Amrüches Rreseihl tr den Kleis worch! Die„Schwerter Zeitung“ erscheint täglich, ausser Feiertags. Bezugspreis: Mk. 1.6s vierteljährlich, bei der Post 42 Pf. für Bestellgeld mehr. Wöchentliche Gratis-Beilage:„Illustrierter Famllientreund“. o 0 0 0 O O O O O O O 0 0 Anzeigenpreis: Die sechsgespaltene Petitzeile oder deren Raum 10 Pf., Anzeigen von auswärts 13 Pf., Reklamezeile 40 Pf. Erstes und ältestes Cagesorgan des Kreises. Haupt-Annoncenblatt. Alle Kreis- und Lokalpolizeilichen Verordnungen für den Kreis Hörde erlangen gemäss Bekanntmachung der Königl. Regierung durch Veröffentlichung in der„Schwerter Teltung“ rechtsverbinckliche Kraft. o 0 0 OO OOOOO O O o e Druck u. Verlag von Carl Braus, Schwerte. Fernsprech-Anschluss Dr. 62 Amt Schwerte. Celegr.-Adresse: Braus, Schwerte-Ruhr Nr. 5. Eine neue preußische Die Seehandlung fordert auf zur Zeichnung auf eine Anleihe bis zum 14. d. Mts., deren Betrag sich der Finanzminister noch vorbehält. Die Anleihe wird zu 98½ ausgegeben und ist in den ersten 10 Jahren mit 4 Proz., in den folgenden fünf Jahren mit 3¾, von da ab mit 3½ Proz. verzinslich. Die Anleihe wird mit Sperrverpflichtung ausgegeben, sowohl für die Eintragung in das Staatsschuldbuch als auch für andere Zeichnungen bis zum 31. Dezember 1908. Die Stücke bleiben bis zu diesem Termin im Verwahrsam der preußischen Seehandlung.— Die unter günstigen Bedingungen auszugebende Anleihe soll in dankenswerter Weise dem kleinen Sparer Gelegenheit zur Anlage seiner Kapitalien bieten. In einer der offiziellen Mitteilung beigefügten Begründung heißt es darüber: Zu den bei früheren Anleihebegebungen wiederholt aufgetretenen Beschwerden gehört vor allem die, daß infolge der starken Beteiligung spekulativer Zeichnungen diejenigen Zeichner, die auf Berücksichtigung am meisten Anspruch erheben können, namentlich Sparkassen, Vermögensverwaltungen usw. und vor allem der große Kreis der nach fester Anlage suchenden kleineren und mittleren Privatkapitalisten, nicht in genügendem Maß. Berücksichtigung fanden, kleine Zeichnungen sogar vielfach leer ausgingen. Um diesem Uebelstande, auf dessen Einschränkung auch die Finanzverwaltung Wert legen muß, zu begegnen, hat der Finanzminister sich entschlossen, die gegenwärtige Anleihe ausschließlich für die Zwecke des festen Anlagebedarfs auszugeben. Das ffeste Anlage suchende Publikum wird sich deshalb bei Abgabe von Zeichnungen nicht beeinträchtigt sehen. Der Versuch, auf diese Weise Wandel zu schaffen, verspricht umso mehr Erfolg, als sich die Staatsfinanzverwaltung nicht wie sonst an die Begebung eines festbestimmten Höchstbetrages binden will, sondern soweit als möglich die zu beziehende Gesamtsumme dem auftretenden Anlagebedürfnis anzupassen beabsichtigt. Seitens der Zeichner wird voraussichtlich darauf gerechnet werden können, daß im allgemeinen der volle Betrag der Zeichnungen auch zugeteilt werden wird.— Der Präsident der preußischen Seehandlung äußerte über die neue Anleihe: Die Anleihe hat einen billigen Kurs, sie belastet nicht den Geldmarkt, da das Geld wieder in ihn zurückfließt; sie wendet sich nur an das jetzt vorhandene Anlagekapital und beeinträchtigt in keiner Weise die Frühjahrsanleihen des Reiches. Da sie nur das vorhandene Anlagekapital umfaßt, wendet sie sich nicht an Bankkonsortien, wie es sonst meist geschieht, und vermeidet demnach jede Spekulation. Nicht nur Dienste der großen, sondern aller Banken sind diesmal zu dem Zeichnungsakt zugezogen. Auch das bedeutet einen Vorteil für die Allgemeinheit. Alles in allem stellt die neue Anleihe einen erfreulichen— und den einzigen Weg in der gegenwärtigen Lage des Weltmarktes dar, die notwendigste Finanzoperation durchzuführen. Politische Uebersicht. Der Kaiser sprach gestern beim Reichskanzler vor, empfing im Königlichen Schloß den Oberpräsidenten Grafen Zedlitz und Trützschler sowie den Präses der Generalordenskommission Goneraladjutanten Prinzen von Salm=Horstmar und hörte den Vortrag des Chefs des Zivilkabinetts. Heute abend wird der Kaiser an dem Diner für die Oberpräsidenten beim Minister des Innern teilnehmen. Ueber die Massenverhaftung der Russen in Berlin wurde behördlich festgestellt, daß sich unter den 14 Russen, die während einer geheimen Versammlung verhaftet wurden, 2 Delegierte aus Helsingfors, 2 aus Paris und 1 aus Dresden besanden. Dieser letztere, der sich eines falschen Namens bediente, ist Mitglied des Komitees der russischen revolutionären Arbeiterpartei. Dienstag, den 7. Januar 1903. Neueste. Die mit einem: versehenen Nachrichten sind unten weiter ausgeführt. * Mecklenburg erhält endlich eine Verfassung. * Die Cholera greift in Kleinasien weiter um sich. * Präsident Roosevelt steht vor einem Konflikt mit der Flotte. * In Berlin leidet der Verkehr unter Glatteis auf das Empfindlichste. 40. Jahrgang. Er, sowie eine Studentin wurden wegen falscher Namensführung dem Richter vorgeführt. Gegen sämtliche Teilnehmer der Versammlung wurden Ausweisungs= befehle erlassen, und zwar gegen die Delegierten mit kürzester Frist, während den in Berlin wohnenden Russen drei bbis fünf Tage Zeit gegeben wurde. Ueber eine Verminderung der Beamtenzahl und über die zukünftigen Gehälter der Bureaubeamten und Diätäre in Preußen werden unzutreffende Mitteilungen verbreitet. Nach Erkundigungen der Voss. Itg. würde die Regierung eine Verminderung der Zahl der Beamten mit Frenden begrüßen, wenn sich nur ein Weg finden ließe. Höchstens könnte man in Zukunft Stellen, die freigeworden sind, nicht wieder besetzen. Von einer Neuregelung der Bureaubeamtengehälter ist an zuständiger Stelle nichts bekannt und daher läßt sich auch über eine Neuregelung der Bezüge der Diätare nichts sagen. Aus der Landeskirche. Im Jahre 1906 sind 759 tellen in der Landeskirche neu besetzt worden, gegen 755 im vorhergehenden Jahre. Die erste theologische Prüfung bestanden 157 und die zweite 189 Kandidaten. Die Zahl der Theologie=Studierenden ist gestiegen. 252 wurden ordiniert gegen 257 im voraufgegangenen Jahre. Als wahlfähig sind 368 Kandidaten(484) zu verzeichnen. Die fundierten Pfarrstellen sind um 60 (45) vermehrt, was dadurch möglich war, daß 33 neue Stellen gegründet und 27 Vikariate bezw. Hilfspredigerstellen in ordentliche Pfarrstellen verwandelt wurden. 129 Kirchen bezw. Kirchengebäude sind eingeweiht (79). Die Kollekten ergaben einen Betrag von 1766058 Mar!(1 417581 Mark); folglich 348477 Marx mehr. An Geschenken wurden 5532 111 Mark(6 119 242 Mark) überwiesen. Die Rheinprovinz weist mit 1 366913 Mk. den höchsten Betrag auf, dann folgen Brandenburg mit 1 193245 Mark und Westfalen mit 742938 Mark. Die 21. Generalversammlung des Evang. Bundes findet vom 4. bis 7. Oktober 1908 in Braunschweig statt. Die Vorbereitungen für diese bedeutungsvolle Veranstaltung haben begonnen. Die„Deutsche Vereinigung“, die ins Leben gerufen wurde, um die nationalkatholische Bewegung zu fördern und die konsessionellen Motive aus den politischen Parteikämpfen auszuschalten, wird laut„Rhein.= Westf. Ztg.“ am 15. Januar in Köln ihre Gründungsversammlung abhalten, die eine besondere Kundgebung für die wichtigen Aufgaben der Vereinigung darstellen wird. Neben einem Vortrag über die Aufgaben der Deutschen Vereinigung wird die Beratung der Satzungen und die Wahl des Vorstandes vorgenommen werden. Ein mißlungener Plan. Vor kurzem war viel von einem geplanten neuen Blatte die Rede, das die Ueberbrückung der Gegensätze zwischen der evangelischen und der katholischen Kirche zu seiner Hauptaufgabe machen sollte. Als Leiter wurden Dr. Hans Heimholt und Dr. Storck genannt. Ersterer ist Protestant und Historiker, er ist hauptsächlich durch die Herausgabe einer achtbändigen Weltgeschichte bekannt geworden, die besonders die Abhängigkeit der geschichtlichen Entwicklung von den geographischen Verhältnissen betont; Dr. Storck, Katholik, ist vorzugsweise Kunsthistoriker. Wie jetzt nach der„Trierer Ztg.“ verlautet, ist die Gründung gescheitert. Es sind nur 100000 Marr gezeichnet worden. Die Zeitung, die täglich zweimal erscheinen sollte, hatte natürlich ein weit größeres Kapital erfordert. Da die Ankündigung in etwas pomphafter Form erfolgte, so ist das Mißlingen des Planes einigermaßeu beschämend. Aus dem Auslande. Die italienische Presse über den Hardeuprozeß. Die italienische Presse hat sich bereits bei der Einleitung und während des Verlaufs des Hardenprozesses für Harden günstig gezeigt und war bemüht gewesen, die sogen.„Tafelrunde“ abträglich zu glossieren. Die Verurteilung Hardens wird vorwiegend mit Insinuationen gegen den Gerichtshof kommentiert, der auf kaiserliche Bestellung von vornherein zur Verurteilung verpflichtet gewesen sei. Dank der Berichterstattung der Berliner Korrespondenten hiesiger Zeitungen kann man hier immer noch fortfahren, die Tatsächlichkeit und politische Bedeutsamkeit der„Tafelrunde" zu behaupten.„Vita“ und„Avanti“ sagen, Harden erscheine als Opfer einer Vergewaltigung durch die hohen Sphären, welche in den Ländern die Macht ha ben, denen Freiheitsausübung wesentlich versagt ist. Die Verurteilung von heute nach dem Triumph vor einem Monat gleiche einem Gewaltakt. Die hieraus sprechende tendenziöse Unfreundlichkeit gegen Deutschland stimmt merkwürdig mit den italienischen Urteilen über die preußische Polenpolitik überein. Ein neues Panama scheint sich in Frankreich vorzubereiten. In der Angelegenheit der Liquidation der Kirchengüter in Frankreich steht ein gewaltiger Skandal bevor. Es sollen über zehn Millionen Francs fehlen, deren Verschwinden unaufgeklärt ist. Verschiedene Senatoren erhielten für ihre Plaidoyers als Advokaen übertriebene Honorare. Die klerikale Presse jubelt bereits über das neue Panama. Die erste Tagung der dritten Reichsduma. Man kann jetzt, nach Eintritt der Ferien, einen Strich ziehen und das Fazit der bisherigen Tätigkeit der dritten Volksvertretung zusammenzählen. In Zahlen ausdrücklich stellt es sich folgendermaßen dar: die Session hat 45 Tage gedauert und umfaßt 17 Sitzungen. Im Laufe dieser Zeit chaben 150 Abgeordnete 507 Mal die Rednertribüne bestiegen, während 285 Abgeordnete sich eines löblichen Stillschweigens befleißigten. Die Reichsduma hat sich endgültig konstituiert, 30 verschiedene Kommlssionen gebildet und 8 von der Regierung eingebnachte Vorlagen angenommen. Von diesen besitzt nur eine— die Anweisung von 15 Millionem Rubel zur Verpflegung der notleidenden Bevölkerung— ein allgemeines Interesse, während die übrigen von durchaus nebensächlicher Bedeutung sind. Hat die Reichsduma etwas geleistet oder hat sie nur ihr Dasein gefristet? Im oppositionellen Lager herrscht Spott und Schadenfreude über die Blamage der dritten Reichsduma, die ihre Arbeitsfähigkeit nicht durch Worte, sondern durch Taten beweisen wollte. In der Tat erscheinen die Vorwürfe auf den ersten Blick nicht unberechtigt. Vergleicht man den Beginn der Tätigkeit der dritten Reichsduma mit den Anläufen ihrer Vorgängerinnen, so ist der Eindruck recht trübe. Von den großen Reformfragen ist noch keine einzige angeschnitten, wenn man nicht die Betätigung des Grundsatzes der Volksvertretung in Anrechnung bringen will. Aus Stadt und Umgebung. Schwerte, den 7. Januar. *r(Der Beginn der Schonzeit) für Birk=, Haselund Fasanenhennen ist auf Grund des§ 40 Abs. 2 der Jagdordnung vom 15. Juli 1907 für den Umsang des egierungsbezirkes Arnsberg auf den 18. Januar 1908 festgesetzt. *(Radfahrerkarten erneuern!) Es sei hiermit auf die notwendige Erneuerung der Radfahrerkarten hingewiesen. Die alten Karten haben beine Gültigkeit mehr. *r(Beschlagene Schaufenster) sieht man in jedem Winter. Sie bilden eine Quelle des Aergers für die Geschäftswelt wie für die Käufer. Alls ezufgrhen. Mitztel gegen das Beschlagen, Schwitzen oder Gefrie der Scheiben wird folgendes empfohlen: Man löse 5o Gr. Glyzerin in einem Liter verdünnten(63prozentigen, nicht denaturierten Spiritus), dem zur Verhesserung des Geruches irgend ein geeigneter Stoff, z. B. Bernsteinöl zugesetzt werden kann. Sobald die wasserklar geworden ist, reibt man die innere Fläche des Fensters mit einem Fensterleder oder Leinwandlappen, die mit der Flüssigkeit angefeuchtet sind, ab. (Der Westfälische Turnlehrerverein) zählt augenblicklich 407 Mitglieder. Dazu kommen noch die angeschlossenen Lehrerturnvereine zu Bielefeld, Ryeine und Bochum und die Turnlehrerinnenvereine zu Bochum, Wattenscheid und Königssteole.— Der Turnlehrerverein hält in diesem Jahre keine Tagung ab, nachdem eine Reihe von Städten aus dem Bezirk Münster nicht als Tagungsort dienen wollen. Der Vorstand hat sich nunmehr mit einer Eingabe an die Regierung zu Münster gewandt, in der er bittet, die städtischen Behörden dahin zu verständigen, daß die Bestrebungen in gebührender Weise unterstützt werden. **(Die Hauptversammlung der Kranken= und Sterbekasse evangel. Arbeitervereine) Sitz M.=Gladbach findet um 7. Juni dieses Jahres, vormittags 11 Uhr, im Bürgerhause zu Dortmund mit folgender Tagesordnung statt: 1. Bericht des Ausschusses, 2. Bericht des Vorstandes, 3. Anträge, 4. Wahl des Ausschusses und der Ersatzmänner, 5. Wahl des Vorstandes und der Ersatzmänner, 6. Verschiedenes.— Die Anträge müssen bis zum 1. März 1908 beim Vorstande eingegangen sein; später eingehende Anträge können nicht mehr berücksichtigt werden. Die Wahlkreiseinteilung soll den Verwaltungsstellen rechtzeitig zugehen. Die von dem Vorstande später bezeichneten Wuhlleiter der einzelnen Wahlkreise haben sich mit den betreffenden Vorstehern der Verwaltungsstellen in Verbindung zu setzen. **(Die gemeinnützige Rechtsberatungsstelle der Stadt Dortmund) im neuen Sparkassengebäude am Markt, Eingang Balkenstraße, in welcher an alle minderbemittelten Einwohner des Stadtbezirkes, des Landkreises Dortmund und Kreises Hörde Rat und Auskunft in allen Fragen des öffentlichen und privaten Rechts werktäglich von 9½—1 Uhr und 4—7 Uhr unentgeltlich erteilt und alle zweckdienlichen Schriftsätze angesertigt werden, wurde in dem abgelaufenen Vierteljahr, 1. 10. bis 31. 12. 07, an 64 Sprechtagen von 857 Personen besucht, von denen 288 dem Arbeitgeber=, 569 dem Arbeitnehmer=Stande angehörten und 277 Frauen waren.— Mit diesen Erschienenen fanden 891 Konferenzen statt, von denen 392 das Bürgerliche Gesetzbuch, 166 Prozeßsachen, 106 die Handels= und Gewerbegesetzgebung, 87 die Arbeiterversicherung, 88 das Verwaltungsrecht und 52 verschiedene Rechtsgebiete betrafen. — Die im Jahre 1907 erteilten Beratungen betrugen 3912. In der Provinz bestanden im vergangenen außerdem noch vier Rechtsauskunftsstellen, deren Besuchsziffern waren: Bielefeld 2433, Bochum 1175, Herford(wöchentlich 2 Mal) 399 und Hagen 85. er(4 Vortrag.) Wir machen noch einmal auf den heute abend 8¼ Uhr im Ostermann'schen Saale stattfindenden Vortrag des Herrn Professor Dr. Küntzel von der Handelshochschule in Frankfurt a. M. über„Friedrich Wilhelm IV. und und die politische Bewegung des Jahres 1848 aufmerksam. Näheres siehe Bekanntmachune...eigr 119 M11 u. **(Die Kaisers Geburtstagsfeiet des edung. ui# beiter= und Bürgervereins) wird am Sonntag, den 26. Januar, im Vereinslokale Rath natsversammlung für Januar fällt aus. Die JahresGeneralversammlung ist auf den 16. Februar verleg worden Im März findet eine gemeinsame Versammlung mit dem hiesigen Zweigverein des Evang. Bundes statt, in welcher Herr Pastor Niemöller aus Elberfeld, ein Teilnehmer an der Kaiserreise mach Jerusalem, einen Vortrag halten wird über ein Thema aus dem Gebiete der westfälischen Reformationsgeschichte *r(Krieger=Verein Schwerte.) Sonntag abend fand im Verinslokale im Reiche des Wassers die erste General=Versammlung des Kriegervereins im neuen Jahre statt. Es waren ca. 53 Mitglieder anwesend. Der Vorsitzende, Kamerad W. Sieberg, eröffnete die Versammlung und beglückwünschte die Mitgliecher neuen Jahre, dann brachte er Sr. Majestat, un erm geliebten Kaiser, ein beifällig ausgenommenes Hoch mit dem Wunsche, daß es Sr. Majestät auch im re vergönnt sein möge, sich steter Gesundbeit, z u. er; freuen zum Wohle unsers Vaterlandes. Miglig wurde zur Tagesordnung geschvitten.— Als der wurden die Kameraden Theodor Oppenheimer, Hagenerstraße Nr. 17 und Emil Becher, in den Höfen Nr. 5, in unsern Vevein aufgenommen und satzungsgemäß verpflichtet. Den Jahresbericht erstattete Kamerad Sieberg; aus demselben ist folgendes hervorzuheben: Am 1. Januar 1907 betrug die Mitgliederzahl 520; gestorben, ausgetreten, verzogen und als Mitglieder ausgeschlossen sind 32, Summa 488. Neu ausgenommen 25, sodaß am 1. Januar 1908 ein Mitgliederbestand von 513 bleibt.— Im vergangenen Jahre sind 9 Kameraden gestorben. Es sind dies: 1. Franz Müller 2. Wilhelm Bremshey, 8. Anton Tiedtke, 4. Heinrich Quadbeck sen., 5. Walter Hülsmann, 6. Wilhelm Börstinghaus, 7. Alex Ostermann, 8. Wilhelm Wockelmann, 9 Nathan Rosenberg. Versammlung ehrt das Anden#en der verstorbenen Kameraden durch Erheben von den Sitzen.— Die Kasse im Jahre 1907 ergab folgendes Bild. 1. Einnahme. Beiträge und Eintrittsgelder 1822,60 Mk. Für die Unterstützungs= und Sterbekasse 1220,48 Mk., Vergnügungskasse 602,20 Mk. 2. be der Hauptkasse: 9 Sterbefälle a 72,60 Mk.= Mark, 23 Unterstützungen a 18 Mark=414,00 Mark; Annoncen, Remuneration des Rendanten, des Boten, des Gewehrreinigers, Porto, Haftpflichtprämie und sonstige Ausgaben 443,10 Mark, Summa 1510,50 Mark. Bei der Sparkasse Schwerte sind im ganzen 8440,99 M.. zinsbar angelegt, zu diesem Kapital kommen noch die Zinsen von 1907. 3. Einnahme der Vergnügungskasse 155820 Mt. 4. Ausgabe der Vergnügungsbasse 1523,54 Mark. Außerdem ist der Verein noch im Besitze der Stiftung des Majors Freiherrn von Rheinbaven ader 1000 Mark, ohne Zinsen, und eines bens aus den Kriegsfestspielen 1903 von hierzu kommen noch die Zinsen aus 1907.— Kamerad Oberlehrer Feldhügel gab dann einen ausführlichen Ueberblick über die Tätigkeit des Vorstandes, u. a. bemerkte der Vortragende, daß der Vorstand 25 Sitzungen im vergangenen Jahre abgehalten und die Teilnahme an diesen Sitzungen durchweg eine sehr rege gewesen sei.— Ferner verliest der Vorsitzende folgende Schreiben: a) der Polizei=Verwaltung Schwerte v. 6. Dezember 1907 T. B. Nr. 7695 5, nach welchem eine besondere Genehmigung der Satzungen der Vereinigung Deutscher militärischer Vereine nicht erforderlich ist.— b) des Herrn Regierungs=Präsidenten zu Arnsverg wom 16. 12. 07 J. Nr. A 1a 7674, betr. die Anberaumung einer Sitzung seitens des Geh. Regierungsrats Schlosser, Referent in Kriegervereinsangelegenheiten im Ministerium des Innern, um mit dem Vorstande der Vereinigung deutscher militärischer Vereine wegen der Stellung der Vereinigung zum Preußischen Landeskriegerverbande in eine Besprechung einzutreten u. c) des Herrn Regierungs=Präsidenten zu Arnsberg vom 3. Januar 1907 J. No. A 1a 17. Aus diesem Schreiben geht hervor, daß die Besprechung am 11. Januar 1908 nachmittags 5¼ Uhr im Hotel Kaiserhof hierselbst stattfindet. Sämtliche Schreiben sind an den 1. Vorsitzenden der Vereinigung Deutscher militärischer Vereine, Kaufmann Ernst Müller hierselbst gerichtet.— Zum Schluß begann Kamerad Oberlehrer Feldhügel seine Vortragsreihe über die Gründung des Deutschen Reiches. Besonders eingehend besprochen wurde der Dualismus zwischen Preußen und Oesterreich, die Versuche einer Reform des Deutschen Bundes, die Armeeorganisation und der Verfassungskonflikt in Preußen, sowie der Fürstenkongreß. Die Besprechung der Einigungstriege 1864, 1866 und 1870/71 behält sich der Vortragende für eine andere Versammlung vor. Der Vorsitzende dankte dem Kameraden Feldhügel im Namen der Mitglieder für den interessanten Vortrag. lage die Gründung eines eigenen Hausstandes auch nicht schwer geworden wäre, so scheint es, als wenn die Ehescheu hier immer mehr um sich greise. Wie wir hören, befindet sich die städtische Steuerdeputation zurzeit auf der Suche nach neuen Einnahmequellen für die Stadtkasse; die vorstehenden Zahlen geben ihr wahrscheinlich Veranlassung, der Einführung einer Junggesellensteuer näher zu treten. Die Steuer könnte mit dem 28. Jahr einsetzen, sie müßte mit jedem Jahr um 1 Prozent steigen, entsprechend dem Grabs dieser Scheu. Steuerfrei dürften nur diejenigen Junggesellen bleiben, die das 60. Lebensjahr erreicht haben, oder die bei Vergebung aller heiratsfähigen Damen als„überzählig“ ausgehen. In Dortmund überwiegt bekanntlich die männliche Bevölkerung. * Dortmund, 6. Jan. Ein Leichenbegängnis ohne Leiche. Von einem Krankenhause aus sollte eine Beerdigung stattfinden. Angehörige, Leidtragende und die Geistlichkeit fanden sich zur festgesetzten Stunde ein. Der Sarg wurde auf den Wagen gesetzt, der Leichenzug setzte sich in Bewegung, und auf dem Gottesacker angelangt, waltete der Seelsorger seines Amtes. Der (!) Hohensyburg, 7. Jan. Der erste Vereinsbesuch im neuen Jahre wurde unserer schönen Höhe mit seinem, auch zur Winterzeit, reizenden Ausblick auf die schneebedeckten Berge des Sauerlandes gestern abgestattet durch einen Dortmunder Damen=Turnverein. Der gestrige Tag war als letzter der jüngsten kalten Tage noch recht glücklich gewählt, denn heute schon wäre die Aussicht infolge des Witterungsumschlages zu Wasser geworden. ** Hörde, 6. Jan. Die Stadt Hörde hatte im November vor. Is., als bei der Zählung der Einwohner die Zahl 30000 überstiegen wurde, bei dem Kreisausschuß den Antrag auf Ausscheiden aus dem Kreisverbande gestellt. Diesem Antrage will der Kreisausschuß nicht nachkommen und weigert sich, die Auseinandersetzung zwischen Kreis und Gemeinde Hörde einzuleiten. damit begründet, daß die Bildung eines eigenen kreises u. das Ausscheiden aus dem bisherigen KreisVerbande nur dann ministeriell genehmigt wird, wenn bei der allgemeinen Volkszählung eine Einwohnerzahl von 30000 festgestellt wird. Wenn die Ministerialverfügung jetzt noch in Kraft ist und Ausnahmen nicht gestattet sind, dann müßte die Stadt Hörde noch drei Jahre mit ihrem Austritt aus dem Kreisverbande warten. Da aber Hörde ein großes Interesse daran hat, möglichst bald einen eigenen Stadtkreis zu bilden, umsomehr, als Erwägungen über die Eingemeindung nach Dortmund schweben, so wird die Stadtverwaltung sich direkt an den Minister wenden, da auch anderen Gemeinden der Austritt aus dem Kreisverbande zu anderen Zeiten gestattet worden ist. Westfalen und Rheinland. Sarg wurde der Erde übergeben. Nachher stellte es sich heraus, daß nur der leere Sarg bestattet worden war. Der Sarg wurde dann wieder aus der Erde gehoben, nach dem Hospial zurückgeführt und die Leiche in aller Stille bestattet. * Dortmund, 6. Jan Heute morgen vor 8 Uhr fuhr auf der Eisenbahnstrecke zwischen Bochum und Langendreer in der Nähe des Blockes Prinz von Preußen eine Maschine in einen Güterzug und brachte eine Anzahl von Wagen zur Entgleisung. 4—5 Wagen wurden beschädigt und beide Gleise gesperrt. Bis kurz nach 12 Uhr war das eine Gleise wieder frei. Menschen kamen nicht zu Schaden, dagegen litt der Verkehr erheblich und mußte zumteil umgeleitet werden. * Gelsenkirchen, 6. Jan. Der 7jährige Sohn des Wagenbauers Damke, der von farbigen Süßigkeiten, die unter dem Weihnachtsbaum lagen, gegessen hatte, starb innerhalb zweier Stunden nach dem Genuß des Konfekts unter fürchterlichen Leibschmerzen. Silschede, 6. Jan. Drei 12jährige Knaben von Gevelsberg stahlen dem Gärtner D. hier ein Jagdgewehr im Werte von 70 Mark. Nachdem sie längere Zeit mit dem Gewehre im Walde geschossem hatten, versteckten sie es im Hammer des Fabrikanten Gr. Das Gewehr wurde dem Eigentümer wieder zugestellt. Ahaus, 6. Jan. In einem Hause auf Kufenhook, Feldmark Ahaus, hatten vorgestern nachmittag Köttersleute ihre drei Kinder allein gelassen. Die Kleinen spielten mit Feuer und zündeten Stroh usw. an, wobei die Kleider eines dreijährigen Mädchens in Brand gerieten. Auf das Geschrei der Kinder eilten Nachbarsleute herbei, denen es gelang, das Feuer zu löschen und ein anderes gefährdetes Kind zu retten. Das dreijährige Kind war gräßlich am Leibe verbrannt. Man brachte es nach dem Krankenhause, wo es kurze Zeit darauf starb. * Barmen, 6. Jan. Herr Adolf Vorwerk sen von hier hat zum Andenken an seine in diesem Herbst in Aosta in Italien, wo sie sich zur Erholung aufhielt, so plötzlich an Typhus verstorbene Gattin, Emma geb. v. Knapp, Tochter des ehemaligen Landtagsabgeordneten von Knapp, die Summe von 25000 Mark für wohltätige Zwecke geschenkt. * Elberfeld, 6. Jan. Das große Brandunglück im * Hagen, 6. Jan. Franz Hesse, der mutmaßliche Mörder d. Hedwig Hartmann, liegt an Blutvergiftung ertrankt in seiner Zelle. Er hat eine Wunde am linken Oberarm, die er sich, wie das Gerücht geht, selbst mit der rechten Hand oder mit den Armketten beigebracht hat, in der Hoffnung, auf diese Weise aus dem Gefängstis heraus und ins Krankenhaus zu kommen. Der Gefängnisarzt behandelte ihn und Dieß ihm in der Zelle ein Krankenbett herrichten. Gefahr für das Leben Hesses ist nicht vorhanden, er verspeist jetzt auch, entgegen seinem zuerst gefaßten Vorsatz, als unschuldig Eingesperrter des Hungertodes zu sterben, jede ihm vorgesetzte Nahrung mit großem Appetit. * Dortmund, 6. Januar. Eine Junggesellensteuer für Dortmund schlägt die„D. Ztg.“ nach einem Bericht über die Personenstandsaufnahme vor. Sie schreibt: Die Zahl der Geburten ist gegen das Vorjahr um 250 höher, die der Eheschließungen aber nur um 11. Da unter den 9000. Seelen, um welche sich die Booölkerung Dortmunds vermehrt hat, sich große Scharen heiratsfähiger Leute befinden, denen bei der guten GeschäftsHotel„Monopol“, bei dem drei Menschen ihren Tod gefunden haben und ein Vierter noch in Lebensgefahr schwebr, soll durch böswillige, in betrügerischer Absicht erfolgte Brandstiftung hervorgerufen worden sein, und zwar steht der Kaufmann Hugo Gesser, in dessen Laden das Feuer ausbrach, in dem Verdacht, das Feuer angelegt zu haben. Gesser ist infolgedessen am Samstag abend auf Anordnung des Untersuchungsrichters bezw. der Staatsanwaltschaft verhaftet worden. Wie weit sich der Verdacht bestätigen wird, muß abgewartet werden. * Solingen, 6. Jan. Der Arbeiter Karl Becker, der ein Verhältnis mit einem jungen Mädchen hatte, sich, weil die Mutter des Mädchens gegen die Verbindung war, einen Revolverschuß in den Kopf beigebracht. B. verstarb bald darauf im städtischen Krankenhause. P gt.: sams fans in * Siegen, 6. Fan. Sonnlag abenn sund in Creuzthall ein Zusammenstoß zwischen der Polizei und Kroaten statt. Ein Beamter, der durch Messerstiche verwundet wurde, schoß einen Kroaten nieder, der schwere Verletzungen davontrug. * Bielefeld, 6. Jan. Im benachbarten Schildesche ist in verflossener Nacht das erst einige Tage verheiratete Ehepaar Günther einer Kohlengasvergiftung zum Opfer gefallen. Die junge Frau hatte vor dem Schlafengehen ein Becken mit glühenden Kohlen ins Schlafzimmer gestellt, um das Zimmer zu erwärmen. Heute früh fanden Nachbarn die junge Frau tot im Bette vor. Der Mann wurde sterbend dem Krankenhause zugeführt. Letzte Drahtmeldungen. Deutsch=französische Annäherung? Frankfurt a. M., 7. Jan. Der französische Deputierte Laur teilt der„Frankf. Ztg.“ mit, offenbare Wunsch einer Annäherung zwischen Deutschland und Frankreich in der Luft. Dieser Wunsch zeige sich auch in der großen Bedeutung, die allen Meußerungen des guten Willens in dieser Hinsicht beigemessen würde. Wir erfahren aus zuverlässiger Quelle, oaß es gelungen ist, die Bedingungen einer endgültigen Antuelss Rressichl „Schwerter Zeitung“ erscheint täglich, ausser Feiertags. De Kescäesche Gichalishe cheiteähese, lesiehe Erstes und älteltes Tagesorgan des Kreises. Haupt-Annoncenblatt. Alle Kreis- und Lokalpollzeilichen Verordnungen für den Rreis Hörde erlangen gemäss Bekanntmachung der Königl. Regierung durch Verötfentlichung in der„Schwerter Teitung“ rechte: Drucku. Verlag von Garl Braus, Schwerte. Nr. 62 Ami Schwerte. Celegr.-Raresse: Braus. Schwerte-Ruh 5. Dienstag, den 7. Januar 1908. 40. Jahrgang. Drama von Ailenstein. Wahnsinnige Liebesraserei, so sagte Hauptmann v. Göben dem Untersuchungsrichter, könne allein die grauenvolle Tat in der Nacht zum zweiten WeihnachtsFeiertage erklären. Liebe macht blind, und sie hur schon laßt. Aber in der Regel sind es doch Jugendeseleien, die der Liebesüberschwang verschuldet und zugleich bis zu einer weitgehenden Grenze mann v. Göben, der am 15. d. Mts. das 39. Lebensjahr vollendet, ist kein Jüngling mehr, dem man die aus der wahnsinnigen Liebe zu einer Frau begangenen Handlungen milder anrechnen könnte. Und wann er wirklich nur im Affekt gehandelt, dem Zwange des Augenblicks gehorcht hätte, auch dann könnte sich für den der gerechten Strafe verfallenen Verbrecher noch ein Funken von Mitleid regen. So aber, wie die Dinge nach dem Ergebnis der Untersuchung wirklich liegen, können wir nur Abschen gegen den Mann empfinden, der sich zum Sklaven eines wollüstigen Weibes erniedrigte und auf ihr Geheiß zum Mörder wurde. Wenn zwei dasselbe tun, so ist es micht dasselbe. Wer, wie Göben, in einer glanzvollen Familientradition aufgewachsen ist, wer, wie er, auf eine Ahnenreihe ritterlicher Helden ohne Furcht und Tadel zurückblikden konnte, wer ldes Königs Rock trug und auf blutgetränkten Schlachtfeldern kriegerische Lorbeeren errang, von dem müssen wir doch zum mindesten erwarter können, daß er ein Mann sei und sich als Ritter Held auch gegenüber den Versuchungen einer lüsternen Messaline bewähre. Gewiß war die Frau in diesem Falle die Verführerin, sie ist noch zehnmal verächtlicher als das Opfer ihrer Betörung. Aber solcher Naturen, wie sie, hat es in alter und neuer Zeit eine Menge gegeben. Dagegen ist die Tat des bisherigen Hauptmanns von Göben in der Sphäre, der jener angehörte, eine fast beispiellose Ausnahme. Sie ist auch psychologisch unerklärlich. Eine Katastrophe, die die Folge einer Ueberraschung bei der ehebrecherischen Dat gewesen wäre, hätte sich begreifen lassen. Ein Mord, ein kalten Blutes überlegter und in allen seinen Einzelheiten wohl vorbereiteter Mord ist unfaßbar. Die Maske, die für eine eventuelle Flucht bereit gelegte Summe, alle Einzelheiten der Ausführung der grausigen Tat charakterisieren diese als ein Verbrechen so schmählicher Art, daß ihr gegenüber ein gewöhnlicher Raubmord als eine Kleinigkeit erscheint. Und blickt man auf die Beziehungen, die Göben mit dem Major von Schönebeck und dessen Kindern verbanden, denkt man daran, wie dieser Verbrecher im Schönebeckschen Hause der Weihnachtsfeier beiwohnte und Zeuge wurde der herzliner Weinlokalen. Ein Fenster des Obergeschosses in der Villa bei Allenstein benutzte sie geradezu als Signalstation für Zeichen, die bis nach dem Stadtwäldchen zu sehen waren. Völlig entfremdet waren sich die Ehegatten seit einem Vorfall, der schon mehrere Jahre zurückliegt. v. Schönebeck kehrte einmal unerwartet von einem Jagdausflug in dem Augenblick zurück, als ein junger Offizier seine Wohnung verließ. Bezeichnend für die Launen der schönen Frau ist, daß sie einmal einen jungen Offizier veranlaßte, ihr aus dem seidenen Futter seines Mantels einen Unterrock machen un Einen schenßlichen Kindesmord beging die aus Flensburg stammende Dienstmagd eines GymnasialMordpläne schmieden konnte. Aber wie der Glanz des alten Namens Göben durch das schwarze Verbrechen eines einzigen Familienangehörigen nicht getrübt wird, so kann jenes erst recht keinen Flecken auf den Ehrenschild der Armee werfen. Hugo v. Göben, dessen kriegerische Taten zu so hohen Erwartungen berechtigten, ist ein Ausgestoßener und bleibt es, Kleine Chronik. — Zum Drama in Allenstein. Die Frau Toni vonten.“ nannt, in demu mehrere Ofitziere als Jengeg Zutt psrez, Piruz H.r uum gaugl. Hen bawputztlosen wieder aus dem Feuer heraus Kiste auf dem Hausboden, wo sie am folgenden Tage, nachdem das Mädchen ins Krankenhaus überführt und dort ihr Zustand erkannt worden, beim Nachsuchen aufgefunden wurde. 2413 Gah 9124 — Eine brutale Tat wird der„Schles. Gev.=Ztg.“ aus Hirschberg gemeldet: Im Klassenzimmer hatten Grüssauer Schulknaben eine Fensterscheibe zerschlagen. Um der Strafe zu entgehen, wollten sie jeden Mitschüler, der sie verraten würde, auf dem Heimwege zertreAlle Jungen blieben aus Furcht standhaft, bis Nach Schluß der Schule sielen vier JunBoden und traten aus Nase und in Keser Herren waren durch den Auf= mund hervor qudn. Den bewußllisen Knaben konnmutzten, Spug ebenslu= ten vorübergehende Frauen nur mit Mühe den UnholPand, den se als Herehre, etz. hzechme 9gae gekom= dem entreißen und nach Hause schaffen. Der Arzt konwenig und den se ale Vereprer zangene2 u, ze gu.tu, den entreißen und nich Hause schaffen. Der Arzt k. b e sich an Wucherer wenden zu müssen. Die junge, statierte schwere innere Verletzungen und gab ner Frau war mit Offizieren in Zivil wiederholt in Ber= Hoffnung auf Erhaltung Vertauscht. Es liegt ein Greis vergrämt auf seinem Pfühle Und seufzt:„O Schlaf, erbarm' dich meiner Glieder Und lös sie sanft"... Die Brust wogt auf und nieder; Gott Morpheus tat's mit herzlichstem Gefühle. Und auf den Schläfer schaut er wunschberauscht. Sieht seiner Schwermut kaum verhalt'ne Schwüle— Da schallt der Machtbefehl:„Kommt, Grazien tauscht Um eine rosige Brille dort die dunkle Dem Greis daß Götterlicht dem Alter funkle!“ Bern. Lina v. Greyerz. Durch die Schule der Liebe. Roman von Wilhelmine von Hillern. 57. rief er dem Kutscher zu. „Du bist gut, Ernestine. Du fühlst, daß du mir wehe getan und nun ergreift dich das Mitleid. Das ist so Frauenart — und diese kleine Schwäche gereicht dir zur Ehre in meinen Augen. Ich bitte dich, fasse dich, du siehst, auch ich bin wieder ruhig.“ Er wollte ihr seine Hand entziehen, sie hielt sie fest und schaute ihn mit jenen bittenden, traurigen Augen an. die schon in ihrer Kindheit einen Zauber auf ihn ausgeübt. „Verlaß mich nicht ganz!“ flüsterte sie mit halb erstickter Stimme. „Nein, so wahr ich wünsche, daß Gott mich nicht verlasse— so wahr werde ich dich nicht verlassen. Ich werde dich nicht fliehen wie ein Feigling, der dem unerreichbaren Gute den Rücken kehrt, um sich die Entsagung leicht zu machen und vergessen zu lernen. Du bedarfst eines Freundes, der dich schützt und vertritt in deiner zweifelhaften Lage, der Welt und deinem Oheim gegenüber. Dieser Freund will sich dir bleiben— bis du— einen besseren findest! Fürchte nicht, daß du ein Wort der Liebe odr Klage ferner von mir hören wirst— ich werde allein mit meinem Schmerz fertig werden. Dein Glück soll meine einzige Sorge sein. Leb wohl— und wenn du meiner bedarfst, so rufe mich.“ Er drückte noch einmal ihre Hände und schritt, ohne sich umzuwenden, von dannen. Ernestine sah ihm nach, wie er dahin ging in seiner männlichen Hoheit, sie schaute und schaute, bis er um eine Ecke bog und verschwand. Dann sank sie in die Knie und rief mit ausbrechendem Schmerz:„Hab' ich denn das wirklich zu tun vermocht?!“ Lange konnte sie so unter den schattigen Kirschbäumen gelegen haben, als das Rollen eines Wagens vom Schlosse her sie aufscheuchte. Es war ihr Oheim. Er ließ halten und stieg nun aus. „Du kannst wieder ausspannen.“ „Ich fahre nun nicht in die Stadt.“ Leuthold stand stumm vor Ernestine und folterte sie mit seinem durchdringenden, durchforschenden Blick. Er hatte von Frau Wilmers mit Ausnahme der Beziehungen, welche schof länger zwischen Ernestinen und Johannes bestanden, alles erwas sich gestern zugetragen. Kaum acht Luge war er fort und schon war ihm sein Schützling entflohen,— entflohen mit einem wildfremden Manne? Das war unmöglich.. Ergestine war nicht feige, ein Haufe betrunkener Bauern yatte das pröde Mädchen vicht dem voihent großmitigen Kitter schon gekannt haben. Er hult nun Versör nach allen Seizesht, ger. die übrigen Dienstboten, Ppzigte, Pgohre r, ze zur ten, beharrten darauf, sie wüßren von nichts,— das Fräulein müsse den Herrn nur im Schulhause kennen gelernt haben, denn dort gehe der Fremde aus und ein. Das genügte Leuthold, um sich zu überzeugen, daß der Boden unter seinen Füßen wanke, und einen Augenblick unterlag er völlig der Wucht dieser neuen auf ihn einstürmenden Sorge. Konnte man ein Weib vorsichtiger, strenger hüten, als er Ernestine, und dennoch— dennoch war das geschehen, dennoch hatten sich in dem verschlossenen Herzen, das er längst ertötet zu haben glaubte. Triebe geregt, die ihren Weg zur Außenwelt suchten und fanden aller Vorsorge zum Trotz! Und das alles in einem Augenblick, wo er auf Tod und Leben mit einer Gefahr kämpfte, die eine jüngere, ungebrochene Kraft erforderte, als die seine! Es war zu viel: die Ahnung erfaßte ihn mit erstickender Gewalt, daß das Schicksal seinen Untergang beschlossen habe Aber wieder raffte er sich auf und dachte und überlegte, wie es seine Gewohnheit war in jeder Not. Wie wir uns an Gott wenden, wenn alles über uns zusammenbricht, so wandte er sich in der höchsten Angst an seinen eigenen siegreichen Verstand. der immer Hilfe wußte. Eine kurze Erholung hatte er sich nach all den Schrecken und Sorgen gegönnt, dann hatte er anspannen lassen, um nach der Stadt zu fahren und seine Mündel zu suchen. Aber zu seiner freudigsten Verwunderung sah er sie bereits in unverkennbarer Trostlosigkeit auf dem Heimwege begriffen. „Du bist wie die Seejungfrau in deinen geliebten Fabeln aus dem kühlen, kristallenen, Element heraufgestiegen, bist vorK und nachdem der Kutscher fort war begann er in großer Sorge: „Barmherziger Gott, so muß ich dich finden? Am Wege weinend, gleich einer heimatlosen Bettlerin?“ „Ja wohl— gleich einer heimatlosen Bettlerin!" wieder„Aber Teuerstel Ist das schicklich, hier auf offener Straße eine solche Szene aufzuführen und dich am Boden zu winden wie ein Wurm?“ Sie sah ihn an. Sein kahler Scheitel war von einem breiten, lichtgrauen Filzhut bedeckt. Wie früher war er in einen tadellosen hellen Anzug gekleidet. Als er so vor ihr stand mit der lauernden Miene, die lange glatte Gestalt über sie gebeugt. die stechenden Blicke auf sie geheftet, da erschien er ihr wie ein Wurm und zwar ein sehr giftiger und mit unverhehltem Abscheu sprang sie auf und stieß ihn von sich. Er trat einen Schritt zurück und betrachtete sie mit Erstaunen: Wie— Ist das Ernestine von Hartwich, die ich erzogen, die nichts aus ihrer philosophischen Ruhe brachte? Oder ist sie ausgetauscht und irgend ein böser Geist hat mir ein ungeberdiges Kind hierher gelegt?“. g „Schweig' mit deinem Spott, Oheim,“ sagte Ernestine gebieterisch.„Er ekelt mich an!“—... Mae 1 Leutholds Verwunderung wuchs mehr und mehr.„Was ist das— welche Sprache muß ich hören? Ist das der Ton. den man bei der Frau Staatsrätin Möllner lernt? Wahrlich. Ernestine, ich glaube, du bist krank?!" „Ja ja. ich bin's, und ich bitte dich laß mich! Du hast nicht die Mittel, mich gesund zu machen!“ „So weit ist es in den wenigen Tagen mit dir gekommen? Nun wahrlich, ich weiß nicht, was geschehen, aber sie müssen schlimm mit dir umgégangen sein. Ich will dir keine Vorwürfe machen daß du hinter meinem Rücken Bekanntschaften anknüpfst. ohne meine Erlaubnis das Haus verläßt und mich in die qualvollste Unruhe stürzest, denn ich sehe, du bist gestraft genug— aber ich bitte dich ernstlich, tue es nicht wieder— du hast ja nun erfahren, was dahei herauskommt.“ „Oheim, sprich nicht auch du wie mit einem Kinde mit mir. das nach erfolgter Züchtigung sagen muß, ich will's nicht wieder tun. Wenn ich zurückkehren wollte in die Welt, welche ich gestern kennen lernte, so würdest du es mir nicht wehrenz. sie bediente sich unwillkürlich der Worte der St kannst mir nicht wehren, was gegen kein Gesetz verstößt. Aber ich will es ja garnicht— nimmer, nimmermehr. Iich bin fremd under den jaße Peusthaih verstege ihre Art vig:, Pogn.„0 weiz eraus dem kühlen, kristallenen Element heraufgestiegen, Laghzag#. kannst mir nicht wehre vitig gewegz, und unter die Vlerichen benayo git, gefunden lich reill es, 16.363scht, Gbeind, nog haeben Aich an Erde aud uilht ie u. ueu., ien Mengez, ia uregen fiacteren Gic en: 8a 2 eder es vur ang uithze auit dtr. dean ste eutdeten voit, bos u.: Jie sah Leutzucd mit enen Iaunt aie Sisteslenn dein Leitb in einen Gldicgpelt endier und dr vicht mit br.nv, niht, ab as rcht war, doßz du nich Ie, Pgj., 5aun i. eutem. Als er näher kam, legte er sein Gesicht in finstere Falten zogen— daß du mich so unbrauchdar für das Leben, so unta M — Beim Würfelspiel vom Tode überrascht wurde: der 67 Jahre alte Schuhmacher Hermann Hertrampf in Berlin, der seit längerer Zeit einen Hausterhandel betrieb. Der Mann besuchte gegen 11 Uhr einen ihm befreundeten Gastwirt und würfelte mit der Wirtin zwei Glas Bier aus. Erneut rief er nach dem letzten Wurs:„Ich habe gewonwen!“ In demsolben Augenblick aber sank er besinnungslos vom Stuhl, und nach zehn Minuten war er tot. Nach dem Gutachten eines Arztes aus der Nachbarschaft hatte ihn ein Gehirnschlag u. Ein furchtbares Sittlichkeitsattentat wurde Sonntag nachmittag in Charlottuburg in dem Hause Charllottenstraße 44 verübt. Dort wurde dem 4 Jahre alten Töchterchen des in dem Hause wohnenden Malers Mieheke von einem Wüstling der Bauch aufgeschlitzt, sodaß die Eingeweide herausdrangen. Das Kind hatte um 4 Uhr nachmittags die elverliche Wohnung verlassen und spielte vor der Haustür mit mehreren anderen Kinwdern, darunter der 12jährigen Louise Jäschke. Gegen 4½ Uhr ging die kleine Else in den Hausflur, worauf ihr sofort ein junger Mann mit Schnurrbartanflug, der schon einige Zeit vor dem Hause auf und ab gegangen war, folgte. Die Mann schloß die in den Hausflur führende Glastür. Als Louise Jäschke gleich darauf in den Hausflur sah, ssank die kleine Else gerade zusammen. Der Mann öffnete die Tür und stürmte in der Richtung nach dem Kaiserdamm davon. Die Kriminal= Polizei hat sofort die Untersuchung ausgenommen. — Ein entsetzliches Ende im Eise des Fuldaflusses fand ein älteres Fräulein aus Münster, eine PfarrersTochter, die in der Absicht sich das Leben zu nehmen, in ein Eisloch des Flusses gesprungen war. Sie blieb zwischen den zusammenkrachenden Eisschollen hängen und ging mur halb unter. Infolge des starken Frostes froren die Kleider der Unglücklichen sofort an der Einbruchstelle fest, und da Hilfe nicht gleich in der Nähe war, erstarrte sie allmählich in dem eiskalten Wasser. Die Leiche mußte mit Aexten aus der Eisdecke losgesuckt werben. — Ein Strolch überfiel die in ihrer Wohnung in Wilhelmshaven allein anwesende Frau eines WerftSckretärs. Als gleichzeitig deren 13jähriger Sohn vom Schlittschuhlaufen heimkehrte, wurde dieser mit dem Küchenbeil von dem Strolch niedergeschlagen. Der Täter ist festgenommen. Das neue Jahr hat den Amerikanerinnen eine neue Errungenschaft gebracht. In den vornehmen Newyorker Restaurants dürfen jetzt auch die Damen rauchen, während bisher rauchende Damen unweigerlich ausgewiesen wurden. In Berliner Cafés, Wein= und auch Bierlokalen sind vereinzelte rauchende Damen schon lange zu sehen, aber schön wird's wohl nur von wenigen gefunden. Im Lichte Wir verzeichnen wieder einige Preßstimmen zum Hardenprozeß. Die„Köln. Volksztg.“ führt aus: „Man mag an dem Vorgehen des Oberstaatsanwalts, an seinem Plaidoyer oder an dem Gange der Prozeßverhandlung vielleicht noch Anlaß zur Kritik finden. Im Ganzen aber wird es wohl nur sehr wenig urteilsfreie Beobachter geben, die nicht der Ueberzeugung wären, daß dem Angeklagten kein Unrecht geschehen ist. Es könnte höchstens darüber gestritten werden, ob Strafart oder Strafmaß das Richtige treffen. Indessen, das hat nur sekundäre Bedeutung. Die Hauptsache ist und bleibt die, daß Harden mit seinen Anklagen völlig zusammengebrochen ist. Das gilt wenigstens so weit, als sie das Gericht in diesem Falle lich zum Umgange mit der Welt gemacht. Wer weiß, ob mir nicht besser wäre, ich wäre einfältigen Herzens geblieben und hätte mich nicht in Gebiete verloren, aus denen keine Rückkehr ist? Doch es hilft jetzt nichts mehr, darüber zu grübeln. Ich kann nicht mehr umkehren, so will ich auch nicht mehr rückwärts schauen. Ich will vorwärts streben auf meinem einsamen Wege und arbeiten, wie nie ein Weib gearbeitet hat, bis der Tag kommt, wo ich sie alle beschämen kann: Aber Oheim, das sage ich dir, kommt der Tag nicht, der mich durch den Ruhm entschädigt für alle Entbehrungen an Glück, die ich mir auferlegt— dann, Oheim, werde ich dir fluchen!“ Sie hatte die letzten Worte mit einem Ausdruck gesprochen, vor dem selbst der kaltblütige Leuthold erbleichte. Er übersah rasch die ganze Lage. Er erkannte, daß sie ihrem Ehrgeiz ein Opfer gebracht haben müsse, welches sie nachher selbst als unverhältnismäßig empfunden. Sein gewandter Verstand reimte sich den Vorgang bald zusammen. Es war ihm ein Schlag, über dessen Tragweite er sich nicht täuschte. Er fühlte, daß er hier an einem Wendepunkte stehe, wo die höchste Vorsicht geboten, und wagte nicht zu sprechen, bevor er überlegt. was das Beste sei. So gelangten sie stumm bis zur Pforte ihres Gartens. Er öffnete und ließ Ernestine eintreten. Als sie an dem Hügel vorbeikam, wo sie abends zuvor das Gespräch mit Johannes gehabt. brach sie in Tränen aus. Leuthold sah sie befremdet an, sie bezwang sich und ging raschen Schrittes weiter. Er hatte wieder. wie immer, als kaltes Wasser auf sie gewirkt, die Wunde blutete nicht in seiner Nähe. „Ich war empört, als ich diesen Morgen bei meiner Ankunft erfuhr, was hier geschehen,“— begann er endlich.„Man ist ja bei dieser Rotte seines Lebens nicht mehr sicher.— Jedenfalls müssen wir nun ernstlich daran denken, abzureisen, denn unter diesen Blödsinnigen ist unseres Bleibens nicht mehr.“ Er beobachtete sie scharf. Ernestine machte eine abwehrende Bewegung. „Wie, du wolltest nicht; was könnte dich hier fesseln, wo alles dir feindlich ist?“ Ernestine schwieg. Nach einer Pause sagte sie dumpf:„Es ist gut. Du hast mir den Vorschlag gemacht— laß das genug sein. Ich werde es bedenken.“ Sie traten in das Haus. „Ernestine— ich habe dir den versprochenen Sphygmographen mitgebracht, willst du ihn sehen?“ „Nein, ich möchte auf mein Zimmer und ruhen.“ Leuthold war ratlos. Er durfte sie jetzt nicht sich selbst überlassen. Er mußte ihre Aufregung benützen, um ihr das Geheimnis zu entlocken, das sie vor ihm hatte. Schon war sie an der Tür— da rief er ihr nach:„Apropos, Ernestine! ich grakuliere dir.“ Das Drama in Allenstein. 1. Situahions plan der v. Schönebechschen Villa 2.u.5. Strasse nansicht v. Giebelfront der VIII9 u. d. Stadt Zum Morde in Allenstein. Unsere heutigen Skizzen bringen Ansichten des verursachte, den Major von Schönebeck geweckt, der un:### ein* einen L##geplan. Der ten rechts getrennt, von seiner Frau schlief Als der Major die Schwelle seines Schlafzimmers betrat, ereilte ihn der tötliche Schuß. Der Mörder ist dann auf dieselbe Weise wieder entwichen. Mordhauses in Auenstein sowie ernen Lugeptun. Der Mörder ist durch das bezeichnete Kammerfenster der Rückseite der Villa eingestiegen und hat durch das räusch, das er vielleicht absichtlich auf dem Korridor beschäftigten. Was der Prozeß noch nicht aufgeklärt hai, fiel wohl zu sehr außerhalb des Rahmens. Darüber wird die öffentliche Auseinandersetzung auch noch nicht geschlossen sein. Es wäre ja wünschenswert, wenn die Akten überall die ekelhaften Dinge, die im Laufe der beiden Hardenprozesse zutage gefördert wurden, geschlossen werden könnten, aber das ist leider kaum zu erwarten. Noch andere Prozesse dieser Art stehen uns bevor. Doch auch die Betrachtung der politischen Seiten dieser Prozesse wird weiter gehen, mag auch das Gemunkel über die„Kamarilla“, so weit wenigstens Fürst Eulenburg und seine Freunde ldabei eine Rolle spielen, stark an Bedeutung verloren haben. Die rechtliche Seite des neuen Verfahrens behandelt die Frankfurter Zeitung wie folgt: „Der Gerichtshof hat sich vollständig dem Antrage des Oberstaatsanwalts angeschlossen, sowohl inbezug auf das Strafmaß als auch darin, daß Harden die Kounf dad Srensmaß me nuch hurin, duß Halden die Kosten der schöffengerichtlichen Instanz tragen muß, die ihn doch freigesprochen hatte. Mag man über die Sache denken, wie man will, dieser Teil des Urteils wird sicher allgemein befvemden, da die Art des staatsanwaltlichen Eingreisens eine Niederschlagung des schöffengerichtlichen Urteils bedeutete, das nicht etwa in einer Berufung aufgehoben ist. Beide Verhandlungen standen somit rechtlich in keinem Zusammenhang, umso weniger durfte in einem neuen Verfahren durch die Kostenabwälzung auf das frühere zurückgegriffen werden. Diese juristische Seite ist überhaupt das, was am wenigsten vor der Kritik standhält. Es widerspricht allem Rechtsempfinden, daß das Eingreifen des Statsanwalts einfach ein Urteil aufhebt, und der Rechtfertigungsversuch des Oberstaatsanwalts Isenbiel hat diese Bedenken nur noch verstärkt; denn wail ihm das erste Urteil nicht gefiel, hat er das erste Verfahren beseitigt, sich also zum Oberzensor des Schöffengerichts gemacht. Wie kann man zu einem solchen Rechtsweg Vertrauen haben?“ Die„Freis. Ztg.“ widmet Harden folgenden„Nachrus“: Wozu?“ „Ich habe heute morgen eine Indiskretion begangen und die Abhandlung auf deinem Schreibtisch hervorgesucht, die du mir so lange vorenthalten. Ernestine, ich kann dir sagen, ich bin ganz erstaunt! Das überflügelt alles, was du bisher gemacht— das wird wie eine Brandfackel in die Gelehrtenwelt einschlagen!“....„.. g 116 bis f. scham asfest hat Ernestine ließ die Türfaue los, die sie schon gefaßt hatte und sah ihn trübe an:„Glaubst du?“ Sie schüttelte das Haupt; „Sie werden es doch nicht aufkommen lassen.“ „O, das denke nicht. So etwas muß sich Bahn brechen, dessen sei versichert. Wie bist du nur auf diesen großartigen Einfall gekommen?“ „Wie man am Ende auf alles kommt— durch Ideenverbindung. Wenn es sich nur begründen läßt?“ „O gewiß, gewiß, ich verbürge mich, daß es richtig ist. Mädchen, du hast eine große Zukunft. Ich glaubte dich zu kennen. aber du überraschest mich immer aufs neue durch deinen wachsenden Genins.“, 4ckr en haften Tc—.s „Ach, Oheim. ich wage kaum mehr zu hoffen. Ich weiß jetzt, wie verächtlich die Männer der Wissenschaft von gelehrten Frauen denken. Mit dem Reden ist nichts getan, ich müßte Beweise schaffen können, unumstößliche Beweise— müßte ein Verfahren ausfindig machen, das allen zugänglich wäre. Tatsachen fordert die heutige Wissenschaft und kann ich die nicht beibringen, so werde ich diese vorurteilsvollen Köpfe nicht überzeugen.“ „Sei versichert, daß jeder, der das liest, angeregt wird, Versuche über diesen Punkt zu machen Ueberlaß du's den Technikern, das richtige Verfahren aufzufinden. Das Verdienst der Idee bleibt immer das deine!" 1262##.### „Und wenn sie es auch der Mühe wert finden, die Sache zu prüsen, es aber verkehrt anfangen und nicht zu dem erforderlichen Resultate gelangen— dann ist und bleibt es eben nur eine Hypothese und ich bin eine gelehrte Schwätzerin. Auch die du Chatelet wurde verlacht, als sie zuerst den großen Gedanken aussprach, daß die verschiedenen Spektralfarben verschieden erwärmen. Was half es ihr, daß nach vierzig Jahren endlich Rochond das Verfahren entdeckte, das den Beweis für ihre Behauptung lieferte? Sie war längst zu Staub zerfallen und man degre nicht einmal den Lorbeer der Autorschaft auf ihr Grab. Ach. es ist ein elendes Dasein; wie lange, wie lange werden wir uns noch so Schritt für Schritt durchkämpfen müssen?“ Sie hatte sich unwillkürlich von der Tür ihres Zimmers entfernt und dem Onkel genähert.„ Er ergriff ihre gerungenen Hände, er fühlte sie wieder in seiner Gewalt.„So lange, bis es ein Wetb geben wird, das die Kraft hat, dem Manne zu widerstehen. Sie sind alle Brun„In etwas theatralischer Art hatte Harden moch am Freitag eine längere Verteidigungsrede gehalten und dabei abermals den Versuch gemacht, sich als„Retter des Vaterlandes“ aufzuspielen, der lediglich aus hohen, edlen Motiven gehamdelt habe. Der Gerichtshof war anderer Meinung; er ließ sich nicht von dem Pathos Hardens und seines Verteidigers blenden, sondern würdigte Herrn Harden als das, was er tatsächlich immer gewesen ist, als einen Sensationsschriftsteller." Untrügliche Prophezeiungen des Schäfers Thomas für den Tressen unbedingt ein!— Wichtig für jeden Haus=, Land= und Bierwirt!— Unentbehrlich für Familienväter und Junggesellen! 1) Wenns Thermometer am Neujahrstag fällt, Und zwar auf den Boden, dann kostets dich Geld. 2) Bellt laut am Methusalemstage(4.) der Hund, Dann hat er dazu ganz bestimmt einen Grund. 3) Wenns Simon(5.) regnet ohn Unterlaß Und du hast keinen Schirm mit, dann wirst du naß. 4) Ist trübe das Wetter an Balthasar(9.), Dann ist's ganz entschieden nicht hell und klar. 5) Sitzen Erhard(11.) die Spatzen auf Gartengeländern, Dann laß sie dort sitzen, du kannst's doch nicht ändern. 6) Ist an Hilarius(13.) Kälte und Eis Und du heizest den Ofen, dann wird dieser heiß. 7) Sonnt Habakuk(15.) sich die Katze im Frei'n, So kann dir das eigentlich schnuppe sein. 8) Bringt schlechtes Wetter Antonius(17.), So macht ein Spaziergang dir keinen Genuß. 9) Weht starker Sturm am Ferdinand(19.), Dann halt den Hut fest in der Hand. 10) Wenn an St. Agnes(21.) Nebel wallen, So werden sie steigen oder fallen. 11) Ist Glatteis an Emmerentia(23.) hilden— diese großen Heldinnen. Jede fiel einem Stegfried zum Opfer, der ihre Stärke brach. Du, Ernestine, du bist vielleicht das einzige Weib, das seine Aufgabe mit ruhigem Blute und klarem Sinne durchführen wird. Du erliegst keiner niedrigen Regung, unverwandten Auges strebst du deinem Ziele zu. Du wirst das Vorurteil der Welt besiegen— du wirst es, und kein Mensch soll ahnen, wer dir dazu half. Ich habe es längst verlernt, für mich zu denken und zu sorgen. Du bist mein Stolz. du bist mehr als mein Kind, du bist das Kind meines Geistes — deine Erziehung ist mein Werk, deine Ehre ist meine Ehre. So komm denn— ich habe darüber nachgedacht und glaube, eine Methode gefunden zu haben deine Hypothese zu begründen.“ „Onkel," rief Ernestine glühend,„das wäre?“ „Komm nur, komm ins Laboratorium, wir wollen gleich einmal sehen, was zu machen ist.“ „Onkel,“ sagte Ernestine, in überströmender Dankbarkeit: „Du gibst mir neues Leben.— Verzeih mir, daß ich dich einen Augenblick verkannte, daß ich dir unrecht tat!“ „Laß es nur gut sein, meine liebes Kind. Wir bleiben dennoch Freunde. Ich kann mir's denken, sie haben dich gegen mich aufgehetzt, und du hast ihnen geglaubt. Mein Himmel. wer hat denn nicht einmal eine schwache Stunde?!“ „Ja, ja— ach, Oheim, es war eine schwache Stunde?“ und sie schlug in tiefer Beschämung die Hände vor das Gesicht. „Ich errate!“ sagte Leuthold ruhig mit seiner noch immer melodischen, einschmeichelnden Stimme.„Man hat dir das Herz schwer gemacht, man hat dir von Liebe gesprochen, hat dich zur Frau begehrt. Nicht wahr?“ Ernestine schwieg. „Man hat aber einen weiblichen Simson in dir erkannt und wollte dir die Locken beschneiden, um alsdann rufen zu können:„Philister über dir!“ Ernestine fiel ihm ins Wort:„Oheim schweig. sprich nicht in diesem Ton von einem Menschen, der mir heilig ist!“ Gott verhüte, daß ich dich verletze. Ich spreche ja gar nicht von ihm, nur von seiner Sippe, von seiner Frau Mama, die ihn noch immer am Schürzenbande führt.“ Er streifte sie mit einem raschen Blick. 4 „L, auch die Mutter nenne nicht mehr vor mir, ich hasse sie!“ rief Ernestine heftig und stieg mit ihm die Treppe zum Laboratortum dinaus.„. Legraise, daß.: Liese Run wußte Leuthold genug.„Ich Leute ihren Einfluß wider mich geltend machten, denn wer dich gewinnen will, der muß zuerst mich aus, besg. E ge ge perznege wissen sie recht gut, und es ist menschlich, aud s# Du aber hast dir sehr bald gesagt mit deinem gefunden Urteil. daß jene etwas von dir wollen.“ Damen-Wäsche Kinder-Wäsche Bett-Wäsche Küchen-Schürzen Haus- und Reform-Schürzen Zier-Schurzen Wraut True.. 8 UUte PrPnes Schwerte, Bahnhofstrasse 10, I. Etage. Leinen und Halbleinen Gardinen 5 Bett-Inletts Daunen u. Federn Kaffee-Decken Tischtücher Servieften Handtücher Hemdentuche Damast und Satin Pointlace-Decken und Läufer. sämtliche Waren sind nur Ia. Qualitäten. Kleiderstoffe und Buckskins. Nur in der Cüte der Waren liegt der billige Preis. Und du fällst hin, so liegst du da. 12) Ists trübe und dunkel an Pauli Bekehr(25.), So mußt du anzünden das Licht um so eh’r. 13) Scheint hell die Sonn' an Adelgund(30.), Gibt dies durch Sonnenschein sich kund. 14) Wies Wetter an Valerius(31.), So ist es zu des Monats Schluß. Die Parlamente nehmen in diesen Tagen ihre Tätigkeit wieder auf. Wer daher auf unsere so beliebt gewordenen Parlamentsberichte reflektiert, der bestelle sofort die Schwerter Zeitung. Wir werden Nachlieferungen vom 1. Januar ab prompt erledigen. Jeder Deutsche muß über die Arbeit der Volksvertretungen unterrichtet sein, solange dieselben tagen, damit er weiß, wie es im Reiche und in Preußen steht, und damit er sich in seinen Kreisen mit Erfolg au den Debatten über die Parlamentsverhandlungen beteiligen kann. Ostafrikanische Pflanzer gegen Dernburg und v. Rechenberg. Eine Beschwerdeschrift gegen den Staatssekretär des Reichskolonialamts und den Gouverneur von Rechenberg ist unter den ostafrikanischen Pflanzern zum Zweck der Sammlung von Unterschriften im Umlauf. Auch in Deutschland lebende Interessenten sind aufgefordert worden, sich anzuschließen. Das in seiner Tonart sehr scharfe Schriftstück soll dem Reichstage, wenn irgend möglich, noch vor der Beratung des Kolonialetats eingereicht werden. Unter den zur Abgabe ihrer Unterschrift Eingeladenen bestehen Zweifel darüber, ob das Herantreten an das Plenum des Reichstags schon jetzt taktisch richtig ist oder ob es sich nicht vielmehr empfohlen hätte, die Klagen der Pflanzer zunächst durch einen Abgeordneten als deren Vertrauensmann vortragen zu lassen. Die Beschwerde richtet sich u. a. gegen die Besiedelungs= und Eingeborenenpolitik Dernburgs, sowie gegen seine angebliche Bevorzugung der Inder zu ungunsten der Deutschen.— Wir werden auf diese Mißhelligkeiten zwischen den Pflanzern eiwerseits und dem Gouverneur andererseits noch zurückkommen. Vorschriften über den Geschäftsbetrieb der gewerbsmäßigen Vermittelungsagenten für Immobiliarverträge (Immobiliarmakler). Auf Grund des§ 38 Abs. 4 der Gewerbeordnung (N.=G.=Bl. 1900 S. 871) bestimme ich folgendes: 1. Personen, welche den Kauf oder Tausch von Brundstücken oder die Beschaffung oder Begebung von dypotheken gewerbsmäßig vermitteln(Immobilienmakler), haben ein Geschäftsbuch nach vorgeschriebenem Muster zu führen 2. Das Geschäftsbuch muß dauerhaft gebunden, mit ortlaufenden Seitenzahlen versehen sein und vor der Ingebrauchnahme von der Ortspolizeibehörde unter Geglaubigung der Seitenzahl abgestempelt werden. esch e mündlichen Geschäftsaufträge im Laufe des Tages, an dem sie eingehen, in der Reihenfolge des Einganges unter fortlaufender Nummer vollständig einzutragen. Die im Geschäftsbetriebe vermittelten Geschäfte sind unmittelbar im Anschluß an den Geschäftsabschluß in die Spalten 5 bis 7 einzutragen. Hierbei sind nur solche Angaben aufzunehmen, welche für die Beurteilung der von dem Immobilienmakler vermittelten Tätigkeit von Bedeutung sind. Ist ein Geschäft ohne besonderen Auftrag vermittelt worden, so sind die Spalten 2 bis 4 zu durchstreichen. Findet eine Erledigung des Auftrags nicht statt, so fällt die Ausfüllung der Spalten 5 bis 7 fort und ist ein entsprechender Vermerk in Spalte 10„Bemerkungen“ aufzunehmen. Der Eingang der Gebühren, Kostenvergütungen und Kostenvorschüsse sowie der Empfang von Wertpapieren, Bargeldbeträgen, Urkunden(Schuldverschreibungen, Wechseln, Plänen, Zeichnungen) usw. sind am Tage des Eingangs oder Empfangs in den Spalten 8 und 9 zu vermerken. Alle Eintragungen in das Geschäftsbuch sind mit Tinte in deutscher Sprache und in deutschen oder lateinischen Schriftzeichen zu bewirken. 4. In allen Fällen, in denen die Erledigung des Geschäftsauftrages eine Reihe von Einzelhandlungen erfordert, sind sogleich nach Eintragung des Auftrages in das Geschäftsbuch besondere Handakten zu bilden; in ihnen sind alle in den Händen des Immobilienmaklers zurückbleibenden Entwürfe, Vollmachten, Schriftstücke, Beläge, Rechnungen, Quittungen und andere: Eingänge nach der Reihenfolge des Datums zu vereinigen. Die Handakten sind fortlaufend mit Seitenoder Blattzahlen zu versehen. Auf dem Umschlage sind Name, Stand, Wohnort und Wohnung des Auftraggebers, der wesentliche Inhalt des Auftrags und die Nummer des Geschäftsbuchs anzugeben. 5. Für die ordnungsmäßige Führung des Geschäftsbuches und der Handakten ist der Gewerbetreibende auch dann persönlich verantwortlich, wenn er sie einem Dritten übertragen hat. Das Geschäftsbuch, das nicht mehr benutzt werden soll, ist unter Angabe des Datums abzuschließen, der Ortspolizeibehörde zur Bestätigung des Abschlusses vorzulegen und nebst den Handakten fünf Jahre aufzubewahren. Nach dem Abschluß dürfen weitere Eintragungen in das Geschäftsbuch nicht mehr gemacht werden. 6. Jedes Schriftstück, das der Gewerbetreibende in Verfolg eines Geschäftsauftrags an Behörden oder Privatpersonen richtet, muß auf der ersten Seite oben dlinks am Rande mit seinem Namen, seiner Wohnung (Geschäftslokal) und der laufenden Nummer des Auftrags im Geschäftsbuche versehen sein. 7. Die Gewerbetreibenden haben jeden Wechsel des Geschäftslokals beinnen einer Woche und ferner Namen und Wohnung der von ihnen in ihrem Gewerbebetriebe beschäftigten Personen binnen einer Woche nach dem Inkrafttreten dieser Bestimmungen, im übrigen binnen einer Woche nach dem Antritte der Beschäftigung der Ortspolizeibehörde anzuzeigen. 8. Die Ortspolizeibehörden und ihre Organe könneu von dem Geschäftsbetriebe Kenntnis nehmen und zu diesem Zwecke die für den Betrieb bestimmten Räume jederzeit betreten und dort die Geschäftsbücher und Handakten einsehen. Sie können auch verlangen, daß die Geschäftsbücher und Handakten im Dienstraume der Ortspolizeibehörde vorgelegt werden und daß ihnen über den Geschäftsbetrieb Auskunft erteilt wird. Dasselbe gilt, wenn der Geschäftsbetrieb eingestellt wird. 9. Diese Vorschriften finden auf Personen, welche als Kaufleute zur Führung von Handelsbüchern verpflichter sind, keine Anwendung. Jedoch sind die OrtsPolizeibehörden befugt, auch diesen Personen die Befolgung der Vorschriften ganz oder zum Teil zur Pflicht zu machen. 10. Diese Vorschriften treten am 1. Januar 1908 an Stelle der Vorschriften vom 23. Juni 1900 in Kraft. 11. Zuwiderhandlungen gegen diese Vorschriften werden nach§ 148 Abs. 1 Ziffer 4a der Gewerbeordnung mit Geldstrafe bis zu 150 Mark und im Unvermögensfalle mit Haft bis zu vier Wochen bestraft. Berlin, den 29. November 1907. Der Minister für Handel und Gewerbe. Delbrück. Standesamt Westhofen. (vom 15. bis 31. Dezember.) Geburten. 1 Sohn: Bergmann Heinrich Braß, Syburg; Bergmann Heinrich Wertmann, Lichtendorf; Fabrikarbeiter Max Bremser, Holzen; Fabrikarbeiter Wilhelm Lelitko, Holzen; Wagenmeister Richard Löwen, Holzen; Landwirt Friedrich Schwenner, Garenfeld; Berginvalide Gustav Clemens, Syburg; Straßenbahnschaffner Heinrich Seelig, Westhofen; Fabrikarbeiter Karl Bremshey, Holzen; Bergmann Karl Butterweck, Holzen. 1 Tochter: Fabrikarbeiter Johann Gbureck, Holzen; Bergmann August Cramer, Lichtendorf; Wagenmeister Richard Läven, Holzen; Bergmann Heinrich Schulte, Geisecke; Fabrikarbeiter Franz Boryß, Wandhofen; Landwirt Wilh. Lennhof gen. Kolst, Syburg; Bergmann Gustav Kampmann, Westhofen; Fabrikarbeiter Friedrich Schedel, Holzen. Sterbefälle: Ehefrau Sofie Hölben geb. Veihoff, 62 Jahr, Westhofen; Maria Cramer, 1 Tag, Lichtendorf; Heinrich Otto Krupka, ¾ Jahr, Holzen; Elisabeth Mühr, 7 Mon., Holzen; Witwe Sofie Buse geb. Sauerland, 66 Jahr, Garenfeld; Else Kramer, 2 Mon., Westhofen; Arthur Linnenbrink, ½ Jahr, Holzen. Aufgebote: Bergmann August Friedrich Krume und Anna Mathilde Wilhelmine Gerenks zu Holzen und Niederhofen. Hülfsweichenstellen Karl Oberste und Charlotte Karoline Louise Stremme zu Westhofen. Fabr.=Arb. Louis Pentling und Lisette Emilie Brenne zu Wandhofen und Westhofen. Klempner Hugo Hegelich und Lina Wilhelmine Goos zu Schwerte und Westhofen. Oberbauarbeiter Diedrich Friedrich Ludwig Vovensmann und Paula Schmitz zu Westhofen. Maurer Georg Wilhelm Heinrich Friedrich Ringe und Emma Ida Brenne zu Westhofen und Syburg. Eheschließungen: Uhrmacher Wilhelm Johann Müller und Pauline Elisabeth Ginter zu Westhofen und Oberweißbach. Bergschüler Friedrich Wilhelm Clemens und Emma Henriette Lueg zu Bochum und Holzen. Städt. Schauspielhaus, Hagen. Dienstag, 7. Jan., 7½ Uhr:„Undine“. Mittwoch, 8. Jan.: Geschlossen. Stadttheater Dortmund. Dienstag, 7. Jan., 7½ Uhr:„Mignon“. Mittwoch, 8. Jan., 7½ Uhr:„Das Käthchen von Heilbronn“. Stadttheater Barmen. Dienstag, 7. Jan., 8 Uhr:„Hanne Nüte's Abschied“.— „Möller Voß“.—„Jochen Päsel, wat büß du för'n — Verantwortl. Redakteur: Friedhelm Kemper. Für den Inseraten= und Reklameteil verantwortlich: Jac. Christ. Druck u. Verlag von Carl Braus, sämtlich zu Preußische konsolidierte Staatsanleihe (Staicttrgt vier Prozent, für weitere 5 Jahre, nämlich bis Ende März 1923, drei und dreiviertel Prozent für die folgende Zeit, also vom 1. April 1923 ab, drei und einhalb Prozent Zinsen. Die Zinsen werden am 1. April und 1. Oktober, erstmalig am 1. Oktober 1908, fällig. Zeichnungsbedingungen. " esden vu. Aechugn benschchyv Lchzalbhuchorderugen(Ehtngung in does Statschausbrcd, eb5.9. Zutelung von Siaalsschuldverschreibungen, die bei der Königlichen In„beiden Fällen hat sich der Zeichner einer Sperrverpflichtung bis zum 31. Dezember 1908 zu 2. Alleinige Zahlungsstelle ist die Königliche Seehandlung(Preußische Staatsbank), Berlin Wö6, nse Aen- un en Ansg Aen, eügeng, aun, II. Sonuer Ne. 85. 3. Vur, Zermitzlurg, von Zeichnungen auf Schuldbuchforderungen kann sich jedermann auch seines eigenen Teauige Bichzugen wisen der vezaug de Senshadlong un Nanmnitchn in den age ft. Zeichungen sesh auf saher“— seden deligen duch ia0 keilbderen Betag lante. 4. Die zu zeichrenden Beträge dürfen auf oK. 1.—, und jeden belerigen durch 6. Bei der Zeicknurg hat seder Zeickuer eine Barsicherheit bezw. Anzahlung von 3%g des gezechneten bee e.„uuuare bedutf es nict Sie Zechnurgaen kaben kritfich zu ersalgen mit fogenber,oglgt;: 7 Beclonktaier Zeickturngstounge eetug ie uunt.. J. u.„Jdng ich von der setzt aufgelegten Preißichen ve, Stcatsanleiße Le—in Buchtaben: zur Eintragung in das Statzschalbbuch Grass(oderz undbitemir echuberchelbungen zutelen deren Busgephoste i, g. Dezenbser 1908. Ich unterwerse mich für die mir zugeteiten Beträge ssrer Hier bei. Als Sicherheit bezw. erste Anzahlung füge ich 3% mil##. s Sscherbet b.(Bagen der Böregse vergseiche oben zu. 2 un 3) 8. Die Zuteilung erfolgt tunlichst bald nach der Zeichnung. in Höfe von 18/, des Nennweis fräcstens bs zum 31. Jenvar ds. 3s, unter Anrchnung der Barscherheit , dai Namntaerts peülestens bs zum 23. Bers 8. 34. 200* 6. uuf b. 34. Bel den Zehungen pzerzuigen Zechnern, de bei der Sachandlung gzechne kaben, dreikton die Srekandunge Ueber die eingezahlten Beträge werden von der Sehandlung bezw. demz,henr- Zeirzgg Fianr Hag'e, Zaglesechughug erelt. Nach der Voleinzahlung wird de. Sintyogrzächnung Hermistelt hat, beantragt werden. Von der erfolgten von der Etchondung, benw, dem Po,Etgatzschaphuchbureau direkt benacrichtigt werden. Sustoaune beten die Sesche, ezungen ugetelt fud, ahalen uach der Voletnzachung Depaigitung der Die Zeichner, denen Schuldverschreibungen zugelene fie, Erhalten nach b bis zum 6. April nicht voll eingezahlt sind, können noch bis Ende Apil unter Zahlung einer Vertragsstrafe von 5% des sehlenden Betrages gezahlt werden. Wird auch diese Frist versäumt, so verfallen die eingezahlten Beträge. Pertta uen I. Soun 1965. Königliche Seehandlung nüber dem Besitz der Schuldverso Natura Landbutter- Ersatz — feinste Süssrahm-Margarine— per Pfund 90 Pig. empfichlt Carl Trog. Haben Sie bei Beginn des neuen Jahres Bedarf in Comptoir-Utensilien? etc. etc. Dann empfehle ich Ihnen: Geschäftsbücher aller Art, Briefordner(versch. Systeme), Bibloraptes mit Einlagen, Kopierpressen, Kopierbücher Buch- u. Kopier-Tinten Schreibzeuge: in einfacher und feiner Ausführung. Lineale, Federhalter, Blei- und Tintenstifte etc. etc., in unerreicht grosser Auswahl. = Comptoir-Möbel etc.— in guten, soliden Qualitäten zu mässigen Preisen. = Carl Braus= Buch-, Kunst- und Schreibwarenhandlung. 10. 11. 12. Vierter populärwissenschaftl. Vortrag. von 5 Pf. 100 A für jedes Viertelsahr anzurechnen. 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Infolge plötzlich nach strenger Clatteis bedackt, zahlreiche Personen habger, Pernzg oe blieben mit den Passagieren auf offener Strecke stehen und konnten nur mit größter Mühe in die Bahnhofshallen geschleppt werden. Der Hochbahnbetrieb ist eingestellt worden. Zur Bewegung im Flottenverein. Ludwigshafen, 6. Jan. In der gestrigen Delegiertenversammlung der pfälzischen Ortsgruppe des Flottenvereins wurde mit großer Stimmenmehrheit die am 29. Dezember gefaßte Resolution des bayrischen ndesausschusses ebenfalls angenommen, nach welcher! Wol General Keim sein Amt niederlegen soll. Die für Ostenstr. 24 pt.(4 Zin. Kassel gewählten drei Delegierten wurden beauftragt, incl. in diesem Sinne zu stimmen. Bombenattentat. Newyork, 6. Jan. Nach Meldungen aus Rio de Janeiro wurde gegen den Kriegsminister eine Bombe geworfen, der Minister blieb jevoch underletzt. 1 haftunigen wurden vorgenommen. Die Ursache er Ke r. wer bisber vergeblich heffte * Rino-Salbe 3 D ae bschreiben gchm ügich eh. 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Die Sanitätsbehörden wurden gestern durch die Stadtpräsektur von zwei neuen choleraverdächtigen Fällen in der BosporusVorstadt Deicos in Kenntnis gesetzt, von denen einer gezung. 9930 tötlich verlaufen ist. In Mekka, Medina, Jedda und Hrttuutz. Jamba sind 176 neue Cholerafälle, von denen 122 töd= Suche zum 19. Feoru## ein lichen Ausgang hatten, festgestellt worden.(älteres selbständiges Mecklenburg folgt endlich nach! Schwerin, 7. Jan. Der Regierungsentwurf einer Verfassung für die beiden Großherzogtümer Mecklenburg ist nunmehr vollständig fertiggestellt. Es erscheint zweifellos, daß die Verfassung in Mecklenburg noch im Laufe dieses Jahres eingeführt werden wird. Die Animosität in der Flotte gegen Roosevelt. Newyork, 7. Jan. Nach einer Meldung aus Washington veröffentlicht Roosevelt einen Brief des Admirals Brownson, in dem dieser um seine Entlassung von der Leitung des Navigationsbureaus nachsucht. Roosevelt zitiert folgende Sätze aus dem Brief: Die Aerzre, die auf die Hospitalschiffe kommandiert worden seien, widersetzten sich der Bestimmung des Gesetzes, daß dienstpflichtige Soldaten verpflichtet sein sollten, auf den Schiffen als Aufwärter zu dienen, da durch solche Dienste der militärische Geist leide. Roosevelt bemerkt hierzu: Das ist sehr geringes Vertrauen zu mir, mein Rat ist, diese Angelegenheit nicht als Vorwand zum Rücktritt zu benutzen. Die Offiziere der Flotte unterstützen dagegen Brownson und raten ihm dringend, den Kongreß anzurufen, indem sie hoffen, daß dieser sich gegen den Präsidenten erklären wird. Die Freisinnigen und das Vereinsgesetz. Oldenburg, 6. Jan. Zum Vereinsgesetzentwurf nahm der gestern hier abgehaltene freisinnige Parteitag für Olvenburg und Ostfriesland folgende von Dr. Wiemer vorgeschlagene Resolution an:„Die Versammlung spricht die Erwartung aus, daß die linksliverabe Fraktionsgemeinschaft des Reichstages energisch für die Verbesserung des Entwurfs eines Reichsvereinsgesetzes in freiheitlichem Sinne wirken wird. Ferner erwartet die Versammlung, daß die Linksliberalen im Reichstage der im Entwurf vorgesehenen Fassung des § 7 oder einer ähnlichen Ausnahmebestimmung ihre Zustimmung versagen werden.“ RäunfungeVerkaut zu bedeutend herabgesetzten Preisen. Sämtliche Damen- und Kinder-Garderobe mit mindestens 33½% Rabatt. Herren, Burschiu- uad KussenTarststs zum Teil für die Hälfte. Warme Unterjacken und Hosen 275, 1.90, 1.25 Mk. Ein Posten Knaben-Unterzeuge u. gestrickte Mädchen-Unterröcke Serie 1: 95, Serie II: 45 Pfg. Betttücher, volle Grösse, weiss und bunt 1.45, 1.20 Mk. Ungebleichter Nassel volle Breite per Meter 30 Pfg. 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Januar, nachmittags 3 Uhr vom Sterbehause in Buchholz nach Westhofen statt. *(All denen, die Aschestreuen bisher vergaßen,) und derer sind, wie wir uns bei einem Rundgang durch die Stadt überzeugten, recht viele, sei folgendes Sprüchlein zur Beachtung empfohlen, das irgend ein „Dichter“ in Anlehnung an Goethes Worte verbrach: Vor deinem Grundstück liegt Eis, Streue mit Fleiß Asche darauf, Sonst purzeln Junge und Alte! Warte nur balde— Purzelst auch du!!! Verantwortl. Redakteur: Friedhelm Kemper. Für den Inseraten= und Reklameteil verantwortlich. Jac. Christ, sämtlich zu Schwerte. Druck und Verlag von Carl Braus, Schwerte. Frestbeulen, aufgesprangene Hände, Flechten, Brand wanden, eff. Beine, Hautausschläge, Wandsein(insbesondere bei kleinen Kindern) Woll, Schweisefüsse, Hämerrheiden, Ischlas, Krampfader- und andere Geschwüre heilt schnell Im Kämmerei=Walde der Stadt Schwerte sollen am Donnerstag, den 9. 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Turner-Jacken Inventrr-Preis 50 Pf. Hüte und Schirme Restbestände in farb. Herren-Hüten, weiche Form: früh. Preis 3.50 u. 2.50 Inv.-Preis 2.25 u. 1.46 Steife Herren-Wollhüte Inventar-Preis 1.85 Steife Herren-Haarhüte, mod Form Inv.-Preis 4 50 Damenschirme früherer Preis 12.00 8.75 600 4.50 925 Inventur-Preis 9.25 8.00 5.40 4.00 Herrenschirme früherer Preis 7.25 6.75 6.25 5.50 Inventur-Preis 6.50 6.00 5.50 4.90 Heren Craraten zu berabgseisten Iur. Preisen. Blber-Blousen, schottisch kariert, trüherer Preis 2,90 Inventur-Preis 95 Pf. Hemd-Blousen aus Ia. reinwoll Flanell ,früh Preis bis 19.50. Inventur-Preis Serie 1 6.50, Serie I 8.50, Serie III 10.50 Reinwoll Mousseline-Blousen, früherer Preis bis 12.50 Inventur-Preis 8.50 und 5.90 Ein Posten Tüll- und Spitzen-Blousen, mit echten Filet- u. Klöppelspitzen, früh. Preis bis 38.00, Inventur-Preis 19.50 Ca 2000 weisse Battist-Blousen, mit Passen u. Durchsätzen, früh Pr. b. 9,00, Inv.-Pr 5.50 u. 4. 75 Wasch-Costümröcke aus Rips, Satin u Zéphyr, trüh. Pr. b. 16.50. Invent.-Preis 10.50, 8 50 6.50 Farb Tuch-Frauen-Paletots, früh 60.00 bis 128.00". Inventur Preis 4000. 29.00 22.00 Brunnen-Mäntel aus engl. Stoff, m. Blend. u. Knopfgarnitur. fr. Pr. 18.50 Inv.-Preis 12.50 Jackenkleider u. Costüms aus Leinen, Rips Zephyr etc. fr. Pr. 20—63.00 Invent-Preis Serie l 6.00, Serie lI 8.50, Serie lI1 12.50 Serie IV 16.50 Matinees a. Waschstoff. u. reinw. Musselines früherer Preis bis 10.75 InventurPreis 4.00 Staubmäntel, mod. schwarz-weisse Karos u. helle uni Stoffe früh Preis bis 27.00 Inventur-Preis Serie I 12.50, Serie II 16.50 Biber-Hängerkleidchen, für das Alter b. zu 4 Jahren, Inventur-Preis 95 Pf. Mädchen-Waschkleider a. weiss. u. farbg. Batist, Cartun, Zephyr u. Musseline fr. Pr. 6—24 Mk. Inv.-Pr. 10.00 8.50 5.90 2.90 Kinder-Jacketts, aus Ia.reinw. Tuchen u. elegant Fantasie-Stoffen: Serie 1 f. 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