Scbwerter Volksbiatt Die„Schwerter Zeitung“ erscheint täglich, ausser Feiertags. Bezugspreis: Mk. 1.6s vierteljährlich, bei der Post für Bestellgeld 42 Pfg. mehr. Wöchentliche Gratis=Beilagen: 9„Illustrierter Familienkreund“ und Unterhaltungs-Blatt. o Auzeigenpreis:Die sechsgespaltene Petitzeile oder deren Raum 1° PI., Anzeigen von auswärts 18 Pf., Reklamezeile 40 Pf. Die„Schwerter währt ihren jeden mit Cod fall gemäss ungen Nr. 293. Erstes und ältestes Kagesorgan des Kreises. 6 haupt-Annoncenblatt. Montag, den 14. Dezember 1908. Des Sultans Ehrentag. Wenn Sultan Abdul Hamid kein Moslem wäre, so könnte man die in diese Woche fallende Eröffnung des neuen türkischen Parlaments seine„Weihnachtsfreude“ nennen; so kann man nur von seinem Ehrentag reden, denn immerhin soll jetzt für das ganze Osmanenreich eine neue und gedeihliche Aera anbrechen. Die Deutsche Politik steht, wie Fürst Bülow letzte Woche erst im Reichstag gesagt hat, auf dem Standpunkt, daß sie der Türkei eine neue und kräftige Entwicklung wünscht. Denn würde das Reich des Sultans auf der Landkarte ausradiert werden, so ständen wir unzweifelhaft am Beginn von schweren Verwicklungen, die den ganzen europäischen Frieden auf das heftigste erschüttern könnten. Wir sehen ja, welche Umstände schon das bischen Bosnien und Herzegowina macht; was würde also da erst werden, wenn das ganze Erbe von Konstantinopel aufgeteilt werden sollte? Niemand kann einem anderen ins Herz sehen, und so wissen wir auch nicht, wie der Sultan über seine gegenwärtige Rolle im tiefsten Innern denkt. Er hat die Verfassung wieder erneuert, aber seine heutigen Reform=Minister setzen ihm doch arg zu, besonders im Geldpunkte. Und der jetzt zusammentretende Reichstag wird vielleicht noch deutlicher werden. So war es schon vor dreißig Jahren beim ersten türkischen Parlament, das so deutlich gegenüber dem Padischah ward, daß es Hals über Kopf nach Hause geschickt wurde. Eine Wiederholung dieses summarischen Verfahrens ist heute freilich nicht zu erwarten, weil dann ernstlich mit einer Revolte eines großen Teils der jungtürkisch gesinnten Armee gerechnet werden müßte. So wird sich der Sultan an das neue Leben in seinem alten Reiche gewöhnen müssen, wenn es ihm auch nicht immer leicht wird. Bei den stattgehabten Wahlen zu diesem türkischen Reiche tage ist es zwar sehr enthusiastisch, aber nicht immer peinlich genau zugegangen. Die Wahlurnen sind, mit Blumen bekränzt, dem Sitze der höheren Behörden zugeführt worden, aber was vorher oder nachher mit den Wahlzetteln gemacht worden ist, das entzieht sich der genaueren Kenntnis; man kann also erst an seinen Taten den wirklichen Geist dieses türkischen Reichstages erkennen, aus den Reden seiner Mitglieder hören, wie tief sie in die Verhältnisse ihrer Heimat und in die Mittel für eine Besserung eingedrungen sind. Unter der Partei der Jung= oder Reform=Türken herrscht unbestreitbar viel Ehrgeiz, und die Befähigung für praktische Leistungen bleibt erst noch zu beweisen. Besonders die Engländer haben den Osmanen viel Weihrauch gestreut und sahen mit der Wiederbelebung der Verfassung die ganze türkische Frage als gelöst an. Die hängt aber nicht von der Verfassung allein, sondern von einer ehrlichen Verwaltung ab. In inneren Reformen ist in der Türkei sehr viel zu tun, und nicht weniger in der Besänftigung der einzelnen Nationalitäten, die einander wie Katz und Hunde gegenüberstehen. Und erst recht ist die Behandlung der auswärtigen Dinge eine dornige Angelegenheit. Mancherlei Freunde bieten sich heute dem Sultan und seiner Regierung an, große und kleine,— aber ehrliche sind sie bei weitem nicht alle. Die kleinen Raubstaaten auf dem Balkan und sonst noch der und jener denken doch:„Einst wird kommen der Tag, wo die grüne Fahne des Propheten nicht mehr über Stambul weht“. Ob sich das bald oder gar nicht verwirklichen wird, hängt von dem ab, was jetzt kommen soll. Politische Uebersicht. Deutschland. Der Deutsche Reichstag befindet sich in den WeihnachtsFerien, die das preußische Abgeordnetenhaus schon einen Tag vorher angetreten hatte. Den Herren Abgeordneten ist die Weihnachtsruhe vollauf zu gönnen; denn an Arbeit hat es ihnen nicht gefehlt. Nehmen sie am 12. Januar 1909 ihre Beratungen wieder auf, dann wird es noch mehr zu tun geben. Bis jetzt befindet sich die parlamentarische Arbeit der Session im Reiche wie in Preußen in ihren allerersten Anfangsstadien. Die verschiedenen Parteien haben erklären lassen, was sie über die vorliegenden Entwürfe der Regierung denken. Das wichtige Verständigungswerk setzt erst im neuen Jahre recht ein, wobei der Schwerpunkt der Verhandlungen aus dem Plenum in die Kommissionen hinübergleiten wird.— Die Arbeit der Kommissionen ist selten so groß gewesen, wie sie im neuen Jahre im Reichstag sich gestalten wird. Wein= und Automobilgesetz,, Etat, Reichsfinanzreform und noch mehrere kleinere Vorlagen werden Kommissionen beschäftigen. Das Hauptstück ist und bleibt für dieses Mal die Finanzreform. Ihre Aussichten sind recht ungünstig, und es muß schon heute als ausgeschlossen bezeichnet werden, daß die Vorlage in der Regierungsfassung Gesetz wird. Vor allem wird die vom ReichsSchatzsekretär namhaft gemachte Bedarfssumme von 500 Mill. um den Betrag der gestundeten Matrikularbeiträge gekürzt werden. Es handelt sich da um 144 Mill. Mark, die entbehrlich werden. Unter den Steuervorschlägen, die infolgedessen ausscheiden werden, befindet sich die Nachlaßsteuer. Diese ist den Konservativen ein Dorn im Auge. Mit der Nachlaßsteuer fällt zweifellos auch dieser oder jener andere Steuervorschlag. Prinz August Wilhelm Ehrenmitglied des„Preußischen Landes=Kriegerverbandes". Das Interesse, das unser Kaiserhaus den Kviegervereinen entgegenbringt, ist bekannt. Der Kaiser selbst hat es schon ebenso wie der Kronprinz des öfteren zum Ausdruck gebracht. Nun hat sich auch Prinz August Wilhelm ihnen angeschlossen. Denn soeben erläßt der Vorstand des„Preußischen Landes=Kriegerverbandes“ die Bekanntmachung in der„Parole“, daß Prinz August Wilhelm die Ehrenmitgliedschaft des Preußischen Landeskriegerverbandes angenommen hat. Deutschland und Dänemark. In diesen Tagen forderte ein Kopenhagener Blatt„Börs=Referent" auf, Revanche zu nehmen an den Deutschen, die seit Jahren die dänischen Landsleute in Schleswig trotz des milden Kurses mit unzähligen Nadelstichen quälen. Die Revanche solle darin bestehen, daß der dänische Handelsstand aufgefordert werde, keine Waren mehr aus Deutschland zu beziehen. Deutschland führe jährlich 100 Millionen mehr nach Dänemark aus, wie dieses nach Deutschland, es würde daher für die deutsche Industrie ein empfindlicher Verlust sein, wenn ihr der dänische Markt verschlossen würde. Der„Börs=Referent“ droht weiter damit, daß, wenn seiner Aufforderung von den Importeuren deutscher Fabrikate kein Gehör geschenkt werde, das Blatt eine schwarze Liste derjenigen Kaufleute veröffentlichen werde, welche offen oder im geheimen Waren bei deutschen Firmen kaufen.— Dies wagt das fanatische Börsenblatt zu einer Zeit zu veröffentlichen, wo der deutsch=dänische Handelsvertrag dem Abschluß nahe ist, und, wie von anderen dänischen Blättern offen eingeräumt wird, das Verbot der Einfuhr dänischen Viehes in Deutschland den Untergang der dänischen Landwirtschaft zur Folge haben würde. Neuer Aufstieg des Militärluftschifses. Am Sonnavend Nachmittag kurz nach 3 Uhr unternahm das Militärluftschiff Groß 1 seinen ersten Aufstieg nach dem Unfall, der es in der Nacht zum 12. November zur unfreiwilligen Landung auf der Insel Wollin zwang. Das Luftschiff stieg mit rein dynamischer Kraft auf und manövrierte in einer Höhe von 250 Metern Stunden lang. Der Fonds für die Witwen= und Waisenversicherung hat zum ersten Male 1907 Erträge gebracht, allerdings sind statt der veranschlagten 52,5 Mill. Mark nur 48 Millionen eingekommen. Im laufenden Jahre wird das Ergebnis niedriger sein. Im§ 15 des Zolltarifgesetzes ist für den Fall Vorsorge getroffen, daß bis zum 1. Januar 1910 das Gesetz über die Witwenund Waisenversorgung nicht abgeschlossen sein sollte; es ist da vorgesehen, daß dann die Zinsen der Erträge der Jahre 1909 und 1910 und der kommenden Jahre den Versicherungsanstalten zu dem Zweck gegeben werden sollen, daß daraus nach Maßgabe eines zu erlassenden Statuts den Witwen und Waisen Unterstützungen gewährt werden. Rechnet man sehr hoch, nämlich so, daß 80 bis 100 Millionen Mark Kapital dann vorhanden sein werden, so werden aus diesem Kapital Zinsen von 3,5 Mill. Mark zur Verfügung stehen. Im nächsten Jahre wird es von der Konjunktur abhängen, ob überhaupt etwas eingezahlt werden kann. Ueber das voraussichtliche Ergebnis des laufenden Rechnungsjahres ist zu sagen, daß statt 53 Mill. Mark nur etwa 20 Mill. Mark dem Fonds zufließen werden. Es ist das eine Folge der verminderten Einfuhr von Getreide und der besseren Ernte des laufenden Jahres. Mit Rücksicht auf die schwankende Natur der Einnahmen, mit denen der Fonds zu rechnen hat, ist keinerlei Aussicht vorhanden, daß auf seine Mittel allein der gewaltige Bau einer Arbeiter=, Witwenund Waisenversicherung, ein Werk sozialer Fürsorge, mit dem Deutschland wiederum allen Ländern vorangehen würde, gegründet werden könnte. Zum Kapitel vom Luxus schreibt die Voss. Ztg. beachten### werte Zeilen: So berechtigt die Mahnung des Fürsten Bülow zu größerer Einfachheit, so notwendig ist es, sie zu allererst im Staatsleben zu beherzigen. Es ist von einer abermaligen Erhöhung der kaiserlichen Zivilliste die Rede gewesen. Hätte ein Plan, sie zu fordern, wirklich bestanden, er wäre doch neuerdings aufgegeben. Aber auch für das hohe Beamtentum finden: sich Zulagen, die mit der Mahnung zur Schlichtheit nicht vereinbar sind. Da sind ganz unnötige Repräsentations=Zulagen. Es wäre heilsam, wenn überall bei den hohen Beamten der Grundsatz zur Geltung käme, daß sie ihre Bedeutung durch geistige Leistungen, nicht durch Küche und Keller zu beweisen haben. Auch Fürst Bismarck hat sich mit aller ihm eigenen Energie gegen den überflüssigen Luxus und den gesellschaftlichen Zwang gerade in höheren Kreisen ausgesprochen. Wie im Reichstage, sagen auch viele im Volke:„Sehr richtig!“ Aber mit Reden wird heute ebenso wenig erreicht wie ehedem mit Luxussteuern. Den Volkskreisen, an die sich die Mahnung richtet, wird im öffentlichen Leben überall, wo sich dazu Gelegenheit bietet, mit dem guten Beispiel vornehmer Einfachheit vorangegangen werden müssen. Nichts erzieht so, wie das tatsächliche Vorbild! Millionen, die auf dem Wasser schwimmen. Aus einer amtlichen französischen Aufstellung erhellt, daß im Durchschnitt des letzten Jahrzehnts jede Tonne neugebauter Kriegsschiffe England 2383, Deutschland 2580, Frankreich dagegen 3482 Fr. kostete. Aus den Schutzgebieten. Südwestafrika. Es besteht das Bedürfnis, tüchtige Privatärzte zur Ansiedelung im Schutzgebiete zu veranlassen. Das Gleiche gilt von der Niederlassung von Hebammen. Hinsichtlich der Aerzte wird dieses Bedürfnis mit der in Aussicht stehenden Verringerung der Schutztruppenärzte naturgemäß noch dringlicher. Die bisher zur Unterstützung solcher Personen bereitgestellte Summe reicht nicht aus, um für die abgelegenen Orte in dem Umfange Beihilfen gewähren zu können, daß den sich Niederlassenden über die ersten Jahre mit weniger lohnender Praxis und geringeren Einnahmen hinweggeholfen wird. Es sollen 40000 Mark Vergütungen gewährt werden. Aus dem Auslande. Oesterreich=Ungarn. Prag, 12. Dez. Der TschechenHäuptling Klofac, der Anstifter der schmählichen deutschfeindlichen Exzesse in Prag, dem dafür im Wiener Ratskeller in Wein getauchte Semmeln an den Kopf geworfen wurden, rächt sich jetzt, indem er alle Gewerbetreibenden in Prag mit dem schärfsten Boykott bedroht, wenn sie nicht alle Beziehungen zu deutschen Lieferanten abbrechen. Na, da könnte leicht der Spieß umgedreht und den Tschechen der Ernst der Lage klar gemacht werden.— Gegen deutsche Schulen in Böhmen haben die Tschechen stellenweise wie die Wilden gehaust. So ist in Stückau bei Neupake die ganze Schuleinrichtung demoliert; Bänke, Tintenfässer, Tische, Tafeln, Rechenmaschine und sonstige Lehrmittel, kurz, alles ist vernichtet worden. Damit nicht genug, wurden auch Fenster und Türen aus den Angeln gerissen und zerstört. Daß die Tschechen Europa von ihrer Kultur=Höhe überzeugten, kang man in der Tat nicht sagen, sie erhalten aber Zustimmungs=Adressen von den französischen Brüdern usw. England. London, 12. Dez. Englands Furcht vor den Luftschiffen hat einen krankhaften Charakter. Die Angst vor einer deutschen Invasion, die durch die Phantasien des Lord Roberts weite Kreise des englischen Volkes erfüllt, wird noch überboten durch die vor dem Schreckgespenst einer LuftschiffsFlottille. Natürlich sind es die deutschen lenkbaren Luftschiffe, die einigen Engländern die größte Sorge„bereiten, die umso schwerer lastet, als Vorsprung Deutschlands auf diesem Gebiete nur allzu tief empfunden wird. Der Alarmruf des Herzogs von Argyl:„Erst wenn ein fremdes Luftschiff über der Bank von England schwebt, werden auch die größten Optimisten einsehen, daß England nur bleiben kann, was es ist, wenn es sich gegen die neue Gefahr rüstet“, hat panischen Schrecken verursacht. Die Zuhörer merkten gar nicht, daß es sich hier schlimmsten Falles um ferne Zukunftsmöglichkeiten handle. Die Furcht vor Deutschland macht eben auch den fischblütigen Englishman zu einem Tollhäusler. Das neue englische Patentgesetz macht ausländischen Inhabern britischer Patente viel Molesten. Darnach müssen nämlich in England patentierte Artikel im Interesse des britischen Arbeiters auch in England fabriziert werden. Ein belgischer Kachel=Fabrikant, der meinte, es würde mit dieser Bestimmung nicht so genau genommen und sie darum unbeachtet ließ, hat daraufhin sein Patent verloren. Wenn Deutschland eine gleiche Bestimmung träfe! Rußland. Petexsburg, 12. Dez. Rußlands Stellung zur Orientfrage ist nun nachgerade klar geworden. Der Minister des Auswärtigen, Iswolskt, betrachtet es als eine Ehrensache, und das hebt er auch vor der Duma, dem russischen Reichstage, hervor, daß die Annektion von Bosnien und der Herzegowina durch Oesterreich=Ungarn von einer europäischen Konferenz formell gebilligt werde. Damit ist man auch in Wien jetzt einverstanden, setzt aber unbedingt voraus, daß jede Erörterung unterbleiht. Diesem nicht unberechtigten Wunsche der österreichischen Regierung wird auch sicher von allen Großmächten zugestimmt werden, die ja zumteil auch schon oft genug annektiert haben, ohne lange weiter zu fragen.— Eine Sache für sich bleiben die von Serbien und der Herzegowina verlangten Land=Entschädigungen. Rußland, möchte augenscheinlich ihnen gern wenigstens etwas zuwenden, die Türkei will aber nichts herausgeben, Oesterreich=Ungarn erst recht nicht. Dieser Punkt kann also noch immer Weiterungen herbeiführen, wenn die Mächte nicht sich dahin einigen, daß sie zu Serbien und Montenegro sagen: Ihr habt den Mund zu halten! Vereinigte Staaten. Newyork, 12. Dez. Made in North=America. An der deutschen Arbeit haben die Pankee's oft genug herumkritisiert; jetzt können sie mal die eigene, hei mische an einem sehr interessanten Beispiel prüfen. Denn die Maschinen und Kessel der auf der bekannten großen Weltreise begriffenen Flotte haben während diesre Fahrzeit außerordentlich gelitten. Für manches Schiff betragen die Reparaturkosten bald drei Millionen Mark, und das sind doch Summen, die die Güte der Arbeit gerade in keinem glänzenden Lichte erscheinen lassen. Aus Stadt und Umgebung. Schwerte, den 14. Dezember. Mit einer Kindheit voll Liebe kann man ein halbes Leben hindurch haushalten. **(Weihnachtsspielzeuge.) Automatisch und mechanisch, das sind beim neuesten Weihnachtsspielzeug die charakteristischen Merkmale; beide sind sie aus Amerika, England und Paris zu uns herübergekommen, denn unser deutsches Spielzeug war einfacher, mehr darauf bedacht, den Kindern Abwechselung zu gewähren, sie selbst in dem Dargebotenen neue Unterhaltung suchen zu lassen, als ihnen nun mit einem Male die ganze vollendete Leistung zu zeigen. Darum wurde bei uns mehr gebaut, zusammengesetzt, geklopft und gehämmert, natürlich die militärische Kunstfertigkeit und das Soldatenspiel, sowie die Unterhaltungsspiele nicht zu vergessen. Wir haben die neuen automatischen und mechanischen Ueberraschungen nicht zurückweisen können; sie sind ja auch recht nett, aber sie sollten auf dem Gabentisch nicht die Oberhand ausschließlich gewinnen. Die Kleinen werden das Einerlei verhältnismäßig früh über, und dann beginnt das große„Rungenieren“. Etwas für das Gemüt, für die Betätigung des eigenen Forscher= oder Kunstfertigkeits=Dranges muß dabei sein, und wenn tunlich, soll auch goldener deutscher Humor zu seinem Recht kommen. Und nicht minder unser Bücherschatz, wohingegen die Riesen=Tier=Nachbildungen nicht immer dem Geldbeutel, den Verhältnissen und dem häuslichen Geschmack entsprechen. Das sieht vielfach aus, als ob eine große Stange Geldes nun zum Weihnachtsfeste für Kinder=Geschenke angebrochen werden müßte. Nein, eher das Gegenteil kann und darf der Fall sein. Schönes, Nettes, aber nicht zu Vieles. Kinder wollen gewiß gern alles haben, was sie sehen, aber die meiste Freude macht doch, was ihnen dann wirklich gehört. **(Zur schnellen Abwicklung des Postschalterverkehrs während der Weihnachtszeit) kann, wie uns die Oberpostdirektion schreibt, das Publikum selbst wesentlich beitragen. Die Einlieferung der Weihnachtspäckereien sollte nicht lediglich oder vorwiegend bis zu den Abendstunden verschoben, namentlich müßten Familiensendungen tunlichst an den Vormittagen aufgegeben werden. Selbstfrankierung der einzuliefernden Weihnachtspakete durch Postwertzeichen sollte die Regel bilden. Mit seinem Bedarf an Postwertzeichen sollte sich ein jeder schon vor dem 19. Dezember versehen. Zeitungsbestellungen dürften nicht in den Tagen vom 19. bis 24. Dezember am Schalter der Postanstalten angebracht werden. Für die am Postschalter zu leistenden Zahlungen sollte der Auflieferer das Geld abgezählt bereit halten. Die Befolgung dieser Ratschläge würde der Post und dem Publikum gleichmäßig zum Nutzen gereichen. **(Annahme von Postsendungen durch Landbriefträger.) Um der Landbevölkerung die Einlieferung von Postsendungen zu erleichtern, führt jeder Landbriefträger auf seinem Bestellgange ein Annahmebuch mit sich, das zur Buchung der von ihm angenommenen Sendungen mit Wertangabe, Einschreibsendungen, Postanweisungen, Pakete, Nachnahmesendungen und Geldbeträge für Zeitungen und mitzubringende Postwertzeichen stimmt ist. Ebenso liegt bei jeder Posthilfsstelle ein Annahmebuch zur Eintragung der daselbst angenommenen Wert= und Einschreibsendungen, Pakete, Postanweisungen und Telegramme aus. Diese Annahmebücher haben den Zweck, die richtig erfolgte Einlieferung der Sendungen nachzuweisen. Es kann daher allen, die sich bei Auflieferung von Postsendungen der Vermittlung des Landbriefträgers oder einer Posthilfstelle bedienen, nur empfohlen werden, die Sendungen eigenhändig in die Annahmbücher einzutragen oder sich wenigstens von der Buchung durch, den Landbriefträger oder Posthilfsstelleninhaber zu überzeugen. Diese sind verpflichtet, die Annahmebücher bereitwillig vorzulegen. **(Versteuerung der Mietverträge.) Es wird darauf aufmerksam gemacht, daß nach dem neuen Stempelsteuergesetz vom 1. April 1896 ab die Versteuerung der schriftlichen Pacht= und Mietverträge(Afterpacht= und Aftermietverträge, sowie antichretischen Verträge) über unbewegliche Sachen dem Verpächter und Vermieter(Afterverpächtet, Aftervermieter, antichretischen Verpfänder) obliegt und daß nur gegen diese Personen, nicht aber auch gegen die Pächter, Mieter pp., die Strafen, welche die Zuwiderhandlungen gegen die betreffenden Vorschriften nach sich ziehen, festzusetzen sind. Die Versteuerung erfolgt lediglich mittels eines von dem Verpächter, Vermieter pp. aufzustellenden Verzeichnisses. In dieses Verzeichnis sind die während der Dauer des Kalenderjahres in Geltung gewesenen Pacht= und Miet=pp. Verträge, sofern der nach der Dauer eines Jahres zu berechnende Pacht= oder Mietzins mehr als 300 Mark beträgt, einzutragen. Das Verzeichnis muß ferner enthalten: Die Bezeichnung des Grundstücks, den Namen der Pächter, Mieter pp., die Dauer des Vertragsverhältnisses während des betr. Kalenderjahres, den Zins und den erforderlichen Stempelbetrag(ein Zehntel vom Hundert des Pacht=, Miet=pp. Zinses).— Der Verpächter, Vermieter pp. hat dieses Verzeichnis mit der Versicherung, daß er andere unter die Tarifstelle 48 Buchstabe a des Stempelsteuergesetzes vom 31. Juli 1895 fallende Verträge nicht abgeschlossen habe, zu versehen und die Versteuerung bis spätestens zum Ablauf des Lanuar des auf das betreffende Kalenderjahr folgenden Jahres bei einer Steuerstelle zu bewirken. Bemerkt wird noch, daß den schriftlichen Pacht= und Miet=pp. Verträgen die durch Briefwechsel zustande gekommenen Pachtund Miet=pp. Abschlüsse gleichstehen und daß auch diese, sowie die auf Grund einer in einem Vertrage enthaltenen Verlängerung in Geltung gewesenen Pacht= und Miet=pp Verhältnisse in das Verzeichnis aufzunehmen sind.— Wenn in Verträgen der vorgedachten Art noch andere besonders stempelpflichtige Rechtsgeschäfte, wie z. B. Abreden über Schiedsgerichte usw., beurkundet sind, so muß dieserhalb der erforderliche Stempel zu den Verträgen selbst entwertet werden.— Die näheren Bestimmungen des Stempelsteuergesetzes und Tarifs vom 31. Juli 1895 hierüber finden sich in der Gesetzsammlung für 1896 Seite 413 ff., die Ausführungsbestimmungen des Herrn FinanzMinisters zu denselben in der Bekanntmachung vom 13. Febr. 1896(Reichs= und Staatsanzeiger 1896, Nr. 44) abgedruckt, auf welche, verwiesen wird. Dieselben sind auch den Formularen zu den Pacht=(Miet= Antichrese=) Verzeichnissen, welche unentgeltlich von allen zuständigen Zoll= und Steuerstellen, sowie von den Stempelverteilern verabfolgt werden, vorgedruckt.— Zugleich wird das Publikum aufgefordert, die zu versteuernden Pacht=pp. Verzeichnisse nicht in den letzten Tagen des Monats Januar, sondern bereits im Dezember oder zu Anfang des Januar zur Versteuerung vorzulegen, um einen zu großen Andrang der Steuerpflichtigen und eine Stockung des Geschäftsverkehrs zu vermeiden. Die im vorigen Jahre benutzten Formulare sind, soweit dieselben noch Platz bieten, auch noch fernerhin zu benutzen. **(Einführung des Tuberkulose=Tilgungsverfahrens in Westfalen.) Nachdem die Tierseuchenstelle in Münster, die in erster Linie die Aufgabe hat, die Tuberkulosetilgung unter dem Rindvieh nach Ostertag durchzuführen, nunmehr eingerichtet ist, ist mit den Untersuchungen begonnen. Die näheren Bedingungen für den Beitritt zu dem Tilgungsverfahren sind von der Landwirtschaftskammer kostenfrei zu beziehen. Es sei hier nur bemerkt, daß über den Beitritt und die Ergebnisse der Untersuchung gegen Dritte strenge Geheimhaltung beobachtet wird. Für die Untersuchung der Gesamtmischmilch von Molkereigenossenschaften und Viehbesitzern, welche dem Verfahren noch nicht angeschlossen sind, werden bis auf weiteres 5 Mark berechnet, für die der Milch eines Einzeltieres 3 Mark. In Aussicht wird genommen, den Beitrag für den Beitritt zum Tilgungsverfahren für die Tierbesitzer, welche nach Jahresfrist beitreten, zu erhöhen. Anmeldungen zum Tuberkulosetilgungsverfahren sind an die Landwirtschaftskammer in Münster i. W., Schorlemerstraße 6, Proben zur Untersuchung an die Tierseuchenstelle der Landwirtschaftskammer in Münster i. W., Industriestraße 10, zu senden. *(Anstellung der Militäranwärter.) Im Einverständnis mit dem Kriegsminister hat der Minister des Innern eine Verfügung erlassen, die auf die Anstellung von Militäranwärtern durch Gemeinden Bezug nimmt. Danach dürfen Gemeinden solche Stellen, die nicht auf Grund des vorgeschriebenen Anteilverhältnisses mit Militäranwärtern besetzt werden müssen, nur in der Vakanzliste bekanntgeben, wenn, was ausdrücklich bemerkt sein muß, bei gleicher Qualifikation dem Militäranwärter der Vorzug gegeben wird. Die Absicht muß schon in der Ausschreibung in unzweideutiger Weise erkennbar gemacht werden. **(Der silberne Sonntag ist vorüber!) Aeußerst lebhafter Verkehr in den Hauptgeschäftsstraßen unserer Stadt zeichnete ihn aus. Unsere Geschäftsleute hatten sich mächtig angestrengt. Die Schaufenster prangten im herrlichsten Schmucke und die vielen schönen Dinge luden alle ein zum Zugreifen, zum Aussuchen, zum Einkaufen. Wie viele Wünsche sind nicht auch jetzt zum Christfeste zu befriedigen! Und da heißt es aufgepaßt, um allen gerecht zu werden. Doch die Weihnachtskäufer werden der Geschäftswelt ein gutes Zeugnis ausstellen können. Mögen sich alle Wünsche erfüllen, die sich heuer, so wie immer, an das holde Weihnachtsfest knüpfen, möge der Geschäftswelt ein wahrer„goldener“ Sonntag beschieden sein— mögen aber vor allem jene vielen Tränen getrocknet werden, welche die Not gerade jetzt zur Weihnachtszeit aus feuchtem Auge preßt. Des sei ein jeder eingedenk! **(Für„Radbod“) waren bekanntlich bei unserer Geschäftsstelle 175,50 Mark eingegangen, welcher Betrag dem Vaterländischen Frauenverein für den Kreis Hörde zur weiteren Verwendung übersandt worden war. Seitens des Vorstandes gen. Vereins wird jetzt über den Eingang der Sammlung wie folgt quittiert: An die Schwerter Zeitung! Schwerte. Den Empfang der Sammlung in Höhe von 175 Mark 50 Pfg. zu Gunsten der Hinterbliebenen der auf Zeche „Radbod“ verunglückten Bergleute bestätigen wir hiermit dankend. Hörde, den S. Dezember 1908. Der Vorsitzende. I. A.: Luckhaus, Schriftführer. **(Ortskrankenkasse.) Die für Samstag in der„Börse“ einberufene Generalversammlung war nur schwach besucht. Von den Arbeitgebern war nur 1 Vertreter erschienen, während 17 Vertreter der Arbeitnehmer anwesend waren. In den Vorstand wurde als Arbeitgeber Herr Bauunternehmer Frz. Stellbrink gewählt, während von den Arbeitnehmern die Herren O. Veller und D. Kraumendahl gewählt wurden. Durch den Rendanten Herrn Hoppmann wurde der Versammlung über die von der Vereinigung der Krankenkassen in Rheinland und Westfalen mit dem Sitz in Essen vorgenommene Krankenkontrolle der in ihren Heimatsorten erkrankten Mitgliedern Bericht erstattet. Dieser Vereinigung haben sich 62 Kassen mit über 185000 Mitgliedern angeschlossen, und ist der Hauptzweck derselben, die während der Winterszeit in ihren Heimatsorten sich krank meldenden Mitglieder einer strengen und gewissenhaften Krankenkontrolle zu unterwerfen. Das Ergebnis dieser Kontroll= besuche ist für jede beteiligte Kasse von Nutzen gewesen, so daß dieser Vereinigung in jedem Jahre neue Kassen sich anschließen. Des weiteren ersuchte die Versammlung den Vorstand, doch bei der Stadtverwaltung um Gewährung eines jährlichen Zuschusses vorstellig zu werden. **(Der hiesige Zweigverein des evangelischen Bundes) hielt gestern Nachmittag im Hotel„Zur Post“ eine gut besuchte Vertrauensmännerversammlung ab. Zunächst hielt der Vorsitzende, Herr Pastor Terberger, einen längeren Vortrag über die gegenwärtige Zeitlage und die Bundesarbeit. In Würdigung der durch die letzten Reichstagswahlen veränderten politischen Lage wies er auf die bereits geleistete und noch zu leistende Tätigkeit des Bundes hin, der mit seinen annähernd 400 000 Mitgliedern ein Faktor geworden ist, mit dem gerechnet werden muß. Die sehr interessanten Ausführungen schlossen mit der dringlichen Bitte um weitere Werbearbeit. Aus dem nun folgenden Jahresbericht, gleichfalls vom Vorsitzenden erstattet, entnehmen wir, daß der hiesige Zweigverein im Vorjahre von 394 auf 471 Mitglieder gestiegen ist und augenblicklich 515 Mitglieder hat. Durch den Tod sind drei, durch Verzug etwa zehn Mitglieder ausgeschieden. Die Einnahme des laufenden Jahres betrug bis jetzt 851,40 Mark, die Ausgabe 812,14 Mark. Sodann wurde über das nächstjährige Provinzialfest, welches, wie wir mitteilten, am 6. Juni— Sonntag nach Pfingsten— und Montag, den 7. Juni, in Schwerte gefeiert wird, beraten Die Wahl der für die Vorbereitung des Festes nötigen Kommissionen soll in einer späteren Versammlung erfolgen. Der erste Festtag wird Festgottesdienste in beiden evangelischen Kirchen am Vormittag, eine Nachversammlung bei Schulze=Selmig und eine Abendversammlung in einem noch zu bestimmenden Lokal bringen, während der zweite Tag mehr der Arbeit der Delegierten der einzelnen Zweigvereine vorbehalten bleibt. Die nächste Generalversammlung des hiesigen Zweigvereins wird in der zweiten Februarhälfte oder anfangs März stattfinden. Der Vorstand hofft, zu derselben einen auswärtigen Redner von Ruf zu gewinnen. Tag und Thema des Vortrages werden wir später bekannt geben. Mit der nochmaligen Bitte, durch emsige Kleinarbeit die Interessen des Vereins zu fördern, wurden die Verhandlungen nach reichlich zweistündiger Dauer geschlossen. **(Nikolaus=Feier.) Die Gesellschaft„Casino“ hierselbst beging am Samstag abend im Gasthof Brückner ihr jährliches Niklasfest. Der alt=ehrwürdige Vorbote des Christkindleins war in höchst eigener Person erschienen, um die Kinder der Mitglieder zu bescheren. Theaterstücke und Tanz bildeten das weitere Programm des Festes. **(Garde= und Landwehrverein.) Im Hotel Brückner fand gestern abend eine gut besuchte Generalversammlung des hiesigen Garde= und Landwehrvereins statt, welche von dem 2. Vorsitzenden, Herrn Böhmer, mit einem begeistert ausgenommenen Hoch auf den Kaiser eröffnet wurde. Nach Erledigung verschiedener unwesentlicher Vereinsangelegenheiten wurde an Stelle des Herrn Schermeng, der eine Wiederwahl abgelehnt hatte, Herr Rechtsanwalt Thoholte zum 1. Vorsitzenden des Vereins gewählt, zum 1. Schriftführer wurde Herr Stiepermann wiedergewählt. Als Rechnungsrevisoren wählte die Versammlung die Herren Schmidt, Fischer und Höbener. Den Geburtstag des allerhöchsten Kriegsherrn feiert der Verein am 24. Januar 1909 im Hotel Brückner in gewohnter Weise durch Konzert, Theater und Ball. Die Vorbereitungen zu dieser Feier, zu welcher auch Fremde Zutritt haben, sind in vollem Gange. **(M.=G.=V.„Cäcilia“.) Eine außerordentlich zahlreich besuchte Generalversammlung— waren doch 101 Personen anwesend— des Gesangvereins„Cäcilia“ fand gestern abend im Schwermann'schen Lokale statt. Auch in dieser Versammlung wurden wieder verschiedene neue Mitglieder aufgenommen, so daß der Verein jetzt ca. 270 Mitglieder zählt. Die Vorstandswahl zeitigte folgendes Resultat: Wilh. Lammert, 1. Vors.; Paul Rehage, 2. Vors.; Heinr. Fröhling 1, Kassierer; Wilhelm Gördes, 1. Schriftf.; Frz. Begemann jr., Bücherwart; zu Beisitzern wurden die Herren Th. Tetampel, Joss Justus, Frz. Kreidt und Wilh. Stuhlmann gewählt. Das Vereinslokal wird vom 1. Januar ab zum„Westfäl. Hof“(W. Kordeck) verlegt. Des weiteren wurde noch beschlossen, den Geburtstag des Kaisers am Sonntag, den 24. Januar in gewohnter Weise festlich zu begehen. **(Von einem bösen Mißgeschick) wurde am Samstag ein auswärtiger Fuhrmann betroffen, dem auf der Hagenerstraße die Achse seines mit Obst und Gemüse beladenen Wagens brach, so daß dem Mann nichts anderes übrig blieb, als sich nach einem anderen Gefährt umzusehen, seinen verunglückten Wagen umzuladen und hier in Reparatur zu geben. ** Ergste, 14. Dez.(Verhaftet) und dem Amtsgericht Hohenlimburg zugeführt wurde am Samstag der Eisenbahnarbeiter Paul Nettel von hier. Derselbe wurde verschiedener Straftaten wegen schon längere Zeit von Mülheim aus steckbrieflich verfolgt. ** Garenfeld, 14. Dez.(In tiefe Trauer) versetzt wurde die Famile des Gemeinde=Vorstehers Herrn Kockelke durch den Tod ihres Sohnes Friedrich, der am Samstag nach nur fünftägier Krankheit im hoffnungsvollen Alter von 16 Jahren verstarb. Wie launenhaft der unerbittliche Schnitter Tod zuweilen zu Werke geht, erhellt daraus, daß der Großvater des verstorbenen jungen Mannes bereits 84 Jahre alt ist und sich noch verhältnismäßiger Gesundheit erfreut, während der nächste Nachbar sogar schon ein Alter von 87 Jahren erreicht hat. ** Hörde, 13. Dez.(Messerheld.) Am gestrigen Nachmittag gerieten auf einem hiesigen Werk zwei Arbeiter in Streit, in dessen Verlauf einer derselben von seinem Gegner einen Messerstich in den Unterarm erhielt. Der Verletzte mußte sich in ärztliche Behandlung begeben. Westfalen und Rheinland. * Hagen, 12. Dez.(Einbruchsdiebstahl.) In einem Hause an der Hochstraße wurden in vergangener Nacht die Geschäftsräume mittels Nachschließens geöffnet und die Pulte erbrochen. Dem Dieb fielen 400 Mark bares Geld in die Finger, die der Geschäftsinhaber ausnahmsweise vergessen hatte mitzunehmen. Die Art des Einbruchs läßt erkennen, daß derselbe Täter in Frage kommt, der in den letzten Wochen zahlreiche Diebstähle verübte. * Iserlohn, 13. Dez.(Ein tödlicher Unglücksfall) ereignete sich gestern an der Toreinfahrt der Firma Bommers u. Schuchart. Der Stallmeister Johann Thinnes war im Begriff, mit einem Fuhrwerk in den Hof einzubiegen, wobei er von dem Fuhrwerk derart gegen die Mauer gedrückt wurde, daß der Tod alsbald eintrat. * Siegen, 13. Dez.(Schwere Explosion.) Gestern abend 7 Uhr erfolgte in der Gießerei der Siegener Maschinenbau=Akt.=Ges. beim Bleigießen eine schwere Explosion, bei der drei Arbeiter lebensgefährlich verletzt wurden. Auch der Materialschaden ist bedeutend. * Oberhausen, 13. Dez.(Verunglückt.) Auf Zeche Concordia erlitt der Bergmann Außerburg aus Dümpten bei einem Unfall so schwere Verletzungen, daß er bald darauf starb. * Ruhrort, 13. Dez.(Straßenkampf.) Hier kam es wiederum zu Kämpfen zwischen Polizeimannschaften und Hasenarbeitern. Die letzteren waren verdächtig, Weihnachtsbäume gestohlen zu haben und gerieten deshalb mit mehreren Polizisten in Streit. Als die Arbeiter in größerer Anzahl die Polizisten tätlich angriffen, machten sie von ihren Waffen Gebrauch. Mehrere Personen wurden verwundet, zohn Exzedenten verhaftet. Antrhekses Kresbicht trden Rieis werck. — Ar ree herurmemrmrr Schwerter Volksblatt D General-Anzeiger für den Preis Hörde C Schwerter Volks-Zeitung Die„Schwerter Zeitung“ erscheint täglich, ausser Feiertags. Bezugspreis: Mk. 1.6s vierteljährlich, bei der Post für Bestellgeld 42 Pig. mehr. Wöchentliche Gratis-Beilagen: 0„Ilustrierter Familienfreund“ und Unterhaltungs-Blatt. o Anzeigenpreis.Die sechsgespaltene Petitzeile oder deren Raum 10 Pf., Anzeigen von auswärts IS Pf., Reklamezeile 40 Pf. 255 Die„Schwerter 124 währt ihren seden mit Cod 4 fall gemäss„ ungen U Zeitung“ geAbonnenten für endenden UnIhren BedingUnterstützung. Alle kreis- und lokalpolizeilichen Verordnungen für den Kreis Hörde erlangen gemäss Bekanntmachung der Königl. Regierung durch Veröffentlichung in der„Schwerter Zeitung“ rechtso o o o o o verbindliche Kraft. o o o o c o Druck und Uerlag von Garl Braus, Schwerte-(Ruhr). Fernsprecher Nr. 62. Celegr.-Adresse: Braus. Schwerte-Rudr. Erstes und ältestes Tagesorgan des Freises. O haupt-=Annoncenblatt. Nr. 293. Montag, den 14. Dezember 1908. Zweites Blatt. Deutscher Reichstag. 181. Sitzung am 11. Dezember, 11 Uhr. Die Generaldebatte über den Etat und die Besoldungsvorlage nird fortgesetzt. Abg. Spahn(3.): Zu dem Etat nur ein kurzes Work In der neugeplanten Anleihe steckt eine große Anzahl Posten, die ein vorsichtiger Hausvater nur aus seinen regelmäßiger Einnahmen decken würde. Die Besoldungsvorlage ist vor größter Wichtigkeit und wird in der Kommission sorgfältig geprüft werden müssen, da sie auf lange Zeit hinaus die Stellung unserer Beamten, namentlich auch sozial, regelt. Heri Wiemer rügte es, daß in die letzte große Beamtenversammlung hier auch Zentrumsabgeordnete gegangen sind und das Lok des Zentrums gesungen hätten. Das habe nicht der Würde des Reichstages entsprochen. Aber wenn die betreffenden Abgeordneten nun festgestellt haben, welches Interesse das Zentrum an der Neuregelung der Beamtenbesolbungen habe, so finde ich darin nichts, was sich nicht mit der Würde dieses Hauses vertrüge. Was den Wohnungsgeldzuschuß anlangt, so ist in einer Eingabe mittterer Beamten eir Gedanke angeregt worden, der mir von Wert scheint, und dem man in der Kommission näher treten sollte. Der Gedanke nämlich, daß bei der Bemessung des Wohnungsgeldzuschusses vorzugsweise auf die Höhe des Endgehaltes der betreffenden Beamtenklasse Rücksicht genommen werden sollte. getreffender„Pcamtenklasse Rücksicht genommen werden sollte. Der Staatssekretär v. Bethmann=Hollweg hat zu der Frage vefakisung Zeiner gerpgenn 7 6, gerseint, mit der des Aneracere.): khr gerfäenn im Vereigsgesetzggerzeint, mit der Aussussung seiner Ertlarungen vom April 1906 hätten sich die Herren allesamt befriedigt erktärt. Nun, meine Herren, man muß schon besonders feinhörig gewesen sein, um damals aus den Erklärungen des Staatssekretärs diejenige-Auffassung herauszuhören, die der Staatssekretär jetzt in sie hineinlegt. Herr„Bassermann hat einer regelmäßigen Einberufung des Ausschusses für auswärtige Angelegenheiten widersprochen und die Einberufung nur dann für nützlich ertlärt, wenn sich stärkere Gewitter zusammenziehen. Aber gerade das würde ich für viel gefährlicher halten, denn gerade dadurch könnte unter Umständen leicht aus der Kriegsgefahr Krieg werden. Weit besser ist es, der Kanzler beruft den Ausschuß regelmäßig ein. Fürst Bülow hat neulich gesagt, er sei dem österreichischen Ministerpräsidenten geradezu dankbar dafür, daß er ihn nicht vorher von der Annexion Bosniens unterrichtet habe. Aber Herr v. Aehrenthal hat ja erklärt, daß man in Berlin„im allgemeinen" über die Richtung der österreichischen Balianpolitik informiert gewesen sei. Tarin liegt doch ein Widerspruch. Wenn jetzt überall in der Welt Mißtrauen herrscht, so ist das jedenfalls die Folge der unaufhörlichen Rüstungen. E Staatssekretär Dernburg: Ich will auf verschiedene Anregungen hin mich über die Diamantfunde in der Gegend der Lüderitzbucht äußern.(Zuruf links.) Herr Singer, Steine werde ich Ihnen in der Kommission zeigen.(Heiterkeit.) Das Leitmotiv für diese Anregungen hat man genommen aus meiner Rede in der Kolonialgesellschaft. Hier werde ich etwas ausführlicher sein. Schon bei meinem ersten Aufenthalt dort besuchte ich Lüderitzbucht und nahm von dort einen skeptischen Eindruck mit. Inzwischen liegt ein Bericht eines Geologen vor, aus dem ich nur Tatsächliches mitteilen will unter Weglassung alles vielleicht Phantastischen. In dem in Betracht kommenden Strich finden sich die Diamanten vorzugsweise an der Oberfläche, sie gehen nicht in die Tiefe. Die Edelsteine sind von hervorragender Güte. Es gehen im allgemeinen 4 bis 5 auf das Karat, wenn auch einzelne Steine bis zu ¾4 Karat gefunden wurden. Der Ertrag pro Tag kann auf 5000 Karat gebracht werden. Der Wert eines Tiamanten in der Größe, wie sie dort gefunden werden, ist etwa 33 Schilling pro Karat. Tabei kommt in Betracht, daß in Practoria die Kosten ungefähr 18 Schilling pro Karat betragen, in Kimberley 26 Schilling, bei Lüderitzbucht dagegen nur etwa 5 Mark. Tarin liegt eine Art Ausgleich dafür, daß die Diamanten in Kimberley hertvoller sind. Jedenfalls bestehen für Südwestafrika somit Aussichten auf Verbesserung seiner Finanzen. Denn 60 Prozent des Nettonutzens werden für den Staat in Anspruch genommen. Um den Handel zu regulieren, die Diamanten gegen Entwerkung zu schützen, sind von der Regierung die notwendigen Schritte ergriffen. Ich freue mich, wenn ich dort der deutschen Industrie eine neue Erwerbsgelegenheit schaffen kann. Wir Pollen die Industrie stützen und uns im übrigen leiten lassen von fiskalischen Interessen.(Beifall.) Abg. Singer(Soz.): Hoffentlich machen wir mit den Siamantenfunden nicht dieserben schlechten Erfahrungen, wie mit dem ostafrikanischen Golde. Nach seiner Sparsamkeitscheorie wird der Reichskanzler nun wohl ein Ausnahmegesetz hegen Diamantenluxus erlassen.(Heiterkeit.) Treue ist ja ein schönes Ting, aber wir wollen doch auch nicht, daß wir Bosiens wegen von Oesterreich mit in einen Krieg hineingezogen perden. Wir wollen nicht Kabinettspolitik, wir wollen VolksPpolitik. Die Casablanca=Affäre hat nicht durch deutsche, sonbern durch französtsche Vernunft einen leidlichen Ausgang gershmmen. Bei seinem letzten Besuch in Oesterreich soll unser Faiser dem österreichischen für den Kriegsfall Soldaten angeboten haben.(Hört, bürk! us halte dies gar nicht für eistrenm 40. Jahrg. unmöglich. Fürst Bülow will keine Unterströmungen dulden. Vorsichtigerweise hat er nicht von Oberströmungen gesprochen. (Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Beim Vereinsrecht sind die Zusagen, die uns der Staatssekretär gemacht hat, nicht gehalten worden. Die Verabschiedung der Besoldungsvorlage wird leider durch die Verkoppelung mit der Finanzreform sehr erschwert. Für die Unterbeamten sollte noch mehr geschehen, sie kommen gegenüber den mittleren und höheren zu tur. Abg. Kulerski(Pole): Wir glauben nicht an das Lied De erascheier heasen de Keschs stäche de ech Rolle spielt. Auch unsere innere Politik hat Fiasko gemacht. Es hat daher nach anderen Lorbeeren gesucht und zwar auf dem Gebiete der Handhabung des Vereinsrechts. Die Grundlagé der preußischen Politik ist die Gewalt. Das verdanken wir der preußischen Regierung, die die Machtmittel des Reiches mißbraucht.(Unruhe.) Präsident Graf Stolberg. ruft den Redner zur Ordnung. 9 Abg. Kopsch(Frs. Volkspt.): Die sozialdemokratischen Verdächtigungen gegen unsere Partei weisen wir entschieden zurück. Der Redner bespricht die Beamtenbesoldungsvorlage. Den berechtigten Wünschen der Beamten müsse Erfüllung gewährt werden. Die Beamten sollten sich aber vor übertriebenen Forderungen hüten. Der Wohnungsgeldzuschuß müsse ein beweglicher Faktor im Einkommen der Beamten sein. Den Unterbeamten muß in erster Linie geholfen werden. Das Verhältnis der Beamten zu den Vorgesetzten muß freiheitlicher gestaltet werden. Die Beamten müssen vor Launen und Willkür geschützt werden. Vor allem ist aber Sparsamkeit notwendig. (Beifall links.) Es muß ganze Arbeit gemacht werden, um den berechtigten Wünschen der Beamtenschaft zu genügen.(Beifall links.) Abg. von Oertzen(Reichspt.): Ueber die 100 Millionen, die jetzt für die Beamten aufgewendet werden sollen, darf keinesfalls hinausgegangen werden. Es wird sonst den Steuerzahlern zuviel zugemutet. Wichtiger als die Erhöhung des Endgehaltes ist es für den Beamten, daß ihm das Anfangsgehalt erhöht wird. Taher ist es auch keinesfalls zulässig, daß auch nur einer einzigen Beamtenkategorie ein Anfangsgehalt herabgesetzt wird, wie das in der Vorlage bei mehreren Positionen vorgesehen ist. . Abg. Heckscher(Frs. Verg.): Im allgemeinen sind die Forderungen der Beamten durchaus gemäßigte. In weiten Aals das alch le dce is elciche echechte e großen und ganzen kann ich seinen Anschauungen beitreten. Die von den Syndikaten drohende Gefahr ist groß. Möge die Regierung einschreiten, sonst kommen wir in Verhältnisse, wie in Amerika. Ich würde es auch sehr bedauern, wenn die Entwicklung der sogenannten gelben Gewerkschaften in irgendeiner Form von der Regierung begünstigt würde. Gegenüber dem der wichtigsten Kulturmittel ist. Wenn wir Oesterreich bei berechtigten Forderungen zur Seite stehen sollen, so sollte das Reich auch seinen Einfluß dahin geltend machen, daß von Oesterreich eine besonnene und friedliebende Balkaupolitik getrieben wird. Abg. Erzberger(Z.): Der Reichskanzler sagte, wir stehen treu zu Oesterreich. Die als offiziöses Organ des Reichskanzlers angesehene„Frankfurter Zeitung“ deutet aber in einem Artikel das Gegenteil an. Es ist ganz recht, daß das Auswärtige Amt der Presse nur Informationen geben und sich vor Stimmungsmache hüten soll. Ein Engländer hat mir gesagt, von der deutschen Presse seien nur unabhängig: der„Vorwärts“ und die„Kölnische Volkszeitung".(Stürmische Heiterkeit.) Ja, ein Stück Wahrheit liegt darin. Redner geht dann noch auf den Fall Eulenburg ein. Tessen rücksichtsvolle Behandlung vor Gericht hat allgemein Mißstimmung erweckt. Wie steht es mit der Aussage Eulenburgs, er habe in München Interessen des„protestantischen Kaisertums“ zu wahren gehabt, lich nicht vor.„ Staatssekretär von Schoen: Ich will nur auf einige Fragen antworten. Herr Erzberger behauptete, es sei ihm im Frühjahr eine Auskunft erteilt worden, die sich hinterher als irrig herausgestellt habe. Die Auskunft basierte auf einem Telegramm unseres Londoner Botschafters vom 4. Dezember. Das Telegramm lautet: Eine Unterstellung gleicher oder ähnlicher Art, wie sie in dem englischen Blatt behauptet wird, hat laut Aussage Sr. Majestät des Kaisers selbst nicht stattgefunden. Weiter: Eine Instruktion unseres früheren Botschafters in München, wie sie in dem Prozeß Eulenburg beEin Freund iüt edlos mehr, Als Freunde ohne Zahl, Doch Vorsicht in der Wahl Und Nachsicht im Verkehr. hauptet worden ist, kann überhaupt nicht erfolgt sein und ist nicht erfolgt. Was die Veröffentlichung des Interviews mit dem Amerikaner anlangt, so hat dieser sie aus eigenem Antrieb zurückgezogen. Diese Unterhaltung soll übrigens ganz unbedenklich gewesen sein. Ueber die Casablancafrage sollten wir wohl hier, da sie dem Schiebsgericht unterliegt, nicht weiter reden.(Sehr richtig! rechts.) Ob wir nicht nur die Rechtsfrage, sondern auch die Tatsachenfrage dem Schiedsgericht unterbreiten sollten, darüber haben allerdings längere Verhandlungen stattgefunden, ehe wir zu einer Verständigung gelangten. Die Frage betreffend, ob die„Frankfurter Zeitung" offiziös sei, so bemerke ich, der Begriff„offiziös“ ist schwankend. Jedenfalls ist die„Frankfurter Zeitung" nicht abhängig, und diese Zeitung würde wohl die erste sein, sich dagegen zu verwahren. Noch eins: Die Frage, ob Oesterreich zu kriegerischen oder anderen Zwecken deutsche Regimenter angeboten seien, kann ich mit einem doppelten und dreifachen Nein unterstreichen. Der Ausdruck„Kaiserliche Regierung“— den der Vorredner beanstandet hatte, findet sich schon in dem Frankfurter Friedensvertrage. Ledebour(Soz.): Ich vermisse noch eine genaue Antwort auf die Frage, ob der Kaiser Wilhelm II. persönlich bei seinem letzten Besuch in Wien ein solches Angebot gemacht habe. Redner kommt dann nochmals auf die Frage des Sprachenparagraphen im Vereinsgesetze zurück und bleibt dabei; daß eine Anzahl Abgeordneter sich über den Sinn und die Tragweite der damaligen Erklärung des Staatssekretärs in Täuschung befunden habe. Der Staatssekretär habe damals mit gewollter Toppeldeutigkeit geantwortet.(Präsident Graf Stolberg: Herr Abgeordneter, Sie dürfen dem Staatssek etär nicht gewollte Toppeldeutigkeit nachsagen!) Und woran liegt das? Sie verkehren mit dem Reichstag nur als Tiplomaten, nur wie mit einer feindlichen Körperschaft, wie Feind gegen Feind, statt daß Sie den Reichstag als gleichberechtigt anerkennen. Nur so sind so skandalöse Dinge möglich.(Graf Stolberg: Herr Abgeordneter, Sie dürfen nicht sagen, daß der Staatssekretär skandalöse Tinge tut. Ich rufe Sie zur Ordnung!) Staatssekretär v. Bethmann=Hollweg: Auf die persönlichen Angriffe des Vorredners sage ich kein Wort.(Bravos.) Im übrigen glaube ich, daß das Hohe Haus aus meinen vorgestrigen Auslassungen bereits den Eindruck gewonnen haben wird, daß die Vorwürfe des Vorredners unberechtigt sind. Wir sind entschlossen, das Vereinsgesetz loyal zu handhaben und keinerlei nachträgliche Beschränkung einzuführen. Wenn ich vorgestern sagte, keine Partei sei getäuscht worden, so folgte ich auch dabei der Aussage des Abg. Wiemer und andeter Abgeordneten. Ob ich damit recht hatte, darüber erkenne ich nicht Herrn Ledebour als Richter an, darüber wird dieses Haus urteilen. Was die Gewerkschaften anlangt, so sagte ich diesen allen freien Spielraum für Geltendmachung ihrer wirtschaftlichen Interessen zu. Und wenn davon die polnischen ausgeschlossen sind, so nur deshalb, weil und insoweit sie zur Grundlage ihrer wirtschaftlichen Bestrebungen die Verfolgung national=polnischer Zwecke machen. Das war damals mein Standpunkt und ist es heute noch.(Beifall.) Abg. Ahlhorn(Frs. Vp.) schildert französische Lügenberichte aus Marokko. Proben davon habe er selbst bei seiner Anwesenheit in Marokko festgestellt. Abg. Heckscher(Frs. Vp.): Die Ausführungen des Kollegen Ahlhorn waren nur seine persönliche Meinung. In später Abendstunde wurde der Etat in die Kommission geschickt. Nach einigen persönlichen Bemerkungen vertagte sich das Haus nach 8 Uhr. Nächste Sitzung: 12. Januar, 2 Uhr. Auf der Tagesordnung stehen Petitionen. Frida Schanz. Westfalen und Rheinland. Iserlohn, 12. Dez.(Selbstmord?) Gestern morgen ist auf dem Eisenbahngleis gegenüber vom Buchenwäldchen die Leiche eines unbekannten Mannes gefunden worden, der vermutlich von einem der Frühzüge mitten durchgefahren war. Wie der Mann dorthin gekommen und ob er sich selbst vor einen Zug geworfen hat, ist noch nicht festgestellt worden. Auch fehlen noch Angaben über die Persönlichkeit des Ueberfahrenen. Es ist auch möglich, daß der Mann, der sich auf dem Wege von Calle nach Iserlohn oder umgekehrt befunden haben mag, verunglückt ist. Die Untersuchung wird jedenfalls näheres ergeben. * Hagen, 12. Dez.(Ein Arbeiterdorf.) Außer den Bemühungen um die Errichtung einer Gartenstadt soll hier auf Anregung des Besitzers vom Museum„Folkwana“ Karl Ernst Osthaus ein Arbeiterviertel in künstlerischer Gestaltung erstehen. Die hiesige„Textilindustrie“ läßt auf einem ihr gehörigen Gelände im sogenannten„Wasserlosen Tal“ ganz in der Nähe der Stadt ein ganzes Arbeiterdorf von über 80 Häusern nach Plänen von Prof. Niemerschmied=München ausführen. Bis jetzt sind 9 Häuser fertiggestellt, die sehr vielversprechend sind. Niemerschmied hat von allem unnötigen Zierat abgesehen und sich in der Gestaltung der Gebäude an gute heimatliche Vorbilder angeschlossen. Als Material gelangt ein dunkler Dolomitstein zur Verwendung. Sehr glücklich sind die kahlen Brandmauern vermieden, die auf dem ansteigenden Gelände bei Doppelhäusern unvermeidlich schienen. Niemerschmied hat das Dach des tieferstehenden Hauses durch eine glatte Kehlung in die Bedachung des höher liegenden Hauses hinübergeführt, so daß das Bild einheitlich wirkt. Für ein Haus hat er auch die Möbel entworsen. Nach Fertigstellung der ganzen Anlage wird eine Dorfsiedelung von seltener Einheitlichkeit und Schönheit erstanden sein. * Gelsenkirchen, 12. Dez.(Schwere Ausschreitungen.) Gestern abend gegen 9 Uhr kam es zwischen mehreren jungen Burschen, die Lärm verursacht hatten, und der Polizei zu einem großen Krawall. Ein Schutzmann erhielt dabei einen Schuß in die linke Kinnlade. Die Burschen versuchten sodann einen Laden, in den sich die Schutzleute geflüchtet hatten, zu stürmen. Nach Eintreffen der Gendarmerie wurden 5 Personen verhaftet. * Bocholt, 12. Dez.(Einem Schwindler) ist ein junger Mann von hier in die Hände gefallen. Als er am Schalter stand, um sich eine Fahrkarte zu lösen, trat ein Herr zu ihm und bor ihm unter Tränen seine schwere goldene Kette im Werte von 50 Mark zu dem billigen Preise von 10 Mark an, da er sein Fahrgeld verloren habe. Der Mann willigte ein, mußte aber zu Hause die trübe Erfahrung machen, daß die Kette unecht und nur eine mit Blitzgold überzogene Blechkette im Werte von 50 Pfg. war. Da der Schwindler seinen Trick noch weiter ausüben wird, so kann vor einem solchen Handel richt dringend genug gewarnt werden. * Herbestal, 12. Dez.(Ein Eisenbahnunfall) ereignete sich auf der Strecke von hier nach Pepinster. Bei Lefin stand gegen 7 Uhr der Güterzug Herbestal=Pepinster bei dem auf Halt gesetzten Einfahrtsignal, als sich ihm von hinten auf dem gleichen Gleise ein zweiter Güterzug, von Welkenraadt nach Gent bestimmt, näherte. Dieser war über das voraufgehende, vorschriftsmäßig auf Halt stehende Signal hinausgefahren, weil der Haltemechanismus der Maschine versagte. Dem betreffenden Zugführer blieb nichts anderes übrig, als Notsignale zu geben. Durch diese gewarnt, konnte das Personal des ersten Zuges, das sich in den letzten Wagen befand, noch eben zeitig genug abspringen. Unmittelbar darauf erfolgte mit großer Heftigkeit der Zusammenstoß, bei dem mehrere Wagen zertrümmert wurden, andere entgleisten. Personen sind glücklicherweise nicht zu Schaden gekommen; der Materialschaden dagegen ist bedeutend. Der Betrieb auf der Strecke war bis 11 Uhr abends gehemmt bezw. mußte mit einem Gleise aufrecht erhalten werden. * Herten, 12. Dez.(Zwei schwere Jungen) sind durch Zufall der Bochumer Polizei ins Garn gelaufen. In der Brückstraße in Bochum fielen nachts mehrere Revolverschüsse. Die Polizei griff zwei Personen auf, die auch das Schießen zugaben. Sie wollten aber nur einer über die Straße springenden Katze eins aufgebrannt haben. Die Beamten glaubten ihnen das aber nicht, sie nahmen die Gesellen mit zur Wache. Dort entpuppten sie sich als zwei gemeingefährliche Spitzbuben, welche in den letzten Tagen Einbrüche in Rickel und Wanne ausgeübt hatten. Als dritten im Bunde verhaftete die Polizei inzwischen einen gewissen H. Holstein aus Eickel, der einen schweren Raubanfall auf dem Kerbholz hat. Bei seiner Festnahme fanden sich bei ihm 17 Invalidenkarten, Stemmeisen, Dolch, Dietriche. Die beiden ersteren Einbrecher sind die Arbeiter Goppert und Jeuumschewoki von Herten. * Köln, 12. Dez.(Unglücksfall.) Der in dem photographischen Atelier Elvira angestellte Hausdiener Johann Hicks geriet gestern mittag, während er den Fahrstuhl ölte, zwischen den Fahrstuhl. Der Brustkorb wurde ihm eingedrückt. Der Tod trat sofort ein. Kleine Chronik. Einbrecher haben im Laden eines Berliner Kürschners tüchtig aufgeräumt, wobei auch Pelze der chinesischen Gesandtschaft daselbst, 5000 Mk. wert, gestohlen sind.— Im Prozeß gegen die Bildersälscher in München erhielt der Hauptangeklagte 3,5 Jahre Zuchthaus. Die übrigen Angeklagten bekamen 6 bis 15 Monate unter teilweiser Anrechnung der Untersuchungshaft. Eine eigenartige Erpresseraffäre, bei der ein raffinierter Gauner mehr als 100000 Kronen aus seinem Opfer herauszupressen verstand, beschäftigt zurzeit die Wiener Gerichte. Der Verbrecher ist ein 36jähriger Gastwirt namens Seltenhammer, der auch geständig ist. Sein Opfer ist ein Herr A., jetzt 47 Jahre alt, ein wenig geistesschwach, und Einschüchterungsversuchen infolgedessen leicht zugänglich. Ende Dezember 1904 erschien nun bei ihm ein Mann, der die Amtsmiene aufsteckte und sich als Polizeiagenten Rainer vorstellte. Er nahm A. ins Verhör und erklärte ihm, er hätte den Auftrag, den alten Herrn zu verhaften. A. bat um Schonung und versprach, sich mit Geld ab zufinden, wenn der Agent von der Verhaftung abstände. Er offerierte 150 Kronen Der Mann nahm das Geld und erklärte nun, die weitere Untersuchung niederzuschlagen. Er entfernte sich zwar, die Erpressungen gingen nun aber erst recht los. War es nicht der Mann, so gab die Frau, um ihren Gatten zu retten, das Geld, damit Rainer nur schweige. A. verzeichnete zum größten Teil die Summen, die er seit dem 1. Februar 1905 dem Erpresser gegeben. Auf die 150 Kronen erfolgten Beträge von 3600 Kronen, 6000 Kronen, 20000 Kronen, 40000 Kronen, wieder 20000 Kronen, zusammen 89.000 Kronen. Dann gab A. wiederholt 1000 Kronen, so daß er dem Erpresser mehr als 100000 Kronen opferte. Das eigentümliche an der Affäre ist, daß A. gar nichts zu befürchten hatte, denn, wie jetzt bewiesen, hat er das ihm von Seltenhammer zur Last gelegte Verbrechen nie begangen.— Durch eine Explosion größerer Jagd=Pulver=Vorräte, die ein Brüsseler Advokat in seiner Wohnung aufbewahrte, wurden fast alle Fenster des betreffenden Hauses zertrümmert und 12 Personen mehr oder weniger verletzt. Auch Attentatsgerüchte liefen um.— Der Professor Grehaut in Paris soll ein Mittel zur Verhütung schlagender Wetter in den Bergwerken gefunden haben. Worin es besteht, ist von ihm noch nicht gesagt.— Eine Bande persischer Kurden beraubte das Haus des russischen Konsuls in Abad. Nach Anerkennung der russischen Fürsorge sieht das. gerade nicht aus. Oeffentliche Bekanntmachung. Einkommensteuerveraulagung für das Steuerjahr 1939. Auf Grund des§ 25 des Einkommensteuergesetzes wird hiermit jeder bereits mit einem Einkommen von mehr als 3000 Mark veranlagte Steuerpflichtige im Kreise Hörde, mit Ausnahme der Aktiengesellschaften, der Kommanditgesellschaften auf Aktien, der Berggewerkschaften, der eingetragenen Genossenschaften und der im§ 1 Nr. 5 des Einkommensteuergesetzes genannten Konsumvereine, aufgefordert,„die Steuererklärung über sein Jahreseinkommen nach dem vorgeschriebenen Formular in der Zeit vom 4. Januar bis einschließlich 20. Januar 1909 dem Unterzeichneten schriftlich oder zu Protokoll unter der Versicherung abzugeben, daß die Angaben nach bestem Wissen und Gewissen gemacht sind. Die oben bezeichneten Steuerpflichtigen sind zur Abgabe der Steuererklärung verpflichtet, auch wenn ihnen eine besondere Aufforderung oder ein Formular nicht zugegangen ist. Auf Verlangen werden die vorgeschriebenen Formulare(denen zugleich die maßgebenden Bestimmungen beigefügt sind) von heute ab in meinem Amtslokale und denjenigen der Bürgermeister und Amtmänner des Kreises kostenlos verabfolgt. Die Einsendung schriftlicher Erklärungen durch die Post ist zulässig, geschieht aber auf Gefahr des Absenders und deshalb zweckmäßig mittelst Einschreibebriefes. Mündliche Erklärungen werden von dem Unterzeichneten in seinem Amtslokal, an den Wochentagen vormittags von 10 bis 12 Uhr zu Protokoll entgegengenommen. Wer die Frist zur Abgabe der ihm obliegenden Steuererklärung versäumt, hat gemäß§ 31 Abs. 1 des Einkommensteuergesetzes neben der im Veranlagungs= und Rechtsmittelverfahren endgültig festgestellten Steuer einen Zuschlag von 5 Prozent zu derselben zu entrichten. Wissentlich unrichtige oder unvollständige Angaben oder wissentliche Verschweigung von Einkommen in der Steuererklärung sind im§ 72 des Einkommensteuergesetzes mit Strafe bedroht. Gemäß§ 71 des Einkommensteuergesetzes wird von Mitgliedern einer in Preußen steuerpflichtigen Gesellschaft mit beschränkter Haftung derjenige Teil der auf sie veranlagten Einkommensteuer nicht erhoben, welcher auf Gewinnanteile der Gesellschaft mit beschränkter Haftung entfällt. Diese Vorschrift findet aber nur auf solche Steuerpflichtige Anwendung welche eine Steuererklärung abgegeben und in dieser den von ihnen empfangenen Geschäftsgewinn besonders bezeichnet haben. Daher müssen alle Steuerpflichtigen, welche eine Berücksichtigung gemäß§ 71 a. a. O. erwarten, mögen sie bereits im Vorjahre nach einem Einkommen von mehr als 3000 Mark veranlagt gewesen sein oder nicht, binnen der oben bezeichneten Frist eine, die nähere Bezeichnung des empfangenen Geschäftsgewinns aus der Gesellschaft mit beschränkter Haftung enthaltende Steuererklärung einreichen. Hörde, im Dezember 1908. 5944 Der Vorsitzende der Einkommensteuer=Veranlagungs=Komm.: Dr. Luckhaus, Königlicher Landrat. Bares Geld 5881 nämlich bei Weihnachtseinkäufen von je 8 Mark 35 Pig. oder Zugaben im gleichen Werte erhalten meine Kunden seit mehr als 3 Jjahren. Diese Preisermässigung bietet die grössten Vorteile, da solche auf sämtliche Manufakturwaren, auch auf Betten gegeben wird. Die Zugaben bestehen nur aus Waren aus meinem Geschäfte. Wilh. Sasse, Schwerte Se Hüsingstrasse 3. Der Erbonkel. Roman von Waldemar von Hohenau. 48 „Das Rittergut Wehlau aber bestimme ich allein für meinen jüngsten Sohn Arthur Ullstein, um ihn für die Trübsal zu entschädigen, die er, der Mittellose, in der Fremde zu erleiden hat.“ folgte dann die Aufführung der Bestände, die mit musterhafter Genauigkeit durchgeführt war, es folgte die Aufzählung der Legate. Auch Frau Franziska Trimborn wurde mit dreitausend Mark genannt. Arthur las weiter:„der treuen Pflegerin, die mit unendlicher Liebe und Sorgfalt meine letzten Lebensjahre erheitert hat, meiner Großnichte Helene Geist, fällt ein Kapital von fünfzehntausend Mark zu. Ich wünsche auch, daß besagte Helene Geist bis zu ihrer Verheiratung im Hause Ullstein bleibt, und wie meine Enkelkinder gehalten wird. Besondere Dankbarkeit ist ihr mein Sohn Arthur schuldig, denn Helene Geist ist es gewesen, die immer wieder, meinen und mein Verbot nicht fürchtend, die Liebe zu meinem fernen Sohne in mir wach erhalten hat.“ Ja er lechtJa, er lachte zornig eigentlich, gewesen, der Hele trieben? Er, der ihr die letzt vor sich hin. Warer es denn nicht er Helene aus dem Ullsteinschen Hause verje letzte Liebestat seines Vaters verdankte. Er zwang sich zum Nachsinnen, um schmerzhafte Reue von fern zu halten. Immerklarer wurde es ihm, daß nicht sein Bruder Emil, der zwarcharakterschwache, doch gutmütige Mensch, hier der Schuldige geworden, sondern daß die Vernichtung des zweiten, Arthur zu vollen Sohnesrechten einsetzenden Vermächtnisses, allein auf Evelines Gewissen lastete. Wie sollte er dieser Frau jetzt gegenübertreten? Wie würde sie ihn in ihrem Hause empfangen, wenn er, mit diesem Dokument in Händen, Rechenschaft forderte? Und seine Braut? Was geschah mit ihr? Nach ihres Vaters Ausspruch war sie jetzt eine mittellose Waise, aklein an die Großmut des Verlobten gewiesen. Einem Sterbenden hatte er feierlich versprochen, dem verlassenen Mädchen Schutz und Schirm zu sein. Solche Worte sind wie ein Schwur: bindend fürs ganze Leben. Es lief ihm heiß und kalt über den Rücken, wenn er seine Zukunft bedachte. Gewiß lebte unendliches Mitgefühl für Grete nie mehr voll Vertrauen zu der Frau aufblicken, die.. jetzt war er in allen Dingen hellsehend geworden.. schon in seinen Jünglingsjahren, vor seiner Flucht gegen ihn intriguierte, die, um sich und ihren Kindern Vorteile zuzuwenden, nicht vor einem Verbrechen zurückgescheut war. Aber waren die unschuldigen Kinder dieses schuldigen Weibes nicht doppelt an seine Liebe und Fürsorge gewiesen? Sie hatten keinen Vater mehr. Helene! Wie ein Klang aus Himmelshöhen sänftigte dieser Name die Qual seiner Seele. Sie, die Reine, sie die Fürsprecherin war auch die Unterdrückte, die Beschimpfte gewesen. Wie konnte er das gutmachen? Keinen Augenblick zweifelte er daran, daß er aus Helenes Händen das Testament empfangen hatte. Sie mochte das leugnen wollen, ihm blieb es Wahrheit. Warum aber war Helene erst jetzt mit dem Dokument hervorgetreten? Dankbarkeit konnte ihr nicht Schweigen auferlegt haben, denn sie hatte im Hause Emil Ullsteins keinen Dank abzutragen, nur welchen zu beanspruchen. Oder hatte sie den zurückgekehrten Erben erst prüfen wollen? Solche Prüfung kam ihr nicht zu, und das Verbergen dieser Schrift war straffällig. So mochte auch sie nichts von dem Testamente gewußt haben. Der Zufall, nein, das Schicksal, hatte gerade sie ausersehen, ihrem Feind und Widersacher einen großen Dienst zu leisten. Ach, daß das Schicksal ein Vierteljahr früher so gewaltet! Mit Freuden hätte Arthur Ullstein all' sein Hab und Gut hingegeben die Ehre destoten Bruders zu retten, nur die Freiheit wünschte er sich zurück. Nur ein Aussprechen mit Helene ersehnte er und wußte doch, daß es ihm nie beschieden sein könnte. Torheit des Mannes, sich von Liebreiz und Schönheit blenden zu lassen. Immermehr entschwand seinem Gedächtnis das süße, lockende Lachen Gretes und immer reiner und klarer hob sich vor seinen Augen Helenes liebes Bild empor. Alle Müdigkeit war von ihm gewichen. Die Schrift in seinen händen drängte ihn zum Handeln. Mußte er, ehe er neues Leid Über das Haus Ullstein brachte, nicht Helene Geistum Aufklärung, ach, auch um Rat und Hilfe bitten? Eine Demütigung stand ihm bevor. Vielleicht auch mehr. Wenn Helene nun den jungen Doktor nicht geliebt hätte?Wenn er, dem sie des Vaters Zärtlichkeit erhalten, nur hätte die Hand ausstrecken brauchen, um ein köstliches Gut, das treueste Herz zu gewinnen? „Nicht denken, Arthur, nicht denken! Sonst verlierst Du noch den Verstand!" beschwichtigte er sich und seine Seelenangst. ** * Auch Siegfried hatte spät am Abend das elterliche Haus verlassen, um in der eigenen Klause dem wildesten Schmerz anheimzufallen. Er hatte den Vater verloren. Das war ein herber Verlust, denn trotz allem Mißverstehen hatte Siegfried doch nur Gutes von ihm empfangen. Aber ein viel Ungeheuerlicheres lastete seit dem vergangenen Abend auf seiner Seele. Er mußte ans eigene Sterben den ken. An der Gruft des Vaters mußten seine umflorten Augen fort und fort auf den leeren Platz schauen, den sein eigner Sarg ausfüllen sollte. Und Toni, seine Toni, blieb dann allein zurück. Der grauenhafte Gedanke an das Weh der Geliebten marterte ihn bis zum Wahnsinn. Aber mußte ihn denn die Kugel des Gegners auf den Rasen strecken.. konnte er nicht selbst..*„Den andern morden...“ durchschauerte ihn. Seine wirren Gedanken schweiften zurück zur vergangenen Nacht. Er war am späten Abend in ein bekanntes Restaurant getreten, um seinen Freund, einen jungen Kaufmann, der wieder in die Kolonien zurückreiste, noch einmal zu sprechen. dem Lokal verkehrten auch Kameraden vom Regiment. Er begrüßte die Anwesenden. Der Leutnant von Münchhausen war da und setzte sich anden Tisch, den sein Schulfreund, Heinrich Dewitsch, in einem gemütlichen Nebenzimmer für die Bekannten hatte reservieren lassen. Diese Bekannten, reiche Jungens. denen ihre Väter monatlich bedeutende Wechsel ausstellten, wollten natürlich Dewitsch' Abschied in solenner Weise seiern. Man soupierte, man ließ die Sektpfropfen knallen. Es berührte Siegfried unangenehm er hätte kaum sagen kön. nen: warum, daß Bruno Herzfeld, jubelnd begrüßt von den Standesgenossen, späternoch in dieser Gesellschaft erschien. Evermied Bruno so oft es anging. Es war gegenseitige Antipachie. 159,20 — 2 2 9 2 Er 63 ∆ e * □ 9 2 8 S 2 R 8 — — 2 — 5 0 2 5 — 60 E 3, C. ** SEE 87 „„ E sehega n „ S hEpEg R.Sn E BEZAEEETT ESSE S GDIOSTMOEE EFEEGESgER Büäeran AugsauS“ SEBTSEESR SPAÄCAAA SHEPETTGBEEEEE — u 1 - S 2.980— #-cmE *F S SSSS BER U BARAEUG 2—=— EEEg SaaaSaE. 2 □ ∆ 8 8 1 E □ S 0 P 8 3— * □ S• ge E 5 S#2 2 □ 2 EEPpmSSSSSSs B SPMEGEEETR LBPRRREE * 8 BRSBERER S S 5 S 0 5 SssiBceee B.BMAAETEETTEEBEE SBEEEETGE SSEE S 2 01 ∆ ∆ •8 S 2 — EANERÄAÄAA BCETEE 4 eggon. BaTSEAES ASEESI gORMBESSSS SE 8# „ 5 BOUAETN SBA BAMS P —.* 52 S 55 S 9 „* R TUUSTSET AAANZRANA EEE S 12 5 AAE * S 9 2 + K 8 S 6 — 0 99 2 # 8.9 ** 50 S * 65 F 9 92 S 912 B 9 g 9 5 * 88 S 55 *• B# — G 2. E#ns 9•9 1 S 0 1 ##2 9# Sc t 8 E □ E 8 E * 2 — 1—— 5 5 — E 2 0 # 8 33.68 Gs S• SLuED S#* * 9:— . 5 SSpGE ag29 S. SS 2 12 . n„ 8 8 B 2. ∆ S•WM So —. 5 B 9 2 83 S 2 82— Sese. S% 9 S S S 5aS = G#,* 10E * 88 3 WGOnPOTE *"= SrOS: I-TA 0——— 0— S d Suiggg5 — n S, 2..—.— 82.9— * 9i9/□ — a•IH OIE S.b m 8S □—„e ——•.- 81% „ W E% E ChESUZPSOTT n#e □,•.=...wn. euP“oe(OpT S 9.„—„ FPSEESSPEGEES -BBESTGDNS DSE #• TOETSS, a 95.—* a-Orc 5 — * 22 91-5. 20- O T UT□ r. 7. EnS„—* S E S 9 5„ToSSO •= 2 7•9• =" Te. 0 2 S 800— 9.7 ..•* 9•„„„ FeftcnsC *"—.. GoR ——.0— S — 0* S 37 O 2: ∆— * „.„ SGg S** gOE — S. SWe * 8• 20 F S C 8%8 0 RA —" □* 0 5 • 880 9 0 9.33•• 5 9:S 9„ * S. 3 O 0— E S 5.= 58•L =" 0— 5 = SC 0 %000 GSES:. S. 9.7 •0 „ 18. S. O„VEVO egg. S.=#### S C•* * S— 5 *** 5 Seasss SoSeen 9..1. E*.*-„ —— A0 0 2 2 #s E: SOTTDES " 95SPgR. OSTSEES „.7 —A ABSPT S B9SMDSO S S#. S S 8— 990 " 9%PEE 9•" K 40 1— S S 89 B B. E— Saag-2 * F * 3 S. 2 S g••DSS * S S a E 5 12 S 8•90 S.. •=—. 5 7•" r. Oe.8 " S 5 E 5 mn S5 5 . 6 2 ***5 S E: S— #%T 5 K 83 2 • 9 20— * 2 8 P E1D B.„SGEE 3S 9.8. .995 * 3 0— 0 S 50— SHores*-A-Te! " 8 S 0 „ STDOETGTG'g“ Se B S• 02 9 S S— *" *=# 5 S 60“ **„„„„E 0— J••UPCDNAE F-eSoSSggzUnu. —„ 0-AGSTTTE "•0#- f 100* 1— 1*—"— 24 S —0— US S•2 • S9Gn2 * a%." 5 Sen 73— S 9 0.— •G0 # S CS —. S 8 S. S S S GSE2. P%. — * S S. G2— 5 SOEUST 49 8— 2 ** # 7 0— □ 9. 9 2 S• 9 10 FagSS 9 B—: SS S *OPERG 00U∆ . — 8 2 S E 5300 ISTOS: Se n e S°LALTDGPR SSGSC „„WSn T BBSESLSSE 5gS%ST S SSS20. -9 1 —.— 93*" 9621SE9 a„SSSES FEETTS! #SCSGSRG“SE.. S• S SS 3EL S S B" 0 E•* S. S S 9 •• 9559 g. S 7 9T R SE * P ∆ S 809 S 9 2 S 132 S• : E:**• * E6*• O m S 0S CE: L. R 05T S30 e S 2 9 098 S####n: SS 5. S SOBTT TE: S9TO * 0 □ S e 2968— GAPBETTEDE. TFra-ssg! SOB%e. S a.e n: Zectenas S ToTS. P CSaPT #60 BTS S Sog„..§*• S„ Sonon * S 9 2•0" S S 8• 9 -P GEE GU„„SN: # 50—• - S 998 * S—. GSes S T TagTEEgRS S 9• S 0 80 E IB 0• S O•— S: #2 * 8 88 * GS SSOS *** 2 C 2 .— Sos 2.(00 D* 2:2 Ga *——— OSS F 02 DEE SEESORSS AODG —.O FSUS „#GrWcäe SSTOET S 1 S*- S S S S. 8 Se Eg S 5S. SSES OzsE ——" 0——. S* 2 3*** S• □ 8095 9 8— 0 7 6 ∆ S S „*; C CISNE OTNE S=• g"* * n.••* "——"— 9 8 ∆ =GSE SHUS• S#•5: □ 3 □ 2078835. *** 9* 2 —— * 8 S 8 5 GSESG— SSOESSGS 95 S. S— 9 = r 2.0L 60 13 2 2— ∆ 1 5 8 C2 S— # 56 SpöxPEEE □ * A5S LS #SSTGEGEGSS en 2.77020 □ GSTGES TSSSEE 1** G —**„ S* S. " S. 5 =•3 □ 65 u —. G„*.— * E 1— E— * 10 ** SE„ * 70 S. *" E. =E. C □ — —.** A 9. 2 5S * 6 S S S SSE Bbg „SG ESSNE. 9.S 2 0 n * 290 5 290 S 930 2 -OT c S:#9 P G *„ K o s e g * GePars. S B2t 985 * Ete S S 3 9** P Sin = 0 * 885 C5 5 S# SS. 2 * 956.—10• G. S 2.** - O SMSORG =BPSTED S S 5120 S 9.= „„* SSe.. e 2 5 5— = B 290 5— " 89 85 (9S. K. 2•C 8— S.S. 0 S e„ . 7.5 G — 67.* c0 S 65. n #ca'pong — Sr 8 Sopxgs 8 TSE * S Ros S 58 e ** P 8.98 SSS S —S•2 S S. e S.8. S•. 8 3•. 8 Sig: By7 s GES S 2 ##-. 9 8 2 =5SEP0 S SE *•• G 28 Sa#g g „** ***— 5.0 So „ B S 6 5 c * P 10—8. S• •8 nng G." W0E: 8 G T 9 8• S. S. S6E •0 5 B 923 9 5— gEßTE S Speatee B88SR18R ESE 5·1 = S. EE( + 8— 9 7•. "• .** 2n = S 2* SS8 9s =BDgEg S 3928 B. SsOs S# nu „• □ 5 9 R 12— "*80“ *—70 *• 8 „ 3• * S.o K# 09— aE RASARSS1 F• US U 09 B 0•11 0 „#on S— * S 9. * 3• 79* K 0 2 55 ** ∆* S9. 3 * 5 2 5 —* S 0. —— K B: S. S 0 4 STny —•• G G1 2. 3 S m 5g : 23 □ am 5 2 * 9. 2 2 8 50 ∆ am hellen 2 der sich zur Kupp, Akt. wagen vorg ziehen wolle herauszugeb worauf sich zur gewohnt den Vorfall manden mit hatte. * Köln, Zeitung“ sch bliebenen de Gesamtsumm * Binge Technikums, Professortite Meseritz, wurden für 11 506 und f 10211 Stimi Stuttige: Werft von 9 Luftschiff ist Konstant Aehrenthals, sind, setzte Tätigkeit for der Hauptsta die Beibring expedierende falls sie die maßor sonder Verm Stand an ei land' H kurzel gelieb im Al M wir d Bekan G einghe 13. De Di 16. Deze Nac uns am infolge Augenh einen pl Dies stille 74 Seh Die Moltkest * Essen, 12. Dez.(Die Dreistigkeit der Diebe) geht ins Anglaubliche, wie folgender Vorfall zeigt: Kommt da am hellen Tage an der Wohnung eines ausländischen Offiziers, der sich zur Geschützabnahme bei der hiesigen Firma Friedr. Kupp, Akt.=Ges., längere Zeit beschäftigt, ein kleiner Möbelwagen vorgefahren, um dessen Möbel abzuholen, da er umziehen wolle. Die Vermieterin weigert sich aber, die Sachen herauszugeben, bis der Herr Major ihr das gestattet habe, worauf sich die Transporteure entfernten. Als der Herr Major zur gewohnten Zeit nach Hause kam und die Mietswirtin ihm den Vorfall mitteilte, war er aufs höchste erstaunt, da er niemanden mit der Fortschaffung seines Mobiliars beauftragt Köln, 12. Dez.(Radbodspende.) Die„Kölnische schließt heute ihre Sammlung zugunsten der Hinterbliebenen der lauf der Zeche Radbod Verunglückten ab. Die Gesamtsumme der Sammlung beziffert sich auf 260 838,70 Mark. * Bingen a. Rh., 12. Dez. Der Direktor des Rheinischen Technikums, Regierungsbaumeister Hoepke, erhielt den Professortitel. Letzte Drahtmeldungen. Reichstags=Ersatzwahl. Meseritz, 13. Dez. Bei der gestrigen Reichstags=Ersatzwahl wurden für den konservativen Kandidaten Grafen Westarp 11 506 und für den Kandidaten der Zentrumspartei Rönspieß 10211 Stimmen abgegeben. Graf Westarp ist somit gewählt. Ein neuer„Zeppelin“. Stuttgart, 14. Dez. Der Zeppelin 3 nähert sich auf der Werft von Manzell seiner Vollendung. Als Station für das Luftschiff ist Wilhelmshaven in Aussicht genommen. Die Boykottierung Oesterreichs. Konstantinopel, 14. Dez. Trotz der angeblichen Vorschläge Aehrenthals, von denen informierte Kreise ohne Kenntnis sind, setzte das Boykottkomitee ungeschwächt seine destruktive Tätigkeit fort. Bei Sendung ins Innere des Landes von einem der Hauptstapelplätze der Türkei fordern die Lastträger jetzt die Beibringung eines Zertifikats vom Boykottkomitee, daß die expedierende Firma Mitglied des Boykottkomitees sei, andernfalls sie die Ausführung der Bestellung verweigern. Deutschland als Vermittler? Konstantinopel, 14. Dez. Der Schurai Uemmet bringt einen maßvoll sachlichen Artikel unter der Ueberschrift„Kein Verrat, sondern ein Dienst", der an Deutschland gerichtet ist und dessn Vermittlung in der Boykottfrage anregt. Der augenblicklich Stand dieser Frage ist günstig, da hinter den Kulissen eifrig an einer Verständigung gearbeitet wird. Zum holländisch=venezolanischen Konflikt. Willemstad, 14. Dez. Der holländische Kreuzer„Gelderland“ brachte in der Nähe von Puerto Cabalo einen venezolanischen Dampfer auf. Trotzdem von venezolanischer Seite die Aufbringung deutlich bemerkbar war, erfolgte doch kein Angriff. Der aufgebrachte Dampfer wurde hierher gebracht. Präsident Castro in Deutschland. Köln, 14. Dez. Präsident Castro von Venezuela ist gestern abend hier eingetroffen und reist heute vormittag nach Berlin wetter. Hungersnot in Südwestafrika. Windhuk, 13. Dez. Im Ovamboland herrscht Hungersnot infolge der gegenwärtigen Dürre. Viele Menschen sterben. Die Regierung sandte Lebensmittel in die betroffenen Gebiete. Ueber 100 Menschen getötet. Colon, 13. Dez. Durch eine Explosion von 40 Tonnen Dynamit wurden hier über 100 Menschen„getötet. Colon, 14. Dez. Die Dynamitexplosion hat sich in UnterObispo an der Panama=Kanalstrecke zugetragen. Viele Leichname sind unter den Trümmern begraben. Die Sammlung für die Opfer der Radbod=Katastrophe. Hamm, 14. Dez. Die Geldsammlung für die Hinterbliebenen der bei der Radbod=Katastrophe verunglückten Bergleute ist abgeschlossen. Die Höhe der Summe beträgt nach vorläufiger Schätzung 1200000 Mark. Gestern Nachmittag berjet hier eine Kommission unter dem Vorsitze des Herrn Oberpräsidenten über die Verteilung der Spende. Es wurde beschlossen, 20 000 Mark als Weihnachtsgabe zu verteilen. Ueber die Verteilung der übrigen Summe soll nach Anhörung eines Versicherungstechnikers später Beschluß gefaßt werden. Typhus=Epidemie. Hermanstadt, 14. Dez. Hier ist eine Typhus=Epidemie ausgebrochen. 800 Personen sind bisher erkrankt. Theater=Spielplan. Stadttheater Dortmund. Montag, 14. Dez., 7,30 Uhr:„Goldfische", Lustspiel in vier Aufzügen von Franz von Schönthan und Gust. Kadelburg. Dienstag, 15. Dez., 7,30 Uhr:„Die Hochzeit des Figaro". Komische Oper in vier Aufzügen von W. A. Mozart. Mittwoch, 16. Dez., 3,30 Uhr:„Aus der Märchenwelt". Märchenspiel mit Gesang und Tanz in vier Bildern nebst einem Vorspiel, von Oskar Will.— Abends 8 Uhr:„Panne“. Lustspiel in drei Aufzügen von Rich. Skowronneck. Donnerstag, 17. Dez., 7,30 Uhr:„Hänsel und Gretel“. Märchenoper in drei Bildern von Engelbert Humperdinck. Hierauf:„Der Schauspieldirektor“ oder„Mozart und Schikaneder“ Komische Oper in 1 Aufzug von Louis Schneider, Musik von W. A. Mozart. Freitag, 18. Dez., 7,30 Uhr:„Rosen“. Einakterzyklus von Hermann Sudermann. 1.„Margot“. Schauspiel in 1 Aufzug. 2.„Die ferne Prinzessin". Lustspiel in 1 Aufzug. 3.„Der letzte Besuch“. Finale in 1 Aufzug. Sonnabend, 19. Dez., 3,30 Uhr:„Aus der Märchenwelt". Märchenspiel mit Gesang und Tanz in vier Bildern nebst einem Vorspiel, von Oskar Will.— Abends 8 Uhr:„ Der Mikado“ oder„Ein Tag in Titipu". Japanische burleske Operette in zwei Aufzügen von Arthur Sullivan. Sonntag, 20. Dez., 3,30 Uhr:„Pension Schöller“. Schwank in drei Aufzügen von Carl Lauffs.— Abends 8 Uhr:„Martha“. oder„Der Markt zu Richmond". Nomantisch=komische Oper in vier Aufzügen von Friedrich v. Flotow. Städt. Schauspielhaus, Hagen. Montag, 14. Dez.: Keine Vorstellung. Dienstag, 15. Dez., 8 Uhr:„Der Hüttenbesitzer“. Schauspiel in vier Akten von Georges Ohnet. Mittwoch, 16. Dez., 4 Uhr:„Max und Moritz“. Ein Bubenstück in 7 Streichen von Wilhelm Busch. Donnerstag, 17. Dez., 7,30 Uhr:„Die Walküre". Musikdrama in drei Aufzügen von Richard Wagner. Freitag, 18. Dez., 8 Uhr:„Das Tal des Lebens“. Ein Schwank in drei Aufzügen von Max Dreyer. Sonnabend, 19. Dez., 4 Uhr:„Max und Moritz“. Ein Bubenstück in 7 Streichen von Wilhelm Busch. Sonntag, 20. Dez., 3,30 Uhr:„Das deutsche Märchen“. Ein Festspiel in Reimen und Lieder von Martha Klostermann. — Abends 8 Uhr:„Kabale und Liebe“. Ein bürgerliches Trauerspiel in fünf Akten von Friedrich v. Schiller. Stadttheater Barmen. Montag, 14. Dez., 7,30 Uhr:„König Laer". Trauerspiel in fünf Aufzügen von William Shakespeare. Dienstag, 15. Dez., 8 Uhr:„Ein Walzertraum“, Operette in drei Akten von Oskar Straus. Mittwoch, 16. Dez., 8 Uhr:„Der Wildschütz“, Komische Oper in drei Akten von Alb. Lortzing. Donnerstag, 17. Dez., 8 Uhr:„Madame Butterfly". Japanische Oper in drei Akten von G. Puccini. Freitag, 18. Dez., 8 Uhr:„Alt=Heidelberg“, Schauspiel in fünf Akten von Wilh. Meyer=Förster. Samstag, 19. Dez., 8 Uhr:„Undine“., Romantische Zauberoper in vier Akten von Albert Lortzing. Sonntag, 20. Dez., 3 Uhr:„Die Dollarprinzessin“, Operette in drei Akten von Leo Fall.— Abends 7 Uhr:„Margarete“ (Faust). Große Oper in fünf Akten von Ch. Gounod. Montag, 21. Dez., 8 Uhr:„Madame Bonivard“, Schwank in drei Akten von A. Bisson und A. Mars. Wetterbericht der Deutschen Seewarte. 15. Dez.. Bewölkt, teils Sonnenschein, kalter Wind. 16. Dez.: Frostig, rauher lebhafter Wind, bewölkt, heiter. 17. Dez.. Frostig, kalter Wind, wolkig, teils heiter. 18. Dez.: Wenig verändert, kalt, Nebel. 19. Dez.: Bewölkt, teils heiter, kälter. Verantwortlich: Für Politik, Feuilleton und verwandte Gebiete: Hans Schlinzigk; für Lokales, Provinzielles und Inserate: Friedrich Kraas; Druck und Verlag von Carl Braus, sämtlich zu Schwerte. Heute morgen 6 Uhr entschlief nach kurzem, schwerem Leiden unser innigst geliebter Sohn und Bruder, der Untersekundaner Wriedrich Kyckeike im Alter von fast 16 Jahren. Mit der Bitte um stille Teflnahme teilen wir diese Trauernachricht Freunden und Bekannten mit. 6109 Familie Friedrich Kockelke. Garenfeld. Ergste, Hemmerde, Börsinghausen und Berge bei Hamm, den 13. Dezember 1908. Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 16. Dezember, um ½2 Uhr vom Sterbehause aus statt. Suche einen ruhigen nüchternen Mann für alle vorkommende Hofarbeiten. Näheres zu erfragen in der Geschäftsstelle. 6104 Für ein Spezial=Geschäft in Kaffee und Fettwaren wird auf sofort oder später eine angehende 6117 Zusg=Verkaus. Taringehn sta gesucht, die bereit ist, auch im Haushalte mit tätig zu sein. Schriftliche Offerten unter P. 6117 befördert die Exped. d. Zeitung. Aleufe Eine Gehulfin für die Damenschneiderei zur Aushülfe auf sofort gesucht. Wo zu erfragen in der Exped. d. Ztg. 6112 6040 Nach Gottes unerforschlichem Ratschluss wurde uns am Donnerstag uusere innigstgeliebte Tochter Elfriede infolge eines erlittenen Unfalls in der Hagener Augenheilanstalt im Alter von 13 Jahren durch einen plötzlichen Tod entrissen. 6116 Dies zeigen an schmer zerfüllt mit der Bitte um stille Teilnahme Familie W. Ortmann. Schwerte, 12. Dezember 1908. Die Beerdigung findet Dienstag 3 Uhr von Moltkestrasse 10 aus statt. Junges anständiges sucht Morgenstelle, am liebsten in besserem Hause, zum 1. Januar: Off. unt. R. 6040 a. d. Geschffsst. Uhr gesauden. Wellinghofen, 12. Dezbr. 1908. Die Polizei=Verwaltung. Hartung. 6105 Goldene Damenuhr de verloren. Wiederbringer erhält Belohnung. 6115 Abzugeben in der Geschäftsstelle dieser Zeitung. Weihnachtsbäume in großer Auswahl und allen Größen. empfiehlt billigst 6098 Gärtnerei Kobl, Im Reiche des Wassers. WIIT Am Dienstag, den 14. Dezember 1908, vormittags 10 Uhr, werde ich im Pfandlokale beim Wirt Rath hierselbst 6110 1 Ladenglasschrank ferner eine Partie Damenhüte usw. gegen bar versteigern. Schwerte, 14. Dezbr. 1908. Morgenroth, Gerichtsvollzieher. K Addiermaschine„Adix“ 25 M. (Schlager), Rollendes Maassrad„W H Co“ 4.50 M.(Ia.) Kesselarmat., Kessel- und Wasserreiniger, Anstreichmasch. und Arbeiterschutzmittel. Prosp. fr. Dr. HEFFTER & Co., Duisburg. 4213 Kr Enten, Puter, Hähne, Suppenhühner Hasen u. Rehe liefert auf Bestellung in Ia. Qualität zu Weihnachten. 6088 H. Gerhold, Hüsingstraße 21. Tornister und Schultaschen für Knaben u. Mädchen für Hand= und Rückentragen ner von 1 Mk. an. Franz Höderath, Lederwaren und Reiseartikel, Dortmund, Friedhof 14. Vornontkl wirkt ein zartes, reines Gesicht, rosiges, jugendfrisches Aussehen, weiße, sammetweiche Hauk und blendend schöner Teint. Alles dies erzeugt die allein echte Steckenpferd Lilienmilch=Seife v. Begmann& Co., Radebeul à St. 50 Pf. Depots: in Schwerte i. d. Adler=Apotheke in Aplerdeck bei K. Schulte, in Westhosen Wilh. Engels, Drog Weihnachts=Geschenk! Von der Reise Zurdek! 6111 Ur. Möstel! Echles Erhühauftr Vrot = 7 Pfund 95 Pfg. Vorrätig bei 6080 A. Berkenkopf. # — Ein selten schönes, unterhaltendes und belehrendes Spielzeug für Kinderhände ist das neue Modellierspiel Weibles Form-Masse. Alleinverkauf für Schwerte. tFT Brau Grosse Marktstrasse 3—5. Hinweis. Der heutigen Ansgabe ist ein Prospekt der Buchhandlung C. Braus, Gr. Marktstr., betr. Davidis=Holle's Kochbuch beigelegt, auf welchen wir ganz besonders aufmerksam machen. 6102 Die Geschäftsstelle. A 1 9 Im Wege der Zwangsvollstreckung soll das in Sommerberg belegene, im Grundbuche von Holzen, Band III Blatt 42 zur Zeit der Eintragung des Versteigerungsvermerkes auf den Namen des Bergmanns Gustav Wegener zu Sommer berg eingetragene Grundstück Flur 2 Nr. 314/30(jetzt fortgeschrieben unter Nr. 328/30 am 12. Januar 1909, vorw. 11 Uhr durch das unterzeichnete Gericht— an der Gerichtsstelle — Zimmer Nr. 11 versteigert werden. Das Grundstück, Hofraum in der Reichsmark, ist bei einer Fläche von 7 ar 21 qm. mit 0,28 Thlr. Reinertrag zur Grundsteuer veranlagt und in der Grundsteuermutterrolle von Holzen unter Artikel 212 verzeichnet. Der Versteigerungsvermerk ist am 30. Oktober 1908 in das Grundbuch eingetragen. Schwerke, den 9. November 1908. 5588 Königliches Amtsgericht. Weihnachti=Geschennt kaufen Sie am besten und billigsten bei Süred-Hubiel Beste Ware Billigste Preige! Nachtrag zu den Satzungen der Sparkasse zu Schwerte. Die letzten zwei Sätze des§ 16 sowie der§ 24 des Statuts für die gemeinsame Sparkasse der Stadtgemeinde Schwerte und des Amtes Westhofen werden aufgehoben und durch nachstehende Bestimmungen ersetzt: § 16. Die Verzinsung erfolgt vom 1. Januar 1909 ab täglich. Sie beginnt mit dem auf die Einzahlung folgenden Werktage und endigt mit dem Tage vor der Rückzahlung. § 24. 1. Auf Verlangen bewirkt die Sparkasse sowohl die Ueberweisung von Spareinlagen Abziehender an eine andere Sparkasse als die Einziehung von Einlagen aus auswärtigen Sparkassen für Angezogene. 2. Der Antrag kann mündlich oder schriftlich geschehen, das Sparbuch muß dem Antrage beigefügt sein, über den Empfang ist von der Sparkasse eine Bescheinigung zu erteilen, gegen deren Rückgabe seinerzeit bei der neuen Sparkasse die Uebergabe des neuen Sparbuches mit der Abrechnung erfolgt. 3. Sperrvermerke, Bevormundungen und Pflegschaften, durch welche die Auszahlung des zu überweisenden Guthabens beschränkt oder an die Zustimmung dritter Personen geknüpft ist, sind von der überweisenden der empfangenden Kasse mitzuteilen und von dieser auf das neue Guthaben zu übernehmen. Die Ueberweisung gerichtlich gepfändeter Guthaben ist ausgeschlossen. 4. Die empfangende Kasse ist auch bei Annahme eines überwiesenen Guthabens an die für die Annahme von Spareinlagen nach ihrer Satzung vorgeschriebene Höchstgrenze gebunden. 5. Die überweisende Kasse kann die Ausführung der Ueberweisung bei Einlagen, für deren Rückzahlung satzungsgemäß die Innehaltung einer Kündigungsfrist verlangt werden kann, bis zum Ablauf der Kündigungsfrist hinausschieben, die Kündigungsfrist läuft in diesem Falle vom Tage des Eingangs des Ueberweisungsantrages bei der überwessenden Kasse. 6. Die Verzinsung der Einlage wird durch die Ueberweisung an eine andere Sparkasse in keinem Falle unterbrochen. Die Verzinsung endigt bei der alten und beginnt bei der neuen Sparkasse mit dem Ende des Tages der Absendung des Geldes oder der Einzahlung auf Reichsbankgirokonto. 7. Die Kosten der Ueberweisung einschließlich der Ausfertigung des neuen Sparkassenbuches trägt in jedem Falle die Sparkasse des neuen Aufenthaltsortes. 8. Die Ueberweisung findet nur statt zwischen Sparkassen, unter denen hinsichtlich des Ueberweisungsverkehrs Gegenseitigkeit verbürgt ist. Schwerte, den 17. Oktober 1908. Westhofen, den 17.Oktober 1908. g. S. Der Magistrat.(L. S.) Der Amtmann: gez.: Rohrmann, gez. Niederstadt. gez.: v. Daniels. Vorstehender Satzungsnachtrag wird bestätigt. Münster, den 7. November 1908. (L. S.) Nr. 1585 II Der Oberpräsident von Westsalen: I. A. gez.: Kirchner. Vorstehender Satzungsnachtrag wird gemäß§§ 43 und 44 der Satzungen hierdurch veröffentlicht. Schwerte, den 26. November 1908. Die Sparkassen=Verwaltung: Rohrmann. und 63 □4 Enal= Bücher in allen Preislagen u. grosser Auswahl empfiehlt Grosse Marktstrasse 3—5. 0 G 0 □ 6 □ 6 0 0 Hörde, Bickefeldstr. 43 u. 56. Telephon 391. Riesen-Auswahl in: Regulateure Freischwinger Taschenuhren Wecker Doubleeketten Halsketten Armbänder Trauringe u. s. w. 5924 Jeder erhält Gutscheine für meine beliebfe Gratiszugabe!= Stadtverordneten=Wahl. Bei der Stadtverordnetenwahl am 24. November 1008 haben in der 3. Abteilung Stimmen erhalten: 1. Prokurist Gustav Waltenberg 2. Polierer Friedrich Selsen 3. Ober=Postassistent Wilhelm Althoff 495 4. Anstreichermeister Renko Plöger 5. Bergmann Heinrich Hemke 6. Bergmann Wilhelm Brieke 31 Stimmen waren zersplittert. Die Zahl der Stimmenden betrug 1167; Die absolute Mehrheit ist demnach 585. Während der Prokurist Gustav Waltenberg hiernach für die Zeit vom 1. Januar 1909 bis einschließlich 31. Dezember 1914 als Stadtverordneter gewählt ist, hat gemäß§ 26 der Städteordnung für die Provinz Westfalen zwischen dem Polierer Friedrich Selsen und dem Ober=Postassistenten Wilhelm Althoff eine Stichwahl stattzufinden. Termin zur Wahl wird hierdurch anberaumt für die 3. Abteilung auf Dienstag, den 15. Dezember 1968, von 9 Uhr vormittags bis 6 Uhr nachmittags im Lokale des Wirtes Schulze=Selmig, Iserlohnerstraße Nr. 2.(Im„Reiche des Wassers) hierselbst. Wir laden zur Wahl hierdurch mit dem Bemerken ein, daß die Wähler ihre Stimme dem Wahlvorstande mündlich zu Protokoll zu geben haben. Nach§ 16 der Städte=Ordnung muß die Hälfte der Stadtverordneten jeder Abteilung aus Hausbesitzern(Eigentümern, Nießbrauchern und solchen, die ein erbliches Besitzrecht haben) bestehen. Schwerte, den 28. November 1908. 5808 Der Wahl=Vorstand 5808„ Rohrmann. * G Jussrahmeutter anerkannt feinste Qualität NIK. 1.35 Sämtliche Artikel zum = Hacken= in nur besten Qualitäten empfichlt " Carl Trog. 5 u. Hoth Hagen i. W Elberfelderstrasse empfiehlt grosse Auswahl Vögel, Vogelbauer und Ständer, Aquarien mit Fischen und Pflanzen, Vogelfutter in nur bester Qualität billigst. 6024 Schönstes Neihnachtsgeschenk! g e k t ü b e r„ S S L O L I S- W a L L E“ Wassersparend, Angenehmste Gr. 1 26 M, m. Gash. 48 M., „ p. K. 5%. Zus. frachtfr. W. n. konr., nehme zurück. Teilz. gest. 6056 Paul Lüpfert, Meerane in Sachsen. Mabel-tur-Manter(um Sinwickeln ze.) giot biligltab Manstatut=Partke Buchdruckerei Carl Braus. Alle Artikel zum in besten Qualitäten bei Besonders empfohlen: Molkereibutter, Westheimer 135 Natura-Margarine 90 Backen 5948 Ernst Klein. Abänderungs=Nachtrag zu dem Stakut der Sparkasse der Stadt Hörde vom 18. Oktioder 1894 7. August 8ogh 5. März 1903. Verzinsung der Einlagen S 18. wird aufgehoben und durch folgende Bestimmung ersetzt S 18. Die Höhe des Zinsfußes für Einlagen wird von der Sparkassen=Verwaltung mit Zustimmung des Magistrats und der Stadtverordneten=Versammlung festgesetzt und ist öffentlich bekannt zu machen. Eine Ermäßigung des Zinsfußes unter 3 Proz. bedarf der Zustimmung des Regierungs=Präsidenten in Arnsberg. Der Anfangstermin für die Herabsetzung des Zinsfußes für schon bestehende Einlagen muß auf einen Tag festgesetzt werden, der mindestens vier Wochen nach der Bekanntmachung liegt. Die Sparkassen=Verwaltung darf bei Einlagen von über 1000 mit den Einlegern einen geringeren als den sonst von der Sparkasse gewährten Zinssatz oder eine zeitliche Beschränkung für die Dauer der Annahme der Einlagen oder eine besondere Kündigungsfrist vereinbaren oder von diesen Bedingungen die Annahme der Einlagen abhängig machen. Dergleichen Abreden sind in dem Sparbuch und auf dem Konto zu vermerken. Die Verzinsung der Einlagen beginnt an dem auf den Einzahlungstag folgenden Werktage, sie endigt an dem dem Auszahlungstage vorhergehenden Werktage. Hörde, den 17. Oktober 1908. Der Magistrat. gez. Evers. Schmidt. Stempelfrei gem.§ 4h d. Ges. Vorstehender Satzungs=Nachtrag wird bestätigt. Münster, den 8. November 1908. L. S. Der Oberpräsident von Westfalen: 1599/II. I. V.: gez. Unterschrift. § 24 wird aufgehoben und durch folgende Bestimmungen ersetzt: S 24. Auf Verlangen bewirkt die Sparkasse sowohl die Ueberweisung von Spareinlagen Abziehender an eine andere Sparkasse, als die Einziehung von Einlagen aus auswärtigen Sparkassen für Angezogene Der Antrag kann mündlich oder schriftlich geschehen, das Sparkassenbuch muß dem Antrage beigefügt sein; über den Empfang ist von der Sparkasse eine Bescheinigung zu erteilen, gegen deren Rückgabe seinerzeit bei der neuen Sparkasse die Uebergabe des neuen Sparkassenbuches mit der Abrechnung erfolgt. Sperrvermerke, Bevormundungen und Pflegschaften, durch welche die Auszahlung des zu überweisenden Guthabens beschränkt oder an die Zustimmung dritter Personen geknüpft ist, sind von der überweisenden der empfangenden Kasse mitzuteilen und von dieser auf das neue Guthaben zu übernehmen. Die Ueberweisung gerichtlich gepfändeter Guthaben ist ausgeschlossen. Die empfangende Kasse ist auch bei Annahme eines überwiesenen Guthabens an die für die Annahme von Spareinlagen nach ihrer Satzung vorgeschriebene Höchstgrenze gebunden. Die überweisende Kasse kann die Ausführung der Ueberweisung bei Einlagen, für deren Rückzahlung satzungsmäßig die Innehaltung einer Kündigungsfrist verlangt werden kann, bis zum Ablauf der Kündigungsfrist hinausschieben; die Kündigungsfrist läuft in diesem Falle vom Tage des Eingangs des Ueberweisungsantrages bei der überweisenden Kasse. Die Verzinsung der Einlage wird durch die Ueberweisung an eine andere Sparkasse in keinem Falle unterbrochen. Die Verzinsung endigt bei der alten und beginnt bei der neuen Sparkasse mit dem Ende des Tages der Absendung des Geldes oder der Einzahlung auf Reichsbank=Giro=Konto. Die Kosten der Ueberweisung einschließlich der Ausfertigung des neuen Sparkassenbuches trägt in jedem Falle die Sparkasse des neuen Aufenthaltsortes. Die Ueberweisung findet nur statt zwischen Sparkassen, unter denen hinsichtlich des Ueberweisungsverkehrs Gegenseitigkeit verbürgt ist. Hörde, den 1. Oktober 1908. Der Magistrat. 5814 gez. Evers. Schmidt. Stempelfrei gem.§ 4h d. Ges. Vorstehender Satzungs=Nachtrag wird bestätigt. Münster, den 22. Oktober 1908. L. S. Der Oberpräsident von Westfalen: Nr. 1517/II. I. V.: gez. Unterschrift. Vorstehende Satzungs=Nachträge werden hiermit veröffentlicht. Sie treten mit dem 1. Dezember 1908 in Kraft und fin den für alle Gläubiger der Sparkasse Anwendung, die nicht vorher ihre Einlagen gemäß§ 23 des Statuts gekündigt haben. Hörde, den 27. November 1908. Der Magistrat. Evers. Bekanntmachung. Die seitens der Gemeindevertretung zu„Rüdinghausen unterm 12. November 1908 getätigte Wahl des Bergmanns Hugo Schmitz als Gemeinde=Vorsteher=Stellvertreter auf eine gesetzmäßige Amtsdauer von 6 Jahren ist von mir in Gemätzheit des§ 38 der Landgemeinde=Ordnung vom 19. März 1856 und des§ 25 der KreisOrdnung vom 31. Juli 1886 am heutigen Tage bestätigt worden. Hörde, den 10. Dezember 1908. 6107 Königliche Landrat. Bekanntmachung. Die seitens der Gemeindevertretung zu Eichlinghofen unterm 1. Dezember 1908 getätigte Wiederwahl des Herrn Schulte als Gemeindevorsteher auf eine gesetzmäßige Amtsdauer von 6 Jahren ist von mir in Gemäßheit des§ 38 der Landgemeinde=Ordnung 19. März 1856 und des§ 25 der Kreis=Ordnung vom 31. Juli 1686 am heutigen Tage bestätigt worden. Hörde, den 10. Dezember 1908. 6106 Der Königliche Landrat.