSSTSAE EES TGPg *## den Motor — gar koi herum?"— st verdiene.“ piel in fünf sikdrama in im Meer“. ette in drei drama von nung e verlieren. ung, ihren er, die sie Meinunlich. ere gerade t empfing sdruck, der siederspieUnterkunft ten hatte, eine glänhen Landaus den kahlaufrakäume, an remn Edelisglühten. gen Leute d, mit seiichen, die degten sich itzen, oder lrm stattstrahlend gebüschen inzweisen, am weitebeitszimaigsbruder Er hatte England ing an jesie Gegen168•20 11 0 8 8 • 2 S 48 2— 5 2 0 9 Su Ma Me, eeeguge Atiber. NCer ee A 88090 ena M M * 5 2 S 85 3 S 8•2 69 S G86Si • OGT 0# HLOSg Gerceaenei ——— 60 80 8 G 19 90 10 f S 99 S C Ss S## 5 0 S 2 8.—0 — 2 50 8 * 2 8.5 8 S 9 g 02**— 2— 8oS.S— S###2n S* 8 □ 0 298 559 SPRESS S 2•— D S 5 00 F 80 9 ###.##54 01 E 5 S 9 2 5 8 2 5 2 9 S JSM 3 SSESEES a-SpgEn! a 85S%E8 * POEI SEEE 95E P BUESE S 3. S BLBT2n " AERSGPE2 a GBERES5S S S.5—— 58S58LE 2 S 88T1 85— oESS #as BSUSS SSSE3E S 285 SSERER " S509. Sü" SDm . S### * ## 8 00 5 9 5533 *% 9gE S.8.9— B•UET 9:m•oxE * 5.S WEEE S 6½ S•5#2 E „E 2 5 S. S S.SEE * 55 E S— T P 2 SS##g BEETS 5-205 25 S 5 SSEE S 9 S0uE Jn S G. *— * a. 800*" *### S.S BS9gEs S S.8 8g S SSES 1g SSPE: SZDESEE S SESi * S 5SE **0. 5SSEWSE X S E GT #.—.-96'9 S SSW SHHESTE #an: "SUDSUE 8 2••—* rss Per em K•**— 5 S 85 5 S S 1 #•2 5 5 5 5 5*9 S S S a * B i8 E 5 ## 58 S 211 PbE S 808 ES =E" 588 FBTTSEER a S 9 5 8 65 S 5 5 8 8 ** 8 SBaS * * 3 S 2 8 8 3.5.281 g2* * 3* SGSES S 332—* * 2 5" „„""-„„ *•: UTggEE * 8PTTENR ME G Pester S t ez, 5 S 5 *# 2 ∆ 5 * E 2 SEE an — rK S#i#s #EEE S. T. — 5— S S ARSOSSES 2# WELgEg. SSBEn9 S#Sann GEßR SRRE Te-H.ynn ##L SE S•• TAg 7 n . 2 67 #Eg RTC SSSSEgS ann BOEn S 5*Eg n SEES EA S„ ###d 2. 588 8e .** S S E 5 F7 52 .* 2• H e Stn* S SSESSSSEGG g S r. s-SEER * BH-GMPK S ##ch' pgae! # S. 3.ggig S S 58E 2•*" S92T9 S 52• S.5 * 2.20 m. 96 S S SSB8S 5SSMgEL 0 58 0 * 8 5 S S— FGSESSESU A#-E! 5 ST"ETS P SEE S G„DPAARE. SSac SSFTSLOG g. E, SSOaa R 9. 6 * S51 S B 2.0 SSOggag 5* SAESSG“RSR * au S G T *7 S F 8 S Sit sa S SSBSSR De# 108B00WSE 5 TAOLEN 77n E.** *** POEEREFTRET TOGEEan S a Nr. 89 ###P #nges STAGTRAR licher Pfarrer Irving mit einigen angesehenen Männern sich einer durch„Apostel“ regierten und mit allem hochkirchlichen Gepränge ausgestatteten Gemeinde abgesondert, deren Anhänger nach ihm Irvingianer genannt wurden. Sie hatten geglaubt, ihre Apostel würden nicht sterben vor der ganz nahe erwarteten Wiederkunft Christi; durch den Tod aller Zwölfe bitter enttäuscht, leben sie heute truppweise hie und da zerstreut und warten still auf bessere Zeiten. Von ihnen trennten sich, des Wartens müde, unter Leitung eines abgesetzten„Engelpropheten“ in Deutschland die Neuapostoliker. Sie entfalten unter Leitung ihres Apostelfürsten, seiner Apostelbrüder und =Gehülfen in den letzten Jahren eine auffallende Rührigkeit und finden zumal bei den aus ihrer Heimat ausgewanderten und am fremden Ort kirchlich noch nicht eingewurzelten Industriearbeitern Jahr um Jahr einige Proselyten. Ja, sie wissen sich der Regierung als königstreu und patriotisch gesinnt zu empfehlen; denn„im Apostel übt Jesus das Hohepriestertum über die Priester und die Gemeinde aus, wie der Herr Jesus im Könige das Volk regiert", und mit Vergnügen drucken sie einen Dankbrief des deutschen Generalkonsuls in Sidney ab, den dieser nach dem Besuche einer„apostolischen“ Ansiedlung in Australien schrieb, ohne natürlich ihre Lehren auch nur zu erwähnen. Was aber die Hauptsache, eben diese Lehre, angeht, so weiß man nicht, worüber man sich mehr wundern soll, über die geradezu fabelhafte Vergötterung ihrer sogen. Apostel, die diese selbst in Wort und Lied vorschreiben, oder über die Entwertung der biblischen Wahrheiten. Bei den Apostolikern arbeiten die Sakramente mit Zauberkraft, so daß das geweihte Taufwasser die Neugeburt wirkt und daß das heilige Abendmahl schon Kindern und Säuglingen dargereicht wird. Hier ist nicht nur ein Priester der Vermittler zwischen Gott und den Menschen: hier wird der sogenannte Apostel„Vater",„Erlöser", „Christus selber im Fleische“ genannt und sein Amt angebetet, weil er„die Schuld mit seinem Leibe bezahlt“ habe. Hier wird die Bibel nicht nur beiseite geschoben: hier wird das Wort Gottes vielfach verlästert als ungenügend und unnötig, ja mit Vorliebe ein„verschimmeltes Brot“ genannt, weil seine Heilighaltung ein Werk des Bösen sei und das Wort der Apostel allein Gehorsam fordern könne. Hier werden nicht nur einige Tote heilig gesprochen: hier machten die sogen. Apostel in dreizehn Tagen durch Versiegelung 1084 längst Verstorbene selig, und üben diese Versiegelung in den letzten Jahren massenhaft aus. Und diese wahnsinnigen Lehren finden Anhänger, und ihre Zeitschriften, der„Herold" und„Wächterstimme aus Ephraim“, welche ihr eifriger Verlag(Bornemann, Iserlohn) nebst allerlei Flugblättern und Broschüren herausgibt, finden genug neugierige und unwissende Leser! Diese neue Sekte war es, welche im vergangenen Jahre ihre Anhänger und— Mitläufer aus der ganzen Gegend zusammentrommelte(wie unser Gewährsmann versichert, wurde fleißig„getrötert") und mit Musik zu mehreren Tausend nach dem„Freischütz“ pilgerte. Wie die Engländer ihre Landarmee durch Umzüge vergrößern möchte, so auch diese Leute. Mit welchem Erfolg die neue Sekte hier arbeitet, entzieht sich unserer Kenntnis, die Pfarrer unserer Gemeinde dürften am ehesten Auskunft geben können. Aber es ist kein„Glaube“ so dumm, er findet doch sein Publikum. Wir geben uns der festen Hoffnung hin, daß allseits der oben gekennzeichneten Person die Türe gewiesen wird. Dies und das. Die Zunahme des Milchkonsums. Die zunehmende Wertschätzung, welche die Milch in den letzten Jahren erfahren kommt auch in der Statistik zum klaren Ausdruck. In den Städten haben hygienische Gesichtspunkte zu einem erhöhten Verbrauch geführt. Von einem Jahresverbrauch von 93 Litern pro Person 1896 stieg er in einer Reihe von Städten bis zum Jahre 1903 auf 115 Liter, während er auf dem Lande von 1890 bis 1900 allerdings fast um die Hälfte sank. In Hamburg hat z. B. der Milchkonsum die Höhe von 137 Liter pro Person erreicht, in der Umgebung beträgt er kaum die Hälfte. Einen wesentlichen Anteil am Mehrverbrauch haben die 101 Anstalten für Säuglingsfürsorge, von denen 91 zugleich Milchküchen sind. Eine Berliner Säuglingsfürsorgestelle hat in einem der letzten Jahre allein 31600 Liter Milch abgegeben. Die Milchabgabe für Schulkinder, namentlich bei Schulbeginn, ist zurzeit in über 80 Städten organisiert, in denen etwa 5000 Schulkinder täglich während 2—3 Wintermonate einviertel bis eindrittel Liter Milch verabfolgt wird. Für 67 Städte sind die hierdurch entstehenden Kosten nach Angabe von Dr. Kaup in Charlottenburg auf 200000 Mark berechnet worden. Die Ferienkolonien gewährten 1906 insgesamt mehr als 17000 Kindern kurzen Landaufenthalt, während dessen die Milch als Hauptnahrungsmittel fungierte. Dazu kommen noch die zahlreichen Stadtkolonien für erholungsbedürftige Schulkinder, welche ebenfalls tägliche Milchrationen verabfolgen. Verhältnismäßig spät hat sich der Milchgenuß bei den Erwachsenen eingebürgert. Als Vorbeugungsmittel gegen die Gesundheitsschädigung in Bleibetrieben ist die Milch schon lange in Aufnahme gekommen. Von hier verbreitete sie sich auf die übrige Industrie. Neuerdings haben Großunternehmer und gemeinnützige Vereine den Milchausschank organisiert, denen sich in neuester Zeit die öffentlichen Milchausschankhäuschen als kommunale Einrichtungen angeschlossen haben. Russische Truppenkonzentration. Petersburg, 24. Febr. Polnische Blätter berichten, daß an der russisch=österreichischen Grenze eine auffallende Bewegung des russischen Militärs stattfindet. Ueberall werden größere Truppenmassen konzentriert und die Grenzdistrikte werden von höheren Offizieren bereist. Den Gemeinden werden ihre Verpflichtungen für den Mobilisierungsfall in Erinnerung gebracht. Der neue Kommandant von Kiew visitierte die Garnison und sagte zu den Offizieren, sie sollten darauf vorbereitet sein, daß der Krieg stündlich ausbrechen könne. In dem Orte Proskurow an der österreichischen Grenze wurde die Garnison um 5000 Mann verstärkt. Meuterei in der Fremdenlegion. Paris, 24. Febr. 42 Angehörige des im Lager von Ain Draham in Tunesien stehenden Strafbataillons der Fremden legion meuterten, und zogen in zwei Banden von 30 und 12 Mann in die Umgegend aus, um zu plündern. Die stärkere Bande gelangte bis Suk el Arba, wo sie von der Gendarmerie zerniert wurde. Die Zwölferbande drang unterdessen in den Ort Tabarka ein, wo sie sich auf einen Kaufmannsladen stürzte, erbrach und plünderte. Der hinzugekommene Eigentümer wurde leicht verletzt, ein Einwohner, der zur Hilfe herbeigeeilt war, wurde von fünf Dolchstichen durchbohrt und schwer verletzt in das Hospital geschafft. Als die Gendarmen anlangten, wurden auch sie von den Meuterern übel zugerichtet, und erst nach langem Kampfe wurden die Meuterer überwunden und nach dem Polizeiposten geführt. Zu den Berliner Messer=Attentaten. Berlin, 24. Febr. Durch die fortschreitende Untersuchung in Sachen der Messer=Attentate sind bereits zwei sensationelle Entdeckungen gemacht worden. Es hat sich herausgestellt, daß zwei Attentate von den betr. Frauen fingiert waren. Gegen diese wird nun ein Verfahren wegen wissentlich falscher Anschuldigung und Verübung groben Unfugs eingeleitet. Letzte Drahtmeldungen. Besuch des deutschen Kronprinzen in New=York. Newyork, 24. Febr. Laut„New York Times“ wird der deutsche Kronprinz wahrscheinlich einer Einladung des Newhorker Jachtklubs folgen und voraussichtlich im August in Newyork eintreffen Schreckenstat eines Wahnsinnigen. Herne, 24. Febr. Auf Zeche„Shamrock“ Schacht 1 und 2, hat gestern während der Morgenschicht ein polnischer Bergarbeiter den Fahrsteiger Jungmann mit einer eisernen Schiene erschlagen. Der Täter, der Spuren geistiger Umnachtung gezeigt hatte, sollte in seinem eigenen Interesse und zur Sicherheit der Kameraden zutage befördert werden. Darüber wurde er erbost, ergriff eine eiserne Schiene und schlug damit auf den Steiger los. Der Steiger, dem die Schädeldecke zertrümmert worden war, starb auf dem Wege zum Krankenhaus. Einigung zwischen Oesterreich und der Türkei. Konstantinopel, 24. Febr. Wie die Pforte offiziell erklärt, ist das österreichisch=ungarische Protokoll angenommen und wird heute dem Sultan zur Genehmigung vorgelegt. In den nächsten Tagen wird es auch dem Parlament vorgelegt werden. Das Boykott=Komitee erklärt, daß der Boykott österreichischer Waren damit sein Ende haben werde. Das Urteil im Marine=Prozeß. Berlin, 24. Febr. In dem Prozeß wegen Beleidigung des Marineministeriums wurde gestern abend das Urteil gefällt. Das Gericht hielt den Angeklagten Berger der öffentlichen Beleidigung in vier Fällen für schuldig und erkannte unter Substituierung einer Geldstrafe von 1500 Mark für jeden Fall der Beleidigung auf eine Gesamtstrafe von 5000 Mark, eventuell für je 15 Mk. einen Tag Gefängnis. Gegen den Angeklagten Dr. Ilgenstein wurde auf sechs Monate Gefängnis erkannt. Ferner wurde beschlossen, gegen den Angeklagten Dr. Ilgenstein, der sich— wie man annimmt— durch die Flucht seiner Strafverfolgung entzogen hat, einen Haftbefehl zu erlassen. Es ist außerdem den Beleidigten Publikationsbefugnis in 17 großen deutschen Zeitungen zuerkannt. Hilfe für die Ueberschwemmten. Berlin, 24. Febr. Der Minister des Innern hat an alle Regierungspräsidenten die Anordnung ergehen lassen, ihm unverzüglich Berichte über die vom Hochwasser berührten Landdistrikte, über die angerichteten Schäden und über die zum Schutze der überfluteten Ortschaften für die Zukunft notwendig werdenden Maßregeln zugehen zu lassen. Die Regierung ist bestrebt, aus bestehenden Fonds vorläufig die größte Not zu mildern. Es ist wahrscheinlich, daß die Regierung vom Landtage in Bälde die Bewilligung außerordentlicher Geldmittel zur Linderung der Rotlage der Ueberschwemmten, namentlich in der Altmark, und zur Wiederherstellung der Deiche und Kommunikationswege fordern wird, da die Mittel der Kreise für diese Zwecke nicht ausreichen. Bulgariens Herrscher in Berlin. Petersburg, 24. Febr. Nach einer Zeitungsmeldung beabsichtigt Fürst Ferdinand auf seiner Rückreise Aufenthalt in Berlin zu nehmen. Schneestürme in Rußland. Petersburg, 23. Febr. Wie aus Kiew gemeldet wird, herrschen dort seit einigen Tagen heftige Schneestürme. Die Nachrichten aus dem vom Schneesturm betroffenen Gebiet lauten immer trostloser. Ein Passagierzug, der zwischen Rostow und Kiew einschneite, ist von der Schneelast fast völlig zerdrückt worden. Eine Reihe von Passagieren ist erfroren, während andere schwere Verletzungen davongetragen haben. Ueber 500 Todesfälle durch Erfrieren sind bisher gemeldet worden. Im Schwarzen Meer sind eine große Anzahl von Schiffbrüchigen vorgekommen. Königsberg, 24. Febr.(Amtlich.) Wegen Schneeverweh ung ist bis auf weiteres der Güterverkehr auf den Strecken der russischen Südwestbahnen Shmerinka=Odessa, Kassatin=Fastow= Kiew, Birsula=Snamenka. und nach den weiter gelegenen Sta. tionen, sowie nach den südlichen Zufuhrbahnen gesperrt. Eilgut und leicht verderbliche Güter können ausgenommen werden. Typhus=Epidemie. Fürth, 24. Febr. Im hayerischen 21. Infanterie=Regiment zu Fürth ist der Typhus ausgebrochen. 40 Mann liegen krank darnieder. Technik erzielten, verblüffend naturgetreuen farbigen Wiedergabe der Schmetterlinge, an Hand deren es ein leichtes ist, die Exemplare zu bestimmen. Die Abbildungen, die im ganzen 95 Farbendrucktaseln mit über 2000 Formen umfassen, entsprechen inbezug auf Naturtreue und Farbenpracht den höchstgespannten Anforderungen in jeder Beziehung. Neben der Illustration des Schmetterling= det sich stets auch jene der Raupe und Futterpflanze derselben, wodurch der biologische Zusammenhang zwischen Färbung und Umgebung sozusagen ad oculos demonstriert und überdies auch das Bestimmen des vollkommenen Insekts und seiner Raupe sehr erleichtert wird. Nicht nur der Anatomie der Schmetterlinge, sondern auch jener der Raupe und Puppe, den charakteristischen Eiformen, den Schutz= und Schreckfarben, der Mimikry usw. sind neben eingehender Beschreibung auch einzelne Bildertafeln, teils farbige, teils in Schwarzdruck ausgeführte, gewidmet, sowie auch die geographische Verbreitung der Schmetterlinge, ihr geologisches Alter, der durch Raupen angerichtete Schaden usw. nicht unerwähnt bleiben. Für die systematische Anordnung der beschriebenen Formen war der neueste Katalog von Staudinger=Rebel maßgebend, über den Fang, das Präparieren und Konservieren der Schmetterlinge und ihrer Raupen enthält die Einleitung sehr schätzenswerte Ratschläge. Die Beschreibung der einzelnen Arten ist im allgemeinen knapp und so gehalten, daß sämtliche wichtigeren Unterscheidungsmerkmale hervorgehoben sind. All' diesen Vorzügen und nicht zuletzt dem überaus billigen Preis ist es zu danken, daß die Zahl der Abonnenten schon bei Erscheinen der 20. Lieferung mehrere Tausend beträgt und man kann das Urteil kurz dahin präzisieren, daß wir in dem Lampertschen Werke das beste und im Verhältnis zu dem Gebotenen billigste Schmetterlingsbuch haben. Möge es nicht nur in den Kreisen der zünftigen Entomologen, sondern auch in jenen der zahlreichen Freunde unserer Lepidopteren=Fauna, besonders auch bei der reiferen Jugend, die ihm gebührende Würdigung finden. Handel. Der heutige Schweinemarkt war nur von ca. 70 Tieren beschickt Gezahlt wurden für 6 Wochen alte Schweine 18 bis 20 Mk., für jährige 30 bis 35 Mk. und für ältere 50 bis 54 Mk. je nach Qualität. Der Handel war infolge der hohen Preise ziemlich zurückhaltend. Wetterbericht der Deutschen Seewarte. 25. Febr.: Vielfach heiter, angenehm milde. 26. Febr.: Wolkig mit Sonnenschein, Temperatur um Null herum, milde. 27. Febr.: Heiter bei Wolkenzug, tags milde, nachts Frost. Verantwortlich: Für Politik, Feuilleton und verwandte Gebiete: Hans Schlinzigk; für Lokales, Provinzielles und Inserate: Friedrich Kraas; Druck und Verlag von Carl Braus, sämtlich zu Schwerte Donnerstag nachm. 2 Uhr findet im Reiche des Wassers die 895 Verikfung des Frauen= und Jungfrauen=Vereins statt. =Gewinngeschenke= werden morgens von 9 Uhr an daselbst gern und dankbar entgegengenommen. Bitte ausschneiden. Oesterreichs Rüstungen. Wien, 24. Febr. Die„Grazer Tagespost“ will von bestimmt informierter Seite die nachstehenden Mitteilungen erhalten haben: Die militärische Aufstellung Oesterreichs gegen Serbien wird am 11. März vollendet sein. Die Donauflottille ist bereits in Konzentration begriffen. In Semlin ist Material für Militärbaracken eingetroffen. Ein halbes Dutzend Munitionszüge ist in den letzten Tagen von Wien nach dem Süden abgegangen. Nach Berechnung des Generalstabes könnte Belgrad innerhalb fünf Stunden besetzt werden. Ein Teil der Truppen des 14. und 2.(böhmischen) Korps wird ebenfalls zum Balkan herangezogen. Büchertisch. Alle unter dieser Rubrik besprochenen Bücher sind in der Carl Braus'schen Buchhandlung zu haben. Professor Dr. Kurt Lampert,„Die Großschmetterlinge und Raupen Mitteleeropas“, ist nicht nur ein im besten Sinne des Wortes modernes, sondern ein geradezu klassisches Werk. wie die Lepidopterenliteratur seither keines aufzuweisen hatte. Sein Verdienst liegt einrseits vor allem in der glücklichen Betonung der Biologie neben der Systematik, andererseits in der bis jetzt unerreichten, unter Zuhilfenahme der Photographie mit allen Mitteln, Finessen und neuesten Errungenschaften der Trülizch's Cütrenensalikur Naturheilkräftiger Citronensaft aus frischen Citronen g. Gicht. Rheuma, Fettsucht, Ischias, Halsl., Blasen-, Nieren- u. Gallenst. Probefl. nebst Anweisung u. Dankschr v. Geheilten, bei Angabe d. Zeitung gratis u. franko oder Saft v. ca 60 Citronen 3,25, v. ca 120 Citr. 5,50 frko.— (Nachn. 30 Pfg. mehr)— Wiederverk. gesucht. Zu Küchenzwecken u. Bereitung erfrischend. Limonaden unentb. Heinr. Trültzsch, Berlin O. 34, Königsbergerstrasse 17. Lieferant fürstl. Hofhaltungen. Nur echt mit Plombe H. T. Herr Ph. R. schreibt: Nach Gebrauch Ihres CiRheumatismus tronens, ist nun alles beseitigt, ich fühle mich in die Jünglingsj. zurückversetzt trotz m. 52 Jahre. Mein Körper war ein reines Durcheinande; Magendr., Schwindel, Appetitlosigk., Mattigk. in a. Gliedern u. zeitweilig heft. Schmerzen in denselb., Reissen im Nacken u. Nuskeln der Oberschenkel u. Gicht in den gr. Zehen mit bed. Schmerzen u. Geschwulst bis an die Waden, ich fühle mich verpflichtet, Ihren Citronansaft aufs wärmste zu empfehlen. 917 Fattenau Bitte mir umg. f. 5.50 Mk. Citronens, zu senden, muss Pettsdellt. ihnen zu m. Freude mitt., dass ich 8 Pid. abgenomm, habe. u. werde Ihr. Saft künft. in m. Hause nicht fehlen lassen. Frau A. F. Wiederverkäufer gesucht. Verannrmachung. Auf Grund des§ 21 der Jagdordnung vom 15. Juli 1907(G.=S. S. 207) wird hiermit bekannt gemacht, daß eine— öffentlich meistbietende— Verpachtung der Jagdnutzung in dem Jadbezirke der aus der Gemeinde Wichlinghofen bestehenden Jagdgenossenschaft beabsichtigt wird. Die in Aussicht genommenen Pachtbedingungen liegen zwei Wochen lang und zwar vom 28. Februar er. bis 14. März 1909 in dem Dienstzimmer des unterzeichneten Jagdvorstehers öffentlich aus. Jeder Jagdgenosse kann gegen die Art der Verpachtung und gegen die Pachtbedingungen wärend der Auslegungsfrist Einspruch bei dem Kreis=Ausschuß in Hörde erheben. Oit und Zeit der Verpachtung werden mindestens 2 Wochen vorher bekannt gemacht. Wichlinghofen, den 22. Februar 1909. Der 092 Huntermann, Gemeindevorsteher. Ein ordentliches u. properes Dienstmädchen am liebsten vom Lande, gegen hohen Lohn zum 1. April gesucht. 916 Gasthof Zur Markthalle Fritz Krämer. In April ein 804 junges Mädchen gesucht zur gründlichen Erlernung d. feineren Küche u. d. Haushalts. Gasthof Westerman: Aplerbeck. gesucht.= Gidekliene Mäller kann man die nennen, deren kluge Frauen in der Küche nur Liebig’s Fleisch-Extract verwenden; denn wo dieses altbewährte, ideale Küchenhilfsmittel gebraucht wird. da kann es nur gute Speisen geben, da ist jede Mahlzeit ein Hochgenuss! 912 Willy Humpert, Friseur, Hüsingstraße 8. 918 u- Eine Serie von 6 Kärtchen der bekannten Liebigbilder erhält Jeder gratis und franko, der dieses Inserat komplet ausschneidet und es portofrei an Aug Bernert. Repräsenfant der Liebis-Gesellschaft, Köln, Richmodstrasse 7 einsendet; am besten als offene Drucksache mit 3 Plennig erankiert, wo des Absenders auf die Rückseite des Umschlages zu schreiben ist. wobei die genaue Adresse len, der Auf einige an der Ruhr belegene Weiden werden Fohlen, Kühe und Rinder angenommen. Weidegeld einschl. Aufsicht, für Fohlen 53 Mk., Kühe 42 Mk. und Rinder 32 Mk. Anmeldungen nimmt entgegen der Weidenaufseher F. Wolff in Geisecke b. Schwerte. Sohn ordentlicher Eltern! mit guter Schulbildung sofort als 902 Lehrling gesucht. Schwerter Brotfabrik, Holzen. Mein Ere von 3 Zimmern zum vermieten. Mährstraße 6. April zu 851 von 2 Zimmern an kleine Familie auf sofort oder später zu vermieten. oos Liethgasse 7. Wir stellen zur Beseitigung der Hochwasserschäden Gemeinden und Unternehmern Feldbohn= Aulogen mit Wagen, Weichen, Drehscheiben 2c. sofort zur Verfügung, auf Wunsch auch zur Miete. Leipziger&a Co., Dortmund. 919 Selbstgezogene rote 847 Kartoffeln verkauft Carl Rassin„Zur Helle“, Freie Fleischer-Innung. 4 General= Versammlung am Donnerstag, 25. d. abends 8 Uhr im Lokale des Herrn C. Wilkes. 921 Tagesordnung: Rechnungslage. Verschiedenes. Der Vorstand. 902 1111g! Petroleum per Liter 17 Pfg., Rüböl per Liter 70 Pfg., Butteröl per Liter 80 Pfg., Margarine per Pfd. 60, 70, 80 Pfg., Schweizerbutter per Pfd. 1.00 Mk. Kaffee in allen Preisen, Preisselbeeren, Gurken, Kraut, Gelee, Schrubber, Abseifbürste, Besen, Schweizerkäse, Holländerkäse, Edamerkäse kaufen Sie am billigsten bei.. 1 Wilkes, Bahnhofstrasse 254 Tobjaurig Psch fl. Cassette mit 25 Bogen Briefpapier modernen Formats 25 Briefhüllen, ff. gefütt. la. Leinen. Mark 1.— 458 Dieselbe Cassette mit 50 Bogen und 50 Briefhüllen Mark 175. Carl Braus, Schvette Gr. Marktstr. 3—5. aus A 90 Gebrauch billigstes Waschmittel, erleichtert die Arbeit und giebt blende: weisse Wäsche. Paket 25 Pig Lesen Sie in Ihrem Interesse die nächste Anzeige.#### Oblendorf’s Peru-Guano *„Füllhornmarke“ zur Frühjahrsdüngung! Aufgeschlossener Peru-Guano hat sich als Kopfdünger vor914— züglich bewährt. Unsere letzten Importe von Fülborn rat. hochprozentigem Peru-Guano r. gelb, Schrift sien, betrugen— 102711 Tons.— e Totenzriefe, Totenzetel, 4 Kranzschleifen mit Aufdruck, Agungskarten aes eer Duchdruckerei Carl Braus 4 Schverte, Gr. Maurtorause 8 4. Schöne ital. Hühner d. best Eierleger in allen Farb. u Rass lief billigst 6 seit 30 Jahren Beckers Geflügelhof 412 Weidenau Sieg. Preisliste gratis. 5491 Der Anzeiger Hannover Königstraße 52 Bekanntmachung. Einstellung von Dreijährig=Freiwilligen für die MatrosenartillerieAbteilung Kiautschau in Tsingkau(China). Einstellung: Oktober 1909, Ausreise nach Tsingtau: Januar 1910 bezw 191, Heimreise: Frühjahr 1912. Bedingungen: Mindestens 1,67 m groß, kräftig, vor dem 1. Oktober 1890 geboren(jüngere Leute nur bei besonders guter körperlicher Entwickelung). In Tsingtau wird außer Löhnung und Verpflegung täglich 0.50 Mark Teuerungszulage gewährt. Meldungen mit genauer Adresse sind unter Beifügung eines vom Zivil vorsitzenden der Ersatzkommission ausgestellten Meldescheins zum freiwilligen Diensteintritt auf drei Jahre zu richten an: Kommando der Stammabteilung der Matrosenartillerie Kiautschau, Cuxhaven. 883 #80. und Eivint alen deutschen Druckereien. Zeltul 1 Verletzern kostenlos und portofrei zukesandt 1 Virrsumes Asertionsergan Zeuenpreis für Stellengesuche 13 P1. Bezugspreis durch, die Post: 19 PI. monatlich Unser Kreuzband von der Geschäftastelle 5 Pf. die Nummer Private kaufm. Fortbildungs-Schule von B. Cahn Hagen i. W. Bergstrasse 69. Beginn neuer Kurse für Herren und Damen. Kleine Klasse! semr Gründlicher Unterricht! 886 Mässiges Honorar! Prebenammer umsonet „ G Bekanntmachung. Einstellung von Dreijährig=Freiwilligen für das III. Seebataillon in Tsingiau(China). Einstellung: Oktober 1909, Ausreise nach Tsingtau: Januar 1910, Heimreise Frühjahr 1912. Bedingungen: Mindestens 1.65 m groß, kräftig. vor dem 1. Oktober 1890 geboren(jüngere Leute nur bei besonders guter körperlicher Entwicklung). Bauhandwerker (Maurer, Zimmerleute, Dachdecker, Tischler Glaser, Töpfer, Maler. Klempner usw) und andere Handwerker(Schuster, Schneider, Gärtner usw) bevorzugt. In Tsingtau wird außer Löhnung und Verpflegung täglich 0.50 Mark Teuerungszulage gewährt. Meldungen mit genauer Adresse find unter Beifügung eines vom Zivilvorsitzenden der Ersatzkommission ausgestellten Meldescheins zum freiwilligen Diensteintritt auf drei Jahre zu richten an: Kommando des III. Stammseebataillons, 882 Wilhelmshaven. Portmusder mit 12 Automobilen nur Burgwall 3s direkt am Hauotbahnhof. Bildet Personen jeden Standes zu uren aus. Praktische und theoretische Ausbildung. Freier Stellen=Nachweis. Prospekte gratis. 589 Inh.: Heinrich Koch. Flechten näss. und trockene Schuppenflechte, skroph. Ekzema, Hautausschläge, offene Füsse Von Mittwoch bis Samstag werden auf 915 doppelte Peiffer's Rabattmarken. gegeben. 1. Beinschäden. Beingeschwüre. Aderbeine, böse Finger, alte Wunden sind oft sehr hartnäckig; wer bisher vergeblich hoffte geheilt zu werden, mache noch einen Versuch mit der bestens bewährten Rino-Salbe gift- u. säurefrei. Dose Mk. 1. 15u. 2.25 Dankschreiben gehen täglich ein Nur echt in Originalpackung weiss- grün-rot und mit Firma Schubert& Co., Weinböhla-Dresden. Fllschungen weise man zurück. Zu haben in den Apotheken. BUHCO Addiermaschine„Adix“ 25 M (Schlager, Rollendes Maassrad„WH Co“ 4.50 M.(la.) Kesselarmat., Kessel- und Wasserreiniger, Anstreichmasch. und Arbeiterschutzmittel. Prosp. fr. Dr. HEFFTER & Co., Duisburg. 4213 F. 32.1 u Puddings u. Cremes. Saucen u. Schlagsahne, Cacao und Kuchen, Tortenfund.Backwerk: Dr. Oetker s 9 Vanillinzucker. Zum Backen 913 nur das echte Dr. Oetker’s Backpulver. eibarLi K oberthran“ und Feinste Leberthran-Emulsion 45 empfichlt Drogerie CarrTIOS. M