Verbunden mit der„Schwerter Volkszeitung“ und dem„Schwerter Volksblatt“ Die„Schwerter Zeitung“ erscheint täglich, ausser Feiertags. Bezugspreis. Mk. 1 cs vierteljährlich, bei der Post 42 Pf. für Bestellgeld mehr. Wöchentliche Gratis-Beilage:„Illustrierter Famillentreund“. o 0 0OOOOOOOOOO 0 Anzeigenpreis. Die sechsgespaltene Petitzeile oder deren Raum 10 Pf., Anzeigen von auswärts IS Pf., Reklamezeile 40 Pf. Die„Schwerter währt Ihren jeden mit Cod fall gemäss unungen Zeitung" geAbonnenten für endenden Unseren BedingUnterstützung. Alle Kreis- und Lokalpolizeilichen Verordnungen für den Kreis Hörde erlangen gemäss Bekanntmachung der Königl. Regierung durch Ueröttentlichung in der„Schwerter Zeitung“ rechtsverbindliche Kraft. o o 0 0 C O C O0 C oC o Druck u. Uerlag von Carl Braus, Schwerte. Fernsprech-Anschluss Nr. 62 Amt Schwerte. Celegr.-Adresse: Braus, Schwerte-Ruhr Erstes und ältestes Tagesorgan des Kreises. O Haupt-Annoncenblatt. Nr 130 Donnerstag, den 4 Juni 1908. 40. Jahrgang. der Nordsee nordischen Meere werden die probeweise mobilisierte britische Flotte und unser deutsches Uebungsgeschwader ziemlich zu gleicher Zeit große Manöver abhalten.„Raum für alle hat die Erde“, so singt der Dichter,„Raum für die Marine=Manöver verschiedener Seestaaten hat auch die Nordsee", und wir brauchen nicht zu befürchten, daß ein englischer und ein deutscher Panzer bei dieser Gelegenheit etwa versehentlich zusammenrennen könnten, damit Anlaß zu einem schweren Konflikt bietend. Unser deutsches Uebungsgeschwader wird im ganzen etwa dreiviertel Hundert Schiffe stark sein, aber diese Zahl braucht niemanden zu beunruhigen von denjenigen Leuten, die meinen, die junge deutsche Kriegsmarine zeige in Wachstum ein bedenkliches Tempo. Der Flottenstand unserer englischen Vettern ist dem deutschen noch weit, weit überlegen, und wir werden nach menschlicher Voraussicht nie in die Lage kommen, jenen zu erreichen. Die Nordsee=Manöver dienen also unsererseits lediglich der Ausbildung, und wir wollen gern voraussetzen, daß auch für die englischen Uebungen nur die Erprobung der Schlagfertigkeit in Betracht kommt. Die Gemüter haben sich gegen früher doch wesentlich abgekühlt und beruhigt. Es sind nicht viel mehr als zwei Jahre vergangen, seitdem der damalige Zivil=Lord der englischen Marine, Herr Lee, in einer öffentlichen Rede sagte, wenn England wolle, könne die deutsche Marine überfallen und vernichtet sein, bevor in Berlin jemand etwas ahne, und nicht minder schnell könnten hunderttausend britische Soldaten in SchleswigHolstein gelandet werden. Wenn zu gleicher Zeit Frankreich auf den Rhein losgegangen wäre, wären wir also nach den Kombinationen des Herrn Lee„geliefert“ gewesen. Zum Glück ist aus dieser Deklamation weder eine vollendete Tatsache geworden, noch hat man sie an der Themse selbst für wünschenswert gehalten. Auch an die Möglichkeit nur haben lange nicht alle Engländer geglaubt, denn bekanntlich sind in den letzten Jahren in London eine ganze Reihe von Schriften erschienen, in welchen nicht von einer gelungenen englischen Invasion in Deutschland geschrieben wurde, sondern umgekehrt von.. einer Eroberung Londons durch die Deutschen. Nun, wir wünschen weder überfallen zu werden, noch jemanden zu überfallen. Die Nordsee ist seit dem englisch=französischen Annäherungsvertrage zur Stationsstätte für das stärkste englische Geschwader von der Londoner Regierung bestellt worden, während früher das Hauptgewicht auf das Mittelmeer gelegt wurde. Deutschland hat sich über diese Maßnahme niemals ereifert, obwohl sie doch zum mindesten in der damaligen kritischen Zeit für uns nicht gleichgiltig sein konnte, denn schon damals tauchten die in voriger Woche wiederholten Meldungen von einem Militär=Bündnis zwischen der Republik und König Eduard des Siebten Reich auf. Vielleicht war damals, wie die oben erwähnte Rede des Herrn Lee erkennen läßt, in London die Neigung, militärischen Abmachungen näher zu treten, größer wie heute, wo trotz des rauschenden Empfanges des Präsidenten Fallieres eine Ernüchterung Platz gegriffen hat. Auch in der Politik ist es sehr gut, zu prüfen, bevor man sich bindet. Es ist angenehm, aus alle dem, besonders auch aus der Besonnenheit, mit welcher die Probemobilisierung der englischen Flotte ausgenommen ist, erkennen zu können, daß die Stimmen des Chauvinismus in der internationalen Politik nicht mehr bedeuten, wie der Theater=Donner auf der Bühne. Die Unkosten einer bewaffneten Allianz sind so hoch, daß es fraglich ist. ob sie sich auch lohnen. Sehr wahrscheinlich wird dabei die Elle länger wie der Kram. Und John Bull ist ein ausgezeichneter Geschäftsmann, der es wohl meisterhaft versteht, andere Staaten vor den Wagen seiner Interessen zu spannen, aber selbst es gern vermeidet, sich zu sehr zu belasten. Welche enormen Dienste hat Japan England erwiesen, und wieviel Gegenleistung hat es dafür aus London bekommen? Blutwenig! Der neue„Dreibund“ ist in seiner Art ja fertig, aber man kann neugierig sein, wer von Petersburg aus für eine neue Anleihe ausersehen wird. Frankreich hat keine Lust, mehr zu geben, England schon gar nicht. Die Liebe wird wohl nicht zu groß werden. Politische Uebersicht. Deutschland. Neue Konferenz über die Schiffahrtsabgabe. Dieser Tage tritt in Bingen a. Rh. eine aus Vertretern von Baden, Bayern, Elsaß=Lothringen, Hessen, Preußen und Württemberg gebildete Konferenz über die Schiffahrtsabgaben zu mehrtägiger Beratung zusammen. Es handelt sich hierbei um die endgültige Feststellung der Strombau= und Strombauunterhaltungskosten, die Prüfung der Projekte der Rhein=Vertiefung und dergl. mehr. Die Münch. N. Nachr. sprechen die Hoffnung aus, daß Heasce bher ui bihe diste hsceie auch der so wichtigen Mainkanalisierung von Offenburg nach Aschaffenburg nicht freundlich gegenüberstehen, allmählich auf der Grundlage des großen Programms der Stromausbauung geneigter zeigen. Handel und Industrie in den Parlamenten. Der in München versammelte Ausschuß des deutschen Handelstages beschäftigte sich u. a. mit der Vertretung des Handels und der Industrie in den Parlamenten. Er nahm folgenden Beschlußantrag an: Der Ausschuß bedauert, daß Handel und Industrie in den parlamentarischen Körperschaften in ungenügendem und der Bedeutung dieser Berufszweige nicht entsprechendem Maße vertreten sind. Er nimmt daraus Veranlassung, an die Industriellen und Kaufleute die dringende Mahnung zu richten, sich mehr als bisher am öffentlichen Leben zu beteiligen. Führende Männer auf dem Gebiete der Industrie und des Handels sollten sich bereit finden, als Abgeordnete in die Parlamente einzutreten. Um ihre Wahl zu sichern, ist auch außerhalb der Zeit der Wahlbewegung auf Verbreitung der Erkenntnis hinzuwirken, daß eine ausreichende Vertretung von Industrie und Handel nicht nur in deren eigenem Interesse, sondern im Interesse der Allgemeinheit liegt. Eine preußische Vorlage über die Aufhebung der Gemeindesteuerfreiheit der Beamten usw. ist mit Sicherheit zu erwarten. Ueber ihren voraussichtlichen Inhalt schreiben die mit dem Finanzministerium in Verbindung stehenden Berl. Pol. Nachr.: Die beste Regelung dürfte die sein, daß für die Beamten ein gleichmäßiger Normalsatz der Kommunalbesteuerung ihres Diensteinkommens für die ganze Monarchie festgelegt wird. Damit wird auf der einen Seite den Beschwerden der Gemeinden über das Kommunalsteuerprivileg der Beamten in weitgehender Weise Rechnung getragen, auf der anderen Seite eine Unbilligkeit gegen die Beamten vermieden. Man wird in der Annahme nicht fehlgehen, daß die im Herbst zu erwartende Vorlage sich auf dieser Grundlage aufbauen wird. Die Fahrkartensteuer und ihre Abänderung. Das Thema wird umso beliebter, je mehr wir uns der eigentlichen Reisezeit nähern. Der neueste Vorschlag ist die Einführung eines mäßigen Wertstempels auf alle Fahrkarten über 2 Mark. Die sämtlichen Verkehrsministerien der deutschen Eisenbahnstaaten sind Gegner einer Fahrkartensteuer. Die amtlichen Stellen geben aber zu bedenken, daß der jährliche Ertrag der Fahrkartensteuer für den Reichssäckel auf 18 bis 20 Millionen Mark Roman von Seta von Starkenstein. 21 Der dunkle Strohhut beschattete ihr Gesicht, Sven Torbalds Blick glitt über ihre Gestalt, die ein hellblaues Sommerkleid gefällig umschloß Bei seinem Erscheinen ließ sie die Hände sinken und erwiderte freundlich, doch mit der ehrerbietigen Zurückhaltung, die sie ihm von Ansang an bezeigt, den Gruß. Inga hielt dem Vater triumphierend eine reife Erdbeere hin. „Die hab' ich desückt Papa, und Dutannst sie essen!“ Inga war in letzter Zeit gewachsen, und aus den blauen Augen strahlte der helle Strahl eines glücklichen, gesunden Kindes. Deutlich trat die Aehnlichkeit mit der verstorbenen Mutter hervor; und das stieß ihn ab, er vermochte sich nicht zu erwärmen für das Kind, die Pforten seines Vaterherzens blieben nach wie vor geschlossen. Da fiel sein Blick auf ihr Händchen, das sie ihm entgegenstreckte, und er bemerkte um den Zeigefinger ein schmales Leinwandläppchen, auf dem ein kleiner Blutfleck saß Und von einem Gefühl lächelnder Rührung erfaßt, hob er Inga auf seinen Arm und betrachtete den Finger näher. „Wie ist denn das gekommen?“ „Inga hat die Schere denommen und sich weh etan, Papa.“ Er küßte das winzige Fingerchen und setzte sie wieder auf den Boden. „Signa, deh nich weg; ich noch eine Erdbeere holen für mich und eine für Signa.“ „Warum nennt das Kind Sie Signa?“ fragte er in sehr freundlichem Tone. „Ich weiß es nicht, Herr von Hallör; es war in der ersten Stunde unseres Alleinseins, als ich Inga bat, mich der Kürze wegen Hilda zu neunen, aber sie behauptete, ich heiße Signa, und blieb dabei mit jener Standhaftigkeit, wie man sie zuweilen bei klugen und frühreifen Kindern trifft.“ „Signa ist der Name meiner seligen Frau," und nach kurzem Zögern:„Uebrigens will ich diese Gelegenheit benutzen, Ihnen meinen Dank auszusprechen, Fräulein Eichner, das Kind entwickelt sich vortrefflich unter Ihrer Leitung.“ Aus dem nahen Wachholdergebüschen ließ eine Amsel ihr scher Loedendaen, vonust aus den Bauusleonen dun vonr Faoeken die Antwort flöteten. „Das beglückt mich sehr, Herr von Hallör; ich wagte bisher nicht zu fragen, ob Sie mit meinen Leistungen zufrieden seien.“ „Ihre Bescheidenheit ist übertrieben,“ entgegnete Sven Torbald kühl,„auch hat es mit meiner Anerkennung nicht viel auf sich“ Er wandte sich zum Gehen, hielt jedoch inne.„Noch eins, das ich Sie fragen wollte, Fräulein Eichner, erinnern Sie sich, mir schon begegnet zu sein, ehe Sie hierher kamen?“ Sie sah ihn groß an, fast entsetzt.„Nein, Herr von Hallör, ich sah Sie nie zuvor, wie sollte das auch möglich sein?" „Nun, bei der Kleinheit unserer Erde wäre das immerhin kein so großes Wunder," erwiderte er befremdet über ihr schuelles Erstaunen,„mir ist es nämlich so, als hätte ich Sie schon irgendwo einmal gesehen, vielleicht entsinne ich mich auch noch, bei welcher Gelegenheit es war.. doch das ist ja gleichgültig. Was mich freut,“ fuhr er in wärmerem Tone fort und mit der feinen weißen Hand den blonden Knebelbart streichend, „ist Ihr Verkehr mit Fräulein Melfsen. Sie ist eine bewundernswerte junge Dame, aber ihr fehlt ein wenig von Ihrer Ruhe und Gesetztheit. Jedenfalls wirkt Ihr Einfluß wohltuend auf Isabella.“ Er grüßte höflich und schlug die entgegengesetzte Richtung ein, wo er auf dem zum Gutshof führenden Wege bald hinter den Gebüschen verschwand. Mathilde sah der schlanken Gestalt im hellgrauen Anzug und Strohhut auf dem blonden Haupte sinnend nach Es lag in seinem gleichmäßigen Wesen etwas nordisch Herbes, das sie zu fesseln begann. Eine schlummernde Kraft und Energie, die auf Gelegenheit, sich zu betätigen, wartet, und zugleich so viel Vertrauenerweckendes! Aber auch eine Spur von abweisendem Stolze ihr gegenüber. Sollte er ihr früher schon begegnet sein? Angstvoll spähend durchforschte sie alle Winkel der Vergangenheit, aber nichts tauchte auf, was sich an eine Erinnerung an dies Zusammentreffen knüpfte, er irrte sich. Sie hätte ihn nicht täuschen sollen, ihn nicht, sondern durchaus gleich zu Anfang alles offen bekennen; nun war es immer, als müsse sie vor ihm die Augen niederschlagen. Das war der dunkle Punkt in dem warmen Glück, das ihr die einsamen Stunden mit Inga brachten. Liebte Herr von Hallör Isabella Melssen? Isabella Ingas Mutter! Dieser Gedanke berührte Mathilde überaus peinlich, weil jene kein Herz für das Kind besaß, und die Großmama bald auf die Eutfernung der Erzieherin drängen würde. Und doch, seit kurzem war ihr einiges nicht entgangen, das sie betreffs Isabellas Neigung auf eine andere Fährte lenkte, diese schwieg sich indessen darüber aus. Während des heutigen Mittagessens bemerkte Mathilde, die sich wenig an der Unterhaltung beteiligte, daß Herr von Hallör die Absicht zu haben schien, das Wort direkt an sie zu richten, aber er kam nicht dazu. Als sie jedoch am Nachmittag über den Hof ging, wo Inga die Gäuse und Enten im Teich füttern wollte, gesellte er sich zu ihr. „Ich habe vergessen, Ihnen die Grüße zu bestellen, welche Frau von Hallör mir schon zweimal an Sie auftrug, meine Tante würde sich freuen, Sie gelegentlich auf Elgardsruh zu sehen. Sie waren noch nicht dort?“ „Nein, ich war noch nicht dort!“ entgegnete Mathilde mit leuchtenden Augen bei der Erwähnung der Frau, der sie den günstigen Wechsel ihrer Lage verdankte,„ich fürchtete, Frau Professor würde es nicht gern sehen.“ „Die Damen harmonieren nicht besonders zusammen, aber meine Schwiegermutter ist eine viel zu verständige Frau, um Sie deswegen von einem Besuch dort abzuhalten.“ „Ich bin sehr dankbar, daß Sie mir das sagen,“ erwiderte Mathilde unwillkürlich lebhafter, als es sonst ihre Art war, ich schätzte schon die Schriftstellerin Natalie Hallör, die persönliche Bekanntschaft mit der hochbegabten Frau abet weckte meine dankbare Verehrung!" Er verabschiedete sich höflich von ihr und ging in die Pferdeställe, und als Mathilde bald danach links ab die Richtung zum Park einschlug, stand plötzlich Felix v. Kirstein vor ihr. „Verzeihen Sie, Fräulein Eichner," begann er, mit der Miene eines alten Bekannten nur leicht den Hut ziehend,„wir haben uns hier unerwartet wiedergetroffen, und da ich natürlich gleich bemerkte, daß Sie unerkannt zu bleiben wünschten, mich Ihnen auch nicht genähert, was vorbei ist, ist vorbei, nicht wahr? Sie haben mir damals sehr leid getan, ich wohnte ja lange bei Ihrer Frau Mutter als Zimmerherr und nahm an all den traurigen Geschichten Anteil, und das veranlaßt mich auch jetzt, Ihnen einen gutgemeinten Rat zu geben.“ 150,20 zu schätzen ist und daß daher die Abschaffung der Steuer erst dann ins Auge gefaßt werden könne, wenn die Reichsfinanzreform Ersatz für den Einnahmeausfall schaffe. Man weist nun darauf hin, daß es ein Fehler wäre, wenn nicht die Abschaffung, sondern nur die Abänderung der Fahrkartensteuer beschlossen würde. Hierzu schreibt die„Köln. Ztg.“: Im letzteren Falle würde dann wohl das Richtigste sein, um neuerdings Fehlschläge und Fehlwirkung bei der Fahrkartensteuer zu vermeiden, unter Freilassung der Fahrkarten mit einem Fahrpreise von unter 2 Mark einen durchgehenden, sehr niedrigen Wertstempel auf die Fahrkarten aller Klassen zu legen. Eine derartige Fahrkartensteuer ist nach den Erfahrungen in anderen Ländern verhältnismäßig leicht zu erheben und hat auch, falls sie ihrer Höhe wegen nicht zu drückend wirkt, auf die Benutzung der verschiedenen Wagenklassen keinen Einfluß. Aus den Kolonien Wasserwirtschaftliche Ausnutzung unserer Kolonien. Der hessische Wasserbausachverständige Geh. Oberbaurat Schmick ist von seiner südwest= und ostafrikanischen Studienreise wieder nach Darmstadt zurückgekehrt. Er ist, wie der Voss. Ztg. geschrieben wird, von dem günstigen Ergebnis der Reise überrascht und erfreut. Die beiden Schutzgebiete können durch möglichste Ausnutzung der vorhandenen Wasserkräfte dem Reiche bedeutende Kulturwerte erschließen. Sowohl in Südwest= wie in Ost=Afrika bietet sich bei verhältnismäßig geringem Kostenaufwand günstige Gelegenheit zu lohnenden Plänen. Für die Kolonie Deutsch=Südwestafrika ist es geradezu eine Lebensfrage, ihr Wasser zuzuführen. Das kann am billigsten durch Stauund Leitungsanlagen im Anschluß an vorhandene Fluß= und Quellsysteme geschehen. Die Hauptleute der deutschen Schutztruppen sollen nicht mehr als„Kompagniechefs“ bezeichnet werden, weil sie vielfach noch eine andere Verwendung finden. Der Kaiser hat ferner genehmigt, daß alle Sergeanten, die sich in etatsmäßigen Stellen bei den Unteroffizierschulen und Vorschulen befinden, nach 9jähriger Dienstzeit zu Vizefeldwebeln befördert werden dürfen. Aus dem Auslande. England. London, 3. Juni. Die Deutschenhetze der Londoner Blätter, die gelegentlich einmal durch ein verständiges Wort unterbrochen wird, nimmt kein Ende. So wird jetzt wieder mit großer Emphase gefordert, England dürfe seine Rüstungen zu Wasser eund zu Lande nicht als eine Parteisach behandeln, sondern als eine nationale Angelegenheit. Deutschland verfolge unentwegt das Ziel, die Seemacht Englands zu brechen. Das wüßten alle Engländer, die in den letzten Jahren Deutschland bereist hätten. Deutschland verstärke seine Rüstungen, um England angreifen zu können, sobald die deutsche Regierung diesen Angriff für erforderlich hält.— Gegen solchen Unsinn helfen keine Vernunftsgründe. Marokko. Tanger, 3. Juni. In Casablanca kam es zu neuerlichen Zusammenstößen zwischen französischen und spanischen Polizeisoldaten. Infolgedessen verbot der französische Platzkommandant den Spaniern Patrouillengänge in die Stadt. General d'Amade läßt nicht mehr viel von sich hören; er befindet sich, den höheren Befehlen gemäß, auf dem Rückzug aus dem Innern nach Casablanca.— Eine Truppenabteilung Muley Hafids soll Besitz von Rabat, dem letzten Zufluchtsorte des Abdul Aziz, ergriffen haben. Trifft es zu, so ist der marokkanische Thronstreit erledigt. Landtagswahl. In der Hauptsache sind die Wahlschlachten geschlagen, und wenn auch das Gesamtbild noch so schleierhaft wie möglich ist und die angegebenen Zahlen hin u. her schwanken, so kann doch das Eine als sicher gelten, daß die Wahlen große Ueberraschungen nicht gebracht haben. Nicht einmal eine Ueberraschung ist es zu nennen, daß jetzt bereits 6 Sozialdemokraten als bestimmt gewählt zu gelten haben. Bei dem in letzter Zeit angewandten Terrorismus, den nur die öffentliche Wahl ermöglichte, stand etwas derartiges zu erwarten. Die neue Drittelung der Urwahlbezirke scheint das Resultat weniger zu beeinflussen als man wohl annehmen konnte. Was unsere Industriegegend, besonders die aufgeteilten Riesenwahlkreise anbelangt, so konnten die Nationalliberalen von den 3 Dortmunder Mandaten 2 sicher halten, während das Mandat Dortmund=Land bei der Stichwahlparole der Sozialdémokratie als verloren gelten muß, und zwar scheint Dortmund=Land in Zentrumsbesitz zu gelangen. Die beiden Mandate des Kreises Essen, die als ein Gesamtmandat im Besitz der Nationalliberalen waren, sind beide an das Zentrum verloren gegangen. Mülheim=Ruhr und Duisburg konnten die Nationalliberalen halten. Zunächst veröffentlichen wir nun die Nachrichten unseres gestrigen Extrablattes, um dann an Hand der neuesten Depeschen Umrisse der Wahlerfolge zu geben. Die in Klammern stehenden Zahlen bedeuten den Besitz der Parteien in den in Frage kommenden Kreisen im alten Landtage. Wahlkreis Hörde. Es wurden gewählt in: Schwerte: 46 Nationalliberale, 2 Sozialdemokraten; Lichtendorf, Geisecke und Villigst: 2 Natlib., 4 Sozialdem.; Holzen: 5 Nationalliberale, 1 Sozialdemokrat; Hörde: 98 Nationalliberale, 2 Stichwahlen; Barop: 14 Nationalliberale, 24 Sozialdemokraten; Annen: 34 Nationalliberale, 14 Sozialdemokraten; Wellinghofen(Hacheney, Niederhofen, Lücklemberg, Wichlinghofen): 8 Nationalliberale, 25 Sozialdemokraten; Sölde: 2 Nationalliberale, 8 Sozialdemokraten; Berghofen: 6 Nationalliberale, 18 Sozialdemokraten; Westhofen=Wandhofen: 11 Nationalliberale. Holzwickede: 17 Nationalliberale, 3 Sozialdemokraten; Opherdicke: 2 Nationalliberale, 4 Sozialdemokraten Schüren: 7 Nationalliberale, 12 Sozialdemokraten; Das Gesamtresultat im Kreise Hörde bringt annähernd für Westermann 300 Wahlmänner gegen annähernd 180 Wahlmänner für Hue. Die Wahl Westermann(natlib.) gesichert. Wahlkreis Dortmund=Stadt. Gewählt sind: 356 Nationalliberale, 244 Zentrum, 80 Sozialdemokraten. Schmieding's(natlib.) Wahl gesichert. Wahlkreis Hagen. In Hagen=Stadt wurden bis jetzt in der 1. und 2. Abteilung 140 Freisinnige und 20 Sozialdemokraten gewählt. (1 fl.). Westfalen. Stichwahl: zwischen Echterhoff(ft.) der Konservativen wahrTecklenburg und Zentrum. Minden=Lübbecke(2 K.). Wahl seoth 1 Herford=Halle. Bieleseld(Stadt und Lano, v. 9., J. 5116, 346 Liberale, 433 Konservative, 226 Sozialdemokral Wahlmänner. Es sind noch 28 Stichwahlen erforderlich. 20, meist konserv. Wahlbezirke stehen noch aus.(Stichwahl). Bochum(Stadt und Land)(neuer W.) 256 natl., 223 Ztr., 110 Sozd. 58 Stichwahlen zwischen natl. und Zentrumswahlmännern. In Bochum(Stadt) wählen die erste und zweite Abteilung, die den Ausschlag geben, erst heute(Donnerst.). Gelsenkirchen(Stadt und Land)(neuer W.). 371 Ztr., 310 natl., 35 Sozd., etwa 90 Stichwahlen. Hattingen, Witten(Stadt)(neuer W.) Gewählt: Dr. Haarmann(natl.) Münster=Koesfeld. 2 Zentrumskandidaten gewählt. Lüdinghausen=Beckum=Warendorf. 2 Zentrumsk. gew. Dortmund=Stadt. Schmieding(natlib.) gewählt. Dortmund=Land. Stichwahl Kremer(natlib.) 221, Gronowsky(Zentr.) 236, Sozialdemokraten 163. Gronowsky's Wahl wahrscheinlich. Hörde. Ehrenamtmann Westermann(natlib.) gewählt. Minden=Lübbecke. 2 Konservative gewählt. Rheinprovinz. Essen=Stadt(bish. natlib.). Zentrumskandidat gesiegt mit 378 gegen 321 Stimmen. Essen=Land(bish. natlib.) Zentrumskandidat Giesberts gesiegt mit 370 gegen 142 Stimmen. Lennep=Remscheid=Solingen(bish. 2 natlib. u. 1 Freis.) Wahl der 2 Nationalliberalen und des Freisinnigen höchstwahrscheinlich. Elberfeld=Stadt, Barmen=Stadt(bish. 1 Natlib. u. 1 Freis. Volksp.) Wahl der beiden Natlib. und Freis. gesichert Mettmann. Böttinger(natlib.) wiedergewählt. Duisburg=Oberhausen. Beumer(natlib.) wiedergewählt. Rees. Fritzen(Zentr.) wiedergewählt. Kleve. Loe=Berghausen(Zentr.) wiedergewählt. M.=Gladbach. Hitze und Wies(Zentr.) wiedergewählt. Neuß=Krefeld. Spee und Marx(Zentr.) gewählt. Mülheim=Ruhr.(natl. neuer Kreis.) Küchen(natl.) gewählt. Rheinbach=Bonn. 2 Zentrumskandidaten wiedergewählt. Düren=Jülich. 2 Zentrumskandidaten wiedergewählt. Koblenz=St.Goar. 2 Zentrumskandidaten wiedergewählt. Adenner=Ahrweiler. 2 Zentrumskandidaten wiedergewählt. Wittich=Berenkastel. 2 Zentrumskandidaten wiedergewählt. Hannover. Hannover=Linden.(natlib.) Natlib. 181, Sozialdemokraten 231. Letzterer gewählt. Diepholz=Syka.(natlib.). Meyer(natlib.) 139, Podbielsky (kons.) 62. Meyer gewählt. Nach den vorläufigen Ergebnissen der Urwahlen in der Provinz Hannover, die indessen im einzelnen noch der Vervollständigung bedürfen, werden sich die 36 Mandate der Provinz Hannover auf die Parteien voraussichtlich wie folgt verteilen: 18 nationallib., 11 freikons., 4 kons., 2 Zentr., 1 Sozialdemokraten. Die nationalliberale Partei verliert den Wahlkreis Linden an die Sozialdemokratie, ferner die Wahlkreise Hannover(Land)Springe und Verden=Rotenburg=Zeven an die Freikonservativen und Goslar=Marienburg an die Konservativen. Ostpreußen. In 12 Wahlkreisen wurden bisher gewählt: 16(18) Kons., 2(1) Freikonserv., 2(0) Nationalliberale, 3(4) Zentrum. Brandenburg. Berlin, 3. Juni, abends. Bis jetzt steht die Wahl von 8 Freis. Volkspartei, 2 Freis. Verein., 1 Nationall., 6 Konserv., 1 Freikons. und 2 Sozialdemokraten fest. Posen. In 5 Wahlkreisen sind gewählt: 5(4) Konservative, 7(8) Zentrum und 1(0) Pole. Sachsen. In 8 Wahlkreisen sind gewählt: 4(4) Konserv., 4(4) Natlib., 3(2) Freis. Volksp., 2(3) Freikonserv., 2(2) Zentr. Hessen=Nassau. In 6 Wahlkreisen sind bisher gewählt: 2(2) Konserv., 1 (1) Natlib., 2(2) Zentr.,—(1) Antisemiten. Dann in Frankfurt=Main: 444 Freis. Demokraten, 198 Nationalliberale, 179 Sozialdemokraten, 171 Stichwahlen. Gesamtresultate. Berlin, 3. Juni. Bis 11 Uhr abends konnten als bestimmt gewählt gelten 45 Konservative, 21 Freikonservative, 20 Nationalliberale, 5 Freis. Volkspartei, 2 Freis. Vereinigung, 24 Zentrum, 1 Pole, 3 Sozialdemokraten. Gesamtresultat aus Berlin. Berlin, 4. Juni,(vorm. 8 Uhr). 347 Wahlresultate sind bisher bekannt. 85 Resultate ständen demnach noch aus. Es folgt: Das Berliner Resultat: Im alten Landtag: Konservative: 111 142 Freikonservative: 53 65 Zentrum: 90 95 Nat.=Liberale: 53 76 Freis. Volksp.. 20 24 Freis. Vereinigung 7 9 Polen: 5 13 Dänen: 2 2 Sozialdemokraten: 6— Bund d. Landwirte:— 1 Deutschsoziale:— 1 Reformpartei:— 1 Fraktionslose:— 3 347 432 Um ihren alten Besitzstand zu wahren, müßten demnach von den 85 Mandaten noch erobern: die Konservativen 31, die Freikonservativen 12, das Zentrum 5, die Nationalliberalen 23, die Freis. Volkspartei 4, die Freis. Vereinigung 2, die Polen 8, die Dänen—, der Bund der Ländwirte 1, Deutschsoziale 1, Reformpartei 1. Die Sozialdemokraten haben bislang 6 Mandate gewonnen, während sie bisher kein Mandat besaßen. gesamt sind hinzuzuzählen auch noch die Mandate, die durch Teilung der Riesenkreise geschaffen wurden. Stadt und Umgebung. Schwerte, den 3. Juni. er(Schädlinge im Schwerter Wald.) Wie im vorigen Jahre, so haben auch in diesem Jahre die herrlichen Eichenbestände des Stadtwaldes wieder unter dem massenhaften Auftreten des schädlichen Eichenwicklers schwer zu leiden gehabt. In zahllosen Exemplaren hatten die gefräßigen Insekten das grüne Laub der Bäume derart abgefressen, daß die Aeste und Zweige vollständig kahl waren und einem der Aufenthalt im Walde wegen der ekelhaften Tiere, die massenhaft Tische und Bänke bedeckten, ganz verleidet war. Zur größten Freude aller Besucher des Stadtwaldes u. des Freischütz sind die Schädlinge seit heute verschwunden. Die Hitze der letzten Tage ist ihnen nicht gut bekommen und beginnt die Verpuppung der Insekten so schnell, daß in einem Tage der Wald von ihnen befreit sein dürfte. Hoffentlich werden sich auch die angegriffenen Bäume erholen und bald wieder in vollem Schmuck des grünen Laubes dastehen. *(Gauturnsest.) Am Dienstag wurde in der General= versammlung des Schwerter Turnvereins die vom Gauturnrat im Verein mit dem Festausschuß festgesetzte Festordnung bekannt gegeben und durchberaten. Sodann wurden die Eintrittspreise festgesetzt. Die aktiven und passiven Mitglieder zahlen, wie die auswärtigen Turner, einen Festbeitrag von 0,50 Mark, wofür ihnen das vom Verein herauszugebende Festbuch gratis geliefert wird. tt(Ansteckende Krankheiten.) In der Woche vom 17. bis 23. Mai wurden im Regierungsbezirk Arnsberg folgende Fälle von ansteckenden Krankheiten zur Anmeldung gebracht: Unterleibstyphus 13 Fälle, Pocken 2, Kindbettfieber 5, Scharlach 141 (darunter 3 zu Wandhofen), Diphterie 67(2 Schwerte, 1 Schnee, 2 Hörde, 1 Aplerbeck, 1 Holzwickede, 1 Annen), Genickstarre 4, Granulose 43(davon 3 zu Schüren, 1 zu Hörde).— Im gleichen Zeitraum starben an Magen= und Darmentzündung 18 Personen, an Krebs 16, an Lungenentzündung 50(1 Schwerte, 1 Aplerbeck), an Tuberkulose 48 Personen. d(Ein Verkehrshindernis) entstand gestern abend gegen 7 Uhr in der Hüsingstraße dadurch, daß von einem mit sechs schweren Buchenstämmen beladenen Fuhrwerk der Herren Gebr. Sohlenkamp die Seitenrungen brachen und die Bäume auf die Straße fielen, den Verkehr und Betrieb der Straßenbahn für einige Zeit sperrend. (In den Strang stürzte) gestern nachmittag ein junges Mädchen, welches am Ostentor mit dem Aufspülen der Wäsche beschäftigt war. Da jedoch Hilfe zur Stelle war, wurde die Maid wieder schnell aufs Trockene gebracht, und hat ihr jedenfalls bei dem heißen Wetter das kühle Bad nicht geschadet. (2) Ergste, 3. Juni.(Neuer Gendarm.) Mit Rücksicht auf die in Villigst ausgebrochene Maul= und Klauenseuche ist der Fuß=Gendarm aus Imert zur Ueberwachung des Gebietes nach hier stationiert worden. (?) Hennen, 3. Juni.(Kirmes.) Am 2. Pfingstfeiertage findet hierselbst die ringsum beliebte Sommer=Kirmes statt. Der Zuzug von Händlern scheint ziemlich groß zu werden. Wiederaufnahme d. öffentlichen Wetternachrichtendienstes in Norddeutschland. Der während der Sommermonate der letzten beiden Jahre durchgeführte öffentliche Wetterdienst wurde im laufenden Jahre mit dem 1. Mai wieder eingerichtet. Es soll durch Ausgabe von Wettervorhersagen und durch rasche Verbreitung von Wetterkarten in erster Linie den Landwirten Gelegenheit gegeben werden, das jeweils bevorstehende Wetter bei ihren Arbeiten besser berücksichtigen zu können. Den beteiligten Kreisen rufen wir nachstehend die wichtigsten Punkte über die Einrichtung des Wetterdienstes und seiner Aufgaben ins Gedächtnis zurück. Das Gebiet Norddeutschlands ist in 10 Wetterdienstbezirke eingeteilt, deren jeder eine Wetterdienststelle besitzt. Die Dienststellen haben ihren Sitz in Königsberg i. Pr., Bromberg, Breslau, Berlin, Hamburg, Magdeburg, Ilmenau, Weilburg, Frankfurt a. M. und Aachen. Alle diese Dienststellen empfangen an jedem Morgen durch Vermittlung der Hamburger Seewarte telegraphisch die Wetterbeobachtungen, die um 8 Uhr morgens an etwa 70 über ganz Europa verteilten Wetterstationen angestellt sind. Außerdem erhalten sie telegraphische Morgenberichte von einer Anzahl wichtiger Orte ihres Bezirks und Postkarten von einer großen Zahl über Deutschland verteilter Stationen, die das Wetter des Vortages melden. Mittels dieser verschiedenen Angaben werden Karten über die Witterungsverteilung in Europa hergestellt. Auf Grund von Vergleichungen dieser Karten mit denen der vorangegangenen Tage, sowie auf Grund genauer Beobachtungen der Witterungsvorgänge am Ort der Wetterdienststelle werden alsdann Wettervorhersagen für den nächsten Tag(von Mitternacht bis Mitternacht) aufgestellt. Diese Vorhersagen, die nach den klimatischen Unterschieden innerhalb des Bezirks für verschiedene Gebietsteile oft verschiedene Fassung erhalten, werden der nächst gelegenen Telegraphenanstalt bis 11 Uhr vormittags mitgeteilt, von dieser telegraphisch an alle Telegraphenanstalten des Bezirks gegeben und während der Sommermonate dort von 12 Uhr mittags öffentlich ausgehängt. Sie sind außerdem gegen mäßige Abonnementsgebühren durch die Post zu beziehen oder telephonisch zu erfragen. Die Vorhersagen kennzeichnen das Wetter kurz und sollen außerdem nach Möglichkeit regelmäßig aussprechen, ob am nächsten Tage Niederschläge zu erwarten sind. Außer der Vorhersage wird während des ganzen Jahres eine gedruckte Wetterkarte in den Vormittagsstunden hergestellt und baldmöglichst durch die Post verbreitet. Die Wetterkarte ist eine Landkarte, die mit einfachen und auf jedem Blatt erklärten Zeichen die Verteilung des Luftdrucks über ganz Europa darstellt und Angaben über Temperatur, Bewölkung, Niederschlag und Wind an den einzelnen Beobachtungsstationen enthält. Sie gibt also einen Ueberblick über die Wetterlage in Europa um 8 Uhr vormittags des Kartenausgabetages. Außerdem enthält die Karte eine kurze sachliche Schilderung der Witterungsverteilung und eine allgemein gehaltene Wetter hersage. Diese Karten erleichtern somit dem Leser das Verständnis für die am eigenen Wohnort beobachteten Witterungsvorgänge und geben ihm die Möglichkeit, seine eigenen Anschauungen über das Wetter zu vervollkommnen. Es wäre sehr zu wünschen, daß seitens der Gemeinden auf die Wetter uurmrrwurrrn Verbunden mit der„Schwerter Volkszeitung“ und dem„Schwerter Volksblatt“ Erstes und Tagesorgan des Kreises. Haupt=Annoncenblatt. Nr. 130. Donnerstag, den 4. Juni 1908. 40. 8 Pfingsten heute und vor 50 Jahren. Von Georg Paulsen. Der Wechsel in unseren Lebens=Verhältnissen und LebensGewohnheiten offenbart sich auch in den Aenderungen, welchen das äußere Bild der Pfingstfeier unterworfen worden ist. Der „Flug ins Weite“ und der Sport regieren heute, während einst die idyllische Heimatstimmung überwog. Wie konnte es auch anders sein in einer Zeit, in der man von Fahrrad und Automobil nicht die leiseste Ahnung hatte, die Zahl der Schienengleise recht begrenzt war eund jedem Bürger das heimische Stadtbild mit seiner näheren Umgebung als die Perle aller deutschen Auen galt. Sogar das Pfingstfestessen— der Spargel mit seiner Zutat — war ein anderes! Der Spargelbau ward verhältnismäßig wenig kultiviert, und eine Zeit, die ehrfurchtsvoll den Reizen noch der Jauerschen Wurst gegenüberstand, verstieg sich kaum zu höheren Delikatessen. Der bürgerliche Kalbsbraten war zu Pfingsten die Krone aller Genüsse, und Frühkonzert und Wanderung hatten den nötigen Appetit zu beschaffen. An den Nachmittagen strengte man sich nicht mehr übermäßig an; Kegel und ein Tänzchen ließen die Stunden schnell verfließen, zumal die Familien=Chronik zu den Feiertagen reich an Mitteilungen war. Das ist sie ja auch heute noch, aber die Kritik, die alle diese Vorkommnisse begleitete, bewegte sich doch in milden Grenzen. Und die Mode hatte sich dem langsamen Tempo, mit dem sich alles vollzog, gern oder ungern zu fügen. So war damals oben auf, was heute„weiße Fähnchen“ genannt wird, und für den männlichen Nachwuchs galt der brave Satz:„Das Habit von Vaters Vater ward aufs neu für ihn gewandt.“ Eine große Hauptsache bildete der Maien=Schmuck der Städte. Wir sind heute vergnügt, wenn wir an Tür und Fenster ein paar lichte Birkenzweige befestigen können, freuen uns, wenn uns von der Lokomotive und von den Wagen her die grünen Blätter lieblich grüßen. Der moderne Mensch hätte damals eine deutsche Stadt zu Pfingsten schauen sollen, namentlich die Mittel= und Kleinstädte— und wieviel Großstädte gab es denn damals?— boten oft ein prächtiges und poesievolles Bild, das alle spießbürgerliche Unbedeutenheit vergessen ließ. Die Birken waren billig, und so waren häufig damit ganze Straßenzüge in Wandelgänge aus belebendem Laub verwandelt. Vor den Häusern, an der Bordschwelle der holprigen Straßen, waren die Birkensträucher und Zweige in den Boden gesetzt, und so war eine reizvolle grüne Umrahmung geschaffen, hinter der sich behaglich ein Schoppen schlichten Bieres trinken ließ. Aber die größte Fest=Attraktion bildeten doch zumeist die Schützenfeste, die unter Teilnahme eines Wohllöblichen Magistrats, der den Schützenkönig geleitete, und der ganzen Bevölkerung begangen wurden. Da schloß sich keine Gesellschaftsklasse aus und die Schützentafeln zählten oft Hunderte von Gästen. Heute mag man über die alten Schützen=Uniformen— Waffenrock, Hirschfänger, Federhut und Gewehr— lächeln, damals bildeten sie den Gegenstand gerechter Bewunderung der ganzen Bevölkerung. Das konnte nicht so bleiben, als die einstigen engen Verkehrs=Verhältnisse aufhörten, die frühere Traulichkeit und Patriarchalität ein Ende nahm, aber in der Erinnerung der Alten tönt es doch hell wieder: Es war schön! Und einen Ersatz haben wir ja noch in den heutigen Schützenfesten resp. den im Sommer fallenden Vogelschießen, aber, wie gesagt, was damals die ganze Bevölkerung fesselte, ist heute nicht mehr. Sport und Verkehr, sie drücken, wie schon oben gesagt, dem lieblichen Fest ihren Charakter auf; aber, wenn sie auch am meisten von sich reden machen, es fehlt doch auch nicht an vielen, vielen echten Naturfreunden, die in dieser Zeit die ganze prächtige Natur ans Herz drücken möchten. Nur spricht man nicht groß von ihnen. Jede Zeit hat ihre Launen, und wir können sie darum nicht schelten. Aber mag mancher die gute alte Zeit in diesem Sinne„simpel“ nennen, schön, recht schön, traulich und anheimelnd war sie doch. Aus Stadt und Schwerte, den 4. Juni. der(Der Witterungs=Charakter dieses Jahres) geht ganz deutlich dahin, sich unvermittelt mit einem Male eines anderen zu besinnen. Das haben wir sowohl bei den Wetter=Umschlägen zum Guten, wie zum minder Guten erlebt. Alles war sprungweise, oft genug manchen schönen Plan über den Haufen werfend. Bei all' den kleinen Verdrießlichkeiten, die sich in dieser Beziehung einstellen können, ist immer noch das Glück, daß das Zünglein der Wage sich schnell wieder ändern kann, daß eine momentane schlechte Laune des Wettergottes doch nicht zum Verzicht auf freundliche Hoffnungen nötigt. Die letzten großen Feste waren nicht übermäßig vom blauen Himmel begünstigt und das diessährige vielsach ,weiße Ostern läßt die Erwartung nach einem wirklich lieblichen Pfingsten umso mehr berechtigt erscheinen. Die Entwicklung der poetischen und materiellen Lenzspenden hat gute Fortschritte gemacht. Ueberall blühen die Päonien, die Pfingstrosen, wie sie vielfach genannt werden, aber auch die eigentlichen Rosenknospen sind oft schon ganz stattlich. Nach den reifenden Kirschen; Erdbeeren, Stachelbeeren wirft die Jugend, die ihre Garten=Jagdreviere ganz genau kennt, lüsterne Blicke; nicht gar zu lange mehr, und der Tisch wird für ie gedeckt sein. Ins Freie ruft uns Pfingsten, und der Eisenbahn=Verkehr hat dafür schon reiche Vorbereitungen getroffen. So viele Fahrpläne, wie in diesen Tagen, sind noch nie studiert, soviel Einladungen, ins Weite zu fliegen, noch nie ergangen. Allerdings, muß es ins Ferne sein? Es klingt eigenartig, stimmt aber; mancher deutsche Zeitgenosse kennt vieles genauer, wie die Umgebung und die intimeren Reize seiner engeren Heimat. Und doch ist kein Stückchen Erde, kein stiller Winkel von der Natur so kümmerlich ausgestattet, daß es sich nicht verlohnte, ihn genauer kennen zu lernen. Nur eine Empfänglichkeit für die reizvollen Naturbilder muß gegeben sein, und an der fehlt es ja nicht selten. Alles wird gern recht großartig gewünscht. Aber die sogenannte Großartigkeit bildet oft nur einen Freibrief für Reklame. (Die Teuerungszulage für die Reichsbeamten) ist am 1. d. Mts. zur Auszahlung gelangt. Sie betrug über 23 Millionen, davon fallen 21 Millionen auf die Reichspostverwaltung. Die mittleren Beamten erhielten 150, die unteren 100 Mark. (Sonnenfinsternis.) Am 28. Juni findet in den Nachmittags= und Abendstunden eine ringförmige Sonnenfinsternis statt. Sie beginnt 2 Uhr 29 Min. nachmittags und endet 8 Uhr 31 Min. abends. Die Sichtbarkeit der Finsternis erstreckt sich über den östlichen Teil des Stillen Ozeans, den größeren Teil von Nordamerika, die nördlichen Küstengebiete von Südamerika, den nördlichen Teil des Atlantischen Ozeans, das nordwestliche Afrika und die südwestliche Hälfte von Europa. Von Deutschland streift der Finsternisschatten mit seinem äußeren Rande nur den südwestlichen Teil, so daß selbst in der günstigst gelegenen Gegend(Mülhausen im Elsaß) nur ein Fünfzehntel des Sonnendurchmessers vom Monde bedeckt wird, und die Finsternis hier nicht länger als 44 Minuten dauert. In der Gegend von Heidelberg, etwa die Mitte des von der Finsternis berührten deutschen Gebietes, findet die Mitte der Finsternis etwa 6 Uhr 41 Min. statt; ihre Dauer beträgt hier 31 Min. Poolie Roman von Seta von Starkenstein. 19 Ihr einziger Sohn, der Stolz und die Stütze ihres beginnenden Lebensabends, beabsichtigte, mit einer Tochter der verhaßten Frau sich zu verbinden, die ihr alles genommen, worauf sie einst berechtigte Ansprüche erheben zu dürfen geglaubt hatte. Die Verbindung durfte nicht stattfinden! Das Unerhörte vor ihren Augen in stummem Zuschauen geschehen zu lassen, vermochte sie nicht, Erik hatte vergessen, mit der Mutterliebe und Zähigkeit ihrer hartnäckigen Willenskraft zu rechnen. Zum mindesten wollte sie ihre vermeintlichen Rechte auf den Sohn mit allen ihr zu Gebote stehenden Waffen verteidigen, und einmal so weit, stand auch ihr Plan schon fest, sie wollte handeln. ** * An Nachmittag hielt vor der Eingangspforte von Elgardsruh der Wagen mit dem Eichhofer Wappen, der Kutscher öffnete den Schlag, und herausstieg mit entschlossenem Schritt die in eine schwarze Spitzenmantille und dunkle Seide gekleidete korpulente Gestalt der Frau Professor Melssen. Agues hatte sie kommen sehen und eilte klopfenden Herzens hinaus, die Dame zu empfangen, Eriks Mutter! Und mit so resolutem Gesichtsausdruck. Was mochte sie hierherführen? Dann stand sie der Gefürchteten gegenüber, glutübergossen, ein verlegenes Lächeln um die Lippen, doch weit entfernt, dem lieblichen Mädchen Beachtung zu schenken, äußerte sie nur den Wunsch, Frau von Hallör in einer besonderen Angelegenheit zu sprechen. Wenige Minuten später standen die beiden Damen im Wohnzimmer einander gegenüber. „Es ist lange Zeit vergangen, seit wir uns nicht gesehen, Albertine," begann Frau von Hallör, auf das Sosa deutend, wo e Angeredete sich niederließ,„um so mehr bin ich erfreut, Dich ehlich auf Elgardsruh begrüßen zu dürfen.“ Die Ruhe der Schriftstellerin, in deren noch immer schönem Antt ihr nicht der leidenvolle Zug entging, imponierte Frau Prosssor zu ihrem Aerger und mit dem Bemußtsein, daß selbst ihre vchmütige Miene kläglich dagegen abfiel „Den gestanden, liebe Natalie, wäre ich auch jetz tnoch nicht gekommen, wenn nicht eine besondere Angelegenheit mich hergeführt, und ich vermute, Du wirst den Grund derselben ahnen.“ „Ich weiß natürlich nicht bestimmt, worauf Du hindeutest, Albertine; ich denke jedoch, Du wünschest gleich mir, daß die Vergangenheit vergessen sei. Bist Du also da, mir die Hand zur Versöhnung reichen zu wollen, so nehme ich sie dankbar an, es soll fortan alles gut sein zwischen uns.“ „Du hast recht, es gibt Dinge, die am besten der Vergangenheit anheimgegeben bleiben, doch auch andere, über die eine gefühlvolle Frau sich nicht hinwegzusetzen vermag sprechen wir dentlicher. Ich meine, Natalie, daß es am besten ist, nicht an dem alten Staub zu schütteln, sondern die Sachen zu lassen, wie sie sind, und dazu bin ich sogar so frei, mir Deine Hilfe zu erbitten, die nach allem, was zwischen uns liegt, Du mir diesmal hoffentlich nicht versagen wirst.“ „Was meinst Du?“ fragte Natalie von Hallör tonlos, während auf deren blassen Wangen zwei heiße, rote Flecken sichtbar wurden. „Ich meine,“ erwiderte Albertine Melfsen mit zunehmender Erbitterung, daß es sich um meinen Frieden handelt, der diesmal durch meinen Sohn gefährdet wird. Seit er bei Dir verkehrt, ist eine Eutfremdung zwischen uns entstanden, welche ich den Eindrücken, die er auf Elgardsruh empfängt, zuschreiben muß. Mir wird klar, daß ich meinen Sohn verliere und er vielleicht die Absicht hegt, eine Verbindung anzuknüpfen, die ich selbstredend nie gutheißen werde. Erik hätte also in dem Falle zwischen mir und Euch zu wählen. Ich hoffe jedoch, Du wirst ein solches Sohnesopfer nicht annehmen, sondern vielmehr mit Deiner einflußreichen Macht die Neigung im Keime ersticken, und das von Dir zu fordern, siehst Du mich heute hier.“ „Mein Gott, was Du erwähnst, ist doch nur eine Vermutung, und sollte sie wirklich begründet sein, so ist es nicht zart von Dir, schon jetzt in dieser Weise daran zu rühren, Albertine. Ich bitte Dich, laß die Sache ruhig ihren Lauf nehmen, es ist nicht an uns, hemmend einzugreifen, wo ein so schönes und reines Bündnis sich zu knüpfen beginnt.“ Aber Frau von Hallörs beschwichtigende Mäßigung blieb nicht nur wirkungslos, sondern entfachte den Zorn der gereizten Gegnerin noch höher.„Aber es soll nicht sein, ich will auf keinen Fall Deine Tochter als die Frau meines Sohnes sehen, nachdem durch DeineSchuld mein ganzes Leben verkümmert worden ist.“ „Gut, ich werde versuchen, in Deinem Sinne zu handeln, da es mir ebenfalls nicht erwünscht sein kann, die Verbindung mit einer Familie einzugehen, der meine Tochter unwillkommen ist, obgleich ich meinen Einfluß schwerlich dazu verwenden werde, Agues zu einer Entsagung zu bewegen. die vielleicht ihr Lebensglück zerstören würde. Aber Deinem Sohne will ich, im Falle er mit mir darüber spricht, die Tragweite des Schrittes, den er gegen Deine Zustimmung unternimmt, vorhalten und wohl zu bedenken geben, dann mag er selbst entscheiden.“ Frau Professor war gezwungen, einzusehen, daß ihr Unternehmen mißglückt sei, diese Frau, die stets eine geschickte Schauspielerin gewesen, entschlüpfte ihren Händen, und was das ärgerlichste war, sie stand unter dem Schein ihres erborgten Rechtes und der Ueberzeugung unumstößlicher Wahrheit obendrein als Siegerin ihr gegenüber. Für die überreizten Nerven Frau von Hallörs aber mochte der Auftritt wohl zu viel gewesen sein, auf ihrem Gesicht wechselte fliegende Röte mit jähem Erblassen, und die Brust hob sich rascher, sie drückte auf den Knopf einer Klingel, und als Juliane erschien, bat sie Aques zu senden. Frau Professor hielt dies für den passendsten Zeitpunkt, sich zu entfernen, und wenige Minuten später hörten Mutter und Tochter erleichtert das Fortrollen des Eichhofer Wagens. „Meine einzige, liebe Mama," flüsterte Agnes, und die Hand der halb Ohnmächtigen an ihre Lippen ziehend,„seine Mutter hat Dir wehe getan?“ „Ja, Agues, ich hatte recht, es drohen uns allen schwere Kämpfe; aber wir werden standhaft bleiben.“ *„* — Noch war der Wagen mit Albertine Melssen eine Viertelstunde von Eichhofen entfernt, als Erik ihr entgegenkam. „Isabella, sagte mir, Du seiest nach Elgardsruh, äußerte er anscheinend gelassen, nachdem er vom Pferde gestiegen war und den Schlag geöffnet hatte. „Ja, ich hielt es für meine Pflicht, alles zu versuchen, Dich aus den Netzen einer Intrigantin zu befreien." 150,20 Westfalen und Rheinland. * Dortmund, 3. Juni. Heute abend stürzte der Schuhmachermeister Fernholz, Mariengasse 4 wohnhaft, infolge Ausgleitens die Treppe hinterrücks hinunter und erlitt derart schwere Verletzungen, daß er in wenigen Minuten starb. * Herne, 3. Juni. Ein Einbruchsdiebstahl wurde in der hiesigen evangelischen Kirche an der Werderstraße verübt. Die Diebe erbrachen sämtliche in der Kirche befindlichen Behälter und durchwühlten dieselben. Zum Glück waren die Wertsachen in diesen Behältern nicht untergebracht, so daß die Einbrecher mit leeren Händen wieder abziehen mußten. * S o e s t, 3. J u n i. B e i m S p i e l e n a m U f e r d e r R o s e n a u f i e l gestern nachmittag das etwa zwei Jahre alte meisters Büttinghaus im benachbarten Dorfe Bad Sassendorf das Wasser und ertrank. Erst nach längerer Zeit wurde die Ie Altena, 3. Juni. Weitere Brückenverstärtungen. Gleichwie in Letmathe, hat man gestern mit Verstarkungen der Lennebrücken der Ruhr=Sieg=Bahn auch zwischen Grevenbrück und Finnentrop und zwischen Weidenau und Geisweid begonnen. brurterneh * Velbert, 3. Juni. Tierqualerei. Ein Fuhranternehmer aus Essen hatte in Isenbügel sein Pferd gegen ein schweres Karrenpferd eingetauscht und jagte mit dem Tiere den schlechten Galgenweg hinan. Dann kehrte er mit dem Tiere, das anderen Tages infolge der Hetzjagd verendete, zurück, erbrach den Stall des Gutsbesitzers Trost und zog sein früheres Pferd an der Zunge eine Strecke hinter sich her. Die Nachbarn, die entrüstet Einspruch gegen diese Quälerei erhoben, blieben ungehört. Ein gerade anwesender Gendarm nahm sich des Tieres an und brachte es in den Stall zurück. Da die Sache zur Anzeige gebracht ist, dürfte den rohen Menschen die verdiente Strafe treffen. * Siegen, 3. Juni. In dem Orte Weischenennest im Sauerlande hat die Frau des Maurermeisters Baumhoff ihrem jüngsten Kinde den Hals durchschnitten. Die Tat ist im Wahnsinn geschehen; die Frau hat den Mord bereits eingestanden. Schon vor einiger Zeit hatte sich die Frau mit Selbstmordgedanhen getragen. Sie hatte sich auf eine Bahn gelegt, war aber kurz vor dem Passieren des Zuges gerettet worden. * Ahaus, 1. Juni. Wie man Schützenkönig werden kann. Machen da gestern einige hiesige Herren eine Ausfahrt und kommen in eine Bauerschaft zwischen Darfeld und Horstmar, wo gerade Schützenfest gefeiert wird. Die Schützen gestatten den fremden Herren, sich am Schießen zu beteiligen, und ehe man sich's versehen hatte, holt ein Kernschuß eines Ahauser Herren den Vogel aus luftiger Höhe herunter. Was nun? Die Schützenbrüder kennen Spaß, sie dekorieren den neuen König mit einem riesigen Eichenkranz, lassen dem alten König das Zepter und feiern getrost und wohlgemut weiter, diesmal unter dem Regime zweier Könige. Siegesfroh trafen abends die Herren hier wieder ein, der Schützenkönig im vollen Schmucke seines erworbenen Eichenkranzes! * Kalk, 3. Juni. Als am Himmelfahrtstage gegen Abend der Besitzer des in der Nähe von Ostheim gelegenen Hofgutes Plantage mit seinen beiden Verwaltern einen Rundgang durch seine Besitzung machte, stieß er mit zwei Wilderern aus Westhoven zusammen, die eben damit beschäftigt waren, ihre Waffen zusammenzusetzen. Die Ueberraschten setzten sich sofort zur Wehr, und es kam zu einem verzweifelten Kampfe. Die Wilderer wurden jedoch, obwohl sie sich mit Gewehrlauf und Gewehrschaft verteidigten, schließlich überwältigt und nach Abgabe ihrer Waffen und Feststellung ihrer Personalien freigelassen, aber sofort zur Anzeige gebracht. * Düsseldorf, 3. Juni. Aller Warnungen in der Presse ungeachtet scheint der spanische Schatzschwindel mit den angeblich vergrabenen 800000 Francs noch immer ausgezeichnet zu florieren. Es geht dies mit Deutlichkeit aus dem folgenden neuesten Erlaß des Düsseldorfer Regierungspräsidenten hervor: „In der letzten Zeit häufen sich die Fälle, in denen immer wieder Leute den äußerst plumpen Betrugsversuchen der sogen. spanischen Schatzschwindler zum Opfer fallen. Ab und zu wird zwar die Festnahme einzelner Schwindelbanden durch die spanische Polizei bekannt, in den meisten Fällen jedoch verlaufen die eingeleiteten Untersuchungen völlig ergebnislos, da entweDunkle Roman von Seta von Starkenstein. 20 Mutter!" Vorwurf, Scham und tiefste Betroffenheit klangen aus dem einen Wort.„Das war vergeblich,“ fügte er in eisigem Tone hinzu,„was Du zerstören wolltest, wurde durch Dein unbefugtes Eingreifen nur beschleunigt! Sollte ich bisher wirklich noch geschwankt haben, Frau von Hallör um die Hand ihrer Tochter zu bitten, jetzt bin ich gezwungen, es sofort Albertine Melssen stieß einen heiseren Schrei aus, ihre Hände ballten sich krampfhaft; sie wollte beschwörend den Sohn am Arme festhalten, doch er hatte sich schon abgewandt, bestieg das Pferd und jagte im Galopp nach Elgardsruh zu, während seine Mutter ächzend in die Kissen sank. „Verzeihung, gnädige Frau, daß ich so ungestüm zu Ihnen hereindringe, aber es gibt Augenblicke, wo eine starke seelische Erregung uns zu raschem Handeln treibt. Ich kann Ihnen nicht beschreiben, wie es mich erschreckt hat, als ich zu Hause erfuhr, daß meine Mutter hierher gefahren sei, darf ich hoffen, daß Sie den Sohn nicht entgelten lassen, was seine Mutter im Uebereifer versah." Aus Eriks sprechenden Augen leuchtete die innige Beredsamkeit einer tiefempfundenen Bitte. Frau von Hallörs Zorn war verloht, aber die Empörung brannte noch auf ihrem blassen Gesicht.„Ich habe gelernt, mein lieber Doktor, jeder Natur und ihren Gefühlsausbrüchen Rechnung zu tragen. Wir sind nicht alle gleich geartet und bedürfen überall der Nachsicht, die wir selbst in erster Linie üben sollen!“ Erik atmete auf.„O, gnädige Frau, ich wollte, es gelänge mir, Ihnen auszudrücken, wie unbegrenzt meine Verehrung für Sie ist, und deshalb empfinde ich auch nichts so dringend als den Wunsch, in geringem Maße wieder gut zu machen, was meine Mutter an Ihnen gesündigt hat. Sie ahnen bereits, wie es mit meinem Herzen steht, und so möchte ich Sie bitten, mein Leben Ihrer Tochter weihen zu dürfen. Ich bitte hiermit um Agues' Hand und bin überzeugt, Sie sind zu gütig und einsichtsvoll, um mir das ersehnte Recht zu versagen, Aques' edle Mutter auch die meine zu nennen.“ Ich frage nicht, Herr Doktor Melssen, ob Sie diesen wichtigen Schritt auch reiflich überlegt haben, und Aques im stande der der Führer der Bande spurlos verschwunden ist oder sonstige Zufälligkeiten eine Fortführung des Gerichtsverfahrens unmöglich machen. Unter diesen Umständen verspricht die Verfolgung einzelner Betrugsfälle auf diplomatischem Wege keinen Erfolg und es werden daher in Zukunft dahinzielende Anträge in der Regel keine Berücksichtigung finden können. Ich empfehle daher dem Publikum den Selbstschutz als einzig wirksames Mittel gegen den Schatzschwindel.“ °4 Barmen, 1. Juni. Der 23jährige Galvaniseur Bernhard Becker ging am Sonntag morgen in betrunkenem Zustande irrtümlich an der rheinischen Eisenbahnstrecke entlang. Er wurde von einem Zuge erfaßt, schwer verletzt und verstarb nach der Amputation des rechtenArmes im Krankenhause. * Barmen, 3. Juni. Durch Blitzschlag entstand gestern früh im Umschalteraum des Telephonamts Feuer, das aber bald gelöscht war. Zirka 600 Anschlußleitungen wurden zerstört, auch etwa 20 Fernleitungen sind gestört. Letztere waren bald wieder betriebsfähig. * Duisburg, 3. Juni. Automobil=Unglück. Auf der Strecke von Düsseldorf nach Kleve rannte bei Rheinberg ein mit 5 Personen besetztes Automobil mit voller Wucht gegen einen Baum. Der Führer des Wagens, zwei Kinder und eine Dame wurden schwer verletzt. Die letzte Person wurde leicht verletzt. Der Wagen wurde vollständig zertrümmert. * Oberhausen, 2. Juni. Heute früh 5 Uhr entstand in dem in der Stöckmannstraße belegenen Gebärde der Möbelfirma Dickerboom sen. und zwar in der Werkstelle des Seitenanbaues aus bisher unbekannter Ursache Großfeuer, das bald einen bedeutenden Umfang annahm und sich auf das Vorderhaus ausbreitete. Nur dem Umstande, daß Dickerboom gegenwärtig im Umzuge begriffen ist und das Haus fast vollständig geräumt ist, ist es zu verdanken, daß größerer Schaden nicht angerichtet wurde. Buntes Allerlei. Der geforderte Staatsanwalt. Der Karlsruher Staatsanwalt Dr. Bleicher hat die Pistolenforderung des Frhrn. von Reitzenstein abgelehnt, gleichzeitig aber gegen den Herausfordernden das Strafverfahren beantragt. Die„feindlichen Brüder“. Der deutsche Ballon„Zeppelin“ landete mit zwei Straßburger Pionieroffizieren in Toul in Frankreich. Der Ballon schwebte längere Zeit oberhalb eines Forts. Eine französische Kompagnie schleppte ihn nach Dommartin, die beiden französischen Leutnants gewannen aber die Ueberzeugung, daß die deutschen Offiziere keinerlei Aufzeichnungen gemacht hatten. Alle vier verlebten im Kasino einen gemütlichen Abend. Feuer entstand in der Pariser Telephonzentrale durch Kurzschluß. Alle Säle mußten geräumt werden. Zugzusammenstoß. Bei Wien stieß ein Personenzug auf eingleisiger Strecke mit einem Güterzug zusammen. 16 Personen wurden verletzt, davon 2 schwer. Schiffbrüchige unter Menschenfressern. Aus dem Kongo nach Lüttich zurückgekehrte Belgier erzählen schauerliche Einzelheiten über den Untergang des Dampfers„Ville de Bruges“ auf dem Kongoflusse. Als das Schiff bei Umanghi dem Ufer zusteuerte, wurde es durch die Gewalt des Sturmes umgeworfen. Der Kapitän und ein Leutnant wurden ins Wasser geschleudert. Es gelang zwar beiden, sich an das Ufer zu retten; sie wurden aber, kaum gekandet, von den feindseligen Eingeborenen gegriffen und erschlagen. Ihre Leichen wurden verspeist. An Bord des Schiffes befanden sich noch drei weiße Kongobeamte, die sich im Speisesaal aufhielten, als das Unglück erfolgte. Es ist sicher, daß sie ebenfalls umgekommen sind und ihre Leichen von den Eingeborenen verspeist wurden, da keine Spur von ihnen aufzufinden ist. Außer den fünf Weißen ertranken, dem Bericht der Berliner Blätter zufolge, 14 Neger! Der Heizer des Dampfers, ebenfalls ein Weißer, wurde wahnsinnig im Walde umherirrend aufgefunden. Todessturz eines Luftschiffers. In New=Jersey in Nordamerika machte ein Luftschiffer einen Ballonaufstieg in Anwesenheit von Hunderten von Zuschauern. In Höhe von 600 Mtr. wollte er sich mit einem Fallschirm herablassen; der versagte aber, und der Luftschiffer stürzte zu Tode. sein wird, Ihnen das zu ersetzen, was Sie vielleicht an dem Muttecherzen einbüßen werden. Sie sind Mann genug, hierüber mit sich im reinen zu sein. Ich glaube Ihnen, Erik. So sagen Sie es ihr denn selbst, und möge dieses Bündnis, das so stürmisch begonnen, friedlich ausgehen! Das soll heute mein stilles Gebet für Sie beide sein!" Agnes saß unterdessen in ihrer Mutter Arbeitszimmer. Zitternd, keines klaren Gedankens mächtig, versank die Wirklichkeit in dem Traumempfinden ihres jungen Glücks. Doktor Melfsen sprach so lange mit der Mama, was bedeutet die endlose Unterredung, hatte die kurze Seligkeit schon jetzt ein jähes Ende erreicht? Da kamen seine Schritte die Treppe herauf, ein rasches Pochen, und wortlos standen sie einander gegenüber. „Agues, darf ich von dem sprechen, was mich bewegte, seit wir uns kennen lernten?“ Sie sah zu ihm auf, keines Wortes mächtig, mit der Empfindung, als vergingen ihr in schwindelndem Entzücken die Sinne. „So täuschte ich mich nicht, als ich in Deinen Augen das zu lesen glaubte, was für mich sprach, Agnes?“ Er zog sie an sich und küßte ihre Stirn. „Ich kann es nicht fassen, daß Sie mich gern haben, Erik, hauchte sie unhörbar.“ „Ja, mein Liebling, ich liebe Dich.“ Sie stand, von seinem Arm umfaßt, versunken in seligstem Empfinden. So fand sie Frau von Hallör, worauf verabredet wurde, noch am selben Abend in aller Stille eine Verlobungsfeier zu begehen. Es waren unvergeßliche Stunden für alle drei. Sie saßen in dem Eckchen unter der Phönixpalme; und um dem jungen Paare später nach dem Mahle Gelegenheit zu zwangloserem Aussprechen zu geben, setzte Frau von Hallör sich im Nebenzimmer an das Pianino, und unter den Tönen des Instrumentes planderten sie von sonnigen Zukunftsträumen. Sie hatten kaum bemerkt, daß es schon Mitternacht geschlagen hatte, als die geduldige Mutter endlich das Instrument schloß und lächelnd ankündigte, es sei nun Zeit, sich für heute zu trennen. Ein dunkler Tag. Die Blumen im Parke von Eichhofen leuchteten nach dem Frühregen in sattem Farbenglanze. Ueber den Rasenflächen unter den alten Baumkronen schwebt ein grünund das Die Jugendgerichtshöse finden nicht ungeteilten Beifall. Im sächsischen Landtage maß ihnen Justizminister von Otto nur eine untergeordnete Bedeutung bei. Am das Uebel an der Wurzel zu fassen, müßte eine andere Auswahl der Schöffen, Beschränkung der Oeffentlichkeit und Aenderung der Verfassung vorgenommen werden, damit der Staatsanwalt nicht bei jeder Sache einzugreifen verpflichtet ist. Der Minister versprach sich bereits viel von dem neuen sächsischen Fürsorgeerziehungsgesetz. Gemälde als gute Kapitalsanlage. Ein bemerkenswertes Beispiel von einer außerordentlichen Preissteigerung bei Gemälden brachte eine der letzten Versteigerungen bei Christie in London. Es handelt sich um zwei Porträts von Gainsborough, Bildnisse seiner Tochter Marie und seiner Frau; als diese das letzte Mal im Jahre 1878 zur Versteigeung gelangten, erzielten sie 8120 und 7675 Mark. Jetzt aber brachten sie 96.750 und 56 975 Mark. Gegen den Vogelmord! Was den Schutz der Vögel angeht, sind die Bewohner der germanischen Länder entschieden„bessere Menschen", während im Süden Europas alljährlich Tausende und Abertausende von Singvögeln vernichtet werden. All' die vielen empörten Berichte darüber, alle flammenden Aufrufe haben nichts oder wenig genützt, wenigstens soweit Italien und Spanien in Betracht kommen. In Frankreich dagegen scheint jetzt endlich auch eine Bewegung zum Schutz der Vögel einzusetzen. Wie die Wochenschrift„English Mechanic“ erfährt, hat Prof. Corcelle in Chamberi einen Aufruf ans Volk gerichtet, worin er auf den Massenmord der kleinen Vögel, namentlich von Lerchen, Finken und Drosseln und auf die Gefahr hinweist, daß bei Fortsetzung des bisherigen Verfahrens diese Vogelarten bald ganz ausgerottet sein würden. Hoffentlich hiltf's etwas! (Alle unter dieser Rubrik besprochenen Bücher sind in der Carl Braus'schen Buchhandlung zu haben.) Für Sammler jeder Art ist der„Sammel=Sport“., Allgem. Anzeiger für Sammelwesen, geradezu eine Fundgrube, denn diese neue Zeitung bildet die Börse für Ein= und Verkauf und Tausch aller Sammel=Objekte, mögen dieselben Münzen oder Antiquitäten, Bilder, Radierungen, Kunstgegenstände oder Bronzen sein, oder Ex=Libris, Siegel, Briefmarken, Stempelmarken, Postkarten, Liebigbilder etc. heißen, Mineralien, Käfer oder Schmetterlinge etc. sein. Ganz einerlei, durch den SammelSport allein kann er seine Sammlung leicht durch Kauf vergrößern oder durch Tausch erweitern, da jeder Abonnent(Preis pro Jahr nur Mk. 1.—) ein kleines Inserat kostenlos erhält. Jeder Interessent erhält auf Verlangen gegen Doppelkarte eine Probenummer kostenlos von der Leipziger Export= und Verlagsgesellschaft m. b. H. in Leipzig. 2563 Standesamt Ergste. (Monat Mai.) Geburten. 1 Sohn: Althändler Karl Adolf Gronemeyer zu Höfen.— 1 Tochter: Hülfsweichensteller Wilhelm Marquis zu Steinberg; Maschinist Friedrich Lueg zu Steinberg. Aufgebote. Lagermeister Ludwig Karl Eduard Selve und Witwe Friederike Luise Vonhoff geb. Wiemhoff, beide zu Ergste. Eheschließungen. Konditor Ernst Schmalenberg zu Gummersbach und Martha Brune zu Knapp; Schreinergeselle Paul= Bartenbach und Leonie Sikora, beide zu Ergste. Sterbefälle. Witwe Karoline Schulte gen. Börsting, geb. Stricker, 84 Jahre, zu Höfen, Gemeinde Ergste. Verantwortlich: Für Politik, Feuilleton und verwandte Gebiete: Friedhelm Kemper; für Provinz und Lokales: Friedr. Kraas; für Inserate und Reklame: Tilman Vasen. Druck und Verlag von Carl Braus, sämtlich zu Schwerte. Als höchste Auszeichnung wurde auf der Kochkunst=Ausstellung in Lübeck der Maggi=Gesellschaft, Berlin, die silberne Staatsmedaille der Freien= und Hansestadt Lübeck zuerkannt. Die Maggi=Gesellschaft besitzt nunmehr 10 deutsche Staatspreise, darunter auch denjenigen von Preußen. lich in den dunklen Gründen sich verlierender Schimmer. Zwei Störche segelten lautlos über den stillen Wipfeln hin dem fernen Dorfe zu. Zuweilen fuhr ein leiser Windstoß durch das feuchte Blätterwerk, dann fällt ein duftender Tauregen auf die Erde. Eine Zigarre rauchend, ging Sven Torbald nachdenklich in der kleinen Allee der Hängebirken, die aumutig zu beiden Seiten die zierlichen Gewinde neigten, auf und ab; er hatte früh von seinem Anwalt gute Nachrichten erhalten, seine Prozeßangelegenheit stand so günstig, daß an einem Erfolg für ihn kaum noch zu zweifeln war. Unten am Ausgang der Allee stand ein Pavillon, zu dem von allen Seiten uffeue Eingänge über ein paar Stufen führten. Dort erschienen in diesem Augenblick Mathilde und Jnga. Er trat in einen Seitenweg ein, um nicht von ihnen gesehen zu werden und ungestört den Plänen weiter nachzuhängen, die mit dem Erfolg seiner Sache der Verwirklichung entgegenreiften. Aber die Gedanken irrten doch hin und wieder ab, wenn se helle Stimme des kleinen Mädchens zu ihm herüberdrang. is ließ ihn unbewegt, doch unwillkürlich mußte er an eherin denken; sonderbar. Wenn er jetzt zuweilen Mathilde sichner ansah, war es ihm, als wäre er ihr schon irgendwo mmal begeguet, flüchtig tauchte aus der Erinnerung ein Bild uf, doch zu verschwommen, um es festzuhalten. Oder sollte es äuschung sein und eine Aehnlichkeit ihn necken. Nein, auf Täuchung beruhte es nicht, er hatte dies ernste, sympathische Mädhenantlitz schon gesehen. Jetzt kam Mathilde, ein offenes Buch in der Hand, in dem je las, die Allee herab, Sven Torbald konnte ihr nicht läuer ausweichen. Sie sah noch ernster aus wie sonst, denn Frau Professor hatte begonnen, ihr das Leben schwer zu machen. Koch war es nur eine versteckte Opposition, die sich in kleinen Nadelstichen kundgab, welche hinreichten, ihr die Abneigung der älteren Dame, sowie deren Wunsch, sie von Eichhofen zu entfernen, zu verraten; und es bedurfte eines nicht geringen Auf wandes von Energie, diese Attacken spurlos an sich vorübergehn Aufrichtige Zuneigung aber hatte sie zu Isabella gefaß die in dem Maße, wieihre Mutter anspruchsvoller gegen Masilde wurde, sich um so freundschaftlicher gegen sie benahm. RE Tuster. Joppen, Treu Joppen in allen Weiten empfiehlt 2350 I Schwerte, Ostenstraße18. -er ee ä zur Glanzbügelei! Man nehme einen Teelöfsel vol. Holstes Mätthülfe Erleichterrdas Glanzieren ∆ Nacht die Wäsche eleganf) KOR Zu haben in den meisten Drogen=, Colonialwaren= und Seifengeschäften. ** Für das Pfingstfest! Dr. Octker's Streuselkuchen. Zutaten zum Teig: 1 Pfd. Mehl, 1 Päckchen Dr. Oelher's Backpulver, 125 g Butter, 80 g Zucker, 2 Eier ¼ Milch oder Rahm— Zutaten zum Streusel: 200 g Butter. 250 g Zucker, ½ Päckchen Dr. Oetkers's Vanillinzucher, 20 g Zimt, 300 g Mehl.— Jubereitung: Rühre die Butter zu Sahne, füge Zucker, Eier, Milch, Mehl,(letzteres mit dem Backpulver gemischt,) hinzu. Den geschmeidigen Teig drücke mit mehlbestäubten Händen auf dem gebutterten Blech nach allen Seiten auseinander. Der Teig soll nicht höher als 1 cm sein. Man überpinselt ihn mit zerlassener Butter und streut den Streusel darauf, welchen man folgendermaßen zubereitet Die Butter läßt man zerlaufen, gibt dann Jucker Vanillinzucker, Mehl und Zimt hinein und rührt die Masse, bis sich alles gebunden hat. Dann menigt man den Streusel mit den Händen und streut ihn über den Kuchen, den man bei Mittelhitze backt. 2586 Nur Dr. Oelker's weltbekannten Präparate bürgen für gutes Gelingen seiner Originual=Rezepte. Speise kartoffelng empfiehlt billigt C. 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J Weinbergen de bauer Ehnen be Gr an da Di me de Wi ehl ric Wa ein VO da W: me Ar der teil sel Zur grö des für H In den Kr Erkrankungen al tagung der Kra chlossen ist, so ieder Fall von Krankheit unverz Zu den Ze ungen an Wind Schwerte, 1441 karte abonniert würde, um sie an allen Telegraphenanstalten, Dienstgebäuden, Schulen oder an sonst geeigneten Plätzen auszuhängen. Auch ist zu hoffen, daß zahlreiche Private von der Möglichkeit des billigen Abonnementsbezuges(monatlich 50 Pfg.) Gebrauch machen. Sämtliche Postanstalten nehmen Bestellungen entgegen. Da der Wert der Wetterkarten durch tunlichst beschleunigte Zustellung erhöht wird, wird alles versucht werden, um die Zustellung an die Abonnenten noch im Laufe des Ausgabetages zu bewirken, soweit dies überhaupt nach den postalischen Einrichtungen möglich ist. Es muß auch jetzt wieder ausdrücklich hervorgehoben werden, daß der Wetternachrichtendienst eine neue Einrichtung ist, die immer noch mehr oder weniger den Charakter eines Versuchs trägt und dementsprechend zu beurteilen ist. Wenn demnach zurzeit nicht erwartet werden kann, daß sich der Wettervorhersagedienst als eine durchweg einwandfreie Einrichtung erweist, so wird doch dies Ziel umso eher und umso vollständiger erreicht werden, je mehr die beteiligte Bevölkerung durch verständnisvolles Eingehen auf die geschilderten Verhältnisse zur Ueberwindung der Schwierigkeiten und zur Förderung des Gelingens beiträgt. Letzte Drahtmeldungen. Rauferei. München, 3. Juni. In Roßbrunn bei Würzburg kam es bei einem Radfahrerfest zu einer Rauferei, an der sich die ganze, 438 Einwohner zählende Gemeinde aufs eifrigste beteiligte, so daß schließlich Feueralarm geblasen werden mußte, um Ordnung zu schaffen. Es gab eine Menge Verwundete. Der ganze Vorgang hat den Charakter des Landfriedensbruchs angenommen und wird schlimme Folgen für die Beteiligten haben. Geheimnisvolle Reise. Sosia, 3. Juni. Gestern ist Fürst Ferdinand unter geheimnisvollen Umständen aach Wien abgereist. Die Reise wurde 24 Stunden verheimlicht. Politische Kreise bringen sie in Verbindung mit dem kombinierten Vordringen griechischer und serbischer Banden in Mazedonien. Man glaubt, der Fürst wolle beim Wiener Auswärtigen Amt persönlich sehr ernste Vorstellungen erheben. Dernburg in Kapstadt. London, 3. Juni. Nach Meldungen aus Kapstadt wird Staatssekretär Dernburg dort allgemein symparhisch begrüßt. Die Cape Times erklärt in einem herzlich gehattenen Leitartikel: Wir sind überzeugt, daß Dernburg bei der Durchführung seiner Studien jedwede Unterstützung von den verschiedenen Regierungen Südafrikas erhalten wird. Unglückliche Mutter. Frankfurt a. M., 4. Juni. Die Frau des Werkmeisters Jaenke, die vor kurzem ihre drei Kinder mittels Gas vergiftet hatte, wurde aus dem Hospital in das Untersuchungsgefängnis gebracht. Die Frau weiß vorläufig noch nicht, ob ihre Kinder tot sind. Vom Weinbau. Trier, 4. Juni. Ein schweres Gewitter richtete in den Weinbergen der Obermosel großen Schaden an. Der Weinbauer Ehnen berechnet seinen Schaden auf 150000 Mark. Tod durch Blitzschlag. Landsberg, 4. Juni. fIn der Neumark wurden in der vergangenen Nacht sechs Personen durch Blitzschlag getötet. Gera, 4. Juni. Ein Gewitter hat die ganze Ernte vernichtet. Ein Mann wurde auf der Landstraße vom Blitz getötet. Oppeln, 4. Juni. Bei einem heute morgen niedergehenden Gewitter wurde ein Arbeiter vom Blitz getötet und zwei ihn begleitende Kinder betäubt. Hitzschlag. Nürnberg, 4. Juni. Bei einem hiesigen Infanterie=Regim. wurde gestern ein Hoboist von einem Hitzschlag getroffen und war sofort tot. Der Unglücksfall wird auf Ueberanstrengung der Musikkapelle zurückgeführt. Hainau, 4. Juni. Der Musikschüler Frötel wurde vom Hitzschlag getroffen und starb nach wenigen Stunden. Verhaftet. Glogau, 4. Juni. Der Inhaber der in Konkurs befindlichen Juwelierfirma Weitz, Herr Willy Rotte, ist unter dem Verdacht, Wechselfälschungen begangen zu haben, verhaftet worden. Feuer in der Kirche. Venedig, 4. Juni. In der Kirche von St. Travaso, Provinz Venedig, brach während der Messe Feuer auf dem Hauptaltar aus und verbreitete sich rasch. Das Feuer zerstörte ein wertvolles Gemälde von Lazzarini, darstellend das Martyrium zweier Heiligen. Studentenstreik. Wien, 4. Juni. Infolge der Schließung der Innsbrucker Universität hat heute an sämtlichen deutschen Universitäten der Streik der Studenten begonnen. Die Universität und die technische Hochschule in Graz wurden auf Veranlassung der Regierung sofort gesperrt. In Wien blieben heute die Hörsäle vollkommen leer. Der Anschluß der nichtdeutschen Studentenschaft an den Streik wird erwartet. Fall Eulenburg. Berlin, 4. Juni. In der Strafsache gegen den Fürsten Eulenburg sind bisher etwa 200 Zeugen vernommen worden, die sich auf verschiedene Städte verteilen. Vernehmungen haben stattgefunden in Berlin, Potsdam, Liebenberg, München, Stamberg, Wien, Paris, Oldenburg usw. Sämtliche Zeugen sind schon in der Voruntersuchung vereidet worden. Wie verlautet, soll die Voruntersuchung in diesen Tagen abgeschlossen werden. Die Akten gehen dann an die Königliche Staatsanwaltschaft, die die Anklage erhebt und die Sache noch in der nächsten Schwurgerichtsperiode, die in der letzten Juniwoche beginnt, zur Verhandlung bringen zu können hofft. Die Anklage wird vertreten werden von dem Oberstaatsanwalt Dr. Isenbiel und dem Staatsanwalt Rasch. Freigesprochen. Bielefeld, 3. Juni. Die hiesige Strafkammer hat den früheren Diener Hinzpeters von der Anklage der gesetzwidrigen Aneignung der Kaiserbriefe an Hinzpeter freigesprochen. Der Staatsanwalt hatte drei Monate Gefängnis beantragt. Büchertisch. Alle unter dieser Rubrik besprochenen Bücher sind in der Carl Braus'schen Buchhandlung zu haben. Ueber Briefmarken=„Funde“, die oft ein Vermögen bedeuten, weiß„Die Post“ Interessantes zu berichten. So fand eine Dame in Georgetown in Britisch=Guiana bei Durchsicht alter Briefschaften ein Doppelstück der alten, runden 2 Cent=Briefmarke, die sie für nahezu wertlos hielt und in die Sammelbüchse der dortigen katholischen Kirche warf. Der Kanonikus vermutete, daß diese Gabe nicht so wertlos sei, wie die Spenderin dachte, und setzte sich mit einer Briefmarkenhandlung in Verbindung, die ihm für die Marke 205 Lstrl. zahlte. Dies war im Jahre 1896. Im Jahre 1897 wurde diese Briefmarke für 650 Lstrl. verkauft, und drei Jahre später erzielte sie bei einer öffentlichen Versteigerung in London 1000 Lstrl.(20000 Mark). Vor zwei Jahren fand, ein Herr in London unter den Briefschaften seines Vaters ein Schreiben, in dem diesem ein Schuldner 2 Lstrl. in acht Fünfschilling=Marken eingesandt hatte. Diese waren in dem Briefumschlag liegen geblieben. Der Finder ging zum nächsten Postamte, um sie einzulösen, wo man ihm aber sagte, daß sie nicht länger gültig seien und er sich nach Somerset House wenden müsse. Auf dem Wege nach dem Strand kam er an einer Briefmarkenhandlung vorbei und dachte, er könne sie vielleicht dort los werden. Er bot sie für ihren Nominalwert von 2 Lstrl. an, zu welchem Preise sie auch willig abgenommen wurden. Der Händler verkaufte sie noch am selben Tage für 70 Lstrl. Die kostbarste aller Marken ist die Penny=Mauritius=Marke mit Inschrift„Post=Office“ statt „Past=paid“. Sie wurde in Mauritius gedruckt, und dies von einer von einem Uhrmacher gravierten Platte. Im ganzen wurden 1000 Marken gedruckt; je 500 von der 1 und 2 pence. Bisher sind aber nur 26 dieser Marken in Umlauf gekommen und erhalten geblieben. Im Anfange der 70er Jahre war der höchste Preis, der für diese Marke gezahlt wurde, 4 Lstrl. Er stieg aber außerordentlich rasch bis auf 850 Lstrl. Die 2=Pence ist noch seltener wie die 1=Pence. Vor zwei Jahren wurden für eine der Marken bei einer Versteigerung in London vom Prinzen von Wales 1450 Lstrl.(29000 Mark) gezahlt.— Wir entnehmen diesen Bericht der„Post, Universal=Anzeiger für Briefmarken=Sammler“, welche den Vorzug hat, nicht nur gut redigiert und ausgestattet zu sein, sondern trotz der regelmäßigen schönen Zugaben nur Mk. 1.50 bezw. Mk. 2.—(per Kreuzband) pro Jahr kostet. Probenummer verlange man gegen Doppelkarte bei der Geschäftsstelle der„Post“ in Leipzig=R. 101. Wetterbericht der Deutschen Seewarte. 7. Juni: Schön, heiter, warm, strichweise Gewitter, kühle Nacht. 8. Juni: Heiter bei Wolkenzug, sommerlich warm. 9. Juni: Wolkig mit Sonnenschein, normal, schwül, Gewitter. 10. Juni: Bewölkt, schwül, vielfach Gewitter. Verantwortlich: Für Politik, Feuilleton und verwandte Gebiete: Friedhelm Kemper: für Provinz und Lokales: Friedr. Kraas; für Inserate und Reklame: Tilman Vasen. Druck und Verlag von Carl Braus, sämtlich zu Schwerte. Eine ürtngends-Gitte an das kaufende Publikum! Durch das in letzter Zeit immer mehr überhand nehmende Wesen der Auswahlsendungen sehen wir uns veranlasst, an das verehrliche Publikum die Bitte zu richten, das Verlangen von Auswahlsendungen nach Möglichkeit einzuschränken, besonders aber vor den Festtagen. Abgesehen davon, dass dem Kaufmann die Ware im Geschäfte fehlt, wenn mehrere Auswahlen gleicher Artikel unterwegs sind, kann es dem Kunden doch nur von Vorteil sein, wenn er seinen Bedarf selbst im Geschäftslokale deckt, zumal ihm hierbei eine weit grössere Auswahl und der Rat des betr. Geschäftsinhabers zur Verfügung steht. Schutz-Verein für Handel und Gewerbe, Schwerte. Ankteut Pubtogrupite. Dunkeikammer-Lampen Mk. 2.00, 1.25, 95. 85, und 65 Pfg. 6:9 Glas 9: 12 Neuheit! Baumstativ aus Metall Mk. 5.— Schalen ganz besonders preiswert. 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Abs 4 und 21 des Reichsvereinsgesetzes ist für den Polizeibezirk Schwerte## bestimmt, daß öffentliche Bekanntmachungen über das Stattfinden einer öffentlichen Versammlung zur Erörterung politischer Angelegenheiten für den Fall, in dem eine mündliche oder schriftliche Anzeige bei der Polizeibehörde unmitelbar nicht erstattet wird, entweder in der „Schwerter Zeitung"(Amtliches Kreisblatt) oder in dem Dortmunder Generalanzeiger oder in der Dortmunder Zeitung zu erfolgen haben. Schwerte, den 2. Juni 1903. Die Polizei=Verwaltung. 2506 Nohrmann. Grasbertäust, Schwerke. Mittwoch, den 10. Juni cr., u. zwar nachm. 5 Uhr anfangend, in der Maag'schen, Jungermanns= u. Oelkamps Wiese am Ostentor. Sodann um 6 Uhr in der PastoratWiese und Munkenbecks Wiese am Mühlengraben unzerhalb des Schützenhofes. Donnerstag, den 11. Juni in den städt. Wiesen und zwar: Nachm. 5 Uhr im Walketeich, nachm. 6 Uhr in den Wiesen auf der Liete an der Ruhr früher Börstinghaus und von Fürstenbergschen Wiesen, nummerweise meistbietend an Ort und Stelle. 2593 Hohenschwert. Schwerte Makulatur=Papier Luchoruckerei Cael Bravs. Fetten Speck Durchw. Speck Schinkenspeck Nollschinken Harte Plockwurst 5 Pfd. 3.50 5„ 4.— per Pfd 90 Pfg. per Pfd. 1.10 von 90 Pfg. an empfiehlt 2608 S. Maher, Ostenstraße 12. Pfingstkarten! Prese's Psings=Toptkuchen. Rezept: Man rühre 250 gr Butter gleichmäßig schaumig, gebe dann 6 Eier und 200 gr Zucker bei(jedesmal 1 Ei und 2—3 Löffel Zucker), füge dann 500 gr Mehl und 1/8 Liter Milch allmählich hinzu, und nachdem Milch und Mehl innig mit der Masse verrührt sind, mische man die abgeriebene Schale einer halben Citrone sowie nach Belieben Rosinen und Korinthen und dann zuletzt 1 Paket Reeses Backpulver à 5 Psg. recht tüchtig in den Teig hinein; dann bringe man den Teig in der mit Butter usgestrichenen Form sofort in den heißen Ofen und man wird staunen über den mit Reeses Backpulver à k Pfg. erzielten großen, lockeren und daher leicht verdaulichen Kuchen. Reeses Backpulver ist auch zu jedem anderen Backrezept, wozu ein 10 Pfg. Backpulver oder Hefe vorgeschrieben ist, zu verwenden. 2587 Reese Gesellschaft, Hameln. bei Carl Braus, Buchhandlung. Für die % biete an: Alle Kleidungsstücke aus Wolle, Halbwolle, Baumwolle usw., sowie Gardinen, Vorhänge u dergl. erhalten prachtvolle echte Farben. 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Danach: = Uebung— auf dem Schützenhofe. Nach der Uebung: General=Verlommlung beim Kameraden Raffin. Der Oberbrandmeister. Bekanntmachung. In den Kreisen Arnsberg, Soest und Hattingen sind Erkrankungen an Pocken vorgekommen. Da die Gefahr einer Uebertragung der Seuche auf weitere Gebiete besteht, mache ich darauf aufmerksam, daß alle irgendwie verdächtigen Fälle im hiesigen Amtsbezirke innerhalb 24 Stunden nach erlangter Kenntnis der Polizeibehörde anzuzeigen sind. Als pockenverdächtige Erkrankungen gelten z. Zt. auch Windpocken. Diejenigen Personen, welche sich einer kostenfreien Schutzimpfung unterziehen lassen wollen, können dies bei den hiesigen Impfarzten Medizinalrat Dr. Schulte in Hörde, Dr. med. Lind in Aplerbeck und Dr. med. Voigt in Holzwickede ausführen lassen. W2574 Aplerbeck, den 2. Juni 1908 Die Polizei=Verwaltung. 3 Pakete Backpulver mit “ enbons bei Einkauf von Mark 2—3. Sämtliche Backund anderen Artikel zu den billigsten Preisen. 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