fül den-Klois Wertie. S.OimmmmmmgzEEgFF TPenrrrrrrr unrugrrrrrrguus erihe General-Anzeiger für den Kreis Hörde O Schwerter Volks-Zeitung Zeitung" geAbonnenten für endenden Unihren BedingUnterstützung. Alie kreis- und lokalpolizeilichen Verordnungen für den Kreis Hörde erlangen gemäss Bekanntmachung der Königl. Regierung durch Veröffentlichung in der„Schwerter Zeitung“ rechtso 0 o o o o verbindliche Kraft. o o o o 0 o Druck und Uerlag von Carl Braus, Schwerte-Guhr). Fernsprecher Nr. 62. Telegr.-Adresse: Braus, Schwerte-Rudr. Erstes und allestes Caatsorgan des Kreises. S Haupesm= Donnerstag, den 18. Februar 1909. 41. Jahrg. Erstes Wlatt. Deutscher Reichstag. 209. Sitzung. Mittwoch, den 17. Februar, 2 Uhr. Auf der Tagesordnung steht zunächst die zweite Beratung des Gesetzentwurfs betreffend Einwirkung von Armerunterstützung auf öffentliche Rechte. Die Kommission empfiehlt Annahme der Vorlage unter Einzufügung der Bestimmung, daß auch Unterstützungen zum Zwecke der Jugendfürsorge nicht als eine den Verlust öffentlicher Rechte herbeiführende Armenunterstützung gelten soll. Die Kommission beantragt ferner eine Resolution: Den Reichskanzler zu ersuchen, dahin zu wirken, daß die hiernach für das Reich einzuführenden Beschränkungen des Verlustes öffentlicher Rechte im Falle von Armenunterstützung auch in den einzelnen Bundesstaaten Geltung erlangen. Ein Antrag Akbrecht(Soz.) will erstens das, nage, diese Resolution anstrebt, gleich in vorliegendem Gesetz, festlehen, zweitens will er(durch eine Streichung in Ziffer 2 der Vorlage) bestimmen, daß nicht nur die„in Form vereinzelter Leistungen“, sondern überhaupt alle„zur Hebung gehender Notlagen“ gewährten Unterstützungen einen Verlust öffentlicher Rechte nicht nach sich ziehen. Nach unwesentlicher Debatte wird die Vorlage in der Fassung der Kommission genehmigt unter Ablehnung der sozialdemoDie Resolution wird sodann nur mit sehr schwacher Mehrheit angenommen, da außer der gesamten Linken nur noch die Mitglieder der wirtschaftlichen Vereinigung dafür stimmen. Es soll jetzt die zweite Beratung der Novelle zum Gesetz von 1870 wegen.. r Beseitigung der Doppelbesteuerung liegen dazu vier Abänderungsanträge vor. Abg. Bassermann(nl.) beantragt aus diesem Grunde Verweisung der Vorlage an eine Kommission. Das Haus beschließt demgemäß. Es folgt die erste Beratung der Novelle zum Bankgesetz Dieselbe bezweckt 1. Verstärkung der eigenen Mittel der ReichsVi dereröffnung des Reservefonds(nach Dieselbe bezweckt 1. Verstärkung der eigenen P. 8 45 bank durch Wievereroffnung des Reservefonds(nach Ausschüttung von 3½ Proz. Dividende an die Anteilseigner sollen zunächst 10 Proz. des verbleibenden Ueberschusses dem Reervefonds zufallen; 2. Erhöhung des krgoxkreign, zur gei, laufs von bisher rund 473 auf 550 Mill. Mark und der vier Quartalsausweise auf 750 Mill. Mark; 3. erhalten die Reichsbanknoten' den Charakter als gesetzliches ZahlungsMinder wichtige Neuerungen sind ferner: Die Reichsbank wird zum Ankauf von Schecks ermächtigt; der Kreis der lombardfähigen Papiere wird ausgedehnt auf Schuldverschreibungen öffentlich=rechtlicher Bodenkreditinstitute; auch sollen in das Reichsschuldbuch oder in bundesstaatliches Schuldbuch eingetragene Forderungen von der Reichsbank lombardiert werden Staatssekretär v. Bethmann=Hollweg: Die Vorlage beruht auf den Ergebnissen der Verhandlungen der Enqueteberuht auf den Ergebnissen der Verhandlungen der EnqueteKommission. Diese hat zwar ihre Erörterungen über die Frage des Depositenverkehrs noch nicht abgeschlossen. Es liegt mir aber daran, den Mitgliedern der Enquete=Kommission schon jetzt den Dank der Reichsverwaltung für ihre aufopfernde Tätigkeit auszusprechen. Der vorliegende Entwurf läßt die Grundlagen unseres Geld- und Banksystems unangetastet. Dieses System beruht teils auf der Goldwährung, teils auf der Reichsbank. Die Vordividende von 3½ Proz. bleibe den Anteileignern gesichert, und die Dotierung des Reservefonds liege insofern im Interesse der Anteilseigner, als deshalb der Kurs der Anteile mehr steigen werde. Absolut genommen, sei das Opfer des Reiches dabei größer, als das der Anteilseigner. Daß ferner etwa infolge der Erklärung der Reichsbanknoten zu gesetzlichen Zahlmitteln die Währung beeinträchtigt werde, sei ausgeschlossen. Er brauche da nur auf England hinzuweisen. Auch die übrigen Punkte der Vorlage geht der Staatssekretär kurz erläuternd durch, um zu schließen: Er hoffe auf Annahme der Vorlage, die geeignet sei, den Kredit des Vaterlandes nicht nur zu erhalten, sondern noch zu befestigen. Abg. Kreth(k.) erinnert daran, wie Deutschland vor Jahresfrist mit seiner Diskonthöhe noch hinter Bulgarieik und Serbien rangierte, und wie überhaupt Deutschland an hohen Bankdiskonts leide. Dadurch werde auch der Tiefstand im Kurse Unserer Staatspapiere verschuldet. Und am allermeisten leide daruinter wusene Landwirtschaft die dach an diesen Zuständen am sei, sei offensichtlich, wenigstens aber könne die Reichsbank auch von diesen Schädigungen abwehren durch entsprechende Einflußnahme auf den Geldmarkt. Unter seinen Freunden habe die Forderung einer Verstaatlichung der Reichsbank viele Anhänger. Der Einwand, daß in Kriegszeiten eine Staatsbank viel gefährdeter sei gegenüber dem Zugriff des Feindes, erscheine ihm nicht stichhaltig, denn auch Privatgelder der Reichsbank würden von solchem Zugriff eventuell schwerlich verschont bleiben. Ebenso erschienen ihm die Gründe nicht recht durchschlagend, die dazu geführt haben, auf eine Verstärkung des eigenen Kapitals der Reichsbank durch Erhöhung des Aktienkatitals zu verzichten und statt dessen sich lediglich auf eine Wiederaufnahme der Reserve=Dotierungen zu beschränken. Es sei zwar geltend gemacht worden, daß bei einer solchen Verstärkung des Aktienkapitals der Bank entsprechende Massen Sparkapital aus dem offenen Markte herausgenommen werden müssen. Aber der etwa damit verknüpfte Nachteil würde ja doch mehr als ausgeglichen durch die Ueberführung dieses Sparkapitals in das Reservoir der Reichsbank! Gleichwohl seien seine Freunde mit der Wiedereröffnung der Dotierung des Reservefonds einverstanden. Redner beantragt schließlich Verweisung an eine Kommission....#9. k. Karfage ddef Abg. Speck(Z.): Wiro die Vorlage Gesetz, so ist eine Neu=Redaktion des Bankgesetzes unerläßlich. Im allgemeinen können wir jedenfalls mit den Leistungen unserer Reichsbank zufrieden sein.(Rufe links: sehr richtig!) Im Gegensatze zum Vorredner bin ich auch der Ansicht, daß eine Erhöhung des Grundkapitals für das Betriebskapital und für die Diskontpolitik lange nicht die Bedeutung hat, wie man gewöhnlich meint. Mit der Wiedereröffnung der Reservefonds=Dotierung sind wir einverstanden. Der Vorredner meint, wenn ich ihn recht verstand, die Anteilseigner bezögen eine viel zu hohe Dividende. Er denkt dabei wohl gar, die Anteilscheine seien alle zu pari ausgegeben? Das ist aber nicht der Fall; die letzten Anteilscheine wurden zu 130 Prozent ausgegeben. Die Erhöhung des steuerfreien Notenkontingents ist zu billigen, sie liegt auch im Interesse eines niedrigeren Zinsfußes. Man sollte aber auch den Privatnotenbanten das Kontingent erhöhen. Ob die Gründe, die vor 10 Jahren dagegen sprachen, noch bestehen, darüber wird uns in der Kommission Auskunft zu geben sein.. Auch der gesetzlichen Zahlkraft der Reichsbanknoten wird man gegenwärtig zustimmen können. Eine Gefahr für die Goldwährung erwächst daraus nicht, denn für die Reichsbank bleibt ja die Verpflichtung bestehen, ihre Noten in Gold einzulösen. Aber, wenn man der Reichsbank das Privileg gesetzlicher Zahlkraft ihrer Noten gewährt, so sollte man auch den Privatbanken und ihren Noten ein größeres Wirkungsgebiet sichern. Das Publikum würde die Reichsbanknoten vor den Privatbanknoten zu sehr bevorzugen! Dabei besteht ein großes Interesse an dem Fortbestand der Privatbanknoten. Abg. Arendt(Rp.): Ich kann mich Herrn Kreth durchaus anschließen. Die ganze Frage hat keine prinzipielle Bedeutung. Bureaukratischer als die Reichsbank bisher geleitet wurde, kann sie auch nach der Verstaatlichung nicht werden. Die Uebernahme der Reichsbank durch das Reich würde rund 150 Millionen kosten, die gewiß leicht aufgebracht werden könnten. Die Erhöhung des Reservefonds ist nach dem Grundsatz erfolgt: Wasch mir den Pelz und mach ihn nicht naß.(Heiterkeit.) Die Notensteuer sollte man überhaupt abschaffen. Wir müssen jetzt auch einmal an die Einziehung der Reichskassenscheine denken. Unsere Zehnmarkscheine sind ohnehin so häßlich, daß sie bei einem Preisausschreiben für die häßlichste Note sicherlich den ersten Preis bekämen. Wir werden in der Kommission vor allem die wirtschaftliche Seite berücksichtigen müssen.(Bravo rechts.) ag I2— 4ac Abg. Weber(nl.): Wir halten den Weg der Erhöhung des Reservefonds für den richtigen. Gegen die Erhöhung des steuerfreien Notentontingents läßt sich wohl wesentliches einwenden. Die Notenbesteuerung ist zwar nicht ein Warnungssignal für das Präsidium der Reichsbank, aber doch für das Publikum! Wie man sich zdagegen wenden kann, daß die Reichsbanknoten gesetzliches Zahlungsmittel werden, kann ich nicht einsehen. Die meisten Leute glauben ja jetzt schon, daß diese Noten eine gesetzliche Zahlkraft besitzen. Wir stimmen aber auch dem Vorschlage Speck zu, daß die öffentlichen Kassen gehalten sein sollen, Privatbanknoten in Zahlung zu nehmen. Gerade die Privatzettelbanken sind ein wichtiges Element im Wirtschaftsleben. Man sollte den Privatzettelbanken auch noch auf andere Weise entgegenkommen, so könnte man beispielsweise die gegenwärtig für sie bestehende Verpflichtung, sich in ihrem Diskont innerhalb gewisser GrenDreußischer Landtag. 33. Sitzung am Mittwoch, 17. Februar. Am Ministertisch: Delbrück; o. Velsen. Präs. v. Kröcher eröffnet die Sitzung um 1 Uhr 15 Min. Die Berggesetznovelle. Die erste Beratung der Berggesetznovelle und der dazu gehörigen Anträge wird fortgesebt. zzicen Frezube be. Abg. Kapitza(Pole):Meine pomischen Freunde begrüßen die Vorlage; nicht als ob sie alle berechtigten Wünsche erfülle, aber sie bedeutet doch einen Schritt vorwärts. Wir müssen den niedergehaltenen Volksschichten eine organische Fortentwicklung ermöglichen, dann werden sich diese Kreise auch ihrer Verantwortlichkeit für das Wohl der.„Allgemeinheit berut. werden. twortlichkeit fur das Rohl der Allgeneinseit verußt Dazu gibt ihnen die Vorlage einige Gelegenheit. Selbstverständlich darf der Sicherheitsmann nicht agitatorisch vorgehen. Man soll aber nicht jede Harmlosigkeit als Agitation ansehen, z. B. es nicht großpolnische Agitation nennen, wenn der Sicherheitsmann an seine Kameraden polnische Fragen richtet. (Sehr richtigl bei den Polen.).. Die Bürgsch Abg. Wolff=Lissa(Fr. Vgg.): Die Bulgschaften gegen VP, o;II. bse. herseisnäner genügen uns michkt, Abge Wolff=Lissa(Fr. Vgg.): Die Bürgschaften gege willkürliche Enclassung der Sichergensmanner genügen uns nicht, sie sin der Vorlage die ihrem Diskont inne zeu nach der Reichsbank zu richten, aufheben. Redner ist im übrigen mit den Bestimmungen der Vorlage einverstanden, so auch mit der Art der Gewinnverteilung und mit der Ausdehnung der lombardfähigen Papiere. Hierauf Vertagung. Morgen 2 Uhr: Fortsetzung; Rechnungssachen. Schluß gegen 6 Uhr. Unserer Staatspapiere verschuldet. Und am anter unsere Lanowirtschaft, die doch an biesen Husinnden, am allerwenigsten schuld sei. Es sei erfreulich, daß die Reichsverwaltung jetzt wenigstens von ihrer alten Auffassung abgepangen sei, wonach die Reichsbank ein Reservoir für die Börse und Industrie sei, und sich jetzt zu der Auffassung begepängen sei, wonach die Reichsbank ein Reservoir für die Lorse und Industtir sec, und sich zegr zu, der Auffassung, bekenne, daß die Reichsbank eine Zentralstelle ist für die allgemeinen wirtschaftlichen Interessen! Er wolle die Leistungen der Reichsbank nicht kritisieren, meine aber doch, daß die Interessen der Landwirtschaft mehr gewahrt werden könnten. Daß die Reichsbank nicht für den Mittelstand und kleinen Mann da Wie schön ist's, wenn von alten Zungen Der Jugend muntres Feuer spricht! So reizend, männlich, ungezwungen Ergötzt der Jugend Lachen nicht. Erfahrung gibt hier die Gedanken, Und muntrer Witz den Ausdruck her, Als ob in einer Laufbahn Schranken Das Alter und die Jugend wär. Schlege!. sie sind Kautschuk. An sich ist die Struttur der Vox richtige; es gilt aber aus dieser Struttur die Konsequenzen zu ziehen. Die Gründe, die hier gegen ein Reichsberggesetz vorgebracht sind, haben mich in Erstaunen gesetzt. Sie sind nicht neu, und sie sind nicht besser geworden.(Heiterkeit.) Auch die Anschauung, der Landtag müßte sich doch ein bißchen Sozialpolitik reservieren, ist mir unverständlich. Für Preußen bleiben noch genug sozialpolitische Aufgaben übrig— man denke nur an die Landarbeiterfrage! Mit der zivilrechtlichen Einheit in Deutschland ist man einverstanden, warum nicht auch mit der öffentlichrechtlichen?(Sehr richtig! links.) Ein Schlußantrag wird angenommen. Es folgen die Schlußreden zu den einzelnen Anträgen. Im Schlußmort zu dem Zentrumsantrag Imbusch, der die Mitwirtung der Bergarbeiter bei der Grubenkontrolle und die reichsgesetzliche Regelung der Bergarbeiterverhältnisse fordert, Abg. Dr. Bell(3.), daß die Sozialdemokraten gegen jede gesunde Reform auf dem Boden der heutigen Staatsordnung sind. Herr Leinert habe kein Recht, sich hier zum Anwalt der christlichen Bergarbeiter aufzuwerfen.„. Abg. Frhr. v. Zedlitz(fk.): Der Reichstag hat ouradikalste Wahlrecht. Dort sei man geneigt, Byzantinismus nach unten zu üben. Das Abgeordnetenhaus habe seine Befähigung zur Gesetzgebung durch die Verabschiedung der Besoldungsgesetze bewiesen und werde es wieder beweisen durch Verabschiedung der Deckungsvorlage.(Beifall rechts.)„ Der Gesetzentwurf geht mit den Anträgen an eine Kommission von 28 Mitgliedern... e maglt en Die zweite Beratung des Etats wiro fortgesetzt veim Etat der Berg=, Hütten= und Salinenverwaltung. Bei den Einnahmen bemerkt 12 Mu2 8 2 Abg. v. Kessel(k.), daß auch der Bergetar kein freundliches Bild biete; doch sei der Wert der Bergwerke erheblich zu niedrig verauschlagt. Handelsminister Delbrück: Zweifellos ist in unsere Rechnungsführung eine gewisse Unklarheit gekommen, seitdem wir aus den Ueberschüssen Neuerwerbungen gemacht haben. Ich habe schon erwogen, wie diese Unklarheit beseitigt werden kann. Die verlangte Vermögensübersicht werde ich beim nächsten Etat vorlegen. Dann werden wir uns über die Grundsätze für die Wertberechnung einigen können. Mir kann es egal sein, ob ich 7½ oder 10 Prozent herauswirtschafte. Der Rückgang der Arbeitsleistungen bei hohen Löhnen ist eine allgemein beobachtete Tatsache.„ 6.82u 8 Abg. Sauermann(Z.) bedauert, daß es dem Staat nicht gelungen ist, einen nennenswerten Einfluß auf die Preispolitit des Kohlensyndikats zu gewinnen. Er habe zu spät eingegriffen.„#6 923 P 23, Ein Vertagungsantrag wiro angenommen. Pras. v. Kröcher will u. a. die dritte Lesung der Pfarverbesoldungsgesetz auf die nächste Tagesordnung sehen,. uutt hak#i: imstte Getung Abg. Hoffmann(Soz.) behauptet, daß die zwette Lesung des Besoldungsgesetzes für die evangelischen Geistlichen noch nicht beendet sei, da nicht geschäftsordnungsmäßig abgestimmt worden sei. Nach der Geschäftsordnung und der früheren Uebung des Hauses müsse ein Schlußantrag als abgelehnt gelten, wenn die Abstimmung zweifelhaft sei. Dies sei, wie die Vornahme der Gegenprobe beweist, hier nicht der Fall gewesen. Man habe ihm eben das Wort abschneiden wollen. Es entspinnt sich eine längere Geschäftsordnungsdebatte, an der sich Präs. v. Kröcher, Dr. Porsch(Z.), Friedberg(nl.) und Frhr. v. Zedlitz(fk.) und zu Dutzenden von Malen der Abg. Hoffmann(Soz.) beteiligen. Dem Abg. Hoffmann wird von allen Seiten entgegengehalten, daß seit Jahrzehnten die jetzige Praxis bestehe, ohne daß Widerspruch erhoben worden wäre, und daß niemand daran gedacht hätte, zuungunsten des Abg. Hoffmann gegen die Geschäftsordnung zu verstoßen. Herr Hoffmann hätte bei der Abstimmung Einspruch erheben sollen. Nächste Sitzung: Donnerstag 12 Uhr: Bergetat; dritte Lesungßder Pfarrerbesoldungsgesetze; Handelsetat. Schluß 5½ Uhr. Politische Uebersicht. Deutschland. Mit der Einführung von Schiffahrtsabgaben auf natürlichen Wasserstraßen scheint nun Ernst gemacht werden zu sollen, da Preußen im Bundesrat erklärt hat, daß der Erhebung dieser Abgaben der§ 54 der Reichsverfassung nicht im Wege stehe. Mehrere einzelstaatliche Regierungen sind bekanntlich noch entschiedene Gegner der Abgaben, für deren Erhebung auf unregulierten Strömen auch kein plausibler Rechtsgrund vorhanden ist. Der Entwurf will namentlich auch die gesetzliche Grundlage schaffen für die in den einzelnen Stromgebieten zu errichtende Zentralverbände, in denen die Schiffahrts=Interessenten zusammengefaßt werden sollen, um weiter für Schiffahrtszwecke verwendet zu werden. Allen diesen Organisationen wird das Recht der Selbstverwaltung verliehen. Die Vorlage soll dem Reichstag möglichst noch in dieser Session zugehen. Drahtlose Telegraphie bei deutschen Kriegsschiffen. Die Erfahrungen bei dem letzten großen Schiffsunglück vor Newyork, bei dem bekanntlich die drahtlose Telegraphie hervorragende Dienste leistete, haben die Marineverwaltung veranlaßt, der drahtlosen Telegraphie eine erhöhte Aufmerksamkeit zuzuwenden. Bei den Flottenübungen in der Ost= und Nordsee, sowie bei allen Flottenmanövern werden darum die Uebungen mit drahtloser Telegraphie künftig eingehender betrieben werden als bisher. Man geht mit der Absicht um, die Anzahl der Versuchsschiffe für die drahtlose Telegraphie, die hauptsächlich der Erprobung von Neueinrichtungen dienen und die taktischen Vorteile ausprobieren sollen, zu vermehren. Es wurden schon Verständigungen zwischen den einzelnen Funkenstationen von unserer Kriegsmarine auf eine Entfernung von 2400 Km. erreicht. Dadurch ist es möglich geworden, den kommandierenden Admiral über Riesenentfernungen hin zu informieren. Die gesamte Kviegsflotte erhält durch die drahtlose Telegraphie den Charakter eines„einheitlichen Kriegsinstruments“, während sie bis jetzt nur aus einer Anzahl von einzelnen Körpern bestand. Schärfere Maßregeln zur Verhütung sozialdemokratischer Straßendemonstrationen fordert eine Zuschrift an die„KreuzZtg.: Wenn der Pöbel am Einzugstage des Königs Eduard durch die Straßen Berlins ziehen und die Reichsfarben herunterreißen konnte, so heißt es darin, dann hat die Regierung nicht ihre Pflicht getan. Sie durfte die Stadt nicht schutzlos dem Pöbel preisgeben und hätte zur Absperrung für den Einzug Militär verwenden und die Schutzleute auf den Straßen lassen müssen. Die konservative Partei sollte die Regierung wegen dieser Straßenexzesse im preußischen Abgeordnetenhause interpellieren, insbesondere auch darüber, wie einer Wiederholung der Ausschreitungen, die bei passender Gelegenheit schon nicht ausbleiben wird, besser entgegengetreten werden kann. Der preußische Kultusminister Dr. Holle wird nach Beendigungs seines Urlaubs zwar auf seinen Posten zurückkehren, aber nur, um ihn gleich darauf dauernd zu verlassen. So weiß die„Nat. Ztg. zu berichten, und fügt hinzu, daß der Wechsel wohl schon erfolgt wäre, wenn man nur schon einen geeigneten Nachfolger für Dr. Holle gefunden hätte. Aber niemand hat Lust, den dornenvollen Posten zu übernehmen. Das genannte Blatt sagt dann noch, im Unterschiede zum Reichskanzleramt bestehe im preußischen Kultusministerium die alte Liebe zu dem Zentrum fort, auf dessen Wunsch auch eine Teilung von Kultus und Unterricht unterbleibe. Der König von Sachsen ist von seinem neulichen Unfall so weit wiederhergestellt, daß er am 24. Februar von Antwerpen eine Mittelmeerreise antritt. Das Marokko=Weißbuch der Reichsregierung ist fertig, sein Inhalt ist den Mitgliedern der Budgetkommission des Reichstags vertraulich mitgeteilt worden. Dem Plenum des Hauses geht das Weißbuch wahrscheinlich gar nicht zu, da das Interesse an ihm nach dem deutsch=französischen Marokko=Abkommen erloschen ist, die Publikation aber vielleicht zu einem neuen Tintenkriege zwischen deutschen und französischen Blättern führen könnte. Deutsche in Kanada. Deutsche Tüchtigkeit und deutscher Unternehmungsgeist erzielen auch im Auslande und selbst unter den schwierigsten Bedingungen schöne Erfolge. Franzosen, Engländer, Amerikaner und die Eingeborenen haben sich um die Erschließung der reichen Silberschätze Kanadas bemüht; aber erst dem Vorgehen der Deutschen, das methodisch und nach wissenschaftlichen Grundsätzen erfolgte, erschloß sich der ganze Reichtum kanadischer Silberminen. Eine mit vier Millionen Mark gegründete deutsche Aktiengesellschaft hat die ergiebigsten Minen erworben, aus denen sie zum Aerger der Kanadier und aller übrigen Konkurrenten sehr respektable Gewinne zieht. Das neue englische Patentgesetz schreibt bekanntlich vor, daß Waren, die auf Grund eines in England giltigen Patentes angefertigt werden, zumteil wenigstens in England selbst hergestellt werden müssen, wenn das in Frage stehende Patent Giltigkeit behalten soll. Daraufhin hat jetzt als erste fremde Firma eine deutsche Konserven=Fabrik eine Filiale in England errichtet, in der mehrere hundert Personen beschäftigt werden. In London ist man darüber sehr erfreut, aber den Arbeitern in Deutschland wird dadurch die Beschäftigung verringert. Die Ansprüche an den deutschen Geldmarkt wachsen sehr ansehnlich, wie die neue vierprozentige bayerische StaatsAnleihe beweist. Und noch haben das Reich und Preußen; die auch einen Bedarf von mehreren hundert Millionen haben, diesen bis heute nicht angemeldet. Steuer auf alkoholfreie Getränke. Die von Brauerseite bei der Regierung gemachte und von dieser scheinbar willkommen geheißene Anregung auf Besteuerung der alkoholfreien Getränke wird in den Kreisen der deutschen Alkoholgegner als eine bewußte Schädigung ihres Wirkens aufgefaßt. Die Leitung des Guttemplerordens richtete deshalb an den Reichstag ein Ersuchen auf Ablehnung eines solchen Vorschlages. Eine neue Militärluftschiffhalle wird augenblicklich in Nähe von Darmstadt gebaut. Wie gemeldet wird, ist ein Kommando der 21. Pioniere aus Kastel auf dem Truppenübungsplatz Griesheim bei Darmstadt mit dem Bau einer 40 Meter langen Halle beschäftigt, die zur Unterbringung eines Militärluftschiffes für das 18. Armeekorps bestimmt ist. Auch sollen im Frühjahr dort Flugversuche mit Aeroplanen vorgenommen werden. Aus dem Auslande. Frankreich. Paris, 17. Febr. Die Franzosen verfehmen die fremden Tabaks=Fabrikate. Vom Mai dieses Jahres ab dürfen Reisende nach Frankreich für ihren persönlichen Bedarf nur noch 10 Zigarren oder 20 Zigaretten oder 100 Gramm Tabak zollfrei einführen. Zurzeit erstreckt sich diese Vergünstigung noch auf 30 Zigarren oder 100 Zigaretten oder 100 Gr. Tabak. Niederlande. Haag, 17. Febr. Die holländische Regierung hat umfassende Maßnahmen gegen den Mädchen=Handel getroffen. In Amsterdam wurde ein Zentral=Bureau ins Leben gerufen. England. London, 17. Febr. Wie immer, so vollzog sich die Parlamentseröffnung auch diesmal wieder unter der Entfaltung des traditionellen glänzenden Pompes. König und Königin begaben sich in einem von acht cremefarbigen Pferden gezogenen Staatskarosse zum Parlamentsgebäude, eskortiert von der Kavallerie der Leibgarde. Die übrigen Mitglieder der königlichen Familie sowie die Beamten des Hofes folgten in anderen Galaequipagen. Der König, der wieder ganz gesund ist, verlas die Thronrede, die außer der Erwähnung des Berliner Besuches namentlich den Hinweis auf sozialpolitische Aufgaben enthielt, mit klarer Stimme. Gleichwohl begibt sich der Monarch auf einige Zeit nach dem durch sein mildes Klima berühmten Brighton am Aermel=Kanal.— In der Thronrede heißt es über den Berliner Besuch: Die Wärme des Empfanges, die sich bei unserem Besuche in Berlin bei allen Klassen der Bevölkerung zeigte, hat einen starken Eindruck auf mich gemacht und mich mit hoher Genugtuung erfüllt. Es hat der Königin ebenso wie mir große Freude bereitet, mit Kaiser Wilhelm und der Kaiserin wieder zusammen zu kommen. Ich bin der Ueberzeugung, daß der Ausdruck des herzlichen Willkommens, das uns in Berlin geboten wurde, dazu beitragen wird, diese freundschaftlichen Gefühle zwischen beiden Nationen, die für ihre gegenseitige Wohlfahrt und für die Erhaltung des Friedens so wesentlich sind, zu stärken. Unsere Beziehungen zu den fremden Mächten sind nach wie vor freundschaftliche. Rußland. Petersburg, 17. Febr. Wie man sich vor Uebervölkerung schützt. Im Monat Januar haben in Rußland 100 Hinrichtungen stattgefunden, darunter in Jekaterinoslaw allein 39. Die Zahl der Todesurteile wächst fortwährend.— Im Moskauer Postamt wurden Unterschlagungen in Höhe von angeblich 100000 Rubeln entdeckt. In Wirklichkeit sollen die Veruntreuungen weit größer sein. Portugal. Lissabon, 17. Febr. König Manuel von Portugal erwidert den Besuch seines„Nachbars“ Alfonso von Spanien demnächst in Madrid. Türkei. Konstantinopel, 17. Febr. Die Umwälzung auf dem Balkan. Die Lage ist wieder verworren genug. Die Folgen des Konstantinopeler Ministerwechsels lassen sich noch gar nicht übersehen, und Serbien erhebt wieder ein gewaltiges Kriegsgeschrei. Der Ernst der Situation geht daraus hervor, daß die Stärke der Offiziere und der Mannschaft der österreichisch=ungarischen Donaumonitore auf Kriegszustand gebracht wurde.— Der neue Großwesir Hilmi Pascha ist ein ausgesprochener Freund Oesterreichs und wird es an Entgegenkommen Klagen über mangelhafte und unpünktliche Zustellung der Schwerter Zeitung bitten wir direkt bei der Geschäftsstelle Große Marktstraße 3—5 anbringen zu wollen. diesem gegenüber bei den Ausgleichsverhandlungen nicht fehlen lassen.— Ein großer Teil der türkischen Truppen, und zwar derjenige, der es mit den Jungtürken hält, macht immer aufs neue durch politische Kundgebungen in unliebsamer Weise von sich reden.— In Belgrad, wo der Kronprinz Georg fortfährt, provokatorische Reden gegen seinen königlichen Vater wie gegen Oesterreich zu halten, ist man tief geknickt, daß Herr Ferdinand von Bulgarien es absichtlich vermied, gelegentlich einer Reise in der serbischen Hauptstadt Station zu machen. Der Salonwagen des Königs wurde vor Belgrad abgekoppelt und durch eine von den ungarischen Staatsbahnen zur Verfügung gestellte Lokomotive direkt nach Semlin gebracht. Dort verweilte Ferdinand die 40 Minuten in seinem Salonwagen, die der Schnellzug in Belgrad Aufenthalt hatte. Stadt und Umgebung. Schwerte den 18. Februar. Raum ist mir genug geblieben: Raum zu Schlössern in der Luft, Hier im Herzen Raum zu Lieben, In der Erde Raum zur Gruft. W. Wackernagel. **(Früher als der Kalendermann, rechnet die Hausfrau mit dem Frühlings=Beginn.) Heißt es, Märzenschnee tut den Saaten weh, so denkt die Hausfrau an die sonst ja sehr willkommene Märzen=Sonne. So von Ende Februar ab, wenn das Himmelsgestirn höher gestiegen ist, und seine Strahlen schon wieder in die Fenster hineinleuchten, dann gleiten sie auch über Gardinen, Teppiche und Möbel in der guten Stube fort, die den Stolz der sorgenden Dame bilden, und es muß unverzüglich Alles geschehen, um ein Ausblassen zu verhüten. Behauptet wird allerdings von anderer Seite, daß es mit dem Schaden, den die Sonne in dieser Weise anrichtet,“ gar nicht so ängstlich bestellt sei, daß lieber in so und so langer Zeit Teppiche und Gardinen etwas heller werden könnten, als daß man der Sonnenstrahlen entbehre. Wir wagen es nicht, aus eigener Ueberzeugung hier zu entscheiden, aber vielleicht versuchen es die Hausfrauen an der Hand der Erfahrung. Denn, daß die Sonne im Haus Doktor und Apotheker sparen hilft, ist bekannt. **(Die Zunahme der Tageslänge) ist zu keiner anderen Zeit so deutlich, fast von Tag zu Tag wahrnehmbarer, als in der 1. Hälfte des Februar. Die rasche Zunahme der Helligkeit ist jedoch in der Hauptsache nur in den Nachmittagsstunden zu bemerken, während die Fortschritte in den Morgenstunden noch ziemlich gering sind. Dieser Umstand erklärt sich daraus, daß um die gegenwärtige Jahreszeit die Abweichung des sogen. „wahren“ Mittags von dem„bürgerlichen“ Mittag eine ausnehmend große ist, d. h. die Sonne erreicht ihren höchsten Stand am Himmel(„wahrer“ Mittag) nicht um 12 Uhr, sondern erst um ¼1 Uhr. Danach kann man leicht ausrechnen, daß die Zeit nach 12 Uhr, der Nachmittag, eine volle halbe Stunde länger Sonnenlicht bringt als die Zeit vor 12 Uhr, der Vormittag. Da gerade am ersten Weihnachtsfeiertage Vor= und Nachmittag gleich sind, während zu Anfang November umgekehrt der Vormittag eine halbe Stunde länger währt als der Nachmittag, so ist es klar, daß die Zunahme der Tageslänge, am Zeitpunkt des Sonnenunterganges gemessen, zu Anfang Februar weit größer erscheint, als sie wirklich ist. Am 11. Februar erreichte die Difserenz zwischen„wahrem“ Mittag und„bürgerlichem“ Mittag ihr Maximum. Nach diesem Termin wird die Zunahme der Tageslänge, die in Wirklichkeit stets ungefähr gleich ist, weniger auffällig bemerkbar. **(Ehejubiläums=Medaillen.) Im Jahre 1908 sind 1690 Ehejubiläums=Medaillen verliehen worden; davon entfallen auf die Provinzen: Westfalen 175, Ostpreußen 43, Westpreußen 34, Brandenburg mit Berlin 218, Pommern 74, Posen 58, Schlesien 130, Sachsen 193, Schleswig=Holstein 87, Hannover 181, Hessen=Nassau 119, Rheinprovinz 377 und auf den Regierungsbezirk Sigmaringen 1. 1069 Ehepaare gehörten dem evangelischen, 349 dem katholischen, 31 dem jüdischen, 1 dem mennonitischen, 11 dem reformierten, 162 dem lutherischen und 22 gemischten Religionsbekenntnis an; ein Ehepaar gehörte zu den Methodisten. 17 Ehepaare feierten ihr 60jähriges Ehejubiläum; 2 zählten 65 Ehejahre. **(Zum Kaiserpreis=Singen.) Die Kommission für das Kaiserpreis=Singen in Frankfurt a. M. hat an die Vorstände der beteiligten Vereine das Ersuchen gerichtet, daß vom Vorsitzenden und Dirigenten der Vereine eine amtlich zu beglaubigende Erklärung abgegeben wird, daß unter den Mitgliedern, die zum Wettsingen entsandt werden, sich keine solchen befinden, die den Vereinen nur beigetreten sind, um an dem Wettbewerb teilzunehmen. Sämtliche Sänger müssen längere Zeit dem Verein angehören. **(Ermäßigung des Reichsbank=Diskonts.) Die Reichsbank hat in der letzten Sitzung des Zentralausschusses den Diskont von 4 pCt. auf 3½ pEt. ermäßigt. Zur Begründung führte Präsident Havenstein in der gestrigen Sitzung des Zentral=Ausschusses in erster Linie den günstigen Status der Bank an. *(Unfall.) Beim Abladen von Kohlen erlitt gestern der Arbeiter W. dadurch einen Unfall, daß ihm das ziemlich schwere Verschlußbrett des Wagens auf den rechten Fuß fiel und dieser stark gequetscht wurde. Der Mann dürfte längere Zeit arbeitsunfähig sein. **(Karnevalsfreuden.) Gestern hatte der kathol. kaufm. Verein in seinem Vereinslokal Hotel„Zur Post“ ein karnevalistisches Kränzchen veranstaltet, welches sich eines überaus zahlreichen Besuches zu erfreuen hatte. Bei humoristischen Aufführungen aller Art, echt Kölner Büttenreden und nachherigem Tänzchen nahm die Feier einen in jeder Hinsicht befriedigenden Verlauf.— Am Sonntag Nachmittag findet am Freischütz eine karnevalistische Sitzung der„Großen Hagener Karnevals=Gesellschaft statt, zu welcher auch mehrere hervorragende Kölner Karnevalsredner ihre Mitwirkung bestimmt zugesagt haben. Die Musik wird von dem hier bestens bekannten Betzel'schen Solisten=Orchester ausgeführt. **(Zu einem Menschenauflauf) kam es gestern vormittag auf der Hagenerstraße. Der Angestellte eines Latrinenreinigungsinstitutes war mit dem früheren Inhaber eines derartigen Geschäftes in Meinungsverschiedenheiten geraten, und da beide anscheinend recht tief ins Glas geschaut hatten, war bald die schönste Keilerei im Gange. Dabei warfen sie mit Schimpfworten und Kraftausdrücken um sich, die man sicherlich vergebens in jedem Lexikon suchen würde. Schließlich zog der Eine jedoch, wohl eingedenk des weisen Spruches, daß der Klügere stets nachgibt, von dannen, während der Andere noch lange seinem Grimm in erregten Ausdrücken Luft machte. Hoffentlich haben sich die beiden„Geschäftsfreunde", später doch wieder versöhnt. **(Die Reichskrone.) gegenüber der neuen Post, ist in letzter Zeit durch den glücklichen Griff, den Herr Stamm mit dem Kinematographen machte, in vieler Munde und das Ziel vieler gewesen, und die geschickte Auswahl des Gebotenen hält dieses Interesse wach. In den nächsten Tagen übertrifft sich jedoch unser Schwerter Kinematograph: Herrn Stamm ist es unter Aufwendung großer Kosten gelungen, die Passionsspiele, koloriert von Paths, dem Publikum zu bieten. 2000 Bilder aus dem Leben Jesu in seltener Vollendung sind freilich derart verlangt, daß sie nur an den drei Tagen von Freitag bis einschließlich Sonntag vorgeführt werden können, und empfiehlt es sich daher, den Besuch des Kinematographen nicht bis zum letzten Tage zu verschieben. Die einzelnen Teile des Gebotenen besagt das Inserat in heutiger Nummer. **(Mandatsniederlegung.) Herr Stadtverordneter Schermeng hat sein Mandat niedergelegt, nachdem er über 10 Jahre„ als Vertreter der 3. Abteilung dem Kollegium angehört hatte; seine Wahlperiode läuft bis 1910. Die 3. Abteilung wird also in nächster Zeit voraussichtlich zwei Neuwahlen vorzunehmen haben, da bekanntlich die Wahl des Herrn Althoff von den städt. Vertretungen nicht bestätigt ist. Allerdings ist gegen diese Entscheidung eine Klage beim Bezirksausschuß anhängig gemacht. **(Die Finanz= und Werbe=Kommission des BürgerSchützenvereins) hielt am vorgestrigen Dienstag im Hotel Jungesbluth eine gutbesuchte Sitzung ab. Nachdem die Kommission durch Zuwahl auf dreißig Mitglieder gebracht worden war, wurde über die Art und Weise, wie das Interesse aller Kreise der Bürgerschaft für den Verein neu zu beleben sei, eingehend verhandelt. Es konnte alsdann die erfreuliche Mitteilung gemacht werden, daß bereits seit der neulichen Generalversammlung am Schützenhof einige dreißig Neuanmeldungen vorlägen. Imlaufe des gestrigen Tages sind weitere zwölf Anmeldungen erfolgt, so daß begründete Hoffnung besteht, daß der Verein wieder recht lebensfähig wird. Sache aller Kreise der Bürgerschaft ist es, jeder an seinem Teile und in seiner Weise dafür mit sorgen zu helfen, daß der Verein als einziges Wahrzeichen vergangener Jahrhunderte weiter blühe und gedeihe. Wir wünschen daher den intensiven Bemühungen der Kommission die besten Erfolge. **(Ermäßigung der Kohlenpreise.) Wie die„Kölnische Volkszeitung“ hört, beträgt die Ermäßigung der von den Händlern zu zahlenden Preise bei neuen Abschlüssen beim Kohlenkontor auf grobe Nüsse 2 M, auf Nußkohlen 3—4 M. auf Nuß 5—6. M, auf Ruhranthrazit 10 M, Brechkoks 20 M, auf Steinkohlenbriketts 20 M, auf Gießereikoks 26 A die 10 Tonnen. Unverändert sind englische Wales Anthrazitkohlen und Fettnüsse geblieben. ch **(Kinderkrankheiten.) Scharlach und Diphtherie, welche schon seit geraumer Zeit im ganzen Regierungsbezirk Arnsberg in erschreckender Weise auftreten, suchen jetzt auch unsere Stadt heim und haben bereits ein Opfer gefordert. Gestern abend ist das 7jährige Töchterchen eines in der Haselackstraße wohnenden Hüttenbeamten im kathol. Krankenhause der tückischen Diphtherie erlegen. Ainskheres Rresblall ich den Kiels werck! Mmmmmmmtemmmmrr rcmmrer Wmen Nr. 41. Donnerstag, den 18. Februar 1909. 41. Jahrg. W s Hibeires Mart. Arbeitslos. Der Frühling kommt näher, aber immer noch kommt aus den Großstädten und den verschiedenen Industriebezirken die Klage über Arbeitslosigkeit, ja sogar über einen noch wachsenden Mangel an Beschäftigung. Die Unkosten sind heute in den großen Städten derartig angeschwollen, der Kredit ist dermaßen begehrt, daß nicht wenige Betriebe lieber eine Einschränkung rornehmen, als halb umsonst zu arbeiten, und noch dazu in der Ungewißheit, ob und wann eine Begleichung der Außenstände erfolgen wird. In den Industrien ist mehrfach schon eine solche Absatzstockung zu verzeichnen, daß kaum das Lager geräumt wird. Es ist also nutzlos größere Mengen auf Vorrat zu arbeiten. Und immer wieder ist zu konstatieren, daß im Auslande, namentlich in Nord=Amerika, die eigene Fabrikation auch auf solche Artikel ausgedehnt wird, die früher fast ausschließlich aus dem deutschen Reiche bezogen wurden. Auch die neue Industrie=Politik vieler Staaten, fremde Industrien in ihr Land zu ziehen, wirkt benachteiligend. Ungarn, Italien z, B. haben große deutsche Etablissements veranlaßt, auf ihrem Gebiete Filialen zu gründen; England zwingt dazu, wenn wertvolle Patente dort nicht ihren Schutz verlieren sollen. Die Vereinigten Staaten von Nord=Amerika wollen dem britischen Vorbilde folgen. Das sieht alles nicht erfreulich aus, und da auch bei uns im Innern ein gewisses Lähmungs=Gefühl obwaltet, ein Jeder das Geld möglichst in seiner Tasche zu halten sucht, kann auch aus Deutschland selbst nicht die volle Anregung kommen, die sich sonst beim Eintritt der besseren Jahreszeit geltend zu machen pflegt. Immerhin, wir wollen uns hüten, gar zu sehr Trübsal zu blasen; von starkem Wagemut kann keine Rede sein, aber die vorsichtige und stetige Betätigung des Unternehmungsgeistes wird auch ein tüchtiges Stück nützen. Die Arbeitslosigkeit dürfte unter diesen Umständen auch zum Frühling nicht ganz verschwinden; in Berlin wollen die Gewerkvereine jetzt über 100000 Köpfe in der Stadt und den Vororten gezählt haben, für welche der Verdienst mangelt. Es ist selbstverständlich nicht möglich, in jedem Einzelfalle zu entscheiden, wie weit die Bezeichnung„Arbeitslos“ vollauf begründet ist, und noch weniger wird sich immer ermitteln lassen, wo die Schuld an dem mangelnden Verdienst liegt. Daß die großen Städte keine Arbeitskräfte mehr nötig haben, das ist längst bekannt, und nicht minder, daß zur Stunde die ArbeitsTüchtigkeit eine recht verschiedene ist. Viele, die über Brodlosigkeit klagen, müßten in ihrem Fache erst noch ordentlich arbeiten lernen, es würde ihnen dann schon nicht an Beschäftigung fehlen. Jedenfalls sind unsere Zustände und unsere Menschen heute noch nicht so ideal, daß eine Arbeitslosen=Versicherung aus öffentlichen Mitteln angebracht wäre. Die Neigung, Rentier zu spielen, ist in der jüngeren Generation so wie so schon groß genug, man darf sie nicht bestärken. Die jüngste Berufszählung hat statistisch eine genaue Feststellung der Abnahme der ländlichen Arbeiter und ein Wachstum der industriellen und städtischen Arbeitskräfte nachgewiesen. Es ist von recht zweifelhaftem Wert, diese Erscheinung als einen wirtschaftlichen Fortschritt zu bezeichnen, so müßten vor allen Dingen die Krisen und die mit ihnen verbundene Arbeitslosigkeit verschwinden. Was wollen so und so viele hunderttausende von Arbeitern mehr besagen, wenn die tägliche Nahrung für sie nicht gesichert ist? So hat die Stadt Berlin jetzt wieder 300000 Mark für eine Baar=Unterstützung von Beschäftigungslosen ausgeworfen. Diese Mildtätigkeit kann aber weder überall, noch dauernd geübt werden, denn die Ausgaben der Städte steigen ununterbrochen, und es ist nicht angängig, die Gemeindesteuer ohne Rast zu erhöhen. Die Fahrt ins Meer der großen Städte macht sich sehr schön, bevor sie angetreten ist, aber nachher ändert sich das Bild. Da sieht man keine wirtschaftliche Hochflut, auf der sich leicht dahingleiten läßt, sondern eine Ebbe, die Tausende zum Darben und zum Notstand verurteilt. Westfalen und Rheinland. * Hagen, 17. Febr. Am Kreishaus kam es zwischen zwei sich begegnenden Gruppen Arbeitern zu einer Schlägerei. Wie immer in solchen Fällen will jede der beiden Gruppen von der anderen Partei zuerst angegriffen sein, so daß wohl erst die gerichtliche Verhandlung Klarheit in die Sache bringen wird. Bei der Schlägerei hat der Arbeiter Heinrich Fieseler aus Altenhagen, ein in den 30er Jahren stehender, verheirateter Mann, so schwere Schläge über den Kopf bekommen, daß er gestorben ist. Die Untersuchung ist eingeleitet, auch sind schon Verhaftungen vorgenommen. * Dortmund, 17. Febr. Hier fand ein Verbandstag des Provinzialverbandes für Westfalen des Bundes deutscher Militäranwärter statt. Die Anwesenheitsliste ergab, daß 29 Vereine mit 2565 Stimen vertreten waren. Aus dem Jahresbericht ging hervor, daß die Mitgliederzahl im verflossenen Jahre von 2695 auf 3040 gestiegen ist. Dem Vorstande wurde nach erfolgter Rechnungslage Entlastung erteilt. Hierauf erfolgte die Beratung des Wirtschaftsplanes für 1909. Der nächste Verbandstag soll in Münster stattfinden. Die Wahl des Generalmajors z. D. von Kloeden zum Ehrenvorsitzenden des Verbandes erfolgte einstimmig. Die weiteren Anträge, die Satzungsänderungen, Organisationsfragen und Wohltätigkeitseinrichtungen betrafen. fanden nach eingehender Beratung ihre Erledigung. * Arnsberg, 16. Febr. Die Flucht aus dem hiesigen Gerichtsgefängnis gelang dem Schuster Keidel aus Neheim. K. befand sich wegen schweren Einbruchsdiebstahls in Untersuchungshaft und sollte einem Aufseher helfen, Leder aus einer Kammer zu holen. Als der Aufseher diese betrat, vergaß er, den von außen steckenden Schlüsselbund abzuziehen. Das gefiel dem K. außerordentlich. Schnell machte er vom Flur aus die Tür zu und schloß diese ab. Damit saß der Aufseher vorläufig in Nr. Sicher. K. aber nahm die Schlüssel an sich und öffnete“ alle Türen, die ihm zu seinen Zwecken geeignet erschienen. Zunächst stahl er in der Privatwohnung eines anderen Aufsehers einen Anzug und dann verließ er in Undank das gastliche Haus. * Witten, 17. Febr. Aus Anlaß der 300jährigen Zugehörigkeit der Grafschaft Mark zur Krone Preußens wird der Verein für Orts= und Heimatskunde in der Grafschaft Mark hierselbst eine große Gedenkfeier veranstalten. Es sind dafür 3 Tage, und zwar der 18., 19. und 20. Mai cr. in Aussicht genommen. Im Vordergrunde der Veranstaltung steht die Grundsteinlegung zum Bau des Märkischen Museums. Den Schluß der Veranstaltung soll ein allgemeines Volksfest im Stadtwalde auf dem Hohenstein bilden. * Borbeck, 17. Febr. Die Ehefrau Wolff in der Brinkstraße hatte gestern morgen, als sie sich zum Markt begab, ihr 2jähriges Kind ins Bett gelegt und dann das Zimmer verschlossen. Während ihrer Abwesenheit fing die über dem Ofen hängende Wäsche Feuer, welches sich bald über das ganze Zimmer verbreitete. Des starken Rauches wegen war es zunächst nicht möglich, in das Zimmer zu gelangen. Erst nach Anrücken der Feuerwehr konnte das Kind nur als stark angekohlte Leiche geborgen werden. Der Tod ist durch Ersticken eingetreten. * Wanne, 17. Febr. Unter den Milchhändlern ist hier ein scharfer Konkurrenzkampf ausgebrochen. Die Folge davon ist ein beträchtlicher Rückgang des Milchpreises. Einer der Händler preist Vollmilch zu 15§ pro Liter an und bedient sich bei seinen Ankündigungen der Plakatsäulen. * Aus dem Sauerlande, 17. Febr. Die gesamten Talsperren des Sauerlandes innerhalb der Flußgebiete der Ruhr, Lenne und Volme haben während der Hochwassertage ca. 16 Millionen Kubikmeter Wasser festgehalten. Die Hönnetalsperre allein nahm einen Zufluß von ca. 7 Millionen Kubikmeter auf. Damit ist der in der Verminderung der Hochwasserschäden bestehende Nutzen der Sperren glänzend bewiesen. * Siegen, 17. Febr. Auf dem Stahlwerk der Charlotten= hütte in Niederschelden kam der Arbeiter Born auf eigentümliche Weise ums Leben. Er war damit beschäftigt, auf einem Wagen einen Stahlblock zu transportieren, der sich etwas verschoben hatte. Bei den Bemühungen, diesen mit einer Zange wieder in die rechte Lage zu bringen, glitt der schwere Block ab, schlug mit der vollen Wucht auf die Zange und ließ diese emporschnellen. Sie traf den Kopf des Arbeiters so unglücklich, daß die Schädeldecke zerschmettert wurde und der Tod sofort eintrat. * Elberfeld, 17. Febr. Ein bei Notstandsarbeiten beschäftigter Arbeiter wurde gestern morgen bei dem Abtragen einer Erdwand in der Hohenzollernstraße von abstürzenden Erdmassen verschüttet und so schwer verletzt, daß er nach kurzer Zeit starb. * Elberfeld, 17. Febr. Bei einem Großfeuer in der Manufakturwaren=Großhandlung von Jakob Cappel in der Hofaue wurden die Warenvorräte zum größten Teil vernichtet. Der Schaden wird auf 100000 M geschätzt, ist aber durch Versicherung gedeckt. * Horn(Kr. Lippstadt), 17. Febr. Ein heiteres Stückchen ereignete sich an einem der letzten Abende in unserem Orte. Kommunionunterrichtskinder, die nach dem Unterricht in der Pfarrkirche den Kreuzweg gebetet hatten, berichteten zu Hause, in einem Beichtstuhle säße ein Mann. Die Eltern eilten schleunigst zum Küster, der die Polizei rief. Letztere drang, verstärkt durch zwei mutige Bürger unseres Ortes, die mit dicken StökMc Der Totensee. Roman von Martin Wehrau. Den ganzen Anzug des jungen Mannes, der zu sehr seine durch das ewige Ausrufen verrostete Kehle mit allen möglichen Getränken zu verbessern gesucht, hatte ein Schalk mit den zur Dekoration verwendeten Fähnchen besteckt. Eistedt, der seinen Freund nicht in dieser Situation verlassen wollte, versuchte ihn zu ermuntern und schüttelte ihn wach. Schlaftrunken hob der im Dienst der Wohltätigkeit schwer Sezechte die Augen und flüsterte unter lebhafter Heiterkeit der Zuschauer:„Ist es denn schon Zeit zum Aufstehen? Willi nahm den Aermsten unter den Arm und schleppte ihn zu seinem Wagen, worauf er ihn heimfuhr. Rolf empfing zum Abschied von der Geliebten neben eine innigen Händedruck auch einen strahlenden Blick, der mehr sprach als viele Worte. Jetzt suchte er in der Garderobe nach einen Sachen. Man konnte sie nur schwer finden, König kohol hatte zu sehr unter den Teilnehmern gewütet. Endlich nach längerem Suchen entdeckte er dieselben, sie waren in alle vier Ecken verstreut. Von den vielen originellen Szenen, die sich in dem Raume abspielten, blieb besonders eine in ihm haften. Ein Herr, der stark geladen hatte, stampfte mit dem rechten Fuß auf einer Pelzmutze herum, wobei er wütend rief:„Es ist einfach toll, daß ich meinen Gummischuh nicht auf die Füße bekomme. Sonst ging er doch so leicht an!“ Wie Helmbach die breite Schloßtreppe hinunter schritt, glitt ein neben ihm gehender dicker Herr aus. Er setzte sich dabei auf die Stufen und rutschte mit unglaublicher Schnelligkeit die glatken Steinfliesen hinunter. Unten erhob er sich mit einem wehleidigen Gesicht und wankte bekümmert seinen Penaten zu. Rolfs Wagen wartete bereits. Er bestieg ihn in einer Gemutsstimmung, die alles in letzter Zeit erfahrene Leid tausendfach überwiegen ließ und der er einmal in den leise geflüstertenWorten Ausdruck verlieh:„Mein süßer, süßer Liebling. Wie liebe ich Dich, Du meine Sonne!" =Gehst Du auf Anstand?“ fragte der alte Eistedt seinen Sohn, welcher eines Nachmittags wenige Tage nach dem Basar im Jagdkostüm aus dem Hause trat. Papa, in dem Totenforst soll ein pyramidaler Bock wechseln. Ich will sehen, ob ich ihn nicht bekommen kann.“ „Weidmannsheil, dann!“ „Weidmannsheil!“ Rüstig schritt Willi aus, dem Walde zu. Weißes, leuchten des Gewölk zog einher und bewegte sich über die schimmernden, mit Laubholz bestandenen Höhen. Bald befand er sich unter den hohen Bäumen, deren Blätter ihm einen Willkommengruß zuzurauschen schienen. Die Grenze zwischen dem Ilmenauschen und dem Eistedter Besitz bildete ein schmaler Fußweg, der sich zu dem Totensee hinzog. Zwischen dem See und dem Forst befand sich ein schmaler Ackerstrich, aus dem frisch gesäter Roggen schon die grünen, zarten Hälmchen hervorstreckte. Eingefaßt war das Stuck von kleinen dichten Büschen. Ackerstück wie Büsche hatte der Eistedter, selber ein leidenschaftlicher Jüger, wenn er den Sport infolge seines hohen Alters auch seit Jahren nicht mehr ausübte, eigens zur Jagd anlegen lassen. In den Sträuchern befanden sich Sitzbänke, so daß der Jäger das harmlos austretende und auf dem Felde weidende Wild mit größter Gemütsruhe aufs Korn nehmen und abschießen konnte. Hier sollte auch der bewußte Bock wechseln. Willi lenkte also seine Schritte nach dem Platze hin und ließ sich in einem der Bosketts mit gespanntem Gewehr nieder. Längere Zeit wartete er, ohne daß etwas erschien. Nur ein armseliger Junghase hüpfte aus den Bäumen hervor auf das Feld, machte Mannchen und begann sich dann, nachdem er angenommen, die Luft sei rein, an der leckeren jungen Saat zu deletieren.„. 82, M. 4— /1/60 Eistedt beobachtete den„Krummen„wiedel Volamter Lampe in der Jägersprache heißt, und ergötzte sich an dessen possierlichen Sprüngen. Abschießen mochte er ihn nicht, er hätte sich damit eventuell den Bock verscheuchen können. Nach und nach wurde es dunkler, die Nacht kam heran und senkte langsam ihren dunklen Schleier über Wald und Flur. Willi wollte sich schon erheben und nach Hause zurückgehen, der Bock schien heute nicht mehr zu kommen. Mit einem Malevernahm eretwafünfzig Schritte seitwarts vorsichtiges Klopfen und das ersehnte Tier drängte sich durch das Gesträuch. An der Lichtung blieb es stehen und sicherte. Da es nichts Verdächtiges bemerkte, setzte es sich nach der Saat zu in Bewegung. Eistedt saß still da, obwohl er voll Erwartung am ganzen Leibe zitterte.. die Jagdleidenschaft hatte ihn gepackt. Jetzt war das Reh nur noch dreißig Schritte entfernt. gespannt Wartende setzte langsam seine Büchse an die Wange. Das Tier stand ihm brillant, so konnte er gar nicht fehlen. Plötzlich sah er einen roten Feuerstrahl, dem ein kurzer, scharfer Knall folgte, welcher sich mehrmals wiederholend über den See fortpflanzte, und der Bock überschlug sich mit einem gewaltigen Luftsprung. „Hölle und Teufel, was ist das?“ Willi fuhr kerzengerade empor, das Jägerblut wallte siedendheiß auf in ihm. Dann strengte er Augen und Ohren an und lauschte atemlos.. em Wartensat Aus einem Waldeinschnitt, den er von seinem Walleplaß aus nicht sehen konnte, trat, das Gewehr schußbereit vor sich hinhaltend, ein Mann, dessen riesenhafte Körperformen sich nur schwach in der Abenddämmerung abhoben. Der junge Offizier erkannte ihn sofort. Es war ein schon seit langer Zeit im Verdacht des Wilderns stehender angesehener Besitzer aus einem benachbarten Dorfe.„„ „Wart' nur, mein Jungchen. Dir werde ich dus Wilddieben schon anstreichen.“ Mit diesen leise gemurmelten Worten schlich sich Eistedt vorsichtig die Lisiere entlang in die Nähe des Tatortes, wo der Wildschütze, in der Hand einen starken Taschennicker, über dem von ihm erlegten Rehbock gebeugt auf den Knien lag und im Begriff stand, denselben auszuweiden. Wie der Blitz fuhr der Mann herum und faßte nach seinem Gewehr, wie er die in spöttischem Tone hervorgestoßenen Worte hörte:„Sie brauchen wohl einen Braten zum nächsten Sonntag, mein Lieber. Es tut mir leid, daß ich Ihnen den Bock nehmen muß, denn ich habe mich selber auf ihn verspitzt. Gewehr ab, sage ich, oder ich schieße.“ Der Wilderer sah die auf sich gerichtete Büchse und erhob sich zähneknirschend. Das Gewehr ließer liegen. Gesenkten Hauptes stand er vor Willi, welcher die Waffe hatte sinken lassen, als er bemerkte, wie jener wie verzweifelt vor sich Der war jetzt kaum mehr zu fürchten.: 100.20 ken bewaffnet waren, in die Kirche ein. Der Küster leuchtete. Der Vormarsch nach dem gefährlichen Beichtstuhle wurde mit Vorsicht angetreten, denn Kirchenräuber sind rabiate Kerle. Im Tempo des bekannten Verses„Hahnemann, geh' du voran, du hast die Wasserstiefel an“, näherte man sich allmählich dem Verbrecher. Der Nevolver wurde erhoben, die Stöcke vorgestreckt und mit ihnen die grünen Vorhänge des Beichtstuhles zur Seite geschlagen. Da zeigte sich der— Ueberzieher des Herrn Pastors, der still auf seinen Besitzer wartete. Kleine Chronik. Zu den Messerstechereien in Berlin wird noch gemeldet: Die Kerle haben sich zum Schauplatz ihrer Attentate meist Hausflure und Treppenhäuser ausgesucht, sie sind davon, bevor andre Leute hinzukommen, da in Berlin alle Wohnungen abgeschlossen sind, kümmert sich auch zunächst selten Jemand um das, was auf der Treppe geschieht, so lange kein Hilfegeschrei ertönt. Es werden jetzt private Haus= und Straßen=Wachen gegen diese Unholde eingerichtet.— Aus dem traurigen Ernst der MesserAttentate auf Frauen in Berlin sind schon allerlei Ulkereien entstanden, denen aber bald ein Ziel gesetzt ist. Das Publikum verstand mit Recht das Imitieren eines Messerhelden nicht als Spaß, sondern prügelte die Patrone windelweich, bevor sie wegen groben Unfugs zur Polizei gebracht wurden. Seltsamer Tod. In Stuttgart fiel von einem Wagen eine Kohlensäureflasche, die explodierte. Der Druck der ausströmenden Säure schleuderte die Flasche wie ein Geschoß fort, die einen in 30 Meter Entfernung vorübergehenden Fußgänger durchbohrte und tötete. In Kassel ward ein Maurer, der seine Braut fahrlässigerweise mit einem von ihm für nicht geladen gehaltenen Revolver erschoß, zu einer Woche Gefängnis verurteilt. Ein Landwirt, der dem Maurer die Waffe gegeben hatte, ohne zu sagen, daß sie geladen war, bekam fünf Monate Gefängnis. Vier Knaben ertrunken. In Osterwieck im Regierungsbezirk Magdeburg brachen zwei Knaben beim Schlittschuhlaufen ein, desgleichen zwei andere, die sie retten wollten. Alle vier sind ertrunken. Die Elb=Ueberschwemmung hält noch immer an. Das ganze Hochwasser strömt durch den Dammbruch bei Werben in die meilenweit unter Wasser stehende Altmark. Viel Wild ist außer Haustieren umgekommen, wie es heißt, auch mehrere Merschen. Vor dem Schwurgericht in Guben begann ein RaubmordProzeß gegen einen Maler Sender aus Forst, der angeklagt ist, den Berliner Versicherungs=Agenten Franke getötet zu haben. Der Marine=Prozeß in Berlin, gegen den Kapitän zur See a. D. Berger, wegen Beleidigung des Admirals Schmidt und anderer hoher Marine=Offiziere wird, wie sich jetzt schon erkennen läßt, in dieser Woche nicht beendet werden, sondern bis in die nächste hinein dauern. Es handelt sich um die Behauptungen des Angeklagten, daß der Admiral Schmidt von Anfang an ein Vorurteil gegen Berger gehabt und unter diesem Eindruck nicht zutreffende, ungünstige Berichte erstattet hat, die erst Zum 19. Februar. Von Oberlehrer Feldhügel. (Fortsetzung.) Nachdr. verb. Ein Jahr war seit dem Brande des Jahres 1659 verflossen, sagt die handschriftl. reformierte Kirchenchronik; es fehlten nur noch 10 Tage, und es war auch das zweite dahin. Man sprach in dieser Zeit noch viel von der wilden Wut des Feuers, Flammen und dem kläglichen Geschrei, das mit dem dicken Rauch zum Himmel emporstieg, von der großen Hitze, vom Krachen beim Einsturz der Häuser, von verbranntem Hab und Gut, von den im Rauch erstickten Menschen. Der Schmerz war noch nicht gestillt; hier und da hörte man noch immer Klage und Jammer tönen, denn es hatten manche vieles, viele alles verloren. Einzelne hatten auch ihre Freude an den neugebauten Hütten, indem sie hofften, nach einigen Jahren den Verlust einigermaßen ersetzt zu sehen, aber siehe, es fehlten noch 9 Tage am 2. Jahr, da brach— es war der Sonntag Reminiscere, 14. März 1661 frühmorgens gegen 6 Uhr am Markte abermals ein großes Feuer aus, das 50 neugebaute Häuser in Asche legte, nebst einigen anderen, welche beim ersten Brande verschont geblieben waren. Im Hause des Henrich Keymer am Markt soll das Feuer in der Räucherkammer ausgekommen sein(slamma e fumario erumpebat: luther. Kirchenbuch). Die Leute sprangen aus den Betten— es war 6 Uhr früh— und retteten kaum das nackte Leben(hominibus=xuditate vitam e lecto prosiliendo vix salvantibus). Der lutherische Geistliche schließt seinen Bericht mit einem lateinischen Distichon, das auf deutsch etwa folgendermaßen lautet: „Nicht erfreut es, zu bauen auf Erden geräumige Wohnung, Denn das Feuer vertreibt aus der Behausung den Sproß.“ Menschenleben waren diesmal— Gott sei Dank— nicht zu beklagen, obwohl viele Einwohner beim Ausbruch des Brandes noch schliefen. v. Steinen versetzt(S. 1434) diesen Brand irrtümlich in das Jahr 1663. Wenige Wochen später, am 19. Juni, am 1. Sonntag nach Trinit., morgens zwischen 1—2, brach zum allgemeinen Entsetzen im Hause des Bürgers Johan Keppe abermals Feuer aus. Das Dach und einige Balken brannten ab, da aber dank der gnädigen Führung Gottes Windstille herrschte(placido zere Dei gratia dirigente), wurde der Brand bald gelöscht und die Stadt vor der Wiederholung einer solchen Brandkatastrophe wie am, 14. März bewahrt. Und trotz dieses doppelten schweren Brandunglücks hatte die verarmte Stadt noch Einquartierung zu tragen und zu den „Contributionen“ beizusteuern. 1661 betrugen die kurfürstlichen Präsentgelder für die Mark 5000 Rthlr. Die Stände bewilligten 44000 Rthlr. In zwei uns erhaltenen Bittschriften wandten sich Bürgermeister und Rat an den Großen Kurfürsten und baten um Berücksichtigung der elenden Lage der Stadt Schwerte, „ohnedem es alhie gleichsamb ein erstorbener todter orth, da die geringste handlung, handtierung oder nahrung nicht umbgehet". Interessant ist die Behauptung, daß Schwerte unter den Hauptstädten der Grafschaft Mark„vor unseren gedoppelten Anglücksfällen die Prinzipelste(bedeutendste) in der Zeit gewesen sei“. Sie erklären, daß sie nicht weniger als andere des Kurfürsten getreue Untertanen seien und dasjenige, was in ihrem Vermögen gestanden, jederzeit willig und gehorsam beigetragen hätten,„Ein solches auch noch ferner, wan uns nur unser grohes unglück in etwa zu überwinden und darob ein die zur Dispositions=Stellung des Beklagten und später bei den andauernden Beschwerden Bergers seine Entlassung mit schlichtem Abschied herbeiführten. Kapitän Berger hat an einem inzwischen verstorbenen Kapitän Schirmer einen lebhaften Verteidiger gehabt; erst nach dessen Tode hat die Untersuchung gegen ihn begonnen. Diese ganze Woche wird von Zeugen=Aussagen in Anspruch genommen. Im Londoner Stadtteil Southwark ist eine zentnerschwere Kirchenglocke aus ihrem Turm, 100 Fuß hoch, gestohlen. Sie wurde seit längerer Zeit nicht mehr benützt, und so ist der Diebstahl erst bei einer neulichen Revision entdeckt. Fur unsere Hausfrauen. Linoleum erhält man am längsten schön, wenn man es täglich kehrt und dann feucht abwischt. Wöchentlich einmal wasche man es mit Seifenwasser und reibe trocken nach. Zweimal im Monat reibe man das gereinigte Linoleum mittels eines Wollappens mit Leinöl ab; dann reibe man mit einem reinen, wollenen Lappen nach. Diese Behandlung trägt viel zur Erhaltung des Linoleums bei. Stiefelwichse, die zur Winterszeit zu empfehlen ist, weil sie Nässe nicht durchläßt, bereitet man nach folgendem Rezept: 5 Gramm Kolophonium, 20 Gr. Wachs, 125 Gr. Rindertalg werden bei gelindem Feuer zusammengeschmolzen. 30 Gr. Leinölfirniß und 80 Gr. Beinschwarz werden zuletzt unter Umrühren zugesetzt. Obstflecke aus Tischzeug zu entfernen. Tischzeug mit frischen Obstflecken legt man erst in kaltes, dann in heißes Wasser, einige Stunden lang. Dann macht man scharfen Essig heiß und reibt die Flecke damit gründlich aus. Sollten sie hartnäckig sein, so löst man etwas kristallisierte Zit tonensäure in heißem Wasser auf und überstreicht die Flecke damit, worauf man sie in lauem Wasser auswäscht. Alte Obstflecke entfernt man, indem man ¼/ Liter Wasser mit 1 Liter gereinigtem Weinstein aufkocht, die befleckten Stellen in diese Lösung steckt und bis zum Verschwinden reibt. Man kann sie auch in Molke stecken und über Nacht darin lassen. Am anderen Morgen bestreicht man sie mit etwas Butter und Schmierseife und läßt sie so einige Stunden liegen, wonach man sie in heißem Wasser auswäscht. Frische Obstflecke in weißen Kinderkleidern wäscht man in klarem Wasser aus, zündet einen Schwefelspan an bewegt ihn vorsichtig unter dem Fleck hin und her, während die Stelle straff gehalten wird. Doch sei man achtsam, damit kein Brandfleck entsteht. Der Fleck muß unter dem Schwefeln beständig feucht gehalten weden. Humor. Verplappert. Onkel:„Liest du, wenn du zu Bette gehst, noch etwas?“— Neffe:„Freilich! Die neue Morgenzeitung!“ Wunderbare Erscheinung. Hausfrau:„Wie ich jetzt aus sicherer Quelle erfahren habe, weilt der einzige Bruder meiner Köchin in Südamerika, und doch besucht er sie jeden Abend!" wenig weder zu erathmen gegönnt wirt, in unterthänigster devotion thun, ja Leib, gut undt Blut darzustrecken uns nicht entziehen werden“. Am Schlusse dieses Schreibens bitten sie den Kurfürsten um des bitteren Leidens Christi willen, die Schwerter Bürger, bis der Brandschade ein wenig ersetzet, gänzlich zu verschonen, demnächst aber das von ihnen zu zahlende Steuerkontingent dergestalt zu ermäßigen(„moderipen"),„daß wir es ertragen undt praestixen(— leisten) können.“ Dieses Schreiben ist datiert rom 19. Dezember 1661. Noch eine zweite Bittschrift an den Großen Kurfürsten liegt vor, die zwar kein Datum trägt, aber doch ebenfalls hierher gehört, da sie auf die zwei Feuersbrünste von 1659 und 1661(nicht aber von 1669) Bezug nimmt:„dadurch den der armen Eingeseßenen Habseligkeit nicht allein vor ihren augen auff einmahl zu grunde gegangen, sondern auch Sie in merckliche Schuldenlast und eußersten Verderb gestürtzet, daß allem Ansehn nach wol nimmermehr werden wiederumb aufkommen können“. Sie beschweren sich, daß bei jüngster Anweisung der Musterplätze von Herrn Rittmeister von Schwanßbre„dieser verödeter und zweymahl nach einander abgebrandten ohrt anderen gleich mit der Einlogirunge(— Einquartierung) beschwert und angewiesen worden, auch wir dahero, wenn hinferner einige mehrere Einquartierung ins Landt solte beschehen müßen, dergleichen weiteres beschwer zu befürchten haben, und zwar bey obiger Bewantnuße der armen Eingeseßenen, da dieselbe so kümmer= und erbarmlich selbsten sich behelfen müßen, die nötige Verpflegung zu verschaffen ohn möglich ist". Der Schluß lautet:„So gelanget zu E. Churfl. Dhltt. unsern unterthenigst und hochflehentlichste bitte, die geruhen solchen unsern offenkundigen miserablen statum(—elende Lage) gnädigst zu considexiren(— erwägen) und 1. biß zu einem wiederaufkommen dieses verödeten Ohrtes Eingeseßenen mit fernerer Einquartierunge unß zu verschonen so dan auch 2) bey dem bevorstehenden gemeinen Außschlage und repartition(— Verteilung) über vermögen uns nicht beschweren, sondern unser vorgewohnliches contingent mit einigem Nachlaß in soweit gnädigst zu moderixen(— ermäßigen) und vermittelen zu laßen, daß es mögen ertragen können. Solcher hohen Gnade etc. E. Churfl. Durchl. unterthenigst gehorsambste Bürgermeister und Rhat der Statt Schwerte.“ Der landesväterliche Sinn des Großen Kurfürsten war gern bereit zu helfen. Schon am 24. Dezember 1661 erließ er an die sämtlichen Städte der Grasschaft Mark ein entsprechendes Schreiben. Dasselbe lautet: „Von Gottes gnaden Friedrich Wilhelm Maggraf zu Brandenburg, des Heyligen Röm. Reichs Ertz Cämmerer und Churfürst, zu Magdeburg, in Preußen, zu Jülich, Cleve, Berge, Stetin, Pommern Hertzog etc. Unsern gnädigen gruß zuvor, Erbahre, Liebe getrewe. Mit was vor einer beweglichen Sun plication(—Bittschrift) Bürgermeister und Rath der abgebrandten Stadt Schwert einkommen und was Sie darinnen vor beschwere führen und zu ihrer erleichterung und respiration(= Wiederaufatmen) zu verordnen wehmütigst bitten, Solches alles habt ihr aus dem einschluß und deßen postscripto(— Nachschrift) der länge nach zu ersehen. Wenn wir dan gantz unbillig und unverantwortlich befinden, wan Supplicirende(— bittende) Stadt bey ihrem kundtbahrem verderbten Zustande nicht gefüget und Sie wieder aufgeholffen werden solte, Alß ergehet Unser gnädigster und ernster befehl hiermit an euch, die von Supplicanten(— Bittenden) angeführte rationes(= Gründe) mit motiven woll zu überlegen, und darauf bey denen Beruhigt.„Ja, glaubst du denn, der Wirt, der Kellner und der Hausherr, die werden alle zu dem Schwindel, den du beabsichtigst, stillschweigen?“—„Gewiß, die sind mir alle verbunden.“—„Ja, wodurch denn?“—„Ich bin ihnen allen schuldig.“(Meggend. Bl.) Der Seduldigste. Arzt(ins Vorzimmer rufend):„Wer wartet am längsten?“— Schneidermeister:„Ich, Herr Doktor, schon acht Monat' mit Ihrer Rechnung.“ Er kennt sich aus. Tierhändler:„Ich versichere Sie, dieser Dackl ist echteste Rasse!“— Kunde(ablehnend):„Haben Sie nicht noch einen— echteren?“ Ein Vorschlag zur Güte. Gerichtsvollzieher:„Sie haben wirklich gar nichts Pfändbares?“— Zahnarzt:„Nein, aber ich will Ihnen ganz gern einen Zahn ziehen, die drei Mark dafür können Sie dann Ihrem Auftraggeber abliefern!“ Gegenbeweis. Verteidiger:„Den Vorwurf des Herrn Staatsanwaltes, daß meinen beiden Klienten jedes Gefühl für Ehrlichkeit abgeht, muß ich energisch zurückweisen, denn sie haben ihren Gewinn stets redlich geteilt!“ Im Jahre 2000. Angeklagter:„O weh, wie wird es mir ergehen? Die Vorsitzende des Gerichtshofes ist eine alte Jungfer, die ich einst habe sitzen lassen!“ Ein Pechtag. Gauner(nach der Table d’hote):„Das nenne ich aber Pech; zuerst ist das Essen miserabel, dann sind die Bestecke unecht, und schließlich paßte der Kellner so genau auf, daß ich nicht einmal ohne Bezahlung herausgekommen bin!“ Theater=Spielplan. Stadttheater Dortmund. Donnerstag, 18. Febr., 7,30 Uhr:„Die Hochzeit des Figare". Komische Oper in 4 Aufzügen von W. A. Mozart. Freitag, 19. Febr., 7,30 Uhr:„Onkel Bräsig". Lebensbild in 5 Aufzügen von Fritz Reuter. Sonnabend, 20. Febr., 7,30 Uhr:„Der Troubadour“. Oper mit Ballett in 4 Aufzügen von G. Verdi. Städt. Schauspielhaus, Hagen. Donnerstag, 18. Febr., 7,30 Uhr:„Mamselle Nitouche". Operette in 4 Akten von H. Meilhac und A. Mailhand. Musik von Hervg. Freitag, 19. Febr., 8 Uhr:„Rose Bernd“, Schauspiel von Gerhard Hauptmann. Stadttheater Barmen. Donnerstag, 18. Febr., 8 Uhr:„Moral“. Komödie in 3 Akten von Ludwig Thoma. Freitag, 19. Febr., 8 Uhr:„Elektra". Musikdrama von Richard Strauß. Wetterbericht der Deutschen Seewarte. 18. Febr.: Bewölkt, kalt, Niederschläge, windig. 19. Febr.: Vielfach Schneefälle, windig, später milder. 20. Febr.: Wärmer, milde, windig, Niederschläge. Verantwortlich: Für Politik, Feuilleton und verwandte Gebiete: Hans Schlinzigk; für Lokales, Provinzielles und Inserate: Friedrich Kraas; Druck und Verlag von Carl Braus, sämtlich zu Schwerte. anlagen es, der billigkeit nach, dahin ohnfehlbar zu rahten, damit mehrgemelter abgebrandter Stadt in diesem ihrem abgenötigtem petito(— Bittgesuch) gefleget und es widrigenfals keiner anderen verordnung bedürffen möge, Seind auch mit gnaden gewogen. Geben Cölln an der Spree, den 24. Decembris, Anno 1661. Friedrich Wilhelm“. Ein Glück für die armen Abgebrannten war es, daß wir (nach Angabe des luth. Kirchenbuches) 1661 und 1662 einen sehr milden Winter ohne Frost hatten(hyemem nivis raritate et sine gelu admodum lenissimam). Dafür trat aber eine schwere Hungersnot ein, 1 Scheffel Hafer kostete im Frühjahr 1662 5 Blemüser(Münsterische Silbermünze à ein Achtel Rthlr.), 1 Malter Roggen um Pfingsten 7 Rthlr. In Frankreich soll die Hungersnot so arg gewesen sein, daß die Menschen sich gegenseitig schlachteten und aufaßen(homines sese in vicem mactatos comederent), während andere sich vor Verzweiflung selbst das Leben nahmen. Am Jahrestage des großen Brandes von 1661, am 14. März 1663, wurde eine würdige kirchliche Gedenkfeier veranstaltet, zu der am vorhergehenden Sonntag die Zuhörer nach Beendigung des Gottesdienstes eingeladen waren. Früh um 6 Uhr bereits, also zur selben Zeit, wo der Brand ausgebrochen war, lud der Küster durch Geläut mit den beiden größeren Glocken die Bürger zum Gottesdienst. Dieser begann mit dem Gesange des lat. Hymnus Veni S. Spixitus(d. h. Komm, Heiliger Geist) daran schlossen sich die Lieder„Aus meines Herzens Grunde“ und das Lutherlied„Aus tiefer Not schrei ich zu dir". Nach der Predigt wurde das 4. Capitel des Briefes an die Philipper verlesen. Während des Schlußgesanges„Wenn wir in höchsten Nöten sein“, scheint der Klingelbeutel herumgegangen zu sein. Unter drei Glockenschlägen wurde Gebet und Segen gesprochen Im Jahre 1665 wurde nach übereinstimmender Angabe des Luther. Kirchenbuches und der„Schwerter Chronik“ unsere Stadt von einer wütenden Pockenepidemie heimgesucht, so daß kaum ein Haus von jener Seuche verschont blieb. Ueber die Hälfte der Kinder soll gestorben sein. Nun starben aber im ganzen Jahre in den beiden evangelischen Gemeinden(Katholiken gab es nur 12 nach Dreesbach, Reformationsgeschichte der Grafschaft Mark S. 438) im ganzen stur 41 Personen, darunter eine Reihe älterer Leute(z. B. Embert von Romberg, über 100 Jahr!), so daß also die Zahl der gestorbenen Kinder kaum 20 betragen haben kann. Wenn die Angabe des Hofrat Bährens richtig ist, daß mehr als die Hälfte der Kinder starben, so könnte die gesamte Kinderzahl in Schwerte damals kaum 30—40 betragen haben. Danach mußte die Einwohnerzahl damals erschreckend klein gewesen sein. Wir gehen wohl nicht fehl in der Annahme, daß infolge der beiden großen Brände zahlreiche Einwohner der abgebrannten Vaterstadt, wenigstens zeitweise, den Rücken gewandt haben. Im Jahre 1666 wurde die alte Kanzel der großen evang, Kirche abgebrochen und auf Grund eines Legates der selig ver storbenen Jungfrau Sophia Landmann eine neue erbaut, die am 3. Adventsonntag, 12. Dezember, vom Pastor Jakob Glaser mit einer Predigt über Matth. 13, 2. eingeweiht wurde. Der Bildschnitzer Walther Hasenberg in Dortmund hatte die Kanzel verfertigt. Wenig bekannt sein dürfte, daß in diesem Jahr in London binnen 3 Tagen 400 Straßen mit 13.000 Häusern abbrannten.(Schluß folgt.) der Kellner del, den du ir alle verhnen allen id. Bl.) d):„Wer err Doktor, Sie, dieser „Haben Sie Sie haben in, aber ich Mark dafür des Herrn Gefühl für denn sie ird es mir alte Jung„Das nenne sind die genau auf, en bin!“ s Figare". ensbild in Oper mit che“. Opend. 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S 9# S 2 F S 09 S S S#T#SS„SoßREAAREGS aSSgISSSS W#nsg"# B B.uges SSs S SS(), ExcoS#S„-TgOE“•"" FOEESSTSG p TpogSR SP G - n S 99T. S— R. S ST 8 ** — B 8 S S S: „SSE Sn S SpSTSTSGE SBg EHhhgg * SößGpßgoS a 2 SSoygggags „FPSATSE.GEE 95 2 S 95 995 S a cäcn in SoiS. 9 # 5 95 S.nS SBUDT*TGNS S. S 6*89 2 985 E # S S.— B# Sgs *• D S. J. Str G5 S: 5 8 S S SDERSRGS“ S S.: FSDTS SESST WTanSg, SE 0• 63— S 5 5 SccS —. 92 95 9 STSSR • S 5 S6 30 #2 G —. 0 S GS.S•: SG S SS SC # 898.— S—* S5SSE #— S 855S * S 9. LE *" S g•9.1— S S 2.• 9% 5S. S.HSENSG, 85 SSgg S: D S. 8 S# EE0 #N ##SS E □*. a E-SnE SFSRE #SaS *“STESDSS SS TS0LNE S S; 0828 S#0 FEFPG E.: s 9n S n S 10gn *•8 2 S.u8 BEE S S 9 3 S. S HDUSS, e S 5 S S: 13 S 8 3 5 59 505 SFSGES 9718S S: Gas SEL#BS S SSSSS S 00 S 3 8 S SDS (9.— 2###E S 50 *S S S 9.— # 5 FO S SSSS SE S PE SS FEES . *#S 95 S S „ S• 2. 8 SSEFSDSS S 85 S 0 5 9 S Sa ## S SiS. FSS S S.8S.9 * PE 85 9 (9 8 8 S 9•8 ##ES S. B 0 SCESS S S 2 * 9 E 035 S 9— S SS Ses S 3• S S E : S. S 85 S e.9 S 9.50551S. • n S—0TEg a S gg G E EGOGE T“OPOE EEE — S 5: S S.8 Faw8 809. 7 S SiS S.7 E S SS S.ST. S 59 TE S•• S S E7 □ # S ##5 2. SE.SS S S S S.* B##S 9 2 S S S 887.5 e S S8— S S.10 □ SES 2 3 S88 8 8S01. en S5 9 8.58 #n B. S —** S#g S—* 8 5* S SEE S 9.8 S 9: S 2 . S 9• 5FS AT0ES S FS 505! S SSEsOS BSEES SSPHSGES K 25½93Kg 2 . 5 B 5 95 S 3 S S Se # S SS S E. —.— : S 0g. #S- Orssoms rS#gg AESSSSRDSOS SS-S üS DI“STCTLNCDOS J. 53.112. SSEE S STUng S 7 SE —* Se * SBUISE S S S.0S S Sca * S 5 E 0 3 G *0• •0LTEIE E••—— # S S 8 B.5•058T #HSSE S 8 75 # SSFSSE S% . BS—2 S#ge mn 27 i S OE # 5 9 IS Sn SS S 55 S. Den S S S S 9• — S S 2.— S S 75. S S SHE: S 9 81265 7 5 s. 9 S ü. s, F 5 0S 51 5 □ E: 50 S S. 6 . S:6 B. 5 s 2993 DE D T.S- E. # S 83 S S8SGCSESGN S. .SSETGLSSSR S 8 S S. 8 =OS 98 E E S* S 8 SSpgSE B 8. 5 SSE .5 # S 2 8 #Se S• 6 8 2 m O DOESS —G*S.: n Sger S: S. SS s E S . S S S 8 S. 5 0 8 5 58 S.900S S S *R SETESSE S 559. 5STSE S SDS%S□60 *SOSERST S•SHTSTSE S S9 9.5 2.. □ 8. 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Snonn ee S S 2 # SEn S S SS B. E. .* 8 B2 S 18 S 271, S. SE S S S 8 8 2 2* 325 #2 * 1# S * * 2 —• *e(Hühnerdiebe.) Heute Nacht haben Spitzbuben dem Hühnerstall des Herrn Steffen an der Kötterbachstraße einen Besuch abgestattet und 6 der wertvollen Eierleger an Ort und Stelle abgeschlachtet. Hoffentlich wird es unserer Polizei, welche mit Hilje von Polizeihunden die Spuren verfolgt, gelingen, die Liebhaber des billigen Bratens zu ermitteln, damit sie noch nachträglich die Rechnung bezahlen. ** Hennen, 17. Febr. In der ersten Hälfte des Monats Februar vor. Is. wurden wiederholt die Anwohner und Passanten der Chaussee von hier nach Ergste durch Revolverschüsse erschreckt, ohne daß man des Täters habhaft werden konnte. Den Bemühungen des Gendarmen Happe gelang es jedoch, den Schützen, der am Abend des 18. November auf der Chaussee zwischen Rheinen und Villigst angeblich auf einen vorüberfahrenden Wagen geschossen haben sollte, in der Person des Erdarbeiters Heinrich V. aus Rheinen zu ermitteln. Derselbe leugnete anfangs die Tat, mußte jedoch später zugeben, daß er aus einem Revolver geschossen hatte, und zwar habe er in die „Ruhr geschossen. Da ihm nicht nachgewiesen werden konnte, daß er die Passanten belästigt hatte, so wurde er vom Iserlohner Schöffengericht wegen unerlaubten Waffentragens zu einer Geldstrafe von 30 Mark verurteilt. Westfalen und Rheinland. * Dortmund, 17. Febr. Der bei der hiesigen UnionBrauerei beschäftigte Motorwagenführer Heinrich Denter befand sich gestern Nachmittag mit dem Kriegsmotorwagen der Brauerei in Lette. Auf der Fahrt sah er sich nach einem ihm folgenden Radfahrer um, verlor dabei das Gleichgewicht und stürzte von dem Führersitz herunter, dabei gingen ihm die Hinterräder über den Hals. Der Mann erlitt einen Genickbruch und blieb auf der Stelle tot. Der Verunglückte ist 34 Jahre alt und verheiratet. * Brünninghausen, 17. Febr.(Erfroren.) Gestern wurde hier in einer Remise die Leiche eines Mannes im ungefähren Alter von 65 Jahren gefunden. Anscheinend hat derselbe dort übernachten wollen und ist erfroren. Die Leiche ist in die Leichenhalle des Gemeindehauses zu Loh geschafft worden. Irgend welche Angaben über die Person dürften der Polizeiverwaltung Wellinghofen mitzuteilen sein. * Gevelsberg, 17. Febr. Zu unserer gestrigen Meldung betreffend den Raubanfall im Eisenbahnzuge ist noch nachzutragen, daß die ganze Geschichte eine raffinierte Erfindung der angeblich beraubten Ehefrau Groß aus Schwelm ist. Um ihren Ehemann, mit dem sie in Unfrieden lebt, zu täuschen, hat Frau Groß das Märchen von dem Raubanfall erfunden und Polizei und Bahn beschwindelt. Als auf der Polizeiverwaltung zu Schwelm in Gegenwart des Staatsanwalts Mager aus Hagen die Frau vernommen werden sollte, legte diese' ein Geständnis ab. Polizei und Staatsanwaltschaft hatten bereits alle erforderlichen Maßregeln zur Feststellung des Räubers ergriffen. * Hamm, 17. Febr.(Für die Aussteuer.) Eine hiesige Herrschaft vermißte nach Entlassung eines Dienstmädchens Wäschestücke usw. Eine Haussuchng bei dem Mädchen förderte die gestohlenen Sachen zutage. Anscheinend trägt sich die Diebin mit Heiratsgedanken, denn unter den gestohlenen Gegenständen befand sich auch ein Kochbuch und ein Steckkissen.(!) Einen Teil der Beute hatte das Mädchen einer hiesigen Frau „geschenkt“. * Aachen, 17. Febr.(Eine Bestie in Menschengestalt.) Hier wurde der 45jährige Arbeiter Brüll unter dem Verdachte verhaftet, seine Frau, die eben das Wochenbett verlassen hatte, erschlagen zu haben. Die Frau hatte Zwillinge geboren, und der Mann hatte das Erejgnis mit einigen Kameraden gefeiert. Als die Festlichkeit beendet war, schlug er so lange auf die Frau ein, bis sie starb. * Bonn, 17. Febr. Der Hauptmann von Köpenick und sein „Privatsekretär“ standen gestern vor dem hiesigen Schöffengericht wegen Gewerbevergehens. Der letztere hatte Ansichtskarten verkauft, die der erstere unterschrieben hatte, ohne im Besitze des erforderlichen Gewerbescheines zu sein. Der„Hauptmann“ wollte keinen Gewinn bei dem Verkauf gehabt haben, was aber widerlegt wurde. Beide Angeklagte wurden zu je 288 Mark Geldstrafe verurteilt. Aus Zeit und Luftschiffahrt. In den ersten Tagen des März werden die Militärluftschiffer in Friedrichshafen mit ihren Fahrten beginnen, diese Exerzierfahrten werden etwa 6 bis 8 Wochen dauern; hierauf wird das Luftschiff nach Metz gebracht werden Auch das jetzt im Bau befindliche Luftschiff„Zeppelin?“ wird nach seiner Fertigstellung den Heimatshafen bald verlassen, um der Luftschiff=Ausstellung in Frankfurt a. M. einverleibt zu werden. Mit Genehmigung der Militärverwaltung besichtigten vergangene Woche zwei spanische Offiziere(1 Colonell und 1 Kapitän) das Luftschiff mit Halle. Ferner ist man schlossen, infolge des oft wiederkehrenden niederen Wasserstandes des Bodensees die Reichsluftschiffhalle weiter in den See zu verankern. Wassernat. Wittenberge, 18. Febr. Aus dem Ueberschwemmungsgebiet sind seit gestern abend 8 Uhr keinerlei telephonische oder telegraphische Nachrichten zu erhalten, da sämtliche Telegraphenleitungen durch das Hochwasser zerstört sind. Der Eisenbahnverkehr auf der Hauptstrecke Berlin=Wittenberge mußte um 5,30 Uhr abends völlig eingestellt werden, da zwischen Seehausen und Osterburg der Bahndamm unterspült ist. Von Wittenberge verkehren die Züge nur bis Seehausen und zurück. Die sieben Eisbrecher auf der Elbe trafen um 8 Uhr im Wittenberger Hasen ein und setzten ihre Fahrt heute früh nach Havelberg fort. Die Deiche im Hochwassergebiet sind inzwischen sehr weich geworden. Es herrscht augenblicklich wieder große Gefahr für die Wische. Die Bruchstelle bei Berge erweitert sich beständig. Jedenfalls werden jetzt auch noch Osterburg und Seehausen, Wasserflut bekommen, da die Elbe das alte Strombett nicht mehr benutzt. Aus Spandau sind Pioniere eingetroffen und arbeiten mit den Magdeburger Pionieren zusammen. Der Kronprinz besuchte gestern Nachmittag den Deichbruch bei Berge und kehrte gegen Abend mit dem Extrazug aus dem Ueberschwemmungsgebiet nach Wittenberge und von da nach Berlin zurück. Cuxhaven, 18. Febr. Der Eisgang auf der Unterelbe ist jetzt sehr schwer, da der Westwind dort Treibeis aufstaut. Trotz drei großer Eisbrecher, die ununterbrochen in Tätigkeit sind, kommen die größeren Seedampfer kaum vorwärts. Mehrere Dampfer erlitten Havarien, mehrere nach Hamburg bestimmte Schiffe mußten in Cuxhaven die Weiterfahrt aufgeben. Keine Kohlensteuer. Berlin, 18. Febr. Das Reichsschatzamt dementiert die Nachricht, daß die Regierung die Nachlaßsteuer preisgegeben habe und durch eine Reichskohlensteuer ersetzen wolle. Zwei berühmte Luftschiffer. Berlin, 18. Febr. Dem„Lokalanzeiger“ ist es gelungen, mit den bekannten amerikanischen Aviatikern Wilbur und Orville Wright ein Abkommen zu treffen, wonach sie im Sommer dieses Jahres in Berlin Flugversuche unternehmen werden. 310 Menschen umgekommen. Mexiko, 18. Febr. Nach den letzten Nachrichten sind bei dem Theaterbrande in Acapulco 310 Menschen ums Leben gekommen. 100 Personen sind in den Krankenhäusern untergebracht. Erdbebest in Persien.— 6000 Menschen umgekommen. Teheran, 18. Febr. Nach verspätet bei der Regierung eingegangenen amtlichen Meldungen hat sich am 23. Januar in der Gegend von Burudschird und Selahor in der Provinz Luristan ein äußerst heftiges Erdbeben ereignet. Trotz spärlicher Bevölkerung sind doch 60 Ortschaften teilweise oder vollständig zerstört, einige sogar einfach von der Erde verschlungen worden. 5—6000 Menschen sollen ums Leben gekommen sein. Die von allen Mitteln entblößten Ueberlebenden sind nach Buruschird geflüchtet und bitten die Regierung um Hilfe. Erdbeben überall. Smyrna, 18. Febr. Gestern früh 5 Uhr erfolgte hier in der Umgegend ein heftiges Erdbeben. In Phocea und Menemen sind mehrere Häuser eingestürzt. Verluste an Menschenleben werden nicht gemeldet. San Juan, 18. Febr. In ganz Portorico wurden schwere Erdstöße von 20 Sekunden Dauer verspürt. Der Bewohner bemächtigte sich große Aufregung. Im Zeitalter der Luftschiffahrt. Frankfurt a. M., 18. Febr. Auf dem Gelände der Luftschiffahrtsausstellung in Frankfurt a. M. sind fünf Luftschiffhallen geplant. Mit der Parseval=Gesellschaft ist bereits ein Vertrag abgeschlossen, mit Zeppelin schweben die Verhandlungen noch. Neue Messerattentate. Berlin, 18. Febr. Gestern Nachmittag wurden wieder zwei Messerangriffe auf Mädchen verübt. Am frühen Nachmittag versetzte ein 22jähriger Mensch auf dem Treppenflur eines Hauses der im Zentrum gelegenen Dirksenstraße einem Dienstmädchen einen Stich in die rechte Seite. Der Täter entkam ohne Verfolgung. Der zweite Angriff geschah auf der unbebauten Lindauer Straße in Schöneberg gegen 4 Uhr.. Hier erhielt ein 20jähriges Mädchen von einem jungen Menschen einen Messerstich in den rechten Arm. Diesmal wurde die Polizei sogleich benachrichtigt, doch blieben die Ermittelungen erfolglos. Die Verletzungen der Mädchen sind leichter Natur. Berlin, 18. Febr. Gestern gegen abend ereigneten sich derum zwei Messerangriffe. Eine Frau erhielt auf dem Hofe ihrer Wohnung in Charlottenburg von einem Unbekannten einen Messerstich in den Oberarm und den Unterleib. Einer anderen Frau wurde bei einem Auflauf auf dem Mariannenplatze eine leichte Stichwunde zugefügt. Die Täter entkamen unerkannt. Das Grubenunglück in England. London, 18. Febr. Den Nachrichten aus West=Stanley zufolge gelang es der Rettungsmannschaft, den Schacht gegen 3 Uhr morgens zu durchbrechen. Der Fahrstuhl kam mit drei Geretteten zurück. Später wurden noch 29 Mann lebend gefunden. Es wurden auch 8 Tote geborgen. Ueber das Schicksal der noch fehlenden Personen liegt noch keine sichere Nachricht vor; doch fürchten die Ueberlebenden, daß alle ihre Kameraden umSomner bet. Städtisches Wohlwollen für Turnvereine. In der Charlot= kenburger Stadtverordneten=Versammlung fand folgender, von allen Fraktionen gestellter Antrag einstimmige Annahme: Die Stadtverordnetenversammlung ersucht den Magistrat, bei Verpachtung städtischer Grundstücke zu Sportzwecken nicht die Höhe des erzielbaren Pachtvertrages allein zu berücksichtigen, sondern die Angebote von Vereinen und Veranstaltungen zu bevorzugen, die sich die turnerische Ausbildung der minderbemittelten Jugend zur Aufgabe machen. Es ist zu hoffen, daß der Antrag, dessen Tendenz lebhafte Anerkennung fand, auch bei anderen Stadtverwaltungen Nachahmung findet. Ueber 82 Mill. Steuern. Die Stadt Berlin erhebt nach dem neuen Etat für 1909/10 an Steuern insgesamt 8Leinachtel Millionen Mark. Drahtmeldungen. Der Kronprinz im Ueberschwemmungsgebiet. Seehausen, 18. Febr. Gestern kurz nach 11 Uhr traf der Kronprinz in Seehausen ein. Die Dammstopfung ist wieder fortgerissen. Der Aland beginnt wieder zu steigen. Pioniere halten die Brücken von Seehausen frei. Die Beustertorbrücke ist in Gefghr. Wochenmarktspreise. Schwerte, den 17. Fedr. 1909. Kartosseln 50 Kg. 3.50 Mk. Butter ½/7 Kg. 1,30, 1,20 Mk. Eier 11 Stück 1 Mk. Rindfleisch“; Kg. 75 Pfg. Schweinefleisch Ka 80 Pfg. Kalbfleisch 1/ Kg. 80 Pfg. Hammelfleisch ½/: Kg. 70 Pfg Gerauch. Speck's: Kg. 90, 80 Pfg. Verantwortlich: Für Politik, Feuilleton und verwandie Gebiete: Hans Schlinzigk; für Lokales, Provinzielles und Inserate: Friedrich Kraas; Druck und Verlag von Carl Braus, sämtlich zu SchwertIngenieur=Akademie Wismar. An hiesiger IngenieurAkademie wird das Sommer=Semester, welches nach den vorliegenden Anmeldungen eine bedeutende Frequenzsteigerung erfahren wird, am 27. April beginnen, während ein sogenannter Vorkursus am 2. April anfängt: Die jetzt vollendete hübsche Ausstattung unseres neuen Lesesaales in der restaurierten gotischen Kapelle, welche sich den übrigen Gebäulichkeiten der Akabemie gut anschließt, gibt einen weiteren schönen Beweis dafür, daß die Stadt Wismar bemüht ist, für ihre Akademie stets das Beste zu schaffen. Die alte Hansastadt Wismar bietet aber auch mit ihren übrigen modernen Einrichtungen den Studierenden, besonders im Sommer=Semester, einen billigen und angenehmen Aufenthalt. Heute morgen entschlief sanft und gottergeben nach langem, mit grosser Geduld ertragenem Leiden unsere liebe Mutter, Schwiegermutter, Grossmutter, Urgrossmutter, Schwester und Tante Frau Wilwe H. Rasche Wilhelmine geb. Hacheney im Alter von 79 Jahren. 809 Um stille Teilnahme bitten Die trauernden Hinterbliebenen. Lichtendorf, Overberge, Holzwickede, Haspe. Lücklemberg. Barop u. Wiescherhöfen, 17. Febr. 1909. Die Beerdigung findet Sonntag nachmittag 3 Uhr vom Sterbehause in Lichtendorf aus statt. Weisen Sie alles zurück wenn Sie Veilchenseifenpulver „Goldperle“ kaufen wollen und man will Ihnen etwas anderes aufhängen. Die Goldperle enthält die reizendsten, prächtigsten und nur brauchbare Geschenke. Schutzmarke. Fabrikant: Carl Gentaer, Göppingen. 806 Reichskrone, Schwerte. Programm vom 19. bis 21. Februar.(Nur 3 Tage!) Passionsspiele von Pathé koloriert. Das Leben Jesu 813 Aufführung von 2000 lebenden Photographien in nie gesehener Vollendung. I. Teil. Die Verkündigung der Ge= Die Anbetung der Weisen aus burt Jesu.s dem Morgenlande. Mathlebem Einzug Jesu in Jerusalem. Die Reise nach Bechieyem. Jesus vertreibt dse Händler Die Geburt Christi. s aus dem Tempel. Der Morgenstern. Das hl. Abendmahl. II. Teil. Judas verrät seinen Herrn. Veronika reicht Jesus das Petri Verleugnung. Schweißtuch. Jesu Gefangennahme. Der Aufstieg zum Kreuzberg. Vorführung vor den Hohen=1 Jesu Kreuzigung auf Golgatha. priester. Der Todeskampf. Die Unschuldsbekennung des Die Kreuzabnahme. Pilatus.. Jesus wird zum Grabe geJesu Geißelung. tragen. Die Dornenkronung. Die Auferstehung Jesu. Die Kreuztragung Jesu. Jesu Himmelfahrt. Messina vor und nach der Katastrophe. Am Freitag ausnahmsweise 3 Uhr Anfang. Freitag, Sonnabend u. Sonntag Eintritt zu Sonntogspreisen. Niemand versäume diese sehenswerten Darstellungen zu besichtigen. Javerlässiger „ für Höchsten, Sommerberg und Berghofermalk = Geschäftsstelle der= Schwertet Jenlung (Carl Braus) 811 Marktstraße 3—5. Bekanntmachung. Das Proviantamt Münster kauft noch Roggen, Hafer, Heu und Roggenrichtstroh. u 44.tr znsemehet mer.98 Roggen und Stroh mussen aber vorher ungemeider Werven. Der Zivil=Vorsitzende. I. V.: Frhr. von Steinaecker. „Klipp-Klapp Bester Schnellbefter — ohne Lochung“## D. R. Patent Stück 35 Pfg. Buchhapalung C. Braus. Seber Tebe metel gute Kieiderstent babs ion Welt anber Freis Eingekäuft! Diese besonders für Kondrmandinnen und Kommunikantnnen geigneten Kleiderstoffe oferiere ich zu folgenden Preisen: Serie I 1 Kleid 6 Meter guten Kleiderstoff 4 Mk. 50 Pfg., Wert bis 7 Mk. Serie II 1 Kleid 6 Meter reinwoll. Kleiderstoff 5 Mk. 70 Pfg., Wert bis 9 Mk. Serie III 1 Kleid 6 Meter reinwoll. Kleiderstoff 7 Mk. 50 Pfg., Wert bis 12 Mk. — Niemand soll sich diesen seltenen Gelegenheitskauf entgehen lassen.— Ausserdem empfehle ich hübsche Unterröcke, Corsets, Handschuhe etc. zur Konfirmation und Kommunion: „ Wilh. Sasse. Hüsingstrasse 3. Tüchtiges 810 Dienstmädchen Der gesucht. W. 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S 8-2 echten Beülsaun 96rn für Plar“ &a Millionenkach bewohrt.— g Zu haben in #### Drogerien, Farbenhand#### lungen u. Apothicken. SUr-ZBR-Mk mebrnechend C s abgebildete Sast: Schioslenmaste! Bekanntmachung. Ueber die von Mannschaften der Reserve, Marinereserve, Landwehr, Seewehr, Ersatzreserve und Marineersatzreserve, sowie von ausgebildeten Landsturmpflichtigen des II. Aufgebotes angebrachten Zurückstellungsanträge wird gelegentlich des Kreis=Ers.=Geschäftes an folgenden Tagen Entscheidung getroffen. I. Im Bergmann'schen Saale zu Hörde, Langestraße vormittags 8½ Uhr am 13. März für die Aemter Barop und Wellinghofen am 15. März für die Stadt Hörde u. das Amt Kirchhörde. II. Im Saale des Gasthofs zur Post(Schulte) zu Aplerbeck, vormittags 9 Uhr am 19. März für das Amt Aplerbeck. III. Im Schulze=Selmig'schen Saale zu Schwerte, vormittags 9 Uhr am 24. März für die Stadt Schwerte und das Amt Westhofen. IV. Im Saale des Hotel=Restaurants Deutsches Haus in Annen, Bahnhofstr., vormittags 9 Uhr am 27. März für das Amt Annen. Ich mache darauf aufmerksam, daß die Reklamationen bei den Ortsbehörden rechtzeitig anzubringen sind, da sie spätestens bis zum 25. Februar d. I. von diesen hierher vorgelegt werden müssen. Verspätet eingehende Reklamationen können nicht berücksichtigt werden. Hörde, den 12. Febr 1909. Der Zivil-Vorsitzende der Ersotz=Kommission. I. V.: Frhr. von Steinaecker. 784 uI und Feinste Leberthran-Emulsion empfichlt Drogerie Carl Trog. 45 Rotz=Verkauf! Im Kämmerei=Walde der Stadt Schwerke sollen am den 25. Ferruar 1909, vormittags 10 Uhr anfangend 1. 57 Nr. Eicben zu Pfosten und Brandholz geeignet 2. 37 Nr. Eichen=Reisig u. Klasse 3. 1 Nr. Bucben=Scheitholz öffentlich zum Verkauf ausgesetzt werden. Zusammenkunft am Freischütz und an Ort und Stelle E Schwerte, den 12. Februarz1909, Ct 818 .. 2 D e r M a g i s t r a t: 800 PN. ML# Kohrmann. AMZMZMZNZ 812 Täglich frisch: Gehnhauser Brot, Aut. Verrenlopf. Mehrere tüchtige Grobzieher für dauernde Beschäftigung für sofort gesucht. Von wem sagt die Expedition dieser Zeitung. 806 WATTE K Willy Wilkes. 818 Bahnhofstrasse 25 Bekanntmachung. Abhaltung des Musterungsgeschäftes für 1909. Die Ersatz=Kommission für die Musterung der Militärpflichtigen im Kreise Hörde tritt in diesem Jahre an folgenden Tagen zusammen: I. Im Bergmann'schen Saale in Hörde, Langestraße. Jahrgang 1. März: für die Aemter Barop und Wellinghosen 1887 2. März: für das Amt Kirchhörde und die Stadt Hörde. Buchstaben A—f einschließlich 1887 3. März: für die Stadt Hörde, Buchstaben 6—3 1887 4. März: für die Aemter Barop und Wellinghofen 1888 5. März: für das Amt Kirchhörde 1888 6. März: für die Stadt Hörde, Buchstaben A—K einschl. 1888 8. März: für die Stadt Hörde, Buchstaben L—3 1888 9. März: für das Amt Barop ganz u. die Stadt Hörde, Buchstaben A und B 1889 10. März: für die Stadt Hörde, Buchstaben C—O einschl. 1889 11. März: für die Stadt Hörde, Buchstaben P—3 1889 und das Amt Kirchhörde, Buchstaben A—D einschl. 1889 12. Märzt für das Amt Kirchhörde, Buchstaben E—3 1889 13. März: für das Amt Wellinghofen, und Reklamationen aus den Aemtern Barop und Wellinghofen. 15. März: für die Reklamationen aus der Stadt Hörde und dem Amte Kirchhörde. II. Im Saale des Gasthofes zur Post(Schulte) zu Aplerbeck. 16. März: für das Amt Aplerbeck ganz 1887 17. März: für das Amt Aplerbeck, Buchst. A—T einschl. 1888 18. März: für das= Amt Aplerbeck, Buchstaben U—3 1888 und Buchstaben A—N einschließlich 1889 19. März: für das Amt Aplerbeck, Buchstaben 0—3 1889 und die Reklamationen aus dem Amte Aplerbeck. III. Im Schulze=Selmig'schen Saale zu Schwerte. 20. März: für die Stadt Schwerte 1887 und das Amt Westhofen 1887 „ E.. S. 1888 22. März: für die Stadt Schwerte 1888 und das Amt Westhofen 1889 23. März: für die Stadt Schwerte 1889 24. März: für die Reklamationen aus der Stadt Schwerte und dem Amte Westhofen. IV. Im Saale des Hotel=Restaurants Deutsches Haus zu Annen (Bahnhofstraße) 26. März: für das Amt Annen 1887 und die Buchstaben A—R einschließlich 1888 27. März: für das Amt Annen, Buchstaben S—3 1888 und 1889 und die Reklamationen aus dem Amte Annen. Aeltere Jahrgänge werden mit dem Jahrgang 1887 gemustert. Das Musterungsgeschäft beginnt für die Militärpflichtigen in Hörde um 7,15 Uhr, in Aplerbeck, Schwerte und Annen um 7,45 Uhr vormittags. Die zur Gestellung verpflichteten Militärpflichtigen haben sich bei Vermeidung der gesetzlichen Strafen zu den bezeichneten Terminen pünktlich und rein gewaschen einzufinden. Jede Störung der Ruhe und Ordnung des Musterungsgeschäftes wird mit einer Geldstrafe bis zu 60 Mark oder mit verhältnismäßiger Haft geahndet. Die Militärpflichtigen der Jahrgänge 1887 und 1888 haben ihre Losungsscheine mitzubringen. Die Prüfung und Begutachtung der Reklamationen, welche bei den Ortsbehörden rechtzeitig anzubringen sind, findet für die Aemter Wellinghofen und Barop am 13. März, für die Stadt Hörde und das Amt Kirchhörde am 15. März, für das Amt Aplerbeck am 19. März, für die Stadt Schwerte und das Amt Westhofen am 24. März und für das Amt Annen am 27. März statt. Die Musterung dagegen, auch der Militärpflichtigen, welche Reklamationen angebracht haben, bereits vorher an den Tagen, welche für die einzelnen Aemter bezw. Städte oben näher bezeichnet sind. Die Personen, auf deren Arbeits= bezw. Aufsichtsfähigkeit es bei Beurteilung der Reklamationen ankommt, müssen sich der Ersatzbehörde an dem für die Reklamation in Frage kommenden Tage persönlich vorstellen. Verspätet angebrachte Reklamationen können nicht berücksichtigt werden, da die Zurückstellungen in Berücksichtigung von Reklamationen nur nach eingehender Prüfung der Verhältnisse durch die Ersatz=Kommission stattfinden dürfen. Die Losung findet für die Militärpflichtigen des Jahrgangs 1889 und etwaige übergegangene ältere Jahrgänge am 29. März, vormittags 9 Uhr im Bergmann'schen Saale zu Hörde statt. Das persönliche Erscheinen der Militärpflichtigen zu diesem Losungstermin ist nicht erforderlich, vielmehr steht es letzteren frei, einen anderen mit der Losung zu betrauen, etwa ihre Eltern oder den Vormund. Mangels eines besonderen Auftrages erfolgt die Losung für die nichterschienenen Militärpflichtigen durch die Mitglieder der Ersatzkommission. Hörde, den 12. Februar 1909. Der Zivil=Vorsitzende der Ersatzkommission des Kreises Hörde: I. V.: Freiherr von Steinaecker. 785 Mohsleiur„Manier(um Ginpichein z.) gbt biülgk ab Manalatur=Papter Buchdruckerei Carl Braus.