Saruenes Rresdunt Verbunden mit der„Scbwerter Volkszeitung“ und dem„Scbwerter Volksblatt“. mi. brediz.- und Tehalselzeilichen Oererinungen erscheint tägtic, ausser s: han. 1.45 Siernehsäbelsch, beli der Post 41 B. teche Bücglich brats-etage„naferter m O O O O O O OCSOO•0 ven ansohns 1# P., Rettanssele 4e Pl. Die„Scwerter währt Ihren jeden mit Cod fall gemäss unungen Zeitung" geAdonnenten für endenden Unseren BedingUnterstützung. Mile Kreis- und Lokalpolizeilichen Verordnungen für den Kreie Vördteerlangen gemäst bebanniwschugig, Zeguggit uch. durch Veröstglgung in der„Schwtrig 4eitung“ schh. br. 62 Rai Scwerte. Celegr.=Nresse: Brauz, Schwene=hch; Kopat Nr. 194. e See Erstes und ältestes Tagesorgan des Kreises. 5 haupt-Annoncenblal. den 19. August 1903. 8 Die Gewerbeordnungsnovelle. In der Ausführungsanweisung des preußischen Handelsministers zur Gewerbeordnungsnovelle vom 30. Mai 1908 wird betont, wie durch die neue Fassung ausdrücklich festgestellt werden soll, daß die einzelnen Handwerkskammern nicht lediglich din Handwerksinteressen ihrer eigenen Bezirke zu vertreten. haben, sondern daß ihnen auch die Vertretung der Gesam.. essen des Handwerkes obliegt. Die Bestimmung in der Ausführungsanweisung zur Gewerbeordnung vom 1. Mai 1904, wonach die von der Handwerkskammer erlassenen Anordnungen nur für die Handwerker ihres Bezirks gelten, bleibt hierdurch unberührt.— Die näheren Bestimmungen über die für die Lehrverhältnisse zwischen Eltern und Kindern vorgeschriebene Anzeige werden von der Handwerkskammer zu erlassen sein. Dabei wird es sich empfehlen, auch für die Anzeige, ähnlich wie für den Lehrertag, geeignete Muster zu entwerfen. Nachdem durch das neue Gesetz die Voraussetzungen für die Befugnis zur Anleitung von Lehrlingen in Handwerksbetriebe geändert worden sind, werden die von den Handwerkskammern erlassenen Vorschriften zur Regelung des Lehrlingswesens gleichfalls einer Abänderung zu unterziehen sein. Dabei es sich empfehlen auch die in der neuen Novelle für das Lehrverhältnis zwischen Eltern und Kindern und für die Zulassung von Vertretern zur Anleitung von Lehrlingen getroffenen V. schriften zu berücksichtigen.— Die in der Novelle der höheren Verwaltungsbehörde gegebene Vollmacht zur Verleihung der Befugnis zur Anleitung von Lehrlingen bestand im wesentlichen bereits nach dem bisherigen Rechte. Neu ist lediglich die Zulassung des Widerrufs und die ausdrückliche Anordnung der vorgängigen Anhörung der Handwerkskammer. Die Vorschrift wird jedoch voraussichtlich insofern eine erhöhte Bedeutung gewinnen, als künftighin infolge der verschärften Anforderungen an die Lehrbefähigung die höheren Verwaltungsbehörden häufiger als früher um Zulassung von Ausnahmen angegangen werden dürften. Die Behörden werden von ihrer Befugnis, wie schon seither, nur da Gebrauch zu machen haben, wo sie den betreffenden Handwerker für ausreichend befähigt zur Anleitung von Lehrlingen erachten. Hier werden vor allem solche Personen in Betracht kommen, die das Handwerk bereits geraume Zeit hindurch selbständig und persönlich ausgeübt haben, oder die nach längerer Tätigkeit als Werkmeister oder dergleichen in Fabriken eine Beschäftigung im Handwerk ergreifen. Bei Ausübung des durch das Gesetz neu zugelassenen Widerrufs der Verleihung der Anleitungsbefugnis wird mit Rücksicht auf die tief einschneidende Bedeutung, die eine solche Maßnahme in wirtschaftlicher Beziehung für den Betroffenen in sich schließt, mit besonderer Vorsicht und unter sorgfältiger A wägung der in Betracht kommenden Umstände zu verfahren sein. Im allgemeinen wird der Widerruf nur auszusprechen sein, wenn die Voraussetzungen des§ 126 a der Gewerbeordnung vorliegen. Als Fälle, in denen die untere Verwaltungsbehörde nicht voll qualifizierten Personen als Vertreter des Lehrherrn bis zur Dauer eines Jahres die Befugnis zur Anleitung von Lehrlingen erteilen kann, kommen beispielsweise in Betracht: die Behinderung des Lehrherrn durch längere Abwesenheit oder Krankheit, Ausscheiden seines bisherigen Vertreters aus dem Gewerbebetrieb und dergl. Die Behörde wird dabei darauf zu achten haben, daß die hier vorgesehene Fristbestimmung nicht durch alsbaldige Wiederholung des Antrages kurz nach Ablauf der Frist umgangen wird. Eine etwa notwendige Verlängerung der Frist über die Dauer eines Jahres hinaus ist vielmehr stets bei der höheren Verwaltungsbehörde zu beantragen, die darüber nach Anhörung der Handwerkskammer zu befinden hat.— In Betrieben, in denen mehrere Gewerbe vereinigt sind, kann der Unternehmer abweichend von den bisherigen Bestimmungen, auch wenn er für eines Gewerbe den Voraussetzungen des§ 129 entspricht, die Befugnis, in den übrigen Gewerben Lehrlinge anzuleiten, in Zukunft nur noch durch Verleihung erwerben. Nur für die Gewerbe, für die die Anleitungsbefugnis verliehen ist, ist der Unternehmer in diesem Falle befugt, ein Lehrzeugnis auszustellen.— Abweichend von dem bisherigen Recht ist die Zu lassung zur Meisterprüfung nunmehr für den Regelfall von dem vorgängigen Bestehen einer Gesellenprüfung abhängig gemacht. Jedoch wird nur die Ablegung einer Gesellenprüfung überhaupt, nicht aber gerade der Gesellenprüfung in dem Handr erfordert, für welches demnächst die Meisterprüfung abgelegt werden soll. Diejenigen also, die nach bestandener Gesel prüfung ein neues Handwerk ergreifen, brauchen, um darin zur Meisterprüfung zugelassen zu werden, sich nicht einer nochmaligen Prüfung als Geselle zu unterziehen. Die Ablegung einer Gesellenprüfung bildet„in der Regel“, die Voraussetzung zur Zulassung zur Meisterprüfung. Für die über die Zulassung entscheidende Stelle ist somit die Möglichkeit gegeben, in geeigneten Fällen Ausnahmen zu gestatten. Dabei wird in gleicher Weise wie bei der Handhabung des§ 129 Abs. 2 besondere Rücksicht auf die Personen zu nehmen sein, die bereits geraume Zeit hindurch als selbständige Handwerker oder als Werkmeister usw. tätig gewesen sind. Die geforderte dreijährige Gesellenzeit kann ganz oder teilweise auch in einem Großbetriebe zurückgelegt werden. Politische Uebersicht. Deutschland. Kleine politische Nachrichten. der Besoldungs=Reform ist, wie die Voss. Ztg. im Reiche wie in Preußen in allen Punkten völlige Uebereinstimmung erzielt worden. Insbesondere sind auch die bei der Neuregelung sich ergebenden Schwierigkeiten in den Wohnungsgeldzuschüssen durch entsprechende Erweiterungen des urprünglichen Entwurs behoben. W., Linizeiger Daust Ein zweites Kaisermanöver, von nur einlägiger Dauer allerdings, soll am 18. September zwischen dem ost= und westpreußischen Armeekorps abgehalten werden, nachdem die gr ßen Uebungen in Elsaß=Lothringen beendet sind. Das stimmt in dieser Form schwerlich, wenngleich ja kleinere Uebungen au bestimmtem Anlaß geplant sein mögen. Die Reise des Staatssekretärs der Kolonien, B#enburg, durch unsere südwestafrikanische Herrschaft vollzog sich bisher ohne alle Störungen. Exzellenz Dernburg kommt in diesen Tagen in Waterberg an, das bekanntlich der Schauplatz so mannigfacher blutiger Treffen gewesen ist. Ueber seine vorangegangene Fahrt in Britisch=Südafrika ist Herr Dernburg des Lobes voll, denn die englische Verwaltung hat, wie anzuerkennen ist, es an Liebenswürdigkeit nicht fehlen lassen. Selbst Salonwagen und Extrazüge standen stets bereit. Aus Deutsch=Ostafrika. In der Landschaft Turu macht ein „Zauberer“ von sich reden und sucht gegen die Deutschen und alle Weißen überhaupt die Schwarzen aufzureizen. Seitens unserer Verwaltung sind aber rechtzeitig die erforderlichen Vorkehrungen getroffen. 20 Rädelsführer sind verhaftet und 200 Mann der Schutztruppe mit drei Maschinengewehren in das unruhige Gebiet entsandt. So kann also der Weiterentwicklung der Dinge ohne besondere Besorgnisse entgegen gesehen werden. Nur nicht zuviel auf einmal. Nicht genug, daß seit der Friedrichshofer Zusammenkunft die Freundschafts=Sonne wieder wärmende Strahlen auf Alt=England und Deutschland herabsendet, wird auch abermals behauptet, zwischen den Regierungen von Berlin und London sollte über Einschränkungen im Flottenbau verhandelt werden, und zwar durch den auf einer Studienreise zu uns kommenden britischen Minister Lloyd Georges. Wenn's wahr wäre, daß ein solches Projekt bestände, so hätten der König und der Kaiser neulich darüber gesprochen, und dann wäre alles still weiter gegangen. Solche bedeutsamen Maßnahmen werden nie mit Pauken und Trompeten angekündigt. Und dann: Was nützte uns eine kleine Abschwächung der Schiffsbauten bei dem uns ohnehin weit überlegenen England? Frankreich und Rußland, Englands Intime, müßten dann doch auch mitmachen. Nein, legen wir das ruhig bei Seite; die Pflaume wird nicht von heute bis morgen vom Baume geschüttelt. Wir wollen damit zufrieden sein, daß jetzt abermals ein Mitglied der Londoner Regierung sagte:„Ein Krieg zwischen Deutschland und Großbritannien ist ein Unsinn!“ M Bayern und die Betriebsmittelgemeinschaft. Der„Köln. Ztg.“ wird aus München geschrieben: Nach den Mitteilungen, die der Verkehrsminister von Frauendorfer bei verschiedenen Anlässen in der letzten Zeit gemacht hat, sind die Aussichten auf ein Zustandekommen einer Betriebsmittelgemeinschaft außerordentlich gering geworden. Dagegen sprechen, wie der Minister wiederholt dargelegt hat, staatsrechtliche, politische und eisenbahntechnische Bedenken. Unter diesen Umständen hat die bayerische Regierung geglaubt, sich auf die Herbeiführung einer Güterwagengemeinschaft beschränken zu sollen und dementsprechend auch Verhandlungen in den letzten Monaten mit den anderen Eisenbahnverwaltungen gepflogen. Die technischen Schwierigkeiten, die dabei erledigt werden mußten, waren nicht unerheblicher Natur. Imemrhin muß als Erfolg angesehen werden, daß die Verhandlungen zwischen den deutschen Eisenbahnverwaltungen wegen Ausdehnung einer Güterwagengemeinschaft nunmehr zu einem befriedigenden Abschluß gelangt sind, und daß auch die preußische Regierung schon ihr Einverständnis erklärt hat. Die„Köln. Ztg.“ bemerkt dazu, so sehr sie auch aus verkehrspolitischen Gründen den Abschluß einer Güerwagengemeinschaft begrüßen müsse, wolle sie doch nicht unterlassen, darauf hinzuweisen, daß die Herbeiführung einer Betriebsmittelgemeinschaft schon im nationalen Interesse nach wie vor das mit allen Mitteln zu erstrebende Ziel unserer Verkehrs= und Wirtschaftspolitik sein müsse. Nationale Arbeiterpolitik. Mit dem Hinweis auf den Mangel an Landarbeitern wurde kürzlich offiziös die Heranziehung ausländischer Arbeiter zu Tiefbauunternehmungen in Preußen verteidigt. Demgegenüber bemerkt die„Soz. Praxis“: Tatsache ist und bleibt, daß gegenwärtig in Deutschland eine verhältnismäßig starke Arbeitslosigkeit bei unseren gewerblichen Arbeitern herrscht, daß in der Landwirtschaft ohnehin Hunderttausende von Ausländer beschäftigt werden und daß nun auch noch bei Vergebung gewsser staatlicher Bauunternehmungen in Preußen der Heranziehung von Ausländern das Wort geredet wird. In Baden hält man's anders. Dort wurde unlängst in der Zweiten Kammer darüber verhandelt, daß bei Vergebung von Staatsbauten die Unternehmer angehalten werden sollten, bei Einstellung von Arbeitern die Einheimischen in erster Reihe zu berücksichtigen. Ausländern dürfte erst Beschäftigung gewährt werden, wenn einheimische Arbeitskräfte nicht mehr zur Verfügung ständen. Der Finanzminister hat dieser Anregung Folge gegeben und im Benehmen mit den übrigen Ministerien die Bestimmungen über das Verdingungswesen dahin ergänzt, daß die Unternehmer von Staatsbauten künftighin verpflichtet sind, von den sich meldenden Arbeitern vorzugsweise die einheimischen einzustellen. Dabei sind die am Orte der Bauausführung oder in dessen Nähe wohnhafte Arbeiter in erster Linie zu berücksichtigen. In Zeiten größerer Arbeitslosigkeit sind ferner die Unternehmer verpflichtet, den ausländischen Arbeitern in dem Umfang zu kündigen, als sich geeignete deutsche Arbeiter zur Verfügung stellen. dem Auslande. Frankreich. Paris, 18. Aug. Die Anti=Republikaner und die Ultra=Radikalen bereiten der Regierung mit ihrer Agitation unter den Soldaten, die sich direkt gegen das heutige französische System richtet, noch immer vielen Verdruß. Trotz aller Bestrafungen und Maßregelungen hat diesem Treiben bisher nicht gesteuert werden können, und der Kriegsminister Picquart nahm deshalb Gelegenheit zu einer ernsten Mahnrede, indem er betonte, daß Leistungen und Disziplin denn doch ihre Mängel haben. Und auf dem Expeditions=Schauplatze in Marokko geht es noch weit ärger zu, wie daheim im MutterEngland. London, 18. Aug. Einzelne hiesige Zeitungen drohen schon wieder mal ein bischen für den Fall, daß Deutschland sich nicht in ihre Wünsche wegen Verminderung der Schiffsbauten fügen sollte; sie nennen unsere bescheidene Marine=Verstärkung eine Herausforderung, die zu einem Wettkampf auf dem Gebiete von Portemonnaie und Kredit führen müßte. Die Blätter meinen, Deutschland müsse dabei glänzend und bis über die Ohren hineinfallen.— Na, wenn die Herren an der Themse das meinen, so können sie ja zufrieden sein; wenn wir kein Geld und keinen Kredit mehr haben, sind wir ja unschädlich. In Wahrheit werden wir uns natürlich hüten, die Schlinge uns um den eigenen Hals zu legen. Andere Blätter kündigen eine englische Flotten=Anleihe von 100 Mill. Pfd. Sterling, also 200 Millionen Mark an.— Auch diese Notiz jagt uns kein Entsetzen ins klappernde Gebein. Wir sagen, wie man an unserer Wasserkante, spricht:„Wi täuwen!“ Wir warten alles ab. Türkei. Konstantinopel, 18. Aug. So ganz klipp und klar liegen die Dinge des Sultans in der Residenz des Sultans noch nicht; auch mit seinen neuesten Ministern, denen der Kriegsminister Radjeb urplötzlich am Herzschlag sestorben ist, scheint es keineswegs zu stimmen. Einer tra andern nicht so recht, und aus vergangenen Tagen wir reichlich viel schmutzige Wäsche gewaschen. Das Broggann dee körpers. Das Nechtsvesen, Her und Marine solen neu geordnet, und eine allgemeine Dienstpflicht für Angehörige aller Konfessionen eingeführt werden. Die gar zu Persien. Teheran, 18. Aug. Russische Zeitungen melend die Aufständischen aus noch schwach bestelt ist, Pohr.n. Der Kriegsminister.. Kautalus groben Iulauf erdal; eposte in Taebris unterdrilite einer Hotichen ben og, Beitgern Vort eingetrossen. en volte, ist mit vonzen... Die große, nordamerikanische Flote nähert b9 auf ber Wostyre), oden Zonmandostelln eutch webdere Venderzugtalen den sapanischen Häsen, wooe toun ehenfals besondere Ehrungen erviesen werden sollen. bos bv, eben der Reise, wie erinnerlich sein wird, die Es bieb vum booinn. v. be, Hehalb stat, um den Japanern Sohr kude vo auben gtältg, der nordameritanischen Se. eungt benvoreihicg be., Oriziel werden hingegen heute Fühnt, Darüber darf aber doch eshige und bertieb ngag eisuegs als se dlaf uu uen ist, wie es wohl zu wünschen wäre. Die Pantes lieb st. Diese Frage wird nicht mit Vertagen ud Vertuschungen aus der We pest dach die in Rord=Amerla ner wieder sich geltend wochen, esizinem Male verschpinden den. Und hierzu fehlt stellenweise gar nicht mehr so überaus viel! Düsseldorfer Katholikentag. Düsseldorf, 17. August. „Die Bedeutung der Enzyklika über den Modernismus, besonders für die deutschen Katholiken.“ Reichstagsabgeordneter Rechtsanwalt Dr. Bitter e„Segen des Katholizisnus: Eine elaubeniose Phlopohse woph zalg gührerin in MizWege, von denen es schließlich visenichaft, welche de Polosopbte u— Frangen zu dem denitigen Bekenntnis gezwungen, daß sie die Rolle eines WegweiGegenwärtig baut die tigen, kunstvollen Straße, die bequem und sicher zur Höhe des irdischen Glückes führen soll.„Kultur“ ist ihr Name;„K fortschritt“ ist das Losungswort unserer Zeit. Es liegt etwas Großes und doch Unklares, Geheimnisvolles in diesem Worte. Vion oder von but Erhert ist“ Die maoderne Welt verpslanzt im Himmel und auf Erden##.#. moderne Welt den Kulturfortschritt sogar bis in die Gottheit; sie trag. ferner in das Christentum, sie will Fortschritt in Bezug auf Gesamtheit der wirtschaftlichen, sozialen, politischen, geistigen, religiösen und sittlichen Verhältnisse. Ueber die Art und Weise der Verwirklichung des erstrebten Fortschritts gehen die Meinungen erheblich auseinander; indes Folischr#lt unt Umständen, das bleibt das Losungswort. Weg mit den alten Gesetzen des sozialen Lebens, weg mit der Familie, weg mit dem Privateigentum. Vergnügen und Reichtum, Aus. des Handels und der Industrie, Hebung des materiellen Wohlstandes und der politischen Einrichtungen, Kunst und Wissenschaft, das ist, was man allein erstrebt, von Christum und seinem Evangelium will man dabei nichts wissen. Brandmarkt man das Christentum auch nicht direkt als verderblich für die Menscheit, wie es die modernsten stel des Unglaubens tun, so bezeichnet man es dog,#### kult. moderne Welt will in immer größerem Umfange von üochsich en iem gestifteten Kirche festhält, vierd als Romanis. Christentum, wie es voll und ganz die k tritt, nicht möglich.(Stürmischer Beifall.) Fürchte Gott und halte seine Gebote, so schloß Redner, das ist der ganze Mensch. Das ist göttlicher und zugleig, natürlicher Kulturfortschritt, das schließt in sich die wahre Vaterlandsliebe, das't die Höhe des Glaubens hienieden.(Endloser Beifallssturm.) Hierauf wurde die Versammlung geschlossen. Düsseldorf, 18. August. Generalversammlung des Volksvereins für das katholische Deutschland. Trotz der frühen Morgenstunde war heute die große Festhalle wieder bis auf den letzten Platz besetzt. Der„Volksverein für das katholische Deutschland“ hielt seine Jahresversammlung ab. Der Vorsitzende des Vereins, Fabrikbesitzer Brandts=M.= Gladbach, eröffnete die Versammlung, indem er betonte, daß der Volksverein eine Organisation aller Berufsstände darstellen solle, auch der höheren Stände. Gerade diese müßten von der Notwendigkeit ihrer Mitarbeit überzeugt werden.(Beifall.) Die höheren Stände müßten die wirtschaftlich schwachen in ihren Bestrebungen unterstützen und so die Betätigung der geistigen und sittlichen Kräfte des Volkes in seiner Gesamtheit Hierauf erstattete Direktor Dr. Brauns=M.=Gladbach Bericht über die Tätigkeit des Volksvereins im letzten Jahre. Das neue Reichsvereinsgesetz ermöglicht auch die Aufnahme von Frauen in den Verein, wovon die Frauen hoffentlich einen regen Gebrauch machen werden.(Während dieser Ausührungen erschien, von btzherer zu Gagehrr ge bungen begrüßt, Kardinal=Erzbischof F.,, im Saal.) De# Volksverein ist der große soziale Volkserzieher, der immer wieder die praktische Verwirklichung christlicher Denkweise und der Leistungen in wirtschaftlichem, sozialem, überhaupt im öfLeben zu erziehen, und dient somit unseren höchsten Tdealen: unserm Vaterlande und Glauben. Präsident Graf Praschma führt in seiner Erwiderung aus, daß Volksverein und Katholikentag sulammergrh genz, o6th, Beisal.) Es sei jetzt so viel von Ipgazität hierauf die Aufgaben des Volksvereins besprochen hatte, nahm Erzbischof Kardinal Fischer das Wort zu längeren Ausführungen. Nach einigen Begrüßungen wurde die Versammlung geschlossen. Zweite geschlossene Generalversammlung. Gleichzeitig mit der Tagung des Volksvereins wurde in der Tonhalle die zweite geschlossene Generalversammlung abgehalten, die auch verhältnismäßig stark besucht war. Zunächst gelangten die Anträge des Ausschusses 1(kirchl. Fragen usw.) zur Verhandlung. Abgeordneter Oberlandesgerichtsrat Wellstein berichtete über die Arbeit dieses Auseonshchug Gra), big, die, Versäiltuisse in Dereich) gibt einige Mitteilungen une, die. 9 sterreich. Eine Reihe von Anträgen beschaftige..####, darauf mit dem Missionswesen. Abg. v. Savigny spricht dem Abg. Erzberger Dank für seine Bemühungen aus, denen es nicht Sotonioschu, zatholischen Schale als eine Lücke. Die ReicheOhne Besprechung wurde einer ganzen Reihe von An gen zugestimmt. Sie beschäftigten sich mit dem Albert Magnus=Verein, der Förderung der christlichen Kunst usw. Zu einem Antrage über die Reform der Paramentikkunst erteilte der Vorsitzende der Frau Helene Stummel das Wort und zwar, da sammlungen sein können, als Gutachterin. Sie beklagt den Tiefstand der Paramentikkunst, der sich besonders auf der Paramentenausstellung der deutschen Frauen im Vatikan gezeigt habe. Es war nichts als Fabrikware, die Farbenwirkung war häßlich und unharmonisch. Die Versammlung stimmte Antrage bei. Hierauf wurde die Sitzung geschlossen. Zweite öffentliche Generalversammlung. Um 5 Uhr nachmittags fand in der Festhalle, die wiederum von über 10000 Personen bis in die äußersten Ecken dicht g füllt war, in Gegenwart des Erzbischofs Fischer und der übrigen Bischöfe die zweite öffentliche Generalversammlung statt. teilte der Präsident Graf Praschma dem Fabrikbesitzer Wiese. Werden das Wort zu einem Vortrage über den Zentrumsführer August Reichensperger, dessen 100. Geburtstag in diesem Jahre das katholische Deutschland feiert. Direktor Dr. Brauns=M.=Gladbach sprach hierauf üver#i Selbsthilfe der Katholiken im wirtschaftlichen und sozialen Leben. dieser schweren Zeit belgestauden und mich beauftragt haben, weiter zu arbeiten, zur Ehre des Deutschen Namens. Friedrichshafen, im August 1908. Graf Zeppelin. Auf die Einsendung unseres Sammlungsertrages an den Grafen Zeppelin erhielten wir neben einer Quittung folgendes Dankschreiben: Dank an die Spender zum NationalLuftschiffbau=Fond! „Ein schwerer Schicksalsschlag hatte mich durch die Vernichtung meines Luftschiffes getroffen, und wenn ich trotzdem auch nicht an der Richtigkeit meiner Ideen zweifelte, so hatte ich doch einen kurzen Augenblick bange Sorge um die Zukunft meines Werks. Aber nur einen Augenblick. Der Gedanke, ein Deutscher zu sein, gab mir sofort Kraft und neuen Mut. Ich wußte, daß das Deutsche Volk, das mir in den letzten Wochen so begeisterte Zustimmung zu meinen gespendet, mich nicht verlassen würde im Falle der Ror und ich hatte mich nicht getäuscht. Es blieb mir kaum die Zeit, mir meines großen Verlustes bewußt zu werden, da drängten sich schon unzählige derer, die mir zugejubelt hatten, heran, um mir durch werktätige Hilfe beizustehen, und schon heute, nicht eine Woche nach der Katastrophe, bin ich im Besitz einer Summ die die Baukosten eines Luftschiffes weit übersteigt, die mir aber gestattet. mein Unternehmen auf eine breitere materielle Grundlage zu stellen, wodurch die Sicherhei des Betriebs in ausreichenderer Weise als bisher geHoch und Riebrig, Arm und Nech, Fürten des Reiches, Stadtverwaltungen, industrielle Vereine, Klubs, Offizierkorps, Privatleute, der schlichte Bürgersmann, der einfache Arbeiter, Kinder mit dem Betrag ihrer Sparbüchsen, alle haben gewetteifert, nach ihrem Können zu der Sammlung beizutragen, die mich in den Stand setzen soll, die deutsche Flagge im Kampf um die Eroberung des Luftmeers voranzutragen. Diese beispiellose einmütige Opferwilligkeit des Deutschen Volkes ist mir ein Beweis seines Vertrauens in mein Werk. Ich bin überwältigt von der Großartigleit der Hilfsbereitschaft meines Deutschen Vaterlandes und aus tief bewegtem Herzen danke ich Alleu, die mir i Die Sammlungen und ihre Verwendung. Die Sammlungen nehmen im allgemeinen ihren erfreulichen Fortgang, es fehlt aber auch nicht an Orten, wo bis Ende der Vorwoche kein roter Pfennig eingegangen war. Und das waren nicht etwa arme Städte, sondern die Leute dachten: Zeppelin erhält doch genug. Daß aber zu ein paar Lenkbauon# mit allem Zubehör auch ein paar Millionen, die nicht so leicht zusammen sind, gehören, wird von diesen Zeitgenossen ni# bedacht. Der Erfinder des starren Luftschiffes hat aus Stuttgart von der für ihn dort eingegangenen Spende bisher 200·000 Mark erhoben; er gedenkt in Friedrichshafen einen größeren Grundbesitz zu erwerben. Die bei der Vernichtung des Ballons verletzten Monteure werden keinen dauernden Schaden nehmen und erhielten ein Geldgeschenk von 500 Mark. Die bisher eingegangene Geldsumme reicht aus für den Bau eines neuen Ballons und Wieder=Einrichtung des Betriebes. Zu einer, wenn auch nur kleinen Luftflotte gehört aber mehr. Wie war das Zeppelinsche Luftschiff beleuchtet? Auf der Fahrt von Friedrichshafen über Konstanz nach Straßburg und Mainz war das Luftschiff des Grafen Zeppelin an den Orten, wo es gerade zur Nachtzeit schwebte und wie ein leuchtender Meteor am Nachthimmel erschien, ein Gegenstand der Bewunderung. Ueber die Beleuchtung des Luftkreuzers konnten selbst die Beleuchtungs=Fachmänner sich nicht klar werden. An Acetylen und Gas konnte wegen der Explosionsgefahr nicht gedacht werden, und elektrisches Licht schien wegen der großen Helle zu viel Kraft oder Gewicht der Akkumulatoren zu erfordern. Schließlich einigte man sich dahin, den Grafen telegraphisch um Aufklärung zu bitten. Letzterer hatte auch die große Liebenswürdigkeit, drahtlich wie folgt zu antworten: Zeppelin=Luftschiff war beleuchtet mit achtkerzigen Osramlampen, gespeist durch Trockenelemente. Zeppelin.“ Bekanntlich sind Osramlampen elektrische Metallfadenlampen, welche 70 Prozent weniger Strom brauchen als die bisher üblichen Kohlenfadenlampen und diese verdrängt haben. Das bisher noch für zu teuer geltende elektrische Licht wird durch die Osramlampe immer weiteren Kreisen erschlossen. Wer bezahlt die Annoncen In einem englischen Fachblatte wird die Frage untersucht, ob die allgemein gehörte Behauptung, die Rundschaft eines inserierenden Geschästsmannes müsse indirekt die Kosten der Anzeigen bezahlen, zutreffend ist. Das Blatt nimmt folgendes Beispiel an. In einer Stadt wohnen zwei Firmen, namens A. und B, welche je ein Ladengeschäft von gleicher Größe besitzen und die ferner dieselben Waren zu annähernd gleichen Preisen verkaufen. Beide Firmen haben die gleichen Unkosten(Ladenmiete, Abgaben, Gehälter, Beleuchtung). Bei beiden beziffert sich der Umsatz auf 100000 M., die Unkosten auf 20000 M. Um ihre Unkosten zu decken, müssen beide Firmen also 20 Prozent vom Umsatz verdienen. Die Firma A. inseriert nicht, wohl aber die Firma B. Letztere erzielt infolge ihrer Inserate einen doppelten Umsatz, dagegen bleiben die allgemeinen Unkosten so ziemlich die gleichen, höchstens daß die Gehälter eine Steigerung erfahren, weil das bedienende Personal des lebhafteren Geschäfts wegen vermehrt werden muß. Rechnen wir nun die Steigerung der Unkosten von B. mit 2 Prozent, die gesamten Unkosten also mit 24000 M., so betragen bei ihm die Unkosten 12 Prozent des Umsatzes von 200000 M. Die Firma A. dagegen muß, wie oben dargetan ist, dieses Verhältnis auf 20 Prozent bemessen. Die Firma B. hat also einen Spielraum von 8 Prozent gegenüber A., womit sie ihren Insecatenetat mehr als reichlich decken kann; außerdem kann B. infolge des gehobenen und schnelleren Umsatzes wegen günstige Einkaufsgelegenheiten besser ausnutzen und sogar noch etwas wohlfeiler als A. verkaufen. Wer bezahlt nun in Wahrheit die Inseratspesen? Die Kundschaft nicht, denn sie kauft bei B. ebenso billig wie be A., ja sogar billiger; aber auch B. nicht, denn er verdient bei dem vergrößerten Umsatze mehr als A. Um es kurz zu sagen: die Inseratspesen zecken sich aus der vermehrten Produktivität der sonstigen Losten oder— da dies ein Paradoxon ist— aus dem prozentualen Sinken der sonstigen Unkosten. Wenn die Ladenmiete 2000 M. beträgt, so macht das bei A. 2 Prozent, bei B. dagegen nur 1 Pozent des Umsatzes aus. Auf die gleiche Weise ermäßigen sich prozentual die anderen Spesen. Die Inserate werden also vom Hauswirt, vom Personal und von der Gasanstall resp. dem Elektrizitätswerke bezahlt. Außerdem bezahlt sie der Konkurrent A., denn der vergrößerte Umsatz von B. geht auf A.'s Kosten. Es ist also grundfalsch, die Insertionskosten als„Ausgaben“ zu bezeichnen. Im Gegenteil, sie gleichen einer Sparbüchse. Stadt und Umgebung. Schwerte, den 19. August. *(Für Jäger.) Mit dem gestrigen Tage ist im Regierungsbezirk Arnsberg, und zwar in den Kreisen DortmundStadt und=Land, Hörde, Lippstadt, Hamm=Stadt und=Land, Hattingen, Iserlohn=Stadt und=Land, Soest, und=Land, Herne, Witten, Gelsenkirchen=Stadt und=Land d auf Rebhühner, Wachteln und schottische Moorhühner offen. In den übrigen Kreisen des Regierungsbezirkes Arnsberg und im Regierungsbezirk Münster erst von Dienstag, den 1. September an. **(Beschädigte Postwertzeichen usw.) Den Verkauf von Postwertzeichen durch die Postanstalten betreffen einige neue oder abgeänderte Bestimmungen des Reichs=Postamts, die von allgemeinem Interesse sind. Mangelhafte oder beschädigte Wertzeichen, die in die Hände des Publikums gelangt sind, haben die Postanstalten auf Ersuchen zurückzunehmen und gegen probemäßige Stücke umzutauschen. Die Postanstalten haben stets einen angemessenen Vorrat von Postwertzeichen sowie von Postpaketadressen mit aufgeklebten Freimarken zu 20 Pfg., Verbunden mit der„Schwerter Volkszeitung“ und dem„Schwer. Nr. 194. Mittwoch den 19. August 1908. 40. Bauernblut. (Von Hans Wald.) Das allgemein beklagte frühe Hinscheiden des sympathischen ve, bebovrenen Hrteuhmanz, sg wahr as I,. doch schon lange nicht mehr gehört hatte, das Wort vom Bauernblut, aus dem das geistige Können der Nation immer der verise bvo Ee is, damit natikrlich nicht gelagt, daß ein eo.e., Ackertnecht nun mit einem Male eine Bbue rwiodr, de gHwohl die Zahl der Bauernkinder, die obde Leucte belgannten Namen errungen haben, nicht getionen führen zur vollen Blüte. Der von allem Modernen un, as aes saue adt easce eatent. aber der rechte Geist, der seine oen errstcht,“ Int: De dier tcc duat une Baaerick iur Veneen. Weil dem so ist, weil sich im stetigen, ruhigen lungsgange die Bevölkerung ergänzen, verjüngen muß durch frische und naturwüchsige Kräfte, ist eine Erhaltung der Bauern= und Bürgerstandes fehlt, ist in der gesunden und kraftvollen Entwicklung gehemmt. Das sehen wir heute noch, besondere bei den meisten romanischen und slawischen Volkern. Was könnten Spanien und Rußland sein, wenn sie richtige Volksmark in den Knochen hätten. Weil dem so ist, weil dem Bauernblut seine über alle Hindernisse fortsteigende historische Mission vorgezeichnet ist, ist es aber ein Unglück, wenn dieser Entwicklungsgang überhastet wird. Bauernblut soll in dem Geräusch der großen Städte kein Glück suchen, es soll das Glück im stetigen, naturgemäßen Werdegang hineintragen. Die Bewohner der größten Städte verlieren bei einer unveränderten Fortsetzung der heutigen Lebensgewohnheiten die Lust zu einem ernsten Ringen mit der Knochen erforvernden Arbeit, sie verlieren auch d. innnige Berührung mit der Natur, die der hat, welcher in ihr schafft und wirkt. An der jungen Generation erkennen wir schon die Wirkungen des reichlichen Lebens unserer Tage, und auf dem Lande weiß man sehr gut, daß diejenigen von dort stammenden jungen Leute, die eine Reihe von Jahren in einer geräuschvollen Stadt gewesen sind, darnach für die ländliche Arbeit verloren waren; ja, unter Umständen zwischen den endlosen Häuserzeilen früher noch zu Grunde gingen, wie korrumpierte Stadtjugend. Darum kann auch den Städten nichts daran liegen, einen nicht zeitgemäßen Zuzug von junger, unerfahrener Landbevölkerung zu erhalten, die nicht in den gänzlich ungewohnten Verhältnissen gedeihen kann. Die Tochter des Seiltänzers. Es fehlt auch auf dem Lande nicht an Eltern, die meinen, ihre Kinder müßten hinaus, schnell das Glück zu suchen. Nicht o! Das Glück ruht in jeder kernfesten Persönlichteit, die sür die Zutunst der Familie arbeitet und Beg,nacht, die den bringt die Tüchtigteit, die immer pren Bog Bauernslut bis Kopf tüchtig, die Hand fest werden läßt. Vom### z zum berühmten Professor, das scheint eine weite Strecke; aber nur ein folgerichtiger Pfad. Aus Stadt und Schwerte, den 19. August. **(Vorsicht bei Mückenstichen.) Die Mücken und Fliegen und in dieten Johre. bosonder, otgzltigen Iusekten. Jahlos vn Bscen, un Steopen aitz Mitel gegen die Schwellungen de, vhse zedenfalle ist en sche go, dei Insetentichen schervoe, Der fautig, Fall mahnt, in heifen Tagen is ein Mute, buen, ul huiseige vsen. Woie hoten Geuer seoecbenenfalg den 22. 1. Vus Von üherall her wird das osenbar ein bogen. Iusertensoyr.. gesanders aber Mücken, bösartige Auftreten giftiger Fliegen, s:(Eine neue Mode) taucht in Deutschland auf, gegen deren Umsichgreifen namentlich die Geschäftsleute die Hände zum Himmel erheben mögen. Natürlich ist sie wieder mal angloder dor beberschu un Vsche Stazten, vo man etwas Neues an neuen Fabrikateg auf dem Mort erschsegen u16 gie gez Einkaufen ist keine Rede, man will nur sehen, sich die Zeit vertreiben, und nimmt um dieser Laune willen das Personal des betreffenden Geschäftes über Gebühr in Anspruch. In ungmehr unzulässige Laune ist,„Schopping“, frei deutsch, aber sonst richtig übersetzt,„Ladenbummel", und, wie gesagt, die Kaufleute in verschiedenen großen deutschen Städten merken auch schon die Freuden dieser Neuerung, der aus dem Wege zu gehen nicht leicht ist; denn schließlich will doch kein Geschäftsmann eine mögliche Kundin von vornherein vor den Kopf stoßen. Ein weiblicher Einkauf ist ja so wie so schon nicht das wissen, nicht allein die Jünger Merkur's, die vorlegen und auswählen helfen müssen, das wissen auch die geplagten Ehemänner, die auch ihre Weisheit zum Besten geben sollen, hinterher aber vicht Plect voitiert werser, Zez zärdert unauf. bed bice ie iwponer, wie er Aber, Zumpeisen wil es scheinten, daß natitlich in London und Nevport, noch viel mehr gesr. ::(Nach der Postordnung) ist es erlaubt, in Einherutzngz. und Einladungslarten bei der Versengdeg Gsehersenen Zeit. Ort der Zusammenkünfte handschriftlich zu ov. Verahosen, Stovoenbodven, geiuve Zzahlene wollen sch bei der Polizei vorgeführt.— Ein Ivooligast geng unter ge geuste wesen Selbstmordversuchs in Schuthaft genommen werben.— Zwei Personen aus der Steriestraße hatten des Guten zu viel getan. ie gerieten in Streit. Einer hatte den anderen zu Boden geworfen. Die infolge des Radaus herbeigeeilte Polizei machte der begonnenen Schlägerei ein Ende, sie nahm beide Personen vorläufig fest.— In hiesiger Gemeinde sind in wiederholt Einbruchsdiebstähle vorgekommen. Ein Einbrecher, und zwar derjenige, der in einer hiesigen Wirtschaft die Automaten=Einwurfkästen erbrach und des Inhalts beraubt und auch sonstige Diebstähle ausgeführt hat, wurde ermittelt, fest genommen und dem Amtsgericht Hörde vorgeführt. * Schüren, 18. Aug. Verschwunden. Vor acht Tagen rei sten zwei Anwohner des Schürufers nach Kamen, um dort Arbeit anzunehmen und Wohnung zu mieten. Als sie noch an demselben Tage zurückkehrten, fanden sie ihre Frauen und Kinder nicht mehr vor. Bis jetzt konnte über den Verbleib beiden Frauen und 6 Kinder nichts ermittelt werden. Westfalen und Rheinland. * H ü s t e n, 1 8. A u g. E i n e e i g e n a r t i g e R e k l a m e w i r d i m Laufe dieser Woche ein hiesiger Likörfabrikant ins Werk setzen. Der Herr beabsichtigt nämlich, den alten Vater Rhein seinen Reklamezwecken dienstbar zu machen, indem er demselben eine größere Anzahl Flaschen seines„Magenbitter“ übergibt. Außer Roman von B. Corony. 20 fällt Dir leicht, Deine Mutter ins Dunkle und Unkönntest mich geradezu wahnsinnig machen binab.„Blac geiatel, Rapp, aus dem Stall geführt wirde, eit er dos Höne, ansehnlichen Wert und wurde ohneZweitierte ja auch einen ggesegt Hetzt Fe und uhn rochreit fel bald mit Beschlag veregt. Jeßr lollte e5, und Stein. bingustragen und fortgaloppieren über S. oden. Das war Die flüichtigen Hufe berührten kaum Hatan selbst schien Vein Vorr-Zlac ergrisfert zut haben, der nach langem Weiterdun Bosterzich ais. der slezanten Gaitz, als ob frgend etwas im Sturm genorie gngeplaz(gewporden haben meine Tochter erschreckt, daß sie gung viug de bar wild. Erst wohlgar nichtzubemeistern s“ Die Eitelleit des Sportsman erwachte in Roßhuchz, ui=hugenn Sie mir die Gunst erweisen, meine Begleitung arscauznge, so wird Black ganz artig und langsam neben der hertraben, ja, er soll sogar, wie es sich gehört, .O so galant ister ganz gewit nicht“ rief Undine und Tachte Eggld der Rangen wieklich wpang, Siesud post be Renz in dieschugegenger Her ger gnügen, wie einige Passanten stehen.! sich gar nicht übel ausnehmen, wenn der junge Kavalier so neben dem Wagen herritt und Black pirouettieren ließ. Dem Schneidemüller wäre diese Stunde nicht für tausend Mark fei „Sie erzeigen uns wohl die Ehre einzutreten?“ sagte er, als man die Villa erreicht hatte. „Wenn Sie gestatten.“ Elgard warf einem Stallknecht die Zügel des Pferdes zu, sprang ab und hob Undine aus dem Wagen. „Ist mein Sohn zugegen?“ fragte Schröder den Diener, welcher herbeieilte, um ihn zu unterstützen. „Nein, der junge Herr ist noch nicht heimgekommen.“ „Na ja, die gewöhnliche Antwort,“ brummte der Schneidemüller in sich hinein. Er fing an, täglich unzufriedener mit Walter zu werden. An dem erlebte er keine Freude. Deshalb mußte ihn der Tochter Zukunft entschädigen. Das Mädel hatte doch Ehrgeiz und würde sich als Frau von Roßbach schon in Respekt zu setzen wissen. Die besaß einen harten Kopf und einen eisernen Wi Er blickte unwillkürlich nach den Zinnen des Herrenhauses hinüber, die vom goldigen Abendrot umglänzt zwischen wogenden Baumwipfeln sichtbar waren und ein halb spöttisches, halb hoffärtiges Lächeln spielte um seine Lippen. „Wenn ich nicht irre, sind Sie heute zum erstenmal in meinem Guzie, Prt, g anm er, als man in das mit „Papa war jedenfalls zu eifersüchtig auf den ihm gewährten Vorzug, um mich mitzunehmen. Und seit seinem plötzlichen Tode konnte ich noch keine freie Stunde finden.“ „Ja, ja, natürlich! Das Ableben des seligen Herrn hat eine ganze Umwälzung im Gefolge gehabt. Doch davon reden wir noch später. Jetzt sind Sie da und werden so bald nicht fortIch darf wohl hoffen, daß Sie unser frugales Abe nem Hause Herr Baron," begann er. als man in das mit verschwenderischer Eleganz ausgestattete Vestibül trat, von dessen prächtig gemalter Decke eine große orientalische Ampel her„Allerdings,“ bestätigte Elgard nicht ohne einige Verlegenheit. Ich hegte jedoch schon längst den Wunsch...“ „Ihr Herr Vater machte mir oft die Freude, mein Gast zu sein, und offen gestanden, erwartete ich, auch Sie bei mir zu sehen.“ Seleseien##. J 46 Sie unser frugales Abend„Wie könnte ich, Herr Schröder? Gar nicht vorbereitet, im bestaubten Reitanzug.. nein, so würde ich mich niemats Ihren Tisch setzen.“ „Wozu denn die unnötigen Umstände? Ich habe Sie von der Landstraße entführt und wir sind ganz unter uns.“ „Aber schon die Rücksicht, welche ich Fräulein Undine schulde, „Ich bin ja selbst nicht in Toilette, lachte die junge Dame, an deren Ohren und Brust Rubinen von hohem Wert funkelten, die gar nicht mit der Farbe des roten Haares harmonierten.„Wie Papa sagt: wir sind unter uns. Das hält Sie aber möglicherweise gerade ab, unsere Einladung zu akzeptieren, weil Sie sich vielleicht zu langweilen fürchter. „Nun darf ich nicht mehr ablehnen, gnädiges Fräulenn, erwiderte Roßbach, ihre Fingerspitzen küssend. „Na, so wollen wir denn ein recht gemütliches Stündchen verplaudern," nahm der Schneidemüller wieder das Wort.„Und dann zeige ich Ihnen mein ganzes Haus, weil Sie es doch bisher nur von außen kannten, und die Stallungen, in denen Pferde stehen, die Ihrem Araber nichts nachgeben und.. kurz alles, was Sie interessieren wird.“„., mmer aufastra, Ein splendides Souper wurde im Speisezimmer aufgetragen, auf dessem reichgeschnitzten Büfett wahre Meisterstücke der Schröder bemühte sich, großsprecherisch wie immer, seine Elgard lächelte und nickte höflich, aber in ihm gärte und der kein Geheimnis mehr waren, mit seinem Reichtum zu praß len! dem Inhalt enthalten die Flaschen ein über Wasser stehendes Kuvert, aus dem man ersieht, um was es sich handelt. Auch Atteste mit voller Adresse, sowie eine frankierte Postkarte sind beigefügt, damit jeder Finder ohne Unkosten berichten kann, wann und wo er die Flasche gefischt hat.— * Senden, 18. Aug. Einbrecher statteten in der Nacht vom 15. zum 16. August dem Hühnerstall des Hoteliers N. einen Besuch ab. Sie drangen in den verschlossenen Stall ein un nahmen 17 junge wertvolle Hühner mit, die sie an Ort und Stelle sofort abschlachteten. In derselben Nacht versuchten Diebe in die Wirtschaft E. einzubrechen, wurden jedoch durch die Hausbewohner verscheucht. In beiden Fällen sind die Täter unerkannt entkommen. * Meggen, 18. Aug. Vor kurzem brach auf dem Blechwalzwerk der Aktiengesellschaft Christinenhütte Feuer aus, welches einen größeren Teil des Fabrikdaches zerstörte. Dem Eingreifen der Feuerwehren von Meggen und Förde ist es zu danken, daß das Feuer, welches auch die benachbarten Häuser bedrohte, nicht weiter um sich griff. Der Schaden ist durch Versicherung gedeckt; der Betrieb erleidet keine wesentliche Ein„ Siegen, 18. Aug. Zwischen den Gebrüdern Busch und ihrem Hausherrn Müller, der ihnen die Wohnung aufgekündigt hatte, kam es zu einer Prügelei. Die Brüder schlugen dem Hauswirt mit dem Beil die Türe ein; Müller antwortete mit Revolverschüssen. Einer der Brüder ergriff einen Topf heißem Wasser und goß den Inhalt über Müller, während der andere Bruder mit dem Messer auf diesen einstach, bis Straßenpassanten in das Haus eindrangen und die Kämpfenden trennten, die schwer verletzt ins Hospital gebracht wurden. — In Burlach schlug der Blitz in eine Schar spielender Kinder, eins davon wurde getötet. * Hiltrup, 18. Aug. Zwei Finger abgebissen wurden dem Sohne des Händlers R. von einem bösartigen Pferde. Das Tier verletzte ferner einen Arbeiter des Fuhrunternehmers H., der das Tier von R. gekauft hatte. * Borghorst, 18. Aug. Brand. Gestern Nacht gegen 12 Uhr brannte das neue Wohnhaus des Herrn Rotterdam auf dem Schevermannschen Kamp bis auf die Umfassungsmauern nieder. Fast sämtliche Möbel verbrannten, hingegen konnte das Vieh gerettet werden. Ein Sohn des R. konnte sich nur noch durch einen Sprung aus dem Dachfenster in den Garten retten. Ueber die Ursache des Brandes ist nichts bekannt. Das Haus war versichert. * Buer, 18. Aug. Auf der Schachtanlage Hugo 3 schlug bei der Produktenförderung das Förderseil von der Seiltrommel ab. Das Seil zerriß und ein Förderkorb stürzte in die Tiefe, ohne jedoch den Schacht zu beschädigen. Verletzungen sind nicht vorgekommen; die Förderung dürfte voraussichtlich eineinhalb Tage gestört sein. * Kleve, 18. Aug. Tot aufgefunden wurde am Samstag morgen im Walde unweit Kleve der 20 Jahre alte Kupferschmied Heinrich Filgert aus Hagen i. W. In der enen Hand hielt der Tote einen Revolver. Mit der Möglichkeit eines Selbstmordes ist nach den bisherigen Ermittelungen aber kaum zu rechnen. Wahrscheinlicher ist vielmehr, daß an F. ein Raubmord verübt worden ist. Am Abend vorher hat F. in einer Wirtschaft unweit des Fundortes mit einem Begleiter gezecht, und er war im Besitze erheblicher Barmittel. Die Staatsanwaltschaft, die die Leiche beschlagnahmt hat, forscht eifrig nach dem unbekannten Manne, der als Täter in Betracht zu ziehen sein wird. * Düsseldorf, 18. Aug. Von der festen Rheinbrücke sprang ein 63jähriger Mann in den Rhein und ertrank. Aus seine: hinterlassenen Papieren geht hervor, daß er eigens von Krefeld gekommen sei, um hier Selbstmord zu begehen, und daß er die Tat aus Lebensüberdruß begangen hat.— Im benachbarten Holthausen wurde dem bei Erdarbeiten beschäftigten holländischen Arbeiter Piet Norländer von einem Kippwagen der Kopf eingedrückt. Der Mann war sofort tot. * Köln, 18. Aug. Aus verschmähter Liebe hatte sich dieser Tage ein junger Mann zu vergiften gesucht. Er wurde jedoch durch Einnahme von Gegenmitteln gerettet. Gestern hat sich derselbe junge Mann je einen Revolverschuß in Kopf und Brust beigebracht, woran er alsbald starb. Der Selbstmörder ist 23 Jahre alt, die von ihm Angebetene zählt bereits 40 Lenze. Kleine Chronik. Deserteure. Es wurde schon seit einiger Zeit mitgeteilt, daß die Soldaten der in Maroklo stehenden französischen Fremdenlegion sehr häufig desertieren, und bei den endlosen Strapazen und der geringen Anerkennung, die die Leute haben, ist das erklärlich. Weniger gescheidt ist aber das Fortlaufen junger Soldaten aus heimischen deutschen Regimentern auf Grund irgend eines Einfalles, eines schlechten Rates, wie es mehrfach passiert. Die Leute haben mit den Folgen von solchen unbedachten Streichen auf lange hinaus zu kämpfen.— Großfeuer in einem Warenhaus. In Güsten in Anhalt ist das Warenhaus Märker niedergebrannt. Zwei Nachbarhäuser mußten geräumt und teilweise niedergerissen werden, um den Brand auf seinen Herd zu beschränken.— 1914 Menschen sind im letzten Etatsjahre auf den deutschen Eisenbahnen getötet. Gegen 1896, also zehn Jahre früher, ist das eine kleine Zunahme.— Der Goldonkel in Amerika. Eine alte arme Witwe im rheinischen Dorfe Mechanich ist durch den Tod eines Verwandten in Amerika Mit=Erbin eines Vermögens von 28 Millionen Mark geworden. Wenn es nur nicht hintevher einen kleinen Irrtum — Spielen mit einem Nevolver hat einem jungen Mädchen in einem Berliner Vorort das Leben gekostet.— Spleen. Eine reiche Amerikanerin hatte eine solche Furcht vor dem Lebendig=Begrabenwerden, daß sie nicht allein Löcher in den Sargdeckel bohren, sondern auch ein Telephon im Innern anbringen ließ.— Der deutsche Dampfer„Anhalt“ ist in Tsingtau in Ostasien auf Antrag der russischen Regierung mit Arrest belegt worden. Das Schiff gehörte der russischen Regierung, die Schiffs=Papiere lauteten indessen auf einen deutschen Reeder. Es entstanden Streitigkeiten, die schließlich zu dem Arrest führten. Wie dem Berl. Tagebl. gemeldet wird, hat das kaiserl. Gericht in Tsingtau einen Pfleger für den Dampfer bestellt, bis der von Rußland gegen die deutschen Interessenten angestrengte Prozeß entschieden ist. Die Entscheidung dürfte nicht so schnell kommen, denn es handelt sich um Schaden=Ersatz=Ansprüche von mehreren Millionen, die eine Vernehmung zahlreicher Zeugen erforderlich machen. Büchertisch Alle unter dieser Rubrik besprochenen Bücher sind in der Carl Braus'schen Buchhandlung zu haben. Gundermann. Eine Erzählung von Hermann Hoppe, Hellmanns Verlag, Jauer i. Schl., Preis Mk. 3.—, geb. Mk. 4.= So schlicht der Titel, so prächtig das Werk selbst Aus dem Leben der schlesischen Gebirgler hat der Verfasser seine Episoden herausgegriffen und sie um das Leben eines Sonderlings eigener Art gruppiert. Von Kapitel zu Kapitel wächst das Interesse an Leben und Gedanken dieses Gundermann, den jeder gerne Freund nennen würde. Ernste und heitere Bilder rollen vor unserm Auge auf, und eine edle, spannende Sprache des Werkes mehrt seine Wirkung. Ein Buch, das zu den besten zählt. Gottsucher und Gottfinder. Vortrag, gehalten im Verein positiver Kirchgenossen in Neumünster=Zürich von Eduard Rippenbach.(34 Seiten, geh. 50 Pfg.) Mit lebhaftem Interesse folgt der Leser den warmempfundenen und vor allem auch formvollendeten Ausführungen Rippenbachs. Unsere Zeit beschäftigt sich erfreulicherweise doch noch immer mehr, als man gemeinhin glaubt, mit religiösen Bestrebungen, und da ist das Erscheinen dieses Werkchens besonders freudig zu begrüßen. Einer, der gesucht und gefunden hat und weiter sucht, übt hier an den Bestrebungen der modernen Gottsucher eine ebenso freimütige als gerechte, würdige Kritik. Es ist eine Lust, diesen fesselnden, bilderreichen Ausführungen zu folgen. Und wohl der wertvollste Gewinn von der Lektüre dieser Schrift ist der innere Antrieb, den jeder Leser verspüren wird: aus einem tastenden Gottsucher ein glaubensfroher Gottfinder zu werden. Der Lahrer Hinkende Bote, dieser alte und doch ewigjunge Volksfreund, tritt von neuem seine Wanderung an, und wo er anklopft, da wird ihm freudig aufgetan werden, denn ein guter Gesellschafter ist überall willkommen. Auch im Jahrgang 1909 zeigt er sich seiner Vergangenheit würdig, indem er mannigfache Schätze des Wissens und unterhaltsamer Anregung vor seinen Freunden ausbreitet. Daß er Welt und Menschen kennt, beweist des Hinkenden Rundgang durch die jüngste Geschichte der Völker, die der Stift eines humorvollen Zeichners außerdem hübsch glossiert, wird uns aber auch durch eine ganze Fülle kernfrischer Erzählungen, schwankhafter und ernster, bezeugt. Und das gehört mit zum Besten an unserm alten Hinkenden, daß er so recht spricht, wie ihm selber und dem Volk der Schnabel gewachsen ist. Wie launig weiß der Hinkende aber auch Belehrendes zu sagen! Die Standrede über das lenkbare Luftschiff ist allein schon wert, daß man dem Freund mit dem Stelzfuß aus Lahr einen freundlichen Empfang bereitet. Und das Erzählte wird durch flotte und gemütvolle Bilder ergänzt, die man ebenfalls rasch lieb gewinnt. Also dem Hinkenden ein warmer Willkomm! Die sonn= und werktäglichen Raststunden wie die Winterabende wird er uns aufs angenehmste zu kürzen 88 Standesamt Schwerte. (vom 1. bis 15. August.) Geburten. 1 Sohn: Drahtzieher Josef Grewe; Handelsmann Arthur Küchenmeister; Maschinist Heinrich Segrefe; Fabrikarbeiter Friedrich Schmidt; Hülfsweichensteller August Schöttler; Fabrikarbeiter August Flüshöh; Klempner Albert Wienholt; Hülfsbremser Herm. Fälker; Kesselwärter Heinrich Padberg. 1 Tochter: Maurer Pietro Zorzi; Kaufmann Josef Luke; Bahnarbeiter Anton Dreps; Anstreicher Friedrich vom Hofe; Fabrikarbeiter Eduard Rothenpieler; Fabrikarbeiter Heinrich Hußmann; Bahnsteigschaffner Johann Schmoll; Brennereibesitzer Heinrich Färber; Lokomotivführer Heinrich Schlitt; Fabribarbeiter Wilhelm Brune. Aufgebote. Lehrer Wilhelm Renner und Emilie Otten zu Hemer und Schwerte; Fabrikarbeiter Franz Bodenstein und Emma Berz zu Schwerte; Bergmann Friedrich Tiemann und Emilie Brieke zu Schwerte; Lehrer Heinrich Kohlmann und Maria Kühnholz zu Schwerte; Kaufmann Heinrich Veer und Pauline Becker zu Straßburg und Schwerte; Schlosser Georg Hartmann und Minna Hoffmann zu Schwerte und Holzen. Eheschließungen. Akademischer Bildhauer Otto Hofner und Margarethe Goecke zu Wien und Schwerte; Maurer Karl Kreikenbohm und Martha Schulz zu Schwerte; Straßenbahnführer Theodor Strathmann und Frieda Pelzing zu Schwerte; Kaufmann Paul Müsse und Hedwig zur Nieden zu Mülheim(Ruhr) und Schwerte; Straßenbahnführer Heinrich Rothstein und Karoline Kraemer zu Schwerte; Metalldrucker Eduard Exnar und Elise Füßmann zu Schwerte. Sterbefälle. Ehefrau Fabrikarbeiter Hermann Zarges, Wilhelmine geb. Otto, 25 Jahre; Schmiedemeister Wilh. Osterberg, 58 Jahre; Wilhelm Käßner, 1 Mon.; Olga Schulte, 25 Jahre; Otto Schumacher, 4 Mon.; Käthe Schäfer, 1 Jahr; Helene Wilms, 7 Mon., Ehefrau Fabrikarbeiter Johann Veller, Ludowine geb. Hoppmann, 56 Jahre; Margarethe Becker, 2 Tage; Alfred Henke, 2 Mon.; Hedwig Oberhoff, 5 Mon.; Friedrich Blome, 5 Mon.; Friedrich Sablowski, 8 Mon. Wetterbericht der Deutschen Seewarte. 19. Aug.: Warm, heiter bei Wolkenzug, teils bedeckt mit Regen, Gewitter. 20. Aug.: Warm, wechselnd, wolkig, Strichregen, Sturmwarnung, vielfach Gewitter. 21. Aug.: Warm, bewölkt, starke Winde, Neigung zu Gewitter. 22. Aug.: Bewölkt, kühle starke Winde, Regen. Verantwortlich: Für Politik, Feuilleton und verwandte Gebiete: Friedhelm Kemper; für Provinz und Lokales: Friedr. Kraas; für Inserate und Reklame: Tilman Vasen; Druck und Verlag von Carl Braus, sämtlich zu Schwerte. Die Sommerhitze bringt große Gefahr für alle mit Milch ernährten Säuglinge, und treten Darmkrankheiten und Brechdurchfälle in erschreckender Weise auf. Wer seinen Liebling dieser großen Gefahr nicht aussetzen will, beuge vor und verabfo'ge dem Kinde eine gleichbleibende, die Verdauung nicht störende Nahrung. Die beste Gewähr bietet hierin das seit Jahren altbewährte Restle'sche Kindermehl, weil dasselbe nur mit Wasser zubereitet werden braucht. Die Tochter des Seiltänzers. Roman von B. Corony. 21 Undine erriet vermutlich, was in der Seele des Gastes vorging, denn sie unterbrach den Schwätzer ziemlich ungeduldig mit den Worten:„Aber Papa, das sind eben Deine Liebhabereien, und es kann Herrn von Roßhach wenig kümmern, was Du dafür ausgibst. Wir wollen lieber auf gute Nachbarschaft anstoßen.“ Sie füllte die Gläser und erhob das ihrige. „Na ja, auf gute Nachbarschaft! Natürlich, das ist's ja eben, was ich meine," stimmte Schröder bei. „Ich wünsche von ganzem Herzen, daß wir Nachbarn bleiben. Wie Sie wissen, habe ich das kleine Landhaus neben Neunkirchen erworben.“ „Also nochmals auf gute Nachbarschaft! Austrinken, bitte! So!.. Und jetzt wieder eingeschenkt!“ Es geschah.„„„. 6.3 Nun erhob sich der Schneidemuuer schwerfallig, denn seine Beine wurden seit einiger Zeit so ungefügig, wie zwei Steinklumpen, schlugmit dem Messer an den Kelch und brachte einen Toast aus. „Auf das Wohl Derer von Roßbach! Ihr Jahrhunderte alter Besitz soll Ihnen noch Jahrhunderte hindurch bleiben. Allen Feinden und bösen Zungen zum Trotz möge Neunkirchen wie ein gewaltiger Fels jedem Anprall Widerstand leisten, und wenn es wirklich in allen Fugen kracht, von kräftiger Freundeshand gestützt, neuen, unerschutterlichen Halt gewinnen!“ Die überschäumenden Gläser klirrten aneinander. Auf Undines Wangen glühte die feurige Farbe des blühenden Mohns. Sie fürchtete, der Vater würde zu weit gehen, zu deutlich werden und fragte daher:„Papa, soll ich nicht die blaue Grotte beleuchten lassen? Sie gewährt einen so feenhaft schönen Anblick und Herr von Roßbach kennt sie noch garnicht. „Ja, hast recht, mein Goldsuchs. Das ist auch so ein kleiner Scherz, der mich viele Tausende kostete. Eine Sehenswürdigkeit sag ich Ihnen, die..... icht Si: eilte hinab Undine hörte das Ende des Satzes nicht. Sie ins Freie, beschämt und beglückt zu gleicher Zeit. Des Vaters allzu plumpe Manieren trieben ihr das Blut in die Wangen, aber ihr Herz pochte laut, weil sie noch den Kuß zu fühlen glaubte, den Elgard ihr auf die Hand gedrückt hatte, als sie ihm den Wein kredenzte. Und dann, nicht mehr schlichtweg: Fräulein Schröder heißen, sondern die Baronin von Roßbach die Gutsherrin, die vornehmste Dame in Schönau und in der ganzen Umgegend! Wie ihr der Gedanke schmeichelte, wie er sie beFroh erregt erteilte sie Befehle und bald strahlte die Grotte wie ein Zaubertempel. Auf den Marmortisch wurden Champagnerkelche gestellt und auf den mit feinem glitzerndem Kies bestreuten Boden Kühleimer von getriebenem Silber, aus denen die schlanken Hälse der Flaschen hervorsahen. Während Undine einen letzten prüfenden Blick über das Ganze gleiten ließ, fühlte sie, wie zwei derbe Hände ihre Taille zu umspannen suchten.. 4 u 2 f. 24e#. „Es geht nicht. Du wirst alle Tage viller, lachte Walter und fuhr mit etwas unsicherer, heiser klingender Stimme fort: „Was gibt's denn da? Wohl ganz was Besonderes? Da, bin ich auch dabei. Hei, jetzt soll's lustig hergehen!“ „Mach, daß Du wegkommst!“ Sie riß sich heftig los und blickte verdrießlich in das gerötete Gesicht und in die verschwommenen Augen des Bruders.„Du hast ohnedem schon wieder mehr als zu viel getrunken. „Die Moralpredigt kannst Du Dir ersparen. Jetzt bleibe ich erst recht da.“ Nein, sage ich!“ „Ja! Gerade weil es Dich ärgert. Du fauchst mich ja an wie eine böse Katze. Ihr habt wohl Gaste? Wer ist denn hier?“ „Das kümmert Dich nicht.“ „Ich will's aber wissen!“ „Herr von Roßbach. Ah so! Da geht's ja hoch her wegen dem Habenichts. Na, meinetwegen! Mir kann's recht sein. Laß nur gleich noch ein viertes Glas bringen. „Nein; wir mußten uns ja schämen, wenn er Dich so sühe. „Was?“ „Du bist schon wieder einmal nicht nüchtern, Walter.“ „Hier hält man sich doch auch nicht an's Wasser, wie es scheint.“ „Geh' Deiner Wege und lege Dich schlafen.“ „Fällt mir ja gar nicht ein.“ „Wenn Du es nicht tust, so bitte ich den Vater, Dir künftig kein Geld zu geben. Und das geschieht auch, denn er hält mehr auf mich, als auf Dich.“ „Du! Nimm Dich in acht.“ „Vor was denn? Vor Dir? Möchte wissen, was Du mir antun könntest! Wenn Du jetzt nicht auf der Stelle gehst, so lasse ich den Vater herunterrufen, und wenn der bös wird, dann bist Du viel zu feig, um ihm lange zu trotzen.“ Walter lachte tuckisch.„Ich fürchte mich nicht vor ihm. Das weiß er am besten. Sieh da, Mamsell Schwester! Sie spielen sich ja recht nett auf. Ich streite mich mit verrückten Weibern nicht herum und gehe, weil es mir selbst so beliebt und weil ich schläfrig bin. Verstanden? Nur deswegen!“ „Meinethalben! Aus welcher Ursache Du gehst, ist mir höchst gleichgültig. „Adieu, gnädigste Frau Baronin, aber sehen Sie nur zu, daß Ihnen in Neunkirchen niemand eine Nase dreht. Da gibt's vielleicht Leute, die sich über Ew. Gnaden lustig machen, da ist vielleicht eine, neben der Sie doch immer nur die Scheinherrin spielen können.“ „Was meinst Du?“ „Ew. Gnaden werden mir schon erlauben müssen, das bis auf weiteres für mich zu behalten. „Boshafter Mensch, Du redest ja doch nur, was Dir Dein schlechter und verleumderischer Sinn eingibt.“ „Glaub's immerhin. Meinen untertänigsten Kratzfuß, GnäUndine eilte ihm nach und ergriff seinen Arm.„Was meintest Du eben? Ist was Wahres daran, so sprich!“ Er zuckte die Achseln und lachte ihr ins Gesicht. Da ließ sie ihn los und sagte verächtlich:„Du hast ja als Kind schon gelogen und Deine Genossen verleumdet. Sag und tue, was Dir beliebt. Das kann mich wenig anfechten. Daß Du es nicht allzu arg treibst, dafür wird schon der Vater sorgen. Freilich! Du bläst ihm ja beständig in die Ohren, wie er sich zu verhalten hat. Ichweiß, was ich weiß, werde es Dir aber zu geeigneterer Zeit erklären, denn gegenwärtig wäre ja doch jedes Wort in den Wind geredet." 154,20 Mit einer geringschätzenden Bewegung wandte sie sich ab. Gott, wie erbärmlich, wie widerlich das alles war! Nur hinaus aus diesen Verhältnissen! Weg! Sobald als möglich weg ngste Geschichte ichners außerine ganze Fülle nster, bezeugt. lten Hinkenden, Volk der Schnaide aber auch lenkbare Luftmit dem Stelzitet. Und das der ergänzt, die Hinkenden ein hen Raststunden ehmste zu kürzen jewe; Handelssch Segrefe; Faensteller August klempner Albert lwärter Heinrich ann Josef Luke; drich vom Hofe; arbeiter Heinrich soll; Brennereirich Schlitt; FaEmilie Otten zu Bodenstein und ch Tiemann und Kohlmann und einrich Veer und Schlosser Georg und Holzen. Otto Hofner und aurer Karl Kreistraßenbahnführer Schwerte; KaufMülheim(Ruhr) othstein und Kaduard Exnar und ermann Zarges, ister Wilh. OsterOlga Schulte, 25 ifer, 1 Jahr; Her Johann Veller, sarethe Becker, 2 ff. 5 Mon.; FrieMon. 9 SS 5 ## S 1E * 8 1 • 0 67 O S.S * STegEE •· 5•8E S% s.5.89 5— 00 F e 8 S• S 2 6 8 S 8 S 965 5 S So ** 0 LS R9 Joe 15 02• 3 8-• 5•C S.2% d 8 S• 6 S e 9 ELUAE * S•. 9— + 4„ S'S: * F05E S 9.9 mn 1 □ E 5 S S: CAU SS 50 * s%ce Sa ggg SOEO *—— □ *„• 0 02 SCOENN SSÄSgS OBEE„OTULEEE , Or- SA„„0T*5 „ S 9 G g g U E S E 9 TGaE B GHEOE OCLg" S.590—n = 585 5— GansaPe GHapgesgeng SäS SESEEFLSSGTSDSSBSEES = SGSECRC9. b Ml. 95 ESEO5AE5N• " Aau ZS 91 OGS T E 2 0 EÖSGE 98 GD # 8. S S 0 % SoFSa * E 0 S 2.980 8088D 2—* 9 2 O S E E .D 55 S S 8 *** S S 85—0 99.— * SGE E——* • S•G S P• 0• F-.5n •S 8811 0 3—•1 • S2ER 5 Cg #985 SuE S• 8·2 ∆.— 5 855 9 S S 8 T 0 E S S 5S . " 5• O E Bag *### *. SLL E9 9•830 SE S E 6 5 *.— 0 A ET Ei E 0** SoEn 8.28 9 S S—S * S—„* S 6 10 E 9* E 0 S B 2g—3 S- P•.* 0 P.E —"— 0—.„ 00 OES 4"— 0*„„ *KCE 0• S GEFSALEG S#Scm:S• E S.SE : 2 8 9* S 2 0 *□□ S 3.8 □"•S ES BEnOSSE E S.a Gporssg-8 nzlg „S Bus B„SES SPgS-EEEg i EEg•P OOUELEEOE Som ee n EGO S•- M B SEN AHOPSnEK•-8S 2 5 8: S 8.9— □AU 8 5 2—• * 58— 6 S 9.8 S•# * B 2— = 9E 1 8 1 2 0 0 07E SETnE PeSPRSOE * 6* S o•S8. S 52/8 varte. teils bedeckt mit ichregen, SturmNeigung zu GeRegen. und verwandte Provinz und e und Reklame: on Carl Braus, für alle mit Milch iten und Brechdurchliebling dieser großen abfo'ge dem Kinde inde Nahrung. Die tbewährte Nestle'sche eitet werden braucht. Vater, Dir künftig denn er hält mehr sen, was Du mir der Stelle gehst, so der bös wird, dann en.“ nicht vor ihm. Das wester! Sie spielen verrückten Weibern o beliebt und weil n!“ gehst, ist mir höchst sehen Sie nur zu, ase dreht. Da gibt’s lustig machen, da ser nur die Scheinben müssen, das bis nur, was Dir Dein st.“ gsten Kratzfuß, GnäArm.„Was meinprich!“ Gesicht. Da ließ sie aals Kind schon geig und tue, was Dir aß Du es nicht allzu jen. die Ohren, wie er beiß, werde es Dir gegenwärtig wäre ja 154,20 wandte sie sich ab. lles war! Nur hinild als möglich weg S 8•3 S S gSSS SoossOg. 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Wenn das Beamtentitelwesen an sich schon eines ziemlichen Umfanges sich rühmen kann, so finden sich neuerer Zeit außerdem noch verschiedene Amtsbezeichnungen. die auch an Länge nicht zu wünschen übrig lassen. So lesen wir in einem amtlichen Organ u. a. folgende Titulaturen:„Generallandschaftszentralbureauvorsteher“ und Obermilitärintendantursekretär“, also sage und schreibe ein 13= bezw. 12silbiges Titelwort, das im mündlichen Verkehr jedenfalls schwer zu handhaben ist. **(Nicht an der Abteil=Tür im Eisenbahnzug stehen!) Ein Unfall, der alle Bahnreisenden zur Vorsicht mahnen sollte, hat sich in Berlin zugetragen. Auf einem Berliner VorortsBahnhof stand ein kleiner Junge in dem überfüllten Abteil so nahe an der Tür, daß er, als diese im Moment der Abfahrt von einem verspätet eintreffenden Passagier geöffnet wurde, herausstürzte. Das Kind ist lebensgefährlich verletzt. **(Papiergeld=Reklame.) Wer Waren=Empfehlungsarten, Ankündigungen oder andere Drucksachen oder Abbildungen, welche in der Form oder Verzierung dem Papiergelde oder den dem Papiergelde gleich geachteten Papieren ähnlich sind, anfertigt oder verbreitet, oder wer Stempel, Stiche, Platten oder andere Formen, welche zur Anfertigung von solchen Drucksachen oder Abbildungen dienen können, anfertigt, wird mit Geldstrafe bis zu 150 Mark oder mit Haft bestraft. **(Die Ernte als Vorspann für eine neue gute GeschäftsKonjunktur.) Die Ernte=Verhältnisse in Deutschland sind bekanntermaßen günstige, und es ist wohl mit vollster Sicherheit zu erwarten, daß sie auf das allgemeine Geschäftsleben zurückwirken und es ebenfalls günstig beeinflussen werden. Dieser Einfluß wird sich aber doch in allererster Richtung für die in den landwirtschaftlichen Bezirken liegenden Städte zeigen, und nicht gleich bis in die Börsensäle hinein, wie von diesen gehofft wird. Das Geld zum Ankaufen von Spekulations=Papieren ist denn doch so stark, wie hier erwartet wird, nicht vertreten, und der Austausch zwischen Stadt und Land ist auch wertvoller. **(Vom gefährlichen Diabolospiel.) Die Zahl der Städte, deren Polizeiverwaltungen im öffentlichen Interesse das Diabolo=Spiel auf Straßen und Plätzen verbieten, mehrt sich. Wollen wir auch sagen, daß auf geräumigen Plätzen die Jugend sich austoben mag, in den Straßen ist jedenfalls eine Karambolage mit diesem Teufels=Spielzeug sehr leicht möglich. Und für ältere Personen, die nicht mehr so ganz fest auf den Füß sind, liegt in dem Herumkollern des Apparates jedenfalls eine Gefahr. Daß die Eltern der Kinder eventuell für nicht unerhebliche Entschädigungen aufzukommen haben, haben sie sich wohl noch nicht recht klar gemacht, tun aber gut daran. Alljährlich am Jahrestage der Wilhelm Voiat der Häuptmann vön Kößehick in Freiheit E:### 0 Kaiserliche Gnade, schenkte dem Schuhmacher Voigt, dem sogen.„Hauptmann von Köpenick“, die Freiheit; ein seltsames Zeichen der Zeit sind aber die Huldigungen des Publikums vir dem Verbrecher. Mag Voigt unter ungünstigem Walten der Polizeiaufsicht gelitten haben, mag sein Köpenicker Streich geWA nial und humorvoll gewesen sein, mag er sich noch so gut geführt haben im Gefängnis, das alles ändert nichts an seiner moralischen Qualität, und ihn zum Gegenstand von Huldigungen zu machen, nennt man wohl mit Recht den Gipfel der GeIomacloseteit. **(Gravelotte!)„Alljährlich am„Stage glorreichen Schlacht von Gravelotte veranstalter der hiesige Kampfgenossen Verein eine einfache, würdige Gedächtnisfeier am Kriegerdenkmal, jener Stätte, welche dem Andenken der auf dem Felde der Ehre Gebliebenen errichtet ist. Auch gestern Abend hatte sich eine kleine Schar der alten Kämpfer zu Deutschlands Einheit im Pferdekämper'schen Lokai versammelt, und marschierte gegen 7 Uhr im geschlossenen Zuge zum Denkmal. Am Fuße des Denkmals wurde ein prächtiger Kranz niedergelegt, in kurzer, kerniger Ausprache wies Herr Ed. Pferdekämper auf die große Bedeutung des Tages hin, dann entblößten sich die Häupter der alten grauen Krieger und auch des Publikums zu einem Gebet und die in ihrer Einfachheit doppelt erhebende Feier war beendet. Im Vereinslokal blieben später die alten Kämpfer noch längere Zeit, gemeinsame Erinnerungen austauschend, gemütlich beisammen.— Wehmut beschleicht einen doch, wenn man sieht, wie das kleine Häuflein jener Wackeren, die einst auf Frankreichs blutgetränkten Schlachtfeldern Deutschlands Einheit schmieden halfen, von Jahr zu Jahr kleiner wird, wie einer nach dem andern dem unerbittlichen Schnitter Tod seinen Tribut hat zollen müssen. Aber, mag auch der letzte Zeuge jener großen Zeit dahinsinken ins stille Grab, das Andenken an sie wird unvergessen für alle Zeiten in der jüngeren Generation fortleben! **(Silberne Hochzeit.) Die Eheleute Weichensteller a. D. Karl Möller und Frau, Friederike geb. Bücker, im Senningsweg wohnhaft, feierten gestern das Fest der silbernen Hochzeit. Dem Silberpaare noch nachträglich die besten ee(Schäße der Erde.) Im Jahre 1907 wurden im Ober bergamtsbezirk Dortmund 80 182 647 Tonnen Steinkohlen gefördert gegen 76 811 045 Tonnen im Jahre 1906. Die Anzahl der dabei beschäftigten Arbeiter und Beamten betrug 303 098; im Vorjahre waren es 278719. **(Neuer Verein.) Unter dem Namen JunggesellenVerein„Heiterkeit“ ist am Sonntag im Lokal des Herrn Carl Leinweber ein neuer Verein gegründet worden, der hauptsächlich die Pflege der Geselligkeit als seine erste Aufgabe betrachtet. Dem neuen Verein sind schon eine stattliche Anzahl Mitglieder beigetreten, auch ist bereits ein provisorischer Borstand gewählt. Die nächste Versammluug des neuen Vereins wird durch Inserat bekannt gemacht. ** Bierbrauereien bestanden im Jahre 1907 im Kreise Hörde 5; von diesen wurden an Brausteuern 120 999 Mk. gezahlt. Die 21 Brennereien des Kreises Hörde hatten an Branntweinsteuer den Betrag von 332084 Mk. zu zahlen. **(Krankenkassen). Folgende Krankenkassen bestanden im Jahre 1907 in unserer Stadt: Ortskrankenkasse für den Stadtbezirk Schwerte(850 Mitgl. 18258,27 Mk. Vermögen), Betriebskrankenkasse der Eisen-Industrie (1255 Mitglieder 76.677,59 Mk.), Betriebskrankenkasse der Deutschen Nickelwerke(1239 Mitgl. Betriebskrankenkasse der Firma W. Rath(6 Mitglieder 558,68 Mk.), Betriebskrankenkasse der Firma L. Möhling (140 Mitglieder 4 363.66 Mk.), Krankenkasse der Ver. Gesellen=Auflage(210 Mitglieder 5542,80 Mk.), Sterbekasse Schwerte(1149 Mitgl. 15 405,42 Mk.). Die Pensions= Witwen= und Waisenkasse für die Beamten und Meister der Nickelwerke besitzt bei 49 Mitgliedern ein Vermögen von 155 766.50 Mk. Außerdem bestehen im Krieger=, Garde= und Landwehr=Verein und KampfgenossenV rein noch besondere Unterstützungskassen, sowie 6 örtliche Verwaltungsstellen von auswärtigen Kranken= und Sterbe ::(Steuerliches). Imn Jahre 190gsind in uunserer Gemeinde an direkten Staatssteuern 102670,40 Mk. aufgebracht und zwar 95 807 Mk Einkommen= und 7063,40 Mk. Ergänzungssteuer; an Kreisabgaben wurden im gleiche jetzt auch der deutschen Turnerschaft beigetreten ist, feiert ar Sonntag, den 6. September, sein diesjähriges ve1. schiedskränzchen; für die Feier hat der Verein umsalgreiche Vorbereitungen getroffen. **(Selbstmord.) Der ca. 60 jährige Knecht Linden wurde gestern auf dem Boden des Hauses Kötterbachstraße 1 erhängt aufgefunden. L., der früher lange Jahre in den Diensten des Kaufmanns Kohlmann gestanden hat, war dem Trunke sehr ergeben und unterliegt es keinem Zweifel, daß der Alkohol den alten Mann in den Tod getrieben hat. —*r Westhofen, 18. August.(Postalisches.) Im Jahre 1907 sind beim hiesigen Postamte an Porto= und Telegramm=Gebühren 15 288 Mk. vereinnahmt. An Briefen, Postkarten 2c. sind 153200 Stück eingegangen, Pakete ohne Wertangabe waren es 8173, mit Wertangabe 899 und Briefe mit Wertangabe 341. Abgesandt wurden 142100 Briese, Postkarten 2c, 182 Pakete und 552 Briefe mit angabe. Nachnahmesendungen gingen ein 3325 und Postauftragsbriefe 464. Auf Postanweisungen wurden 541259 eingezahlt und 339 109 Mk. ausgezahlt, Telegramme wurden aufgegeben 991, angekommen sind 651, aus dem Verkauf Wechselstempelmarken sind 81 Mk. vereinnahmt. Postbezirk Westhofen zählte im Berichtsjahr 2590 EinDe Ergste, 19. Augnst.(Diebstahl.) Dem Schachtmeister Hoffmann wurden aus einer Baubude verschiedene Gerätschaften gestohlen. Man ist den Spitzbuben bereits auf der Spur und wird sie hoffentlich bald ermitteln. “ Höchsten, 18. August.(Von der Post.) Im verflossenen Jahre sind beim hiesigen Postamt an Briesen, Postkarten, Drucksachen 2c. 73100 Stück eingegangen, 3023 Pakete ohne und 9 Pakete mit Wertangabe, sowie 51 Briefe mit Wertangabe Im Orte ausgegeben wurden 39 500 Briefe, Postkarten 2c., 1 043 Pakete ohne, 4 Pakete mit Wertangabe und 57 Briefe mit Wertangabe. An Nachnahmesendungen gingen ein 1617 Stück und an Postauftragsbriefen 195. Auf Postanweisungen wurden eingezahlt 108 752 Mk., ausgezahlt 28402 Mk, an Porto= und Telegramm=Gebühren sind 3039 Mk. vereinnahmt. ** Drüpplingsen, 19. August.(Schlägerei.) Vor der Wirtschaft Pütter in der„Helle“ entstand zwischen einem italienischen Arbeiter und einem Radfahrer eine Schlägerei. Der Sohn des Südens hatte dem Radler den Schlauch seines Rades zerschnitten und als dieser sich das nicht gefallen lassen wollte, kam es zum Wortwechsel und später zur Keilerei. Der Italiener mußte ärztliche Hilfe in An spruch nehmen. Letzte Drahtmeldungen. Das Kaiserpaar auf Wilhelmshöhe. Wilhelmshöhe, 19. Aug. Bei der gestrigen Mittagstafel brachte der Kaiser folgenden Toast aus: „Eure Exzellenz! Der heutige Tag vollzieht sich unter i den Auspizien des 60jährigen Regierungsjubiläums Seiner ! Majestät des Kaisers Franz Josef. Zu den heißen Gebeten und Segenswünschen die aus so vielen Seelen seiner Untertanen emporsteigen, gesellen sich diejenigen meines Volkes und meines Hauses. Ich wünsche von ganzem Herzen, daß es Seiner Majestät beschieden sein möge, einen langen, friedlichen und ruhigen Lebensabend im beglückenden Bewußtsein der Liebe seines Volkes und seines Heeres zu genießen. Die Liebe und Dankbarkeit, die sowohl ich wie meine Frau und meine Kinder Seiner Majestät bezeugen und immer wieder bezeugen werden, so lange wir leben, ihnen gebe ich Ausdruck, indem ich rufe: Gott segne und schütze Seine Majestät den Kaiser Franz Josef, meinen erlauchten und treuen Verbündeten, Seine Majestät Hurra, hurra, hurra!“ Die Musik spielte darauf die österreichische Hymne. Die Hochzeit des Prinzen August Wilhelm. Berlin, 19. Aug. Die Hochzeit des Prinzen August Wilhelm wird, wie nunmehr feststeht, am 22. Oktober d. Is. stattfinden, und zwar wird die Braut, Prinzessin Alexandra Viktoria zu Schleswig=Holstein=Sonderburg=Glücksburg bereits am 20. Oktober in Berlin eintreffen und im Schloß Bellevue Wohnung nehmen. Von dort findet am gleichen Tage und in derselben Weise wie seinerzeit bei der Kronprinzessin Cecilie der feierliche Einzug in Berlin statt. Der Geburtstag des Kaisers Franz Joseph. Wien 19. Aug. Unter den überaus zahlreichen Glückwunschtelegrammen, die Kaiser Franz Josef im Laufe des gestrigen Tages erhielt, befanden sich solche von sämtlichen Souveränen und vom Präsidenten Roosevelt. Aus allen europäischen Hauptstaaten treffen Meldungen über die festliche Begehung des kaiserlichen Geburtstages ein. In Zarskoje Sselo und Bukarest fanden Galadiners statt, wobei Trinksprüche auf den Kaiser ausgebracht wurden. In Marienbad gab König Eduard ein Diner und brachte einen Toast auf den Kaiser aus. Zum Konflikt zwischen Niederland und Venezuela. Haag, 19. Aug. Wie„Reuter“ bereits meldete, hatte die Unterredung des amerikanischen Gesandten, Beaupre, mit dem Minister des Aeußern über den Konflikt zwischen den Nieder= landen und Venezuela einen sehr freundschaftlichen Charakter. In der Unterredung wurde vereinbart, daß Amerika sich der niederländischen Aktion nicht widersetzen werde, wenn dieses sich auf die Blockade und andere maritime Maßnahmen beschränke. In dieser Hinsicht wird Amerika der niederländischen Flotte volle Freiheit lassen, unter der Voraussetzung, daß die militärische Besetzung von Venezuela ausdrücklich ausgeschlossen und daß ein solcher Akt als über die guten Absichten der amerikanischen Regierung hinausgehend anzusehen sei. Die Presse ist im großen und ganzen mit dem Ergebnis der Konferenz zwischen beiden Diplomaten einverstanden. Der Kreuzer „Friesland“ wird am 1. September nach Venezuela abgehen. Ballonfahrt. Brüssel, 19. Aug. In Houdeng=Ameries landete gestern ein deutscher Ballon, der in Düsseldorf aufgestiegen war. An Bord befanden sich vier Personen, darunter ein Offizier in Uniform. Die Landung erfolgte ohne Zwischenfall. Die Pest in Rußland. Astrachan, 19. Aug. In der Kirgisensteppe wurden am 16. August 9 Pestfälle festgestellt. Vom 6. bis 15. August starben 6 Pesterkrankte. Einträgliches Verbrechen. Moskau, 19. Aug. Die Geheimpolizei hat eine Verbrecherbande entdeckt, die sich mit dem Vertrieb von bereits abgestempelten Briefmarken, die in Warschau wieder gebrauchsfertig gemacht wurden, beschäftigte. Den Betrügern war es gelungen, 6 Millionen Marken abzusetzen. 30 Personen wurden verhaftet, darunter ein Postbeamter. Eisenbahn=Unfall. Frankfurt a. M., 19. Aug. Gestern morgen fuhr im Hauptbahnhof der 8,55 Uhr eintreffende Zug auf den Prellbock, der zertrümmert wurde. Personen sind nicht verletzt. Selbstmord. Essen, 18. Aug. Gestern abend gegen 9 Uhr erschoß sich hier der Handelsredakteur Fritz Ravenschlag. Er wurde in seinem Stuhle, am Schreibtisch sitzend, tot aufgefunden, der abgeschossene Revolver lag neben ihm. Der Lebensmüde stand im Alter von 45 Jahren. Ueber das Motiv der Tat konnte bis zur Stunde noch nichts ermittelt werden. Von der Todesbahn des Autos. Kaufbeuren, 19. Aug. Der Bauernsohn Kreuzer wurde von einem Automobil angefahren und starb im Krankenhause. Vom Universitätsstudium der Frauen. Köln, 18. Aug. Einem Berliner Telegramm der„Köln. Ztg. zufolge ist die Frage der Zulassung der Frauen zum Universitätsstudium dahin geregelt, daß die Vorschriften für die Studierenden auf den Landesuniversitäten im wesentlichen auf die Reichsinländerinnen Anwendung finden, wogegen die Ausländerinnen in allen Fällen zur Immatrikulation der Genehmigung des Ministers bedürfen. Ebenso sind für die höhere Mädchenschule sowie für die weiterführenden Bildungsanstalten für die weibliche Jugend umfassende Bestimmungen ge2oien Verantwortlich: Für Politik, Feuilleton und verwandte Gebiete: Friedhelm Kemper; für Provinz und Lokales: Friedr. Kraas; für Inserate und Reklame: Tilman Vasen; Druck und Verlag von Carl Braus, sämtlich zu Schwerte. LAtviste ist Koin Ehemisens- Traparat, Sondern Ein Telbes Naturpreuukt. 3276 Soche ur Bich Sohtonder d1 tücht. Dienstmädchen. Dasselbe muß bis Ansang Oktober zu Hause schlafen. 3947 Frau Otto Wilkes, Bahnhofstr. 10 l. 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